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∂ 2002 ¥ 7/8 © Institut für internationale Architektur-Dokumentation GmbH & Co.

KG 1

Wohnhaus in Tubac

House in Tubac

Architekt:
Rick Joy, Tucson
Projektleiter:
Andy Tinucci
Mitarbeiter:
Franz Buhler, Chelsea Grassinger
Tragwerksplaner:
Southwest Structural Engineers, Tucson
Landschaftsarchitekt:
Michael Boucher, Freeport

Mit einfachen Formen und der rötlichen Photo: Bill Timmermann, Phoenix
Stahlhülle fügt sich das Wohnhaus in die
Landschaft der Sonora-Wüste in Süd-
Arizona ein. Die flachen Baukörper sind in
das Gelände eingelassen: In den Hang wur-
de ein Plateau geschnitten, auf dem zwei
schräg zueinander versetzte Gebäuderiegel
einen Innenhof umfassen. Von diesem
streng geometrisch gestalteten Außenraum
erfolgt der Zugang zu Wohnhaus und
Gästeflügel. Die Gebäudehülle aus bewitter- aa
1 Hof
tem Stahl verbindet das Haus optisch mit 2 Eingang
dem roten Sand der Umgebung. Im trocke- 3 Büro
nen Wüstenklima kann auf Corten-Stahl 4 Wohnen
5 Küche
verzichtet werden. Die unbehandelten Stahl- 6 Loggia
1
platten oxidieren nur an der Oberfläche, 7 Schwimmbecken
rosten jedoch nicht durch. Die homogene 8 Gästehaus
9 Garage
Fassadenfläche wird von den kastenförmi-
gen Stahlrahmen der Fenster- und Tür- 1 Courtyard
2 Entrance 3
öffnungen akzentuiert, die wie eingesteckt
3 Office 1
erscheinen. Unterschiedliche Glasebenen 4 Living area
verstärken das subtile Spiel mit Schatten 5 Kitchen
6 Loggia 1 4
und Reflexionen: Einige Verglasungen sind
7 Swimming pool
außen bündig, andere befinden sich an der 8 Guest apartment a a
3
Innenseite der Stahlrahmen. Innenraum und 9 Garage
Landschaft gehen durch die großen Glas-
b 5
flächen fließend ineinander über. Am Süd-
1 4
giebel rahmt das weit vorgezogene Dach
der Loggia den Blick auf die umliegenden a 2 a
Bergketten. Wie ein Bild ist das Panorama
vom Inneren des Hauses überall sichtbar,
b 5
da die durchgehenden Raumvolumina nur
9 6
durch Glastüren abgeteilt sind. b
2
Cut into the slope of the site, the house, with
its simple forms and red oxidized-steel skin,
seems to merge with the Arizona landscape. 8
9 6
The low-height structure comprises two tracts b
– the family quarters and a guest wing – set at
an angle to each other, with central access at 7
their point of intersection. The homogeneous
weathered steel skin is punctuated by box-like 8
steel door and window surrounds which act
partly as sunscreens. The various glazing
planes, some flush with the outer surface, 7
others recessed, create a subtle interplay of
reflections, light and shadow. Like the open Schnitt • Grundriss
Maßstab 1: 400
loggia at the south end, which frames a view
of the mountains, they also ensure a flowing Section • Plan
transition between indoors and outdoors. scale 1:400
2 Wohnhaus in Tubac 2002 ¥ 7/8 ∂

Details 1
1

Schnitte
Maßstab 1: 20

Sections
scale 1:20

9
9

cc

2
2
cc

1
3
3
1

2
2

cc

4
4

3
3

4
4
5
5

6
6 8
8

5
5 1 Dachaufbau: 1 roof construction:
Wellblech Stahl 22 mm, corrugated sheet steel 22 mm
Oberfläche unbehandelt deep with weathered surface
6
6 Bitumenbahn bituminous roofing felt
Sperrholzplatte 12,5 mm 12.5 mm plywood
Stegträger 366 mm, thermal insulation between 7
7
dazwischen Wärmedämmung timber web joists 366 mm deep
Gipskartonplatte 12,5 mm 12.5 mm plasterboard
2 Flachstahl 5 mm 2 5 mm steel flat
3 Stahlblechformteil 3 sheet-steel timber connector
4 Wandaufbau: 4 wall construction:
Stahlblech 0,6 mm, 0.6 mm sheet steel with
Oberfläche unbehandelt weathered surface
Bitumenbahn bituminous felt
Sperrholzplatte 12,5 mm 12.5 mm plywood
Holzständer 61/183 mm, thermal insulation between
dazwischen Wärmedämmung 183/61 mm timber studding
Gipskartonplatte 12,5 mm 12.5 mm plasterboard
5 Sturz Brettschichtholz 5 183/366 mm lam. timber lintel
183/366 mm 6 6 mm sandblasted sheet-steel
6 Zarge Stahlblech 6 mm box surround
sandgestrahlt 7 6 mm toughened glass single
7 Festverglasung ESG 6 mm, glazing, silicone fixed
8 Anschlag Stabdübel Ø 6 mm 8 Ø 6 mm steel positioning piece
in Silikonfuge eingelassen in silicone joint
9 Wandaufbau: 9 wall construction:
Mitteldichte Faserplatte mit 19 mm maple-veneered
Ahorn furniert 19 mm medium-density fibreboard
8
8
Bitumenbahn bituminous felt
Sperrholzplatte 12,5 mm 12.5 mm plywood
Holzständer 61/183 mm, thermal insulation between
dazwischen Wärmedämmung 183/61 mm timber studding
bb Gipskartonplatte 12,5 mm 12.5 mm plasterboard
∂ 2002 ¥ 7/8 © Institut für internationale Architektur-Dokumentation GmbH & Co. KG 1

Wohnhaus in Hadano

House in Hadano

Architekten:
a a
Tezuka Architects, Tokio
Takaharu Tezuka, Yui Tezuka
Tragwerksplaner:
Masahiro Ikeda, Tokio

Grundriss EG Dachaufsicht
Maßstab 1:400 Maßstab 1:400
Ground floor plan Plan of roof
scale 1:400 scale 1:400

Wie ein Schiffsdeck mutet das leicht geneig- Die Südseite des Hauses ist voll verglast und Resembling the deck of a ship, the sloping
te Dach des schlichten Einfamilienhauses in gibt den Blick auf einen kleinen Garten frei, roof over this house near Tokyo accommo-
der Nähe von Tokio an – und das nicht nur während die Straßenfassade nahezu ge- dates various functions – sitting, cooking, din-
aufgrund seiner ungewöhnlichen Deckung. schlossen ist und mit ihrer Oberfläche aus ing, showering and sunbathing. The single-
Es ist auch möbliert: Ein geschützter Sitzplatz Faserzementplatten eher nüchtern wirkt. storey building has a strict layout with rooms
lädt zum Essen und Verweilen ein, man kann Die Dachkonstruktion besteht aus einem divided from the living area by sliding parti-
dort kochen, duschen, sonnenbaden oder Trägerrost, dessen 105/105 mm starke Holz- tions. A skylight in every room allows ladder
einfach den Blick über das angrenzende Tal balken beidseitig mit je zwei tragenden access to the roof deck. The south face of the
und den Mount Kobo genießen. Furnierschichtholzplatten beplankt sind. Da- house is fully glazed, affording a view to a
Der Grundriss des eingeschossigen, pavil- durch entsteht eine steife Scheibe, die Kon- small garden, whereas the street front is virtu-
lonähnlichen Gebäudes ist streng organisiert. struktionshöhe konnte also gering gehalten ally closed. The roof structure consists of a
Küche, Bad und Individualräume gruppieren werden. Um die Eleganz des dünnen Dach- grid of 105/105 mm timber beams. With a
sich getrennt durch leichte Schiebeelemente randes nicht zu beeinträchtigen, verzichte- double layer of plywood on both faces, it acts
um das Wohnzimmer. Über jedem Raum be- ten die Architekten auf ein Geländer. Die as a rigid diaphragm, which allowed the depth
findet sich ein Oberlicht, durch das man über Bewohner scheinen damit bislang keine to be kept to a minimum and ensured an ele-
Leitern auf das Deck gelangen kann. Probleme zu haben. gant appearance – without balustrades.

