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AD 2000-Merkblatt

ICS 23.020.30 Ausgabe November 2008

Berechnung von AD 2000-Merkblatt


Druckbehältern
Berechnung von Druckbehältern
B0

Die AD 2000-Merkblätter werden von den in der „Arbeitsgemeinschaft Druckbehälter“ (AD) zusammenarbeitenden, nachstehend genannten
sieben Verbänden aufgestellt. Aufbau und Anwendung des AD 2000-Regelwerkes sowie die Verfahrensrichtlinien regelt das AD 2000-Merk-
blatt G1.
Die AD 2000-Merkblätter enthalten sicherheitstechnische Anforderungen, die für normale Betriebsverhältnisse zu stellen sind. Sind über
das normale Maß hinausgehende Beanspruchungen beim Betrieb der Druckbehälter zu erwarten, so ist diesen durch Erfüllung besonderer
Anforderungen Rechnung zu tragen.
Wird von den Forderungen dieses AD 2000-Merkblattes abgewichen, muss nachweisbar sein, dass der sicherheitstechnische Maßstab dieses
Regelwerkes auf andere Weise eingehalten ist, z. B. durch Werkstoffprüfungen, Versuche, Spannungsanalyse, Betriebserfahrungen.
Fachverband Dampfkessel-, Behälter-und Rohrleitungsbau e.V. (FDBR), Düsseldorf
Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV), Berlin
Verband der Chemischen Industrie e.V. (VCI), Frankfurt/Main
Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA), Fachgemeinschaft Verfahrenstechnische Maschinen
und Apparate, Frankfurt/Main
Stahlinstitut VDEh, Düsseldorf
VGB PowerTech e.V., Essen
Verband der TÜV e.V. (VdTÜV), Berlin
Die AD 2000-Merkblätter werden durch die Verbände laufend dem Fortschritt der Technik angepasst. Anregungen hierzu sind zu richten
an den Herausgeber:
Verband der TÜV e.V., Friedrichstraße 136, 10117 Berlin.
____________
In ha lt

0 Präambel 6 Festigkeitskennwert
1 Geltungsbereich 7 Sicherheitsbeiwert
2 Allgemeines 8 Ausnutzung der zulässigen Berechnungsspannung
3 Formelzeichen und Einheiten in Fügeverbindungen
4 Berechnungsdruck 9 Zuschläge
5 Berechnungstemperatur 10 Kleinste Wanddicke

0 Präambel ten Regeln der Technik beachtet werden. Auf AD 2000-


Merkblatt G 1 wird verwiesen.
Zur Erfüllung der grundlegenden Sicherheitsanforderungen
der Druckgeräte-Richtlinie kann das AD 2000-Regelwerk 1.2 Die AD 2000-Merkblätter der Reihen B und S 3 gelten
angewandt werden, vornehmlich für die Konformitätsbewer- für überwiegend statische Beanspruchung. Bei wechseln-
tung nach den Modulen „G“ und „B + F“. der Beanspruchung gelten zusätzlich die AD 2000-Merk-
Das AD 2000-Regelwerk folgt einem in sich geschlossenen blätter S 1 und S 2.
Auslegungskonzept. Die Anwendung anderer technischer
Regeln nach dem Stand der Technik zur Lösung von Teilprob- 2 Allgemeines
lemen setzt die Beachtung des Gesamtkonzeptes voraus.
2.1 Dieses AD-Merkblatt enthält gemeinsame Grundregeln
Bei anderen Modulen der Druckgeräte-Richtlinie oder für der AD 2000-Merkblätter der Reihen B und S. Die übrigen
andere Rechtsgebiete kann das AD 2000-Regelwerk sinn- AD 2000-Merkblätter der Reihen B und S können daher nur in
gemäß angewandt werden. Die Prüfzuständigkeit richtet Verbindung mit diesem AD 2000-Merkblatt benutzt werden.
sich nach den Vorgaben des jeweiligen Rechtsgebietes.
2.2 Sofern in den AD 2000-Merkblättern für die Bemes-
sung drucktragender Teile nichts festgelegt ist, muss im Ein-
1 Geltungsbereich zelfall durch Anwendung anderer anerkannter Regeln der
1.1 Die AD 2000-Merkblätter der Reihen B und S behan- Technik oder durch andere Berechnungsverfahren, durch
deln Berechnungsregeln für drucktragende Teile von Druck- Dehnungsmessungen, durch einschlägige Betriebserfah-
behältern. Ihre Anwendung setzt voraus, dass bei der Wahl rungen oder dergleichen belegt werden, dass die Bauteile je
AD 2000-Regelwerk - Stand 2010-05

der Werkstoffe und deren Verarbeitung die AD 2000-Merk- nach Werkstoff und Verwendungszweck nicht unzulässig
blätter der Reihen W und HP sowie die allgemein anerkann- beansprucht werden.

