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aber angenähert nach der Darstellung in Bild 8-27 a ausbreitet. Als Ersatz für die Pressung
kann nach Steinhardt I) eine Druckkraft Fct, angreifend im "Druckmittelpunkt" D im Abstand
etwa h/ 4 von der Konsolunterkante, angenommen werden. Die Schrauben oberhalb von D
haben die Zugkräfte F1 , F2 . • . Fn aufzunehmen, die sich wie ihre Abstände !, , h ... ln von D
verhalten: F, : Fz : ... Fn = I, : /2 : . . . Ln .
Aus der Bedingung ~M ( D ) = 0 folgt
Mb = F · La = F, · I, + Fz · h + ... Fn · ln .
Nach Einsetzen und Umformen ergibt sich bei einer Anzahl z beanspruchter Schrauben
(z = 2, Ft = Fmax in Bild 8-27a) die größte Zugkraft in einer Schraube

(8.48)

Für die am Rand sitzenden, mit Fmax belasteten Schrauben ist nachzuweisen

II Oz
F max
=A:S Ozzul
Biegemoment für die Verbindung; Mb = F · /3 ,
(8.49)

Anzahl der von der größten Zugkraft Fmax beanspruchten Schrauben


Abstände der zugbeanspruchten Schrauben vom Druckmittelpunkt
maßgebender Schraubenquerschnitt
- Kernquerschnitt A 3 nach TB 8-1 im Kranbau und für Al-Konstruktionen
- Spannungs- oder Schaftquerschnit A, oder Asch nach TB 8-1 im Stahlbau
Ozul zulässige Zugspannung in der Schraube
- im Stahlbau (DIN 18800-1) der kleinere der beiden Werte Ozui = Re /(1,1 ·SM )
bezogen auf Asch bzw. Ozui = Rm / (1 ,25 ·SM) bezogen auf A,, mit SM = 1,1 und
Re( Rpo,z) bzw. Rm des Schraubenwerkstoffs (Festigkeitsklasse) nach TB 8-4
- im Kranbau nach TB 3-3 b
- für Aluminiumkonstruktionen (DIN 4113-1) nach TB 3-4b und c
Bei entsprechend steifen Stirnplatten wird der Anschluss am zweckmäßigsten als zugfeste Ver-
bindung mit planmäßig vorgespannten hochfesten Schrauben ausgeführt.
Die gleiche Berechnung kann auch für die Anschlüsse der Winkelstähle nach Bild 8-27b und c
durchgeführt werden. Bei dem Anschluss nach Bild 8-27b wird der Angriffspunkt der Kaft F
sicherheitshalber an der Außenkante des Auflageschenkels angenommen. Durch leichtes Abbie-
gen dieses Schenkels (um ~2 mm) rückt der Angriffspunkt von F näher an die Anschlussebene,
damit werden das Biegemoment Mb und die Schraubenkräfte kleiner (Bild 8-27c). Ähnliche Ver-
hältnisse werden erreicht, wenn der Schenkel vor der Rundung einfach abgeschnitten wird.

8.5 Bewegungsschrauben
Bewegungsschrauben dienen zum Umwandeln von Dreh- in Längsbewegungen oder zum Er-
zeugen großer Kräfte, z. B. bei Leitspindeln von Drehmaschinen, bei Spindeln von Pressen,
Ventilen, Schraubenwinden, Schraubstöcken, Schraubzwingen, Abziehvorrichtungen u. dgl. Als
"Hubschrauben" haben sie jedoch wegen der zunehmenden Anwendung der Pneumatik und
Hydraulik kaum noch Bedeutung.
Als Bewegungsgewinde soll möglichst Trapezgewinde und nur in Ausnahmefällen bei rauem
Betrieb mit stoßartiger Beanspruchung, z. B. bei Kupplungsspindeln von Schienenfahrzeugen,
Rundgewinde verwendet werden. Für nur in eine Richtung hoch beanspruchte Hubspindeln,
z. B. für Hebebühnen, kommt auch Sägengewinde in Frage (s. auch unter 8.1.2-1).
Als Werkstoffe für Spindeln werden insbesondere die Baustähle E295 und E335 verwendet.

