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Notizen zu „Über den Dualis“

und „Gesammelte sprachwissenschaftliche Schriften“


Joannes Richter

Über den Dualis von Wilhelm von Humboldt 1

Wilhelm von Humboldt beschreibt den Dualis als globales System:


Nehmen wir nun diesen Theil der alten Welt zusammen, so finden wir den Dualis
hauptsächlich an drei Punkten, von deren zweien er sich weit und nach verschiedenen
Richtungen hin ausgebreitet hat:

◦ in den ursprünglichen Sitzen der semitischen Sprachen,


◦ in Indien,
◦ in dem Sprachstamme, der auf der Halbinsel Malacca, in den Philippinen und den
Südsee -Inseln
bisher für den gleichen gehalten wird.

In den Semitischen Sprachen herrscht der Dualis vorzüglich in der Arabischen, und hat
am wenigsten Spuren zurückgelassen in den Aramäischen. Mit dem Arabischen ist er
auf Nord-Afrika übergegangen, allein in Europa blofs nach Malta gekommen, und nicht
einmal mit den aus ihm entnommenen Wörtern in die Türkische Sprache eingedrungen
(2).

Das Sanskrit hat den Dualis zunächst, doch sehr wenig, dem Pah, und gar nicht dem
Prakrit mitgetheilt, aus dem Sanskrit aber, oder viel mehr aus der gleichen Quelle mit
ihm, hat ihn Europa erhalten in der Griechischen Sprache, den Germanischen,
Slavischen und der Littauischen, in allen diesen in verschiedener Ausdehnung und
Erhaltung nach Mundarten und Zeiten, wie in der Folge näher bestimmt werden wird.

Unter den übrigen Europäischen Sprachen finde ich ihn blofs in der Lappländischen. Es
ist aber merkwürdig, dafs in der verwandten Finnischen und Esthnischen, so wie in der
Ungarischen, keine Spur davon angemerkt wird. Der Dualis stammt also in Europa
hauptsächlich aus dem Alt- Indischen.

Humboldt teilt die Dual-Formen in drei Klassen ein:


1. Einige dieser Sprachen nehmen die Ansicht des Dualis von der reden den und
angeredeten Person, dem Ich und dem Du her. In diesen haftet derselbe am Pronomen,
geht nur so weit in die übrige Sprache mit über, als sich der Einflufs des Pronomen
erstreckt, ja beschränkt sich bisweilen allein auf das Pronomen der ersten Person in
der Mehrheit, auf den Begriff des Wir.

2. Andre Sprachen schöpfen diese Sprachform aus der Erscheinung der paarweis in der
Natur vorkommenden Gegenstände, der Augen, der Ohren und aller doppelten
Gliedmafsen des Körpers, der beiden grofsen Gestirne u. s. f. In diesen reicht dieselbe
alsdann nicht über diese Begriffe, oder wenigstens nicht über das Nomen hinaus.

1 Ueber den Dualis, Wilhelm von Humboldt, gelesen in der Akademie der Wissenschaften am 26. April 1827
3. Bei andren Völkerstämmen endlich durchdringt der Dualis die ganze Sprache, und
erscheint in allen Redetheilen, in welchen er Geltung erhalten kann. Es ist daher bei
diesen keine besondre Gattung, sondern der allgemeine Begriff der Zweiheit, von dem
er ausgeht.

Der Dualis wird gleichzeitig als „Einheit“ und „Paar“ betrachtet:


Der Dualis theilt daher als Mehrheitsform und als Bezeichnung eines geschlossenen
Ganzen zugleich die Plural- und Singular – Natur..

Das Ehepaar wird eindeutig als Einheit und gleichzeitig als Zweiheit beschrieben. Auch in der
Bezeichnung „vier Mann“ werden die vier Männer als Einheit definiert. Humboldt nennt diesen
Singular einen „anomalen Singular“,
Humboldt beschreibt den Dualis als Wahrnehmung der Aufteilung in Mann/Frau, Körperhälften, bis
zur Aufteilung bei der Erschaffung des Universums und bezieht sich dabei auf die
Schöpfungsbeschreibung in Genesis:
Dann geht die Wahrnehmung und die Empfindung der Zweiheit in den Menschen in der
Theilung der bei den Geschlechter und in allen sich auf dieselbe beziehenden Begriffen
und Gefühlen über. Sie begleitet ihn ferner in der Bildung seines und der thierischen
Körper in zwei gleiche Hälften und mit paarweise vorhandenen Gliedmafsen und
Sinnenwerkzeugen. Endlich stellen sich gerade einige der mächtigsten und gröfsesten
Erscheinungen in der Natur, die auch den Naturmenschen in jedem Augenblick
umgeben, als Zweiheiten dar, oder werden als solche aufgefafst, die beiden grofsen, die
Zeit bestimmenden Gestirne, Tag und Nacht, die Erde und der sie überwölbende
Himmel, das feste Land und das Gewässer u. s. f. Was sich der Anschauung so überall
gegenwärtig zeigt, das trägt der lebendige Sinn natürlich und ausdrucksvoll durch eine
ihm besonders gewidmete Form in die Sprache über.

