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56.

AUKTION
Historischer Wertpapiere
am 21. Juli 2014

- Fernauktion -
Veranstalter:

Auktionshaus Gutowski
Leiferder Weg 19
38304 Wolfenbüttel
Telefon 0 53 31 / 97 55 24 • Telefax 0 53 31 / 97 55 55
E-Mail gutowski@mail.de
Liebe Sammlerfreunde, Inhaltsverzeichnis
mit dem hier vorliegenden Katalog Ägypten 1 - 3
des Auktionshauses Vladimir
Argentinien 4 - 16
Gutowski präsentieren wir Ihnen
ein hervorragendes Angebot an sel- Belgien 17 - 23
tenen und gesuchten Objekten, die Deutschland 24 - 1074
– unserer „Philosophie" entspre- Frankreich 1075 - 1117
chend – sehr günstig ausgerufen
werden. Griechenland 1118 - 1123
Großbritannien 1124 - 1143
Unsere Ausrufpreise bzw.
Startpreise sind Limitpreise. Italien 1144 - 1148
Gebote unter diesen Preisen wer- Jugoslawien 1149 - 1154
den nicht angenommen. Kanada 1155 - 1159
Ihre Schriftgebote werden protokol-
liert und am Auktionstag berücksichtigt, als wären Sie per-
kgl. und kaiserl. Monarchie 1160 - 1179
sönlich im Saal anwesend. Den Zuschlag bekommt das Norwegen 1180 - 1185
höchste Gebot, aber nur um ca. 5 -10% über dem zweit- Österreich 1186 - 1191
höchsten Gebot. Polen 1192 - 1199
Ihre Schriftgebote können Sie an unsere Adresse in 38304 Rumänien 1200 - 1202
Wolfenbüttel, Leiferder Weg 19, per E-Mail oder per Telefax Rußland 1203 - 1238
senden.
Schweden 1239 - 1241
Rufen Sie uns an, wenn Sie Fragen haben. Wir stehen Ihnen Spanien 1242 - 1246
gerne jederzeit zur Verfügung. Und denken Sie bitte daran, Tschechoslowakei 1247 - 1250
Ihre Gebote rechtzeitig abzuschicken!
Türkei 1251 - 1256
Die Kataloggebühr beträgt 10,00 EUR. Mit der Überweisung USA 1257 - 1401
des Betrages sichern Sie sich die Zusendung des nächsten Verschiedene Länder 1402 - 1428
Auktionskataloges, außerdem erhalten Sie automatisch die Index nach Regionen (Deutschland) Seite 232
Ergebnisliste zugeschickt.
Index nach Sammelgebieten Seiten 233-234
Viel Erfolg bei Ihren Geboten wünschen Ihnen Auftragsformular Seiten 235-236
Vladimir Gutowski
und die Mitarbeiter Die Auktionsbedingungen finden Sie auf Seite 237

Veranstalter: Erhaltungshinweise
Auktionshaus Gutowski UNC = Druckfrisch
EF = Tadellos, leichte Knickspuren
Leiferder Weg 19 • 38304 Wolfenbüttel
VF = Normaler Erhaltungszustand mit
Telefon: 0 53 31 / 97 55 24 • Fax: 0 53 31 / 97 55 55
Umlaufspuren und Einrissen
E-Mail gutowski@mail.de
F = Stark beschädigt, sammelwürdig
Auktionshaus Gutowski ist eine Marke der
„Deutsche Wertpapierauktionen GmbH“

Seltenheits-Schlüssel Deutschland
Salzbergstraße 2, 38302 Wolfenbüttel
Geschäftsführer:

R 12 = 1 Stück bekannt
Michael Weingarten (Vors.), Vladimir Gutowski

R 11 = 2 Stücke bekannt
Handelsregister: Amtsgericht Braunschweig HRB 7872
Ust-Id-Nr. DE 811 574 119
Bankverbindung: R 10 = 3 - 5 Stücke bekannt
Auktionshaus Gutowski R9 = 6 - 10 Stücke bekannt
Konto Nr. 500 715 508 • BLZ 370 100 50 R8 = 11 - 25 Stücke bekannt
IBAN: DE36 3701 0050 0500 7155 08 R7 = 26 - 50 Stücke bekannt
BIC: PBNKDEFFXXX R6 = 51 - 100 Stücke bekannt

Nutzen Sie das 3-Jahre-Vorteils-Abonnement für 8 Auktionskataloge: für nur 49,00 EUR
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Nach jeder Auktion bekommen Sie ohne Mehrkosten die Ergebnisliste zugeschickt.
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Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

Nr. 5 Schätzpreis: 100,00 EUR


Ägypten Startpreis: 35,00 EUR
Banco Espanol del Rio de la Plata S.A.
Accion 100 Pesos, Nr. 591555
Buenos Aires, 10.12.1910 VF+
Gegründet 1886 durch Dekret der argentinischen
Zentralregierung. Das Gründungsjahr ist kein
Zufall: In diesem Jahr wurde Dr. Miguel Juarez Cel-
man zum Präsidenten gewählt, und zwar erstmals
überhaupt in der Geschichte der Republik ohne
Bürgerkrieg beim Präsidentenwechsel. Er zeichne-
Nr. 3
te sich durch eine überaus aktive Wirtschaftspoli-
tik aus. Die bis heute bestehende Bank wurde in
den 30er Jahren umbenannt in “Credito Espanol
Nr. 3 Schätzpreis: 90,00 EUR
del Rio de la Plata”. Großformatiges Papier. Sehr
Startpreis: 30,00 EUR dekorative Gestaltung mit den Wappen von Spani-
S.A. des Grands Garages d’Egypte en und Argentinien. Maße: 40,2 x 30,8 cm. Rück-
5 Parts de Fondateur, Nr. 5866-5870 seitig zahlreiche Dividendenstempel bis 1931.
Cairo, 26.4.1906 EF+
Damals der größte Automobil-Importeur und
Nr. 1 Autohändler in Ägypten. Großes Automobil im
Unterdruck. Maße: 22 x 36,7 cm. Rückseitig Statu-
ten. Mit kpl. anh. Kupons.
Nr. 1 Schätzpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 65,00 EUR
Egyptian Land & General Trust Ltd. Argentinien
1 share à 1 £, Nr. A167
London, 21.10.1908 VF+
Die 1905 gegründete Gesellschaft kaufte in Ägyp-
ten größere Ländereien zwecks Parzellierung und
anschließendem Verkauf, doch eine Flaute am
ägyptischen Immobilienmarkt ruinierte sie. Groß-
formatig, herrlicher Stahlstich, Vignette mit Pyra-

Nr. 6
miden und Sphinx, einer Kamel-Karawane und
gefräßigen Krokodilen. Zweisprachig englisch/
französisch. Maße: 31,7 x 38,2 cm. Mit anhängen-
den Kupons. Originalsignaturen. Nr. 6 Schätzpreis: 100,00 EUR
Startpreis: 30,00 EUR
Cia. Nacional de Saneamiento S.A.
5 acciones Serie 1 1.000 Pesos, Nr. 231
Buenos Aires, 15.10.1928 EF
Gründeraktie, Auflage 120. “Saneamiento” bedeu-

Nr. 4
tet Sanierung. Was genau diese Firma sanierte,
konnten wir leider nicht herausfinden. Immerhin
bestand sie ausweislich eines Stempelaufdrucks
auch 1935 noch. Maße: 31,2 x 39 cm.
Nr. 4 Schätzpreis: 125,00 EUR
Startpreis: 45,00 EUR
Banco de Galicia y Buenos Aires S.A.
Accion 5 x 100 Pesos, Nr. 29861
Buenos Aires, 18.2.1910 EF
Die 1905 durch Dekret der argentinischen Zentral-
regierung gegründete Bank besteht noch heute.
Hochdekorativer, mehrfarbiger Druck mit den
Wappen von Argentinien und Spanien. Maße: 30 x
Nr. 2
36,4 cm. Originalsignaturen. Mit anh. restlichen
Kupons. Nicht entwertet.

Nr. 2 Schätzpreis: 125,00 EUR


Startpreis: 50,00 EUR
Marconi Radio Telegraph Co. of Egypt
5 shares à 4 £eg., Nr. 3806-3810
Kairo, 20.12.1926 EF Nr. 7
Gründeraktie. Eine der zahlreichen Tochtergesell-
schaften von Marconi’s Wireless Telegraph Co. In
Nr. 7 Schätzpreis: 100,00 EUR
Zusammenarbeit mit der Eastern Telegraph Co.
wurde Ägypten an das weltweite Telegraphennetz
Startpreis: 40,00 EUR
angeschlossen. 1928 errichtete Marconi Radio Cia. “RIO PEREZ” de Lavaderos de Oro
Telegraph Co. in Ägypten Relaisstationen für die Accion 100 x 5 Goldpesos, Nr. 43001-43100
drahtlose Telegraphie. Auch die Einführung des Buenos Aires, 1.6.1907 EF/VF
Radios verdankt Ägypten Marconi. Der erste expe-
Gründeraktie, Auflage 500. Die Gesellschaft
rimentelle Radiosender wurde von Marconis
gewann Gold aus den Schwemmsandbänken des
Gesellschaft 1925 in Kairo errichtet. Ab 1926 wur-
Rio Peres (Nebenfluß des Paraná). Großformatig,
den von 9.00 Uhr morgens bis Mitternacht Musik
schöne Kapitälchen und zarte Jugendstil-Umrah-
und Gesang bis nach Alexandria ausgestrahlt. Mit
mung mit Lorbeerzweigen. Maße: 30 x 37,2 cm.
der Gründung der Egyptian Broadcasting Co.
übernahm 1934 der ägyptische Staat die Kontrolle
über das propagandistisch wichtige Telekommu-
nikationsmedium. Guglielmo Marconi (1874-1937) Die Zuschläge erfolgen zum niedrigst
erhielt 1909 den Nobelpreis für Physik. Sehr groß-
formatiges Papier. Originalsignatur des Direktors. möglichen Preis, auch wenn Sie

Nr. 5
Maße: 35,7 x 38,9 cm. Mit anhängenden restlichen schriftlich höher geboten haben!
Kupons.

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Nr. 12 Schätzpreis: 250,00 EUR


Startpreis: 80,00 EUR
Provinz Buenos Aires
5% Obl. Lit. B. 500 Mark Gold, Nr. 3766
Berlin, 1.10.1886 EF
Zweisprachig deutsch/spanisch. Die Anleihe über
50.045.738 Mark Gold wurde in Berlin von der
Deutschen Bank aufgelegt, ihr Zweck war die Ein-
lösung sämtlicher Papiergeld-Emissionen der Pro-
vinz Buenos Aires. Dekorativer großformatiger
Druck von G&D mit Wappen in der Umrandung.
Maße: 36,8 x 27,1 cm. Doppelblatt, inwendig

Nr. 10
Bedingungen. Mit Kupons. Lochentwertet.

Nr. 10 Schätzpreis: 90,00 EUR


Startpreis: 30,00 EUR
“La Hecto”
Compania de Seguros Generales
Accion 5 x 100 Pesos, Nr. 2591-2595
Buenos Aires, 20.12.1918 EF
Mit ihren bis 1860 zurückgehenden Wurzeln ist
“La Hecto” die älteste argentinische Versicherung.
Nr. 8 Maße: 24,4 x 34,2 cm.

Nr. 8 Schätzpreis: 90,00 EUR


Startpreis: 65,00 EUR
Industria Automotriz Santa Fe S.A.
Fabrica Argentina de Vehicolos
DKW Auto Union
Accion 100 x 100 Pesos, Nr. 209558
Santa Fe, 30.5.1960 EF
Ursprung der Auto Union sind die 1906 gegründe-
ten Zschopauer Motorenwerke J. S. Rasmussen
(DKW), die sich 1931 mit der Audi-Werke AG, der

Nr. 13
Horch-Werke AG (beide in Zwickau) sowie der
Automobilabteilung der Wanderer-Werke in
Schönau bei Chemnitz 1932 zur Auto Union AG
Nr. 11
zusammenschlossen. 1948 wurden alle Werke in Nr. 13 Schätzpreis: 150,00 EUR
Sachsen enteignet. 1949 wurde in Ingolstadt für Startpreis: 75,00 EUR
die Automobil-Produktion die Auto Union GmbH
neu gegründet (deren Hauptgesellschafter die Nr. 11 Schätzpreis: 160,00 EUR Provinz Buenos Aires
Daimler-Benz AG war), die Auto Union AG blieb Startpreis: 75,00 EUR 4,5% Bond 1.020 Mark = 50 £ = 1.250 FF,
nur als reine Holdinggesellschaft bestehen. Daim- Minas de Misiones S.A. Nr. 12190
ler-Benz, die in Argentinien schon 1952 mit der Accion 1.000 Goldpesos, Nr. 66 November 1910 VF
Gründung der Mercedes-Benz Argentina S.A. aktiv Auflage 20.000. Mit dem Erlös aus dieser Anleihe
geworden waren, bauten 1959/60 über die Zwi-
Buenos Aires, 15.11.1879 EF
Gründeraktie, Auflage 100. Bergwerke in den Ber- wurde der überwiegend in Staatsbesitz befindliche
schenholding INVAL S.R.L. in diesem Land auch “Banco de la Provincia” aufkapitalisiert. Herrlicher
eine Fabrik für die Produktion von Automobilen gen von Misiones am Oberlauf des Uruguay. Hier
ragt ein kaum mehr als 100 km breiter Zipfel des Druck von G&D mit allegorischer Vignette. Drei-
unter der Marke DKW AUTO UNION auf. Erst 1965 sprachig deutsch/englisch/ französisch. Maße: 47
kam die Ingolstädter Auto Union zum VW-Kon- argentinischen Staatsgebietes hunderte von Kilo-
metern nach Nordosten und trennt Paraguay und x 32,8 cm. Unentwertet, mit Kupons ab 1943, mit
zern, der die Marke DKW dann durch die Marke USA-Form TFEL-2 (validation certificate). Nur 12
Audi ersetzte. Umrahmung und jeder einzelne Brasilien voneinander. Schöne allegorische Vig-
nette, liegende Fortuna stützt sich auf ein Füllhorn Stücke wurden 1993 in den USA gefunden.
Kupon mit den vier typischen Audi-Ringen. Maße:
24,3 x 13,3 cm. Mit anh. Kupons. mit Geldstücken. Maße: 21 x 27,8 cm. Originalsig-
naturen. Äußerst selten!

Nr. 9
Nr. 9 Schätzpreis: 90,00 EUR Nr. 14
Startpreis: 40,00 EUR Nr. 14 Schätzpreis: 85,00 EUR
La Argentina S.A. Startpreis: 40,00 EUR
Acción 1.000 Pesos, Nr. 1244 Rio Oscar Gold Dredging Co. Ltd.
Buenos Aires, 10.6.1914 EF Accion Preferida 10 x 5 Goldpesos, Nr. 502
Die “La Argentina” war damals die bedeutendste Buenos Aires, 31.12.1904 EF/VF
Tageszeitung des Landes. Herrliche große Abbil-
Gründeraktie, Auflage 2.750. Die Gesellschaft
dung mit Ansicht einer riesigen Rollendruckma-
gewann Gold aus den Schwemmsandbänken des
Nr. 12
schine (erbaut von R. Hoe & Co., New York & Lon-
Rio Oscar (Nebenfluß des Paraná). Maße: 29 x
don). Maße: 27,6 x 37,4 cm.
32,2 cm.

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Belgien

Nr. 15
Nr. 15 Schätzpreis: 85,00 EUR
Startpreis: 40,00 EUR
S.A. Compania Puerto Ibapobó
Accion 1.000 Pesos, Nr. 87
Buenos Aires, 16.12.1918 EF
Gründeraktie, Auflage 550. Betriebsgesellschaft

Nr. 19
für den Binnenhafen der Stadt Ibapobó im äußer-
sten Norden von Paraguay an der Grenze zu Boli-
vien. Maße: 23,3 x 32,5 cm. Äußerst selten!

Nr. 17
Nr. 19 Schätzpreis: 175,00 EUR
Startpreis: 60,00 EUR
Deutsche Cothias Gesellschaft
Nr. 17 Schätzpreis: 125,00 EUR Action 5 x 100 Frcs., Nr. 161-165
Startpreis: 50,00 EUR
Brüssel, 25.10.1905 VF
Cie. Gén. de Panification S.A. Die Gesellschaft wurde 1898 gegründet. Die frühe-
Action 100 Frs., Nr. 4929 re Firma war die Deutsche Blei Plomben und
Brüssel, 15.12.1896 VF Metall Werke. Cothias ist eine Zink-Aluminiumle-
Gründeraktie. Brotfabrik, gegr. 1896. Herrliche gierung und zählt zu den schweren Legierungen.
Lithographie mit Getreideähren und Werkzeugen Das Metall läßt sich leicht gießen und hat hohe
in der Umrandung: Breite Abbildung mit Bauern Festigkeit. Heute werden Aluminiumgusslegierun-
beim Ernten eines Getreidefeldes mit Pferden und gen vor allem als Werkstoffe für Motoren- und
Ackerwagen sowie mechanischem Apparat zum Getriebegehäuse im Fahrzeug- und Flugzeugbau
Brotbacken. Maße: 36,2 x 28 cm. Kpl. anh. Kupons. verwendet. Geringe Auflage, da das Kapital der
Gesellschaft nur 400 actions privilegiees a 100
francs und 400 actions ordinaires ohne Nennwert
Nr. 16
betrug. Maße: 31,5 x 20,6 cm. Rechter Rand oben
mit leichtem Wasserschaden. Extrem seltenes
Papier!
Nr. 16 Schätzpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 40,00 EUR
S.A. The American Quebracho Co.
Accion 500 x 5 Gold-Pesos, Nr. 46
Buenos Aires, 1.4.1907 EF/VF
Gründeraktie, Auflage 200. Die Stadt Quebracho
liegt am Westufer des Uruguay-Flusses, etwa 300
km nördlich von Buenos Aires. In diesem subtro-
pischen Klima der Gran-Chaco-Wälder in den
Grenzregionen von Argentinien, Paraguay und
Bolivien wächst eine besondere Anacardiacee (zu
dieser Art gehören etwa 500 Bäume und Sträu-
cher, darunter die Pistazie) Loxopterygium
Lorentzii Griseb., die das rotbraune harte sog.
Quebrachoholz liefert. Es ist eine der dauerhafte-
sten und schwersten Holzarten auf der Erde. Sei-
nes Gerbstoffgehalts wegen wird es in der Gerbe-

Nr. 18
rei benutzt: Der Tannin-Gehalt des Kerns ist fast
30%. Im Jahr der Gründung dieser Gesellschaft
wurden allein über Hamburg 287.000 Doppelzent-
ner Quebrachoholz nach Deutschland eingeführt.
Die Quebrachorinde enthält fünf Alkaloide (als
Nr. 18 Schätzpreis: 100,00 EUR

Nr. 20
wichtigste Aspidospermin und Quebrachin), sie Startpreis: 45,00 EUR
fand bei asthmatischen Leiden vielfache thera- Continental Hall Signal Co. S.A.
peutische Verwendung. Großer quadratischer Action 100 Frs., Nr. 3150
Druck in kräftigen Farben, mit Jugendstil-Elemen- Brüssel, 9.7.1898 EF Nr. 20 Schätzpreis: 250,00 EUR
ten. Maße: 33,5 x 36,9 cm. Äußerst selten! Startpreis: 125,00 EUR
Gründeraktie, Auflage 15.000. Vertriebstochter
der im US-Bundesstaat Maine ansässigen “The Estancias Amberenses Sud-Americanas
Hall Signal Company”, ausgestattet mit den Ver- Action 500 Frs., Nr. 73
triebs- und Lizenzrechten für alle europäischen
Durch die Überweisung Länder (außer England) und deren Kolonien. Im
Antwerpen, 31.10.1898 VF
Jahr 1912 fusionierte Hall mit sieben weiteren US- Gründeraktie, Auflage 400. Die endlosen Pampas
des Katalogpreises, Firmen zur “Hall Switch & Signal Co.”, die Fabrik in im Westen der argentinischen Provinz Buenos
Garwood, N.J. war einer der größten Produzenten Aires erstrecken sich bis fast an den Fuß der
sichern Sie sich die Anden, im Süden begrenzt sie der Rio Negro in
von Eisenbahnsignal- und Elektrotechnik. Detail-
Patagonien. Sie sind mit Gras bedeckt, das im
Zusendung des nächsten lierte Abbildung mit Signalmasten und einem
Hochsommer abdorrt, ziemlich fruchtbar und
Bahnhof, außerdem große fotografische Abbil-
Auktionskataloges! dung einer schnurgeraden zweigleisigen Strecke ernähren zahllose Herden von Rindern und Pfer-
im Unterdruck. Maße: 32,8 x 23,7 cm. Mit kpl. anh. den, seit Ende des 19. Jh. auch Schafen. Die riesi-
Kupons. Sehr plakativ gestaltetes Papier! gen, der Viehzucht dienenden Güter in den Pam-

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pas werden “Estancias” genannt - die größten von testen, bevor das Bauwerk freigegeben wurde. verkaufte ihre Besitzungen zu günstigen Preisen
ihnen umfassen eine Fläche, in die leicht das Berühmt wurde der Königlicher Zirkus dank dem an die nun herrschende Klasse und diente bis
ganze Saarland hineinpassen würde. Im Randgür- buntem Repertoire an Shows, Konzerten, Filmvor- 1850 dann als Nationalbank von Belgien mit eige-
tel der Pampas werden riesige Flächen mit Weizen führungen, Musicals, Theater- und Balettvorstel- nem Notenausgaberecht. Schon ab 1835 wurde sie
bebaut. Außergewöhnlich dekorative Umrah- lungen, etc. Heute im Besitz der Stadt Brüssel, der wichtigste Finanzier der Industrialisierung
mung, Vignetten mit Rinder-, Pferde- und Schaf- immer noch ein Publikumsmagnet. Sehr dekorativ Belgiens und gründete über eine spezielle Abtei-
kopf, Fortuna mit Weizenbüschel, Wappen von mit Abbildungen von Pferden und Fabeltieren in lung fast alle großen Bergwerks- und Montanun-
Argentinien und Belgien, Karte von Südamerika der Umrandung. Im Unterdruck Wappen, gehalten ternehmen des Landes, später investierte sie in
und einem Gaucho zu Pferde, der mit dem Lasso von zwei aufrecht stehenden Löwen, Prägesiegel Straßen, Eisenbahnen und Kanäle. Der im Laufe
zwei Rinder einfängt. Maße: 35,5 x 27 cm. Mit Rest- mit königlicher Krone. Maße: 25,2 x 32,8 cm. Mit der Jahrzehnte aufgebaute industrielle Besitz der
kupons ab 1948/49. Als 1er-Stück noch nie ange- kpl. anh. Kupons. Socété Générale erwirtschafteten zeitweise fast
boten gewesen, Einzelstück beim Einlieferer. die Hälfte des belgischen Sozialprodukts, sie war
sozusagen das Königreich Belgien auf Aktien.
Dazu gehörten neben vielen anderen die Versor-
gungsunternehmen Coditel, Distrigas, Electrabel
und Tractebel, die Reederei Cie. Maritime Belge,
die Waffenschmiede Fabrique Nationale de Her-
stal und der Bergbaukonzern Union Minière de
Haut Katanga, über den die Société Générale auch
die beherrschende wirtschaftliche Kraft im Kongo
war. Um 1920 war die Société Générale an fast 100
börsennotierten Banken, Industrie- und Verkehrs-
unternehmen in Europa, Afrika sowie Nord- und
Südamerika mehrheitlich beteiligt. Nach dem
“Schwarzen Freitag” 1929 wurden die Bankakti-
vitäten abgespalten in die “Generale Bank” (heute
Fortis, später verkauft an die BNP Paribas). Ab
den 1980er Jahren begann die an den Versor-
gungsaktivitäten interessierte französische “Suez
Lyonnaise des Eaux” die Société Générale aufzu-
kaufen und war schließlich 1998 Alleinaktionär.
2003 mit der wichtigsten Energieversorgungstoch-
ter zur heutigen Suez-Tractebel verschmolzen.
Übergroßes Format, herrlicher grün/schwarzer
Stahlstich von Bradbury, Wilkinson. Fünf Vignet-
ten mit Dampflok, Bergarbeiter im Stollen, Förder-

