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Mit den passenden Fragen zum Thema auf mediscript Online das eigene Wissen auf Stärken und
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das eigene Wissen auf Stärken
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Gedanken zur ärztlichen Kunst

Es gibt so manchen Patienten, dem wir nicht helfen können. Aber es gibt keinen einzigen, dem wir nicht schaden können (Arthur L. Bloomfield).

„Überlegen Sie mal, was der Hochdruck-Patient so alles muss: fettarme Diät, Gewicht abnehmen, wenig Kochsalz, viel Kalium, Magnesium und Ballaststoffe, kein Alkohol, kein Kaffee, stressarme Lebensführung, keine Schichtarbeit, regelmäßiger Urlaub, sportliche Aktivität usw. … Also Hochdruck haben, das ist ein Full-Time-Job!“ (Prof. Dr. med. Richard Rost).

„If you have an apple and I have an apple and we exchange these apples then you and I will still each have one apple. But if you have an idea and I have an idea and we exchange these ideas, then each of us will have two ideas“ (George Bernard Shaw).

„Alles erwogen, ist gute Verdauung wichtiger als Philosophie“ (Friedrich II., genannt „der Große“).

„Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung ändern kann“ (Francis Picabia, 1879–1953).

„Diejenigen, die am lautesten die Willenskraft als Allheilmittel beschwören, sind oft die, die im Gen-Poker die guten Karten gezo- gen haben. Sie wissen einfach nicht, wie es sich anfühlt, das gleiche Spiel mit einem lausigen Blatt zu spielen“ (Prof. Melvin Kon- ner, über Adipositas).

„Gesundheit?“

„Was nützt einem die Gesundheit, wenn man sonst ein Idiot ist?“ (Theodor W. Adorno).

„If there is no problem, don’t fix it“ (angelsächsisches Sprichwort).

„A fool with a tool is still a fool“ (Prof. Robert Wood, anlässlich der Vorstellung eines neuen Bronchoskops).

„Wenn in Deutschland alle verschriebenen Medikamente auch genommen würden, gäbe es ein Massensterben“ (Norbert Blüm, ehemaliger Sozialminister der BRD).

„Move your butt and your mind will follow“ (beweg deinen Hintern – dein Geist wird folgen): Kurzform eines erprobten Psycho- therapie-Verfahrens.

Renz-Polster/Krautzig (Hrsg.)

Basislehrbuch Innere Medizin

Mit Beiträgen von:

Prof. Dr. med. Boris Bätge, Klinik Innere Medizin, Neustadt in Holstein Dr. med. Boris Böll, Klinikum der Universität zu Köln, Klinik I für Innere Medizin, Köln Prof. Dr. med. Jörg Braun, Asklepios Klinik Wandsbek, Abt. für Innere Medizin, Hamburg Dr. med. Matthias Braun, Seehospital Sahlenburg GmbH, Abt. Innere Medizin/Rheumatologie, Cuxhaven Dr. med. Andreas Brüning, Facharztpraxis für Innere Medizin, Malente Dr. med. Roswitha Dickerhoff, Universitätsklinikum Düsseldorf, Klinik für Kinder-Onkologie, -Hämatologie und -Immunologie, Düsseldorf Prof. Dr. med. Christoph Dodt, Klinikum Bogenhausen, Städtisches Klinikum München GmbH, München Dr. med. Hans-Joachim Frercks, Vital Kliniken GmbH, Klinik Buchenholm, Malente Prof. Dr. med. Evangelos Giannitsis, Universitätsklinikum Heidelberg, Innere Medizin III, Heidelberg Prof. Dr. med. Viola Hach-Wunderle, Krankenhaus Nordwest, Gefäßzentrum – Sektion Angiologie, Frankfurt Dr. med. Marco Herling, Universitätsklinik Köln, Klinik I für Innere Medizin, Köln Prof. Dr. med. Nils Homann, Klinikum der Stadt Wolfsburg, Medizinische Klinik II, Wolfsburg Dr. med. Florian Klein, Rockefeller University, New York, USA Dr. med. Steffen Krautzig, Deister-Süntel-Klinik und Rehabilitationsklinik, Bad Münder Dr. med. Roland Preuss, DRK-Krankenhaus, Mölln-Ratzeburg gGmbH, Abt. für Innere Medizin, Ratzeburg Dr. med. Herbert Renz-Polster, Vogt Prof. Dr. med. Bernhard Schaaf, Medizinische Klinik Nord, Klinikum Dortmund GmbH, Dortmund Dr. med. Kai Insa Schneider, Deister-Süntel-Klinik und Rehabilitationsklinik, Bad Münder Dr. med. Kurt Schwabe, Asklepios Klinik Bad Oldesloe, Abt. Kardiologie, Bad Oldesloe Prof. Dr. med. Ulrich Stierle, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, Klinik für Herz- und thorakale Gefäßchirurgie, Lübeck Prof. Dr. med. Matthias Stoll, Medizinische Hochschule Hannover, Abt. Klinische Immunologie, Hannover Dr. med. Peter Wellhöner, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Medizinische Klinik I, Abt. Gastroenterologie, Lübeck