Eine besondere Rolle kommt der arabischen Sprache zu:


Am bestimmtesten besitzt Mehrheitsformen für verschiedene Zahlen die Arabische
Sprache, nämlich den Dualis für zwei, den beschränkten Plural für 3 bis 9, den Vielheits
- Plural und den Plural -Plural, in welchem von dem Plural einiger Wörter durch
regelmäfsige Flexion ein neuer gebildet wird, für 1 0 und mehr oder eine unbestimmte
Anzahl.

In der Sprache und zwar insbesondere im Dialog spielt der Dualis eine besondere Rolle:
Besonders entscheidend für die Sprache ist es, dafs die Zweiheit in ihr eine wichtigere
Stelle, als irgendwo sonst, einnimmt. Alles Sprechen ruht auf der Wechselrede, in der,
auch unter Mehreren, der Redende die Angeredeten immer sich als Einheit
gegenüberstellt.

Humboldt betrachtete den Dualis als ein Fundament der Sprache und ein Bindeglied für das Du
(„Tu“) und Ich („Ego“), welche wir als Personalpronomina nennen.
Nach allem bis hierher Gesagten scheint es mir nicht nothwendig, noch diejenigen zu
widerlegen, welche den Dualis einen Luxus und Auswuchs der Sprachen nennen. Die
Ansicht der Sprache, welche dieselbe mit dem ganzen und vollen Menschen und dem
Tiefsten in ihm in Verbindung setzt, kann dahin nicht führen, und mit dieser allein
haben wir es hier zu thun.
In Gesammelte sprachwissenschaftliche Schriften (1863) dokumentiert der Autor Rudolf von
Raumer die Äquivalenz der griechischen ἐγών, lateinischen ego, Sanskrit aham und hebräischen
Personalpronomina an-ôkî → anî (ich).
Nach Angaben des amerikanischen Linguisten Morris Swadesh gehören die Personalpronomina der
ersten und zweiten Person zu den wichtigsten Sprachelementen aller Sprachen.
Im nachfolgenden Teil wird die von Humboldt angefangene Studie fortgesetzt mit der
wahrgenommenen Korrelation zwischen den Personalpronomina der ersten und zweiten Person und
dem Schöpfergott.
Fortsetzung der Studie „Über den Dualis“ von Humboldt

Die Korrelation der Personalpronomina in den germanischen Sprachen


In Concepts for the Dual Forms kann man ablesen dass Germanische Sprachen Gotisch, alt-
Deutsch, alt-Nordisch, alt-Isländisch, alt-Friesisch, alt-Niederländisch, alt-Litauisch mit
Personalpronomina in der ersten bis zu dritten Person mit Dualformen ausgestattet worden sind.
Dabei wurde das Personalpronomen der ersten Person Dual „wut“ oder „wit“ mit den
Himmelsgöttern „Tuw“ (oder „*Teiwaz“, „Tiw“, beziehungsweise „Wotan“) korreliert.
Eine besondere Rolle spielen wohl die ersten drei Buchstaben (Runen) ᚠ, ᚢ, ᚦ des ᚠᚢᚦᚩᚱᚳ (Futhark-
Alphabet), die im europäischen Sprachraum jeweils einen ziemlich flexiblen Klangbereich
einnehmen.
Der Anfangsrune ᚠ des ᚠᚢᚦᚩᚱᚳ (Futhark-Alphabet) kann den Bereich (→ Digamma, [f], [v], [w],
[u]...), der zweite Buchstabe ᚢ (→ [u], [o], [y], [i].), und der dritte Buchstabe ᚦ (→ [t], [th], [d], [s],
[z]) repräsentieren. Da die Runen sowohl van links nach rechts als von rechts nach links lesbar sind,
entspricht ᚠᚢᚦ („wut“) auch ᚦᚢᚠ („tuw“).
Die Wörter „wut“ und „wit“ sind wohl ebenso wie „Tuw“ und „Tiw“ im Schlüsselwort ᚠᚢᚦ des
ᚠᚢᚦᚩᚱᚳ (Futhark-Alphabet) codiert.
Der Name „Wuotan“ stammt wohl als dreistelliges Kürzel „Vut“, „Wut“ direkt vom
Personalpronomen der ersten Person Dual „wut“. Eine Ableitung vom Verb „wüten“ ist im
Vergleich zum Personalpronomen der ersten Person Dual „wut“ eher unwahrscheinlich.

Die Korrelation der Personalpronomina in den romanischen Sprachen


Diese Korrelation fehlt in den romanischen Sprachen. Stattdessen ist eine Korrelation zwischen
dem Himmelsgott und den Personalpronomina der ersten Person Singular vorhanden, zum Beispiel
Dieu o-o ieu, Dios o-o io, usw.

Der griechische Dualis


In Griechisch gibt es keine Korrelation zwischen dem üblichen Himmelsgott Zeus und die
Personalpronomina der 1en Person Singular: ἐγώ – Dual: νώ (nṓ) νῶϊ – Plural: ἡμεῖς.
Erstaunlicherweise ist jedoch das Personalpronomen im Äolischen (Böotischen) Dialekt (1en
Person Singular: ἰώ (iṓ), ἱών (hiṓn2) – Plural: ᾱᾱμές (hāmés). Das Pronomen ἰώ (iṓ) korreliert mit
dem Genitiv Διός Diós des Götternamen „Ζεύς Zeús“ und ähnelt dem italienischen „io“ und
spanischen „yo“.
Von den altgriechischen Dialekten gilt das Äolische das älteste. Der Name Ion (griechisch Ἴων) gilt
in der griechischen Mythologie als der Stammvater des Volkes der Ionier. Vielleicht gehört ἰώ (iṓ)
zu den bedeutsamen Schlüsselwörter der Griechen, das man auch in Αἰών (Ewigkeit) entschlüsseln
kann.

