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Dieses Werk ist einschließlich aller seiner Teile urheberrechtlich geschützt. Jede Verwendung
außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtes ist ohne Zustimmung des Verlages unzu-
lässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikrover-
filmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

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3981-3.book Seite 21 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

Inhaltsverzeichnis

Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29

1 Der Beruf des Anlagenmechanikers Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik . . . 31

2 Die Baustelle – der Haupteinsatzort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33


2.1 Zusammenarbeit mit der Bauleitung – dem technischen Planer . . . . . . . 33
2.2 Zusammenarbeit mit Fremdfirmen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34

3 Die Vorbereitungen in der eigenen Firma . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35


3.1 Akkordarbeit, Akkordlohn . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35
3.2 Gestaltung von Akkordverhandlungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35
3.3 Tabellen für die Montagezeitenplanung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36

4 Die Arbeit auf der Baustelle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 51


4.1 Die Hierarchie einer Baustelle – die Ansprechpartner . . . . . . . . . . . . . . . . . 51
4.2 Einrichten der Baustelle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 52
4.3 Materialbestellung, Materialempfang auf der Baustelle . . . . . . . . . . . . . . 52
4.4 Schäden auf der Baustelle, Verluste . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53

5 BGB und VOB . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 55


5.1 Der Werkvertrag nach BGB und VOB . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 55
5.2 VOB – Teil A . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 57
5.3 VOB – Teil B . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62
5.4 VOB – Teil C . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 68
5.5 Das Bauhandwerkersicherungsgesetz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 72

6 Grundlagen der Raumlufttechnik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 77


6.1 Luftarten – der Grundaufbau einer RLTA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 77
6.2 Lüftungsarten – Lüftungssysteme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 82
6.2.1 Die Kolbenlüftung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 82
6.2.2 Die Quelllüftung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 83
6.2.3 Die Mischlüftung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 84
6.2.4 Der Coanda-Effekt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 85
6.2.5 Vergleich der Systeme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 85

21
3981-3.book Seite 22 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

Inhaltsverzeichnis

6.3 Luftverteilung im Raum – Luftdurchlässe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 86


6.3.1 Kolbenlüftung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 86
6.3.2 Quelllüftung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 87
6.3.3 Mischlüftung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 88

7 Luftleitungssystem . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 97
7.1 Wickelfalzrohre . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 99
7.1.1 Verbindungsarten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 100
7.1.2 Formstücke . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 103
7.2 Lüftungskanäle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 105
7.2.1 Kanalherstellung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 106
7.2.2 Verbindungsarten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 107
7.2.3 Formstücke . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 109
7.3 Leitungsbefestigung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 110
7.4 Flexible Leitungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 113
7.5 Kunststoffleitungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 114
7.5.1 Schweißverfahren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 115
7.5.2 Klebeverfahren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 117
7.6 Klappen, Deckel und Zusatzbauteile . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 118
7.6.1 Drosselklappen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 118
7.6.2 Jalousieklappen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 119
7.6.3 Wetterschutzgitter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 120
7.6.4 Luftdichte Stahltüren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 121
7.6.5 Rückschlagklappen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 121
7.6.6 Revisionsdeckel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 122
7.6.7 Volumenstromregler . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 124
7.7 Dämmung von Luftleitungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 125

8 Ventilatoren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 129
8.1 Der Radialventilator . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 131
8.1.1 Trommelläufer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 132
8.1.2 Hochleistungsventilatoren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 133
8.1.3 Einbau von Radialventilatoren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 135
8.1.4 Überprüfung der Riemenspannung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 137
8.2 Axialventilatoren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 137
8.3 Querstromventilatoren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 140
8.4 Dachventilatoren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 141
8.5 Entrauchungsventilatoren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 143
8.6 Kunststoffventilatoren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 144
8.7 Ventilatorauswahl . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 145
8.8 Regelung von Ventilatoren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 146
8.8.1 Drosselregelung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 146

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3981-3.book Seite 23 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

Inhaltsverzeichnis

8.8.2 Bypassregelung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 147


8.8.3 Drallregelung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 147
8.8.4 Laufschaufelregelung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 147
8.8.5 Drehzahlregelung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 148
8.8.6 Parallelschaltung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 148
8.8.7 Reihenschaltung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 149
8.9 Wartung von Ventilatoren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 149
8.10 Ventilatorenmontage . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 151

9 Luftfilter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 157
9.1 Filterklassen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 157
9.2 Filterbauarten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 161
9.2.1 Taschenfilter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 161
9.2.2 Schwebstofffilter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 162
9.2.3 Rollbandfilter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 162
9.2.4 Metallfilter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 163
9.2.5 Aktivkohlefilter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 164
9.2.6 Elektroluftfilter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 165
9.2.7 Mehrstufige Filter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 166
9.3 Filtereinsatz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 167

10 Wärmeübertrager . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 169
10.1 Lufterhitzer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 169
10.1.1 Wand- und Deckenlufterhitzer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 169
10.1.2 Tür- und Torluftschleiergeräte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 172
10.1.3 Direktbeheizte Warmlufterzeuger . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 177
10.1.4 Luftheizregister zum Einbau in Zentralgeräte . . . . . . . . . . . . . . 178
10.1.5 Direktbefeuerte Heizregister zum Einbau in Zentralgeräte . . . 180
10.1.6 Elektrische Lufterhitzer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 182
10.2 Luftkühler . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 182
10.3 Wärmerückgewinner . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 185
10.3.1 Rekuperatoren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 187
10.3.2 Regeneratoren mit festen Trennflächen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 189
10.3.3 Regeneratoren mit Kontaktflächen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 192
10.3.4 Einsatzhinweise . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 195

11 Befeuchter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 197
11.1 Verdunstungsbefeuchter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 197
11.2 Zerstäubungsbefeuchter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 199
11.2.1 Rotationszerstäuber . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 199
11.2.2 Luftwäscher . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 200
11.2.3 Wirbelbefeuchter (System Klingenburg) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 203

23
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Inhaltsverzeichnis

11.2.4 Ultraschallzerstäuber . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 203


11.2.5 Düsenzerstäuber . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 204
11.3 Dampfbefeuchter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 206
11.3.1 Elektroden-Dampfluftbefeuchter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 208
11.3.2 Dampfbefeuchter mit Heizstäben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 210
11.3.3 Gasdampfluftbefeuchter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 210
11.3.4 Dampfverteilsysteme zum Anschluss an ein vorhandenes
Dampfnetz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 211
11.4 Einbau und Montage der Befeuchter – Befeuchtungsstrecke . . . . . . . . . . 212
11.5 Legionellen – Legionärskrankheit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 214
11.6 Zubehör für Befeuchtungsanlagen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 215
11.6.1 Umkehrosmoseanlagen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 215
11.6.2 Enthärtungsanlagen (Ionenaustauscher) . . . . . . . . . . . . . . . . . . 216
11.6.3 Absalzregelung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 216
11.6.4 UV-C-Entkeimung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 216

12 Schalldämpfer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 219
12.1 Kulissenschalldämpfer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 220
12.2 Rohr- und Telefonieschalldämpfer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 221
12.3 Schallpegelreduzierung, Schalldämpfereinsatz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 222

13 Teilklima- und Klimageräte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 225


13.1 Kompakt- und Splitgeräte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 225
13.1.1 Kompaktgeräte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 225
13.1.2 Splitklimageräte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 227
13.2 Dezentrale Klimageräte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 233
13.2.1 Gebläse- bzw. Ventilatorkonvektoren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 233
13.2.2 Klimaschränke . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 234
13.2.3 Einsatz und Montage der Klimaschränke . . . . . . . . . . . . . . . . . . 235
13.3 Zentralgeräte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 236
13.3.1 Aufbau der Zentralgeräte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 236
13.3.2 Einsatz und Montage der Zentralgeräte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 237
13.3.3 Wartungsarbeiten an Zentralgeräten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 241

14 Kontrollierte Wohnraumlüftungsanlagen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 243


14.1 Luftströmung im Wohn- bzw. Hausbereich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 243
14.2 Anlagenarten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 244
14.2.1 Dezentrale Systeme mit Wärmerückgewinnung . . . . . . . . . . . . 245
14.3 Abluftanlagen mit dezentralen Außenluftdurchlässen . . . . . . . . . . . . . . . 247
14.4 Zentrale Anlagen mit Wärmerückgewinnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 250
14.4.1 Leistungsstufen beim Betrieb der zentralen Anlage . . . . . . . . 250
14.4.2 Volumenströme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 251

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Inhaltsverzeichnis

14.4.3 Hauptbauteile der zentralen Anlagen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 252


14.5 Wohnungslüftungssysteme in Mehrfamilienhäusern . . . . . . . . . . . . . . . . 259
14.6 Einbau von Wohnungslüftungssystemen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 259

15 Brandschutz in raumlufttechnischen Anlagen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 263


15.1 Die Muster-Lüftungsanlagen-Richtlinie (MLüAR) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 263
15.1.1 Anlagenausführung – Brandverhalten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 264
15.1.2 Leitungsverlegung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 265
15.1.3 Anlagen nach DIN 18017 Teil 3 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 266
15.1.4 Abluftanlagen von gewerblichen Küchen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 267
15.2 Brandschutz-Deckenschotte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 268
15.3 Brandschutzklappen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 271
15.4 Brandschutz – Luftdurchlässe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 278
15.5 Entrauchungsanlagen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 279

16 Regelung von raumlufttechnischen Anlagen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 283


16.1 Grundregelvarianten für raumlufttechnische Anlagen . . . . . . . . . . . . . . . . 284
16.1.1 Temperaturregelung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 284
16.1.2 Sonstige Regelsysteme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 287
16.2 Spezielle Fühlerarten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 289
16.2.1 Kanaltemperatur- und -feuchtefühler . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 289
16.2.2 Außentemperatur- und feuchtefühler . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 290
16.2.3 Raumtemperaturfühler . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 291
16.2.4 Frostschutzthermostate . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 292
16.2.5 Sicherheitstemperaturbegrenzer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 293
16.2.6 Windfahnen-Relais . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 294
16.2.7 Luftströmungsfühler . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 294
16.2.8 Luftqualitätsfühler, Messgeräte zur Kohlendioxidmessung . . . 295
16.2.9 Differenzdruckfühler . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 296
16.2.10 Anlegetemperaturfühler . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 297
16.2.11 Klappenantriebe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 298
16.3 Operativ eingesetzte Messtechnik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 298
16.3.1 Anemometer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 299
16.3.2 Volumenstromhauben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 300
16.3.3 Schallpegelmessgeräte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 300
16.3.4 Leckprüfgeräte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 301

17 Inbetriebnahme und Einregulierung der raumlufttechnischen Anlage . . . . . . . . 303


17.1 Abschluss der Baustelle – Reinigung des Bauumfeldes . . . . . . . . . . . . . . . 303
17.2 Reinigung der raumlufttechnischen Anlage . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 303
17.3 Inbetriebnahme der Anlage – Überprüfung der Schalt- und
Regelfunktionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 305

25
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Inhaltsverzeichnis

17.4 Einregulierung der Anlage . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 306


17.5 Einweisung des Bedienpersonals . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 307
17.6 Wartung der Anlage . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 307

18 Anlagenausführung und Reinigung entsprechend VDI 6022 . . . . . . . . . . . . . . . . 311


18.1 Allgemeine Festlegungen zur Planung und Montage . . . . . . . . . . . . . . . . . 311
18.2 Außen- und Fortluftdurchlässe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 312
18.3 Luftleitungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 313
18.4 Luftfilter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 313
18.5 Wärmeübertrager . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 314
18.6 Luftbefeuchter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 314
18.7 Wartung und Reinigung von raumlufttechnischen Anlagen . . . . . . . . . . . 314
18.8 Reinigung des Luftleitungssystems . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 316

19 Arbeitsschutz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 319
19.1 Notwendige Ausrüstungen auf der Baustelle . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 319
19.2 Werkzeuge und Hilfsmittel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 320
19.3 Arbeitsverfahren – Gastechnik-Gasschweißen, Löten . . . . . . . . . . . . . . . . 322

20 Einfache Berechnungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 325


20.1 Volumenstrom . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 325
20.1.1 Das Pettenkofer-Verfahren . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 325
20.1.2 Die Bestimmung des Außenluftvolumenstroms nach
DIN EN 13779 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 326
20.1.3 Die Anwendung der Arbeitsstättenrichtlinien . . . . . . . . . . . . . . 328
20.1.4 Die Bestimmung des Außenluftvolumenstroms bei
Schadstoffbelastung im Raum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 329
20.1.5 Volumenstrombestimmung nach der Luftwechselzahl . . . . . . 331
20.1.6 Bestimmung des Volumenstroms aufgrund der
vorliegenden Heizlast . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 332
20.1.7 Bestimmung des Volumenstroms aufgrund der
vorliegenden Kühllast . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 334
20.2 Geräteleistungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 335
20.2.1 Leistung eines Lufterwärmers . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 335
20.2.2 Berechnungen der Wellenleistung am Ventilator . . . . . . . . . . . 336
20.3 Sonstige Berechnungen am Ventilator . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 336
20.3.1 Proportionalitätsgesetze . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 336
20.3.2 Temperatureinfluss auf die Ventilatordaten . . . . . . . . . . . . . . . 337
20.3.3 Berechnungen am riemengetriebenen Ventilator . . . . . . . . . . . 337
20.4 Überschlägige bzw. vereinfachte Kühllastberechnung . . . . . . . . . . . . . . . . 338
20.5 Leitungsdimensionierung – Der Lüftungsschieber . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 340

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Inhaltsverzeichnis

A Glossar der Raumlufttechnik nach DIN 1946 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 343

B Wichtige Symbole nach DIN 1946 und DIN EN 12792 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 345

C Überschlägige Kühllastberechnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 349

D Schutzarten IP XX von elektrischen Bauteilen gegen Berührung


und Wasser . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 351

E Mollier-h,x-Diagramm . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 353

F Kleines Formelverzeichnis für Berechnungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 355

G Umrechnung wichtiger Einheiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 357

H Verzeichnis wichtiger DIN-, VDI- und VDMA-Normen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 359

I Abbildungsverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 361

J Bildnachweis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 371

Stichwortverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 375

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Vorwort

Die stark gestiegene Bedeutung der Raumlufttechnik im versorgungstechnischen Bereich


erfordert zunehmende Grundkenntnisse auf theoretischem Gebiet, aber auch hinsichtlich
der praktischen Ausführung dieser Anlagen. Weiterhin ergibt sich durch die Änderung bzw.
Neuschaffung verschiedener Normen und Richtlinien die Notwendigkeit, die bestehenden
»Ausführungsgewohnheiten« zu überdenken und an die neuen Regelwerke anzupassen.
Mit diesem Buch soll versucht werden, Monteuren, Meistern, Technikern und Ingenieuren ein
Nachschlagewerk für den Bau von raumlufttechnischen Anlagen zu schaffen. Viele Firmen
im ausführenden Bereich erkennen inzwischen, dass die Raumlufttechnik als wichtiges
neues Geschäftsfeld und damit als Erfolg versprechende Perspektive einen immer größeren
Stellenwert einnimmt. Dem entsprechend nehmen die wichtigsten Teilgebiete der Raumluft-
technik eine zentrale Position im Buch ein, ebenso wie die notwendigen Arbeitsfertigkeiten,
verbunden mit dem dazu notwendigen theoretischen Fachwissen. Darum eignet sich dieses
Handbuch besonders für die praxisnahe Aus- und Weiterbildung im Meister- und Techniker-
bereich.
In den Bereichen Brandschutz und Hygiene raumlufttechnischer Anlagen wurden neueste
Anforderungen an die Technik berücksichtigt. Auch auf die Betrachtung energieökonomi-
scher Bau- und Betriebsweisen, die den modernen Erfordernissen des Klimaschutzes und der
Energieeinsparung entsprechen wurde großer Wert gelegt.
Durch die Einbeziehung einfacher Berechnungsaufgaben am Schluss des Buchs soll die Mög-
lichkeit geschaffen werden, durch schnelle und überschlägige Berechnungen auf der Baustelle
bzw. beim Kunden oder in der Firma wichtige Rand- und Auslegungswerte zu ermitteln.
Für eventuelle Verbesserungsvorschläge und Kritiken wäre ich sehr dankbar und würde diese
gern in der nächsten Auflage dieses Buchs verarbeiten.
Ich möchte mich besonders bei meiner Frau Antje Fritzsche für die stete Unterstützung
sowie bei Herrn Klaus Tegtmeier für die Hilfestellung bei der Schaffung dieses Buchs bedan-
ken. Gleichzeitig sei besonders Herrn Bernd Hansemann für die verlagsseitige Unterstützung
gedankt.

Glauchau, im November 2015


Nicolas Fritzsche

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1 Der Beruf des Anlagenmechanikers


Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik

Im Zuge der Neugestaltung des Berufsspektrums der Versorgungstechnik wurden bereits in


den neunziger Jahren die Berufe des Gas- und Wasserinstallateurs sowie des Zentralhei-
zungs- und Lüftungsbauers zum Beruf des Installateurs und Heizungsbauers zusammenge-
legt. Dies wurde aufgrund der gestiegenen Anforderungen an dieses Berufsbild dringend
erforderlich, da eine direkte Trennung der Gewerke Heizung/Lüftung und Sanitär nicht mehr
der Praxis entsprach. Durch die stetig steigenden Anforderungen an den Beruf des Installa-
teurs und Heizungsbauers, besonders auf dem Gebiet der Steuerungs- und Regeltechnik
zeigte es sich, dass das Ausbildungsprofil dieses Berufes hinsichtlich der Ausbildungsinhalte
einer dringenden Überarbeitung bedurfte. Im neu geschaffenen Ausbildungsberuf des Anla-
genmechanikers für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik wurde dieser Entwicklung Rech-
nung getragen.
Zu diesen Arbeitsaufgaben gehören nun auf dem Gebiet der Lüftungs- und Klimatechnik die
Planung und Steuerung aller Arbeitsabläufe auf der Baustelle, die Kontrolle und Beurteilung
der Arbeitsergebnisse und die Anwendung von Qualitätsmanagementsystemen. Wichtig
dabei sind natürlich auch die kundenorientierte Auftragsbearbeitung sowie die Übergabe der
Anlagen und Systeme an die Kunden.
Auf der Ausbildung des Anlagenmechanikers für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik baut
die nachfolgende Weiterbildung zum Meister des Installateurs- und Heizungsbauerhand-
werks auf. Die bereits erworbenen Grundfertigkeiten werden noch durch ein vertieftes Fach-
wissen auf theoretischem und praktischem Gebiet vervollkommnet. Dabei wird besonderer
Wert gelegt auf die Berechnung der einzelnen Baugruppen, die Kenntnis der gültigen Vor-
schriften und Normen, die Grundlagen der Kalkulation sowie die praktischen Fähigkeiten,
wie Bau von Blechteilen, Anlagenbau und Anlagenabgleich.
Zu den Arbeitsbereichen auf dem Gebiet der Lüftungs- und Klimatechnik gehören dabei die
folgenden Aufgaben:
• Auslegung des Leitungsnetzes
• Auswahl der geeigneten Luftdurchlässe
• Auslegung der einzelnen Komponenten (Ventilator, Filter, Wärmeübertrager usw.)
• Bestimmung der Luftvolumenströme
• Einpassung der Anlage in die gegebenen Raumbedingungen
• Auswahl der notwendigen Steuer- und Regeleinrichtungen
• Einregulierung und Übergabe der erstellten Anlagen
• Einweisung der Nutzer in die Anlage

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2 Die Baustelle – der Haupteinsatzort

2.1 Zusammenarbeit mit der Bauleitung –


dem technischen Planer

Nach erfolgtem Vertragsabschluss beginnt für den Lüftungsmonteur bzw. -meister die
akute Phase der Bauausführung, d.h. es muss so schnell wie möglich darauf gedrungen wer-
den, die notwendigen Ausführungsunterlagen vom technischen Fachplaner zu erhalten.
Dazu gehören:
• einzelne Auslegungsgrundlagen
• ausführende technische Bestellangaben für einzelne Bauteile
• Zeichnungsunterlagen in Grundriss und Schnitt im Maßstab 1 : 100 oder 1 : 50
• Strangschemen
• Detailpläne
• Bauzeitenplanung
Wurden diese notwendigen Unterlagen durch den Fachplaner übergeben, kann sofort in die
abschließenden Verhandlungen mit den einzelnen Großhändlern bzw. Herstellern eingetre-
ten werden. Prüfen Sie jedoch erst die Pläne und übergebenen Auslegungsunterlagen hin-
sichtlich Baubarkeit und Zeichnungsfehler. Falls diese auftreten, führen Sie eine möglichst
schnelle Klärung mit dem zuständigen Planer herbei. Achten Sie bei solchen Gesprächen auf
einen vernünftigen Gesprächston, denn dieser Planer wird Ihr Hauptansprechpartner wäh-
rend der gesamten Bauphase sein. Eine vernünftige und streitfreie Zusammenarbeit zwi-
schen Planer und Bauauftragnehmer kann leicht über viele Probleme in der Bauphase
hinweghelfen und Ihnen natürlich auch kommende Aufträge sichern, denn an problemfreie
Baustellen und Baupartner erinnert man sich besonders gern. Als günstig hat sich dabei
immer wieder eine erste Baustellenbegehung mit dem zuständigen Fachplaner erwiesen.
Dabei können die einzelnen Planungsgrundlagen noch einmal erläuternd besprochen, die
Eingliederung der verschiedenen Bauelemente in das Bauwerk erklärt, evtl. Fragen bespro-
chen sowie die örtlichen Gegebenheiten kennen gelernt werden.
Danach muss die möglichst zügige Bestellung der einzelnen Bauteile folgen. Dabei ist natür-
lich die praktische Aufeinanderfolge der einzelnen Ausführungsabschnitte zu beachten,
denn was nützt es schon auf der Baustelle, wenn z.B. das Zentralgerät schon in der ersten
Woche nach Baubeginn auf der Baustelle steht, aber noch keine raumlufttechnische Zent-
rale bauseits erstellt wurde. Wichtig bei der Bestellung der einzelnen Bauteile ist die schrift-
liche Bestätigung der einzelnen Liefertermine und der bestellten Bauteilangaben; verlassen
Sie sich NIE !!! auf mündliche Zusagen.

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2 Die Baustelle – der Haupteinsatzort

Am Tage des Baubeginns ist es auf jeden Fall erforderlich, sich beim zuständigen Bauleiter
anzumelden, den notwendigen Lager- und Aufenthaltsraum zuweisen zu lassen und schon
die Abstimmungsarbeiten mit evtl. Nebengewerken und Fremdfirmen zu beginnen.
Vergessen Sie nicht, während der Bauphase ein entsprechendes Bautagebuch zu führen. Bei
evtl. Streitigkeiten während und nach der Bauphase zeigt sich dieses immer als sehr wert-
volles »Beweismittel«.

2.2 Zusammenarbeit mit Fremdfirmen

In der Ausführungsphase wird es immer wieder zur Zusammenarbeit mit Nebengewerken


und Fremdfirmen kommen. Achten Sie dabei besonders auf die möglichst frühe Abstim-
mung der einzelnen Gewerke. Im Normalfall erfolgt diese Tätigkeit durch den Bauleiter,
jedoch zeigt es sich immer öfter, dass der bauleitende Planer oder Fachplaner mit diversen
anderen Problemen beschäftigt ist und Feinabstimmungsarbeiten gern den einzelnen bau-
leitenden Monteuren bzw. Meistern überlässt. Achten Sie bei Abstimmungen immer darauf,
den richtigen Ansprechpartner der jeweiligen Firma zu finden; Abstimmungen mit deren
Bauhelfern sind nicht sehr zweckdienlich. Kooperieren Sie mit den Fremdfirmen auf einer
möglichst vernünftigen Ebene, denn Sie sind auf eine gute Zusammenarbeit mit diesen Fir-
men während der gesamten Bauphase angewiesen. Oft ist es möglich, durch frühes Verglei-
chen der einzelnen Pläne der verschiedenen Gewerke eventuelle Schnittstellen aufzudecken,
bevor es zu Baustopps oder Verzögerungen kommt. Häufig verhindern z.B. ungeplante Lei-
tungskreuzungen ein Weiterarbeiten infolge Platzmangels, und bereits getätigte Leistun-
gen müssen wieder rückgebaut werden. Dieser häufig auf Baustellen zu verzeichnende Ärger
ist fast immer vermeidbar. Auch wenn die Schuld oft nicht bei den ausführenden Firmen
liegt, sondern es der Zusammenarbeit der einzelnen Fachplaner an Sorgfalt mangelte,
haben die Bauausführenden dennoch die Probleme des Rückbaus von bereits erbrachten
Leistungen bzw. der fristgerechten Baufertigstellung zu lösen.

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3981-3.book Seite 35 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

3 Die Vorbereitungen in der eigenen Firma

3.1 Akkordarbeit, Akkordlohn

Durch Akkordarbeit wird einem Arbeitsverhältnis nicht nur die Dauer der vereinbarten
Arbeitszeit für die Entlohnung des Arbeitsnehmers zugrunde gelegt, sondern hauptsächlich
die erbrachte quantitative Leistung (z.B. verlegte Rohrleitungsmeter, fertiggestellte
Anlagenteile oder Gesamtanlagen).
Mithilfe der Einführung eines Akkordsystems versuchen viele Arbeitgeber, ihre Arbeitneh-
mer zu überdurchschnittlichen Leistungen zu motivieren. Dadurch ist es ihnen möglich, Auf-
träge besser oder sicherer zu kalkulieren und sich damit entsprechende Vorteile auf dem
Markt zu verschaffen. Natürlich gibt es für die vom Akkordlohn betroffenen Arbeitnehmer
auch den Vorteil der möglichen Erzielung höherer Arbeitsentgelte. Gleichzeitig darf man
jedoch nicht die Gefahren vergessen, welche in dieser Lohnart begründet liegen. Durch
diverse Einflüsse auf der Baustelle kann es Probleme im reibungslosen Bauablauf geben. So
können z.B. Witterungseinflüsse wie Hagel, Sturm, Frost oder Hochwasser jegliche vorge-
planten Arbeitsabläufe und Fertigstellungstermine ad absurdum führen. Genauso können
aber auch mangelhaft oder zu spät erbrachte Vorleistungen von am Bau beteiligten Fremd-
firmen bzw. nicht erfüllte Liefertermine der einzelnen Lieferanten einen großen Einfluss auf
Akkordleistungen und Akkordtermine haben.
Für Bauherren besteht in der Vereinbarung von Akkordleistungen die Gefahr, dass durch den
hohen Zeitdruck die Qualität der ausgeführten Leistungen sinkt. Darum sind Akkordverein-
barungen oft nicht sehr beliebt bei Bauherren.

3.2 Gestaltung von Akkordverhandlungen

Wird durch Arbeitgeber die Abrechnung einer bestimmten Baumaßnahme im Akkordlohn


gefordert, sollte sich der Arbeitnehmer im Vorhinein über die betreffende Baumaßnahme
sowie ihre Randbedingungen informieren. Weiterhin sollten unbedingt schon die entspre-
chenden Vorgabezeiten für die Montage der einzelnen Bauteile und Baugruppen festgelegt
sein. In der Regel sind diese Zeiten (häufige Bezeichnung: »Lohnminuten«) schon in betrieb-
lichen Rahmenvereinbarungen fixiert und werden nur noch durch bestimmte Zu- und
Abschläge auf die einzelnen Baustellen angepasst. So werden häufig kleinere Baumaßnah-
men mit zeitlichen Zuschlägen vereinbart, da hier das Verhältnis von Vorbereitungs- und
Transportarbeiten (z.B. Anfahrt auf die sowie Einrichten und Räumen der Baustelle, Neben-
arbeiten usw.) zur reinen Montagetätigkeit schlechter ausfällt als bei Großbaustellen. Las-

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3981-3.book Seite 36 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

3 Die Vorbereitungen in der eigenen Firma

sen Sie sich möglichst vor Abschluss der Akkordvereinbarung für das betreffende
Bauvorhaben die zugrunde gelegte Kalkulation der Montagezeiten von Ihrem Arbeitgeber
zeigen und vergleichen sie diese mit den üblichen Zeiten bzw. den in den betrieblichen Rah-
menvereinbarungen festgelegten Lohnminuten. Weiterhin sind zu diesem Zeitpunkt in der
Regel die Ausführungspläne des Fachplaners schon an Ihre Firma übergeben. Prüfen Sie
diese Pläne und entscheiden Sie in Ruhe über die Ausführungsmöglichkeiten dieses Auftra-
ges. Klären Sie auch solche wichtigen Fragen wie:
• örtliche Gegebenheiten (Transportwege, Lagermöglichkeiten)
• zur Verfügung stehende Technik
• Einsatz von fahrbaren Gerüsten und diverser Hubtechnik
• Nutzung von Krananlagen vor Ort
• Vorleistungen von anderen Gewerken
• Ausführungszeitraum (evtl. Nacht- oder Wochenendarbeit)
• Montageleistungen an bestehenden Anlagen bei laufender Nutzung des Gebäudes
• Durchführung von Arbeiten mit spezieller Sorgfalt oder Reinheit
• Notwendigkeit der Schaffung von Zwischenlösungen
• in der Kalkulation enthaltene und mit durchzuführende Nebenarbeiten
Eine nachträgliche Fixierung der Montagezeiten könnte sich für Sie und Ihre Mitmonteure
sehr nachteilig gestalten, da teilweise Arbeitgeber nicht an einer Erfüllung der Vorgabezei-
ten interessiert sind. Durch die zu kurze Vorgabe von Montagezeiten können sich Baustellen
für Monteure als permanent nicht erfüllbar gestalten, was sich natürlich negativ in den
monatlichen Lohnzahlungen niederschlägt.
Oft kommt von Monteuren in diesem Zusammenhang der Einwurf »bei der heutigen Lage
muss ich die Kalkulation der Montagezeiten so annehmen wie ich sie vom Arbeitgeber
bekomme«. Beachten Sie dabei aber, dass es sich hierbei um Ihr Geld und Ihre fachmänni-
sche Leistung handelt und der Kunde letztendlich von Ihnen eine einwandfrei abgelieferte
Leistung erwartet. Aufgrund zu kurz kalkulierter Zeiten kann es sonst für Sie nur bedeuten,
dass Sie einen Teil Ihrer Arbeit kostenlos durchführen bzw. derartige Abstriche an der Quali-
tät Ihrer Arbeit zulassen müssen, dass nachträglicher Ärger bei Übergabe bzw. Nutzung der
Anlage bereits vorprogrammiert ist.

3.3 Tabellen für die Montagezeitenplanung

Bei der Planung der Montagezeiten ist darauf zu achten, welche Art der Zeitenkalkulation
ihrer Baustellenplanung zugrunde gelegt ist. Sehr häufig werden in der Branche der Haus-
technik Gruppenminuten für die Zeitplanung vorgegeben, d.h. 2 Einzelmonteure arbeiten als
Team zusammen. Werden jedoch für die betreffenden Arbeiten Einzelmonteure eingesetzt

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3981-3.book Seite 37 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

3.3 Tabellen für die Montagezeitenplanung

– dies ist häufig bei Reparaturleistungen der Fall – macht sich die Kalkulation mit Einzelmi-
nuten erforderlich. In der nachfolgenden Gliederung sind jeweils Einzelminuten für die Arbeit
von einzelnen Monteuren aufgeführt. Beim Bedarf von Gruppenminuten sind diese aus den
Einzelminuten zu errechnen.
Die hier angegebenen Montagezeiten entsprechen der Planung für normale Baustellen mit
eher ungünstigen Verhältnissen. Besondere Baustellenverhältnisse müssen darum über
speziellen Faktoren angepasst werden:
• schlechte Baustellenverhältnisse: Faktor 1,1 bis 1,2
• günstige Baustellenverhältnisse: Faktor 0,8 bis 0,9
• Verarbeitung höherer Stückzahlen: Faktor 0,7 bis 0,9
In Abhängigkeit der Erfahrungen der jeweiligen Monteure und der verwendeten Arbeitsmit-
tel können die erreichten Montagezeiten im Vergleich zu den unten aufgeführten Zeiten
stark differieren. Es zeigt sich immer günstig nach den ersten durchgeführten Baustellen
eine Nachkalkulation mit einem Vergleich zwischen den vorgegebenen und den tatsächlich
erreichten Montagezeiten durchzuführen.

Luftleitungen
In den Minuten sind folgende Tätigkeiten des Monteurs enthalten: Transport, Montage,
Zuschnitt sowie Abdichtung der Leitungen und Formstücke, inkl. Befestigung der Halterun-
gen.

Tabelle 3.1: Wickelfalzrohre, Flexible Rohre, Abrechnung im Längenmaß (m)

Abmessung Montagedauer
DN 70, DN 80 10 min.
DN 100, DN 125 11 min.
DN 140, DN 160 13 min.
DN 180, DN 200 15 min.
DN 224, DN 250 16 min.
DN 280, DN 315 18 min.
DN 355, DN 400 22 min.
DN 450, DN 500 27 min.
DN 560, DN 630 32 min.
DN 710, DN 800 40 min.
DN 900, DN 1000 50 min.

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3 Die Vorbereitungen in der eigenen Firma

Tabelle 3.1: Wickelfalzrohre, Flexible Rohre, Abrechnung im Längenmaß (m) (Forts.)

Abmessung Montagedauer
DN 1120, DN 1250 56min.
DN 1400, DN 1600 68 min.
DN 1800, DN 2000 80 min.

Tabelle 3.2: Formstücke für Wickelfalzrohre, Abrechnung nach Anzahl (Stück)

Abmessung Montagedauer
DN 70, DN 80 10min.
DN 100, DN 125 11 min.
DN 140, DN 160 13 min.
DN 180, DN 200 15 min.
DN 224, DN 250 16 min.
DN 280, DN 315 18 min.
DN 355, DN 400 22 min.
DN 450, DN 500 27 min.
DN 560, DN 630 32 min.
DN 710, DN 800 40 min.
DN 900, DN 1000 50 min.
DN 1120, DN 1250 56 min.
DN 1400, DN 1600 68 min.
DN 1800, DN 2000 80 min.

Blechkanäle, gefalzt oder geschweißt, Einteilung nach DIN 18379

Tabelle 3.3: Gerade Kanäle, Abrechnung im Flächenmaß (m²)

Abmessung Montagedauer
Kanal L1 größte Kantenlänge bis 500 mm 20 min.
Kanal L2 größte Kantenlänge 500 bis 1000 mm 18 min.
Kanal L3 größte Kantenlänge 1000 bis 1500 mm 16 min.

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3.3 Tabellen für die Montagezeitenplanung

Tabelle 3.3: Gerade Kanäle, Abrechnung im Flächenmaß (m²) (Forts.)

Abmessung Montagedauer
Kanal L4 größte Kantenlänge 1500 bis 2000 mm 15 min.
Kanal L5 größte Kantenlänge über 2000 mm 15 min.

Tabelle 3.4: Formstücke, Abrechnung im Flächenmaß (m²)

Abmessung Montagedauer
Formstück F1 größte Kantenlänge bis 500 mm 25 min.
Formstück F2 größte Kantenlänge 500 bis 1000 mm 24 min.
Formstück F3 größte Kantenlänge 1000 bis 1500 mm 22 min.
Formstück F4 größte Kantenlänge 1500 bis 2000 mm 20 min.
Formstück F5 größte Kantenlänge über 2000 mm 18 min.

Luftdurchlässe
Tabelle 3.5: Lüftungsgitter, Abrechnung nach Anzahl (Stück)
Einbau in vorhandene Kanalausschnitte

Länge / Höhe bis Montagedauer


625 / 125 mm 16 min
625 / 425 mm 22 min.
1225 / 125 mm 30 min.
1225 / 525 mm 42 min.

Tabelle 3.6: Lüftungsgitter, Abrechnung nach Anzahl (Stück)


Einbau mit Erstellung des Kanalausschnitts

Länge / Höhe bis Montagedauer


625 / 125 mm 26 min
625 / 425 mm 33 min.
1225 / 125 mm 42 min.
1225 / 525 mm 60 min.

beim Einbau in Schiebestutzen – Zuschlag von 40 … 50 %

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3 Die Vorbereitungen in der eigenen Firma

Tabelle 3.7: Gitterbänder, Abrechnung im Längenmaß (m)


Einbau in vorhandene Kanalausschnitte

Gitterhöhe Montagedauer
bis 125 mm 35 min./m
bis 225 mm 42 min./m
über 225 mm 48 min./m

Tabelle 3.8: Gitterbänder, Abrechnung im Längenmaß (m)


Einbau mit Erstellung des Kanalausschnitts

Gitterhöhe Montagedauer
bis 125 mm 52 min./m
bis 225 mm 68 min./m
über 225 mm 84 min./m

Tabelle 3.9: Deckenluftdurchlässe, Abrechnung nach Anzahl (Stück)

Abmessung der Luftdurchlassöffnung Montagedauer


bis 400 x 400 bzw. Ø 400 mm 35 min.
über 400 x 400 bzw. Ø 400 mm 55 min.

Tabelle 3.10: Gitterkästen, Abrechnung nach Anzahl (Stück)

Einbaulage Montagedauer
Einbau in Raster-, Paneel- oder Kassettendecke 75 min.
Einbau in Decke mit glatter Untersicht 55 min.
Einbau in Wände oder Fußböden 50 min.

Tabelle 3.11: Schlitzdurchlässe, Abrechnung nach Anzahl (Stück)

Einbaubreite Montagedauer
bis 125 mm 55 min./m
bis 225 mm 74 min./m
über 225 mm 105 min./m

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3.3 Tabellen für die Montagezeitenplanung

Tabelle 3.12: Tellerventile, Abrechnung nach Anzahl (Stück)


Einbau in vorhandene Ausschnitte

Durchmesser Montagedauer
bis 150 mm 20 min.
bis 250 mm 26 min.
über 250 mm 32 min.

Tabelle 3.13: Tellerventile, Abrechnung nach Anzahl (Stück)


Einbau mit Erstellung des Ausschnitts

Durchmesser Montagedauer
bis 150 mm 32 min.
bis 250 mm 38 min.
über 250 mm 44 min.

Tabelle 3.14: Bundkragen, Abrechnung nach Anzahl (Stück)

Durchmesser Montagedauer
bis 200 mm 24 min.
bis 400 mm 28 min.
über 630 mm 36 min.

Tabelle 3.15: Schiebestutzen, Abrechnung nach Anzahl (Stück)v

Größte Kantenlänge Montagedauer


bis 650 mm 52 min.
bis 1250 mm 62 min.
über 1250 mm 68 min.

Tabelle 3.16: Reinigungsöffnungen, Abrechnung nach Anzahl (Stück)

Bauart Montagedauer
Deckel in Rundform 34 min.
Deckel in Rechteckform 60 min.

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3 Die Vorbereitungen in der eigenen Firma

Bauteile
Tabelle 3.17: Brandschutzklappen, Abrechnung nach Anzahl (Stück)

Rahmenumfang Montagedauer
bis 1000 mm 80 min.
bis 1500 mm 100 min.
bis 2000 mm 130 min.
bis 3000 mm 160 min.
bis 4000 mm 190 min.
bis 5000 mm 240 min.
bis 6000 mm 300 min.

Tabelle 3.18: Jalousie- und Regelklappen, Abrechnung nach Anzahl (Stück)


Einbau in Rohrleitung oder Kanal

Rahmenumfang Montagedauer
bis 1000 mm 55 min.
bis 2000 mm 75 min.
bis 3000 mm 90 min.
bis 4000 mm 130 min.
bis 5000 mm 190 min.
bis 6000 mm 220 min.
bis 7000 mm 280 min.
bis 8000 mm 350 min.

Tabelle 3.19: Jalousie- und Regelklappen, Abrechnung nach Anzahl (Stück)


Einbau in Mauer mit Mauerrahmen

Rahmenumfang Montagedauer
bis 1000 mm 65 min.
bis 2000 mm 90 min.
bis 3000 mm 105 min.

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3.3 Tabellen für die Montagezeitenplanung

Tabelle 3.19: Jalousie- und Regelklappen, Abrechnung nach Anzahl (Stück)


Einbau in Mauer mit Mauerrahmen (Forts.)

Rahmenumfang Montagedauer
bis 4000 mm 155 min.
bis 5000 mm 230 min.
bis 6000 mm 260 min.
bis 7000 mm 340 min.
bis 8000 mm 420 min.

Tabelle 3.20: Wetterschutzgitter, Abrechnung nach Anzahl (Stück)


Einbau in Mauer mit Mauerrahmen

Rahmenumfang Montagedauer
bis 1000 mm 65 min.
bis 2000 mm 90 min.
bis 3000 mm 105 min.
bis 4000 mm 155 min.
bis 5000 mm 230 min.
bis 6000 mm 260 min.
bis 7000 mm 340 min.
bis 8000 mm 420 min.

Tabelle 3.21: Wetterschutzgitter, Abrechnung nach Anzahl (Stück)


Wetterschutzgitter, mit Jalousieklappe und Mauerrahmen

Rahmenumfang Montagedauer
bis 1000 mm 75 min.
bis 2000 mm 110 min.
bis 3000 mm 130 min.
bis 4000 mm 160 min.
bis 5000 mm 230 min.

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3 Die Vorbereitungen in der eigenen Firma

Tabelle 3.21: Wetterschutzgitter, Abrechnung nach Anzahl (Stück)


Wetterschutzgitter, mit Jalousieklappe und Mauerrahmen (Forts.)

Rahmenumfang Montagedauer
bis 6000 mm 300 min.
bis 7000 mm 360 min.
bis 8000 mm 440 min.

Tabelle 3.22: Elastische Stutzen, Abrechnung nach Anzahl (Stück)

Anschlussdurchmesser Montagedauer
bis 250 mm 18 min.
bis 315 mm 22 min.
bis 450 mm 27 min.
bis 630 mm 33 min.
bis 710 mm 38 min.
bis 900 mm 48 min.
bis 1000 mm 60 min.
bis 1250 mm 70 min.
über 1250 mm 85 min.

Tabelle 3.23: Kulissen-Schalldämpfer, Abrechnung nach Gehäuseoberfläche (m²)

Gehäuseoberfläche 38 min./m²

Tabelle 3.24: Einbau von Einzelkulissen, Abrechnung nach Anzahl (Stück)

Kulissenabmessung (Länge) Montagedauer


bis 1000 mm 18 min.
über 1000 mm 25 min.

je nach Länge des Schalldämpfers sind Zuschläge von 10 … 20 % möglich


Montagehöhe über 3 m ab Fußboden – Zuschlag 20 %

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3.3 Tabellen für die Montagezeitenplanung

Tabelle 3.25: Telefonie-Schalldämpfer, Abrechnung nach Anzahl (Stück)

Anschlussdurchmesser Montagedauer
bis 250 mm 45 min.
bis 315 mm 62 min.
bis 450 mm 90 min.
bis 630 mm 120 min.
bis 710 mm 145 min.
bis 900 mm 165 min.
bis 1000 mm 180 min.
bis 1250 mm 200 min.
über 1250 mm 240 min.

Tabelle 3.26: Radialventilatoren, Abrechnung nach Anzahl (Stück)


einschl. Anbau und Justierung des Antriebes

Durchmesser Ansaugöffnung Montagedauer


bis 225 mm 120 min.
bis 315 mm 180 min.
bis 450 mm 200 min.
bis 630 mm 300 min.
bis 710 mm 420 min.
bis 800 mm 660 min.
bis 900 mm 800 min.
bis 1000 mm 1000 min.
bis 1120 mm 1200 min.
bis 1250 mm 1500 min.
über 1250 mm 2000 min.

Montagehöhe über 6 m ab Fußboden – Zuschlag 40 %


Zuschlag für das Anbringen von Luftverteilkästen: 60 min.

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3 Die Vorbereitungen in der eigenen Firma

Tabelle 3.27: Axialventilatoren

Durchmesser Flügelrad Montagedauer

bis 225 mm 120 min.

bis 315 mm 180 min.

bis 450 mm 200 min.

bis 630 mm 240 min.

bis 710 mm 270 min.

bis 800 mm 300 min.

bis 900 mm 340 min.

bis 1000 mm 400 min.

bis 1120 mm 500 min.

bis 1250 mm 600 min.

über 1250 mm 800 min.

Tabelle 3.28: Dachventilatoren

Anschlussdurchmesser Montagedauer

bis 225 mm 85 min.


bis 315 mm 100 min.
bis 450 mm 130 min.
bis 630 mm 150 min.
bis 710 mm 190 min.
bis 800 mm 240 min.
bis 900 mm 320 min.
bis 1000 mm 550 min.
über 1000 mm 600 min.

Zuschlag für das Anbringen von Luftansaugschächten:70 min.

46
3981-3.book Seite 47 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

3.3 Tabellen für die Montagezeitenplanung

Tabelle 3.29: Wand- und Deckenlufterhitzer, Abrechnung nach Anzahl (Stück)

Gerätegewicht Montagedauer
bis 50 kg 240 min.
bis 100 kg 300 min.
bis 150 kg 360 min.
bis 200 kg 420 min.
bis 250 kg 520 min.
bis 300 kg 600 min.

Tabelle 3.30: Dampfbefeuchter, Abrechnung nach Anzahl (Stück)

Anzahl Montagedauer
1 Dampfzylinder 330 min.
2 Dampfzylinder 520 min.
3 Dampfzylinder 720 min.

Tabelle 3.31: Taschenfilter, Abrechnung nach Anzahl (Stück)


Filter im Wandeinbau

Volumenstrom bis Montagedauer


600 m³/h 80 min.
5000 m³/h 100 min.
10000 m³/h 120 min.
20000 m³/h 140 min.
30000 m³/h 160 min.

Tabelle 3.32: Taschenfilter, Abrechnung nach Anzahl (Stück)


Filter im Kanaleinbau

Volumenstrom bis Montagedauer


600 m³/h 60 min.
5000 m³/h 80 min.

47
3981-3.book Seite 48 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

3 Die Vorbereitungen in der eigenen Firma

Tabelle 3.32: Taschenfilter, Abrechnung nach Anzahl (Stück)


Filter im Kanaleinbau (Forts.)

Volumenstrom bis Montagedauer


10000 m³/h 100 min.
20000 m³/h 140 min.
30000 m³/h 170 min.

Tabelle 3.33: Rollbandfilter, Abrechnung nach Anzahl (Stück)

Einbauhöhe Montagedauer
bis 1200 mm 600 min.
bis 2400 mm 660 min.
bis 3600 mm 750 min.
über 3600 mm 880 min.

Tabelle 3.34: Schwebstofffilterelemente, Abrechnung nach Anzahl (Stück)

Elementgrößen bis Montagedauer


bis 500 mm x 500 mm 20 min.
bis 600 mm x 600 mm 25 min.
bis 600 mm x 900 mm 30 min.
bis 600 mm x 1500 mm 40 min.
bis 600 mm x 1800 mm 45 min.
bis 800 mm x 1200 mm 50 min.
bis 800 mm x 1800 mm 60 min.
bis 1000 mm x 1200 mm 65 min.
bis 1000 mm x 1800 mm 80 min.

48
3981-3.book Seite 49 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

3.3 Tabellen für die Montagezeitenplanung

Tabelle 3.35: Regelbauteile, Abrechnung nach Anzahl (Stück)

Bauteil Montagedauer
Stellantriebe für Klappen mit Gestänge 60 min.
Ventilantriebe 26 min.
Hygrostate 25 min.
Anlegethermostate 8 min.
Flüssigkeitsstandregler 40 min.
Zeitschaltuhren 20 min.
Kanalfühler 20 min.
Raumfühler 25 min.
Differenzdruckschalter 30 min.
Windfahnenrelais, Luftstromwächter 20 min.
Frostschutzfühler 110 min.

Tabelle 3.36: Bezeichnungsschilder, Abrechnung nach Anzahl (Stück)

Bauteil Montagedauer
Schilder mit Klebebefestigung 5 min.
Kunststoffschilder mit Blechträger (Schraubbefestigung) 12 min.

Tabelle 3.37: Sonderbefestigungen aus Profilstahl, Abrechnung nach Masse (kg)

Bauteil Montagedauer
Trägerklammer, Wandkonsolen, Gewindestangen, Lüftungsschel- 12 min.
len, Luftkanalbefestigungen, Profilschienen, Hammerkopfbefesti-
gungen, Pendelaufhängungen

49
3981-3.book Seite 50 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

3 Die Vorbereitungen in der eigenen Firma

Tabelle 3.38: Isolierung, Abrechnung nach Flächenmaß (m²)

Bauteil Montagedauer
Mineralfasermatte, alukaschiert, Kanaldämmung 18 min.
Mineralfasermatte, alukaschiert, Formstückdämmung 24 min.
Mineralfasermatte, alukaschiert, Kanaldämmung 22 min.
dampfdichte Verklebung
Mineralfasermatte, alukaschiert, Formstückdämmung 28 min.
dampfdichte Verklebung
selbstklebende Schaumstoffplatten, Kanaldämmung 14 min.
selbstklebende Schaumstoffplatten, Formstückdämmung 20 min.

50
3981-3.book Seite 51 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

4 Die Arbeit auf der Baustelle

Vor Montagebeginn auf der Baustelle müssen Gespräche zwischen dem Bauherrn bzw. sei-
nen Vertretern, dem Architekten oder dem Fachingenieur und dem Meister bzw. leitenden
Obermonteur zur Vorabstimmung der einzelnen Bauphasen erfolgen. Nur so ist es möglich,
die speziell für das Bauvorhaben geplante Anlage auf die genauen Anforderungen des
Gebäudes abzustimmen und einzubauen. Häufig ergeben sich in der Zeit zwischen Erstel-
lung des Leistungsverzeichnisses und dem Vertragsabschluss Änderungen, die bei den ers-
ten gemeinsamen Abstimmungen erörtert werden müssen. Mitunter bestehen auch Fragen
seitens der ausführenden Firma, die nur mit dem Bauherrn oder seinen Vertretern geklärt
werden können. In der Regel ist zu Beginn der Bauabstimmungen der Bauablaufplan schon
erstellt, sodass er Grundlage der ersten Besprechungen wird. Dabei sollte besonders auf die
Durchführbarkeit dieser Zeitenplanung geachtet werden. Häufig klaffen die Wünsche des
Bauherrn bzw. Architekten und die Möglichkeiten der Ausführung durch die Montagefirma
weit auseinander. Auch wird teilweise nicht auf die optimale Reihenfolge der Leistungen
der einzelnen Gewerke geachtet. Hier ergeben sich oft Möglichkeiten der Verbesserung des
Bauzeitenplanes, die in Abstimmung aller Gewerke untereinander wahrgenommen werden
sollten.

4.1 Die Hierarchie einer Baustelle – die Ansprechpartner


Häufig gibt es bei Baubeginn das Problem, dass der richtige Ansprechpartner auf der Bau-
stelle noch nicht bekannt ist. Dadurch kann es am Anfang häufig zu Fehlabstimmungen
kommen oder es können wichtige Entscheidungen bei Baubeginn nicht getroffen werden.
Deshalb sollte bei Vertragsunterzeichnung oder nach Auftragserteilung als erstes eine Liste
erstellt werden, die alle notwendigen Ansprechpartner enthält. Diese Liste muss entspre-
chend der Entscheidungsgewalt auf der Baustelle gegliedert sein. So ist natürlich der jewei-
lige Bauherr als Kontaktperson der erste Ansprechpartner. Bei größeren Bauvorhaben wird
dieser meist durch einen Architekten als Generalplaner ersetzt. Diesem obliegt dann für die
meisten Belange die Entscheidungsgewalt des Bauherrn. Durch den Architekten wird in der
Regel der Oberbauleiter eingesetzt, welcher gemeinsam mit den Fachbauleitern und den
entsprechenden Meistern oder Obermonteuren die Bauberatungen durchführt. Nachfolgend
werden meist Fachplaner für die einzelnen Gewerke gestellt, die dann Fachbauleiter einset-
zen, welche die direkten Partner der ausführenden Firmen darstellen. Nur bei sehr großen
Bauvorhaben sind der Oberbauleiter und die Fachbauleiter immer auf der Baustelle zu fin-
den. Ansonsten existiert immer ein fester wöchentlicher Termin, an dem die baubeteiligten
Firmen zu einer Bauberatung zusammenkommen. Außerhalb dieser Bauberatungen erweist
es sich immer als am günstigsten, eine Telefonliste mit allen Partner dieser Baumaßnahme,
inklusive der Meister bzw. Obermonteure der anderen Gewerke, parat zu haben.

51
3981-3.book Seite 52 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

4 Die Arbeit auf der Baustelle

4.2 Einrichten der Baustelle

Durch den Bauherrn muss jeder am Bau beteiligten Firma entsprechend der VOB Teil B für
ihre Ausführungsarbeiten eine Räumlichkeit als Lager- und Arbeitsplatz auf der Baustelle
unentgeltlich überlassen werden. Weiterhin muss der entsprechende Zugang zur Baustelle
in Form von Zufahrtswegen für die ausführenden Firmen sichergestellt werden und die
Anschlüsse für Wasser und Energie müssen vorhanden sein. Dabei gilt aber zu beachten,
dass der Auftraggeber die Anschlüsse nur im Bereich der Baustelle zu gewährleisten hat. Für
das Heranbringen von Wasser bzw. Energie zu den einzelnen Arbeitsplätzen ist der Auftrag-
nehmer selbst verantwortlich.
Nach Eintreffen auf der Baustelle und der entsprechenden Anmeldung beim Bauleiter ist es
immer von Vorteil, die jeweiligen Besonderheiten der Baustelle durch eine kurze gemein-
same Begehung kennen zu lernen. Dabei sollte schon auf die folgenden Dinge geachtet wer-
den:
• Lage und Anschlussgrößen für Wasser und Energie
• Baufortschritt der schon auf der Baustelle arbeitenden Gewerke
• Abschließbarkeit der Baustelle – Diebstahlschutz
• Sicherheit auf der Baustelle (Gerüstsicherungen, Deckendurchbrüche usw.)
• Schutz vor Witterungseinflüssen
• Schnittpunkte mit anderen Leistungen auf der Baustelle
• Übereinstimmung mit übergebenen Plänen und Zeichnungen
• Einhaltbarkeit der Ausführungsfristen entsprechend der Bauzeitenplanung
Suchen Sie danach so schnell wie möglich den Ihnen zugewiesenen Lager- und Arbeitsraum
auf und versehen ihn mit einer verschließbaren Bautür. Anschließend kann mit der Einrich-
tung des Raums und der Einlagerung der mitgebrachten Werkzeuge und Bauteile begonnen
werden. Achten Sie dabei besonders auf die Diebstahlsicherheit des Lager- und Arbeitsrau-
mes. Nicht selten sind auf Baustellen die eingelagerten Arbeitsgeräte bereits nach der ers-
ten Nacht verschwunden!

4.3 Materialbestellung, Materialempfang auf der Baustelle

Nachdem nach der Vertragsunterzeichnung der Bauzeitenplan an Sie übergeben wurde,


muss so schnell wie möglich mit der Bestellung der auf der Baustelle benötigten Materialien
begonnen werden. Oft wird übersehen, dass verschiedene Bauteile (besonders Groß- und
Sonderbauteile) entsprechend lange Lieferfristen haben. Darum muss bei den Verhandlun-
gen mit den Großhändlern und Herstellerfirmen dringend auf die Terminierung der Lieferda-
ten geachtet werden. Besonders bei Zentralgeräten, welche nur auf Bestellung gefertigt

52
3981-3.book Seite 53 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

4.4 Schäden auf der Baustelle, Verluste

werden kommt es häufig zu Lieferzeiten von bis zu 12 Wochen, da speziell benötigte Teile,
wie Befeuchter oder Wärmerückgewinner erst von Unterlieferanten bezogen werden müs-
sen. Lassen Sie sich immer das entsprechende Lieferdatum schriftlich bestätigen, denn
mündliche Bestätigungen helfen Ihnen im Falle des Lieferverzuges nicht weiter. Achten Sie
bei der Bestellung auch besonders auf die Genauigkeit der Bestellangaben. Sobald die Bau-
teile in der Fertigung sind, sind Änderungen häufig nicht mehr möglich. Des Weiteren müs-
sen vor der Bestellung die örtlichen Platzverhältnisse auf die Einbringbarkeit und die
Einbaubarkeit der Materialien geprüft werden. Einer der häufigsten Planungsfehler besteht
darin, dass die ausgeschriebenen Bauteile nach Bestellung und Anlieferung nicht in das
Gebäude eingebracht werden können, da es schlicht und einfach am nötigen Platz fehlt.
Bei der Anlieferung der Materialien auf der Baustelle zum hoffentlich exakten Zeitpunkt
muss bei Übergabe der Bauteile natürlich als erstes der entsprechende Lieferschein kontrol-
liert werden. Nehmen Sie sich die entsprechende Zeit zur Kontrolle der gelieferten Teile, zäh-
len Sie genau ab und unterziehen Sie die Bauteile einer kurzen Sichtprüfung hinsichtlich ihrer
Qualität. Nach Gegenzeichnung des Lieferscheins durch Sie ist es kaum noch möglich, even-
tuell gelieferte Mindermengen beim Lieferanten oder Hersteller geltend zu machen. Die
Qualitätskontrolle kann sich auf entstandene Transportschäden beschränken. Die Funkti-
onstüchtigkeit der einzubauenden Artikel kann erst bei oder nach dem Einbau überprüft
werden. Die übergebenen Lieferscheine müssen spätestens nach 2 Tagen in Ihrer Firma vor-
liegen, da eine genaue Rechnungsverfolgung nur mit den entsprechenden Lieferscheinen
erfolgen kann.

4.4 Schäden auf der Baustelle, Verluste

Nach erfolgter Montage der Anlagenteile gilt es, diese bis zum Zeitpunkt der Abnahme vor
Beschädigungen und Verschmutzung zu schützen. Dies ist besonders wichtig bei bewegli-
chen Bauteilen, bei Fühlern oder Regelorganen, bei Luftdurchlässen und sonstigen Anlagen-
teilen mit sichtbaren Oberflächen, welche beschädigt werden können. Gehen Sie bei der
Sicherung Ihrer Anlagenteile davon aus, dass nicht alle auf der Baustelle beteiligten Gewerke
die gleiche Sorgfalt bei der Behandlung der Bauteile an den Tag legen wie Sie. Der beste Weg,
den Übergang der Verantwortung für die eingesetzten Teile vom Auftragnehmer auf den
Bauherrn zu vollziehen besteht in einer kurzfristigen Teilabnahme. Diese Form von Abnahme
sollte rechtzeitig nach der Fertigstellung von Teilleistungen, welche entweder durch die Wei-
terführung der Arbeiten verkleidet werden oder durch andere auf der Baustelle Beteiligte
beschädigt werden können, beim Bauherrn angemeldet werden. Dieser »Gefahrenübergang«
auf den Bauherrn ist für den Auftragnehmer besonders wichtig, da
• die abgenommenen Teilleistungen in die nächsten vereinbarten Teilrechnungen inte-
griert werden können
• die Verantwortlichkeit der Anlagensicherung auf den Bauherrn übergeht

53
3981-3.book Seite 54 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

4 Die Arbeit auf der Baustelle

• mit der Abnahme der Nachweis erfolgte, dass alle Teile den anerkannten Regeln der Tech-
nik entsprechend eingesetzt wurden.
Treten während der Bauphase Verluste in Form von Diebstählen auf, so ist je nach Schwere
der Tat in Zusammenarbeit mit der Bauleitung die Polizei zu verständigen. Es lohnt sich
natürlich nicht, wegen fehlender Rollen Klebeband oder fehlenden Kleinteilen auf die Polizei
zuzugehen. Sobald aber Teile in Form von Werkzeugen, Luftdurchlässen oder ähnlicher Grö-
ßen verschwinden, muss kurzfristig und schnell gehandelt werden. Das Ziel besteht nicht
nur darin, eventuell die verschwundene Technik wiederzufinden (was sich in den meisten
Fällen als ziemlich aussichtslos erweist), sondern allen auf der Baustelle mitzuteilen, dass
ein zukünftig verstärktes Augenmerk auf alle Bauteile gelegt werden muss. Weiterhin ist es
durch das Hinzuziehen der Polizei und die entsprechende Erstattung einer Anzeige erst mög-
lich, die entstandenen Schäden bei der Versicherung anzumelden. Achten Sie in Ihrem Sinne
und im Interesse aller auf der Baustelle Beteiligten immer darauf, wer sich auf der Baustelle
bewegt. Eine kurze Frage nach dem Sinn und Zweck der Anwesenheit von unbekannten Per-
sonen kostet kaum Zeit und hat schon oft potentielle Diebe verschreckt.

54
3981-3.book Seite 55 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

5 BGB und VOB

5.1 Der Werkvertrag nach BGB und VOB

Bei Bauverträgen handelt es sich in der Regel um Werkverträge, in denen sich eine Person
oder Vertragspartei einer anderen gegenüber verpflichtet eine bestimmte Leistung, in die-
sem Fall eine Bauleistung, gegen Bezahlung zu erbringen. Der Nachteil im Werkvertrag nach
BGB besteht darin, dass die Regelungen im Werkvertragsrecht nach BGB sehr allgemein
gefasst sind. Somit wurde es notwendig, für die speziellen Fälle des Bauvertragsrechtes eine
gesonderte Regelung – die Verdingungsordnung für Bauleistungen (VOB) – zu schaffen. Mit
der Schaffung der VOB war es nun möglich, die Vertragspartner bei der Erstellung von Bau-
leistungen auf eine gleichwertige Stufe zu stellen und damit eine ausgewogene Risikover-
teilung zu schaffen.
Die Werkverträge nach VOB lassen sich entsprechend der VOB Teil A in 3 verschiedene Ver-
tragsformen gliedern:
• Leistungsvertrag
• Stundenlohnvertrag
• Selbstkostenerstattungsvertrag
Der Leistungsvertrag stellt bei den Vertragsarten die am häufigsten abgeschlossene Form
dar. Er untergliedert sich noch in den:
• Einheitspreisvertrag und den
• Pauschalvertrag.
Der Einheitspreisvertrag wird am häufigsten für technische oder wirtschaftliche Teilleistun-
gen verwendet. Die Mengen nach Maß, Gewicht oder Anzahl werden dabei für diesen Vertrag
im dazugehörigen Angebot bzw. im vorher erstellten und verpreisten Leistungsverzeichnis
festgeschrieben. Als Abschluss einer Baumaßnahme mit Einheitspreisvertrag steht immer
das Aufmaß, mit dessen Hilfe die einzelnen eingesetzten Massen abgerechnet werden.
Diese Vertragsart stellt somit die genaueste Abrechnungsform auf jeder Baustelle dar, da bei
ordentlich durchgeführten Aufmaßen die reellen eingesetzten Leistungen verrechnet wer-
den.
Im Pauschalvertrag findet die Abrechnung über eine bereits vor Baubeginn pauschalisierte
Summe, die sogenannte Pauschalsumme, statt. Grundlage eines jeden Pauschalvertrags ist
eine möglichst genaue Beschreibung der zu erbringenden Leistung. Diese kann durch den
Ausführenden in Form eines Angebots erbracht werden, welches nach einer Baustellenbege-
hung und nachfolgenden Abstimmungen mit dem Auftraggeber, erstellt wurde. Diese Vari-
ante ist aber nur bei kleineren Bauvorhaben zu empfehlen, da größere Bauvorhaben einer

55
3981-3.book Seite 56 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

5 BGB und VOB

genaueren Planung bedürfen, welche meist für einfache Angebote aufgrund von Zeitdruck
und Arbeitsaufwand nicht erstellt werden kann. Für umfangreichere Bauleistungen werden
in der Regel Planungen erstellt und damit liegt ein entsprechendes Leistungsverzeichnis mit
den dazugehörigen Ausführungszeichnungen vor. Damit ist das Wagnis des Auftragnehmers
relativ genau fixierbar, sodass nach entsprechendem Einarbeiten in die Vertrags- bzw. Aus-
führungsunterlagen und einer entsprechenden Baustellenbegehung ein Pauschalvertrag
abgeschlossen werden kann. Die Baustellenbegehung sollte in jedem Fall vor Vertragsunter-
zeichnung durchgeführt werden, denn nur so sind eventuelle Unwägbarkeiten in Form von
schlechten Anfahrtswegen, nicht vorhandenen Energieträgern, fehlendem Baufortschritt,
Fehlern in den Ausführungsunterlagen u. Ä. viel leichter erkennbar. Die Vorteile des Pauschal-
vertrags liegen zum einen in der Zeitersparnis für das hierbei nicht notwendige Aufmaß und
zum anderen in eventuellen Einsparungen infolge ungenauer Ausschreibungen mit zu gro-
ßen Massen oder Mengen bzw. günstigeren Baulösungen durch den Auftragnehmer und den
damit verbundenen Minimierungen.
Der Stundenlohnvertrag wird nur für Bauleistungen mit geringerem Umfang genutzt, bei
denen vorwiegend Lohnleistungen auftreten. Günstig zeigt es sich bei der Nutzung dieser
Vertragsart, wenn die geplante Gesamtzahl der Stunden bereits bei Auftragsvergabe fixiert
wird und evtl. auftretende Mehrstunden per Nachtrag auf die Auftragssumme aufgeschla-
gen werden.
Der Selbstkostenerstattungsvertrag wird nur für Bauleistungen genutzt, welche vor der Ver-
gabe nicht genau definierbar bzw. feststellbar sind. Diese Vertragsart stellt die absolute
Ausnahme im Baugeschehen dar. Bei Auftragsvergabe müssen dabei folgende Festlegungen
getroffen werden:
• Stundenlöhne
• Materialpreise
• Kosten für Gerätevorhaltung
• sonstige Kosten
• Gewinnbemessung
Sobald die Bauleistungen definierbar werden, sollte ein Wechsel zum Leistungsvertrag
durchgeführt werden.
Die VOB gliedert sich in 3 Teile, die Teile A, B und C.
Teil A befasst sich mit den allgemeinen Bestimmungen für die Vergabe von Bauleistungen.
Er enthält Richtlinien für die Gestaltung und den Aufbau von Verdingungsunterlagen (Aus-
schreibungsunterlagen), unterscheidet zwischen den verschiedenen Arten der Vergabe und
legt das Prozedere bis zum Abschluss des Bauvertrages fest.
Im Teil B sind die allgemeinen Bestimmungen für die Ausführung von Bauleistungen enthal-
ten. Er regelt den gesamten rechtlichen Teil der abzuschließenden Bauverträge.
Teil C beinhaltet die allgemeinen technischen Vertragsbedingungen für Bauleistungen.
Dieser Teil erläutert die verbindlichen Vorgaben für die einzusetzenden Bauteile und

56
3981-3.book Seite 57 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

5.2 VOB – Teil A

Stoffe. Weiterhin werden in diesem Teil die üblichen Nebenleistungen für die Herstellung
der jeweiligen Bauleistungen aufgeführt und die Durchführung von Aufmaß und Abrech-
nung festgelegt.
Im Nachfolgenden soll auf die wichtigsten Punkte der VOB – Teile A, B und C eingegangen
werden, eine komplette Behandlung der VOB würde den Rahmen dieses Buches sprengen.

5.2 VOB – Teil A

Vergabe der Bauleistungen


Die Vergabe der Bauleistungen gliedert sich in 3 verschiedene Arten. Die am häufigsten
genutzte Art ist die öffentliche Ausschreibung. Darin werden die Bauleistungen in einem
fest vorgeschriebenen Verfahren nach öffentlicher Aufforderung (meist in der Presse oder
speziellen Ausschreibungsblättern) einer unbeschränkten Anzahl von Unternehmern zur
Angebotsabgabe vergeben. Durch die öffentliche Ausschreibung kommt es meist zu einer
sehr großen Anzahl von Bietern und damit auch zu starken Schwankungen im Ange-
botspreis. Bei der Auswertung der Angebote obliegt es der Sorgfalt des Planers, nicht das
billigste Angebot zur Vergabe vorzuschlagen, sondern das wirtschaftlichste und am besten
ausführbarste zu wählen.
Weiterhin können Bauleistungen durch die beschränkte Ausschreibung nach öffentlichem
Teilnahmewettbewerb vergeben werden. Diese Möglichkeit wird genutzt, wenn die Leistung
nur von einem beschränkten Kreis von Unternehmern in geeigneter Weise ausgeführt wer-
den kann. Hierbei wird auch die Form der Veröffentlichung wie bei der öffentlichen Aus-
schreibung genutzt. Nachdem sich die verschiedenen möglichen Bieter gemeldet haben,
werden die am besten Geeigneten für dieses Bauvorhaben nach bestimmten Auswahl-
schlüsseln festgelegt. Dabei kann die Auswahl z.B. nach:
• der Erfahrung für bestimmte Baumaßnahmen
• den vorhandenen technischen Einrichtungen
• der Anzahl der fachkundigen Arbeitskräfte
• der Anzahl von Arbeitskräften mit einer speziellen Ausbildung
u.a. durchgeführt werden.
Die dritte Art der Bauleistungsvergabe besteht in der freien Vergabe. Diese wird meist bei
relativ geringen Ausschreibungssummen (häufig bis 25.000 Euro) oder bei Reparaturen
genutzt. Hierbei wird die Firmenauswahl bereits vom Auftraggeber nach eigenen Prämissen
und Gesichtspunkten durchgeführt und es werden Angebote von mindestens 3 bis 8 Firmen
eingeholt, von denen dann der Günstigste den Auftrag bekommt. Der Vorteil der freien Ver-
gabe besteht in der Möglichkeit, das oft etwas langfristige Verfahren der Veröffentlichung
und der Bieterauswahl zu umgehen und damit den zeitlichen Verlauf etwas abzukürzen.

57
3981-3.book Seite 58 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

5 BGB und VOB

Wettbewerbsteilnahme
Für die Teilnahme an Ausschreibungen gibt es entsprechend der VOB A feste Anforderun-
gen. Vom Bieter müssen bei beabsichtigter Teilnahme die folgenden Angaben erbracht wer-
den:
• Jahresumsatz der letzten 3 Geschäftsjahre für vergleichbare Leistungen
• Leistungsangabe der letzten 3 Geschäftsjahre (Referenzen für vergleichbare Leistungen)
• durchschnittliche Anzahl der Arbeitskräfte der letzten 3 Geschäftsjahre
• vorhandene technische Ausrüstung
• Leitungspersonal (Ingenieure, Meister)
• Eintragung ins Berufsregister
• Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamtes und der Krankenkasse
• andere geforderte Spezialnachweise
Werden diese Angaben nicht erbracht, stellt dies einen Ausschlussgrund von der Ausschrei-
bung dar. Dazu muss bemerkt werden, dass durch Sie dringend darauf geachtet werden
muss diese Anforderungen zu erfüllen. Kein Planer oder Auftraggeber nimmt auf Sie Rück-
sicht, falls diese Angaben fehlen oder zu spät erbracht werden, denn fehlende Daten lassen
immer den Rückschluss auf fehlende Zuverlässigkeit des Bieters zu.
Des Weiteren können die folgenden Fehlleistungen zum Ausschluss aus dem Bieterverfah-
ren führen:
• bestehender Insolvenzantrag für Ihre Firma
• Ihre Firma befindet sich in Liquidation
• es gibt nachgewiesene Verfehlungen (z.B. Bestechungen, Betrugsversuche)
• keine vollständige Zahlung von Steuern und Sozialabgaben
• falsche Angaben zu Fachkunde und Leistungsfähigkeit
• Nichtanmeldung bei der Berufsgenossenschaft
Achten Sie immer darauf, Ihre Angaben aktuell und nach bestem Gewissen zu machen. Es
wird immer Konkurrenten geben, die Ihre Firma genau kennen und den Auftraggeber über
Sie informieren, um im Wettbewerb besser dazustehen.