Photo: Shinkenchiku-sha, Tokio


2 Wohnhaus in Hadano 2002 ¥ 7/8 ∂

Details 1 Uline-Bretter 19 mm auf Kantholz 45/60 mm 1 19 mm uline wood strips on 45/60 mm timber bearers
2 Dachaufbau: Stahlblech, verzinkt 0,4 mm 2 roof construction:
Dachdichtung Bitumen 0.4 mm galvanized sheet steel
2≈ Furnierschichtholzplatte 12 mm bituminous roof sealing layer
Trägerrost aus Holzbalken 105/105 mm 2≈ 12 mm plywood bracing
dazwischen Wärmedämmung Mineralwolle 105 mm 105 mm mineral-wool thermal insulation between
2≈ Furnierschichtholzplatte 12 mm 105/105 mm grid of timber beams
Sperrholzplatte Lauan, klar lackiert 5,5 mm 2≈ 12 mm plywood bracing
3 Schiebefenster Aluminiumrahmen 5.5 mm lauan plywood, clear varnished
mit Isolierverglasung 3 sliding aluminium roof light with double glazing
Detailschnitt Maßstab 1:10 4 Kantholz 105/105 mm 4 105/105 mm timber members
Vertikalschnitt Maßstab 1:20 5 Faserzementplatte 12 mm 5 12 mm fibre-cement sheeting with water-repellent paint
6 Schiebetür Pinienrahmen mit Einfachverglasung 6 Oregon pine sliding door with single glazing
Sectional detail scale 1:10 7 Bodenaufbau: 7 floor construction:
Vertical section scale 1:20 Sperrholzplatte Lauan, klar lackiert 3 mm 3 mm lauan plywood, clear varnished
Furnierschichtholzplatte 12 mm 12 mm plywood
Wärmedämmung Hartschaumplatte 30 mm 30 mm rigid-foam thermal insulation
Balken Nadelholz 45/60 mm 45/60 mm softwood bearers
Balken Nadelholz 105/52,5 mm auf Gummilager 105/52.5 mm softwood plates on rubber strips
Stahlbeton 250 mm 250 mm reinforced concrete slab
1 2 8 Schiebeelement Sperrholz, klar lackiert 8 plywood sliding element, clear varnished

4
bb
b

1 2

4 6 4

4 7
∂ 2002 ¥ 7/8 Wohnhaus in Hadano 3

Querschnitt
Maßstab 1:200

Cross-section
scale 1:200

aa
4 4

5 5

4 4 6 6
8 8
1 © Institut für internationale Architektur-Dokumentation GmbH & Co. KG 2002 ¥ 7/8 ∂

Büroerweiterung in Amsterdam
Vertikalschnitte Vertical sections
Grundriss Floor plan
Office Extension in Amsterdam
Maßstab 1:200 scale 1:200

Architekten: 1 Bestand Bürogebäude 1 Existing office building


2 Erweiterung Bürogebäude 2 Office extension
de architectengroep, Amsterdam
3 Terrasse 3 Terrace
Mitarbeiter: 4 Traforaum 4 Transformer station
Paddy Tomesen, Helga van Wijk,
Eric Meisner, Jan Oudeman

Das alte Backsteingebäude des ehemaligen


Amsterdamer Getreidesilos wurde renoviert aa
und als Bürogebäude umgenutzt. Doch
schon während der Renovierungsarbeiten
wurde klar, dass die Fläche für das Architek-
turbüro nicht ausreicht. Deshalb entschied
man sich, einen kleinen provisorischen An-
bau aus den 70er-Jahren, der ursprünglich
abgerissen werden sollte, in den Umbau
mit einzubeziehen. Von der minderwertigen
Bausubstanz des Anbaus blieben jedoch
nur die stählerne Tragstruktur und die Fun-
damente erhalten. Da nicht die gesamte
Fläche überbaut wurde, sind die verbleiben-
den Fundamente im Außenbereich mit einer
hölzernen Terrasse überdeckt worden, die
die ursprüngliche Begrenzung des Altbaus bb
markiert. Auf die alte Stahlkonstruktion ist
ein Tragrost aus Holzbalken mit integrierten
Oberlichtern aufgelegt. Auf spielerische 1 1
Weise sind alle Modelle einer Standardreihe
miteinander kombiniert. Sowohl Größe als a
auch Farbe wechseln in jedem Feld. Durch 1 1
die Kunststoffschalen fällt das Licht in allen 1 1
Farben des Regenbogens in den Großraum a
des neuen Büros. Der Tragrost des Daches a
ist auf die jeweiligen Abmessungen der
Oberlichter ausgerichtet. Im Inneren wieder- 2
holt sich das Spiel mit den Formen in einem b b
eingebauten raumhohen Regalsystem aus
Furniersperrholzplatten: Dort ragen die 2
1
kubischen Fächer in den bunt beleuchteten b
2
b
Raum. b b
1
During the conversion of a former brick grana-
1
ry into an office building, it became clear that
the functional area would be inadequate. As a 3
result, a provisional extension dating from the
1970s was incorporated into the scheme in- 4
stead of being demolished as originally 3
planned. Only the steel load-bearing structure 3
a
and the foundations of this low-grade building 4
were retained. A grid of timber beams with 4
roof lights was laid on top of the existing
a
structure. All the models of a standard series
a
of roof lights were used. Each bay differs in
size and colour, and the perspex shells cast a
rainbow spectrum of light in the large open-
plan office space below. The play of forms is
echoed internally by the shelving system.
2 Büroerweiterung in Amsterdam 2002 ¥ 7/8 ∂

Details

1 2

4 5

bb aa

1 Substrat 25 mm
Filtervlies
Drainageschicht 10 mm
Dachdichtung Bitumenbahn
Wärmedämmung 50 mm
Bestand Bitumenbahn, Holzschalung
2 Oberlicht Außenschale Polykarbonat transparent
Innenschale PMMA gefärbt
3 Bestand Fensterrahmen Stahl
4 Bestand Holzbalken 60/420 mm
5 Furniersperrholz 18 mm
6 Wärmedämmung im Gefälle 100 mm
7 Holzverkleidung 22/210 mm
8 Kiefernträger 70/300 mm
9 Rinne Zinkblech
10 Träger Stahlprofil ÅPE 300, Bestand
11 Stütze Stahlprofil ÅPE 120, Bestand
12 Schiebetüre Isolierverglasung
Kiefernrahmen 65/145 mm
13 Dielen Bankirai-Holz 28/145 mm
14 Kalksandsteinsockel, Bestand
15 Konvektor Aluminium 345/105 mm
16 Epoxidharzbeschichtung
Estrich 50 mm
Stahlbeton 100 mm, Bestand