Die semitischen Sprachen


Eine weitere Fundstelle der Dual-Formen bilden die semitischen Sprachen, in denen jedoch oft die
Personalpronomina der ersten Person ohne Dual-Form definiert werden.

2 ἰώ iō and hiōn (Attic ἐγώ egō, I) (hiōnga iōga for egōge)


Die Dualis in den biblischen Originalen und Übersetzungen
Auffällig ist auch die Abwesenheit des Dualis in den kirchlichen Übersetzungen des Buches
Genesis wo sich viele Ereignisse auf die Dualiteit (zum Beispiel: Tag & Nacht, Himmel und Erde,
Mann & Frau) der Schöpfungsgeschichte konzentrieren. Auch in der gotischen Übersetzung fehlt
der durchaus verfügbare Dualis „wit“ für „wir beide“.

Die Äquivalenz der Personalpronomina


In Gesammelte sprachwissenschaftliche Schriften (1863) beschreibt Rudolf von Raumer die
gemeinsame Basis für das griechische Pronomen ἐγών und das hebräischen Personalpronomen an-
óki und der verkürzte Form anî.
Die hebräischen Personalpronomina (1e Person Singular an-óki; plur. an-achnu) bestehen aus einer
Vorsilbe an und dem Pronomen óki. Diese Pronomina verkürzen sich zu Singular anî; plural anû.
Der zweite Teil óki stimmt überein mit Latein ego, griechisch ἐγών, Sanskrit aham, Alt-Persisch
adam. In Arabisch lauten diese Personalpronomina (1e Person) Singular ʾanā, beziehungsweise
Plural naḥnu.
Es ist unklar wie zuverlässig die gemeinsame Basis zwischen Hebräisch und den Indoeuropäischen
Sprachen ist. Der Germanist Rudolf von Raumer (1815–1876) ist ein zu Unrecht vergessener
Vertreter seines Fachs mit einer eindrucksvollen Liste Publikationen 3. Seine These dass óki
übereinstimmt mit Latein ego, griechisch ἐγών, Sanskrit aham basiert auf Fachwissen und
Erfahrung.

Erweiterung dieser Liste der Personalpronomina mit Alt-Persisch Adam


Meines Erachtens kann die Liste der Personalpronomina óki – ego – ἐγών - aham mit dem Alt-
Persischen Personalpronomen „adam“ erweitert werden und bezieht sich auf die mögliche
Verknüpfung des ersten Menschen Adam (Mann & Frau) und an-óki, bzw. dem Sanskrit aham und
dem Latein: ego als Abbild des Schöpfers.

Zusammenfassung
Wilhelm von Humboldt beschreibt den Dualis als globales System, das in Europa in der
Griechischen Sprache, den Germanischen, Slavischen und der Littauischen Sprache benutzt wurde.
Laut Humboldt war der Dualis kein Luxus oder Auswuchs der Sprachen sondern bildete ein
Fundament der Sprachentwicklung.
In den Europäischen Sprachen ist eine Korrelation feststellbar zwischen den Himmelsgöttern und
den Personalpronomina der ersten Person Dual beziehungsweise Singular. Eine symbolische
Abbildung dieser Korrelation („Tuw“ ↔ „wut“) im Anfangswort ᚠᚢᚦ des ᚠᚢᚦᚩᚱᚳ (Futhark-
Alphabet) ist denkbar.

Dokumentation
Der nachfolgende Appendix 1 dokumentiert die Notizen zu „Gesammelte sprachwissenschaftliche
Schriften“ (1863) von Rudolf von Raumer.
Appendix 2 dokumentiert die aktuellen Übersichtstabellen der Korrelationen zwischen den
Personalpronomina und den Himmelsgöttern.

3 Geschichtliche Grammatik der Deutschen Sprache (1851) und Geschichte der germanischen Philologie
vorzugsweise in Deutschland
Quellenspezifikation zu den arabischen, hebräischen, maltesischen und
altpersischen Schreibweisen
Abgesehen von einigen Buchstaben in den Zitaten aus Gesammelte sprachwissenschaftliche
Schriften werden Wörter soviel wie möglich in Lateinschrift beziehungsweise Griechisch
formuliert. Für die genaue Schreibweise sind folgende Webseiten verfügbar:
1. Die genaue arabische Schreibweise wird in Dualpronomen und Personalpronomen
dokumentiert.
2. Die genaue hebräische Schreibweise wird in Hebräisch/ Pronomen erläutert.
3. Die Schreibweise der Persönlichen Fürwörter in Maltesisch befindet sich auf Seite 11 in
Versuch über die maltesische Sprache, Wilhelm Gesenius (1810)
4. Die altpersische Schreibweise für „Adam“ befindet sich in Old Persian: Grammar. Texts.
Lexicon (1950) - von Roland G. Kent
Appendix 1 - Notizen zu Gesammelte sprachwissenschaftliche
Schriften
• Autor: Rudolf von Raumer - 1863
• Umfang 539 Seiten

Hauptergebnis (Seite 538 - §. 60 – Aus der Zusammenfassung)


