Sie sind auf Seite 1von 12

ABC des Journalismus. Eine kurze Einführung in die Pressearbeit. Von Harald Ille.

Wer, wo, wann, was, warum?

Journalistisches Schreiben ist Handwerk. Und wie bei jedem Handwerk gibt es einige
Grundwahrheiten, aber viel Freiraum für Kreativität und eigene Ideen. Daher: nicht sklavisch an die
Regeln halten, sondern ihr zugrunde liegendes Prinzip verstehen.

1. Prinzipien des Formulierens


1.1 Kurz und prägnant:
• Sätze sollten höchstens 12 bis 18 Wörter haben.
• Parataxe statt Hypotaxe.
• Nur einen Nebensatz pro Phrase.
• Punkt statt Semikolon.
1.2 Simpel statt verzwickt:
• „Schachtelsätze“ entpacken
• Jedem Aspekt seinen eigenen Satz.
• Entwirren statt Verwirren.
• Redundanz statt Varianz!
1.3 Strukturiert und gut gegliedert:
• Sich den Sachverhalt vorher klarmachen.
• Sachverhalt Schritt für Schritt erklären.
• Jeder einzelne Satz trägt Information.
• Jedem Satz folgt eine neue Information.
• „Zwischenmoderationen“ verwenden.
• Trick: Gedanklich die literarisch verbotene Erzählstruktur „Und dann und dann und dann“
verwenden, wenn es kompliziert wird.
1.4 Aktiv statt passiv
• Immer nach dem „agens“ suchen: Wer macht was? Wer ist verantwortlich?
• Auch Sachen und Objekte, die per definitionem passiv sind, zum Subjekt machen.
• Passivistische Formulierungen vermeiden.
1.5 Text laut vorlesen:
• Wo’s holpert, ist was „faul“!
2. Aufbau eines journalistischen Textes
• Das Wichtigste nach vorn!
• W-Fragen beantworten: Wer, Was, Wo, Wann, Wie, Warum, Woher?
• Spätestens im dritten Satz zum Kern der Sache kommen.
• Einstieg und Ausstieg attraktiv gestalten.
• Wörtlich zitieren.
ABC des Journalismus. Eine kurze Einführung in die Pressearbeit. Von Harald Ille.

• Zusammengehörendes zusammen abarbeiten (thematisch nicht springen!).


• Einstieg und Ausstieg nach Möglichkeit als Klammer gestalten:
o Anfangs-Gag am Ende noch mal konterkarieren
o Anfangsstatement mit Endstatement verifizieren
o Ersten Aspekt am Ende nochmals neu beleuchten
o Fazit ziehen
3. Journalistische Konventionen:
3.1 Personen
• IMMER mit Vorname und Nachname bezeichnen.
• „Herr“ und „Frau“ weglassen.
• Immer Funktion der Person nennen.
• Altersangabe ist meist nebensächlich.
3.2 Zahlen und Maßeinheiten
• so oft wie möglich ausschreiben.
• „eins“ bis „zwölf“ immer ausschreiben.
• Quadratmeter statt m2, Mikrometer statt µm.
• Wenn möglich, keine Ziffern in Überschriften
4. Typografie
• Bindestriche - ungleich Gedankenstriche – ungleich Spiegelstriche —
• „Anführungszeichen“ ungleich “Hochkommata”.
• Einschübe öfter mal – mit Gedankenstrichen – absetzen.
Doppelpunkte und Semikolon verwenden; wenn möglich (Tipp: ist kein Widerspruch zu 1.1,
sondern: das lockert das sonst zu statische Schriftbild auf. Erst Hauptsätze bilden, dann den einen
oder anderen Punkt durch andere Schriftzeichen ersetzen).
• Satzzeichen kommen immer direkt hinter den letzten Buchstaben! (und nicht so ! ).
Klammern auch.
5. Überschriften
5.1. Grundsätzliches
• Meldungen immer sachlich und nüchtern.
• Unterüberschriften immer sachlich und nüchtern.
• Keine Ziffern, wenn möglich.
• Keine Kommas, keine Punkte, keine Ausrufungszeichen (I)
• Feature-Überschriften können spielerisch sein.
• Zitate nur dann, wenn sie gut sind.

5.2 Formulierungshilfen und Ideen:


• Das Unerwartete suchen: „Jeder dritte Bayer gegen Stoiber“
• Scheinbare Paradoxien nutzen: „Kanzler lobt Schröder“
• „Gegen den Strich“ bürsten: „Holzmann saniert Schröder“
• Stabreimen: „Milch macht müde Männer munter“
ABC des Journalismus. Eine kurze Einführung in die Pressearbeit. Von Harald Ille.

Beispiel 5 W-Fragen: Wer, Was, Wann, Wo, Wie?