Leistungsverzeichnisse
Das Leistungsverzeichnis (LV) stellt die genaueste Art der Anlagenbeschreibung dar. Mit
Hilfe eines LV ist es dem Auftraggeber möglich, vergleichbare Angebote von den verschiede-
nen Bietern zu bekommen. Bei der Verpreisung der Ausschreibung sollten Sie sich möglichst
genau an die vom Ingenieurbüro erstellten Vorgaben halten. Falls die Nennung eines Her-
stellers gefordert wird, muss dieser eingetragen werden. Unterlassen Sie es unbedingt,
Beschreibungen zu ändern, teilweise zu streichen oder zu ergänzen. Eintragungen im LV soll-
ten nur an den geforderten Punkten erfolgen. Sonstige Änderungen in den Ausschreibungs-

58
3981-3.book Seite 59 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

5.2 VOB – Teil A

unterlagen können und werden zum Ausschluss Ihrer Firma führen. Planer sind in dieser
Hinsicht sehr genau bei der Wertung der abgegebenen Angebote und werden seitens der
jeweiligen Prüfstellen auch zu dieser Genauigkeit angehalten. Achten Sie weiterhin auch bei
der Ausfüllung der Unterlagen auf genau eingesetzte Preise – im Leistungsverzeichnis wer-
den immer zuerst der Einzelpreis und danach der mit der entsprechenden Menge multipli-
zierte Gesamtpreis abgefragt. Häufig schon haben Ungenauigkeiten seitens der Bieter zu
überhöhten Preisen geführt, indem aus Versehen bei Einzel- und Gesamtpreis die gleichen
Summen eingetragen wurden. Es gilt bei Wertung der Preise immer der Einzelpreis. Das
heißt, bei gleichen eingetragenen Summen wird der schon fehlerhaft überhöhte Einzelpreis
noch mit der jeweiligen Menge multipliziert.
Nachfolgend finden Sie einzelne Beispielpositionen eines Leistungsverzeichnisses:
Pos. 2.3.100. Luftleitung als Rechteckkanal
aus verzinktem Stahlblech
Kanalverbindung mit Flachrahmen DIN EN 1505
mit verzinkten Tragkonstruktionen aus Profil- oder Bandstahl, zur
Auflage / Aufhängung des Luftleitungssystems, einschl. Gewindestangen
und Befestigungsschrauben mit zugelassenen Dübeln, Ausführung mit
schalldämmender Zwischenlage Montagehöhen bis 8 m
Kantenlänge 501 – 1000 mm liefern und montieren
11,00 m² EP: _______________ GP: ________________
Pos. 2.3.110. Formstück für Luftleitung als Rechteckkanal
aus verzinktem Stahlblech
einschl. einwandiger Leitbleche ( Bögen )
Kanalverbindung mit Flachrahmen nach DIN EN 1505
mit verzinkten Tragkonstruktionen aus Profil- oder Bandstahl,
zur Auflage / Aufhängung des Luftleitungssystems, einschl. Gewindestangen
und Befestigungsschrauben mit zugelassenen Dübeln, Ausführung mit
schalldämmender Zwischenlage
Montagehöhen bis 8 m
Kantenlänge bis 500 mm
liefern und montieren
5,00 m² EP: _______________ GP: ________________
Pos. 1.3.120. Luftleitung als Wickelfalzrohr
aus verzinktem Stahlblech nach DIN EN 1506, mit verzinkter Tragekonstruk-
tion aus Profil- oder Bandstahl zum Aufhängen des Luftleitungssystems, ein-
schl. Gewindestangen und Befestigungsschrauben mit zugelassenen Dübeln,
Ausführung mit schalldämmender Zwischenlage Montagehöhen bis 8 m Rei-
nigungs- und Revisionsöffnungen sowie Steckverbinder mit Schrumpfband
sind in die Einzelpreise mit einzukalkulieren.
Die Verlegung erfolgt luftdicht und nach EUROVENT-Norm.
Abmessung: DN 500

59
3981-3.book Seite 60 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

5 BGB und VOB

aus verzinktem Stahlblech


liefern und montieren
22,00 m EP: _______________ GP: ________________
Pos. 1.3.130. Zulage zur Luftleitung für Formstück
aus verzinktem Stahlblech,
als Bogen, T-Stück, Übergangsstück nach DIN EN 1506 mit Steckverbindung
und Schrumpfmuffen Ausführung mit schalldämmender Zwischenlage inkl.
Befestigungs- und Verbindungsmaterial
hier als 90° Bogen
Abmessung: DN 500
aus verzinktem Stahlblech
liefern und montieren
6,00 Stck. EP: _______________ GP: ________________
Pos. 1.3.140. Drosselklappe
Typ DKA für Rohreinbau, bestehend aus rundem Gehäuse mit eingesetzter,
drehbar gelagerter Stahlblechklappe, Gehäuse und Klappe aus Stahlblech
verzinkt, Klappenbetätigung manuell
Fabrikat: SCHAKO
Typ: DKG 315
Nennweite: DN 315
angebotenes Fabrikat: ...........................................................................................
angebotener Typ: ....................................................................................................
liefern und montieren
4,00 Stck. EP: _______________ GP: _______________
Pos. 1.3.170. Brandschutzklappe in runder Bauform mit oder ohne Anschlussflanschen,
zum Absperren von Luftleitungen zwischen zwei Brandabschnitten.
Brandschutztechnisch geprüft nach EN 1366-2 mit CE-Kennzeichnung und
Leistungserklärung nach Bauproduktenverordnung.
Die funktionsfähige Einheit enthält ein feuerbeständiges Klappenblatt und
eine Auslöseeinrichtung. Geeignet zum Nasseinbau in massiven Wänden und
Decken, in Leichtbauwänden und Brandwänden mit beidseitiger Beplankung
und in Schachtwänden mit und ohne Metallständer und einseitiger Beplan-
kung, sowie zum Trockeneinbau in Leichtbauwänden mit beidseitiger Beplan-
kung.
Gehäuselänge 495 mm und 550 mm zum direkten Anschluss an Luftleitungen
aus nicht brennbaren oder brennbaren Baustoffen. Thermische oder thermo-
elektrische Auslösung für 72 °C oder 95 °C (Warmluftheizungen) Auslösetem-
peratur.
Materialien und Oberflächen

60
3981-3.book Seite 61 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

5.2 VOB – Teil A

Gehäuse aus verzinktem Stahlblech, Klappenblatt aus Spezial-Isolierstoff,


Klappenachse aus verzinktem Stahl, Gleitlager aus Kunststoff und Dichtungen
aus Elastomeren.
Fabrikat: TROX
Serie: FKR-EU
Typ: FKR-EU/DE/315/SS/Z01
oder gleichwertig
angebotenes Fabrikat: ...........................................................................................
angebotenert Typ: ...................................................................................................
liefern und montieren
2,00 Stck. EP: _______________ GP: _______________
Pos. 1.3.160. Lüftungsgitter aus Stahlblech in rechteckiger Bauform für Zuluft und
Abluft. Formschöner schräg auslaufender Frontrahmen mit Innenfase. Vor-
zugsweise für Wand- und Brüstungseinbau, jedoch auch für rechteckige
Luftleitungen.
Einbaufertige Komponente, bestehend aus Frontrahmen und einzeln verstell-
baren, senkrechten Lamellen.
Verdeckte Schraubbefestigung oder Warzenlochung zum Einbau in einen Ein-
baurahmen oder Befestigung auf der Einbaufläche.
Schallleistungspegel des Strömungsgeräusches gemessen nach EN ISO 5135.
Materialien und Oberflächen
Frontrahmen und Lamellen aus Stahlblech. Frontrahmen und Lamellen pulver-
beschichtet, RAL 9010, reinweiß.
Fabrikat: TROX
Type: TRS-KD 525 x 125
oder gleichwertig
angebotenes Fabrikat: ...........................................................................................
angebotener Typ: ....................................................................................................
liefern und montieren
4,00 Stck. EP: ________________ GP: ________________

Angebotsfrist, Bewerbungsfrist, Zuschlagsfrist


Für die Teilnahme an beschränkten Ausschreibungen gilt in der Regel eine Bewerbungsfrist
von mindestens 1 bis 2 Wochen. Dieser Zeitraum ist im Normalfall ausreichend, um die kom-
pletten Bewerbungsunterlagen zusammenzustellen. Falls dies Ihnen aus den verschiedens-
ten Gründen nicht möglich ist, achten Sie darauf, das zuständige Ingenieurbüro über das

61
3981-3.book Seite 62 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

5 BGB und VOB

eventuelle Fehlen von Unterlagen zu informieren und reichen Sie diese so schnell wie mög-
lich nach.
Nach dem Versand der Ausschreibungsunterlagen erhält man eine Mindestbearbeitungs-
dauer von 10 Kalendertagen; im Regelfall wird aber versucht, die Bearbeitungsdauer für die
Bieter auf 2 bis 3 Wochen zu verlängern. Durch diese längere Frist werden meist günstigere
Preise erzielt, da die Angebote genauer bearbeitet werden können. Achten Sie nach Fertig-
stellung des Angebotes darauf, es in einem verschlossenen Umschlag abzugeben. Es soll
tunlichst vermieden werden, dass andere Bieter einen Einblick in Ihre Unterlagen erhalten.
Die Angebotsfrist wird danach mit der Öffnung des ersten Angebotes beendet, das heißt
jeder Bieter, der auch nur 30 Sekunden nach dieser Öffnung zur Submission (Angebotseröff-
nung) erscheint, hat kein Recht mehr sein Angebot in die Wertung eingehen zu lassen.
Darum gilt hier der wichtige Grundsatz: »Erscheinen Sie zu Submissionen immer über-
pünktlich!«.
Nach der Angebotsfrist beginnt immer die Zuschlagsfrist.
Während der Zuschlagsfrist werden die einzelnen Angebote seitens des ausschreibenden
Planers auf ihre technische und rechnerische Richtigkeit geprüft. Dabei wird ein spezielles
Augenmerk auf die Gleichwertigkeit der angebotenen Produkte zu den ausgeschriebenen
Qualitäten gelegt. Grundsätzlich gilt hierbei, dass die Gleichwertigkeit der angebotenen
Materialien durch den Bieter selbst nachzuweisen ist. Achten Sie also immer darauf, eventu-
elle Unklarheiten hinsichtlich Ihrer angebotenen Qualitäten vor Angebotsabgabe auszuräu-
men und die entsprechenden Nachweise bei Abgabe beizuheften. Weiterhin werden
natürlich auch die angebotenen Preise verglichen. Dabei gilt nicht der immer noch weit ver-
breitete Grundsatz, dass der preiswerteste Bieter automatisch den Zuschlag bekommen
muss. Treten in einem Angebot extreme Preisdifferenzen zu anderen Bietern auf, d.h. in
einem Angebot kommt es zu stark überhöhten oder extrem niedrigen Preisen, hat der Planer
die Möglichkeit, diesen betreffenden Bieter auszuschließen.
Die Zuschlagsfrist endet mit dem Zuschlag, d.h. der Vergabe der entsprechenden Bauleis-
tung. Zur Vergabe der Bauleistung muss nicht immer ein spezieller Vertrag geschlossen wer-
den. Hierbei genügt es (oft ist dies bei öffentlichen Auftraggebern der Fall), wenn der
Auftragnehmer die Mitteilung über den Zuschlag erhält. Danach folgen der Baubeginn und
die Durchführung der Baumaßnahme. Die Regelungen dazu sind in der VOB, Teil B zu finden.

5.3 VOB – Teil B

In der VOB, Teil B sind alle rechtlichen Belange der Zusammenarbeit der Firmen miteinander
auf der Baustelle und des Verhältnisses zwischen Auftragnehmer und Auftraggeber geregelt.

62
3981-3.book Seite 63 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

5.3 VOB – Teil B

Ausführung
Die Ausführung der Bauleistungen stellt den Hauptteil Ihrer Leistungen für den Auftragge-
ber dar. Bei der Leistungsausführung müssen auf jeden Fall alle Gesetze, Normen und
behördliche Bestimmungen sowie die allgemeinen Regeln der Technik beachtet werden.
Durch den Auftraggeber sind vor Baubeginn die folgenden unentgeltlichen Vorleistungen für
die Baustelle zu erbringen:
• Schaffung der notwendigen Lager- und Arbeitsplätze
• Schaffung der benötigten Zufahrtswege
• Herstellung der notwendigen Anschlüsse für Wasser und Energie (z.B. Baustrom oder
Bauwasser)
Kommt es durch mangelhafte Durchführung Ihrer Arbeiten während der Ausführungsfrist zu
Fehlleistungen auf der Baustelle, darf der Auftraggeber Ihnen auch schon vor der Abnahme
eine Frist zur Änderung der Leistungen setzen. Erfüllen Sie diese Forderung nicht, kann der
Auftraggeber Ihnen den Auftrag entziehen.
Durch den Auftragnehmer müssen seine ausgeführten Bauleistungen bis zur Abnahme vor
Diebstahl und Beschädigung geschützt werden. Das bedeutet für Sie, dass eine erhöhte
Sorgfalt während der Bauzeit auf die notwendige Sicherung des Bauwerks gegen unbefug-
tes Eindringen oder Witterungseinflüsse gelegt werden muss. Kann zum Beispiel eine Absi-
cherung gegen Regen, Schnee oder ähnliches nicht gewährleistet werden, dürfen von ihnen
keine witterungsempfindlichen Bauteile (z.B. Zentralgeräte zur Innenaufstellung) aufge-
stellt werden.
Falls durch den Bauherrn oder seinen Vertreter Anordnungen oder Weisungen hinsichtlich
Ihrer Ausführungen getroffen werden, die Ihnen unzweckmäßig oder unberechtigt erschei-
nen bzw. gegen allgemeine technische Regeln (z.B. DIN- oder VDI-Vorschriften) verstoßen,
muss durch Sie eine Bedenkenanmeldung erstellt werden. Das gleiche gilt, wenn durch eine
vor Ihnen am Bau beteiligte Firma Leistungen erbracht wurden, die gegen die allgemeinen
Regeln der Technik verstoßen bzw. die es Ihnen als Nachfolgegewerk unmöglich machen eine
einwandfreie Leistung zu erbringen. Führen Sie diese Bedenkensanmeldung immer schrift-
lich, zeigen Sie in diesem Schreiben die Mängel genau auf und benennen Sie die Auswirkun-
gen, die diese auf Ihre Arbeit haben.
Während der Bauausführung kommt es oft zu zusätzlichen Auftragserteilungen durch den
Planer oder Architekten. Diese Vertreter des Bauherrn dürfen aber in der Regel nur über Auf-
tragserweiterungen von 3 bis 5 % der Bausumme entscheiden. Der bauausführenden Firma
ist aber oft nicht bekannt, ob dieser Auftrag mit dem Bauherrn abgestimmt wurde. Zur
Absicherung Ihrer Leistungen und der damit verbundenen Bezahlung ist es damit immer
günstiger, den Auftrag noch einmal direkt mit dem Auftraggeber abzustimmen. Nutzen Sie
dazu am besten einen Musterbrief der folgenden Art:

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3981-3.book Seite 64 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

5 BGB und VOB

An Fa. H. Bau GmbH


Hausstr. 11
Klimahausen

Bauvorhaben: Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung

Sehr geehrter Herr Bau,


vielen Dank für den Zusatzauftrag, den wir durch Ihren Architekten, Herrn Planer, gestern
erhielten und den wir Ihnen hiermit bestätigen. Wir werden dem entsprechend auch die Per-
sonalräume mit einer von uns ausgelegten Lüftungsanlage ausrüsten. Gleichzeitig weisen
wir darauf hin, dass dadurch Mehrkosten entsprechend unserem beigefügten Angebot von
21.500,00 EURO entstehen.
Bitte bestätigen Sie uns die Richtigkeit dieser Auftragserweiterung und senden uns einen
Durchschlag des Angebotes damit zurück. Der Beginn der Ausführung wird sofort erfolgen,
nachdem wir Ihre schriftliche Auftragsbestätigung erhalten haben.

Mit freundlichen Grüßen

Fa. Clever & Findig GmbH

Häufig werden von Planern verursachte Fehler gern den ausführenden Firmen mit dem Hin-
weis zugeschoben, dass diese Mängel vor der Montage durch den Auftragnehmer hätten
erkannt werden müssen und nun dieser für diese Fehlleistungen verantwortlich sei. Diese
Feststellung gilt nur bei groben Fehlern, die Sie als Fachmann vor bzw. während der Ausfüh-
rung hätten erkennen müssen (z.B. fehlende Brandschutzklappen beim Durchführen von Kanä-
len durch ausgewiesene Brandwände). Sind die bei der Planung verursachten Fehler durch Sie
aber trotz genauer Befassung mit der Bauausführungsleistung nicht erkennbar (z.B. Berech-
nungsfehler bei der Leistung eines zu klein ausgelegten Lufterhitzers oder zu gering berech-
nete Volumenströme), so trifft die Schuldigkeit allein den Planer der Anlage.

Gewährleistung
Die Gewährleistung beginnt mit dem Zeitpunkt der Abnahme der erbrachten Bauleistung.
Eine Gewährleistung stellt keine Garantie dar. Mit der Gewährleistung übernimmt der Auf-
traggeber die Gewähr, dass seine Leistungen zum Zeitpunkt der Abnahme folgende Eigen-
schaften aufweisen:
• die erbrachte Leistung weist die vertraglich zugesicherten Eigenschaften auf
• sie entspricht den anerkannten Regeln der Technik

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3981-3.book Seite 65 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

5.3 VOB – Teil B

• sie ist nicht mit Fehlern behaftet, die den vorausgesetzten Gebrauch mindern oder unmög-
lich machen
Dies bedeutet aber nicht, dass Sie auf alle Leistungen, die von Ihnen auf der Baustelle
erbracht wurden eine Gewährleistung übernehmen müssen. Beim Zutreffen der folgenden
Punkte ist der Auftragnehmer von der Gewährleistung freigestellt:
• In der der Leistung zugrunde liegenden Leistungsbeschreibung (Leistungsverzeichnis) liegt
ein Mangel vor, den der Auftragnehmer nicht erkennen konnte – z.B. durch das Ingenieur-
büro wurde ein falscher Volumenstrom berechnet und der Auslegung der Kanäle und Luft-
durchlässe zugrunde gelegt.
• Es liegt ein Mangel durch erteilte Anordnungen des Auftraggebers vor – z.B. nach Einbau
der Luftdurchlässe wurde noch eine Ständerwand eingezogen und es kommt nun zu Zu-
gerscheinungen im Raum.
• Vom Auftraggeber gelieferte Bauteile sind fehlerhaft – z.B. der Auftraggeber hat einen
Ventilator aus der Insolvenzmasse einer Firma ersteigert und dieser liefert nun nicht den
auf dem Typenschild angegebenen Luftvolumenstrom.
• Auf der Baustelle kommt es zu einer fehlerhaften Vorleistung eines anderen Unterneh-
mers – z.B. Halterungen von Kanälen lösen sich, da es zu Rissen im Beton kommt, weil
das Bauunternehmen in der Frostperiode Beton gegossen hat und Putzarbeiten durch-
führte, ohne für die entsprechende Frostfreiheit durch Bauwärme zu sorgen.
Wird ein Mangel an der von Ihnen erstellten Leistung durch den Auftraggeber angezeigt,
sollten als erstes von Ihnen die folgenden Fragen gestellt bzw. auf der Baustelle überprüft
werden:
• Handelt es sich bei dem angezeigten Mangel um eine normale Abnutzung (Verschleiß)?
• Gab es Eingriffe Dritter in die von Ihnen erstellte Anlage?
• Wurde die Anlage gewartet?
• Wurden die richtigen Betriebsstoffe verwendet?
Die Anzeige eines Mangels muss durch den Auftraggeber immer schriftlich erfolgen.
Durch Sie als Auftragnehmer müssen in der gesetzlichen Gewährleistungsfrist alle auftre-
tenden Mängel behoben werden, die auf Ihre vertragswidrigen Leistungen zurückzuführen
sind. Führen Sie diese Tätigkeiten möglichst zügig durch. Falls Sie in einer angemessenen
Frist diese Arbeiten zur Mängelbeseitigung nicht durchgeführt haben, hat der Auftraggeber
nach vorheriger Ankündigung das Recht eine Drittfirma damit zu beauftragen. Die Kosten
für diese Leistungen trägt natürlich der Erbringer der fehlerhaften Leistungen, also in die-
sem Falle Sie.

Abnahme
Die Abnahme stellt auf der Baustelle einen der wichtigsten Punkte des Baugeschehens dar.
Die Abnahme bedeutet für den Auftragnehmer und den Auftraggeber:

65
3981-3.book Seite 66 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

5 BGB und VOB

• Beginn der Gewährleistungsfrist,


• Gefahrenübergang auf den Auftraggeber,
• Verlust der Verzugsansprüche des Auftraggebers,
• der Auftragnehmer kann seine Schluss- bzw. Teilrechnung stellen, der entsprechende
Werklohn wird fällig,
• eventuell vorhandene Mängel müssen durch den Auftraggeber bewiesen werden (Be-
weislastübergang).
Mit der förmlichen Abnahme entsteht somit eine Rechtssicherheit für beide Vertragspar-
teien. Wird durch den Auftragnehmer die Abnahme der Leistung verlangt (immer schrift-
lich!) sollte nach VOB die Abnahme binnen 12 Werktagen erfolgen. Es zeigt sich hinsichtlich
der Abnahme besonders bei größeren Bauvorhaben immer günstig, mit dem Auftraggeber
Teilabnahmen zu vereinbaren. Dadurch wird es Ihnen möglich, Ihre Leistungen besser zu
strukturieren. Weiterhin können entsprechend dem dabei durchgeführten Aufmaß einfacher
Zwischenrechnungen erstellt werden. Schließlich dokumentieren Sie dem Auftraggeber
noch die Qualität Ihrer erbrachten Leistung bevor andere, nachfolgende, Gewerke ( z.B. Maler
oder Trockenbauer) Schäden an den Bauteilen bei Ihrer Arbeit bewirken, die ohne Teilab-
nahme zu Ihren Lasten gehen würden.

Abrechnung der Leistungen


Bei der Erstellung der Teil- oder Schlussrechnung sollten Sie immer darauf achten, dass Ihre
Leistungen nachprüfbar abgerechnet werden. Das bedeutet für Sie, Ihre Rechnungen müssen
übersichtlich und leserlich gestaltet werden. Die Rechnungen müssen unbedingt die Positions-
reihenfolgen und -bezeichnungen entsprechend Ihres Angebotes bzw. Leistungsverzeichnisses
enthalten. Eventuelle Nachträge und zusätzliche Leistungen werden am Schluss der Rechnung
aufgeführt. Fügen Sie die evtl. erstellten Aufmaße bzw. Revisionszeichnungen immer bei.
Bedenken Sie bei der Erstellung Ihrer Rechnungen, dass eine frühzeitige Rechnungserstellung
den Auftraggeber schneller in die Zahlungspflicht bringt.

Stundenlohnarbeiten
Stundenlohnarbeiten, auch Regieleistungen genannt, müssen vor Beginn ihrer Durchführung
vereinbart werden. Erbringen Sie niemals diese Leistungen ohne eine vorherige Abstimmung
mit dem Auftraggeber oder seinem Vertreter und einer schriftlichen Bestätigung, so notwen-
dig diese Arbeiten auch seien mögen. Im Nachhinein werden diese Tätigkeiten ansonsten in
den seltensten Fällen anerkannt. Dokumentieren Sie Ihre Stundenlohnarbeiten immer auf
einem Stundenlohnzettel und erstellen Sie spätestens 4 Wochen nach diesen Arbeiten eine
Stundenlohnrechnung.

Behinderung und Unterbrechung der Leistungen


Glauben Sie sich, durch nicht von Ihnen verschuldete Umstände, an der Ausführung Ihrer Leis-
tung behindert, stellen Sie umgehend eine Behinderungsanzeige. Durch die Behinderungsan-

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3981-3.book Seite 67 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

5.3 VOB – Teil B

zeige wird der Auftraggeber bzw. sein Vertreter darauf aufmerksam gemacht, dass durch
problematische Umstände auf der Baustelle (wie etwa nicht abgeschlossene Vorarbeiten
anderer Unternehmer, z.B. Putzarbeiten) eine Weiterführung Ihrer Tätigkeit nicht möglich ist.
Dadurch kann es zu Verschiebungen im Bauablauf bzw. der Baufertigstellung kommen, die
Ihnen jedoch nicht mehr zur Last gelegt werden können. Normale Witterungseinflüsse, wie
z.B. Frost im Winter, können dabei aber nicht als Behinderung geltend gemacht werden. Eine
typische Behinderungsanzeige ist im Folgenden dargestellt:

An Fa. H. Bau GmbH


Hausstr. 11
Klimahausen

Bauvorhaben: Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung

Sehr geehrter Herr Bau,


gemäß § 6 Nr. 1 VOB/B ist der Auftragnehmer verpflichtet, dem Auftraggeber anzuzeigen,
wenn er sich in der ordnungsgemäßen Ausführung der Leistung behindert glaubt.
Dementsprechend zeigen wir hiermit an, dass durch folgende, von uns nicht zu vertretende
Umstände die Ausführung der uns obliegenden Bauleistung behindert wird:
1. fehlender Deckenputz in Raum 1.3.
2. nicht abgeschlossene Dachdeckerleistungen im Bereich der zukünftigen Lüftungs-
zentrale
Vorsorglich weisen wir auf die nachstehenden Rechtsfolgen hin:
– nach § 6 Nr. 2 VOB/B werden die Ausführungsfristen verlängert
– nach § 6 Nr. 6 VOB/B hat der Auftragnehmer Schadenersatzansprüche, wenn der Auf-
traggeber die Behinderungen zu vertreten hat
– nach § 2 Nr. 5 VOB/B kann dem Auftragnehmer ein Anspruch auf Preisänderung
zustehen
Da die Beseitigung der Behinderung auch in Ihrem Interesse liegt, sorgen Sie bitte kurzfristig
für Abhilfe, damit wir unsere Arbeiten wieder aufnehmen bzw. weiterführen können.

Mit freundlichen Grüßen


Fa. Clever & Findig GmbH

Senden Sie diese Behinderungsanzeige möglichst immer per Einschreiben mit Rückschein zu
oder übergeben Sie diese Anzeige persönlich, mit einer entsprechenden Bestätigung.

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3981-3.book Seite 68 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

5 BGB und VOB

5.4 VOB – Teil C

Die VOB – Teil C enthält alle wichtigen Regeln, die für die Ausführung der Bauleistung zu
beachten sind. Sie behandelt neben den allgemeinen technischen Vertragsbedingungen, die
für alle Bauhaupt- und Baunebengewerke gelten, auch die Vertragsbedingungen für die spe-
ziellen Baugewerke, so auch das Gewerk Raumlufttechnische Anlagen.
In den allgemeinen technischen Vertragsbedingungen für alle Gewerke werden die Grundla-
gen für die Erstellung von Leistungsverzeichnissen angegeben. Hier erfolgt die Festlegung,
welche Angaben in den Ausschreibungsunterlagen zur jeweiligen Baumaßnahme in Abhän-
gigkeit der Erfordernisse des speziellen Einzelfalles gemacht werden müssen. So gehören zu
den allgemeinen Angaben einer Baustelle die folgenden wichtigen Punkte:
• Lage der Baustelle (Ortsangabe),
• Zufahrtsmöglichkeiten zur Baustelle (Angabe von evtl. Erschwernissen),
• Art und Lage der baulichen Anlagen (Neubau, Altbau, Geschossangaben),
• geleistete Vorarbeiten ( Durchbrüche, Abbrucharbeiten),
• Anschlüsse für ELT, Wasser usw.,
• Durchführung der Arbeiten in einzelnen Zeitabschnitten,
• besondere Erschwernisse (Arbeiten in Zwangslagen),
• geforderte bzw. zugelassene Nachunternehmerleistungen,
• Rüstarbeiten,
• geforderte Eignungs- und Gütenachweise,
• elektrotechnischer Installationsumfang für die raumlufttechnischen Anlagen,
• Transportwege bzw. Einbauorte für größere Anlagenteile,
• evtl. Brandschutzmaßnahmen,
• durchzuführende Funktionsmessungen.
Weiterhin werden in der VOB/C die für die Ausführung der Leistungen wichtigen Nebenleis-
tungen bzw. die besonderen Leistungen genauer beschrieben. Bei den Nebenleistungen han-
delt es sich um Leistungen, die ohne besondere Erwähnung Vertragsbestandteil sind. Diese
müssen in die Einzelpreise durch den Bieter mit eingerechnet werden. Dazu gehören z.B.:
• Einrichten und Räumen der Baustelle,
• Aufmaßarbeiten,
• Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen, Absperrarbeiten,
• Heranbringen von ELT, Wasser o.ä. von den Anschlussstellen des Auftraggebers,
• Vorhalten der Werkzeuge,
• Befördern der Stoffe und Bauteile auf der Baustelle,
• Beleuchten, Beheizen und Reinigen der Aufenthalts- und Sanitärräume des Auftragnehmers,

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3981-3.book Seite 69 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

5.4 VOB – Teil C

• Beseitigen von Verunreinigungen durch Arbeiten des Auftragnehmers und Entsorgung


seiner Abfälle,
• Entsorgung von Abfällen aus dem Bereich des Auftraggebers bis zu 1 m³, falls die Abfälle
schadstofffrei sind,
• Prüfen der Unterlagen des Auftraggebers,
• Auf- und Abbauen sowie Vorhalten von Gerüsten mit Arbeitsbühnen bis 2 m Höhe,
• Einbau von Verbindungs- und Befestigungsmaterial, z.B. Schraubverbindungen für Kanä-
le oder Reinigungsöffnungen,
• Liefern und Anbringen der Typ- und Leistungsschilder (z.B. Ventilatortypenschilder, Typ-
schilder für raumlufttechnische Geräte – Bezeichnungsschilder für Kanäle und Rohrlei-
tungen gehören nicht mit zu dieser Rubrik).
Diese Nebenleistungen werden also nicht als Einzelpositionen in den Leistungsverzeichnis-
sen aufgeführt, sondern müssen selbstständig durch den Bieter berücksichtigt werden.
Im Gegensatz dazu werden die besonderen Leistungen nur dann Vertragsbestandteil des
Bauvertrages, wenn sie besonders erwähnt werden. Es kann also bei diesen Leistungen
durch den Auftraggeber nicht stillschweigend davon ausgegangen werden, dass diese Arbei-
ten ohne spezielle Aufführung im Leistungsverzeichnis durch den Auftragnehmer mit erle-
digt werden. Zu diesen Leistungen gehören z.B.:
• Schutz- und Absperrmaßnahmen bei evtl. Schadstofffunden auf der Baustelle,
• Sucharbeiten für Ver- und Entsorgungsleitungen, falls diese durch Fremdgewerke verlegt
wurden und nicht auffindbar sind,
• Beaufsichtigen der Leistungen anderer Unternehmer,
• Planungsleistungen (z.B. Planung einer zusätzlichen Küchenlüftung zusätzlich zur be-
auftragten Lüftung eines Speisesaals),
• besondere Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen bei Arbeiten im kontaminierten Bereich,
• Schutzmaßnahmen gegen Witterungsschäden,
• Verkehrssicherungen (z.B. Bauzäune, spezielle Beleuchtungen),
• Baubeheizung,
• Beseitigen von Hindernissen,
• Schalldämmung und Schwingungsdämpfung gegen den Baukörper,
• Vorhalten von Aufenthalts- und Lagerräumen (z.B. Baucontainer, falls der Auftraggeber
keine Räumlichkeiten zur Verfügung stellt),
• Gerüste mit Arbeitsbühnen über 2 m Höhe,
• Herstellen von Schlitzen und Durchbrüchen,
• Bezeichnungs- und Hinweisschilder,
• provisorische Maßnahmen für vorzeitige Inbetriebnahmen,

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3981-3.book Seite 70 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

5 BGB und VOB

• Dichtheitsprüfungen an luftführenden Anlagenteilen,


• Gebühren für behördliche Abnahmeprüfungen,
• wiederholte Einweisungen des Bedienpersonals,
• Bestands- und Revisionspläne.
Diese Leistungen müssen entsprechend ihren Erfordernissen in jedem Leistungsverzeichnis
aufgeführt werden. Lassen Sie sich nicht von Auftraggebern bei Vertragsverhandlungen
dazu überreden, diese Leistungen als Nebenleistungen in Ihre Auftragssumme mit einflie-
ßen zu lassen, da diese damit voll von Ihnen getragen werden und Sie häufig nicht den
genauen Umfang der Leistungen kennen.
Die VOB/C regelt weiterhin noch die bei der Ausführung der raumlufttechnischen Anlagen zu
beachtenden Bestimmungen um zu gewährleisten, dass die installierten Anlagen die erfor-
derliche Leistung erbringen. So werden an die verschiedensten Anlagenteile Grundforderun-
gen gestellt, um ihre einwandfreie und sichere Funktion zu gewährleisten. Die wichtigsten in
diesem Teil der VOB enthaltenen Bauteile mit den enthaltenen Anforderungen werden fol-
gend aufgeführt:

Lufterwärmer / Luftkühler
Der Einbau dieser Wärmeübertrager ist so zu gewährleisten, dass eine einwandfreie Entlee-
rung und Entlüftung möglich ist. Es ist zu vermeiden, dass im Luftkühler Tauwassertropfen
mitgerissen werden (Einbau der Kühlerlamellen immer senkrecht). Elektrolufterhitzer müs-
sen mit Strömungssicherung und Übertemperatursicherung ausgerüstet werden.

Luftbefeuchter
Beim Anschluss der Luftbefeuchter an das Wassernetz müssen dringend die Bestimmungen
nach DIN 1988 und ebenso beim Anschluss ans Abwassernetz die Bestimmungen der DIN
1986 und DIN EN 12056 eingehalten werden. Ein Mitreißen von Wassertropfen ist durch den
Einbau geeigneter Bauteile (Tropfenabscheider) zu vermeiden.

Luftleitungen und Zubehör


Die Verbindungen der Luftleitungen müssen luftdicht ausgeführt werden. Falls das Erforder-
nis besteht, Luftvolumenströme während des Betriebes zu messen, sind verschließbare
Messöffnungen einzusetzen. Eingesetzte Luftdurchlässe müssen ohne Beschädigungen
ausbaubar sein.

Mess-, Steuer- und Regeleinrichtungen sowie Einstellung und Abnahme der Anlage
Durch den Auftragnehmer muss zur Übergabe und Inbetriebnahme der Steuer- und Regelan-
lage eine Fachkraft zur Verfügung gestellt werden. Das Bedienungs- und Wartungspersonal
der Anlage ist einmal einzuweisen. Wird von Ihnen eine weitere Einweisung der Anlage durch
den Auftraggeber verlangt, muss dieser die zweite Einweisung, soweit diese nicht ausdrück-

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3981-3.book Seite 71 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

5.4 VOB – Teil C

lich im Leistungsverzeichnis verlangt wird, vergüten. Die Abnahmeprüfung muss entspre-


chend der DIN EN 12599 »Lüftung von Gebäuden – Prüf- und Messverfahren für die Übergabe
eingebauter RLTA« durchgeführt werden.
Zur Abnahme der Anlage müssen die folgenden Unterlagen übergeben werden:
• das Anlagenschema,
• der elektrische Übersichtsschaltplan und die Anschlusspläne,
• die technischen Datenblätter der Anlage,
• die Betriebs- und Wartungsanleitungen,
• das Protokoll über die Einweisung des Bedienpersonals.

Abrechnung der erstellten Anlage


Entsprechend der vereinbarten Vertragsart müssen die Bauteile oft im Aufmaß der Anlage
abgerechnet werden. Für Kanäle und Formstücke erfolgt die Anlagenabrechnung im Flä-
chenmaß, das bedeutet es müssen die Oberflächen der eingesetzten Kanalteile und Form-
stücke in m² ermittelt werden. Die Bestimmung der Flächen der Kanäle gestaltet sich sehr
einfach, da die Berechnung der Fläche über die Multiplikation von Umfang und Länge erfolgt.
Für Formstücke stellt sich die Ermittlung der Fläche schwieriger dar. Der einfachste Weg der
Oberflächenberechnung ist über die Nutzung von Software gegeben. Falls dies aber nicht
möglich ist, erfolgt die Berechnung für die einzelnen Bauteile entsprechend der Berech-
nungsvorgabe der VOB Teil C. Hier finden Sie die einsetzbaren Kanalbauteile gegliedert in ca.
20 Bauteile mit der entsprechenden Berechnungsvorschrift zur Bestimmung der Kanalober-
fläche. Auszugsweise sind hier die Bauteile des symmetrischen Bogens und der symmetri-
schen Etage dargestellt.
Bei der Abrechnung der Kanalbauteile im Flächenmaß werden die Luftleitungen und die
Formstücke nach ihrer äußeren Oberfläche ermittelt. In diese Berechnung gehen der größte
Umfang (Umax) und die größte Länge (lmax) ein, die Wärmedämmung findet dabei keine
Berücksichtigung. In den Kanälen hergestellte Ausschnitte für Luftdurchlässe und Stutzen
werden dabei nicht abgezogen. Formstücke mit einer berechneten Oberfläche von weniger
als 1 m² werden mit 1 m² abgerechnet.

lfd. Benennung, Darstellung, Maße Größter Größte Länge


Nr. Kurzzeichen, Umfang A bis c bzw. ‡d
Größe Umax lmax
6 Bogen,
symmetrisch
BS DS r + b
2(a + b) ---------------------- + e + f
180
e < 500
f d 500
Quelle: DIN 18379, Deutsches Institut für Normung, 2006

71
3981-3.book Seite 72 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

5 BGB und VOB

lfd. Benennung, Darstellung, Maße Größter Größte Länge


Nr. Kurzzeichen, Umfang A bis c bzw. ‡d
Größe Umax lmax
14 Etage,
symmetrisch
ES 2(a + b) — (l² + e²)
f 0
Quelle: DIN 18379, Deutsches Institut für Normung, 2006

Bei der Abrechnung von Rohrleitungen nach dem Längenmaß werden die Leitungsteile ein-
schließlich der eingesetzten Bögen, Form- und Verbindungsstücke in ihrer Mittelachse
gemessen. Bögen werden dabei bis zum Schnittpunkt der Mittelachsen gemessen. Die
Abrechnung der Bögen und sonstigen Formstücke erfolgt jedoch zusätzlich nach der Angabe
der Stückzahl.
Für die Abrechnung der einzelnen Kanalstücke bzw. Formstücke muss die Einteilung ent-
sprechend der VOB Teil C beachtet werden. Dabei werden die Bauteile in die folgenden
Abrechnungseinheiten gegliedert:

Kanalabrechnungsgruppe Formstückabrechnungsgruppe Größte Kantenlänge in mm


L1 F1 bis 500
L2 F2 über 500 bis 1000
L3 F3 über 1000 bis 1500
L4 F4 über 1500 bis 2000
L5 F5 über 2000

5.5 Das Bauhandwerkersicherungsgesetz


Das Bauhandwerkersicherungsgesetz, § 648a des Bürgerlichen Gesetzbuches, wurde
geschaffen um den am Bau beteiligten Bauhandwerkern die Möglichkeit zu geben, den noch
offenen Werklohn abzusichern. Die am Bau beteiligten Handwerker erbringen ihre Vorleis-
tungen im Regelfall im erheblichen Umfang, ohne dass ein Nachweis auf die Zahlungsfähig-
keit des Auftraggebers erbracht wird. Mit diesen gesetzlichen Grundlagen ist es dem
Auftragnehmer jederzeit nach Vertragsabschluss möglich, vom Auftraggeber zur Absiche-
rung zukünftiger Forderungen eine Vertragserfüllungssicherheit zu fordern. Wird durch den
Auftraggeber diese Sicherheit nicht in einer angemessenen Frist (in der Regel 10 bis 12 Werk-
tage) erbracht, kann der Auftragnehmer seine Leistung entsprechend einstellen bzw. ver-
weigern. Dieser Anspruch auf Sicherheitsleistung kann nicht vertraglich durch individuelle
Vereinbarungen oder durch Festlegungen in Geschäftsbedingungen beschränkt oder ausge-

72
3981-3.book Seite 73 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

5.5 Das Bauhandwerkersicherungsgesetz

schlossen werden. Alle Vereinbarungen, die von den Regelungen des § 648a abweichen, sind
unwirksam.
Diese Sicherheitsleistung kann von jedem Auftraggeber gefordert werden. Eine Ausnahme
bilden dabei aber öffentlich-rechtliche Körperschaften und Privatpersonen als direkter Auf-
traggeber bei der Errichtung eines Einfamilienhauses. Bei Verträgen mit diesen Privatperso-
nen gilt der § 648 mit der Möglichkeit der Absicherung durch die Eintragung einer
Sicherungshypothek. Häufig wird von Generalunternehmern versucht, die Sicherheitsleis-
tung abzulehnen, mit dem Hinweis auf ihr Vertragsverhältnis mit öffentlich-rechtlichen Kör-
perschaften als Auftraggeber. Für die Anwendung des Bauhandwerkersicherungsgesetzes
gilt aber allein das Vertragsverhältnis zwischen Auftragnehmer und Auftraggeber, also das
des Bauhandwerkes mit dem Generalunternehmer. Eine entsprechende Sicherungsleistung
kann also gefordert werden.
Nach § 648a kann durch den Auftragnehmer als Sicherheit die gesamte von ihm zu erbrin-
gende Vorleistung zuzüglich 10% für Nebenforderungen verlangt werden. Diese kann durch
die folgenden Möglichkeiten erbracht werden:
• Hinterlegung von Geld oder Wertpapieren,
• Verpfändung von beweglichen Gütern,
• Hypotheken für inländische Grundstücke,
• unbefristete Bankbürgschaft.
Die Bankbürgschaft stellt dabei die häufigste Form der Sicherheitsleistung dar. Die üblichen
Kosten für die Erbringung dieser Leistung hat der Auftragnehmer bis zu einem Höchstsatz
von 2% zu erstatten.
Die Bürgschaft kann durch die erstellende Bank bei einer erheblichen Verschlechterung der
Vermögensverhältnisse des Auftraggebers widerrufen werden. Dieser Widerruf muss gegen-
über dem Auftragnehmer erklärt werden und ist damit ein sicheres Zeichen für anstehende
finanzielle Probleme des Vertragspartners. Ein Widerruf kann aber nur für zukünftige Ver-
pflichtungen erfolgen; bisher erbrachte Leistungen sind abgesichert und werden von diesem
Widerruf nicht berührt.
Bei unseriösen Vertragspartnern erfolgt oft nach Bestellung der Sicherheitsleistung die Kün-
digung des Bauvertrages. In diesem Fall kann der Auftragnehmer den Auftraggeber auf ent-
gangenen Gewinn verklagen. Unterlässt dies der Auftragnehmer aufgrund geringer
Erfolgsaussichten, sollte man sich zumindest damit trösten, knapp an einer finanziellen
Katastrophe vorbeigeschrammt zu sein. Fairerweise kann man nachfolgende potentielle
Auftragnehmer über die Gefahren bei Verträgen mit diesem »Geschäftspartner« informie-
ren!
Leider wird die Möglichkeit der Nutzung des Bauhandwerkersicherungsgesetzes noch viel zu
oft durch Bauhandwerker außer Acht gelassen. Nutzen Sie die Möglichkeiten des § 648a und
sichern Sie sich Ihre Leistungen ab! Diese gesetzliche Grundlage wurde nur für Handwerker
geschaffen und dient einzig und allein Ihrer Sicherheit!

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5 BGB und VOB

Musterbrief 1:
An Fa. H. Bau GmbH
Hausstr. 11
Klimahausen

Bauvorhaben: Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung – Bereitstellung einer Sicherheit


gem. § 648 a BGB

Luftburg, den 07.11.2006


Sehr geehrter Herr Bau,
zum oben genannten Bauvorhaben wurde zwischen Ihnen und uns am 01.11.2006 der ent-
sprechende Bauvertrag abgeschlossen.
Zur Absicherung der von uns zu erbringenden Vorleistungen fordern wir Sie unter Hinweis
auf § 648 a Absatz 1 BGB auf, eine Sicherheit in Höhe von 32.500 € bis zum 21.11.06 zu über-
geben.
Sollte diese Sicherheit bis zum genannten Termin nicht erbracht werden, werden wir gemäß
§ 648 a Absatz 1 Satz 1 BGB unsere Leistungen verweigern.

Mit freundlichen Grüßen


Fa. Clever & Findig GmbH

74
3981-3.book Seite 75 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

5.5 Das Bauhandwerkersicherungsgesetz

Musterbrief 2:
An Fa. H. Bau GmbH
Hausstr. 11
Klimahausen

Bauvorhaben: Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung – Nachfrist zur Erbringung einer


Sicherheit nach § 648 a BGB – Behinderungsanzeige

Luftburg, den 23.11.2006


Sehr geehrter Herr Bau,
zur Absicherung unseres Vorleistungsrisikos wurden Sie mit Schreiben vom 07.11.2006
gebeten, eine Vorleistungssicherheit in Höhe von 32.500 € bis zum 21.11.06 zu erbringen.
Bis zum genannten Termin ging uns keine entsprechende Sicherheit zu. Daher machen wir
von unserem Leistungsverweigerungsrecht Gebrauch und erklären hiermit, dass wir die
vereinbarten Arbeiten nicht beginnen werden.
Gleichzeitig zeigen wir an, dass für uns eine Behinderung an der ordnungsgemäßen Ausfüh-
rung der Leistung besteht.
Letztmalig setzen wir hiermit eine Nachfrist zur Beibringung der Sicherheit bis zum
02.12.2006.
Sollte uns innerhalb dieser Frist keine entsprechende Sicherheit zugehen, gilt der Bauvertrag
als gekündigt.

Mit freundlichen Grüßen


Fa. Clever & Findig GmbH

Senden Sie diese Mitteilung möglichst immer per Einschreiben mit Rückschein zu oder über-
geben Sie es persönlich, mit einer entsprechenden Bestätigung. Erfahrene Handwerker sen-
den zusätzlich zum Einschreiben diese Forderung noch per Fax an den Vertragspartner zu.

75
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3981-3.book Seite 77 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

6 Grundlagen der Raumlufttechnik

6.1 Luftarten – der Grundaufbau einer RLTA

Bild 6.1: Grundaufbau einer RLTA

Der Grundaufbau einer raumlufttechnischen Anlage (RLTA) lässt sich mit dem oben darge-
stellten Schema einfach verdeutlichen. Die beiden wichtigsten Schwerpunkte der RLTA
sind die raumlufttechnische Zentrale (RLTZ) und der Raum, dessen raumlufttechnischer
Zustand verändert werden soll. Dabei soll durch die RLTA auf die Parameter Raumtempe-
ratur tR, Raumluftfeuchte MR und Schadstoffgehalt der Raumluft Einfluss genommen
werden. Hinsichtlich des Schadstoffgehaltes besteht dabei die Notwendigkeit der Sicher-
stellung des erforderlichen Sauerstoffes im Raum, der Verdünnung der anfallenden
Schadstoffe wie z.B. Kohlendioxid sowie der Vermeidung von auftretenden Gerüchen.
Um den Raum mit Luft zu versorgen, wird aus dem Freien Außenluft angesaugt bzw. Umluft
wiederverwendet. Beim Einsatz von Umluft muss jedoch besonders deren Qualität beachtet
werden. Ist die Abluft des Raumes, welche als Umluft genutzt werden soll, mit Schadstoffen
oder Gerüchen belastet, muss diese erst gereinigt werden oder man sollte von ihrem Einsatz
absehen.

77
3981-3.book Seite 78 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

6 Grundlagen der Raumlufttechnik

In der RLTZ findet in der Regel die gesamte Luftaufbereitung der Außen- bzw. Umluft mit
den dazu notwendigen Hauptbauelementen statt. Dazu gehören als wichtigste Bauteile:
• Ventilatoren (Zu- und Abluftventilator),
• Filter,
• Lufterwärmer,
• Luftkühler, häufig auch als Entfeuchter eingesetzt,
• Befeuchter,
• Mischer,
• Wärmerückgewinner,
• Schalldämpfer,
• Regelung.
Nach der Luftaufbereitung wird die Luft als Zuluft über das Luftleitungssystem (LLS) dem
Raum zugeführt. Zum Luftleitungssystem gehören alle Kanäle, Rohrleitungen, die dazuge-
hörigen Formstücke und Einbauteile, die notwendigen Regelorgane (Jalousieklappen, Brand-
schutzklappen usw.) und die Leitungsisolierung.
Die Zuluft hat nun die Aufgabe, das geforderte Raumklima sicherzustellen. Entsprechend
dazu wird auch der erforderliche Anteil der Abluft abgesaugt und entweder als Fortluft ins
Freie abgeführt oder als Umluft wiederverwendet.
In der DIN 12792 werden die einzelnen Luftarten wie folgt beschrieben:
• Außenluft: geplanter Luftvolumenstrom, der von außen in eine Anlage oder ohne Luft-
behandlung direkt in einen Raum einströmt
• Zuluft: Luftvolumenstrom, der in einen Raum eintritt oder Luft, die aus der Anlage
nach einer Behandlung in den Raum eintritt
• Abluft: Luft, die den behandelten Raum verlässt
• Fortluft: Luftvolumenstrom, der in die Atmosphäre gefördert wird
• Umluft: Abluft, die zu einem Luftbehandlungsgerät zurückkehrt (wiederverwendete
Luft)
• Mischluft: Luft, die sich aus zwei oder mehr Luftvolumenströmen zusammensetzt
In der DIN EN 13779 werden die einzelnen Luftarten wie folgt definiert (Darstellung der wich-
tigsten Luftarten):

78
3981-3.book Seite 79 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

6.1 Luftarten – der Grundaufbau einer RLTA

Quelle: DIN 13779

Luftart Abkürzung Farbe Definition

outdoor air ODA Grün Unbehandelte Luft, die von außen in


Außenluft AUL die Anlage oder in eine Öffnung ein-
air neuf ANF strömt
supply air SUP Blau Luftstrom, der in den behandelten
Zuluft ZUL Raum eintritt oder Luft, die in die
air fourni FOU Anlage eintritt, nachdem sie behan-
delt wurde
indoor air IDA Grau Luft im behandelten Raum oder
Raumluft RAL Bereich
air intérieur INT
transfered air TRA Grau Raumluft, die vom behandelten Raum
Überströmluft ÜSL in einen anderen behandelten Bereich
air transféré TRA strömt
extract air ETA Gelb Luftstrom, der den behandelten
Abluft APL Raum verlässt
air repris REP
recirculation RCA Orange Abluft, die der Luftbehandlungsan-
air UML lage wieder zugeführt wird und als
Umluft REC Zuluft wiederverwertet wird
air recyclé
Quelle DIN 13779

79
3981-3.book Seite 80 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

6 Grundlagen der Raumlufttechnik

Luftart Abkürzung Farbe Definition

exhaust air EHA Braun Luftstrom, der ins Freie strömt


Fortluft FOL
air rejeté RJT
secondary air SEC Orange Luftstrom, der einem Raum entnom-
Sekundärluft SEK men und nach Behandlung demselben
air brassé BRA Raum wieder zugeführt wird
leakage LEA Grau unbeabsichtigter Luftstrom durch
Leckluft LEC undichte Stellen der Anlage
fuites FUI
infiltration INF Grün Lufteintritt in das Gebäude über
Infiltration INF Undichtheiten in der Gebäudehülle
infiltration INF
exfiltration EXF Grau Luftaustritt aus dem Gebäude über
Exfiltration EXF Undichtheiten in der Gebäudehülle
exfiltration EXF
mixed air MIA Ströme mit Luft, die zwei oder mehr Luftströme
Mischluft MIL unterschiedli- enthält
air mélangé MEL chen Farben
Quelle DIN 13779

Die verwendeten Abkürzungen stellen dabei jeweils die englische, deutsche und französi-
sche Entsprechung dar.
In der DIN 12792 wurden in Abweichung zur DIN EN 13779 teilweise andere Farben festgelegt.
Zur besseren Nachvollziehbarkeit in von Planern übergebenen Zeichnungen nach DIN 12792
sind die graphischen Leitungsdarstellungen und die entsprechenden Farbgebungen im
Anschluss aufgeführt:
Außenluft:  ˜  ˜  ˜  Farbe: grün
Abluft:  Farbe: gelb
Fortluft:  Farbe: braun
Umluft:  Farbe: orange
Mischluft:  ˜ ˜  ˜ ˜  ˜ ˜  Farbe: kodierte Farben
Zuluft:  Farbe: siehe nachfolgende Übersicht
Die Farbe der Zuluft richtet sich nach den durchgeführten thermodynamischen Luftbehand-
lungsfunktionen (Heizen, Kühlen, Entfeuchten und Befeuchten):

80
3981-3.book Seite 81 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

6.1 Luftarten – der Grundaufbau einer RLTA

• Farbe: grün keine Luftbehandlung


• Farbe: rot eine Luftbehandlung
• Farbe: blau zwei oder drei Luftbehandlungen
• Farbe: violett vier Luftbehandlungen
Von den o.g. Baugruppen welche in der RLTZ ihren Einsatz finden, kommt es im Lufterwär-
mer, dem Luftkühler und dem Luftbefeuchter zu einer sogenannten thermodynamischen
Luftaufbereitung, d.h. sie bewirken einen Einfluss auf die Temperatur bzw. die Luftfeuchte:
• Lufterwärmer Heizen
• Luftkühler Kühlen und bei Taupunktunterschreitung auch Entfeuchten
• Befeuchter Befeuchten
Mit Hilfe dieser thermodynamischen Luftaufbereitung lassen sich die raumlufttechnischen
Anlagen in 3 verschiedene Kategorien einteilen:
• Lüftungsanlage: maximal eine thermodynamische Luftaufbereitung wird durchgeführt,
in der Regel die Lufterwärmung
• Teilklimaanlage: maximal drei thermodynamische Luftaufbereitungen werden durchge-
führt, in der Regel die Lufterwärmung, die Luftkühlung und die Luft-
entfeuchtung
• Klimaanlage: alle thermodynamischen Luftaufbereitungen werden durchgeführt
(Lufterwärmung, Luftkühlung, Luftentfeuchtung und Luftbefeuch-
tung)
Weiterhin lassen sich die RLTA noch nach den im System herrschenden Drücken in verschie-
dene Kategorien einteilen:
• Gleichdruckanlage es wird die gleiche Menge Luft dem Raum zugeführt, wie aus dem
Raum abgeführt wird
Bsp.: Bürolüftungen, Werkstätten
• Unterdruckanlage es wird eine größere Menge Luft aus dem Raum abgeführt, als dem
Raum zugeführt wird
Bsp.: Toilettenentlüftungen, Schweißarbeitsplätze
• Überdruckanlage es wird eine größere Menge Luft dem Raum zugeführt, als aus dem
Raum abgeführt wird
Bsp.: Reinraumanlagen, Laborarbeitsplätze
Über die vorherrschende Geschwindigkeit im Luftleitungssystem ist ebenfalls eine Eintei-
lung der RLTA möglich. Dabei existieren zwei verschiedene Anlagenarten:
• Niedergeschwindigkeitsanlage w 3 ...12 m/s
• Hochgeschwindigkeitsanlage w 15 ... 30 m/s
Aufgrund der im System bei der Niedergeschwindigkeitsanlage vorherrschenden geringen
Drücke wird sie auch noch als Niederdruckanlage bezeichnet, die Hochgeschwindigkeitsan-
lage erhält dementsprechend auch die Bezeichnung Hochdruckanlage.

81
3981-3.book Seite 82 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

6 Grundlagen der Raumlufttechnik

6.2 Lüftungsarten – Lüftungssysteme

Entsprechend ihrer Luftführung im Raum existieren derzeit 2 verschiedene Lüftungsarten.


Die Luftführung lässt sich über die Verdrängungslüftung und Mischlüftung (auch als Verdün-
nungslüftung bezeichnet) dem Raum zuführen.
Bei der Verdrängungslüftung wird die Zuluft mit geringer Geschwindigkeit turbulenzarm
dem Raum zugeführt (Komfortanlagen ca. 0,2 m/s, Industrieanlagen ca. 0,4 … 0,8 m/s) und
strömt ohne starke Verwirbelungen zu den Abluftöffnungen. Dabei kommt es zu keiner star-
ken Vermischung mit der Raumluft. Im Raum enthaltene Schadstoffe werden dabei durch
die Zuluft erfasst, abtransportiert und abgeschieden. Hierbei lassen sich zwei Arten der Ver-
drängungslüftung unterscheiden, die Kolbenlüftung und die Quelllüftung.

6.2.1 Die Kolbenlüftung


Bei der Kolbenlüftung durchströmt die Zuluft den Raum »kolbenartig«, d.h. es wird eine
gleichmäßige Luftströmung erzeugt, die über die gesamte Raumfläche zum großflächigen
Abluftdurchlass strömt. Die im Raum befindlichen Partikel und Schadstoffe werden dabei
erfasst und abgeschieden. Die Kolbenströmung kann sowohl in horizontaler als auch vertika-
ler Strömungsrichtung eingesetzt werden.

Bild 6.2: Kolbenlüftung I (Fa. FfH – Fachplanung für Haustechnik)

Bild 6.3: Kolbenlüftung II (Fa. FfH – Fachplanung für Haustechnik)

82
3981-3.book Seite 83 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

6.2 Lüftungsarten – Lüftungssysteme

Die Kolbenlüftung wird häufig in RLTA für Reinraumanlagen, Operationssäle, Farbspritzanla-


gen und Labore eingesetzt.
Vorteile der Kolbenlüftung
• niedrige Luftgeschwindigkeiten
• optimale Erfassung und Abführung von Geruchs- und Schadstoffen
• geräuscharm
Nachteile der Kolbenlüftung
• großflächige Luftdurchlässe notwendig
• bei thermischen Einflüssen Strömungsstörungen möglich

6.2.2 Die Quelllüftung


Die Quelllüftung hat eine ähnliche Funktionsweise wie die Kolbenlüftung. Hierbei wird die Luft
über großflächige Luftdurchlässe, welche häufig im Bodenbereich aufgestellt sind, dem Raum
zugeführt. Die Zuluft wird dabei mit Temperaturdifferenzen im Vergleich zur Raumluft von 2
... 4 K zugeführt. Da die Zuluft kühler einfließt, strömt sie nach dem Luftdurchlass durch ihre
größere Dichte zum Raumboden und breitet sich über die gesamte Bodenfläche aus. Die dabei
entstehende kühlere Luftschichtung wird aufgrund ihrer geringen Temperaturdifferenz zur
Raumluft nicht als störend empfunden. Durch die sich im Raum befindenden Wärmequellen
(Personen, elektrische Geräte, Beleuchtungskörper usw.) wird die Zuluft erwärmt und steigt
im Raum auf. Die durch die Zuluft aufgenommene Wärme führt zur Kühlung der Wärmequel-
len und versorgt diese (besonders günstig für Personen) gleichzeitig mit frischer Luft. Die
Abluft wird günstigerweise bei dieser Lüftungsart im Deckenbereich abgesaugt.
Die Quelllüftung wird hauptsächlich für den Kühlfall eingesetzt. Für den Heizfall wird häufig
eine Kombination dieser Lüftung mit statischen Heizflächen (Heizkörper, Fußbodenheizung)
angestrebt.
Beim Einsatz der Quelllüftung ist besonders bei der Einrichtung des zu lüftenden Raumes
darauf zu achten, dass die Quellauslässe nicht durch das eingesetzte Mobiliar verbaut wer-
den, damit eine turbulenzfreie Strömung der Zuluft im Raum möglich ist.
Vorteile der Quelllüftung:
• kaum bis geringe Zugerscheinungen
• geringe Luftwechselraten
• problemloser Betrieb bei variablen Volumenströmen
• gute Erfassung von Geruchs- und Schadstoffen
• Einsatz im Komfort- und Industriebereich möglich
Nachteile der Quelllüftung:
• relativ geringe Kühlleistung für Räume mit hohen Kühllasten (max. 25 ... 30 W/m²)
• freie Raumfläche für Luftzuströmung erforderlich

83
3981-3.book Seite 84 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

6 Grundlagen der Raumlufttechnik

• relativ große Zuluftdurchlässe notwendig


• nur zur Raumkühlung einsetzbar (Raumbeheizung über Quelllüftung nicht möglich)

Bild 6.4: Wirkprinzip der Quelllüftung (Fa. FfH – Fachplanung für Haustechnik)

6.2.3 Die Mischlüftung


Die Mischlüftung ist die am häufigsten eingesetzte Luftführungsart in der Raumlufttechnik.
Zum Einsatz kommen dabei in der Regel Luftauslässe, die einzelne Luftstrahlen in den
Raum einbringen. Hierbei wird die Zuluft in Auslassnähe mit der Raumluft vermischt,
sodass eine Verdünnung der in der Raumluft enthaltenen Schadstoffe bewirkt wird. Die als
Freistrahl zugeführte Luft vermischt sich beim Durchströmen des Raumes mit Raumluft
(Induktion), dadurch kommt es zum Abbau der Strömungsenergie, der Strahl verlangsamt
sich. Das Luftvolumen des Zuluftstrahls nimmt dabei immer mehr zu, während sich die Tem-
peraturen der Zu- und der Raumluft angleichen. Ein wichtiges Augenmerk muss bei der Pla-
nung der Mischlüftung auf die Geschwindigkeitsverteilung im Raum gelegt werden, damit
keine Zugerscheinungen im Aufenthaltsbereich auftreten.
Vorteile der Mischlüftung
• verschiedenste Luftdurchlässe möglich,
• sehr gut regulierbar,
• gute Erfassung von Geruchs- und Schadstoffen,
• Einsatz im Komfort- und Industriebereich möglich,
• höhere Kühlleistungen als bei Quellluftsystemen möglich,
• zur Raumheizung und -kühlung einsetzbar.
Nachteile der Mischlüftung
• gleichmäßige Verteilung der Schadstoffe im gesamten Raum,
• tiefere Ausblastemperaturen als bei Verdrängungslüftungssystemen notwendig.

84
3981-3.book Seite 85 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

6.2 Lüftungsarten – Lüftungssysteme

Bild 6.5: Freistrahl (Fa. FfH – Fachplanung für Haustechnik)

6.2.4 Der Coanda-Effekt


Der Coanda-Effekt wird auch als Wand- oder Deckeneffekt bezeichnet. Bei dieser Sonderform
der Luftströmung im Raum wird Zuluft knapp unter einer Decke oder Wand dem Raum zuge-
führt. Dabei wird die zwischen Luftdurchlass und Decke befindliche Luft mitgerissen und in
den Luftstrahl eingemischt. Im Deckenbereich entsteht ein leichter Unterdruck, da hier keine
weitere Raumluft nachströmen und eingemischt werden kann. Der Zuluftvolumenstrom wird
infolge des Unterdrucks an die Decke gezogen und verläuft an dieser »hängend« durch den
Raum. Da im Deckenbereich eine geringere Reibung des Strahls vorliegt als beim Einmischen
der Raumluft in den Strahl, läuft der Zuluftstrom tiefer in den Raum hinein, als beim Erzeu-
gen eines normalen in den Raum gerichteten Freistrahls. Dieser Effekt kann bei der Zufüh-
rung von Kaltluft in den Raum ausgenutzt werden, da hierbei der Kaltluftvolumenstrom tiefer
in den Raum eindringen und sich dabei besser mit der Raumluft vermischen kann.

Bild 6.6: Coanda-Effekt (Fa. FfH – Fachplanung für Haustechnik)

6.2.5 Vergleich der Systeme


Wichtige Auslegungskriterien für die einzelnen Lüftungssysteme stellen die nutzbaren Zu-
und Ablufttemperaturen für den Kühlfall im Sommer und den Heizfall im Winter dar. Dabei
ist besonders im Sommerfall auf die richtige Wahl der Zulufttemperaturen zu achten, da es
bei einer zu tiefen Zulufttemperatur zu Zugerscheinungen kommen kann. Es wurde schon
festgestellt, dass die Quelllüftung nicht für den Heizfall geeignet ist, darum sind Zu- und

85
3981-3.book Seite 86 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

6 Grundlagen der Raumlufttechnik

Raumlufttemperatur in diesem Falle gleich. Die Kolbenlüftung ist in Ausnahmefällen für die
Raumbeheizung einsetzbar, dabei muss jedoch auf die richtige und genaue Auswahl der
geeigneten Luftdurchlässe geachtet werden.

Einsatz-Fall Kühlfall Heizfall


Temperatur- Zulufttem- Raumtem- Ablufttem- Zulufttem- Raumtem- Ablufttem-
art peratur peratur peratur peratur peratur peratur
Verdrän- 20 – 24 °C 26 °C 28 – 30 °C 22 – 27 °C 20 – 22 °C 23 °C
gungslüf-
tung als
Kolbenlüf-
tung
Verdrän- 22 – 24 °C 26 °C 28 – 32 °C 20 – 22 °C 20 – 22 °C 23 °C
gungslüf-
tung als
Quelllüftung
Mischlüftung 16 – 20 °C 26 °C 26 °C 30 – 40 °C 20 – 22 °C 22 °C

6.3 Luftverteilung im Raum – Luftdurchlässe

Mittlerweile werden von diversen Anbietern verschiedene Arten von Luftdurchlässen herge-
stellt. Hier soll nun versucht werden, diese Luftdurchlässe den einzelnen Lüftungssystemen
zuzuordnen. Der Einfachheit halber wurden nur die am häufigsten eingesetzten Produkte
ausgewählt, da sich die Vielfalt der einsetzbaren Produkte inzwischen sehr stark erweitert
hat und ständig neue Produkte den Markt bereichern.
Die Auswahl der einzelnen Luftdurchlässe sollte entweder mit den allgemein verfügbaren
Herstellerunterlagen oder besser noch mit Herstellersoftware durchgeführt werden. Bei der
Nutzung von spezifischen Programmen zur Auslassberechnung reduziert sich der mögliche
Fehleranteil in der Regel um ein Vielfaches. Weiterhin sollte dringend ein besonderes Augen-
merk bei der Auswahl der Luftdurchlässe auf die akustischen Daten bei der Luftdurchströ-
mung geachtet werden. Es gibt kaum Probleme, die sich schwieriger beseitigen lassen als
die der Akustik.

6.3.1 Kolbenlüftung

Verdrängungsauslass
Der Verdrängungsauslass, als typischer Vertreter der Kolbenlüftung, wird in Höhen von bis zu
4 m in der Decke oder Wand eingebaut. Die in diesem Auslass erzeugte induktionsarme Luft-
strömung verdrängt die im Raum befindliche Luft in Richtung der Abluftöffnungen, ohne

86
3981-3.book Seite 87 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

6.3 Luftverteilung im Raum – Luftdurchlässe

dass es zu einer Vermischung der Zuluft mit der Raumluft kommt. Dadurch werden die im
Raum enthaltenen Schadstoffe mit der Raumluft zusammen hin zu den Abluftöffnungen
verdrängt, sodass sich im Aufenthaltsbereich ein gleichmäßig sauberer Luftzustand einstellt.
Der Anschluss der Auslässe an das Leitungsnetz erfolgt über einen Anschlusskasten mit rück-
seitigem Rohranschluss und flexiblem Rohr direkt an den Zuluftkanal.

Bild 6.7: Verdrängungsdurchlass (Fa. SCHAKO KG)

6.3.2 Quelllüftung

Quellluftauslass
Quellluftdurchlässe werden für den Komfort- und Industrieeinsatz hergestellt. Dabei kommt
es wie bereits erwähnt zu einer turbulenzarmen Einbringung der Zuluft in den Raum mit
einer sehr geringen Luftaustrittsgeschwindigkeit im Auslass. Die Zuluft breitet sich am
Boden aus und wird durch die Konvektionsströmung der Wärmequellen im Raum verteilt.
Handelt es sich bei den Wärmequellen um Personen, wird dadurch gleichzeitig die Frischluft-
versorgung gewährleistet. Die Abluftdurchlässe sollten hierbei zweckdienlich im oberen
Raumbereich angeordnet werden. Der Einsatz der Quellluftsysteme kann in Restaurants,
Büros und Schulungsräumen aber auch in großen Industriehallen erfolgen. Für die Luftzu-
führung durch Quellluftsysteme existieren derzeit die verschiedensten Formen von Luftaus-
lässen, welche hier beispielhaft vorgestellt werden sollen.

Bild 6.8: Freistehender Quellluftauslass in Viertelkreisform zum freien Einsatz in Räumen oder zur
Aufstellung an Wänden bzw. Raumecken (Fa. TROX GmbH)

87
3981-3.book Seite 88 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

6 Grundlagen der Raumlufttechnik

Bild 6.9: Rechteckiger Luftauslass zum Bild 6.10: Kombinierter Quellluftdurchlass für
Einsatz an Wänden oder zum Einbau Zuluftzuführung und gleichzeitige
in leichte Zwischenwände Abluftabführung (Fa. TROX GmbH)
(Fa. TROX GmbH)

Bild 6.11: Funktionsweise des kombininierten Quellluftauslasses (Fa. TROX GmbH)

6.3.3 Mischlüftung

6.3.3.1 Lüftungsgitter
Diese Bauteile stellen die ursprüngliche Ausführung von Luftdurchlässen dar. Lüftungsgitter
bzw. Gitterbänder (Lüftungsgitter in sehr langer Ausführung) sind für Luftleitungs-, Wand-
bzw. Fußbodeneinbau geeignet. Der Einbau kann direkt im Kanal- bzw. Rohrausschnitt oder
wahlweise mit Einbaurahmen, z. B. in Mauerwerken erfolgen. Die Gitter werden aus Stahl,
Edelstahl, Aluminium oder Kunststoff hergestellt. Ihr Einsatz kann sowohl für die Zuluftzu-

88
3981-3.book Seite 89 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

6.3 Luftverteilung im Raum – Luftdurchlässe

führung als auch für die Abluftabführung erfolgen. In den Gittern kommen sowohl waage-
rechte Lamellen zur Lenkung des Luftstrahls in der Vertikalen, als auch senkrechte Lamellen
zur Regulierung des Strahls im horizontalen Bereich zum Einsatz. Die Befestigung der Gitter
kann entweder über sichtbare Schraubbefestigung, verdeckte Schraubbefestigung bzw.
Klemmfedern ausgeführt werden. Zur Optimierung der Luftverteilung ist es möglich, zwi-
schen verschiedenen Arten von Anbausätzen zu wählen. Diese werden auf der Rückseite
montiert und können frontseitig ohne Demontage der Frontgitter verstellt werden. Je nach
Gestaltung der Oberfläche können gekröpfte Luftdurchlässe für den Einsatz in Wickelfalz-
rohren oder gerade Gitter für den Einbau in Kanäle oder Zwischendecken ausgewählt wer-
den. Spezielle Ausführungen stellen die ballwurfsicheren Gitter, thermisch verstellbare
Gitter sowie Bodengitter dar.

Bild 6.12: Lüftungsgitter mit Schöpfzunge für Bild 6.14: Verstellbares Gitter mit
Rohreinbau (Fa. TROX HESCO GmbH) temperaturabhängiger Strahllenkung
(Fa. TROX HESCO GmbH)

Bild 6.13: Ballsicheres Gitter zum Einbau in Bild 6.15: Begehbares Bodengitter mit
Sporthallen (Fa. TROX HESCO GmbH) Einbaurahmen (Fa. TROX HESCO
GmbH)

Anbausätze
Nachfolgend sind verschiedene Möglichkeiten des Einsatzes von Anbausätzen zur direkten
Montage an Lüftungsgittern dargestellt.

89
3981-3.book Seite 90 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

6 Grundlagen der Raumlufttechnik

Mengeneinstellsatz, Lamellen gegenläufig Mengeneinstellsatz, Spezial-Schlitzschieber mit


gekuppelt, frontseitig verstellbar Gleichrichterstegen frontseitig verstellbar

‫ݣ‬
‫ݢ‬
‫ݢ‬

Gleichrichtersatz mit vertikalen oder horizonta- Mengeneinstellsatz, Lamellen gegenläufig gekup-


len – einzeln einstellbaren Gleichrichterlamellen pelt, zusätzlich mit vertikalen oder horizontalen –
einzeln einstellbaren Gleichrichterlamellen

‫ݢ‬

‫ݢ‬

‫ݣ‬

Bild 6.16: Anbausätze (Fa. TROX HESCO GmbH)

Befestigung der Gitter in Luftleitungen und Wänden

Gittereinbau in Kanäle, Rohre Wandeinbau des Gitters mit Wandeinbau des Gitters durch einge-
oder leichte Zwischendecken- eingesetzten Mauerpratzen- setzte Mauerpratzen-Halterung des
Halterung des Gitters mit Halterung des Gitters mit Gitters über verdeckte Schraubbefes-
Warzenlochung und Senk- Warzenlochung und eine ver- tigung
schrauben deckte Schraubbefestigung

X X
‫ݣ‬ ‫ݢ‬
‫ݣ‬
‫ݢ‬ ‫ݣ‬
H
L

‫ݢ‬

‫ݤ‬
H ̋ 15
L ̋ 15

34

Einbau eines Türgitters einschließlich Blendrahmen Wandeinbau des Gitters mit einge-
setzten Mauerpratzen-Halterung des
Gitters durch Klemmfederbefestiung
‫ݣ‬
‫ݣ‬

‫ݤ‬ ‫ݢ‬ ‫ݢ‬


H ̋ 15
L ̋ 15

‫ݣ‬

‫ݤ‬

Bild 6.17: Gitterbefestigung in Luftleitungen und Wänden (Fa. TROX HESCO GmbH)

90
3981-3.book Seite 91 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

6.3 Luftverteilung im Raum – Luftdurchlässe

6.3.3.2 Deckenluftdurchlässe
Diese Durchlässe werden häufig in runder oder quadratischer Form hergestellt. Die Luft wird
in diesen Auslässen in der Regel in die Waagerechte umgelenkt, sodass die Hauptrichtung
der Luftverteilung parallel zur Decke erfolgt. Damit ist bei diesen Luftdurchlässen der
Coandaeffekt als Besonderes mit zu beachten. Bei den Deckenluftdurchlässen wird zwischen
Deckenluftverteilern (auch Diffusoren), Dralldurchlässen, Schlitzdurchlässen und Düsenaus-
lässen unterschieden.

Bild 6.18: Deckenluftdurchlass (Diffusor) (Fa. TROX GmbH)

Diese Luftdurchlässe bestehen aus einem diffusorartig ausgebildeten Frontrahmen, den


feststehenden Luftlenklamellen und einer Mittelblende. Über eine zentrale Mittelschraube
kann der Frontdurchlass montiert bzw. demontiert werden. Durch die feststehende Lamel-
lenanordnung sind die Deckenluftdurchlässe vorwiegend für die horizontale Luftführung
geeignet.
Speziell entwickelte Anbausätze bzw. Anschlusskästen, wahlweise mit Mengeneinstellung,
sorgen für eine optimale Luftbeaufschlagung des Raumes. Die Diffusoren sind sowohl für
die Zuluftzuführung als auch für die Abluftabführung einsetzbar.

Bild 6.19: Anschlusskasten (Fa. COSMO GmbH)

91
3981-3.book Seite 92 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

6 Grundlagen der Raumlufttechnik

Der optimale Einsatz der Luftdurchlässe erfolgt in Zwischendecken, in welche die Durchlässe
deckenbündig eingebaut werden. Besonders günstig zeigen sich hier die Durchlassmaße 600
und 625 mm, da diese optimal in Rasterdecken integriert werden können.

6.3.3.3 Dralldurchlässe

Bild 6.20: Dralldurchlass (Fa. TROX GmbH)

Diese Durchlässe bestehen aus feststehenden, radial angeordneten Luftleitelementen. Die


Zuluftausführung verfügt über innen angeordnete Spezial-Luftverteilelemente durch die ein
drallförmiges und horizontales Ausblasen der Zuluft gewährleistet wird. Dadurch kommt es
zu einer hohen Strahlinduktion, einen raschen Temperaturausgleich mit der Raumluft und
einen schnellen Abbau der Strömungsgeschwindigkeit im Raum. Es können dabei bis zu
30-fache Raumluftwechsel bei Zulufttemperaturdifferenzen von +10 K bis –10 K erreicht
werden. Diese Durchlässe werden in der Regel deckenbündig eingebaut. Das drallartig aus-
gebildete Strömungsbild des Luftdurchlasses ist nachfolgend dargestellt.

Bild 6.21: Strömungsbild eines Drallauslasses (Fa. TROX GmbH)

92
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6.3 Luftverteilung im Raum – Luftdurchlässe

Zur Auslassmontage wird der Anschlusskasten über Seile bzw. Schlitzbandeisen über die dafür
vorgesehenen Bohrungen bzw. Aufhängelaschen abgehängt. Die beim Luftanschluss mitgelie-
ferte Dichtung muss bauseitig an der Umkantung des Anschlusskastens aufgeklebt werden.
Der Frontdurchlass wird über die mitgelieferte Mittelschraube und die Traverse am Anschluss-
kasten montiert.

6.3.3.4 Fußbodendurchlässe

Bild 6.22: Fußbodendurchlass (Fa. TROX GmbH)

Die Nutzung dieser Durchlässe erfolgt häufig in Räumen mit hohen thermischen Lasten
infolge des Einsatzes von Computern oder anderen elektronischen Geräten, wie z.B. Groß-
raumbüros oder Serverräumen. Hierbei wird die Zuluft von unten nach oben den Räumen
zugeführt. Teilweise werden diese Luftdurchlässe verstellbar ausgeführt und für unter-
schiedliche gestelzte Fußböden (Doppelbodensysteme) genutzt. Dabei muss auf einen aus-
reichenden Abstand zu den Arbeitsplätzen geachtet werden (Zuggefahr), dieser sollte
mindestens 50 cm betragen. Als Materialien für Durchlässe kommen häufig Aluminium,
Edelstahl oder Kunststoff zum Einsatz. Die Zuluftversorgung kann entweder über Druckbö-
den oder über im Doppelboden eingesetzte Anschlusskästen erfolgen. Diese werden wie die
vorstehenden Deckenluft- und Dralldurchlässe über flexible Rohre an das Kanalsystem ange-
schlossen.

Bild 6.23: Beispiel Druckbodenausführung (Fa. TROX GmbH)

93
3981-3.book Seite 94 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

6 Grundlagen der Raumlufttechnik

Bild 6.24: Beispiel Anschluss über Anschlusskasten und flexible Rohre (Fa. TROX GmbH)

6.3.3.5 Schlitzdurchlässe
Diese Luftdurchlässe werden hauptsächlich in abgehängten Deckensystemen eingesetzt.
Dabei erfolgt der Einbau in der Regel in großen Längen, sodass mehrere Durchlässe zu einem
langen System kombiniert werden. Der Anschluss an das Kanalsystem erfolgt über
Anschlusskästen und flexible Rohre. Derzeit werden industriell ein- bis vierschlitzige Aus-
lässe hergestellt, die je nach dem benötigten Luftvolumenstrom ausgewählt werden. Die
einzelnen im Auslass eingesetzten Luftleitelemente sind, abhängig vom Einsatzfall, ver-
schieden einstellbar:

Bild 6.25: Schlitzdurchlässe in verschiedener Bild 6.26: Luftaustritt einseitig horizontal


Ausführung (Fa. TROX GmbH) (Fa. TROX GmbH)

Bild 6.27: Luftaustritt wechselseitig Bild 6.28: Luftaustritt wechselseitig horizontal


schräg (Fa. TROX GmbH) (Fa. TROX GmbH)

6.3.3.6 Weitwurfdüsen
Weitwurfdüsen werden vorzugsweise in großen, hohen Räumen eingesetzt. Sie sind in
Sporthallen, Kinos, Mehrzwecksälen, Fabrikhallen und Diskotheken zu finden. Mit Hilfe die-
ses Auslasses ist es der Zuluft möglich, große Entfernungen zwischen Auslass und Aufent-
haltszone zu überbrücken. Mit Hilfe dieser Auslässe besteht weiterhin die Möglichkeit der

94
3981-3.book Seite 95 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

6.3 Luftverteilung im Raum – Luftdurchlässe

Reaktion auf verschiedene, wechselnde Temperaturdifferenzen. Dazu werden die Durchlässe


mit Stellantrieben zur Beeinflussung der Strahlrichtung ausgerüstet, um so die Richtung des
Zuluftstrahls im Heizfall nach unten auszulenken und im Kühlfall nach oben zu beeinflussen.

Bild 6.29: Weitwurfdüse Bild 6.30: Strömungsbild einer verstellbaren Weitwurfdüse


(Fa. TROX GmbH) für Kalt- und Warmluftzufuhr (Fa. TROX GmbH)

Die Montage der Auslässe erfolgt in Kanäle über ein hintergebautes Anschlussstück mit
umlaufendem Flansch (Art Bundkragen) bzw. in querlaufende Rohre über einen Sattelstut-
zen.
Zur Erzeugung feinerer Zuluftstrahlen werden auch Gitter als Kombination mehrerer Weit-
wurfdüsen hergestellt. Durch diese Auslässe werden die Strahltemperaturen und -geschwin-
digkeiten sehr schnell abgebaut. Diese Gitter können entweder in gerader Form für den
direkten Kanaleinbau oder in gekröpfter Form für den Einsatz in Rohren verwendet werden.

Bild 6.31: Weitwurfgitter für den Kanaleinsatz Bild 6.32: Weitwurfgitter für den Rohreinbau
(Fa. SCHAKO KG) (Fa. SCHAKO KG)

6.3.3.7 Kugeldurchlässe
In diesen Luftdurchlässen werden einzelne Kugeldüsen zu einem Auslass vereinigt. Diese
Kugeldüsen sind unabhängig voneinander einzeln allseitig um 360° schwenkbar ausgeführt.
Damit kann der Gesamtauslass auf verschiedene Raumgegebenheiten optimal angepasst
werden, indem einzelne Strahlen in unterschiedliche Richtungen ausblasen. Weiterhin
können diese Einzelstrahlen auch zu einem kompakten Gesamtstrahl zusammengeführt
werden, der dann den gesamten Raum beaufschlagt. Diese Luftdurchlässe werden in Zwi-
schendeckensysteme eingebaut und eignen sich besonders für große Räume wie z.B. Schu-
lungs- und Seminarräume, Großraumbüros, Labore und Empfangshallen.
Der Anschluss der Auslässe an das Leitungsnetz erfolgt, wie bei den Schlitzdurchlässen über
einen Anschlusskasten und flexibles Rohr direkt an den Zuluftkanal. Die Aufhängung des
Durchlasses erfolgt über 4 Aufhängelaschen direkt an die Decke.

