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ICS 03.100.10

VDI-RICHTLINIEN

Februar 2012

VEREIN

Personalbedarfsermittlung in der Kommissionierung

   

VDI 4481

DEUTSCHER

 

INGENIEURE

 

Entwurf

Assessment of personnel demand in picking

Einspr¸che bis 2012-07-31

vorzugsweise in Tabellenform als Datei per E-Mail an gpl@vdi.de Die Vorlage dieser Tabelle kann abgerufen werden unter http://www.vdi-richtlinien.de/einsprueche

in Papierform an VDI-Gesellschaft Produktion und Logistik Fachbereich Technische Logistik Postfach 10 11 39 40002 D¸sseldorf

 

Inhalt

Seite

 

Vorbemerkung

 

2

Einleitung

2

1 Anwendungsbereich

2

2 Abk¸rzungen

2

3 Abh‰ngigkeiten, Einflussfaktoren, Umfeld, Randbedingungen

 

2

3.1 Planungsumfeld, Planungsrahmen

 

4

3.2 Kommissionierverfahren und Systeme

 

4

3.3 Layout, Lagerstrukturen, Funktionsbereiche, Regallagersysteme

4

3.4 Leistungsanforderungen, Soll-Leistungen

4

3.5 Prozessinformationen, Arbeitsabl‰ufe, T‰tigkeitsbeschreibungen

4

4 Durchf¸hrung, Ablaufbeschreibung der Kommissionierbedarfsermittlung

5

5 Berechnungsbeispiele und Darstellung der Ergebnisse

6

5.1 Erfassung der Kommissionierzeiten und Berechnung der Kommissionierleistung

6

5.2 Kommissionierleistung und Arbeitsplatzkenndatenblatt

6

5.3 Darstellung, ‹bersicht der Kommissioniermitarbeiter und erg‰nzende Anmerkungen

9

Schrifttum

 

12

 
 

VDI-Gesellschaft Produktion und Logistik (GPL)

 

Fachbereich Technische Logistik

VDI-Handbuch Technische Logistik, Band 8: Materialfluss II (Organisation/Steuerung)

ñ 2 ñ

VDI 4481 Entwurf

Vorbemerkung Der Inhalt dieser Richtlinie ist entstanden unter Beachtung der Vorgaben und Empfehlungen der Richtlinie VDI 1000. Alle Rechte, insbesondere die des Nachdrucks, der Fotokopie, der elektronischen Verwendung und der ‹bersetzung, jeweils auszugsweise oder vollst‰n- dig, sind vorbehalten. Die Nutzung dieser VDI-Richtlinie ist unter Wah- rung des Urheberrechts und unter Beachtung der Lizenzbedingungen (www.vdi-richtlinien.de), die in den VDI-Merkbl‰ttern geregelt sind, mˆglich. Allen, die ehrenamtlich an der Erarbeitung dieser VDI-Richtlinie mitgewirkt haben, sei gedankt.

Einleitung Kommissionieren ist das Sammeln von bestimmten Artikeln aus einem Lagersortiment und ihr Zu- sammenstellen zu einem Auftrag. Es kˆnnen ent- weder absatzorientierte Kundenauftr‰ge oder in- nerbetriebliche, produktionsorientierte Auftr‰ge zusammengestellt werden (in Anlehnung an [1]). Wenn nicht automatisch durchgef¸hrt, erfolgt die Kommissionierung in der Regel mittels eines Per- sonaleinsatzes. In jedem Unternehmen, in dem kommissioniert wird, spielen der richtige Mitarbeiter- und Tech- nikeinsatz die entscheidende Rolle, um die Kun- denanforderungen bestmˆglich und kosteng¸nstig zu erf¸llen. Die passende Anzahl Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in der entsprechenden Kommis- sionierumgebung in optimaler Weise abzubilden, erfordert Erfahrung und die Kenntnis der Abl‰ufe und stattfindenden Prozesse. Aus planerischer Sicht gibt es vielf‰ltige Mˆglichkeiten und zu be- achtende Randbedingungen sowie Einfl¸sse. Die vorliegende Richtlinie soll zum einen die Einar- beitung in diese Thematik erleichtern und zum an- deren bei der t‰glichen Arbeit Hilfestellungen ge- ben, um effizienter und sicherer werden zu kˆnnen. Die Richtlinie stellt einen Leitfaden dar, der an die anwendungsspezifischen Randbedingungen anzu- passen ist. Die Richtlinie geht dabei davon aus, dass es auf den jeweiligen konkreten Anwendungsfall bezogene allgemeing¸ltige, quantitative Berech- nungs- und Erfahrungsgrˆflen nicht gibt. Diese m¸ssen projektindividuell ermittelt und abgestimmt werden. Falls diese doch vorliegen, sollten sie auf Tauglichkeit, Sinnhaftigkeit, ‹bertragbarkeit und Anwendungseignung hin ¸berpr¸ft werden.