Herbert Renz-Polster, Steffen Krautzig (Hrsg.)

Basislehrbuch Innere Medizin

kompakt greifbar verständlich

5. Auflage

Die Auflagen 1–3 entstanden unter Mitherausgeberschaft von Prof. Dr. med. Jörg Braun, Hamburg

verständlich 5. Auflage Die Auflagen 1–3 entstanden unter Mitherausgeberschaft von Prof. Dr. med. Jörg Braun, Hamburg
verständlich 5. Auflage Die Auflagen 1–3 entstanden unter Mitherausgeberschaft von Prof. Dr. med. Jörg Braun, Hamburg

Zuschriften an:

Elsevier GmbH, Urban & Fischer Verlag, Hackerbrücke 6, 80335 München E-Mail: medizinstudium@elsevier.de

Wichtiger Hinweis für den Benutzer Die Erkenntnisse in der Medizin unterliegen laufendem Wandel durch Forschung und klinische Erfahrungen. Herausgeber und Autoren dieses Werkes haben große Sorgfalt darauf verwendet, dass die in diesem Werk gemachten therapeutischen Angaben (insbesondere hin- sichtlich Indikation, Dosierung und unerwünschter Wirkungen) dem derzeitigen Wissensstand entsprechen. Das entbindet den Nutzer dieses Werkes aber nicht von der Verpflichtung, anhand weiterer schriftlicher Informationsquellen zu überprüfen, ob die dort gemachten Angaben von denen in diesem Werk abweichen, und seine Verordnung in eigener Verantwortung zu treffen.

Für die Vollständigkeit und Auswahl der aufgeführten Medikamente übernimmt der Verlag keine Gewähr.

Geschützte Warennamen (Warenzeichen) werden in der Regel besonders kenntlich gemacht ( ® ). Aus dem Fehlen eines solchen Hinweises kann jedoch nicht automatisch geschlossen werden, dass es sich um einen freien Warennamen handelt.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://www.d-nb.de/ abrufbar.

Alle Rechte vorbehalten 5. Auflage 2012 © Elsevier GmbH, München Der Urban & Fischer Verlag ist ein Imprint der Elsevier GmbH.

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Für Copyright in Bezug auf das verwendete Bildmaterial siehe Abbildungsnachweis

Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheber- rechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Um den Textfluss nicht zu stören, wurde bei Patienten und Berufsbezeichnungen die grammatikalisch maskuline Form gewählt. Selbst- verständlich sind in diesen Fällen immer Frauen und Männer gemeint.