Nr. 21
anlage, Allegorie und Wappen. Maße: 44,4 x 24,5
cm. Nicht entwertet und mit beiliegendem Talon.
Eine wirtschaftshistorisch überragende Rarität.
Nr. 21 Schätzpreis: 200,00 EUR
Startpreis: 75,00 EUR
L’Ikelemba S.A. Deutschland
Action de Dividende, Nr. 4889
Brüssel, 18.11.1898 EF-
Gründeraktie, Auflage 5000. Das Unternehmen
betrieb Plantagenwirtschaft in Belgisch-Kongo.
Herrliche Gestaltung, ganzflächige Abbildung von
Palmen, Eisenbahn, Schaufelraddampfer,
Schwarzafrikaner. Maße: 37,6 x 28 cm. Mit kom- Nr. 23
plett anh. Kupons.
Nr. 23 Schätzpreis: 500,00 EUR
Startpreis: 180,00 EUR
Société Génerale de Belgique S.A.
Part de Reserve 1.250 Frs., Nr. 193727
Brüssel, 28.2.1928 EF/VF
Nach dem 1814 geschlossenen Frieden von Paris
Nr. 24
war die Zukunft des zuvor zum Reich der Habs-
burger gehörenden Belgien offen. Letztlich lande-
te Belgien erst einmal im Königreich der Nieder-
lande unter König Wilhelm I. Zugleich hatten sich Nr. 24 Schätzpreis: 120,00 EUR
damals in der nachnapoleonischen Zeit die Startpreis: 60,00 EUR
europäischen Staaten verpflichtet, zukünftig ste- A. Erlenwein & Cremer AG
hende Armeen zu unterhalten. Um die Kosten die- Aktie 1.000 RM, Nr. 26
ser Armee für die Niederlande zu decken, hatte
Wilhelm I. seinen anfänglichen Widerstand gegen Uerdingen, 28.6.1929 EF
Nr. 22 die Integration der belgischen Herzogtümer in Auflage 91 (R 6). Gründung 1922 als Uerdinger
sein Königreich aufgegeben, unter der Vorausset- Likörfabrik und Weinbrennerei AG. Die heute in
zung, daß die Verwaltung der belgischen Besit- Düsseldorf ansässige Fa. ist mit der Verwaltung
Nr. 22 Schätzpreis: 200,00 EUR des vorhandenen Grundvermögens und Immobili-
Startpreis: 75,00 EUR zungen entsprechende Einnahmen erbrachte. So
wurde 1822 zunächst unter dem holländischen engeschäften befasst. Lochentwertet. Maße: 21 x
S.A. Cirque Royal de Bruxelles Namen “Allgemeene Nederlandsche Maatschappij 29,6 cm.
Action 100 Frcs., Nr. 650 ter Begunstiging van de Volksvlijt” diese Ges.
Brüssel, von 1880 EF gegründet. Offizieller Zweck war die Hebung des
Wohlstandes, in Wahrheit aber sollte sie aus den
Gründungsemission, Auflage 4.000. Der Königliche
belgischen Besitzungen die Kosten für die Unter-
Zirkus von Brüssel wurde gegründet 1878 als eine
haltung eines stehenden Heeres herauswirtschaf-
ständige Einrichtung in der Rue de l’Education.
ten. Nachdem die Idee eines stehenden Heeres
Entworfen von dem Architekten Wilhelm Kuhnen,
nirgends in Europa wirklich vorankam und die
bestand die Zirkusarena aus einem 20-seitigen
Ges. auch weniger erwirtschaftete als erwartet,
Polygon und bot Platz für 3500 Zuschauer. Die
kam es 1826 zu einer Änderung der Statuten:
Stahlkonstruktion für das Gebäude baute der
Fortan war es Zweck der Ges., aus den belgischen
berühmte belgische Bauingenieur Arthur Vieren-
Besitzungen eine “Rente” von jährlich 500.000 Gul-
deel. Entstanden ist ein leichter, schlanker und
den für die persönlichen Zwecke von König Wil-
kühner Stahlskelettbau, dass man zunächst seiner
Nr. 25
helm I. der Niederlande zu erwirtschaften. Nach
Standfähigkeit misstraute. Deshalb mußte ein
der belgischen Revolution von 1830 nahm die Ges.
ganzes Regiment Soldaten die Belastbarkeit
den Namen “Société Générale de Belgique” an,

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Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

Nr. 25 Schätzpreis: 150,00 EUR der Dom-Brauerei Carl Funke AG und der Hitdor-
Startpreis: 60,00 EUR fer Brauerei AG in Köln-Hitdorf, gleichzeitig Umfir-
mierung in Essener Aktien-Brauerei Carl Funke
A. Grubitz Dampfseifenfabrik AG AG. 1963 erneute Umfirmierung in Stern-Brauerei
Aktie 1.000 Mark, Nr. 4967 Carl Funke AG. 1969 Erwerb der Brauerei zum
Potsdam, 20.7.1923 EF Schiff J. Peter Wahl GmbH in Kaufbeuren. 1998
Gründeraktie, Auflage 5.000 (R 7). Der im Mai 1923 Sitzverlegung nach Köln, umfirmiert in Dom-
gegründeten AG selbst war nur ein kurzes Leben Brauerei AG, Spezialitäten sind DOM Kölsch und
beschieden: Bereits 1926 geriet sie in Konkurs, Rats Kölsch. Bis 1934 in Essen, danach in Düssel-
1929 ist sie erloschen. Die zuvor und auch nach dorf börsennotiert. Seit 2008 nach Insolvenz als
dem Konkurs wieder als Einzelfirma geführte GmbH weitergeführt. Lochentwertet. Maße: 32 x
Fabrik selbst hatte dagegen eine über 150-jährige 25 cm. Doppelblatt. Originalsignatur für den Vor-
Tradition. Schon 1782 war sie gegründet worden, stand.
siedelte sich dann in der Französischen Straße 19-
20 an und fabrizierte dort Haus-, Fass- und Toilet- Nr. 27
te-Seifen und als Spezialität die „Schneewittchen-
Bleichseife“. Maße: 16,1 x 25,8 cm. Kleine Loch- Nr. 27 Schätzpreis: 300,00 EUR
entwertung unten links. Startpreis: 60,00 EUR
A. Th. Meißner AG
Aktie 100 RM, Nr. 1390
Stadtilm, 26.2.1925 VF+
Auflage 6.400, nach zwei Kapitalherabsetzungen
1927 und 1932 zuletzt noch 1.400 (R 10). 1858 wird
die Chromlederfabrik von August Theodor Meiß-
ner an der Großhettstetter Straße gegründet,
1908/09 wird auf dem Fabrikgelände zusätzlich
eine Gelatinefabrik gebaut, die zweite in Stadtilm.
1922 Umwandlung in eine AG, 95% der Aktien
gehören weiter der Familie Meißner. Bereits 1945
gehen in Stadtilm nach der Saline auch das Leder-
werk und die Gelatinefabrik in Volkseigentum

Nr. 26
über, die “Lederfabrik A. Th. Meißner” (Roßgerbe-
rei) erleidet dieses Schicksal 1948. Neben dem
Gelenkwellenwerk bleibt das Lederwerk bis zur
Nr. 26 Schätzpreis: 150,00 EUR Wende der wichtigste Industriebetrieb der Stadt.
Startpreis: 75,00 EUR Maße: 20,9 x 29,7 cm. Nicht entwertet! Nr. 29
A. Steigenberger Hotelgesellschaft KGaA
Aktie 1.000 DM, Nr. 1082
Frankfurt a.M., Dezember 1954 EF
Auflage 2.600 (R 7). Die “Frankfurter Hof AG”
erwarb bei ihrer Gründung im Jahr 1899 das
Hotel “Frankfurter Hof” von der 1874 gegründe-
ten Frankfurter Hotel-AG. Der Hotelbetrieb
umfaßte auch eine Lohnwäscherei, eine Wein-
großhandlung und eine Abteilung für Zigarren-
handel. 1910 wurde außerdem am Bahnhofsplatz
der “Englische Hof” gepachtet (der Name war am
Vorabend des 1. Weltkrieges nicht mehr oppor-
tun, deshalb umbenannt in “Hessischer Hof”).

Nr. 28
Die Aktien notierten an der Frankfurter Börse.
Nach Übernahme der Aktienmehrheit durch
Albert Steigenberger (wobei Steigenberger das
von ihm 1930 erworbene Hotel “Europäischer Nr. 28 Schätzpreis: 120,00 EUR
Hof” in Baden Baden mitbrachte) umbenannt Startpreis: 20,00 EUR
1941 in “Hotel AG” und 1951 in “A. Steigenberger
Hotelgesellschaft KGaA”. 1949 pachtweise Über-
Aachener und Münchener
nahme des Badhotels “Badischer Hof” in Baden Lebensversicherung AG
Baden, 1950 Erwerb eines 50%igen Anteils an Rit- Sammelaktie 10 x 50 DM, Nr. 1000115
ter’s Park Hotel in Bad Homburg v.d.H. (1956 voll- Aachen, August 1991 EF+
ständig übernommen), 1952 Erwerb der Aktien- (R 9) Gründung 1868 als Potsdamer Lebensversi-
mehrheit der Feist-Belmont’schen Sektkellerei
Nr. 30
cherung AG, Umwandlung 1923 in die “Aachen-
AG in Frankfurt/Main (1965 wieder verkauft), Potsdamer Lebensversicherungs-AG”, schon im
1953 Anpachtung des Park Hotels in Düsseldorf, Jahr darauf Umfirmierung in “Aachener und Mün-
1955 Erwerb des Palasthotels Mannheimer Hof in chener Lebensversicherungs-AG” (Sitz blieb aber
Mannheim, 1956 Erwerb des Grandhotels Axel- Nr. 30 Schätzpreis: 120,00 EUR
Potsdam). Sitzverlegung 1946 nach Heidelberg,
mannstein sowie Pachtung der Kurhausbetriebe 1949 nach Karlsruhe. 1956 Verschmelzung mit der
Startpreis: 60,00 EUR
in Bad Reichenhall, 1957 Inbetriebnahme des Atlas Lebensversicherungs-AG. 1970 Fusion mit Actien-Brauerei Ohligs
Hotels Graf Zeppelin in Stuttgart, 1958 Erwerb der Volkshilfe Lebensversicherungs-AG und Sitz-
von 95% der Aktien der Hotel Duisburger Hof AG
Actie 1.000 Mark, Nr. 861
verlegung nach Aachen Seit 1997 per Beherr- Ohligs, 27.2.1899 EF/VF
sowie Anpachtung des Kurhaus-Hotels in Bad schungsvertrag an den Großaktionär AMB Aache-
Kissingen vom Freistaat Bayern. 1964 Anpach- ner und Münchener Beteiligungs-AG (heute AMB Gründeraktie, Auflage 1.000 (R 8). Gründung 1899
tung des Insel-Hotels in Konstanz vom Land Generali Holding AG) angebunden. Maße: 21 x 29,7 durch die Brauerei C. Beckmann in Solingen, die
Baden-Württemberg, 1965 Anpachtung des Kur- cm. Rückseitig als ungültig abgestempelt. für die ersten 10 Jahre auch eine Dividendenga-
hotels, des Sanatoriums und der Kurhausgast- rantie abgab. Neben der Brauerei und Mälzerei
stätten in Bad Neuenahr, 1967 Bau des Flugha- auch Eisfabrikation, außerdem Wirtschaftsanwe-
fenhotels in Frankfurt/Main. So wurde Steigen-
Nr. 29 Schätzpreis: 200,00 EUR sen in Köln, Düsseldorf und Solingen-Ohligs. 1972
berger bis Ende der 60er Jahre zum bedeutend- Startpreis: 45,00 EUR Fusion mit der schon 1753 gegründeten Brauerei
sten deutschen Hotelunternehmen. 1985 Ausglie- Actien-Bierbrauerei in Essen a. d. Ruhr Beckmann AG in Solingen, 1973 Umfirmierung in
derung des wertvollen Immobilienbesitzes und Aktie 1.000 Mark, Nr. 887 Aktien-Brauerei Beckmann AG. 1991 Einstellung
Umwandlung in die Steigenberger Hotels AG als des Braubetriebes und erneute Umfirmierung in
Essen, Juni 1914 EF Beckmann Beteiligungs-AG, 1996 Sitzverlegung
reine Betriebsführungsgesellschaft. 2009 ver-
kaufte die Familie die Aktienmehrheit an einen Auflage 500. Gründung 1872. Übernommen wur- nach Düsseldorf. Zuletzt an etwa 10 Autohäusern
ägyptischen Hotelmagnaten, kurz darauf squee- den später die Phönix-Brauerei GmbH in Essen in Bielefeld, Oberhausen, Duisburg, Ansbach, Gera
ze-out der wenigen noch verbliebenen Kleinak- (1931), die Kronen-Brauerei AG in Essen-Borbeck sowie in Frankreich beteiligt. Mit Getreideähren
tionäre. Maße: 21 x 29,7 cm. Prägesiegel lochent- (1932), die Dortmunder Stifts-Brauerei Carl Funke und Hopfenranken in der Umrandung. Maße: 33,2
wertet. AG (1936). 1939 Erwerb der Aktienmehrheit bei x 23,4 cm. Doppelblatt. Nicht entwertet!

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sicht. Maße: 36,8 x 23,2 cm. Doppelblatt, inwendig bis zuletzt modernisierten Nordzucker-Werke
Übertragungsvorgang, mit Originalsignaturen für wird die Zuckerfabrik Groß Munzel schließlich
den Vorstand und Aufsichtsrat der Zuckerfabrik. 2006 wegen der Neuordnung des EU-Zuckermark-
Stellenweise etwas fleckig, wie die meisten tes geschlossen und 2010 abgebrochen. Ein erst
bekannten Stücke. 1992 errichtetes Flüssigzuckerwerk ist in Groß
Munzel aber bis heute in Betrieb. Inwendig quit-
tierte Einzahlungen von jeweils 10% , insgesamt
600 Mark für die zwei Aktien. Das Grundkapital
der Ges. betrug 300.000 Mark. 1891 wurden 463
Aktien vernichtet, 74 für ungültig erklärt und 391
Prioritäts-Aktien neu ausgegeben. Maße: 29,3 x 22
cm. Doppelblatt, lochentwertet. Linker Rand mit
Abheftlochung.

Nr. 31
Nr. 31 Schätzpreis: 300,00 EUR
Startpreis: 90,00 EUR
Actien-Feilen-Fabrik Sangerhausen
Aktie 1.000 Mark, Nr. 67
Sangerhausen, 15.2.1890 EF/VF
Gründeraktie, Auflage 100 (R 8). Gründung 1890.
Die Fabrik mit ihrem sehr speziellen Produktions-
programm existierte nach 1945 weiter bis ca.
1990. Maße: 37,4 x 29,7 cm. In dieser Form (nicht
entwertet!) zuletzt 2003 ein Stück aufgetaucht.

Nr. 33

Nr. 33 Schätzpreis: 1.000,00 EUR


Nr. 34
Startpreis: 350,00 EUR
Actien-Zucker-Fabrik Sehnde
Actie 300 Mark, Nr. 1505
Sehnde, 1.8.1883 EF/VF
Auflage 240 (R 8). Gründung 1876. Erbaut von der
Braunschweigischen Maschinenbauanstalt und
dem Zickerickwerk. Seit 1968 Vertriebsvertrag mit
der Norddeutschen Zucker GmbH & Co. KG in Uel-
zen, später wie alle anderen Fabriken der Region
in der Nordzucker aufgegangen. Sehr dekorativ
mit großer Abbildung der Fabrik. Originalunter-
schriften. Maße: 37,6 x 24,8 cm. Doppelblatt,
inwendig zwei Übertragungsvorgänge (von 1910
und 1935). Überdurchschnittlich gut erhaltenes
Stück ohne die sonst üblichen häßlichen Stock-
flecke!

Nr. 34 Schätzpreis: 500,00 EUR


Startpreis: 90,00 EUR
Actien-Zuckerfabrik Munzel-Holtensen
Interims-Schein 2 Actien à 300 Mark, Nr. 62
Holtensen, 31.3.1884 VF
Gründeraktie (R 10). Die AG wurde 1883 gegrün-
det, die Zuckerfabrik dann 1884 durch die Sanger-
häuser Aktien-Maschinenfabrik errichtet in Groß
Munzel, südwestlich von Hannover, heute ein

Nr. 32
Stadtteil von Barsinghausen. Eine reine “Bauern-
zuckerfabrik”, die 1962 mit den Zuckerfabriken
Lehrte, Clauen, Dinklar und Sehnde sowie den
Nr. 32 Schätzpreis: 500,00 EUR anschließend gleich stillgelegten Fabriken Alger-
missen, Osterlinde und Peine zur “Lehrter Zucker
Startpreis: 200,00 EUR
AG” fusioniert. Diese wiederum fusioniert mit der
Nr. 35
Actien-Zucker-Fabrik Lehrte Hannoverschen Zucker-AG Rethen-Weetzen 1986
Namens-Actie 300 Mark, Nr. 395 zur Hannover Zucker AG mit Sitz in Lehrte (dieser
Lehrte, 1.6.1884 VF Konzentration fallen gleich anschließend die Nr. 35 Schätzpreis: 800,00 EUR
Werke Barum, Dinklar, Sehnde und Weetzen zum
Gründeraktie, Auflage 1.200 (R 8). Gründung 1884. Startpreis: 150,00 EUR
Opfer). Schon 1990 schließen sich fünf norddeut-
Übernommen wurden die Zuckerfabrik Equord Actien-Zuckerfabrik Munzel-Holtensen
sche Zuckererzeuger zum “Zuckerverbund Nord
(1898), später auch Hohenhameln (1951), Clauen
AG” zusammen (geschlossen werden ansch- Stamm-Prioritäts-Actie 300 Mark, Nr. 264
und Algermissen (1962), Burgdorf (1968) und
ließend die Werke Meine, Rethen, Fallersleben Holtensen, 25.8.1891 EF
Peine (1969). 1962 Umfirmierung in “Lehrter
und St. Michaelisdonn). Durch das Zusammenge-
Zucker AG”. 1990 Übertragung des gesamten Ver- Auflage 391 (R 10). Mit Originalunterschriften.
hen mit der Zucker-AG Uelzen-Braunschweig wird
mögens auf die “Zuckerverbund Nord AG” in Maße: 34,5 x 22,5 cm. Doppelblatt, inwendig Über-
die nach wie vor bäuerlich beherrschte “Nord-
Braunschweig. Die Zuckerfabrik in Lehrte (direkt tragungsvorgang von 1899. Linker Rand mit
zucker Holding AG” 2004 endgültig das alleinige
neben dem Bahnhof) wurde 2001/02 stillgelegt Abheftlochung.
Gegengewicht zur Kapitalmarktorientierten Süd-
und abgebrochen. Dekorativ, mit ovaler Fabrikan-
zucker AG. Als eines der letzten verbliebenen und

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Nr. 36

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Nr. 36 Schätzpreis: 5.000,00 EUR Abfüllung des Wassers aus dem Bonifaziusbrun-
Startpreis: 2.500,00 EUR nen). Die drei gesellschaftseigenen Hotels Bade-
hof, Kurhaus und Großes Gartenhaus wurden
Actien-Zuckerfabrik zu Königslutter 1939 für Lazarettzwecke beschlagnahmt und erst
Actie 750 Mark, Nr. 61 ab 1949/50 zu den alten Zwecken wieder eröffnet.
Königslutter, 4.7.1893 VF Die Krise des deutschen Gesundheitswesens
Auflage 320 (R 10). Gründung 1856, im Jahr 1893 zwang die im Frankfurter Telefonverkehr notierte
Erneuerung des Gesellschaftsvertrages und Neu- AG 2002 in die Knie, aus dem Börsenmantel wurde
ausgabe der Aktien. Die GV vom 28.4.1929 die im Unternehmenssanierungsgeschäft erfolg-
beschloß die Auflösung und Liquidation der reiche Arques AG. 2010 beschloss Arques, das
Gesellschaft, gleichzeitig wurde die Verschmel- Beteiligungsgeschäft aufzugeben und widmet sich
zung mit der Zuckerfabrik zu Königslutter vorm. nunmehr der Herstellung und dem Vertrieb von
August Rühland & Co. AG beschlossen, danach Telekommunikationseinrichtungen unter der Fir-
Firmierung unter Zuckerfabrik Königslutter AG. mierung Gigaset AG. Dekorative Jugendstil-Gestal-
Nr. 41
Die Rübenverarbeitung endete mit der Kampagne tung, mit Abbildung des Hl. Bonifazius. Maße: 33,9
1998. Äußerst dekorativ, Fabrik-Vignette mit gol- x 21,1 cm. Doppelblatt, Prägesiegel lochentwertet.
dener Umrahmung, Originalunterschriften. Einge- Nr. 41 Schätzpreis: 100,00 EUR
tragen auf Heinrich Grabenhorst. Maße: 39,2 x Startpreis: 35,00 EUR
24,5 cm. Doppelblatt. Knickfalte am oberen Rand
eingerissen. Dachbodenfund: nur 2 Stücke kamen
AG der Chemischen Produkten-
zum Vorschein! Fabriken Pommerensdorf-Milch
Aktie 100 RM, Nr. 6708
Stettin, 15.11.1932 EF
Auflage 9.400. Gründung 1857 als “AG der chemi-
schen Produkten-Fabrik Pommerensdorf”. Herge-
stellt wurden Schwefel- und Salzsäure, Glauber-
salz, Soda, Antichlor, Sulfat und Futternährsalze
sowie Kunstdünger. Die Gesellschaft war an der
Kleinbahn Kasekow - Pekun (Oder) beteiligt, wel-
che an Pommerensdorf vorbeiführt. Zweignieder-
lassung in Wolgast. Nach der Jahrhundertwende
entwickelte sich die Produktion von Superphos-
Nr. 37 phat zum Hauptgeschäft. Mit Übernahme der
“Chemische Fabrik Milch AG” in Berlin-Oranien-
burg im Jahr 1927 konnte für diesen Produktions-
Nr. 37 Schätzpreis: 150,00 EUR zweig Ersatz für die verlorengegangene Fabrik in
Startpreis: 30,00 EUR Posen geschaffen werden. 1936 übernahm die
ACUSTON AG Gesellschaft ein größeres Aktienpaket der
für Musikwaren und Sprechmaschinen “Guano-Werke AG” in Hamburg, das aber 1938 wie-
der abgestoßen wurde. 1941 Übernahme einer
Aktie 100 RM, Nr. 526
50%igen Beteiligung an der “Chemische Werke
Berlin, 7.7.1924 EF Lobau-Wartheland GmbH” bei Posen, außerdem
Auflage 1.000. Gründung am 5.6.1923, eingetragen bestand schon länger eine Beteiligung an der 1913
Nr. 39
24.10.1923. Herstellung von tontechnischen Gerä- gegründeten “Chemische Industrie AG” in Danzig.
ten. Ab August 1929: ACUSTON Spezialfabrik für Die Aktien waren in Stettin (bis 1934), Berlin und
Radio und Tonapparate, vor allem Trichterlaut- Frankfurt/Main börsennotiert. Großaktionäre
Nr. 39 Schätzpreis: 175,00 EUR
sprecher wurden hergestellt. 1932 wurde das Kon- waren bei Kriegsende die WASAG und die Metall-
kursverfahren eröffnet. Lochentwertet. Maße:
Startpreis: 60,00 EUR
gesellschaft. Nach 1945 Nationalisierung des
12,3 x 23,5 cm. Mit anh. restlichen Kupons. AG Bad Salzschlirf Unternehmens. Ab 1994 wieder eigenständige AG
Aktie 1.000 Mark, Nr. 3913 polnischen Rechts, 2002 von der Lubon Manage-
Salzschlirf, 1.1.1923 EF ment Sp. z.o.o. übernommen worden. Maße: 21 x
Auflage 1550 (R 6). Maße: 29,8 x 18,1 cm. Kleine 29,7 cm. Prägesiegel lochentwertet.
Lochentwertung unten mittig.

Nr. 42

Nr. 40 Nr. 42 Schätzpreis: 150,00 EUR


Startpreis: 40,00 EUR
Nr. 40 Schätzpreis: 75,00 EUR AG der Gerresheimer
Startpreis: 10,00 EUR Glashüttenwerke vorm. Ferd. Heye
AG Brauerei Ponarth Aktie 500 DM März, Nr. 14
Nr. 38 Aktie 100 RM, Nr. 4510 Düsseldorf-Gerresheim, März 1951 EF
Königsberg (Pr.), 28.2.1942 EF Auflage 20.550 (R 9). Gründung 1888 unter Über-
Nr. 38 Schätzpreis: 400,00 EUR Auflage 1.500. Gründung 1839 als Brauerei J. P. nahme der seit 1864 bestehenden Glashüttenwer-
Startpreis: 125,00 EUR Schifferdecker in der Tuchergasse. 1849 Neubau ke der Firma Ferd. Heye in Gerresheim. Hinzuge-
der Brauerei im Stadtteil Ponarth. AG seit 1885. kauft wurden 1898 die Glasfabrik F. A. Meyer &
AG Bad Salzschlirf Söhne in Porta mit Berghütte vorm. A. Kuhlmann,
1923 Fusion mit der Brauerei Wickbold AG in
Aktie 1.000 Mark, Nr. 67 Königsberg. 1927/28 Errichtung einer Mineralwas- 1901 die Glashütte Teutoburg W. Gössling & Sohn
Salzschlirf, 22.2.1907 VF+ serfabrik. Börsennotiz Königsberg und Berlin, in in Brackwede, 1902 die Glasfabrik Gernheim und
Auflage 500 (R 9). Die 1900 gegründete AG über- den 20er Jahren übernahm der Rückforth-Konzern 1904 die Glasfabrik Wittekind in Minden. 1932 Stil-
nahm das seit 1838 bestehende Bad Salzschlirf mit die Mehrheit. 1948 Sitzverlegung nach Uslar legung des Zweigwerkes Hörstel. 1972 Umfirmie-
Quellen und Bergwerksgerechtsamen (Kur- und (Bahnhofstr. 12). 1951 in eine GmbH umgewan- rung von AG der Gerresheimer Glashüttenwerke
Hotelbetrieb mit Theaterhalle und Musiktempel, delt. Lochentwertet. Maße: 21 x 29,8 cm. vorm. Ferd. Heye in Gerresheimer Glas AG. Heute

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Managementholding des größten deutschen Hoh- katholischen Lesevereins sich im Hantenschen


lglasproduzenten. Maße: 21 x 29,7 cm. Prägesiegel Weinhaus (heute Schwambornplatz) treffen. 1874
lochentwertet. dann kommt es zu Gründung der Aktien-Gesell-
schaft “Erholung” zwecks Betrieb eines Gesell-
schaftshauses und einer Weinkellerei nebst Groß-
und Kleinvertrieb von Weinen und sonstigen
Getränken. Nach der völligen Zerstörung des
Gesellschaftshauses im Zweiten Weltkrieg dauerte
es lange, bis man ernsthaft an einen Wiederaufbau
herangehen konnte. Ende 1949 entstand auf dem
Grundstück Dionysiusplatz 22 ein eingeschossiger
Neubau. 1952 kam es zu einer umfangreichen
Renovierung. Die Gaststätte “Am Kamin” wurde
von vielen Krefeldern gern besucht und bestand
bis 1968. Die 1950er und 60er Jahre ließen das
Gesellschaftleben wieder aufblühen: Vorträge,
Ausflüge, Tanztees, Kostümfeste, Spargelessen,
Weinverkostung u.ä. standen auf dem Programm.
1982 wurde die Erholung-Weinhandlung aus dem
Handelsregister gelöscht. Heute hat der Verein
kein Gesellschaftshaus mehr, aber 1999 wurde
noch einmal groß das 125jährige Bestehen gefei-
ert. Maße: 23,5 x 30,5 cm. Zwei Randeinrisse, trotz-
dem überdurchschnittlich gut erhaltenes Stück.