I) Bericht in der Zeitschrift "Der Bauingenieur" 1952, Heft 7


8.5 Bewegungsschrauben 237

8.5.1 Entwurf
Bei kurzen druckbeanspruchten Bewegungsschrauben ohne Knickgefahr oder zugbeanspruchten
Bewegungsschrauben ergibt sich der erforderliche Kernquerschnitt des Gewindes

(8.50)

Od(z) zul zulässige Druck-(Zug-)spannung; man setzt bei


vorwiegend ruhender Belastung: od(z)zul = Rc(Rpo.z)/1,5,
Schwellbelastung: od(z)zul = OzdSch / 2,
Wechselbelastung: Oct(z)zu I = ÜzdW /2,
Re bzw. Rpo.2 sowie OzdSch und OzctW aus TB 1-1
Lange, druckbeanspruchte Schrauben oder Spindeln (Bild 8-28), bei denen die Gefahr des Aus-
knickens besteht, werden zweckmäßig gleich auf Knickung berechnet. Aus der Euler-Knickglei-

II
chung ergibt sich der erforderliche Kerndurchmesser des Gewindes

(8.51)

F Druckkraft für die Spindel


S Sicherheit; man wählt zunächst S ;:::; 6 ... 8
lk rechnerische Knicklänge je nach vorliegendem Knickfall; für die Spindeln, Bild 8-28, set-
ze man lk ""0,7 · l, was dem "Euler-Knickfall" 3 entspricht und allgemein bei geführten
Spindeln angenommen werden kann
E Elastizitätsmodul des Spindelwerkstoffes; für Stahl: E = 2,1 · 105 N/mm 2
Gewählt wird die dem e rmittelten Kernquerschnitt A 3 bzw. Kerndurchmesser d 3 nächstliegende
Gewindegröße aus Gewindetabellen, für Trapezgewinde nach TB 8-3.
Die vorgewählte Spindel ist in jedem Fall auf Festigkeit und meist noch auf Knicksicherheit zu
prüfen.

8.5.2 Nachprüfung auf Festigkeit


Bewegungsschrauben werden außer auf Druck oder Zug auch noch auf Verdrehung durch das
aufzunehmende Drehmoment beansprucht. Bei der Festigkeitsprüfung ist zunächst festzustellen,
welche Teile der Schraube oder Spindel welche Beanspruchung aufzunehmen haben , wobei
zweckmäßig folgende Fälle unterschieden werden.
Beanspruchungsfall 1: Die Längskraft F wirkt in der Spindel, vom Muttergewinde aus betrach-
tet, auf der anderen Seite als das eingeleitete Drehmome nt T, z. B. bei der Spindel einer Spin-
delpresse nach Bild 8-28a.
Dabei wird der eine Teil der Spindel, hier der obere, auf Verdrehung, der andere Teil (mit der
Länge l) auf Druck bzw. Knickung (oder auch auf Zug) beansprucht, sofern kein nennenswer-
tes zusätzliches (Reibungs-)Moment, z. B. das Lagerreibungsmoment MRL an der Auflage bei
A, auftritt.
Für den "Verdrehteil" gilt für die Verdrehspannung:

T
lt = Wp ::5 ltzul (8.52)

T Drehmoment für die Spindel nach GI. (8.55)


Wp polares Widerstandsmoment aus Wp ""0.2 · dj, d, Gewinde-Kerndurchmesser aus Gewin-
detabellen, für Trapezgewinde aus TB 8-3
Ttzul zulässige Verdrehspannung; man setzt bei vorwiegend ruhender Belastung: T1 zul = TtF/1,5,
bei Schwellbelastung: Ttzul = TtSch/ 2, bei Wechselbelastung: Ttzul = T1w/2; TtF nach Bild 3-15;
Ttsch und T1w aus TB 1-1 (Umrechnung mit K1 beachten- s. Kapitel3)
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II Bild 8-28 Beanspruchungsfälle bei Bewegungsschrauben mit Verlauf der Längskraft F sowie der Ge-
winde- und Lagerreibungsmomente M o und MRL (meist M o » MRL)·
a) Beanspruchung der Spindel einer Spindelpresse (Falll),
b) Beanspruchung der Spindel eines Absperrschiebers (Fall2)