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3981-3.book Seite 96 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

6 Grundlagen der Raumlufttechnik

Derzeit werden ein- und zweireihige Auslässe für den Einsatz in raumlufttechnischen Anla-
gen hergestellt.

Bild 6.33: Kugeldurchlässe in verschiedener Ausführung (Fa. TROX HESCO GmbH)

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3981-3.book Seite 97 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

7 Luftleitungssystem

Neben den Luftdurchlässen stellt das Luftleitungssystem als Transporteinrichtung für die
verschiedenen Luftarten eine der wichtigsten Baugruppen der Raumlufttechnik dar. Dieses
Leitungssystem wird auf der Baustelle aus den verschiedensten Bauteilen zusammenge-
fügt. Dabei unterscheidet man hauptsächlich in runde und rechteckige Leitungsteile. Der
Hauptvertreter der runden Leitungen ist das Wickelfalzrohr, welches komplett industriell
hergestellt wird. Weiterhin werden auch noch längsgefalzte Lüftungsrohre hergestellt. Als
eckiges Bauteil wird der Lüftungskanal eingesetzt. Als Material für Leitungssysteme kommt
am häufigsten verzinktes Stahlblech zum Einsatz. Aber auch Kunststoffe (bei Luft unter
Mitführung aggressiver Bestandteile), Edelstahl, Aluminium, Mauerwerk, Faserzement,
Rabitz (Gips mit Drahtgeflecht) und Textilien finden Verwendung. Im Handwerksbereich
werden Leitungsbauteile heute eher selten noch selbst hergestellt, da der Aufwand beson-
ders für größere Leitungsbauteile einfach zu groß ist. Die Eigenherstellung wird meist nur
noch für die Fertigung von Sonderbauteilen genutzt (häufig direkt auf der Baustelle), da die
genaue Bestellung nach den Erfordernissen des Leitungsverlaufes oft schlecht zu bewerk-
stelligen ist.
Die bisher existierende Vorschrift mit der Angabe der notwendigen Blechstärken für den Bau
von Luftleitungen wurde mit der DIN EN 12237 aufgehoben. Anstelle der bisherigen Vorga-
ben wurden nun Grenzwerte für positive und negative statische Drücke innerhalb der Leitun-
gen vorgegeben. Damit ergeben sich für die Leitungshersteller feste Werte für die
notwendige Festigkeit und Dichtheit ihrer Produkte. Die in dieser Norm geschaffenen Luft-
dichtheitsklassen sind bezüglich der damit verbundenen Leckluftraten auf alle Leitungsan-
lagen der Raumlufttechnik zu beziehen.

Tabelle 7.1: Lufdichtheitsklassen (nach DIN EN 12237)

Luftdichtheits- Grenzwert des statischen Drucks (ps) Grenzwert der Leckluftrate


klasse in Pa (fmax) in m³/s · m²
positiv negativ
A 500 500 0,027 x pt0,65 x 10–3
B 1000 750 0,009 x pt0,65 x 10–3
C 2000 750 0,003 x pt0,65 x 10–3
D 2000 750 0,001 x pt0,65 x 10–3
Pt – Test- oder Prüfdruck

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3981-3.book Seite 98 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

7 Luftleitungssystem

Diese Grenzwerte bedeuten für die einzelnen Luftdichtheitsklassen die folgenden Leckluft-
volumenströme (bezogen auf das gesamte Volumen des verlegten Luftleitungssystems):
• Luftdichtheitsklasse A: ca. 21-mal das gesamte Bauteilvolumen
• Luftdichtheitsklasse B: ca. 7-mal das gesamte Bauteilvolumen
• Luftdichtheitsklasse C: ca. 2,3-mal das gesamte Bauteilvolumen
• Luftdichtheitsklasse D: ca. 0,8-mal das gesamte Bauteilvolumen
Damit ergeben sich für das Luftvolumen eines Beispielbauteils von 1000 Litern (Kanalstück
500 mm x 1000 mm x 2000 mm) für einen Druck von 250 Pa die folgenden Leckluftvolumen-
ströme:
• Klasse A: 21000 Liter pro Stunde
• Klasse B: 7000 Liter pro Stunde
• Klasse C: 2300 Liter pro Stunde
• Klasse D: 800 Liter pro Stunde
Es ist leicht vorstellbar, wie sich diese Werte für große Anlagen entsprechend erhöhen.
Damit ist klar, dass die richtige Wahl der Luftdichtheitsklasse für den Betrieb der Anlage von
enormer Wichtigkeit ist.
Die Luftdichtheitsklassen A bis D werden wie folgt unterschieden:
• Luftdichtheitsklasse A:
– Luftleitungssysteme ohne besondere Anforderungen,
– Gefalzte Leitungen für Garagen, Werkhallen, Sporthallen,
– Keine zusätzlichen Abdichtungen sind notwendig.
• Luftdichtheitsklasse B:
– Luftleitungssysteme mit erhöhten Anforderungen,
– Gefalzte Leitungen für Unterrichtsräume, Tagungsräume, Büros, Zuluft für Labore,
Normalbereich in Krankenhäusern,
– Teilweise zusätzliche Abdichtmaßnahmen sind notwendig.
• Luftdichtheitsklasse C:
– Luftleitungssysteme mit besonders hohen Anforderungen,
– Gefalzte und geschweißte Leitungen für Reinraumbereiche in Krankenhäusern,
– Für gefalzte Leitungen sind Abdichtmaßnahmen erforderlich.
• Luftdichtheitsklasse D:
– Luftleitungssysteme mit höchsten Anforderungen,
– Geschweißte Kanäle für Kernkraft-, Isotopen- und Strahlungsbereiche.
Undichte, mit hohen Leckagen behaftete Leitungen haben die folgenden Auswirkungen auf
den Betrieb einer RLTA:

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3981-3.book Seite 99 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

7.1 Wickelfalzrohre

• der geforderte bzw. berechnete Volumenstrom wird aufgrund zu hoher Verluste nicht er-
reicht,
• keine ausreichende Abluftabführung,
• Probleme bei der Einregulierung der Anlage,
• Strömungsgeräusche durch unkontrolliertes Austreten von Luft,
• mögliche Geruchsübertragung durch austretende Fortluft,
• Austreten von Rauch im Brandfall.
Für den Bau von Leitungsteilen ergeben sich nach DIN EN 12237 die folgenden optimalen
Blechdicken:

Leitungsnennmaße in mm Mindestblechdicke
bis DN 300 0,50 mm
ab DN 315 bis DN 560 0,60 mm
ab DN 600 bis DN 900 0,80 mm
ab DN 1000 bis DN 1250 1,00 mm
ab DN 1250 bis DN 2000 1,20 mm

Da eine genaue Vorgabe der Blechdicken nicht mehr existiert, können diese je nach Hersteller
verschieden ausfallen. Die Blechdicken gelten sowohl für Wickelfalzrohr als auch für recht-
eckige Kanäle, dabei tritt aber an die Stelle des Durchmessers die längere Kanalseite.

7.1 Wickelfalzrohre

Wickelfalzrohre werden aus einem verzinkten Stahlband, Aluminium- oder Edelstahlband


schraubenförmig gebogen und an den Stoßstellen miteinander verfalzt. Dadurch erhalten
diese Rohre eine hohe Steifigkeit, die mit längsgefalzten Rohren gleicher Blechdicke nicht
erreicht werden kann. Gegenüber den nachfolgend aufgeführten Kanälen haben sie weiter-
hin den Vorteil, dass für ihre Herstellung, bezogen auf den gleichen freien Querschnitt, ent-
scheidend weniger Material aufgewendet werden muss. Damit sind sie wesentlich
preiswerter als Kanäle bei einem vergleichbaren Volumenstrom. Der Preis eines entspre-
chenden Wickelfalzrohres liegt ca. bei einem Drittel bis der Hälfte des jeweiligen Kanals.
Die Rohre sind nach DIN EN 1506 genormt. Die fett gedruckten Maße entstammen noch teil-
weise der abgelösten DIN 24145 und finden in der Praxis noch ihre Anwendung. Die einzelnen
Normgrößen (mm) sind nachfolgend dargestellt:

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3981-3.book Seite 100 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

7 Luftleitungssystem

63 70 80 125 140 150 160 180 200


224 250 280 300 315 355 400 450 500
560 600 630 710 800 900 1000 1120 1250
1400 1500 1600 1700 1800 1900 2000

Ovale Flachkanalrohre haben inzwischen auch ihren festen Platz in der Leitungsverlegung,
ihr Vorteil liegt in ihrer flachen Bauweise. Falls Leitungen in Bereichen verlegt werden müs-
sen, in denen nur beengte Platzverhältnisse vorhanden sind, stellen diese Rohre oft die
optimale Alternative dar. Diese Rohre werden ebenfalls, wie die Wickelfalzrohre, im Spiral-
falzverfahren preiswert hergestellt. Als Materialien kommen dabei Aluminium, verzinktes
Stahlblech oder Edelstahl zum Einsatz. Als Formstücke sind, ähnlich wie im runden Rohrpro-
gramm, Bögen, Winkel, Reduzierungen und T-Stücke nutzbar.

Bild 7.1: Ovales Wickelfalzrohr Bild 7.2: Ovales T-Stück (Fa. Maschinen-
(Fa. Maschinen- und Apparatebau und Apparatebau Hagen)
Hagen)

7.1.1 Verbindungsarten
Für die Verbindung der Wickelfalzrohre stehen verschiedene Methoden zur Auswahl. Die
Rohrbauteile können z.B. über Flanschverbinder, Steckverbinder mit oder ohne Gummilip-
pendichtung, Flanschring-Schnellverbinder und Schrumpfbandverbindungen zusammenge-
fügt werden. Die Flanschverbindung wird häufig bei großen Nennweiten (ab ca. 800 mm)
oder bei hohen Drücken eingesetzt. Beim Einsatz von Flansch-Schnellverbindern (Flansch-
Spannringverbinder) muss auf den Rohrenden ein Flansch aufgebaut werden.
Die am häufigsten angewendete Verbindungsart ist die Steckverbindung über Formstücken
mit Stecklippendichtung. Dabei werden die Lippendichtungen häufig aus EPDM-Kautschuk
oder Silikon hergestellt. Dieses Material ist besonders beständig gegen organische und che-
mische Einflüsse.
Werden anstatt der Gummilippendichtungen Verbinder ohne Dichtringe eingesetzt, müssen
die Verbindungsstellen nachfolgend noch mit Kaltschrumpfband verklebt werden. Nur
dadurch kann eine druckdichte und leckagefreie Verbindung hergestellt werden. Vor dem
Verkleben sind die Klebestellen unbedingt noch von Staub und evtl. Fett zu befreien.

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3981-3.book Seite 101 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

7.1 Wickelfalzrohre

• Kürzung der Rohrlängen auf die entsprechenden benötigten Maße und


anschließende Entgratung der Rohrenden,
• Reinigung der Materialien,
• Überprüfung der Rohrleitungen, des Formstücks und der Gummidich-
tungen auf evtl. Beschädigungen.

• Einführen des Einsteckendes des Formstückes in das Wickelfalzrohr


bis zur Sicke.

• Beim Einführen des Formstückes ist zu beachten, dass die Dichtungs-


lippe nicht klemmt.

• Durch eine leichte Drehung der Teile wird die Montage wesentlich ver-
einfacht.

• Feste Verbindung von Rohrende und Formstück durch Blech-


treibschrauben oder Blindnieten. Die verwendeten Schrauben bzw.
Nietverbinder müssen gleichmäßig über den Rohrumfang verteilt wer-
den.
• Beachten Sie, dass die Schraubverbindung bzw. die Nietung außerhalb
der Gummilippendichtung erfolgt, damit diese nicht beschädigt wird.
• Fehlverbindungen müssen nachträglich wieder abgedichtet werden.

Bild 7.3: Montage eines T-Stück-Abzweiges mit Stecklippendichtung (Bilder Fa. Lindab GmbH)

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3981-3.book Seite 102 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

7 Luftleitungssystem

Benötigte Schrauben oder Nieten für die entsprechenden Wickelfalzrohrdurchmesser:

Rohrdurchmesser in mm min. Schraubendurch- notwendige Anzahl der Schrauben


messer in mm bzw. Nieten
63–125 3,2 2
140–250 3,2 3
280–630 3,2 4
710–1250 4,0 12
1400–2000 4,8 12

• Bei Verwendung von Spannringen ohne Dichtung muss


selbstklebendes Dichtungsband auf die Flanschfläche eines
Rohrendes geklebt werden.

• Der Spannring muss über den Rohrflansch eines Rohrendes


gehängt werden.

• Das zweite Rohr mit der Unterseite seines Flansches in den


Spannring einheben und bis zur Waagerechten in den Ring ein-
heben.

• Den Spannring mit einem Akkuschrauber verschrauben. Das


Schrauben ein- bis zweimal unterbrechen und den Spannring mit
einem Gummihammer durch leichtes Schlagen an den Rohr-
flansch anpassen.

• Die Rohraufhängung erfolgt am besten durch Bänder und


Schellen, die den gesamten Rohrumfang umfassen.

Bild 7.4: Montage einer Spannringverbindung (Fa. Metu Meinig AG)

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3981-3.book Seite 103 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

7.1 Wickelfalzrohre

A
C
B D
A
E

F B
Bild 7.5: Spannringquerschnitt ohne Bild 7.6: Spannringquerschnitt mit Dichtung
Dichtung (Fa. Metu Meinig AG) (Fa. Metu Meinig AG)

7.1.2 Formstücke
Für die Wickelfalzrohre steht eine große Auswahl an Formstücken zur Verfügung. Durch
diese Formstücke ist es möglich, das Luftleitungssystem an die bestehenden räumlichen
Verhältnisse anzupassen und die Bauelemente der raumlufttechnischen Anlage strömungs-
und schallschutztechnisch optimal in das System einzupassen.
Nachfolgend sind die wichtigsten runden Formstücke dargestellt. Diese Formstücke sind wie
die Wickelfalzrohre nach DIN EN 1506 genormt. Die Verbindung und Abdichtung der hier dar-
gestellten Bauteile erfolgt mit einer Doppel-Lippendichtung.

Tabelle 7.2: Formstücke (Fa. Lindab GmbH)

gepresster 90° Bogen, nahtgeschweißt und kali- Bogen in Segmentausführung –


briert – (auch 15°, 30°, 45° und 60°) (als 30°, 45°, 60° und 90°-Bogen einsetzbar)

Etagenbogen T-Stück 90 Grad, gepresst aus Halbschalen

T-Stück mit Reduzierung Kreuzstück

103
3981-3.book Seite 104 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

7 Luftleitungssystem

Tabelle 7.2: Formstücke (Fa. Lindab GmbH) (Forts.)

Abzweigstück 45 Grad mit Reduzierung Hosenstück

Motorabsperrklappe Übergangsstück, rechteckig auf rund

Deflektorhaube / Fortlufthaube Dachhaube in Lamellenform

Wetterschutzgitter Bundkragen

Zur Verbindung der Wickelfalzrohre untereinander oder mit Formstücken sollten die folgen-
den Mindesteinstecklängen eingehalten werden:

bis DN 250 – Mindesteinstecklänge 40 mm


bis DN 315 – Mindesteinstecklänge 60 mm
bis DN 800 – Mindesteinstecklänge 80 mm
bis DN 1600 – Mindesteinstecklänge 100 mm

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3981-3.book Seite 105 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

7.2 Lüftungskanäle

Hinsichtlich der Halterungen der Wickelfalzrohre sollten die folgenden Befestigungsab-


stände beachtet werden:

DN (mm) Befestigungsabstand
70–80 3m
100–150 4m
160–280 5m
300–600 6m
über 600 7m

Entsprechend der verwendeten Materialien haben Wickelfalzrohre verschiedene Temperatur-


beständigkeiten. Wählen Sie dementsprechend für den jeweiligen Einsatzfall das passende
Leitungsmaterial:

Material Beständigkeit
verzinkter Stahl ohne Dichtmasse bis 80 °C
verzinkter Stahl mit Dichtmasse bis 350 °C
Aluminium bis 450 °C
Edelstahl bis 450 °C

7.2 Lüftungskanäle

Lüftungskanäle stellen gegenüber den Wickelfalzrohren die zwar teurere, aber dafür die
wesentlich flexiblere Variante des Lufttransportes dar. Aufgrund der Möglichkeit der diver-
sen Kombinationen von Höhe und Breite lassen sich die verschiedenen Kanalquerschnitte
erreichen. Da eines der häufigsten Probleme auf Baustellen im Fehlen ausreichender Bau-
freiheit besteht, lassen sich mit Lüftungskanälen häufig Lösungen erzielen, die mit Wickel-
falzrohren nicht möglich sind. Für Lüftungskanäle gab es, wie bei den Wickelfalzrohren, vor
wenigen Jahren noch die Notwendigkeit der Auswahl von Normgrößen, die ungefähr denen
der Rohrleitungen entsprachen. Aufgrund der modernen Fertigungsmethoden der Kanalher-
stellung sind diese Normgrößen für gefalzte Blechkanäle inzwischen hinfällig, sodass eine
Kanalbestellung auf jedes gewünschte Abmaß erfolgen kann. Bei der Auswahl der Kanäle
sollte ein Seitenverhältnis von maximal 1: 3 eingehalten werden, da bei größeren Verhältnis-
sen der notwendige Blechbedarf und der im Kanal erzeugte Druckverlust stark ansteigen.
Weiterhin sollten Kanalabmessungen unter 100 mm vermieden werden.

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3981-3.book Seite 106 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

7 Luftleitungssystem

7.2.1 Kanalherstellung
Als häufigste Verbindungsart für Kanäle kommt die Falzverbindung zum Einsatz. Dabei stel-
len im Wesentlichen der Schnappfalz, der Pittsburghfalz und der Kanalfalz die am häufigs-
ten verwendeten Verbindungsarten dar.

Schnappfalz

Pittsburghfalz

Kanalfalz

Bild 7.7: Übersicht zur Herstellung der Falzverbindungen (Fa. FfH – Fachplanung für Haustechnik)

Für die Schnappfalz-Verbindung wird auf einem Blech ein Schnappfalz und am anderen ein
Nockenstehfalz erzeugt. Danach werden diese zur Schnappfalzverbindung ineinander
gesteckt.
Die Pittsburgh-Verbindung besteht aus einem Pittsburghfalz und dem Stehfalz. Diese wer-
den ineinander gefügt und durch ein Umschlagen des Pittsburghfalzes fest miteinander ver-
bunden.
Die Kanalfalzverbindung (auch als Zargenfalzverbindung bezeichnet) besteht aus beiderseits
gleich geformten Verbindungselementen, welche ineinander gesteckt und fest und beson-
ders dicht miteinander verbunden werden.
Für die Auswahl der Falzverbindung sind oft der Einsatzzweck des jeweiligen Kanals und die
damit verbundenen Anforderungen an die Dichtheit maßgeblich. Der Schnappfalz stellt die
am wenigsten dichte Verbindung dar. Deutlich höhere Dichtheitswerte zeigt der Pittsburgh-
falz. Dieser lässt sich schon für höhere Drücke verwenden. Die höchsten Druckdichten bringt
der Kanalfalz, der von allen drei Verbindungsarten die geringsten Leckageverluste aufweist.
Sollen Kanäle den erhöhten Anforderungen im Labor-, Krankenhaus- oder Kraftwerksbereich
entsprechen, kann in die Kanalfalzverbindung während ihrer Herstellung eine Dichtmasse
eingefügt werden.
Je nach Erfordernis und Kanalgröße kann ein Kanal aus vier einzelnen Blechen, zwei geboge-
nen 90°-Winkeln oder einem dreifach gebogenen Blech hergestellt werden. Dementspre-
chend ergibt sich die notwendige Anzahl der Falzverbindungen, die notwendig werden, um
den Kanal auszubilden.
Häufig wird die Kanalherstellung über zwei Winkel genutzt, diese werden dann mit zwei
Längsfalzen miteinander verbunden.

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3981-3.book Seite 107 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

7.2 Lüftungskanäle

7.2.2 Verbindungsarten
Zur Verbindung der Kanalteile untereinander bzw. mit Formstücken werden in der Regel
Luftkanalprofile eingesetzt. Als Materialien kommen dabei verzinkter Stahl, Edelstahl
oder Aluminium zum Einsatz. Der Vorteil dieser Profile besteht in ihrer hohen Stabilität,
der einfachen, schnellen Verarbeitung und der hohen Dichtheit. Für die verschiedenen
Kanalabmessungen werden Profilhöhen von 20 mm, 30 mm und 40 mm hergestellt. Dabei
werden die 20 mm Kanalprofile für die Dimensionen bis ca. 800 mm und niedrige Drücke,
die 30 mm Profile für Kanäle bis ca. 1400 mm und mittlere Drücke und die 40 mm Profilhö-
hen für alle großen Kanalmaße und sehr hohe Drücke eingesetzt. Dabei differieren je nach
Hersteller die zulässigen Profilhöhen und die dazugehörigen Kanalmaße und Drücke. Die
entsprechende Auswahl ist dabei unter Zuhilfenahme der Herstellertabellen zu treffen.
Nachfolgend ist die Herstellung einer Profilverbindung für einen Lüftungskanal dargestellt:

Tabelle 7.3: Herstellung von Profilverbindungen (Fa. Metu Meinig AG)

Das Profil wird entsprechend der eingesetzten Kanallänge


zugeschnitten. Beachten Sie, dass das Profil vor dem Sägen
möglichst spielfrei und umfassend eingespannt wird. Die not-
wendige Länge wird über das Kanalmaß abzüglich der einge-
setzten Rahmenecken bestimmt.

Die zugeschnittenen Rahmenprofile und die Winkelecken


werden bis zum Anschlag zusammengefügt. Dabei sollte der
Rahmen möglichst senkrecht und nicht waagerecht zusam-
mengesteckt werden.
• Optimale Abfolge der Montage:
• jeweils 2 Eckwinkel in die beiden langen Profilstäbe stecken
• beide kurze Profilstäbe aufstecken
• Rahmen zum Gesamtgefüge verbinden

Das zusammengefügte Kanalprofil wird unter Zuhilfenahme


eines Schlagwerkzeuges bis zum Anschlag auf den Kanal auf-
gesteckt. Der Kanal sollte dabei besonders bei großen Dimen-
sionen waagerecht liegen. Das Aufschlagen sollte an der
oberen Ecke erfolgen, die Profile sind zum leichteren Aufschie-
ben möglichst schräg zum Kanalblech zu halten.

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7 Luftleitungssystem

Tabelle 7.3: Herstellung von Profilverbindungen (Fa. Metu Meinig AG) (Forts.)

Das Profil wird mit dem Kanalteil durch Punktschweißen, Nie-


ten, Verkörnen oder Schrauben fest verbunden. Gleichermaßen
wird mit den Eckwinkeln verfahren. Dabei sollte im Eckbereich
mit 2 Befestigungspunkten (Abstand 20 bis 30 mm) begonnen
werden. Danach sind die Profillängen beginnend in der Mitte
des Profils zu befestigen. Bei Profilhöhen von 20 mm ist ein
Befestigungsabstand von 80 mm, bei Höhen von 30 mm ein
Abstand von 100 mm und bei 40-mm-Profilen ein Abstand von
120 mm zu wählen.

Je nach eingesetztem Kanalprofil und Notwendigkeit wird das


Profil im Eckbereich durch Silikon abgedichtet. Nach Abschluss
dieser Arbeiten wird zur Montage der Kanalteile zwischen die
Profile ein Dichtungsband eingeklebt. Danach werden die
Kanäle an den Eckteilen mit 4 Sechskantschrauben verbunden.
Zusätzliche Verbinder in der Mitte der Profile sind möglich.

Zwischenverbinder:

Zwischenverbinder in Ausführung als Schraubklammer für


hohe Belastungen

Zwischenverbinder in Ausführung als Schiebeklammer für


beengte Platzverhältnisse

Tabelle 7.4: Zwischenverbinder zwischen 2 Kanälen sind bei folgenden Kantenlängen erforderlich
(Metu-Meinig AG):

Betriebsdruck 20 mm Profil 30 mm Profil 40 mm Profil


bis 1000 Pa ab 1200 mm ab 1500 mm ab 2000 mm
über 1000 Pa ab 1000 mm ab 1200 mm ab 1500 mm

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3981-3.book Seite 109 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

7.2 Lüftungskanäle

Tabelle 7.5: Zwischenverbinder zwischen Kanal und Bogen sind bei folgenden Kantenlängen
erforderlich (Metu-Meinig AG):

Betriebsdruck 20 mm Profil 30 mm Profil 40 mm Profil


bis 1000 Pa ab 1000 mm ab 1200 mm ab 1500 mm
über 1000 Pa ab 800 mm ab 1000 mm ab 1200 mm

7.2.3 Formstücke
Kanalformstücke werden für alle notwendigen Installationsaufgaben gefertigt. Da sie sich
hauptsächlich nur in der Form von den runden Bauteilen unterscheiden, wurde hier darauf
verzichtet, diese Formstücke noch einmal darzustellen. Die Herstellung der Formteile erfolgt
nach DIN EN 1505, das Aufmaß ist, wie bereits vorn beschrieben, in der DIN 18379 (VOB – Teil
C, Teil Lüftung) dokumentiert.
Die wichtigsten Kanalformteile sind:
• Kanäle bis zu einer Länge von 900 mm,
• symmetrische Bögen,
• Übergangsbögen,
• symmetrische Winkel (Knie),
• Übergangswinkel,
• symmetrische Übergänge (Reduzierungen und Erweiterungen),
• asymmetrische Übergänge,
• symmetrische Etagen,
• Übergangsetagen,
• T-Stücke,
• Hosenstücke,
• Böden.
Bei der Bestellung der Formstücke (Bogen, Winkel, Etagen, T-Stücke und Hosenstücke) muss
besonders auf die richtige Wahl der Höhe und der Breite des benötigten Bauteils geachtet
werden. Dabei zeigt es sich am einfachsten, wenn Zeichnungen über die einzelnen Formstü-
cke vorliegen, die der Herstellerfirma mit der Bestellung übergeben werden können. Besteht
dazu keine Möglichkeit, so ist es immer besser, die ersten Formstücke gemeinsam vor Ort
beim Hersteller »durchzusprechen«. Nur so kann es vermieden werden, das Fehlbestellungen
ausgelöst werden. Schon eine simple Verwechslung von Höhe und Breite bei der Bestellung
eines Bogens kann bedeuten, dass der Bogen anstatt als Richtungsänderung um 90 Grad
nach links um 90 Grad nach unten verläuft. Das Formstück kann nur noch als Schrott verwer-
tet werden.

109
3981-3.book Seite 110 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

7 Luftleitungssystem

7.3 Leitungsbefestigung

Zur stabilen Aufhängung der Rohrleitungen und Kanäle existieren heute vielfältige Möglich-
keiten. Bei der Auswahl des optimalen Systems zur Befestigung der Leitungsanlage am Bau-
körper darf nicht nur auf die möglichst geringen Kosten geachtet werden. Eine dauerhafte,
sichere und im Reparaturfall wieder lösbare Verbindung sowie die elastische, schallentkop-
pelte Aufhängung sind die wichtigsten Eigenschaften, die Befestigungen aufweisen müs-
sen. Leider wird vielerorts der notwendigen Schallentkoppelung nicht genügend Beachtung
gezollt. So kommt es oft zur Übertragung von Körperschall seitens des Leitungssystems auf
den Baukörper. Häufig bedarf es dann im Nachhinein hoher Aufwendungen, die Massen-
schlussstellen zu lokalisieren und zu entkoppeln.
Die wichtigsten Aufhängungen und Befestigungen sind hier folgend dargestellt:

Tabelle 7.6: Leitungsbefestigungsbauteile

Dämmgulast®-Federelement
• zur schallentkoppelten Aufhängung von Lüftungsrohren und
Lüftungskanälen
• optimale Anpassung an alle Leitungsdurchmesser und -quer-
schnitte durch Sollbiegestellen
• schnelle Befestigung am Luftkanal durch Nieten oder
Bohrschrauben
• Befestigung des Federelements an Gewindestangen oder direkt
(Fa. MÜPRO GmbH)
am Baukörper möglich
Lüftungsschelle für Rohrleitungen bis 800 mm
mit Dämmgulast®
• zweiteilige Schraubrohrschelle mit aufgeschweißter Anschluss-
mutter bzw. Kombimutter
• Dimensionen abgestimmt auf die Durchmesser der
Rohrleitungen
• die formschlüssig eingebrachte Schalldämmeinlage mit weitem
(Fa. MÜPRO GmbH) Kantenumschluss verhindert das Herausschieben der Einlage
aus der Schelle

110
3981-3.book Seite 111 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

7.3 Leitungsbefestigung

Tabelle 7.6: Leitungsbefestigungsbauteile (Forts.)

Industrie-Rohrschelle in zweiteiliger Ausführung für Wickelfalz-


rohre mit Dämmgulast®
• Rohrleitungsbefestigung an den Verschlusslaschen
• Dimensionen abgestimmt auf Durchmesser der Rohrleitungen
• Befestigung mittels Gewindestangen durch die Löcher der Ver-
schlusslaschen
• mit Dämmgulast-Schalldämmeinlagen
(Fa. MÜPRO GmbH) • für große Rohrleitungen (bis 3000 mm) werden die Rohrschellen
auch von verschiedenen Anbietern in halboffener Konstruktion
angeboten
Lüftungskanal-Winkel
• montagefreundliche Aufhängung für Luftkanäle
• integriertes hochelastisches Schalldämmelement
• gute Ausrichtbarkeit und Höhenjustierung über Gewindestangen
• diverse Befestigungsmöglichkeiten am Kanal durch Nieten,
Bohrschrauben oder Maschinenschrauben
• direkte Befestigung am Baukörper möglich
(Fa. MÜPRO GmbH)
Lüftungskanal-Doppelwinkel
• montagefreundliche Aufhängung für Luftkanäle
• integriertes hochelastisches Schalldämmelement
• gute Ausrichtbarkeit und Höhenjustierung über Gewindestangen
• diverse Befestigungsmöglichkeiten am Kanal durch Nieten,
Bohrschrauben oder Maschinenschrauben
• direkte Befestigung am Baukörper möglich
(Fa. MÜPRO GmbH)
Trapezblechabhänger
• zur Befestigung von Installationen an Trapezblechen
• Befestigung mittels Dichtnieten oder Bohrschrauben an den
seitlichen Trapezstegen
• Leichte Anpassung an verschiedene Trapezblechprofile durch
Sollbiegestellen

(Fa. MÜPRO GmbH)

111
3981-3.book Seite 112 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

7 Luftleitungssystem

Tabelle 7.6: Leitungsbefestigungsbauteile (Forts.)

Konsolenset
• zur schallgedämmten Befestigung von Lüftungs- und Klimage-
räten oder Luftleitungen an der Wand
• Rationelle Montage durch vormontierte Bauteile
• zugeschnittene und rückengelochte Systemschienen mit Ab-
schlusskappen
• verschiedene Konsolenlängen einsetzbar
(Fa. MÜPRO GmbH) • einfache Höhenjustierung der Konsolen durch verschiebbare
Hammerkopfschrauben
• variable Einstellung der Befestigungssabstände auf der Konsole
Kanaltraverse mit Dämmgulast®-Schienenprofil (übliche Standard-
aufhängung)
• bestehend aus Installationsschiene mit Dämmgulast®-Profilein-
lage sowie Gewindestangen mit schalldämmender Umhüllung
• verhindert Körperschallbrücken durch Vermeidung der Berüh-
rung des Luftkanals mit den Gewindestangen und der Installati-
onsschiene
• geringe Auflagefläche, große Absorptionsmasse
(Fa. MÜPRO GmbH)
Schallschutz-Aufhänger

(Fa. MÜPRO GmbH)


Konsolhalter
• für senkrecht verlaufende Lüftungsleitungen,
• an verschiedene Untergründe (auch mit unterschiedlichen
Wandabständen) einsetzbar,
• Luftleitung kann direkt über Lüftungsschellen oder
Gewindestangen befestigt werden.

(Fa. Metu Meinig AG)

112
3981-3.book Seite 113 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

7.4 Flexible Leitungen

7.4 Flexible Leitungen

Flexible Rohre (Flexrohre) stellen eine bei Monteuren beliebte Variante der Leitungsführung
dar. Ihr Vorteil liegt in der einfachen Verlegung, besonders im beengten Verlegungsbereich
wird gern auf diese Leitungsvariante zurückgegriffen. Flexrohre werden dem Lüftungsbauer
in den verschiedensten Varianten angeboten. So werden Leitungen aus folgenden Materia-
lien hergestellt:
• Edelstahl,
• verzinkter Stahl,
• Aluminium,
• beschichtetes Polyestergewebe,
• PVC, Polyamid und andere Kunststoffe.
Den häufigsten Einsatz finden die aus dünnwandigen Aluminiumfolien hergestellten flexib-
len Rohre, welche in ein-, zwei- oder dreiwandiger Version verarbeitet werden können. Dabei
werden die einwandigen Rohrleitungen (halbflexibles Rohr) am häufigsten für einfache Lüf-
tungsanlagen mit einfacher Leitungsführung verwendet. Die zweiwandige Rohrvariante
(flexibel oder mittelflexibel) kommt oft in aufwändigeren Lüftungs- und Klimaanlagen mit
problematischeren Leitungsverlegungen, die teilweise zu Wartungs- oder Reinigungszwe-
cken bewegt oder gelöst werden müssen, zum Einsatz. Für Klimaanlagen mit höchsten Nut-
zungs- und Verarbeitungsqualitäten werden die dreilagigen Rohre (vollflexibel) genutzt.
Für die Verlegung von flexiblen Rohren in Warm- oder Kaltbereichen, in denen die Gefahr der
Kondensation oder des Wärmeverlustes besteht, werden wärmegedämmte Flexrohre herge-
stellt. Dabei ist zu beachten, dass diese Rohre aufgrund der Dämmungsstärke nicht so eng
gebogen werden können.
Die Montage der flexiblen Rohre stellt sich sehr einfach dar. Nachdem die notwendige Länge
zwischen beiden Anschlussstellen ermittelt wurde, wird das Flexrohr mit dem Messer auf die
notwendige Länge zugeschnitten. Danach wird das Rohr auf die jeweiligen Nippelverbinder
oder Stutzen gesteckt und mit Spannbändern befestigt. Anschließend werden die Verbin-
dungsstellen durch Kaltschrumpfband luftdicht verschlossen.

Bild 7.8: Aluminium-Flexrohr (Fa. Lindab GmbH)

113
3981-3.book Seite 114 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

7 Luftleitungssystem

Bild 7.9: Flexibles Rohr in Bild 7.10: Wärmegedämmtes Flexrohr


Kunststoffausführung mit innenliegender (Fa. Lindab GmbH)
Federstahlspirale (Fa. Norres Schlauchtechnik
GmbH)

Bei der Verlegung der Rohrleitungen ist aber der durch die gerippte Oberfläche der Leitungen
erhöhte Druckverlust zu beachten. Darum werden in der DIN 1946 Anwendungsgrenzen für
die Längen der Leitungen vorgegeben. Die maximale Länge der verlegbaren Leitung beträgt
das 20-Fache des Leitungsdurchmessers.

7.5 Kunststoffleitungen

Bild 7.11: Kunststoff-Lüftungsrohr (Fa. Westfälische Kunststofftechnik GmbH)

Luftleitungen aus Kunststoffen werden in der Raumlufttechnik hauptsächlich für den Trans-
port von Luft mit aggressiven Gasen oder Dämpfen eingesetzt. Dabei kommen meist die
Materialien PVC – hart, Polypropylen (PPs) und Polyethylen (PE) zum Einsatz. Die verwende-
ten Leitungen haben hinsichtlich ihrer Brandeigenschaften eine Einstufung als schwerent-
flammbares Material in die Klasse B 1 nach DIN 4102.
• Vorteile der Kunststoffleitungen:
– hohe Beständigkeit gegen aggressive Gase und Dämpfe,
– einfachen Wartung und Montage,

114
3981-3.book Seite 115 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

7.5 Kunststoffleitungen

– gute Schalldämmwerte,
– sehr gute elektrische Isoliereigenschaften,
– geringe Schrumpfung.
Kunststoffleitungen werden häufig für Laborlüftungsanlagen, in der chemischen Industrie,
in Zonen mit Explosionsschutz und für Lüftungsanlagen im Stall- oder Kläranlagenbereich
eingesetzt.
Kunststoffrohrleitungen werden mit Durchmessern bis ca. 1000 mm hergestellt, in der
Sonderausführung als Spiralrohre sogar bis ca. 2500 mm. Auch im Kanalbereich werden
inzwischen Leitungen aus Kunststoff verwendet. Diese werden hauptsächlich aus Platten
im Schweißverfahren hergestellt.
Die Verbindung der Rohrleitungen untereinander oder mit Formstücken erfolgt hauptsäch-
lich über das Schweiß- oder Klebeverfahren. Das Schweißverfahren wird hauptsächlich für
Rohrleitungen aus Polypropylen und das Klebeverfahren für Leitungen aus PVC angewandt.
Die Durchführung der einzelnen Verfahren wird nachfolgend dargestellt.

7.5.1 Schweißverfahren

7.5.1.1 Heizelement-Stumpfschweißen
Die Stirnseiten der Rohre werden unter Zuhilfenahme eines Heizelementes auf die notwen-
dige Schweißtemperatur erwärmt. Danach werden die Bauteile, nachdem das Heizelement
entfernt wurde, unter Druck zusammengepresst.

Erwärmung der Rohrenden durch das zwischengefügte


Heizelement

Zusammenpressen und Verbinden der Rohrenden unter Druck

Bild 7.12: Arbeitsablauf Heizelement-Stumpfschweißen (Fa. SIMONA AG)

115
3981-3.book Seite 116 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

7 Luftleitungssystem

7.5.1.2 Heizelement-Muffenschweißen
Bei diesem Verfahren werden Muffe und Leitungsende mittels eines Heizelements auf die
notwendige Schweißtemperatur erwärmt. Danach werden beide Teile vom Heizelement
ruckartig abgezogen und entsprechend der Markierung zusammengefügt. Anschließend
müssen die verbundenen Teile für die Zeitdauer einer bestimmten Abkühlzeit fixiert werden.

Erwärmung der bei-


den Enden mittels
Heizelement

Fertige Verbindung
nach dem Zusam-
menfügen der Lei-
tungsenden

Bild 7.13: Arbeitsablauf Heizelement-Muffenschweißen (Fa. SIMONA AG)

7.5.1.3 Heizwendelschweißen
Die Leitungsenden werden mit Hilfe eines speziellen Muffenelements miteinander ver-
schweißt. Im Muffenelement sind dabei Heizwendel eingebracht, welche die Muffe auf die
entsprechende Schweißtemperatur erwärmen und verschweißen. Vor dem Verschweißen
sind die Rohrenden zu entgraten und zu reinigen.

116
3981-3.book Seite 117 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

7.5 Kunststoffleitungen

Anschließen der elektrischen


Zuleitungen an das Schweiß-
gerät, Aufschmelzen des Muf-
fenelements

fertige Rohrverbindung

Bild 7.14: Heizwendelschweißen (Fa. SIMONA AG)

7.5.2 Klebeverfahren
Das Klebeverfahren wird hauptsächlich für Rohre aus PVC angewandt. Es stellt die auf der
Baustelle praktikabelste Lösung dar, da der Einsatz von Spezialwerkzeugen und -apparatu-
ren fast komplett entfällt. Die Ausführung erfolgt mit dem gleichen Arbeitsablauf, mit dem
Rohre im Sanitärbereich geklebt werden:
• Reinigen,
• Kleben,
• Fixieren.
Das Reinigen der Rohrenden und der Muffe erfolgt mit Acetonreiniger. Danach werden die
Klebeflächen komplett mit dem Kleber eingestrichen. Anschließend werden die zu verbin-
denden Teile bis zur entsprechenden Markierung ineinander gefügt und je nach Klebstoff ca.
3 – 5 Minuten fixiert.

117
07.fm Seite 118 Dienstag, 24. November 2015 9:56 09

7 Luftleitungssystem

7.6 Klappen, Deckel und Zusatzbauteile

7.6.1 Drosselklappen
Drosselklappen dienen der Luftmengenregulierung in raumlufttechnischen Anlagen. Sie
werden oft zum Abgleich von Luftleitungssystemen eingesetzt, um an Abzweigen die ent-
sprechenden Volumenströme zu gewährleisten. Dabei ist es wichtig, dass die Klappen mit
einer Stellungsanzeige versehen sind. Die Bestimmung des Einstellwinkels der Drosselklap-
pen erfolgt in der Regel über ein Voreinstelldiagramm (siehe untenstehendes Diagramm).
Als Eingangswerte dienen dabei der durchzusetzende Volumenstrom im Leitungsstrang und
der zu erreichende Druckabfall (Abgleichpressung) am abzugleichenden Abzweig. Damit
ergibt sich im Diagramm der Einstellwinkel, mit dem die Klappe zu fixieren ist. Die Feinein-
stellung erfolgt im weiteren Arbeitsverlauf durch eine Volumenstrommessung am jeweili-
gen Luftdurchlass.

Bild 7.15: Drosselklappe (Fa. SCHAKO KG)

Bild 7.16: Voreinstelldiagramm (Fa. Lindab GmbH)

118
3981-3.book Seite 119 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

7.6 Klappen, Deckel und Zusatzbauteile

7.6.2 Jalousieklappen
Jalousieklappen werden zur Volumenstrom- und Druckregulierung bzw. zum Absperren von
Leitungsquerschnitten in raumlufttechnischen Anlagen eingesetzt. Die Klappen bestehen im
Wesentlichen aus einem c-förmig profilierten Rahmen, in den die Lamellen eingebaut werden.
Diese sind über ein Gestänge oder Zahnräder miteinander verbunden. Der Antrieb der Lamel-
len kann an den Klappen von Hand oder elektrisch über einen Steck- oder Federrücklaufmotor
realisiert werden. Der Kanalanschluss kann direkt über Luftkanalprofile erfolgen. Werden die
Klappen zur Absperrung des Außenluftanschlusses genutzt, besteht die Möglichkeit des Ein-
baus direkt in die Außenwand über Mauerrahmen.

20

X
Ø 8,5
H + 76
H

150

165
90
38

B 180

B + 76

Bild 7.17: Gleichlaufende Jalousieklappe mit Gestänge (Fa. TROX GmbH)


H

38

B 120

Bild 7.18: Gegenläufige Jalousieklappe mit Zahnrädern (Fa. TROX GmbH )

Beim Einbau der Jalousieklappen ist darauf zu achten, dass diese nicht verkantet werden, da
es sonst zu Undichtheiten oder Betätigungsproblemen am Lamellenantrieb kommen kann.
Bei zu großen Einbauquerschnitten lassen sich auch mehrere Klappen zu einzelnen Sets
zusammenstellen.

119
07.fm Seite 120 Montag, 23. November 2015 1:25 13

7 Luftleitungssystem

7.6.3 Wetterschutzgitter
Im Gegensatz zu den Jalousieklappen bestehen die Wetterschutzgitter aus feststehenden,
schrägen Lamellen. Diesen Lamellen ist im Inneren noch ein Maschendrahtgitter mit einer
Maschenweite von ca. 10 bis 15 mm nachgeordnet. Die Maschenweite richtet sich nach den
jeweiligen Einsatzerfordernissen. Das Maschendrahtgitter dient zum Schutz gegen eindrin-
gende Tiere und Laub. Geringere Abstände erweisen sich als nicht sehr praktisch, da diese im
Laufe der Nutzung sehr schnell verschmutzen und somit zu sehr hohen Druckverlusten und
Geräuschen führen.
Der hauptsächliche Nutzen der Gitter besteht im Schutz der Außenluftansaug- und Fort-
luftöffnungen gegen das Eindringen von Regen, Vögeln, Kleinsttieren und Laub. Als Material
für Wetterschutzgitter kann je nach Aussehen der Fassade verzinkter Stahl, Edelstahl, Alu-
minium oder Kupfer verwendet werden, eine farbliche Gestaltung ist je nach Hersteller eben-
falls möglich. Für besondere Einsätze im denkmalgeschützten Bereich werden auch
Wetterschutzgitter in titanverzinkter Ausführung hergestellt. Der Vorteil dieser Gitter
besteht darin, dass sie besonders beim Einsatz im Schieferdachbereich langsam nachdun-
keln und sich so der Schieferfarbe optimal anpassen.
Bei der Auswahl der Gitter ist unbedingt der freie Querschnitt zu beachten. Eine Auslegung
nach den Kanalanschlussmaßen ist nicht empfehlenswert, da durch die Z-Form der Lamellen
ein Teil des Ansaugquerschnitts verdeckt wird. Dadurch kann es zu erhöhten Geschwindig-
keiten im Gitter und zu Schallproblemen kommen. Für Wetterschutzgitter, welche im Winter
im stark beschneiten Bereich eingebaut werden zeigt es sich günstig, Gitter mit innenliegen-
der Beheizung einzusetzen, welche die Oberfläche eisfrei halten. Diese Heizung wird elekt-
risch über ein Thermostat betrieben und hält das Gitter permanent auf Temperaturen über
dem Gefrierpunkt.
Für die verschiedenen Arten der Wandöffnung in der Fassade werden heute die entsprechen-
den Formen an Wetterschutzgittern hergestellt. So sind runde, rechteckige, quadratische und
dreieckige Querschnitte erhältlich, welche sich optimal in das Aussehen der Fassade einpassen.

1 Senkung für Linsensenkblechschraube 2 Maschendraht 15 x 1 mm

Bild 7.19: Wetterschutzgitter im Schnitt (Fa. SCHAKO KG)

120
3981-3.book Seite 121 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

7.6 Klappen, Deckel und Zusatzbauteile

Bild 7.20: Wetterschutzgitter in rechteckiger und dreieckiger Bauform (Fa. SCHAKO KG)

7.6.4 Luftdichte Stahltüren


Luftdichte Stahltüren werden als Einsatz im Mauerwerk für Filterkammern, Maschinen- und
Lagerräume und Lüftungszentralen verwendet. Sie bestehen aus einem doppelwandigen
Türblatt aus verzinktem Stahlblech mit einer Isolierung aus Steinwolle, den Doppelhebel-
Verschlüssen, einer umlaufenden Profilgummidichtung und dem Einbaurahmen. Das Tür-
blatt muss bei einigen Herstellern auf der Baustelle mit den Hebelverschlüssen komplettiert
werden. Der Einbaurahmen muss durch den Monteur mit den angefügten Mauerankern in
die Wandöffnung eingefügt werden. Die Stahltüren sind rechts und links gehängt sowie ein-
oder doppelflügelig ausführbar. Als zusätzliche Ausführungsvariante sind die Türen noch mit
Schauglas, Druckausgleichsventil und Einbauriegelschloss ausrüstbar.

Bild 7.21: Luftdichte Stahltür mit Schauglas und Druckausgleichsventil (Fa. TROX GmbH)

7.6.5 Rückschlagklappen
Rückschlagklappen (auch Rohrverschlussklappen) verhindern das unkontrollierte Abströmen
von Luft aus Leitungssystemen bei abgeschaltetem Ventilator. Durch diese Bauteile kann

121
3981-3.book Seite 122 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

7 Luftleitungssystem

z.B. das Einströmen von Kaltluft in Leitungsteile bei Nichtfunktion der Anlage vermieden
werden. Je nach Einbaulage der Klappe kann eine Unterdruck- oder Überdruckfunktion
gewährleistet werden. Die Rückstellung der Klappe wird in Abhängigkeit ihres Einsatzes mit
einem Federmechanismus oder durch einen Stellmotor erreicht. Der Federmechanismus ist
dabei entsprechend der Ventilatorleistung einstellbar. Bei Einsatz des Stellmotors wird die-
ser parallel zum Ventilator angesteuert. Dabei ist auf eine ausreichende Anlaufverzögerung
des Ventilators zu achten, da dieser sonst gegen eine noch geschlossene Klappe anfährt.

Bild 7.22: Rohrverschlussklappe Bild 7.23: Rückschlagklappe für Kanaleinbau


(Fa. Lindab GmbH) (Fa. TROX GmbH)

7.6.6 Revisionsdeckel
Der Einbau von Revisionsdeckeln erfolgt in zu reinigende Kanäle, an Befeuchtern und an
Fühlerkammern. Sie werden in runder, ovaler und rechteckiger Form hergestellt. Dabei stel-
len die runden und ovalen Formen die preiswertere Variante dar, aus diesem Grund werden
sie auch häufiger eingesetzt. Die Deckel werden gepresst hergestellt, als Material findet
Edelstahl, verzinkter Stahl, Aluminium oder Kunststoff Verwendung. Die Revisionsdeckel
sind sehr stabil und werden über Sterngriffe, Schrauben und Kegelfedern am Kanalgehäuse
festgeklemmt. Die Abdichtung gegen die Kanalwandung erfolgt luftdicht über eine
Polyethylenschaumdichtung, mit einem selbstklebenden Kantenschutz oder mit einer Kera-
mikfaserdichtung. Beim Einbau der Deckel in senkrechte Kanalwände erweist es sich als
sinnvoll, die Deckel über verschraubte Fangseile gegen Herunterfallen zu sichern. Für den
Einsatz in Kanälen oder Ovalrohren werden die Deckel in gerader Form, für Wickelfalzrohre in
der Rohrwandung angepasster, gebogener Form hergestellt. Eine spezielle Ausführung der
Revisionsdeckel kann auch für isolierte Rohre und Kanäle eingesetzt werden.

Bild 7.24: Revisionsdeckel (Fa. METU Meinig AG)

122
3981-3.book Seite 123 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

7.6 Klappen, Deckel und Zusatzbauteile

Tabelle 7.7: Einbau eines Revisionsdeckels (Fa. METU Meinig AG)

Die mitgelieferte selbstklebende Folie auf die Rohr- oder Kanalwand kleben.

Ausschneiden des angezeichneten Blechteils, geringe Ungenauigkeiten bis 3


mm haben keinen Einfluss auf die Passung und die Dichtheit.

Selbstklebender Kantenschutz für Revisionsdeckel in Spezialausführung


(stark vergrößerte Darstellung) mit eingespritztem Schmelzklebstoff für
Blechstärken bis 2 mm.

Bei Einsatz des Kantenschutzes muss die dicke Wulst des Kantenschutzpro-
fils auf die Innenseite des Kanals gesteckt werden.

Den Kantenschutz möglichst tief in die Kanten der Revisionsöffnung drü-


cken. Der Stoß sollte dabei möglichst auf einem geraden Teil der Öffnung
zusammengefügt werden. Danach passgenau zuschneiden, die Enden dür-
fen nicht überlappen.
Die Sterngriffe bis zum Anschlag herausdrehen, den Deckel etwas verdreht in
die Revisionsöffnung einpassen, danach ausrichten und über die beiden
Griffe fest und luftdicht verschließen.

123
3981-3.book Seite 124 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

7 Luftleitungssystem

7.6.7 Volumenstromregler

7.6.7.1 Konstant-Volumenstromregler
Diese Volumenstromregler werden in Leitungssystemen eingesetzt um selbsttätig Volu-
menströme konstant zu halten. Dadurch wird der vorgegebene Volumenstrom unabhängig
vom schwankenden Kanaldruck eingeregelt. Dabei arbeiten diese Regler ohne Hilfsenergie.
Im Volumenstromregler hält eine leicht bewegliche Regelklappe den vorgegebenen Volu-
menstrom über den gesamten Differenzdruckbereich konstant. Der gewünschte Volumen-
strom wird direkt am Regler eingestellt und kann auch nachträglich, im eingebauten
Zustand, verändert werden. Die Regler können entsprechend der benötigten Nennweite als
Kanal oder Rohrquerschnitt gewählt werden. Der gewünschte Volumenstrom wird bei Inbe-
triebnahme der Anlage eingestellt und durch das Gerät selbstständig eingeregelt.

Bild 7.25: Konstant-Volumenstromregler (Fa. TROX GmbH)

7.6.7.2 Variable Volumenstromregler


Im Gegensatz zum Konstant-Volumenstromregler wird beim variablen-Volumenstromregler
die Raumtemperatur beeinflusst. Dabei wirkt der Raumtemperaturregler auf den Zuluft-
Volumenstromregler und verschiebt dessen Sollwert zwischen dem eingestellten minimalen
und maximalen Volumenstrom je nach Raumtemperatur. Damit kann der Volumenstromreg-
ler auf die verschiedenen Lastfälle (Kühllast oder Heizlast) des Raums reagieren und die vor-
gegebene Raumtemperatur konstant halten. Am Regler können minimale und maximale
Volumenströme festgelegt werden. Der minimale Wert dient dabei der Gewährleistung des
notwendigen Außenluftvolumenstroms. Durch den maximalen Wert wird die Zugfreiheit im
Raum sichergestellt. Bei einem Einsatz der Regler in staubbelasteter oder kontaminierter
Abluft ist auf die Auswahl der Materialien und des Messprinzips zu achten (dynamische oder
statische Wirkdruckmessung). Für den Einsatz in Küchenlüftungsanlagen sind diese Regler
schlecht geeignet. Die variablen Volumenstromregler können außerdem zur Raum- bzw.
Kanaldruckregelung und zur Konstanthaltung von Volumenströmen eingesetzt werden.

124
3981-3.book Seite 125 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

7.7 Dämmung von Luftleitungen

Bild 7.26: Variabler Volumenstromregler (Fa. SCHAKO AG)

Einbauhinweis für Volumenstromregler


Beim Einbau von Volumenstromreglern im Anschluss an Bögen, T-Stücke, Übergangsstücke,
Brandschutzklappen und Schalldämpfer sind verschiedene Mindestabstände in Abhängig-
keit des Durchmessers des Reglers zu garantieren. Nur so ist eine einwandfreie Funktion des
Bauteils möglich. Die einzelnen Mindestabstände richten sich nach den Angaben der Her-
steller der Volumenstromregler, diese können bei einzelnen Herstellern stark differieren.
Nachfolgend finden Sie zwei Beispiele für Mindestabstände der Firma TROX.
1D

D
D

ǎp M

ǎp M
5D

Bild 7.27: Mindestabstand nach Bögen und T-Stücken (Fa. TROX GmbH)

7.7 Dämmung von Luftleitungen

Zur Verhinderung der Kondensation des in der Luft enthaltenen Wasserdampfes auf kalten
Leitungsoberflächen bzw. von Wärmeverlusten beim Durchführen warmer Leitungen durch
kalte Räume müssen Luftleitungen isoliert werden. Ein weiterer Vorteil der Leitungsdäm-
mung ist die positive Auswirkung auf Geräusche im Leitungssystem. Lärm kann über die
Dämmung nicht nach außen dringen bzw. Raumschall kann nicht in die Luftleitungen ein-
dringen.

125
3981-3.book Seite 126 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

7 Luftleitungssystem

Für die Isolierung der Rohrleitungen und Kanäle kommen im Wesentlichen zwei Materialien
in Frage:
• Mineralfaser- oder Steinwolledämmung mit Aluminiumkaschierung oder Blechumman-
telung,
• hochflexibles synthetisches Kautschukmaterial.
Die Mineralfaser- bzw. Steinwolledämmung wird hauptsächlich zur Dämmung der Leitungen
gegen Wärmeverluste eingesetzt. Dabei stellt sie ein optimales und preisgünstiges Dämm-
material dar. Zur Verhinderung der Wasserdampfdiffusion durch die Dämmung und für ihren
äußeren Schutz wird als Umhüllung des Dämmmaterials entweder eine Aluminiumkaschie-
rung oder eine Blechummantelung eingesetzt. Die Kaschierung mit Aluminiumfolie wird
bereits durch den Hersteller durchgeführt. Bei der Verarbeitung dieser Ausführungsvariante
ist auf das Genaueste die saubere Verklebung der Stoßstellen der einzelnen Dämmplatten
zu beachten. Dazu wird in der Regel ein Aluminiumklebeband eingesetzt. Praktische Erfah-
rungen haben gezeigt, dass sich die nachträglichen Verklebungen aufgrund von nachgeben-
dem Dämmstoff und Staubablagerungen auf der Aluminiumkaschierung oft wieder lösen.
Damit sind in der Dämmung offene Stellen gegeben, durch welche die warme Umgebungs-
luft des Raumes mit der kalten Luftleitung (z.B. bei Außenluftansaugung im Winter) in Kon-
takt kommen kann. Infolge der entsprechenden Taupunktunterschreitung kommt es zum
Austauen von Wasserdampf und zu Feuchteschäden an der Dämmung und evtl. am Bau-
werk. Eher vermeidbar sind diese offenen Stellen (Kältebrücken) durch eine mehrlagige Ver-
legung der Dämmung und natürlich eine saubere Verarbeitung der Materialien. Bei der
mehrlagigen Verlegung ist auf den Versatz der Stöße zu achten.
Die Befestigung der Mineralfaser- bzw. Steinwolledämmung auf der Luftleitung erfolgt
meist mit Isolierstiften. Diese werden entweder durch elektrisches Schweißen oder durch
Kleben direkt auf der Kanaloberfläche befestigt. Danach wird die Dämmung aufgeschoben
und durch die Metallteller befestigt. Nach der Montage müssen unbedingt die überstehen-
den spitzen Stifte gesichert werden, da sie besonders in normalen Bewegungshöhen eine
große Verletzungsgefahr darstellen.

Bild 7.28: Isolierstifte (Fa. KlimaPartner GmbH)

126
3981-3.book Seite 127 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

7.7 Dämmung von Luftleitungen

Eine sichere, wenn auch teurere Variante, zur Vermeidung von Wasserdampfdiffusionen auf
die Leitungsoberfläche stellt die Verwendung von synthetischen Kautschukplatten dar.
Diese werden selbstklebend auf die Leitungsoberfläche aufgebracht. Aufgrund der geschlos-
senzelligen Struktur des Kautschukmaterials erübrigt sich bei diesen Platten die Umhüllung
mit Aluminiumfolie, es kann zu keiner Diffusion von Wasserdampf durch das Dämmmaterial
kommen. Bei der Verarbeitung von synthetischem Kautschuk ist natürlich in gleichem Maße
wie bei der Verwendung von Mineralfaserplatten auf die saubere Verarbeitung der Materia-
lien zu achten. Besonders die Leitungsoberflächen müssen von anhaftendem Baustellen-
staub und sonstigem Schmutz befreit werden, um ein optimales Klebeergebnis zu erzielen.
Weiterhin sollte auch schon bei der Anlieferung und bei der Lagerung der Leitungen auf der
Baustelle darauf geachtet werden, weder Fette noch Öle in der Nähe der Bauteile zu benut-
zen. Damit lässt sich viel Aufwand zum nachträglichen Reinigen ersparen.

Tabelle 7.8: Verarbeitung von Kautschukplatten (Fa. WILHELM KAIMANN GmbH & Co. KG)

Synthetische Kautschukplatten mit selbstklebender Oberfläche einsetzen

Die Leitungsoberflächen müssen mit Reiniger von Staub, Fett oder evtl.
Ölrückständen befreit werden. Die Kanaloberfläche darf nicht angerostet oder
korrodiert sein. Die Verarbeitungshinweise des Herstellers hinsichtlich der
zulässigen Temperaturen sind zu beachten.

Die notwendigen Plattengrößen werden entsprechend der zu dämmenden


Kanaloberflächen bestimmt und zugeschnitten.

Ein kurzes Stück der Schutzfolie wird von der Dämmungsoberfläche gelöst.
Nicht die gesamte Schutzfolie lösen!

127
3981-3.book Seite 128 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

7 Luftleitungssystem

Tabelle 7.8: Verarbeitung von Kautschukplatten (Fa. WILHELM KAIMANN GmbH & Co. KG) (Forts.)

Das klebbare Ende der Dämmungsoberfläche wird am oberen Ende des Kanals
fixiert. Danach wird die Schutzfolie gleichmäßig von der Dämmung abgelöst,
die Dämmplatte wird unter gleichmäßigem Druck auf die Kanaloberfläche
geklebt. Das Plattenmaterial darf nicht stark gezogen werden, da es anschlie-
ßend zum Rückziehen der elastischen Dämmung kommen könnte und damit
offene Stellen in der Dämmungsoberfläche entstehen können.

Die Stoßstellen werden durch einen Spezialklebstoff miteinander verklebt.


Dabei ist auf das vollständige Einstreichen der Plattenkanten an den Stößen
zu achten.

Die einzusetzende Dämmstärke des Materials muss entsprechend der Umgebungstempera-


tur und der Temperatur des strömenden Mediums in der Rohrleitung bzw. im Kanal berech-
net werden. Folgend finden Sie eine Übersicht für häufig verwendete Dämmstärken in
Abhängigkeit der Leitungsart für normale Luftleitungsausführungen.

Tabelle 7.9: Dämmung von Luftleitungen zur Reduzierung von Wärmeverlusten und
Kondensatbildung (Dämmmaterial O ≤ 0,04 W/mK)

Luftleitungen Dämmstärke [mm]


Verlegung im Gebäude (ohne Klimatisierung) 13
Verlegung im Gebäude (mit Klimatisierung) 19
Fortluftleitungen 26
Außenluftleitungen 26

Zur Reduzierung der Übertragung von Körperschall über die Leitungswandung empfiehlt
sich im Allgemeinen eine Dämmstärke von 4 mm für Luftleitungen.

128
3981-3.book Seite 129 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

8 Ventilatoren

Ventilatoren stellen das wichtigste Bauelement der raumlufttechnischen Anlage dar. Erst
durch den Einsatz dieser Geräte ist es möglich, den Luftvolumenstrom durch das ange-
schlossene Leitungssystem zu transportieren. Dabei setzt das Leitungssystem, bestehend
aus Kanälen, Formstücken und Einbauteilen der Luftströmung einen Widerstand (Druckver-
lust) entgegen, der durch den Ventilator mittels seiner Druckerhöhung überwunden werden
soll. Diese Druckerhöhung wird in der Praxis häufig als Pressung oder Totaldruckerhöhung
bezeichnet. Die Pressung setzt sich aus zwei Anteilen zusammen. Den ersten Anteil stellt
die interne Pressung dar. Sie wird verkörpert durch den Druckverlust des raumlufttechni-
schen Geräts, also die internen Gerätedruckverluste durch Bauteile wie Filter, Luftheizer,
Luftkühler, Schalldämpfer, Wärmerückgewinner und ähnliche. Die externe Pressung stellt
den zweiten Anteil dar. Sie wird über den Druckverlust des an das raumlufttechnische Gerät
angeschlossenen Luftleitungssystems berechnet. Beide Pressungsanteile, die interne und
die externe Pressung, addieren sich zur Gesamtpressung, auch als totale Pressung bezeich-
net.
Der Antrieb der Ventilatoren kann auf folgende Weise erfolgen:
• Direktantrieb
– Der Ventilator sitzt direkt auf der Motorwelle. Diese Antriebsart stellt einen der häu-
figsten Anwendungsfälle für Ventilatoren dar.
– Kurzbezeichnung M
• Direktantrieb über Außenläufermotoren
– Das Laufrad wird auf dem Rotor des Außenläufermotors aufgebracht. Diese
Antriebsart wird hauptsächlich für Ventilatoren im kleineren Leistungsbereich
genutzt.
– Kurzbezeichnung A
• Riemenantrieb
– Motor und Ventilator werden über einen Keilriemen miteinander verbunden. Durch
den Einsatz verschiedener Riemenscheiben ist die Anpassung der Drehzahl an gefor-
derte Betriebspunkte möglich. Diese Antriebsart wird neben dem Direktantrieb am
häufigsten eingesetzt.
– Kurzbezeichnung R
• Antrieb über Kupplung
– Motor und Ventilator werden durch eine elastische Kupplung verbunden. Diese Vari-
ante wird häufig bei Ventilatoren mit schweren Laufrädern und damit verbundenen
großen Massenkräften eingesetzt.
– Kurzbezeichnung K

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3981-3.book Seite 130 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

8 Ventilatoren

Mit der im Jahr 2009 von der Europäischen Union verabschiedeten ErP (Energy related Pro-
ducts)-Richtlinie wurden an energieverbrauchsrelevante Produkte neue Mindestanforderun-
gen hinsichtlich ihres Energieverbrauchs gestellt. Diese ErP-Richtlinie gilt unter anderem
auch für Ventilatoren mit einer Leistung von 125 W bis 500 kW. Im Zuge dessen wurden
dabei für neu in Verkehr gebrachte Ventilatoren relativ hohe Mindestsystemwirkungsgrade
angesetzt. Der Systemwirkungsgrad des Ventilators setzt sich dabei aus den einzelnen Wir-
kungsgraden des Ventilators (KV), des Antriebes (KA), des Motors (KM) und der eingesetzten
Regelung (KR) zusammen:
KSys=KV *KM*KA*KR

Ob die eingesetzten Ventilatoren die ErP-Mindestanforderungen erfüllen, ist relativ einfach


am CE-Zeichen ersichtlich. Dieses darf nur noch an ErP-konforme Ventilatoren vergeben wer-
den.
Die hohen Anforderungen an die Wirkungsgrade der Ventilatoren machten es erforderlich,
verbesserte Antriebtechnologien einzusetzen. Der elektronisch kommutierte Antrieb (Elec-
tronically Commutated = EC) schafft es, den gestiegenen Ansprüchen gerecht zu werden.
Der elektronisch kommutierte Motor (EC-Motor) unterscheidet sich vom Standard-Asyn-
chronmotor (Alternating Current = AC) durch seinen wesentlich besseren Wirkungsgrad. Der
EC-Motor ist ein Gleichstrommotor, bei dem eine elektronische Schaltung den sonst einge-
setzten Kommutator mit Bürsten zur Stromwendung ersetzt. Dabei werden in der Regel
Stator und Rotor vertauscht, mit dem Effekt, dass aus dem üblichen Innenläufer- ein
Außenläufermotor wird.
EC-Motoren haben den Vorteil, dass sie nahezu verschleißfrei arbeiten. Einziges verschleiß-
behaftetes Bauteil dieser Ventilatoren sind die eingesetzten Lager. Durch den Einsatz von
Longlife-Kugellagern wird die mögliche Einsatzdauer wesentlich erhöht. Ein weiterer wichti-
ger Vorteil dieser Motoren besteht auch in ihrer Laufruhe. Eventuelle Motorengeräusche, die
bei AC-Motoren als Bürstenschleifen oder dem Brummen von Stufentrafos auftreten, sind
bei EC-Motoren ausgeschlossen. Außerdem arbeitet der Asynchronmotor im Teillastbetrieb
bei konstanter Frequenz im verlustreichen Schlupfbetrieb, der EC-Motor hingegen gewähr-
leistet einen synchronen Betrieb ohne die sonst üblichen Schlupfverluste. Da raumlufttech-
nische Anlagen im Hauptzeitraum ihres jährlichen Einsatzes bei veränderlichen Raumlasten
im Teillastbetrieb arbeiten, zeigt sich der energieeinsparende Vorteil der EC-Motoren hier
besonders deutlich.
Die Regelung der Asynchronmotoren erfolgt meist über zwischengeschaltete teure Trafostu-
fenschalter bzw. Frequenzumrichter. Die Spannungsversorgung der EC-Ventilatoren erfolgt
direkt am Motor, dabei wandelt die Steuerelektronik die Wechselspannung in eine Gleich-
spannung um. Zur Drehzahlregelung ist nur noch ein Potenziometer erforderlich, welches ein
entsprechendes Steuersignal zwischen 0 und 10 V erzeugt.
Für den richtigen Einsatz des Ventilators zum Lufttransport existieren verschiedene Geräte-
bauarten. Die wichtigsten Varianten, auf die im Folgenden näher eingegangen werden soll,
stellen dabei der Radialventilator, der Axialventilator und der Querstromventilator dar.

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3981-3.book Seite 131 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

8.1 Der Radialventilator

8.1 Der Radialventilator

Im Radialventilator strömt die Luft in axialer Richtung, also in Richtung der Ventilatorachse
in das Gerät ein, wird dabei um 90° umgelenkt und über das Ventilatorlaufrad in radialer
Richtung zum angeschlossenen Luftleitungssystem weitergeführt. Die vom Antriebsmotor
des Ventilators an die Ventilatorwelle abgegebene Energie wird im Laufrad des Geräts dabei
in Druckenergie (statischer Druck) und Geschwindigkeitsenergie (dynamischer Druck) umge-
setzt.
Die Hauptbauarten des Radialventilators stellen der Trommelläufer und der Hochleistungsven-
tilator dar.

Bild 8.1: Radialventilator mit Trommellaufrad Bild 8.2: Radialventilator mit


(Fa. Rosenberg GmbH) Hochleistungslaufrad (Fa. Rosenberg
GmbH)

Bild 8.3: Radialventilator in Kunststoffausführung (Fa. Airtec-Anlagenbau GbR)

131
3981-3.book Seite 132 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

8 Ventilatoren

Bild 8.4: Riemengetriebener Radialventilator in Kunststoffausführung (Fa. Airtec-Anlagenbau GbR)

8.1.1 Trommelläufer
Das Laufrad des Trommelläufers besteht aus vielen kurzen, vorwärts gekrümmten Laufrad-
schaufeln.
• Einsatz des Trommelläufers:
– als preisgünstige Seriengeräte
– in Anlagen mit Volumenstromschwankungen (z.B. durch Schließen von Drosselklap-
pen oder Durchlässen)
– in Anlagen mit Drosselregelung
– in Anlagen mit konstanten Förderdrücken
Trommelläufer sollten nicht in Anlagen mit Bypassregelung und bei Parallelschaltung von
Ventilatoren eingesetzt werden. Diese Ventilatoren haben eine sehr kompakte Bauweise,
eine relativ geringe Schallabstrahlung und relativ niedrige Herstellungskosten. Der entschei-
dende Nachteil der Trommelläufer liegt in ihrem geringen Wirkungsgrad, der nur bei ca. 60
bis 75 % je nach Baugröße und Einbauart liegt.

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3981-3.book Seite 133 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

8.1 Der Radialventilator

Bild 8.5: Laufrad eines Trommelläufers (Fa. Rosenberg GmbH)

In der Abbildung 8.6 ist das typische Kennlinienschaubild eines Radialventilators mit vor-
wärtsgekrümmten Schaufeln für verschiedene Drehzahlen dargestellt. Besonders gut ist
erkennbar, dass kleine Änderungen im Druckverlust der Anlage größere Auswirkungen auf
den geförderten Volumenstrom des Ventilators haben.

8.1.2 Hochleistungsventilatoren
Das Laufrad des Hochleistungsventilators besteht im Gegensatz zum Trommelläufer aus
einzelnen, rückwärts gekrümmten Laufradschaufeln. Dieser Ventilator erhielt seinen Namen
durch seinen hohen Wirkungsgrad, der im Bereich von ca. 75 bis 85 % je nach Baugröße und
Art des Einbaus liegt. Hochleistungsventilatoren können Druckschwankungen in der raum-
lufttechnischen Anlage relativ günstig kompensieren, da der Volumenstrom aufgrund der
steilen Kennlinie dieser Ventilatoren infolge Druckunterschieden nur leicht abfällt. Damit hat
zum Beispiel das Ansteigen des Anlagendruckverlustes wegen zunehmender Filterver-
schmutzung kaum Auswirkungen auf den vom Hochleistungsventilator geförderten Volu-
menstrom.
• Einsatz des Hochleistungsventilators:
– bei parallel geschalteten Ventilatoren
– Anlagen mit Bypassregelung
– Anlagen mit Drallregelung
– Anlagen mit hohen Druckschwankungen
In der Abbildung 8.6 ist das typische Ventilatordiagramm eines Radialventilators mit rück-
wärts gekrümmten Laufradschaufeln für verschiedene Drehzahlen dargestellt.
Infolge der steilen Ventilatorkennlinie haben Änderungen im Druckverlust keine großen Aus-
wirkungen auf den geförderten Volumenstrom des Hochleistungsventilators.
Als besondere Bauform des Radialventilators existiert noch der Radialventilator mit einem
Laufrad mit radial endenden Schaufeln. Diese Bauart wird hauptsächlich in der Entstau-
bungstechnik eingesetzt, da die Schaufeln eine hohe Verkrustungssicherheit besitzen. In der
Raumlufttechnik finden diese Ventilatoren kaum Einsatz. Darum wird auf diese Geräte hier
nicht näher eingegangen.

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3981-3.book Seite 134 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

8 Ventilatoren

Bild 8.6: Ventilatordiagramm eines Trommelläufers (Fa. Gebhardt Ventilatoren GmbH)

Bild 8.7: Laufrad eines Hochleistungsventilators (Fa. Rosenberg GmbH)

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3981-3.book Seite 135 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

8.1 Der Radialventilator

Bild 8.8: Ventilatordiagramm eines Hochleistungsventilators (Fa. Gebhardt Ventilatoren GmbH)

8.1.3 Einbau von Radialventilatoren


Zum Aufbau eines Radialventilatorensystems muss zunächst der Ventilator-Grundkörper
mit dem Montagerahmen verschraubt werden. Danach erfolgt die Montage des Antriebs,
die mit besonderer Sorgfalt erfolgen muss. Zuerst werden die Ventilator- und Antriebsrie-
menscheiben auf die jeweilige Welle aufgezogen. Dazu müssen vorher die beiden Wellen
gereinigt und gut gefettet werden. Anschließend werden die Scheiben mit einem Gum-
mihammer auf die Welle aufgebracht. Wenden Sie bei der Montage keine Gewalt an, da
sonst leicht die Lager beschädigt werden können.

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3981-3.book Seite 136 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

8 Ventilatoren

1 Ventilator
2 Grundrahmen
3 Motorwippe
4 Antrieb
5 Kondensatablauf
6 Inspektionsdeckel
7 Riemenschutz
8 Berührungsschutzgitter
9 Wellenschutz

Bild 8.9: Ventilatoraufbau (Fa. Gebhardt Ventilatoren GmbH)

Bild 8.10: Demontage von Riemenscheiben mit Spannbuchsen (Taper-Lock)


(Fa. Gebhardt Ventilatoren GmbH)

Die Schrauben (Pos. 3) herausdrehen und abnehmen. Danach eine Innensechskantschraube


in das Gewindeloch (Pos. 4) eindrehen und anziehen. Dadurch wird die Spannbuchse gelöst.
Die damit locker gewordene Scheibeneinheit kann nun leicht von Hand abgenommen wer-
den.

Bild 8.11: Montage von Riemenscheiben mit Spannbuchsen (Taper-Lock) (Fa. Gebhardt Ventilatoren
GmbH)

136
3981-3.book Seite 137 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

8.2 Axialventilatoren

Die blanken Metalloberflächen reinigen und einfetten. Die Riemenscheibe und die Spann-
buchse ineinander setzen. Die Schraubenlöcher auf Deckung zueinander bringen und die
Schrauben (Pos. 3) lose einschrauben. Danach die Riemenscheibe mit der Spannbuchse auf
die Welle aufschieben, ausrichten und die Schrauben gleichmäßig und fest anziehen. Beach-
ten Sie, dass die beiden Riemenscheiben der Ventilator- und Motorwelle genau miteinander
fluchten.

8.1.4 Überprüfung der Riemenspannung


Als erstes muss die Messung des Achsabstands erfolgen.
In der Mitte des Achsabstands L wird rechtwinklig zum Riemen die Riemendurchbiegekraft
Fp gemessen. Dazu wird das Messgerät mit dem Lasthaken in der Trummitte eingehängt
(Trum – freilaufender Teil des Riemens). Danach wird die profilabhängige Prüfkraft am Mess-
gerät eingestellt und rechtwinklig zum Trum nach unten gezogen. An der Skala kann dann
die Eindrücktiefe des Riemens abgelesen werden. Die richtige Riemenvorspannung ist
erreicht, wenn pro Meter Achsabstand eine Riemendurchbiegung entsprechend den Herstel-
lerangaben erreicht wird. Entspricht die erreichte Riemendurchbiegung nicht den Vorgabe-
werten, sollte die Riemenvorspannung entsprechend korrigiert werden. Eine falsch gewählte
Riemenvorspannung gewährleistet nicht die optimale Leistungsübertragung vom Motor
zum Ventilatorlaufrad und kann zu einem schnelleren Verschleiß des Riemens führen. Eine
zu hohe Vorspannung kann außerdem zu Lagerschäden führen. Die seitliche Flucht des
gespannten Riemens sollte nicht mehr als 1 Grad abweichen. Wird der Ventilator über einen
längeren Zeitraum nicht benutzt (z.B. vorübergehende Anlagenstilllegung) ist es besser, den
Riemen zur Entlastung der Lager zu entspannen.