Nr. 47
Eingetragen auf den Weihbischof Dr. Hermann
Sträter in Aachen. Kleine Lochentwertung unten
mittig.
Nr. 47 Schätzpreis: 300,00 EUR
Nr. 43
Startpreis: 125,00 EUR
AG für Bau und Grunderwerb
Nr. 43 Schätzpreis: 350,00 EUR Actie 300 Mark = 100 Thaler, Nr. 2230
Startpreis: 180,00 EUR Chemnitz, 1.5.1874 EF
AG Eisenhütte Prinz Rudolph Gründeraktie (R 8). Die Gesellschaft wird im Hand-
buch von 1882 bereits als “wertlos” eingestuft.
Actie 500 Thaler, Nr. 57 (29) Schöne Zierumrandung. Faksimile-Unterschrift
Dülmen, 1.8.1870 EF von Gustav Hartmann (Sächsische Maschinenfa-
Gründeraktie, Auflage 310 (R 8). Gegründet 1842. brik). Maße: 28,7 x 23,6 cm.
Maschinenbau für Berg- und Hüttenwerke sowie
Dampfmaschinenbau. Hergestellt wurden vor- Nr. 48 Schätzpreis: 150,00 EUR
nehmlich Bergwerksfördermaschinen und Seil- Startpreis: 20,00 EUR
scheiben. Alleiniger Aktionär war zuletzt die Berg-
bau AG Ewald - König Ludwig. Seit 1999 gehört die
AG für Bauausführungen
Nr. 45
EPR als Hazemag & EPR GmbH zu der Gruppe Aktie 20 RM, Nr. 29607
Schmidt, Kranz & Co. GmbH, Velbert. Sehr deko- Berlin, 29.12.1924 EF
rativ. Maße: 27,9 x 23 cm. Überdurchschnittlich (R 8) Bei der Gründung 1872 wurde das Bauge-
gut erhalten! schäft des Baumeisters F. W. A. Strauch übernom-
men und in allen Betrieben (Maurergeschäft, Zim-
merei, Tischlerei, Schneidemühle, Ziegelei) fortge-
führt. Die in Berlin börsennotierte große Baufirma
mit eigener Holzbearbeitungs-Fabrik hatte zuletzt
über 4.000 Beschäftigte. Der über 5 ha große Bau-
hof befand sich in Spandau-Hakenfelde am Teu-
felsseekanal, Zweigniederlassungen bestanden in
Bremen, Breslau, Gleiwitz, Halle a.S., Hamburg,
Königsberg, Leipzig und Stettin. Eine im Oktober
1929 geplante und schon fertig verhandelte Fusion
mit der Heilmann & Littmann AG München-Berlin
wurde in letzter Minute wegen der Schwierigkei-
ten im Baugewerbe verschoben. Die Weltwirt-
Nr. 46
schaftskrise machte der AG dann den Garaus: Im
August 1931 Zahlungseinstellung und Konkurs.
Nr. 44 Maße: 20,8 x 29,5 cm. Mit restlichem Kuponbogen.
Nr. 46 Schätzpreis: 250,00 EUR
Startpreis: 150,00 EUR Nr. 49 Schätzpreis: 350,00 EUR
Nr. 44 Schätzpreis: 50,00 EUR Startpreis: 100,00 EUR
Startpreis: 25,00 EUR AG für Bahnen und Tiefbauten
Aktie 500 RM, Nr. 419 AG für Bürsten-Industrie vormals
AG Electricitäts-Werke C. H. Roegner in Striegau i. Schlesien
Aktie 1.000 RM, Nr. 15739 Berlin-Schöneberg, Mai 1940 EF/VF
Auflage 720 (R 8). Gründung 1900 zum Bau, & D. J. Dukas in Freiburg in Baden
Liegnitz, Oktober 1941 EF+ Erwerb und Betrieb von Bahnen jeder Art, insbe- Actie 1.000 Mark, Nr. 10276
Auflage 900. Gründung 1898. Stromversorger für sondere von Kleinbahnen, Förderung des Eisen-
Mittelschlesien. Großaktionär (1943): Elektro-
Striegau i.Schl., 26.10.1922 EF
bahn- und sonstigen Transportverkehrs, Bau von Auflage 7.000 (R 9). Gründung 1893. Fortbetrieb
Werke AG, Berlin bzw. Viag (56,6%). 1986 verlagert Kanälen, Chausseen und anderen Tiefbauanlagen.
nach Bad Homburg v.d.H. Maße: 21 x 29,9 cm. Prä- und Erweiterung der früher von der Firma C.H.
So wurden z.B. die Lehniner Kleinbahn, die Roegner, Striegau betriebenen mechanischen und
gesiegel lochentwertet. Straßenbahn in Erfurt, die Bahn Merzig-Büschfeld der von der Firma D.J. Dukas in Freiburg betriebe-
und die U-Bahn Berlin Nollendorfplatz-Zoo nen Bürstenfabrik. Außerdem gehörten dazu die
Nr. 45 Schätzpreis: 350,00 EUR gebaut. Auch Betrieb von Wald- und Holzgeschäf- Bürstenzurichterei Neusalz GmbH in Neusalz
Startpreis: 125,00 EUR ten. 1949 umfirmiert zum gemeinnützigen Woh- a.d.Oder und die Bürsten- und Pinselfabrik vorm.
AG “Erholung” nungsunternehmen GESABAU. Betreut über Mez & Co. GmbH in Donaueschingen. 1929
42.000 Wohnungen in den Berliner Bezirken Rei- Beschluß der Auflösung und Liquidation. Maße:
Aktie 100 RM Nr. 1471 nickendorf, Wedding, Pankow, Weißensee und Wil- 24,7 x 31,7 cm. Mit restlichem Kuponbogen.
Krefeld, 1.1.1930 EF- mersdorf. Lochentwertet. Maße: 21 x 29,6 cm.
Auflage 1.600 (R 9). Schon 1832 taucht der Name
in Zusammenhang mit Statuten einer auf dem
Drießenhof gegründeten Gesellschaft auf, über Einlieferungen für die nächsten Auktionen
deren Schicksal aber so gut wie nichts bekannt ist. werden ständig angenommen!
1862 ist zu erfahren, dass 70 Mitglieder eines

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Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

aller möglichen Spekulationen. Faksimile-Unter- Nr. 53 Schätzpreis: 150,00 EUR


schrift des Bankiers Eltzbacher. Maße: 29,2 x 21,5 Startpreis: 30,00 EUR
cm. Keine Entwertung!
AG für Industriekredite Dresden
Aktie 1.000 RM, Nr. 317
Dresden, 15.12.1930 EF+
Zwischenschein, 25% Teileinzahlung, Auflage 500,
(R 7). 1923 gegründet, 1937 Umfirmierung in AG
für Industriebedarf. Beteiligung an Industrie- und
Handelsunternehmungen insbesondere der Eisen-
und Metallbranche. Faksimile Dr. Schneider.
Maße: 21 x 29,7 cm. Rückseitig auf Kommerz &
Industrie-AG übertragen.

Nr. 48

Nr. 51

Nr. 51 Schätzpreis: 100,00 EUR


Startpreis: 35,00 EUR
AG für chemische Industrie
Sammelaktie 20 x 50 DM, Nr. 44061-80
Saarlouis, August 1991 EF+
Nr. 54
(R 9) Maße: 21 x 29,6 cm. Rückseitig als ungültig
abgestempelt.

Nr. 54 Schätzpreis: 250,00 EUR


Startpreis: 50,00 EUR
Nr. 49
AG für Kellereibedarf
vorm. Blitz & Co.
Aktie 1.000 Mark, Nr. 301
Frankfurt a.M., 15.5.1923 EF
Gründeraktie, Auflage 14.000 (R 8). Handel mit Kel-
lereibedarfsartikeln, insbesondere Fortführung
des Geschäfts der Firma Blitz & Co. GmbH. Die
Ges. stand in enger Verbindung zu Hochheim a.M.,
wo viele Sekthersteller angesiedelt waren (u.a. die
AG zur Bereitung moussierender Weine, heute
Seagram Deutschland). Sehr dekorativ, Umran-
Nr. 52 dung mit Historismus-Leiste, kleine Abbildung
von Sektflaschen. Maße: 25 x 36,1 cm. Mit kpl.
Kuponbogen.
Nr. 52 Schätzpreis: 75,00 EUR
Startpreis: 30,00 EUR
AG für Grob- und Feinkeramik
Aktie 1.000 RM, Nr. 2455
München, Juli 1943 EF
Auflage 7.000. Gründung 1867 als Actien-Ziegelei
München unter Übernahme der seit 1859 betrie-
benen oHG Reinhold Hirschberg & Co. in Stein-
hausen. 1910 vollständige Vernichtung des Werkes
durch Brand. 1942 Übernahme der Wiener Ziegel-
werke, Firmenänderung in Aktien-Ziegelei Mün-
chen-Wien. 1943 Verschmelzung mit der Vereinig-
te Mosaik- und Wandplattenwerke AG, Friedland-
Sinzig-Ehrang (gegr. 1868) und Firmenänderung in

Nr. 50
AG für Grob- und Feinkeramik. 1955 Erwerb der
ältesten kanadischen Porzellanfabrik. Ab 1958:
AGROB AG für Grob- und Feinkeramik. Der Kera-
Nr. 50 Schätzpreis: 400,00 EUR mikbereich wurde Ende der 90er Jahre an Villeroy
Startpreis: 60,00 EUR & Boch verkauft, Firmenzweck ist heute die immo-
bilienmäßige Verwertung des riesigen Werks-
AG für chemische Industrie geländes in München-Ismaning. Lochentwertet.
Actie 1.000 Mark, Nr. 524 Maße: 21 x 29,5 cm.
Schalke i.W., 1.10.1899 EF/VF
Auflage 1.000 nach Neueinteilung des gesamten
Kapitals (R 8). Gründung 1872 in Köln. Zu den
Gründern gehörten u.a. Friedrich Grillo, der A.
Schaafhausen’sche Bankverein, Rudolph Poens-
gen und J.L. Eltzbacher. 1876 Sitzverlegung nach
Nr. 55
Gelsenkirchen-Schalke. Herstellung von Salzsäure,
Schwefelsäure, Sulfat. 1970 wurde die Auflösung
und 1976 die Fortsetzung der Gesellschaft
beschlossen. Tätigkeitsgebiet ist nunmehr Erwerb Nr. 55 Schätzpreis: 750,00 EUR
und Verwaltung von Beteiligungen an Unterneh- Startpreis: 150,00 EUR
men, insbesondere aus der Chemie, Bio- und Gen- AG für Kranken- und Invalidenpflege
forschung, Kosmetik, Elektronik und Kommunika-
tion. Verwaltung des eigenen Vermögens, Erwerb
Namens-Actie 2.000 Mark, Nr. 4
und Veräußerung bzw. Verpachtung von Grund- Aachen, 15.6.1900 EF

Nr. 53
stücken und Gebäuden. 1983 Sitzverlegung nach Gründeraktie, Auflage 75 (R 9). In der Pontstr.
Saarlouis und 1991 nach Hameln. Bis heute bör- 41/49 wurde eine Pflegeanstalt für kranke, invalide
sennotierte Gesellschaft, zuletzt eher ein Objekt und altersschwache Personen sowie eine Anstalt

12
Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

zur Ausbildung von Pflegerinnen unterhalten. Eine 1.000 Menschen beschäftigte, wurde eines der sche Kühlhausbetreiber und Marktführer im
Aachener Besonderheit: In dieser Stadt wurden unzähligen Opfer der Weltwirtschaftskrise: Seit Bereich der Tiefkühllogistik. Neben der Zentrale
fast ein halbes Dutzend gemeinnütziger AG’s zur 1931 in Konkurs. Maße: 26,2 x 35,4 cm. im Norden von München gibt es heute 26 MUK-
Unterstützung hilfsbedürftiger Menschen gegrün- Niederlassungen. Für den Aufsichtsrat unter-
det! Um die Tätigkeitsbereiche abgrenzen zu kön- schrieb die Aktie original der seinerzeitige Vor-
nen, unterschieden sie sich z.T. sogar im Firmen- sitzende Dr. Carl von Linde (*1842 in Bern-
namen darin, ob sie nun Personen männlichen dorf/Oberfranken, +1934 in München). Linde ent-
oder weiblichen Geschlechts betreuten. Eine wei- wickelte 1873-76 die Ammoniak-Kompressionskäl-
tere Besonderheit dieser AG war, daß ausschließ- temaschine und gründete 1879 die “Gesellschaft
lich Frauen den Aufsichtsrat und den Vorstand für Linde’s Eismaschinen”, die heutige Linde AG.
besetzten und es praktisch nur weibliche Aktionä- 1895 gelang es ihm, Luft in kontinuierlichem
re gab. 1952 wurden die Stücke für kraftlos erklärt, Betrieb zu verflüssigen, woraus die weitere bedeu-
die Gesellschaft befand sich in Liquidation. Maße: tende Sparte “Technische Gase” seiner Firma ent-
33,6 x 23,8 cm. Inwendig Übertragungen bis 1947. stand. Maße: 33,3 x 24,8 cm. Doppelblatt. Präge-
Papierstreifen am linken Rand, Abheftlochung. siegel lochentwertet. Ein wichtiger Industrie-
Autograph!

Nr. 58

Nr. 58 Schätzpreis: 200,00 EUR


Startpreis: 45,00 EUR
AG für Wohnungsbauten
Aktie 1.000 RM, Nr. 106
Berlin, Juli 1939 EF+
Gründeraktie, Auflage 150 (R 10). Gegründet 1939,
bereits 1943 trat die Firma wieder in Liquidation.
Maße: 20,9 x 29,7 cm.
Nr. 56

Nr. 56 Schätzpreis: 400,00 EUR


Startpreis: 75,00 EUR
AG für schlesische Leinen-Industrie
(vormals C. G. Kramsta & Söhne)
Aktie 1.000 Mark, Nr. 41453
Freiburg i.Schl., Juni 1922 VF+
Auflage 15.000 (R 11). Gründung 1797, ab 1871 AG.
Leinengarnspinnerei, Leinen- u. Gebildweberei.

Nr. 60
Spinnerei in Merzdorf, Weberei in Bolkenhain,
Bleicherei in Arnsdorf (Riesengebirge), Vered-

Nr. 59
lungsanstalten und Färbereien in Polsnitz (Kr. Wal-
denburg). Börsennotiz Berlin und Breslau. 1931
Zusammenschluß mit der seit 1852 bzw. 1907 als
AG bestehenden Methner & Frahne-Gesellschaft Nr. 59 Schätzpreis: 250,00 EUR
zur Ostdeutschen Textilindustrie AG. Diese trat Startpreis: 60,00 EUR
1933 in Liquidation und gründete zur Fortführung AG für Zellstoff- und Papierfabrikation
des Unternehmens die Kramsta-Methner & Frahne
GmbH, die am 18.6.1935 in die AG umgewandelt Aktie 1.000 Mark, Nr. 12736
wurde. Maße: 24,1 x 32,5 cm. Aschaffenburg, 12.5.1917 EF
Auflage 10.500 (R 9). Gründung 1872 als AG für
Maschinenpapier-Fabrikation. Papierfabriken in
Aschaffenburg und Memel. Ihren Holzbedarf deck-
te die Gesellschaft aus mehreren eigenen Waldgü-
tern in Deutschland und Österreich-Ungarn, vor
allem aber in Russland in den Gouvernements
Pskow, Nowgorod und Oleniz. 1936 umfirmiert in
Aschaffenburger Zellstoffwerke AG. 1970 Fusion
mit der Zellstofffabrik Waldhof (gegr. 1884) zur
PWA Papierwerke Waldhof-Aschaffenburg AG mit
Sitz in München. 1998 vom schwedischen Konkur-
renten Svenska Cellulosa AB übernommen und in
SCA Hygiene Products AG umfirmiert. Das Werk
Aschaffenburg-Stockstadt firmierte ab 1999 unter
Modo Paper GmbH. 2000: Übernahme des Modo-

Nr. 57
Konzerns durch die finnische Metsä-Serla. Es ent-
stand die größte Feinpapiergruppe in Europa.
2001: Umfirmierung des Mutterkonzerns in M-real
Nr. 57 Schätzpreis: 300,00 EUR und des Werkes Aschaffenburg-Stockstadt in M-
Startpreis: 75,00 EUR real GmbH. Maße: 27,5 x 37,9 cm. Nicht entwerte-
Nr. 61
tes Stück in einem sehr guten Erhaltungszustand!
AG für Strumpfwarenfabrikation
vorm. Max Segall Nr. 60 Schätzpreis: 200,00 EUR
Aktie 1.000 Mark, Nr. 6265 Startpreis: 65,00 EUR Nr. 61 Schätzpreis: 150,00 EUR
Berlin, 15.3.1922 EF/VF AG Gesellschaft für Markt- & Kühlhallen Startpreis: 60,00 EUR
Gründeraktie, Auflage 4.000 (R 10). Gründung
Aktie 1.000 Mark, Nr. 3137 AG Gesellschaft für Markt- & Kühlhallen
1898 als Max Segall AG mit Zweigniederlassung in
Chemnitz, 1904 Umfirmierung wie oben. Fabriken München, 27.7.1900 EF/VF Aktie 1.000 Mark, Nr. 11349
in Berlin SW 19 (Rossstr. 29-30) und Chemnitz für Auflage 1.000. Gründung 1890 in Berlin, dann 1895- Hamburg, 15.11.1921 EF/VF
gewirkte und gestrickte Strumpfwaren. 1926 1909 in München ansässig, 1909 Sitzverlegung Auflage 6.000 (R 9). Großformatig, dekorative
Erwerb einer betriebsfertig eingerichteten Fabrik nach Hamburg. An der Gründung war Dr. Carl von Ornamentumrandung. Ebenfalls mit Originalun-
für feinmaschige Artikel in Jahnsdorf bei Chem- Linde maßgeblich beteiligt. Die Gesellschaft terschrift von Prof. Dr. Carl von Linde, München.
nitz und eines Betriebes in Mühlhausen/Thürin- besaß zunächst Kühlhäuser und Eisfabriken in Maße: 34,8 x 24,7 cm. Doppelblatt. Prägesiegel
gen. Börsennotiz Berlin. Die AG, die zeitweise fast Hamburg und Berlin, heute ist sie der größte deut- lochentwertet. Ein wichtiger Industrie-Auto-
graph!

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Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

gießerei Gladenbecks stammen zahlreiche bedeu- Nr. 66 Schätzpreis: 300,00 EUR


tende Standbilder und Denkmale, so das von Chri- Startpreis: 75,00 EUR
stian Daniel Rauch entworfene Denkmal des
Immanuel Kant für Königsberg oder die Viktoria
AG Wilh. Tillmanns’sche
der Berliner Siegessäule nach dem Entwurf von Wellblech-Fabrik u. Verzinkerei
Friedrich Drake. Großformatig, schöne Umrah- Actie 1.000 Mark, Nr. 189
mung mit Historismus-Stil-Elementen. Maße: 25,9 Remscheid, 31.12.1894 VF
x 35,2 cm. Leicht fleckig. Gründeraktie, Auflage 746 (R 9). Gründung 1894
zur Übernahme der seit 1856 bestehenden Till-
manns’schen Werke in Remscheid (Werksgelände
1,78 ha, Produktion: Eisenhoch- und Brückenbau,
Wellbleche, Roll- und Schiebetore sowie Schlitt-
schuhe). 1900 Umfirmierung in Tillmanns’sche
Eisenbau-AG, im gleichen Jahr Erwerb eines 3,51
Nr. 62 ha großen Grundstücks in Düsseldorf-Oberkassel
zum Bau eines neuen Werkes. 1913 Übernahme
Nr. 62 Schätzpreis: 125,00 EUR der Schenck & Liebe-Harkort GmbH in Oberkassel
Startpreis: 20,00 EUR (gegr. 1899), deren Name unter gleichzeitiger Sitz-
AG Johannes Jeserich verlegung nach Düsseldorf angenommen wurde.
Produktion in Oberkassel: Großhebezeuge, Verla-
Aktie 1.000 DM, Nr. 396 deanlagen, Scheren und Pressen. 1958 (die Pro-
Hamburg, Dezember 1961 EF+ duktion war inzwischen eingestellt) übernahm die
Auflage 400 (R 8). Gründung 1862, Umwandlung an den Werksanlagen in der Hansa-Allee interes-

Nr. 64
1888 in die “AG für Asphaltierung und Dachbe- sierte SCHIESS AG in Düsseldorf die Aktienmehr-
deckung vorm. Johannes Jeserich”, seit 1913 kurz heit, 1959 Umwandlung in eine GmbH. Maße: 31,3
“AG Johannes Jeserich”. Straßen- und Straßen- x 25,4 cm. Nicht entwertet!
deckenbau (Niederlassungen in Berlin-Charlotten-
burg, Königsberg i.Pr., Breslau, Stettin und Posen),
Herstellung von Rostschutz- und Anstrichfarben,
Dichtungsmitteln und Dachpappen (Werk HH-
Eidelstedt, Ottensener Str. 2-4) sowie von Nähr-,
Stärkungs- und Entfettungsmitteln, insbesondere
Kindernährzucker in der Nährmittelfabrik Mün-
chen GmbH, Berlin-Spandau. 1951 Auflösungsbe-
schluß, 1952 Vergleich, 1956 Fortsetzungsbe-
schluß. Sitzverlegungen 1959 nach Hamburg und
1975 nach Köln. Ebenfalls 1975 Produktionsein-
stellung, fortan nur noch Verwaltung des Fabrika-
reals in Hamburg sowie von Gewerbeimmobilien
in Köln, Berlin und Wuppertal. Seit 1990 fokussier-

Nr. 65
te sich die immer noch börsennotierte Jeserich
AG auf Logistikimmobilien und Gewerbeparks.
Nach größeren Mietausfällen 2004 insolvent
geworden. Mit Firmensignet in allen vier Ecken. Nr. 65 Schätzpreis: 75,00 EUR
Maße: 21,1 x 29,7 cm. Lochentwertet. Startpreis: 35,00 EUR
AG Wilh. Kramer & Co. Schlesische
Granitwerke
Aktie 100 RM, Nr. 974
Jauer Bez. Liegnitz, August 1933 EF+
Auflage 1.950. Gegründet 1923 als Schlesische Gra- Nr. 67
nitwerke AG, 1933 umbenannt wie oben. Gewin-
nung von Granit-Straßenbaumaterialien. Lochent-
wertet. Maße: 21,2 x 29,8 cm.
Nr. 67 Schätzpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 60,00 EUR
Ahstedt-Schellerter Zuckerfabrik AG
Darlehns-Schein 4.000 RM
Schellerten, 25.5.1948 EF+
(R 9) Die Fabrik wurde 1872 erbaut und hat 1873
Nr. 63
die ersten Zuckerrüben verarbeitet. Ihren Roh-
zucker ließ sie in der Zuckerraffinerie Hildesheim
weiterverarbeiten. 1963 mit der Zuckerfabrik
Nr. 63 Schätzpreis: 100,00 EUR
Rethen (Leine) fusioniert und somit am Ende der
Startpreis: 35,00 EUR Fusionskette über die Lehrter Zucker in der heuti-
AG Johannes Jeserich gen Nordzucker aufgegangen. Interessante
Aktie 500 DM, Nr. 20176 Bestimmungen, u.a. lehnte man sich für den Fall
Köln, Oktober 1980 einer eintretenden Währungsreform an die Vorge-
hensweise der Sparkasse Hildesheim-Marienburg
Auflage 1.100 (R 8). Mit Firmensignet in allen vier an. Maße: 29,6 x 21 cm.
Ecken. Maße: 21,1 x 29,7 cm. Lochentwertet.
Nr. 68 Schätzpreis: 75,00 EUR
Nr. 64 Schätzpreis: 150,00 EUR Startpreis: 20,00 EUR
Startpreis: 40,00 EUR
AG vorm. H. Gladenbeck & Sohn Aktien-Brauerei Schönbusch
Bildgießerei Aktie 100 RM, Nr. 3105
Königsberg i.Pr., 28.2.1942 EF+
Aktie 1.000 Mark, Nr. 3528
Nr. 66
Auflage 1.500. Gründung 1871. Neben der Brauerei
Berlin, Mai 1922 VF und Mälzerei in der Schnürlingstr. 4 besaß die AG
Auflage 7.500 (R 10). Gründung 1888 unter Über-
nahme der Bildgießerei H. Gladenbeck & Sohn in
Friedrichshagen und deren Bronce- und Zink- Alle Wertpapiere sind bei uns in einer Bilddatenbank vorhanden.
gußwarenfabrik sowie des Geschäfts der Firma
Alfred Gladenbeck in Berlin. Herstellung von Es kann deshalb vereinzelt vorkommen, daß bei Abbildungen auf
Denkmälern, monumentalen Guss- und Treibarbei-
ten für Bauten und von Plastiken aus Bronze und
Archivmaterial zurück gegriffen wurde und ein gleichwertiges Stück
Marmor. 1926 Eröffnung des Konkursverfahrens, mit einer anderen Nummer abgebildet ist.
1932 von Amts wegen gelöscht. Aus der Bronze-

14
Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

in Königsberg einen 60.000 qm großen Park mit werkes und einer Holzhandlung. Exportiert wur-
Sommer- und Winterlokalitäten für Restaurations- den die Artikel an über 60 Staaten. Durch Bom-
betrieb und einen 110.000 qm großen Teich zur benangriffe wurden das Sägewerk und der Haupt-
Gewinnung von Natureis. Niederlagen in Rau- betrieb 1944/45 schwer beschädigt. Ein Jahr spä-
schen, Tapiau, Zinten, Landsberg, Heilsberg, ter schlugen die Alliierten erneut zu und entnah-
Hohemstein Opr., Lyck, Angerburg, Rastenburg, men 66 der modernsten und bestausgerüsteten
Seeburg und Wormditt. In Königsberg und Berlin Maschinen als Reparationen. Die Nachkriegsjahre
börsennotiert, seit den 20er Jahren war der Stetti- waren vom Wiederaufbau der Betriebe geprägt.
ner Rückforth-Konzern Mehrheitsaktionär. 1948 1968 Umwandlung in eine GmbH. Erinnern Sie sich
Sitzverlegung nach Uslar. Seit 1953 GmbH, 1959 noch? Ihr schöner, sündhaft teurer Kunststoff-
aufgegangen in der Ferd. Rückforth Nachfolger Rechenschieber in der Schule war auch von Nest-
AG, Siegburg. Um das weitläufige Brauerei-Areal ler! Maße: 20,8 x 29,5 cm.
rankte sich nach 1945 die interessante Spekulati-
on, hier sei das Bernsteinzimmer versteckt. Gefun-
den wurde es bekanntlich bis heute nicht. Maße:
21 x 29,8 cm. Prägesiegel lochentwertet.