Für den "Druckteil" ("Zugteil") gilt für die Druck-(Zug-)spannung:

(8.53)

F Druck-(Zug-)kraft für die Spindel


A3 Kernquerschnitt des Gewindes aus Gewindetabellen, für Trapezgewinde aus TB 8-3
Oct(z)zul zulässige Druck-(Zug-)spannung wie zu GI. (8.50)

Bei längeren druckbeanspruchten Spindeln ist dieser Teil unbedingt noch auf Knickung zu prü-
fen, s. unter 8.5.3.
Beanspruchungsfall 2: Die Längskraft F wirkt in der Spindel, vom Muttergewinde aus betrach-
tet, auf der gleichen Seite wie das eingeleitete Drehmoment T, z. B. bei der Spindel eines Ab-
sperrschiebers, nach Bild 8-28b.
Dabei wird der eine Teil der Spindel, hier der obere, auf Verdrehung, der andere Teil (mit der
Länge l) auf Druck, seltener auf Zug, und Verdrehung beansprucht. Für diesen zu prüfenden
Teil der Spindel gilt für die Vergleichsspannung:

(8.54)

vorhandene Druck-(Zug-)spannung in der Spindel nach GI. (8.53)


Anstrengungsverhältnis; man setzt bei gleichem Beanspruchungsfall für Oct(z) und Tt.
z. B. beide (meist) schwellend: a 0 = 1, sonst a 0 = 0,7
vorhandene Verdrehspannung in der Spindel nach GI. (8.52)
zulässige Spannung wie zu GI. (8.50)

Bei längeren druckbeanspruchten Spindeln ist dieser Teil unbedingt noch auf Knickung zu prü-
fen, s. unter 8.5.3.
Das aufzuwendende Drehmoment T entspricht dem Gewindemoment M o nach GI. (8.23), so-
fern keine anderen nennenswerten Reibungsmomente, z. B. das Lagerreibungsmoment MRL an
der Spindelauflage oder in der Spindelführung (bei A in Bild 8-28) zu überwinden sind. Das
8.5 Bewegungsschrauben 239

erforderliche Drehmoment wird damit

IT = F . d2(2 . tan ( qJ ± e') I (8.55)

F Längskraft in der Spindel


d2 Flankendurchmesser des Gewindes aus Gewindetabellen, für Trapezgewinde aus TB 8-3
cp Steigungswinkel des Gewindes aus GI. (8.1); für eingängiges Trapezgewinde ist
cp""' 3o ... 5,SO (Richtwert)
g' Gewinde-Gleitreibungswinkel 1l; man setzt bei Spindel aus Stahl und Führungsmutter
aus Gusseisen, trocken : g' ""' 12o
aus CuZn- und CuSn-Legierungen, trocken: g' ""' 10°
aus vorstehenden Werkstoffen, geschmiert: g' ""' 6°
aus Spezial-Kunststoff, trocken: g'""' 6°
aus Spezial-Kunststoff (s. TB 8-18), geschmiert: g'""' 2,SO
Das + in () gilt bei dem für die Berechnung maßgebenden "Anziehen", das - beim "Lösen"

II
der Spindel.

8.5.3 Nachprüfung auf Knickung


Lange Spindeln sind außer auf Festigkeit auch auf Knicksicherheit zu prüfen . Zunächst ist fest-
zustellen, ob elastische oder unelastische Knickung vorliegt. Dazu ist der Schlankheitsgrad zu
ermitteln. Aus der allgemeinen Gleichung
f... = ~ = rechnerische Knicklänge
i Trägheitsradius
folgt mit

i=ff= 1t·di·4
64·~ · 1t

der Schlankheitsgrad der Spindel

(8.56)

lk rechnerische Knicklänge (s. auch zu GI. (8.51))


d3 Kerndurchmesser des Gewindes aus Gewindetabellen, für Trapezgewinde aus TB 8-3
Es liegt elastische Knickung vor, wenn f... ~ /-..0 = 105 für S235 bzw. "A. ~ 89 für E295 und E335.
In diesem Fall ist die Knickspannung nach Euler