Fassen wir zum Schluss das Hauptergebnis unsrer Untersuchung zusammen: Die semitischen und
die indoeuropäischen Sprachen sind aus einer gemeinsamen arisch-semitischen Ursprache
entsprungen. Dies erweist sich sowohl durch den grammatischen Bau als durch den Wortschatz
beider Sprachfamilien.
...
Natürlich ist dies nicht so zu verstehen, als sollten die indoeuropäischen Sprachen aus den
semitischen abgeleitet werden. Die beiden groſsen Sprachfamilien stehen vielmehr in einem
ähnlichen Verhältnis zu einander, wie einerseits die einzelnen semitischen, andrerseits die einzelnen
indoeuropäischen Sprachen unter sich.
...
In manchen Beziehungen stehen die semitischen Sprachen der gemeinsamen arisch-semitischen
Ursprache noch näher als die indoeuropäischen. So z. B. in Bezug auf die noch ganz deutliche
Verbindung der Personalpronomina mit der Wurzel zur Bildung der Verbalflexion.
Seite 466 - §. 12.
Ueberblicken wir die hebräischen Personalpronomina, so stellt sich sofort heraus, dass die
Pronomina der ersten und zweiten Person aus zwei Bestandtheilen zusammengesetzt sind, nämlich
aus der Vorsylbe an und aus dem darauf folgenden Pronomen.
Erste Pers. Singular an-óki; plur. an-achnu. Zweite Person Singular masc at-td, arabisch an-
ta; fem. arab. an-ti; dual. arabisch an-tumd; plur. m. at-tem, arabisch an-tum; f. at-ten, at-
tendh, arabisch an-tunna.
Eine weitere Beobachtung ergibt, dass auch der zweite Theil in den Pronominibus der zweiten
Person sich noch einmal zerlegen lässt, nämlich in das allen Pronominibus der zweiten Person
gemeinsame Zeichen dieser Person t und die diesem t folgende Bezeichnung des Geschlechts und
des Numerus. Dieser letzte Bestandtheil steht offenbar in Zusammenhang mit den Pronominibus der
dritten Person.

Sprache Pron.-typ Singular Dual Plural


maskulin feminin maskulin feminin
Hebräisch 1e Person an-ôkî → anî an-achnû → anû
(ich) (wir)
2e Person at-t-â → tâ a-t-i at-t-em → tem at-t-ênah
at-t-ên
du (m.) du (f.) (ihr) (ihr)
3e Person hu hi hêm hên
hênnah
(er) (sie) (sie) (sie)

1e Person ʾanā --- naḥnu


Arabisch (ich) (wir)
2e Person ʾan-t-a4 ʾan-t-i ʾan-t-umâ ʾan-t-um ʾan-t-unna
du (m.) du (f.) (ihr 2) (ihr) (ihr)
3e Person huwa hija huma hum hunna
(er) (sie) (sie 2) (sie) (sie)

Maltesisch 1e Person iena ahhna


Arabisch (Maurisch: ena) (wir)
2e Person enti, inti, ent outom, intom (entum)
(du) (ihr)
3e Person hua hia huma
(er) (sie) (sie)
Tabelle 1 Hebräische, Arabische, und Maltesisch-Arabische Personalpronomina5

4 Fußnote in Gesammelte sprachwissenschaftliche Schriften: 't-a wahrscheinlich aus „tva“'


5 Die Personalpronomina im Feld Maltesisch-Arabisch stammen aus Versuch über die maltesische Sprache, Wilhelm
Gesenius (1810).
Wenn man den letzten Bestandtheil der Promomina der zweiten Person mit den Pronominibus der
dritten Person vergleicht, so fällt die Uebereinstimmung dieses Bestandtheils mit den Pronominibus
der dritten Person sowohl im Hebräischen, als im Arabischen in die Augen.
Die Pronomina der zweiten Person sind also, abgesehen von dem vor ausgehenden an so
aufzulösen:

Form Bedeutung Pronomen 2e Person Kürzel Auflösung


Singular m. Du (m.) at-t-â tâ tu is
Singular w. Du (w.) at-t-i tu ea
dualis Ihr 2 an-t-umâ tu ii (eae) duo
Plural m. Ihr (m.) > 2 a-t-em tem tu ii
Plural w. Ihr (w.) > 2 at-t-ênah tu eae.
Tabelle 2 Auflösung der Personalpronomina der zweiten Person

Wobei das lateinische tu natürlich nicht in der specifisch singularen Bedeutung, sondern als
allgemeines Zeichen der zweiten Person zu fassen ist.

Seite 467 - §. 13.