1 25 mm planting layer
filter mat
10 mm drainage layer
bituminous roof sealing layer
50 mm thermal insulation
existing bituminous sheeting; wood boarding
2 roof light with transparent polycarbonate outer shell
and coloured perspex inner shell
3 existing steel window frame
4 60/420 mm existing timber beam
5 18 mm veneered plywood
6 100 mm thermal insulation to falls
7 210/22 mm pine lining
8 70/300 mm pine beam
9 sheet-zinc gutter lining
10 existing Å-beam 300 mm deep
11 existing Å-column 120 mm deep
12 sliding door: 65/145 mm pine frame with
double glazing
13 145/28 mm bankirai boarding to terrace
14 existing sand-lime-brick plinth
15 345/105 mm aluminium convector
16 epoxy-resin coating
50 mm screed
100 mm existing concrete slab
∂ 2002 ¥ 7/8 Büroerweiterung in Amsterdam 3

Vertikalschnitte
Maßstab 1:10

Vertical sections
scale 1:10

2 2

6
8 9

10 11 12

16 15
13

14
Photo: Christian Richters, Münster
1 © Institut für internationale Architektur-Dokumentation GmbH & Co. KG 2002 ¥ 7/8 ∂

Atelierhaus in Eichstätt

Studio House in Eichstätt

Architekten:
Diezinger & Kramer, Eichstätt
Mitarbeiter:
Markus Knaller
Tragwerksplaner:
Grad Ingenieurplanungen, Ingolstadt

aa bb
Am Rande der Altstadt wurde anstelle eines
ruinösen Handwerkerhauses aus dem 16.
Jahrhundert ein kleines verputztes Atelier-
haus errichtet, das die Kontur des Altbaus
b
aufnimmt, sich jedoch in klarer moderner
Haltung in seinem engen Umfeld behauptet
und diesem einen markanten städtebau-
lichen Akzent hinzufügt. Die wie beim Altbau
schräg verlaufende Eingangsseite und
die frei angeordneten Öffnungen verleihen c
dem Baukörper mit seinen präzisen Kanten 1 3
Spannung. Den in dunklem Grau gestriche-
nen Putzflächen steht ein lichtdurchflutetes
weißes Inneres gegenüber.
Das zweigeschossige Haus mit insgesamt c
ca. 75 m2 Fläche bietet im Erdgeschoss a a
Platz für einen kleinen Ausstellungsraum 2
sowie einen größeren Raum, der für Veran-
staltungen oder als Gästewohnung nutzbar
ist. Im oberen Geschoss liegt das Bildhauer-
atelier. Die Nasszelle in rot gestrichener b
Holzkonstruktion setzt sich hier vom Weiß
der übrigen inneren Oberflächen ab. Beide
Ebenen werden räumlich durch den kleinen
Ausstellungsraum neben dem Eingangsbe-
Lageplan Maßstab 1:1250 Site plan scale 1:1250
reich verbunden, der zweigeschossig bis Schnitte • Grundrisse Sections • Floor plans
unter das Dach reicht. Dieser ist durch ein Maßstab 1:200 scale 1:200
um die Gebäudekante geführtes »Schau-
1 Veranstaltung/Gästewohnung 1 Multi-purpose space/Guest flat
fenster« einsehbar, verbindet Innen und 2 Ausstellung 2 Exhibition space
Außen und wird trotz seiner kleinen Grund- 3 Atelier 3 Studio
fläche zum Angelpunkt der innenräumlichen
Organisation.
Das Tragwerk des Gebäudes besteht aus
Mauerwerkswänden, Stahlbetondecken und
einer einfachen Holzsparrenkonstruktion für The present studio building replaces a 16th- space extends over two storeys to the under-
das Dach. Am Dachrand wurde das Mauer- century artisan’s house. Although the new side of the roof and is open to public view by
werk bewehrt, die großen Wandöffnungen structure adopts the lines of the former build- virtue of a showcase window wrapped round
erhielten Stahlbetonstürze. Das Dach ing, it assumes a wholly modern stance, set- the corner of the building. In this way, links are
wurde als Aluminium-Stehfalzdach mit ting a striking new note in the urban context. created between the two levels of the house
unbelüftetem, wärmegedämmtem Aufbau The dark-grey external rendering is contrasted and between inside and outside.
und präziser, minimierter Randausbildung with a white interior that is flooded with light. The load-bearing structure consists of brick
ausgeführt. Die Entwässerung erfolgt über Laid out on two storeys with an overall area of walls, reinforced concrete floors and a simple
eingelegte Rinnen an den Traufseiten. Ein roughly 75 m2, the house accommodates a timber rafter roof in an unventilated, thermally
großes Dachflächenfenster sorgt für aus- sculptor’s studio on the upper floor, where insulated form of construction, with an alumini-
reichende Belichtung des Atelierbereichs. the red-painted wood cladding to the sanitary um standing-seam covering. The edge details
Alle Details sind unauffällig und stehen im areas forms a bold contrast to the white interi- are unobtrusively designed, with gutters
Dienst formaler Reduktion. Die Glasflächen or. On the ground floor are a small exhibition recessed within the roof area parallel to the
sind putzbündig eingesetzt, die rahmen- space and a larger room that can be used for eaves. A large roof light ensures ample
losen Festverglasungen werden über various activities or as a flat for guests. Situ- daylight in the studio. All areas of glazing
Klammern im Glasverbund gehalten. ated next to the entrance, the exhibition are finished flush with the outer rendering.
2 Atelierhaus in Eichstätt 2002 ¥ 7/8 ∂

