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Neue Richtlinien zur Abklärung von

seltenem Tumor nach


Brustvergrösserung
Im Zuge eines erst kürzlich erfolgten Statements der Amerikanischen Zulassungsbehörde
(Food and Drug Administration [FDA]), wonach ein äusserst seltener Tumor, das
anaplastische grosszellige Lymphom (ALCL) in einem möglichen Zusammenhang mit
Brustvergrösserung stehen könnte, hat die Amerikanische Gesellschaft für Plastische
Chirurgie (ASPS) neue Richtlinien zur Abklärung von Brusttumoren oder
Schwellungen nach Brustvergrösserungen auf ihrer Homepage veröffentlicht. Der
Artikel dazu wird in der Juni-Ausgabe der gesellschaftseigenen Fachzeitschrift Plastic
and Reconstructive Surgery erscheinen.

Die Richtlinien „betreffen spezifische zusätzliche Diagnose- und Management-Alternativen für die
Abklärung eines Seroms nach Brustvergrösserung, das möglicherweise in Zusammenhang mit einem
ALCL stehen könnte,“ schreibt Dr. John B. Tebbetts, ein Plastiker, der an der Aufstellung der neuen
Richtlinien beteiligt war.
Dr. Tebbetts präsentiert in den Richtlinien ein Update der alten Richtlinien für die Diagnose und das
Management von Seromen nach einer Brustvergrösserung. Ein Serom ist eine abgekapselte Höhle,
die mit Wundflüssigkeit gefüllt ist und nach verschiedenen Typen von Operationen entstehen kann.
Das Update der Richtlinien wurde nötig, nachdem zwei Studien eine starke Häufung von ALCL und
anderen bösartigen Erkrankungen des lymphatischen Systems bei Frauen gefunden haben, die zuvor
eine Brustvergrösserung mit einem Implantat vorgenommen hatten. Basierend auf diesen Befunden
hat die FDA vor kurzem eine Warnung herausgegeben, dass Frauen, die sich die Brust mit einem
Implantat vergrössern lassen, ein „sehr kleines, aber erhöhtes Risiko“ für die Entwicklung eines ALCL
haben.

Der Zusammenhang von Brustvergrösserung und ALCL ist für den Chirurgen deswegen
problematisch, weil die Symptome eines ALCL zunächst als schmerzhafte Schwellung in der
operierten Brust auftreten können und sich so kaum von den Symptomen eines gewöhnlichen
Seroms unterscheiden. Serome sind häufige Komplikationen nach Brustvergrösserungen und absolut
unproblematisch. Seit der Warnung der FDA haben sowohl die plastischen Chirurgen als auch die
Patientinnen nach einem sinnvollen Vorgang zur Abklärung und Behandlung von Schwellungen oder
Verhärtungen nach Brustimplantaten gesucht.

Bei der Entwicklung der neuen Richtlinien, war es gemäss Dr. Tebbetts vorranging, „das Bewusstsein
und die Wachsamkeit für die Möglichkeit eines ALCL zu erhöhen, wenn Flüssigkeitsansammlung
sechs Monate oder später im Rahmen einer Brustvergrösserungen abgeklärt werden müssen.“ Die
Richtlinien bestehen aus einem Set von Alternativen, die mit der Patientin der Reihe nach
durchgesprochen werden können und deren Ziel es ist, ein ALCL auszuschliessen oder sicher zu
bestätigen.

Die Richtlinien helfen somit auch der Patientin, ihre Ängste abzubauen und eine wohlüberlegte
Entscheidung in Bezug auf Abklärung und Behandlung allfälliger Schwellungen zu machen. Für jede
Behandlungsalternative, von der Nadelbiopsie bis zu verschiedenen Formen der Nachoperation oder
sogar dem Zuwarten und Beobachten sind die Vor- und Nachteile sowie die daraus resultierenden
Risiken aufgelistet.

Die Richtlinien werden kontinuierlich auf den neusten Stand gebracht, sobald neue Erkenntnisse
über den Zusammenhang von ALCL und Brustvergrösserung bekannt werden. Die FDA hat sich dafür
mit der ASPS zusammengetan, um ein gemeinsames Register zu schaffen, in dem alle Fälle zentral
gesammelt und analysiert werden können. Bis das der Fall ist und mehr Licht in der Sache herrscht,
meint Dr. Tebbetts, dass die Richtlinien eine adäquate „interimistische Zusammenfassung der
Alternativen“ für den plastischen Chirurgen oder jeden anderen Arzt, der mit Frauen zu tun hat,
deren Brüste vergrössert wurden, darstellt.

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Seltener Brustkrebs nach
Brustvergrößerung soll besser erkannt
werden
Die Amerikanische Zulassungsbehörde (Food and Drug Administration) hat vor kurzem eine
Warnung abgegeben, dass eine Brustvergrößerung mit Implantaten im Zusammenhang mit
einem äußerst seltenen Tumor stehen kann.

Jetzt hat die Amerikanische Gesellschaft für Plastische Chirurgie (ASPS) ihre Richtlinien zur
Abklärung von verdächtigen Verhärtungen oder Wundsekrethöhlen modifiziert, um diese
selten Form des Brustkrebses besser diagnostizieren zu können.

Die neuen Richtlinien dienen aber nicht nur dem Arzt sondern auch der Patientin, die sich im
gemeinsamen Gespräch mit dem Operateur besser über die Risiken und Folgen einer
Abklärung und allfälligen Diagnose informieren kann.