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TRADUCCION BRIAN

Nachdem ich mein Studium der Philosophie während meines Aufenthaltes in Peru
erfolgreich abgeschlossen habe, führt mich mein humanistisches Interesse nun dazu, mich
einer neuen Herausforderung zu stellen, nämlich den Studiengang in Psychologie
aufzunehmen. Dies bedeutet für mich, eine neue Welt zu erforschen, denn trotz vieler
Gemeinsamkeiten mit der Philosophie, können die beiden Studiengebiete einander nicht
gleichgestellt werden. Das Forschungsgebiet Psychologie beschäftigt sich meiner Meinung
nach mit dem Individuum, wie wir ihm auf der Straβe begegnen, dem gewöhnlichen
Alltagsmenschen, mit dem wir Freundschaft schlieβen, der aber gleichzeitig eine tiefe
Innerlichkeit hat, die es zu kennen gilt. Von der psychotherapeutischen Praxis bis zur
Feldarbeit bleibt der Schwerpunkt der Forschung derselbe: der Mensch.

Eine Studie dieser Größenordnung könnte sicherlich auch in einem Land durchgeführt
werden, aus dem ich herkomme. Doch die Ausbildung, die ich in einem Land wie
Deutschland erhalten würde, das die Wiege des ersten psychologischen Labors in der
zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts unter der Leitung von Wundt war, macht mir
dieses Land zum Zielort meines Studiums, um die beste Ausbildung in diesem
Studienbereich zu erhalten. Allerdings kommen dazu noch drei weitere Gründe, die
meinem Wunsch, Psychologie zu studiren, zugrunde liegen.

An erster Stelle liegt meine Berufung. Dieses Wort bedeutet einen Anruf, eine Neigung,
etwas zu tun, was mich begeistert; etwas, das ich mein ganzes Leben lang tun könnte und
zwar der einfachen und gleichzeitig grandiosen Zufriedenheit wegen, die es mit sich bringt.
Und das ist genau das, was Psychologie für mich bedeutet. Es ist eine Wissenschaft, die, wie
ich schon sagte, den einfachen, konkreten Menschen zum Objekt hat, den Menschen mit
seinen Illusionen, Wünschen und Schwächen, die ich erfassen und über die ich nachdenken
möchte, um dort nach Lösungen zu suchen, wo eine dieser Schwächen sich zu einem
negativen Faktor im Leben des Menschen entwickelt.

An zweiter Stelle ist es unbestreitbar, dass einige Länder ihre intellektuellen Ressourcen gut
nutzen konnten, und das ist bei Deutschland der Fall. Viele prominente Persönlichkeiten in
der Geschichte der Psychologie und anderer Wissenschaften finden sich unter ihnen und
das zu ignorieren würde bedeuten, Evidenzen zu negieren. Deshalb bin ich überzeugt, dass
dieses Land Bewunderung verdient, für die Anstrengungen, die es im Laufe der Jahrzehnte
gezeigt hat, sich mit den Mitteln zu überwinden, die zu den damaligen Zeiten zur
Verfügung standen, wo die gleichen Mittel für andere Völker ein Hindernis bedeutet hätten.
Deutschland hat nichts verschmäht und seinen Kurs nach seinen eigenen Idealen gesetzt.
Dank dem ist es so weit gekommen, wo es heute steht. Doch diese Ideale, die die deutsche
Gesellschaft zu dem gemacht haben, was sie heute ist, sind ihrerseits das Ergebnis der
Arbeit an der Mentalität eines jeden Menschen, der sich für seine Gesellschaft einsetzt. Die
Beweggründe, das Engagement, der Wille und andere Stärken, die sich in dieser
Gesellschaft vorfinden, spiegeln sich in ihrem Verhalten wider, was augenfällig ist.

Und gleich da ruht das Problem einer Gesellschaft wie der peruanischen, deren
gesellschaftliche Problematik in allen Gesellschaftsschichten so tief verwurzelt ist, dass es
notwendig ist, an den Ideen zu arbeiten, die dem Verhalten der Gesellschafgt zugrunde
liegen und nicht nur am Verhalten des einzelenen Individuums selber. Diejenigen Ideen, die
in Deutschland zur Verbreitung der Ideale geführt haben, fehlen meinem Land. Hier erfährt
man die Hoffnungslosigkeit des Menschen, der seinen Eigenwert so niedrig einschätzt, weil
seine Lebensumstände ihn zu einem Objekt erniedrigen, statt ihn als Individuum zu
erhöhen. Deshalb widerspiegelt eine Gesellschaft ohne Ideale sozusagen den Menschen
ohne Hoffnung. Einen Menschen, der keine Motivation und keine Erwartungen in seine
Zukunft setzt, sondern nur gelernt hat, in den Tag zu leben.

An dritter Stelle, unter Beachtung des oben Genannten, ist es notwendig zu erkennen, dass
wir ein wenig mehr in Richtung einer Lösung des Problems, dass wir schlussendlich selber
sind, vorwärts gekommen sind, was uns schlieβlich hilft, das soziale Problem, an dem unsere
peruanische Gesellschaft leidet, bessr zu verstehen.

Und genau hier gibt es noch einen weiteren Schnittpunkt, den wir in Betrachtung ziehen
müssen, nämlich eine funktionierende Kommunikation. Wenn der andere und ich uns nicht
verstehen, beruht dies darauf, dass eine Aussage nicht eingentlich ausgedrückt und nicht
eigentlich rezipiert wurde. Daraus folgt eine Kluft zwischen dem Gesagten und dem
Verstandenen. Und an diesem Punkt wiederum wird eine der Gröβen der Psychologie
ersichtlich, da diese Wissenschaft versucht, uns dank ihrer Methoden diejenigen Werkzeuge
zu in die Hände zu geben, die es dem Menschen erlauben, eine funktionierende
Kommunikation aufzubauen und zu erkennen, was eigentlich das gegenseitige Verständnis
ist.
Folglich kann man sagen, das die Erkenntniss des einzelenen Menschen erlauben soll, die
Gesellschaft zu erfassen, um ihr in ihrer Entwicklung, durch die Kenntniss des menschlichen
Leidens und dem Beistand des einzlenen Individuums, zu helfen und so Lösungen für die
sozialen Konflikte zu finden.

Ich denke, dass einen intrapersonalen Konflikt des Individuums zu einem Konflikt mit den
Mitmenschen führt, und dieser wiederum löst schließlich einen größeren Konflikt aus, den
man als das „soziale Problem“ bezeichnet kann. Hier ist, wo eine psychologische
Orientierung erforderlich ist, die die Individuen zu besseren Menschen macht, die wiederum
anderen Menschen dienlich sein können, so dass die Früchte dieses sozialen Handelns sich
als von den Menschen selbst kreierte Ideale in einer erneuerten Gesellschaft reflektieren.
Wenn ich als Peruaner etwas für mein Land tun will, so wäre dies, ihr mit dem Wissen, das
ich einem Land mit solch großer akademischer Exzellenz wie Deutschland gewonnen habe,
in seiner Entwicklung zu helfen.