Ersatz für Ausgabe Mai 2007; I = Änderungen gegenüber der vorangehenden Ausgabe

Die AD 2000-Merkblätter sind urheberrechtlich geschützt. Die Nutzungsrechte, insbesondere die der Übersetzung, des Nachdrucks,
der Entnahme von Abbildungen, die Wiedergabe auf photomechanischem Wege und die Speicherung in Datenverarbeitungsanlagen,
bleiben, auch bei auszugsweiser Verwertung, dem Urheber vorbehalten.
AD 2000-Merkblatt
Seite 2 AD 2000-Merkblatt B 0, Ausg. 11. 2008

2.3 Die AD 2000-Merkblätter enthalten sicherheitstechni- F Kraft N


sche Anforderungen, die für normale Betriebsverhältnisse I Flächenträgheitsmoment mm4
zu stellen sind. Sind über das normale Maß hinausgehende
K Festigkeitskennwert bei Berechnungs-
Beanspruchungen beim Betrieb der Druckbehälter zu er-
temperatur N/mm2
warten, so ist diesen durch Erfüllung besonderer Anforde-
rungen Rechnung zu tragen. KD Formänderungswiderstand des Dich-
tungswerkstoffes bei Raumtemperatur N/mm2
2.4 Wird von den Festlegungen der AD 2000-Merkblätter
abgewichen, muss nachweisbar sein, dass der sicherheits- K20 Festigkeitskennwert bei 20 °C N/mm2
technische Maßstab dieses Regelwerkes auf andere Weise M Moment N mm
eingehalten ist, z. B. durch Werkstoffprüfungen, Versuche, R Radius einer Wölbung mm
Spannungsanalyse, Betriebserfahrungen.
S Sicherheitsbeiwert beim Berechnungsdruck –
3 Formelzeichen und Einheiten S´ Sicherheitsbeiwert beim Prüfdruck –

a Hebelarm mm SD Sicherheitsbeiwert gegen Undichtheit –

b Breite mm SK Sicherheitsbeiwert gegen elastisches


Einbeulen beim Berechnungsdruck –
c1 Zuschlag zur Berücksichtigung der
Wanddickenunterschreitung mm S´K Sicherheitsbeiwert gegen elastisches
Einbeulen beim Prüfdruck –
c2 Abnutzungszuschlag mm
SL Lastspielsicherheit –
d Durchmesser eines Ausschnitts,
eines Flansches, einer Schraube usw. mm W Widerstandsmoment mm3

da Außendurchmesser eines Rohres, Z Hilfswert –


Stutzens, Flansches mm v Querkontraktionszahl –
di Innendurchmesser eines Rohres, s Spannung N/mm2
Stutzens, Flansches mm u, T Temperatur °C
dt Teilkreisdurchmesser mm
dD mittlerer Dichtungsdurchmesser mm 4 Berechnungsdruck
e breite Seite einer rechteckigen oder 4.1 Die Berechnung ist im Allgemeinen mit dem maximal
elliptischen Platte mm zulässigen Druck (PS) und dem Prüfdruck (PT) durchzufüh-
f schmale Seite einer rechteckigen oder ren. Der in den nachfolgenden AD 2000-Merkblättern ver-
elliptischen Platte mm wendete Berechnungsdruck p muss ≥ dem maximal
zulässigen Druck (PS) sein. Die durch die Füllung sowohl
g Schweißnahtdicke mm während des Betriebes als auch während der Prüfung her-
h Höhe mm vorgerufenen statischen Drücke brauchen nur berücksich-
k0 Dichtungskennwert für die Vorverformung mm tigt zu werden, soweit sie die Beanspruchung der Wandung
um mehr als 5 % erhöhen.1)
k1 Dichtungskennwert für den Betriebszustand mm
4.2 Wird eine drucktragende Wand von beiden Seiten
l Länge mm
gleichzeitig durch Druck beansprucht, darf in der Regel nicht
n Anzahl – mit der Druckdifferenz gerechnet werden. Die Berechnung
p Berechnungsdruck bar ist für jeden der beiden Überdrücke einzeln durchzuführen.
PS maximal zulässiger Druck bar Ausnahmen sind zulässig, wenn nachgewiesen wird, dass
eine höhere Beanspruchung als durch die Druckdifferenz
PT Prüfdruck bar nicht auftreten kann.
r Radius allgemein, z. B. Übergangsradius mm 4.3 Bei gleichzeitigem Auftreten von Überdruck und Unter-
s erforderliche Wanddicke einschl. Zuschlägen mm druck an einer drucktragenden Wand wird als Berechnungs-
se ausgeführte Wanddicke mm druck die Druckdifferenz eingesetzt. Dies gilt auch für die
Festlegung des Prüfdruckes. Ist der Unterdruck nicht zuver-
v Faktor zur Berücksichtigung der Ausnutzung
lässig begrenzt, ist die Berechnung mit dem um 1 bar erhöh-
der zulässigen Berechnungsspannung in
ten Überdruck durchzuführen.
Fügeverbindungen oder Faktor zur Berück-
sichtigung von Verschwächungen – 4.4 Beim Prüfdruck dürfen die zulässigen Spannungen,
gebildet aus dem Festigkeitskennwert bei Prüftemperatur
x Abklinglänge mm
und dem Sicherheitsbeiwert S´ und den Tafeln 2 und 3, nicht
A Fläche mm2 überschritten werden.
C, b Berechnungsbeiwerte – 4.5 Statische Zusatzkräfte sind in der Zeichnung anzuge-
AD 2000-Regelwerk - Stand 2010-05

