You are on page 1of 3

Polizei-Gewerkschaft alarmiert Messerattacken immer

häufiger Grund für Dienstwaffen-Gebrauch in NRW


welt.de/politik/deutschland/article181228744/Polizei-Gewerkschaft-alarmiert-Messerattacken-immer-haeufiger-Grund-
fuer-Dienstwaffen-Gebrauch-in-NRW.html

Deutschland
Stand: 09:49 Uhr | Lesedauer: 2 Minuten

1/3
„Früher war das eher die Ausnahme – heute tragen viele ein Messer bei sich. Und wenn
jemand damit bedroht wird, besteht eine lebensbedrohliche Gefahr“, sagt die Gewerkschaft
der Polizei in NRW

Quelle: dpa

Mit ihren Dienstwaffen haben Polizisten im vergangenen Jahr in NRW mehr Menschen
erschossen und verletzt als in den Jahren davor. Die Gewerkschaft der Polizei sieht auch
häufigere Messerattacken als Ursache dafür.

Polizisten der nordrhein-westfälischen Landespolizei haben bei ihren Einsätzen im


vergangenen Jahr fünf Menschen erschossen. 17 Menschen wurden durch polizeilichen
Schusswaffengebrauch verletzt, wie das NRW-Innenministerium. Dies ergab eine Anfrage
der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Dies ist ein leichter Anstieg bei den Todesfällen.

2/3
Zum Vergleich: Im Jahr 2015 und 2016 verzeichnete das Ministerium jeweils drei Tote und
sieben Verletzte. In den Jahren davor bis 2007 lag die Toten- und Verletztenzahl noch
niedriger. Gründe für den Anstieg im vergangenen Jahr nannte die Behörde nicht. Jeder
Fall sei sehr individuell, sagte eine Sprecherin.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in NRW sieht als einen Hauptgrund immer häufigere
Messerattacken auf Polizisten. „Es gibt immer mehr Messerattacken bei Konflikten.
Entweder wird mit dem Messer bedroht oder es wird direkt eingesetzt“, sagt Michael
Mertens, GdP-Landesvorsitzender. Da solche Attacken lebensbedrohlich sein können,
würde in solchen Situationen der Einsatz von Elektroimpulsgeräten nichts bringen. Wie
viele Messerattacken es in den vergangenen Jahren gegen Polizisten gab, ist allerdings
nicht bekannt. In der Kriminalstatistik werden solche Taten nicht separat erfasst. Das soll
sich laut Innenministerium ab dem nächsten Jahr ändern.

Nur Schussabgabe bei „lebensbedrohlicher Gefahr“


2017 gab es laut Ministerium insgesamt 1484 Fälle, in denen Polizisten Schusswaffen
einsetzten. In den meisten Fällen erschossen die Beamten schwer verletzte Tiere etwa
nach Verkehrsunfällen, um sie von ihrem Leid zu erlösen.

Das Polizeigesetz regelt, wann Polizisten schießen dürfen. Uwe Thieme, Leitender
Ableitungsleiter beim Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten
der Polizei (LAFP) in NRW erklärt, dass Polizisten entweder aus Notwehr oder aus Nothilfe
schießen. „Polizisten dürfen nur schießen, wenn eine lebensbedrohliche Gefahr besteht“,
sagt Thieme.

Lesen Sie auch

Polizisten erlernen den Schusswaffengebrauch in ihrem Studium, sie müssen bis zu ihrer
Pensionierung dann jährlich unter Beweis stellen, dass sie mit der Schusswaffe umgehen
können. Thieme bestätigt, dass Messerattacken auf Polizisten zugenommen haben:
Menschen trügen häufiger ein Messer bei sich. „Früher war das eher die Ausnahme –
heute tragen viele ein Messer bei sich. Und wenn jemand damit bedroht wird, besteht eine
lebensbedrohliche Gefahr.“

Lesen Sie alles Wichtige rund um Politik – im täglichen Newsletter der WELT.

3/3