Wetterdienste warnen vor Sturm in Hessen Sturm soll am Nachmittag 120 Stundenkilometer
erreichen
Frankfurt/Main (dpa/lhe). Starken Sturm erwarten die Wetterdienste für
Donnerstagnachmittag in Nord- und Westhessen. Nach Angaben des Deutschen
Wetterdienstes und Meteomedia kann der zunehmende Südwestwind in den Kammlagen der
Mittelgebirge Orkan stärke erreichen. Windgeschwindigkeiten bis zu 120 Kilometer je
Stunde seien möglich. Die Folgen könnten schwere Schäden an Gebäuden, herabstürzende
Dachziegel und entwurzelte Bäume sein.

Beispiel 7 W-Fragen: Wer, Wann, Was, Wo, Wie, Warum, Woher (=Welche Quelle)?
Glos kündigt höhere Wachstumsprognose der Regierung an
Berlin (dpa) - Bundeswirtschaftsminister Michael Glos hat eine optimistische
Wachstumsprognose der Regierung für das laufende Jahr in Aussicht gestellt. Sie werde sich
klar über der bisherigen bewegen, sagte er der „Financial Times Deutschland“. Bisher hatte
die Regierung 1,4 Prozent Wachstum für 2007 angenommen. Glos will Ende Januar im
Jahreswirtschaftsbericht die nach oben korrigierte Vorhersage vorlegen. Er sagte, dass die
Regierung mit ihrer Prognose vorsichtiger sein werde als viele
Wirtschaftsforschungsinstitute.

Vermeiden Sie Passiv-Konstruktionen:


• Das Bürgerhaus Dreilinden öffnet wieder. Statt: Das Bürgerhaus wird wiedereröffnet.
• Stadtrat Müller verleiht Ehrenplakette. Statt: Die Ehrenplakette wird verliehen.
• Grünflächenamt fällt wieder Bäume. Dies dient der Verkehrssicherheit. Statt: Bäume müssen
aus Gründen der Verkehrssicherheit gefällt werden.
Vermeiden Sie nichtssagende Formulierungen:
• Statt: „Im Rahmen der Buchmesse“ lieber: „Bei der Buchmesse“.
• Statt „eine Vielzahl an einzelnen Dingen“ lieber: „Viele Dinge“
• Statt „Sanierungsmaßnahmen“ lieber „Sanierung“
• Auch substantivierte Verben sind Verben: Also: auf „ung“-Worte verzichten!
ABC des Journalismus. Eine kurze Einführung in die Pressearbeit. Von Harald Ille.

Die Pressekonferenz.

Warum eine Pressekonferenz?


Pressekonferenzen sind ein effizientes Mittel, um in kurzer Zeit (45 Minuten) ein komplexes Thema
vielen Multiplikatoren vorzustellen und nahe zu bringen. Vorteile: Der „Absender“ (also derjenige,
der die PK einberuft) muss alles nur einmal erzählen, die „Adressaten“ (also die Medien) haben
einen Termin, an dem sie die Absender kennenlernen und auch nach „sachfremden“ Inhalten fragen
können; zudem erleichtert eine PK den Redaktionen die Planung und die Recherche. Nachteile:
Eine Pressekonferenz ist oft aufwändig vorzubereiten – ob aber Journalisten der Einladung folgen,
ist nicht gesichert. Redaktionen möchten in der Regel „exklusive“ Informationen; eine
Pressekonferenz, zu der selbstverständlich alle Medien eingeladen sind, widerspricht diesem
Anspruch.
Wann lädt man zur Pressekonferenz?
Redaktionen sind personell immer unterbesetzt. Das heißt, man bekommt sie mit einem guten
Thema in seine PK, weil die Journalisten dann schnell und komprimiert viele Fakten für einen
schönen Artikel oder Beitrag bekommen können. Sie kommen aber nur, wenn sie sich Neuigkeiten
versprechen, die sie auf anderem Wege (kurzes Telefonat, Online-Recherche auf der Homepage des
Anbieters) nicht bekommen können. Oder sie kommen, weil sie Fragen stellen wollen. Man lädt
also sinnvollerweise dann zu einer PK, wenn man grundsätzliche und großartige Neuerungen zu
verkünden hat: Neuer Vereinsvorstand mit neuem Konzept, völlig neues Geschäftsfeld, Bilanz-PK.
Pressekonferenzen sind vor allem im Krisenfall wichtig und nötig! Nicht nötig sind PK, wenn man
etwa das Programm des jährlichen Vereinsfests vorstellen möchte. Dann reicht es, den Redaktionen
das gedruckte Programm und eine kurze Pressemitteilung zu schicken. Die Einladung sollte etwa
ein bis zwei Wochen vor der PK versandt werden. Bitte nicht früher als 14 Tage, weil die
Redaktionen die Einladung bis dahin u.U. „verlegt“ haben... Und aus eigenem Interesse nicht von
heute auf morgen einladen – dann besteht logischerweise die Gefahr, dass die Journalisten bereits
auf anderen Terminen sind.
Wen lädt man zur Pressekonferenz?
Auch wenn man natürlich gerne die Chefredakteure der wichtigsten Medien persönlich beim
Termin sehen möchte – man lädt nicht persönlich ein, sondern nur „die Redaktionen“. Bitte auch
alle tagesaktuellen lokaljournalistisch arbeitenden Medien des Ortes gleichermaßen einladen; auch
Online-Redaktionen und evtl. Blogger berücksichtigen. Spezial-Redaktionen wie etwa „Dow Jones“
(Wirtschaft) oder „kicker“ (Fußball) natürlich nur dann, wenn das Thema einigermaßen für diese
Medien interessant sein könnte (meist ist es das selbstverständlich nicht). Die Anschriften aller
Redaktionen Frankfurts finden sich auf www.frankfurt.de, Suchwort: „Presseliste“. Diese ist relativ
aktuell und thematisch sortiert; zur PK eingeladen werden sollten die vier Zeitungen, die
Stadtmagazine, die lokal arbeitenden Hörfunk- und Fernsehsender (hr, ffh, rheinmaintv, energy,
etc.) und die Wochenblätter inkl. Äppler.
Wie lädt man ein... und wann „fasst man nach“?
„Nachfassen“, also der Einladung hinterher telefonieren, sollte man am besten nie – die
Redaktionen sind in aller Regel genervt von solchen „Nachfassaktionen“. Und genervten
Journalisten sollte man schnell aus dem Weg gehen... Nachfassen ist also kontraproduktiv. In der
ABC des Journalismus. Eine kurze Einführung in die Pressearbeit. Von Harald Ille.

