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ABC – Ausbildung

Unterrichtsmaterial
für Einsatz- und Führungskräfte des mittleren
feuerwehrtechnischen Dienstes

Dosisleistungsmessgerät
FH 40 G-L10 / FH 40 G-10
Datenblatt

BOI H.Peibst Stand: 02/2012


ABC – Ausbildung

1. Allgemein Einführung

Das Dosisleistungsmessgerät FH 40 G-L10 ist das Basis-Standardgerät der


Feuerwehr Halle (Saale).

Das FH 40 G-L 10 dient zum Nachweis, zur quantitativen und qualitativen Erfassung
der Umgebungs-Äquivalentdosisleistung (H*10) sowie zur Lokalisierung von
punktförmigen elektromagnetischen Strahlungsquellen in einem bestimmten Mess-
und Energiebereich. Als Detektor wird ein Proportionaldetektor verwendet, der sich
bei mittleren Dosisleistungen durch einen optimalen Arbeits- und Erfassungsbereich
auszeichnet. Der optimale Messbereich liegt zwischen 100 nSv/h bis 100 mSv/h. Ein
wassergeschütztes, robustes Kunststoffgehäuse ermöglicht den Einsatz in fast allen
Einsatzbereichen. Weiterhin lassen sich über eine Steckverbindung verschiedene
Außensonden anschließen. Das Dosisleistungsmessgerät beinhaltet eine Reihe von
Funktionen (z.B. max. Dosis- und Dosisleistungswert anzeigen und speichern) die
individuell konfiguriert werden können. Das FH 40 G-L10 verfügt über eine
werkseitig eingestellte Dosisleistungs-Warnschwelle (25 µSv/h). Die
Messwertanzeige erfolgt über ein Display (LCD) gleichzeitig analog und digital. Die
Bereichsumschaltung erfolgt überlappend automatisch und wird akustisch angezeigt.
Die Messgenauigkeit beträgt bei optimaler Anwendung und Führung +/- 20%. Über
eine Infrarot-Datenschnittstelle kann das FH 40 G-L10 konfiguriert, vorbereitet und
ausgelesen werden.

Das Dosisleistungsmessgerät FH 40 G-10 ist bau- und typengleich zum FH 40 G L-


10. Auf Grund seines größeren Mess- und Anzeigebereiches (100 nSv/h bis 1000
mSv/h) wird dieses Dosisleistungsmessgerät speziell für messtechnische Aufgaben
im Katastrophenschutz vorgehalten.

2. Ansicht FH 40 GL-10

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3. Einschalten

Kurzes Drücken der Taste 1

4. Display

Grundbetriebsart

5. Schallgeber

Bei der Inbetriebnahme ist der Schallgeber grundsätzlich inaktiv. Dieser schaltet sich
automatisch beim Erreichen einer Warnschwelle ein bzw. kann durch die Betätigung
der Schalgebertaste aktiviert werden. Die Aktivierung wird auf dem Display durch ein
Symbol angezeigt.

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Nach der Aktivierung des Signalgebers ertönen unregelmäßig akustische Impulse.


Diese stellen die Detektion einer Dosisleistung dar. Je höher eine vorhandene
Dosisleistung ist, um so dichter werden die Impulse.

Nach dem Einschalten des FH 40 G-L10 können die Messwerte erheblich


schwanken. Die sich ständig verändernden Werte stellen in der Regel den
natürlichen Nulleffekt dar. Einen konstanten Wert kann das Gerät auf Grund
physikalischer Besonderheiten nicht erfassen. Bei Bedarf kann über die interne
Funktion MEAN ein Mittelwert des Nulleffektes ermittelt werden.

Bei höheren Dosisleistungen gehen die Schwankungen in der Anzeige zurück.

6. Betriebsarten

Es stehen zwei Betriebsarten zur Verfügung:

a) Ratemetermessung (Standardbetriebsart), ist die kontinuierliche Detektion und


Sofort-Anzeige der festgestellten Dosisleistung
b) Zählermessung, innerhalb einer festgelegten Messzeit werden alle Impulse
registriert, aus der Summe die entsprechende Dosisleistung ermittelt und als
ein Wert angezeigt

7. Alarme

Das FH 40 G-L10 verfügt über einen Dosisleistungs- und einen Dosisalarm. Der
interne Dosisleistungsalarm bezieht sich auf das Basisgerät oder auf
angeschlossene Außensonden. Der Dosisalarm bezieht sich grundsätzlich auf das
Basisgerät.

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7.1. Alarmtöne und deren Anzeige

Dosisleistungsalarm Basisgerät Dosisleistungsalarm Außensonde

Dauerton Dauerton
Symbol Schallgeber blinkend Symbol Schallgeber blinkend

Dosisalarm

4 kurze Töne (wiederholend)


Symbol Schallgeber blinkend

Die Quittierung des Alarms erfolgt mit der Schallgebertaste. Der Alarm wird nach
einem zeitlichen Intervall solange wiederholt, bis die Dosisleistung unterhalb der
eingestellten Alarmschwelle liegt bzw. die registrierte Dosis zurückgestellt wird.

Basiseinstellung Warnschwellen Feuerwehr Halle:

Dosisleistung: 1µS/h

Dosis: 250 mSv

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8. Datenspeicher

Automatische Speicherung der Messwerte der Dosisleitung

Die automatische Speicherung von Dosisleistungsmesswerten muss über die PC –


Schnittstelle aktiviert werden. Nach der Aktivierung laufen im Hintergrund
regelmäßige Zählermessungen, deren Ergebnisse als Dosisleistungswert
gespeichert werden. Max. Speicherkapazität: 256 Messwerte. Nach dem Erreichen
der max. Speicherkapazität werden die ersten gespeicherten Messwerte ohne
Hinweis wieder überschrieben.