1 Anwendungsbereich Die Richtlinie soll Anregungen, Hilfestellungen sowie Anleitungen geben, um Personalbedarfser-

mittlungen und Personalabsch‰tzungen bei Neu- planungen oder im t‰glichen Betrieb durchf¸hren zu kˆnnen. Wie grofl der Personaleinsatz sein kann oder muss, wovon er beeinflusst wird, in welchem Umfeld Kommissionierpl‰tze zum Einsatz kom- men, ist Gegenstand dieser Richtlinie.

in

vielen B¸chern, Normen und Richtlinien einge- hend behandelt. Diese Richtlinie konzentriert sich auf die reinen personalrelevanten Themen sowie Einflussgrˆflen. Mit Begriffen und Schlagworten wird auf die zu- gehˆrigen und randbezogenen Themengebiete zum Thema Kommissionierung im Rahmen des Pla- nungsprozesses verwiesen.

Das

Thema

Kommissionierung

wird

bereits

2 Abk¸rzungen

In dieser Richtlinie werden die nachfolgend aufge- f¸hrten Abk¸rzungen verwendet:

AKL Automatisches Kleinteilelager

AP

Arbeitsplatz

FFZ

Flurfˆrderzeug

HW

Hardware

LE

Ladeeinheit

KOM

Kommissionierung

MA

Mitarbeiter

MHD Mindesthaltbarkeitsdatum

MTM

Methodenzeitmessung (Methods Time Measurement)

REFA

Verband f¸r Arbeitsgestaltung, Betriebsorganisation und Unterneh- mensentwicklung

SVZ System vorbestimmter Zeiten

SW

Software

WE

Wareneingang

WA

Warenausgang

3 Abh‰ngigkeiten, Einflussfaktoren, Umfeld, Randbedingungen Nicht nur innerhalb der Logistik ist die Personal- bedarfsermittlung mit den resultierenden Personal- und Betriebskosten ein wichtiger Planungs- und Arbeitsschritt. In Abh‰ngigkeit davon, ob f¸r ein vorhandenes oder ein neu zu planendes Kommissioniersystem der Personalbedarf bestimmt werden muss, wird dieser Prozess durch die in Bild 1 dargestellten Merkmale entscheidend beeinflusst. Im Folgenden wird genauer auf die Einflussmerk- male eingegangen.

Entwurf VDI 4481

ñ 3 ñ

Entwurf VDI 4481 ñ 3 ñ Bild 1. ‹bersicht Einflussmerkmale Bild 2. ‹bersicht Einflussmerkmal Projekttyp

Bild 1. ‹bersicht Einflussmerkmale

Entwurf VDI 4481 ñ 3 ñ Bild 1. ‹bersicht Einflussmerkmale Bild 2. ‹bersicht Einflussmerkmal Projekttyp

Bild 2. ‹bersicht Einflussmerkmal Projekttyp

ñ 4 ñ

VDI 4481 Entwurf

3.1 Planungsumfeld, Planungsrahmen

Grunds‰tzlich werden zwei unterschiedliche Pro- jekttypen bei der Personalbedarfs-Ermittlung un- terschieden (Bild 2). In Abh‰ngigkeit des Projekt- typs leiten sich daraus mehr oder weniger umfang- reiche Planungsaktivit‰ten ab.