Redaktion anrufen sollte man nur, wenn man noch zusätzliche Informationen hat (etwa ein
prominenter Redner, der noch kurzfristig zugesagt hat) – dann sollte man kurz in den Redaktionen
anrufen und auf die PK mit dem Highlight hinweisen. Auch mehrfache Einladungen über
verschiedene Kanäle sind kontraproduktiv (Bsp. Aerobic-Halle: der Architekt lädt die
Kulturredaktion ein, der Vereinsvorstand die Lokalchefin, der Abteilungsleiter Aerobic die
Sportredaktion). Im Zweifel sitzen dann von ein und derselben Zeitung drei unterschiedliche
Redakteurinnen und Redakteure auf dem gleichen Termin – und sind entsprechend gut gelaunt...
Also: Eine Einladung an alle Medien – das reicht. Eine „Akkreditierung“ klingt bedeutsam und ist
es auch. In aller Regel hat man aber weder Staatsoberhäupter zu Gast noch die komplette
Weltpresse – daher bitte keine „Akkreditierung“ verlangen. Auch „Anmeldungen“ sind eher
unerwünscht bei Redaktionen. Diese arbeiten tagesaktuell, wissen oft abends noch nicht, ob sie den
Termin morgen wahrnehmen können und wer dann kommen kann (Chefredakteurin, Volontär, freie
Mitarbeiterin, Praktikant, Fotograf). Es gibt zudem genau zwei Arten von Journalisten: die, die sich
zu allem anmelden und dann nicht kommen, und die, die sich nie anmelden und trotzdem kommen.
Daher: Anmeldungen nur verlangen, wenn es wirklich wichtig ist für die Planung des Termins,
etwa, um Plätze in einem Bus zu reservieren oder genügend Elektromobile zum Probefahren da zu
haben. Bitte Journalisten nicht mit Imbiss ködern!! (Und erst recht nicht, dafür eine Anmeldung zu
verlangen!) Belegte Brötchen kann man reichen, aber bitte kein Buffet oder gar ganze Mittagessen
organisieren – das ist nichts anderes als Bestechung. (Und Journalisten sind selbstverständlich die
einzige Berufsgruppe weltweit, die absolut nicht käuflich ist, gell?)
Die Presseeinladung
Die Presseeinladung sollte maximal eine Seite lang sein, besser: so kurz wie möglich. Man muss es
als Appetithappen verstehen: Soviele Informationen geben, dass die Journalisten neugierig werden,
aber nur so wenig, dass sie selber kommen müssen, um den Rest zu erfahren. Einladungen, die
verkappte Pressemeldungen sind und in denen alles wichtige bereits drinsteht, sind unsinnig. Lieber
nach dem Pressetermin noch eine umfassende Pressemitteilung verschicken. Auch brauchen die
Redaktionen keine aufwändig gestalteten zeremoniellen Briefköpfe mit den Logos aller beteiligten
Organisationen. Weitaus wichtiger sind die essentiellen Fakten:
• Wer lädt zu welchem Anlass ein?
• Wo und wann findet die Pressekonferenz statt?
• Wer spricht (Namen und Funktion)?
• Was gibt es zu beachten? (Also: Gummistiefel mitbringen/Fotografieren
verboten/Parkausweis bei Pförtner abholen, etc.)
• Welche Handynummer hat der Ansprechpartner für organisatorische Fragen
(=Pressesprecher/in)?
Bei der Termin- und Ortssuche für die PK kann man, nein sollte man ruhig etwas kreativ sein – vor
allem dann, wenn es thematisch geboten ist. Wenn der Vogelschutzbund zum Morgenspaziergang
(mit Frühstück) in den Wald einlädt, dann stehen auch Journalisten gerne um 5 Uhr auf.
Donnerstag, 11 Uhr, ist dagegen die denkbar schlechteste Zeit für eine PK – weil da alle anderen
auch eine machen. Nach 17 Uhr sollten PKs aber nicht mehr stattfinden – dann beginnt in den
meisten Redaktionen der heißeste Teil der Zeitungs- oder Nachrichtenproduktion. Außerdem fangen
ab 18 Uhr Abendveranstaltungen an, von denen die Redaktionen ja auch berichten müssen.
Die Pressekonferenz
Pressekonferenzen finden meist im Sitzen statt – das ist bei Konferenzen so üblich... Vorteil: Man
kann für jeden der Rednerinnen und Redner ein Namensschild produzieren mit allen Titeln, Vor-
und Zuname und der Funktion. Ist das zu aufwändig oder werden die Schilder dadurch unleserlich,
reichen der höchste akademische Titel (Prof. oder Dr.) und Vor- und Zuname. Weitere Titel und
ABC des Journalismus. Eine kurze Einführung in die Pressearbeit. Von Harald Ille.