LT Trumlänge
xR Riemendurchbiegung
FP Prüfkraft nach Hersteller-
angaben
LT/2 Trummitte

Bild 8.12: Prüfung der Riemenspannung (Fa. FfH – Fachplanung für Haustechnik)

8.2 Axialventilatoren
Axialventilatoren saugen wie die Radialventilatoren die zu fördernde Luft axial an, aber bla-
sen diese auch axial aus. Diese Ventilatoren haben gegenüber den Radialventilatoren die
Vorteile, dass sie einen geringeren Platzbedarf haben und meist preiswerter sind. Als Nach-

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3981-3.book Seite 138 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

8 Ventilatoren

teil dagegen sind die Einengung des Kennlinienfeldes durch das im Folgenden beschriebene
Abrissgebiet und die höheren Aufwendungen im Reparaturfall (z.B. Motorwechsel) zu sehen.
Die Hauptbestandteile des Axialventilators sind die Einströmdüse, das Axiallaufrad, das
Ventilatorgehäuse mit Halterung und der Antriebsmotor. Als Zusatzbauteile kommen für
diese Ventilatoren Leiträder als Vor- und Nachleitrad, Diffusoren, Verstelleinrichtungen für
die Laufradschaufeln und Drallregler zum Einsatz.

Bild 8.13: Axialventilator (Fa. TROX TLT GmbH)

Die Einströmdüse (auch als Einlaufdüse bezeichnet) hat die Aufgabe, eine gleichmäßige
Geschwindigkeitsverteilung am Laufrad herzustellen.
Hinter dem Laufrad kommt es zu einer stark drallbehafteten Strömung, welche sich spi-
ralförmig in der angeschlossenen Luftleitung fortsetzt. Um diese Drallströmung zu begradi-
gen und in statischen Druck umzusetzen, werden Leiträder vor oder nach dem
Ventilatorlaufrad eingebaut. Leiträder sind feste, im Strömungsquerschnitt angebrachte
Leitschaufeln. Diese werden entsprechend ihrer Montageposition am Laufrad als Vor- oder
Nachleiträder bezeichnet. In der Praxis wird das Nachleitrad deutlich häufiger eingesetzt.
Der aus dem Axialventilator geförderte Luftvolumenstrom wird mit hoher Geschwindigkeit
(dynamischer Druck) ins das Luftleitungssystem ausgeblasen. Dieser dynamische Druck
stellt aber für das System keine nutzbare Druckkomponente dar. Aus diesem Grund wird ein
Diffusor (Querschnittserweiterung) nachgeschaltet, welcher die Strömungsgeschwindigkeit
reduziert und damit dynamischen Druck in statischen Druck umwandelt. Der Öffnungswinkel
des Diffusors sollte dabei 14° nicht überschreiten, da sich sonst infolge des Ablösens der
Luftströmung von der Diffusorwandung höhere Widerstandsbeiwerte einstellen.
Axialventilatoren lassen sich hinsichtlich ihrer Bauart einteilen in:
• Schraubenventilatoren ohne Gehäuse (häufigster Einsatz als Deckenventilatoren)
• Wand-, Rohreinbau- und Fenstereinsatzventilatoren
• Niederdruckaxialventilatoren ohne Leitrad

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3981-3.book Seite 139 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

8.2 Axialventilatoren

• Mitteldruckaxialventilatoren mit Leitrad


• gegenläufige Axialventilatoren für hohe Drücke

1 Ventilator-
schaufeln
2 Ventilatornabe
3 Nabenkörper
4 Nabenkappe
5 Motor
6 Gehäuse
7 Leitschaufeln

Bild 8.14: Axialventilator mit Leitschaufeln (Fa. KOJA Ltd.)

Die Ventilatorwirkungsgrade gestalten sich bei Axialventilatoren in Anhängigkeit ihrer


Antriebsart sehr unterschiedlich. So haben die einfachsten Ausführungen als Wand- oder
Rohreinbauventilator im Durchschnitt Wirkungsgrade von nur 40 bis 65% und Axialventila-
toren ohne Leitschaufeln ca. 60 bis 75%. Durch den Einsatz von Leitschaufeln im Ventilator
erhöht sich der Wirkungsgrad auf 70 bis 90%. Gegenläufige Ventilatoren, welche ausschließ-
lich im Bereich der höheren Volumenströme eingesetzt werden, erreichen sogar Werte von
80 bis 90%.
Die Ventilatorkennlinie stellt sich für Axialventilatoren grundsätzlich anders dar als bei den
bereits behandelten Radialventilatoren. Ventilatoren axialer Bauart haben in ihrer Kennlinie
einen instabilen Bereich, welcher auch als Abrissgebiet bezeichnet wird. In diesem instabilen
Bereich darf keine Auslegung des Ventilators erfolgen. Auch durch eine fehlerhafte Ausle-
gung oder anlagenseitige Änderung darf sich der Betriebspunkt des Ventilators nicht in diesen
Bereich verschieben. Durch den instabilen Bereich kommt es im Ventilator zu Erscheinungen
wie Strömungsabrissen und einer damit verbundenen pulsierenden Luftströmung, einer
erhöhten Schallabgabe, Vibrationen am Gerät und teilweise sogar mechanischen Beschädi-
gungen an Ventilatorkomponenten. Die meisten Bauteilhersteller sparen inzwischen den
instabilen Bereich in ihren Ventilatordiagrammen aus und stellen nur noch den für die Ausle-
gung wichtigen Teil der Kennlinie (siehe untenstehendes Ventilatordiagramm) dar. Kommt
es aber zu den oben genannten Verschiebungen im Diagramm, muss dringend darauf geach-
tet werden nicht den zulässigen Auslegungsbereich zu verlassen. Da der optimale Ausle-
gungspunkt eines Axialventilators häufig im oberen Scheitelbereich der Kennlinie liegt,
muss auf eine sehr genaue Auslegung des Ventilators geachtet werden. Durch kleine Ausle-
gungsfehler kann sonst der Betriebspunkt in den instabilen Bereich rutschen.

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3981-3.book Seite 140 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

8 Ventilatoren

Im Auslegungsdiagramm für Axialventilatoren werden für Geräte mit der Möglichkeit der
Schaufelverstellung verschiedene Kennlinien für die einzelnen Gradzahlen des Laufschaufel-
winkels angegeben. Bei Auswahl einer entsprechenden Kennlinie ist auf die Verschiebung
des Betriebspunktes in einen Bereich unterschiedlichen Wirkungsgrades zu achten. Weiter-
hin lassen sich in vielen Diagrammen (siehe unten) die der Einstellung der Laufschaufeln
entsprechende Schallentwicklung des Ventilators ermitteln.

Bild 8.15: Ventilatordiagramm eines Axialventilators mit verstellbaren Laufschaufeln


(Fa. ANSON AG)

8.3 Querstromventilatoren

Diese Geräte stellen in der Raumlufttechnik eher eine Randgruppe der Ventilatoren dar. Die
Vorteile dieser Ventilatoren liegen in ihrer geringen Geräuschentwicklung, dem geringen

140
3981-3.book Seite 141 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

8.4 Dachventilatoren

Platzbedarf und der einfachen Regelung. Die entscheidenden Nachteile sind der schlechte
Wirkungsgrad, der nur bei ca. 60% liegt, und die geringe Druckerhöhung im Ventilator. Der
Luftvolumenstrom wird in diesen Geräten radial angesaugt und auch radial ausgeblasen.
Querstromventilatoren werden aufgrund ihres breiten gleichmäßigen Volumenstroms
hauptsächlich in raumlufttechnischen Einzelgeräten wie z.B. Heizluftgeräten, Lüftungs- und
Klimatruhen und Türluftschleiergeräten eingesetzt.

Bild 8.16: Querstromventilator (Fa. LTG AG) Bild 8.17: Luftströmung durch einen
Querstromventilator (Fa. LTG AG)

8.4 Dachventilatoren

Dachventilatoren werden hauptsächlich für die Entlüftung großer Räume und Hallen, aber
auch in Bädern und Toilettenräumen in Mehrfamilienhäusern nach DIN 18017 eingesetzt. Sie
werden als komplette Baugruppen geliefert und sind damit sehr einfach auf vorgefertigten
Sockeln zu befestigen. Der Ventilator besteht aus dem Motor, dem Radial- oder Axiallaufrad,
einer Ansaugdüse und der Ausblashaube. Hinsichtlich der Ausblashauben existiert inzwi-
schen eine derartige Gestaltungsvielfalt, dass ein Einsatz auf den verschiedenen Dachfor-
men bezüglich ihrer Eingliederung in die Gebäudeansicht kein Problem mehr darstellt.
Als zusätzliche Bauteile werden häufig noch Wärmeübertrager zur Rückgewinnung der in der
Abluft enthaltenen Wärme, sowie Schalldämpfer eingesetzt. Der Vorteil der Dachventilato-
ren liegt in ihren relativ geringen Preisen und dem einfachen Einbau und Einsatz.
Die Montage der Geräte stellt im Allgemeinen kein Problem dar, wenn die nachfolgenden
Punkte beachtet werden:
• Der Einsatz der Dachventilatoren erfolgt auf Dachsockeln. Bei der Montage muss zur Si-
cherung gegen das Eindringen von Wasser ein temperaturbeständiges Dichtungsband
zwischen Sockel und Ventilator eingelegt werden. Die Bohrungen im Sockel zur Ventila-
torbefestigung werden durch Kunststoffscheiben wasserdicht verschlossen.

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3981-3.book Seite 142 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

8 Ventilatoren

Dachventilator im Schnitt (Fa. Gebhardt GmbH)


(Fa. TROX TLT GmbH)

(Fa. BIV Ventilatoren GmbH) (Fa. TROX TLT GmbH)


Bild 8.18: Bauformen von Dachventilatoren

• Zur Verhinderung einer möglichen Übertragung von Körperschall muss der Anschluss ei-
ner eventuell eingesetzten Luftleitung an den Dachventilator über einen elastischen
Stutzen (auch Segeltuchstutzen) erfolgen.
• Aus Sicherheitsgründen muss am Ventilator bei freiansaugender Ausführung ein ent-
sprechendes Schutzgitter angebracht werden.
• Da der Dachventilator in aller Regel in einer vom Schaltschrank oder Regelungskasten
entfernten, nicht einsehbaren Position eingesetzt wird muss er einen Reparaturschalter
erhalten (diese Regel gilt für alle Ventilatoren). Nur so können Unfälle bei Reparaturen
durch unbeabsichtigtes Einschalten vermieden werden.
• Der Aufstellort des Ventilators sollte nicht in der Nähe eines Abgasschornsteins liegen,
um eventuelle Kurzschlussströmungen zu vermeiden.
• Bei der Montage auf nicht trittfesten Dächern müssen die sicheren Zugangswege zum
Ventilator gekennzeichnet sein.
• Hinsichtlich der Wahl des Aufstellortes ist die Richtung der Schallabstrahlung und even-
tueller Schallreflexionen im Freien zu beachten. Häufig kommt es zu Problemen mit An-
wohnern in der Nachbarschaft, welche durch eine falsche Wahl des Aufstellungsortes un-
ter Schallemissionen zu leiden haben. Seitens der Hersteller werden außerdem zur Ver-
meidung der Schallabstrahlung in Richtung der zu entlüftenden Räume spezielle
Sockelschalldämpfer angeboten, die unter dem Dachventilator montiert werden.
• Nach der Montage ist durch eine einfache akustische Probe auf Schleifgeräusche (Durch-
drehen des Ventilators per Hand) die Lauffreiheit des Laufrades zu überprüfen.

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8.5 Entrauchungsventilatoren

• Bei der Wartung der Dachventilatoren ist zunächst die Oberfläche des Ventilators auf
eventuelle Beschädigungen zu überprüfen und falls notwendig eine Grobreinigung von
Laub und Schmutz durchzuführen. Danach ist das Ventilatorlaufrad zu reinigen und eine
Kontrolle der Ventilatorhalterungen auf sicheren und festen Sitz sowie der elektrischen
Anschlüsse auf einwandfreie Beschaffenheit durchzuführen. Viele Dachventilatoren las-
sen sich zum Zwecke der Wartung über ein Scharnier einseitig abklappen, was diese Tä-
tigkeiten erheblich vereinfacht.

8.5 Entrauchungsventilatoren

Bild 8.19: Entrauchungs-Dachventilator Bild 8.20: Entrauchungs-Dachventilator


(Firma Rosenberg GmbH) (Fa. TROX TLT GmbH)

Entrauchungsventilatoren stellen wichtige Sicherheitselemente der Gebäudetechnik dar.


Diese Geräte sind speziell für die Rauch- bzw. Brandgasabsaugung konzipiert. Ein Einsatz für
normale Aufgaben der Raumlufttechnik ist aber ebenfalls möglich. Entrauchungsventilato-
ren sind für Absaugtemperaturen bis ca. 600 °C geeignet. Dabei ist zu beachten, dass der
Ventilatormotor möglichst nicht mit den heißen Gasen in Berührung kommt. Ist dieser Fall
nicht vermeidbar, muss der Motor durch das Ansaugen von Umgebungsluft gekühlt werden.
Im Brand- oder Entrauchungsfall dürfen die Ventilatoren nicht mit einem Motorschutz oder
mit drehzahlgeregelten Systemen betrieben werden. Mit Hilfe eines Schaltgeräts muss auf
die maximale Drehzahl für Abführung der Rauch- bzw. Brandgase geschaltet werden. Der
elektrische Anschluss darf nur über temperaturbeständiges Kabel (z.B. Teflonkabel) erfol-
gen. Beim Einsatz von Dachventilatoren ist die Kabelzuführung möglichst im Außenbereich
der Außenwand zu verlegen. Muss die Kabelzuführung im Innenbereich erfolgen, sind die
Leitungen entsprechend zu schützen (z.B. Kabelverlegung im Metall-Mantelrohr). Werden
die Ventilatoren im Innenbereich des Gebäudes aufgestellt, muss dies in einem separaten
Raum erfolgen, welcher be- und entlüftet und zum Schutz gegen eindringende Wärme im
Brandfall mit einer Wärmedämmung versehen wird. Der optimale Aufstellort befindet sich
für Rauch- und Brandgasventilatoren immer im Freien. Ist ein Kanalanschluss an den Venti-
lator notwendig, muss dieser immer auf der Saugseite des Geräts erfolgen. Aus dem Venti-

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3981-3.book Seite 144 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

8 Ventilatoren

lator abgeblasener Rauch darf nicht wieder durch andere Außenluftansaugungen in das
Gebäude geführt werden (Kurzschlussströmungen verhindern).

Revisionsschalter Isolator

geschütztes Kabel protected cable interior


im Innenraum

Optischer 400 °C / 600 °C Optical smoke detector


Rauchmelder

Kabelführung prefer cable connection


von außen bevorzugen from outside

Schaltschrank mit switchboard with


möglichen Komponenten: components:
Rauchmeldeschaltgerät Smoke detection device
Handauslöse-Taster Manual trigger switch

Bild 8.21: Montage eines Entrauchungs-Dachventilators (Gebhardt Ventilatoren GmbH)

8.6 Kunststoffventilatoren

Ventilatoren aus Kunststoff finden hauptsächlich ihren Einsatz bei der Förderung von Luft
mit aggressiven Gasen und Dämpfen. Des Weiteren finden diese Ventilatoren noch beim
Lufttransport in Bereichen mit hohen Luftfeuchten ihre Verwendung. Dabei werden sie
besonders in solchen Arbeitsbereichen wie der chemischen Industrie, der Galvanik, Laborlüf-
tungen, Be- und Entlüftungen von Batterieräumen, Wäschereien, sowie in Stalllüftungsan-
lagen eingesetzt.

Bild 8.22: Kunststoff-Dachventilator Bild 8.23: Kunststoff-Radialventilatoren


(Fa. TROX TLT GmbH) (Fa. MIETZSCH GmbH)

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8.7 Ventilatorauswahl

Die Ventilatoren werden hauptsächlich aus Kunststoffen wie PVC, PPs, PE und GFK gefer-
tigt. Entsprechend seiner zukünftigen Verwendung sollte bei der Bestellung des Ventilators
die richtige Auswahl des Werkstoffes mit dem Hersteller getroffen werden.
Bei der Aufstellung ist zu beachten, dass der Kunststoffventilator gegen mechanische Ein-
wirkungen geschützt wird. Besonders bei Temperaturen unter –5 °C sinkt die Schlagfestig-
keit der Kunststoffe.
Die Ventilatorgehäuse werden durch dichtes Verschweißen aus tiefgezogenen Kunststoff-
halbschalen oder aus ebenen Seitenwänden und einem Mantel hergestellt. Die Gehäuse sind
in der Regel zur Reinigung auf der Saugseite zu öffnen.

8.7 Ventilatorauswahl

Die Ventilatorauswahl ist immer über ein Ventilatordiagramm oder spezielle Herstellersoft-
ware mit der entsprechenden Ventilatorkennlinie des zu nutzenden Geräts durchzuführen.
Dabei stellt die Ventilatorkennlinie die möglichen Betriebspunkte des Ventilators bei einer
festgelegten Drehzahl dar. Ein Ventilator kann nur auf seiner Kennlinie arbeiten. In der Anla-
genkennlinie werden dagegen die für die ausgelegte raumlufttechnische Anlage jeweiligen
Volumenströme mit den dazugehörigen Anlagendruckverlusten dokumentiert. Diese Kennli-
nie wird durch eine Vorausberechnung (Druckverlustberechnung) ermittelt. Sie stellt damit
in jedem Punkt den notwendigen Förderdruck des Ventilators bei dem dazugehörigen Luft-
volumenstrom dar. Der Schnittpunkt aus beiden Kennlinien ergibt den tatsächlichen Betrieb-
spunkt (auch Arbeitspunkt genannt) des Ventilators. Dieser Arbeitspunkt sollte möglichst
nah am Bereich des höchsten Wirkungsgrades des Ventilators liegen. Weiterhin ist es beson-
ders wichtig, auf die Schallemission und die Leistungsaufnahme im Diagramm zu achten.
Ein optimal gewählter Arbeitspunkt kann wesentlich die Kosten für den einzusetzenden
Schalldämpfer zur Reduzierung der Ventilatorgeräusche senken.
Im nachfolgenden Ventilatordiagramm ist die Bestimmung des Arbeitspunktes eines Radi-
alventilators dargestellt.
• Als Vorgabewerte sind gegeben:
– Volumenstrom: 3800m³/h,
– Totaldruckerhöhung (Pressung): 2300 Pa
• Die folgenden Ergebnisse sind im gewählten Ventilatordiagramm bestimmbar:
– Wirkungsgrad: 72 %,
– Drehzahl: 5300 U/min.
– Schallleistungspegel: 94 dB,
– Wellenleistung: 3,4 kW

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3981-3.book Seite 146 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

8 Ventilatoren

Bild 8.24: Auswahl eines Hochleistungs-Radialventilators (Fa. Gebhardt Ventilatoren GmbH)

8.8 Regelung von Ventilatoren

Der ausgewählte Ventilator passt in den seltensten Fällen hinsichtlich Volumenstrom und
Pressung genau auf die für die Anlage geforderten Daten. Darum muss eine Anpassung des
Geräts auf die Anforderungen der Anlage durch eine Einregelung der geforderten Ventilator-
daten erfolgen. Es können die folgenden Varianten zum Einsatz kommen.

8.8.1 Drosselregelung
Die Drosselregelung stellt die einfachste und preiswerteste Art der Ventilatorregelung dar.
Zur Anpassung des Ventilators an die Anlage wird eine verstellbare Klappe (manuell oder

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3981-3.book Seite 147 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

8.8 Regelung von Ventilatoren

durch Stellantrieb verstellbar) in die Luftleitung eingebaut. Mit Hilfe dieser Klappe (Drossel)
wird der Druckverlust der Anlage durch ein einfaches Anstellen im Luftvolumenstrom
erhöht, während der Ventilator mit der gleichen Drehzahl weiterarbeitet. Dadurch verschiebt
sich der Arbeitspunkt der Anlage im Diagramm senkrecht nach oben auf die Ventilatorkenn-
linie. Werden durch die Drossel zu hohe Druckunterschiede zwischen Ventilator und Kennlinie
angepasst, kann ein Strömungsrauschen an der Klappe auftreten. Die Drosselregelung ist
neben der Bypassregelung die verlustreichste Methode der Anpassung des Ventilators an die
Anlage.

8.8.2 Bypassregelung
Bei dieser Regelungsart erfolgt die Anpassung des Ventilators an die Anlage durch die Rück-
führung eines Teils des Luftvolumenstroms zur Saugseite oder durch das Abführen eines
Teilvolumenstroms ins Freie. Die Ventilatordrehzahl bleibt dabei konstant. Die Bypassrege-
lung ist eine sehr unwirtschaftliche aber auch einfache Methode. Für Trommelläufer darf
diese Art der Regelung nicht eingesetzt werden.

8.8.3 Drallregelung
Die Drallregelung wird hauptsächlich bei Hochleistungsventilatoren, aber auch für Axialven-
tilatoren angewendet. Als Drallregler wird dabei ein Leitapparat mit verstellbaren Leitschau-
feln an der Einlaufdüse des Ventilators eingesetzt. Der Volumenstrom erhält auf der
Saugseite des Ventilators eine Drallströmung, die damit zu einer Volumenstromänderung
führt. Der einsetzbare Regelbereich liegt bei 40 bis 100 % des Volumenstroms. Die Drallrege-
lung wird eingesetzt, wenn sich die Drosselregelung als zu verlustreich und die Drehzahlre-
gelung als zu teuer erweist. Je stärker die Abregelung des Volumenstroms durch den am
Drallregler eingestellten Drall erfolgt, desto ungünstiger gestaltet sich der Wirkungsgrad des
Ventilators.

8.8.4 Laufschaufelregelung
Die Laufschaufelregelung wird ausschließlich bei Axialventilatoren angewendet. Dabei wird
der Anstellwinkel der Schaufeln des Laufrades im Stillstand von Hand oder bei Betrieb des
Geräts automatisch verstellt. Den häufigsten Einsatz findet die automatische Laufschaufel-
verstellung bei Axialventilatoren der mittleren und oberen Leistungsklasse. Im mittleren
Bereich (bis ca. 300 kW) werden dabei die Laufradschaufeln auf pneumatischem und im obe-
ren Leistungsbereich auf hydraulischem Wege verstellt.
Durch die Reduzierung des Anstellwinkels der Laufschaufeln nimmt die Druckerhöhung des
Ventilators ab. Infolgedessen kommt es zur Abnahme des geförderten Luftvolumenstroms.
Der Wirkungsgrad des Ventilators verändert sich dabei nur unwesentlich.

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3981-3.book Seite 148 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

8 Ventilatoren

8.8.5 Drehzahlregelung
Die Drehzahlregelung stellt eine sehr wirtschaftliche Methode der Änderung der Leistungs-
daten des Ventilators dar. Sie ist auf stufenweisem oder stufenlosem Wege möglich. Eine
stufenweise Drehzahlregelung ist mit polumschaltbaren Motoren möglich. Die stufenlose
Regelung erfolgt z.B. durch regelbare Motoren wie Schleifringläufern, Nebenschlussmoto-
ren und frequenzgeregelten Drehstrommotoren. Der Vorteil der Drehzahlregelung liegt
darin, dass der Ventilator immer im günstigen Wirkungsgradbereich arbeitet. Die Ventila-
torkennlinie verändert sich entsprechend der Proportionalitätsgesetze, die Anlagenkennli-
nie bleibt unverändert. Der Nachteil der Drehzahlregelung liegt in den relativ hohen
Anschaffungskosten und der erforderlichen Wartung.

8.8.6 Parallelschaltung

V1 Kennlinie Ventilator 1
V2 resultierende Kennlinie beider Ventilatoren
B1 Betriebspunkt bei Betrieb eines Ventilators mit Pressung 1 und Volumenstrom 1
B2 Betriebspunkt bei Betrieb beider Ventilatoren mit Pressung 2 und Volumenstrom 2

Bild 8.25: Konstruktion einer Parallelschaltung (Fa. TROX TLT GmbH)

Bei der Parallelschaltung von Ventilatoren werden zwei oder mehrere Geräte parallel auf ein
gemeinsames Leitungsnetz geschaltet. Durch diese Schaltungsvariante addieren sich die
Volumenströme der Ventilatoren. Die Kombination von zwei Ventilatoren stellt dabei die
häufigste Art der Parallelschaltung dar. Günstig zeigt es sich bei der Parallelschaltung, wenn

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08.fm Seite 149 Montag, 23. November 2015 1:26 13

8.9 Wartung von Ventilatoren

gleiche Ventilatoren für die Kombination genutzt werden. Die gemeinsame Kennlinie der bei-
den Ventilatoren wird ermittelt, indem die Volumenströme bei gleichen Druckverlusten
(siehe Bild 8.25) addiert werden.

8.8.7 Reihenschaltung

Bild 8.26: Konstruktion einer Reihenschaltung (Fa. TROX TLT GmbH)

Bei der Reihenschaltung werden zwei oder mehrere Ventilatoren hintereinander auf ein Lei-
tungssystem geschaltet. Dabei addieren sich theoretisch die Druckerhöhungen (Pressungen)
der Ventilatoren. Praktisch kann diese Druckerhöhung nicht erreicht werden, da es beim
Anströmen des nächsten Ventilators zu Verlusten durch Verwirbelung und Reibung kommt.
Bei zwei gleichen Ventilatoren können diese Verluste je nach Ventilatorenbauart bis zu 30 %
betragen. Günstig zeigt es sich wie bei der Parallelschaltung, wenn gleiche Ventilatoren für
die Kombination genutzt werden. Die gemeinsame Kennlinie der beiden Ventilatoren wird
ermittelt, indem die Totaldruckerhöhungen bei gleichen Volumenströmen (siehe Bild 8.26)
addiert werden.

8.9 Wartung von Ventilatoren

Zur Gewährleistung eines optimalen und sicheren Betriebes müssen Ventilatoren in regel-
mäßigen Abständen gewartet werden. Diese Tätigkeit sollte natürlich nur von qualifiziertem
Personal durchgeführt und nach ihrer Beendigung dokumentiert werden.

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3981-3.book Seite 150 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

8 Ventilatoren

Um mit der Wartung zu beginnen, sollten folgende Sicherheitsvorkehrungen getroffen wer-


den:
• Ventilatormotor über Reparaturschalter vom Netz trennen
• Laufradstillstand abwarten
• störende Ablagerungen vor den Wartungsarbeiten absaugen oder mit Hilfsmitteln ma-
nuell entfernen
• Temperatur der Ventilatoroberfläche prüfen
Die Häufigkeit der Wartungsintervalle muss mit dem Betreiber der Anlage in Abhängigkeit
der Nutzung festgelegt werden. Die notwendigen Wartungs- und Prüftätigkeiten sind in der
VDMA 24186-1 festgelegt. Die einzelnen Schritte sind dabei je nach Bedarf, Zeitintervall bzw.
Wartungsmöglichkeit der Bauteile durchzuführen. Beachten Sie, dass bei Reinigungsarbei-
ten an Ventilatoren keine Hochdruckreiniger verwendet werden, da diese durch eindringen-
des Wasser zu sehr schnellem Lagerverschleiß führen. Kontrollieren Sie die Geräte stets auf
ungewöhnliche Betriebsgeräusche, Leckagen, ausreichende Ventilatorleistung, evtl. austre-
tendes Schmiermittel und beschädigten Korrosionsschutz der Bauteiloberflächen.
• Wartung des Ventilators
– Prüfung auf Verschmutzung, Beschädigungen und Korrosion
– Reinigung des Bauteils
– Halterungen überprüfen
– Lagerzustand überprüfen, evtl. nachschmieren
– Prüfung der Wellendichtungen, evtl. nachschmieren
– Laufrad auf Beschädigungen und Unwuchten prüfen
– falls notwendig – Lager nachschmieren
– flexible Anschlüsse auf Sitz und Beschädigungen überprüfen
– Schutzeinrichtungen (z.B. Riemenabdeckung) überprüfen
– Prüfung des Drallreglers auf einwandfreie Funktion
– Schwingungsdämpfer prüfen
– Überprüfung der Entwässerung
– Drehrichtung des Laufrades in allen Drehzahlstufen prüfen
• Wartung des Motors
– Prüfung auf Verschmutzung, Beschädigungen und Korrosion
– Reinigung des Bauteils
– Halterungen überprüfen
– Lagerzustand überprüfen, evtl. nachschmieren
– falls notwendig – Lager nachschmieren
– Anschlussklemmen auf festen Sitz prüfen
– Schutzeinrichtungen prüfen
• Wartung des Riemenantriebes

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3981-3.book Seite 151 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

8.10 Ventilatorenmontage

– Prüfung auf Verschmutzung, Beschädigungen und Verschleiß


– Reinigung des Bauteils
– evtl. Riemenwechsel durchführen
– Riemenspannung und Flucht überprüfen, bei Bedarf nachstellen
– Schutzeinrichtungen prüfen
• Wartung von Kupplungen
– Prüfung auf Verschmutzung, Beschädigungen und Korrosion
– Reinigung des Bauteils
– Halterungen überprüfen
– Schutzeinrichtungen prüfen

8.10 Ventilatorenmontage

Der falsche Einbau des Ventilators in das Luftleitungsnetz kann zu erheblichen Problemen
hinsichtlich der Schallentwicklung, der geforderten Ventilatorleistung, aber auch zu Beschä-
digungen am Gerät bzw. am Baukörper führen. Schon bei der Auswahl des Aufstellortes
muss auf einen ausreichend starken und ebenen Untergrund sowie eine stabile Konstruktion
der Halterungen geachtet werden. Des Weiteren sollte bei der Wahl des Ventilatorstandorts
auf ausreichenden Platz für Wartungs- und Reparaturtätigkeiten geachtet werden.
Der Ventilator darf keine Schwingungen auf das Bauwerk übertragen, dies kann durch spezi-
elle Schwingungsdämpfer verhindert werden. Für leichte bis mittelschwere Ventilatoren
genügt es, diese Geräte auf Gummipuffer aufzustellen. Diese können in der Regel bis ca. 350
kg pro Dämpfer (je nach Hersteller) verwendet werden. Große Ventilatoren werden meist mit
Metallschwingungsdämpfern vom Baukörper entkoppelt. Diese Dämpfer stimmt man prak-
tischerweise hinsichtlich der Gewichtsverteilung des Ventilators und der erzeugten Schwin-
gungsfrequenz ab. Da dies für den Praktiker häufig schwierig ist, sollte man die Auswahl des
Schwingungsdämpfers vom Hersteller des Ventilators vornehmen lassen. Bei einer direkten
Aufstellung des Ventilators auf einem speziellen Fundament werden darin Isoliermatten
integriert, die optimal und großflächig die Gerätschwingungen aufnehmen.

Bild 8.27: Mafundplatte (Fa. G+H GmbH) Bild 8.28: Neopren-Streifen


(Fa. Klima Partner GmbH)

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3981-3.book Seite 152 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

8 Ventilatoren

Die dargestellten Mafundplatten und Neoprenstreifen werden häufig zur einfachen schwin-
gungsisolierten Aufstellung von Ventilatoren und Zentralgeräten genutzt. Sie bestehen aus
hochelastischen Zellkautschukmischungen und sind feuchtigkeits- und witterungsbestän-
dig.
Zur Entkoppelung des Luftleitungssystems vom Ventilator werden zwischen Leitungsan-
schluss und Geräteanschluss elastische Stutzen (auch Segeltuchstutzen) eingesetzt. Nur so
lässt es sich verhindern, dass eine Übertragung von Schallschwingungen (Körperschall) auf
das weiterführende Leitungssystem stattfindet. Bei der Montage sollte darauf geachtet
werden, dass der Stutzen nicht verdreht montiert wird. Falls der elastische Stutzen mit dem
Ventilator verschraubt wird, sollten die Schraubenenden vom Stutzen weggerichtet sein, da
sonst die Gefahr des Durchscheuerns besteht. Ist dies nicht möglich, müssen die Schrauben
mit Hutmuttern oder Kunststoff-Abdeckkappen gesichert werden.
Hinsichtlich der Aufstellung des Ventilators bzw. des Anschlusses an das Leitungssystem
sind wichtige Abstände bzw. Einbaurichtlinien zu beachten. Diese sollen hier noch kurz erläu-
tert werden:
• Bei der Montage eines aufzustellenden Geräts (Radialventilator) auf Schwingungsdämp-
fern ist immer die richtige Wahl der Abstände zum Geräteschwerpunkt zu beachten. Die
Dämpfer müssen im gleichen horizontalen Abstand zum Schwerpunkt des Ventilators
angebracht sein. Besonders bei Radialventilatoren mit Riemenantrieb befindet sich der
Schwerpunkt oft etwas außerhalb der gedachten Mitte.
• Soll ein Axialventilator die Luft frei aus einem Raum ansaugen, zeigt es sich strömungs-
technisch wesentlich besser, auf der Saugseite eine Einströmdüse zu montieren. Beach-
ten Sie dabei unbedingt, dass aus Gründen des Unfallschutzes die Düse zum Raum hin
mit einem Gitter abgedeckt werden muss.

Bild 8.29: Ventilator mit Einströmdüse und Schutzgitter (Fa. TROX TLT GmbH)

• Zwischen saug- und druckseitigen Einbauteilen und dem Ventilator sollte durch den Ein-
satz eines geraden Leitungsstückes ein Mindestabstand vom 2,5-fachen des Ventilator-
stutzens eingefügt werden.

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3981-3.book Seite 153 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

8.10 Ventilatorenmontage

Bild 8.30: Ventilatorabstand zu Einbauteilen (Fa. TROX TLT GmbH)

• Die Anströmungsseite eines Axialventilators sollte für den ungestörten Lufteintritt ge-
gen eine Wand einen Mindestabstand des 0,5- bis 2-fachen des Ventilatordurchmessers
haben. Allgemein gilt: je größer der Ansaugabstand, desto geringer die Verluste beim An-
saugen.

Bild 8.31: Mindestansaugabstand des Ventilators gegen Wände (Fa. TROX TLT GmbH)

• Bei Montage des Ventilators in einer Kammer müssen die angegebenen Abstände für ein
optimales Ansaugen und für eventuelle Reparatur- und Austauscharbeiten zwingend
eingehalten werden.

Bild 8.32: Mindestansaugabstand des Ventilators bei Kammereinbau (Fa. TROX TLT GmbH)

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3981-3.book Seite 154 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

8 Ventilatoren

• Die Druckseite eines Axialventilators sollte für den ungestörten Luftaustritt gegen eine
Wand (z.B. bei Kammereinbau) einen Mindestabstand im Maß des ca. 1,2-fachen Ventila-
tordurchmessers haben.
• Durch zu lange elastische Stutzen kann es zu Verwirbelungen der durchströmenden Luft
bzw. infolge eines möglichen Leitungsversatzes zu Strömungsabrissen und erhöhten
Verlusten kommen. Es ist darauf zu achten, dass die Stutzen nicht mit Versatz oder zum
Ausgleich von unterschiedlichen Durchmessern eingebaut werden.

Bild 8.33: Montage von Elastikstücken (Fa. TROX TLT GmbH)

• Ist beim Einbau eines saug- oder druckseitigen Bogens am Ventilator die Einhaltung der
Anströmstrecke von mindestens 2,5 x D aus Platzgründen nicht möglich, sollten mög-
lichst Bögen mit Leitblechen gewählt werden. Der direkte Anschluss des Ventilators an
einen Bogen ohne Leitbleche führt zu erhöhten Geräuschen und Leistungsverlusten.

Bild 8.34: Anschluss von Bögen an Axialventilatoren (Fa. TROX TLT GmbH)

• Wird die Luft auf der Saugseite des Ventilators aus einer Ansaugkammer angesaugt,
kann durch die Zwischenschaltung eines um 2 Nenngrößen größer dimensionierten elas-
tischen Stutzens die Anströmung wesentlich verbessert werden.

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3981-3.book Seite 155 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

8.10 Ventilatorenmontage

Bild 8.35: Zwischenschaltung eines elastischen Stutzens bei Ansaugung aus einer
Ansaugkammer (Fa. TROX TLT GmbH)

• Beim saugseitigen Leitungsanschluss an einen Axialventilator durch ein Übergangsstück


ist immer auf einen symmetrischen Übergang zu achten. Asymmetrische Übergänge
können zu Strömungsabrissen und erhöhten Verlusten führen.
• Zu steile Diffusorübergänge vor dem Ventilator führen ebenfalls zu Verwirbelungen und
Strömungsabrissen. Der Öffnungswinkel des Diffusors sollte maximal 7° betragen.
• Die Saugseite eines Radialventilators sollte möglichst gerade angeströmt werden. Ein
saugseitiger Bogen führt zu Verwirbelungen. Muss trotzdem aus Platzgründen der Ein-
bau eines Bogens erfolgen, sollte auf Kniestücke verzichtet werden.
• Bei Einbau eines druckseitigen Krümmers (Kniestück) auf der Druckseite eines Radialven-
tilators kommt es zu starken Verwirbelungen im Luftstrom. Die besseren Lösungen stel-
len ein Bogen mit Leitblechen oder eine gerade Leitungsführung dar.
• Erfolgt der Anschluss eines Bogens an den Druckstutzen eines Radialventilators, sollte
die Richtung des Krümmers der Drehrichtung des Ventilators entsprechen.
• Zwischen einem Diffusor und dem Druckstutzen eines Radialventilators sollte ein gera-
des Zwischenstück mit einer Länge von mindestens dem 2,5-fachen des Durchmessers
des Ansaugstutzens eingefügt werden.
• Leitungen vor einem Drallregler sollten auf einer Länge von ca. dem 2,5-fachen der Lei-
tungsnennweite geradlinig verlaufen.
• Beim Einsatz rückwärtsgekrümmter Laufräder besteht beim Betrieb in entgegengesetz-
ter Drehrichtung Überlastungsgefahr für den Ventilatormotor. Darum ist vor der Inbe-
triebnahme die Drehrichtung zu überprüfen.
• Vor und nach einem Drallregler sollten keine Einbauten erfolgen.

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9 Luftfilter

In der atmosphärischen Luft sind verschiedene Schadstoffe enthalten, die eine Mischung
aus Partikeln, Rauchgasen, Nebeln und Faserstoffen darstellen. Außerdem enthält die Luft
Keime, Sporen und Pollen. Diese Schadstoffe müssen entsprechend der geforderten Luft-
qualität und zum Schutz der eingesetzten raumlufttechnischen Bauteile aus der Außenluft
bzw. teilweise auch aus der Abluft entfernt werden. Hinsichtlich ihrer Leistungsfähigkeit und
Qualität werden die Filter in Grobstaubfilter, Feinstaubfilter und Schwebstofffilter unter-
schieden. Entsprechend dieser Filtereinteilung werden in der EN 779 diese Bauteile in die
Klassen G für Grobstaubfilter, M und F für Feinstaubfilter und nach DIN EN 1822 in H bzw. U
für Schwebstofffilter eingeteilt. Die Grobstaubfilter werden hinsichtlich des mittleren
Abscheidegrads unterschieden. Der mittlere Abscheidegrad wird für künstlichen Staub
bestimmt. Dieser Staub stellt einen festgelegten Prüfstaub, bestehend aus Gesteinsmehl,
Ruß und Baumwollfasern dar. Feinstaubfilter werden entsprechend ihrem mittleren Wir-
kungsgrad unterschieden. Dieser wird hinsichtlich der Abscheidung von natürlichem Staub
ermittelt, der der Atmosphäre als natürliche Luftverunreinigung entnommen wird.

9.1 Filterklassen

Die einzelnen Filterklassen werden entsprechend ihrer Verwendung wie folgt in Untergrup-
pen eingeteilt:

Tabelle 9.1: Grobstaubfilter G1 bis G4

Filterklasse nach DIN Mittlerer Abscheide- Beispiel Schad- Schadstoffgröße


EN 779 grad Am [%] stoff
G1 Am < 65 20–200 Pm
Haare, Insekten,
G2 65 bis 80 Pollen, Sporen, 10–100 Pm
G3 80 bis 90 Textilfasern,
Flugasche
G4 90 < Am

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3981-3.book Seite 158 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

9 Luftfilter

Tabelle 9.2: Feinstaubfilter M5 bis F9

Filterklasse nach DIN Mittlerer Wirkungs- Beispiel Schad- Schadstoffgröße


EN 779 grad Em [%] stoff
M5 40 < Em < 60 10–100 Pm
Pollen, Sporen,
M6 60 bis 80 10–25 Pm
Tonerpartikel,
F7 80 bis 90 Bakterien, Keime 5–20 Pm
auf Wirtpartikeln,
F8 90 bis 95
Zementstaub
F9 95 < Em

Tabelle 9.3: Schwebstofffilterklassen H 10 bis U 17 nach DIN EN 1822

Filterklasse nach DIN Anfangs-Abscheidegrad Beispiel Schad- Schadstoffgröße


EN 779 [%] stoff
E 10 85 Ölnebel, Toner- 5–20 Pm
partikel, Bakte-
E 11 95 0,3–5 Pm
rien, Viren,
E 12 99,5 Tabakrauch 0,2–0,3 Pm
H 13 99,95 0,1–0,2 Pm
H 14 99,995 Ölnebel, Ruß 0,05–0,1 Pm
Aerosole, radio-
U 15 99,9995 0,002–0,05 Pm
aktive Schweb-
U 16 99,99995 stoffe, Viren
U 17 99,999995

Durch die DIN EN 13779 wird die Außenluft entsprechend ihrer Verunreinigung in 3 Katego-
rien eingeteilt:

Kategorie Beschreibung
ODA 1 Saubere Luft, die nur zeitweise staubbelastet ist (z.B. durch Pollen).
ODA 2 Außenluft mit hoher Konzentration an Staub oder Feinstaub bzw.
gasförmigen Verunreinigungen.
ODA 3 Außenluft mit sehr hoher Konzentration an Staub oder Feinstaub
bzw. gasförmigen Verunreinigungen.
ODA – out door air (Außenluft), Quelle DIN EN 13779

Zur Gewährleistung der geforderten Raumluftqualität müssen dabei entsprechend der vorlie-
genden Verunreinigung der Außenluft die unten aufgeführten Filterklassen verwendet werden.

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3981-3.book Seite 159 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

9.1 Filterklassen

. Kategorie der Raumluftqualität nach DIN EN 13779


Außenluft
IDA1 IDA2 IDA3 IDA4
ODA 1 F9 F8 F7 M5
ODA 2 F7 + F9 M5 + F8 M5 + F7 M5 + M6
ODA 3 F7 + GF + F9 F7 + GF + F9 M5 + F7 M5 + M6
IDA – in door air (Raumluft), GF – Gasfilter (z. B. Aktivkohlefilter), Quelle DIN EN 13779

Die jeweiligen Filterleistungen sind in starkem Maße von verschiedenen Parametern abhän-
gig, dazu zählen die Anfangs- und Enddruckdifferenz, die Staubspeicherfähigkeit, die Stand-
zeit und der Abscheide- bzw. Wirkungsgrad.

Anfangs- und Enddruckdifferenz


Die Druckdifferenz wird beeinflusst durch die Anströmgeschwindigkeit des den Filter beauf-
schlagenden Volumenstroms, durch die Art des Filtermediums, die Bauart des Filters und die
Art des Staubes, welcher zurückgehalten werden soll. Der Differenzdruck eines Filters wird in
Pa angegeben. Die jeweilige Anfangs- und Enddruckdifferenz eines Filters erhält man aus
den Herstellerunterlagen. Bei der Auswahl des einzusetzenden Filters ist besonders auf die
Enddruckdifferenz zu achten, da dieser Differenzdruckwert in die Auswahl des einzusetzen-
den Ventilators als Teil seiner notwendigen Druckerhöhung eingeht. Damit hat dieser Wert
Einfluss auf die Investitions- und Betriebskosten der Anlage. In den Filterunterlagen werden
im Allgemeinen eine empfohlene und eine maximale Enddruckdifferenz seitens der Herstel-
ler angegeben. Der empfohlene Wert beträgt häufig das ca. 2- bis 8-fache der Anfangsdruck-
differenz. Ein Filter ist über die empfohlene Differenz hinaus auch weiterhin nutzbar. Ab
diesem Wert arbeitet der Filter aber unwirtschaftlich, da die erzeugten Betriebs- bzw. Ener-
giekosten meist höher liegen als die Kosten für einen Filteraustausch. Die maximale End-
druckdifferenz sollte in keinem Fall überschritten werden, da es sonst zu Beschädigungen
am Filter und zur Weiterführung von bereits abgeschiedenem Staub (Staubdurchbrüche)
kommen kann.

Tabelle 9.4: Werte für Anfangs- und Enddruckdifferenzen

Filterart Anfangsdruckdifferenz Enddruckdifferenz


Grobstaubfilter 20 ... 60 Pa 200 ... 350 Pa
Feinstaubfilter 30 ... 150 Pa 300 ... 500 Pa
Schwebstofffilter 80 ... 300 Pa 800 ... 1500 Pa
Mehrstufige Filter 300 ... 500 Pa 800 ... 1600 Pa

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9 Luftfilter

Bild 9.1: Differenzdruckwächter (Fa. Maico GmbH)

Die Messung der Filterdruckdifferenz erfolgt über Differenzdruckwächter oder Differenzdruck-


messgeräte (auch Druckdosen). Diese Geräte dienen zum Ein-, Aus- oder Umschalten eines
Stromkreises über einen potentialfreien Kontakt. Bei Überschreitung eines eingestellten Soll-
werts durch den vorhandenen Differenzdruck gibt damit die Geräteregelung über das Display
den durchzuführenden Filterwechsel an.

Staubspeicherfähigkeit
Die Staubspeicherfähigkeit eines Filters wird in der Regel in Gramm angegeben. Durch die
Speicherfähigkeit wird die Menge des Prüfstaubes angeben, die unter Testbedingungen im
Filter gespeichert wird, bis seine Enddruckdifferenz erreicht wird. Auch dieser Wert stellt ein
wichtiges Kriterium für die Unterscheidung von Filtern bei der Filterauswahl dar.

Standzeit
Die Standzeit stellt die Nutzungszeit eines Filters in der raumlufttechnischen Anlage bis zu
seiner Reinigung oder Erneuerung dar. Die Standzeit hängt in direktem Maße von der Staub-
speicherfähigkeit des Filters ab. Seitens der Filterhersteller können keine festen Werte für
die Standzeit der Filter vorgegeben werden, da dieser Wert stark von der örtlichen Staubkon-
zentration, der Korngröße des zu filternden Staubes und vom beaufschlagten Volumen-
strom abhängig ist. Die Standzeit kann in Abhängigkeit der regionalen klimatischen
Verhältnisse im Jahresmaßstab stark schwanken.

Abscheide- bzw. Wirkungsgrad


Mit Hilfe dieser prozentualen Angabe wird das Verhältnis von abgeschiedener Staubmasse
zu der in der Rohluft enthaltenen Staubmasse angegeben. Die Bestimmung dieses Werts
erfolgt über die Messung der vorhandenen Staubkonzentration in der Rohluft (staubbelade-
ner Luftvolumenstrom) und der Reinluft (gereinigter Luftvolumenstrom). Der Abscheide-
bzw. Wirkungsgrad ist abhängig von der Staubbeladung des Filters. Der Wert steigt mit
zunehmender Staubbelastung des Filters an, da durch den abgeschiedenen Staub ein
zusätzlicher Filtereffekt erreicht wird. Hinsichtlich der Filterbelastung ist auf den genauen

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9.2 Filterbauarten

Einsatz von Fein- und Schwebstofffiltern mit entsprechenden Vorfiltern zu achten. Ein Filter
der Filterklasse F8 kann selbstverständlich auch alle größeren Staubpartikel abscheiden.
Dieser Staub kann aber nicht in das entsprechende Filtermedium eindringen und setzt sich
als ein so genannter Filterkuchen auf der Oberfläche ab. Damit wird die Enddruckdifferenz
des Filters sehr schnell erreicht und er muss nach nur kurzer Standzeit ausgetauscht werden.

9.2 Filterbauarten

9.2.1 Taschenfilter
Diese Filterart stellt den wohl am häufigsten eingesetzten Filter dar. Im Taschenfilter werden
keilförmige Filtertaschen eingesetzt, welche aus feinen Synthetikfasermedien genäht werden.
Die Zellenrahmen zur festen Fixierung der Filtertaschen werden aus Aluminiumprofilen, ver-
zinktem Stahlblech oder Kunststoffteilen gefertigt und mit einer Kunststoffschicht abgedich-
tet. Die durch die Ausbildung der Filtertaschen geschaffenen großen Filteroberflächen
ermöglichen dabei den Durchsatz hoher Volumenströme bei relativ geringen Druckverlusten.
Die Taschenfilter werden als Vorfilter für Schwebstofffilter und als Standardfilter im gesamten
raumlufttechnischen Bereich (zum Bespiel in Zentralgeräten) eingesetzt. Sie können je nach
Qualität des Filtermaterials für die Filterklassen G3 bis M5 verwendet werden.
Bei der Auswahl und dem Einsatz der Filter ist möglichst auf Filter in eigenstabiler Ausfüh-
rung bzw. mit stabilen Taschenversteifungen zu achten. Dadurch sind die Filtertaschen in
jedem Betriebszustand, d.h. auch bei reduzierter Luftmenge oder abgeschalteter RLT-
Anlage, frei im Luftstrom ausgerichtet und können nicht abknicken. Dementsprechend kann
bei entstehender Feuchte im Luftleitungssystem oder im Zentralgerät und deren Kondensa-
tion auf dem Filterboden eine länger andauernde Durchnässung und damit verbundene Ver-
keimung der Filtertaschen vermieden werden, da die Filtertaschen leichter abtrocknen.

Bild 9.2: Taschenfilter (Fa. Freudenberg Vliesstoffe KG)

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3981-3.book Seite 162 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

9 Luftfilter

9.2.2 Schwebstofffilter
Schwebstofffilter werden für Räume mit höchsten Anforderungen an die Luftreinheit einge-
setzt. In diesen Filtern werden hochwertige Filterelemente mit zickzackförmig eingebrach-
tem Filtermaterial eingesetzt. Schwebstofffilter können nur mit entsprechenden Vorfiltern
zum Einsatz gebracht werden. Als Filtermaterial kommen in den Filterelementen verschie-
dene Papiergemische, Zellulose und Mikroglasfasern zur Verwendung. Das Filtermaterial
wird dabei in plissierter (gefalteter) Form in die Filterrahmen eingebunden. Dadurch erhöht
sich die Filterfläche auf das 40 bis 100-fache. Die Filterrahmen bestehen aus mehrfach
verleimten Holzrahmen, verzinktem Stahl, Aluminium oder Edelstahl.
EPA-Filter (Efficiency Particulate Air – Hochleistungs-Partikelfilter) entsprechen den Filter-
klassen E10 bis E12, HEPA-Filter (High Efficiency Particulate Air – Schwebstofffilter) werden
für die Filterklassen H13 und H14 und ULPA-Filter (Ultra Low Penetration Air – Hochleis-
tungs-Schwebstofffilter) für die Klassen U15 bis U17 verwendet. HEPA- und ULPA-Filter
erlauben eine nahezu vollständige Abscheidung von kleinsten Partikeln wie Pilzen, Schweb-
stoffen, Aerosolen, toxischen Stäuben, Bakterien, Viren und Keimen aus der Zu- und Abluft.
Der Wechsel der Schwebstofffilter-Elemente sollte direkt und vorsichtig in einen staubdich-
ten Wartungsbeutel erfolgen, um eine Kontaminierung des Raumes mit Staub zu vermei-
den. Die entsprechenden Wartungsbehältnisse werden meist passgenau vom Hersteller
angeboten bzw. die Lieferung neuer Elemente erfolgt direkt darin.

Bild 9.3: Schwebstofffilter-Bauarten Bild 9.4: Schwebstofffilter im


(Fa. HS-Luftfilterbau GmbH) Rahmeneinsatz (Fa. HS-
Luftfilterbau GmbH)

9.2.3 Rollbandfilter
Rollbandfilter sind automatische Filter, in denen das saubere Filtermedium segmentweise
von einer Rolle auf eine zweite Rolle gewickelt wird. Das bestaubte Filtermedium wird in der
zweiten Rolle bzw. in einer zweiten Kassette aufgenommen und später komplett entsorgt.
Die Auslösung des Filtervorschubs erfolgt über einen Druckdifferenzwächter in Membran-
oder Kontaktausführung. Bei Erreichen des letzten Filterstückes spricht ein automatischer
Bandendschalter durch einen Magnetkontakt auf die letzten Zentimeter des Filterbandes

162
3981-3.book Seite 163 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

9.2 Filterbauarten

an. Damit wird der Geräteregelung das Ende des Filterbandes signalisiert und der Bandvor-
schub und die Filterautomatik gestoppt.
Die Rollbandfilter werden hauptsächlich in Kanälen mit speziellen Einbaurahmen oder in
Kammerzentralen eingesetzt. Häufig werden diese als Vorfilter für Filter mit höheren Güte-
klassen verwendet. Sie können je nach Qualität des Filtermaterials für die Filterklassen G3
bis M5 eingesetzt werden.
Bei Anlagen mit hauptsächlichem Außenluftbetrieb im Winter besteht oft das Problem der
Vereisung bzw. des Zuwehens des Filters mit Schnee. Für diese Fälle zeigt es sich günstig,
die Geräte mit einer Schutzsteuerung gegen Vereisen oder Zusetzung mit Schnee auszu-
statten.

Bild 9.5: Rollbandfiltermaterial (Fa. TROX GmbH)

9.2.4 Metallfilter
Metallfilter werden meist zur Reinigung von Küchenabluft eingesetzt. Die bei der Zuberei-
tung von Speisen freigesetzten oder verwendeten Fette werden im hohen Maße durch den
beim Kochvorgang freigesetzten Wasserdampf aufgenommen. Diese fetthaltigen Dämpfe
werden mit der Abluft über die Metallfilter transportiert und kondensieren in deren Einlage.
Durch die Metalleinlage wird eine relativ große Filterfläche bei geringem Strömungswider-
stand erreicht. Die Einlage kann aus Metallgestrick, Stahlwolle oder Formkörpern bestehen
und wird beiderseits mit Streckmetallgittern abgedeckt. Die Streckmetallgitter werden
ihrerseits noch mit stabilen Blechrahmen umgeben und damit zu einzelnen Filterzellen aus-
gebildet. Dadurch können verschiedene Einzelzellen zum Einsatz in Ablufthauben kombi-
niert werden. Als Materialien für Metallfilter kommen Edelstahl, verzinkter Stahl und
Aluminium zur Verwendung.
Der Abscheidegrad der Filter beträgt je nach Gestaltung des Metallgestrickes 90 – 99 %.
Metallfilter besitzen eine hohe chemische und thermische Beständigkeit. Zur Verringerung

163
3981-3.book Seite 164 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

9 Luftfilter

der Gefahr des Überschlagens von Flammen in die Abluftkanäle können die Filter mit einem
Flammenschutz auf der Außenseite eingesetzt werden.
Die Reinigung der Filter kann in Geschirrspülmaschinen erfolgen. Aus diesem Grund sollten
die Filterzellen nicht zu große Ausmaße annehmen.

Bild 9.6: Metallfilter (Fa. DGS-Drahtgestricke GmbH)

9.2.5 Aktivkohlefilter
Oftmals ist es bei Abluftanlagen erforderlich, in deren Anschluss zusätzlich zum Staubfilter
eine Aktivkohlestufe zur Adsorption (Anlagerung an die Oberfläche der Aktivkohle) von gas-
förmigen und geruchsintensiven Schadstoffen nachzuschalten. Aktivkohlefilter werden zur
Reinigung von toxischen Gasen, lösungsmittelhaltigen Dämpfen und Abgasen eingesetzt.
Ihr Einsatz kann sowohl im Zu- als auch im Abluftvolumenstrom erfolgen. Die Aktivkohle
kann als Granulat oder Formkohle in Filterzellen oder Filterpatronen verwendet werden.
Aktivkohle wird aus organischen Stoffen gewonnen und besitzt durch die Ausbildung feins-
ter Kapillaren und Poren eine sehr große innere und äußere Oberfläche. Dadurch ergibt sich
pro Gramm Aktivkohle eine Oberfläche von 1000 bis 1600 m². Die hohe Speicherfähigkeit
bewirkt eine entsprechend lange Standzeit des Filters. Mit einer speziellen Imprägnierung
kann die Aktivkohle auch z.B. zur Adsorption von Schwefelsäure, Salzsäure oder Chlorgas
eingesetzt werden. Der Luftdurchsatz durch den Aktivkohlefilter darf Temperaturen über
40 °C und relative Luftfeuchtigkeiten über 75 % nicht überschreiten. Durch zu hohe Luft-
feuchten vermindert sich die Abscheideleistung des Filters stark. Um den Zeitpunkt des Fil-
teraustausches zu bestimmen, muss die Qualität der Reinluft gemessen werden. In der
Praxis ist dies oft zu aufwändig, sodass über Filtergröße und abzuscheidenden Schadstoff
die Wechselintervalle vorausberechnet werden.

164
3981-3.book Seite 165 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

9.2 Filterbauarten

Bild 9.7: Aktivkohlefilterplatte (Fa. ÖKO- Bild 9.8: Aktivkohle-Wechselfilter


SAN Suchalla GmbH & Co. KG) (Fa. HS-Luftfilterbau
GmbH)

Bild 9.9: Aktivkohlepatronen (Fa. HS-Luftfilterbau Bild 9.10: Aktivkohlepatronen im


GmbH) Filterrahmen

Der Einsatz der Aktivkohlefilter erfolgt häufig in Form von Platten oder Patronen. Dabei wer-
den die Platten häufig in Wechselfiltern zu einzelnen Einheiten und die Patronen über einen
Filterrahmen zusammengefügt.

9.2.6 Elektroluftfilter
Das Wirkungsprinzip der Elektroluftfilter besteht in der Ablenkung elektrisch geladener Par-
tikel in einem elektrisch geladenen Feld. Die verschmutzte Luft wird durch einen oder meh-
rere Vorfilter angesaugt. Dabei werden die groben Partikel abgeschieden und eine
Reduzierung der Staubkonzentration erreicht. Anschließend werden im Ionisationsteil die in
der Rohluft enthaltenen Partikel elektrisch aufgeladen (ionisiert). An den Sprühelektroden
des Ionisators werden ankommende Partikel durch die Coronaentladungen aufgeladen. Das
nachfolgende Kollektorteil besteht aus Metallplatten, an denen abwechselnd Spannung
oder Masse anliegt. Zwischen diesen Platten bildet sich dadurch ein elektrisches Feld und die
Partikel werden entsprechend auf die Platten abgelenkt und abgeschieden. Die am Ionisati-
onsteil und am Kollektorteil angelegte Spannung ist veränderbar, wodurch ein Anpassen an
verschiedene Einsatzfälle möglich ist. Die Reinigung des Elektroluftfilters erfolgt meistens
durch Abwaschen, Bürsten oder Abklopfen der Kollektorplatten.
Im raumlufttechnischen Bereich wird der Elektroluftfilter in einer Kombination mit filternden
Abscheidern als Zu- und Umluftfilter eingesetzt. Die Temperaturen der Rohluft sollten nicht
höher als ca. 60 °C liegen und die relative Feuchte sich im Bereich von 20 bis 90% bewegen.

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3981-3.book Seite 166 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

9 Luftfilter

Mit dem Elektrofilter können feste und flüssige Partikel abgeschieden werden, eine Abschei-
dung von gasförmigen Schadstoffen erfolgt nicht.
Die Vorteile dieses Filters bestehen in seinem geringen Druckverlust, dem über den gesam-
ten Betriebsprozess nahezu gleich bleibenden Wirkungsgrad, einer gewissen Keimabtötung
und den geringen Entsorgungskosten, da kein Filtermaterial anfällt.

Bild 9.11: Funktionsschema Elektrofilter (Fa. GEA DELBAG Lufttechnik GmbH)

9.2.7 Mehrstufige Filter


Höhere Anforderungen an die Reinheit des Luftvolumenstroms machen eine mehrstufige
Ausführung der Filter erforderlich. Die Anzahl und die Art der Filter werden durch den Aufbau
und die Nutzung der Anlage sowie der Art des abzuscheidenden Staubs bestimmt. Als Filter-
varianten kommen je nach Notwendigkeit Zwei-, Drei- und Vierstufenfilter zum Einsatz.
Als erste Filterstufe wird in der Regel ein Grobstaubfilter der Filterklasse G3 oder G4 im
Ansaugbereich der Außenluft installiert. Damit werden die angeschlossenen Luftleitungs-
teile vor Grobstaub geschützt.
Die nachfolgende zweite Filterstufe mit Filtern der Klasse F6 und F7 wird zur Freihaltung des
nachfolgenden Luftleitungssystems verwendet. Diese Filterausführung wird in der Regel im
Zuluftbereich von Komfortanlagen eingesetzt.
Für höherwertige Anlagen wird die dritte Filterstufe genutzt. Dafür wird meist ein Schweb-
stofffilter oder ein Aktivkohlefilter genutzt. Diese „endständigen Filter“ werden praktischer-
weise möglichst in der Nähe des Raums oder direkt im Luftdurchlass angeordnet, da so die
geringste Möglichkeit einer Kontamination der Luft nach dem Filter besteht. Bei höheren
Anforderungen, besonders im Reinraum- oder OP-Bereich, können auch beide Filterarten
zum Vierstufenfilter kombiniert werden.

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3981-3.book Seite 167 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

9.3 Filtereinsatz

9.3 Filtereinsatz

Beim Einbau des Filtermediums in das Filtergehäuse oder des kompletten Filters in das
raumlufttechnische Gerät ist immer auf die richtige Richtung der Luftströmung zu achten.
Die weiche, aufgelockerte Seite des Taschenfilters ist dabei immer Anströmseite (auch
Rohluft- oder Staubluftseite genannt). Nach der Montage ist auf die sorgfältige Abdichtung
der Anschluss- und Verbindungsstellen am Rahmen zu achten, damit keine Leckluftströme
am Filter vorbei geleitet werden. Bei der Aufstellung eines Zentralgeräts ist immer auf die
notwendige Bedienfreiheit für den Filtertausch zu achten. Oft scheiterte der Filterwechsel
schon einfach daran, dass die Revisionstür nicht ausreichend geöffnet werden konnte. Stim-
men Sie sich dazu immer mit dem Hersteller des Geräts ab! Die Druckdifferenzmessung
muss an einer ausreichend sicht- und bedienbaren Stelle angebracht werden. Die vom
Hersteller vorgegebene Enddruckdifferenz sollte auf einem Aufkleber an der Messstelle
dokumentiert werden. Gleichzeitig können darauf auch noch die Bestelldaten für den Wechsel-
filter enthalten sein.
Falls Sie mit der Wartung der Anlage beauftragt wurden, ist es aus Gründen des schnelleren
Arbeitsablaufs günstig, wenn der zu wechselnde Filter bereits auf Lager gelegt wurde. Oft
machen lange Bestell- und Lieferzeiten die Hauptprobleme einer zügigen Wartung aus.
Bei der Auswahl des Filters sollte auf die Filterfläche ein besonderer Wert gelegt werden,
denn eine größere Filterfläche führt zu einem geringeren Druckverlust und einer längeren
Standzeit des Filters und reduziert somit den Leistungsbedarf der Anlage.
Hinsichtlich der Auswahl der Filterklassen für raumlufttechnische Anlagen sollte die Filter-
stufe F7 (besonders in Anlagen nach VDI 6022) als Mindestqualität der Außenluftfilterung
eingesetzt werden. Aufgrund des aus Räumen angesaugten Staubs sollten Umluftsysteme
mit einer Mindestfilterqualität von M5 betrieben werden. Diese Filterklasse zeigt sich auch
in Fort- und Abluftsystemen, besonders zum Schutz von Wärmerückgewinnern, als die ein-
zusetzende Mindestqualität.

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3981-3.book Seite 169 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

10 Wärmeübertrager

10.1 Lufterhitzer

Lufterhitzer (auch Luftheizer genannt) kommen in der raumlufttechnischen Anlage in ver-


schiedenen Varianten vor. Den einfachsten Einsatzfall stellen die dezentralen Lufterhitzer
dar, welche häufiger als Wand- oder Deckenluftheizer bezeichnet werden. Eine andere Vari-
ante sind die direktbefeuerten Warmluftheizer, die wie die oben genannten Wand- oder
Deckenlufterhitzer direkt im oder am zu beheizenden Raum aufgestellt werden. Weiterhin
werden noch Luftheizregister direkt in den Zentralgeräten eingesetzt, die somit ein
Bestandteil der Luftaufbereitung der raumlufttechnischen Anlage sind.

10.1.1 Wand- und Deckenlufterhitzer

Bild 10.1: Deckenlufterhitzer (Fa. Kampmann GmbH) Bild 10.2: Wandlufterhitzer


(Fa. Kampmann GmbH)

Diese kompakten Geräte werden häufig im Gewerbe-, Lager- und Werkstattbereich


genutzt. Die Geräte arbeiten meist im Umluftbetrieb, werden bei einzelnen Herstellern
aber auch in Misch- oder reiner Außenluftbetriebsweise angeboten. Als Heizmedien
kommen in den Erhitzern Warmwasser, Dampf, Thermoöl oder Elektroenergie zur Ver-
wendung. Die Hauptbauteile dieser Heizer sind der Ventilator, häufig in axialer Ausfüh-
rung, das Heizregister, das Gehäuse und der Ausblaskopf. Als zusätzliche Bauelemente
können noch Mischluftkästen, Vorrichtungen zur Außenluftansaugung und Filter Ver-

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3981-3.book Seite 170 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

10 Wärmeübertrager

wendung finden. Die Heizregister der Wand- oder Deckenluftheizer werden hauptsächlich
aus Kupferrohren mit Aluminiumlamellen oder komplett aus verzinktem Stahl gefertigt. Bei
problematischen Luftqualitäten ist die Fertigung als Edelstahlwärmeübertrager möglich. Die
Luftverteilung erfolgt bei Deckengeräten meist in vierseitiger horizontaler Richtung mit ver-
stellbaren Luftleitlamellen, in vertikaler Richtung mit nach unten gerichteten Luftleitlamellen
oder eine Ausblasdüse. Wandgeräte führen die Zuluft meist in einseitiger Richtung mit ver-
stellbaren Luftlamellen frontal in den Raum ein.

Bild 10.3: Deckenheizgerät in Heiz-/Kühlausführung (Fa. Kampmann GmbH)

Zur Lüftung und Beheizung von Hallen und großen Räumen können auch sogenannte Hyb-
rid-Systeme eingesetzt werden. Dabei wird häufig ein Gerät mit Wärmerückgewinner (Rota-

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3981-3.book Seite 171 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

10.1 Lufterhitzer

tions- oder Platten-WRG), Filtern und Ventilatoren als zentrale Einheit eingesetzt. In
Kombination dazu erfolgt die Nachheizung der im Zentralgerät vorbehandelten Luft über
einen oder mehrere dezentrale Lufterhitzer direkt im Raum.
Die vom Zentralgerät kommende Luft wird dabei über ein Kanalsystem zu den dezentralen
Einheiten geführt, dort ca. 10 cm über dem Ventilator der Umluft beigemischt und mit über
den Lufterhitzer ausgeblasen. Soll der Raum ohne Außenluftzuführung beheizt werden,
arbeiten ausschließlich die dezentralen Einheiten im Umluftbetrieb. Dieses System kann
auch mit entsprechend ausgelegten Raumeinheiten zur Raumkühlung eingesetzt werden.

Bild 10.4: Hybrid ECO System (Fa. Kampmann GmbH)

Bei der Montage der Wand- oder Deckenlufterhitzer in großen Hallen und Lagerräumen ist es
immer günstiger, eine größere Anzahl kleinerer Geräte zu verwenden, da dadurch der Raum
besser und gleichmäßiger ausgeheizt wird. Wird der Geräteaufstellraum in der Frostperiode
nicht genutzt, werden häufig die Lufterhitzer außer Betrieb gesetzt. In diesem Fall müssen
die Heizgeräte entsprechend entleert werden. Da durch ein einfaches statisches Ablassen
des Heizungswassers keine vollständige Entleerung erreicht wird, muss dieser Vorgang
durch die Verwendung von Druckluft unterstützt werden.
Die Aufhängung der Geräte an der Decke oder der Wand erfolgt meist über spezielle Monta-
gekonsolen, die passend zum Heizer beim Hersteller mitbestellt werden können.

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3981-3.book Seite 172 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

10 Wärmeübertrager

Bild 10.5: Montage der Heizmittelzuleitung (Fa. Wolf, Geisenfeld)

Bei der Montage der Heizmittelzuleitungen durch Muffen oder Schraubflansche an den
Anschlussstutzen des Wärmeübertragers ist mit geeignetem Werkzeug (z.B. Rohrzange)
gegenzuhalten um Beschädigungen zu vermeiden. Für eventuelle spätere Wartungs- oder
Reparaturarbeiten sind am Wärmeübertrager zweckmäßigerweise Absperrschieber anzu-
ordnen. Die Leitungen und Anschlüsse sind so anzubringen, dass die Wärmeübertrager zur
Revision frei zugänglich sind.
Als Sonderausführung können die Wand- und Deckenluftgeräte mit Luftkühlern zur Raum-
kühlung ausgerüstet werden.

10.1.2 Tür- und Torluftschleiergeräte


Eine Sonderausführung der Lufterhitzer stellen die Tür- und Torluftschleiergeräte dar. Diese
werden als Türluftschleiergeräte für die unsichtbare Trennung des Außen- und Raumluftbe-
reichs meist für offene Verkaufsräume, Boutiquen oder Eingangsbereiche von Gebäuden
genutzt. Als Torluftschleierausführung finden diese Geräte zur Außenluftabschirmung von
Werkstätten oder Garagen sowie Produktions- und Logistikhallen ihren Einsatz. Der Vorteil
dieser Anlagen liegt darin, dass die Wärmeverluste durch das unkontrollierte Eindringen kal-
ter Außenluft stark reduziert werden. Durch das Schleiergerät wird ein breiter, gleichmäßiger
Volumenstrom über die gesamte Tür- bzw. Toröffnung geführt. Dieser Luftstrom wird so
ausgelegt, dass er den thermischen Einflüssen der Außenluft und auftretenden Windein-
flüssen standhält. In den Luftstrahl einer Luftschleieranlage wird nach dem Austritt aus
dem Gerät Außen- und Raumluft induziert, sodass die transportierte Luftmenge entspre-
chend ansteigt. Gleichzeitig wird durch das Einmischen der Luft in den Strahl seine
Geschwindigkeit abgebaut. Im Bodenbereich soll die Temperatur des Luftstrahls noch der
Raumtemperatur entsprechen, um die Wärmeverluste möglichst gering zu halten. Ein Tür-
luftschleiergerät gilt dann als richtig ausgewählt, wenn die eindringende Außenluft auf die
entsprechende Raumtemperatur erwärmt wird und die Türöffnung auf der kompletten Flä-
che von Außenlufteinflüssen abgeschirmt wird. Die alte Regel, wonach bei Schleieranlagen
»viel« auch viel hilft, gilt nicht mehr. Ein zu großer Volumenstrom führt dazu, dass ein Teil
der erwärmten Luft über die Bodenfläche an den Außenluftbereich abgegeben wird, was
einen reinen Verlust darstellt.

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10.1 Lufterhitzer

Bild 10.6: Funktionsweise eines Türluftschleiers (Fa. TEKADOOR GmbH)

Bild 10.7: Aufbau eines Türluftschleiergeräts (Fa. TEKADOOR GmbH)

Hauptbestandteile der Schleiergeräte sind:


• Gehäuse
• Ansauggitter
• Ventilator (Radial- oder Querstromventilator)

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3981-3.book Seite 174 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

10 Wärmeübertrager

• Heizregister
• Druck- und Ausgleichskammer mit Ausblasdüse
• Steuerung
Durch die Einführung von Schleieranlagen mit der sogenannten Tandem-Technik wird ein
energieökonomischerer Betrieb dieser Geräte erreicht. Bei dieser Betriebsweise werden
durch das Luftschleiergerät zwei Luftströmungen mit unterschiedlichen Temperaturen
erzeugt. Der äußere kältere Luftstrahl (Vorschleier) bewirkt eine Abschirmung gegen die
Außenluft. Dabei findet die Vermischung des Luftstrahls mit der Außenluft mit einer gerin-
geren Temperaturdifferenz statt, sodass die entsprechenden Wärmeverluste reduziert wer-
den. Auf der Außenseite ist der Luftstrahl kälter, weshalb die Vermischung auf geringerem
Temperaturniveau stattfindet. Gleichzeitig wirkt der Außenschleier (Vorschleier) als Stütz-
strahl zur Stabilisierung des innen verlaufenden Warmluftschleiers, der die thermische
Abschirmung zur Außenluft absichert. Ein ähnliches System kann auch für die größeren Tor-
schleieranlagen eingesetzt werden. Durch Axialventilatoren wird ein Teil des Volumenstroms
am Lufterhitzer vorbeigeführt und bewirkt so den gleichen Effekt des Vorschleiers und
Stützstrahls und hält ihn zusätzlich stabil.
Die dadurch erreichte Energieeinsparung liegt im Bereich von 30 bis 40%. Auch für die Tor-
Abschirmung gibt es ein ähnliches System – den Kampmann ProtecTor. Hierbei wird durch
die Axialventilatoren ein Teil der Luft am Wärmeübertrager vorbeigeführt und wirkt als
Stützstrahl und Vorschleier. Hierdurch können die Wärmeübertrager deutlich kleiner ausge-
legt werden. Es wird eine Energieeinsparung von ca. 38 % erreicht.
Auch für die Tor-Abschirmung gibt es ein ähnliches System – den Kampmann ProtecTor.
Hierbei wird durch die Axialventilatoren ein Teil der Luft am Wärmeübertrager vorbeigeführt
und wirkt als Stützstrahl und Vorschleier. Hierdurch können die Wärmeübertrager deutlich
kleiner ausgelegt werden. Es wird eine Energieeinsparung von ca. 38 % erreicht.

Bild 10.8: Möglichkeiten der Luftführung einer Torluftschleieranlage (Fa. TEKADOOR GmbH)

Besonders bei großflächigen Hallen und Hallen mit mehreren Toren bzw. in Logistikzentren
mit langen Toröffnungszeiten kommt es zu einem großen Bedarf an Wärme zum Betrieb
von Torluftschleiersystemen. Die beschriebenen herkömmlichen Schleiersysteme erfordern
immer eine Anbindung an eine Wärmeerzeugeranlage. Dies führt zu relativ hohen Betriebs-

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3981-3.book Seite 175 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

10.1 Lufterhitzer

und Investitionskosten. Zur Reduzierung dieser Kosten wurden spezielle Industrie-Schleier-


anlagen ohne zusätzliche Lufterwärmung entwickelt. Diese Torluftschleiersysteme saugen
die warme Luft im Deckenbereich der Halle an und blasen diese ohne Nachheizung über das
Hallentor aus. Dadurch kommt es zu wesentlich geringeren Betriebs- und Investitionskos-
ten, geringeren Wartungskosten und damit zu einer schnelleren Amortisation der Torluft-
schleieranlage.

Bild 10.9: Torluftschleieranlage ohne Zusatzheizung (Fa. Nordluft Wärme- und Lüftungstechnik
GmbH)

Bild 10.10: Torluftschleieranlage ohne Zusatzheizung im Einbau (Fa. Nordluft Wärme- und
Lüftungstechnik GmbH)

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10 Wärmeübertrager

Die Montage eines Luftschleiergeräts erfolgt häufig über die seitens des Herstellers mitge-
lieferten Montagebügel (die Anzahl der Bügel richtet sich nach der Gerätegröße). Der Bügel
wird über Gewindestangen an der Decke befestigt. Bevor der Bügel auf die Stangen gescho-
ben wird, muss eine Sicherungsmutter aufgeschraubt werden. Danach erfolgt die waage-
rechte Ausrichtung des Montagebügels mit Hilfe der Gegenschrauben. Zum Abschluss
werden Sicherungsmuttern gegen den Bügel angezogen.

Bild 10.11: Türluftschleiergerät in Tandemausführung (Fa. Kampmann GmbH)

Der Einbau der Geräte kann an der Decke, in freier Einbaulage im Raum oder in einer Zwi-
schendecke erfolgen. Die Anpassung der Ausblasdüse an die Zwischendecke erfolgt dabei
meist über Schiebestutzen. Moderne Geräte in Design-Ausführung werden heute meist in
freier Montage installiert.
Schleieranlagen sollten aufgrund ihrer Wärmeentwicklung nicht direkt an der Decke, son-
dern mit einem Mindestabstand von ca. 3 cm zur Decke eingebaut werden. Die Gerätebreite
sollte der Türbreite entsprechen.