D Durchmesser des Grundkörpers mm ben, wenn dadurch die Beanspruchung der Behälterwand
Da Außendurchmesser, z. B. einer Zylinder- um mehr als 5 % erhöht wird (z. B. Auflagerkräfte, Wind-
schale mm
Di Innendurchmesser, z. B. einer Zylinder- 1)
Beispiel: maximal zulässiger Druck PS = 2 bar
schale mm
Bauhöhe = 5 m
E Elastizitätsmodul bei Berechnungs- Beschickung: Wasser
temperatur N/mm2 p = 2 + 0,5 – 0,05 · 2 = 2,4 bar
AD 2000-Merkblatt
AD 2000-Merkblatt B 0, Ausg. 11. 2008 Seite 3

und Schneelast, Ausmauerung2)). Eine statische Berech- leistete Mindestzugfestigkeit entsprechend der Berech-
nung ist vorzulegen, wenn die Zusatzkräfte die Auslegung nungstemperatur einzusetzen. In diesem Fall sind die Si-
des Druckbehälters wesentlich beeinflussen. Spannungser- cherheitsbeiwerte der Tafel 3 anzuwenden.
höhungen durch Zusatzkräfte sind erfahrungsgemäß zu er- 6.4 Bei nicht artgleich geschweißten Verbindungen sind
warten, wenn die Kriterien in den AD 2000-Merkblättern der die Festigkeitskennwerte des Schweißgutes dann der Be-
Reihe S 3 zutreffen. rechnung zugrunde zu legen, wenn sie niedriger sind als die
des Grundwerkstoffes.
5 Berechnungstemperatur
6.5 Durch Kaltverfestigung erzielte höhere Festigkeits-
5.1 Für die Auswahl des Werkstoffes und für die Festle- kennwerte können nur dann in die Berechnung eingesetzt
gung des Festigkeitskennwertes ist die höchste bei dem je- werden, wenn sie nachgewiesen und am fertigen Bauteil
weiligen maximal zulässigen Druck (PS) zu erwartende vorhanden sind.
Wandtemperatur maßgebend. Diese ergibt sich aus der zu-
lässigen Betriebstemperatur (entsprechend der zulässigen
maximalen Temperatur (TS) nach DGR) sowie einem Zu- 7 Sicherheitsbeiwert
schlag für die Beheizungsart und wird als Berechnungstem- Die Sicherheitsbeiwerte sind den Tafeln 2 und 3 zu entneh-
peratur bezeichnet. Bei unbeheizten Wandungen kann men, sofern in den einzelnen AD 2000-Merkblättern keine
hierfür die höchste Betriebstemperatur eingesetzt werden. abweichenden oder zusätzlichen Angaben gemacht wer-
Bei beheizten Wandungen kann sie in der Regel nach Tafel 1 den.
bestimmt werden; andernfalls, z. B. bei Ausmauerungen, ist
sie rechnerisch oder durch Messung nachzuweisen.
Für den Wasser-/Dampf- und Heißdampfbereich ist AD 2000-
8 Ausnutzung der zulässigen Berech-
Merkblatt S 6, Kapitel 4.2, Tafel 1 zu beachten. nungsspannung in Fügeverbindungen
5.2 Wird mit der Berechnungstemperatur die Grenztempe- 8.1 Die Ausnutzung der zulässigen Berechnungsspan-
ratur des Zeitstandsbereiches für den jeweiligen Werkstoff nung in der Schweißnaht wird in der Berechnung durch den
erreicht oder überschritten, so ist das AD 2000-Merkblatt Faktor v berücksichtigt. Dieser ergibt sich durch Division der
S 6 anzuwenden. Die Grenztemperaturen sind den zugehö- in der Übersichtstafel 1 des AD 2000-Merkblattes HP 0
rigen Werkstoffnormen bzw. Werkstoffspezifikationen zu genannten Werte für die Ausnutzung der zulässigen Be-