Nr. 74

Nr. 71 Nr. 74 Schätzpreis: 250,00 EUR


Startpreis: 125,00 EUR

Nr. 68
Allgäuer Baumwollspinnerei und
Weberei Blaichach vorm. Heinrich Gyr
Nr. 69 Schätzpreis: 100,00 EUR Actie 1.000 Mark, Nr. 5733
Startpreis: 30,00 EUR Blaichach, Januar 1923 EF/VF
Aktien-Brauerei Schönbusch Auflage 7.000 (R 7). 1850 gründeten die Schweizer
Unternehmer Heinrich Gyr und Rudolf Zellweger
Aktie 1.000 RM, Nr. 1831 (Zellweger Uster ist ein noch heute bekannter Tex-
Königsberg i.Pr., 28.2.1942 EF tilmaschinenhersteller) in Blaichach unter Aus-
Auflage 1.950. Lochentwertet. Maße: 20,9 x 29,8 nutzung der Wasserkraft des Schwarzenbach eine
cm. Linker Rand mit Abheftlochung. Gleiche gra- Spinnerei und Weberei. Zweigwerke bestanden in
phische Gestaltung wie das 100 RM-Stück, nur Oberstdorf, Vorderhindelang und Oberdorf b.
andersfarbiger Druck. Vorderhindelang. 1896 Umwandlung des Unter-
nehmens in eine AG. In guten Zeiten beschäftigte
das Unternehmen über 1.100 Mitarbeiter. 1906

Nr. 72
Neubau der Weberei in Blaichach. “1939-45 Inan-
spruchnahme großer Teile der Fabrikationsstät-
ten durch verlagerte Rüstungsbetriebe”, steht im
Nr. 72 Schätzpreis: 150,00 EUR AG-Handbuch. Konkret hieß das auch: Im Bereich
Startpreis: 60,00 EUR der Spinnerei Blaichach bestand von Juli 1944 bis
Albert Nestler AG Mai 1945 ein Außenlager des KZ Dachau, in dem
800 Häftlinge für die Bayerischen Motorenwerke
Namens-Aktie 1.000 DM, Nr. 748 U-Boot-Motoren bauten. Letzter Großaktionär war
Lahr / Baden, August 1964 EF+ die Textilfirma Ulrich Gminder AG, Reutlingen.
Auflage 200 (R 7). Maße: 20,9 x 29,6 cm. 1960 Auflösung der AG und Verkauf aller Werke
einschließlich der Wasserkraftanlagen an die
Robert Bosch GmbH für die Produktion von Zünd-

Nr. 70
verteilern. Die Beschäftigten wurden größtenteils
umgeschult. Heute ein wichtiger Bosch-Standort
mit 2400 Mitarbeitern, gefertigt werden elektroni-
Nr. 70 Schätzpreis: 125,00 EUR sche Komponenten (ABS und ESP) für die Auto-
Startpreis: 35,00 EUR mobilindustrie. Großes Hochformat, schöne
Aktienbrauerei-Bürgerbräu AG Umrahmung im Historismus-Stil mit Fabelwesen.
Lochentwertet. Maße: 37 x 25 cm. Doppelblatt.
Aktie Lit. A 1.000 DM, Nr. 223 Überdurchschnittlich gut erhaltenes Exemplar!
Ludwigshafen, Oktober 1952 EF+
Auflage 2.000. Entstanden 1951 durch Zusammen- Nr. 75 Schätzpreis: 1.000,00 EUR
schluss der “Brauerei Bürgerbräu” und der “Akti- Startpreis: 280,00 EUR
enbrauerei” in Ludwigshafen. Großaktionär war
lange Zeit die Henniger-Bräu und später die Eich- Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft
baum-Werger-Brauereien AG. 1974 in die Bürger- Aktie 1.000 Mark, Nr. 105613
Nr. 73 Berlin, 15.10.1910 VF
bräu GmbH umgewandelt. Die Brauerei Bürger-
bräu, früher die Fuhrer’sche Brauerei, ist seit den Auflage 30.000 (R 10), davon 20.000 an die Familie
1850er Jahren im Geschäft, 1890 wurde sie eine Guilleaume zur Übernahme der Aktienmehrheit
AG. Die Aktienbrauerei wurde 1862 als erste Nr. 73 Schätzpreis: 150,00 EUR der Felten & Guilleaume-Lahmeyerwerke. Grün-
Brauerei in Bayern überhaupt in der Rechtsform Startpreis: 30,00 EUR dung 1883 durch Emil Rathenau als “Deutsche Edi-
der AG durch den Großbrauer Georg Pschorr son-Gesellschaft für angewandte Elektricität”,
gegründet. Maße: 21 x 29,6 cm. Allerthal-Werke AG
1887 Umfirmierung in AEG. Beim Besuch der Welt-
Aktie 1.000 RM, Nr. 6895 ausstellung in Philadelphia lernte Emil Rathenau
Nr. 71 Schätzpreis: 150,00 EUR Grasleben, September 1941 EF die epochemachenden Erfindungen von Thomas
Startpreis: 75,00 EUR Auflage 444 (R 8). Gründung 1899 als “Brauerei A. Edison kennen. Es gelang ihm, die Patente für
Albert Nestler AG Allerthal AG”. 1921 wurde dem Brauereibetrieb Deutschland zu erwerben. Zu Recht wird Rathe-
eine Gummiwarenfabrik angegliedert. Biernieder- nau als der Begründer der elektrischen Großindu-
Namens-Aktie 10.000 DM, Nr. 445 lagen in Helmstedt, Hötensleben, Vorsfelde. 1950 strie in Deutschland bezeichnet. Was mit der Her-
Lahr / Baden, Dezember 1952 EF+ Stilllegung der Brauerei. Heute Zulieferer von stellung von Glühlampen begann, entwickelte sich
Auflage 100 (R 7). Gründung 1878, seit 1922 AG. technischen Schläuchen und Formartikeln für die bald zu einem Unternehmen, das auf allen Gebie-
Herstellung und Vertrieb von Rechen-, Mal-, Mess- Automobilindustrie. Maße: 21 x 29,8 cm. Prägesie- ten der Elektrotechnik eine führende Rolle spielte
und Zeichengeräten. Weiterhin Betrieb eines Säge- gel lochentwertet. - lange blieb der Wettstreit mit Siemens & Halske

15
Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

um den ersten Platz unentschieden. Der Nieder-


gang nach dem 2. Weltkrieg mündete schließlich
1985 in der Mehrheitsübernahme durch den Daim-
ler-Benz-Konzern, der unter dem Vorstandsvorsit-
zenden Edzard Reuter (Sohn des legendären Berli-
ner Nachkriegs-OB) vom Aufbau eines umfassen-
den Technologiekonzerns als Welt-AG träumte. Als
auch dieser Traum ausgeträumt war, löste Daim-
ler-Benz (nun unter Reuters Nachfolger Jürgen
Schrempp) die AEG 1996 auf. Faksimile-Unter-
schrift E. Rathenau. Maße: 24,3 x 30,8 cm. Nur 5
Stücke sind seit vielen Jahren überhaupt
bekannt!

Nr. 75
ein neuartiges Gleitschnellbauverfahren für Silos,
Bunker, Fernsehtürme und Hochhäuser erworben.
Niederlassungen gab es wegen der erfolgreichen
Entwicklung nun in Berlin, Bochum, Braun-
schweig, Bremen, Düsseldorf, Frankfurt (Main),
Nr. 76
Hamburg, Hannover, Köln, Mainz, Mannheim,
München, Saarbrücken und Siegen. In Düsseldorf
und Berlin börsennotiert. 1969 Abschluss eines
Nr. 76 Schätzpreis: 200,00 EUR Beherrschungsvertrages mit der Strabag Bau-AG,
Startpreis: 100,00 EUR die inzwischen über 90% der Aktien besaß. Loch-
Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft entwertet. Maße: 21 x 29,7 cm.
6% Gold Debenture 500 $, Specimen
1.5.1928 VF
Specimen, nullgeziffert (R 10). Hochwertiger
Stahlstich mit männlicher Allegorie und Elektro-
motor. Maße: 38,3 x 25,4 cm. Mit anh. Kupons,
lochentwertet.

Nr. 79

Nr. 78

Nr. 78 Schätzpreis: 250,00 EUR


Startpreis: 30,00 EUR
Allgemeine Holzbau AG
Aktie 10.000 Mark, Nr. 10866
Nr. 77 Charlottenburg-Ludwigshafen/See,
1.8.1923 EF
Nr. 77 Schätzpreis: 125,00 EUR Auflage 8.350 (R 9). Gründung 1916. Holzwarenfa-
Startpreis: 30,00 EUR brik, Sägerei- und Hobelwerk in Ludwigshafen a.
Allgemeine Hoch- und Tiefbau-AG See. 1925 in Konkurs. Maße: 18 x 26 cm. Mit kpl.
anh. Kupons. Lochentwertet.
Aktie 1.000 RM, Nr. 346
Düsseldorf, Juli 1935 EF
Nr. 79 Schätzpreis: 200,00 EUR
Auflage 435. Gründung 1904 als “Allgemeine Hoch-
Startpreis: 40,00 EUR
bau-GmbH”, seit 1921 AG. 1933 Umbenennung in
Allgemeine Hoch- und Tiefbau AG, 1935 in Allge- Allgemeine Radio AG
meine Hoch- und Ingenieurbau-AG, ab 1953 A.H.I.- Aktie 1.000 Mark, Nr. 9346
BAU Allgemeine Hoch- und Ingenieurbau-AG. Am Berlin, Dezember 1923 EF+
Ausbau der Häfen von Montevideo (Uruguay) und
Auflage 14.000 (R 8). Gründung April 1923. Her-
Rotterdam hatte die AHI schon vor Beginn des 1.
stellung von Apparaten der Radiotechnik. Ende
Weltkrieges großen Anteil. Niederlassungen
1923 Fusion mit der Radio Trading Co. mbH und
bestanden in Köln, Hamburg, Halle/Saale (1945
der Hans Falk AG für Elektrotechnik. 1924 schon
enteignet) und Den Haag, später auch in Berlin,
Nr. 80
wieder in Liquidation. Maße: 24,2 x 19,4 cm. Mit
Mannheim und Wien (1945 unter Sequester
kpl. Kuponbogen. Weniger als 20 Stücke bekannt!
gestellt). 1951 wurde eine schwedische Lizenz für

16
Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

Nr. 80 Schätzpreis: 250,00 EUR


Startpreis: 100,00 EUR
Allgemeine Speditions-Gesellschaft
Aktie 1.000 Mark, Nr. 278
Duisburg, 16.4.1910 EF/VF
Gründeraktie, Auflage 500 (R 6). Gründung 1910
unter Übernahme der Firma August Heuser
GmbH, Duisburg. Schifffahrt sowie Spedition und
Lagereibetrieb. Gehörte zur Bayerischen Rhein-
schiffahrtsgruppe (Rhenania-Konzern). Heute
gehört Rhenania zur Wicaton Gruppe. Großforma-
tiges Papier, sehr dekorativ gestaltet mit Reederei-
Flagge. Maße: 35,1 x 25,5 cm. Doppelblatt, loch-
entwertet.

Nr. 83
Nr. 83 Schätzpreis: 500,00 EUR
Startpreis: 125,00 EUR
Altenaer Baugesellschaft
Actie 100 Thaler, Nr. 270
Nr. 85
Altena i.W., 1.8.1875 VF+
Gründeremission, Auflage 110 (R 9). Gründung am
14.2.1870 als Altenaer Baugesellschaft mit einem
Kapital von 20.000 Thalern, eingetragen am
25.3.1871. Später als Altenaer gemeinnützige Bau-
gesellschaft AG firmierend. 1941 wurden im Zuge
der Neuorganisation der gemeinnützigen Woh-
Nr. 81 nungsunternehmen die Spar- und Bauverein
GmbH sowie die Gemeinnützige Baugesellschaft
Nachrodt-Wiblingwerde GmbH übernommen. Bis
Nr. 81 Schätzpreis: 150,00 EUR 1942 baute die Gesellschaft 364 Häuser mit 1.320
Startpreis: 30,00 EUR Wohnungen. 1990 Umbenennung in Altenaer Bau-
Allgemeiner Bankverein AG gesellschaft AG. Äußerst dekorativ mit zwei alle-
gorischen Abbildungen. Sieben Originalunter-
Aktie 1.000 Mark, Nr. 189792 schriften. Maße: 27,1 x 33,4 cm. Knickfalten, sonst
Düsseldorf, Juni 1922 EF tadellose Erhaltung. Mit Stempelumstellung von
Auflage 96.300 (R 8). Gründung am 12.4.1921 unter 1932 auf eine Namensaktie, ausgestellt auf Verei-

Nr. 86
Übernahme des 1889 gegründeten Löninger Bank- nigte Stahlwerke A.G., Düsseldorf. Rückseitig 2
vereins in Löningen, bis 22.8.1921: Allgemeiner Übertragungsvermerke von 1936 und 1940. Sehr
Bankverein mit Sitz in Berlin, bis 19.6.1922: Allge- niedriger Startpreis!
meiner Bankverein für Westdeutschland mit Sitz Nr. 86 Schätzpreis: 75,00 EUR
in Düsseldorf. 1927 wurde die Liquidation Startpreis: 25,00 EUR
beschlossen. Maße: 21,2 x 28,7 cm. Mit kpl. Amag-Hilpert-Pegnitzhütte AG
Kuponbogen. Aktie 1.000 RM, Nr. 6466
Nürnberg, 27.11.1941 EF+
Auflage 439. Gründung 1889 zur Übernahme der
seit 1857 bestehenden Fa. J. A. Hilpert in Nürnberg
als “Armaturen- und Maschinenfabrik AG vorm. J.
A. Hilpert”, 1939 Umfirmierung wie oben. 1891
Errichtung einer Gießerei in Pegnitz, 1896 Ankauf
der Kelsenschen Armaturenfabriken in Wien und
Pest (1918 mit der Wiener Niederlassung der Fa.
Bopp & Reuther, Mannheim, in einer eigenen AG
verselbständigt). Produziert wurden im Werk

Nr. 84
Nürnberg Kreiselpumpen, Säurepumpen und Säu-
rearmaturen, im Werk Pegnitz Armaturen aller Art.
1959 Umwandlung auf die Großaktionärin Klein,
Nr. 84 Schätzpreis: 100,00 EUR Schanzlin & Becker AG in Frankenthal (KSB).
Nr. 82 Startpreis: 40,00 EUR Maße: 21 x 29,7 cm. Prägesiegel lochentwertet.
Alw. Taatz AG Nr. 87 Schätzpreis: 100,00 EUR
Nr. 82 Schätzpreis: 75,00 EUR Aktie 1.000 RM, Nr. 212 Startpreis: 25,00 EUR
Startpreis: 35,00 EUR Halle (Saale), August 1925 EF/VF Amperwerke Elektricitäts-AG
Allianz Lebensversicherungs-AG Auflage 225 (R 7). Gründung 1923. 1931 Ver-
gleichsverfahren, im Dezember nach Befriedigung
Aktie 1.000 Mark, Nr. 45893
Namensaktie 50 DM, Nr. 4787135 der Gläubiger mit 60% wieder aufgehoben. In der München, 31.7.1922 EF/VF
Berlin/München, Juli 1992 EF+ Maschinenfabrik in Halle, Lützener Str. 2 wurden Auflage 30.000. Gründung 1908 unter Übernahme
(R 7) Die heutige Allianz Leben hat zwei Wurzeln: bis nach Kriegsende vor allem Maschinen für die der “Industrielle Unternehmungen GmbH” und
Zum einen die erst 1922 gegründete “Allianz” Bauindustrie hergestellt. Lochentwertet. Maße: der “Süddeutsche Wasserwerke AG”. Zwei Was-
Lebensversicherungsbank AG. Zum anderen die 21,2 x 29,9 cm. serkraftwerke und ein Dampfkraftwerk versorgten
1889 in München gegründete “Arminia” Lebens-, damals 24 Ortschaften mit rd. 3.000 Stromkunden.
Aussteuer- und Militärdienstkosten-Versiche- Nr. 85 Schätzpreis: 175,00 EUR 1909/10 Inbetriebnahme der Wasserkraftwerke
rungs-AG”. Letztere legte 1902-19 ein scharfes Startpreis: 80,00 EUR Unterbruck und Kranzberg, 1923 Gründung der
Expansionstempo vor und übernahm acht weitere “Neue Amperkraftwerke AG, München” zum Bau
Lebensversicherer. Bei der Fusion mit der Allianz Am Nollendorf Grundstücks-AG des Wasserkraftwerks Haag. Diese AG ging 1932
Leben 1923 war sie pro forma die aufnehmende Aktie 1.000 Mark, Nr. 16 ebenso wie die “Bayerische Überlandzentrale AG,
Gesellschaft, nahm aber gleich darauf deren Fir- Berlin, März 1924 EF/VF München” durch Fusion in den Amperwerken auf,
mennamen an. 1927 fusionshalber für einige Jahre Auflage 50 (R 7). Gründung 1922 zur Verwaltung deren Großaktionär die Gesellschaft für elektri-
Umfirmierung in “Allianz und Stuttgarter Lebens- und Verwertung des der Gesellschaft gehörenden sche Unternehmungen (Gesfürel) in Berlin war.
versicherungsbank AG” sowie Sitzverlegung nach Grundstücks Kalckreuthstrasse 14 zu Berlin-Char- 1955 Fusion mit der Isarwerke AG (gegr. 1921) zur
Stuttgart (1938 zurück nach Berlin, ab 1948 Zweit- lottenburg. 1938 von Amts wegen gelöscht. Im Isar-Amperwerke AG. 1954-56 Ausbau der Dampf-
sitz in München), seit 1999 ist erneut Stuttgart der Dezember 1924 umgestellt auf 600 RM. Lochent- kraftwerke Höllriegelskreuth und Zolling-Angl-
Firmensitz. Maße: 21 x 29,7 cm. Rückseitig als wertet. Maße: 30 x 21,9 cm. berg. Ferner gingen in Betrieb das Dampfkraftwerk
ungültig abgestempelt. Irsching (1969), das Kernkraftwerk Essenbach bei

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Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

Landshut (1977, mit Partner Bayernwerk) das Fabrik AG, Dänischburg. Nach dem Krieg ging die 2009 drei Menschen in den Tod riß). 1932 über-
Kernkraftwerk Isar I (1979) und das Kernkraftwerk Mehrheitsbeteiligung der I.G. Farben zunächst an nahm der jüdische Industrielle Ignaz Petschek die
Isar II (1988). Zunächst über 3/4, später noch die Essener Wasag-Chemie AG. Später Sitzverle- AKW und gliederte sie in den Petschek-Konzern
knapp 50% des Kapitals der Isar-Amperwerke hiel- gung erst nach Castrop-Rauxel, dann nach Kre- ein. Nach dessen „Arisierung“ 1939 gelangten die
ten die Isarwerke GmbH (die wiederum zu 45% feld. 1957 Fusion mit der “Superphosphatfabrik AKW über die Mitteldeutschen Stahlwerke zum
dem Bankhaus Merck, Finck & Co. in München, zu Nordenham AG”. 1994 wird der StandortKrefeld an Flick-Konzern. Flick verschmolz die AKW mit der
25% dem RWE und zu 10% der Allianz-Versiche- die “BASF Düngemittelwerke Victor GmbH” ver- Werschen-Weißenfelser Braunkohle AG und reich-
rung gehörten). Im Jahr 2000 fusionierten das Bay- kauft, seitdem nur noch Vermögensverwaltung te sie dann an die Reichswerke AG für Erzbergbau
ernwerk und die PreußenElektra zur E.ON Energie und Abwicklung bestehender Pensionsansprüche. und Eisenhütten „Hermann Göring“ weiter. Die
AG. Diese besaß nun direkt und indirekt eine Drei- Inzwischen übernahm die BASF alle Aktien. Maße: Betriebe in der Sowjetzone wurden nach 1945 ent-
viertelmehrheit der Isar-Amperwerke AG, die 2001 25,5 x 34,5 cm. Nicht entwertet! schädigungslos enteignet. AG 1950 verlagert nach
in E.ON Bayern AG umbenannt wurde. Gleichzeitig Berlin (West), als Mehrheitsaktionär figurierte
wurden die bisherigen großen Bayernwerk-Beteili- dann die Harpener Bergbau-AG aus Dortmund.
gungen (u.a. Überlandwerk Unterfranken, Energie- 1983 umgewandelt in die AK-Vermögensverwal-
versorgung Ostbayern, Energieversorgung Ober- tungs-GmbH, heutiger Firmensitz ist Düsseldorf.
franken, Großkraftwerk Nürnberg u.a.) in die E.ON Lochentwertet. Maße: 38 x 26,2 cm. Dekoratives
Bayern AG eingebracht. Maße: 25 x 38 cm. Dop- Papier!
pelblatt, lochentwertet.