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10.1 Lufterhitzer

10.1.3 Direktbeheizte Warmlufterzeuger

Bild 10.12: Direktbeheizter Warmluftheizer (Fa. Nordluft Wärme- und Lüftungstechnik GmbH)

Direktbeheizte Warmlufterzeuger werden zum direkten und schnellen Aufheizen von Lager-
hallen, Werkstätten, Montagehallen und Gewächshäusern eingesetzt. Die angesaugte
Raumluft wird in diesen Geräten über die Brennkammer und den Abgaswärmeübertrager als
Umluft zurück in den Raum geführt. Ein Betrieb der Geräte mit Außen- oder Mischluft ist
ebenfalls möglich. Die Zuluft kann nach der Luftaufbereitung entweder direkt über einen
Ausblaskopf oder über ein angeschlossenes Luftleitungssystem in den zu beheizenden
Raum eingeblasen werden. Der dabei erzeugte Warmluftvolumenstrom durchströmt den
Raum mit einer großen Reichweite.
Als Heizmedium kommen in diesen Warmlufterzeugern Gas oder Öl zur Anwendung. Die
Geräte zeichnen sich durch ihre kurzen Aufheizzeiten, die schnelle und einfache Montage,
ihren mobilen Einsatz und ihren guten Wirkungsgrad von ca. 93 - 95% aus. Ein weiterer
wesentlicher Vorteil besteht im frostsicheren Betrieb der Warmlufterzeuger. Verluste bei der
Luftverteilung sind bei diesen Geräten fast vollkommen ausgeschlossen, da Wärmeerzeu-
gung und -übergabe direkt im zu beheizenden Raum erfolgen.

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10 Wärmeübertrager

Moderne Warmlufterzeuger arbeiten heute mit modulierenden Brennersystemen und


nutzen die Kondensationswärme des im Abgas enthaltenen Wasserdampfs durch die
eingesetzte Brennwerttechnik aus. Eine weitere energieökonomische Variante stellen
neuentwickelte Hybridsysteme dar. Diese arbeiten mit einer Luft-Luft-Wärmepumpe als
Systemergänzung. Die eingesetzte Wärmepumpe deckt dabei die Grundheizlast des Rau-
mes ab. Ab dem Erreichen eines vorgegebenen Bivalenzpunkts arbeitet der Warmlufterzeu-
ger parallel zur Wärmepumpe. Damit sichern beide Geräte gemeinsam die gesamte Heizlast
des Raums ab.

10.1.4 Luftheizregister zum Einbau in Zentralgeräte


Luftheizregister werden als kompakte Einheiten in Zentralgeräten meist als Lamellenrohr-
oder Rippenrohrlufterwärmer eingesetzt. Die Geräte bestehen aus neben- bzw. hintereinan-
der liegenden Rohren die mit Lamellen zur Vergrößerung der Wärmeübertragerfläche
bestückt sind. Der Lamellenabstand beträgt dabei je nach Hersteller und Erfordernis zwi-
schen 1,5 bis 10 mm. Das Material des Wärmeübertragers richtet sich nach der Qualität der
geförderten Luft. Die Register werden aus Kupferrohren mit Aluminiumlamellen oder kom-
plett aus verzinktem Stahl, aus Kupfer oder aus Edelstahl gefertigt. Zur Erhöhung der Leis-
tung des Wärmeübertragers ist es möglich, mehrere Rohrreihen hintereinander zu schalten.
Hinsichtlich der Anschlüsse des Heizungsvor- und rücklaufs ist immer eine Gegenströ-
mungsrichtung zur Luftströmung anzustreben, da dabei die beste Übertragungsleistung
erreicht wird. Die Geräte werden mit Pumpenwarmwasser oder Niederdruckdampf als Heiz-
mittel betrieben.

Bild 10.13: Heizregister mit Lamellenrohren Bild 10.14: Ausziehbarer Registerblock


(Fa. HOMBACH WÄRMETECHNIK (Fa. HOMBACH WÄRMETECHNIK
GmbH) GmbH)

Ein besonderes Augenmerk muss beim Einbau der Luftheizregister auf den Frostschutz
gelegt werden. Ein Einfrieren des Heizregisters hat unweigerlich die Zerstörung dieses Bau-
teils und damit den Ausfall der gesamten raumlufttechnischen Anlage zur Folge. Hinsicht-
lich der Vermeidung der Frostgefahr sind verschiedene Varianten möglich:
1. Betreiben des Luftheizers mit einem mit Frostschutzmittel versetzten Heizmedium
Diese Variante wird eher selten genutzt, da dieser Betrieb voraussetzt, dass das gesamte
Heizungssystem mit einem anteilig beigemischten Frostschutzmittel betrieben wird. Es

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3981-3.book Seite 179 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

10.1 Lufterhitzer

besteht jedoch die Möglichkeit, den mit Frostschutzmittel befüllten Luftheizerkreis über
einen Wärmeübertrager vom übrigen Heizkreis abzutrennen. Dies bedeutet damit aber
auch Übertragungsverluste am Wärmeübertrager und erhöhte Aufwendungen für die
Gerätetechnik.
2. Einsatz einer Frostschutzschaltung
Die Gewährleistung eines optimalen Frostschutzes ist wasser- oder lufttechnisch mög-
lich. Zur wasserseitigen Überwachung wird dazu ein Thermostat am Rücklauf des Heizre-
gisters eingesetzt. Wird die eingestellte Frostschutztemperatur durch das Heizmedium
unterschritten, so leitet das Thermostat die folgenden Schritte ein:
– Abschaltung der Ventilatoren
– Verschluss der Außen- und Fortluftklappe
– Einschalten der Umwälzpumpe des Heizregisterkreises
– Öffnung des Dreiwegemischers – Wärmezufuhr zum Heizregister
– optische oder akustische Ausgabe (Signallampe oder Hupe) der Frostschutzwarnung
– Weiterleitung der Frostschutzwarnung an das Gebäudeleitsystem
Weiterhin kann bei Betrieb der raumlufttechnischen Anlage ein luftseitig eingebautes
Frostschutzthermostat für die Frostschutzabsicherung der Anlage verwendet werden.
Dieses Thermostat besteht aus einem Kapillarfühler, welcher schleifenförmig über die
gesamte Rückseite des Lufterhitzers angebracht wird. Bei Vereisungsgefahr, d.h. wenn
auf einer Länge des Fühlers von mindestens 30 cm die eingestellte Frostschutztempera-
tur (meist ca. 3 bis 6 °C) unterschritten wird, werden durch das Thermostat ebenfalls die
oben aufgeführten Anlageneingriffe ausgelöst.
Die wasser- und die luftseitige Variante können je nach Erfordernis in der raumlufttechni-
schen Anlage eingesetzt werden. Zur Erhöhung der Anlagensicherheit können beide Sys-
teme in Kombination miteinander eingesetzt werden.
3. Einsatz der Frostschutz-Anfahrschaltung
Beim Anfahren der raumlufttechnischen Anlage bei tiefen Außentemperaturen besteht
die Gefahr, dass das Register aufgrund des sofortigen Auftreffens der Kaltluft sehr
schnell einfriert. Um dem entgegenzuwirken, werden beim Einschalten der Anlage mit
Außentemperaturen unter 5 bis 8 °C die Ventilatoren sowie die Außen- und Fortluft-
klappe erst nach Ablauf einer Vorwärmzeit in Betrieb genommen. Während dieser Zeit-
spanne wird das Dreiwegeventil des Luftheizers voll geöffnet und durch die Umwälzpumpe
das Heizmedium zur schnellen Vorwärmung durch das Register gepumpt. Nachdem
danach die Klappen geöffnet wurden und der Ventilator in Betrieb gegangen ist, über-
nimmt der Temperaturregler die Ventilsteuerung entsprechend der notwendigen Heizlast
der zu versorgenden Einheit.

Montagehinweise
Der Einbau der wasserseitigen Frostschutzfühler sollte, wie bereits oben erwähnt, immer am
Rücklauf realisiert werden. Eine Verwechslung von Vor- oder Rücklauf kann schon zum

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10 Wärmeübertrager

Abfrieren des Heizregisters und somit zu dessen Zerstörung führen. Der Einbau der Entlüf-
tungs- und Entleerungsventile sollte direkt am Vor- und Rücklauf erfolgen. Das Heizregister
muss zur Wartung aus dem Zentralgerät entfernbar sein. Gestalten Sie also alle Anschlüsse
so, dass eine Revision der Geräte leicht und ohne großen Aufwand möglich ist. Eine zu einfa-
che und schnelle Verrohrung bei der Erstmontage kann einen wesentlich erhöhten Arbeitsauf-
wand bei der Wartung nach sich ziehen! Führen Sie die Medienanschlüsse zur Vermeidung
von Spannungen infolge Längenausdehnung möglichst elastisch an die Registerstutzen
heran. Bei einer Registerversorgung mit Heißwasser müssen die Anschlüsse elastisch erfol-
gen. Beachten Sie weiterhin die Einhaltung des Gegenstroms zwischen der Heizmedien- und
der Luftströmungsrichtung. Sollen frostgefährdete Lufterhitzer entleert werden, müssen
diese zur vollständigen Trocknung mit Druckluft ausgeblasen werden.
Bei der Montage der Heizmittelzuleitungen ist, wie bereits oben beschrieben, am Anschluss-
stutzen des Wärmetübertragers mit geeignetem Werkzeug (z.B. Rohrzange) gegenzuhal-
ten, um Beschädigungen zu vermeiden.
Neue Wärmeübertrager aus Kupfer sind nur mit sauberem, frischem Wasser zu beaufschla-
gen, da die Schutzschicht noch nicht voll entwickelt ist. Vermeiden Sie den Einsatz von ver-
schmutztem Wasser.
Der direkte Anschluss des Lufterwärmers an eine geregelte Heizungsanlage oder die Drosse-
lung des Heizmedienstroms durch ein Thermostatventil stellen nicht die optimalen Lösun-
gen für die Regelung eines Heizregisters dar. Der Einsatz einer Mischergruppe ist ein
empfehlenswerter Weg der Regelung des Lufterhitzers. Der Lufterhitzerkreis wird mit einer
eigenen Pumpe ausgestattet und kann so einfach und schnell auf veränderte Wärmeanfor-
derungen reagieren.

10.1.5 Direktbefeuerte Heizregister zum Einbau in Zentralgeräte


Besteht beim Einsatz von Zentralgeräten keine Möglichkeit, diese Geräte mit Wärme von
einem zentralen Wärmeerzeuger zu versorgen, dann können direktbefeuerte Heizregister
eine gute Alternative darstellen. Diese Heizregister können als kompakte Einheit direkt in
neuen aber auch bestehenden Systemen eingesetzt werden.
Durch den Einsatz modulierender Brennertechnik und moderner Brennwertsysteme kann
eine optimale Anpassung an den Heizwärmebedarf des Zentralgeräts erfolgen. Als Heizme-
dium kommen in diesen Systemen Gas bzw. Öl zum Einsatz.
Das eingesetzte Heizregister besteht hauptsächlich aus der Brennkammer und dem nachge-
schalteten Rohrbündel-Wärmeübertrager. Beide Baugruppen sind aus Edelstahl hergestellt.
Durch den Einsatz von Rauchgaswirbulatoren im Abgaswärmeübertrager wird eine beson-
ders effektive Wärmeübertragung vom Abgas an den Luftvolumenstrom gewährleistet.
Bei der Planung dieser Systeme muss unbedingt die notwendige Abgasabführung beachtet
werden. Der Standort des Abgasstutzens kann in der Regel auf der Brenner-, der Geräteober-
oder auf der Geräterückseite positioniert werden. Weiterhin ist der Anschluss des Geräts an
eine Abwasserleitung zur Abführung des entstehenden Kondensats erforderlich.

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3981-3.book Seite 181 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

10.1 Lufterhitzer

Die wesentlichen Vorteile dieser Systeme sind ihr frostsicherer Betrieb, der minimale Wartungs-
aufwand, die geringen Betriebskosten und die schnelle Reaktionszeit zur Lufterwärmung.

Bild 10.15: Direktbefeuertes Zentralgerät (Fa. Nordluft Wärme- und Lüftungstechnik GmbH)

Bild 10.16: Direktbefeuertes Heizregister zum Einbau in Zentralgeräte


(Fa. Nordluft Wärme- und Lüftungstechnik GmbH)

181
3981-3.book Seite 182 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

10 Wärmeübertrager

10.1.6 Elektrische Lufterhitzer


Diese Bauteile erfüllen in der Raumlufttechnik eher eine Nischenfunktion. Ihr Einsatz erfolgt
vornehmlich zur Beheizung von Räumen, in denen kein Warmwasser- oder Dampfanschluss
vorhanden ist. Der entscheidende Vorteil dieser Luftheizer besteht in ihrer Frostfreiheit.
Daher werden sie häufig für Räume eingesetzt, die nur zeitweilig genutzt werden und damit
frostgefährdet sind (z.B. Lagerhallen, Garagen).
Beim Einsatz dieser Luftheizer muss sichergestellt werden, dass während ihres Betriebs die
Luftströmung stetig erhalten bleibt, da bei deren Ausfall die Heizstäbe des Erhitzers sehr
hohe Temperaturen annehmen können. Darum muss die Luftströmung durch den Lufterhit-
zer durch Windfahnenschalter oder Strömungswächter überwacht werden. Kommt es zu
einem Strömungsabfall bzw. fließt bei seiner Inbetriebnahme noch keine Luft durch den
Erhitzer schaltet der Strömungswächter das Gerät ab. Durch eine Verzögerungsschaltung
wird der kontinuierliche Betrieb des Erhitzers bei Strömungsschwankungen infolge von
Widerstandsänderungen gewährleistet. Zur notwendigen Sicherheitsausstattung der elekt-
rischen Lufterhitzer gehört außerdem noch ein Sicherheitstemperaturbegrenzer, mit dessen
Hilfe unzulässige Übertemperaturen im Gerät vermieden werden. Weiterhin muss noch zur
beständigen Wärmeabführung und zur Vermeidung von Wärmestauungen ein Ventilator-
nachlauf bei Abschaltung des Geräts garantiert werden.
Die Regelung der Elektrolufterhitzer erfolgt mit Hilfe von Mehrstufen- oder Digitalstufen-
schaltern. Bei Einsatz dieser Schalter ist darauf zu achten, dass die Temperaturdifferenz je
Leistungsstufe 3 K nicht überschreitet.

10.2 Luftkühler

Im Luftkühler kommt es bei Unterschreitung der Taupunktemperatur durch die Temperatur


der Kühleroberfläche neben der Kühlung der Luft auch zum Austauen von Wasserdampf.

Bild 10.17: Luftkühler mit senkrechten Lamellen (Fa. Hombach Wärmetechnik GmbH)

182
3981-3.book Seite 183 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

10.2 Luftkühler

Hinsichtlich ihrer Bauweise gleichen die Wärmeübertrager der Kühler denen der Heizer.
Infolge der Kondensatbildung in den Kühlern müssen diese noch zusätzlich mit einer wasser-
dichten Kondensatwanne aus Edelstahl ausgerüstet werden, durch die das Kondensat abge-
leitet wird. Daher lassen sich Kühler nur in waagerecht verlaufende Leitungsteile oder
Gerätesektionen einbauen. Die Lamellenstellung des Kühlers muss immer senkrecht ausge-
führt werden, da es infolge der Kondensatbildung im Kühler zur Bildung von Wassertropfen
kommt und diese an senkrechten Lamellen optimal in Richtung der Kondensatwanne ablau-
fen können.

Bild 10.18: Edelstahl-Kondensatwanne mit Gefälle (Fa. Robatherm GmbH + Co. KG)

Als Kühlmedium kann im Luftkühler Kaltwasser verwendet werden, welches in einem Kalt-
wassersatz gekühlt wird. In diesem Fall spricht man von einer indirekten Kühlung. Das Kalt-
wasser (auch Sole genannt) wird meist zur Frostsicherheit mit Frostschutzmittel
versehen. Damit spart man sich die vollständige Entleerung des Kühlerkreises im Winter-
fall. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, den Kühler direkt in einen Kältekreislauf ein-
zubinden. Er stellt dabei den Verdampfer der Kältemaschine dar und wird direkt von
Kältemittel durchflossen. Das Kältemittel bezieht die notwendige Verdampfungswärme
dabei von der überströmenden Luft, die dadurch gekühlt wird. Diese Kühlungsvariante wird
mit direkter Kühlung bezeichnet.
Infolge der Kondensatbildung im Luftkühler werden Wassertropfen im Luftstrom mitgeris-
sen. Diese Feuchtigkeit kann in nachfolgenden Bauelementen des Zentralgeräts oder des
Luftleitungssystems zu Schäden oder hygienischen Beeinträchtigungen führen. Darum
muss dem Luftkühler ein Tropfenabscheider nachgeschaltet werden. Tropfenabscheider wer-
den meist aus Edelstahl, Aluminium oder Kunststoff gefertigt. Im Tropfenabscheider wird
der tropfenbeladene Luftstrom in den strömungsgünstig geformten Abscheiderprofilen
umgelenkt. Infolge ihrer größeren Trägheit können die Tropfen nicht den Krümmungen der
Abscheiderprofile folgen, werden an diesen abgeschieden und fließen als Flüssigkeitsfilm
nach unten ab.
Die Auslegung der Luftkühler sollte genauso wie die Dimensionierung der Heizer in Zusam-
menarbeit mit dem jeweiligen Hersteller erfolgen.

183
3981-3.book Seite 184 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

10 Wärmeübertrager

Die wasserseitige Regelung der Luftkühler kann sowohl durch eine Mengenregelung als auch
durch eine Mischregelung erfolgen.

Bild 10.19: Tropfenabscheider Bild 10.20: Funktionsprinzip des Tropfenabscheiders


(Fa. Munters GmbH) (Fa. Munters GmbH)

Montagehinweise
Hinsichtlich der Montage der Luftkühler sind im Wesentlichen die Hinweise des Luftheizers
zu beachten. Der Entsorgung des anfallenden Kondensats muss bei den Kühlregistern eine
spezielle Beachtung geschenkt werden. Ein Teil des Kondensats wird durch den Luftstrom
mitgerissen und muss durch einen Tropfenabscheider separiert werden. Das am Kühler
ablaufende Kondenswasser wird über einen Siphon oder eine Kondensatpumpe entsorgt.
Jeder Entwässerungsanschluss eines Zentralgeräts muss aufgrund der unterschiedlichen
Druckverhältnisse im Gerät einzeln über einen Siphon entwässert werden. Nur so können
der ungehinderte Wasserablauf und eine eventuelle Falschluftansaugung verhindert wer-
den. Jeder Siphon muss frei über einen Trichter in die Sammelleitung münden. Hinsichtlich
der Leitungsverlegung muss ebenfalls das notwendige Gefälle beachtet werden. Als Siphon
kommen meist Röhren- oder Kugelgeruchsverschlüsse zum Einsatz.

Siphonauslegung
Die notwendige Wasservorlage des Siphons muss größer sein, als der maximale Über-
bzw. Unterdruck (mm Wassersäule, mmWS) im Gerät. Dabei entspricht 1 mmWS 10 Pa.
Der Höhenunterschied zwischen Wasserablauf und Wasservorlage soll ebenfalls dem Maß
h (mmWS) entsprechen.
Die Berechnung der Wasservorlage erfolgt nach der Gleichung
Geräteüber- bzw. Geräteunterdruck (PA)
h (mmWS) =
10

In einem Kugelsiphon verhindert eine Schwimmerkugel (eine Art Tischtennisball) das Ansau-
gen von Luft nach dem Austrocknen des Siphons. Druckstöße im Leitungssystem werden
dabei durch die Kugel abgefedert, sie wirkt wie ein Rückschlagventil.

184
3981-3.book Seite 185 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

10.3 Wärmerückgewinner

Bild 10.21: Unterdruck im System Bild 10.22: Überdruck im System

Besteht keine Möglichkeit zum Einsatz eines Siphons (kein in der Nähe liegender Entwässe-
rungsanschluss, fehlende Bauhöhe des Geräts zum Siphoneinbau oder Leitungsverlegung
mit Gefälle) kann eine Kondensatpumpe die Problemlösung darstellen. Kondensatpumpen
bieten in hygienischer Sicht die höhere Sicherheit gegenüber dem Entwässerungsanschluss.
Siphons können im Winterfall leicht austrocknen und damit kann teilweise ein direkter Kon-
takt des raumlufttechnischen Systems zum Abwassersystem zustande kommen. Weiterhin
sind moderne Kondensatpumpen mit Warneinrichtungen ausgerüstet, die bei Verstopfung
des Abflusses und einem dadurch erhöhten Kondensatwasserstand alarmieren. Bei Verle-
gung dieser Pumpen ist auf die waagerechte Aufstellung und die knickfreie Verlegung des
Druckschlauches (möglichst Gewebeschlauch verwenden) zu achten. Weiterhin ist die
Pumpe nach Einbau unbedingt auf ihre Schaltfunktionen zu überprüfen (Ein-/ Ausschal-
tung, Alarmfunktion bei Überflutung).

Bild 10.23: Kondensatpumpe (Fa. Fravid International)

10.3 Wärmerückgewinner

Der Einsatz von Wärmerückgewinnungssystemen ist spätestens seit dem enormen Anstieg
der Energiepreise in den letzten Jahren in raumlufttechnischen Anlagen selbstverständlich

185
3981-3.book Seite 186 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

10 Wärmeübertrager

geworden. Selbst in kleinen Anlagen, wie z.B. im Wohnungslüftungsbereich, ist der Einbau
von Wärmerückgewinnungen heute eine Notwendigkeit. Je nach eingesetztem System lässt
sich der Jahresenergiebedarf zum Heizen oder Kühlen gegenüber einer Anlage ohne Einsatz
einer Wärmerückgewinnung um bis zu 90% reduzieren. Damit lassen sich auch die einge-
setzten Wärmeversorger (Kessel, Wärmepumpe usw.) bzw. eine angeschlossene Kältema-
schine kleiner dimensionieren, was im Bereich der herkömmlichen Technik zu einer
Reduzierung der Investitionskosten führt.
Durch eine Wärmerückgewinnungsanlage wird der Fortluft Abwärme entzogen und der
Außenluft als Rückwärme wieder zugeführt. Dabei ist es möglich, je nach Gestaltung der
raumlufttechnischen Anlage bzw. nach Erfordernis hinsichtlich der Luftqualität verschiedene
Systeme einzusetzen.

Luftstrombezeichnungen
11 Fortluftzustand vor Eintritt in
den Wärmerückgewinner
12 Fortluftzustand nach Austritt
aus dem Wärmerückgewinner
21 Außenluftzustand vor Eintritt
in den Wärmerückgewinner
22 Außenluftzustand nach Aus-
tritt aus dem Wärmerückge-
winner
Bild 10.24: Wärmerückgewinnungssystem in Anlehnung an VDI 2071

Das wichtigste Kriterium zur Einteilung der Rückgewinner bezüglich ihres prozentuellen Gra-
des der rückgewonnenen Wärme ist die Rückwärmzahl (auch als Wärmerückgewinnungs-
grad bezeichnet).

t11  t12 t 22  t 21
)1 )2
t11  t 21 t11  t 21

Hinsichtlich der rückgewonnenen Feuchte wird weiterhin noch eine Rückfeuchtzahl definiert:

x11  x12 x 22  x 21
<1 <2
x11  x 21 x11  x 21

Entsprechend der Betrachtungsweise der Rückwärm- bzw. Rückfeuchtzahl hinsichtlich der


Fortluft- ()1,<1) oder Außenluftseite ()2,<2) wird dabei die jeweilige Berechnungsgleichung
verwendet. Da für praktische Angaben in der Regel die Änderung der Außenlufteigenschaf-
ten hinsichtlich ihrer Temperatur und Luftfeuchte von Interesse ist, werden die Rückwärm-
zahl )2 und die Rückfeuchtzahl <2 angegeben.

186
3981-3.book Seite 187 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

10.3 Wärmerückgewinner

Entsprechend der VDI 2071 werden Wärmerückgewinner in 3 Kategorien eingeteilt:


1. Rekuperatoren
2. Regeneratoren mit festen Trennflächen
3. Regeneratoren mit Kontaktflächen
In Rekuperatoren (lat. wiedererlangen) erfolgt der Wärmeaustausch zwischen zwei Luft-
strömen unterschiedlicher Temperatur über Trennflächen. Dabei werden die Luftströme in
einem Gehäuse zusammengefasst.
Im Regenerator (lat. erneuern) gibt der das System verlassende Luftstrom (Fortluft) seine
Wärme an ein Wärmespeichermedium ab. Dieses Medium gibt die Wärme danach an einen
dem System (Außenluft) zugeführten Luftstrom weiter.
Hinsichtlich der Regeneratoren wird in Rückgewinner mit festen Trennflächen, in denen die
Wärme an einen flüssigen oder gasförmigen Wärmeträger übergeben wird und Rückgewin-
nern mit Kontaktflächen unterschieden. In diesen Geräten wird die Wärme durch eine
umlaufende feste Speichermasse übertragen.
Entsprechend dieser Einteilung sollen nachfolgend die wichtigsten im raumlufttechnischen
Bereich eingesetzten Systeme behandelt werden.

10.3.1 Rekuperatoren

Plattenwärmeübertrager
Der bekannteste und am häufigsten im Bereich der Raumlufttechnik eingesetzte Rekupera-
tor ist der Plattenwärmeübertrager. Dieses Gerät wird sowohl als Gegenstrom- als auch als
Kreuzstromwärmeübertrager eingesetzt. Dabei erzielt der Wärmerückgewinner im Gegen-
stromprinzip die besseren Werte hinsichtlich der Wärmeausbeute, hat aber den Nachteil,
dass durch das Gerät aufgrund seiner beschränkten Baulänge nur relativ kleine Volumen-
ströme durchgesetzt werden können. Im Bereich der größeren Volumenströme findet aus
diesem Grund der Kreuzstrom-Plattenwärmeübertrager häufiger Anwendung.
Im Plattenwärmerückgewinner werden warme Fortluft und kalte Außenluft, getrennt durch
Platten, in feine Luftströme zergliedert, aneinander vorbeigeführt. Die Platten werden
untereinander formschlüssig mit einem Doppelfalz verpresst, die Rahmenecken werden
zusätzlich mit Kunstharz abgedichtet. Bei Betrieb der Geräte im Winterauslegungsfall wird
die Wärme der Fortluft auf die Außenluft übertragen, die sich dadurch erwärmt. Die warme
Fortluft wird im Gegenzug entwärmt, also abgekühlt. Entsprechend verhält sich die Übertra-
gung der Wärme auch im Sommerauslegungsfall. Dabei wird die zuströmende warme
Außenluft durch die abströmende kühle Fortluft gekühlt. Die Fortluft nimmt einen Teil der
Wärme der Außenluft auf. Aufgrund der niedrigen Temperaturdifferenzen zwischen Außen-
luft und Fortluft sind die erreichbaren Effekte im Sommerfall aber nicht so effektiv wie im
Winterfall.

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3981-3.book Seite 188 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

10 Wärmeübertrager

Die Plattenwärmeübertrager werden hauptsächlich aus Aluminium hergestellt, welches in


Stärken von ca. 0,2 bis 1,5 mm verarbeitet wird. Für schadstoffbelastete Volumenströme
können die Geräte auch aus Kunststoff, Edelstahl, Messing oder Kupfer hergestellt werden.
Die Rückwärmzahl beträgt bei »trockenen« Geräten bis zu 60 % und kann bei Kondensation
des in der Fortluft enthaltenen Wasserdampfes auf bis zu 70 % ansteigen. Infolge der Kon-
densation des Wasserdampfes kann es im Winterfall bei tiefen Außentemperaturen leicht
zu einer Vereisung des Registers kommen und dadurch zum Ausfall des Geräts. Das Einfrie-
ren des Wärmeübertragers kann aber durch das Vorschalten eines Luftheizregisters auf der
Außenluftseite oder durch die Nutzung eines Bypasses verhindert werden.
Die Leistungsregelung der Geräte kann durch den ins Zentralgerät integrierten Bypass erfol-
gen. Eine Bypassklappe wird dabei im Außenluftstrom eingebaut, dadurch lässt sich z.B.
eine Sommerumgehung des Geräts erreichen.

Bild 10.25: Darstellung der Luftströmung in einem Zentralgerät (Fa. Rosenberg GmbH)

Der Fort- und der Außenluftvolumenstrom verlaufen im Plattenwärmeübertrager getrennt


voneinander, damit können Feuchtigkeit und Schadstoffe nicht auf den anderen Volumen-
strom übertragen werden. Im Gerät befinden sich keine mechanisch bewegten Bauteile,
dadurch kommt es zu keinem Verschleiß und dementsprechend zu einem geringen War-
tungsaufwand.

Bild 10.26: Gegenstromwärmeübertrager Bild 10.27: Kreuzstromwärmeübertrager


(Fa. Klingenburg GmbH) (Fa. Klingenburg GmbH)

Plattenwärmeübertrager werden meist von sehr kleinen Volumenströmen beginnend (ab ca.
200 m³/h in Wohnungslüftungsanlagen) bis zu ca. 30.000 m³/h Luftleistung eingesetzt.

188
3981-3.book Seite 189 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

10.3 Wärmerückgewinner

Hinsichtlich des Betriebs der Geräte ist zu beachten, dass unter dem Wärmeübertrager eine
Kondensatwanne ausgebildet werden muss. Der entsprechende Kondensatablaufstutzen ist
über einen Siphon zu entwässern.
Plattenwärmeübertrager sollten in festen Zyklen (häufig alle 3 bis 6 Monate, je nach Nut-
zung und Luftqualität) trocken gereinigt werden. Dazu sollte das Gerät nach einer Kontrolle
auf grobe Verschmutzungen, von oben nach unten mit Pressluft durchgeblasen werden. Im
jährlichen Modus (in der Regel bei jeder jährlichen Wartung) ist die Nassreinigung des Wär-
merückgewinners erforderlich. Diese erfolgt mit Hochdruckdampfreinigern mit Flachdüse
(siehe nachfolgende Abbildung). Dazu muss, wie bei der Trockenreinigung, das Durchblasen
der Tauscherkanäle immer von oben nach unten und parallel zur Kanalverlauf erfolgen. Zur
besseren Abtrocknung des Plattenwärmeübertragers zeigt es sich besonders in der kalten
Jahreszeit günstig, nach der Nassreinigung das Gerät mit Pressluft auszublasen und danach
noch einen 10-minütigen Anlagenbetrieb durchzuführen.

Bild 10.28: Reinigung des Plattenwärmeübertragers mittels Hochdruckreiniger mit Flachdüse


(Fa. FfH – Fachplanung für Haustechnik)

10.3.2 Regeneratoren mit festen Trennflächen

10.3.2.1 Wärmerohre
Das Wärmerohr stellt ein an beiden Enden verschlossenes, mit einem Wärmeträgermedium
(Kältemittel) zum Teil gefülltes Rohr dar. Das Rohr ist auf der inneren Rohrwandung mit
einer Kapillarstruktur versehen, in der sich das flüssige Kältemittel befindet. Im Luftströ-
mungsbereich (außen) des Wärmerohres befinden sich Lamellen, die eine Vergrößerung der
Wärmeübertragerfläche bewirken. Durch die über das Rohrregister strömende Fortluft
erfolgt eine Wärmezufuhr an ein Ende des Rohres. Dabei verdampft die Flüssigkeit aus der
Kapillarstruktur in das Innere des Rohres und strömt als Dampf zum anderen Ende des Roh-
res. Durch die an der äußeren Rohrwand strömende kalte Außenluft kondensiert dort unter
Wärmeabgabe der Dampf und fließt in der Kapillarstruktur als Kondensat wieder zum Aus-
gangsort zurück. Der dazu erforderliche Druck für den Flüssigkeitstransport wird durch
Kapillarkräfte erzeugt. Im senkrechten Einbauzustand des Wärmerohrs erfolgt das Rückflie-
ßen des Kältemittels durch die Schwerkraft.
Außen- und Fortluft müssen im Gerät aneinander vorbeigeführt werden, um den Wärme-
austausch der Luftströme im Wärmerohr zu ermöglichen.

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3981-3.book Seite 190 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

10 Wärmeübertrager

Die Regelung dieses Wärmeübertragers wird durch die Änderung des Neigungswinkels
(Kippregelung) bei horizontalen Wärmerohren oder über einen Bypass erreicht. Die Nei-
gungsveränderung kann manuell oder mechanisch mithilfe eines geeigneten Stellantriebes
erfolgen.

Bild 10.29: Wärmerohr zum waagerechten und senkrechten Einbau (Fa. FfH – Fachplanung für
Haustechnik)

Eine komplette Wärmerohreinheit besteht aus einzelnen, vollkommen geschlossenen Wär-


merohren mit aufgepressten Lamellen. Der Fort- und der Außenluftstrom sind durch eine
Schottwand hermetisch voneinander getrennt. Für große Luftmengen können zwei oder
mehrere Einheiten parallel geschaltet werden.
Im Fortluftstrom muss eine Kondensatwanne mit seitlich herausgeführtem Ablaufstutzen
und mit einem Tropfenabscheider eingesetzt werden.
Die Vorteile dieses Systems sind die absolute Trennung von Außen- und Fortluft und der
geringe Platzbedarf. Die Rückwärmzahl beträgt je nach Ausführung zwischen 50 bis 80 %.
Der wirtschaftliche Einsatzbereich erstreckt sich bis ca. 30.000 m³/h.

Bild 10.30: Darstellung der Luftströmung in einem Zentralgerät mit Wärmerohr (Fa. Wolf, Geisenfeld)

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3981-3.book Seite 191 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

10.3 Wärmerückgewinner

10.3.2.2 Kreislaufverbund-Systeme (KV-System)


Zum Einsatz des Kreislaufverbundsystems wird sowohl im warmen, als auch im kalten Volu-
menstrom ein Wärmeübertragerregister platziert. Die Register werden untereinander mit
Rohrleitungen verbunden und mit einem flüssigen Wärmeträgermedium (häufig ein Glykol-
oder Ethylen- Wassergemisch) gefüllt. Die warme Fortluft gibt ihre Wärme an das Medium
ab, das durch eine Pumpe zum zweiten Register gefördert wird. Hier wird die Wärme des
Mediums an die kalte Außenluft abgegeben. Die Regelung des Systems erfolgt stufenlos
durch ein Mischventil. Damit ist der Einsatz eines Bypasses auf der Luftseite zur Regelung in
diesem System nicht erforderlich.
Der Außenluft- und der Fortluftvolumenstrom können in diesem Wärmerückgewinnungs-
system örtlich voneinander entfernt liegen. Die Verbindung zwischen beiden Wärmeübertra-
gern erfolgt nur durch das Rohrleitungssystem. Die Verrohrungseinheit des KV-Systems
besteht neben den notwendigen Rohrleitungen aus der entsprechenden Umwälzpumpe,
dem Mischventil, einem Ausdehnungsgefäß, dem Sicherheitsventil, Absperrorganen am
Geräteanschluss, einem Manometer sowie den notwendigen Entlüftungs- und Entleerungs-
bauteilen. Entsprechend der vorn erläuterten Frostschutzschaltung am Heizregister muss
diese bei nicht frostsicheren Heizmedien in diesem System ebenfalls eingesetzt werden. Als
Wärmeübertragerregister kommen meist handelsübliche Rippen- oder Lamellenrohrwärme-
übertrager zum Einsatz. Verschiedene Ausführungen von Wärmeübertragern sind im KV-
System miteinander kombinierbar. Soll z.B. die Wärme aus einer stark verschmutzten oder
korrosiven Fortluft (häufig im industriellen Einsatz) entzogen werden, eignen sich Glattrohr-
oder Kunststoffwärmeübertrager für den Einbau im Fortluftvolumenstrom. Im sauberen
Außenluftstrom kann dazu passend ein Rippen- oder Lamellenrohrwärmeübertrager einge-
baut werden.
Das Kreislaufverbundsystem eignet sich bestens für nachträgliche Installationen in raum-
lufttechnischen Anlagen. Eine Übertragung von Kontaminationen bzw. Schadstoffen zwi-
schen beiden Luftströmen ist durch das KV-System ausgeschlossen. Im Fortluftstrom
werden zweckmäßigerweise eine Kondensatwanne und ein nachgeschalteter Tropfenab-
scheider eingebaut.
Die Vorteile des Kreislaufverbundsystems liegen in der möglichen räumlich getrennten
Anordnung der Zu- und Abluftströme, der einfachen Regelbarkeit, der geringen Baugröße
der Register und der Möglichkeit der Nachrüstung des Systems. Die Rückwärmzahl beträgt
üblicherweise 30 bis 50%. Kreislaufverbund-Systeme können für alle Luftleistungen einge-
setzt werden.
Achten Sie bei jeder Inbetriebnahme des KV-Systems (in der Regel bei Beginn der Heizperi-
ode) auf den entsprechenden Wasserinhalt der Anlage und die Qualität der Frostschutzmi-
schung. Kontrollieren Sie immer die einwandfreie Funktion der Pumpe und des Mischventils.

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10 Wärmeübertrager

Bild 10.31: Darstellung der Luftströmung in einem Zentralgerät mit KV-System


(Fa. Rosenberg GmbH)

Bild 10.32: Darstellung des KV-Systems inkl. Verrohrungseinheit (Fa. Rosenberg GmbH)

10.3.3 Regeneratoren mit Kontaktflächen

Rotationswärmerückgewinner (Wärmerad)
Im Rotationswärmerückgewinner strömt die Fortluft durch die eine Hälfte eines langsam
rotierenden Speicherkörpers (Rotor). Im Gegenstrom dazu wird die Außenluft durch die
andere Hälfte des Wärmerades geführt. Dieser runde Wärmespeicher ist mit feinen Durch-
strömkanälen versehen, die entsprechend ihrer Ausführung der Wärme- und Feuchtigkeits-
übertragung dienen. Die Drehzahl des Wärmerades beträgt je nach Erfordernis zwischen 5
bis 15 U/min.

Bild 10.33: Darstellung der Luftströmung in einem Zentralgerät mit Rotationswärmerückgewinner


(Fa. Rosenberg GmbH)

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3981-3.book Seite 193 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

10.3 Wärmerückgewinner

Bild 10.34: Ausschnitt eines Wärmespeichers des Rotationswärmerückgewinners (Fa. Klingenburg)

Der Wärmespeicher besteht aus sich abwechselnden Schichten glatter und gewellter Alumi-
niumfolie, die entsprechend der Nutzung des Wärmerückgewinners mit einer hygroskopi-
schen Beschichtung versehen werden können. In den so ausgebildeten Durchströmkanälen
entsteht eine laminare Luftströmung. Die Abdichtung des sich drehenden Speichers erfolgt
durch Dichtleisten aus Filz oder Gummi. Diese Dichtleisten sind bei der Gerätemontage bis
auf einen Abstand von ca. 0,5 mm an den Rotor heranzuschieben (den freien Lauf des
Rotors überprüfen!). Angetrieben wird er von einem Motor und einem um den Speicher lau-
fenden Keilriemen oder über ein zwischen Motor und Rotor geschaltetes Getriebe. Der Motor
ist stufenlos drehzahlregelbar. Der Einbau der Wärmeräder kann in senkrechter oder waage-
rechter Einbaulage erfolgen. Bei waagerechtem Einbau wird eine Rahmen- und Mittelunter-
stützung eingefügt. Des Weiteren sollte bei dieser Einbaulage noch überprüft werden, dass
sich die Keilriemenscheibe des Motors in der oberen Einbaulage befindet.

Bild 10.35: Rotationswärmeübertrager (Fa. Klingenburg)

Entsprechend ihrem Aufbau lassen sich Rotationswärmerückgewinner in zwei Gruppen


unterteilen: Kondensationsregeneratoren und Sorptionsregeneratoren.

10.3.3.1 Kondensationsregeneratoren
Im Kondensationswärmeübertrager wird ein Rotor ohne hygroskopische Speichermasse ein-
gesetzt. Damit kommt es nur zu einer Feuchteübertragung zwischen Fort- und Außenluft,

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3981-3.book Seite 194 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

10 Wärmeübertrager

wenn die Aluminiumfolie im Fortluftstrom Temperaturen unterhalb des Taupunktes an-


nimmt. Dies kann nur im Winterfall bei sehr kalter Außenluft vorkommen. Dabei bilden sich
auf den Durchströmungskanälen feine Wassertropfen, die dann im Außenluftstrom ver-
dunsten und diese damit befeuchten. Im Sommerfall (Kühlfall) kommt es aufgrund der Tem-
peraturen oberhalb des Taupunktes zu keiner Feuchteübertragung.

10.3.3.2 Sorptionsregeneratoren
Im Gegensatz zum Kondensationswärmeübertrager ist auf der Oberfläche des Wärmerades
eine hygroskopische Beschichtung aufgebracht. Diese Oberfläche adsorbiert oder absorbiert
(je nach Art der Beschichtung) aus der Fortluft Feuchte und gibt diese an die Außenluft
(Desorption) ab. Der Unterschied zwischen Adsorption (physische Sorption) und Absorption
(chemische Sorption) liegt in der Anlagerung der Flüssigkeit. Bei der Adsorption wird die
Feuchtigkeit an die Oberfläche der Sorptionsbeschichtung gebunden, während bei der
Adsorption die Feuchte in die Fasermatrix der Sorptionsbeschichtung eingebettet wird (Sys-
tem Klingenburg). Im Sommerfall (Kühlfall) wird die Außenluft im Sorptionsregenerator
durch die durchströmende kühlere und trockene Fortluft abgekühlt und entfeuchtet, wäh-
rend sich die Fortluft entsprechend erwärmt und befeuchtet. Im Winterfall (Heizfall) wird
dagegen die Außenluft durch die durchströmende wärmere und feuchtere Fortluft erwärmt
und befeuchtet, während die Fortluft entwärmt (gekühlt) und entfeuchtet wird.
Ein entscheidendes Problem der Rotationswärmeübertrager liegt in der direkten Übertra-
gung von Fortluftanteilen in den Außenluftstrom und umgekehrt durch Mitrotation sowie
durch Spaltverluste infolge Undichtheiten in der Rotorabdichtung der beiden Volumen-
ströme. Die Übertragung von Luft durch Mitrotation entsteht durch das Weiterdrehen des
Rotors aus einem Luftstrom in den anderen, während die Durchströmungskanäle noch mit
dem vorherigen Luftstrom gefüllt sind. Dadurch können Schadstoffe und gesundheitsschäd-
liche Substanzen aus der Fortluft mit in die saubere Außenluft übertragen werden. Durch
den Einsatz einer Doppelspülkammer wird die Übertragung von ungewünschten Fortluftan-
teilen wie Gasen, Dämpfen, Bakterien und Partikeln durch Mitrotation von der Fortluft an die
Außenluft weitestgehend verhindert. Dabei wird in der Doppelspülkammer die in den Kanä-
len der Speichermasse verbleibende Fortluft vor der Drehung des Rotors vom Fortluft- in den
Außenluftströmungsbereich durchgespült.
Die Vorteile der Rotationswärmerückgewinner liegen in ihrer sehr guten Regelbarkeit über
die Veränderung der Motordrehzahl, der hohen Rückwärmzahl und ihrer geringen Baulänge.
Im hohen Volumenstrombereich stellen diese Wärmeübertrager derzeit die wirtschaftlichste
Lösung dar. Die erreichten Rückwärmezahlen liegen bei bis zu 80%. Neben fühlbarer (sensib-
ler) Wärme wird auch feuchte (latente) Wärme mit übertragen.
Für die Installation und Wartung des Wärmerades müssen alle vier Anströmteile vor und
hinter dem rotierenden Wärmerückgewinner mit Inspektionstüren oder abnehmbaren
Wandtafeln versehen sein.

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3981-3.book Seite 195 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

10.3 Wärmerückgewinner

Bild 10.36: Doppelspülkammer eines Rotationswärmerückgewinners (Fa. TROX TLT GmbH)

Bei relativ sauberen Abluftströmen kommt es im Wärmerad zu einem Selbstreinigungsef-


fekt. Sollten dennoch Verschmutzungen auftreten, ist in der Regel als erstes die Anströmflä-
che des Rotors betroffen, diese ist durch Abbürsten mit speziellen weichen Bürsten
reinigbar. Bei stärkeren Verunreinigungen kann die Speichermasse mit Pressluft- oder Was-
serhochdruckreinigungsgeräten gereinigt werden. Bei einer Reinigung mit Wasser sollte dies
ohne chemische Zusätze erfolgen. Dabei muss beachtet werden, dass der Luft- oder Wasser-
strahl die Speichermasse nur rechtwinklig beaufschlagt.

Bild 10.37: Rotationswächter für Wärmeräder (Fa. Fläkt Woods GmbH)

Zur Sicherstellung der Rotation des Wärmerades wird häufig ein Rotationswächter einge-
setzt. Dieser besteht aus einem Magnetgeber und einem Alarmrelais. Sobald infolge eines
Abrutschens oder Reißens des Riemens die Drehzahl des Wärmerades stoppt, wird ein
Alarmsignal an die Regelung des Zentralgeräts übergeben.

10.3.4 Einsatzhinweise
Bei der Auswahl der Wärmerückgewinner sollte auf ein möglichst niedriges Druckgefälle zwi-
schen der Außenluft und der Fortluft geachtet werden. Der Einfluss des Druckunterschiedes
zwischen den beiden Luftströmen hat besonders beim Rotationswärmerückgewinner einen
sehr starken Einfluss auf die im Gerät auftretenden Leckagen, d.h. auf ein direktes Überströ-
men von Fortluft in den Außenluftvolumenstrom. Als Maximalwert kann dabei ein Diffe-
renzdruck von ca. 250 Pa angesehen werden. Schon bei diesem Wert können infolge der

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3981-3.book Seite 196 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

10 Wärmeübertrager

Mitrotation ca. 2 bis 5 % und durch die Abdichtungen des Rotors ca. 15 % der Fortluftmenge
in den Außenluftbereich überströmen.
Infolge der Entstehung von Kondensat auf der Fortluftseite und bei Einsatz einer Kühlung
im Zentralgerät auch auf der Außenluftseite muss jeweils eine Kondensatwanne eingesetzt
werden. Diese rostfrei ausgeführte Wanne muss zur Gewährleistung eines optimalen Ablau-
fes ein Mindestgefälle von 1% zum Siphon aufweisen. Infolge der Kondensatbildung kommt
es im Wärmerückgewinner zu erhöhten luftseitigen Druckverlusten.
Bei Einfriergefahr am Wärmerückgewinner ist schon bei der Bestellung bzw. Installation der
Geräte darauf zu achten, dass bei Frostgefahr die entsprechenden Maßnahmen ergriffen
werden können:
• Vorwärmung der Außenluft über einen entsprechend im Luftstrom eingesetzten Luft-
heizer
• Gewährleistung eines möglichen Bypassbetriebs
• Änderung der Rotordrehzahl am Wärmerad
• Änderung der Pumpenleistung am KV-System
Bei normalen raumlufttechnischen Aufgaben stellt die Verschmutzungsgefahr am Wärme-
rückgewinner kein Problem dar. Treten im Volumenstrom aber Fasern, Lackpartikel oder die
Verbindung von Staub und Kondensat auf, kann es sehr schnell zu Problemen hinsichtlich der
Effizienz der Wärmerückgewinnung und sogar zu Verstopfungen kommen. In diesen Fällen
sind spezielle Filter dem Wärmeübertrager vorzuschalten. Kommt es doch einmal zu starken
Verschmutzungen, ist die Reinigung entweder pneumatisch oder hydraulisch bzw. mit spezi-
ellen Bürsten möglich. Werden chemische Reinigungsmittel oder beim Ausblasen ein zu
hoher Luft- oder Wasserdruck eingesetzt, kann es zu Beschädigungen am Gerät kommen.
Entsprechend der VDI 6022 sind Wärmerückgewinner alle 3 Monate zu überprüfen und bei
Notwendigkeit zu reinigen bzw. instand zu setzen. Diese Prüfung muss die folgenden Tätig-
keiten umfassen:
• Prüfung des Geräts auf Korrosion, Beschädigungen und Verschmutzungen
• Kontrolle auf Leckagen zwischen den Volumenströmen
• Kontrolle des Siphons auf uneingeschränkte Funktion und sichere Wasservorlage
• Kontrolle von evtl. vorhandenen Antriebs- und Regelsystemen (Motor, Kippregelung,
Pumpe, Mischventil, Bypassklappen)
• Überprüfung der Kondensatwanne auf Dichtheit und der Funktion des Tropfenabscheiders

196
3981-3.book Seite 197 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

11 Befeuchter

Eine konstante Raumluftfeuchtigkeit führt in Aufenthaltsräumen zu einer verbesserten


Behaglichkeit und beugt gleichzeitig Erkrankungen der Atemwege vor. Weiterhin ist es für
Messräume, Reinräume, OP-Räume und Intensivstationen, aber auch für Produktionsstät-
ten der Textil- und Papierindustrie notwendig, eine konstante Raumfeuchte zu garantieren.
Bei Einsatz der verschiedenen Luftbefeuchtungssysteme kann es infolge schlechter War-
tungsqualität oder fehlerhaft ausgeführter Anlagen zur Bildung von Krankheitserregern (z.B.
Legionellen) kommen. Diese Probleme treten besonders in Systemen mit Wasserbevorra-
tung und Umlaufwassernutzung auf.
Für verschiedene Systeme wird zur Beurteilung der Effektivität der Luftbefeuchtung ein
Befeuchtungsgrad KB (auch Befeuchtungswirkungsgrad) angegeben. Besonders beim adia-
batischen Befeuchter ist dieser Wirkungsgrad zur Auswahl des einzusetzenden Systems
wichtig.
Der Befeuchtungsgrad stellt dabei das Verhältnis zwischen der erreichten und der maximal
möglichen Befeuchtung dar. Die maximal mögliche Befeuchtung liegt in der Regel im Sätti-
gungszustand der Luft (relative Leuchtfeuchte von 100%) und entspricht der sogenannten
Kühlgrenze.
Absolutfeuchtedifferenz der erzielten Befeuchtung
Befeuchtungsgrad ηB =
Absolutfeuchtedifferenz der maximal möglichen Befeuchtung

x 2  x1
KB
x m ax  x1

Hinsichtlich der Feuchtigkeitsübertragung an die Luft lassen sich Luftbefeuchter in drei


Gruppen einteilen:
• Verdunster
• Zerstäuber
• Verdampfer

11.1 Verdunstungsbefeuchter

In Verdunstungsbefeuchtern wird mittels einer Förderpumpe Wasser über Verdunstermat-


ten (Waben) geführt. Der Luftstrom wird durch diese Matte geführt und kann dabei bis zu

197
3981-3.book Seite 198 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

11 Befeuchter

relativen Luftfeuchtigkeiten von ca. 95% befeuchtet werden. Ein großes Problem dieser
Befeuchter stellen oft Kalkablagerungen auf den Kontaktflächen infolge von zu hartem
Wasser dar. Aus diesem Grund wird oft der Einsatz von Enthärtungsanlagen oder der Betrieb
mit entsalztem Wasser notwendig. Weiterhin kann es nach längerem Anlagenbetrieb zur
Bildung eines Biofilms auf dem Verdunster kommen. Dieser kann nur durch eine gezielte
Wartung entfernt werden.

Kontaktbefeuchter (Riesel- oder Wabenbefeuchter)

Bild 11.1: Funktionsschema Kontaktbefeuchter Bild 11.2: Kontaktbefeuchter mit


(Fa. Klingenburg GmbH) Verdunstungselementen
(Fa. GEA Happel Klimatechnik GmbH)

Im Kontakt- oder Rieselbefeuchter wird Umlaufwasser über Kontaktflächen mit einer gro-
ßen, porösen Oberfläche verrieselt. Dabei verdunstet das Wasser und wird durch die durch-
strömende Luft aufgenommen. Das nicht durch Luft aufgenommene Wasser wird mit
Frischwasser ergänzt und durch die Umlaufpumpe wieder zu den Kontaktflächen gefördert.
Bei der Verdunstung werden keine Mikroorganismen an die Luft abgegeben.
Die Vorteile des Kontaktbefeuchters liegen in seinem preiswerten Einsatz und darin, dass
hinsichtlich der Wasserqualität keine Wasseraufbereitung erforderlich ist. Aufgrund des
Fehlens von Aerosolen können keine Keime oder Bakterien in den Luftstrom übertragen wer-
den. Die Nachteile liegen in der relativ schlechten Regelbarkeit des Systems und in der Mög-
lichkeit der Keimbildung auf den Befeuchterkontaktflächen.
Zur Reinigung der Auffangwanne sollte diese mindestens einmal alle 24 Stunden durch eine
automatische Reinspülfunktion entleert werden. Dadurch verringert sich stark die Gefahr der
Bildung von Bakterien und Algen im Umlaufwasser. Bei Ausfall des Ventilators sollte diese
Entleerungsfunktion ebenfalls automatisch ausgelöst werden.

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3981-3.book Seite 199 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

11.2 Zerstäubungsbefeuchter

11.2 Zerstäubungsbefeuchter

Ein Hauptproblem der meisten Zerstäubungsbefeuchter besteht in der Problematik des


hygienischen Betriebs. Dies bedeutet gleichzeitig hohe Kosten durch einen entsprechenden
Wartungsaufwand. Dieses Problem wird oft durch Anlagenbetreiber ignoriert, indem ver-
sucht wird, diese Aufwendungen zu minimieren und die Wartungsintervalle zu strecken. In
Anlagen mit der Nutzung von Umlaufwasser findet durch die mit dem Luftstrom einge-
brachten Partikel wie Keime, Pilze und Pollen eine Verdickung der Flüssigkeit in der Wäscher-
wanne statt. Dies stellt den idealen Nährboden für die Bildung und Vermehrung neuer Keime
(z.B. Legionellen) dar. Allein durch schlecht gewartete bzw. falsch ausgelegte Anlagen kam
es in den achtziger und neunziger Jahren zu vermehrten Problemen mit solchen Anlagen und
zum Auftreten von Erkrankungen (z.B. Legionärskrankheit). Aus diesem Grund haben Anla-
gen im Betrieb mit Umlaufwasser meist einen relativ schlechten Stand in der Praxis und bei
verschiedenen Auftraggebern. Werden aber die vorgeschriebenen Wartungstätigkeiten hin-
sichtlich ihrer Durchführung und den notwendigen zeitlichen Intervallen eingehalten,
besteht kein Grund, diese Anlagen nicht zum Einsatz zu bringen.
Im Zerstäubungsbefeuchter findet die Wasserdampferzeugung erst in der zu befeuchtenden
Luft statt. Das Wasser wird in fein verteilter, flüssiger Form eingebracht und entzieht die
notwendige Verdunstungswärme dem Luftstrom. Dadurch kommt es zu einer Tempera-
turabnahme. Diese Reduzierung der Lufttemperatur kann auch bewusst für Abkühlungsvor-
gänge im Sommerfall genutzt werden.
Für das Vermischen der Wassertröpfchen mit der Luft existieren unterschiedliche Verfahren.

11.2.1 Rotationszerstäuber
Im Rotationsbefeuchter wird Wasser auf eine schnell drehende Rotationsscheibe (Sprühtel-
ler-Rotoren) geführt. Durch die dabei auftretenden Zentrifugalkräfte wird das Wasser nach
außen geschleudert, durch den Zerstäuberkranz geführt und in feinste Wasserteilchen auf-
gelöst. Diese schwebefähigen Partikel werden als Aerosol an die Luft abgegeben und führen
zu deren Befeuchtung. Das nicht verdüste Wasser fließt in das Wasserreservoir des Befeuch-
ters zurück, die Nachspeisung des Geräts erfolgt mit Frischwasser. Eine Schwimmerregelung
hält den Wasserstand im Gerät konstant. Moderne Geräte haben ein sehr kleines Fassungs-
vermögen im Reservoir, sodass hauptsächlich Frischwasser in den Luftstrom zerstäubt wird.
Beim Einsatz von Rotationszerstäubern ist auf eine wirkungsvolle Filterung des Luftstroms
zu achten, da die Rotoren der Geräte bei hohen Staubanteilen sehr schnell verschmutzen
und verkeimen.
Die Vorteile der Rotationszerstäuber liegen in ihren niedrigen Betriebskosten und dem einfa-
chen dezentralen Einsatz dieser Befeuchter. Dagegen stellt sich die Verkalkungs- und Verkei-
mungsgefahr der Sprühteller sehr nachteilig dar.

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3981-3.book Seite 200 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

11 Befeuchter

Bild 11.3: Funktionsschema Bild 11.4: Rotationsbefeuchter zur freien


Rotationszerstäuber (Fa. Klingenburg Montage (Fa. CAREL©)
GmbH)

Der Einsatz der Geräte erfolgt häufig in dezentraler Ausführung in Produktionsräumen der
Textil-, Druck- und Papierindustrie, weiterhin noch in der holzverarbeitenden Industrie, in
Tierstallungen und in der Gemüse- und Obstlagerung.

11.2.2 Luftwäscher
Luftwäscher (auch Sprüh- oder Düsenkammern) zerstäuben Wasser in einer Befeuchtungs-
kammer über Dralldüsen als Gleich- oder Gegenstrombefeuchter in den Luftvolumenstrom.
Dabei findet nur eine Reinigung der Luft von größeren Staubpartikeln und verschiedenen
Gasanteilen statt. Die Dralldüsen sind im Luftwäscher in mehreren parallelen Düsenstöcken
(meist Kunststoffrohre) eingeschraubt und erzeugen dadurch eine Art Wasservorhang,
durch den der Luftstrom fließt. Je nach Form der Tropfen verdunsten kleine Wassertropfen
vollständig, während von relativ großen Tropfen nur ein geringer Teil des Wassers verduns-
tet. Luftwäscher arbeiten mit einem starkem Wasserüberschuss. Das bei der Befeuchtung
nicht verdunstete Wasser läuft zurück in die Sammelwanne (auch Sumpf) und wird durch die
Umlaufpumpe zurück zu den Zerstäubungsdüsen geführt. Über eine Schwimmerschaltung
wird in die Wanne Frischwasser ergänzt und somit eine konstante Wasservorlage gehalten.
Für die gleichmäßige Anströmung des Luftbefeuchters werden auf der Lufteintrittsseite
Gleichrichterlamellen und zur Abscheidung von im Luftstrom mitgerissenen Wassertropfen
Tropfenabscheider auf der Luftaustrittsseite eingesetzt.
Die für die Verdunstung der Wassertropfen notwendige Wärme wird dem Luftvolumen-
strom entzogen, der sich dadurch abkühlt. Häufig spricht man, da mit einer konstanten
Umlaufwassertemperatur gearbeitet wird (es erfolgt keine Wärmezufuhr zum Wasser), vom
»adiabaten Wäscher«, die Enthalpie der durchströmenden Luft bleibt konstant. Luftwäscher
bestehen aus einem Edelstahl- oder GFK-Gehäuse mit bakterizider Oberfläche. Die Sammel-

200
3981-3.book Seite 201 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

11.2 Zerstäubungsbefeuchter

wanne besteht ebenfalls aus Edelstahl oder Kunststoff und wird mit einem allseitigen
Gefälle und einem Ablauf an der tiefsten Stelle zur vollständigen Entleerung ausgerüstet.
Bei hohen Wasserhärten in der Trinkwasserzuspeisung wird eine entsprechende Wasserauf-
bereitung zum Schutz der Düsen und der Verrohrung dringend notwendig. Im Umlaufwasser
bleiben die bei der Verdunstung nicht aufgenommenen Salze und Schmutzpartikel zurück.
Damit steigt ihr Anteil in dieser Lösung immer weiter an und es besteht die Gefahr der Bil-
dung von Kesselstein im Wäscher und im Düsenbereich. Mit Hilfe eines Absalz- oder
Abschlämmsystems muss die Wäscherwanne entleert und mit Frischwasser neu befüllt
werden. Aus hygienischer Sicht ist die Ausrüstung mit einem entsprechenden Wasserhygie-
nesystem (Wasserhygieneschaltung) erforderlich. Dabei kann als einfache Maßnahme zur
Verhinderung der Bildung von Keimen und Bakterien bei Anlagenstillstand der Wanneninhalt
täglich automatisch entleert werden. Durch diese Trocknung wird den Keimen und Bakterien
die Feuchtigkeit als Grundlage für schnelle Vermehrung entzogen. Außerdem kann noch der
Einbau eines UV-Entkeimungs-Systems erfolgen.
Die Regelung des Luftwäschers kann über eine bedarfsabhängige Frequenzsteuerung der
Wäscherpumpe, ein Motorstellventil in der Pumpendruckleitung oder durch eine taktende
Pumpe erfolgen. Die zwar etwas teurere Frequenzsteuerung zeigt sich dabei als die bessere
Lösung, da es durch zu häufige Taktintervalle in der Pumpe schnell zu Defekten kommen
kann und durch das Motorstellventil keine Reduzierung des Energieverbrauchs der Pumpe
erfolgt.

Bild 11.5: Funktionsschema Luftwäscher (Fa. Klingenburg GmbH)

Die Vorteile des Luftwäschers liegen in seinen relativ geringen Betriebskosten, bedingt durch
eine bedarfsgerechte Pumpenregelung und einem geringen Wasserverbrauch infolge der
Nutzung von Umlaufwasser. Nachteilig zeigen sich dagegen die mögliche Verkeimung des
Umlaufwassers und der erhöhte Aufwand für die Reinigung und Desinfektion des Luftwä-
schers.

201
3981-3.book Seite 202 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

11 Befeuchter

Bild 11.6: Luftwäscher (Fa. Bähr Saug- & Klimatechnik GmbH & Co. KG)

Bild 11.7: Luftwäscherdüsen im Befeuchterbetrieb (Fa. Bähr Saug- & Klimatechnik GmbH & Co. KG)

Zur Inbetriebnahme der Luftwäscher muss zuerst die Wäscherwanne von evtl. Transport-
oder Lagerungsschmutz gereinigt und danach mit Frischwasser befüllt werden. Anschlie-

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3981-3.book Seite 203 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

11.2 Zerstäubungsbefeuchter

ßend wird das entsprechende Pumpensieb eingesetzt und sowohl das Schwimmer- als auch
das Drosselventil zur erforderlichen Abschlämmung eingestellt. Danach wird die Wäscher-
pumpe auf die richtige Drehrichtung überprüft und alle Dichtstellen werden auf evtl. Was-
serverluste kontrolliert. Testen Sie durch eine Inbetriebnahme und Außerbetriebnahme des
Geräts, dass die Wäscherpumpe nur bei eingeschaltetem Ventilator betrieben wird. Außer-
dem dürfen durch den Tropfenabscheider keine Flüssigkeitsteilchen im Luftstrom weiterge-
führt werden.

11.2.3 Wirbelbefeuchter (System Klingenburg)


Diese Befeuchterbauart stellt eine hygienischere Lösung zu den ähnlich aufgebauten Luft-
wäschern dar. Die zuströmende Luft wird im Wirbelbefeuchter durch ein Wirbelgitter
geführt. Dadurch entstehen einzelne Längswirbel, die über die gesamte Befeuchterstrecke
wirken. In das Wirbelzentrum wird durch Düsen Wasser mit einem Druck von 10 - 140 bar ver-
düst und durch die Wirbelwirkung mit dem Luftstrom vermischt. Dabei verdunsten die fei-
nen Wassertropfen fast vollständig. Nicht aufgenommene Wasseranteile werden im
nachgeschalteten Tropfenabscheider aufgefangen und abgeführt. Der abgeführte Wasse-
ranteil liegt bei maximal 15 bis 20 %. Der Befeuchter arbeitet somit ohne Wasserbevorratung
und Umlaufwasser.
Die Vorteile der Geräte liegen besonders im hygienischen Bereich. Da kein Umlaufwasser mit
entsprechender Bevorratung genutzt wird, kann es zu keiner Keimbildung in der Flüssigkeit
kommen. Die Geräte sind stufenlos regelbar und erzielen eine hohe Befeuchtungsleistung.
Der Nachteil liegt in der Notwendigkeit des Einsatzes von aufbereitetem Wasser.

Bild 11.8: Funktionsschema Wirbelbefeuchter Bild 11.9: Wirbelbefeuchter zum Einbau in


(Fa. Klingenburg GmbH) Zentralgeräte (Fa. Klingenburg GmbH)

11.2.4 Ultraschallzerstäuber
Im Ultraschallbefeuchter werden Schwingmembranen (auch Piezoschwinger) durch eine Fre-
quenz von ca. 1,7 MHz in Schwingung versetzt. Dadurch werden die Schwingungen auf das
Wasserbad übertragen, aus dem feinste Wasserteilchen herausgelöst werden. Durch den im
Gerät eingebauten Ventilator wird ein Luftstrom über die Wasseroberfläche geführt und mit
den Wasserpartikeln zu einem Aerosol vermischt. Das im Aerosol enthaltene Wasser ver-
dunstet vollständig im Luftstrom. Ultraschallbefeuchter erfordern hinsichtlich der einge-
setzten Wasserqualität, der angelegten Spannung und ihrer Befeuchtungsleistung eine sehr
genaue Auslegung. Stimmen Sie sich darum mit dem jeweiligen Gerätehersteller ab. Die Vor-

203
3981-3.book Seite 204 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

11 Befeuchter

teile des Ultraschallbefeuchters liegen in seinem geringen Energieverbrauch und der gerin-
gen Menge stehenden Wassers. Der Nachteil liegt in den relativ hohen Investitionskosten
für diese Geräte.

Bild 11.10: Funktionsschema Bild 11.11: Ultraschallbefeuchter zur direkten


Ultraschallbefeuchter Befeuchtung (Fa. BOGA Gerätetechnik
(Fa. Klingenburg GmbH) GmbH)

Der Einsatz der Ultraschallbefeuchter kann direkt im Kanaleinsatz, in Zentralgeräten aber


auch dezentral direkt im zu befeuchtenden Raum erfolgen.

11.2.5 Düsenzerstäuber
Diese Art der Befeuchtung stellt ein dezentrales System der Raumbefeuchtung dar. Dabei
wird Wasser entweder mit Hochdruck über spezielle Einstoffdüsen direkt in den Raum oder
in Verbindung mit Druckluft über Zweistoffdüsen zerstäubt.

Einstoffdüsen
Hochdruckdüsen vernebeln das Wasser mit einem pulsierenden Hochdruck von ca. 70 bis 90
bar über spezielle Titan-Dralldüsen zu einem ultrafeinen Aerosolnebel. Die Leistung der
Düsen ist dabei im Bereich von 20 bis 100% stetig regelbar. Durch einen Kleinlüfter wird das
Aerosol in der Raumluft verteilt und verdunstet dabei. Die Geräte arbeiten tropfenfrei, benö-
tigen keine zusätzliche Druckluft und können auch bei sehr niedrigen Deckenhöhen einge-
setzt werden. Die Hochdruckpumpe ist das zentrale Bauteil der Einstoffdüsenanlage.

Bild 11.12: Microdüsensystem im direkten Bild 11.13: Einstoffdüse in schwenkbarer


Leitungseinbau (Fa. DRAABE GmbH) Ausführung (Fa. DRAABE GmbH)

204
3981-3.book Seite 205 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

11.2 Zerstäubungsbefeuchter

Kleinere Düsenausführungen können direkt in das Rohrleitungssystem integriert werden


(siehe Bild unten). Größere Düsensysteme werden über separate Halterungen angeschlos-
sen. Durch die Verdunstung des zerstäubten Wassers wird die Raumluft abgekühlt. Die Vor-
teile des Systems liegen in seinem flexiblen, platzsparenden Einsatz, dem geräuscharmen
Betrieb und den geringen Wartungskosten. Der Einsatz kann im Bürobereich, Museen und
niedrigen Lager- und Produktionsbereichen erfolgen.

Zweistoffdüsen
Dieses Luftbefeuchtungssystem arbeitet ebenfalls dezentral zur direkten Befeuchtung der
Raumluft. Die Versorgung der Zweistoffdüse erfolgt mit Druckluft und Wasser. Angesteuert
durch ein Hygrostat, wird das Luftventil an der Düse geöffnet. Die dem Bedarf entspre-
chende Druckluft tritt am Düsenkopf aus. Dadurch wird am Wasseraustritt ein Unterdruck
erzeugt, welcher das Vakuumventil der Wasserzuführung öffnet, die notwendige Wasser-
menge wird über Spezialdüsen aus teflonbeschichtetem Edelstahl dem Raum zugeführt.
Nach dem Schließen der Düse schiebt sich eine Düsen-Reinigungsnadel in die Wasseraus-
trittsöffnung und reinigt diese. Bei längerer Betriebspause erfolgt diese Reinigungsfunktion
automatisch. Die Leistung der Düsen ist im Bereich von 20 bis 100% stetig regelbar. Die
Geräte arbeiten mit einem Wasserdruck von ca. 1 bis 6 bar und einem Luftdruck von ca. 7 bis
10 bar. Die Zweistoffdüsen arbeiten wie die Einstoffdüsen tropfenfrei, ihr Einsatz erfolgt
häufig in Produktions- und Lagerräumen. Durch die Verdunstung des zerstäubten Wassers
wird die Raumluft abgekühlt. Zur Befeuchtung kleinerer Räume können Zweistoffdüsenan-
lagen mit 1 bis 2 Düsen, für größere Hallen mit bis zu 20 Düsen erstellt werden.
Die Vorteile des Systems liegen im geräuscharmen Betrieb, der automatischen Düsenreini-
gung und der Möglichkeit des Einsatzes von Leitungswasser. Dürfen die Minerale im Wasser
nicht mit ausgeschieden werden, ist der Einsatz von enthärtetem Wasser notwendig. Der
Nachteil der Zweistoffdüsen liegt in den erhöhten Aufwendungen für die Druckluftanlage.
Die Druckluft muss hinsichtlich ihrer Reinheit Raumluftqualität besitzen. Sie muss frei von
Verunreinigungen wie Öl und Kondensat sein, der Einsatz entsprechender Abscheider (Öl-
und Kondensatabscheider sowie Aktivkohlefilter) in der Druckluftanlage ist notwendig.

Bild 11.14: Aufbau einer Zweistoffdüse (Fa. DRAABE GmbH)

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3981-3.book Seite 206 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

11 Befeuchter

Bild 11.15: Zweistoffdüsensystem mit 4 Zweistoffdüsen, Steuergerät und


Versorgungseinheit (Fa. DRAABE GmbH)

11.3 Dampfbefeuchter
Diese Art der Befeuchtung wird in der Regel mit Sattdampf von ca. 105 bis 110 °C durchge-
führt. Dazu wird in den meisten Dampfbefeuchtungssystemen Wasser in einem zylindri-
schen Behälter zum Sieden gebracht und der entstehende Dampf an die Raumluft bzw. an
den zu befeuchtenden Luftstrom weitergegeben. Die Lufttemperatur ändert sich bei diesem
Verfahren kaum, da der Dampf direkt durch die Raumluft bzw. den Luftvolumenstrom auf-
genommen werden kann. Der Dampf kann entweder unmittelbar über im Befeuchter befind-
liche Ausblasöffnungen dem Raum zugeführt werden oder es werden entsprechende
Dampfverteilrohre (auch Dampflanzen) in Kanäle oder Zentralgeräte eingebaut. Diese Ver-
teileinrichtungen können horizontal oder vertikal im Luftstrom installiert werden. Die
Dampföffnungen im Rohr sollten dabei immer senkrecht zum Luftstrom und bei horizontaler
Lanzenausrichtungen nach oben stehen.

Bild 11.16: Dampfbefeuchter mit Rohrlanze Bild 11.17: Dampfverteilsystem für kurze
(Fa. Kaut GmbH) Befeuchtungsstrecken (Fa. Kaut
GmbH)

Der Einsatz von Dampfverteilsystemen mit mehreren parallel geschalteten Dampflanzen hat
sich als besonders günstig erwiesen, da die Dampfzufuhr über den gesamten Geräte- bzw.
Kanalquerschnitt erfolgt.

206
3981-3.book Seite 207 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

11.3 Dampfbefeuchter

Im Außenbereich des Dampfverteilerrohrs erfolgt gleichzeitig auch die Rückführung des ent-
stehenden Kondensats, es fließt in Dampfrichtung zum Kondensatsammler. Danach erfolgt
der Kondensatabfluss zurück zum Befeuchter. Erfolgt der Einbau des Dampfverteilsystems
tiefer als der Befeuchter, muss das Kondensat ins Abwassersystem separat entsorgt wer-
den.

Bild 11.18: Darstellung eines Dampfverteilers (Fa. Kaut GmbH)

Der Abstand zwischen Dampfluftbefeuchter und Dampfverteilerrohr sollte möglichst kurz


sein, um einen optimalen Wirkungsgrad bei der Dampfübertragung zu erreichen. Der Dampf-
schlauch (Anschlussschlauch zwischen Dampfbefeuchter und Dampfverteilerrohr) sollte
dabei immer gerade oder, falls dies nicht möglich ist, in großen Radien verlegt werden. In den
Schlauch dürfen weder Absperrungen verlegt werden, noch darf er durchhängen bzw. im
freien Querschnitt beeinträchtigt werden. Falls der Originalschlauch des Herstellers nicht
verwendet werden kann, sollte ein Kupferrohr mit dem gleichem Durchmesser und einer
Mindestdämmung von 20 mm eingesetzt werden. Bei einer Verlegung des Dampfschlauches
in Verbindung mit anderen Leitungen oder Materialien muss unbedingt die hohe Dampftem-
peratur von 100 bis 110 °C beachtet werden!
Hinsichtlich der Erzeugung des Dampfes existieren verschiedene Systeme der Energiezufüh-
rung an das zu verdampfende Wasser:
• Elektrodensysteme
• Systeme mit Heizelementen
• Gasdampfluftbefeuchter
• Dampfverteilsysteme zum Anschluss an ein vorhandenes Dampfnetz

207
3981-3.book Seite 208 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

11 Befeuchter

11.3.1 Elektroden-Dampfluftbefeuchter
Dieser Dampfbefeuchter ist das häufigste eingesetzte Dampfbefeuchtungssystem. Seine
Hauptbestandteile sind das Wasserteil bestehend aus dem Dampfzylinder mit den einge-
setzten Elektroden, dem Einfüllsystem mit Ein- und Ablassventil sowie das Elektroteil mit
den Bauteilen Schütz, Steuerschalter und elektronische Steuerung mit entsprechender
Anzeige.
Die Aufheizung des Wassers erfolgt im Elektroden-Dampfbefeuchter durch in den Wasser-
behälter gehängte Elektroden. Da Leitungswasser aufgelöste Mineralien enthält, ist es
leicht leitend. Durch Zufuhr von Elektroenergie an die in das Wasser eingetauchten Metalle-
lektroden wird das als Widerstand fungierende Wasser bis zur Verdampfung (Joulescher
Effekt) erhitzt.
Da durch den Dampf keine Mineralien abgeführt werden, erhöht sich die Salzkonzentration
und damit die Leitfähigkeit des Wassers. Es ist also für einen optimalen Betrieb des
Befeuchters erforderlich, beständig Wasser zuzuführen und abzulassen. Durch die elektroni-
sche Steuerung des Wasserzu- und -ablaufs werden der Salzgehalt, der Wasserstand und
damit die Eintauchtiefe der Elektroden so verändert, dass sich ein optimaler Leitwiderstand
einstellt. Dadurch ist eine Regulierung der Dampfabgabe des Befeuchters möglich.

Bild 11.19: Elektroden-Dampfbefeuchtersystem mit Elektroanschluss (Fa. Kaut GmbH)

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3981-3.book Seite 209 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

11.3 Dampfbefeuchter

Beziehen Sie in die regelmäßige Inspektion und Wartung der Dampfbefeuchteranlage auch
die Elektroden und die Innenseiten des Kunststoffdampfzylinders mit ein. An ihnen lagert
sich besonders Kalk ab, der abgereinigt werden muss, da sonst ein Austausch der Bauteile
erforderlich sein kann. Reinigen Sie den Zylinder nie mit Chemikalien, Säuren oder Waschlau-
gen. Beim Dampfzylinder handelt es sich um ein relativ preiswertes Verschleißteil, das sehr
schnell austauschbar ist.
Der Trinkwasseranschluss an den Befeuchter sollte am besten mit Kupferrohr erfolgen. Wei-
terhin sollte in den Wasserzulauf ein Feinfilter zur Verhinderung des Eintragens von
Schmutzpartikeln eingebaut werden. Die Entsorgung des Ablaufwassers sollte über eine Lei-
tung mit mindestens 5 % Gefälle realisiert werden.
Im Vergleich zu den anderen Dampfbefeuchterbauarten haben die Elektroden-Dampfbe-
feuchter die Vorteile der niedrigeren Investitionskosten, der Nutzungsmöglichkeit von unbe-
handeltem Trinkwasser und der einfachen Regulierung der Dampfmenge.