entnehmen. rechnungsspannung mit 100. Sofern für die nicht genannten
Werkstoffe in der nach AD 2000-Merkblatt HP 0 Ab-
5.3 Liegt die höchste zu erwartende Wandtemperatur un- schnitt 1.2 erforderlichen Vereinbarung keine anderen
ter +20 °C, so beträgt die Berechnungstemperatur +20 °C. Werte festgelegt sind, ist v = 1,0 einzusetzen.
Für Betriebstemperaturen unter –10 °C wird zusätzlich auf
8.2 Für hartgelötete Verbindungen kann mit v = 0,8 ge-
AD 2000-Merkblatt W 10 verwiesen. Bei der Festlegung der
rechnet werden, falls nicht in der Verfahrensprüfung ein
Wandtemperatur sind die Umgebungstemperatur und die
niedrigerer Wert festgelegt wird.
Betriebstemperatur zu berücksichtigen (Betriebsanleitung/
Gefahrenanalyse). 8.3 Weichgelötete Längsnähte sind nicht zulässig. Über-
Tafel 1. Berechnungstemperaturen lappt weichgelötete Rundnähte an Kupfer sind bei einer
Überlappungsbreite von mindestens 10 se bis zu einer
Beheizungsart Berechnungstemperatur Wanddicke von 6 mm und bis zu Da · p ≤ 2500 mm bar zu-
lässig. In diesem Fall ist für die Rundnaht v = 0,8 einzu-
durch Gase, Dämpfe die höchste Temperatur des setzen.
oder Flüssigkeiten Heizmittels
8.4 Bei weichgelöteten Verbindungen an Kupferblechen
bei abgedeckter Wand die mit durchlaufender Lasche bei einer Laschenbreite ≥ 12 se
höchste Betriebstemperatur auf beiden Seiten des Stoßes, einer Wanddicke se ≤ 4 mm
zuzüglich 20 K und einem zulässigen Betriebsüberdruck ≤ 2 bar kann
Feuer-, Abgas- oder ebenfalls v = 0,8 eingesetzt werden.
elektrische Beheizung3) bei unmittelbar berührter
Wand die höchste
Betriebstemperatur 9 Zuschläge
zuzüglich 50 K
9.1 Zuschlag zur Berücksichtigung der Wanddicken-
unterschreitung
6 Festigkeitskennwert 9.1.1 Bei ferritischen Stählen ist als Betrag des Zuschla-
6.1 Die Festigkeitskennwerte K sind gemäß den Festle- ges c1 die nach den einschlägigen Maßnormen zulässige
gungen in den AD 2000-Merkblättern der Reihe W entspre- Minustoleranz in die Berechnung einzusetzen, sofern diese
chend der Berechnungstemperatur zu wählen. am fertigen Bauteil auftreten kann.
AD 2000-Regelwerk - Stand 2010-05

6.2 Festlegungen zu zeitabhängigen Festigkeitskennwer- 9.1.2 Bei austenitischen Stählen und Nichteisenmetallen
ten enthält das AD 2000-Merkblatt S 6, Kapitel 4.3. bleiben Minustoleranzen nur bei Innendruckbelastung un-
6.3 Bei Werkstoffen ohne gewährleistete Streckgrenze berücksichtigt. Für austenitische Bleche in Verbindung mit
oder Dehngrenze ist als Festigkeitskennwert die gewähr- DIN EN 10029 als Maßnorm gilt dies nur für die Minustole-
ranzen bis zu Werten des unteren Abmaßes nach Klasse A,
d. h. bei Verwendung von Blechen mit größeren Minustole-
2)
Vergleiche DIN 28060 ranzen ist nur der Differenzbetrag zur Klasse A zu berück-
3) sichtigen.
Gilt nicht bei mittelbarer elektrischer Beheizung (z. B. über Ölbad)
AD 2000-Merkblatt
Seite 4 AD 2000-Merkblatt B 0, Ausg. 11. 2008