Nr. 89

Nr. 87

Nr. 91

Nr. 91 Schätzpreis: 100,00 EUR


Startpreis: 40,00 EUR
Anhaltische Kohlenwerke
Nr. 88 Vorzugs-Aktie 1.000 Mark, Nr. 4143
Nr. 88 Schätzpreis: 100,00 EUR Halle (Saale), 1.7.1920 EF
Startpreis: 25,00 EUR Auflage 1.500. Lochentwertet. Maße: 34,5 x 23,3
cm.
Andreae-Noris Zahn AG
Aktie 100 RM, Nr. 17759 Nr. 90
Frankfurt a.M., November 1941 EF Katalogpreis 10,00 EUR
Auflage 1.000. Die 1923 gegründete J.M. Andreae
AG geht auf eine vor über 150 Jahren in der Frank- Nr. 90 Schätzpreis: 125,00 EUR
furter Innenstadt von Johann Matthias Andreae Startpreis: 40,00 EUR
eröffnete “Material- und Farbwaaren-Handlung” Anhaltische Kohlenwerke
zurück. Sein Geschäftshaus kaufte er von der Vorzugs-Aktie 1.000 Mark, Nr. 2028
Dame Melber, einer Tante von Johann Wolfgang
von Goethe. Aus der Fusion mit der Nürnberger Halle (Saale), 26.4.1909 EF
Handelsgesellschaft Noris Zahn & Cie. entstand Auflage 1.400. 1867 wurden die Abbaurechte für
dann das noch heute als ANZAG börsennotierte die Froser Kohlenfelder durch das Bergamt zu
Pharmagroßhandels-Unternehmen. Maße: 21 x Bernburg verliehen, es folgte die Gründung der
29,7 cm. Prägesiegel lochentwertet. Froser Braunkohlen-Bergbau AG mit der Braun-
kohlengrube Ludwig (später Umwandlung in
Zeche Anhalt). 1881 Umwandlung der Gewerk-
Nr. 89 Schätzpreis: 300,00 EUR
schaft Zeche Anhalt in eine AG (Anhaltische Koh-
Startpreis: 60,00 EUR lenwerke). Durch Zukauf und Aufschluß zahlrei-
Anglo-Continentale (vormals cher weiterer Braunkohlegruben expandierte das
Ohlendorff’sche) Guano-Werke Unternehmen, das 1908 seinen Sitz von Frose
Actie 1.000 Mark, Nr. 1636 nach Halle a.S. verlegte (ab 1940 Doppelsitz Halle
a.S. und Berlin). Über 5.000 Mann arbeiteten in
Hamburg, 22.10.1883 VF den 1920er Jahren in 5 Abteilungen: 1. die Marien-
Gründeraktie, Auflage 16.000 (R 8). Gründung gruben bei Senftenberg (vier Tagebaubetriebe und
1858, AG seit 1883. Düngemittel-Fabriken in Ham- ein Kraftwerk), 2. die Grube Elisabeth bei Mücheln
burg, London, Antwerpen und Emmerich (die bei- Bez. Halle a.S. (ein Tagebau sowie eine große Rin-
den letzten nach dem 1. Weltkrieg enteignet). gofenziegelei), 3. Abt. Zechau S.-A. (vier Tiefbau-
Außerdem Betrieb einer Guano-, Superphosphat- betriebe und ein Tagebau sowie zwei Kraftwerke),
und Schwefelsäurefabrik in Linn (seit 1901 Stadt- 4. Abt. Schönow/Neumark (Tiefbau mit drei
teil von Krefeld). 1927 Übernahme der “Merck’- Schächten) und 5. Braunkohlenbergwerk Grube
schen Guano- und Phosphat-Werke AG” mit Fabri- Ludwig bei Frose i.A. (1913 verpachtet an die
ken in Harburg, Schönebeck, Vienenburg und Frie- benachbarte Gewerkschaft Concordia zu Nachter-
Nr. 92
drichstadt, gleichzeitig Umfirmierung in “Guano- stedt, wo ein spektakulärer Bergrutsch am den
Werke AG”. Im gleichen Jahr Fusion mit der früheren Tagebau füllenden Concordia-See im Juli
Lübecker Schwefelsäure- und Superphosphat-

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Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

Nr. 92 Schätzpreis: 300,00 EUR bank-Privileg (auf das erst 1931 verzichtet wurde).
Startpreis: 120,00 EUR Seit 1923 Vertrauensbank des Badischen Staates,
der 1931 durch Übernahme eines größeren, bis
Arienheller Sprudel- und Kohlen- dahin von der Deutschen Bank gehaltenen Aktien-
säure-AG paketes auch Mehrheitsaktionär wurde. 1932 Sitz-
Actie 1.000 Mark, Nr. 604 verlegung nach Karlsruhe, weitere Niederlassun-
Arienheller-Rheinbrohl, 29.10.1898 EF gen bestanden in Freiburg i.B. (seit 1937, ehem.
Gründeraktie, Auflage 1.500 (R 8). Verwertung der Bankgeschäft Carl Trautwein), Pforzheim (seit
Kohlensäure- und Mineralwasserquelle “Dreikö- 1935/36, ehem. Bankhaus Carl Schmitt & Cie.
nigsquelle”, ferner Fabrikation von Maschinen sowie der Pforzheimer Bankverein) und zeitweise
und Apparaten für Herstellung und Transport von Straßburg (Elsaß). 1977 mit der Württembergi-
Kohlensäure. Letzter Großaktionär war die Kali- schen Bank (früher: Württ. Notenbank) und der
Chemie AG. Hochwertiger Druck von Dumont- Handelsbank Heilbronn AG zur Baden-Württem-
bergische Bank AG fusioniert. Auf Betreiben der
Nr. 95
Schauberg, Köln, sehr dekorativ ausgeführt.
Maße: 34 x 23 cm. Nicht entwertetes Stück in baden-württembergischen Landesregierung unter
einem sehr guten Erhaltungszustand! Erwin Teufel übernahm die öffentlich-rechtliche
Nr. 95 Schätzpreis: 150,00 EUR Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) 2001 die
Startpreis: 60,00 EUR Aktienmehrheit der BW-Bank. Danach wurden die
Kleinaktionäre per Squeeze-out rausgeworfen und
Auerbacher Stadtbank AG die BW-Bank als unselbständige Anstalt ab
Aktie 1.000 RM, Nr. 234 1.8.2005 vollständig in die LBBW integriert. Maße:
Auerbach (Vogtl.), März 1926 EF 21 x 29,7 cm. Prägesiegel lochentwertet.
Auflage 140. Gründung 1925 als Auerbacher Stadt-
bank, ab 1927: Göltzschtalbank AG. Betrieb von
Bankgeschäften jeder Art. Die Führung der Konten
der Gesellschaft besorgte eines Vertrages die Giro-
zentrale Sachsen, Zweiganstalt Auerbach. 1935
erfolgte die Überleitung der Geschäfte der Nieder-
lassung Auerbach i.Vogt. der Landesbank West-
sachsen AG auf die mit der Gesellschaft im Ver-
tragsverhältnis stehende Girozentrale Sachsen -
öffentliche Bankanstalt- Zweiganstalt Auerbach.
Maße: 20,9 x 30 cm. Kleine Lochentwertung unten
mittig.

Nr. 97

Nr. 93

Nr. 93 Schätzpreis: 150,00 EUR


Startpreis: 60,00 EUR
Arthur Trägner & Co.
Maschinenbau-AG
Nr. 96
Aktie 1.000 Mark, Nr. 585
Chemnitz, 25.2.1921 EF
Gründeraktie, Auflage 1.000 (R 9). Gründung als Nr. 96 Schätzpreis: 100,00 EUR
AG 1921 zur Fortführung der Werkzeugmaschinen- Startpreis: 25,00 EUR
fabrik der Firma Trägner & Co.; Interessengemein-
schaft mit der Werkzeugmaschinenfabrik Union
Babcock-BSH AG
(vorm. Diehl). 1925 in Liquidation. Maße: 32 x 23,4 vormals Büttner-Schilde-Haas AG
cm. Aktie 50 DM, Nr. 23731
Krefeld-Uerdingen, Dezember 1992 UNC
(R 6) Gründung 1874 als Rheinische Dampfkessel-
fabrik Büttner & Cie, seit 1920 AG. Ab 1929 Inter-
essengemeinschaft mit der Dampfkesselfabrik L.
& C. Steinmüller in Gummersbach. 1930 Übernah-
me der Fabrikation der Rheinische Maschinenfa-
brik AG in Neuss zwecks Ausbau der Spezialgebie-
te Mahl-, Zerkleinerungs- und Trocknungsanlagen.
Nr. 98
Weiterhin übernommen wurde 1968 die Maschi-
nenfabrik Friedrich Haas in Remscheid-Lennep
und 1969 die Schilde AG in Bad Hersfeld, ansch-
ließend Umfirmierung in Büttner-Schilde-Haas AG. Nr. 98 Schätzpreis: 250,00 EUR
Das Produktionsprogramm richtete sich zuletzt Startpreis: 80,00 EUR
stark auf den Anlagenbau für die Textilindustrie
aus. Die spätere Zugehörigkeit zum ehemals
Badische Beamten-
Nr. 94 ruhmreichen Babcock-Konzern, die man 1977 Genossenschaftsbank eGmbH
durch Umfirmierung in Babcock-BSH noch unter- Anteilschein 10 x 200 Mark, Nr. 185
strich, wurde der BSH schließlich beim spekta- Karlsruhe i.B., 15.2.1923 VF+
Nr. 94 Schätzpreis: 100,00 EUR kulären Babcock-Zusammenbruch 2001 zum Ver-
Startpreis: 25,00 EUR (R 10) Die Badische Beamten-Genossenschafts-
hängnis. Mit Firmenlogo. Maße: 21 x 29,7 cm. Mit bank wurde am 12.11.1921 als Selbsthilfeeinrich-
Aspanger Kaolin- und Steinwerke AG restlichem Kuponbogen. tung für Beamte gegründet und nahm zum
Aktie 1.000 RM, Nr. 50 1.1.1922 ihren Geschäftsbetrieb auf. Umbenannt
Wien, September 1940 EF Nr. 97 Schätzpreis: 150,00 EUR 1934 in “Badische Beamtenbank eGmbH” und 1999
Startpreis: 60,00 EUR in “BBBank eG”. Die Bank hat heute über 330.000
Auflage 300. Gründung 1909 als Niederösterreichi-
sche Kaolin- und Steinwerke AG, ab 1939 Aspanger Baden-Württembergische Bank AG Mitglieder, rd. 1.400 Mitarbeiter und 93 Filialen in
Kaolin- und Steinwerke AG. 1994 Reorganisation acht Bundesländern. Sehr hübsche Umrahmung
Sammelaktie 50 x 50 DM, Nr. 4329 mit badischem Wappen. Maße: 21,5 x 16,8 cm.
durch Eingliederung des Betriebes in den Zitro- Stuttgart, November 1977 EF+
nensäurehersteller Jungbunzlauer. 1998 Änderung Ausgestellt auf Herrn Edmund Breining in Karks-
(R 8) Ursprünglich errichtet 1870 als Badische ruhe. Linker Rand mit Abheftlochung. Einzelstück
der Firmierung in Aspanger Bergbau und Mineral-
Bank in Mannheim, eine Privatbank mit Noten- aus alter Sammlung, günstig angeboten!
werke GmbH. Lochentwertet. Maße: 21 x 29,7 cm.

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Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

ruhe. Die BMD Badische Maschinenfabrik Durlach Meguin AG, Butzbach (Hessen). Maschinenfabrik,
GmbH stellte 2002 ihre Produktion ein. Großfor- Gießerei und Werkstätte für Eisenkonstruktion
matiges Papier, dekorativ im Historismusstil und Apparatebau. Gebaut wurden Anlagen und
gestaltet. Lochentwertet. Maße: 38 x 25 cm. Dop- Apparate für Gaswerke, Kokereien, Schwelereien
pelblatt. und Hydrierwerke. 1957 auf Pintsch-Bamag AG,
Berlin übergegangen. 1970 aufgespalten in
Pintsch-Bamag Antriebs- und Verkehrstechnik
GmbH, Dinslaken und Davy Bamag GmbH, Butz-
bach. Maße: 21 x 29,7 cm. Prägesiegel lochentwer-
tet.

Nr. 101
Nr. 101 Schätzpreis: 250,00 EUR
Startpreis: 100,00 EUR
Nr. 102
Balcke-Dürr AG
Globalaktie 2.000 x 50 DM, Nr. 204001-206000

Nr. 99
Ratingen, Februar 1973 EF+ Nr. 103 Schätzpreis: 1.000,00 EUR
Auflage 50 (R 7). Eine Tochter von Babcock-Bor- Startpreis: 250,00 EUR
sig, gegründet 1972 durch Fusion der Dürrwerke Bank des Berliner Kassen Vereins
Nr. 99 Schätzpreis: 200,00 EUR AG (gegr. 1883 als Düsseldorf-Ratinger Röhrenkes-
Startpreis: 75,00 EUR selfabrik Dürr & Co., AG seit 1889) und der Namens-Actie 1.000 Thaler, Nr. 607
Badische Essigwerke AG Maschinenbau-AG Balcke (gegr. 1894/98, AG seit Berlin, 1.10.1850 VF+
Aktie 1.000 Mark, Nr. 318 1905, Werke in Bochum und Frankenthal). Produ- Gründeraktie, Auflage 1.000 (R 6). Entstanden aus
ziert wurden zuletzt Windkraftanlagen, Gasturbi- der 1823 gegründeten Handelssocietät als Gene-
Kehl, 13.2.1922 EF+ nenanlagen, Industriekessel, Gebäudeausrüstun- ralabrechnungsstelle vieler Berliner Bankfirmen.
Auflage 1.100 (R 8). Gründung 1920. 1929 Sitzver- gen aller Art, Rohrleistungssysteme sowie Anla- Anfangs besaß der Kassenverein sogar das Privi-
legung nach Kehl. Fabrikanlagen bzw. Zweignie- gen für die Oberflächentechnik. 2001 mit der Mut- leg zur Herausgabe eigener Banknoten, worauf
derlassungen in Lahr und Kork. 1943 Umwandlung tergesellschaft zur Babcock Borsig AG (neu) fusio- 1875 verzichtet wurde. Nach der Jahrhundertwen-
in eine GmbH. Für die Zeit ungewöhnlich dekora- niert. 2002 war das dann eine der spektakulärsten de wurde hier die Girosammelverwahrung von
tive Gestaltung, Säulenbogen mit Früchten und Pleiten des Jahrzehnts. Maße: 21 x 29,7 cm. Präge- Effekten “erfunden”. Kurz vor Kriegsende zwangs-
Engel, im Unterdruck eine große Vignette des Göt- siegel lochentwertet. weise Verschmelzung mit der Reichsbank. Aus
terboten Hermes. Maße: 38,2 x 24,6 cm. Doppel- dieser Zwangsfusion stammen die riesigen Alt-
blatt. wertpapierbestände der ehem. Reichsbank, deren
Nr. 102 Schätzpreis: 90,00 EUR
Startpreis: 20,00 EUR Verwertung durch den Bundesfinanzminister
durchgeführt wurde. Sehr dekoratives Stück mit
Bamag-Meguin AG Originalunterschriften der Bankiers Magnus, Men-
Aktie 1.000 RM, Nr. 7368 delssohn und Gelpcke. Maße: 25,7 x 34,1 cm. Dop-
Berlin, April 1943 EF+ pelblatt, inwendig Übertragungvorgänge bis 1923.
Auflage 1.070. Gründung 1924 durch Fusion der 1851 wurde die Aktie auf den großen jüdischen
1872 gegründeten Berlin-Anhaltische Maschinen- Bankier Leopold Seligmann aus Köln übertragen
bau-AG und der 1901 als “Dillinger Fabrik geloch- (Gründer des Bankhauses Leopold Seligmann).
ter Bleche Franz Meguin & Co. AG” gegründeten 1852 wurde die Aktie auf den großen jüdischen

Nr. 100
Nr. 100 Schätzpreis: 160,00 EUR
Startpreis: 60,00 EUR
Badische Maschinenfabrik und
Eisengießerei vormals G. Sebold etc.
Aktie 1.000 Mark, Nr. 1554
Durlach, Juli 1914 EF/VF
Auflage 500. Gründung 1885. Spezialität: Maschi-
nen und Einrichtungen für Eisen-, Stahl-, Temper-
und Metallgiessereien, Sandstrahlgebläse für ver-
schiedene Zwecke, Maschinen und Einrichtungen
für Zündholzfabriken, Gerbereien und Lederfabri-
Nr. 103
ken. Mit eigenem Eisenbahnanschluss. Ab 1949
Badische Maschinenfabrik AG Seboldwerke, Karls-

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Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

Bankier Robert Warschauer in Berlin übertragen genz und Oskar Sohm’s Wwe. in Bregenz. 1926
(Gründer des Bankhauses Robert Warschauer & Fusion mit der Tiroler Hauptbank und Übernahme
Co.). Die Aktie trägt die eigenhändigen Signatu- der Agrarbank der Alpenländer, 1930 Fusion mit
ren der beiden Bankiers. der Tiroler Landesbank AG. Überregionale Akti-
vitäten begannen 1989 mit der Eröffnung einer
Filiale in Wien, danach weitere Standorte in
Bozen, Verona und Padua (Italien), Staad
(Schweiz, 2004) sowie Augsburg, Memmingen,
Rosenheim, München, Ravensburg/Weingarten
und Stuttgart (Deutschland, ab 2006). Die Aktien-
mehrheit lag bei der Creditanstalt-Bankverein, ein
weiteres Paket bei der Bayerischen Hypotheken-
und Wechselbank; seit 1986 in Wien börsenno-
tiert. Lochentwertet. Maße: 21 x 29,7 cm.

Nr. 106
Nr. 106 Schätzpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 50,00 EUR
Bank für Textilindustrie AG
7% Stock Part 100 £, Nr. 98
3.5.1926 EF/VF
Auflage 8.000 (R 8). Gegründet 1919 durch den

Nr. 104
Blumenberg-Konzern als “Textilverwaltung AG”,
1921 umbenannt in Bank für Textilindustrie, Sitz

Nr. 108
war Berlin W 9, Vosstr. 11. Die im Freiverkehr
Nr. 104 Schätzpreis: 250,00 EUR Mannheim börsennotierte Bank, deren AR in bes-
Startpreis: 90,00 EUR seren Zeiten auch der Deutsche-Bank-Vorstand
Bank für Kommunal- und Grundkredit Paul Millington-Herrmann angehörte, nahm 1926
in London eine Anleihe von 1 Mio. £ auf und reich-
Namensaktie A 10.000 Mark, Nr. 79 te diese an die 11 über die Bank vom Blumenberg-
Mülheim-Ruhr, 1.7.1921 EF Konzern beherrschten Textilfirmen weiter (u.a.
Gründeraktie, Auflage 90 (R 7). Gründung am Ges. für Spinnerei und Weberei in Ettlingen, Spin-
20.11.1920, eingetragen am 15.1.1921. Im Novem- nerei Lauffenmühle in Tiengen, Viersener AG für
ber 1923 Sitzverlegung nach Berlin. 1936 Übernah- Spinnerei und Weberei, Ver. Vigogne-Spinnereien
me der “Grund und Boden AG für Realwerte”, seit AG in Chemnitz). Als in der Weltwirtschaftskrise
1937 in Liquidation. Maße: 38,5 x 28,4 cm. Einge- der Blumenberg-Konzern kippte, kam auch die
tragen auf Wilhelm Mallock, Fabrikbesitzer in Mül- Bank für Textilindustrie in Schwierigkeiten, stellte
heim-Ruhr-Speldorf. Nicht entwertet! im September 1931 die Bedienung der £-Anleihe
ein und ging 1933 in Liquidation. Ein deutsches
Bankenkonsortium fand die englischen Anlei-
hegläubiger zu 25% ab. Dekorativer Druck von
Nr. 109
Bradbury, Wilkinson & Co. Maße: 32,6 x 31,5 cm.
Mit anh. restlichen Kupons ab 1932, keine Entwer-
tung.
Nr. 109 Schätzpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 50,00 EUR
Bankhaus I. D. Herstatt KGaA
Aktie 1.000 DM, Nr. 41352
Köln, Dezember 1973 EF
Auflage 5.000 (R 7). Bereits 1782 gründete Johann
David Herstatt in Köln das Bankhaus I. D. Herstatt,
das zunächst 1888 vom Kölner Bankhaus J. H.
Nr. 105 Stein übernommen wurde. Sein Nachfahre Iwan
David Herstatt (1913-1995) begann 1931 eine
Lehre bei der Deutschen Bank. Nach Kriegsende
Nr. 105 Schätzpreis: 500,00 EUR leitete er zunächst die Kölner Niederlassung der
Startpreis: 90,00 EUR Bank für Gemeinwirtschaft. 1955 kaufte Herstatt
Bank für Landwirtschaft AG das Bankhaus Hocker & Co., mit Unterstützung
Aktie 20 RM, Nr. 81994 seines Jugendfreundes Hans Gerling, der 81,4%
der Aktien der nunmehr als I. D. Herstatt KGaA fir-
Berlin, 18.2.1925 EF/VF
mierenden Bank übernahm. Sitz in Köln, Unter

Nr. 107
(R 11) Eine von der Geschichte her sehr interes- Sachsenhausen 6, mit einer Filiale in Bonn. Lange
sante und bis heute bestehende Bank: Gegründet Zeit zunächst als kleine feine Privatbank erfolg-
1908 als “Kaliwerke Ummendorf-Eilsleben AG”. reich. Dann engagierte der Bankier Herstatt einen
1923 in der ersten großen Kalikrise komplette Nr. 107 Schätzpreis: 150,00 EUR gewissen Danny Dattel für den Devisenhandel. Im
Umstrukturierung und Umfirmierung wie oben. Startpreis: 90,00 EUR Vergleich zum heutigen Derivate-Geschäft war es
1924 dann Übernahme der Potsdamer Creditbank. Bank für Textilindustrie AG ein vergleichsweise kleines Rad, das der rührige
1925 wurden 24 Zweigniederlassungen unterhal- Dattel bei Herstatt drehte. Zur Umgehung der
ten. 1950 Neugründung als Westdeutsche Bank für 7% Stock Part 50 £, Specimen
beschränkten Kompetenzen wurden Geschäfte
Landwirtschaft AG in Köln (der Zusatz “Westdeut- 3.5.1926 EF mit Strohmännern fingiert, die Schieflagen durch
sche” fällt 1958 wieder fort). Nach Fusionen mit (R 10) Dekorativer Druck von Bradbury, Wilkin- Fehleinschätzung des Dollar-Kurses addierten
der Getreide-Kreditbank AG in Hamburg (1961) son & Co. Maße: 34,4 x 32,5 cm. Mit anh. Kupon- sich deshalb unbemerkt. Am Ende reichte es aber
und der Kreditbank für Gartenbau und Landwirt- bogen. zur spektakulärsten Banken-Pleite der Nachkriegs-
schaft KGaA (1963) dann 1970 Umfirmierung in zeit, in Folge derer sogar Hans Gerling zeitweise
Handels- und Privatbank AG mit Sitz in Köln. 1981 Nr. 108 Schätzpreis: 75,00 EUR die Kontrolle über sein Versicherungs-Imperium
steigt die Amsterdam-Rotterdam Bank N.V. als Startpreis: 25,00 EUR verlor. Faksimile-Unterschriften des Privatban-
Aktionär ein, 1986 Umfirmierung in Amro Handels- kiers Iwan D. Herstatt und des Versicherungs-
bank AG (heute ABN-AMRO Bank AG). Schöne Bank für Tirol und Vorarlberg AG
Tycoons Hans Gerling, der wegen der finanziellen
Umrahmung im späten Jugendstil, Vignette mit Aktie 100 RM, Nr. 7 Folgen des Zusammenbruchs der Herstatt-Bank
drei Ähren. Maße: 21 x 29,7 cm. Mit restlichem Innsbruck, April 1940 EF+ zeitweise die Kontrolle über sein Versicherungs-
Kuponbogen. Beim Aktienneudruck 1938 nicht Gegründet 1904 von der Verkehrsbank in Wien Imperium verlor. G&D-Sicherheitsdruck, schönes
umgetauscht worden, nur 3 Stücke bis heute unter Übernahme der Bankfirmen Payr & Sonvico Wappen im Unterdruck. Maße: 21 x 29,7 cm. Mit
bekannt geworden (davon 2 unentwertet). in Innsbruck, Ludwig Brettauer sel. Erben in Bre- restlichem Kuponbogen.

21
Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

Kunstseide. 1927 Fusion mit der “Oberfränkisches


Textilwerk AG” und der “Mech. Baumwoll-Spinne-
rei und Weberei Bamberg AG” zur Baumwollindu-
strie Erlangen-Bamberg AG. Spinnereien und
Webereien in Erlangen, Wangen und Bamberg,
außerdem Webereien in Schwarzenbach (Saale)
und Zeil (Main). Zuletzt als ERBA firmierend und
erst vor wenigen Jahren in Konkurs gegangen.
Feine Umrandung im Historismusstil. Lochentwer-
tet. Maße: 33 x 20,8 cm. Doppelblatt.

Nr. 110
Nr. 112
Nr. 110 Schätzpreis: 200,00 EUR Nr. 114
Startpreis: 30,00 EUR Nr. 112 Schätzpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 60,00 EUR Nr. 114 Schätzpreis: 300,00 EUR
Basalt- und Montan-Industrie Startpreis: 75,00 EUR
Westerwald AG Baugenossenschaft Dresden-Land
eGmbH Baumwollspinnerei Erlangen
Aktie Lit. B 1.000 Mark, Nr. 19872 Aktie 5.000 Mark, Nr. 2477
Frankfurt a.M., 31.5.1923 EF Anteilschein Lit. A 200 Mark, Nr. 2226
Döhlen bei Dresden, 1.4.1920 EF Erlangen, Januar 1923 EF/VF
Gründeraktie (R 8). Gründung: 1923. Ausbeutung
(R 8) Als eines der ersten Projekte erschloß die Auflage 3.200 (R 10). Ausgesprochen dekorativ
von Basaltbrüchen (gepachtet von der Gemeinde
Genossenschaft mit nach einheitlichem Konzept gestaltetes Papier. Maße: 26,5 x 36,5 cm. Mit rest-
Rückershausen und der Kerkerbachbahn) und
errichteten Reihen- und Doppelhäusern in Nieder- lichem Kuponbogen. Als entwertet abgestempelt.
Montanvorkommen aller Art. Maße: 28,9 x 22,1
sedlitz den Rosenweg im Zusammenhang mit dem Einzelstück aus einer uralten Sammlung. Nur 3
cm. Die Eintragung im Aktienbuch fehlt. Mit kpl.
Bau der sog. “Blumensiedlung”, womit an die einst Stücke seit knapp 20 Jahren ohne Lochentwer-
anh. Kuponbogen.
in den östlichen Dresdner Vororten zahlreich tung bekannt!
ansässigen Gärtnereien erinnert werden sollte.
Ein weiteres großes Vorhaben war 1919/20 die
Wohnsiedlung in der Talstraße in Dresden-Cosse-
baude. Der teilweise wegweisende Baustil dieser
Genossenschaft ist auch in einigen Architektur-
zeitschriften besprochen. Maße: 32 x 22,6 cm. Prä-
gesiegel lochentwertet.