Bild 11.20: Elektroden-Dampfbefeuchter für Geräteeinbau (Fa. Kaut GmbH)

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3981-3.book Seite 210 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

11 Befeuchter

11.3.2 Dampfbefeuchter mit Heizstäben


Diese Systeme arbeiten energieintensiver als die oben beschriebenen Dampfbefeuchter.
Heizstabbefeuchter können mit enthärtetem oder entmineralisiertem Wasser gespeist wer-
den, da die elektrische Leitfähigkeit des Wassers bei der Verdampfung nicht genutzt wird.
Auch in diesem System erfolgt eine Auftrennung in das Wasserteil, bestehend aus dem
Edelstahlbehälter mit den Widerstandsheizelementen, dem Skimmer (System Kaut) und
dem motorgesteuerten Auslassventil sowie das Elektroteil mit dem Schütz, dem Haupt-
schalter und der Steuer- und Regelelektronik.
Die elektrischen Widerstandselemente erwärmen im Edelstahlbehälter das Wasser bis zum
Sieden, der austretende Dampf wird danach an die Raumluft oder über Dampfverteiler in
den Luftstrom geführt. Bei Betrieb des Befeuchters sollten sich die Heizstäbe zum Schutz
vor Überhitzung stets vollständig im Wasservolumen befinden. Darum ist es erforderlich den
Heizstabbefeuchter mit Fühlern zur Gewährleistung des ausreichenden Wasserstandes zu
bestücken.
In den Geräten mit Wasservorwärm-Funktion kann eine sofortige Dampfproduktion nach
entsprechender Anforderung erfolgen.
Heizstabbefeuchter sind einfach zu reinigen. Die Entsalzung des Wassers erfolgt im Edel-
stahlbehälter an der Oberfläche des Wassers durch den Skimmer und an der tiefsten Stelle
durch das Auslassventil. Die Entsalzung geschieht dabei entweder in Abhängigkeit von der
verdampften Wassermenge oder in festen Zeitintervallen. Hierdurch und infolge der gerin-
gen Kalkablagerungen reduziert sich der Wartungsaufwand auf ein Minimum.
Der Einsatz dieser Befeuchter erfolgt oft in Prüfkammern, Laboranlagen, Museen und steri-
len Räumen, da durch sie die Feuchtigkeit sehr genau geregelt werden kann.

11.3.3 Gasdampfluftbefeuchter
Mit der Verwendung von Gas als Energiequelle zur Wasserverdampfung ist es möglich, die
relativ hohen Kosten durch den Verbrauch von Elektroenergie zu senken. Damit bietet der
Gasdampfluftbefeuchter eine preiswerte Alternative zu den herkömmlichen, elektrisch
betriebenen Systemen. Mittels eines mit Gas betriebenen Brenners wird das Wasser zum
Sieden gebracht und als Dampf zum raumlufttechnischen System weitergeführt. Dabei kön-
nen als Gasarten Erdgas L und H aber auch Flüssiggas verwendet werden. Je nach benötigter
Dampfleistung können Gasdampfluftbefeuchter mit 1 bis 4 Brennern eingesetzt werden, die
modulierend entsprechend dem notwendigen Feuchtigkeitsbedarf gefahren werden. Auch
bei diesen Anlagen kann die Dampfzufuhr in den Raum entweder direkt über ein Dampf-
gebläse oder durch Dampfverteilsysteme erfolgen. Ein optimaler und problemloser Betrieb
des Befeuchters kann mit enthärtetem Wasser gewährleistet werden. Entmineralisiertes
Wasser kann ebenfalls eingesetzt werden. Die Aufstellung der Geräte kann entweder im
Gebäude oder auch in wetterfester Ausführung im Freien erfolgen.

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3981-3.book Seite 211 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

11.3 Dampfbefeuchter

In Abhängigkeit vom Verhältnis zwischen Gas- und Elektroenergiepreis kann sich ein solches
System besonders bei großen Dampfmengen bereits nach wenigen Jahren amortisieren. Der
Haupteinsatzbereich dieser Gasdampfluftbefeuchters liegt im Bereich großer Klimaanlagen.

Bild 11.21: Gasdampfluftbefeuchter (Fa. Kaut GmbH)

11.3.4 Dampfverteilsysteme zum Anschluss an ein vorhandenes Dampfnetz


In großen Firmen und Einrichtungen steht Betriebsdampf für die Beheizung des Gebäudes
oder verschiedene Fertigungsprozesse zur Verfügung. Für die Dampfluftbefeuchtung ist die-
ser Dampf aufgrund von Verunreinigungen in den meisten Fällen nicht einsetzbar. Daraus
ergibt sich die Notwendigkeit, indirekt unter Zuhilfenahme der Wärme dieses Dampfs
(Primärdampf) aus enthärtetem oder entmineralisiertem Wasser in Dampfumformern
Befeuchtungsdampf (Sekundärdampf) herzustellen. Diese Dampfumformer können aber
auch in entsprechende Netze, die mit Heißwasser oder Thermoöl betrieben werden, integriert
werden.
Die Regelung des jeweiligen Dampfbedarfs erfolgt in den Umformern über Proportio-
naldampfregelventile, die in den Fließweg des Primärdampfes eingeordnet werden. Die
Abführung des im Wärmeübertrager entstehenden Kondensats erfolgt über Kondensatab-
leiter.
Bei Einsatz von direkten Dampfbefeuchtern wird einem zentralen Systemnetz Dampf ent-
nommen. Danach erfolgt die Reinigung des Dampfes von im Netz transportierten Schmutz-
partikeln durch einen Schmutzfänger und anschließend die Beseitigung von evtl.
enthaltenem Kondensat durch den Dampftrockner. Somit kann über die Dampflanzen dem
raumlufttechnischen System Trockendampf direkt zugeführt werden. Ein spezieller Anfahr-

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3981-3.book Seite 212 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

11 Befeuchter

schutz gibt die Dampfzufuhr erst nach dem Erreichen einer vorgegebenen Betriebstempera-
tur frei. Damit wird verhindert, dass Kondensat in das Luftleitungsnetz der RLTA eindringen
kann.

Bild 11.22: Dampfumformer (Fa. Kaut GmbH)

11.4 Einbau und Montage der Befeuchter –


Befeuchtungsstrecke

Bei der Montage von Befeuchtern sind die wichtigsten Gesichtspunkte die Abdichtung der
Geräte und Anschlussteile gegen Wasser- bzw. Dampfaustritt sowie die Gestaltung von
hygienisch einwandfreien Betriebsbedingungen.
Beim Einbau der Geräte ist, entsprechend der Auslegung, auf die genaue und richtige Aus-
richtung der Düsen und des Dampfverteilsystems zu achten. Im angeschlossenen Lei-
tungssystem müssen zur Gewährleistung der Wartung und eventueller Reparaturen ent-
sprechende Reinigungs- und Betriebsöffnungen vorgesehen werden. Gleichzeitig sollte in
Befeuchterkammern beim Einsatz in Zentralgeräten eine Beleuchtung die Wartungstätig-
keiten erleichtern – vergessen Sie nicht den entsprechenden Elektroanschluss.
Zum sicheren Betrieb und der Gewährleistung einer optimalen Feuchtigkeitsaufnahme
durch den Luftvolumenstrom sollten Befeuchter mit einer Strömungsüberwachung ausge-

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3981-3.book Seite 213 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

11.4 Einbau und Montage der Befeuchter – Befeuchtungsstrecke

rüstet werden. Diese Sicherheitseinrichtung gibt die Wasser- bzw. Dampfzufuhr an den
Befeuchter nach Anlauf des Ventilators erst mit einer Verzögerung frei bzw. schließt diese
wieder bei Abreißen der Strömung.
Die Befeuchterwannen müssen in korrosionsfreier Ausführung eingesetzt und nach Mon-
tage der Befeuchtereinheit entsprechend abgedichtet werden. Häufig wird dies vom Gewerk
Sanitär ausgeführt, d.h. eine Fremdfirma kann mit dem Anschluss beauftragt sein. Kontrol-
lieren Sie dabei immer den Anschluss der Frischwasserzufuhr an das Gerät, sowie den Ent-
wässerungsanschluss zum Abschlämmen des Geräts auf einwandfreien dichten Sitz. Nach
eventuellen Wasserschäden wird die Verantwortlichkeit gern dem Lüftungsbauer zugescho-
ben, da dies »seine Anlage« ist. Zum Verschluss der Frischwasserzufuhr dürfen keine schnell-
schließenden Ventile eingesetzt werden, informieren Sie den Sanitärinstallateur darüber!
Beim elektrischen Anschluss der Befeuchteranlage muss durch den Elektroinstallateur die
entsprechende Schutzart (siehe Anhang) beachtet werden. Stimmen Sie mit ihm die richtige
Installationsposition des Hygrostaten immer ab! Ein falsch positionierter Fühler kann den ein-
wandfreien Betrieb der Anlage empfindlich stören. Für jeden Befeuchter ist ein Motorschutz-
schalter zu installieren, der auf den am Typenschild angegebenen Strom einzustellen ist.
Nach der Vermischung des zugeführten Wassers bzw. Dampfes mit dem Luftvolumenstrom
benötigt die Luft eine gewisse Strecke bis zur vollständigen Aufnahme der Feuchtigkeit in
das Gas. Diese Strecke wird allgemein als Befeuchtungsstrecke bezeichnet. Sie gewährleis-
tet durch angegebene Mindestabstände der nachfolgenden Anlagenteile und Bauelemente
zum Befeuchter, dass keine Kondensation in diesen Bauteilen auftritt. Die Befeuchtungs-
strecke sollte immer frei von allen Einbauten, sowie leicht inspizierbar und zu reinigen sein.
Die Länge der Befeuchtungsstrecke ist je nach Art des eingesetzten Befeuchters in den Her-
stellerunterlagen festgelegt.
Besonders bei Dampfbefeuchteranlagen ist der aus dem Dampfverteilsystem austretende
Dampf noch im Luftvolumenstrom bis zu seiner vollständigen Vermischung als Nebel sicht-
bar. Der erreichte Feuchtezustand im Zuluftstrom kann somit erst nach einem vorgegebenen
Abstand und der dadurch gewährleisteten Durchmischung der Luft mit dem zugeführten
Wasserdampf mit ausreichender Genauigkeit gemessen werden.
Vor Inbetriebnahme der Befeuchter muss die Befeuchterwanne von Fremdkörpern und Ver-
unreinigungen gesäubert werden. Beachten Sie dabei unbedingt, dass keinerlei schaumbil-
dende Reinigungsmittel eingesetzt werden. Bei Inbetriebnahme des Befeuchters könnte das
Malheur infolge von Schaumbildungen durch eventuelle Rückstände sonst sehr groß und vor
allen Dingen sehr peinlich sein.
In wasserbetriebenen Befeuchtern sollte nach der Reinigung die Befeuchterwanne auf 10 bis
20 mm unterhalb des Überlaufstutzens gefüllt werden. Danach ist das Schwimmerventil auf
diesen Wasserstand einzustellen. Die Inbetriebnahme der Wäscherpumpe darf nur bei aus-
reichend gefüllter Wäscherwanne erfolgen. Prüfen Sie nach Anlaufen der Pumpe die richtige
Drehrichtung und klemmen Sie erforderlichenfalls um. Danach ist der Trockenlaufschutz für
die Pumpe einzustellen. Entsprechend den Herstellervorgaben muss die Pumpe abgeschal-

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11 Befeuchter

tet werden, wenn der Wasserstand unter ein bestimmtes Sollmaß (häufig 20 bis 30 mm)
über das Niveau der Saugleitung abfällt. Beachten Sie weiterhin, dass fabrikneue Tropfenab-
scheider ihre optimale Leistung erst nach ca. 3 Betriebstagen erreichen.

11.5 Legionellen – Legionärskrankheit

Der erste Nachweis der Legionärskrankheit stammt aus dem Jahre 1976. Auf einem Treffen
ehemaliger Berufssoldaten in einem Hotel in Philadelphia erkrankten 149 von ca. 4400 Teil-
nehmern. An der dabei diagnostizierten untypischen Form der Lungenentzündung, die sich
auch nicht mit Penicillin behandeln ließ, verstarben 34 Personen. Erst ca. 6 Monate später
wurde eine stäbchenförmige Bakterie, Legionella Pneumophila, als Urheber der Erkrankun-
gen festgestellt. Die Krankheit bricht nach ca. 2 bis 10 Tagen mit körperlichem Unwohlsein
sowie Kopf- und Gliederschmerzen aus, innerhalb kurzer Zeit kommt es danach zu Schüttel-
frost, Fieberattacken und Schmerzen im Brustraum. Bei richtiger Diagnose der Erkrankung
kann diese mit der entsprechenden Wahl von Antibiotika erfolgreich behandelt werden.
Bestätigte Fälle der Legionärskrankheit müssen dem Gesundheitsamt gemeldet werden.
Legionellen findet man in sehr geringen Konzentrationen in jedem Süßwasser. Erst durch
länger stehendes Wasser mit Temperaturen von 25 bis 50 °C vermehren sich diese Bakterien
in sehr starkem Maße. Werden diese dann in Form eines Wassernebels oder durch Zufuhr
von kontaminierter Zuluft durch den Menschen eingeatmet, kann es zu Infektionen kom-
men. Temperaturen über 60 °C führen zum Absterben der Legionellen.
Bei falscher Auslegung und Wartung können besonders mit Umlaufwasser betriebene Luft-
befeuchter die Ursache für ein starkes Legionellenwachstum sein. Besonders in Luftwäschern
können die im Wasser zurückbleibenden Verunreinigungen, die nicht durch Abschlämmen
entfernt werden, verbunden mit Temperaturen über 25 °C, einen optimalen Nährboden für
Legionellen darstellen. Darum ist es wichtig, dass nach einer Außerbetriebnahme dieser
Geräte die Befeuchterwanne komplett entleert und ein Nachlauf des Zentralgeräts zur Trock-
nung der Anlage garantiert wird. Diese Betriebsweise sollte über eine Abschaltautomatik
garantiert werden. Auch bei Fahrweise der Befeuchter im Intervallbetrieb kann es infolge der
Stillstandszeiten zum Legionellenwachtum im Befeuchter kommen. Dies kann durch Spülun-
gen oder den Einsatz entsprechender Wasserentkeimungsanlagen verhindert werden. Die
hier genannten Probleme können in Dampfbefeuchtern aufgrund ihrer Befeuchtungstem-
peraturen von 105 bis 110 °C nicht auftreten. Oft wird damit diese Befeuchterbauart als
Ausweg hinsichtlich möglicher Legionellenprobleme gesehen. Man sollte dabei aber auch
die erhöhten Betriebskosten der Anlagen, die durch die häufig eingesetzte elektrische
Verdampfung auftreten, im Vergleich dazu beachten. Häufig rechnet sich der erhöhte
Wartungs- und Reinigungsaufwand von Zerstäubungsanlagen gegenüber den Verdamp-
fungsanlagen.

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3981-3.book Seite 215 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

11.6 Zubehör für Befeuchtungsanlagen

Durch die VDI 6022 werden die entsprechenden Kontroll- und Reinigungsintervalle zur
Befeuchterkontrolle und -reinigung vorgeschrieben. Diese gliedern sich entsprechend der
eingesetzten Befeuchterbauart auf:

Befeuchterbauart Mindest-Kontrollintervalle Reinigung durch


Luftwäscher 14-tägig Desinfektion, Scheuerreinigung
Ultraschallbefeuchter 14-tägig Desinfektion, Scheuerreinigung
Rotationsbefeuchter 14-tägig Desinfektion, Scheuerreinigung
Düsenzerstäuber alle 6 Monate Selbsttätig
Dampfbefeuchter viertel- bis halbjährlich Desinfektion, Scheuerreinigung

Eventuelle feuchte Stellen im Zentralgerät oder im Luftleitungssystem sowie schlecht


gewartete Filteranlagen können aber ebenfalls zu regelrechten Zuchtkulturen für Keime und
Pilze verkommen. Darum müssen diese Bauteile entsprechend der VDI 6022 in regelmäßigen
Abständen inspiziert, gewartet und gereinigt werden (bei Filtern durch entsprechenden
Wechsel der Filtermaterialien). Vor der Inbetriebnahme der Geräte und Leitungen sollten das
Zentralgerät (natürlich auch alle evtl. eingesetzten dezentralen Einheiten) und auch das Lei-
tungsnetz gründlich gereinigt werden. Beachten Sie, dass es auf jeder Baustelle zu Staub
und Keimen kommt, die auch in das Luftleitungssystem bei der Montage eingetragen wer-
den!

11.6 Zubehör für Befeuchtungsanlagen

In jedem der oben beschriebenen Befeuchtungssysteme kann es zu Problemen hinsichtlich


Keimen oder Kalk- und Salzbildung kommen. Zur Reduzierung dieser Schwierigkeiten exis-
tieren heute verschiedene Systeme auf dem Markt, die hier kurz beschrieben werden sollen.

11.6.1 Umkehrosmoseanlagen
Diese Wasseraufbereitungsanlagen sind heute ein wichtiges Bestandteil vieler Befeuch-
tungssysteme. Durch diese Anlagen wird eine konstante Wasserqualität für den Frischwas-
serzulauf der Befeuchter garantiert. Bei der Umkehrosmose handelt es sich um einen
mehrstufigen Ultra-Filtrationsprozess mit Membranfiltern, durch den bis zu 99% der Mine-
ralien und Keime aus dem Wasser entfernt werden. Infolge dieser entfernten Mineralien
kann es nicht zur Verkalkung (Kesselsteinbildung) in Dampf-, Zerstäubungs- und Verdun-
stungsbefeuchtern kommen, d.h. die Geräte haben eine wesentlich längere Lebensdauer bei
einem gleichzeitig reduzierten Wartungsaufwand.

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11 Befeuchter

Bild 11.23: Umkehrosmoseanlage (Fa. BOGA Gerätetechnik GmbH)

11.6.2 Enthärtungsanlagen (Ionenaustauscher)


Bei diesem Verfahren werden die Ionen der im Frischwasser enthaltenen Härtebildner wie
Kalzium und Magnesium im Tausch gegen Natriumionen herausgenommen. Dadurch kommt
es zu einer Enthärtung des Wassers während der Gesamtsalzgehalt und somit auch die elek-
trische Leitfähigkeit weitestgehend gleich bleiben. Die Kalzium- und Magnesiumionen wer-
den beim Betrieb der Enthärtungsanlage auf einem als Kationentauscher fungierenden
Harzbett abgelagert und gegen Natriumionen ausgetauscht. Durch eine Regeneration des
Ionentauschers muss in festgelegten Zeitabständen durch die Einbringung von Regenerier-
lösung die Enthärtungsanlage wieder mit »frischen« Natriumionen versorgt werden.

11.6.3 Absalzregelung
Wie bereits beschrieben, kommt es durch das Verdunsten des der Luft zugeführten Wassers
zu einem Ansteigen des Salzgehaltes (Eindickung) in der Wäscherwanne von Umlaufbe-
feuchtern. Mit fortschreitender Verdunstung nimmt die Konzentration der Salze im Umlauf-
wasser immer weiter zu. Die Absalzregelung überwacht den elektrischen Leitwert, der
direkte Rückschlüsse auf den Salzgehalt des Umlaufwassers zulässt. Wird dabei der einge-
stellte Grenzleitwert überschritten, öffnet das Absalzventil (auch Abschlämmventil) und
entleert entsprechend die Wäscherwanne. Durch die Zufuhr von Frischwasser wird die gefor-
derte Wasserqualität wiederhergestellt.

11.6.4 UV-C-Entkeimung
In den Anlagen mit UV-C-Entkeimung wird das Prinzip der Erbgutschädigung von Keimen
durch eine UV-Bestrahlung eingesetzt. Dadurch können sich die Keime nicht mehr vermeh-
ren, sodass es zu keinem Populationsanstieg im Keimbereich kommen kann. UV-C-Entkei-

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11.6 Zubehör für Befeuchtungsanlagen

mer werden für Luftwäscher in der Druckleitung der Wäscherpumpe eingesetzt. Dabei
werden im Wäscher spezielle UV-Lampen verwendet, die in der Regel einmal pro Jahr
gewechselt werden. In modernen Anlagen wird inzwischen ein kombiniertes System aus UV-
Bestrahlung und Ultraschall genutzt, um eine bessere Effektivität der Entkeimung zu errei-
chen.
Zur Kontrolle der Anlagenhygiene werden entsprechend dem eingesetzten Befeuchtungs-
system Biotest-Schnelltests und falls erforderlich Schimmelpilztests auf Kanalinnenseiten
und Auslassgittern eingesetzt. Entsprechend der VDI 6022 dürfen in Wasserproben aus
Luftbefeuchtungsanlagen maximal 1000 keimbildende Einheiten (KBE) pro Milliliter enthal-
ten sein.

Bild 11.24: UV-C-Entkeimungsleuchte (Fa. Carrier)

Tabelle 11.1: Empfohlene Wasserqualitäten für Befeuchtungsanlagen (nach Carrier)

Befeuchterbauart Verwendete Wasserqualität


Verdunstungsbefeuchter Trinkwasser bis 7°dH, enthärtetes Wasser
Luftwäscher entmineralisiertes Wasser
Rotationszerstäuber Trinkwasser, entmineralisiertes Wasser
Einstoffdüsenbefeuchter entmineralisiertes Wasser
Zweistoffdüsenbefeuchter entmineralisiertes Wasser
Ultraschallbefeuchter entmineralisiertes Wasser
Hochdruckbefeuchter entmineralisiertes Wasser
Elektroden-Dampfbefeuchter Trinkwasser
Heizwendel-Dampfbefeuchter Trinkwasser, entmineralisiertes Wasser

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12 Schalldämpfer

Das Wohlbefinden und die Arbeitsleistung von Menschen werden durch Lärm negativ beein-
flusst. Besonders bei fehlerhaften Auslegungen des Luftleitungssystems bzw. infolge nicht
richtig beachteter Ventilatorgeräusche werden über raumlufttechnische Anlagen Geräusche
in den Aufenthaltsbereich des Menschen weitergegeben.
In der DIN EN 13779 werden Schalldruckpegel für verschiedene Raum- bzw. Gebäudearten
empfohlen. Vor der Auswahl des notwendigen Schalldämpfers sollten trotzdem mit dem
Auftraggeber die schalltechnischen Vorgaben unbedingt abgestimmt werden.

Gebäude-/Raumart Empfohlener Schalldruckpegel [dB(A)]


Einzelbüro 30 … 40
Großraumbüro 30 … 45
Konferenzraum 30 … 40
Auditorium 20 … 35
Restaurant 35 … 50
Klassenraum 35 … 45
Kaufhaus 40 … 50.
Quelle DIN 13779

Der entstehende Schall kann als Körper- oder Luftschall weitergegeben werden. Luftschall-
schwingungen werden dabei nur im Medium Luft übertragen und sind hörbar. Dagegen wird
Körperschall in festen Medien als Schwingungen weitergegeben, die nicht hörbar sind. Erst
durch die Abgabe des Körperschalls an die Luft, d.h. durch Umwandlung in Luftschall wird er
für den Menschen hörbar.
Zur Reduzierung von Schall im raumlufttechnischen System kommen grundsätzlich 2 Mög-
lichkeiten in Frage:
1. Schalldämmung
Die Schallreduzierung (Luftschalldämmung) erfolgt durch eine lückenlose Umkleidung
der Luftleitungen zur Verhinderung des Eintragens von Schallschwingungen in den zu
befördernden Luftstrom. Die Verkleidung der Luftleitungen sollte möglichst mit spezi-
fisch schwerem Material erfolgen, z.B. Gipskarton. Die Verhinderung der Körper-
schallübertragung wird durch das Entkoppeln (Körperschalldämmung) der schwingenden
Bauteile vom Baukörper oder vom Luftleitungssystem erreicht. Dazu werden z.B. Segel-
tuchstutzen am Ventilator, Schwingungsisolatoren oder Leitungsaufhängungen mit
Gummieinlagen verwendet. Beim Einsatz von elastischen Auflagerungen zur Körper-

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12 Schalldämpfer

schallentkopplung von Zentralgeräten besteht ein positiver Nebeneffekt darin, dass die
Verkleidungsbleche der Geräte entdröhnt werden.
2. Schalldämpfung
Zur Reduzierung des im Luftvolumenstrom übertragenen Schalls werden verschie-
dene Arten von Schalldämpfern eingesetzt. Im Bereich der Raumlufttechnik kommen
dabei hauptsächlich Kulissenschalldämpfer und Rohr- bzw. Telefonieschalldämpfer
zum Einsatz. Hauptsächlich wird dabei die Schallenergie durch Absorption in Wärme
umgewandelt.
Als Absorptionsmaterial kommen in den Schalldämpfern meist Mineralfasermaterialien
oder kunstharzgebundene Glasfasern zur Verwendung, welche mit Glasseide zum Luftstrom
hin abgedeckt werden. Durch die nicht in den Stoffwechsel einbeziehbare Glasseidenabde-
ckung (nicht verstoffwechselbar) wird die Ablagerung bzw. das Wachstum von Mikroorganis-
men auf den Schalldämpfern verhindert.

12.1 Kulissenschalldämpfer

Zur Reduzierung von Geräuschen im Luftleitungssystem, die durch Luftdurchlässe in den


Aufenthaltsbereich des Menschen eindringen können, werden häufig Kulissenschalldämpfer
eingesetzt. Diese Schalldämpfer bestehen je nach Einsatzzweck aus einem Gehäuse aus
verzinktem Stahl-, Edelstahl- oder Aluminiumblech bzw. aus Kunststoff, in das die Schallab-
sorptionseinbauten (Kulissen) eingeschoben werden. Der Luftvolumenstrom fließt durch die
freien Zwischenräume (Spalte) der Kulissen. Die Schallschwingungen dringen in das Absorp-
tionsmaterial der Kulissen ein und werden dabei durch die auftretende Reibung in Wärme
umgewandelt. Kulissenschalldämpfer benötigen hinsichtlich ihrer Dämpfung und des evtl.
entstehenden Geräusches infolge der Luftströmung durch die Kulissenspalte eine sehr
genaue Auslegung. Da die Kulissen den freien Strömungsquerschnitt einschränken, müssen
die Schalldämpfer zur Gewährleistung der notwendigen freien Strömungsfläche für den
durchzusetzenden Luftvolumenstrom entsprechend größer gestaltet werden. Wird dies
nicht oder zu wenig beachtet, können die entstehenden Strömungsgeräusche die Dämp-
fungsergebnisse komplett zunichtemachen.
Die Kulissen bestehen aus folgenden Elementen:
• Blechrahmen aus verzinktem Stahl, Aluminium, Edelstahl oder Kunststoff
• Absorptionsmaterial aus Mineralwolle oder kunstharzgebundenen Glasfasern (nicht
brennbar nach DIN 4102, Klasse A1 oder A2) in entsprechender Packungsdichte
• Glasvlies oder Glasseidengewebe als Schutz vor Abrieb durch die strömende Luft, bei ho-
hen Belastungen durch den Luftvolumenstrom zusätzlich feinmaschiges Drahtgewebe in
Edelstahlqualität
• häufig mit Lochblechabdeckung aus verzinktem oder Edelstahlblech

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3981-3.book Seite 221 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

12.2 Rohr- und Telefonieschalldämpfer

Das in den Schalldämpferkulissen eingesetzte Absorptionsmaterial muss in nicht brennbarer


Ausführung entsprechend DIN 4102 Klasse A 1 oder A2 ausgeführt sein. Eine Einzelmontage
von Schalldämpferkulissen in Kanalbauteile ist ebenfalls möglich. Dabei werden die Kulissen
entweder in Führungsschienen, die vorher im Kanal befestigt wurden, eingeschoben oder sie
werden einzeln mit Blindnieten befestigt.

Bild 12.1: Kulissenschalldämpfer (Fa. SCHAKO KG) Bild 12.2: Schalldämpferkulisse


(Fa. SCHAKO KG)

Eine Sonderbauform des Kulissenschalldämpfers stellt der Resonanzschalldämpfer dar.


In diesen Bauteilen füllt das Absorptionsmaterial nicht komplett die Dämpfungsbauteile
aus. Es entsteht somit ein Hohlraum zwischen Material und der als Abdeckung fungierenden
Metallplatte (auch in gelochter Ausführung möglich). Die Platte und der Hohlraum werden
durch die Schallschwingungen zum Mitschwingen angeregt. Im nachgeschalteten Absorpti-
onsmaterial kommt es zur Umwandlung der Schallenergie in Wärme. Während der Einsatz
des normalen Kulissenschalldämpfers im breitbandigen Geräuschbereich erfolgt, wird der
Resonator hauptsächlich für schmalbandige tiefe Frequenzen verwendet. Ein Vorteil des
Resonanzschalldämpfers besteht in der vollständigen Kapselung aufgrund der geschlosse-
nen Blechoberfläche. Damit kann er auch bei Volumenströmen mit hohem Staubanteil ein-
gesetzt werden und erfüllt aufgrund seiner leichten Reinigung durch Abwaschen oder
Abbürsten die Maßregeln der VDI 6022.

12.2 Rohr- und Telefonieschalldämpfer

Die Dämpfung der Schallwellen erfolgt im runden Rohrschalldämpfer ebenfalls nach dem
Prinzip der Absorption der Schallenergie durch deren Umwandlung in Wärme. Der Rohr-
schalldämpfer besteht aus ein- und ausgangsseitigen Anschlussverbindern, die meist mit
Lippendichtungen, Anschlussflanschen oder Einsteckstutzen zum direkten Anschluss von
Wickelfalzrohr versehen sind. Das Absorptionsmaterial wird mit entsprechender Glasseiden-
abdeckung zum Luftvolumenstrom hin zusätzlich mit Lochblech abgedeckt. Zur Erhöhung

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3981-3.book Seite 222 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

12 Schalldämpfer

der Dämpfungsleistung können zusätzlich eine Mittelkulisse mit Mineralwollefüllung und


Glasseidenabdeckung oder ein runder Innenkern eingesetzt werden. Der Einsatz der Rohr-
schalldämpfer kann entweder zur Dämpfung der Anlagengeräusche im Luftleitungssystem
oder als Telefoniedämpfer zur Reduzierung der Geräuschübertragung in Rohrleitungen zwi-
schen benachbarten Räumen eingesetzt werden.

Bild 12.3: Rohrschalldämpfer (Fa. Lindab Bild 12.4: Rohrschalldämpfer mit Mittelkulisse
GmbH) (Fa. Lindab GmbH)

Eine Sonderform der Rohrschalldämpfer stellen die flexiblen Rohrschalldämpfer dar. Durch
ihre hohe Flexibilität können diese Bauteile besonders bei beengten Platzverhältnissen und
problematischer Leitungsführung eingesetzt werden. Die flexiblen Schalldämpfer bestehen
in der Regel aus einem perforierten Innenrohr und einem entsprechenden Außenmantel aus
Aluminium. Zwischen diese beiden flexiblen Rohre wird das Absorptionsmaterial aus Mine-
ralfaser oder kunstharzgebundenen Glasfasern in verschiedenen Packungsdicken eingefügt.

Bild 12.5: flexibler Rohrschalldämpfer (Fa. MAICO GmbH)

12.3 Schallpegelreduzierung, Schalldämpfereinsatz

Die häufigsten Gründe für Lärmprobleme in raumlufttechnischen Anlagen bestehen in der


fehlerhaften Dimensionierung von Leitungsquerschnitten und in der falschen Dimensionie-
rung der Schalldämpfer zur Reduzierung der Ventilator- bzw. Anlagengeräusche. Um diese
Geräuschprobleme zu lösen, wird als einfachste Lösung die Reduzierung des Volumenstroms
vorgenommen. Damit kann die Anlage die Versorgung der Räume mit Außenluft und die
Aufrechterhaltung des geforderten Raumklimas inkl. einer erforderlichen Raumdurchströ-
mung nicht mehr optimal gewährleisten.

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12.3 Schallpegelreduzierung, Schalldämpfereinsatz

Weitere auftretende Probleme hinsichtlich der richtigen schalltechnischen Auslegung der


Anlage haben oft einfache Gründe bzw. sind besser lösbar:
1. Die eingesetzten Bauteile werden nicht optimal hinsichtlich ihrer Schallemission aus-
gewählt. Das Hauptkriterium ist im Regelfall nur der Preis des z.B. einzusetzenden Ventila-
tors. Dies erfordert häufig entsprechende Mehrkosten für nachzurüstende Schalldämpfer,
die den vermeintlichen Preisvorteil komplett wettmachen. Betrachten Sie immer alle
Anlagenteile im Gesamtzusammenhang!
2. Das Luftleitungssystem wird zu kompliziert und mit zu hohen Geschwindigkeiten ausge-
legt. Die dadurch entstehenden Druckverluste ziehen einen dementsprechend großen
Ventilator mit höheren Schallemissionen nach sich.
3. Der Schalldämpfer wird nur überschlägig nach grober Schätzung ausgelegt. Ein notwen-
diger nachzurüstender Schalldämpfer erzeugt hinsichtlich des Arbeitsaufwandes für den
Einbau in eine bereits fertiggestellte Anlage erhöhte Kosten bzw. kann aufgrund ver-
schlossener Verkofferungen nicht mehr eingefügt werden.
4. Fehlende Telefonieschalldämpfer in den Luftleitungen zwischen zwei Räumen führen zu
Geräuschübertragungen. Beachten Sie immer die Nutzung der an die Luftleitungen ange-
schlossenen und durch sie verbundenen Räume!
5. Luftdurchlässe mit strömungsungünstigen Einbauten oder mit zu hohen durchgesetzten
Volumenströmen führen zu Geräuschbeeinträchtigungen im Wirkbereich der raumluft-
technischen Anlage.
6. Die eingesetzten Schalldämpfer werden in der Zentrale oft zu nah am Ventilator montiert.
Dadurch kommt es hinter dem Dämpfer zum Schalleintrag in das Luftleitungssystem und
zu dessen Weiterleitung. Der bessere Standort für die Montage der Schalldämpfer in der
Luftleitung befindet sich in oder an der Wand- bzw. Deckendurchführung. Damit wird der
in die Leitung eingetragene Schall ebenfalls durch den Schalldämpfer reduziert. Besteht
die Möglichkeit der Dämpfermontage am Wand- oder Deckendurchtritt nicht, sollten die
Luftleitungen nach der Schalldämpfung zur Verhinderung des Schalleintrages entspre-
chend umkleidet werden.
7. Entsprechen die Ergebnisse der Dämpfung nicht den Vorgabewerten, können mehrere
Schalldämpfer hintereinander gekoppelt werden. Bei einer direkten Hintereinanderschal-
tung sollte die Verbindung untereinander mit elastischen Stutzen zur Verhinderung der
Übertragung von Körperschall erfolgen.
8. Bei der Schallangabe von Herstellern zu von ihnen eingesetzten Bauteilen gibt es häufig
Probleme hinsichtlich der Angabe des Schalldruckpegels und des Schallleistungspegels.
Die Werte des Schalldruckpegels sind nur nutzbar bei einer gleichzeitigen Angabe der Ent-
fernung zwischen Schallemissionspunkt und Messpunkt des Pegels. Gleichzeitig werden
aber zu verschiedenen Bauteilen auch verschiedene Entfernungsangaben gemacht, so
sind zum Beispiel Angaben zu 2 Ventilatoren mit
– Ventilator I Schalldruckpegel LP 82 dB in einer Entfernung von 5 m

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12 Schalldämpfer

– Ventilator II Schalldruckpegel LP 88 dB in einer Entfernung von 3 m


für die Auswahl des richtigen Ventilators kaum miteinander vergleichbar. Die grundsätz-
lich bessere Variante zum Vergleich der Schallentwicklung von einzusetzenden Bauteilen
stellt der Schallleistungspegel dar. Diese Angabe ist eine entfernungsunabhängige
Größe, die sich optimal zum Vergleich von einzusetzenden Bauteilen eignet. Vereinzelt
werden von Herstellern nur die Schalldruckpegel zum betreffenden Bauteil angegeben.
Fordern Sie für den besseren und direkten Vergleich zur Produktauswahl unbedingt die
erzeugten Schallleistungspegel an. Kann dieser nicht angegeben werden ist es besser, auf
diesen Hersteller zu verzichten.
9. Während der Montage der Kulissen darf das Absorptionsmaterial nicht beschädigt wer-
den. Bei Anlieferung und nach dem Einsatz der Kulissen sind diese immer auf Beschädi-
gung und Verschmutzung zu überprüfen. In den Luftstrom eintretende Mineralfasern
führen zu Beeinträchtigungen der Atemluft und allergischen Reaktionen. Die Reinigung
der Oberflächen sollte mittels Staubsauger erfolgen.
10. Infolge unzureichend eingesetzter Schallentkopplungen (falsch angeschlossene Segel-
tuchstutzen, fehlende Gummieinlagen in Leitungshalterungen, Massenschluss bei Lei-
tungsdurchführungen im Mauerwerk) kommt es zu Körperschallübertragungen, die als
Luftschall in die Räume abgegeben werden. Kontrollieren sie auch immer die Montagen
von Fremdfirmen am Leitungssystem zur Vermeidung von Körperschallbrücken.

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13 Teilklima- und Klimageräte

Um die dem Raum zuzuführende Luft aufzubereiten, gibt es verschiedene Möglichkeiten.


Diese erstrecken sich von der Nutzung kleiner autarker Einheiten als Kompakt- und Splitge-
räte, über dezentrale Luftbehandlungseinheiten bis hin zu zentral aufgestellter Gerätetech-
nik, den Zentralgeräten.

13.1 Kompakt- und Splitgeräte

Diese oft dem Bereich der Kältetechnik zugeordneten Bauteile werden hauptsächlich in klei-
neren Nutzungseinheiten eingesetzt. Dabei stellen die Kompaktgeräte die einfachste Vari-
ante hinsichtlich des Geräteaufbaus dar, während die Splitgeräte, besonders sobald sie zu
Multisplitanlagen verschaltet werden, schon etwas anspruchsvoller hinsichtlich der Ausle-
gung und Montage sind.

13.1.1 Kompaktgeräte
Die Kompaktgeräte oder auch Fenstergeräte stellen eine sehr preiswerte Variante der Raum-
klimatisierung dar. Sie werden hauptsächlich zur Kühlung von kleineren Büros und Läden,
aber auch im Wohnbereich eingesetzt. Im Kompaktgerät sind dabei alle kältetechnischen
Bauteile, wie Verdichter, Verdampfer, Kondensator, Expansionsventil und Kältemittelleitun-
gen enthalten. Zusätzlich sind in dieses Gerät noch der notwendige Zuluftfilter und -ventila-
tor sowie der Außenluftventilator integriert. Die Ventilatoren werden in den meisten
Kompaktgeräten durch einen gemeinsamen Motor angetrieben.
Der Einbau der Kompaktgeräte erfolgt in direkt dafür vorbereitete Wand- bzw. Fensteröff-
nungen. Dies bedeutet gleichzeitig einen erheblichen Bauaufwand zur Öffnung und Einscha-
lung eines Wanddurchbruchs in der Größe des Gerätequerschnitts.

Bild 13.1: Funktionsquerschnitt eines Kompaktklimageräts

225
3981-3.book Seite 226 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

13 Teilklima- und Klimageräte

Die Kompaktgeräte sind je nach Ausführung zur Luftkühlung, aber auch als Wärmepumpen-
modell in der Übergangszeit zusätzlich zur Luftheizung einsetzbar.
Die Funktionsweise stellt sich für diese Bauteile sehr einfach dar. Die über den Verdampfer
angesaugte Raumluft wird am vorgeschalteten Filter grob gereinigt und im Verdampfer
gekühlt und entfeuchtet. Diese Wärme wird im Verdampfer an das durchgesetzte Kälte-
mittel (Verdampfungswärme) abgegeben, welches dabei verdampft. Im nachgeschalteten
Kondensator (auch Verflüssiger) wird das Kältemittel durch Wärmeabgabe an die darüber
strömende Außenluft wieder verflüssigt. Der Transport des Kältemittels erfolgt durch den
Verdichter, der gleichzeitig mit dem Expansionsventil (auch Ausführung als Kapillarrohr) die
verschiedenen notwendigen Anlagendrücke gewährleistet.
Die entscheidenden Nachteile der meisten Kompaktgeräte liegen im Fehlen einer Möglich-
keit der Lufterneuerung und in ihrer Geräuschentwicklung. Der Luftdurchsatz wird nur mit-
tels Raumluft, die gefiltert, gekühlt und als Zuluft dem Raum wieder zugeführt wird,
erreicht. Eine Beimischung von Außenluft ist in den einfacher ausgeführten Kompaktgerä-
ten meist nicht möglich. Weiterhin werden die Geräusche des Verdichters und der beiden
Ventilatoren, trotz teilweise guter Dämmeigenschaften des Gehäuses, durch die Zuluft in
den Raum emittiert.
Der Vorteil des Einsatzes liegt in der sehr einfachen Montage, da diese Bauteile nur in die
bauseits erstellte Wandöffnung eingeschoben, befestigt und abgedichtet werden müssen.
Die Lieferung an den Installateur erfolgt meist steckerfertig, das heißt inklusive der Befül-
lung mit Kältemittel. Ein weiterer Vorteil liegt in ihrem günstigen Preis.

Bild 13.2: Kompaktklimagerät (Fa. Carrier)

Einsatz und Montage


Da die Kompaktgeräte Begrenzungen hinsichtlich ihrer Baugröße haben, werden in diesen
Bauteilen meist nur Kühlleistungen von ca. 2 bis 7 kW erreicht. Diese Leistungen reichen aber
vollkommen für den Kühleinsatz in normal genutzten Einzelräumen aus. Oft findet man,
besonders bei Geräten die im englischsprachigen Raum oder in südlichen Ländern eingesetzt
werden, die Leistungsangabe in BTU/h. Diese Einheit der Wärmeleistung (britisch thermal
unit per hour) entspricht der Einheit Watt in der folgenden Umrechnung:
BTU per hour 1 Btu/h | 0,293 W bzw.
1 BTU/h : 3414 kW

226
13.fm Seite 227 Dienstag, 24. November 2015 9:55 09

13.1 Kompakt- und Splitgeräte

Der Einbau der Kompaktgeräte sollte immer mit einer Neigung von ca. 2 % nach außen erfol-
gen. Damit wird der Ablauf des Kondensats gewährleistet, welches oft frei abtropft. Falls die
freie Entwässerung nicht gewünscht wird, kann an den Ablauf der Kondensatwanne eine
entsprechende Kondensatleitung zur Verlegung im freien Gefälle angeschlossen werden.
Die Wärmeabgabe des Kondensators muss immer ins Freie erfolgen. Eine Abführung der
Wärme, infolge der Wahl eines schlechten Aufstellortes, in andere Räume führt zu einem
Wärmestau und beeinträchtigt die Funktion der Geräte erheblich. Die Außenluftseite darf
nicht durch Verblendungen oder ähnliche Vorbauten verdeckt werden, da sonst eine unge-
hinderte Wärmeabfuhr nicht möglich ist. Die Zuluftseite darf ebenfalls nicht durch Gardinen,
vorgebaute Regale oder ähnliches verdeckt werden, die freie Zuluftzuführung in den Raum
muss abgesichert werden. Wählen Sie den Gerätestandort immer so, dass keine Zugerschei-
nungen im Aufenthalts- bzw. Arbeitsbereich auftreten können.
Die Auslegung der Geräteventilatoren erfolgt bei den meisten Herstellern so, dass eine freie
Luftzu- und -abfuhr erfolgt. Der Anschluss von Luftleitungen ist nicht möglich, lassen Sie
sich von Kunden auch nicht dazu überreden. Für evtl. auftretende Schäden am Gerät bzw.
nicht ausreichende Luftleistungen ist der Installateur als Fachmann verantwortlich.
Die Wartung der Geräte gestaltet sich sehr einfach. Dabei sollten der Filter und die Konden-
satwanne gereinigt sowie die Wärmeübertrager per Sichtkontrolle auf Beschädigungen und
Verschmutzungen kontrolliert werden. Bei den meisten Herstellern wird die Wartung der
Geräte durch ein herausziehbares Gerätechassis vereinfacht.

Bild 13.3: Ausziehbares Gerätechassis Bild 13.4: Filterreinigung (Fa. Climavero AG)
(Fa. Climavero AG)

13.1.2 Splitklimageräte
Die Splitklimageräte stellen eine geteilte Version der Kompaktgeräte dar. Dabei wird das
Kompaktmodell in eine Außen- und Inneneinheit zerlegt. In der Inneneinheit befinden sich
nur noch die für die Luftaufbereitung notwendigen Einbauteile wie Verdampfer, Ventilator
und Filter sowie die Geräteregelung. Die sonstigen Bauteile werden in die Außeneinheit inte-
griert. Dazu gehören als Hauptbauteile der Verflüssiger, der Verdichter und der Verflüssiger-
ventilator. Damit werden die hauptsächlichen Geräuschquellen des Kompaktgeräts in die
Außeneinheit integriert, was einen wesentlich geräuschärmeren Betrieb ermöglicht. Die
Luftförderung erfolgt in der Inneneinheit mit Radial- oder Querstromventilatoren und am
Verflüssiger der Außeneinheit über Axialventilatoren.

227
3981-3.book Seite 228 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

13 Teilklima- und Klimageräte

Bild 13.5: Darstellung eines Splitgeräts mit Wärmepumpenschaltung

Der notwendige relativ große Wanddurchbruch der kompakten Geräte wird durch den Ein-
satz der Spliteinheiten auf Bohrungen für die Durchführung der Kältemittelleitungen (‡5
cm) reduziert. Ein weiterer wesentlicher Vorteil der Splitklimageräte besteht in der Loslö-
sung des notwendigen Gerätestandortes der Inneneinheiten von der Außenwand. Infolge
der verschiedenen Modelle, die derzeit auf dem Markt als Innenbauteile des Splitsystems
existieren, kann eine entsprechende Anpassung auf jede Art der Raumnutzung erfolgen.
Derzeit existieren die folgenden Lösungen zur Rauminstallation:

Bild 13.6: Wandmodell (Fa. Stiebel Eltron)

Bild 13.7: Truhengerät zur Bild 13.8: Kassettenmodell mit 4-seitigem Luftauslass
Wandmontage (Fa. Daikin) zur Montage in einer Zwischendecke
(Fa. Novatherm)

228
3981-3.book Seite 229 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

13.1 Kompakt- und Splitgeräte

Bild 13.9: Einbaugerät zur Bild 13.10: Außengerät der Splitklimaanlage


Zwischendeckenmontage für (Fa. Daikin)
direkten Leitungsanschluss (Fa.
Daikin)

Weiterhin existieren noch Deckenunterbaumodelle und Schrankgeräte zum Anschluss an


die Außeneinheit. Die Kassettenmodelle sind mit 1-, 2- und 4- seitigen Luftauslässen ein-
setzbar und werden häufig im Standardrastermaß der Kassettendecken verwendet.
Ein Nachteil der meisten Splitklimaanlagen besteht darin, dass nur Raumluft in den Kühl-
bzw. Heizprozess einbezogen wird. Eine Möglichkeit der Außenluftbeimischung besteht
vor allem in den Truhen-, Wand- oder Deckenunterbaumodellen nicht. Ein Außenluftan-
schluss ist nur bei Einsatz der Kassettenmodelle und der Einbaugeräte mit Leitungsan-
schluss möglich.
Durch eine Kombination von Innengeräten ist es möglich, bis zu 32 Einheiten an eine Außen-
einheit anzuschließen und zum Multisplitsystem auszubilden. Auch hinsichtlich des Lei-
tungsweges gibt es kaum noch Systemgrenzen. Dazu ist eine genaue Auslegung des
gesamten Systems in kältetechnischer Hinsicht notwendig, die am besten durch den Her-
steller erfolgt.
Beim Durchströmen des Innengeräts kommt es, bei entsprechender Taupunktunterschrei-
tung des Kühlers, neben der Kühlung auch zu einer Entfeuchtung der Luft. Dadurch wird ein
Anschluss der Inneneinheit ans Entwässerungsnetz notwendig. Dies erfolgt meistens über
bereits im Gerät installierte Kondensatpumpen.
Durch eine Umkehrung des Kälteprozesses ist es möglich, die Splitklimaanlage im Wärme-
pumpenbetrieb als Luftwärmepumpe zu nutzen. Dadurch ist es möglich, das Splitsystem zur
Raumheizung in der Übergangszeit einzusetzen (siehe Darstellung oben mit Umschaltven-
til). Je nach eingesetztem System kann so der Außenluft bis zu Temperaturen von –10 °C
Wärme entzogen werden.
Die Regelung erfolgt bei einfacheren Geräten meist durch eine herkömmliche ON/OFF-
Schaltung. Dabei schaltet sich der Verdichter beim Erreichen der gewünschten Raumtempe-
ratur ab, nach entsprechender Raumerwärmung über eine vorgegebene Grenztemperatur
geht die Anlage wieder in Betrieb. Der Nachteil dieser Regelungsart liegt in einer relativ
ungenauen Arbeitsweise hinsichtlich der Raumtemperatur. Weiterhin bedingt der ON/OFF-
Betrieb eine sehr häufige Taktung des Systems, dadurch steigt die Beanspruchung der ein-

229
3981-3.book Seite 230 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

13 Teilklima- und Klimageräte

gesetzten Verdichter. Durch den Einsatz der wesentlich moderneren Invertertechnologie in


einem VRF-System (Variable Refrigerant Flow-System – variable Kältemittelströmung) wird
der Verdichter im Splitsystem stufenlos geregelt. Dazu werden die benötigte Leistung und
die technischen Parameter für jedes Innengerät entsprechend dem im Raum vorliegenden
Lastfall an das Außengerät übertragen. Damit erfolgt eine Einregelung auf den tatsächlich
notwendigen Kältemitteldurchsatz des jeweiligen Innengeräts. Dies hat eine höhere Genau-
igkeit der Einregelung der Raumtemperatur zur Folge, während sich die Betriebskosten ent-
sprechend reduzieren. Außerdem kommt es zu einem wesentlich ruhigeren Betrieb und
einer Verminderung des Anlagenverschleißes.

Einsatz und Montage der Splitgeräte


Splitklimageräte werden heute in allen Aufenthaltsbereichen, aber auch in Räumen mit rein
technischer Nutzung (z.B. zur Kühlung von Computerserverräumen) eingesetzt. Dabei kom-
men diese Geräte als Mono-, Duo- und Multisplitanlagen zum Einsatz.
Beachten Sie beim Einbau solcher Geräte aber bitte, dass eine Berechtigung zur Arbeit mit
Kältemitteln vorliegen muss. Diese Berechtigung kann im Rahmen eines Sachkundelehr-
gangs für die Installation, Inbetriebnahme, Instandhaltung und Entsorgung von bis zu 5 kg
Kältemittel bei Handwerkskammern und zahlreichen Bildungsträgern oder auch Herstellern
erworben werden.
Bei der Montage der Splitklimaanlagen kann es besonders zu Fehlern bei der Aufstellung der
Außeneinheit kommen. Außengeräte sollten auf einem stabilen Aufstellort immer waage-
recht ausgerichtet und kippsicher befestigt werden. Zur optimalen Wärmeabführung sollte
die Ausblasrichtung des Geräts immer mit der Hauptwindrichtung übereinstimmen. Bei
besonders feuchten oder permanent durchnässten Untergründen zeigt sich eine Montage
der Außeneinheit auf stabilen Blöcken oder Konsolen günstig. Dabei sollte verstärkt auf die
Körperschallentkoppelung vom Bauwerk geachtet werden. Bei Aufstellungsorten mit evtl.
starker Schneebeeinträchtigung ist das Außengerät an einem geschützten Standort zu plat-
zieren bzw. auf Konsolen und mit einer Schneeüberdachung zu montieren.
Die aus dem Verflüssiger austretende Warmluft sowie die durch den Verdichter und den Axi-
alventilator erzeugten Geräusche dürfen nicht im Fensterbereich des Gebäudes oder im
Nachbarbereich für Beeinträchtigungen sorgen. Eine Aufstellung des Außengeräts unter
einem Schlafzimmerfenster sollte immer vermieden werden. Für die Aufstellung des Geräts
müssen zur Gewährleistung des freien Abströmens der Gerätefortluft feste Mindestwand-
abstände eingehalten werden:

Mehr als 50 Mehr als 100


1200 oder
weniger

Bild 13.11: Einseitige Wandaufstellung: Seitenansicht (Fa. Daikin)

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3981-3.book Seite 231 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

13.1 Kompakt- und Splitgeräte

Mehr
als 100 Mehr
als 150
Mehr als 50 Mehr als 50

Bild 13.12: Zweiseitige Wandaufstellung: Draufsicht (Fa. Daikin)

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als 150

Mehr Mehr
als 300
als 50
Ansicht von oben

Bild 13.13: Dreiseitige Wandaufstellung: Draufsicht (Fa. Daikin)

Klären Sie immer vor der Montage die elektrischen Anschlussbedingungen mit dem zustän-
digen Elektriker bzw. dem Energieversorgungsunternehmen ab. Schon oft konnten fertig
installierte Geräte nicht in Betrieb genommen werden, weil die Bereitstellung der notwendi-
gen elektrischen Leistungen nicht gewährleistet werden konnte.
Die Montage der wandgehängten oder bodenstehenden Innengeräte ist sehr einfach. Es
sollte nur hinsichtlich der Luftführung im Raum und der verdeckten Verlegung der notwendi-
gen Kälte- und Kondensatrohrleitungen sowie der Kabel auf einen optimalen Standort
geachtet werden. Der beste Standort nützt nichts, wenn keine Leitungen zum Gerät geführt
werden können. Für Montage- und Wartungsarbeiten muss an der Inneneinheit genügend
Platz vorhanden sein. Es empfiehlt sich am Gerät Abstände zu Wänden und Einbauten von
mindestens 200 mm nach jeder Seite und 50 mm nach hinten bzw. unten zu gewährleisten.
Prüfen Sie immer die ausreichende Tragfähigkeit des Untergrundes zur Befestigung des
Innengeräts.
Zum Einbau von Kassettenmodellen in der Zwischendecke sollten zuerst die notwendigen
Gewindestangen (meist im Durchmesser Ø 6 mm oder Ø 8 mm) nach den vom Hersteller vor-
gegebenen Halterungsabständen in der Decke befestigt werden. Beachten Sie dabei unbe-
dingt die entsprechende Rasterung der Zwischendecke. Danach sind die herstellerseitig
mitgelieferten Befestigungswinkel an den einzelnen Gewindestangen zu verschrauben.
Fixieren Sie dabei die Winkel mit den Muttern noch nicht absolut fest, dies soll erst nach
endgültiger Positionierung des Kassettenteils und der notwendigen kälte- und luftseitigen
Anschlüsse erfolgen. Vor der weiteren Montage der Kassette sollten nun die benötigten vor-
geprägten Luftleitungsanschlüsse (Anschluss von Außenluft oder eines externen Luftdurch-
lasses) im Kassettengehäuse geöffnet werden. Anschließend wird die Kassette in die
Zwischendecke eingehoben und mit Schrauben an die Befestigungswinkel montiert. Durch
die Verstellung der Muttern und Gegenmuttern auf den Gewindestangen erfolgt eine
abschließende horizontale Fixierung der Kassette in der Zwischendecke.

231
3981-3.book Seite 232 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

13 Teilklima- und Klimageräte

Für die anschließende kältetechnische Verrohrung dürfen nur Kupferohre mit einer Zulas-
sung für Kältemittel eingesetzt werden. Aufgrund der auftretenden Temperaturen im Lei-
tungssystem müssen die Kälterohrleitungen gegen Kondensation von Wasserdampf und
Wärmeverluste isoliert werden. Wählen Sie dazu die geeignete Isolierung aus, bei Wärme-
pumpenmodellen kann die Medientemperatur bis auf 120 °C ansteigen. Dazu eignet sich
eine geschlossenzellige Schaumisolierung bestens. Diese muss bei nachträglicher Isolierung
zur Verhinderung von Wasserdampfdiffusionen sauber verklebt werden und sauber auf alle
Leitungsteile aufgebracht werden. Die Auslieferung der Splitgeräte erfolgt in der Regel mit
vorgefüllten Außeneinheiten. Diese Kältemittelfüllung reicht meist für Rohrleitungslängen
von ca. 8–10 m aus, sodass für diese Leitungslängen keine nachträgliche Befüllung erfolgen
muss. Bei der Verarbeitung der Kupferleitungen sollte auf eine absolute Sauberkeit geachtet
werden. Die Leitungen sind bis zur Montage an die Innen- bzw. Außeneinheit verschlossen
zu halten. Kälteanlagen reagieren sehr empfindlich auf Verschmutzungen und Korrosionen
der Verbindungsleitungen!
Der Arbeitsablauf der Leitungsinstallation gliedert sich in folgende Teilschritte:
• Verbindung der Kältemittelleitungen mit dem Innen- und Außengerät
Der Leitungsanschluss erfolgt über Bördelverbindungen. Dabei muss vor dem Verschrau-
ben der Bördelmutter der gebördelte Bereich der Leitung mit Kältemaschinenöl bestri-
chen werden. Wird für die Leitungsverbindung das Lötverfahren eingesetzt, muss mit
Stickstoff als Schutzgas die Luft aus der Leitung entfernt werden. Zum Hartlöten sollte
kein Flussmittel verwendet werden (Korrosion der Rohrleitung). Es sollte anstatt dessen
das Hartlötfiltermetall Phosphor Kupfer (BCuP) Einsatz finden. Füllen Sie Lücken zwi-
schen der Wandöffnung und den Rohrleitungen mit einer geeigneten Füllmasse aus und
befestigen Sie die Kabel und Leitungen mit Schellen an der Wand. Anschließend muss die
Leitungsisolierung erfolgen.
• Evakuierung der Inneneinheit und der Leitungen
Durch den Einsatz einer Vakuumpumpe werden das im System evtl. befindliche Wasser
und die Luft entfernt. Die Anlage sollte zur Leckagekontrolle mindestens 15 Minuten
unter Vakuum bleiben.
• Befüllen der Anlage mit Kältemittel
Durch die Öffnung der Ventile am Außengerät wird die Anlage mit dem in der Außenein-
heit enthaltenen Kältemittel befüllt. Werden größere Leitungslängen als herstellerseitig
vorgegeben verlegt, muss mit Kältemittel nachgespeist werden.
• Elektrischer Anschluss der Anlage und Inbetriebnahme
Zur Überprüfung der korrekten Funktion des Geräts muss es mindestens 5 Minuten im
Kühl- bzw. Heizbetrieb arbeiten.

232
3981-3.book Seite 233 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

13.2 Dezentrale Klimageräte

13.2 Dezentrale Klimageräte

13.2.1 Gebläse- bzw. Ventilatorkonvektoren


Gebläsekonvektoren (Fan Coil Units) werden als dezentrale Geräte zur Heizung und Kühlung
von Räumen eingesetzt. Bei diesen Geräten handelt es sich um Luft-Wasser-Anlagen, d.h.
der Energietransport erfolgt durch die Medien Wasser und Luft. Die Positionierung der
Geräte kann sowohl im Decken- als auch im Wandbereich, als Truhen-, Deckenkassetten-,
Wand- und Zwischendeckengeräte erfolgen. In Abhängigkeit ihres Einsatzes als Lüftungs-
(Heizen) oder Teilklimageräte (Heizen und Kühlen) erfolgt der Anschluss der Gebläsekonvek-
toren im 2- oder im 4-Leiter-System.
Beim 2-Leiter-System wird innerhalb des Geräts wasserseitig ein Wärmeübertrager ange-
schlossen, welcher im Heizfall mit Warmwasser und im Kühlfall mit Kaltwasser beaufschlagt
wird. Dadurch kann im gesamten angeschlossenen System entweder nur geheizt oder
gekühlt werden. Im 4-Leiter-System werden zwei komplett getrennte Wassersysteme zum
Heizen bzw. zum Kühlen aufgebaut. Der Ventilatorkonvektor wird mit zwei Wärmeübertra-
gern bestückt, von denen einer im Heiz- und der zweite im Kühlfall genutzt wird. Dieses Sys-
tem erweist sich als besonders vorteilhaft, wenn innerhalb von einzelnen genutzten
Räumen schwankende bzw. unterschiedliche Lasten auftreten.
Die Funktionsweise des Ventilatorkonvektors gestaltet sich relativ einfach. Ein geräteinter-
ner Ventilator saugt Luft über einen Grobstaubfilter (G2, G4) aus dem Raum an und führt
diese über einen wasserdurchflossenen Wärmeübertrager. Dabei wird die Luft entsprechend
der Raumanforderung erwärmt oder gekühlt und anschließend dem Raum wieder zuge-
führt.
Einige Hersteller gewährleisten durch die Möglichkeit eines zusätzlichen Luftanschlusses die
Zufuhr von direkt angesaugter oder von in einem Zentralgerät vorbehandelter Außenluft
(Primärluft). Bei der zentralen Variante ist der energieökonomische Betrieb des Systems
durch den Einsatz von Platten- oder Rotationswärmerückgewinnern möglich. Die zugeführte
Außenluft wird im Gebläsekonvektor mit der angesaugten Umluft (Sekundärluft) vermischt.
Mit Hilfe der Primärluft wird der notwendige Außenluftanteil für die im Raum befindlichen
Personen gewährleistet.
Je nach Hersteller und Geräteaufbau werden in der Regel Querstrom- oder Radialventilatoren
mit EC-Motoren eingesetzt. Dadurch werden eine besonders effektive Drehzahlsteuerung
und ein leiser Betrieb gewährleistet. Die Positionierung der Regeleinheit erfolgt meist direkt
im Raum.
Die wasserseitige Regelung der Gebläsekonvektoren erfolgt vorwiegend durch am Gerät ein-
gesetzte 3-Wege-Mischventile. Luftseitig erfolgt die Regelung durch verstellbare Klappen,
welche beim 4-Leiter-System den Sekundärluftstrom über die einzelnen Wärmeübetrager
bzw. über einen Bypass daran vorbei führen.

233
3981-3.book Seite 234 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

13 Teilklima- und Klimageräte

Beachten Sie beim Einsatz dieser Geräte, dass bauseitig ein ausreichender Platz für die War-
tungsarbeiten mit einer entsprechend bemessenen Revisionsklappe vorgesehen wird. Wei-
terhin muss das Gerät besonders beim Einsatz im Kühlfall fachgerecht isoliert werden,
jegliche Wasserdampfdiffussion durch die Isolierung muss vermieden werden. Außerdem
muss der freie Ablauf aus der Kondensatwanne über einen entsprechenden Siphon sicherge-
stellt werden. Falls dies nicht möglich ist, kann die Abführung des Kondensats über eine
Kondensatpumpe erfolgen. Viele Hersteller bieten diese als passende Option zum Gerät mit
an.

Bild 13.14: Ventilatorkonvektoren in Decken- und Wandmontage (Fa.Kampmann GmbH)

13.2.2 Klimaschränke
Im Gegensatz zu den Ventilatorkonvektoren werden Klimaschränke meist zur reinen Raum-
klimatisierung eingesetzt. Wie schon durch den Namen beschrieben, haben diese Geräte
eine Schrankform, in der die Hauptbauteile des Klimasystems untergebracht sind. Dazu
gehören neben dem Luftkühler und -heizer der Luftbefeuchter (sehr häufig als Dampfbe-
feuchter), ein Luftfilter, die kältetechnischen Bauteile, der Zuluftventilator und die entspre-
chende Regelung. Die Wärmeabfuhr erfolgt über Direktverdampfer mit luftgekühlten
Verflüssigereinheiten, die im Freien Aufstellung finden. Eine weitere Möglichkeit besteht in
der Kombination der Verdampfer mit im Schrank installierten wassergekühlten Verflüssi-
gern, die in bestehende Kaltwassersysteme ein- oder an Kaltwassersätze angebunden wer-
den. Der Einsatz der Klimaschränke erfolgt häufig zur Raumklimatisierung in kleineren
Produktionsbereichen, in Rechnerräumen oder -zentralen, im musealen Bereich, in Messräu-
men und auch in Reinraumbereichen.
Der Vorteil der Klimaschränke besteht in ihrer kompakten Einheit. Eine Montage der Einzel-
bauteile im Schrank ist nach Anlieferung somit nicht mehr erforderlich. Da die Anschlüsse an
ein Kalt- oder Warmwassersystem, bzw. die Außeneinheit in der Regel schon vorkonfektio-
niert sind, gestaltet sich die Endmontage der Geräte auf der Baustelle auch relativ einfach.
Da fast die gesamte Gerätetechnik im Schrank installiert ist, stellen die Klimaschränke eine
sehr Platz sparende Variante der Raumklimatisierung dar. Diese Geräte stellen aber nicht das

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3981-3.book Seite 235 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

13.2 Dezentrale Klimageräte

oft beschriebene Allheilmittel der Klimasparte dar, da schon die Einbindung von größeren
Außenluftmengen in den Prozess der Klimatisierung problematisch wird. Aufgrund der fes-
ten Rasterung der Baugrößen dieser Schränke ist es in den seltensten Fällen möglich, diese
Geräte genau auf den Lastbedarf der Räume abzustimmen, wie es beispielsweise bei Zent-
ralgeräten einfacher möglich ist.

Bild 13.15: Präzisions-Klimaschrank Bild 13.16: Bauelemente des Klimaschranks


(Fa. Novatherm) (Fa. Novatherm)

13.2.3 Einsatz und Montage der Klimaschränke


Wie bereits oben erwähnt, stellt die Einbindung der Außenluft besonders im Einsatz der Kli-
maschränke eine besondere Problematik dar, da dies bei den Geräten vieler Hersteller nicht
möglich ist. Einige Hersteller bieten die Einbindung der Außenluft in das autarke Klimagerät
mit an. Dabei ist unbedingt die Isolierung dieses Leitungsverlaufes zu beachten, da er meist
durch beheizte Räume verläuft und es somit zur Kondenswasserbildung kommt. Weiterhin
sind bei der Geräteaufstellung die Positionierung der eventuell vorhandenen Außeneinheit
(Geräte mit Außenverflüssiger oder Kaltwassersatz) bzw. die Anschlüsse des Kaltwassernet-
zes zu beachten. Besonders bei entfernt aufgestellten Verflüssigereinheiten stellt es sich für
fertig installierte Kältemittelverdichter oft problematisch dar, die langen Leitungswege zu
überbrücken. Die Auslegung des Leitungsnetzes sollte immer in Zusammenarbeit mit dem
Hersteller erfolgen, nutzen Sie diese Möglichkeiten. Auf die Anschlüsse der Kaltwasserzu-
führung zum Befeuchter und der Abwasserentsorgung vom Kondensatablauf sowie des
Absalz- bzw. Abschlämmsystems der Befeuchter sollte im Planungsstadium der Anlage
bereits besondere Aufmerksamkeit gelegt werden.
Da Klimaschränke sehr oft im zu klimatisierenden Raum aufgestellt werden, gibt es häufig
Probleme hinsichtlich ihrer Schallemission. Diese Geräte können aufgrund ihrer Luftansau-
gung und der Luftzuführung nicht mit Schall schützenden Umbauungen eingesetzt werden.

235
3981-3.book Seite 236 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

13 Teilklima- und Klimageräte

Deshalb muss auf die Hersteller- und Geräteauswahl nach schalltechnischen Gesichtspunk-
ten und die optimale Aufstellung im Raum großer Wert gelegt werden. Oft haben auch die
Luftzuführung über eine Ausblashaube mit einem kurzen Schalldämpfer und der Anschluss
eines schalldämpfenden Ansauggitters, verbunden mit einer Geräteaufstellung im Neben-
raum »wahre Wunder« bewirkt.
Beachten Sie bei der Geräteaufstellung auch die optimale Positionierung der Temperatur-
und Feuchtefühler. Eine Montage der Fühler am falschen Ort (zum Beispiel in der direkten
Nähe von Wärme- oder Feuchtequellen bzw. unter Einfluss von Sonnenstrahlung) kann ex-
treme Auswirkungen auf die Klimatisierung des Raumes zur Folge haben.
Bei der Geräteaufstellung ist außerdem auf die notwendigen Mindestabstände für War-
tungs- bzw. Instandhaltungsarbeiten zu achten. Auf der gesamten Frontseite des Klima-
schranks ist ein Mindestabstand gleich der Gerätetiefe (besser Gerätetiefe plus 300 mm)
und je nach Hersteller auch auf einer Seite des Geräts in Gerätebreite einzuhalten.

13.3 Zentralgeräte

13.3.1 Aufbau der Zentralgeräte


Zentralgeräte (auch Kammer-, Block- und Monoblockgeräte) setzen sich aus den bereits
behandelten Einzeleinheiten zusammen. Dabei gilt es, die Einzelbauteile in sinnvoller Weise
zur Gewährleistung einer optimalen Luftaufbereitung miteinander zu verschalten. Die Kom-
bination der Bauteile obliegt in aller Regel den Herstellern der Zentralgeräte, darum soll hier
nicht darauf eingegangen werden. Hinsichtlich ihrer Aufstellung gliedern sich die Zentralge-
räte in innen und außen aufgestellte Baueinheiten. Während die im Gebäude aufgestellten
Geräte ihren Einsatzort in der Regel in der raumlufttechnischen Zentrale (auch Technikzent-
rale) finden (Ausnahme z.B. in Zwischendecken gehängte Flachgeräte), stellen die Außen-
ausführungen eine bereits in sich geschlossenen Zentrale dar.
Hinsichtlich ihrer äußeren Ausführung sind die Gehäuse der Zentralgeräte aus korrosionsge-
schützten und abriebfesten Materialien herzustellen, die keinen Nährboden für Mikroorga-
nismen darstellen dürfen. Dabei muss der Wandaufbau stets doppelschalig mit eingefügter
Isolierung ausgeführt werden. Außen aufgestellte Geräte müssen für einen optimalen
Schutz gegen Korrosion auf der Außenseite lackiert oder beschichtet sein. Werden Geräte in
Hygienequalität eingesetzt, müssen diese mit Edelstahl- oder Aluminiumböden und in
innenbeschichteter Ausführung hergestellt werden.
Hinsichtlich der Luftfilterung im Zentralgerät soll entsprechend den Festlegungen in VDI
3803 »Raumlufttechnische Anlagen – Bauliche und technische Anforderungen« die Min-
destqualität des Filters bei einstufiger Ausführung der Filterklasse F7 entsprechen. Kommen
im Gerät zweistufige Filter zum Einsatz, sollte dabei die erste Filterstufe mindestens der
Klasse M5 und die zweite Stufe mindestens der Filterklasse F7 entsprechen. Dabei muss die

236
3981-3.book Seite 237 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

13.3 Zentralgeräte

erste Filterstufe so nah als möglich an der Ansaugöffnung der Außenluft positioniert wer-
den, während die zweite Stufe druckseitig am Geräteausgang zur Reinhaltung der Zuluft-
seite des Leitungsnetzes eingesetzt wird.

Bild 13.17: Teilklimagerät mit Wärmerad, Luftheizer und Luftkühler (Fa. Fläkt Woods GmbH)

An jedem Zentralgerät muss ein Typenschild angebracht sein, auf dem alle technischen
Gerätedaten sowie der Hersteller, der Typ und die zughörigen Auftragsdaten zum Gerät
dokumentiert sind. Am Gerät ist eine Mappe mit der Gerätedarstellung, dem Datenblatt zur
Geräteauslegung, einer zum Typ passenden Ersatzteilliste (sehr wichtig!) und den Anleitun-
gen für die Montage, die Inbetriebnahme und die Wartung des Zentralgeräts aufzubewah-
ren.

13.3.2 Einsatz und Montage der Zentralgeräte


Die Zentralgeräte stellen in aller Regel das größte auf der Baustelle eingebrachte Bauteil des
versorgungstechnischen Gewerkes dar. Darum sollte sofort nach Auftragserteilung bzw. bei
Baubeginn die Einbringung dieses Bauteils in den Baukörper geplant werden. Als optimaler
und preisgünstigster Fall stellt sich immer die Nutzung eines auf der Baustelle vorhandenen
Kranes dar. Stimmen Sie deshalb den Zeitpunkt der Einbringung des Geräts genau mit dem
Hersteller und der Bauleitung bzw. der Bau- oder Dachdeckerfirma ab. Die Bauteile sollten
direkt vom anliefernden Lkw in die Technikzentrale verbracht werden. Ein nachträglicher
manueller Transport in die im Dachgeschoss befindliche Technikzentrale aufgrund falscher
oder fehlender Terminabstimmung kann erheblichen Aufwand und hohe Kosten verursa-
chen. Teilweise ist die Einbringung des Geräts selbst in Einzelsegmenten per Hand ins
Gebäude aus Platzgründen einfach unmöglich! Dann ist oft guter Rat teuer!
Das Entladen und der Transport des Geräts auf der Baustelle erfolgt meist per Gabelstapler
oder Kran. Bei Einsatz eines Staplers sollte darauf geachtet werden, dass seine Gabeln das
Zentralgerät oder seine Einzelsegmente vollständig unterfahren. Die Bauteile dürfen nur auf
ihrem Grundrahmen oder auf einer Palette transportiert werden. Beim Transport per Kran
sollten zur Vermeidung von Schäden am Gehäuse des Geräts Distanzhalter verwendet wer-
den. Zur Befestigung der Hebegurte am Gerät können spezielle Ösen, Tragerohre oder unter-
gelegte Balken genutzt werden.

237
3981-3.book Seite 238 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

13 Teilklima- und Klimageräte

Bild 13.18: Staplertransport (Fa. FfH – Bild 13.19: Krantransport (Fa. FfH –
Fachplanung für Haustechnik) Fachplanung für Haustechnik)

Die Aufstellung des Geräts in der Technikzentrale erfolgt meist auf Fundamenten. Dabei eig-
nen sich durchgehende Stahlbetonplatten oder Rahmenfundamente. Zur waagerechten und
ebenen Aufstellung des Geräts muss das Fundament ausnivelliert werden. Beachten Sie,
dass unebene Fundamente zu Gehäuseleckagen und schlecht schließenden Türen führen.
Zur Körperschalldämmung können zwischen Fundament und Gerät Mafundplatten oder -
streifen bzw. Korkplatten eingelegt werden. Die Auslegung dieser Materialien sollte dabei
mit Angabe der Belastung und der Auflagefläche in Zusammenarbeit mit dem Hersteller
erfolgen, der Abstand zwischen einzelnen Auflagepunkten sollte dabei nicht größer als ca. 1
bis 1,2 m betragen. Frei aufgestellte Geräte sollten möglichst mit Laschen auf dem Funda-
ment befestigt werden, eine direkte Verschraubung mit dem Fundament sollte zur Verhin-
derung von Körperschallbrücken vermieden werden.

Bild 13.20: Nivellierung des Untergrundes zur Geräteaufstellung (Fa. FfH – Fachplanung für
Haustechnik)

Bild 13.21: Befestigung von Zentralgeräten (Fa. FfH – Fachplanung für Haustechnik)

238
3981-3.book Seite 239 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

13.3 Zentralgeräte

Muss besonders bei großen und schweren Geräteeinheiten die Position des Geräts verändert
werden, sollte dies mittels einer Stange am Grundrahmen durch die Hebelwirkung erfolgen.
Versuchen Sie es nicht durch rein manuelle Kraft, da dies leicht zu Verletzungen führen kann.

Bild 13.22: Gerätebewegung mittels Hebel (Fa. FfH – Fachplanung für Haustechnik)

Bei der Aufteilung des Zentralgeräts in einzelne Gerätesegmente müssen diese genau bün-
dig aufeinander ausgerichtet und miteinander verschraubt werden. Kleinere Korrekturen
sind immer durch das Unterlegen von kleinen Blechen möglich, die maximale Toleranz des
Geräts zur Waagerechten sollte nicht mehr als 0,3° betragen. Achten Sie dabei auf eventuell
eingefügte Transportsicherungen, die entfernt werden müssen. Anschließend sind die Gerä-
tebauteile in der vorgeschriebenen korrekten Abfolge fest und spannungsfrei zu verschrau-
ben, Spannungen können zu Leckagen führen! Vergessen Sie nicht, das notwendige
Dichtungsband zwischen die Segmente einzufügen. Außen aufgestellte Geräte müssen,
falls dies nicht schon werksseitig erfolgte, mittels einer Dichtmasse an ihrer Oberkante
abgedichtet werden. Bei eingesetzten Kondensatwannen sollte auf die korrekte Ausrichtung
und das richtige Gefälle geachtet werden.
Beachten Sie bei der Geräteaufstellung, dass alle Bauelemente auf der Bedienseite frei
zugänglich sind. Die Türen müssen in ihrer vollen Breite zu öffnen sein, sodass Reinigungs-
und Wartungsarbeiten ungehindert durchgeführt werden können. Dabei muss auch bedacht
werden, dass ausreichend Platz (mindestens Gerätebautiefe) für ausziehbare Bauelemente
vorhanden ist.
Achten Sie auf den richtig ausgeführten Potentialausgleich und die korrekte Erdung des
Geräts am Grundrahmen durch Fundamenterder. Auch wenn dies Tätigkeiten des Herstellers
oder des Elektrogewerkes sind, obliegt dem Lüftungsbauer die Überprüfung dieser Arbeiten
vor der Abnahme.
Für einen problemlosen Betrieb muss das Zentralgerät anschließend trotz Verpackung noch
nachgereinigt werden. Dazu wird grober Schmutz unter Zuhilfenahme eines Industriesau-
gers und Feinschmutz durch Abwischen beseitigt. Außerdem sind alle bewegten Teile zu
schmieren und die Dichtungsgummis gegen Verspröden und für ein einwandfreies Abdich-
ten vorzubehandeln. Ebenfalls günstig für den weiteren Betrieb der Segmente ist die
Behandlung von verzinkten Bauteilen mit Konservierungsspray.