Wollen wir eine Vergleichung zwischen den semitischen und den indoeuropäischen Personal-
pronominibus anstellen, so müssen wir uns vor allen Dingen erinnern, wie groſsen Umwandlungen
diese kleinen Wörter auch innerhalb der indoeuropäischen Sprachen, an deren Urverwandtschaft
Niemand zweifelt, unterworfen worden sind. Man denke an so nah verwandte Sprachen, wie das
Lateinische und Griechische, wie weit gehen da z. B. vos und ἡμεῖς auseinander!
Unter solchen Umständen wird Niemand daran denken, sofort alle Schwierigkeiten lösen und eine
lückenlos durchgeführte Parallele zwischen den semitischen und den indoeuropäischen
Personalpronominibus aufstellen zu wollen. Wir werden uns vielmehr freuen, wenn es uns gelingt,
so viele Uebereinstimmungen nachzuweisen, dass der Gedanke an zufälligen Gleichklang
ausgeschlossen ist.
Seite 467 - §. 14.
Gehen wir zu einer Vergleichung der einzelnen Personalpronomina über, so sehen wir zuvörderst,
dass die semitischen Sprachen selbst die beiden Bestandtheile der Pronomina der ersten und
zweiten Person so behandeln, dass sie bald den einen, bald den andern festhalten.
So wird im Hebräischen aus an-ôkî ein kürzeres anî, aus an-achnû ein anû. Dagegen aus at-tâ in
dem Afformativ des Verbums tâ, ohne das vorausgehende an; und ebenso aus at-tem ein kürzeres
tem.
In derselben Weise haben nun auch die indoeuropäischen Sprachen bald den einen, bald den
anderen Bestandtheil der Personalpronomina festgehalten.

Pronomina der ersten Person Singular


Das Pronomen der ersten Person Singularis, hebräisch an-ôkî, zeigt in seinem zweiten Theil (ôkî)
dasselbe Wort wie das lat. ego, griech. ἐγών, Sanskr. aham, u. s. w.:
hebräisch An-ôkî → ôkî → lat. Ego → griech. Ἐγών → Sanskr. aham

Pronomina der zweiten Person Singular


Das Pronomen der zweiten Person Singular hebr. at-tâ stimmt in derselben Weise zum lat. tu,
griech. σύ (aus τύ), Sanskrit tvam u. s. w.
Hebr. At-tâ → lat. Tu → griech. σύ (aus τύ) → Sanskrit tvam

Pronomina der dritten Person Singular


Das Pronomen der dritten Person Singular, hebr. ‫ תךא‬findet sich wie der in dem geschlechtigen mit
h anlautenden Pronomen der indoeuropäischen Sprachen. Lat. hi-c, gothisch (his) in dem Dativ
himma daga (hodie), dem acc. neutr. hita; altsächsisch, angelsächsisch he, u. s. w.
Hebr. ‫ → תךא‬Lat. Hi-c → gotisch (his) → altsächsisch, angelsächsisch he

Pronomina der ersten Person plural


Das Pronomen der ersten Person plur., hebr. an-achnu, abgekürzt anû begegnet uns wieder im lat.
nos; in der Nebenform nas, welche das Sanskrit für den Accus., Dativ und Genitiv des Plurals des
Pronomens der ersten Person gebraucht. Ebenso wird man denselben Stamm nicht verkennen in der
sanskritischen Nebenform des Acc., Dat. und Genit. Dualis nau, und dem griech. Dual νῶϊ.
Hebr. An-achnu → anû → lat. Nos (nas) → nau → griech. Dual νῶϊ
Desgleichen gehört hierher die Form uns, welche in den germanischen Sprachen die obliquen Casus
von gothisch veis, hochdeutsch wir u. s. w. bildet. Vielleicht ist nach alle diesem die Vermuthung
nicht zu kühn, dass sich in dem gothischen Dativ und Accusativ Dualis ugkis (lies unkis), dem
althochdeutschen unc, unch, eine Spur auch des consonantischen zweiten Bestandtheils von an-
achnu erhalten haben könnte.
Hebr. An-achnu → anû → uns → gothisch veis → hochdeutsch wir
Pronomina der zweiten Person Dualis
Die zweite Person Dualis, arabisch an-tumâ, am Verbum tumâ, und die zweite Person Pluralis, hebr.
m. at-tem, am Verbum tem; arabisch an-tum, am Verbum tum, fassen wir zusammen. Von einem
einzeln stehenden, mit t anlautenden Pronomen der zweiten Person plural hat sich in den
indoeuropäischen Sprachen wenig erhalten.
Bopp, der uns indoeuropäischen Sprachen rein vom indoeuropäischen Gesichtspunkt aus das
anlautende j im sanskrit. yu (im acc. yusʽmdn [vos] u. s. f.) aus t erweicht sein lässt, bringt dafür das
päli-präkritische tumhe bei)6.
Ich möchte das altnordische thér (vos) hinzufügen, das dem gothischen jus (vos) gegenübersteht
und an der altnordischen Dualform thit, thid (ihr beide) sein Gegenstück hat.
Arabisch an-tumâ → hebr. m. At-tem → arabisch an-tum
Sanskrit. Yu → altnordisch thér (vos) → gotisch jus (vos) → altnordisch Dual thit, thid (ihr beide)