Funktionen können dann auf einem separaten Blatt (in der Pressemappe) aufgeführt werden. Die
Journalisten nehmen gegenüber Platz. Bitte Redner und Redakteure nicht bunt mischen! Der Frage-
Antwort-Dualismus muss auch optisch sichtbar werden. Bitte Pressekonferenzen nicht überladen
mit mehr als fünf Rednern oder mehr als vier unterschiedlichen Themen! Am besten, ein bis zwei
Hauptredner, ein bis zwei „Referenten“, die knifflige Sachfragen beantworten können, und eine
Person, die moderiert/einleitet. Bitte nicht alle beteiligten Organisationen/Ämter/Freiwillige zur PK
dazu bitten. Sieht lächerlich aus, wenn dann nur ein Praktikant kommt (oder gar niemand, was nie
ausgeschlossen ist)...
Die Pressemappe
Pressemappen sind oft viel zu aufwändig gestaltet – weil man ja einen guten Eindruck bei den
Journalisten hinterlassen möchte. Meist reicht es aber, in die Mappe eine kurze Pressemeldung (5
W-Fragen) und eine etwas ausführlichere Fassung (nicht mehr als 2 Seiten!) zu legen. Fotos oder
Grafiken müssen nicht in Hochglanz beigelegt werden, eine CD und ein Farbausdruck als
Inhaltsübersicht reichen. Eine Visitenkarte des Vorstands oder der Pressesprecher erleichtern
Journalisten Rückfragen. Am besten ist es, wenn alle Informationen gut strukturiert auch und vor
allem auf der Website zu finden sind – denn mit Internetseiten können die Redakteure am meisten
anfangen. (Ehrlich gesagt: Pressemappen werden in aller Regel kaum gelesen im
Redaktionspapierkorb entsorgt, wenn der Artikel geschrieben ist. Also: Helfen Sie Müll zu
vermeiden und sparen Sie sich unnötigen Aufwand! Je aufwändiger die Pressemappe und je
umfassender der Inhalt, desto geringer die Abdruckquote. Journalisten haben in der Hektik des
Redaktionsalltags weder Zeit noch Muse, vielseitige Kataloge durchzulesen und daraus dann einen
Text zu destillieren. Ist der Aufwand zu hoch, landet die Mappe unbearbeitet im Papierkorb.)
ABC des Journalismus. Eine kurze Einführung in die Pressearbeit. Von Harald Ille.

Die eigene Publikation.