3.2 Kommissionierverfahren und Systeme

In Abh‰ngigkeit vom Kommissionierverfahren, der gew‰hlten Kommissionierstrategie sowie der ein- gesetzten Kommissioniertechnik (siehe z.B. [2]) ergeben sich unterschiedliche Arbeitsabl‰ufe, Ar- beitsprozesse, Handlingschritte sowie Arbeitsinhal- te, die im Rahmen von Personalbedarfsrechnungen ber¸cksichtigt und zeitlich bewertet werden m¸s- sen. Bild 3 zeigt dazu exemplarisch eine ‹bersicht.

3.3 Layout, Lagerstrukturen, Funktionsbereiche, Regallagersysteme

In Abh‰ngigkeit des gew‰hlten und/oder vorhan- denen Lager- und Einrichtungslayouts ergeben sich unterschiedliche Rand- und Einsatzbedingungen f¸r Personalbedarfsbestimmungen. Bild 4 gibt beispielhaft wichtige in der Kommissi- onierung eingesetzte Regallagersysteme wieder und listet beispielhaft das Kommissionierumfeld auf.

wieder und listet beispielhaft das Kommissionierumfeld auf. Bild 3. ‹bersicht Kommissionierung (Auszug)

Bild 3. ‹bersicht

Kommissionierung (Auszug)

Einflussfaktoren

und

Begriffe

Eine umfassende Lagermittelsystematik ist in [2] ersichtlich.

3.4 Leistungsanforderungen, Soll- Leistungen

Ohne die Kenntnis der zu erf¸llenden und zu erle- digenden Soll-Leistungen kann keine verwertbare und repr‰sentative Personalbedarfsermittlung durchgef¸hrt werden. In Abh‰ngigkeit z.B. des Kommissionierverfahrens sowie des Einrichtungs- layouts m¸ssen hierzu erg‰nzende Anforderungs- kennzahlen bestimmt werden (vgl. Bild 5).

3.5 Prozessinformationen, Arbeitsabl‰ufe, T‰tigkeitsbeschreibungen

Ein zentraler Bestandteil der Personalbedarfsrech- nung ist die Kenntnis und die Erfassung sowie die zeitliche Bewertung der zu erf¸llenden Kommis- sioniert‰tigkeiten. Bild 6 zeigt dazu im ‹berblick, welche prozessre- levanten Einflussfaktoren f¸r eine praxisnahe und realistische Personalermittlung beachtet und be- r¸cksichtigt werden sollten. Dabei spielen das Arbeitsumfeld und die Ergono- mie am Arbeitsplatz eine wesentliche Rolle.

und die Ergono- mie am Arbeitsplatz eine wesentliche Rolle. Bild 4. Beispielhafte Auflistung wichtiger Lagermit- tel

Bild 4. Beispielhafte Auflistung wichtiger Lagermit- tel und sonstiger layoutbedingter Einflussfaktoren

Entwurf VDI 4481

ñ 5 ñ

Entwurf VDI 4481 ñ 5 ñ Bild 5. ‹bersicht Einflussfaktoren Anforderungen Produkt- und Umgebungseinfl¸sse, z.B. grofle

Bild 5. ‹bersicht Einflussfaktoren Anforderungen

Produkt- und Umgebungseinfl¸sse, z.B. grofle und schwere Teile im Ersatzteilgesch‰ft, das kˆrperlich zu handhabende Gesamtgewicht je Schicht oder die Temperatur beim Einsatz in Tiefk¸hllagern, haben einen wichtigen Einfluss auf die verf¸gbare Kommissionierleistung pro Schicht. Gerade auch im Hinblick auf den anstehenden demografischen Wandel in Deutschland hat die ergonomische Gestaltung des Arbeitsplatzes mit den daraus resultierenden kommissionierzeitrele- vanten T‰tigkeiten einen zus‰tzlich immer wichti- geren Einfluss auf eine abrufbare Kommissionier- leistung. Gem‰fl Bild 2 und Bild 6 kann bei einem bestehen- den System ¸ber eine Ist-Zeitenermittlung mithilfe verschiedener Methoden (z.B. nach [3; 4]) die Soll- Zeit festgelegt werden.