Wenn es nun allerdings um die alleinstehenden Formen indoeuropäischer Pronomina der zweiten
Person plur., welche den semitischen nahe geblieben sind, dürftig bestellt ist, so hat uns gerade hier
das mit dem Verbum verwachsene indoeuropäische Pronomen die dem Semitischen nahe stehende
Form um so schlagender erhalten.
Die zweite Person Dualis bildet das arabische Zeitwort durch tumd. (qataltumd, ihr beide tödtet).
Dies arabische tumd stimmt ganz zu der Endung der zweiten Person Dualis in den Flexionen
zweiter Ordnung des Sanskrit: tam. (So bilden bekanntlich im Parasmaipadam ihre zweite Person
Dualis der Aorist, das Imperfectum, der Potentialis und der Imperativ.) z. b. der Aorist a-dâ-tam (ihr
beide gabt); a-dik-sʽa-tam (ihr beide zeigtet).
Im Griechischen, das kein m im Auslaut duldet, sondern dasselbe zu n schwächt, heiſst die
entsprechende Dualendung τον, und diese Endung kommt im Griechischen allen Dualen des
Activums zu: τυπτε τον (ihr beide schlagt), u. s. w.
So wie nun die zweite Person Dualis, deren m im ursprünglichen Zustand durch den darauf
folgenden Vocal geschützt war (arabisch tumd), in den ältesten indoeuropäischen Sprachen den
nasalen Aus laut bewahrte, so gieng die Nasalis der zweiten Person Pluralis, die schon von Alters
her unbeschützt im Auslaut stand, in den indoeuropäischen Sprachen verloren.
So wurde aus dem tem des Hebräischen (dem tum des Arabischen) im Sanskrit ta (und fa), im
Griechischen te. Z. B. im sanskrit. Aorist a-dâ-ta (ihr gabt); a-dik-sʽa-ta (ihr zeigtet); Präsens: tuda-
tʽa (ihr stoſst) u. s. w.

6 Bopp, Vergleichende Grammatik II. (2.) S. 112.


Tabellarische Übersicht der Personalpronomen
Folgende Zitate aus dem Buch von Rudolf von Raumer werden in der Tabelle farblich markiert:
• (1-s) Hebräisch An-ôkî → ôkî → lat. Ego → griech. Ἐγών → Sanskr. Aham
• (2-s) Hebr. At-tâ → lat. Tu → griech. σύ (aus τύ) → Sanskrit tvam
• (3-s) Hebr. ‫ → תךא‬Lat. Hi-c → gotisch (his) → altsächsisch, angelsächsisch he
• (1-p) Hebr. An-achnu → anû → lat. Nos (nas) → nau → griech. Dual νῶϊ
• (1-p) Hebr. An-achnu → anû → uns → gothisch veis → hochdeutsch wir
• (2-d-p) Arabisch an-tumâ → hebr. m. At-tem → arabisch an-tum
• (2-p) Sanskrit. Yu → altnordische thér (vos) → gotisch jus (vos) → altnordisch Dual thit,
thid (ihr beide)

Singular Dual Plural


1e Pers. 2e Pers. 3e Pers. 1e Pers. 2e Pers. 1e Pers. 2e Pers.
Ich Du Er/sie “wir 2” „ihr 2“ „wir“ „ihr“
Hebräisch an-ôkî at-tâ ‫תךא‬ ---- ---- an-achnu at-tem
2e Teil ôkî tâ hu/hi ---- ---- anû tem
Arabisch ʾanā ʾan-t-a huwa/ ---- an-tumâ naḥnu an-tum
ʾan-t-i hija

Latein ego tū hi-c ---- ---- nōs (nas) vōs


Griechisch ἐγώ σύ (aus τύ) νώ (nṓ) σφώ (sphṓ) ἡμεῖς ῡᾱμεῖς
ἐγών (egṓn) νῶϊ σφῶϊ
Äolisch ἰώ (iṓ), τού (toú), ᾱᾱμές οὐμές
(Böotisch) ἱών (hiṓn) τούν (hāmés) (oumés)
(toún)
Sanskrit अहमम तमम आव मम वयमम yu
aham tvam āvām vayam, nau
Alt Persisch7 adam tuvam hauv vayam
Gotisch (ik) (þu) (his) (wit) (weis) (veis) (jut) (jus)
Altnordisch ek þú vit thit, thid vér ér, þér
Alt Englisch ic, y þū wit ġit
Englisch I thou he we you
Hochdeutsch ich du er/sie wir (uns) ihr
Altnieder- ic wut, wit8 °jut/°jit wi
ländisch
Tabelle 3 Übersicht der Personalpronomen in Hebräisch, Arabisch, Latein, Griechisch, Sanskrit,
Gotisch, Altnordisch, Alt-Englisch, Englisch, Hochdeutsch

7 Personalpronomen (Altpersische Sprache)


8 wut vnw., wit 1 wir zwei; wir beide • (veraltet) Nordfriesisch wat, wët, Isländisch við • vgl. °onk1 ‘uns beide’,
°jut/°jit ‘ihr beide (Subjekt)’, °ink1 ‘ihr beide (Objekt)’ (übersetzt aus: Taaldacht)
Appendix 2 – Korrelationen zwischen Pronomina und dem Himmelsgott 9
Die Korrelationen zwischen den Personalpronomina und dem Himmelsgott können in
verschiedenen Kategorien aufgeteilt werden:
1. Im römischen Imperium weisen die romanische Sprachen Korrelationen auf zwischen den
Himmelsgöttern und den Personalpronomina der ersten Person Singular, wie in
Provenzalisch Diéu und iéu und in Italienisch Dio und io, beziehungsweise in Sizilianisch
Diu und iu. Die Zahl dieser Korrelationen ist beträchtlich. Nur alt-Griechisch ist mit einem
Dual-Form ausgestattet, der vielleicht bereits vor der Römerzeit existiert hat und vielleicht
nicht mit Zeus sondern mit mit Αἰών (Ewigkeit) korreliert.
Sprache Himmelgott Wir beide Ich Markierung
Gott (Dual) (Singular) in der Karte
Französisch Dieu --- je Dieu (je)
Provenzalisch Diéu --- iéu Diéu (iéu)
Jauer10 ? iau
Occitaans Dieu ieu
Oberengadin ? eau
Italienisch Dio --- io Dio (io)
Spanisch Dios --- yo Dios (yo)
Portugiesisch Deus --- eu Deus (eu)
Sizilianisch Diu --- iu Diu (iu)
Rumänisch Zeu --- eu Zeu (eu)
Provenzalisch, Nîmes (F.)11 Dïou --- yiou Dïou (yiou)
Savoye (Montagny) Dzeu --- dzou Dzeu (dzou)
Savoye (zentral) Dyu --- de Dyu (de)
Savoye (Bessans, Giettaz) Dyu, --- ze Dyu (ze)
Dzyeû, Dezyeu
Sardinien (Campidanese) Deu --- dèu Deu (dèu)
Wallonisch Diu, Dju, Diè --- dji Diu (dji)
Altgriechisch Διός / Αἰών (?) νώ, νῶϊ ἐγώ ---
Äolisch (Böotisch) Διός / Αἰών (?) --- ἰώ (iṓ), ἱών Genitiv Διός (Diós)
(hiṓn12) von Ζεύς (Zeús)