Eine eigene Zeitschrift ist eine gute Visitenkarte. Sie ist ein Werbemittel der Organisation nach
außen und fördert die Identifikation der Mitarbeiter und Mitglieder nach innen.
Grundsätzliches
Man benötigt zwingend ein Publikationskonzept und eine qualifizierte „Redaktion“. Folgende
Fragen muss man vorab klären:
• Welche Ziele verfolgen wir mit einer Publikation?
• Welche Inhalte haben wir dafür?
• Welche Leserinnen und Leser (Zielgruppen) können/möchten wir damit erreichen?
Ziel einer Publikation kann etwa Werbung für die eigene Organisation sein. Folglich sollten Inhalte,
Layout und die „Ansprache“ der Leser bunt, fröhlich, bildlastig und „menschelnd“ sein. Möchte
man eher Fachthemen behandeln, liegt der Schwerpunkt auf dem Text und ihn illustrierende Info-
Grafiken. Soll die Publikation eher nach innen gerichtet sein und Tagebuch oder Chronik-Charakter
haben, muss man Themen und Bilder finden, die Abwechslung bringen.
Redaktionskonzept
Eine gute Publikation folgt einem inneren Rhythmus, einer „Dramaturgie“. Die einfachste ist die
Ressortabfolge der Zeitungen und Zeitschriften von der Politik, Ausland und Inland, zu Wirtschaft,
Kultur, Lokalem und Sport. Solche „Ressorts“ sollte man auch für eine Kunden- oder
Vereinszeitschrift finden, etwa: Wir über uns, Wichtiges in diesem Jahr, Wünsche und Grüße….
Meist beginnt eine Publikation mit einem „Editorial“, dem Vorwort der Herausgeber. Darin kann
man das Thema der Publikation und evtl. Hintergründe erläutern und auf einzelne Berichte im Heft
hinweisen. Das Top-Thema kommt meist nicht sofort, sondern wird mit kleineren aktuellen
Meldungen „vorbereitet“. Zum großen Aufmacherthema sollte man auch zwei, drei bedeutende
weitere Themen „fahren“, damit die Publikation nicht zu „dünn“ wirkt. Auf jeder Seite sollte zudem
mindestens ein Foto stehen, und auch Info-Grafiken und Info-Kästen einbauen.
Fotos
„Wir brauchen nicht mehr Fotos, wir brauchen bessere Fotos“: Solche Sätze sagen Chefredakteure
und Zeitungsdesigner gerne. Und es stimmt: Oft reicht ein einziges gutes Foto, um eine ganze
Geschichte zu illustrieren. Zufällige Schnappschüsse sind in aller Regel keine guten Fotos.
Publikationen des 21. Jahrhunderts leben von visuellen Elementen. In der Vergangenheit wurde und
bei wenig modernen Redaktionen heute noch wird Fotos kein großer Stellenwert eingeräumt, weil
es ja „auf den Text“ ankomme. Entsprechend stiefmütterlich wurden und werden Fotografen bezahlt
und Fotos inszeniert. Daher: Gute Fotografinnen und Fotografen mit einem Händchen für
Inszenierungen „einkaufen“ – gute Fotos zahlen sich aus.
Bildrechte
Das Recht am eigenen Bild ist ein wichtiges und teures Recht. Fotos von Personen dürfen nur dann
veröffentlicht werden, wenn die Personen – bei Kindern die Erziehungsberechtigten – einverstanden
sind. Ausnahmen sind Fotos von „öffentlichen“ Personen wie Politiker oder „Stars“ und wenn sich
jemand in einer Gruppe befindet., die größer als sieben Personen ist. Das gilt dann als öffentliche
Versammlung (und erklärt vielleicht, warum Zeitungen Gruppenfotos aus diesem Grund so lieben).
ABC des Journalismus. Eine kurze Einführung in die Pressearbeit. Von Harald Ille.

Gruppenfotos
Schlechte Zeitungen lieben Gruppenfotos. Jeder Leser soll sich einmal im Jahr in der Zeitung sehen
können, so die (dürftige) Erklärung dafür. Es gibt aber nichts langweiligeres als Gruppenfotos –
wenn es nicht zwingend sein muss, bitte darauf verzichten. Lieber „Actionfotos“, auf denen etwas
passiert. Alte Regel: Kein Foto ohne Menschen. Fotos von wissenschaftlichen
Versuchsanordnungen sind besser, wenn eine Laborantin mit Schutzbrille und weißem Laborkittel
den Versuch „begutachtet“. Architekturfotos beginnen zu leben, wenn zufällig Passanten mit im
Bild sind.
Impressum
Publikationen, die nicht rein privaten und familiären Charakter haben, müssen ein Impressum haben
– das regeln die Landespressegesetze. Das Bundesjustizministerium hat dazu einen Leitfaden ins
Netz gestellt: http://tinyurl.com/336s7pm Wikipedia schreibt:
Ein Impressum (lat. impressum „Hineingedrücktes“ bzw. „Aufgedrücktes“) ist eine gesetzlich
vorgeschriebene Herkunftsangabe in Publikationen, die Angaben über den Verlag, Autor,
Herausgeber oder Redaktion enthält, vor allem um die presserechtlich für den Inhalt
Verantwortlichen kenntlich zu machen. Oft werden auch zusätzliche Informationen wie Druckerei,
Erscheinungsweise, Erscheinungsjahr und Erscheinungsort aufgeführt. […] Ein Impressum soll
schnell zu finden und leicht zu erkennen sein.
Anbieterkennzeichnung
Das gilt auch für Internetseiten, hier spricht man aber eher von „Anbieterkennzeichnung“ oder auch
„Kontakt“. Angegeben werden müssen Vor- und Zunamen ohne Abkürzungen und eine Adresse. Für
rein private Websites benötigt man aber kein Impressum. Allerdings ist Vorsicht geboten: Abmahn-
Anwälte durchkämmen gerne Webseiten und „kontrollieren“ das Impressum.
ABC des Journalismus. Eine kurze Einführung in die Pressearbeit. Von Harald Ille.

In 140 Zeichen alles gesagt haben.