Bei Neuplanungen kann dies z.B. durch SvZ Me- thoden erfolgen. In beiden F‰llen m¸ssen die jeweiligen Kommissi- onierabl‰ufe in einzelne aufeinanderfolgende Hand- habungsschritte und T‰tigkeiten zerlegt werden. Parallel durchzuf¸hrende Aktivit‰ten im Rahmen der Kommissionierung, z.B. beim Einsatz eines Pick by Voice ÑHˆrenì und ÑGehenì, werden da- bei ber¸cksichtigt.

4 Durchf¸hrung, Ablaufbeschreibung

der Kommissionierbedarfsermittlung Das Ablaufdiagramm (Bild 7) zeigt exemplarisch die im Rahmen von Personalbedarfsermittlungen durchzuf¸hrenden Arbeitsschritte.

ñ 6 ñ

VDI 4481 Entwurf

5 Berechnungsbeispiele und Darstellung der Ergebnisse Wie bereits in Bild 2 dargestellt, wird nach statio- n‰ren und mobilen Kommissionierarbeitspl‰tzen unterschieden. Im Folgenden werden f¸r beide Arbeitsplatztypen typische Berechnungsschemata dargestellt, die pro- jektspezifisch jederzeit angepasst werden kˆnnen. Im Anschluss daran kˆnnen zusammenfassend f¸r einen Arbeitsplatz in einem Arbeitsplatzkennda- tenblatt alle wichtigen Arbeitsplatzinformationen erfasst und aufgef¸hrt werden. Den Berechnungen zugrunde gelegt wird dabei die zu erf¸llende Soll-Leistung und ein entsprechender Arbeitsvorrat bzw. ein ausreichendes Arbeitsange- bot. F¸r unterschiedliche Auftragstypen und Auftrags- strukturen kˆnnen unter Umst‰nden separate Be- rechnungen und damit unterschiedliche Personal- bedarfe notwendig werden. Bei tempor‰rer Nichteinhaltung oder Nichterf¸l- lung muss dieses, wie in Bild 6 aufgef¸hrt, ¸ber den Faktor f¸r die Verteilzeit (in allen F‰llen)/ Leistungsgrad (nur bei mittels Zeitaufnahme ermit- telten Ist-Zeiten zur Normierung auf Soll-Zeiten) Ber¸cksichtigung finden. Der Personaleinsatz in Schwachlastzeiten in z.B. Kommissionieranlagen mit Kommissionierbahn- hˆfen, also Kommissionierzonen mit/ohne fˆrder- technischer Verkn¸pfung, ist gesondert zu betrach- ten. In diesem Fall arbeitet ein Mitarbeiter an meh- reren Arbeitsstationen. Dadurch wird die einzelne verf¸gbare Kommissionierleistung durch hˆhere Lauf- und Wegeanteile reduziert. Wie in Abschnitt 3.5 beschrieben, ist die Erfassung und zeitliche Bewertung der einzelnen die Kommis- sionierleistung beeinflussenden T‰tigkeiten, Abl‰u- fe und Prozesse von entscheidender Bedeutung. Die Zeitanteile pro Aktion, T‰tigkeit, Prozess- schritt etc. kommen nach [5] von bzw. werden ermittelt mithilfe von:

analytisch-experimentellen Methoden durch Fremd- und Selbstaufschreibung, mit z.B. Multi- momentaufnahmen mit Stoppuhr auf Basis von bestehenden Systemen und oder Versuchs-/ Testaufbauten, Interviewverfahren und Auswer- tung von EDV gest¸tzten Daten, analytisch-rechnerischen Methoden durch Ver- gleichen von ƒhnlichkeiten und Sch‰tzen aus Erfahrungen oder Erinnerungen, Zusammenset- zen von bekannten Zeitanteilen (Basis z.B. Sys- teme vorbestimmter Zeiten (MTM)) und Be- rechnen von Prozesszeiten sowie

Datenbl‰ttern

bekannten kinematischen Fahrzeugdaten.