2
Details

3
1

Schnitt Maßstab 1:10

Section scale 1:10

5 4

7 6

8
9

10

11

12

15
13

14
cc
Photo: Andreas Gabriel, München
∂ 2002 ¥ 7/8 Atelierhaus in Eichstätt 3

Lageplan Maßstab 1:1250

Site plan scale 1:1250

16

1 Dachaufbau: 1 roof construction:


Stehfalzdeckung Aluminiumblech 0,7 mm 0.7 mm sheet-aluminium standing-seam covering
Trennlage Kunststoffnetzmatte plastic net matting as separating layer
Unterdeckbahn diffusionsoffen moisture-diffusing sealing layer
Schichtholzplatte 40 mm 40 mm laminated wood board
Wärmedämmung Mineralfaser 200 mm 200 mm mineral-fibre thermal insulation
Dampfbremse vapour-retarding layer
Lattung 2≈ 13 mm gypsum fibreboard on battens
Gipsfaserplatten 2≈ 13 mm 2 1.5 mm sheet-aluminium ridge capping
2 Firstabdeckung Aluminiumblech 1,5 mm 3 200/200 mm timber trimmer
3 Auswechslung Holzbalken 200/200 mm 4 flat roof light with fixed low-E glazing:
4 Dachflächenfenster 8 mm float glass + 16 mm cavity + 16 mm lam.
17 Festverglasung mit Wärmeschutzglas safety glass
Float 8 mm + SZR 16 mm + VSG 16 mm 5 50/50/2 mm galvanized-steel SHS frame
5 Stahlrohrrahmen verzinkt 50/50/2 mm 6 steel angle bearer for rafters
6 Stahlwinkel für Sparrenauflager 7 1.5 mm sheet-aluminium gutter lining welted to
7 Rinne Aluminiumblech 1,5 mm, upstand covering
in Attikaabdeckung eingefalzt 8 18 mm composite wood board
8 Holzwerkstoffplatte 18 mm 9 0.7 mm sheet-aluminium covering to upstand
9 Attikaabdeckung Aluminiumblech 0,7 mm 10 purpose-made perforated plaster edge bead
10 Putzprofil Sonderform, gelocht 150 mm 150 mm wide
11 Holzfenster mit Isolierverglasung 11 wood casement with adhesive-fixed double glazing:
Float 6 mm + SZR 14 mm + Float 4 mm 6 + 4 mm float glass with 14 mm cavity
18 auf Flügel geklebt 12 external wall construction:
12 Außenwandaufbau: 25 mm mineral rendering, painted
Außenputz mineralisch 365 mm vertically cored brickwork;
mit Anstrich 25 mm three courses at eaves
Mauerwerk Hochlochziegel 365 mm, with 2≈ Ø 8 mm galvanized-steel reinforcement
3 Schichten am Dachrand bars per bedding joint
mit verzinkter Bewehrung, 15 mm lime-gypsum plaster
2≈ Ø 8 mm je Fuge 13 50 mm thermal insulation
Kalkgipsputz 15 mm 14 frost-proof brickwork
19 13 Wärmedämmung 50 mm 15 stone staircase landing
14 Ziegel, frostsicher 16 tubular aluminium snow guard
22 20 15 Treppenpodest Naturstein 17 floor construction:
16 Schneefang Aluminiumrohr 60 mm end-grain wood-block flooring
21
17 Deckenaufbau: 10 mm hot-rolled asphalt
23 Hirnholzpflaster 60 mm 45 mm cement and sand screed on
24 25 Heißasphalt 10 mm polythene sheeting
Zementestrich 45 mm auf PE-Folie 20 mm impact-sound insulation on
Trittschalldämmung 20 mm auf PE-Folie polythene sheeting
Stahlbetondecke 220 mm 220 mm reinforced concrete floor slab
18 Wärmedämmung Mineralfaser 50 mm vor 18 50 mm mineral-fibre thermal insulation
Unterzug Stahlbeton 140 mm over face of 140 mm reinforced concrete
19 Ziegelsturz auf Stahlwinkel verzinkt downstand beam
∑ 200/200/16 19 brick lintel on 200/200/16 mm galvanized-steel angle
20 Putzprofil Aluminiumblech gekantet 20 sheet-aluminium plaster bead bent to shape
26 21 Versiegelung, dauerelastisch 21 elastic seal
22 Wärmedämmung Ortschaum 22 in-situ foam thermal insulation
23 Holzfenster mit Einfachverglasung 23 wood casement with single glazing
24 Sperrholzplatte weiß beschichtet 36 mm 24 36 mm white-coated plywood
25 Klammerung im Glasverbund 25 clamp fixing in glazing seal
26 Isolierverglasung 26 double glazing: 6 mm float glass + 16 mm cavity
Float 6 mm + SZR 16 mm + ESG 8 mm, + 8 mm toughened glass; edge enamelled for
27 Randemaillierung als UV-Schutz UV-protection
27 Entwässerungsprofil Aluminium 27 aluminium drip
1 © Institut für internationale Architektur-Dokumentation GmbH & Co. KG 2002 ¥ 7/8 ∂

Wohn- und Bürohaus in Wien

Housing and Office Block in Vienna

Architekten:
Delugan-Meissl, Wien
Roman Delugan, Elke Delugan-Meissl
Mitarbeiter:
Anke Goll (Projektleitung),
Christine Hax, Peter Döllmann
Tragwerksplaner:
Schweiger, Baden

Konzept Grünflächen
Schnitte
Grundrisse 2
Maßstab 1:750
3

4
Concept for landscaped areas
Sections
Plans
scale 1:750 4
1

Der Wohn- und Bürokomplex an einer en- Arbeiten und Erholung treffen auf engstem This high-density development adopts the tra-
gen, stark befahrenen Straße im 7. Wiener Raum harmonisch zusammen. Das Dach ditional built structure of the neighbourhood,
Gemeindebezirk folgt der traditionellen Be- wird zum Boden, zur Spielwiese und die closing off the street block with a seven-
bauungsstruktur des Viertels. Hinter einer nutzbare Hoffläche um ein Vielfaches storey housing strip 15 metres deep. The
geschlossenen Blockrandbebauung siedeln vergrößert. Die Wohnungen in dem sieben- dwellings are organized in groups of three and
Kleingewerbe und kleine Büros. Das Wiener stöckigen Wohnriegel haben zum Hof hin four around two access cores. Behind the
Architektenpaar interpretierte dieses Gefüge kleine Balkone mit gläsernen Brüstungen, housing tract are small commercial units and
für die heutigen Bedürfnisse von Investoren die das Grün reflektieren und in die Wohn- offices. In addition to the courtyard areas that
und Nutzern neu, verdichtete stark und räume weiter transportieren. Über die Tiefe allow daylight to penetrate to the internal
brachte mit der Begrünung der Innenhof- von 15 Meter sind die Wohnungen um zwei spaces, the accessible planted roofs also
dächer einen ungewohnten Aspekt in die Erschließungskerne als Drei- bzw. Vierspän- serve to dissolve the boundary between the
städtische Umgebung: die künstliche Land- ner organisiert. An der lauten Straße bilden urban and natural environment. Living, work-
schaft. Fast die gesamte Grundfläche wurde Loggien eine Pufferzone, die hinter der ing and recreational activities are harmoniously
überbaut. Hinter dem Wohnriegel, der die Straßenfassade aus künstlerisch gestalte- mingled. On the courtyard face of the dwell-
Straße flankiert, erheben sich die Büroräume tem, bedrucktem Glas sitzen. Jeder dieser ings are small balconies with glazed balus-
so aus dem Boden, dass es scheint, sie nutzbaren Zwischenräume hat stellenweise trades which also help to draw the verdant
hätten sich aus eigener Kraft mitsamt Vege- einen zweigeschossigen Luftraum, der für surroundings into the living spaces. The log-
tation aus dem Boden gestemmt. Zwischen mehr Licht und Großzügigkeit sorgt. Groß- gias on the noisy street face form buffer zones
diesen grünen Bändern ergeben sich zahl- zügig und hell sind auch alle notwendigen that are screened off by etched glass and that
reiche Zwischenräume, die als Höfe nutzbar Erschließungsbereiche, die – wie die Grün- extend in part over two storeys, thereby creat-
sind und für ausreichend Tageslicht sorgen. und Hofflächen – zu kommunikativen Zonen ing a generous sense of light and space. Like
Auch die Gründächer sind allesamt begeh- werden können. Selbst die Tiefgarage wur- the landscaped areas and courtyards, the
und bespielbar. Die Grenzen zwischen de von einer Künstlerin farbig gestaltet und bright, amply dimensioned access zones also
Urbanität und Natur verwischen, Wohnen, fügt sich in die neue Stadtlandschaft ein. function as places of communication.
∂ 2002 ¥ 7/8 Wohn- und Bürohaus in Wien 2

1 Foyer 4 Büro 7 Balkon 1 Foyer 4 Office 7 Balcony


2 Tiefgarage 5 Innenhof 8 Wohnung 2 Basement garage 5 Courtyard 8 Dwelling
3 Keller 6 Gründach 9 Loggia 3 Basement 6 Planted roof 9 Loggia

aa bb

6
7 8 9
b b
5
B 4
a 5 a
A
6

4
3 Wohn- und Bürohaus in Wien 2002 ¥ 7/8 ∂

Details
4

A
∂ 2002 ¥ 7/8 Wohn- und Bürohaus in Wien 4

Schnitt Maßstab 1:20

1 Aufbau Umkehrdach:
Vegetationsschicht 100 mm
7 Filtervlies
Drainschicht 100 mm
Filtervlies
Extrudiertes Polystyrol 160 mm
Wurzelschutz
Abdichtung Bitumenbahn
Gefällebeton 40–150 mm
Stahlbeton 250 mm
2 Dehnfuge
3 Geländer VSG 16 mm, eingespannt
4 Kastenrinne Titanzinkblech mit
8 Unterkonstruktion Holz
5 Stehfalzdeckung Titanzink,
Dichtungsband in den Falzen
Trennlage
Schalung 24 mm
Sparren 50/280 mm, dazwischen
Hinterlüftung 80 mm
Wärmedämmung Mineralfaserfilz 120 mm
Wärmedämmung Mineralfaserfilz 100 mm
Dampfsperre
Stahlbeton, Unterseite gespachtelt 250 mm
6 Loggienverschattung,
kunststoffbeschichtet
7 Verglasung VSG 12 mm aus 2≈ 6 mm Float
8 Kunstharzputz 5 mm
Wärmedämmung extrudiertes Polystyrol 120 mm
Stahlbeton, Innenseite gespachtelt 180 mm
9 Leuchtstoffröhre
9 10 Schiebefenster Aluminiumprofil mit ESG 6 mm
11 Festverglasung ESG 6 mm, bedruckt