Planung: Julia Baier, Dr. Julia Bender, Karolin Dospil, Moritz Pompl Lektorat: Dr. Andrea Beilmann, Sabine Hennhöfer, Susanne Szczepanek Redaktion: Christiane Löll, Hamburg; Verena Pilger, Bad Endorf; Dr. Anne Schulz, Landsberg Herstellung: Cornelia Reiter Satz: abavo GmbH, Buchloe/Deutschland; TnQ, Chennai/Indien Druck und Bindung: XXXX Umschlaggestaltung: SpieszDesign, Neu-Ulm Titelfotografie: fotolia

ISBN Print 978-3-437-41114-4 ISBN e-Book 978-3-437-59210-2

Aktuelle Informationen finden Sie im Internet unter www.elsevier.de und www.elsevier.com

An unsere Leser

Danksagungen sind immer problematisch: Als Leser kann man sich die Leute nicht vorstellen, von denen da lobend die Rede ist. Das soll hier anders sein. An dieser Stelle sei nämlich Ihnen gedankt, den Lesern, die das Basislehrbuch seit vielen Jahren in Studium und Beruf verwenden – und vor allem denen, die es nicht lassen konnten, dann auch in die Tasten zu greifen, um uns per E-Mail wissen zu lassen, was sie daran gut fanden, was sie anders gemacht hätten, ja, sogar, was für Höhen und Tiefen sie als angehende oder bereits „fertige“ Ärzte im Krankenhaus durchlebt haben. Was uns das gebracht hat? Zum Beispiel ganz konkrete Ver- besserungsvorschläge. „Warum so lahm?“, fragte einmal ein Leser, bezogen auf den Anfang eines Kapitels. Als wir uns das dann genauer anschauten, fanden wir’s auch lahm und sorgten dafür, dass es besser wurde. Ein Leser will gesehen haben, dass das Krümelomas monsteris aus Abbildung 13.9 unter dem Mi- kroskop nicht braun aussieht, sondern blau. Wir haben nach- geschaut – unseres war immer noch braun. Mal sehen, wie es sich dann im Alter so entwickelt. Neben konkreten Anregun- gen hatten wir durch Ihre Zuschriften das gute Gefühl, dass uns da jemand über die Schultern schaut und dass Sie, liebe Leserin, lieber Leser, genau mitlesen, Ideen investieren und das Buch „begleiten“. Dafür herzlichen Dank! (Speziell für die 5. Auflage wollen wir zwei Studenten besonders hochleben las- sen, und zwar Herrn Matthias Klosinski aus Freiburg und Herrn David Rouhani aus Wien, sowie den Volontär Moritz Pompl.) Trotzdem können wir uns nicht verkneifen, auch den Ihnen Unbekannten, uns aber in weiten Teilen sehr wohl Bekannten unseren Dank abzustatten – unseren Lebensgefährtinnen Do- rothea und Andrea (die zusammen 7 Kinder seien namentlich nicht erwähnt), denn was man manchmal vergisst, ist, dass so ein Buch neben der sonstigen Arbeit her entsteht und damit auch unsere nächsten Mitmenschen in Mitleidenschaft zieht.