E · n 2 21 · HP (8.57)
OK = - - ;::::: - - -
;.,_2 )._2

Für den unelasfischen Bereich, d. h. für "A. < 105 ist für S235 die Knickspannung nach Tetmajer

I OK = 310 - 1,14. "I (8.58)

Für den Schlankheitsgrad A < 89 wird für E295 und E335

I OK = 335 - 0 62 . "I (8.59)

I) Entsprechende Haftreibungswinkel g;1 sind erfahrungsgemäß 10 bis 40% größer.


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Hinweis: Im unelastischen Bereich, also bei A < /...0 = Jt )E/ octr, gilt allgemein für die Knickspannung
(Gleichung der Johnson-Parabel):

Setzt man darin näherungsweise Octs:::::: Rpo,2 bzw. Re (Quetschgrenze) und Octr:::::: 0,8 · Octs (Pro-
portionalitätsgrenze), dann lässt sich die Knickspannung, in Ergänzung zu den Gin. (8.58) und
(8.59), auch für andere Spindelwerkstoffe als S235 bis E335 bestimmen.
Die Knickspannung muss gegenüber der vorhandenen Spannung eine ausreichende Sicherheit
haben:

OK
S = - - ~ Sert (8.60)
Ovorh

II Ovorh vorhandene Spannung im druckbeanspruchten Spindelteil; für Beanspruchungsfall 1 ist


Ovorh = OJ nach GI. (8.53), für Beanspruchungsfall 2 ist Ovorh = Ov nach GI. (8.54) zu
setzen
S erf erforderliche Sicherheit:
bei elastischer Knickung mit oK nach GI. (8.57) soll sein: S erf :::::: 3 ... 6 mit zunehmen-
dem Schlankheitsgrad A (Amax = 250)
bei unelastischer Knickung mit oK nach GI. (8.58) bzw. (8.59) soll sein: Serf :::::: 4 ... 2 mit
abnehmendem Schlankheitsgrad A

Hinweis: Bei Schlankheitsgrad A< 20 erübrigt sich eine Nachrechnung auf Knickung, es braucht dann
nur auf Festigkeit geprüft werden.

8.5.4 Nachprüfung des Muttergewindes (Führungsgewinde)


Die Länge lt des Muttergewindes einer Bewegungsschraube (Bild 8-28) ist so zu bemessen,
dass die volle Tragkraft der Schraube bzw. Spindel vom Gewinde der Mutter ohne Schädigung
übertragen wird. Dabei ist, im Gegensatz zu Befestigungsschrauben, nicht so sehr die Festig-
keit, sondern vielmehr die Flächenpressung der Gewindeflanken entscheidend. Unter der An-
nahme einer gleichmäßigen Pressung aller Gewindegänge - in Wirklichkeit werden die ersten
tragenden Gänge stärker beansprucht - ist die Flächenpressung p = F/ A ges·
Wird für die Gesamtfläche der tragenden Gewindegänge Ages = n · Ag gesetzt und hierin für
die Fläche eines Ganges Ag = dz · Jt · H 1 und für die Anzahl der Gänge n = /1 / P, dann ergibt
sich für die Flächenpressung des Gewindes

F ·P
P= (8.61)
iJ · d2 ·:rt· H1 $ P zul

F von der Spindelführung aufzunehmende Längskraft


P Gewindeteilung gleich Abstand von Gang zu Gang, bei eingängigem Gewinde gleich
Steigung, bei mehrgängigem Gewinde ist P = Ph / n mit Steigung Ph und Gangzahl n (s. auch
zu GI. (8.1))
11 Länge des Muttergewindes
d2 Flankendurchmesser des Gewindes aus Gewindetabellen, für Trapezgewinde aus TB 8-3
H1 Flankenüberdeckung des Gewindes aus Gewindetabellen, für Trapezgewinde aus TB 8-3
Pzul zulässige Flächenpressung der Gewindeflanken, Richtwerte s. TB 8-18