Section scale 1:20

10 1 inverted roof construction:


100 mm topsoil layer
filter mat
100 mm drainage layer
filter mat
160 mm extruded polystyrene insulation
root-resistant layer
bituminous sealing layer
11 40–150 mm concrete finished to falls
250 mm reinforced concrete slab
2 expansion joint
3 16 mm lam. safety glass balustrade rigidly fixed
4 box gutter: sheet titanium-zinc lining on
wood supporting structure
5 roof construction:
titanium-zinc sheeting with sealing strips
in standing seams
separating layer
24 mm boarding
50/280 mm rafters with 80 mm ventilated cavity
120 + 100 mm mineral-fibre felt thermal insulation
vapour barrier
250 mm reinforced concrete slab with
smoothed soffit
6 plastic-coated fabric sunshading over loggia
7 12 mm lam. safety glass: 2≈ 6 mm float glass
8 wall construction:
5 mm synthetic-resin rendering
120 mm extruded polystyrene thermal insulation
180 mm reinforced concrete with smoothed
inner face
9 fluorescent tube
10 aluminium sliding window with
6 mm toughened glass
11 fixed glazing: 6 mm printed toughened glass
5 Wohn- und Bürohaus in Wien 2002 ¥ 7/8 ∂

B Schnitt Hoffassade
Maßstab 1:20

Section through courtyard facade


scale 1:20

1 Kippflügel Aluminium mit


Isolierverglasung
2 Gussasphalt 20 mm
Beton 230 mm
Filtervlies
Wärmedämmung Hartschaumplatten 50 mm
Abdichtung Bitumenbahn
Gefällebeton 50-220 mm,
Stahlbeton 400 mm
Wärmedämmung,
Mehrschichtleichtbauplatte 50 mm
3 Geländer VSG 16 mm aus 2≈ 8 mm Float,
eingespannt

1 alum. bottom-hung casement with double glazing


2 20 mm mastic asphalt
230 mm layer of concrete
filter mat
50 mm rigid-foam thermal insulation
bituminous sealing layer
50–220 mm concrete bed finished to falls
400 mm reinforced concrete slab
50 mm laminated lightweight building slab
as thermal insulation
3 16 mm lam. safety glass balustrade rigidly fixed:
2≈ 8 mm float glass

2
1 © Institut für internationale Architektur-Dokumentation GmbH & Co. KG 2002 ¥ 7/8 ∂

Hofüberdachung in Wien

Covered Courtyard in Vienna

Architekten:
Christian Jabornegg, András Pálffy, Wien
Mitarbeiter:
Joachim Pyka, Bettina-Barbara
Randelzhofer, Heinz Priebernig
Tragwerksplaner:
Karlheinz Wagner, Wien

Von außen ist der Eingriff in das Gründer- Photo: Werner Kaligofsky, Wien
zeitgebäude der ehemaligen Rothschild-
Bank kaum zu erkennen. Doch im Inneren Schnitte
setzen sich die neuen Gebäudeteile in Aufsicht
Grundrisse
Materialwahl und Formensprache deutlich Maßstab 1:500
gegen den Altbau ab. Alle neuen Einbauten
Sections
bestehen aus möglichst roh belassenen Plan of roof
Baustoffen. Innenfassaden und Wände sind Floor plans
überwiegend aus Glas oder Beton, Böden scale 1:500
aus Monolithestrich. Von der alten Bausub- 9
stanz blieben die beiden parallelen Haupt-
trakte an der Straße und am Garten bis
jeweils zur Gebäudemitte erhalten. Alle Ein-
bauten des Innenhofes und die Treppen-
anlagen wurden dagegen abgerissen, um
Raum zu schaffen für Büroräume und den
überdachten Innenhof, über den die an-
grenzenden Räume belichtet und belüftet
werden. Die Frischluft wird dabei über die 1 Eingang
2 Kassenhalle
Fassadenprofile zugeführt, die Abluft aus 3 Selbstbe-
den Büros zur Wärmerückgewinnung ge- dienung
nutzt. Die neue Erschließung ist in Form ei- 4 Halle
Ausstellung
nes schmalen verglasten Treppenhauses an 5 Konferenz-
einer der den Hof begrenzenden Brandwän- 7 raum
de untergebracht. Der Innenhof ist auf allen 6 Besprechung
7 Büro
Seiten von transparenten Flächen umgeben: 8 Innenhof
Ein Membrandach überspannt den 15 ≈ 18 7 8 7 7 9 Membran-
Meter großen Hof und verleiht ihm eine sehr dach
lichte Atmosphäre. Neben den vier gläser- 7 1 Entrance
nen Fassaden ist auch die Decke des Ver- 2 Main
banking hall
anstaltungsraumes, die den Boden des Ho-
3 Self-service
fes bildet, aus Glas, das bei Bedarf mittels area
LCD-Flächen undurchsichtig geschaltet 4 Hall/
Exhibitions
werden kann. Das Tragwerk des Daches
5 Conference
konnte trotz asymmetrischer Belastung room
durch Schnee und Wind filigran ausgeführt b 6 Discussion
room
werden. Die Schub- und Drucklasten der
7 Office space
sechs schlanken Stahlbögen werden dabei 1 8 Courtyard
auf zwei horizontale und zwei vertikale 9 Membrane
roof
Fachwerke übertragen. Schräge zug- und
druckfeste Stäbe verbinden das gesamte
3
System mit horizontal gespannten Seilen 6
und stabilisieren es. Die Dachmembranen a a
5 4 1
bestehen aus 0,2 mm starken Polyethylen-
Tetraflourethylen-Folien mit einer Licht- 2
durchlässigkeit von 95% und einem min.
U-Wert von 0,2 W/m2K. Sie bilden fünf 6
luftgefüllte Kissen, die im Gegensatz zu
Glas relativ leicht und unempfindlich
gegenüber Verformungen sind.
b
∂ 2002 ¥ 7/8 Hofüberdachung in Wien 2

aa

9
The new elements in this bank development
are most clearly evident internally, where they
are contrasted formally and in the use of ma-
terials with those of the existing buildings. The
staircases and all structures in the courtyard
were removed to create new offices and to
facilitate the lighting and ventilation of the
adjoining rooms via a large atrium. A new
staircase was inserted next to one of the fire
bb
walls at the side of the courtyard.
Enclosed on all four sides by transparent,
glazed surfaces, this 15 ≈ 18 m central space
is covered by a translucent membrane roof
7
that lends it a quality of radiance. The floor of
the atrium, which forms the ceiling over a
multi-functional space on the level below, is
7 8 7 7 also constructed of glass elements. These
7
can be rendered opaque by means of LCD
technology. In spite of asymmetrical snow
and wind loading, it was possible to execute
the roof structure in a spare, minimally dimen-
sioned form. The shearing and compression
loads from the six slender steel arches are
transmitted to two horizontal and two vertical
trusses. The system is stabilized by diagonal
b
tension and compression rods connected to
horizontal cables.
1
The roof membrane consists of 0.2 mm
polytetrafluoroethylene sheeting with a light
transmission of 95 per cent and a U-value of
3 0.2 W/m2K. Unlike glass elements, the five
6
a a pneumatic segments are relatively light, and
5 4 1 also unproblematic if subject to deformation.