Und gedankt sei auch unseren Lehrern, die uns die Medizin beigebracht haben – in ihrer Breite und ihrer Tiefe: Ari Chacko, Daniel Shannon, Eric Gunnoe, Tory Rogers, Klaus Sack, Karl- Martin Koch, Jens Bahlmann und Reinhard Brunkhorst. Und natürlich den Profis beim Verlag, vor allem unseren Lektorin- nen, Frau Dr. Andrea Beilmann und Frau Sabine Hennhöfer sowie Frau Dr. Dorothea Hennessen. Was bringt sie Neues, die fünfte Auflage? Zum einen haben wir einen lange gehegten Plan umgesetzt und ein eigenes Kapitel zur Prävention angelegt. Die allermeis- ten Krankheitsfälle in der Inneren Medizin sind verhinder- bar – warum nicht hier den Hebel stärker ansetzen? Aber auch die kurative Medizin hat sich mächtig weiterentwickelt – wie- der gab es eine ganze Welle neuer Leitlinien zu berücksichti- gen. Und wir sind etwas schlanker geworden! Zum Beispiel dadurch, dass die Fallbeispiele und die klinisch-pathologischen Konferenzen (also Konferenzen, bei denen klinische Fälle aus der Sicht mehrerer beteiligter Disziplinen dargestellt werden) jetzt im Internet stehen. Was ist geblieben? Wie Sie sehen werden, ist die Grundausrichtung des Buches immer noch dieselbe: Wir wollen, dass Sie diagnostische und therapeutische Maßnahmen aus den physiologischen und pa- thophysiologischen Grundlagen herleiten lernen; dass Sie da- bei den Patienten als ganzen Menschen im Blickfeld haben (dass Sie sich also bewusst sind, dass Ihr „Fall“ Ihr eigener Va- ter oder Ihre Großmutter sein könnte); und dass Sie auch die Welt außerhalb des Krankenhauses, also die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen Ihres Handelns, nicht aus den Augen verlieren – die Frage, ob Menschen krank oder gesund sind, entscheidet sich zu einem großen Teil auch heute noch außer- halb der Krankenhäuser und Arztpraxen.

Vogt, Hameln – im Herbst 2012

Der Zugang zum Buch

Über 99,9 % des medizinischen Wissens sind außerhalb des Gehirns eines durchschnittlichen Arztes angesiedelt, und der weitaus überwiegende Teil davon ist heute nicht mehr in Bü- chern zu finden. Dennoch wird der gesellschaftliche Ruf nach effizienterer Umsetzung des medizinischen Wissens, aber auch nach „Vermenschlichung“ des ärztlichen Wirkens und Wer- kens immer lauter.

„Strategisches Denken“ wird an Bedeutung gewinnen

In Zeiten sich immer schneller anhäufender Datenberge kann das Ziel der medizinischen Ausbildung nicht mehr sein, mög- lichst viel Detailwissen an den Studenten zu bringen. Ziel eines Lehrbuchs sollte vielmehr sein, dem Lernenden einen funktio- nierenden „Kompass“ bereitzustellen, der ihm die rasche Ori- entierung in den unterschiedlichsten Fachgebieten und Situati- onen ermöglicht. Der Leser soll nicht Einzeldaten einpauken, sondern Strategien erlernen.

Neue Anforderungen an die ärztliche Kunst

Viele medizinische Spezialitäten haben einen Punkt erreicht, an dem sie Morbidität und Mortalität nur dann weiter beein- flussen können, wenn es ihnen gelingt, das menschliche Ge- sundheitsverhalten mit all seinen psychischen, sozialen, öko- nomischen und ökologischen Determinanten zu verändern. Das Problem in vielen Bereichen ist heute nicht, dass wir und unsere Patienten nicht wissen, was „gut für die Gesundheit“ sei. Von 100 Europäern wissen mindestens 90, wie sie sich er- nähren sollten, welches Körpergewicht sie halten sollten, dass sie nicht rauchen sollten. In dieser Gemengelage werden das Verständnis dessen, „was die Menschen antreibt“, und die Kenntnis der sozialen Randbedingungen unseres Tuns für Ärz- te immer wichtiger.

… das Lehrbuch der Zukunft

Bei der Konzeption dieses Buches galt es also aus mehreren Gründen Abschied zu nehmen von dem alten Konzept, nach dem Lehrbücher wie Briefmarkensammlungen geführt wer- den, in die jedes neu geschaffene Stückchen Wissen bei der je- weils passenden „Krankheit“ eingefügt wird. Wir haben durch das Basislehrbuch vielmehr eine Vielzahl „roter Fäden“ gelegt, anhand deren sich der Leser in dem wu- chernden Dschungel des medizinischen Wissens orientieren kann, ohne sich darin zu verlieren.