Durch Umformung der Gleichung kann mit Pzul auch die erforderliche Mutterlänge ! 1 e rmittelt
werden, wobei wegen der ungleichmäßigen Verteilung der Flächenpressung im Gewinde
!1 :::::: 2,5 . d (Gewindedurchmesser) nicht überschreiten soll.
8.6 Berechnungsbeispiele 241

8.5.5 Wirkungsgrad der Bewegungsschrauben, Selbsthemmung


Der Wirkungsgrad ist das Verhältnis von nutzbarer zu aufgewendeter Arbeit: TJ = Wn / W •. Für
eine Spindelumdrehung wird mit Wn = F · Ph und Wa = Fu · d2 · n = F · tan (<p + Q') · d2 · n (s.
unter 8.3.4-1) der Wirkungsgrad bei Umwandlung von Drehbewegung in Längsbewegung
tan<p
(8.62)
TJ ~ tan (<p + Q')
<p, (/ wie zu GI. (8.55)
Bei Umwandlung von Längsbewegung in Drehbewegung, was nur bei nicht selbsthemmendem
Gewinde möglich ist, wird TJ 1 = tan (<p - Q') /tan <p.
Gewinde sind selbsthemmend, wenn Steigungswinkel <p < Reibungswinkel Q', wie bei allen Be-
festigungsgewinden und eingängigen Bewegungsgewinden.
Bei nicht selbsthemmenden Gewinden ist <p > Q1 , wie bei mehrgängigen Bewegungsgewinden.
Für den Grenzfall <p = Q1 wird, wie aus GI. (8.62) folgt, der Wirkungsgrad TJ < 0,5, d. h. bei
selbsthemmenden Schraubgetrieben ist stets TJ < 0,5; umgekehrt ist bei nicht selbsthemmenden
Getrieben TJ > 0,5.
Die Frage, wann Selbsthemmung vorliegt und wann nicht, lässt sich durch folgende " Gedan-
kenbrücke" leicht beantworten:
II
Selbsthemmend - Befestigungsschraube - kleiner Steigungswinkel - Steigungswinkel
kleiner als Reibungswinkel
Nicht selbsthemmend - Drillbohrer - großer Steigungswinkel - Steigungswinkel größer
als Reibungswinkel

8.6 Berechnungsbeispiele

• Beispiel 8.1: Die Schraubenverbindung zwischen einem zweiteiligen H)'draulikkolben 0100 mm aus
E335 und einer Kolben tange 0 30 mm aus C35E ist für einen größten Öldruck Pe = 50 bar zu berech-
nen (Bild 8-29). Der Schubmotor (Zylinder) bat stündlich ca. 90 Arbeitstakte auszuführen. Bei Entlas-
tung durch die Betrieb kraft F8 soll die Dichtungskraft gleich (Rest-)Klemmkraft noch mindestens
FK1 = 15 kN betragen. Vorge eben ist eine unbehandelte Zylinderschraube nach DlN EN ISO 4762, die
bei geöltem Gewinde mit einem Drehmomentschlüssel angezogen wird.

Bild 8-29
Hydraulikzylinder.
Verbindung von Kolben und Kolbenstange
durch eine zentrale Schraube

AUgemeiner Lösuagsblnweis: Es handelt sich hier um eine vorgespannte Befestigungsschraube, al o


ist der Berechnung gang nach den Angaben unter 8.3.9-2 maßgebend. Da von der Schraube eine
Betriebskraft F8 aufzunehmen ist und im Betriebszustand außerdem eine Dichtungskraft gleich
(Rest-)Kiemmkraft FKJ gefordert wird, kommt der "Verscbraubungsfall A" für den Berechnungsgang
in Frage und zwar bei dynamischer {schwellender) Belastung.
242 8 Schraube nverbind ungen