b
3 Hofüberdachung in Wien 2002 ¥ 7/8 ∂

Details

Vertikalschnitt
Maßstab 1:20 2

Vertical section
scale 1:20

5 9

6
7 8 10 11

12

13
14

bb

14
15
∂ 2002 ¥ 7/8 Hofüberdachung in Wien 4

1 Membrankissen Gefälleestrich 110 mm 1 0.2 mm air-filled poly- 7 2≈ 75/150 mm steel


Polyethylen-Tetraflour- Stahlbeton 200 mm tetrafluoroethylene mem- RHSs
ethylen-Folien 0,2 mm, 7 Stahlrohr 2≈ 150/75 mm brane (U-value: 8 horizontal trussed girder:
luftgefüllt 8 Fachwerkträger 0.2 W/m2K) Å-beam 160 mm deep
U-Wert min. 0,2 W/m2K, horizontal HEA 160 2 50/120 mm steel flat 9 Ø 42 mm steel tube
2 Bogenträger 9 Stahlrohr Ø 42 mm arched girder 10 Ø 10 mm steel cable
Flachstahl 10 Stahlseil Ø 10 mm 3 60/100 mm steel flat 11 Ø 22 mm steel cable
¡ 50/120 mm 11 Stahlseil Ø 22 mm arched girder 12 steel trussed girder: 2≈
3 Bogenträger Flachstahl 12 Fachwerkträger 4 clamping strip: Å-beams160 mm deep;
¡ 60/100 mm 2≈ HEA 160 sheet-steel covering; 80/80 mm steel SHSs
4 Klemmprofil Stahlrohr | 80/80 mm 12 mm glass-fibre plastic; 13 70 mm screed
Stahlblechabdeckung 13 Estrich 70 mm 10 mm polyoxymethylene two-layer sheet seal
GFK-Platte 12 mm, Kunststoffbahn 5 restraining member: polythene separating
POM-Platte 10 mm zweilagig 10 mm welded sheet layer
5 Widerlager geschweißte Trennlage PE-Folie steel 250 mm thermal
Stahlbleche 10 mm Wärmedämmung 6 gravel bed (Ø 50 mm) insulation
6 Kies Ø 50 mm 250 mm, PE-Folie 50 mm thermal insulation polythene sheeting
Wärmedämmung Stahlbeton 150 mm plastic sealing layer 150 mm reinf. concrete
50 mm 14 Stahlrohr ¡ 160/80 mm 110 mm screed to falls 14 80/160 mm steel RHS
Kunststoffdichtung 200 mm reinf. concrete
1 © Institut für internationale Architektur-Dokumentation GmbH & Co. KG 2002 ¥ 7/8 ∂

Bestattungsinstitut in León

Funeral Home in León

Architekten:
BAAS, Barcelona
Jordi Badia, Josep Val
Mitarbeiter:
Elena Valls, Tirma Balagué, Albert Cibiach,
Luis Victori, Marcos Catalán
Tragwerksplaner:
Taller de Ingeniería

Aus der Perspektive der umliegenden Der Besucher betritt das Gebäude entweder eindringende diffuse Tageslicht verleiht ihm
Wohngebäude am Stadtrand von León tritt über eine breite Rampe, die sich langsam in einen sehr meditativen Charakter und lässt
das Bestattungsinstitut nicht so sehr als den Boden gräbt oder er taucht in die Licht- den Besucher spüren, dass der Baukörper
Baukörper, sondern vielmehr als eine exakt kanone ein, die ihn über eine Treppe direkt im Boden vergraben ist. Im Kontrast zu
definierte städtische Fläche in Erscheinung. in die Haupthalle bringt. Dieser Vorraum den tragenden Strukturen aus Stahlbeton
Unter einem großen rechteckigen Wasser- wird über eine breites Fensterband belich- bestehen die Verkleidungen der Böden und
becken verschwindet das gesamte Gebäu- tet, das allerdings von außen nicht sichtbar Wände aus Iroko-Holz, das den Räumen
devolumen in der Erde. So wird das Dach ist, da es sich einer begrünten Böschung eine warme Atmosphäre gibt.
zur einzigen sichtbaren Fassade. Ein mög- zuwendet. Markante Elemente dieser Halle Den Trauergästen wird jeglicher Ausblick
licher Hinweis auf die darunter liegende sind die V-förmigen Stahlbetonstützen, die aus dem Gebäudeinneren auf die städti-
Nutzung sind die aus dem Becken ausge- die sichtlich großen Lasten des wasser- sche Umgebung verwehrt. Innenhöfe und
stanzten Innenhöfe, die die Aufbahrungs- gefüllten Daches in den Boden abtragen. Oberlichter gewähren lediglich den Blick
räume mit Tageslicht versorgen und die Die daneben liegende Kapelle ist ein gänz- auf den Himmel oder das Grün der Rasen-
expressiven »Lichtkanonen«, die sich der lich umschlossener, puristischer Raum mit fläche, sodass die introvertierte besinnliche
Sonne entgegen strecken, um Licht in den kargen Sichtbetonflächen und schlichten Stimmung des Gebäudes durch nichts
Gebetsraum zu lenken. Steinbänken. Das über die Lichtkanonen gestört werden kann.

Photo: Eugeni Pons, Lloret

Viewed from the surrounding housing devel- There are two lines of access to the funeral stone benches. The diffuse daylight that en-
opments, this funeral home on the periphery facilities: one is via a broad ramp that de- ters via the light cannon lends the chapel a
of León in Spain manifests itself not so much scends slowly into the ground; the other is via meditative character and evokes in visitors
as a built structure, but as a precisely defined a staircase in one of the light cannon through the feeling that the building is really sunk into
urban surface. The entire volume of the build- which visitors are directed to the main hall. the ground.
ing is buried in the ground beneath a large The hall itself receives daylight via a broad The floor and wall finishings in iroko are con-
rectangular pool of water. The roof, therefore, strip of windows that face on to a planted em- trasted with the reinforced concrete load-
is the only visible face of the complex. Clues bankment and which are, therefore, not visible bearing structure and lend the internal spaces
to the function accommodated below ground from the outside. a warmer note. Within the funeral complex,
level are provided by the expressive “light Perhaps the most striking elements of the hall mourners have no views out to the urban sur-
cannon” and the courtyards cut out of the are the V-shaped reinforced concrete col- roundings. The only glimpses of the outside
pool of water. The former seem to reach up umns that transmit the visibly heavy loads world are those of the sky and green grassed
towards the sky and serve to draw daylight from the water-filled roof to the ground. Situ- areas afforded by the internal courtyards and
into the chapel. The courtyards allow light to ated next to the hall, the chapel for prayer is a the top lights. This ensures that the intro-
penetrate to the lower level and illuminate the puristic space enclosed by austere exposed verted, contemplative mood of the building is
adjoining laying-out rooms. concrete surfaces and furnished with simple not impaired in any way.
∂ 2002 ¥ 7/8 Bestattungsinstitut in León 2