Tafel 2. Sicherheitsbeiwerte gegen Streck-, Dehngrenze 9.1.3 Bedingt der Herstellungsgang Wanddickenminde-
oder Zeitstandfestigkeit rungen (z. B. bei gegossenen oder tiefgezogenen Bautei-
len), so ist die mit c1 = 0 errechnete erforderliche
Sicherheits-
beiwert S Wanddicke in der Zeichnung zu vermerken und als solche
Sicherheits- zu kennzeichnen.
Werkstoff und für den
beiwert S´ beim
Ausführung Werkstoff bei
Prüfdruck 9.2 Abnutzungszuschlag
Berechnungs-
temperatur 9.2.1 Bei ferritischen Stählen beträgt der Abnutzungszu-
schlag c2 = 1 mm. Er entfällt, wenn se ≥ 30 mm beträgt. Er
1. Walz- und
Schmiedestähle
1,5 1,05 entfällt außerdem, wenn die Stähle ausreichend gegen Ein-
flüsse der Beschickungsmittel geschützt sind, z. B. durch
2. Stahlguss 2,0 1,4 Verbleiung, Plattierung, Gummierung, Kunststoffüberzüge,
3. Gusseisen mit nicht jedoch durch galvanische Überzüge. Bei Kunststoff-
Kugelgraphit nach überzügen muss in jedem Fall die Eignung des Kunststoffes
DIN EN 1563 nachgewiesen sein.
3.1 EN-GJS-700-2/2U
5,0 2,5
9.2.2 Abweichend von Abschnitt 9.2.1 ist zwischen Her-
EN-GJS-600-3/3U steller und Betreiber ein höherer Zuschlag c2 zu vereinba-
3.2 EN-GJS-500-7/7U 4,0 2,0 ren, wenn die Beschickungsmittel stark korrodierend wirken
oder die Behälter im späteren Betrieb im Innern nicht be-
3.3 EN-GJS-400-15/15U 3,5 1,7
sichtigt werden können. Die Höhe des Zuschlages c2 ist in
3.4 EN-GJS-400-18/18U-LT
2,4 1,2
diesen Fällen in der Zeichnung zu vermerken.
EN-GJS-350-22/22U-LT
Bei bestimmten Korrosionseinflüssen kann es notwendig
4. Aluminium und sein, neben der Verwendung geeigneter Werkstoffe und
Aluminiumlegierungen – 1,5 1,05 zweckentsprechender Konstruktionen die Höhe der Bean-
Knetwerkstoffe spruchung der mit den Medien in Berührung stehenden, auf
Zug beanspruchten Druckbehälterwandungen zu verrin-
gern, um dadurch z. B. ein Aufreißen von Schutzschichten
Tafel 3. Sicherheitsbeiwerte gegen Zugfestigkeit
oder eine Spannungsrisskorrosion zu vermeiden.
Sicherheits-
9.2.3 Bei austenitischen Stählen und bei Nichteisenmetal-
beiwert S
Sicherheits- len beträgt der Abnutzungszuschlag im Allgemeinen c2 = 0,
Werkstoff und für den
beiwert S´ beim es sei denn, dass zwischen dem Hersteller und dem Betrei-
Ausführung Werkstoff bei
Prüfdruck ber ein höherer Abnutzungszuschlag vereinbart wird. In die-
Berechnungs-
temperatur sem Falle muss er in der Zeichnung vermerkt sein.
1. Gusseisen mit Lamel-
lengraphit (Grauguss) 3,5 10 Kleinste Wanddicke
nach DIN EN 1561
10.1 Die in den AD 2000-Merkblättern der Reihe B festge-
1.1 ungeglüht 9,0 legten kleinsten Wanddicken sind Nennwanddicken und
1.2 geglüht oder emailliert 7,0 müssen am fertigen Bauteil als Nennmaß vorhanden sein.
2. Kupfer und Kupfer- 10.2 Abweichend von Abschnitt 10.1 dürfen die kleinsten
legierungen ein-
2,5
Wanddicken unterschritten werden, wenn
schließlich Walz- a) verfahrenstechnische Gründe es erfordern oder die Ver-
und Gussbronze
wendung des Druckbehälters es zweckdienlich erschei-
2.1 bei nahtlosen und ge- nen lässt sowie
3,5
schweißten Behältern
b) die Formbeständigkeit nicht gefährdet ist und
2.2 bei gelöteten Behältern 4,0 c) die Fertigung es ermöglicht.

Herausgeber: Bezugsquelle:
AD 2000-Regelwerk - Stand 2010-05

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