Solide Kenntnisse der menschlichen Physiologie und Pa- thophysiologie gehören unserer Meinung nach in den Ers- te-Hilfe-Kasten des im Datenmeer Gestrandeten. Jedem Ka- pitel im BIM ist deshalb ein ausführlicher Abschnitt über

die physiologischen Grundlagen des Faches vorangestellt. Ebenso sind die diagnostischen Strategien des jeweiligen Fachgebietes sowie die Leitsymptome im Zusammenhang vorgestellt.

Wir haben versucht, die ungeheure Vielfalt der diagnosti- schen und therapeutischen Einzelschritte in Strategien zu bündeln. Wichtiges, jedoch für das prinzipielle Verständnis weniger entscheidendes „Datenwissen“ wurde in Kästen ausgegliedert.

Zu jedem Kapitel gehören einige Fallbeispiele. Sie sind mit- ten aus dem echten Leben der Klinik gegriffen und nehmen den Leser mit auf eine oft bunte Reise durch Differenzial- diagnosen, Untersuchungsschritte, Versuch und Irrtum und regen damit zu kritischem Durchdenken des Erlernten an.

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Sie finden die Fallbeispiele jetzt im Internet, unter www.elsevier.de. Dasselbe gilt für die Fallkonferenzen. Diese schildern besonders spannende Fälle aus der Sicht der beteiligten Kliniker und der jeweils „zuarbeitenden“ Radiologen, Labormediziner oder Pathologen.

In einem kompakten Lehrbuch dürfen Hinweise auf die Prüfungsschwerpunkte für das Staatsexamen nicht fehlen. Jedem Kapitel sind deshalb kleine „Prüfungswegweiser“ vo- rangestellt.

Der Verflechtung von Gesundheit und Lebensstil haben wir in einem einführenden Kapitel „Heilen und Helfen“ sowie durch die Rubrik „Praxisbezug“ Rechnung getragen. Diese in rote Rahmen gefasste Rubrik greift das Dilemma auf, dass uns Krankheit oft genug als Problem des Arztes begeg- net und wir dabei aus dem Blick verlieren, dass sie zualler- erst ein Problem des Patienten ist, das dessen Alltag, sein Selbstgefühl und sein Selbstbild auf oft einschneidende Weise verändert. Im Mittelpunkt unserer Bemühungen steht der betroffene Pati- ent. In Abweichung von der medizinischen Lehrbuchtradition haben wir deshalb die Rubrik „Klinik“ vor die Abschnitte „Ätiologie“ und „Pathogenese“ gestellt – wir sind der Meinung, dass dies eher dem Ablauf der Begegnung zwischen Arzt und Patient entspricht: der „Leidende“ konfrontiert uns zuerst mit seinen Beschwerden und Symptomen und erst darauf aufbau- end machen wir uns Gedanken über die Hintergründe seiner Krankheit. Es würde uns interessieren, was Sie von diesem Konzept halten. Lassen Sie uns wissen, ob wir Ihren Anforderungen an das Lehrbuch der Zukunft gerecht geworden sind (E-Mail:

renzpoh@pol.net oder skrautzig@t-online.de).

Das Herausgeberteam

Das Herausgeberteam Dr. med. Herbert Renz-Polster, Jahrgang 1960 Medizinstudium in Gießen, München und Tübingen, Dok-