239
3981-3.book Seite 240 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

13 Teilklima- und Klimageräte

Anschluss und Montage der Bauelemente Anschluss des Luftleitungssystems


Zwischen die Geräteanschlüsse und das Leitungssystem müssen zur Vermeidung von Kör-
perschallübertragungen flexible Zwischenstücke (Segeltuchstutzen) installiert werden, die
optimale Länge des Stutzens beträgt 100 bis 140 mm. Außerdem soll der Leitungsanschluss
ohne jegliche Spannungen und Verdrehungen erfolgen.

Ventilatormontage
Nach der Montage des Ventilators sollten Sie als erstes die Entfernung aller Verpackungs-
mittel und der Transportsicherungen überprüfen. Ein simples Vergessen von Verpackungstei-
len im drehenden Bereich kann schon zu schweren Beschädigungen am Ventilator führen.
Oft können auftretende Geräusche beim freien Durchdrehen des Geräts per Hand auf verges-
sene Teile hinweisen. Achten Sie immer vorher darauf, dass das Gerät stromlos geschalten
ist, es kann sonst zu schwersten Unfällen kommen! Danach sollten die richtige Ausrichtung
der Riemenscheiben und die notwendige Riemenspannung (siehe Kapitel Ventilatoren) über-
prüft werden. Kontrollieren Sie alle Schraubverbindungen! Zum anschließenden Probelauf
des Ventilators müssen alle Geräteklappen geöffnet sein. Niemals einen Ventilator gegen
geschlossene Systeme anlaufen lassen! Während des Probelaufes ist die richtige Drehrich-
tung des Geräts zu prüfen und auf eventuelle Geräusche im Bereich der Lager zu achten.

Anschluss der Wärmeübertrager


Erfolgt der Anschluss des Luftheizers oder -kühlers an ein neu erstelltes Leitungssystem,
muss vor der Montage der Rohrleitungen eine gründliche Spülung des Systems erfolgen.
Wie bereits beschrieben, sollte beim Leitungsanschluss des Heiz- oder Kühlsystems immer
mit einer Rohrzange gegen gehalten werden. Dabei sollte die Verbindung der Geräte mit den
Leitungen immer spannungsfrei erfolgen, eine Verwendung von flexiblen Leitungen kann
auftretenden Spannungen vorbeugen und gleichzeitig die Übertragung von Schwingungen
vermeiden. Setzen Sie die notwendigen Absperrorgane in die Rohrleitungsanschlüsse ein,
damit sind die Wärmeübertrager relativ problemlos aus dem Leitungsnetz zu lösen und kön-
nen für Instandhaltungs- und Wartungsarbeiten aus dem Zentralgerät entfernt werden.
Achten Sie genau auf die Geräteangaben zum Vor- und Rücklauf, eine Verwechslung redu-
ziert die übertragene Leistung erheblich. Wird im Wärmeübertrager ein Glykol-Wasser-
Gemisch eingesetzt, dürfen die Leitungsanschlüsse nur mit Teflonband abgedichtet werden.

Filtereinbau
Ist in der Filtereinheit des Zentralgeräts das Filtermedium noch nicht eingesetzt (z.B. Roll-
bandfilter, Taschenfilter), muss dies noch in korrekter Weise erfolgen. Dabei muss auf den
richtigen Einbau des Filtermediums hinsichtlich der Luftströmungsrichtung geachtet wer-
den. Grundsätzlich gilt, die offene Filterseite (z.B. Taschenfilter) muss immer der Rohrlufts-
eite zugewandt sein. Bei mechanisch bewegten Filtern (Rollbandfilter) müssen die Funktion
der Filtersteuerung und der problemlose Betrieb der Motoren überprüft werden. Die herstel-

240
3981-3.book Seite 241 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

13.3 Zentralgeräte

lerseitig vorgegebenen Werte für den Anfangs- und Enddruck des Filters sind am Gerät zu
dokumentieren.

Montage der Luftbefeuchter


Eine gründliche Reinigung des Befeuchters von Transport- oder Baustaub beugt Verstopfun-
gen oder Fehlfunktionen der Düsen bzw. der eingesetzten Pumpe vor. Die einzelnen Bauteile
der Befeuchter müssen auf festen und vorgegebenen Sitz überprüft werden, gegebenenfalls
muss nachjustiert werden. Danach müssen der Siphon und je nach Ausführung der Wasser-
behälter oder -speicher mit Frischwasser gefüllt und das Schwimmerventil justiert werden.
Kontrollieren Sie die richtige Drehrichtung der Pumpe (Trockenlauf vermeiden – Überhit-
zungsgefahr!).
In Dampfluftbefeuchtern ist die korrekte Einstellung des Regulierventils zur Wassernach-
speisung und der Abschlämmung zu überprüfen.
Beim anschließenden Probebetrieb ist besonders auf dichte Verbindungen und die richtige
Funktion des Tropfenabscheiders zu achten.

13.3.3 Wartungsarbeiten an Zentralgeräten


Die notwendigen Wartungstätigkeiten am Gerät werden in einem Wartungskatalog vom
Hersteller vorgegeben. Bei der Durchführung dieser Arbeiten ist besonders auf die notwendi-
gen Sicherheitsvorkehrungen zu achten, da es sonst zu schweren Verletzungen oder Sach-
schäden am Gerät kommen kann.
Die Wartungs- oder Reparaturarbeiten am Gerät dürfen erst begonnen werden, wenn die fol-
genden Grundsätze erfüllt sind:
• Das Gerät ist durch den Reparaturschalter vom Netz getrennt. Sichern Sie den Schalter
gegen ein unbeabsichtigtes Betätigen, indem Sie ihn abschließen.
• Alle drehenden Bauteile des Geräts befinden sich im Stillstand.
• Da in Frequenzumrichtern Restspannungen auftreten können, dürfen Arbeiten an diesen
Bauteilen erst nach einer Dauer von ca. 15 Minuten durchgeführt werden.
• Bei Arbeiten an wärmeführenden Bauteilen müssen diese auf die Umgebungstempera-
tur abgekühlt sein.
• Druckführende Leitungen und Anlagenteile im System sind drucklos.

241
3981-3.book Seite 242 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10
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14 Kontrollierte Wohnraumlüftungsanlagen

Durch die Forderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) kommt es zu immer dichteren


Wohngebäuden. Ein für ein vernünftiges Raumklima notwendiger Luftwechsel wird durch
immer dichtere Wände und Fenster fast vollkommen unterbunden. Die Folge davon sind
steigende Raumbelastungen durch menschliche Emissionen wie Feuchtigkeit und Kohlen-
dioxid sowie durch freigesetzte Gase, Ausdünstungen und Gerüche von Haushaltchemikalien
und Raumausstattungsgegenständen. Aus diesen Belastungen resultieren oft allergische
Reaktionen von Personen sowie sehr häufig Bauschäden an Wohnungen und Gebäuden. Das
Auftreten von Schwarzschimmel ist mittlerweile in schlecht oder nicht gelüfteten Wohnun-
gen und Gebäuden ein allgegenwärtiges Problem.
Die einfachste Lösung dafür stellt die normale Fensterlüftung dar. Dazu müssten aber pro
Tag mindestens 4 – 6 Stoßlüftungen (Fensteröffnung für 10 – 12 Minuten) durchgeführt
werden. Infolge falsch verstandener Energieeinsparung bzw. durch häufige Abwesenheit der
Nutzer kann dies jedoch oft nicht gewährleistet werden.
Die einzige vernünftige Alternative zur Vermeidung der oben genannten Probleme stellen
heute die zahlreich angebotenen Wohnraumlüftungssysteme dar. Bei diesen Systemen wird
hauptsächlich zwischen freien Lüftungssystemen und Zwangslüftungssystemen (Ventilator
gestützte Anlagen) unterschieden. Nachfolgend soll nur auf Systeme mit Ventilatoren ein-
gegangen werden.

14.1 Luftströmung im Wohn- bzw. Hausbereich

Zur Gewährleistung einer umfassenden Wohnungs- bzw. Gebäudedurchströmung stellt die


richtige Wahl des Zuluft-, des Abluft- und des Überströmungsbereichs einen sehr wichtigen
Faktor dar. Dabei sollten den einzelnen Bereichen die folgenden Räume zugeordnet werden :
Zuluftbereich: Wohnzimmer
Schlafzimmer
Kinderzimmer
Abluftbereich : Küche
Badräume
Toiletten
Überströmbereich : Flure
Treppenhäuser
Die Gewährleistung der Luftüberströmung vom Zuluft- zum Abluftbereich erfolgt durch den
Einsatz von Überströmgittern oder Ausfräsungen im unteren Bereich der jeweiligen Raum-

243
3981-3.book Seite 244 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

14 Kontrollierte Wohnraumlüftungsanlagen

türen. Vergessen Sie nicht diese Überströmeinheiten einzusetzen, da sonst ein problemloses
Funktionieren der Anlagen nicht gewährleistet ist und es zudem zu Zugerscheinungen
besonders in den Türbereichen kommen kann.

5
4 3

1
2

1 ValloFlex – Sole Erdwärmetauscher-System 1


2 VALLOX Lüftungsgerät
3 ValloFlex – Isoliertes Rohrsystem
4 ValloFlex – HUMO Luftbefeuchtungseinheit
5 ValloFlex – Flexibles Luftverteil-System
6 ValloFlex – Zu-/Abluftventil

Bild 14.1: Gesamtdarstellung eines Wohnungslüftungssystems mit Leitungsführung sowie Zu- und
Abluftbereichen, KWL-Systemhaus (Fa. Vallox GmbH)

14.2 Anlagenarten

Auf dem derzeit großen Markt der Wohnraumlüftungsanlagen werden die verschiedensten
Anlagensysteme angeboten. Diese unterscheiden sich hauptsächlich in zwei grundlegenden
Punkten:

244
3981-3.book Seite 245 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

14.2 Anlagenarten

• Systeme ohne Wärmerückgewinnung zentral oder dezentral


• Systeme mit Wärmerückgewinnung zentral oder dezentral
Hinsichtlich gerätetechnischen Einbaus stellen die dezentralen Lüftungsgeräte mit Wärme-
rückgewinnung die einfachste Variante dar. Diese Geräte werden direkt in der Außenwand
installiert und sind mit 1 oder 2 Ventilatoren, Wärmerückgewinner und Filter ausgestattet.
Die Abluftanlagen mit dezentralen Außenluftdurchlässen erfordern aus der Hinsicht ihres
Einbaus einen erhöhten Aufwand, da bei diesen Systemen in der Regel eine Abluftleitung
mit Führung über das Dach verlegt werden muss. Dabei wird ein kontrollierter Außenluftvo-
lumenstrom im Zuluftbereich der Anlage mit speziellen Luftdurchlässen über das Fenster
oder die Außenwand gewährleistet. Die Abluft wird im Abluftbereich mit variablen Volumen-
strömen abgesaugt. Eine Wärmerückgewinnung findet nicht statt.
Die zentralen Anlagen mit Wärmerückgewinnung stellen hinsichtlich des Einbaus den größ-
ten Aufwand dar, da sie die Montage eines kompletten Luftleitungssystems für die einzel-
nen Luftvolumenströme erfordern. Das Zentralgerät ist mit einem Wärmerückgewinner,
zwei Ventilatoren und entsprechenden Filtern ausgestattet. Als Wärmerückgewinner kom-
men in den zentralen Systemen hauptsächlich Kreuzstrom-, Kreuzgegenstrom- und Rotati-
onswärmerückgewinner zum Einsatz.

14.2.1 Dezentrale Systeme mit Wärmerückgewinnung


Eine relativ neue, komplett dezentrale Variante der Wohnungslüftung stellen kleine, einzeln
einsetzbare Lüftungsgeräte mit Wärmerückgewinnung dar. Diese Lüftungsgeräte werden in
oder auf der Außenwand angebracht und können je nach Hersteller Volumenströme bis zu
90 m³/h sicherstellen.
Hinsichtlich ihrer Ausführungsart sind derzeit zwei Varianten einsetzbar. Die erste Variante
wird häufig als Push/Pull-System bezeichnet. In diesen Geräten wird ein Speicherelement
als regenerativer Wärmerückgewinner eingesetzt, welches mithilfe von einem oder zwei EC-
Ventilatoren wechselseitig von Außen- oder Abluft durchströmt wird. Während der Durch-
strömung mit Abluft gibt diese ihre Wärme an das Speicherelement ab. Danach arbeitet der
Ventilator in entgegengesetzter Drehrichtung und saugt im Gegenstrom Außenluft durch
das Element. Damit wird diese mit der gespeicherten Energie erwärmt. Bei einer Ausrüstung
des Lüftungsgeräts mit einem Ventilator müssen pro Raum zur Gewährleistung stabiler
Druckverhältnisse zwei Geräte eingesetzt werden. Die Bauweise mit zwei Ventilatoren erfor-
dert nur ein Lüftungsgerät pro Raum.
Die zweite Variante stellt die Ausrüstung der dezentralen Lüftungsgeräte mit einem Kreuz-
gegenstrom-Wärmerückgewinner dar. Diese Lüftungsgeräte sind ebenfalls mit zwei EC-Ven-
tilatoren ausgerüstet. Die Abluft wird im Wärmerückgewinner im Gegenstrom an der Zuluft
vorbeigeführt; diese wird dabei erwärmt. Aufgrund des für diese Geräte relativ hohen Volu-
menstroms (ca. 90 m3/h) ist der Anschluss von mehreren Räumen möglich. Die Geräte sind
standardmäßig mit einem M5-Filter ausgerüstet, optional können aber auch Filter der Quali-
tät F7 oder F9 eingesetzt werden. Die modernen Geräte sind über spezielle Apps auf Mobil-
telefonen bedienbar.

245
3981-3.book Seite 246 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

14 Kontrollierte Wohnraumlüftungsanlagen

Bild 14.2: Dezentrales Wohnungslüftungsgerät e2 (Fa. LUNOS Lüftungstechnik GmbH)

Bild 14.3: Dezentrales Wohnungslüftungsgerät ego (Fa. LUNOS Lüftungstechnik GmbH)

Bild 14.4: Dezentrales Wohnungslüftungsgerät NeXXt (Fa. LUNOS Lüftungstechnik GmbH)

246
3981-3.book Seite 247 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

14.3 Abluftanlagen mit dezentralen Außenluftdurchlässen

14.3 Abluftanlagen mit dezentralen Außenluftdurchlässen

Durch diese Anlagen wird Außenluft über spezielle feuchtegeregelte Zuluftelemente in den
Zuluftbereich (Wohn- und Schlafräume) eingebracht. Diese Zuluftdurchlässe werden häufig
direkt in den vorhandenen Fensterrahmen eingebaut – alternativ kann auch der Einbau in
Rollkästen erfolgen. Die Zuluftmenge wird bei diesen Luftdurchlässen in Abhängigkeit von
der vorhandenen relativen Raumluftfeuchtigkeit zugeführt; jeder Raum erhält so den für ihn
notwendigen Zuluftvolumenstrom. So wird sichergestellt, dass nur der bauphysikalisch und
hygienisch notwendige Zuluftvolumenstrom in die Wohnung bzw. das Gebäude einströmen
kann. Durch Ausrüstung der Zuluftdurchlässe mit schallschützenden bzw. filternden Auf-
bauten erfolgt ein guter Schutz gegen äußere Einflüsse.

Bild 14.5: Querschnitt eines Zuluftdurchlasses im Fenstereinbau (Fa. Aereco GmbH)

Die bei diesem System eingesetzten Abluftelemente sind ebenfalls feuchtegeregelt und
werden gemeinsam auf einen Ventilator geschaltet. Die Positionierung des Ventilators
erfolgt bei Mehrfamilienhäusern in der Regel an einer zentralen Stelle im Dachbereich. Die
Ansteuerung dieser Durchlässe erfolgt über eine zentrale Regelung. Dabei ist der Ventilator
mit einer Konstantdruckregelung ausgestattet, welche seine Leistung an den tatsächlichen
Bedarf anpasst und so die bedarfsgesteuerte Abluftabsaugung durch die Abluftdurchlässe
gewährleistet.
Durch diese Lüftungsanlagen werden Lüftungswärmeverluste in selten oder schwach ge-
nutzten Räumen aufgrund des geringen durchgesetzten Volumenstroms reduziert. Räume
mit höherer Frequentierung und damit stärkerer Feuchteentwicklung erhalten einen ent-
sprechend höheren Zuluftvolumenstrom.

Bild 14.6: Abluftelement für Wand- oder Deckeneinbau (Fa. Aereco GmbH)

247
3981-3.book Seite 248 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

14 Kontrollierte Wohnraumlüftungsanlagen

Bild 14.7: Unterschiedliche Zuluftvolumenströme im Tag- und Nachtbereich (Fa. Aereco GmbH)

Eine weitere Variante der Abluftanlagen mit dezentralen Außenluftdurchlässen stellt die
Kombination von Einzelventilatoren mit speziellen Außenluftdurchlässen (Zuluftelemente)
für den Einbau in der Außenwand dar. Diese Luftdurchlässe werden direkt in eine Kernboh-
rung in der Außenwand eingesetzt. Die Größe dieser Kernbohrung ist herstellerabhängig, die
Maße differieren dabei häufig von 135 bis 160 mm. Die Durchlässe benötigen keinen Strom-
anschluss.
Die Durchlässe werden meist mit speziellen Schalldämmelementen, einer Winddrucksiche-
rung sowie effizienten Filtern ausgerüstet. Optional kann auch die Ausrüstung mit einem
Pollenfilter erfolgen.
Die Positionierung der Außenluftdurchlässe ist relativ flexibel, wobei sich der Einbau in der
Nähe der im Raum eingesetzten Heizflächen immer als günstig erweist. So kann die in den
Raum eintretende Außenluft schnell und ohne Zugluftrisiko erwärmt werden.

Bild 14.8: Außenluftdurchlass zum Wandeinbau (Fa. LUNOS Lüftungstechnik GmbH)

248
3981-3.book Seite 249 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

14.3 Abluftanlagen mit dezentralen Außenluftdurchlässen

Die Absaugung der Abluft erfolgt durch die dezentral eingebauten Ventilatoren im Abluftbe-
reich der Wohnung oder des Gebäudes (Küche, Bad, Toilette). Der in den Ventilatoren inte-
grierte Feuchte-Temperatursensor passt stufenweise den geförderten Volumenstrom des
Ventilators an die jeweiligen Raumerfordernisse an und gewährleistet so einen bedarfsge-
steuerten Betrieb des Systems. Dadurch schützt das System effektiv vor Feuchteschäden
und Schimmelbildung im Nutzungsbereich. Durch eine automatische Jahreszeitschaltung
arbeitet jeder Ventilator im Sommer automatisch in der niedrigsten Stufe und passt sich
stufenweise über die Feuchteregelung an die veränderten Verhältnisse in der Übergangszeit
und im Winter an. Weiterhin besteht die Möglichkeit, den Ventilator durch einen integrierten
Präsenzmelder mit einer Bewegungssteuerung auszurüsten.

Bild 14.9: Außenluftdurchlass zum Wandeinbau (Fa. LUNOS Lüftungstechnik GmbH)

Durch diese bedarfsgesteuert arbeitenden Abluftsysteme kann eine nutzerunabhängige


Lüftung entsprechend der DIN 1946 Teil 6 gewährleistet werden. Durch diese Lüftungsanla-
gen werden Lüftungswärmeverluste in selten oder schwach genutzten Räumen aufgrund
des geringen durchgesetzten Volumenstroms reduziert. Räume mit höherer Frequentierung
und damit stärkerer Feuchteentwicklung erhalten einen entsprechend höheren Zuluftvolu-
menstrom.
Ein entscheidender Vorteil dieser Anlagen besteht im geringen Eingriff in die Gebäudestruk-
tur. Für den Zuluftbereich werden nur relativ kleine Schlitze oder Öffnungen im Fenster bzw.
Außenwandbereich benötigt. Ein Zuluftleitungssystem ist nicht erforderlich.

249
3981-3.book Seite 250 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

14 Kontrollierte Wohnraumlüftungsanlagen

14.4 Zentrale Anlagen mit Wärmerückgewinnung

Im Unterschied zu den dezentralen Anlagen wird bei diesen Anlagen die zugeführte Außen-
luft im Zentralgerät aufbereitet und danach in der Regel über einzelne Leitungsstränge im
Zuluftbereich verteilt. Im Zentralgerät erfolgt dabei zunächst eine Filterung der Außenluft,
um sie anschließend im nachgeschalteten Wärmerückgewinner mit der Wärme der Fortluft
vorzuheizen. Da es dabei besonders im Fortluftbereich infolge der Taupunktunterschreitung
zu Kondensatanfall kommen kann, muss ein Kondensatanschluss vorgesehen werden.
Zur Gewährleistung der Zufuhr einer entsprechend temperierten Luft kann die vorbehan-
delte Luft anschließend noch nachgewärmt werden. Die Luftzufuhr und -absaugung erfolgt
wie bereits oben beschrieben, in den einzelnen Zu- und Abluftbereichen. Zur Luftüberströ-
mung zwischen ihnen wird der Überströmbereich (Flur, Treppenhaus) genutzt.
Der Vorteil dieser Anlagen liegt in der Nutzung der Abluftwärme (Abluft aus Bad, Küche, WC)
zur Erwärmung der Außenluft. Dabei werden je nach Hersteller verschiedene Wärmerückge-
winnungssysteme eingesetzt. Bei einfacheren Anlagen kommen sehr häufig reine Kreuz-
stromwärmerückgewinner zum Einsatz, während zur besseren energetischen Ausbeute
immer häufiger Kreuzgegenstromwärmerückgewinner mit einem erhöhten Gegenstroman-
teil genutzt werden. In diesen gestreckten Wärmerückgewinnern kommt es zu einer wesent-
lich effektiveren Wärmeübertragung und damit zu höheren Anteilen an aus der Fortluft
rückgewonnener Wärme. Zur Vorwärmung der angesaugten Außenluft können je nach
Hersteller im Außenluftstrang Luft-Erdreich-Wärmeübertrager vorgeschaltet werden.

14.4.1 Leistungsstufen beim Betrieb der zentralen Anlage


Entsprechend der DIN 1946 – Teil 6 werden für den Betrieb der zentralen Anlagen vier Leis-
tungsstufen definiert:
1. Lüftung zum Feuchteschutz (FL)
Der Betrieb dieser Leistungsstufe erfolgt nutzerunabhängig und in Abhängigkeit des
Wärmeschutzes. Sie dient zur Vermeidung der Entstehung von Schimmelpilzen und
Feuchteschäden in den einzelnen Räumen bei längerer Abwesenheit der Nutzer.
2. Reduzierte Lüftung (RL)
Die reduzierte Lüftung arbeitet nutzerunabhängig und erfüllt dabei die Mindestanforde-
rungen an die Raumluftqualität und den Bautenschutz. Sie wird bei Abwesenheit von
Nutzern eingesetzt.
3. Nennlüftung (NL)
Diese Leistungsstufe dient der Gewährleistung der Minimalforderungen an den Bauten-
schutz sowie die hygienischen und gesundheitlichen Anforderungen der Raumnutzer.
Über die Nennlüftung erfolgt die Auslegung des gesamten Lüftungssystems, sowohl
geräte- als auch luftleitungsseitig.

250
3981-3.book Seite 251 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

14.4 Zentrale Anlagen mit Wärmerückgewinnung

4. Intensivlüftung (IL)
Mithilfe der Intensivlüftung können zeitweilig vorhandene Lastspitzen infolge erhöhter
Raumnutzung abgebaut werden. Durch die Intensivlüftung wird ein erhöhter Luftwech-
sel sichergestellt.

14.4.2 Volumenströme
In der folgenden Tabelle sind die notwendigen Außenluftvolumenströme, inklusive Infiltra-
tion für Nutzungseinheiten nach DIN 1946, Teil 6 in Abhängigkeit von der Nutzungsfläche
aufgeführt :

Tabelle 14.1: Außenluftvolumenströme in Abhängigkeit von der Nutzungsfläche


(Quelle: DIN 1946 Teil 6)
Fläche der Nutzeinheit m² 30 50 70 90 110 130 150 170 190 210
Lüftung zum Feuchteschutz, bei 15 25 30 35 40 45 50 55 60 65
hohem Wärmeschutz1 [m³/h]
Lüftung zum Feuchteschutz, bei 20 30 40 45 55 60 70 75 80 85
geringem Wärmeschutz2 [m³/h]
Reduzierte Lüftung [m³/h] 40 55 65 80 95 105 120 130 140 150
Nennlüftung [m³/h] 55 75 95 115 135 155 170 185 200 215
Intensivlüftung [m³/h] 70 100 125 150 175 200 220 245 265 285
1.
hoher Wärmeschutz – Gebäude nach 1995 errichtet (mindestens nach WSchV 95)
2.
geringer Wärmeschutz – niedriger Wärmedämmstandard, Gebäude vor 1995 errichtet

Für Flächen über 210 m² wird der notwendige Außenluftvolumenstrom für die Auslegung
der Nennlüftung nach der folgenden Formel berechnet:

VAU – 0,001 · ANE2 + 1,15 · ANE + 20 [m³/h]

mit

ANE Nutzfläche in m²

Als Nutzfläche wird dabei die beheizte Fläche innerhalb der Gebäudehülle angesetzt, die im
Rahmen des erstellten Lüftungskonzepts zu berücksichtigen ist. Bei Nutzflächen in Woh-
nungen bzw. Nutzeinheiten, die unter 30 m² liegen, werden 30 m² für die Berechnung ange-
setzt. Für Nutzflächen über 210 m² wird der Außenluftvolumenstrom an die geplante
Nutzung angepasst.
Als einfache Faustregel kann pro Person ein durchzusetzender Außenluftvolumenstrom von
30m³/h bei einem Luftwechsel von 0,5 pro h angesetzt werden. Damit wird eine gleichblei-
bende Raumluftqualität hinsichtlich Feuchtigkeit, Schadstoffen und Gerüchen in den Nut-
zeinheiten der Wohnung bzw. des Hauses gewährleistet.

251
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14 Kontrollierte Wohnraumlüftungsanlagen

Für die Auslegung der Nennlüftung können bei eventuell auftretenden höheren Schadstoff-
lasten (z.B. Tabakrauch) die entsprechenden Außenluftvolumenströme erhöht werden.

14.4.3 Hauptbauteile der zentralen Anlagen

14.4.3.1 Das Zentralgerät


Die Hauptbauteile des Zentralgeräts sind der Zu- und der Abluftventilator, der Kreuz-Gegen-
strom-Wärmerückgewinner, die Luftfilter, das Vor- bzw. das Nachheizregister und der Som-
mer-Bypass. Die angesaugte Außen- bzw. Abluft wird über die entsprechenden Filter
gereinigt. Als Feinfilter für die Außenluft kommt dabei in der Regel ein Filter der Filterklasse
M5 oder F7 zum Einsatz. Durch den Kreuz-Gegenstrom-Wärmerückgewinner wird die in der
Abluft enthaltene Wärme auf die Außenluft übertragen. Möglicherweise in der Abluft
enthaltene Restwärme kann durch eine Luft-Wasser-Wärmepumpe genutzt werden. Durch
ein eventuell eingesetztes Vorheizregister kann eine Vereisung der Wärmeübertragerflächen
bei sehr kalten Außentemperaturen verhindert werden. Der im Gerät integrierte Sommer-
Bypass gewährleistet ein funktionssicheres Lüften auch bei warmen Lufttemperaturen.
Dabei wird mit Hilfe der Bypassklappe der Wärmerückgewinner umgangen, sodass zum Bei-
spiel die Wärme der Abluft nicht auf kühlere Abend- oder Nachtluft übertragen werden
kann. Die Regelung des notwendigen Luftvolumenstroms kann bei Geräten mit Web-Inter-
face über Smartphone, Tablet, PC und Cloud gewährleistet werden. Weiter besteht die Mög-
lichkeit, die Steuerung über zusätzliche Bedienelemente vorzunehmen

Interner VALLOX ValloPlus 510 Sicherheitsschalter


Feuchtesensor

Zuluftventilator hinter Außenluftfilter G4


dem Abluftkanal

Außenluftfilter F7

Abluftfilter G4
Abluftventilator
hinter der
Abdeckung

Bypassklappe

Kreuzgegenstrom-
Wärmeübertrager

Rechte Ausführung

Bild 14.10: Zentralgerät ValloPlus 510 (Fa. Vallox GmbH)

252
3981-3.book Seite 253 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

14.4 Zentrale Anlagen mit Wärmerückgewinnung

Bild 14.11: Möglichkeiten der Anlagensteuerung (Fa. Vallox GmbH)

14.4.3.2 Luftdurchlässe
Zur Gewährleistung der Zuluftzu- und Abluftabführung existieren auf dem Markt die ver-
schiedensten Luftdurchlässe. Hauptsächlich unterscheiden sich die Durchlässe im möglichen
Standort ihrer Montage. Dabei wird zwischen Wand- bzw. Deckenluftdurchlässen differen-
ziert. Die Luftversorgung der Durchlässe erfolgt in der Regel per Anschluss mit flexiblem
Rohr verschiedener Dimensionen von DN 80 bis DN 200.

253
3981-3.book Seite 254 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

14 Kontrollierte Wohnraumlüftungsanlagen

Nachfolgend eine Auswahl verschiedener Systeme zur Luftführung im Raum:

Bild 14.12: Luftdurchlass für Wandeinbau (Zu- und Abluft) mit


Rohranschluss DN 100 bis DN 160 (Fa. Vallox GmbH)

Bild 14.13: Luftdurchlass für Deckeneinbau (Zu- und Abluft) mit


Rohranschluss DN 100 bis DN 160 (Fa. Vallox GmbH)

Bild 14.14: Zuluftdurchlass für Wand- und Deckeneinbau mit


Rohranschluss DN 125 (Fa. Vallox GmbH)

Bild 14.15: Zulufttellerventil für Wand- und Deckeneinbau mit


Rohranschluss DN 100 bis DN 160 (Fa. Vallox GmbH)

Bild 14.16: Ablufttellerventil für Wand- und Deckeneinbau mit


Rohranschluss DN 100 bis DN 160 (Fa. Vallox GmbH)

254
3981-3.book Seite 255 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

14.4 Zentrale Anlagen mit Wärmerückgewinnung

14.4.3.3 Luftleitungen
Besonders in diesem Bereich gab es in den letzten Jahren eine stetige Weiterentwicklung
zugunsten der besseren Verlegbarkeit und der Reduzierung des Druckverlustes der Lei-
tungssysteme. Während vor einigen Jahren fast ausschließlich Wickelfalzrohr und Flexrohr
eingesetzt wurde, besteht heute bereits ein breites Sortiment von Leitungen, welche häufig
aus Kunststoff bestehen. Bei der Auswahl des jeweiligen Systems sollte unbedingt auf sol-
che wichtigen Materialeigenschaften wie Geruchsneutralität sowie antistatische und antiba-
kterielle Ausführung geachtet werden. Weiterhin sind die spezifischen Möglichkeiten der
Leitungsverlegung im geplanten Gebäude genau zu prüfen. Dabei spielt die genaue Auswahl
des einzusetzenden Leitungssystems eine sehr wichtige Rolle. Generell bieten sich im
Gebäude die folgenden Verlegevarianten an:
• Verlegung in der Zwischendecke bzw. im Schacht
• Verlegung in der Holzrahmenkonstruktion
• Verlegung auf bzw. in der Filigrandecke
• Verlegung auf dem Rohfußboden
• freie Verlegung als gestalterisches Element
Als zu verlegende Leitungssysteme stehen dabei die folgenden Leitungsarten zur Auswahl:

Wickelfalzrohr
Das Wickelfalzrohr (siehe auch Kapitel 7.1) in runder oder auch sehr häufig eingesetzter ovaler
Bauform stellt die klassische Variante der Leitungsverlegung dar. Aufgrund seiner
schlechten wärme- und schalldämmenden Eigenschaften sollte diese Leitungsart in Woh-
nungslüftungsanlagen immer mit einer Außendämmung verlegt werden. Wird die Leitungs-
dämmung vergessen, kann es durch die schallharte Leitungsverlegung sehr leicht zu
Telefonieeffekten im Gebäude kommen. Weiterhin ist besonders bei der Entlüftung von
Feuchträumen (Bad, Küche, WC) auf eine Gefälleverlegung zu achten. So kann vermieden
werden, dass stehendes Wasser in den Rohrleitungen zu Korrosionsproblemen führt.

Vorisoliertes Rohrsystem
Das vorisolierte Rohrsystem wird hauptsächlich für die Luftführung mit Außen- bzw. Fortluft
im Keller-, Dach- bzw. Außenbereich verwendet. Eine häufige Verbindungsart in diesem
Bereich stellt das Muffensystem dar. Damit lassen sich im Vergleich zum isolierten Wickel-
falzrohr ca. 60 bis 70 % der Montagezeit einsparen. Große Vorteile des Kunststoffmaterials
liegen in seiner guten Schall- und Wärmedämmung sowie in seiner Korrosionsbeständigkeit.
Besonders beim Ansaugen feuchter Außenluft kann es schnell zum Niederschlagen von
Feuchtigkeit kommen, was aber in diesem Fall keine negativen Auswirkungen auf das
Leitungsmaterial hat. Beachten Sie jedoch, besonders in den Außen- und Fortluftleitungen
unbedingt, dass künstliche Tiefpunkte zum einfachen Ablaufen evtl. auftretender Feuch-
tigkeit geschaffen werden.

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3981-3.book Seite 256 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

14 Kontrollierte Wohnraumlüftungsanlagen

Bild 14.17: Vorisoliertes Luftleitungssystem mit Formstücken (Fa. Vallox GmbH)

Flexibles Rohrsystem
Im Gegensatz zum häufig verwendeten Flexrohr besteht dieses Leitungssystem im
Außenbereich aus einem gewellten Rohr, während der Innenbereich eine besonders glatte
Leitungsstruktur aufweist. Durch die Flexibilität der Leitungen können diese in alle
gewünschten Verläufe eingepasst werden, ohne hohe Druckverluste zu erzeugen. Als Lei-
tungsmaterial wird Kunststoff verwendet, wodurch sich dieses System für alle Verlegebere-
iche eignet. Die flexiblen Leitungen können zur Verteilung der Zu- und der Abluft im
gesamten Gebäude eingesetzt werden. Dank ihres geringen Gewichts und der einfachen
Verbindung durch Schnellverbinder können diese Rohrleitungen besonders einfach und vor
allem zeitsparend im Bau verlegt werden.

Bild 14.18: Flexibles Luftleitungssystem mit Formstücken (Fa. Vallox GmbH)

256
3981-3.book Seite 257 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

14.4 Zentrale Anlagen mit Wärmerückgewinnung

Ovalrohrsystem
Das unter Punkt 7.1 dieses Buches bereits erläuterte Ovalrohrsystem eignet sich besonders
zur Verlegung im Fußbodenbereich. Die eindeutigen Vorteile der ovalen Luftleitungen liegen
in ihrer gegenüber runden Leitungssystemen deutlich reduzierten Bauhöhe. Damit besteht
die Möglichkeit, diese Rohre im Dämmungsbereich von Fußböden und Metallständerwän-
den zu verlegen.

Kanal-Aufputzsystem
Dieses Luftleitungssystem stellt ein vorgefertigtes Aufputzsystem dar, welches im Randbe-
reich der Decken der einzelnen Räume verlegt wird. Das aus Kunststoff gefertigte System
(häufig Styropor in geschlossenzelliger Ausführung) besteht aus wenigen, passend aufein-
ander abgestimmten Elementen. Die verlegten Elemente können nachträglich verputzt,
tapeziert oder einfach überstrichen werden. Einige Hersteller fertigen diese Elemente in
Stuckoptik, um sie speziell bei Altbauten in die vorhandene Raumgestaltung einzupassen.
Durch dieses System erübrigt sich der Einbau von Zwischendecken völlig. Aufgrund des
besonders geringen Gewichtes des Leitungsmaterials und der einfachen Verbindung der ein-
zelnen Bauteile reduzieren sich vor allem die Montagezeiten bei Einsatz dieses Systems.

14.4.3.4 Systemkomponenten und -zubehör


Durch den Einsatz ergänzender Anlagenkomponenten kann die Funktionssicherheit und -
qualität der Anlage im Zusammenspiel mit den einzelnen Grundbauteilen wesentlich opti-
miert werden. So ist der Einsatz geeigneter Telefonieschalldämpfer am Zentralgerät bzw. bei
einer Leitungsverlegung zwischen den Räumen zwingend erforderlich. Diese Bauteile wer-
den passend zum System in flexibler oder starrer Ausführung angeboten.

Bild 14.19: Kanalaufputzsystem als Flurverlegung (Fa. Vallox GmbH)

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3981-3.book Seite 258 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

14 Kontrollierte Wohnraumlüftungsanlagen

Zur Vorwärmung der Außenluft im Winter bzw. zur Kühlung im Sommer kann in den Verlauf
der Außenluftleitung ein Erdwärmeübertrager eingesetzt werden. Dabei kann die Außenluft
auf einfachem Weg über im Erdreich verlegte Rohrleitungen geführt werden. Zum Einsatz
kommen in der Regel Kunststoffrohre aus Polypropylen (PP), Polyethylen (PE) oder Polyvi-
nylchlorid (PVC), teilweise aber auch Steinzeugrohre. Als günstige Durchmesser für eine
optimale Wärmeübertragung haben sich dabei Rohre mit Nennweiten von 150 bis 200 mm
erwiesen, bei größeren Systemen sollten maximale Durchströmungsgeschwindigkeiten von
ca. 1,5 m/s zur Leitungsdimensionierung gewählt werden. Zur Gewährleistung einer
optimalen Wärmeübetragung haben sich Rohrlängen von 25 bis 50 m als ausreichend
gezeigt. Ist diese Leitungslänge aufgrund baulicher Beschränkungen nicht realisierbar, kann
der Außenluftstrang auch auf zwei parallel verlegte Strecken von jeweils 15 bis 25 m auf-
geteilt werden. Die Stränge sollten dabei untereinander einen Mindestabstand von ca. 1,5 m
haben. Als Verlegetiefe ist der frostfreie Bereich von 1,5 bis 2 m zu wählen; das umgebende
Erdreich sollte zur Verbesserung der Wärmeübertragung möglichst verdichtet werden. Beim
Verlegen der Leitungen erweist sich ein Gefälle von 2 % als günstig um ein problemloses
Ablaufen von entstehendem Kondensat zu gewährleisten. Die Einleitung des Kondensats
sollte in einen Siphon im frostfreien Bereich (z.B. Keller) erfolgen. Zur Vermeidung von
Staubeinlagerungen empfiehlt es sich, im Bereich der Außenluftansaugung einen Vorfilter
mindestens der Filterklasse G3 oder G4 einzusetzen. Beachten Sie bitte auch die
Gewährleistung der Schneefreiheit bei der Wahl des Aufstellorts der Außenluftansaugung.

Bild 14.20: Anschluss Erdwärmeübertrager (Fa. Vallox GmbH)

Einen weiteren effektiven Weg stellen spezielle Sole-Erdkollektoren dar, mit deren Hilfe
Wärme im Winter aus dem Erdreich aufgenommen bzw. im Sommer zur Luftkühlung an das
Erdreich abgegeben werden kann. Dabei muss die Außenluftansaugung nicht durch das

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3981-3.book Seite 259 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

14.5 Wohnungslüftungssysteme in Mehrfamilienhäusern

Erdreich geführt werden, da die Wärmeübertragung an das Erdreich durch spezielle Erd-
wärmekollektoren über das Zwischenträgermedium Sole erfolgt.

14.5 Wohnungslüftungssysteme in Mehrfamilienhäusern

Der Einsatz von Wohnungslüftungssystemen in Mehrfamilienhäusern gestaltet sich häufig


schwierig, besonders aus Platzgründen hinsichtlich der Aufstellung der Gerätetechnik und
der Verlegung des Luftleitungssystems. Die einfachste Variante stellt die Montage eines
Zentralgeräts mit eigener Außenluftansaugung und Fortluftabführung pro Wohnung dar.
Die Leitungsführung sowie der Geräteeinbau erfolgen dabei häufig in der Zwischendecke. Da
zwischen den einzelnen Wohnungen keine Leitungen verlegt werden, sind Telefonieeffekte
oder Brandschutzprobleme ausgeschlossen.
Besteht keine Möglichkeit der Leitungsführung in der Zwischendecke, können zentral
verlegte Fort- und/oder Außenluftleitungen Erleichterungen schaffen. Die Zentralgeräte
bleiben in der jeweiligen Wohnung installiert. Die zentral verlegten Leitungen müssen jedoch
mit Brandschutz- und Rückschlagklappen ausgerüstet werden. Außerdem ist es notwendig,
zur Vermeidung von Schallübertragungen zwischen den einzelnen Wohnungen Telefo-
nieschalldämpfer einzusetzen.
Bestehen hinsichtlich des Platzes für die Geräteaufstellung Probleme, kann eine gerätesei-
tige Aufsplittung in Ventilatoren und Wärmerückgewinner erfolgen. Dabei können die
Wärmerückgewinnungseinheit oder die Zu- und Abluftventilatoren in der Wohnung verblei-
ben. Bei einer Ausgliederung der Wärmerückgewinnungseinheit aus dem Wohnbereich kön-
nen alle Wärmerückgewinner in der Lüftungszentrale des Gebäudes durch eine gemeinsame
Einheit ersetzt werden. Die gleiche Verfahrensweise kann auch bei den Ventilatoren erfol-
gen. Dabei werden anstelle der Wohnungsventilatoren zentral aufgestellte, gemeinsame
Zu- und Abluftventilatoren verwendet.

14.6 Einbau von Wohnungslüftungssystemen

Häufig kommt es zu Kurzschlussströmungen im Bereich der Außenluftansaugung und Fort-


luftabführung infolge fehlender Abstände zwischen den Durchlässen. Als Mindestabstand
sollten ca. 2 bis 3 m eingehalten werden. Kommt es, besonders in bergigen Regionen, häufig
zu starken Verwehungen im Dachbereich, können entweder elektrisch beheizte Gitter bzw.
Hauben oder die Verlegung dieser Bauteile in windabgewandte Wandbereiche Abhilfe schaf-
fen. Vermeiden Sie es, mit der Fortluft Bauteile direkt anzuströmen. Besonders bei sehr kal-
ten Außentemperaturen kann es dadurch sehr schnell zur Bildung von Kondensat und damit
zur Vereisung dieser Bereiche kommen. Die Aufstellung des Wohnungslüftungsgeräts darf

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3981-3.book Seite 260 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

14 Kontrollierte Wohnraumlüftungsanlagen

nur in frostfreier Umgebung erfolgen. Die Übertragung von Körperschall auf das ange-
schlossene Leitungssystem und den Baukörper muss vermieden werden. Dies lässt sich
durch eine Geräteaufstellung auf Kautschukmatten und Leitungsanschlüsse über elastische
Stutzen erreichen. Auch wenn die Wohnungslüftungsgeräte im Vergleich zu großen Zentral-
geräten etwas kleiner ausfallen, muss für ausreichende Platzverhältnisse zur Revision der
Geräte gesorgt werden. Legen Sie sich möglichst die für die Wartung der Gerätetechnik not-
wendigen Austauschmaterialien (z.B. Filter) auf Lager.
Zur Vermeidung der Übertragung von Funktionsgeräuschen des Lüftungsgeräts müssen in
den Anschluss der Luftleitungen Schalldämpfer eingesetzt werden. Besonders bei naher
Bebauung im nachbarschaftlichen Bereich sind die Fort- und Außenluftleitung ebenfalls mit
entsprechenden Schalldämpfern zu bestücken. Der notwendige Kondensatablauf sollte über
einen Siphon ins bestehende Abwassernetz des Gebäudes eingebunden werden. Falls dies in
unmittelbarer Nähe nicht möglich ist, kann eine entsprechend dimensionierte Kondensat-
pumpe Abhilfe schaffen.
Die Luftleitungsverlegung sollte immer auf möglichst kurzem Wege erfolgen. Zu lang ver-
legte Leitungssysteme reduzieren aufgrund ihrer erhöhten Druckverluste die Luftleistung
der Geräte.
Die Zuluft muss aus den angeschlossenen Zuluftdurchlässen frei abströmen können. Der
häufig vom Kunden gewünschte versteckte Einbau hinter Schränken, Jalousien oder Gardi-
nen behindert die entsprechende Funktion des Gesamtsystems. Vermeiden Sie das direkte
Anströmen des Aufenthaltsbereiches der Raumnutzer zur Vermeidung von Zugerscheinun-
gen; Abstände von 1 bis 1,2 m zur Aufenthaltszone sind in der Regel ausreichend. Die sich auf
dem Weg der Luft zum Abluftbereich befindlichen Türen müssen mit entsprechenden Über-
strömöffnungen ausgerüstet werden. Dafür bieten sich entweder Überströmgitter oder
Ausfräsungen im unteren Türbereich an. Die notwendigen Abluftdurchlässe sollten immer in
der Nähe zu Feuchtigkeits- oder Geruchsquellen im oberen Raumbereich eingebaut werden.
Setzen Sie jedoch diese Durchlässe nie direkt über Duschen oder Wannen ein, da die dabei
abgesaugten Aerosole in der Regel unmittelbar in den angeschlossenen Leitungen kon-
densieren und damit zu hygienischen Problemen führen können. Gleichsam dürfen die
Abluftelemente nicht über Wärmequellen positioniert werden.
Im Küchenbereich können zur Vermeidung des Fetteintrags ins System spezielle Durchlässe
mit Filter eingesetzt werden. Die Installation von Küchenablufthauben erfolgt sehr häufig
durch Küchenbauer ohne eine entsprechende Abstimmung mit dem Lüftungsinstallateur.
Der durch Küchenhauben erzeugte Abluftvolumenstrom ist häufig beträchtlich und hat sehr
negative Auswirkungen auf den gleichmäßigen Betrieb der Wärmerückgewinnung. Es muss
darum regelungstechnisch sichergestellt werden, dass kein gleichzeitiger Betrieb von
Ablufthaube und Wohnungslüftungssystem erfolgen kann.
Ein spezielles Problem stellt häufig der gemeinsame Betrieb von Wohnungslüftungssyste-
men mit raumluftabhängigen Feuerstätten (z.B. Kamine) dar. Für die raumluftabhängigen
Feuerstätten muss eine ausreichende Verbrennungsluftversorgung erfolgen. Als Betriebs-

260
3981-3.book Seite 261 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

14.6 Einbau von Wohnungslüftungssystemen

weise kann dabei entweder der wechselseitige oder der parallele Betrieb gewählt werden. Im
wechselseitigen Betrieb wird die Wohnungslüftungsanlage bei Nutzung der raumluftabhän-
gigen Feuerstätte durch eine Sicherheitseinrichtung abgeschaltet. Der parallele Betrieb wird
durch den Einbau einer Sicherheitseinrichtung zur Differenzdrucküberwachung gewähr-
leistet. Nehmen Sie für diesen speziellen Auslegungsfall unbedingt vor der Installation des
Systems mit dem zuständigen Schornsteinfegermeister Kontakt auf und klären Sie die not-
wendigen Maßnahmen ab.

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3981-3.book Seite 263 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

15 Brandschutz in raumlufttechnischen
Anlagen

Fehlerhaft errichtete bzw. schlecht gewartete raumlufttechnische Anlagen stellen bei Brän-
den in Gebäuden eine potentielle Gefahrenquelle dar. Dabei liegt der Hauptschwerpunkt
nicht in der Gefahr des Brandausbruchs in diesen Anlagen, sondern in der Brand- bzw. Rauch-
übertragung durch das Luftleitungssystem im gesamten angeschlossenen Gebäude. Die
Absicherung gegen die Weiterleitung von Rauch oder Feuer muss für alle durch das Luftlei-
tungssystem verbundenen Brandabschnitte durch geeignete brandschutztechnische Bau-
teile erreicht werden. Nicht zuletzt durch Brände, wie dem im Düsseldorfer Flughafen, ist die
Aufmerksamkeit auf die Probleme gelenkt worden, die durch falsch ausgeführte Arbeiten
und Bauleistungen entstehen können. Für die Planung und den Bau von sicheren raumluft-
technischen Anlagen gibt es ausreichende gesetzliche Grundlagen in Form von technischen
Normen und Verordnungen. Einzig die korrekte Anwendung dieser Richtlinien bei der Erstel-
lung der Anlagen garantiert eine optimale Funktion aller relevanten Bauteile im Brandfall.
Leider stellt aber auch die Wartung der eingesetzten Brandschutzbauteile heute ein erhebli-
ches Problem in der Brandsicherheit von raumlufttechnischen Anlagen dar. Dabei kommt es
in den meisten Fällen zu dem Fehler, die Anlagenwartung als mögliches Potential zu
betrachten, welches man reduzieren oder gar ganz einsparen kann. Die notwendigen Tätig-
keiten werden damit oft an unseriöse Anbieter zu Billigstangeboten vergeben, die eine ein-
wandfreie Wartung der Anlage nicht beinhalten kann. Häufig werden sogar die kompletten
Leistungen in dem Glauben eingestellt, dass zum einen die brandschutztechnischen
Anlagenteile schon noch funktionieren werden bzw. gerade in diesem Gebäude noch nie ein
Brand ausbrach und damit auch nicht ausbrechen wird. Der Umstand, dass in dem betreffen-
den Gebäude noch kein Brand ausbrach, stellt einzig und allein einen Glücksfall dar. Es muss
aber jederzeit mit dem Ausbrechen eines Brandes gerechnet werden.

15.1 Die Muster-Lüftungsanlagen-Richtlinie (MLüAR)

Eine wichtige gesetzliche Grundlage für die brandschutztechnischen Anforderungen bei Pla-
nung und Bau von raumlufttechnischen Anlagen ist die Lüftungsanlagen-Richtlinie. Die
MLüAR wurde durch die einzelnen Bundesländer mit landesbedingten Differenzen als Lüf-
tungsanlagen-Richtlinie (LüAR) beschlossen. Es ist also notwendig, die jeweilige LüAR für
das betreffende Bundesland anzuwenden, in dem die raumlufttechnische Anlage errichtet

263
3981-3.book Seite 264 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

15 Brandschutz in raumlufttechnischen Anlagen

werden soll. Durch sie wird der Brandschutz des gesamten raumlufttechnischen Bereiches
geregelt. Sie gilt nicht für luftgestützte Transportanlagen (z.B. Späneabsaugungen, Rohr-
postanlagen) und für Anlagen in freistehenden Wohngebäuden mit nicht mehr als einer
Wohnung und Aufenthaltsräumen in nicht mehr als 2 Geschossen.
In den LüAR werden hinsichtlich der Ausführung der Anlage und des Luftleitungssystems
die folgenden wichtigen Festlegungen getroffen:

15.1.1 Anlagenausführung – Brandverhalten


Raumlufttechnische Anlagen bestehen in der Regel aus nichtbrennbaren Baustoffen (Bau-
stoffklasse A1 und A2). Brennbare Baustoffe oder Bauteile (Baustoffklasse B1) dürfen z.B.
für Dichtungen, Materialien zur Körperschallentkoppelung oder aufschäumende Baustoffe in
Brandabsperrungen, Mess- und Regeleinrichtungen (z.B. Druckdosen, notwendige Kabel),
pneumatische Leitungen usw. verwendet werden. Im luftströmenden Querschnitt von Luft-
leitungen dürfen nur notwendige Einbauten wie Segeltuchstutzen, Mess- und Regelorgane
oder Wärmeübertrager inkl. Zuführungsleitungen eingebaut werden. Brennbare Baustoffe
dürfen nicht in Treppenräumen, Ausgängen ins Freie (Fluchtwege), über Unterdecken, die
tragende Bauteile schützen, bei geförderten Lufttemperaturen über 85 °C und bei möglichen
Ablagerung brennbarer Stoffen in der Leitung (z.B. Küchenabluft, Lüftung von Tischlereien)
eingesetzt werden.
Werden durch ein Zentralgerät mehrere Nutzungseinheiten oder Brandabschnitte mit Luft
versorgt, muss die Aufstellung des Geräts in der Technikzentrale erfolgen. Dieser Raum darf
nicht für andere Zwecke (z.B. Lager oder Putzraum) genutzt werden.

Tabelle 15.1: Baustoffklassen-Brandverhalten (Quelle: DIN 4102)

Baustoffklasse Bauaufsichtliche Benennung


A A1 nicht brennbare Baustoffe keine Entzündung möglich
A2
B B1 brennbare Baustoffe schwerentflammbar
B2 normalentflammbar
B3 leichtentflammbar

Materialien der Baustoffklassen A1, A2 und B1 gelten als selbstverlöschend. Nach der Ent-
zündung von Materialien der Baustoffklassen B2 und B3 unterhält der Brand, auch nach Ver-
löschen der Brandursache, sich selbst. Werkstoffe nach Baustoffklasse B3 dürfen in einem
Gebäude nicht als Einzelmaterialien eingebaut werden. Ihr Einsatz darf nur erfolgen, wenn
der leichtentflammbare Baustoff mit anderen Werkstoffen so verbunden wird, dass dieser
geschaffene Verbundwerkstoff mindestens der Baustoffklasse B2 entspricht.

264
3981-3.book Seite 265 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

15.1 Die Muster-Lüftungsanlagen-Richtlinie (MLüAR)

Tabelle 15.2: Beispiele für Baustoffe (Quelle: DIN 4102)

Baustoffklasse Beispiele für Baustoffe nach DIN 4102


nach DIN 4102
A1 Stahl, andere Metalle und Legierungen, Beton, Porenbeton, Mörtel,
Leichtbeton, Mineralfasern, Perlite, Glas
A2 Gipskarton nach DIN 18180 mit geschlossener Oberfläche
B1 Holzwolle-Leichtbau-Platten (HWL-Platten), Mineralfaser-Mehrschicht-
Leichtbau-Platten, Gipskartonplatten mit gelochter Oberfläche nach
DIN 18180, Rohre und Formstücke aus PVC-U, PVC-C mit Wanddicken
bis 3,2 mm und aus PP nach DIN 19560
B2 Holz, Gipskarton – Verbundplatten nach DIN 18184, Rohre und Formstü-
cke aus PVC-U, PVC-C mit Wanddicken über 3,2 mm und aus PP nach
DIN 8078, PE-HD, ABS und PVC sowie Polystyrol – Formmassen mit
Stärken über 1,6 mm, elektrische Leitungen
B3 kein Einsatz im Baubereich zugelassen

15.1.2 Leitungsverlegung
Die Verlegung des Luftleitungssystems muss so erfolgen, dass im Brandfall weder Feuer
noch Rauch durch Wände und Decken übertragen werden kann. Dabei kann die Übertragung
entweder durch Brandabsperrelemente (Brandschutzklappen oder Deckenschotte), durch
feuerwiderstandsfähige Lüftungsleitungen oder durch Leitungsverlegungen in brandbe-
ständigen Schächten oder hinter entsprechenden Decken verhindert werden. Die Feuerwi-
derstandsdauer der Brandabsperrelemente, Leitungen, Schächte oder Decken muss dabei in
der Regel den Anforderungen der durchstoßenen Wände und Decken entsprechen. Leitun-
gen, in denen sich brennbare Stoffe ablagern können (z.B. Küchenabluft) dürfen nicht mit
anderen Luftleitungen verbunden sein. Der Mindestabstand für Außenluftansaugungen und
Fortluftöffnungen muss ca. 2,5 m betragen, dabei darf durch die Öffnungen kein Feuer oder
Rauch übertragen werden.
Beim Betrieb der raumlufttechnischen Anlage mit Umluft darf kein Rauch in den Zuluftvolu-
menstrom übertragen werden. Die Absicherung muss durch den Einbau von Rauchauslöse-
einrichtungen erfolgen, die beim Ansprechen den Zuluftventilator außer Betrieb nehmen.
Bei Leitungsverlegung durch feuerwiderstandsfähige Bauteile müssen die verbleibenden
Spalten zwischen Leitung bzw. Brandabsperreinrichtung und dem Baukörper mit nicht-
brennbarem mineralischem Baustoff dicht verschlossen werden. Der Einsatz von normalem
Estrichmörtel ist nicht zulässig, da diese Materialien oft brennbare Bestandteile enthalten.
Durch Lüftungsleitungen dürfen im Brandfall keine Dehnungskräfte auf tragende oder feu-
erwiderstandsfähige Bauteile ausgeübt werden. Dies gilt besonders bei beidseitig fest ein-

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3981-3.book Seite 266 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

15 Brandschutz in raumlufttechnischen Anlagen

gespannten geraden Leitungen (z.B. zwischen zwei Brandschutzklappen). Zur Kompensation


der Längenausdehnung müssen die entstehenden Kräfte über Bögen oder Segeltuchstutzen
ab Leitungslängen von ca. 5 m abgefangen werden.

15.1.3 Anlagen nach DIN 18017 Teil 3


In Zu- und Abluftsystemen für Wohnungslüftungsanlagen und Lüftungsanlagen für fens-
terlose Bäder und Toilettenräume nach DIN 18017 Teil 3 besteht die Möglichkeit, Brand-
abschnitte über Deckenschotte abzusichern. Diese können direkt in die Hauptleitung als
sogenannte Schottlösung oder in feuerwiderstandsfähigen Schächten als Schachtlösung
eingesetzt werden.
Bei Einsatz der Schottlösung werden in jede Geschossdecke Deckenschotte als Absperrvor-
richtung gegen die Brandübertragung eingesetzt. Eine Grundvoraussetzung für den Einsatz
der Schottlösung besteht im Einsatz von nichtbrennbaren Baustoffen für die Hauptleitung.
Dabei darf der Querschnitt der Absperrvorrichtung eine maximale Querschnittsfläche von
350 cm² nicht überschreiten.

Bild 15.1: Schottlösung (Fa. FfH – Fachplanung für Haustechnik)

Bild 15.2: Schachtlösung (Fa. FfH – Fachplanung für Haustechnik)

Der feuerwiderstandsfähige Schacht in der Ausführung L 30 oder L 90 ist das Hauptelement


der Schachtlösung. Dabei muss der Schacht in Baustoffqualität A1 oder A2 ausgeführt und
die Hauptleitung im Schacht in Stahlblech erstellt werden. In diesem Fall darf die Quer-
schnittsfläche der Hauptleitung maximal 1000 cm² und die des Anschlusses der Absperrvor-

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3981-3.book Seite 267 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

15.1 Die Muster-Lüftungsanlagen-Richtlinie (MLüAR)

richtung (Deckenschott oder Brandschutzklappe) maximal 350 cm² betragen. Neben der
Hauptleitung dürfen noch weitere Installationen (z.B. Heizungs- oder Wasserleitungen) ver-
legt werden. Die Voraussetzung dafür ist aber, dass in jeder Deckenebene eine Abschottung
durch einen Mörtelverguss von mindestens 100 mm Stärke erfolgt.

Tabelle 15.3: Anlagen nach DIN 18017

allg. raumlufttechnische Wohnungslüftungsanlagen und Lüftungsanlagen


Anlagen für fensterlose Bäder und Toilettenräume nach
DIN 18017 Teil 3
Nutzung für keine Beschränkung keine Beschränkung
Gebäudetypen
Brandschut- Brandschutzklappen Deckenschotte
zelement K 30, K 60, K90 K30-18017
mit Ansteuerung über K90-18017
Rauchmeldeanlage K90-18017S

max. Leitungs- frei DN 200


querschnitt

Entsprechend DIN 18017 dürfen horizontal nebeneinanderliegende Nutzungseinheiten mit


abgeschlossenen Brandabschnitten nicht an eine gemeinsame Hauptleitung angeschlossen
werden. Dies gilt nicht für vertikal übereinanderliegende Nutzungseinheiten.

15.1.4 Abluftanlagen von gewerblichen Küchen


Aufgrund des beim Kochvorgang anfallenden Fettes stellen diese Anlagen eine besondere
Problematik hinsichtlich des Brandschutzes in Luftleitungssystemen dar. Infolge der Gefahr
des Fettbrandes in der Leitung muss als Baustoff für das Abluftleitungssystem die Bau-
stoffklasse A 1 oder A 2 verwendet werden. Werden die Abluftleitungen durch andere
Räume geführt, müssen diese mindestens in der Feuerwiderstandsklasse L 90 ausgeführt
werden oder die Abgrenzung muss mit geeigneten Brandschutzklappen erfolgen. Dabei kön-
nen für fetthaltige Abluft keine normalen Brandschutzklappen eingesetzt werden, da durch
die Fette die Funktion der Klappen stark beeinträchtigt wird. Als geeignete Brandabsperrele-
mente können nur Klappen mit einer Zulassung für fetthaltige Luftvolumenströme (z.B. Typ
Firesafe) eingesetzt werden.
Außerhalb des Küchenbereiches dürfen die Abluftleitungen nicht untereinander bzw. mit
anderen Luftleitungen verbunden werden. Die Leitungen müssen fett- und kondensatdicht,
mit leicht zu reinigender Oberfläche, ausgeführt werden. Für diesen Einsatzfall eignen sich
besonders Leitungen mit gelöteten oder geschweißten Verbindungen. Vor jeder Richtungs-
änderung und im Abstand von 3 m in jede waagerechte Strecke muss in die Leitungsführung
eine Reinigungsöffnung eingebaut werden. Weiterhin ist an geeigneten Stellen die Konden-

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15 Brandschutz in raumlufttechnischen Anlagen

satentleerung zu ermöglichen. Der für den Lufttransport eingesetzte Ventilator muss dabei
leicht zugänglich und reinigbar sein, der Antriebsmotor muss außerhalb des Luftstroms liegen.

Bild 15.3: Brandschutzklappe ARESAFEII (Fa. GSBmbh) für fetthaltige Luft

Werden, wie sehr häufig im gewerblichen Küchenbereich der Fall, in der Küche zur Herstel-
lung der Speisen Gasgeräte eingesetzt, ist eine Abführung der Abgase der Gasverbrennung
mit der Küchenabluft unter folgenden Umständen möglich:
• Die Zuführung der Verbrennungsluft in Kleinküchen bis zu einer gesamten Gerätean-
schlussleistung von maximal 50 kW kann über Fenster und Türen erfolgen. Die Küche
muss dabei eine Mindestgröße von 4 m³ je kW Nennwärmebelastung haben. Besitzt die
Küche permanente Lüftungsöffnungen (je eine im Boden- und im Deckenbereich) von je-
weils mindestens 150 cm² genügt ein Mindestrauminhalt von 2 m³ je kW Nennwärmebe-
lastung.
• Für Küchen mit einer Nennwärmebelastung von über 50 kW muss die Verbrennungsluft
über einen Zuluftventilator mit 1,6 m³ je kW erfolgen. Die Gasanlage muss über ein Mag-
netventil abgesichert werden, das die Gaszufuhr erst nach Anlaufen des Zuluftventila-
tors freigibt.
• Das Abgas fester Brennstoffe (außer Pizzaofen oder Holzkohlegrill) darf nicht mit der Kü-
chenabluft abgeführt werden.

15.2 Brandschutz-Deckenschotte

Diese Brandabsperrelemente dürfen in Anlagen nach DIN 18017 eingebaut werden. Dabei han-
delt es sich um wartungsfreie Brandabsperrelemente mit thermischer Auslösung. Im Brand-
schutzschott erfolgt der Leitungsverschluss in der Regel mit einer Feuerwiderstandsdauer von
90 Minuten (F90) durch spezielle Intumeszenzbaustoffe. Diese Materialien schäumen bei

268
3981-3.book Seite 269 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

15.2 Brandschutz-Deckenschotte

Wärmeeinwirkung stark auf, verschließen damit den Rohrquerschnitt und setzen gleichzeitig
kühlende Hydrate frei. Durch die Schotte erfolgt im normalen Einbauzustand keine Reduzie-
rung des freien Leitungsquerschnitts, d.h. es befinden sich keinerlei Einbauten im Rohrquer-
schnitt. Die Schotte quellen von der Außenseite der Rohrleitung zur Mitte hin zentrisch zu.
Damit bleibt die Anlage für Schornsteinfeger »kehrfähig«, sie kann ohne Probleme überprüft
und gereinigt werden. Der Einbau des Schotts kann praktisch in allen Lagen in waagerechte,
senkrechte und schräge Leitungen erfolgen. Infolge der Wartungsfreiheit ist der Einbau von
Revisionsöffnungen am Brandschutzschott (besonders wichtig im Wohnungsbau) nicht not-
wendig. Durch diese Bauteile kann aber keine Absicherung gegen eine reine Rauchübertragung
im Gebäude erfolgen, da keine Möglichkeit der Auslösung der Schotts infolge einer Verrau-
chung (z.B. Kaltrauch) besteht. Wird diese Sicherheit durch den Auftraggeber gefordert, kann
dies nur durch den Einbau zusätzlicher Rauchschutzklappen erfolgen. Diese erfordern damit
aber den Einbau der notwendigen Revisionsöffnungen an der Klappe. Eine einfachere Möglich-
keit der Absicherung gegen Rauchvergiftungen besteht in der Installation von Rauchmeldern
im Wohnbereich. Diese lösen zumindest bei Gefahr der Rauchübertragung einen Alarm aus und
lassen damit eine rechtzeitige Reaktion der Wohnraumnutzer zu.

Bild 15.4: Aufgeschäumter Baustoff aus Originalstück in rechter unterer Ecke

Bild 15.5: Deckenschott (Fa. Cosmo GmbH) Bild 15.6: Deckenschott (Fa. Cosmo GmbH)

Einbau der Deckenschotte


Deckenschotte können in, unter und auf der Geschossdecke eingebaut werden. Die Montage
in und an der horizontalen Trenndecke ist mit Dübeln (Stahlspreizdübel verwenden!) oder
durch direktes Einmörteln mit Hilfe eines Mörtelankers bzw. über die angefügten Befesti-
gungswinkel möglich.

269
3981-3.book Seite 270 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

15 Brandschutz in raumlufttechnischen Anlagen

Tabelle 15.4: Einbausituationen Brandschutzschotten (Fa. GEBA Bartholomäus GmbH)


Legende :
1 Brandschutzschott 10 Wechsel
2 klassifizierte Geschossdecke F30 - F90 11 Lastabtragung
3 Deckenverguss mit Brandschutzmörtel s.u. 12 Abzweigleitung
5 Hauptleitung Stahlblech 21 klassifizierte Holzbalkendecke F30
9 Schachtverkleidung ohne
Brandschutzklassifizierung

Einbau in Geschossdecke aus Beton ohne Einbau unmittelbar auf der Geschossdecke
Mörtelanker aus Beton, keine Isolierung erforderlich

Einbau unter der Geschossdecke, Befes- Einbau in Holzbalkendecke ohne Mörtel-


tigung nur über 3 mm umlaufende Sicke anker

Einbau unmittelbar auf der Holzbalken- Einbau unter der Holzbalkendecke, Befesti-
decke, keine Isolierung erforderlich gung nur über 3 mm umlaufende Sicke

270
3981-3.book Seite 271 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

15.3 Brandschutzklappen

Tabelle 15.4: Einbausituationen Brandschutzschotten (Fa. GEBA Bartholomäus GmbH) (Forts.)


Legende :
1 Brandschutzschott 10 Wechsel
2 klassifizierte Geschossdecke F30 - F90 11 Lastabtragung
3 Deckenverguss mit Brandschutzmörtel s.u. 12 Abzweigleitung
5 Hauptleitung Stahlblech 21 klassifizierte Holzbalkendecke F30
9 Schachtverkleidung ohne
Brandschutzklassifizierung

Einbau unmittelbar auf, in oder unter Einbau an der Schachtwand, Spalt S mit
Holzbalkendecke, Mörtelverguss in Fugenfüller verspachteln
Deckenstärke

Der entstehende Spalt zwischen dem Schott und der Decke muss durch Mörtel der Qualität II
oder III nach DIN 1053 (Beton-, zugelassener Brandschutz- oder Gipsmörtel) mit ausreichen-
der Fließfähigkeit vollfugig verschlossen werden. Die Montage der Bauteile in oder auf
Schachtwände aus mineralischen Plattenbaustoffen mit Brandschutzklassifizierung L30,
L60 oder L90 ist durch direktes Verschrauben möglich. In Schächten aus Mauerwerk oder
Beton ist der Einbau der Schotte unter Verwendung von Stahlspreizdübeln möglich.

15.3 Brandschutzklappen

Durch den Einbau von Brandschutzklappen in Luftleitungssystemen wird im Brandfall die


Verbindung einzelner Brandabschnitte unterbrochen und eine Ausbreitung des Feuers ver-
hindert. Beim Einsatz dieser Bauteile muss beachtet werden, dass nur von anerkannten
Prüfstellen geprüfte Klappen eingesetzt werden dürfen. Jeder Klappe muss der Prüfbescheid
beiliegen und durch die Installationsfirma an den Bauherrn bei der Abnahme der Anlage
übergeben werden. Weiterhin muss jede Brandschutzklappe ein Prüfzeichen in Form eines
Aufklebers besitzen. Kontrollieren Sie immer bei Lieferung der brandschutztechnischen Bau-
teile auf die Baustelle das Vorhandensein dieser wichtigen Prüfunterlagen.

271
3981-3.book Seite 272 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

15 Brandschutz in raumlufttechnischen Anlagen

Bild 15.7: Runde Brandschutzklappe Bild 15.8: Eckige Brandschutzklappe


(Fa. TROX GmbH) (Fa. TROX GmbH)

Die wichtigsten Elemente der Brandschutzklappen sind das Gehäuse, das Klappenblatt zur
Absperrung des Leitungsquerschnitts, die thermische Auslöseeinrichtung und der Schließ-
mechanismus. Diese Verschlusseinrichtung schließt bei einer Überschreitung der Auslöse-
temperatur (in der Regel ca. 72 °C) das Klappenblatt fest und irreversibel. Eine teilweise
durch Feuerwehren geforderte Möglichkeit zur nachträglichen motorischen Öffnung der aus-
gelösten Klappe zum Zweck der Entrauchung darf nicht erfolgen und würde ein Erlöschen
der Betriebserlaubnis dieses Bauteils darstellen. Brandschutzklappen können für verschie-
dene Feuerwiderstandsklassen (K30, K60, K90 bei Sonderanforderungen auch K120) einge-
setzt werden, die häufigste Einsatzvariante stellt der 90-minütige Feuerwiderstand dar.

‫ݣ‬ ‫ݤ‬ ‫ݥ‬ ‫ݦ‬

‫ݨݧ‬
‫ݢ‬

‫ݩ‬

‫ݦ‬

1 Gehäuse 5 Inspektionsöffnung
2 Klappenblatt 6 Temperaturfühler
3 Anschlag AUF-Stellung 7 Thermoelektrische Auslöseeinrichtung
4 Anschlag ZU-Stellung 8 Federrücklaufantrieb BLF/BF

Bild 15.9: Aufbau einer eckigen Brandschutzklappe (Fa. TROX GmbH)

272
3981-3.book Seite 273 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

15.3 Brandschutzklappen

‫ݥ‬
‫ݤ‬ ‫ݦ‬
‫ݣ‬
‫ݢ‬

‫ݧ‬

‫ݨ‬

1 Gehäuse 5 Lippendichtung
2 Schmelzlot 6 Handgriff mit Arretierung und Klappen-
3 Klappenblatt mit Dichtung stellungsanzeige
4 Inspektionsöffnung (12 mm) 7 Auslöseeinrichtung

Bild 15.10: Aufbau einer runden Brandschutzklappe (Fa. TROX GmbH)

Hinsichtlich der Ausführung des Schließmechanismus gibt es zwei verschiedene Arten der
Brandschutzklappen. In der Standardklappe wird der Verschluss des Klappenblattes über ein
eingesetztes Schmelzlot, einen elektrisch angesteuerten Hubmagneten oder einen pneuma-
tischen Hubzylinder ausgelöst. Die Brandschutzklappe wird über einen elektrischen Antrieb
(Federrücklaufmotor, Stellmotor) oder einen pneumatischen Stellantrieb betätigt. Der Nach-
teil der wesentlich preiswerteren, rein durch das Schmelzlot ausgelösten Brandschutzklappe
besteht darin, dass eine Fernauslösung z.B. bei Rauchentwicklung durch Schwelbrände unter
72 °C nicht möglich ist. Eine Rauchübertragung durch das Luftleitungssystem in andere
Räume ist damit möglich. Alle anderen Klappen können neben der thermischen Auslösung
auch über einen Rauchmelder oder andere Auslöser betätigt werden. Damit kann die Klappe
bereits vor dem Erreichen der thermischen Auslösetemperatur geschlossen werden und
damit die notwendige Sicherheit gegen einen Rauchtransport in andere Brandabschnitte
durch die Luftleitungen gewährleisten.
Die Auslösung der Brandschutzklappen im Fall einer Rauchbildung im Luftleitungssystem
erfolgt durch einen Rauchmelder. Die Raucherkennung erfolgt dabei nach dem optischen
Streulicht-Prinzip zur Verhinderung der Rauchübertragung im System. Damit wird verhindert,
dass sich in Folge eines Schwelbrandes Kaltrauch mit einer Temperatur unter der Auslöse-
temperatur der Brandschutzklappe in der Anlage verbreiten kann. Bei einem unzulässigen
Anstieg der im Luftstrom enthaltenen Rauchaerosole wird durch den Rauchmelder der
Stromkreis zur Auslöseeinrichtung der Brandschutzklappe unterbrochen. Durch den darauf
folgenden Verschluss der Brand- oder Rauchschutzklappe wird der Luftstrom unterbrochen.
Durch den Rauchmelder können alle Auslöseeinrichtungen angesteuert werden, die nach
dem Ruhestrom-Prinzip arbeiten.

273
3981-3.book Seite 274 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

15 Brandschutz in raumlufttechnischen Anlagen

Bild 15.11: Rauchmelder (Fa. TROX GmbH)

Mit Hilfe der motorisch angetrieben Klappenmechanismen ist es außerdem möglich, die
Brandschutzklappen zu schließen, wenn die raumlufttechnische Anlage nicht genutzt wird.
Bei Inbetriebnahme der Anlage darf der Ventilator erst zeitversetzt nach Öffnung aller Klap-
pen anlaufen, damit kein Betrieb gegen geschlossene Klappen erfolgen kann. Über einen
Endlagenschalter am Klappengehäuse wird die Meldung des ausgelösten Klappenblatts an
die Geräteregelung weitergeleitet und der Ventilator abgeschaltet.
Durch den Einbau von Revisionsöffnungen werden die notwendigen Inspektionen und
die Wartung an der Klappe möglich gemacht. Brandschutzklappen mit Federrücklaufmotor
ermöglichen heute einen wartungsfreien Betrieb der Brandschutzklappe über ein Ferndia-
gnosesystem zur geforderten periodischen Überprüfung der Funktionsfähigkeit des Bauteils.
Trotzdem sollten Sie beim Einsatz dieser Klappen auf den Einbau von Revisionsöffnungen
nicht verzichten, nur durch die Sichtkontrolle ist eine Überprüfung des Klappenmechanismus
und der eingesetzten Lippendichtungen auf Beschädigungen und eventuelle Verschmutzun-
gen möglich.