Nr. 111
Nr. 111 Schätzpreis: 125,00 EUR
Startpreis: 50,00 EUR
Bau-Kredit-Bank AG
Namensaktie 100 DM, Nr. 1784
Düsseldorf, Dezember 1970 EF+
Auflage 1.000 (R 7). Gründung 1929 in Bochum als
“Westdeutsche Baukreditbank AG”. 1961 Umgrün-

Nr. 115
dung unter Erweiterung des Geschäftszwecks und
des Aktionärskreises. Etwa 50 Mitarbeiter küm-
merten sich um Finanzierungen für den Hoch-,
Tief- und Straßenbau sowie die Vermittlung von Nr. 115 Schätzpreis: 300,00 EUR
Hypotheken, Bausparverträgen und Kommu- Startpreis: 40,00 EUR
naldarlehen. Beteilligt an der Vereinigte Bauspar- Baumwollspinnerei Germania
kassen AG Hannover-Bielefeld und der Norddeut-
sche Bausparkasse AG, Delmenhorst. Aktionäre Aktie 1.000 Mark, Nr. 2181
Nr. 113
mit jeweils um die 10% waren die Bayerische Epe i. Westfalen, 1.4.1913 EF/VF
Hypotheken- und Wechselbank, die Bayerische Auflage 500 (R 10). Gründung 1897 unter der
Rückversicherung (heute Swiss Re), die Mannhei- Nr. 113 Schätzpreis: 150,00 EUR Firma Baumwollspinnerei Germania. Vollstufiger
mer Versicherung, C. G. Trinkaus in Düsseldorf, Startpreis: 25,00 EUR Betrieb, neben zwei Baumwollspinnereien waren
die Vereinigte Haftpflicht-Versicherung Hannover, auch Zwirnerei, Weberei, Färberei, Bleicherei und
die Württembergische Feuerversicherung und die Baumwollspinnerei Erlangen Schlichterei vorhanden. 1992 Einstellung des ope-
Provinzial Lebensversicherung in Hannover, spä- Aktie 1.000 Mark, Nr. 3753 rativen Geschäftes, ab 1993 Vermögensverwal-
ter auch noch die Frankfurter Bank und die Deut- Erlangen, Juni 1918 EF/VF tung. Neben der Vermietung der Gewerbeimmobi-
sche Pfandbriefanstalt Wiesbaden-Berlin. Im Früh- Auflage 1.400. Gründung 1880 als “Spinnerei und lien (ehemalige Textilfabrik) in Gronau plante man
jahr/Sommer 1973 ging die Bank pleite. Maße: 21 x Weberei Erlangen”. Herstellung von Garnen, Zwir- auch Investments in “Sozialimmobilien” für Senio-
29,7 cm. Mit restlichem Kuponbogen. nen und Geweben aus Baumwolle, Zellwolle und ren. Darlehensverluste in Millionenhöhe und rei-
henweise Insolvenzen größerer Mieter machten
Die Besichtigung der Auktionsware ist vom 14.7. bis zum 18.7. in den die noch heute in Düsseldorf börsennotierte Ger-
mania-Epe AG zum Pennystock. Hochdekorativ
Räumen der Bürogemeinschaft Salzbergstrasse 2 in Wolfenbüttel möglich. verzierter G&D-Druck, Originalunterschriften.
Bitte vereinbaren Sie einen Besichtigungstermin mit mir! Maße: 32,7 x 23,9 cm. Keine Entwertung!

22
Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

Nr. 118 Nr. 120


Nr. 116
Nr. 118 Schätzpreis: 125,00 EUR Nr. 120 Schätzpreis: 125,00 EUR
Nr. 116 Schätzpreis: 300,00 EUR Startpreis: 45,00 EUR Startpreis: 40,00 EUR
Startpreis: 40,00 EUR Bayer AG Bayerische Hypotheken-
Baumwollspinnerei Gronau Aktie 50 DM, Specimen und Wechsel-Bank
Aktie 1.000 Mark, Nr. 852 Leverkusen, von 1975 EF Aktie 1.000 RM, Nr. 15217
Gronau i.W., 26.4.1909 VF+ American Depository Share der Chemical Bank (R München, 18.2.1928 EF
Auflage 750 (R 9). Abbildung einer Kardiermaschi- 10). Die Firma Friedr. Bayer et comp. wurde 1863
Auflage 9.000. Gründung 1835. 1896 Ausdehnung
ne in der Umrahmung. Maße: 22,2 x 29,9 cm. Nicht in Wuppertal-Barmen gegründet. 1881 Umwand-
des Geschäftsbereiches über Bayern hinaus auf
entwertet! lung in eine AG als “Farbenfabriken vorm. Friedr.
das ganze Deutsche Reich. 1905 Gründung der
Bayer & Co.” 1912 Verlegung des Hauptsitzes von
Bayer. Disconto- und Wechsel-Bank AG in Nürn-
Elberfeld nach Leverkusen. 1925 verlor Bayer mit
berg (deren laufendes Geschäft 1923 übernommen
der I.G. Farben-Fusion vorerst die Selbständigkeit.
wurde). 1915-20 Übernahme einer Reihe kleinerer
Als die I.G. Farbenindustrie AG auf alliierte Anord-
Bankgeschäfte. In Österreich aktiv mit der Grün-
nung zerschlagen wurde, kam es 1951 zur Neu-
dung der Salzburger Kredit- und Wechsel-Bank
gründung als Farbenfabriken Bayer AG. 1972
und der Kärntner Kredit- und Wechselbank Ehrfeld
Umfirmierung in Bayer AG. Heute einer der welt-
& Co., Klagenfurt sowie Beteiligung bei Scherbaum
größten Chemie- und Pharmakonzerne. Im Zusam-
& Co. in Wien. 1998 mit dem früheren Erz-Konkur-
menhang mit Firmenkäufen und einer starken Aus-
renten Bayerische Vereinsbank zur heutigen
weitung des USA-Geschäfts Anfang der 1970er
Bayerischen Hypo- und Vereinsbank AG fusioniert.
Jahre wurden die Bayer-Aktien auch an der New
Maße: 21 x 29,7 cm. Prägesiegel lochentwertet.
Yorker Börse eingeführt. Wegen der inzwischen
fast unerfüllbaren US-Vorschriften und jährlicher

Nr. 117
Kosten von fast 5 Mio. $ veranlasste Bayer 2007
das De-Listing in New York. Maße: 21 x 30,4 cm.
Nur 4 Stücke wurden vor Jahren im ABNC-Archiv
Nr. 117 Schätzpreis: 400,00 EUR gefunden.
Startpreis: 90,00 EUR
Baumwollspinnerei Kolbermoor
Aktie 1.000 Mark, Nr. 6806
München und Kolbermoor, 28.12.1920 EF
Auflage 4.000 (R 8). Gründung 1862 als AG Baum-
woll-Spinnerei Kolbermoor. Nach und nach ent-
wickelte sich der Kolbermoor-Konzern zu einer
der größten Textilgruppen in Deutschland, deren
Blütezeit in den 20er/30er Jahren des 20. Jahrhun-
derts lag: In diese Zeit fällt auch der Kauf der wert-
vollen Töchter (Baumwollspinnerei Unterhausen,
Spinnerei und Weberei Kempten, Spinnerei und
Weberei Momm/Kaufbeuren und Spinnerei und
Weberei Pfersee in Augsburg). Den ersten Textil-
krisen noch ohne Rückgriff auf stille Reserven
trotzend, wurde die vor allem auf Handstrickgarn
spezialisierte Spinnerei Anfang der 80er Jahre
langsam ein Sanierungsfall - was die Firmenleitung

Nr. 121
dank excellenter Erträge der viel größeren Toch-
tergesellschaften lange kaschierte und der
Großaktionär Bayerische Vereinsbank nicht wahr-
haben wollte. Die 1987 als Rettungsversuch unter- Nr. 121 Schätzpreis: 250,00 EUR
nommene Fusion mit der bedeutendsten Tochter Startpreis: 45,00 EUR
zur Pfersee-Kolbermoor AG und eine komplette
Betriebsumstellung wurde ein Fiasko: Der gerade
Bayerische Landwirthschaftsbank
erst für zig Millionen völlig neu eingerichtete und eGmbH
Nr. 119
noch um eine Weberei erweiterte Betrieb in Kol- 8% Goldpfandbrief 200 Goldmark, Nr. 36972
bermoor mußte nach kaum mehr als einem Jahr München, 10.1.1928 VF+
Betriebszeit stillgelegt werden. Die BV verkaufte (R 10) Die genossenschaftliche Hypothekenbank
bald darauf ihre Aktienmehrheit an die Frankfur- Nr. 119 Schätzpreis: 100,00 EUR
wurde 1896 als gemeinnütziges Unternehmen
ter Wisser-Dienstleistungsgruppe, die ein Auge auf Startpreis: 30,00 EUR
gegründet. Genossen konnten alle Eigentümer
den immens wertvollen Grundbesitz von Pfersee- Bayer. Landeshauptstadt München land- und forstwirtschaftlicher Grundstücke wer-
Kolbermoor geworfen hatte. Außerdem konnte den, ferner ländliche Gemeinden. Der Gesamtum-
8% Schuldv. 100.000 Mark, Nr. 493
man noch für viel Geld die Wasserkraftwerke ver- lauf der in München, teils auch Frankfurt börsen-
silbern: Aus historischen Gründen war die Spinne- 1.6.1923 EF
notierten Pfandbriefe erreichte bis 1940 rd. 100
rei Kolbermoor nämlich auch Energieversorgungs- Auflage 5.000 (R 7). Äußerst dekorativer Druck in
Mio. RM. Nach dem Krieg umfirmiert von Bayeri-
unternehmen für die ganze Stadt Kolbermoor, und kräftigen Farben mit Wappen. Maße: 38 x 25 cm.
sche Landwirthschaftsbank eGmbH in Münchener
auf die Gelegenheit hatten die Isar-Amperwerke Doppelblatt, inwendig Bedingungen, mit beiliegen-
Hypothekenbank e.G.: ein noch heute bedeuten-
schon lange gewartet. Heute eine reine Vermö- den Kupons.
des Realkreditinstitut. Die dekorativsten jemals in
gensverwaltungs-, Immobilien- und Dienstlei- Deutschland ausgegebenen Pfandbriefe, gestaltet
stungsholding. Äußerst dekoratives, großformati- durch den bekannten Münchener Grafiker Fritz
ges Stück mit zwei Vignetten, die Werksansichten
von 1862 und 1910 zeigen. Maße: 25,8 x 38,4 cm. Katalogpreis 10,- Euro Weinhöppel. Maße: 37 x 23,4 cm. Doppelblatt, mit
restlichen Kupons.
Keine Entwertung!

23
Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

Nr. 123 Schätzpreis: 1.000,00 EUR


Startpreis: 450,00 EUR
Bayerische Motoren Werke AG
Sammelaktie 1.000 x 1.000 RM, Nr. 86001-
87000
München, Juni 1944 EF
Auflage 28 (R 7). Ursprung sind die “Gustav Otto
Flugmaschinenwerke”, deren Gründer ein Sohn
des Erfinders des Viertaktmotors Nicolaus August
Otto war. Seit 1916 AG als “Bayerische Flugmoto-
renwerke AG”. Nach dem verlorenen Weltkrieg
gab es keine Nachfrage nach Flugmotoren mehr,
weshalb die BFM anderweitige Betätigung such-
ten: 1922 Erwerb der Motorenbau-Sparte von der
Firma Knorr-Bremse und Umfirmierung in “Bayeri-
sche Motoren Werke AG”. 1928 erwarb BMW von
der Gothaer Waggonfabrik die Fahrzeugfabrik
Eisenach. Der im 2. WK erneut boomende Bau von
Flugmotoren brachte die Auto- und Motorrad-
Sparte ins Hintertreffen, mit andauernden Folgen
nach dem Krieg: 1959 stand BMW vor der Pleite,
der Konkurrent Daimler-Benz legte ein Übernah-
meangebot vor. Als “Weißer Ritter” stieg damals
die Industriellenfamilie Quandt ein. In den folgen-
den Jahrzehnten blühte BMW zu einem weltweit
führenden Premium-Hersteller auf. Mit BMW-
Nr. 124
Nr. 122
Emblem im Trockensiegel. Maße: 21 x 29,7 cm.
Prägesiegel lochentwertet.
Nr. 122 Schätzpreis: 250,00 EUR Nr. 125 Schätzpreis: 125,00 EUR
Startpreis: 40,00 EUR Nr. 124 Schätzpreis: 150,00 EUR Startpreis: 25,00 EUR
Startpreis: 45,00 EUR Bayernwerke für Holzverwertung AG
Bayerische Landwirthschaftsbank
eGmbH Bayerische Stadt Aschaffenburg Aktie 5 x 20 RM, Nr. 19366-70
8% Goldpfandbrief 1.000 Goldmark, Nr. 18587 10% Schuldv. 5.000 Mark, Nr. 7869 München, Januar 1925 EF
München, 1.4.1928 VF+ 30.1.1923 EF/VF Auflage 5.000 (R 9). Gründung 1920. Holzwerke in
Auflage 10.000 (R 10). Teil einer Anleihe von 100 Augsburg, Plattling und Schwaben, ferner Holz-
(R 10) Die dekorativsten jemals in Deutschland handlung in der Ungererstraße in München. Bör-
Mio. Mark. Dekorativ, mit schönem Stadtwappen.
ausgegebenen Pfandbriefe, gestaltet durch den sennotiz München und Frankfurt. Maße: 20,9 x
Maße: 33,5 x 20,9 cm. Linker Rand mit Abheftlo-
bekannten Münchener Grafiker Fritz Weinhöppel. 29,7 cm. Mit Kupons.
chung. Mit kpl. Kuponbogen.
Maße: 37 x 23,5 cm. Doppelblatt.

Nr. 123

24
Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

Gründeraktie, Auflage 25.000 (R 8). Fortbetrieb bierbrauerei ausgebaut, AG seit 1904. 1936 Über-
des bis dahin genossenschaftlichen An- und Ver- nahme des Kundenbestandes der Riebeck-Stadt-
kaufsgeschäfts für Schneiderbedarf und Textilien. brauerei AG. Großaktionär (1943): Riebeck-Braue-
Sehr dekorativ, große Ansicht der Feste Coburg. rei AG Leipzig (73,9%). In den 50er Jahren gehörte
Maße: 29,4 x 22,1 cm. Mit kpl. Kuponbogen. die Brauerei zur Vereinigung Volkseigener Betrie-
be Brau- und Malzindustrie Dresden (VVB). 1979
wurde die Brauerei geschlossen. Maße: 21 x 29,7
cm. Prägesiegel lochentwertet.

Nr. 126 Nr. 130


Nr. 126 Schätzpreis: 100,00 EUR
Startpreis: 20,00 EUR
Nr. 128
Bayr. Akkumulatoren-Werke AG
Aktie 1.000 Mark, Nr. 6779
München, 14.12.1922 EF+
Gründeraktie, Auflage 10.500 (R 9). Gründung im
Dezember 1922 zur Herstellung von Akkumulato-
ren nach dem System Ing. Herm. Heinicke. Bereits
1924 in Konkurs gegangen. Maße: 33 x 24,6 cm. Mit
kpl. Kuponbogen.

Nr. 131
Nr. 131 Schätzpreis: 125,00 EUR
Startpreis: 60,00 EUR
Bergschlößchen-Aktien-Bier-Brauerei
Aktie 100 RM, Nr. 785
Braunsberg (Ostpr.), 31.3.1942 EF+
Auflage 500. Gründung 1871 unter Übernahme der
Privat-Brauerei von Carl Mückenberger in Brauns-
berg, Gartenstraße 10. Herstellung von Bier, Malz,
Eis, Selters und Limonaden. Börsennotiz Königs-

Nr. 127
berg, ab 1935 Berlin. Mehrheitsaktionär war der
Stettiner Rückforth-Konzern. 1948 Sitzverlegung
nach Mülheim/Ruhr, 1951 in eine GmbH umgewan-

Nr. 129
Nr. 127 Schätzpreis: 150,00 EUR delt. 1953 verschmolzen auf die Ferd. Rückforth
Startpreis: 45,00 EUR Nachfolger AG. Maße: 21,1 x 29,8 cm. Prägesiegel
lochentwertet.
Beamtensparkasse AG Nr. 129 Schätzpreis: 250,00 EUR
Aktie 5.000 Mark, Nr. 81138 Startpreis: 100,00 EUR Nr. 132 Schätzpreis: 1.000,00 EUR
München, Oktober 1923 EF Bergbau AG Usingen (Mijnbouw- Startpreis: 200,00 EUR
Gründeraktie (R 9). Die 1923 gegründete Sparkas-
se umwarb vor allem die Post- und Eisenbahn-
Maatschappij Usingen) Bergwerks-Gesellschaft
Beamten. Obwohl nach der Hyper-Inflation das Aktie 600 hfl., Nr. 617 Georg von Giesche’sche Erben
Kapital 1924 von 2,2 Mrd. M auf nur noch 88.000 Amsterdam, Dezember 1898 EF Antheils-Schein 163/10.000, Nr. 1174
RM und später 1925 sogar nur noch 11.000 RM Gründeraktie, Auflage 1.000 (R 9). Zahlreiche Breslau, 31.12.1918 VF+
zusammengelegt wurde, warf das die kleine, in der Eisenerzgruben wurden im Hintertaunus im Weil- (R 10) Der Kaufmann und Industriegründer Georg
Bayerstr. 47 ansässige Bank mit ihren 17 Ange- tal schon seit alters her betrieben. Der jahrzehn- von Giesche (1653-1716) legte den Grundstein für
stellten nicht aus der Bahn: Dank hoher Spareinla- telag erhobenen Forderung insbesondere der Gru- eines der größten Unternehmen östlich der Elbe.
gen konnten weiter solide Geschäfte gemacht wer- benbesitzer nach einem Bahnanschluß wurde 1704 ließ er sich und seine leiblichen Erben für 20
den. Alleinaktionär war zuletzt die Wirtschaftskas- 1891/92 mit der Eröffnung der Eisenbahn von Weil- Jahre vom Kaiser Leopold I. von Österreich das
se Bayerischer Beamten. 1936 umfirmiert in Beam- burg nach Weilmünster und Laubuseschbasch ausschließliche Recht des Bergbaus auf Galmei
ten-Darlehns-AG, 1937 Liquidation und Übertra- entsprochen (1909 über Grävenwiesbach bis nach und des Handels damit für ganz Schlesien sichern.
gung des Geschäfts auf die Beamten-Spar- und Usingen verlängert). Das zog auch ausländische Das war die Geburtsstunde der Gesellschaft, die
Darlehnskasse München eGmbH. 1925 nach der Investoren an: Diese holländisch-deutsche AG bemerkenswerter Weise 270 Jahre in unveränder-
Hyper-Inflation wurde das Kapital von 2,2 Milliar- betrieb den Eisenerzbergbau mit holländischem ter Rechtsform geführt wurde! Nach dem Verlust
den Mark auf gerade einmal 88.000 RM umgestellt, Kapital. Text zweisprachig holländisch und der schlesischen Besitzungen in Folge des 2. Welt-
also im Verhältnis 1:25.000. Das erklärt, warum deutsch. Maße: 32,2 x 20,3 cm. Kkpl. anh. Kupons. krieges wurde der Sitz nach Hamburg verlegt,
einige der zuvor begebenen Aktien noch existie- zuletzt befaßte sich die Ges. mit Brenn- und Bau-
ren: Der Umtausch lohnte einfach nicht. Maße: Nr. 130 Schätzpreis: 125,00 EUR stoffhandel. 1974 in Konkurs gegangen. Zwölfseiti-
19,9 x 24,8 cm. Mit kpl. anh. Kuponbogen. Startpreis: 50,00 EUR ge Urkunde mit dekorativem Titelblatt (zwei Berg-
Bergbrauerei Riesa AG manns-Vignetten und Wappen-Vignette). Beglau-
Nr. 128 Schätzpreis: 250,00 EUR bigte Abschrift der Originalurkunde von 1865, aus-
Startpreis: 60,00 EUR Aktie 200 RM, Nr. 745 gestellt 1918 als ein sogenannter Zweiganteil, gül-
“Bekleidungswerkstätten” AG Riesa, Juni 1944 EF+ tig für 7/10.000 Anteil. 1919 eingetragen als
Aufalge 700. Gegründet 1872, 1892 von den Brü- 3/10.000 Anteil, original signiert von dem Freiherr
Aktie Serie B 1.000 Mark, Nr. 9625 dern Arno und Otto Friede gekauft und als Lager- von Richthofen, 11952 in Hamburg als ungültig
Coburg, 29.10.1923 EF abgestempelt. Mit papiergedecktem Siegel des

25
Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

königlichen Notars. Ein Anteil über 1/10.000 der Marke Be-Be auch Motorräder hergestellt.
brachte 1870 eine Ausbeute von über 200 Thaler. Unterstützt durch nicht weniger als 8 Kapitaler-
Zu Beginn des 20. Jh. kostete ein 1/10.000 Anteil höhungen in nur 7 Jahren fuhr die in Berlin bör-
um die 30.000 Mark. Maße: 33 x 21 cm. Kein Stück sennotierte AG (Mehrheitsaktionär: J. Roth AG
aus der Reichsbank! Eisengiesserei und Maschinen-Fabriken, Berlin-
Tempelhof) einen beispiellosen Expansionskurs
und entwickelte sich zu einer umfassenden Hol-
ding der Eisen-, Stahl und Metallindustrie. Werke:
a) Eisen-, Stahl- und Walzwerk sowie Maschinenfa-
brik in Burg bei Magdeburg, b) Metallwaren- und
Blechemballagenfabrik in Heidenau bei Dresden
(früher L. Georg Bierling & Co. AG), c) Maschinen-
und Werkzeugfabrik in Rostock, d) Metallwaren-,
Armaturen- und Badeöfenfabrik in Leipzig-
Eutritzsch (früher vereinigte Jaeger, Rothe & Sie-
mens-Werke AG, e) Ronomit GmbH Isolierrohrfa-
brik in Dresden-Leuben, f) Spezialmaschinenfabrik Nr. 135
S. Aston AG in Burg bei Magdeburg. Ferner betei-
ligt bei der Bayerische Eisenhandels-Ges. Ehmer & Nr. 135 Schätzpreis: 350,00 EUR
Co. KG in München, Eisengroßhandlung Hermann Startpreis: 150,00 EUR
Kramer & Co. KG in Danzig-Langfuhr, Eisen-
großhandlung Gebr. Noether KG in Bruchsal i.
Berliner AG für Papier-Fabrikation
Baden, Eisenhandel-AG in Duisburg, R. Dolberg Actie 200 Thaler, Nr. 2281
Maschinen- und Feldbahnfabrik AG in Berlin, Berlin, 15.11.1871 EF
Autosafe AG in Berlin, Steyr-Automobile Deutsche Gründeraktie, Auflage 2.750 (R 8). Ins Leben geru-
Verkaufs-AG in Berlin, Automat-Industrie GmbH in fen von professionellen “Gründern”. Für die AG
Wien, Dajac Deutsch-Amerikanische Automobil- wurde die Papierfabrik von Fr. Hendler bei Wal-
Industrie AG in Berlin, Braunkohlenbergwerk denburg in Schlesien und die Papierhandlung von
“Luise” AG in Altenweddingen b. Magdeburg, Leopold Ullstein in Berlin erworben (letztere lie-
Stahl- und Eisen-AG in Königsberg i. Pr., “Momen- ferte u.a. Papier für den Druck des Satireblattes
tag” Moment-Büro-Bedarfs-AG in Berlin, Gebr. “Kladderadatsch” und der Berliner Volkszeitung).
Voss GmbH Heizungsanlagen in Stendal. Das Die Gesellschaft überlebte den Gründerkrach
hastig zusammengezimmerte Firmenimperium nicht. Maße: 27,1 x 34,7 cm.
war stark fremdfinanziert und zerbrach Anfang
1925, als die Gläubiger nervös wurden. In Folge
der schlechten Konjunktur fand der Konkursver-
walter für keines der Werke einen Käufer; lediglich
Nr. 132 die Radiatoren-Gießerei in Burg wurde zur
Beschäftigungssicherung von einer stadteigenen
GmbH übernommen. Die Werke Burg und Leipzig
waren 1929 aus der Konkursmasse entlassen, die
Werke Rostock und Heidenau zwangsversteigert.
Das Konkursverfahren dauerte länger als die
kurze, aber intensive Scheinblüte dieses Indu-
striekonglomerats: Erst 1936 war es nach über 10
Jahren Dauer beendet. Jugendstilelemente im
Unterdruck. Maße: 38 x 24,8 cm. Doppelblatt, mit
beiliegendem restlichen Kuponbogen. In dieser
Form (nicht entwertet) ausgesprochen selten und
seit Jahren nicht mehr angeboten!