von

Flurfˆrderfahrzeugen

mit

5.1

Erfassung der Kommissionierzeiten und Berechnung der Kommissionierleistung

5.1.1

Station‰rer Arbeitsplatz

Tabelle 1 zeigt ein mˆgliches Berechnungsblatt zur Bestimmung der erreichbaren und verf¸gbaren Kommissionierleistung f¸r einen station‰ren, orts- festen Arbeitsplatz. Bei wechselnden und stark abweichenden Auf- tragsstrukturen (siehe B 2, 3, 4) gegen¸ber dem Standard-/Normalfall m¸ssen gegebenenfalls sepa- rate, zus‰tzliche, repr‰sentative Berechnungen durchgef¸hrt werden. Die Ver- und Entsorgung erfolgt entweder manuell und oder automatisch.

5.1.2 Mobiler Arbeitsplatz

Bei einem mobilen Kommissionierarbeitsplatz m¸ssen entgegen dem station‰ren Arbeitsplatz nicht vernachl‰ssigbare Geh-, Fahr- und Hubwege ber¸cksichtigt werden. Die zus‰tzliche Ausstattung erfolgt mit unterschiedlichen und vielf‰ltig ausges- tatteten und einsetzbaren angetriebenen/nicht ange- triebenen Arbeitsger‰ten. Tabelle 2 zeigt ein mˆgliches Berechnungsblatt zur Bestimmung der erreichbaren und verf¸gbaren Kommissionierleistung f¸r einen mobilen Arbeits- platz. Zur ¸berschl‰gigen Bestimmung wird eine verein- fachte Berechnung auf Basis von Durchschnitts- werten dargestellt. Hierbei werden die Beschleuni- gungen und die Diagonalfahrt vernachl‰ssigt. Es wird mittels der halben Fahrgeschwindigkeit ge- rechnet. Es kommt die Kommissionierstrategie Ñ1-Zeile n‰chster Streckennachbarì ohne ABC- Zonierung zum Einsatz. Umfangreichere und genauere Kapazit‰ts-/Durch- satzleistungsberechnungen sind mˆglich. Die hier- f¸r aufwendigeren Berechnungstools sind am Markt in den jeweiligen einschl‰gigen Planungsb¸- ros sowie bei den Lieferanten f¸r Flurfˆrderzeuge verf¸gbar, jedoch hier nicht Gegenstand der Richt- linie.

5.2 Kommissionierleistung und Arbeitsplatzkenndatenblatt

Jeder Arbeitsplatz in der Logistik kann durch ein sogenanntes Arbeitsplatzkenndatenblatt eindeutig beschrieben werden. Die nachfolgende Tabelle 3 zeigt ein Beispiel. Es enth‰lt wichtige Kennwerte f¸r die Arbeitsinhalte und die verf¸gbare, Ñinstal- lierteì Leistungsf‰higkeit des Mitarbeiters.

Entwurf VDI 4481

ñ 7 ñ

Entwurf VDI 4481 ñ 7 ñ Bild 6. ‹bersicht Einflussfaktoren Prozessinformationen

Bild 6. ‹bersicht Einflussfaktoren Prozessinformationen

ñ 8 ñ

VDI 4481 Entwurf

ñ 8 ñ VDI 4481 Entwurf Bild 7. ‹bersicht Arbeitsschritte Tabelle 1. Kommissionierzeitberechnung Ñstation‰rerì AP

Bild 7. ‹bersicht Arbeitsschritte

Tabelle 1. Kommissionierzeitberechnung Ñstation‰rerì AP

Station‰rer

A

Anforderungen

1

Dauer einer Schicht (effektive Arbeitszeit ohne Pausen)

 

Stunden

B

Anforderungen

2

bereitgestellte Ladeeinheiten (LE), z.B. Palette, Gitterbox, Tablar, Beh‰lter, Karton

   

LE/Schicht

3

Anzahl bereitzustellender LE = Positionen f¸r einen Auftrag

 

Positionen

4

Anzahl zu kommissionierende, greifende St¸cke pro bereitgestellte LE

   

St¸ck

 

Funktionsbereich Typ Arbeitsplatz

 

C

Beschreibung der Aktion, T‰tigkeit, Prozessschritt

Zeit pro Aktion in Sekunden

Anzahl Aktionen pro Prozessschritt

Zeit pro

 

Prozessschritt

1

Ö.