Twitter ist keine Spielerei; wer gerne und oft twittert, lernt nebenbei das Handwerk der guten
Journalistin und des guten Journalisten: In brutaler Kürze einen Sachverhalt korrekt und treffend
darstellen. Twitter übt das, was sicher das Schwerste ist beim Medienmachen: Griffige, kluge,
unerwartete, dabei aber immer treffende und möglichst witzige “Headlines” zu formulieren. Wer
sich täglich mehrfach in nur 140 Zeichen ausdrückt, kann das irgendwann aus dem „Eff-Eff“.
Dieses Eff-Eff ist leicht zu lernen. Man muss einfach alles weglassen, was unwichtig, unkonkret
oder nicht eindeutig ist. Am einfachsten kann man leere Worthülsen und Wendungen weglassen
wie:
im Rahmen von – meist reicht ein schlichtes bei.
in der Zeit von – hier reicht ein simples von.
aufgrund von – geht eleganter mit wegen.
Wie überall im Journalismus liegt in der Kürze die Würze.
Das liegt auch für die Wortwahl: Räumlichkeiten etwa ist ein Wortungetüm, das nichts anderes
meint als Räume. Statt Sanierungsmaßnahmen reicht Sanierung, statt Eingangsbereich reicht oft:
Tür.
Man lacht gerne über Verwaltungsbegriffe wie Großvieheinheit, das bekanntlich schlicht Kuh meint.
Auch Personenkraftwagen statt Auto, Lichtzeichenanlage statt Ampel oder – ganz schlimm! –
Lichtbilder statt Dias. Je einfacher und “normaler” ein Begriff, desto unprätentiöser, “luftiger” und
leserlicher wird der Text.
In Redaktionen kursieren ohnehin „schwarze Listen“ mit Wörtern, Begriffen und Wendungen, die
man vermeiden sollte. Jede Redaktion hat eine eigene Liste, weil nicht alles überall gleich verpönt
ist. Beispielsweise vermeidet die FAZ Begriffe wie „der 15-Jährige“ (stattdessen: „der 15 Jahre
alte“) oder „vor Ort“. „Vor Ort“, so die Erklärung (und zwar nicht nur der FAZ), sei eine falsche
„Übersetzung“ aus dem Kohlebergbau, wo es „vor Kohle“ heißt. Besser also: direkt am Ort, am Ort
des Geschehens sagen – auch, wenn der Satz dann dummerweise wieder länger wird.
Hashtags, RTs, @replies:
Um die 140 Zeichen-Grenze besser nutzen zu können und gleichzeitig mit seinen „Followern“ in
Kontakt bleiben zu können, hat Twitter einige Besonderheiten. Die erste, die auffällt, sind die
#Hashtags – ein Begriff, der mit einem # anfängt. Diese Hashtags sind nichts anderes als
Stichworte, die den einzelnen “Tweet” einem Thema zuordnen. Die Hashtags sind verlinkt, man
findet alle aktuellen Tweets, die ebenfalls mit diesem Hashtag versehen sind, auf einer Suchliste.
(Hier #Frankfurt). Der Hashtag wird auch gerne für Ironie verwendet. Also etwa: “Heute ist ein
schöner Tag. #Unwetterwarnung”.
Das nächste, was auffällt, sind Replies. Dabei wird der Name von Twitter-Nutzern hinter ein @
geschrieben. Auf diese Weise kann man auf einzelne User antworten – die Antwort ist öffentlich zu
sehen. Die Twitter-Kennung der Stadt Frankfurt am Main ist @Stadt_FFM. Wer uns also auf einen
Tweet antworten oder eine öffentlich sichtbare Nachricht überbringen möchte, schreibt einfach
@Stadt_FFM in seinen eigenen Tweet. Dieser landet dann bei uns in einer Art „Postfach“.
ABC des Journalismus. Eine kurze Einführung in die Pressearbeit. Von Harald Ille.