Nr. 136
Nr. 136 Schätzpreis: 350,00 EUR
Startpreis: 90,00 EUR
Berliner Handels-Gesellschaft
Nr. 133
Antheils-Schein Lit. H 1.000 Mark, Nr. 62063
Berlin, 5.4.1899 VF
Auflage 10.000 (R 10). Gründung 1856. 1883 trat
Nr. 133 Schätzpreis: 350,00 EUR Carl Fürstenberg als Geschäftsinhaber in die Firma
Startpreis: 75,00 EUR ein. Unter seiner Leitung wurde sie zu einer der
Bergwerksgesellschaft Glückauf wichtigsten Emissionsbanken im Berlin der Kaiser-
Coburg zeit. Es wurden die Fundamente des internationa-
len Anleihegeschäftes, der Eisenbahnfinanzierung
Anteilschein 600 Mark, Nr. 285 und des großen Industriegeschäftes gelegt. Heute,
Coburg, 22.2.1907 EF nach Fusion mit der Frankfurter Bank, die BHF-
Auflage 1.000 (R 8). Kräftige Umrahmung mit Blu- Bank. Zwischenzeitlich zur niederländischen ING
mengirlanden. Maße: 37 x 27,2 cm. Group, dann zu Sal. Oppenheim gehörend und
Nr. 134
schließlich 2009 zusammen mit “Sal Opp” zur
Nr. 134 Schätzpreis: 125,00 EUR Deutschen Bank gekommen. Dekorativer Druck
Startpreis: 20,00 EUR von G&D. Faksimile-Unterschrift Fürstenberg. Aus-
gestellt auf Baron von Cohn, Dessau, rückseitig
Berlin-Burger Eisenwerk AG Die Zuschläge erfolgen mit seiner eigenhändigen Signatur. Baron Moritz
Aktie 1.000 Mark, Nr. 37491 von Cohn (1812-1900), bedeutender deutscher Pri-
Berlin, 8.11.1921 EF zum niedrigst möglichen Preis, vatbankier jüdischer Abstammung, einer der
Auflage 30.000 (R 9). Gründung 1913 als Herdkes- auch wenn Sie schriftlich ersten Eisenbahnfinanciers in Deutschland, Hof-
sel-Industrie AG, 1916 umbenannt wie oben anläß- bankier anhaltischer Fürsten, verwaltete das Pri-
lich der Übernahme des Burger Eisenwerks von F.
höher geboten haben. vatvermögen des preußischen Kronprinzen und
späteren Kaisers Wilhelm I. Maße: 32,8 x 23,1 cm.
Angrick. Neben Erzeugnissen der Eisen-, Stahl- Garantiert! Mit beiliegendem restlichen Kuponbogen.
und Metallindustrie wurden von 1923-1927 unter

26
Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

Nr. 141 Schätzpreis: 750,00 EUR


Startpreis: 90,00 EUR
Bielefelder AG
für Mechanische Weberei
Actie 200 Thaler, Nr. 213
Bielefeld, 1.1.1865 VF+
Gründeraktie, Auflage 1.500 (R 10). Gründung
1864. Herstellung von rohen und gebleichten Lei-
nen, Baumwollgeweben, Handtüchern. Werk in
Bielefeld mit 650 Webstühlen, seit 1908 Zweigwerk
in Spenge (Kreis Herford) mit 350 Webstühlen.
1961 Fusion mit der Mechanische Weberei Ravens-
berg in Bielefeld-Schildesche und Umfirmierung in
Bielefelder Webereien AG. 1970 Ausgliederung des
Werkes Schildesche, 1973 Ausgliederung des
ganzen restlichen Textilbereiches in Tochterge-
Nr. 139 sellschaften, die dann verkauft wurden. 1974
Umfirmierung in BIEWAG Investions-AG, später
Nr. 139 Schätzpreis: 250,00 EUR BIEWAG Finanzierungsgesellschaft AG mit Sitz in
Startpreis: 50,00 EUR Königstein/Taunus. 1983 Konkurs. Ausgesprochen
dekorativ mit Abbildung der Weberei, drei Neben-
Beyer & Co. Textilhandels-AG Vignetten. Maße: 24,4 x 36,4 cm. In dieser Form
Aktie 1.000 Mark, Nr. 33205
Nr. 137
(keine Entwertung!) äußerst selten: Vor der
Chemnitz, 21.2.1923 EF+ Reichsbank-Auktionen wurden diese Stücke zu
Auflage 18.000 (R 9). Gründung am 18.10.1922. Preisen zwiscen 4.000 und 5.000 DM gehandelt.
Nr. 137 Schätzpreis: 75,00 EUR Herstellung, An- und Verkauf von Textilwaren.
Startpreis: 30,00 EUR Gründungskapital 2 Mio. Mark, 1923 erhöht um 18
Berliner Seidengarnfabrik AG Mio. Mark. Eröffnung des Konkursverfahrens am
Aktie 1.000 RM, Nr. 316 8.7.1924. Maße: 19 x 22 cm. Mit kpl. Kuponbogen.
Weniger als 10 Stücke bekannt!
Berlin, August 1938 EF
Auflage 400. Gegründet 1923 als Isidor Salomon
AG, 1933 umbenannt in Berliner Seidengarnfabrik
AG. Fabrikation und Vertrieb von Seidengarnen.
Anfang 1939 war die Arisierung der Gesellschaft
durchgeführt. Durch Kriegseinwirkung wurden die
Fabrikations- und Lagerräume vernichtet. 1951
wieder größere Produktion. Großaktionär: Fa. C.U.
Springer, Isny. 1953 in die Berliner Seidengarnfa-
brik GmbH, Isny (Allgäu) umgewandelt. Lochent-
wertet. Maße: 29,6 x 20,9 cm.

Nr. 140
Nr. 141
Nr. 140 Schätzpreis: 90,00 EUR
Startpreis: 30,00 EUR Nr. 142 Schätzpreis: 100,00 EUR
BHF-Bank AG Startpreis: 30,00 EUR
Sammelaktie 100 x 5 DM, Nr. 411806 Biochemische Industrie AG
Frankfurt a.M./Berlin, Juli 1995 EF+ Aktie 5 x 20 RM, Nr. 18476-80
1856 wurde die Berliner Handels-Gesellschaft und Hamburg, 30.12.1924 EF
1854 die Frankfurter Bank gegründet. Die Berliner (R 9) Gründung 1923 zwecks Erwerb und Ausbeu-
Handels-Gesellschaft pflegte unter Leitung des tung von Braunkohlenlagern, Mooren und ande-
legendären Carl Fürstenberg von Anfang an beson- ren zellulosehaltigen Vorkommen. Ab 10.2.1926
ders das Investment-Bankgeschäft, die Frankfur- Chemische Industrie AG. 1934 gelöscht. 1926
ter Bank reüssierte zunächst als lokale Privatno- umgestempelt in Chemische Industrie AG. Maße:
tenbank. 1970 fusionierten beide Institute zur 29 x 22,5 cm. Mit kpl. anh. Kuponbogen.
BHF-Bank, das war bis dahin der größte Banken-
zusammenschluß der deutschen Nachkriegsge-
schichte. 1998/99 Übernahme durch die nieder-
ländische ING-Gruppe. 2005 Übernahme durch
Sal. Oppenheim und Weiterführung als “BHF-Bank
- Privat seit 1854”. Seit Sal. Oppenheim 2010 von
Nr. 138
der Deutschen Bank aufgefangen wurde sucht der
neue Eigentümer für die BHF-Bank schon wieder
einen Käufer. Maße: 21 x 29,7 cm. Prägesiegel loch-
Nr. 138 Schätzpreis: 250,00 EUR entwertet.
Startpreis: 50,00 EUR
Betonbau-AG Rautenberg & Co.
Aktie Lit. B 1.000 Mark, Nr. 193
Berlin-Wilmersdorf, Nov. 1910 EF/VF
Gründeraktie, Auflage 500 (R 8). Ausführung von
Betonbauten und jeder anderen Art von Bauaus-
führungen. Filialen in Hamburg, Strasburg i.E.,
Leipzig, Frankfurt a.M. und Königsberg i. Pr. 1919
infolge mehrerer Prozesse in Konkurs gegangen
(der mangels Masse abgewiesen wurde). 1927
Löschung der AG im Handelsregister. Die Aktien
Lit. B wurden vom Firmengründer Rautenberg
übernommen. Hübsche mehrfarbige Umrah-

Nr. 141 Nr. 143


mung. Maße: 25,9 x 24,4 cm. Mit restlichem
Kuponbogen.

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Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

Nr. 143 Schätzpreis: 250,00 EUR Nr. 148 Schätzpreis: 250,00 EUR
Startpreis: 100,00 EUR Startpreis: 60,00 EUR
Blei-, Silber-, Kupfer-, Eisen- und Bohr-Gesellschaft Sirius
Dachschiefer-Bergwerk Altermann Antheil-Schein über 1 Anteil, Nr. 868
Kuxschein über 1 Kux von 100, Nr. 63 Krefeld, 1.3.1873 EF
Langhecke (Struthütten), 7.11.1893 EF Grüderstück, ausgestellt auf den Grubendirektor
(R 6) Das Bergwerk war in der Gemeinde Lang- A.M. Marckhoff in Essen. Dekorativ. Mit Original-
hecke, im Kreise Oberlahnkreis, im Regierungs- unterschriften. Maße: 32,3 x 24,2 cm.
Bezirk Wiesbaden und im Oberbergamtsbezirk
Bonn belegen. Eingetragen auf Carl Platte in Eiser-
feld. Mehrere Originalsignaturen. Maße: 33,1 x
20,9 cm. Doppelblatt. Kleine Lochentwertung
unten mittig.
Nr. 146
Nr. 146 Schätzpreis: 125,00 EUR
Startpreis: 40,00 EUR
Bleiindustrie-AG
vormals Jung & Lindig
Aktie 1.000 Mark, Nr. 3345
Freiberg, 12.4.1920 EF
Auflage 1.500. Originalunterschrift Lindig. Loch-
entwertet. Maße: 26 x 36,4 cm.

Nr. 144

Nr. 144 Schätzpreis: 150,00 EUR


Startpreis: 60,00 EUR
Bleicherei, Färberei und
Appreturanstalt Uhingen AG
Nr. 149
Aktie 100 DM, Nr. 2845
Uhingen, Oktober 1971 UNC
Auflage 1.060 (R 9). Gründung 1869, der Fir- Nr. 149 Schätzpreis: 1.000,00 EUR
mensitz war bis 1903 in Stuttgart. Das Unterneh- Startpreis: 350,00 EUR
men entwickelte sich zum größten Textillohnver-
edelungsbetrieb Württembergs. Ab 1906 auch Bohrgesellschaft Columbus
Herstellung von Bucheinbandstoffen, ab 1950 von Antheilschein über 1 Anteil, Nr. 348
Kunstleder. Börsennotiz im Freiverkehr Stuttgart, Dortmund, 15.10.1872 EF
Großaktionäre waren die Neue Baumwoll-Spinne-
Nr. 147
Auflage 1.000 (R 10). Ausgestellt auf Herrn Rive,
rei und Weberei Hof und die Konrad Hornschuch der auch original für den Vorstand unterschrieben
AG. 1973 in eine GmbH umgewandelt. Maße: 21 x hat. Sehr schöne Umrandung, feiner Unterdruck
29,7 cm. Nr. 147 Schätzpreis: 300,00 EUR mit Hammer und Schlegel. Maße: 31,5 x 23,8 cm.
Startpreis: 100,00 EUR Doppelblatt.
Bohemia AG
für industrielle Beteiligungen
Aktie 1.000 Mark, Nr. 46
Berlin, 8.9.1922 EF
Gründeraktie, Auflage 50 (R 9). Neben dem Einge-
hen von Beteiligungen war Hauptzweck die Ver-
waltung des der AG gehörenden Grundstücks Ber-
lin W 8, Taubenstr. 34. Großaktionär und im AR
vertreten war die Familie des Automobil-Fabrikan-
ten Walter Gröning, an dessen späteren Wohnsitz
Fürstenberg i.M. 1928 auch der Firmensitz verlegt
wurde. 1932 wurde die AG aufgelöst. 1924 auf 400

Nr. 145
Goldmark umgestellt. Mehrere Originalunter-

Nr. 150
schriften. Maße: 28,2 x 21,9 cm.

Nr. 145 Schätzpreis: 175,00 EUR Nr. 150 Schätzpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 50,00 EUR Startpreis: 45,00 EUR
Bleiindustrie-AG Bohrgesellschaft Glückauf-Galizien
vormals Jung & Lindig Namens-Anteilschein über 1 Anteil, Nr. 589
Aktie 1.000 Mark, Nr. 1539 Berlin, 28.4.1906 EF+
Freiberg, 1.6.1910 EF Auflage 1.000. Die Bohrgesellschaft, errichtet auf
Auflage 500. Gegründet 1896. Hergestellt wurden Grund des Statuts vom 27.3.1906, war in der öster-
mit rd. 250 Beschäftigten Walzblei, Bleirohre und reichischen Provinz Galizien, nahe der Stadt
Bleiapparate für die chemische Industrie. Zweigfa- Boryslaw, tätig. Nach 1919 gehörte das Gebiet zu
briken im oberschlesischen Friedrichshütte, Polen, heute liegt es in der Ukraine. Lochentwer-
Eidelstedt bei Hamburg und Klostergrab (Böh- tet. Maße: 24,8 x 34,7 cm.
men). Börsennotiz Dresden. 1947 Sitzverlegung
nach Hamburg-Eidelstedt und Umfirmierung in Nr. 151 Schätzpreis: 200,00 EUR
eine GmbH. 2000 Fusion mit der über 100 Jahre Startpreis: 60,00 EUR
alten Metallwerke Goslar und der Neue Apparate-
bau Goslar (vormals Bleiwerk Goslar) zur JL Gos- Bohrgesellschaft Heinrichshall
lar. Der dortige Geschäftsbereich Strahlenschutz Namens-Anteilschein über 1 Anteil, Nr. 277
fertigt u.a. die weitbekannten Castor-Behälter. Ori- Magdeburg, 1.10.1905 EF
Nr. 148
ginalunterschrift Lindig. Lochentwertet. Hochwer- Auflage 1.000 (R 6). Gründung 1905. Sitz in Magde-
tiger G&D-Druck. Maße: 26,3 x 36,5 cm. burg. Gerechtsame: 15000 Morgen in den Gemein-

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Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

den Brome, Zicherie, Croya und Voitze Provinz und Schlegel in allen vier Ecken, oben und unten Eigenbetrieb, die AG wurde aufgelöst. Sehr deko-
Hannover, benachbart mit Bismarckhall und Cen- Wappen mit “Glückauf!” Ausgestellt auf Gebr. rativ mit kleiner Vignette und geflügeltem Rad.
trum. Die Bohrungen auf Kali in Brome (südl. Steinberg in Münster. Vier Originalunterschriften. Maße: 31,5 x 25,6 cm.
Lüneburger Heide bei Wittingen) blieben ohne Lochentwertet. Maße: 29,4 x 22,8 cm. Kleine Rand-
Erfolg. Lochentwertet. Maße: 25,7 x 34,9 cm. Ein- schäden fachmännisch restauriert. Nur 3 Stücke
getragen auf den Vorstandsmitglied Direktor Adolf sind bis heute erhalten geblieben!
Lammers zu Werder (Havel).
Nr. 153 Schätzpreis: 500,00 EUR
Startpreis: 120,00 EUR
Bohrgesellschaft Zukunft
Anteil-Schein über 1 Anteil, Nr. 442
Gelsenkirchen, 12.12.1900 EF/VF
Auflage 1.000 (R 10). Aufschließung und Erwer-
bung von Steinkohlenfeldern gemäß des vor dem
Königl. Preuss. Notar Hess zu Gelsenkirchen abge-
schlossenen Gesellschaftsvertrages vom
3.12.1897. Schöne florale Umrandung, Originalsig-
naturen. Maße: 35,3 x 25,3 cm.

Nr. 154 Schätzpreis: 3.000,00 EUR


Startpreis: 1.500,00 EUR
Nr. 151 Boizenburger Stadt- und Hafenbahn
Actie 1.000 Mark, Nr. 80
Boizenburg a.E., 1.7.1890 EF
Gründeraktie, Auflage 124 (R 10). Normalspurige,
gerade einmal 3,1 km lange Verbindungsbahn von
der Staatsbahn-Hauptstrecke Berlin-Hamburg zur
Stadt und zum Elbehafen Boizenburg. Betriebs-
führung zunächst durch Lenz & Co., später durch
die Stadt Boizenburg. 1925 übernahm die Stadt Nr. 153
Boizenburg die Bahnanlagen als städtischen

Nr. 152

Nr. 152 Schätzpreis: 1.250,00 EUR


Startpreis: 500,00 EUR
Bohrgesellschaft
“Vereinigte Ridderburg”
Antheilschein über 1 Anteil, Nr. 964
Recklinghausen, 2.1.1872 VF
Auflage 1.000 (R 10). Bohrgesellschaften suchten
die Vorkommen auf und waren Vorläufer späterer
Bergwerke, wenn eine Fündigkeit eintrat. Unter
der Stadt Recklinghausen wurde von 1874 bis 2001
Steinkohle abgebaut, was im Stadtgebiet Bergsen-
kungen bis zu 11 m mit sich brachte. Größere
Zechenstandorte waren neben König-Ludwig 1/2/6
und 4/5 vor allem Recklinghausen I und II. Diese
früheren Clerget-Schächte (von den Bergleuten
bald “Klärchen” gerufen) begann 1869 die belgi-
sche “Société Civile Belge des Charbonnages
d’Herne-Bochum” abzuteufen. Der deutsch-franzö-
sische Krieg 1870/71 unterbrach diese Arbeiten,
dafür engangierten sich wie z.B. bei “Vereinigte
Ridderburg” vermehrt deutsche Investoren. Ende
1871 wurden die Arbeiten am Clerget-Schacht wie-
der aufgenommen, 1873 wurde in einer Teufe von
225 m die Steinkohle erreicht. 1889 wurde das
Bergwerk von der Harpener Bergbau AG über-
nommen. 1974 Stilllegung der Zeche, das Baufeld
kam zum Bergwerk Ewald der Ruhrkohle AG und
wurde 1988 abgeworfen. Zuletzt arbeitete unter
Recklinghausen das Bergwerk Ewald/Hugo (zuvor
Ewald/Schlägel & Eisen). Noch heute betreibt hier
die DSK Deutsche Steinkohle-AG an der Wanner
Nr. 154
Straße ein Trainingsbergwerk. Sehr hübsche
Umrahmung mit Lochblechmäandern, Hammer

29
Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

en. Die Teilschuldverschreibungen gehen noch Wohnbesiedlung größere Teile ihres Grundbesit-
auf eine schon 1930 aufgelegte Anleihe von zes abgegeben. 1991/92 wurden Geschäftshäuser
ursprünglich 3 Mio. RM zurück, die durch 1. Hypo- in Köln und Düsseldorf erworben und mit der Ent-
thek auf der Brauerei abgesichert war. Maße: 29,8 wicklung der Gewerbeparks Wildau und Schen-
x 20,9 cm. Prägesiegel lochentwertet. Linker Rand kendorf bei Berlin begonnen. Doch die Umstruk-
mit Abheftlochung. Die einzige Nachkriegs-Braue- turierung zu einer reinen Grundbesitzgesellschaft
rei-Anleihe, die uns bekannt ist. misslang: Mitte der 90er Jahre folgte der Konkurs.
Bekannter als in Deutschland selber ist Isenbeck
mittlerweile in Argentinien. Dort ist 1994 eine Isen-
beck-Brauerei vom Warsteiner-Konzern errichtet
worden. Die C.A.S.A. Isenbeck liegt in Zarate, etwa
90 km nordwestlich von Buenos Aires. Maße: 34 x
24,8 cm. Doppelblatt. Leichter Wasserrand. Nicht
entwertetes Stück!
Nr. 155
Nr. 155 Schätzpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 60,00 EUR
Bonner Portland-Zementwerk AG
Aktie 1.000 DM, Nr. 2782
Oberkassel (Siegkreis), April 1952 EF
Auflage 3.000 (R 7). Gründung 1856 als Bonner
Bergwerks- und Hütten-Verein AG, 1938 Umbenen-
nung in Bonner Portland-Zementwerk AG, seit
1966 Bonner Zementwerk AG. Mehrheitsaktionär
waren die Dyckerhoff-Zementwerke in Wiesbaden;
1985 mit Dyckerhoff verschmolzen. Schöne große
Vignette mit Werksansicht. Maße: 20,8 x 29,6 cm.
Rückseitig handschriftlich entwertet.

Nr. 157

Nr. 159

Nr. 156

Nr. 158
Nr. 156 Schätzpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 75,00 EUR
Brandenburgische Elektricitäts-,
Gas- und Wasserwerke AG Nr. 158 Schätzpreis: 125,00 EUR
Startpreis: 30,00 EUR
Aktie 300 RM, Nr. 1
Berlin, März 1929 EF Brauerei Cluss
Auflage 800. Gründung 1909 durch Fusion der Aktie 50 DM, Nr. 70
Brandenburgischen Carbidwerk GmbH und der Heilbronn a.N., November 1969 EF
Nr. 160
Ostdeutschen Wasserkraft-GmbH zur “Branden- Auflage 5.000 (R 7). Gründung 1865, ab 1898 AG.
burgische Carbid- und Elektricitätswerke AG”. Seinerzeit die größte Brauerei des württembergi-
1929 Umfirmierung wie oben anläßlich der Fusion schen Unterlandes. Mehrheitsaktionär war zwi-
mit der “Continentale Wasser- und Gaswerke AG schenzeitlich die später in der Baden-Württem- Nr. 160 Schätzpreis: 400,00 EUR
zu Berlin”. Betrieb von 7 E-Werken, 1 Gaswerk und bergischen Bank aufgegangene Handels- und Startpreis: 150,00 EUR
4 Wasserwerken. 1930 Verschmelzung mit der AG Gewerbebank Heilbronn AG (über 50%). 1988 zur Brauhaus Amberg AG
Körting’s Electricitäts-Werke. Börsennotiz Berlin, Cluss-Wulle AG fusioniert, gehört heute über die
letzter Großaktionär war die Elektricitäts-Liefe- Dinkelacker AG in Stuttgart zur Münchener Spa- vormals Aktien- und Fentschbräu
rungs-Gesellschaft, München (auf die diese AG ten-Franziskaner-Bräu. Maße: 21 x 29,7 cm. Präge- Aktie 10.000 Mark, Nr. 7244
1964 übertragen wurde). Maße: 21 x 29,6 cm. Prä- siegel lochentwertet. Amberg, August 1923 EF
gesiegel lochentwertet. Aktie Nr. 1! Auflage 700 (R 8). Gründung 1896 als Amberger
Nr. 159 Schätzpreis: 450,00 EUR Bierbrauerei-AG (1900-1916 mit dem Zusatz “Zum
Nr. 157 Schätzpreis: 250,00 EUR Startpreis: 60,00 EUR Franziskanerkloster”). 1922 Umfirmierung in Brau-
Startpreis: 100,00 EUR Brauerei W. Isenbeck & Co. AG haus Amberg AG anlässlich der Fusion mit der seit
Brauerei Beckmann AG 80 Jahren bestehenden Fentsch-Brauerei in Sulz-
Actie 1.000 Mark, Nr. 1530 bach. Beide Brauereien wurden in der ältesten
5% Teilschuldv. 500 DM, Nr. 1034 Hamm i.W., 15.1.1899 VF+ Braustätte Ambergs (seit 1564) zusammengelegt.
Solingen, November 1955 EF Auflage 450 (R 9). Gegründet als AG 1897 durch Wirtschaftsanwesen in Amberg, Sulzbach,
Auflage 352 (R 9). Gründung 1907 zur Übernahme Fusion der traditionsreichen, schon seit dem 17. Schwandorf und Kastl, Bierniederlagen in Sulz-
der Brauerei von Carl Beckmann in der Schützen- Jh. bestehenden Brauerei W. Isenbeck & Cie. mit bach und Schwandorf. Nach Stilllegung der Braue-
straße. 1917 Abschluß eines Brauvertrages mit der Brauerei Friedr. Pröpsting Nachf. & Co. 1971 rei fand der Aktienmantel eine bemerkenswerte
der benachbarten Vereinsbrauerei AG in Solingen. Übernahme der Kloster-Brauerei GmbH in Hamm. Weiterverwendung: 1998 wurde die AG nach
1972 Verschmelzung mit der (1899 gegründeten) Umfirmierungen 1980 in Privat-Brauerei Isenbeck Frankfurt/Main verlegt und in net.IPO AG umbe-
Aktien-Brauerei Ohligs zur “Aktien-Brauerei Beck- AG, 1984 in Isenbeck-Privat-Brauerei Nies AG, 1990 nannt. Die Geschäftsidee der Börsenplatzierungen
mann AG”. 1991 Einstellung des Braubetriebes in Isenbeck AG (zugleich Veräußerung der Braue- über das Internet ist leider inzwischen etwas aus
und Umfirmierung in Beckmann Beteiligungs-AG, rei-Aktivitäten an Warsteiner). 1991 Sitzverlegung der Mode gekommen. Vom ursprünglichen
1996 Sitzverlegung nach Düsseldorf. Geschäfts- nach Düsseldorf und weitere Umfirmierung in Höchststand von 100 € hat der Kurs inzwischen
zweck der jetzt von der Familie Cloppenburg Isenbeck Deutsche Immobilien AG. Schon seit der fast 99% verloren, aber die AG strampelt weiter
beherrschten AG war nunmehr das Betreiben von Gründung hatte die AG neben der Brauerei ein vor sich hin (inzwischen umfirmiert in Delta Betei-
Autohäusern in Deutschland und Frankreich sehr aktives Immobiliengeschäft betrieben und ligungen AG bzw. Heidelberger Beteiligungshol-
sowie die Vermietung von Einzelhandelsimmobili- u.a. für den Bau des Lippe-Kanals wie auch für ding AG). Lochentwertet. Maße: 19,4 x 27,3 cm.