   

0

 

2

Ö.

   

0

 

3

Ö.

   

0

 

4

Ö.

   

0

 

5

Ö.

   

0

 

6

Ö.

   

0

 

7

Ö.

   

0

 

D

Ergebnis

0

Sekunden

E

Faktor f¸r Verteilzeit, normierter Leistungsgrad

 

F

Leistungskennwert pro Mitarbeiter pro Anforderung

 

pro Stunde

G

Anzahl Mitarbeiter pro Anforderung

 

Personen

Tabelle 2. Kommissionierzeitberechnung Ñmobilerì AP

Entwurf VDI 4481

ñ 9 ñ

   

Anforderungen

1

Dauer einer Schicht (effektive Arbeitszeit ohne Pausen)

Stunden

 

Anforderungen

2

auftragsbezogene Ladeeinheiten (LE), z.B. Paletten, Rollcontainer

LE/Schicht

3

zu kommissionierende Positionen, Artikel (Haltepunkte) je LE f¸r eine Rund-/Sammelfahrt als Durchschnittswert

Positionen

4

Anzahl zu kommissionierende, greifende St¸cke pro Position = Anfahrpunkt

St¸ck

 

Kommissionierzeitanteil

5

Wegstrecke/Rund-/Sammelfahrt, um eine LE zu komplettieren, inklusive der LE-Auf- und Abgabepunkte

m

6

Hub- und Senkstrecke (ca. 1/2 Hubhˆhe von hˆchster Auflage) je Position

m

7

Fachpositionierung (manuell/automatisch)

Sekunden

 

Kommissionierzeitanteil

7

Basiszeit/LE gesamt

Auftrags¸bermittlung (mit Papier, papierlos)/Auftragsadministration/ LE-Aufnahme, LE-Abgabe

Sekunden

 

Kommissionierzeitanteil

 

8

Greifzeit pro St¸ck

hinlangen, entnehmen, aufnehmen, ablegen Ö

Sekunden

9

Totzeit pro Position

lesen, suchen, z‰hlen, vergleichen, etikettieren, quittieren Ö

Sekunden

 

FFZ

10

max. Fahrgeschwindigkeit mit Last

km/h

11

max. Hubgeschwindigkeit mit Last

m/Sekunden

12

max. Senkgeschwindigkeit ohne Last

m/Sekunden

 

Verteilzeit

 

13

Verteilzeit, norm. Leistungsgrad

Effektivit‰t Mitarbeiter, Konzentrationsf‰higkeit, Erm¸dung, Wartezeiten, Umgebungsbedingungen, Behinderungen, Erfahrung

14

Ergebnis

Sekunden

15

Leistungskennwert pro Mitarbeiter pro Kommissionierauftrag

pro Stunde

16

Anzahl Mitarbeiter pro Anforderung, Kommissionierauftrag

Personen

5.3 Darstellung, ‹bersicht der Kommissio- niermitarbeiter und erg‰nzende Anmer- kungen

F¸r ein komplettes Lager- und Distributionszent- rum kˆnnen gesamtheitlich oder f¸r Teilbereiche auf Basis der vorherigen Berechnungsergebnisse, eigener Absch‰tzungen und/oder Erfahrungswerte Personal¸bersichten erstellt werden. Unter Zugrundelegung der jeweiligen Leistungs- kennwerte kˆnnen so vereinfacht die jeweiligen benˆtigten Personalbedarfe f¸r zu erf¸llende Soll- Leistungen der Kunden/Auftraggeber schnell und ¸bersichtlich bestimmt werden. Beachtet werden m¸ssen dazu die Berechnungser- gebnisse und die Auswirkungen auf das jeweilig benˆtigte Personal und auf benˆtigte Arbeitsstatio- nen und/oder Arbeitsger‰te mit den zugehˆrigen Arbeitsplatzausstattungen.