Dr. med. Herbert Renz-Polster, Jahrgang 1960 Medizinstudium in Gießen, München und Tübingen, Dok- torarbeit in Pakistan und Indien. Nach dem AiP dreht Herr Renz-Polster für fast 5 Jahre der aktiven Medizin den Rücken. Er arbeitet als Lektor beim Jungjohann-Verlag, wo er das Bü- chermachen von Volontärsschuhen an erlernt und eine ganze Reihe studentischer Lehrbuchprojekte auf die Beine stellt. 1995 zieht es ihn wieder zurück in die Medizin, und zwar in die USA. Er macht seine Facharztausbildung im Fach Pädiatrie am Maine Medical Center in Portland/Maine, danach an der- selben Klinik Chief Resident. Sein besonderes Interesse gilt dem Studentenunterricht. Danach bis 2002 klinische und wis- senschaftliche Tätigkeit als Fellow an der Health Sciences Uni- versity in Portland/Oregon. Mehrere Forschungspreise für Ar- beiten im Bereich der Epidemiologie allergischer Erkrankun- gen. Seit 2004 wissenschaftliche Forschungs- und Lehrtätigkeit am Mannheimer Institut für Public Health, Medizinische Fa- kultät Mannheim der Universität Heidelberg sowie publizisti- sche Tätigkeit mit Schwerpunkt kindliche Entwicklung und Gesundheit.

mit Schwerpunkt kindliche Entwicklung und Gesundheit. Dr. med. Steffen Krautzig, Jahrgang 1963 Medizinstudium in

Dr. med. Steffen Krautzig, Jahrgang 1963 Medizinstudium in Lübeck, London und Melbourne, Aust- ralien. Die Doktorarbeit zu einem klinisch-wissenschaftlichen Thema bei Dialysepatienten verschlägt ihn in die Nephrologie. Facharztausbildung an der Medizinischen Hochschule Hanno- ver. 1998 Facharztanerkennung für „Innere Medizin“ und Teil- gebietsbezeichnung „Nephrologie“. Von 1999 bis 2003 leiten- der Oberarzt am Klinikum Hannover. Seit Herbst 2003 leitet er die nephrologische Abteilung der Deister-Süntel-Klinik und der Rehabilitationsklinik Bad Münder. Darüber hinaus seit 2007 klinisch-wissenschaftliche Mitarbeit als Oberarzt an ei- nem integrierten Nachsorgeprojekt nach Nierentransplanta- tion an der Medizinischen Hochschule Hannover. Insbesondere die Studienaufenthalte in London und Mel- bourne mit ihrem hervorragenden klinischen Unterricht ha- ben Herrn Krautzig anhaltend fasziniert. Die klinisch-prakti- schen Fertigkeiten zu kombinieren mit einem soliden, auf wis- senschaftlicher Erkenntnis fußenden Wissensfundament ma- chen für ihn einen guten Arzt und Lehrer aus und sind im Studentenunterricht zu seinem Steckenpferd geworden. Er ist dem Basislehrbuch Innere Medizin von Anbeginn an verbunden, in den ersten zwei Auflagen als Autor, seit der drit- ten Auflage als Mitherausgeber.

Inhaltsverzeichnis

 

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1.8.5

Tachykarde Rhythmusstörungen

 

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103

 

Helfen und Heilen Helfen, aber wie? Helfen hat Grenzen

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1.9.1

Erkrankungen des Endokards

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Infektiöse Endokarditis

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Magie und Wissenschaft

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1.9.2

Nichtinfektiöse Endokarderkrankungen

 

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Forschung – Chancen und Grenzen

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1.10

Erkrankungen des Myokards

 

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Helfen und Teamwork

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1.10.1

Formen der Kardiomyopathie

 

121

Helfen und Lehren

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1.10.2

Sekundäre (spezifische) Kardiomyopathien

 

126

Medizin und Gesundheit

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1.10.3

Myokarditis

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Was ist Gesundheit?

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1.11

Erkrankungen des Perikards

 

129

Nicht jede Krankheit ist behandelbar

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1.11.1

Perikarditis

 

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129

Mehr Medizin – mehr Gesundheit?