Nun kann man – wie bei E-Mails – nicht nur auf Tweets antworten, sondern sie auch weiterleiten.
Dazu schreibt man RT vor die Userkennung, also etwa RT @Stadt_FFM – ReTweet. Das benötigt
zusätzliche Zeichen und führt oft dazu, dass der Originaltweet gekürzt werden muss. Seit einigen
Monaten hat Twitter daher eine elegantere ReTweet-Variante eingeführt, die ohne RT auskommt
und den Originaltext weiterleitet. Wenn man aber einen Kommentar zusätzlich zum Tweet abgeben
möchte, kommt man um den „manuellen“ RT nicht herum.
Kurzlinks
Die eigentliche Stärke von Twitter ist, dass man Links auf einfache und effiziente Weise
weiterempfehlen kann. Twitter ist ein Empfehlungsdienst. „Ich lese gerade xy“ oder „Lest doch
bitte mal das: xy“ – damit kommt man als Twitternutzer auf Webseiten, auf die man sonst niemals
surfen würde. Es gibt derzeit wohl keine zielgenauere Methode, auf relevante Webseiten
aufmerksam zu werden oder seinerseits aufmerksam zu machen. Menschen, deren Kompetenz ich
anerkenne, vertraue ich, wenn sie mir einen Link empfehlen – und klicke. Wenn ich den Link
ebenfalls für empfehlenswert halte, leite ich ihn an meine Follower weiter – so entsteht eine Art
„Lauffeuer“ durch das Netz. Um möglichst wenig Zeichen für den Link zu verbrauchen, gibt es seit
einigen Jahren Linkverkürzungsdienste wie tinyurl.com, bit.ly oder goo.gl. Bit.ly führt zudem
Buch, wieviele Follower auf meine Links geklickt haben – wichtig für die Analyse und das
Monitoring.
Twitter informiert und zieht auf die Website
Aus der modernen Öffentlichkeitsarbeit ist Twitter kaum mehr wegzudenken (auch, wenn es noch
viel zu wenig genutzt wird!). Auf sehr einfache Weise kann man eine exakt definierte Zielgruppe –
die eigenen Follower – informieren und über einen Kurzlink auf die eigene Website lotsen. Denn
sein wir ehrlich: Wer klickt schon täglich mehrfach auf die eigene Seite und schaut nach, ob es dort
etwas Neues gibt? Wohl kaum jemand. Und wer liest schon RSS-Feeds von Vereinen? Twitter sorgt
für “Traffic” – wenn man sich ein wenig Mühe mit den Tweets gibt.
ABC des Journalismus. Eine kurze Einführung in die Pressearbeit. Von Harald Ille.

Meldung, Feature, Glosse.

Journalistische Texte lassen sich verschiedenen „Textsorten“ zuordnen – kurze Meldung, pointierter
Kommentar, Reportage. Diese „Textsorten nennt die Publizistik „Darstellungsformen“. Sie werden
in zwei Gruppen eingeteilt: die nachrichtenorientierten und die meinungsorientierten.

Nachrichtenorientierte Darstellungsformen

Meldung: Ein kurzer Hinweis auf ein Ereignis ohne Wertung und ohne Kommentar,
tatsachenbezogen und objektiv. Meldungen „melden“ etwas Geschehenes oder weisen auf ein
Ereignis in der Zukunft hin. Meldung und Nachricht bringen die Antwort auf die sieben
journalistischen W-Fragen (Wer, was, wann, wo, wie, warum und woher/welche Quelle).
Nachricht: Die Nachricht teilt neue Fakten mit, und zwar beginnend mit dem Wichtigsten. “When
a dog bites a man, that’s not news, but when a man bites a dog, that’s news” – will heißen: Nur ein
ungewöhnliches Ereignis ist eine Nachricht. Es gibt “hard news” über fogenschwere aktuelle
Ereignisse aus Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Natur. Und es gibt “soft news” mit
Unterhaltungswert, die weder von allgemeinem Interesse noch folgenschwer sind: Kurioses und
Klatsch aus aller Welt. Der Einleitungssatz (auch Lead genannt) sollte möglichst viele der “sieben
W-Fragen”, beantworten: Wer hat wann, was, wo, wie, warum getan (bzw. wem ist was …
widerfahren) und aus welcher Quelle stammt diese Information. Die Zeitungsnachricht ist nicht
mehr als 20 Zeilen lang, im Rundfunk kaum länger als eine Minute.
Bericht: Der Bericht ist länger als eine Meldung, im Aufbau aber identisch. Er enthält
Nachrichtliches, das über die reinen Fakten hinaus geht: Details, Hintergründe und Zitate
handelnder Personen, Einschätzungen von Experten. „Der Bericht ist der Bruder der Nachricht, aber
größer und auch schon ein wenig reifer.“ (La Roche, S.129). Im Unterschied zur Nachricht erhellt
der Bericht auch die Zusammenhänge, Hintergründe und die Vorgeschichte des Ereignisses. Im
Fernsehen gibt es den „Bilderbericht“, bei dem Berichterstatter einen Text zu den eingeblendeten
Aufnahmen sprechen. Ist ein Journalist auch Korrespondent, ist er als Augenzeuge zugleich Quelle
der Information: Seine persönliche Ansicht muss deutlich zu erkennen sein.
Reportage: Die Reportage taucht in ein Geschehen ein und präsentiert es informativ und
unterhaltsam. Dazu müssen die Reporter unbedingt an den Ort des Geschehens. Die Reportage lebt
vom Wechsel des Blickwinkels, lebt von den Aussagen und Beschreibungen der Personen, lebt von
der Handlung. Die Reportage ergänzt Nachricht und Bericht, kann diese aber nicht ersetzen. Die
Reportage kann nur das Wichtigste auswählen und nur einen Teil der Wirklichkeit schlaglichtartig
ausleuchten. Sie gibt nur das wider, was der Reporter vor Ort selbst erfahren hat, darf subjektive
Impressionen enthalten und ist nicht nach Wichtigkeit aufgebaut, sondern folgt einer Dramaturgie.
Sie soll das Publikum das Ereignis mit den Augen des Reporters sehen lassen.
Feature: tiefschürfender als die Reportage, beleuchtet auch Hintergründe, stellt das Thema in einen
größeren Zusammenhang. Ist meist nicht allzu tagesaktuell und bleibt daher länger relevant. Als
Feature (von engl. Gesichtszug, typische Eigenschaft) werden mit Musik und Geräuschen
aufgelockerte Radiosendungen bezeichnet, die sich durch ihre Kreativität von den gewöhnlichen
ABC des Journalismus. Eine kurze Einführung in die Pressearbeit. Von Harald Ille.