Tabelle 4 Auszug der europäischen Namensliste der Himmelsgötter und den Personalpronomina
der ersten Person Dual, beziehungsweise Singular

9 übersetzt aus: Ϝut - Het Nederlandse sleutelwoord


10 Dialekt, siehe Jauer (Sprache). Der Name leitet sich ab vom Wort für ich («jau»), das eine Besonderheit des
Münstertals und der Ortschaft Zernez im Unterengadin (dort «jo») ist (im Unterschied zum «eu» im übrigen
Unterengadin bzw. zum «eau» im Oberengadin). Die Bewohner des Münstertals heissen demnach «ils jauers»
(deutsch: «die Jau-Sager»).
11 “Yiou” & “Dïou” in the dialect of Nimes - Proceedings in the Ego-Pronouns' Etymology
12 ἰώ iō and hiōn (Attic ἐγώ egō, I) (hiōnga iōga for egōge)
2. Im Bereich der alt-germanischen Sprachen, wo der Dualform aktiv benutzt wurde,
dominieren die Korrelationen zwischen Himmelsgöttern und Personalpronomina der ersten
Person dual.

Sprache Himmels-Gott Wir beide Ich Markierung


(dual) (Singular) in der Karte
Alt Niederländisch Tuw, Tij wut, wit ic, ik Tuw, Tij (wut, wit)
Nord-Friesisch Tij (?) wat, wët ik Tij (wat, wët)
Friesisch Tij ik
Englisch Tue I
Alt-Englisch Tīw, Tīg ƿit (Wit) iċ, īc, Y Tīw, Tīg (Ƿit, Ȝit)
Nordisch Ty, Tí-var ek
Alt-Nordisch Ty (?) vit ek Tí (við)
Alt-Isländisch Týr við ég, eg Týr (við)
Gothisch Tiw (?) wit ik
Tabelle 5 Auszug der europäischen Namensliste der Himmelsgötter und den Personalpronomina
der ersten Person Dual, beziehungsweise Singular

3. In den Übergangsregionen Litauisch, Slowenisch und Urslawisch korrelieren die midve, vě-
und vèdu-Namen vielleicht mit Tiw.
Sprache Himmels-Gott Wir beide Ich Markierung
(dual) (Singular) in der Karte
Urslawisch Svan-tovit vě *(j)azъ, *ja Svantovit (vě)

Slowenisch Tiw (?) midva / midve jaz

Litauisch Tiw (?) mudu / mudvi aš


vèdu
Tabelle 6 Auszug der europäischen Namensliste der Himmelsgötter und den Personalpronomina
der ersten Person Dual, beziehungsweise Singular

4. Das Ober-Sorbisch ist ausgestattet mit slawischen Personalpronomina (Singular: ja und


Plural: *my). Die Korrelation zwischen Himmelsgott und zugehörigem Dualform mój ist
unklar. Diese Daten werden in der Karte weggelassen.
Sprache Himmels-Gott Wir beide Ich Markierung
(dual) (Singular) in der Karte
Ober-Sorbisch mój ja ---
Tabelle 7 Auszug der europäischen Namensliste der Himmelsgötter und den Personalpronomina
der ersten Person Dual, beziehungsweise Singular
5. In den Keltischen Regionen wird keine Dualform spezifiziert. Diese Daten werden in der
Karte weggelassen.

Sprache Himmels-Gott Wir beide Ich Markierung


(dual) (Singular) in der Karte
Altirisch / Keltisch ? --- mi ---
Tabelle 8: Auszug der europäischen Namensliste der Himmelsgötter und den Personalpronomina
der ersten Person Dual, beziehungsweise Singular
Landkarte mit den Himmelgöttern und den Pronomina
Folgende Landkarte dokumentiert einige Namen der Himmelgöttern und den zugehörigen
Pronomina der ersten Person Dual, beziehungsweise Singular.