Tabelle 15.5: Häufig eingesetzte Schließmechanismen von Brandschutzklappen (Fa. TROX GmbH)

Schließmechanismus mit Schmelzlot Schließmechanismus mit Federrücklauf-


antrieb

274
3981-3.book Seite 275 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

15.3 Brandschutzklappen

Einbau der Brandschutzklappen


Die Montage der Brandschutzklappen muss so erfolgen, dass eine Inspektion und Wartung
der Klappen leicht und ohne Demontage anderer Bauteile möglich ist.
Der entstehende Spalt zwischen dem Schott und der Decke muss durch Mörtel der Qualität II
oder III nach DIN 1053 (Beton-, zugelassener Brandschutz- oder Gipsmörtel) mit ausreichen-
der Fließfähigkeit vollfugig verschlossen werden.
Werden an die Brandschutzklappe Luftleitungen mit eingefügten Luftdurchlässen ange-
schlossen, dürfen diese erst ab einem Abstand vom 1,5 fachen Durchmesser der runden Luft-
leitung eingebaut werden. Kommen in der Anlage Kanäle zum Einsatz, entspricht dieses
Maß dem höchsten Wert von Höhe oder Breite des Luftkanals.
Die eingesetzten elastischen Stutzen müssen in einer Baustoffqualität von mindestens B1
oder B2 eingesetzt werden. Dabei sind eine Mindestlänge des elastischen Bereichs (Kom-
pensationslänge) von 100 mm und ein Mindestabstand zum geöffneten Klappenblatt von
50 mm einzuhalten.
Bei einer Verwendung von Mineralwollematerialien im Brandschutzbereich, müssen diese
eine Brandschutzqualität der Baustoffklasse A1 oder A2 mit einem Schmelzpunkt über
1000 °C haben. Eventuell eingesetzte thermisch geschützte Aufhängungen für feuerwider-
standsfähige Leitungen dürfen maximale Längen und Abstände untereinander von 1,5 m
aufweisen. Die auftretende Spannung bei einer Feuerwiderstandsdauer von 90 Minuten darf
maximal 6 N/mm² betragen (Herstellerdaten beachten!).
Die Schmelzlote von Brandschutzklappen in Warmluftheizungsanlagen müssen eine Auslö-
setemperatur von 90 °C haben.
Die Montage der Brandschutzklappe muss immer trocken und sauber erfolgen. Nach dem
Einbau muss die Funktion der Klappe überprüft werden. Sie muss von Hand leicht zu öffnen
sein, nach dem Betätigen der Handauslösung muss sich das Klappenblatt schließen und ver-
riegeln.

Häufige Montage- und Funktionsfehler beim Einbau der Brandschutzklappen


• Durch unsauberes Einmörteln des Klappengehäuses wird durch überstehenden Mörtel
die Schließfunktion der Klappe behindert oder ganz außer Kraft gesetzt. Auch wenn das
Verschließen des Spaltes zwischen Klappe und Baukörper durch ein Fremdgewerk er-
folgt, sind Sie als Installateur der Klappe für die einwandfreie Funktion des Bauteils ver-
antwortlich! Stimmen Sie sich vor dem Einputzen der Klappe mit dem Bauhandwerker ab
und kontrollieren Sie seine Arbeit!
• Zur Abdichtung des Klappengehäuses zum Baukörper darf auf keinen Fall Bauschaum
verwendet werden. Auch wenn diese Abdichtvariante im Baubereich die sicherlich ein-
fachste und schnellste Methode darstellt, erfüllt damit die Klappe keinerlei Brandschutz-
funktion mehr!

275
3981-3.book Seite 276 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

15 Brandschutz in raumlufttechnischen Anlagen

Tabelle 15.6: Einbau von Brandschutzklappen

260
Einbau in massive Branddecken und -wände
W
100 • Ausmörteln des Spaltes zwischen Brandschutzklappe
und Baukörper,
• zum optimalen und dichten Verfüllen des Spaltes zwi-
schen der Klappe und dem Bauwerk sollte seine Stärke
‫ݢ‬ mindestens 40 mm, praktischerweise besser 60 mm
betragen,
• der Einbau des Klappenblattes kann senkrecht oder
waagerecht erfolgen,
• bei Wandstärken unter 100 mm muss beidseitig ein fle-
xibler Stutzen vor den Leitungsanschluss eingebaut
É̟ʻʷ
werden.

(Fa. TROX GmbH)

Einbau in Leichtbauwände nach DIN 4102-Teil 4


• Einbau in Leichtbauwände nach DIN 4102-4 mit waage-
rechtem oder senkrechtem Klappenblatt,
• alle eingesetzten Montagehilfen müssen rückgebaut
werden,
• zur Kompensation von auftretenden Kräften ist der
beidseitige Einbau von flexiblen Stutzen notwendig,
• um die Klappe ist eine Aufdoppelung der Leichtbau-
wand mit dem eingesetzten Wandmaterial erforderlich,
• der entstehende Spalt zwischen Klappe und Leichtbau-
wand wird mit nicht brennbarem Baustoff (z.B. Gips)
(Fa. Strulik GmbH) verfüllt.
Einbau außerhalb/entfernt von Wänden
• der Einbau des Klappenblattes kann senkrecht oder
waagerecht erfolgen,
• der Einbau der Klappe erfolgt in Verbindung mit einer
feuerwiderstandsfähigen Luftleitung (ohne Öffnun-
gen!) in Qualität der Brandwand (L30, L60, L90)
• Herstellung der Luftleitung aus Plattenbaustoffen (z.B.
Promat) oder aus Stahlblech mit Umhüllung aus Plat-
tenbaustoffen,
• am Leitungsanschluss der im Raum verlegten Stahl-
(Fa. Strulik GmbH)
blechleitung muss ein flexibler Stutzen eingesetzt wer-
den,
• die Klappe ist feuerwiderstandsfähig abzuhängen.

276
3981-3.book Seite 277 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

15.3 Brandschutzklappen

• Bei einem Einsatz von Einzelentlüftern zum Wand- oder Deckeneinbau mit integrierter
Brandschutzklappe im Gehäuse wird die Funktion des Bauteils komplett verkannt. Der
Einbau dieser Bauteile darf nach Zulassung nur an der feuerwiderstandsfähigen Schacht-
wand erfolgen. Sobald zwischen Einzelentlüfter und Schachtwand Leitungen (z.B.
Flexrohr) eingesetzt werden, verliert die im Gehäuse eingebaute Brandschutzklappe ihre
Funktion. Die Anlage ist nicht mehr brandsicher!
• Die Ausfüllung des Spaltes zwischen Brandschutzklappe und Baukörper muss komplett
erfolgen. Eventuelle Lufträume oder sogar Ausstopfungen mit Bauhilfsstoffen verhin-
dern die Brandschutzfunktion der Klappe. Ein einfaches Abklopfen des eingebrachten
Mörtels mit einem Schraubendreher lässt schnell eventuelle Hohlräume erkennen.
• Verschmutzte Auslöseeinrichtungen (z.B. Schmelzlote) können infolge schlechter Reini-
gung nicht bei den geforderten Temperaturen auslösen, da der Schmutz als Isolierung
des Lotes wirkt. Die Klappe löst zu spät aus, es kommt zur Brandübertragung.
• Kontrollieren Sie nach Abschluss der Montagearbeiten ebenfalls die saubere Verdrahtung
der Brandschutzklappe. Eine fehlerhafte oder falsche Verdrahtung kann im Falle des Aus-
lösens der Klappe schwere Schäden an der Anlage bewirken bzw. bei Klappen mit Fern-
auslösung die Funktion des Bauteils beeinträchtigen oder sogar verhindern.

Wartung der Brandschutzklappen


Brandschutzklappen mit Wartungsauflagen müssen nach ihrer Inbetriebnahme im ersten
Jahr des Betriebs der Anlage halbjährlich gewartet werden. Ergeben zwei aufeinanderfol-
gende Wartungen keine Beanstandungen, kann der Wartungszyklus auf ein Jahr ausgedehnt
werden. Brandschutzklappen ohne spezielle Wartungsauflagen (motorisch betriebene Klap-
pen mit Fernauslösung) müssen monatlich über die Gebäudeleittechnik geprüft werden.
Jede Prüfung und Wartung ist zu protokollieren. Die erforderlichen Wartungstätigkeiten sind
in den Zulassungen der Brandschutzklappe spezifisch genau beschrieben. Im Allgemeinen
gehören die folgenden Leistungen zum erforderlichen Wartungsumfang:
• allgemeine Sichtkontrolle auf Zustand der Klappe und des Klappenblatts
• Reinigung der Klappe und des Auslösemechanismus von Verunreinigungen
• Kontrolle auf Korrosion
• Prüfung der Dichtelemente
• Prüfung der mechanischen und elektrischen Funktion durch Auslösen der Klappe (Kon-
trolle der Signalisierung zur Steuereinheit der Anlage)
• Schmieren aller Lager

277
3981-3.book Seite 278 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

15 Brandschutz in raumlufttechnischen Anlagen

15.4 Brandschutz – Luftdurchlässe

Der Einbau von Brandschutz-Luftdurchlässen erfolgt direkt in Brandschutzdecken und feuer-


beständigen Schächten. Die am häufigsten eingesetzten Ausführungen der Luftdurchlässe
sind Brandschutztellerventile und Brandschutz-Deckenluftdurchlässe. Die Bauteile können
sowohl für den Zu- als auch für Abluftbetrieb genutzt werden. Die Brandabsperrvorrichtung
mit der Auslöseeinheit (Schmelzlot) befindet sich direkt im Durchlass.
Die Tellerventile werden in der Regel durch einen Einbaurahmen mit Bajonettverschluss sehr
einfach in die Wand bzw. Decke montiert. Bei Temperaturen über der Auslösetemperatur von
72 °C löst sich das Schmelzlot, und der Ventilteller wird durch eine Druckfeder auf den Ventil-
körper gepresst und verriegelt. Je nach Art der Zulassung können die Brandschutzventile für
Anlagen nach DIN 18017-Teil 3 und raumlufttechnische Anlagen nach DIN 1946 verwendet
werden.

Bild 15.12: Brandschutz-Tellerventil Bild 15.13: Brandschutz-Tellerventil


(Fa. Strulik GmbH) (Fa. TROX GmbH)

‫ݧ‬

‫ݦ‬

‫ݥ‬

‫ݨ‬

‫ݤ‬

‫ݣ‬ ‫ݢ‬

Bild 15.14: Brandschutz-Deckenluftdurchlass (Fa. TROX GmbH)

278
3981-3.book Seite 279 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

15.5 Entrauchungsanlagen

Die Brandschutz-Deckenluftdurchlässe sind für alle Zu- und Abluftanlagen einsetzbar. Die
quadratischen Durchlässe mit integrierter Brandschutzeinrichtung werden deckenbündig in
Mineralfaser-Unterdecken eingebaut. Der Luftdurchlass besteht aus der Frontblende, die
am Anschlusskasten verschraubt ist. Im Anschlusskasten befindet sich die einseitig gela-
gerte Feuerschutzplatte, die über das Schmelzlot gesichert wird. Der Anschluss an das Luft-
leitungssystem erfolgt über den seitlichen Anschlussstutzen und eine Verbindung durch
flexibles Rohr. Beim Ansteigen der Lufttemperatur über die Auslösetemperatur von 72 °C
hinaus löst sich das Schmelzlot und die Feuerschutzplatte fällt durch ihr Eigengewicht nach
unten und verschließt die freie Auslassfläche irreversibel.

15.5 Entrauchungsanlagen

Zirka 60 Prozent aller Personenschäden bei Bränden sind auf Rauchvergiftungen zurückzu-
führen. Damit erklärt sich die Wichtigkeit einer funktionellen Entrauchung auf natürlichem
oder maschinellem Weg. Die natürliche Entrauchung führt den Rauch aufgrund von Druckun-
terschieden über Fenster, Entrauchungsschächte oder Rauch- und Wärmeabzüge (RWA) in
Form von Klappen oder Kuppeln. Die maschinelle Entrauchungsanlage arbeitet mit geprüf-
ten Ventilatoren, Klappen und feuerwiderstandsfähigen Leitungssystemen, über die eine
permanente Nachführung von Außenluft bei gleichzeitig kontrollierter Abführung des Ver-
brennungsrauches erreicht wird. Ein häufiger Einsatz besteht in der Entrauchung von Fluren
und Treppenhäusern die als Fluchtwege fungieren bzw. der anfänglichen Rauchfreihaltung
von Brandherden, um die Evakuierung der Personen zu ermöglichen. Außerdem kann durch
die Anlage die Entrauchung des Brandraumes beschleunigt werden, nachdem die Feuerwehr
durch Bekämpfungsmaßnahmen den Brand unter Kontrolle gebracht hat.
Zur Rauchfreihaltung von Fluchtwegen wird dem Flur oder Treppenhaus gezielt Außenluft
im unteren Bereich durch einen Ventilator zugeführt. Der damit erreichte Druckanstieg
bewirkt eine Strömung von Luft über durch fliehende Personen geöffnete Türen, in Richtung
des Brandraumes. Dadurch kann kein Brandrauch entgegen der Fließrichtung in den Flucht-
weg eindringen, während dieser während der Türöffnung permanent rauchfrei gehalten
wird. Gleichzeitig kommt es im Brandbereich zu einer Druckerhöhung, sodass über geöffnete
Entrauchungsklappen bzw. angeschlossene Entrauchungskanäle der Rauch abströmen
kann. Alle zum Fluchtweg öffnenden Türen müssen selbsttätig schließend ausgeführt sein.
Aufgrund der Gewährleistung einer sicheren Türöffnung für fliehende Personen darf der
durch die Luftzuführung erzeugte Überdruck maximal 50 Pa betragen. Um diesen Wert
sicherzustellen, wird im oberen Bereich des Fluchtraumes eine druckgesteuerte Entrau-
chungsklappe installiert, die im Bedarfsfall den entsprechenden Druckausgleich herbeiführt.
Besteht keine Notwendigkeit der Rauchfreihaltung der Fluchtwege (z.B. Fluchtmöglichkeit
über Fluchttüren direkt ins Freie), kann die Entrauchung über spezielle Ventilatoren (siehe
Kapitel Ventilatoren) erfolgen.

279
280
Dachentlastungseinheit, selbst-
tätig öffnend ab 50 Pa, bestehend
aus:
• Dachsockel
• Klappe

Entrauchung)
• motorischer Verschluss
• Lamellenhaube
15 Brandschutz in raumlufttechnischen Anlagen
3981-3.book Seite 280 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

optischer Rauchmelder

Handauslöser

Rauchschutz-Druckgerät als Über-


druckventilator

Bild 15.15: Funktionsaufbau der Rauchfreihaltung von Fluchtwegen (Aktionsgemeinschaft


3981-3.book Seite 281 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

15.5 Entrauchungsanlagen

Bild 15.16: Funktionsschema mit Entrauchungsklappen und -kanal der Rauchfreihaltung von
Fluchtwegen, Darstellung des Luftweges (Aktionsgemeinschaft Entrauchung)

281
3981-3.book Seite 282 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10
3981-3.book Seite 283 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

16 Regelung von raumlufttechnischen Anlagen

Die Aufgabe der Regelung einer raumlufttechnischen Anlage besteht in der Schaffung und
Einhaltung eines vorgegebenen Luftzustandes hinsichtlich seiner Temperatur, Feuchtigkeit
und des Schadstoffgehaltes durch die optimale Steuerung einer funktionellen Zusammen-
wirkung der einzelnen Systembauteile. Weiterhin müssen durch das installierte Regelsys-
tem verschiedene Sicherheits- und Störungsüberwachungen, wie z.B. der Frostschutz, der
Filterdruckverlust und die Brand- und Rauchschutzfunktionen gewährleistet werden. Der
notwendige Energieaufwand zur Schaffung der geforderten Raumbedingungen und zum
Betrieb der einzelnen Systembauteile soll dabei möglichst gering ausfallen. Dabei werden im
Gegensatz zum herkömmlichen Heizungsbereich in den raumlufttechnischen Anlagen die
Zu-, Raum- und Ablufttemperaturen direkt geregelt. Damit arbeiten die raumlufttechni-
schen Systeme regelungsseitig wesentlich genauer als Heizungsanlagen.
Nach DIN EN 13779 werden die im raumlufttechnischen Bereich eingesetzten Regelanlagen
in sechs verschiedene Kategorien eingeteilt. Die Kategorien IDA – C5 und IDA – C6 sollten
dabei mit variablen Volumenströmen betrieben werden. Kommt es durch variablen Bereich
der Volumenströme zu starken Druckschwankungen, sollten ein Druckregelsystem oder eine
entsprechende Volumenstromregelung eingesetzt werden.

Kategorie Beschreibung
IDA – C1 Die Anlage läuft konstant.
IDA – C2 Manuelle Regelung (Steuerung)
Die Anlage unterliegt einer manuellen Schaltung.
IDA – C3 Zeitabhängige Regelung (Steuerung)
Die Anlage wird nach einem vorgegebenen Zeitplan betrieben.
IDA – C4 Belegungsabhängige Regelung (Steuerung)
Die Anlage wird abhängig von der Anwesenheit von Personen betrieben
(Lichtschalter, Infrarotsensor usw.)
IDA – C5 Bedarfsabhängige Regelung (Anzahl der Personen)
Die Anlage wird abhängig von der Anzahl der im Raum anwesenden Personen
betrieben.
IDA – C6 Bedarfsabhängige Regelung (Gassensoren)
Die Anlage wird durch Sensoren geregelt, die Raumluftparameter oder ange-
passte Kriterien messen (z.B. CO2-, Mischgas- oder VOC-Sensoren). Die ange-
wendeten Parameter müssen an die Art der im Raum ausgeübten Tätigkeit
angepasst sein.
Quelle DIN 13779

283
3981-3.book Seite 284 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

16 Regelung von raumlufttechnischen Anlagen

16.1 Grundregelvarianten für raumlufttechnische Anlagen

16.1.1 Temperaturregelung

Regelung der Zulufttemperatur


Durch den Zulufttemperaturregler wird über den in der Zuluftleitung installierten Fühler die
Temperatur im Luftvolumenstrom (Istwert) gemessen und mit dem im Regler vorgegebenen
Sollwert verglichen. Entspricht der gemessene Wert nicht den Sollwertvorgaben, muss durch
die Zuschaltung von einzelnen Stellgliedern, wie z.B. Luftheizer oder Luftkühler eine Tempera-
turanpassung an den Sollwert erfolgen.
Zum Schutz des Lufterhitzers vor zu kalten Lufttemperaturen wird durch eine Anfahrschal-
tung zuerst das wasserseitig dem Lufterhitzer vorgeschaltete Mischventil geöffnet und
gleichzeitig die Umwälzpumpe zugeschaltet. Danach werden zeitversetzt die Geräteklappen
geöffnet und der Zuluftventilator in Betrieb genommen. Damit wird verhindert, dass durch
eine zu kalte Luftbeaufschlagung der Luftheizer einfrieren und damit zerstört werden kann.
Die Zulufttemperaturregelung wird meist in Anlagen zur Sicherstellung des Mindestaußen-
luftbedarfs eingesetzt.

Raumtemperaturregelung
Durch den im Regelsystem installierten Raumtemperaturregler wird die am Raumfühler
gemessene Temperatur mit dem Sollwert verglichen. Bei einer Unter- bzw. Überschreitung
des Sollwerts erfolgt eine Angleichung über die entsprechenden Stellglieder. Diese Variante
kann auch als Ablufttemperaturregelung betrieben werden.
Die Raumtemperaturregelung wird häufig für zu beheizende und kühlende Räume in Lüf-
tungs- oder Teilklimaanlagen eingesetzt. Falls durch einen Raumfühler kein repräsentativer
Messwert bestimmt werden kann, kommt praktischerweise die Ablufttemperaturregelung
zum Einsatz.

Raumtemperaturregelung mit Minimal- bzw. Maximalbegrenzung der Zulufttemperatur


Falls es zwischen dem im Regler vorgegebenen Temperatursollwert und der über den Raum-
fühler bestimmten Temperatur zu sehr großen Differenzen kommt, kann es zur Zuführung
von sehr kalter bzw. warmer Luft (je nach Lastfall) kommen. Dadurch besteht im Winterfall
die Gefahr der Zuführung von zu heißer Luft und im Sommerfall die Gefahr des Entstehens
von Zugerscheinungen infolge zu kalter Zuluft. Um diese unangenehmen Begleiterscheinun-
gen zu vermeiden, ist es erforderlich, die Zulufttemperaturen auf feste Werte zu begrenzen.
Der häufigste Anwendungsfall besteht in der Zuluftminimalbegrenzung.

Kaskadenregelung
Durch die Kaskadenregelung werden die Regelkreise der Zulufttemperatur- und Raumtem-
peraturregelung so miteinander kombiniert, dass eventuell auftretende Differenzen zwi-
schen geforderter und erreichter Zulufttemperatur ausgeglichen werden und diese somit
keinen Einfluss auf die Raumtemperatur haben.

284
3981-3.book Seite 285 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

16.1 Grundregelvarianten für raumlufttechnische Anlagen

Außentemperaturführung der Raumluft


Während der Extremjahreszeiten (Sommer und Winter) kann es zu hohen Temperaturunter-
schieden zwischen der vorherrschenden Außentemperatur und der jeweils realisierten
Raumtemperatur kommen. Durch den Regler wird dabei die Raumtemperatur zur Vermei-
dung zu hoher und unangenehmer Temperaturunterschiede entsprechend der vorliegenden
Außenlufttemperatur angeglichen.

Frost- und Verreifungsschutz


Durch das Frostschutzthermostat wird nach dem Luftheizer die Lufttemperatur geprüft. Bei
einer Unterschreitung des voreingestellten Grenzwerts (häufig ca. 3 bis 6 °C) wird das Misch-
ventil am Heizer geöffnet und der Luftheizer mit Wärme beaufschlagt. Gleichzeitig werden
die Ventilatoren abgeschaltet und die Geräteklappen geschlossen. Diese Ausführung ist
auch zweistufig möglich. Dabei wird beim Erreichen der ersten Grenztemperatur das Misch-
ventil geöffnet. Die Abschaltung des Ventilators und der Verschluss der Klappen erfolgt an
der zweiten Grenztemperatur.

Bild 16.1: Zuluftregelung für Teilklimagerät mit Minimalbegrenzung der Zulufttemperatur


(Fa. FfH Fachplanung für Haustechnik)

285
3981-3.book Seite 286 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

16 Regelung von raumlufttechnischen Anlagen

Bild 16.2: Zuluftregelung für Teilklimagerät mit WRG und Minimalbegrenzung der
Zulufttemperatur (Fa. FfH – Fachplanung für Haustechnik)

Der Verreifungsschutz kommt am Wärmerückgewinner zum Einsatz. Die relevante Lufttem-


peratur wird dabei durch ein Frostschutzthermostat nach dem Wärmeübertrager bestimmt.
Erreicht die Temperatur des Luftvolumenstroms den eingestellten Grenzwert, wird die
Bypassklappe am Wärmerückgewinner geöffnet und durch die überströmende Abluft die
Verreifung beseitigt.
In Kreislaufverbundsystemen wird die Bestimmung der Grenztemperatur meist im Rücklauf
des Wärmeträgers (Sole) des Abluftwärmeübertragers durch einen Tauchfühler bestimmt.
Bei einem Absinken der Rücklauftemperatur auf ca. 0 °C wird durch das Mischventil die Vor-
lauftemperatur am Tauscher angehoben und damit der Reifbildung entgegengewirkt.

286
3981-3.book Seite 287 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

16.1 Grundregelvarianten für raumlufttechnische Anlagen

16.1.2 Sonstige Regelsysteme

Druckregelung
Durch die Druckregelung kann im Luftleitungssystem ein vorgegebener Druck gehalten wer-
den. Wie bei der Temperaturregelung wird auch hier der gemessene Wert (Druckwert) mit
dem vorgegebenen Sollwert durch den Regler verglichen. Je nach Notwendigkeit wird danach
über die stufenlose Drehzahlsteuerung die Drehzahl des Ventilators vermindert oder erhöht,
um die entstandene Druckdifferenz abzugleichen.

Steuerung der Mischluftklappen


Mit Hilfe der Regelung kann ein festes Verhältnis der Außen- und Fortluftmischung einge-
stellt werden. Entsprechend dieser Voreinstellung werden über die stetig regelbaren Stellan-
triebe bei Inbetriebnahme der Anlage die Außen- und Fortluftklappe im notwendigen
Stellwinkel geöffnet, während die Umluftklappe dementsprechend geschlossen wird. Bei
Außerbetriebnahme der Anlage wird die Umluftklappe voll geöffnet und die Außen- und
Fortklappe verschlossen. Die Beimischung der warmen Abluft zur Außenluft bewirkt eine
Vorwärmung der Außenluft und damit eine Reduzierung der notwendigen Erhitzerleistung.
Diese Art der Regelung ist auch als Sequenzregelung mit dem nachgeschalteten Lufterhitzer
einsetzbar. Dabei versucht die Systemregelung durch Verstellen der Außen-, Fort- und
Umluftklappen die geforderte Zulufttemperatur durch die Luftmischung der Volumen-
ströme zu erreichen. Ist dies nicht möglich, wird die Mischluft durch das nachgeschaltete
Heizregister auf die notwendige Zulufttemperatur nachgeheizt. Hinsichtlich der Vorwahl des
Verhältnisses der Außen- bzw. Fortluftmischung muss der notwendige Außenluftvolumen-
stromanteil entsprechend der Vorgaben nach DIN 1946 gewährleistet werden. Dies ist durch
die Begrenzung auf einen Mindestaußenluftvolumenstrom möglich.

Steuerung der Absperrklappen


Alle notwendigen Klappen des Zentralgeräts werden automatisch durch die Stellantriebe
beim Anfahren des Geräts geöffnet und bei Außerbetriebnahme geschlossen.

Direkte Feuchteregelung
Die direkte Feuchteregelung kann ähnlich dem Prinzip der Temperaturregelung als Zu-,
Raum- oder Abluftfeuchteregelung in Klimaanlagen realisiert werden. Spezielle Varianten
dieser Regelungsarten sind, ähnlich der Temperaturregelung, die Raumluftfeuchteregelung
mit einer Maximalbegrenzung der Zuluftfeuchte und die Kaskadenregelung als Kombination
aus Abluft- und Raumluftfeuchteregelung.
Als Stellglieder kommen dabei häufig der Lufterhitzer, der Luftkühler mit Taupunktunter-
schreitung zur Lufttrocknung und der Dampfbefeuchter zum Einsatz. Dabei liegt der Vorteil
der Dampfbefeuchtung in einer optimalen direkten Regelbarkeit und ihrem sehr geringen
Einfluss auf die Temperaturregelung, infolge der annähernd isothermen Befeuchtung.

287
3981-3.book Seite 288 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

16 Regelung von raumlufttechnischen Anlagen

Luftqualitätsregelung
Die Bestimmung der Luftqualität als Istzustand im Raum ist aufgrund der Vielzahl von Ein-
flussfaktoren auf die Raumluftqualität sehr schwierig. Als Schadstoffe kommen dabei Koh-
lendioxid, Wasserdampf und diverse Geruchs- und Ekelstoffe, die durch den Menschen bei
seinem Aufenthalt im Raum abgegeben werden, in Betracht. Weiterhin werden in Räumen
mit noch bestehender Raucherlaubnis giftige Stickstoffoxide, Kohlenmonoxid und diverse
andere chemische Dämpfe durch die Raucher an die Raumluft abgegeben.
Mit Hilfe eines Luftqualitätsfühlers wird dabei über die Regelung durch eine Verstellung der
Luftklappen der Außenluftanteil der Zuluft so lange erhöht, bis die geforderte Raumluft-
qualität erreicht wird. Als Luftqualitätsfühler können dabei entweder Kohlendioxid- oder
Mischgas- Fühler zum Einsatz kommen. Die Bestimmung des Kohlendioxidanteils in der
Raumluft wird meist in Räumen mit hoher Personenfrequentierung realisiert, in denen
Rauchverbot herrscht. Dagegen eignet sich die Bestimmung der Raumluftqualität nach der
Mischgasmethode für Räume mit Raucherlaubnis.
Durch den Einsatz einer Luftqualitätsregelung kann eine bedarfsgerechte, an die jeweilige
Raumnutzung angepasste Lüftung erreicht werden. Dadurch kann es zu Einsparungen an Be-
triebskosten gegenüber dem relativ starren, rein temperaturabhängigen Betrieb von bis zu
60% kommen. Diese Regelung kann Änderungen der Raumbelegung und -nutzung schnell er-
kennen und durch eine Beeinflussung der jeweiligen Luftaufbereitungsvariante ausgleichen.

Laufüberwachung des Ventilators


Die Funktionsüberwachung am Ventilator erfolgt über eine Differenzdrucküberwachung
mittels Druckdosen. Kommt es nach dem Anlaufen des Ventilators nicht zum notwendigen
Aufbau des Differenzdrucks, wird der Ventilator wieder außer Betrieb gesetzt und eine Stö-
rungsmeldung am Regelungsdisplay ausgegeben.
Für drehzahlgesteuerte Ventilatoren wird eine elektronische Drehzahlüberwachung in Form
eines Überwachungssensors eingesetzt. Steigt die Ventilatordrehzahl nicht in vorgegebe-
nem Maße nach dem Anlaufen des Ventilators an, wird dieser abgeschaltet und die entspre-
chende Störungsanzeige erscheint im Display der Regelung.

Filterüberwachung
Mit ansteigender Abscheidung der Schadstoffe kommt es im Filter zu einem Anstieg des
Druckverlustes im Filter. Bei einem Anstieg des Druckverlustes im Filter, gemessen durch
einen Differenzdruckschalter (Druckdose), über die zulässige Enddruckdifferenz wird der not-
wendige Filterwechsel im Regelungsdisplay angezeigt. Eine Geräteabschaltung erfolgt dabei
nicht.

Brandschutzüberwachung
Die Auslösung einer Rauch- oder Brandschutzklappe wird über einen potentialfreien Kontakt
an die Regelung weitergeleitet. Danach werden die Ventilatoren abgeschaltet und die Klap-
pen geschlossen.

288
3981-3.book Seite 289 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

16.2 Spezielle Fühlerarten

Überwachung von Elektroheizregistern


In Elektroheizregistern muss der minimale Volumenstrom bei einer Mindestströmungs-
geschwindigkeit zur Absicherung einer maximalen Oberflächentemperatur gewährleistet
werden. Weiterhin müssen diese Bauteile durch einen Temperaturwächter und einen Sicher-
heitstemperaturbegrenzer überwacht werden. Dazu kommen, neben den üblichen Tempera-
turfühlern, Windfahnenschalter zum Einsatz.

16.2 Spezielle Fühlerarten

16.2.1 Kanaltemperatur- und -feuchtefühler


Kanaltemperaturfühler werden als Zu-, Ab-, und Außenluftfühler in allen Arten von Luftlei-
tungen eingesetzt. Die Temperaturbestimmung erfolgt dabei durch einen innenliegenden
Sensor, der ein temperaturabhängiges Widerstandsignal abgibt. Kombinierte Fühler kön-
nen als Temperatur-/Feuchtefühler gleichzeitig die relative Luftfeuchtigkeit und die
Lufttemperatur messen. Bei der Montage der Kanalfühler ist zu beachten, dass die Luftge-
schwindigkeit im Bereich der Messung nicht Werte über 10 m/s annimmt, da sonst Messto-
leranzen auftreten können. Dichten Sie nach dem Einbau des Fühlers die Messöffnungen
wieder komplett ab. Besonders im Unterdruckbereich von Luftleitungen (Saugbereich) kann
es durch eine Falschluftansaugung zu Messfehlern kommen. Beachten Sie weiterhin bei der
Feuchtemessung nach Luftbefeuchtern die notwendige Befeuchtermessstrecke. Diese
stellt den notwendigen Abstand zwischen Luftbefeuchter und Messorgan dar, in dem die
Wasserzuführung durch die Luft vollständig aufgenommen wird. Bei einer Montage des
Fühlers innerhalb eines zu kurzen Abstandes zum Befeuchter kommt es zur Kondensation
von Feuchtigkeit am Messorgan und damit zu hohen Messfehlern. Bestimmen Sie diese
Strecke immer vor dem Einbau des Feuchtefühlers mit dem Gerätehersteller, nur so lassen
sich entsprechende Messfehler vermeiden.
Falls es in Luftleitungen oder Bauteilen zu Luftschichtungen mit Bereichen unterschiedli-
cher Temperatur kommen kann (Mischkammern, Wärmeübertrager oder Wärmerückgewin-
ner), ist für eine genaue Temperaturbestimmung der Einsatz eines Mittelwertfühlers
notwendig. Dabei werden an verschiedenen Stellen im Luftströmungsquerschnitt (häufig 4
bis 6 Sensoren) die Lufttemperaturen gemessen und zu einem Mittelwert berechnet. Auf
diese Weise können Messfehler, die durch eine Punktmessung entstehen können, vermieden
werden. Zur Montage der Mittelwertfühler wird die Fühlerdurchführung auf der erstellten
Bohrung in der Leitungswandung befestigt. Danach werden die Fühlerhalter gleichmäßig
über den gesamten Strömungsquerschnitt verteilt, die Fühlerleitung (Fühlerrute) wird
durch die Manschette geführt und an den Haltern montiert. Beachten Sie dabei, dass der
Fühler die Leitungswandungen nicht berührt, es sollte ein Mindestabstand von 50 mm ein-
gehalten werden. Die Installation des Mittelwertfühlers nach einem Befeuchter muss
immer nach dem Tropfenabscheider erfolgen.

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3981-3.book Seite 290 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

16 Regelung von raumlufttechnischen Anlagen

Bild 16.3: Kanalfühler (Fa. Honeywell Bild 16.4: Kanaltemperatur- und Feuchtefühler
GmbH) (Fa. ConSens GmbH)

Bild 16.5: Mittelwert-Temperaturfühler (Fa. Honeywell GmbH)

Bild 16.6: Montageschema eines Mittelwertfühlers

16.2.2 Außentemperatur- und feuchtefühler


Dieses Bauteil wird als Führungsfühler für witterungsgeführte Regelungen eingesetzt.
Dabei wird der Außentemperaturfühler entweder als reiner Temperatur- oder als kombinier-

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3981-3.book Seite 291 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

16.2 Spezielle Fühlerarten

ter Temperatur-Feuchtigkeitsfühler verwendet. Die Anbringung erfolgt meist an einer nord-


oder nordwestlich ausgerichteten Wand des Gebäudes, dabei ist sicherzustellen dass der
Fühler nicht von direkter Sonneneinstrahlung beaufschlagt werden kann. Dies kann durch
eine zusätzliche Schutzhaube erreicht werden. Falls alle Fenster der Räume, die durch die
raumlufttechnische Anlage beaufschlagt werden, in einer Himmelsrichtung liegen, muss der
Außenfühler auch an dieser Außenwand angebracht werden.
Der Fühler sollte nie in einer geschützten Lage montiert werden. Sämtliche auftretenden
Witterungseinflüsse müssen erfassbar sein. Eine Montage in Mauernischen, unter Balkonen
oder über Fenstern und Türen muss vermieden werden, da eventuell abströmende Warmluft
das Messergebnis verfälscht. Als bevorzugte Montagehöhe sollte bei Gebäuden bis zu 3 Voll-
geschossen ca. 2/3 der Fassadenhöhe und bei höheren Gebäuden ein Standort zwischen dem
2. und 3. Geschoss gewählt werden. Als weiterer Standort ist der Außenluftkanal in der Nähe
der Außenluftansaugung nutzbar.

Bild 16.7: Außentemperaturfühler Bild 16.8: Kombinierter Außentemperatur- und


(S+S Regeltechnik GmbH) Feuchtefühler (Fa. ConSens GmbH)

16.2.3 Raumtemperaturfühler

Bild 16.9: Raumtemperaturfühler (S+S Regeltechnik GmbH)

Durch Raumtemperaturfühler wird die repräsentative Raumtemperatur erfasst. Der Monta-


geort für den Fühler ist so zu wählen, dass er sich in der Luftzirkulation des Raumes befin-

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3981-3.book Seite 292 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

16 Regelung von raumlufttechnischen Anlagen

det. Darum sollte er nicht in einer toten Ecke des Raumes oder direkt neben einer Tür bzw.
einem Fenster angebracht werden. Bei der Montage des Fühlers auf massiven Betonwänden
muss zwischen Fühler und Wand eine dämmende Unterlage eingelegt werden. Grundsätz-
lich müssen alle maßgeblichen Temperatureinflüsse wie Sonneneinstrahlung, Kaminwände,
elektrische Geräte, Heizkörper oder auch der Zuluftvolumenstrom auf den Raumfühler ver-
mieden werden. Als günstiger Montagestandort sollte eine Höhe von ca. 1,30 bis 1,60 m und
ca. 50 cm von der nächsten Wand entfernt in einem genutzten Bereich mit einer mittleren
Raumtemperatur gewählt werden. Eine weitere Bestimmung der Raumtemperatur ist durch
Messung des Abluftzustands mit einem Kanalfühler möglich.

16.2.4 Frostschutzthermostate
Durch Frostschutzthermostate wird die Temperatur nach warmwasserbeheizten Lufterhit-
zern bestimmt. Unterschreitet die Temperatur den voreingestellten Wert, wird das bereits
beschriebene Prozedere zum Schutz des Luftheizers eingeleitet. Durch einen festen
Anschlag an der Einstellspindel des Thermostates bei ca. 3 °C wird verhindert, dass fälsch-
licherweise Temperaturen unterhalb des Gefrierpunktes eingestellt werden können. Zur
besseren Absicherung gegen das Verstellen der vorgewählten Auslösetemperatur sind
die meisten Frostschutzfühler plombierbar ausgeführt. Kommt es infolge einer Beschädi-
gung zum Bruch des Kapillarrohres wird Frostalarm ausgelöst und die Anlage abgeschal-
tet. Im Kapillarrohr wird auf Längen von 3 m, 6 m oder auch 12 m die Temperatur über die
ganze Rohrlänge erfasst. Bei einer Unterschreitung der eingestellten Temperatur an einer
beliebigen Stelle des Rohres wird die Frostschutzschaltung aktiviert. Erst nach einem An-
stieg der Lufttemperatur auf ca. 8 bis 10 °C ist die Frostschutzschaltung wieder entriegelbar.

Bild 16.10: Frostschutzfühler mit Kapillarrohr im aufgewickelten Zustand (Fa. Honeywell GmbH)

Die Montage des Frostschutzfühlers erfolgt lageunabhängig über die gesamte Luftströ-
mungsfläche des Wärmeübertragers. Um das Brechen des Kapillarrohres zu verhindern,
muss es beim Abwickeln am Knickschutz des Membrantopfs im Schaltgerät festgehalten
und danach über spezielle Distanzhalteklammern auf der warmen Seite des Lufterhitzers

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3981-3.book Seite 293 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

16.2 Spezielle Fühlerarten

befestigt werden. Um Wärmestrahlungseinflüsse des Wärmeübertragers zu vermeiden,


sollte der Frostschutzfühler einen Mindestabstand von 50 mm zur Wärmeübertragerfläche
haben. Der Mindestbiegeradius sollte dabei nicht kleiner als 50 mm sein. Wird das Fühlerrohr
durch Blechwandungen geführt, muss der Schutz gegen das Durchscheuern mit einer
Umhüllung durch eine Gummitülle erfolgen. Der Fühler sollte im Luftstrom auf seiner kom-
pletten Länge von Luft umspült werden, dabei erfolgt die Verlegung des Kapillarrohres
immer quer zu den Wärmeübertragerrohren. Bei nicht komplett benötigten Fühlerlängen ist
es günstig, diese zu Ringen mit einem Mindestdurchmesser von 10 cm aufzurollen. Die
Umgebungstemperatur des Schaltgeräts und eventuell außerhalb des Luftstroms verlegter
Kapillarohrstrecken darf die eingestellten Schaltpunkt nicht unterschreiten, da es auch in
diesem Bereich zum Auslösen des Frostschutzes kommen kann. Eine optimale Funktions-
prüfung des Thermostates ist durch die Verlegung einer ca. 20 bis 30 cm langen Kapillarrohr-
schlaufe außerhalb des Luftstroms möglich. Wird diese zum Funktionsnachweis des
Frostschutzes in Eiswasser oder Eiswürfel getaucht, muss das Thermostat auslösen. Beachten
Sie weiterhin, dass Wärmeübertrager häufig ausziehbar gestaltet werden. Die notwendige
elektrische Verkabelung muss dem »Auszugsweg« des Wärmeübertragerblocks folgen kön-
nen.

16.2.5 Sicherheitstemperaturbegrenzer
Sicherheitstemperaturbegrenzer werden in Lüftungsanlagen meist zur Absicherung von
elektrischen Heizregistern und direkt befeuerten Lufterhitzern eingesetzt. Dabei wird die
notwendige Abschalttemperatur am Begrenzer meist werkseitig fest eingestellt. Nach dem
Auslösen muss die Temperatur in der Regel mindestens um 20 K absinken, um eine Entrie-
gelung des Begrenzers zu erreichen. Weiterhin kann der Temperaturbegrenzer als Minimal-
oder Maximalthermostat zur Überwachung des Zuluftvolumenstroms verwendet werden.

Bild 16.11: Bauarten von Temperaturbegrenzern für den Leitungseinbau (Fa. S+S Regeltechnik GmbH)

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3981-3.book Seite 294 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

16 Regelung von raumlufttechnischen Anlagen

16.2.6 Windfahnen-Relais

Bild 16.12: Windfahnen-Relais (Fa. S+S Regeltechnik GmbH)

Durch Windfahnenrelais wird die Strömung in Luftleitungen überwacht. Sie werden haupt-
sächlich zur Absicherung von Ventilatoren, elektrischen Heizregistern und direkt befeuerten
Lufterhitzern genutzt. Durch die eingesetzte Mechanik wird garantiert eine genaue Luft-
strombestimmung erreicht.

16.2.7 Luftströmungsfühler

Bild 16.13: Luftströmungsfühler Bild 16.14: Luftströmungsfühler für


(Fa. S+S Regeltechnik GmbH) Kanaleinbau (Fa. S+S Regeltechnik
GmbH)

Eine Alternative zum Windfahnenrelais stellt der elektronische Luftstromwächter dar. Durch
dieses Bauteil werden ebenfalls Ventilatoren, Stellklappen und elektrische Lufterhitzer, aber

294
3981-3.book Seite 295 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

16.2 Spezielle Fühlerarten

auch Befeuchter überwacht. Sehr häufig werden diese Fühler im kombinierten Einsatz mit
DDC-Anlagen genutzt. Nach Anlegen der Betriebsspannung und dem Aufbau der notwendi-
gen Strömungsgeschwindigkeit innerhalb der voreingestellten Einschaltverzögerung, zieht
das Relais an und die nachfolgenden Aggregate werden freigegeben. Wird die Strömung
nicht im notwendigen Maße aufgebaut, schaltet die Anlage automatisch auf Alarm und der
weitere Betrieb wird bis zur Entriegelung unterbunden. Damit kann ein Betrieb des Heizers
oder Befeuchters ohne vorliegende Luftströmung sicher verhindert werden. Der günstigste
Einsatzort besteht in Bereichen mit möglichst hohen Luftgeschwindigkeiten (z.B. Leitungs-
reduzierungen), da dort der Fühler auf ein Abfallen des Luftstroms besonders genau
anspricht.

16.2.8 Luftqualitätsfühler, Messgeräte zur Kohlendioxidmessung


Durch diese Fühler wird die Luftqualität als Messgröße in den Regelprozess einbezogen. Es
ist dadurch möglich, entweder die allgemeine Qualität der Raumluft oder aber die in ihr ent-
haltenen Schadgasanteile (z.B. Kohlendioxid) zu messen. Damit kann besonders schnell auf
eventuell auftretende Luftverschmutzungen im Raum reagiert und die entsprechende Luft-
aufbereitung, z.B. durch eine erhöhte Zuführung von Außenluft, verändert werden. Als Luft-
qualitätsfühler kommen entweder Fühler zur Bestimmung der Kohlendioxidkonzentration in
der Raumluft (Pettenkofer-Maßstab) oder VOC-Mischgas-Fühler (Volatile Organic Com-
pound) zum Einsatz. Die Verwendung der Fühler wurde bereits erläutert. Die Platzierung die-
ser Fühler kann entweder im Raum oder als Kanalfühler direkt in der Abluftleitung erfolgen.
Die optimale Montageposition des Fühlers befindet sich dabei aufgrund der höheren Genau-
igkeit und Ansprechgeschwindigkeit im Raum. Der Standort sollte sich, wie bereits für den
Raumtemperaturfühler beschrieben, an einer repräsentativen Stelle des Aufenthaltsberei-
ches befinden.

Bild 16.15: Kanalluftqualitätsfühler Bild 16.16: Raumluftqualitätsfühler


(Fa. S+S Regeltechnik GmbH) (Fa. Honeywell GmbH)

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3981-3.book Seite 296 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

16 Regelung von raumlufttechnischen Anlagen

Beim Einsatz des VOC-Fühlers muss vor seiner Inbetriebnahme eine individuelle Anpassung
bzw. Optimierung auf die im Raum auftretenden Einflüsse erfolgen, da der Fühler werkssei-
tig nur auf einen allgemeinen Grenzwert eingestellt werden kann. Durch den Fühler kann
kein Unterschied zwischen angenehmen und unangenehmen Geruchsfaktoren erfolgen,
darum muss die Anpassung individuell mit dem Bauherrn bzw. Nutzer entsprechend der
empfundenen Luftqualität erfolgen. Dazu wird der Fühler bei als angenehm empfundenen
Luftverhältnissen im Raum auf ein Mindestausgangssignal (entsprechend Herstelleranga-
ben) eingeregelt. Steigt danach infolge einer Verschlechterung der Raumluftqualität die Sig-
nalausgabe an, muss durch die Regelung darauf entsprechend reagiert werden. Die Montage
des Fühlers sollte in einem Mindestabstand von ca. 70 mm zu Temperatur- oder Feuchtefüh-
lern erfolgen, da durch das im VOC-Fühler eingesetzte beheizte Messelement Messfehler an
anderen Fühlern hervorgerufen werden können.

16.2.9 Differenzdruckfühler
Der Differenzdruckfühler wird für die Überwachung von Filtern oder Ventilatoren genutzt.
Dabei wird beim Einsatz als Differenzdruckwächter im Filter die Druckdifferenz in Abhängig-
keit von der Filterbeaufschlagung mit Staub gemessen und beim Erreichen der maximalen
eingestellten Druckdifferenz eine Signalausgabe zum Filterwechsel ausgelöst. An riemenge-
triebenen Ventilatoren lässt sich durch den Differenzdruckfühler eine einfache Kontrolle zur
Überwachung des Antriebsriemens (auf ein eventuelles Reißen) durchführen. Der Auslöse-
wert des Fühlers lässt sich bei den meisten Geräten sehr einfach durch einen Schraubendre-
her einstellen. Der Anschluss des Differenzdruckwächters an den Filter bzw. den Ventilator
erfolgt über ein Anschlussset, bestehend aus PVC-Schlauch und Kunststoffanschlussnip-
peln. Druckfühler können nicht in jeder Einbaulage montiert werden, deshalb sind bei der
Installation dieser Bauteile dringend die Vorschriften der Hersteller zu beachten! In den
Kunststoffanschlussleitungen ist die eventuelle Bildung von Kondensat zu vermeiden, da
dies die Messergebnisse stark verfälschen kann. Beachten Sie auch bei diesen Fühlern die
genaue Abdichtung der Messnippel zur Vermeidung von Falschluftansaugung und dass die
Druckmessstellen nicht durch strömungstechnische Hindernisse beeinflusst werden.

Bild 16.17: Anschlüsse am Differenzdruckfühler Bild 16.18: Einstellskala am


(S+S Regeltechnik GmbH) Differenzdruckwächter (Fa. Karl
Dungs GmbH & Co. KG)

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3981-3.book Seite 297 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

16.2 Spezielle Fühlerarten

16.2.10 Anlegetemperaturfühler
Diese Fühler erlauben eine einfache und preiswerte Messung von Temperaturen strömender
Medien. Ihr Einsatz erfolgt häufig als Anlegethermometer an Warm- bzw. Kaltwasserrohrlei-
tungen bzw. kältemittelführende Leitungen zum Anschluss am Luftheizer oder -kühler. Die
Temperaturmessung erfolgt dabei durch die Kontaktfläche des Fühlers direkt an der Rohrau-
ßenfläche, die durch das mitgelieferte Spannband direkt an der Rohroberfläche befestigt
wird. Verwenden Sie für die optimale Anlegung des Kontaktes an die Rohrleitungsoberfläche
möglichst Wärmeleitpaste und beachten Sie, dass die Oberfläche möglichst von eventuellen
Farbanstrichen befreit ist! Fremdwärmeeinflüsse sind unbedingt zu vermeiden, da sie das
Messergebnis stark beeinflussen können.

Bild 16.19: Anlegetemperaturfühler zum direkten Rohrleitungsanbau (Fa. S+S Regeltechnik GmbH)

16.2.10.1 Tauchtemperaturfühler

Bild 16.20: Tauchtemperaturfühler (Fa. S+S Regeltechnik GmbH)

Der Einbau des Tauchtemperaturfühlers erfolgt direkt in das strömende Medium. Dadurch
wird der Fühler immer direkt von der temperaturgebenden Flüssigkeit umspült, sodass
Ungenauigkeiten oder Messfehler, wie sie teilweise infolge des fehlerhaften Einsatzes von
Anlegefühlern auftreten können, vermieden werden. Der Fühler sollte optimalerweise auf-
grund der Verwirbelung der Flüssigkeit direkt in einen Rohrbogen entgegen der Strömungs-

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3981-3.book Seite 298 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

16 Regelung von raumlufttechnischen Anlagen

richtung eingesetzt werden. Kontrollieren Sie immer die korrekte Montage der Kontakt- oder
Tauchtemperaturfühler, falls die Montage nicht durch Sie sondern durch das Heizungsge-
werk erfolgt. Für die korrekte Erfassung der notwendigen Regelungsdaten sind Sie verant-
wortlich.

16.2.11 Klappenantriebe

Bild 16.21: Klappenantrieb (Fa. Belimo GmbH) Bild 16.22: Montage des Klappenantriebes
(Fa. Belimo GmbH)

Klappenstellantriebe werden zum Öffnen und Verschließen von Luftleitungen sowie zur
Regelung von Luftvolumenströmen durch Luftklappen eingesetzt. Je nach Nutzungsart kön-
nen die Antriebe als 2-Punkt-Regler im Auf/Zu-Prinzip, als 3-Punkt-Regler im Auf/Zu-Prin-
zip mit Zwischenstellung (meist bei 50% Öffnung) und als stetiger Regler verwendet
werden. Beim häufigsten Einsatz als stetiger Regler erfolgt die Ansteuerung des Antriebes
durch ein Normstellsignal (häufig 0 bis 10V), d. h. der Antrieb öffnet bzw. schließt die Klap-
pen auf die dem Signal entsprechende Stellung von 0 bis 100 %. Zur Kontrolle bzw. zum
Handverschluss der Luftklappen kann am Klappenantrieb das Getriebe durch einen Druck-
knopf ausgerastet werden. Die notwendige Laufzeit des Antriebes kann direkt am Antriebs-
körper eingestellt werden.
Die Montage des Antriebes erfolgt direkt auf der Klappenachse mit einem Universalklemm-
bock, zum Gegenhalten des Antriebskörpers wird dieser direkt auf der Leitungswandung
arretiert (siehe Abbildung 16.22). Die meisten heute eingesetzten Antriebe sind überlastsi-
cher, sodass kein Endschalter benötigt wird. Der Klappenstellantrieb bleibt beim Erreichen
der Endstellung stehen. Beachten Sie bei der Auswahl des Antriebes unbedingt das für die
jeweilige Klappe notwendige Antriebsmoment!

16.3 Operativ eingesetzte Messtechnik

Diese Messtechnik wird zur Einregulierung bzw. für eventuell geforderte Leistungsmessungen
an raumlufttechnischen Anlagen eingesetzt. Im Zuge dieser Tätigkeiten sind hauptsächlich die
Bestimmung der Luftgeschwindigkeiten, der Volumenströme und der Schallemissionen
erforderlich. Die dafür notwendigen Messgeräte werden hier repräsentativ vorgestellt.

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3981-3.book Seite 299 Mittwoch, 18. November 2015 10:23 10

16.3 Operativ eingesetzte Messtechnik

16.3.1 Anemometer
Diese Messgeräte werden hauptsächlich zur Bestimmung der Strömungsgeschwindigkeit in
Luftleitungen verwendet. Als wichtigste Bauarten werden dabei die Flügelradanemometer
und die Hitzdrahtanemometer eingesetzt.
Im Flügelradanemometer wird eine sich im Flügelradkopf befindliche Flügelradsonde in den
Luftstrom eingebracht und durch die Luftströmung in Drehung versetzt. Je nach Größe der
Messöffnung bzw. der Fläche des zu messenden Luftdurchlasses können verschieden große
Flügelradköpfe eingesetzt werden.
Durch das Hitzdrahtanemometer wird die Änderung des elektrischen Widerstandes eines
umströmten Drahtes für die Messung der Luftgeschwindigkeit genutzt. Dabei wird die vom
erhitzten Draht an den Luftstrom abgegebene Wärme als das Maß für die Bestimmung der
Strömungsgeschwindigkeit verwendet.

Bild 16.23: Flügelradanemometer Bild 16.24: Hitzdrahtanemometer


(Fa. Airflow GmbH)

Mit Hitzdrahtanemometern ist eine sehr schnelle und sehr genaue Messung der Luftge-
schwindigkeit möglich, während die Flügelradmodelle erst eine kurze Anlaufzeit bis zur
genauen Bestimmung des Messwerts benötigen. Die Hitzdrahtfühler reagieren sehr emp-
findlich auf eventuelle Verunreinigungen und sind stoßempfindlich, dagegen stellt die Vari-
ante der Flügelradmessung die etwas robustere Messmethode dar.
Bei einem Einsatz der Geräte in größeren Leitungsquerschnitten können Messungen an
mehreren Punkten des Strömungsquerschnittes durchgeführt und der entsprechende
Durchschnittswert berechnet werden. Je mehr Punkte im Querschnitt gemessen werden,
desto genauer wird das Ergebnis ausfallen. Moderne Messgeräte bieten aber auch die Mög-
lichkeit, den Strömungsquerschnitt während der Messung langsam zu »überfahren« und
damit eine Mittelwertmessung durchzuführen. Durch die Eingabe der Querschnittsfläche am
Messgerät kann der jeweilige Volumenstrom im Display des Geräts ausgegeben werden.

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16 Regelung von raumlufttechnischen Anlagen

16.3.2 Volumenstromhauben

Bild 16.25: Volumenstromhaubensystem (Fa. Airflow GmbH)

Während die Anemometer eine kostengünstige Variante zur Bestimmung der Luftgeschwin-
digkeit und des durchgesetzten Volumenstroms darstellen, sind die Volumenstromhauben
eine kostenintensivere, aber auch wesentlich genauere Variante zur Ermittlung der Volumen-
ströme an Luftdurchlässen. Die Problematik einer genauen Geschwindigkeitsbestimmung am
Luftdurchlass und damit die Berechnung des Volumenstroms stellt sich bei diesem Messge-
rät sehr einfach dar. Besonders bei Dralldurchlässen ist die Methode der Messung mit der
Volumenstromhaube die eindeutig genauere und damit bessere. Besonders gut lässt sich der
Abgleich von mehreren Luftdurchlässen mit der Haube durchführen, da die einzelnen Messer-
gebnisse gespeichert und über einen Computer weiterverarbeitet werden können. Die Volu-
menstromhaube kann aufgrund der verschiedenen einsetzbaren Haubenformen für die
unterschiedlichsten Durchlässe im Zu- und Abluftbetrieb eingesetzt werden. Der Luftvolu-
menstrom wird in der trichterförmigen Haube zusammengefasst und durch den definierten
Querschnitt im Basisteil geführt. Im Basisteil erfolgt dabei die Messung des jeweiligen Volu-
menstroms.

16.3.3 Schallpegelmessgeräte
Besonders zur Dokumentation einer vom Auftraggeber geforderten Leistungsmessung an
raumlufttechnischen Anlagen ist der Einsatz eines Schallpegelmessgeräts erforderlich. Die
Schallpegelmessung wird besonders im durch die Anlage versorgten Raum, in der raumluft-
technischen Zentrale bzw. in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft durchgeführt. Sehr häufig
werden dabei Handschallpegelmessgeräte verwendet, da sich ihre Nutzung sehr einfach dar-
stellt. Moderne Messgeräte verfügen heute über interne Speicherkarten. Dadurch können
die jeweiligen Messergebnisse schnell durch eine spezifische Software in den Computer ein-
gelesen und nach einer entsprechenden Weiterverarbeitung ausgedruckt werden. Die Adap-
tierung der physikalischen Messergebnisse über entsprechende zuschaltbare Filter (z.B. A-
Bewertung) ist mit aktuellen Handpegelmessern problemlos möglich.

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16.3 Operativ eingesetzte Messtechnik

Bild 16.26: Handschallpegelmessgerät (Fa. Airflow GmbH)

16.3.4 Leckprüfgeräte
Durch Leckprüfgeräte wird der Leckluftvolumenstrom in ganzen Luftleitungssystemen oder
einzelnen Abschnitten bestimmt. Durch die Leckagenkontrolle können Energieverluste und
das unkontrollierte Zu- oder Abströmen von Luftvolumenströmen vermieden werden. Durch
den im Leckagenprüfgerät enthaltenen drehzahlregelbaren Ventilator wird im zu prüfenden
Leitungsabschnitt ein entsprechender Prüfdruck aufgebaut und über eine vorgegebene Zeit-
dauer (Mindestdauer 3 Minuten) gehalten. Zur Messung werden auf der Saugseite des Ven-
tilators eine Ansaugdüse und an einem Luftdurchlass ein Ausblasadapter angebracht. Die
übrigen im Leistungssystem befindlichen Luftdurchlässe werden dicht verschlossen.
Das ermittelte Leckagevolumen wird durch das Messgerät direkt ermittelt und angegeben.
Durch den Einsatz von Rauchpatronen können die auftretenden Leckagestellen sichtbar
gemacht werden.

Bild 16.27: Leckprüfgerät mit Transportwagen (Fa. Airflow GmbH)

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17 Inbetriebnahme und Einregulierung der


raumlufttechnischen Anlage

17.1 Abschluss der Baustelle – Reinigung des Bauumfeldes

Der Abschluss der Arbeiten an einer Anlage stellt für jeden Monteur ein Erfolgserlebnis dar,
besonders dann, wenn die Arbeit auf der Baustelle und die Zusammenarbeit mit dem Bau-
herrn, dem Fachplaner und den anderen am Bau beteiligten Gewerken problemlos verlief.
Dabei ist jedoch besonders zu beachten, dass eine optimal abgeschlossene Bauleistung sich
nicht nur auf eine gut funktionierende Anlage beschränkt, sondern auch das entsprechende
Arbeitsumfeld von den Resten und Abfallprodukten des Montageprozesses gereinigt wer-
den muss. Schon oft wurde der gute Ruf einer Firma durch die Unachtsamkeit von Monteu-
ren geschädigt, indem nach einer guten Montageleistung sämtlicher Müll der Firma im
Bereich der Baustelle verblieb bzw. an vermeintlich nicht sichtbaren Orten des Bauumfeldes
verklappt wurde. Bedenken Sie immer dabei, dass sich leider nichts so lange hält, wie eine
schlechte Abschlussleistung und der damit verbundene miserable Ruf der Firma. Achten Sie
auch besonders beim Beräumen der Baustelle auf die Trennung der einzelnen Baustoffe. Im
Container achtlos verklappter Mischmüll kann sehr teuer werden! Schon die einfache Tren-
nung der Baureste in Metall, Kunststoffe und Pappe/Papier kann erheblich Kosten sparen,
zudem inzwischen Rohstoffhändler besonders Metallreste zu guten Preisen wieder auf-
kaufen.

17.2 Reinigung der raumlufttechnischen Anlage

Bei jeder Bauleistung entsteht Schmutz. Dieser setzt sich besonders auf großflächigen und
in großvolumigen Bauteilen ab. Darum muss die raumlufttechnische Anlage nach Abschluss
der Montagearbeiten aus Gründen der Hygiene, aber auch zur Vermeidung der Verschmut-
zung von Wärmeübertragern, Fühlern und anderen Bauteilen gründlich gereinigt werden.
Das Reinigungsprozedere wird in den hygienischen Anforderungen an raumlufttechnische
Anlagen (VDI 6022) genau geregelt. Entsprechend dieser Norm kann eine Anlage als sauber
eingestuft werden, wenn die luftführenden Flächen besenrein sind und keine Feucht-
strecken nachweisbar sind. Zur Reinigung der Anlage sind die notwendigen Reinigungsöff-
nungen in entsprechend ausreichender Zahl vorzusehen, damit diese Tätigkeit ohne
tiefgreifende Demontage von Bauteilen durchgeführt werden kann. Die notwendigen Größen
für Reinigungs- und Revisionsöffnungen in runden und rechteckigen Luftleitungen nach VDI
6022 sind nachfolgend dargestellt:

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17 Inbetriebnahme und Einregulierung der raumlufttechnischen Anlage

Tabelle 17.1: Revisionsöffnungen für runde Luftleitungen

Durchmesser D in mm Minimale Abmessungen der Öffnungen in mm


A B
200–315 300 100
300–500 400 200
! 500 500 400
für Personeneintritt 600 500

Tabelle 17.2: Revisionsöffungen für rechteckige Luftleitungen

Kantenlänge s in mm Minimale Abmessungen der Öffnungen in mm


A B
s d 200 300 100
200  s d500 400 200
s ! 500 500 400
für Personeneintritt 600 500

Der Einbau von Revisionsöffnungen muss zusätzlich an folgenden Komponenten erfolgen:

Bauteil Einbauort
Regelklappen beidseitig
Brandschutzklappen einseitig
Heiz-/Kühlregister beidseitig
Rundschalldämpfer einseitig
Kanalschalldämpfer beidseitig
Wärmerückgewinner beidseitig

Vor der ersten Inbetriebnahme ist das Zentralgerät durch Aussaugen mit einem Industriesau-
ger bzw. bei Erfordernis entsprechend der Anlagenqualität durch eine Wischdesinfektion zu
reinigen. So ist z.B. beim Einsatz von Schwebstofffiltern das Auswischen der luftführenden
Bauteile auf der Reinluftseite erforderlich. Gleichzeitig sollte mit darauf geachtet werden, ob
alle Transportsicherungen, die provisorischen Abdeckungen sowie alle Aufkleber bzw. Hinweis-
schilder für die Bauteilmontage entfernt wurden. Kontrollieren Sie die Reinigung auf die

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17.3 Inbetriebnahme der Anlage – Überprüfung der Schalt- und Regelfunktionen

Gründlichkeit der Ausführung. Besonders beim Einsatz von empfindlichen Bauelementen kann
verbliebener Schmutz (z.B. Metallspäne) zur Beschädigung der Bauteile durch Korrosion füh-
ren. Anschließend wird das gesamte Kanalsystem mit erhöhter Geschwindigkeit durchgebla-
sen, um auch letzte verbliebene Bestandteile zu entfernen. Führen Sie dies möglichst
strangweise durch, um eine höhere Luftgeschwindigkeit zu erreichen bzw. um einzelne bereits
gereinigte Stränge nicht mehr zu kontaminieren. Nutzen Sie dafür die im Strangsystem ent-
haltenen Regel- und Absperrklappen bzw. auch evtl. eingesetzte Brandschutzklappen. Im Lei-
tungssystem enthaltene leicht verschmutzbare Bauteile wie Filter, Wärmeübertrager und
Tropfenabscheider sollten entweder noch nicht in die Anlage eingefügt sein bzw. durch
Bypässe umgangen werden. Ein einfacher Bypass ist durch die Verbindung von zwei Revisions-
klappen vor und nach dem jeweiligen Bauteil schnell einbaubar. Beachten Sie, dass das Durch-
blasen der Anlage nach Beendigung aller Bauleistungen der am Bau beteiligten anderen
Gewerke durchgeführt wird, um zu vermeiden, dass nach der Reinigung wieder ein Schmut-
zeintrag in das System erfolgt. Weiterhin sollte die Feinreinigung des Objektes noch nicht
durchgeführt sein, da durch die Luftauslässe der im Luftleitungssystem enthaltene Staub im
gesamten Gebäude wieder verteilt werden kann. Nach dem Reinigen kann die Anlage mit allen
empfindlichen Bauteilen, wie Fühlern, Filtern, Stellantriebe usw. komplettiert werden. Gleich-
zeitig können alle Bezeichnungsschilder sowie erforderliche Service- und Wartungsaufkleber
an der Technik angebracht werden. Zur Vermeidung von Diebstählen sollte dieser Zeitpunkt
kurz vor der Abnahme der Anlage liegen!

17.3 Inbetriebnahme der Anlage – Überprüfung der Schalt- und


Regelfunktionen

Zur Inbetriebnahme der Anlage müssen zuerst alle Reinigungsöffnungen und Bedientüren
auf ihren ordnungsgemäßen Verschluss überprüft werden. Achten Sie bei dieser Tätigkeit
noch einmal auf den korrekten Sitz aller Dichtungen und das damit verbundene dichte Ver-
schließen aller Öffnungen.
Danach muss überprüft werden, ob alle notwendigen Energieträger (Warm- und Kaltwasser,
Elektrozuleitungen, evtl. Kältemittel) fachgerecht angeschlossen und bei Bedarf entlüftet
sind. Gleichzeitig müssen die Entwässerungsanschlüsse auf dichten Sitz und die notwen-
dige Wasservorlage überprüft werden. Ein trockener und nicht aufgefüllter Siphon kann ein
gesamtes neues und gereinigtes System wieder kontaminieren!
Sind alle versorgungstechnischen Erfordernisse zur Zufriedenheit erfüllt, können die Schalt-
und Regelfunktionen der Anlage überprüft werden. Beginnen Sie zunächst mit einer einfa-
chen Kontrolle der Drehrichtungen der eingesetzten Ventilatoren. Anschließend können die
Brandschutzklappen auf ihre Schaltfunktion durch ein manuelles Auslösen der Klappen
überprüft werden. Ein zweiter Kollege sollte dabei die Anzeige der ausgelösten Brandschutz-
klappe am Display der Regelung überprüfen.

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17 Inbetriebnahme und Einregulierung der raumlufttechnischen Anlage

Durch das Auslösen der Ventilatorsicherung ist die Funktion der Strömungs- bzw. Windfah-
nenschalter überprüfbar. Danach muss bei gleichzeitigem Weiterbetrieb der Anlage die Stör-
meldung ca. 20 bis 60 Sekunden später im Display erfolgen.
Die Messung des Differenzdrucks am Filter kann durch das provisorische Abdecken des Bau-
teils mit einer Pappe oder einer Folie getestet werden. Auch bei diesem simulierten Anstei-
gen des Druckverlustes am Filter muss am Regelungsdisplay eine Störausgabe erfolgen.
Eine weitere Variante der Überprüfung des Differenzdruckreglers besteht in der Nutzung
einer medizinischen Spritze, die an die Wirkdruckleitung (Kunststoffschlauch) der Druckdose
angeschlossen wird. Danach ist durch die Spritze der Druck am Regler bis zum entsprechend
an der Anzeige eingestellten Schaltpunkt zu erhöhen. Erfolgt beim Erreichen dieses Drucks
keine Signalisierung am Display, muss die Druckdose nachgeeicht oder wegen eines Defektes
ausgetauscht werden.
Eine besonders wichtige Funktion hat die Frostschutzschaltung am Wärmeübertrager zum
Schutz dieser Geräte vor dem Einfrieren. Die Überprüfung des Frostschutzthermostates kann
durch eine außerhalb des Luftstroms verlegte Schlaufe des Kapillarrohres erfolgen. Nachdem
diese in einen Behälter mit Eiswasser getaucht wurde, muss das Thermostat entsprechend
seiner korrekten Einstellung auslösen.
Falls der Anlagennutzer oder Bauherr zum Zeitpunkt der Erstinbetriebnahme der Anlage
anwesend ist, sollte er möglichst von Ihnen darüber informiert werden, dass die dabei
erreichten Strömungsparameter sowie Zustandswerte von Temperatur und Feuchte noch
nicht den endgültigen Betriebszustand darstellen. Dieser kann erst nach einer Einregulierung
der Anlage erreicht werden. Diese einfache Information im Vorfeld kann Verwirrungen bzw.
Ärger vorbeugen.

17.4 Einregulierung der Anlage

Eine schlecht oder nicht durchgeführte Einregulierung der Anlage auf die erforderlichen
Volumenströme und Zustandswerte ist eine der häufigsten Ursachen für die schlechte oder
fehlerhafte Funktion von raumlufttechnischen Anlagen. Die Einregulierung der Anlage auf
die geforderten Werte sollte unbedingt von einem erfahrenen Monteur bzw. Techniker oder
Ingenieur durchgeführt werden.
Zur Bestimmung der im Zustand der Erstinbetriebnahme vorhandenen Luftmengen können
die beschriebenen Messgeräte eingesetzt werden. Für die Einregulierung sollte sich die
Anlage im fertigen Betriebszustand befinden. Eine unfertige Anlage mit fehlenden Bautei-
len kann nicht auf die geforderten Werte eingestellt werden. Messen Sie die erforderlichen
Volumenströme immer an gleichmäßig durchströmten Leitungsstrecken. Die Abweichungen
der letztendlich einregulierten Luftmengen von den vorgeschriebenen Werten darf nicht grö-
ßer als 10 bis 15 %, einschließlich auftretender Messfehler, sein.
Bestimmen Sie zuerst den Gesamtvolumenstrom in der Hauptleitung bzw. am Ventilator. Bei
einem zu hohen Wert kann eine Anpassung durch die beschriebenen Regelmaßnahmen erfol-

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17.5 Einweisung des Bedienpersonals

gen, bei einem zu geringen Volumenstrom kann die Anpassung am riemengetriebenen Venti-
lator durch einen Wechsel der Riemenscheiben erfolgen. Danach werden die Luftmengen der
Verteilleitungen gemessen. Diese werden durch eine Verstellung der Regelklappen auf die
erforderlichen Werte gedrosselt. Protokollieren Sie nach erfolgter Fertigstellung der Einregulie-
rung die einzelnen Werte der Luftleitungsstränge und übergeben Sie dieses Protokoll zur
Abnahme mit den restlichen Unterlagen an den Bauherrn.

17.5 Einweisung des Bedienpersonals

Die Qualität der Durchführung dieser Einweisung hat auf Ihre weitere Betreuung der Anlage
einen sehr großen Einfluss. Dem zukünftigen Anlagenbetreiber sollten die Anlagen- und Kon-
trollfunktionen, das Verhalten in Störungsfällen und die Eingabe erforderlicher Betriebs- und
Zustandsdaten möglichst genau und umfassend erläutert werden. Nur so lassen sich Fehlin-
terpretationen von Displayausgaben der Regelung, Hilflosigkeit bei Anlagenstörungen und
damit verbundene Unzufriedenheit mit dem Anlagenkonzept vermeiden. Die Einweisung des
Personals muss entsprechend den Festlegungen der VOB einmal erfolgen. Führen Sie auch
über diese Einweisung ein Protokoll, in dem die Anwesenheit des Bedienpersonals, die einzel-
nen Punkte der Anlagenbedienung und des Störungsverhaltens sowie der Zeitpunkt der Ein-
weisung dokumentiert werden. Weisen Sie den Betreiber der Anlage bei der Terminierung der
Einweisung darauf hin, dass möglichst alle den Anlagenbetrieb betreffenden Personen anwe-
send sein sollen. Weitere Termine sind kostenpflichtig. Gleichzeitig sollten zum Zeitpunkt der
Einweisung die notwendigen Bedienunterlagen an den zukünftigen Betreiber der Anlage über-
geben werden. Beachten Sie dabei, dass die Formulierung der Bedienanweisungen auch von
Nichtfachleuten verstanden werden muss, häufig sind z.B. Hausmeister für die weitere
Betreuung der Anlage zuständig. Gleichzeitig müssen am Gerät die notwendigen Serviceanga-
ben (Name der Firma und Telefonnummer des Servicetechnikers) möglichst als Aufkleber
angebracht werden.

17.6 Wartung der Anlage

Die notwendigen Arbeiten zur Anlagenwartung sind in der VDMA 24186 geregelt. Hier sind in
einer Auflistung der eingesetzten Bauteile die entsprechenden durchzuführenden Tätigkei-
ten aufgeführt. Für spezielle Bauteile sind weiterhin noch die Wartungsforderungen der Her-
steller zu beachten. Meist finden Sie diese Angaben direkt in der Produktverpackung, sie
sollten also nicht den gesamten »Papierkram« der Hersteller achtlos entsorgen. Sammeln
Sie die Wartungs- und Betriebsanweisungen und heften Sie diese im an der Anlage verblei-
benden Wartungshefter ab. Auszugsweise sollen hier die wichtigsten Leistungen dargestellt
werden:

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17 Inbetriebnahme und Einregulierung der raumlufttechnischen Anlage

Ventilatoren
Die Wartungsanforderungen an diese Bauteile wurde bereits im Kapitel Ventilatoren aus-
führlich erläutert.

Wärmeübertrager (allgemein):
• Prüfung auf Verschmutzungen im Luftströmungsbereich
• Prüfung der Leitungsanschlüsse des Vor- und Rücklaufes der Wärme- bzw. Kälteversor-
gung
• wasserseitige Entlüftung der Wärme- bzw. Kälteversorgung
• Prüfung der Entwässerung und des Siphons
• Reinigung des Luftströmungsbereiches bei Bedarf zur Gewährleistung der Gerätefunkti-
on

Luftfilter (allgemein):
• Prüfung auf Verschmutzungen, Beschädigungen und Korrosion im Luftströmungsbe-
reich
• Kontrolle der Differenzdruckmessung
• Filtermedium bei Bedarf wechseln bzw. reinigen bei regenerativen Filtern
• Reinigung der Filterzelle bei Bedarf zur Gewährleistung der Filterfunktion
• Prüfung des Filtermediums auf dichten Sitz
• Überprüfung der Filterfunktion

Luftbefeuchter (allgemein):
• Prüfung auf Verschmutzungen, Beschädigungen und Korrosion am Befeuchter
• Überprüfung des Wasseranschlusses und Kontrolle des Wasserstandes
• Reinigung des Befeuchters bei Bedarf zur Gewährleistung aller Befeuchterfunktionen
• Prüfung der Abschlämmvorrichtung
• Prüfung der Entwässerung und des Siphons
• Kontrolle der Schalt- und Regelorgane bzw. -funktionen
• Kontrolle und Reinigung von evtl. eingesetzten Düsen
• bei Dampfbefeuchtern Prüfung des Dampfzylinders, der Heizstäbe und der Dampfvertei-
lung
• Wechseln des Dampfzylinders am Dampfbefeuchter bei Bedarf

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17.6 Wartung der Anlage

Luftleitungssystem
• Prüfung auf Verschmutzungen, Beschädigungen und Korrosion im Luftströmungsbe-
reich
• Prüfung der Isolierung auf dichten Sitz und Beschädigungen, Kontrolle auf Kälte- oder
Feuchtebrücken
• Kontrolle aller Revisionsöffnungen auf dichten Verschluss
• Kontrolle aller flexiblen Verbindungen auf Dichtheit und Beschädigungen
• Kontrolle der Bauteilhalterungen

Brandschutzklappen:
• Prüfung der Auslöse- und Einrastvorrichtung auf Verschmutzungen, Beschädigungen und
Korrosion
• bei Bedarf Wechseln des Auslösers
• Kontrolle und bei Bedarf Reinigung des Klappenmechanismus zur Gewährleistung einer
einwandfreien Funktion
• Überprüfung der Stellungsanzeige

Jalousieklappen
• Prüfung auf Verschmutzungen, Beschädigungen und Korrosion
• Kontrolle und bei Bedarf Reinigung des Klappenmechanismus zur Gewährleistung einer
einwandfreien Funktion

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18 Anlagenausführung und Reinigung


entsprechend VDI 6022

Die VDI 6022 legt die hygienischen Anforderungen für den Betrieb von raumlufttechnischen
Anlagen für Büro-, Versammlungs- und vergleichbare Aufenthaltsräume fest. Teilweise
wurde bereits in den vorangegangenen Kapiteln auf einzelne Festlegungen dieser Richtlinie
eingegangen. Hier werden noch einmal die wichtigsten Festlegungen für die einzelnen Bau-
teile der Raumlufttechnik zusammengetragen, die beim Bau von Anlagen zu berücksichti-
gen sind.
Nur durch die Schaffung einwandfreier hygienischer Randbedingungen bei der Erstellung,
dem Betrieb und auch der weiteren Betreuung (Wartung, Instandhaltung) der Anlage ist es
möglich Gefahren für die Gesundheit der Nutzer von Lüftungs- und Klimaanlagen abzuwen-
den. Da die Anforderungen der VDI 6022 sehr vielschichtig sind, gilt es für die kostengüns-
tige Planung und Erstellung der jeweiligen Anlage genau abzuwägen, welche Festlegungen
angewendet werden müssen.

18.1 Allgemeine Festlegungen zur Planung und Montage

Der Einbau aller luftführenden Bauteile der Anlage muss in einem hygienisch einwandfreien
bzw. gereinigten Zustand erfolgen. Die Kontrolle und Wartung der einzelnen Anlagenteile
muss mit einem vertretbaren technischen Aufwand durchzuführen sein. Alle luftführenden
Anlagenteile müssen konstruktiv so au