Es ist im Ermessenspielraum des Anwenders, ob die errechneten Zahlenwerte auf- und abgerundet werden. Bei ÑHardwareì spezifischen Einrichtungsumf‰n- gen und Arbeitsger‰ten sollten die Berechnungser- gebnisse generell aufgerundet werden. Weiterhin sollten hier die Spitzenbetrachtungen zugrunde gelegt werden, um diese dann bei Bedarf entspre- chend verf¸gbar zu haben. Wie in Bild 5 erw‰hnt, ist in der Regel die abge- forderte Leistung pro Stunde f¸r die Berechnung maflgeblich. Branchenspezifisch kann es, z. B. im Pharmahan- del ¸blich, notwendig werden, die Leistungsanfor- derungen innerhalb von Spitzenstunden zu ber¸ck- sichtigen, um minimale Auftragsdurchlaufzeiten einzuhalten.

ñ 10 ñ

VDI 4481 Entwurf

In Kommissioniersystemen, die ¸ber den Tag oder ¸ber mehrere Stunden gesehen keine konstante Leistung abfordern, kann das Kommissionier- personal zwischenzeitlich f¸r erg‰nzende Aufga- ben oder Nebent‰tigkeiten zur Auslastungserhˆ- hung eingesetzt werden. Diese kˆnnen sein:

Entsorgung von Verpackungsmaterial Inventuren Umlagerungen Verdichten

Bei Kommissioniersystemen mit hohem Technik- einsatz ist ausgebildetes verf¸gbares Wartungsper- sonal entsprechend mit einzuplanen. Bei den Berechnungen wurde bisher nicht der Per- sonalerhˆhungsfaktor f¸r Urlaub und Krankheit ber¸cksichtigt. Dieser ist aber f¸r eine Gesamtbe- trachtung eines Personalstamms ¸ber einen Be- trachtungszeitraum von einem Jahr notwendig. Je nach Branche kann dieser mit zirka 15 % angesetzt werden. Als zusammenfassendes Beispiel kann die Tabel- le 4 dienen, die projekt- und aufgabenspezifisch angepasst werden kann.

Tabelle 3. T‰tigkeits- und funktionsbezogenes Arbeitsplatzkenndatenblatt

Firma ÑBeispielì Abteilung Ö Kostenstelle Ö Bereich ÖÖ. Merkmale Inhalte, Anforderungen Arbeitsaufgabe
Firma
ÑBeispielì
Abteilung
Ö
Kostenstelle
Ö
Bereich
ÖÖ.
Merkmale
Inhalte, Anforderungen
Arbeitsaufgabe
Arbeitsgegenstand
Mitarbeiter
Arbeitsmittel
Arbeitsplatz
Arbeitsabl‰ufe, Arbeitsvorg‰nge
Leistungskennzahlen

Datum, Unterschrift

Tabelle 4. Berechnungsblatt (Beispiel)

Entwurf VDI 4481

ñ 11 ñ

Tabelle 4. Berechnungsblatt (Beispiel) Entwurf VDI 4481 ñ 11 ñ

ñ 12 ñ

VDI 4481 Entwurf

Tabelle 5. Bereichs-, funktions- und kennzahlenbezogene Personal¸bersicht

   

Leistungen

   

Ist ñ verf¸gbar, installiert

Soll ñ zu erf¸llen, Anforderungen

Anzahl

 

Mitarbeiter

Bemerkungen

Bereiche & Funktionen ÑBeispielì

Angaben in LE, Paletten, Kartons, Auftr‰gen Positionen, St¸ck,

Angaben in LE, Paletten, Kartons, Auftr‰gen Positionen, St¸ck,

   

Ö

pro Stunde

pro Stunde

Wareneingang

       

- Lkw entladen

       

- WE-Kontrolle, vereinzeln

       

- Kleinteile f¸rs AKL umpacken

       

Summe

   

0

 

Breitgang f¸r Groflteile

       

- einlagern

       

- kommissionieren

       

- auslagern und bereitstellen

       

Summe

   

0

 

Schmalgang f¸r Mittelteile

       

- einlagern

       

- kommissionieren

       

- auslagern und bereitstellen

       

Summe

   

0

 

AKL System f¸r Kleinteile

       

- einlagern, Nachschub

       

- kommissionieren und verpacken

       

- WA-Bereitstellung

       

Summe

   

0

 