Lageplan Site plan


Maßstab 1:7500 scale 1:7500
Schnitte Sections
Grundriss Floor plan
Maßstab 1:500 scale 1:500

1 Kapelle 8 Totenwache 1 Chapel 8 Death vigil


2 Eingang 9 Aufbahrung 2 Entrance 9 Laying-out room
3 Empfang 10 Technik 3 Reception 10 Services space
4 Haupthalle 11 Aussegnungshalle 4 Main hall 11 Hall for final blessing
5 Versammlungsraum 12 Ausstellung Särge 5 Assembly room 12 Coffin display
6 Büro 13 Zufahrt zur 6 Office 13 Ramp to
7 Innenhof Stellplatzebene 7 Courtyard parking level

6
13
12 11

10

9
6 6 6

b d c
7 8 7

5 3 b

2 4
1

a c

aa

bb
3 Bestattungsinstitut in León 2002 ¥ 7/8 ∂

Details

Vertikalschnitt 1 1
Maßstab 1:20 2 2

Vertical section
scale 1:20

1 1
2 2

3 3

4 4 5 5

6 6

7 7
3 3
3 3

4 4 5 5 14 14 3 3

15 15 17 17
6 6

7 7 16 16 18 18
3 3

14 14 3 3

15 15 17 17

16 16 18 18

8 8

9 9 5 5
8 8

10 10
3 3
4 4
19 19
9 9 5 5

3 2 3 2
13 10 13 10
12 11 12 3 11 3
4 4
19 19

3 2 3 2
13 13
12 11 12 11
cc
∂ 2002 ¥ 7/8 Bestattungsinstitut in León 4

1
2 3

20

1
2

21

1 Stahlbeton- 10 Lüftungsgitter 1 precast concrete 10 ventilation grille


Fertigteil 11 Dichtungsbahn element 11 sealing layer
2 Wasser 200 mm 12 Stahlrost verzinkt 2 200 mm water 12 galvanized steel grating
Kies Ø 10 mm 13 Lüftungsrohr bed of gravel 13 ventilation duct
PVC-Folie 14 Stahlprofil (Ø 10 mm) 14 260/120 mm steel
Mörtel 30 mm ∑ 260/120 mm PVC sheeting angle
Gasbeton 320 mm 15 Stahlrohr 30 mm mortar bed 15 60/180 mm steel RHS
Stahlbeton ¡ 180/60 mm 320 mm aerated 16 acoustic soffit
400 mm 16 Akustikdecke concrete 17 steel Å-beam 120 mm
3 Aluminiumblech 17 Stahlprofil HEB 120 400 mm reinf. conc. deep
lackiert 2 mm 18 Stahlprofil 3 2 mm sheet 18 50/20 mm steel
4 Wärmedämmung fi 50/20 mm aluminium, painted channel
50 mm 19 Holzdielen 20 mm 4 50 mm thermal 19 20 mm wood floor
5 Stahlblech 4 mm Estrich 100 mm insulation boarding
6 Stahlprofil zwischen Lattung 5 4 mm sheet steel 100 mm screed
fi 20/40 mm Keramikplatte 35 mm 6 20/40 mm steel between battens
7 Scheinwerfer 20 Stahlrohr mit Glas- channel 35 mm ceramic slab
8 Stahlblech auflager, dreiseitig, 7 spotlight 20 100/160 mm steel RHS
gestrichen 10 mm ¡ 160/100 mm 8 10 mm steel plate, glass bearer around
9 Stahlrohr 21 Stahlrohr painted three sides of opening
| 40/40 mm ¡ 100/30 mm 9 40/40 mm steel SHS 21 100/30 mm steel RHS

dd
1 © Institut für internationale Architektur-Dokumentation GmbH & Co. KG 2002 ¥ 7/8 ∂

Museum in Santillana del Mar

Architekt:
Juan Navarro Baldeweg, Madrid
Mitarbeiter:
Andrea Lupberger, Alvaro Galmès Cerezo,
Jaime Bretón Lesmes, Daniel Delbrück, 1
Andrea Kaiser, Andrés Jaque Ovejero,
Miguel Bernardini Asenjo, Marcello Maugeri,
Sibylle Streck
Tragwerksplaner: 2
MC-2, Julio Martínez Calzón, Madrid
Haustechnik:
ARGU Ingeniería y Servicios, S. L., Madrid

Die farbigen steinzeitlichen Höhlenmalerei-


en von Altamira nahe dem nordspanischen
Santillana del Mar drohten dem Ansturm von
jährlich 175 000 Besuchern zum Opfer zu
fallen. Daher wurde die Höhle 1978, knapp
hundert Jahre nach ihrer Entdeckung, für
Besucher weitest gehend geschlossen.
Eine Replik der Zeichnungen ist jetzt knapp
300 Meter vom ursprünglichen Standort ent-
fernt im »Museo y Centro de Investigación
Altamira« zu sehen, in dem Teile des Höh-
lenraumes originalgetreu nachgebaut wur-
den und eine Forschungseinrichtung unter-
gebracht ist. Die unterschiedlichen Bereiche
werden durch verschiedene Dachformen
artikuliert. Eine großes, dem Nordhang
folgend geneigtes Gründach bedeckt den
Bereich des Höhlenraumes. Lineare Glas-
bänder versorgen die Forschungs- und Ver-
waltungsräume mit Tageslicht, die an die
Dachkonstruktion, in den Schnürboden über
dieser »Höhle«, eingehängt sind. Dauer-
und Wechselausstellung, Cafeteria und
Mehrzweckraum treppen sich zur anderen
Seite des zentralen Entrées in drei Stufen
mit begrünten Flachdächern die Hangkontur
begleitend hinab; aus den Grasdächern em-
porragende verblechte Nordsheds belichten
die Museumsflächen. Schräg von oben in
die langen Ausstellungsräume einschnei-
Photo: Jan Schabert, München
dende Scheiben diffundieren das einfallen-
de Licht in den Raum.
Um die weitgehend unverbaute Landschaft
nicht zu beeinträchtigen und die Dachkante
der ursprünglichen Geländekontur folgen zu
lassen, mussten gut 50 000 m3 Kalkgestein
gebrochen werden. Dies geschah unter
extremer Minimierung von Erschütterungen,
die die sensible Tektonik der nahe gelege-
nen Höhle gefährdet hätten.
Das Dach über der künstlichen Höhle folgt
nun zwar der ursprünglichen Geländekon-
tur, es ist jedoch zum angeböschten Ge-
lände als kragendes, aus der Landschaft
gestanztes Rechteck klar abgestellt. Das
ausgebrochene Kalkgestein bildet als grob
behauenes Zyklopenmauerwerk zusammen
mit großformatigen Stein- und Glastafeln die
Außenwände des Museums. Die Manipula-
tion des Terrains bleibt sichtbar.
a

10
∂ 2002 ¥ 7/8 Museum in Santillana del Mar 2

Site plan
scale 1:2500

Plan of roof
Floor plans
Exhibition level
Cave level
scale 1:1500

1 Cave aa
2 Museum
3 Entrance
4 Foyer
5 Cafeteria
6 Exhibition space
7 Access to new “cave”
8 “Cave”
9 Library Schnitte
10 Administration Maßstab 1:500
11 Research
Sections
scale 1:500
Lageplan
Maßstab 1:2 500