1 Landkarte mit einigen Namen der Himmelgöttern und den zugehörigen Pronomina der ersten
Person Dual, beziehungsweise Singular.
Konzepte für den Dual in europäischen Sprachen
In Concepts for the Dual Forms wird dokumentiert wie sich der Dual im Bereich der europäischen
Sprachen verbreitet hat. Namentlich das Personalpronomen der ersten Person Dual korreliert in
Isländisch, Alt-Nordisch, Gothisch, Nord-Friesisch, Altniederländisch mit dem zugehörigen
(rückwärts geschriebenen) Namen des Himmelgottes Tiw.
Für die Sprachen Litauisch, Slowenisch, Urslawisch, Äolisch (Böotisch) ist die Korrelation
unsicher. Abweichend von diesem Muster sind die Korrelationen zwischen den Pronomina der
ersten Person dual und dem Himmelgott in den Sprachen Altgriechisch und Ober-Sorbisch.
Für den Keltischen Sprachbereich (z.B. altirisch) wird keine Dualform dokumentiert.

Sprache Singular Dual Plural Himmelgott


(“Ich”) (“wir beide”) (> 2) (“wir”)
Theorie Praxis
1 Altgriechisch ἐγώ νώ, νῶϊ ἡμεῖς Ἰώ, ϊῶν → Διός
1 Äolisch ἰώ (iṓ), ᾱᾱμές (Diós)
(Böotisch) ἱών (hiṓn) (hāmés) von Ζεύς
(Zeús)
1 Urslawisch *(j)azъ, *ja vě *my ěv → Tiw (?)

2 Ober-Sorbisch ja mój my
2 Slowenisch jaz midva / midve me Av, ev → Tiw (?)
2 Litauisch aš mudu / mudvi mẽs U, iv → Tiw (?)
vèdu

3 Alt-Isländisch ég, eg við vér Ðiv → Tiw

3 Alt-Nordisch ek vit vér Tiv → Tiw


3 Altenglisch iċ ƿit ƿē (wē) Tiƿ → Tiw
3 Gothisch ik wit weis Tiw → Tiw
13
3 Nord-Friesisch ik wat, wët wy Taw, Tëw → Tiw
3 Altniederländisch ic wut, wit 14 wij, we Tuw, Tij15 → Tiw

4 Altirisch / Keltisch mi --- sinn ---


Tabelle 9 Vergleichstabelle für den Dual-Form in europäischen Sprachen

13 Wut in Vergeten woorden – W | Taaldacht


14 Wut in Vergeten woorden – W | Taaldacht wut vnw., wit 1 wij twee, wij beide • verouderd Noordfries wat, wët,
IJslands við • vgl. °onk1 ‘ons twee’, °jut/°jit ‘jullie twee (onderwerp)’, °ink1 ‘jullie twee (voorwerp)’
15 Tíu Tuw Tij m., de naam van Vader Hemel, de heer des rechts en oorspr. oppergod die door Wódan werd
verdrongen, betekent letterlijk ‘Hemelse, God’, vgl. Oudnoords týr ‘god’, Latijn deus ‘god’ en zie Alamard, Metod,
Sahsnôt en Thingso • Oudengels Tíw Tíg, Oudhoogduits Zíu, Oudnoords Týr (Germaanse namen | Taaldacht)
Europäische Pronomina für den 1e Person in Singular, Dual, Plural
In dieser Übersicht fehlt der Eintrag für das Äolische (Böotische) Personalpronomen der ersten
Person Singular ἰώ (iṓ), ἱών (hiṓn), das vielleicht korreliert mit dem Genitiv Διός (Diós) von Ζεύς
(Zeús).

2: Pronomina für den 1e Person in Singular, Dual, Plural


Inhaltsverzeichnis
Über den Dualis von Wilhelm von Humboldt......................................................................................1
Fortsetzung der Studie „Über den Dualis“ von Humboldt...................................................................4
Die Korrelation der Personalpronomina in den germanischen Sprachen........................................4
Die Korrelation der Personalpronomina in den romanischen Sprachen..........................................4
Der griechische Dualis.....................................................................................................................4
Die semitischen Sprachen................................................................................................................4
Die Dualis in den biblischen Originalen und Übersetzungen..........................................................5
Die Äquivalenz der Personalpronomina..........................................................................................5
Erweiterung dieser Liste der Personalpronomina mit Alt-Persisch Adam......................................5
Zusammenfassung...........................................................................................................................5
Dokumentation.................................................................................................................................5
Quellenspezifikation zu den arabischen, hebräischen, maltesischen und altpersischen
Schreibweisen..................................................................................................................................6
Appendix 1 - Notizen zu Gesammelte sprachwissenschaftliche Schriften..........................................7
Hauptergebnis (Seite 538 - §. 60 – Aus der Zusammenfassung).....................................................7
Seite 466 - §. 12...............................................................................................................................8
Seite 467 - §. 13...............................................................................................................................9
Seite 467 - §. 14.............................................................................................................................10
Pronomina der ersten Person Singular......................................................................................10
Pronomina der zweiten Person Singular...................................................................................10
Pronomina der dritten Person Singular.....................................................................................10
Pronomina der ersten Person plural..........................................................................................10
Pronomina der zweiten Person Dualis......................................................................................11
Tabellarische Übersicht der Personalpronomen........................................................................12
Appendix 2 – Korrelationen zwischen Pronomina und dem Himmelsgott........................................13
Landkarte mit den Himmelgöttern und den Pronomina................................................................16
Konzepte für den Dual in europäischen Sprachen.........................................................................17
Europäische Pronomina für den 1e Person in Singular, Dual, Plural............................................18