.,.. Lösung: Unter Vernachlässigung der Reibung -und Massenkräfte kann die schwellend wirkende Betriebs-
kraft (Kolbenkraft) Fa = p · A = Druck x beaufschlagte Kolbenfläche berechnet werden. Mit der um
den Stangenquer chnitt kleineren Kolbenfläche A = rr./ 4 (D 2 - J2 )f4 = rr./ 4 (102 - 32 ) cm 2 = 71 5 cm2
und dem Druck p = 50 bar = 500 N/cm2 wird die Betrieb kraft
Fa = 500 Nf cm 2 · 715cm 2 = 35750N = 35 ,7 kN .
Mit den Rechenschritten Al., A2. u w. kann j tzt die systematische Schraubenberechnung durchge-
führt werden:

Al. Die Wahl der geeigneten Fe tigkeitsklasse erfolgt nach folgenden Gesichtspunkten :

Festigkeits- aUgemeine Tragfähig- Bruchdehnung Preisver- Aufgrund der


kla e Anwendung für keit in% in% gleich in% Flächenpressung
geeignet für

8.8

II
normale 100 12 100 alle Baustähle
Bean pruchung

10.9 hohe 140 9 ca. 150 Baustähle


Vorspannkräfte ab E335

12.9 höchst- 168 8 ca. 150 Vergütung -


I bean pruchte tähle I
Verbindungen

Gewählt wird (für Kopfauflage aus E335) eine chaftschraube der Festigkeit kla e 10.9.
Für die dynamisch axiale (zentrische) Betrieb k.raft Fa = 35 ,7 kN und die Fe tigkeit klasse l0.9 wird
nach TB 8-13 zunächst grob vorgewählt (mit Fa bis 40 kN): chaft chraube Ml6.
Für die gewählte Schraube mu wenigstens überschlägig noch geprüft werden, ob die zuläs ige Flä-
chenpre sung unter dem Schraubenkopf nicht über cbritten wird. Nach GI. ( .4) gilt
Fsp/ 0 9 <
p ~-A-- PG·
p

Mit Fsp = 111 kN au TB 8-14 bei liges ~ 0 12 (TB 8-12a für geölte Schrauben), Ap = 1 1 mm2 nach
TB 8-9 oder aus Ap ~ rt/ 4 (tf;. - 4,) ergibt sieb
111000 / 0,9 2
P~ 181 mm2 = 681 Nj mm .
Die Grenzfläcbenpres ung für E335 beträgt nach TB -10 aber nur PG ~ 500 N/mm 2 . Da die Fe tig-
keit kla se 10.9 beibehalten werden soll, muss der Kolbenwerk toff in C45E geändert werden. Bei
der nun zugelassenen Grenzflächenpressung PG = 700 N/mm2 sind Kriechvorgänge unter dem Schrau-
benimpf nicht mehr zu befürchten.

A2. Für di erforderliche Montagevor pannkraft gilt nach GI. (8.29)


FvM = kA[FKI + Fa (l - ct>) + Fz]::; F.p .
Den Anziehfaktor kA erhält man ent prechend dem angegebenen Anziehverfahren (Drehmoment-
schlü sei) aus TB -11: kA = 1 ,6.
Für die Ermittlung des Kraftverhältni e <I> = Fos / Fa = frr/(ö + ö-r) ind zunächst die ela ti ehe
achgiebigkeit der chraube ö und der verspannten Teile &r zu berechnen.
ach GI. (8.7) gilt für die ela tische Nachgiebigkeit der chraube
Ö = ÖK + Ö1 + /h + ÖG + ÖM .
Nach Bild 8-29 wird mit der Senktiefe t = 17.5 mm (TB 8-9) und für eine Einschraubtiefe
lc ~ I ,2 · 16 mm ~ 19 mm (TB -15) eine I = 69 mm - 17 5 mm + 19 mm ~ 70 mm lange Schraube er-
forderlich .
Mit der G windelänge b 1 = 44 mm (TB 8-9), der Länge de chaftelementes / 1 = 70 mm - 44 mm
= 26 mm, der Länge des gewind tragenden Elementes /2 = 69 mm - 17,5 mm - 26 mm = 25 5 mm
und den Quer chnitten A N= rr. · 162 mm 2 / 4 = 201 mm2 und A 3 = 144,1 mm 2 (TB -I) lä t ich die