Warenausgang

       

- WA-Kontrolle und Versandpapiere

       

- Lkw beladen

       

Summe

   

0

 

Gesamt ohne Urlaub, Krankheit

   

0

 

Personalerhˆhungsfaktor f¸r Urlaub, Krankheit

 

0

 

Gesamt¸bersicht inklusive Urlaub, Krankheit

0

Schrifttum

Technische Regeln

FEM 9.221:1981-10 Serienhebezeuge; Leistungsnachweis f¸r Regalbedienger‰te; Zuverl‰ssigkeit, Verf¸gbarkeit. Berlin:

Beuth Verlag FEM 9.222:1989-06 Regeln ¸ber die Abnahme und Verf¸g- barkeit von Anlagen mit Regalbedienger‰ten und anderen Gewerken. Berlin: Beuth Verlag FEM 9.851:2003-06 Serienhebezeuge; Leistungsnachweis f¸r Regalbedienger‰te; Spielzeiten. Berlin: Beuth Verlag

und

Anleitungen. Berlin: Beuth Verlag VDI 2516:2003-09 Flurfˆrderzeuge f¸r die Regalbedienung; Spielzeitermittlung in Schmalg‰ngen. Berlin: Beuth Verlag VDI 2391:1982-05 Zeitrichtwerte f¸r Arbeitsspiele und Grundbewegungen von Flurfˆrderzeugen. Zur¸ckgezogen 2005-08. Kein Nachfolgedokument Anmerkung: Die in VDI 2391 genannten Zeitanteile entspre- chen nicht mehr dem aktuellen ÑStand der Technikì, die Daten der FFZ sind jedoch f¸r Bewegungsabl‰ufe nach wie vor interessant.

Material-

VDI 1000:2010-06

VDI-Richtlinienarbeit;

Grunds‰tze

VDI 2492:1968-06

fluss. Zur¸ckgezogen: 2004-05. Kein Nachfolgedokument VDI 2498 Blatt 1:2011-08 Vorgehen bei einer Materialfluss- planung; Grundlagen. Berlin: Beuth Verlag

Berlin:

VDI 3300:1973-08

Beuth Verlag. Zur¸ckgezogen: 2004-05. Kein Nachfolgedok.

VDI 3311:1998-11 (Entwurf) Beleglose Kommissioniersyste- me. Berlin: Beuth Verlag

Multimoment-Aufnahmen

im

Materialfluss-Untersuchungen.

VDI 3590 Blatt 1:1994-04 Kommissioniersysteme; Grundla- gen. Berlin: Beuth Verlag VDI 3590 Blatt 2:2002-07 Kommissioniersysteme; System- findung. Berlin: Beuth Verlag VDI 3590 Blatt 3:2002-08 Kommissioniersysteme; Praxisbei- spiele. Berlin: Beuth Verlag VDI 3657:1993-07 Ergonomische Gestaltung von Kommissi- onierarbeitspl‰tzen. Berlin: Beuth Verlag VDI 3978:1998-08 Durchsatz und Spielzeiten in St¸ckgut- Fˆrdersystemen. Berlin: Beuth Verlag VDI 4415:1999-10 Automatisierte Kommissionierung. Berlin:

Beuth Verlag VDI 4480 Blatt 2:2002-07 Durchsatz von automatischen Lagern mit nicht gassengebundenen Regalbediensystemen. Berlin:

Beuth Verlag VDI 4490:2007-05 Operative Logistikkennzahlen von Waren- eingang bis Versand. Berlin: Beuth Verlag

Literatur

[1]

WIKIPEDIA zum Thema Definition Kommissionierung

[2]

J¸nemann, R.; ten Hompel, M.; Schmidt, T.; Nagel, L. (Hrsg.): Materialflusssysteme: Fˆrder- und Lagersyste- me

[3]

REFA,

Methodenlehre

des

Arbeitsstudiums,

Teil 2

[4]

Datenermittlung REFA, Multimomentenaufnahme ñ MM2 Aufnahmebo-

[5]

gen zur zusammengefasste Aufschreibungen Lehrstuhl und Institut f¸r Arbeitswissenschaft RWTH Aachen