Radiovorträgen unterschieden. Feature sind umfangreiche und illustrierende Analysen eines nicht
unbedingt aktuellen Themas und nutzt viele Stilmittel – Interviews, Zitate, Statistiken,
grundsätzliche Reflexionen. Charakteristisch ist dabei „der ständige Wechsel zwischen Anschauung
und Abstraktion, zwischen Schilderung und Schlussfolgerung“ (La Roche S.139).
Interview: Das wichtigste Werkzeug für die Recherche. Was im Interview erfragt wurde, kann in
Nachricht oder Feature verwendet werden. Es kann aber auch eine eigene Darstellungsform sein,
die wegen ihrer (vermeintlichen) Authentizität und „Nähe“ sehr attraktiv ist. Es gibt drei Arten des
Interviews: Das Interview zur Sache, das Fakten vermittelt, das Meinungsinterview, das eine Person
nach ihrem Urteil befragt, und das Interview zur Person, das diese durch ihre Antworten porträtiert.
Allein das Live-Interview in Hörfunk und Fernsehen ist wirklich authentisch. Beim gedruckten
Interview wird eine Menge geändert, gekürzt, umgestellt. Daher wird die Endfassung in aller Regel
vom Interviewpartner „autorisiert“.
Dokumentation: die umfangreichste Form, weil sie ein Thema in einen umfassenden
Zusammenhang einordnet. Sie nutzt Interviews, Archivmaterial, Originalaufnahmen. Man
unterscheidet „Langzeitdokumentationen“, die die Entwicklung eines Geschehens über Monate und
Jahre hinweg darstellen, „historische Dokumentationen“, die historische Ereignisse ausleuchten,
und „zeitgeschichtliche Dokumentationen“ mit Zeitzeugen.

Meinungsorientierte Darstellungsformen

Leitartikel: Der Leitartikel befasst sich mit den „großen Linien“, mit Entwicklungen und
Tendenzen. Dabei gibt er nicht die Meinung eines einzelnen Verfassers wieder, sondern die
Meinung der Mehrheit der Redaktion.
Kommentar: Die Meinung eines einzelnen Verfassers zu einem Sachverhalt, über den auch
berichtet wird. Ein Kommentar benötigt zwingend einen sachlichen Bericht, auf den er sich
beziehen kann. Der Kommentare möchte zum Nachdenken anregen, Handeln und Verhalten
beeinflussen. Zwei verschiedene Arten gibt es: den abwägenden und den meinungsbezogenen. Im
abwägenden Kommentar vergleicht der Autor verschiedene Argumente für und wider den
Sachverhalt, ohne sich auf eine Position festzulegen. Ein meinungsbetonter Kommentar enthält drei
bis fünf Argumente des Autors, mit denen die eigene Meinung begründet wird.
Rezension: Hier werden neue Bücher, Opern oder Theaterstücke, Filme oder CDs ausführlich
besprochen. Zu einer guten Kritik gehören möglichst anschauliche und treffende Informationen
über den Inhalt. Außerdem sollte das einzelne „Stück“ in das Gesamtwerk und das Genre
eingeordnet und fair beurteilt werden.
Glosse: eine Spielart des Kommentars. Sie setzt literarisches Talent und Witz voraus, sie ironisiert,
verspottet, tadelt oder entlarvt. Glosse ist ein Sammelbegriff für besonders kurze Meinungsartikel
mit einer sehr spitzen Argumentation. Es können aktuelle Themen jeder Art behandelt werden, sie
werden allerdings aus sehr subjektiver Sicht gesehen. Autoren von Glossen dürfen sich nur hier
auch ungewöhnlicher Wörter und des Dialekts bedienen, sie dürfen schimpfen und zürnen.
Kolumne: Ein Meinungsartikel eines einzelnen, oft sehr bekannten Publizisten. Die Zeitungen und
Zeitschriften machen meist durch einen Hinweis deutlich, dass sie sich mit dem Inhalt der Kolumne
nicht identifizieren, sondern dem Autor gleichsam nur den Raum für seine Veröffentlichung zur
Verfügung stellen.
Essay: Ein Essay ist eine kurze, geistreiche Abhandlung, in der ein Autor subjektive Betrachtungen
zu kulturellen oder gesellschaftlichen Phänomenen liefert.