Wenn die automatische Speicherung aktiviert ist, kann eine manuelle Speicherung
nicht vorgenommen werden.

Manuelle Speicherung der Messwerte der Dosisleistung

Die manuelle Speicherung erfolgt über die Funktionsauswahltaste:

a. Mit der Funktionstaste die Funktion STORE auswählen.

b. Mit der Taste Beleuchtung oder Schallgeber Messwert speichern.

8.1. Maximalwert Dosisleistung

Unabhängig von den gewählten Speichervarianten wird der maximale


Dosisleistungswert ab der Inbetriebnahme des Basisgerätes registriert und
gespeichert.

Mit der Funktionstaste die Funktion MAX auswählen.


- Der max. Dosisleistungswert wird angezeigt.
- Nach 10 s schaltet das Gerät in den Grundmodus zurück.
- Das Rücksetzen des Maximalwertes ist möglich, jedoch gesperrt.

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9. Funktionen und Konfiguration

Das FH 40 G-L10 verfügt über 25 interne Funktionen und Anwendungen.


Nachfolgend wird die spezifische Konfiguration des Gerätes dargelegt:

Funktion Beschreibung Aktivierung

ALARM Anzeige der Alarmschwelle für den Dosisleistungsalarm aktiviert

ALDOS Anzeige der Alarmschwelle für den Dosisalarm aktiviert

DOSE Anzeige der akkumulierten Dosis seit der letzten Zurücksetzung aktiviert

MAX Anzeige Maximalwert der Dosisleistung aktiviert

MEAN Anzeige Mittelwert der Dosisleistung gesperrt

MEM Anzeige der gespeicherten Messwerte, blättern mit Pfeiltasten gesperrt

TIME Anzeige Uhrzeit bzw. der verstrichenen Zeit seit dem Einschalten gesperrt

DATE Anzeige des eingestelltem Datums gesperrt

DOSCLR Rücksetzen des Dosiswertes gesperrt

MAXCLR Rücksetzen des Maximalwertes gesperrt

MEANCLR Rücksetzen des Messdatenspeichers gesperrt

PRCNT Einstellung Impulszahl für die Zählermessung (mind. 400 Impulse) gesperrt

SETAL Einstellung der Alarmschwelle für den akustischen gesperrt


Dosisleistungsalarm
SETDO Einstellung der Alarmschwelle für den akustischen Dosisalarm gesperrt

TIMSET Einstellung der Messzeit für die Zählermessung gesperrt

START Start Zählermessung, Start und Ende mit den Pfeiltasten gesperrt

STORE Speichern von Messwerten in den internen Datenspeicher aktiviert

CAL672 Start Kalibrierung der NBR-Sonde (nur bei NBR Sonde verfügbar) gesperrt

SETAB Setzten der a- und ß-Schwelle gesperrt

SEND Zyklus für selbständige Datenausgabe gesperrt

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10. Inbetriebnahme

Nach erfolgter Anweisung durch den Einsatz- oder Abschnittsleiter, oder bei
Verdacht auf eine erhöhte Dosisleistung, ist das FH 40 G-L10 betriebsbereit zu
schalten.

a. Einschalttaste betätigen

b. Display beobachten, Batteriespannung kontrollieren, Betriebsmodus abwarten

Bei einer Spannung unter 2.5 V Batterien auswechseln

c. Dosisleistungswarnschwelle kontrollieren

Auswahl der Funktion ALARM mit der Funktionstaste

d. Messaufgaben durchführen

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11. Einsatzgrundsätze

Temperaturbereich:

Das FH 40 G-L10 hat einen allgemeinen Temperaturbereich von -20 °C bis 50 °C.
Außerhalb dieses Bereiches kann es zu erheblichen Messfehlern kommen.

Messbereich:

Der optimale Messbereich des FH 40 G-L10 liegt zwischen 100 nSv/h – 100 mSv/h.
Außerhalb dieses Messbereiches kann es zu erheblichen Messfehlern kommen.
Unter 500 nSv/h NBR Außensonde verwenden. Ab 100 mSv/h Teleskopsonde
verwenden.

Gebrauchslage:

Das FH 40 G-L10 ist waagerecht in Richtung der vermutlichen Strahlungsquelle zu


führen, um ein optimales Messergebnis zu erhalten. Bei Abweichungen erhöht sich
die Fehlerrate beträchtlich.

Messträgheit

Das FH 40 G-L10 verfügt über einen Proportionaldetektor. Dieser zeichnet sich durch
ein schnelles Reaktionsvermögen aus. Grundsätzlich ist der Messvorgang jedoch
langsam durchzuführen und das Display stets zu beobachten.

Kontamination

Grundsätzlich ist eine Kontamination des Gerätes zu vermeiden. Bei Verdacht auf
offene rad. Stoffe ist ein Kontaminationsschutz (mitgelieferte Folientasche oder
alternative Möglichkeiten) anzuwenden. Das Gerät ist dekontaminationsfähig.

Einsatzende

Nach Beendigung des Messauftrages das Gerät nicht ausschalten. Nach erfolgtem
Kontaminationsnachweis das Gerät eingeschaltet zur Auswertung übergeben.

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