Dachaufsicht
Grundrisse
Ausstellungsgeschoss
Höhlengeschoss
Maßstab 1:1 500

1 Höhle
2 Museum
3 Eingang bb
4 Foyer
5 Cafeteria
6 Ausstellung
7 Zugang »Höhle«
8 »Höhle«
9 Bibliothek
10 Verwaltung
11 Forschung
a

b
Threatened with destruction through exposure
10
to 175,000 visitors a year, the extensive poly-
chrome cave paintings in Santillana del Mar in
9
northern Spain were closed to the public in 6
1978. Less than 300 metres away, a recon- 11 8
6
struction of the cave has now been opened, 7
together with a palaeolithic museum and a re- 5
3
4
search institute, all housed in a series of flat,
a 6
strip-like buildings stepped down the hillside.
The research institute and administration 3
b
areas, suspended beneath the large, sloping
planted roof over the new cave, are illumi-
nated by linear skylights. On the other side of
the central entrance tract are the exhibition
areas, a cafeteria and a multi-purpose space,
accommodated in three finger-like structures
which are also stepped down the hill. The
north-lights projecting from the flat grassed
roofs of these structures allow daylight to
enter the linear museum spaces, where it is
diffused by raking slabs. To retain the impres- 8
sion of a largely intact landscape and to
ensure that the roof line does not to obtrude
beyond the natural topography, more than
50,000 m3 of limestone had to be removed,
without endangering the sensitive tectonics of
the original cave nearby. The excavated stone
was used to build the rough-hewn cyclopean
outer walls of the museum – in conjunction
with large stone and glass panels. Although
the roof over the new “cave” follows the con-
tours of the site, the rectilinear form of the
structure cut into the hillside is clearly visible.
3 Museum in Santillana del Mar 2002 ¥ 7/8 ∂

Details
2

1 3

1 Dachaufbau Gründach: farbig beschichtet


Substrat 120 mm 5 Dachaufbau Oberlicht:
Schutzlage Sandwichpaneel
Abdichtung, zweilagig Aluminium eloxiert 35 mm
Wärmedämmung 100 mm Unterfütterung
Dampfsperre Wärmedämmung 35 mm
Ausgleichsschicht Dampfsperre
Stahlbeton Stahlbeton
Oberlicht Höhlenbau 2 ESG 12 mm, 6 Stahlprofil fi 50mm
Maßstab 1:10 im Mindestradius gebogen, 7 Aluminiumblech eloxiert,
dauerelastisch verklebt auf gekantet, nach innen gefalzt
Skylight over cave structure 3 Aluminiumrahmen eloxiert 8 VSG 12 mm
scale 1:10 4 Stahlblech 2 mm, in Aluminiumrahmen eloxiert

1 planted roof construction: 5 north-light roof:


120 mm planting layer 35 mm anodized-aluminium
protective layer sandwich panel
two-layer roof seal sealing layer
100 mm thermal insulation 35 mm thermal insulation
vapour barrier vapour barrier
levelling layer reinforced concrete
Oberlicht Ausstellungsraum reinforced concrete 6 50 mm steel channel
Maßstab 1:10 2 12 mm toughened glass bent to 7 anodized sheet aluminium, bent
min. radius, elastically fixed with to shape with welted internal
North-light over adhesive to butt joints
exhibition space 3 anodized-aluminium frame 8 12 mm lam. safety glass in
scale 1:10 4 2 mm sheet steel, colour coated anodized-aluminium frame
∂ 2002 ¥ 7/8 Museum in Santillana del Mar 4

Die Herstellung des Höhlenneubaus 5 mm Raster aufgemessen werden. Recreating the cave
Der Einsatz des gleichen optischen Systems The rough geometry of the cave was trans-
Die grobe Geometrie der Höhle von Altamira zur Erstellung von Farbaufnahmen vermied lated by means of a mechanical theodolite
wurde mittels motorischem Teodolith in Ver- jegliche Parallaxen. and laser-based rangefinding measurements
bindung mit laserbasierter Entfernungsmes- Nachdem die gut 6 Millionen Messpunkte into a digital spatial model, comprising some
sung in ein digitales Raummodell aus auf das Bezugssystem des groben Modells 400,000 points. To ensure the utmost accura-
400 000 Punkten übersetzt. adaptiert waren, konnte der Hohlkörper cy, the 2,600 m2 upper surface of the cave
Trümmer, welche seit dem teilweisen Ein- der Höhle mittels CNC-Gerät aus Polysty- was broken down even further. A 3-D scanner
sturz vor etwa 15 000 Jahren den Eingangs- rolschaumblöcken gefräst werden. based on a system of triangulation was used
bereich weitgehend blockieren und die rea- In dem unbemalten und nicht replizierten for this purpose. The micro-topography had
listische Helligkeit im Höhlenraum zur Zeit Teil der Höhle wurden Oberflächenstruk- to be scanned by a non-contact method: a
seiner Bewohnung verfälschen, wurden aus turen und -körnungen mit Silikon abge- laser beam of uniform wavelength was pro-
dem digitalen Modell entfernt. nommene und dienten als Gussform für jected on to the relevant surface and the re-
Um den Klon zu höchster Abbildungstreue die »Wachshaut«, mit welcher die Höhlen- flected light focused on a CCD. With an x/y
gelangen zu lassen, musste das 28-köpfige elemente beschichtet wurden. resolution of 200 ≈ 200 points, areas of
Team von Tragacanto die 2 600 m2 Höhlen- Von den 76 fertigen Polystyrolteilen der roughly 1 ≈ 1 m per scan were measured in a
oberfläche noch detaillierter auflösen. Ein Höhlendecke wurden Silikonabgüsse 5 mm grid. The use of the same optical sys-
auf dem Prinzip der Triangulationsmessung angefertigt. Auf der Grundlage dieser tem for colour registration avoided any danger
beruhender 3-D-Scanner, die Minolta VI-700 Formen konnte die »guss-steinerne Haut« of parallax. After the more than 6 million
kam zum Einsatz, da ein berührungsfreies der Höhle erstellt werden. measurement points had been transferred to
Abtasten der Feintopographie grundliegen- Die hygroskopische Oberflächenqualität the reference system of the rough model, it
de Bedingung zum zerstörungsfreien der zu 80 % aus Kalksteinmehl bestehen- was possible to cut the hollow form of the
Aufmaß war: Auf die zu vermessende Ober- den glasfaserverstärkten Kunststoffschalen cave from polystyrene rigid-foam blocks with
fläche wird ein Lichtstrahl einheitlicher Wel- entspricht weitgehend der der echten CNC apparatus. The 76 polystyrene elements
lenlänge (Laser) projeziert. Das reflektierte Höhle. Dies ermöglicht der wassergebunde- were used to make silicone casts, from which
Licht wird von mehreren Linsen auf eine nen Eisenoxidfarbe der Deckengemälde ein the “cast-stone skin” of the cave was created.
Photosensorik (Charged Coupled Device) realitätsnahes Eindringen in den Malgrund. The hygroscopic surface quality of the glass-
CCD gebündelt, die Position des Reflektors Die 200 m2 Kratzungen, Kiefernkohlezeich- fibre-reinforced synthetic shells corresponds
zur CCD mittels Dreieckslängenmessung nungen und roten Oxidmalereien wurden closely to that of the original cave. The inci-
berechnet. Die abtastbare Fläche von ca. im Original fotografisch aufgenommen und sions, charcoal drawings and red-oxide paint-
1 ≈ 1 Meter je Scan konnte bei einer x/y mittels Projektion der Diapositive in den ings, covering an area of 200 m2 in the exist-
Auflösung von 200 ≈ 200 Punkten in einem Höhlenneubau positioniert. Ihre Ausführung ing cave, were photographed and projected
erfolgte mit rekonstruiertem Gerät und on to the reconstructed surfaces for copying.
Material.