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1.11.2

Perikardtamponade

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130

Die Frage nach den Grenzen

 

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1.11.3

Konstriktive Perikarditis (Pericarditis constrictiva)

 

131

Verheißungen der Zukunft

 

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19

1.12

Angeborene Herzfehler

 

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132

Beruf im Wandel

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20

1.12.1

Grundlagen

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1.12.2

Herzfehler ohne Shunt-Verbindung

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133

1

Herz

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25

1.12.3

Herzfehler mit Links-rechts-Shunt

 

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1.1

Anatomie

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1.12.4

Herzfehler mit Rechts-links-Shunt

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143

1.2

Physiologie

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29

1.13

Erworbene Herzklappenfehler

 

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146

1.3

Leitsymptome

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1.13.1

Grundlagen

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1.3.1

Thoraxschmerz

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1.13.2

Aortenvitien

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1.3.2

Synkope

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1.13.3

Mitralvitien

 

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1.3.3

Palpitationen

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39

1.13.4

Trikuspidalklappenfehler

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162

1.3.4

Plötzlicher Herztod

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39

1.13.5

Pulmonalklappeninsuffizienz

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163

1.4

Diagnostik bei Herzerkrankungen

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40

1.14

Arterielle Hypertonie

 

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164

1.4.1

Anamnese

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40

1.14.1

Übersicht

 

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164

1.4.2

Körperliche Untersuchung

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41

1.14.2

Hypertensiver Notfall

 

175

1.4.3

Apparative Diagnostik

 

46

1.14.3

Bluthochdruck in der Schwangerschaft

 

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180

1.5

Koronare Herzkrankheit

 

58

1.15

Arterielle Hypotonie und

 

1.5.1

Klinik

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58

orthostatische Dysregulation

 

180

1.5.2

Ätiologie und Pathogenese

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59

1.5.3

Diagnostik

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63

2

Gefäße

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183

1.5.4

Therapie

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66

2.1

Anatomie und Physiologie

 

183

1.6

Akutes Koronarsyndrom

 

70

2.2

Diagnostische Methoden in der Angiologie

 

188

1.6.1

Klinik

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70

2.2.1

Untersuchungen bei arteriellen Krankheiten

 

188

1.6.2

Ätiologie und Pathophysiologie

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71

2.2.2

Untersuchungen bei venösen Krankheiten

 

194

1.6.3

Diagnostik

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72

2.3

Arterielle Gefäßkrankheiten

 

196

1.6.4

Therapie

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75

2.3.1

Pathogenese der arteriellen Verschlusskrankheit

 

197

1.6.5

Komplikationen nach Myokardinfarkt

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78

2.3.2

Periphere arterielle Verschlusskrankheit

 

1.7

Herzinsuffizienz

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80

(PAVK)

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198

1.7.1

Definition und Einteilung

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80

2.3.3

Akuter peripherer Gefäßverschluss

 

203

1.7.2

Pathogenese

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81

2.3.4

Zerebrale Durchblutungsstörungen,

 

1.7.3

Klinik

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82

Schlaganfall

 

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205

1.7.4

Basisdiagnostik bei Herzinsuffizienz

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86

2.3.5

Stenose/Verschluss der Mesenterialarterien

 

213

1.7.5

Therapie bei Herzinsuffizienz

 

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88

2.3.6

Entzündliche Gefäßkrankheiten

 

213

1.8

Herzrhythmusstörungen

 

91

2.3.7

Arterielle Kompressionssyndrome

 

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215

1.8.1

Ätiologie und Pathogenese

 

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91

2.3.8

Raynaud-Syndrom

 

216

1.8.2

Diagnostik

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92

2.3.9

Fibromuskuläre Dysplasie

 

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217

1.8.3

Therapie

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94

2.3.10

Aneurysmen

 

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218

1.8.4

Bradykarde Rhythmusstörungen

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99

2.3.11

Arteriovenöse Fisteln und Angiodysplasien

 

221

Inhaltsverzeichnis

IX

2.4

Venöse Gefäßkrankheiten

 

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222

4.3

Allergische Erkrankungen

 

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337

2.4.1

Varikose

 

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