30
Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

- als eine der wenigen grundsoliden Neugründun- berwaren AG fusionierte. 1995 ging die AG in Kon-
gen im Boom der ansonsten hochspekulativen kurs, das operative Geschäft mit den Marken Wil-
“Gründerzeit” (auch während des Gründerkrachs kens und BSF übernahm das Zwillingswerk J. A.
sank der Aktienkurs der in Berlin, Hannover und Henckels, Solingen. Die Marke BSF wird heute für
Braunschweig notierten “Braunen Hanne” kaum eine Edelstahl-Besteckserie des Zwillingswerks
unter pari). Zunächst wurde am Bankplatz das benutzt, die Marke Wilkens wurde 2006 mit der
vorher der Braunschweigischen Bank gehörige Manufaktur in Bremen von den beiden dortigen
Gebäude übernommen (heute Sitz des Oberlan- Geschäftsführern übernommen. Teile des Heme-
desgerichts). 1936 Eingliederung der Hannover- linger Betriebsgrundstücks wurden inzwischen
sche Bodenkredit-Bank in Hildesheim (vorher zur für den Bau des Hemelinger Tunnels in Anspruch
gewerkschaftseigenen Bank der deutschen Arbeit, genommen, der das Mercedes-Werk Bremen mit
der späteren BfG gehörig). Großaktionär war zu der Autobahn verbindet. Nachdem 2001 alle Gläu-
dieser Zeit die Braunschweigische Staatsbank mit biger befriedigt waren, wurde der AG-Konkurs auf-
ca. 60%. 1996 Verschmelzung mit der 1868 gegrün- gehoben und die Gesellschaft als RWL Verwal-
deten Berliner Hypotheken- und Pfandbriefbank tungs- und Beteiligungs-AG fortgesetzt. Lochent-
AG zur “Berlin-Hannoversche Hypothekenbank”. wertet. Maße: 21 x 29,6 cm.
Großaktionäre sind jetzt die Bankgesellschaft Ber-
lin (87,7%) und die NORD/LB (10%). Maße: 21 x
29,9 cm. Prägesiegel lochentwertet.

Nr. 161
Nr. 161 Schätzpreis: 300,00 EUR
Startpreis: 40,00 EUR
Braunkohlen- und Briketwerke
Roddergrube AG
Nr. 165
Aktie 1.000 Mark, Nr. 11332
Brühl b. Köln, Februar 1909 VF+
Gründeraktie, Auflage 20.742 (R 9). Hervorgegan- Nr. 165 Schätzpreis: 125,00 EUR
gen aus der uralten, bereits 1766 aufgeschlosse-
Nr. 163
Startpreis: 50,00 EUR
nen “Roddergrube”, seit 1873 die AG Brühl-Godes-
berger Verein für Braunkohlenverwertung (welche Bremer Silberwarenfabrik AG
die erste Brikettfabrik im rheinischen Revier Nr. 163 Schätzpreis: 150,00 EUR Aktie 100 DM, Nr. 3527
errichtete), seit 1878 die Gewerkschaft Rodder- Startpreis: 35,00 EUR Bremen, Dezember 1951 EF
grube. Diese übernahm 1908 sämtliche Kuxe der Aflage 2.000 (R 7). Maße: 21 x 29,7 cm. Prägesie-
Gewerkschaft Vereinigte Ville und schloß sich Braunschweigischer Bankverein KGaA
gel lochentwertet
dann mit der 1878 gegründeten Gewerkschaft des Aktie 5.000 Mark, Nr. 4914
Braunkohlenbergwerks Brühl zur “Braunkohlen- Braunschweig, 28.6./8.8.1923 EF Nr. 166 Schätzpreis: 150,00 EUR
und Briketwerke Roddergrube AG” zusammen. Gründeraktie, Auflage 44.000 (R 7). Gründung 1923
Gefördert wurde die bis zu 40 m mächtig anste-
Startpreis: 60,00 EUR
unter Übernahme der Firma des Bankiers Paul
hende Braunkohle aus vier verschiedenen Tage- Tönnies. Zu den weiteren Gründern gehörten u.a. Bremer Silberwarenfabrik AG
bauen. 1913 Abschluß eines Kohlenlieferungsver- die Braunschweigische Staatsbank (heute Aktie 1.000 DM, Nr. 1473
trages mit dem RWE, das im Anschluß an die NORD/LB) sowie die Bank für Landwirtschaft AG Bremen, Dezember 1951 EF
Grube Vereinigte Ville ein großes Kraftwerk errich- und das Bankhaus Richard Lenz & Co. in Berlin.
tete (Goldenberg-Werk). 1933/35 Überkreuzbeteili- Auflage 1.800 (R 8). Maße: 21 x 29,7 cm. Gleiche
Seit 1928 in Liquidation, die sich bis 1936 hinzog. Gestaltung wie das Los davor, nur andersfarbig
gung mit der Rheinischen AG für Braunkohlen- Sehr dekorativ mit Löwen im Unterdruck. Maße:
bergbau und Brikettfabrikation (Rheinbraun), gedruckt. Prägesiegel lochentwertet.
24 x 31,9 cm.
wodurch beide Unternehmen endgültig in den
RWE-Konzern eingebunden wurden. Börsennotiz
Berlin, Düsseldorf, Essen, Köln. 1959 - in Betrieb
sind die Tagebaue Brühl, Vereinigte Ville, Frim-
mersdorf (bei Grevenbroich) und Inden (zwischen
Jülich und Eschweiler) sowie fünf Kraftwerke - mit
der RWE-Tochter Rheinische Braunkohlenwerke
AG verschmolzen. Dekorativer Druck der Reichs-
druckerei. Maße: 34,4 x 25,2 cm. Keine Entwer-
tung!

Nr. 167
Nr. 164

Nr. 167 Schätzpreis: 100,00 EUR


Nr. 164 Schätzpreis: 100,00 EUR Startpreis: 20,00 EUR
Startpreis: 40,00 EUR
Bremer Vulkan AG
Bremer Silberwarenfabrik AG Schiffbau und Maschinenfabrik
Aktie 1.000 RM, Nr. 597 Sammelaktie 10 x 50 DM, Nr. 5975211-20
Bremen, August 1928 EF/VF Bremen-Vegesack, Dez. 1982 UNC/EF
Nr. 162 Auflage 240. 1810 hatte sich der Goldschmied Mar- (R 8) Gründung 1893 unter Übernahme der Fa.
tin Heinrich Wilkens mit einer Werkstatt in der Johann Lange in Grohn bei Vegesack. 1898 Verle-
Bremer Altstadt neidergelassen. 1840-61 prägte gung der Werft auf ein 33 ha großes Gelände am
Nr. 162 Schätzpreis: 85,00 EUR die Firma Wilkens auch die Münzen des bremi-
Startpreis: 30,00 EUR rechten Weserufer in den Bezirken Vegesack und
schen Staates. 1917 übernahm Martin-Heinrich Fähr-Lobbendorf mit 1,3 km Wasserfront. Bis zur
Braunschweig-Hannoversche Wilkens, Urenkel des Firmengründers, die Firma, Jahrhundertwende erfolgte fast jedes Jahr eine
Hypothekenbank die sich inzwischen auf silberne und versilberte Kapitalerhöhung - zunächst ohne großen Effekt,
Bestecke sowie silbernes Tischgerät spezialisiert
Aktie 1.000 RM, Nr. 37600 hatte. 1921 übernahm er die Aktienmehrheit des
doch später wurden Dividenden bis zu 20% ver-
Braunschweig, Juni 1927 EF dient. Der Glanz verblaßte in der Werftenkrise der
1905 gegründeten Konkurrenten „Bremer Silber- 1970er Jahre: Zuletzt wurde der Bremer Vulkan
Auflage 1.000. Das einzige Realkreditinstitut, das warenfabrik“, die 1969 mit ihrem Hauptaktionär
es in Braunschweig je gab, wurde 1871 gegründet das Instrument der Werftenpolitik des Bremer
M. H. Wilkens & Söhne AG zur Wilkens Bremer Sil-

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Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

Senats unter der hochqualifizierten Führung eines der Marke aus westdeutscher Produktion. In die me der Brunnengroßhandlung J. Postels in Bre-
vormaligen Senatsdirektor als Vorstandsvorsit- nicht zerstörten Gebäude der Bernnabor-Werke men und Errichtung dort einer Niederlassung. Fer-
zenden - trotzdem (oder gerade deswegen?) ein zogen nach dem Krieg die Brandenburger Trakto- ner gingen sämtliche GmbH-Anteile der Brunnen-
krachender Zusammenbruch mit Milliardenverlu- renwerke ein, später das Getriebewerk Branden- großhandlung Dr. M. Lehmann GmbH in Stettin an
sten. Auch die immensen Fördergelder für die burg. Seit den 1990er Jahren residieren hier eine die Ges. über. 1932 Übernahme der Firma Johs. O.
nach der Wende zusätzlich noch übernommenen Bekleidungsfirma, ein Bildungsträger, Lehrlings- Geffcken in Kiel und Lübeck. 1948 verlagert nach
ostdeutschen Werften wurden in Bremen noch ausbildung der Zahnradfabrik Friedrichshafen Goslar, ab 1951 Trinks AG, Goslar, ab 1953 trinks
“verzockt”, ehe man das Schiff sinken ließ. Maße: und andere Unternehmen. Ein erster Fabrikblock GmbH. 1974 übernommen durch die Nestlé AG im
21 x 29,7 cm. Mit restlichem Kuponbogen. ist saniert, er bietet Künstlern Platz für Ateliers Zuge der Übernahme der Blauen Quellen AG.
und Ausstellungen. Mehr als 2 Mio. Euro hat die Lochentwertet. Maße: 33,1 x 20,7 cm.
Europäische Union in den vergangenen Jahren in
die Sanierung der Gebäude fließen lassen. 2001
formierte sich die Interessengemeinschaft Brenn-
abor (IGB), die Treffen organisieren und eine eige-
ne Brennabor-Ausstellung haben. Maße: 20,9 x
29,6 cm.

Nr. 168
Nr. 168 Schätzpreis: 100,00 EUR
Startpreis: 50,00 EUR
Bremer Vulkan AG
Schiffbau und Maschinenfabrik
Sammelaktie 50 x 50 DM, Nr. 210051-100 Nr. 170
Bremen-Vegesack, Dez. 1982 UNC/EF
(R 8) Maße: 21 x 29,7 cm. Unentwertet, mit
Kupons 8 uff. Bei mir in der Auktion erstmals über-

Nr. 173
haupt angebotene Emission.

Nr. 174 Schätzpreis: 1.250,00 EUR


Startpreis: 280,00 EUR
Bürger-Ressource-Gesellschaft
Actie 25 Gulden, Nr. 218
Hof, 11.11.1804 EF/VF
Gründeraktie, Auflage 300. Die Bürger-Ressource
Hof wurde am 13.11.1799 durch elf angesehene

Nr. 171
Bürger von Hof gegründet. Mit der Aktienemission
1804 (und späteren kleinen Nachfinanzierungen)
wurde der Bau eines Versammlungshaus finan-
Nr. 171 Schätzpreis: 200,00 EUR ziert; es befand sich an der Stelle, wo heute die
Nr. 169
Startpreis: 75,00 EUR Stadtpost steht. Für den selbständigen Mittel-
stand der Stadt Hof diente es als Zentrum des
Breslauer Hallenschwimmbad AG gesellschaftlichen Lebens. Die Einrichtung ent-
Nr. 169 Schätzpreis: 150,00 EUR Aktie 100 RM, Nr. 30 sprang vor allem dem Wunsch, sich ungestört von
Startpreis: 60,00 EUR napoleonischen Spitzeln unterhalten zu können.
Breslau, 22.5.1943 EF+
Bremer Vulkan Auflage unter 100 Stück (R 7). Gründung 1895 als Einen heftigen Streit gab es 1845, als das Grund-
Schiffbau und Maschinenfabrik gemeinnütziges Unternehmen zum Bau und stück dem Staat für Eisenbahnzwecke abgetreten
Betrieb eines Hallenschwimmbades. Mit seinem werden musste: die dafür herausgeschlagene Ent-
Aktie 1.000 DM, Blankette
Hallenschwimmbad an der Zwingerstr. 10/12 (ul. schädigung von 30.000 Gulden war bedeutend
Bremen-Vegesack, November 1952 EF mehr, als in die Immobilie investiert worden war.
Teatralna 10-12) besaß Breslau eines der schön-
(R 8). Maße: 21 x 29,6 cm. Am Ende wurde der Mehrerlös nicht unter allen
sten und stilvollsten Hallenbäder Deutschland, im
reinsten Jugendstil erbaut zwischen 1895 und Vereinsmitgliedern, sondern nur unter den Aktien-
Nr. 170 Schätzpreis: 150,00 EUR 1897. Das Schwimmbad hat den Festungskampf besitzern verteilt. Kurz darauf wurde das neue, bis
Startpreis: 45,00 EUR 1945 nahezu schadlos überdauert und ist inzwi- jetzt genutzte Vereinsgebäude an der Poststraße
Brennabor-Werke AG schen stilvoll renoviert worden. Maße: 21 x 29,7 errichtet. Noch heute ist die Bürgergesellschaft
cm. Prägesiegel lochentwertet. (zu Beginn des 20. Jh. in einen eingetragenen Ver-
Aktie 1.000 RM, Nr. 5474 ein umgewandelt) einer der größten Vereine am
Brandenburg (Havel), Oktober 1940 EF+ Ort und pflegt jetzt vor allem das gesellige Leben.
Nr. 172 Schätzpreis: 100,00 EUR Mit rotem Lacksiegel und Originalunterschriften.
Auflage 1.610 (R 7). Gründung 1871 als “Gebrüder
Startpreis: 35,00 EUR Maße: 16,5 x 19,9 cm. Einschnittentwertet. Ein
Reichstein Brennabor-Werke”, AG seit 1932. Auto-
mobilbau seit 1908, zunächst mit Fafnir-Motoren, Breslauer Hallenschwimmbad AG Umstand macht dieses Stück, von dem Anfang der
später wurden für den Export nach England auch Aktie Lit. A 1.000 RM, Nr. 58 1990er Jahre ein kleiner Hort gefunden wurde, ein-
erfolgreiche Modelle mit Motoren von 904 ccm bis malig: es ist bis heute die älteste für Sammler ver-
Breslau, 22.5.1943 EF+
3800 ccm produziert. Mit einer Tagesproduktion fügbare deutschsprachige Aktie aus Deutsch-
Auflage unter 300 Stück. Maße: 20,9 x 29,5 cm. land.
von 120 Fahrzeugen war Brennabor in den frühen
Gleiche Gestaltung wie das Los davor, nur anders-
20er Jahren der größte deutsche Automobilher-
farbig gedruckt. Prägesiegel lochentwertet.
steller, bevor Opel später die Spitze übernahm. Nr. 175 Schätzpreis: 300,00 EUR
Brennabor baute außerdem Rennwagen und Startpreis: 150,00 EUR
unterhielt ein eigenes Werksfahrer-Team. Daneben Nr. 173 Schätzpreis: 100,00 EUR
Produktion von Fahrrädern, Motorrädern, Kinder- Startpreis: 45,00 EUR Bürgerbräu Ludwigshafen am Rhein
wagen: Brennabor hielt sozusagen von der Wiege Brunnenvertriebs-AG Aktie 1.000 RM, Nr. 1037
bis zur Bahre den passenden fahrbaren Untersatz
Aktie 1.000 Mark, Nr. 114 Ludwigshafen, November 1941 EF
bereit. 1945 wurde das Werk demontiert. 1946 Auflage 1.000 (R 8). Gründung 1890 unter Über-
wurden kurzzeitig noch Kinderwagen der Marke Berlin, 27.11.1922 EF
nahme der Fuhrer’schen Brauerei (Bismarckstr.
Brennabor in Brandenburg hergestellt, auf Befehl Gründeraktie, Auflage 6.700. Gegründet 1922. 72). Außerdem besaß der Bürgerbräu eine eigene
der SMAD. Seit Ende der 1940er Jahre gab es auch Gewinnung, Herstellung und vertrieb von Mineral- Mälzerei in Mutterstadt in der Pfalz sowie 99% des
wieder Fahrräder, zeitweilig auch Mopeds, unter wassern (heil- und Tafelbrunnen). 1923 Übernah- Kapitals der Pfalzbrauerei AG in Neustadt/Wein-

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Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

straße. Börsennotiz: Freiverkehr Frankfurt. Brauerei über 98% der Aktien. 1990 im Großak- Nr. 177 Schätzpreis: 250,00 EUR
1951/52 mit dem Lokalrivalen Actienbrauerei zur tionär Brau und Brunnen AG aufgegangen und Startpreis: 30,00 EUR
“Aktienbrauerei-Bürgerbräu AG” fusioniert. noch für ganz kurze Zeit unter dem alten Namen
Großaktionär war die Frankfurter Henninger-Bräu, als Grundstücksgesellschaft fortgeführt. Die Ges.
Bürsten-Fabrik Pensberger & Co. AG
die 1968/69 den freien Aktionären einen Aktien- wurde mit einem Kapital von 1,6 Mio. Mark Aktie 1.000 Mark, Nr. 5295
tausch anbot. Lochentwertet. Maße: 21 x 29,7 cm. gegründet, eingeteilt in 1.600 Aktien à 1.000 Mark. München, Januar 1922 VF
Das Aktienkapital wurde zwar voll passiviert, aus- Auflage 2.500 (R 9). Gründung 1898 zur Weiter-
gegeben waren jedoch nur 1.200 Aktien, da nicht führung der in der Franziskanerstraße belegenen
mehr Kapital benötigt wurde. Für 400.000 Mark Fabrik der Firma Pensberger & Co. Es wurden
gab es Interimsscheine, die zunächst mit 25% ein- Holzwaren und Sportartikel jeglicher Art herge-
gezahlt wurden. Erst als diese Aktien voll bezahlt stellt. Über das Vermögen wurde im Januar 1933
wurden, erfolgte der Druck von Aktien mit dem der Konkurs eröffnet. Äußerst dekorativ, große
Datum von 1905, nummeriert zwischen 1201 und Ansicht der Fabrik im Unterdruck. Maße: 24,5 x 38
1600. Druck auf Büttenpapier mit Wasserzeichen. cm. Doppelblatt. Randeinrisse restauriert.
Doppelblatt, mehrere Originalsignaturen. Maße:
22,2 x 36,2 cm. Überdurchschnittlich guter Erhal- Nr. 178 Schätzpreis: 300,00 EUR
tungszustand, keine Entwertug!
Startpreis: 75,00 EUR
Bunzlauer Kleinbahn-AG
Aktie 1.000 Mark, Nr. 3783
Nr. 175
Bunzlau, 1.7.1921 EF
Auflage 2.040 (R 8). Strecke Bunzlau - Mittlau -
Neudorf (25 km). Normalspurige, zuletzt 60 km
lange Bahn in Niederschlesien östlich von Görlitz.
1921 Übernahme der Kleinbahn-AG Bunzlau-Mod-
lau mit der Strecke Bunzlau - Kittlitztreben - Mod-
lau (33 km) und Umfirmierung in “Bunzlauer Klein-
bahn AG”. Maße: 27,6 x 40,9 cm. Nicht entwertet!

Nr. 177

Nr. 176
Nr. 176 Schätzpreis: 300,00 EUR
Startpreis: 45,00 EUR
Bürgerliches Brauhaus
Actie 1.000 Mark, Nr. 1027
Nr. 179
Bonn, 1.10.1897 EF
Gründeraktie, Auflage 1.200 (R 8). In der 1897
gegründeten AG gingen die Brauerei zum Bären
Franz Josef Gervers Nachf., die Adler-Brauerei Nr. 179 Schätzpreis: 100,00 EUR
Otto Wolter und die Brauerei Herm. August Wirts Startpreis: 30,00 EUR

Nr. 178
auf. Die Braustätte lag in der Bornheimer Straße Busch-Jaeger
42. 1950 Umfirmierung in Kurfürsten-Bräu AG. Lüdenscheider Metallwerke AG
Nach und nach erwarb die Dortmunder Union-
Aktie 1.000 RM, Nr. 8732
Lüdenscheid, 1.5.1933 EF+
Auflage 1.700. Gründung 1911 als F. W. Busch AG
unter Übernahme der seit 1892 betriebenen
Busch’schen Fabrik. 1926 Fusion mit der Gebr. Jae-
ger in Schalksmühle zur “Vereinigte elektrotechni-
sche Fabriken F.W. Busch und Gebr. Jaeger AG”.
1932 Fusion mit der Lüdenscheider Metallwerke
AG vorm. Jul. Fischer & Basse zur “Busch-Jaeger
Lüdenscheider Metallwerke AG”. Neben Elektro-
Installationsmaterial aller Art (Werke Lüden-
scheid und Schalksmühle i.W.) auch (im Werk Aue
i.W.) Herstellung von Porzellan für technische
Zwecke und von Kunstharz-Erzeugnissen.1953 mit
der Dürener Metallwerke AG (gegr. 1885 als “Düre-
ner Phosphorbronce-Fabrik & Metallgießerei
Hupertz et Banning”, AG seit 1901) zur “Busch-Jae-
ger Dürener Metallwerke AG” fusionert. Neben der
Rheinmetall-Borsig AG war jahrzehntelang der
Industrielle Günther Quandt beteiligt (zuletzt
über die Altana). 1974 wurden die inzwischen in
Tochter-GmbH’s eingebrachten Metallwerke in
Lüdenscheid und Düren veräußert und die Ges. in
Busch-Jaeger Gesellschaft für Industriebeteiligun-
gen AG umbenannt (als Zwischenholding u.a. für
die Beteiligungen an der Milupa AG, der Byk Gul-
den Lomberg Chem. Fabrik GmbH und der Mou-
son Cosmetic GmbH). Gleichzeitig Sitzverlegung
nach Frankfurt/M. und in die VARTA AG (ab 1977
in die Altana) eingegliedert. Maße: 21 x 29,7 cm.
Prägesiegel lochentwertet.

Gerne beantworte ich Ihre Fragen

Nr. 174
auch per E-Mail: gutowski@mail.de

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Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

der Firma übernahm. 2002 erfolgte die Umbenen- Lokomotiv- und Schiffsmaterial. Ferner gehörte
nung in Altana Pharma AG. Der Altana-Konzern der Ges. die Khan-Kupfergrube bei Swakopmund
gliederte sich bis 2007 in die Pharmasparte Altana in Deutsch-Südwestafrika, die nach dem verlore-
Pharma AG mit Sitz in Konstanz und in die Spe- nen ersten Weltkrieg als Feindvermögen beschla-
zialchemiesparte Altana Chemie AG mit Sitz in gnahmt wurde. 1927 Fusion mit der Selve AG in
Wessel. Die Pharmasparte wurde im Dezember Altena und der C. Berg AG in Werdohl zur “Berg-
2006 an die dänische Nycomed verkauft. Seit dem Heckmann-Selve AG”. 1930 erneute Fusion u.a. mit
gibt es keine Spartentrennung mehr, sondern nur den Heddernheimer Kupferwerken zur “Vereinigte
noch die Altana AG, welche ausschließlich in der Deutsche Metallwerke AG” mit Sitz in Einsal bei
Spezialchemie operiert. Dem Inhaber sollte ein Altena (Westf.), 1934 Sitzverlegung nach Frankfurt
Bargeldbetrag ausgezahlt werden, “wenn und a.M.-Heddernheim. Bis heute eine der bedeutend-
soweit die Byk-Guldenwerke Chemische Fabrik AG sten Firmen der deutschen NE-Metallhalbzeugpro-
i.L. oder deren Rechtsnachfolger das in der Ostzo- duktion. Letzter Großaktionär war die Metallge-
ne belegene Vermögen als Eigentum zurückerhal- sellschaft mit 98,8%, die Aktien notierten in Frank-
Nr. 180
ten oder wegen dieser Vermögenswerte entschä- furt. Heute ThyssenKrupp VDM GmbH, Werdohl.
digt werden”. Maße: 29,7 x 20,8 cm. G&D-Druck mit schöner, Sütterlin-ähnlicher
Nr. 180 Schätzpreis: 75,00 EUR Umrahmung. Maße: 35 x 26,2 cm. Doppelblatt,
Startpreis: 25,00 EUR inwendig Anleihebedingungen. Mit beiliegendem
Kuponbogen. Lochentwertet.
Butzke-Werke AG
Aktie 1.000 RM, Nr. 1997
Berlin, Juni 1942 EF+
Auflage 410. Gründung 1873 als Metallwaren- und
Lampenfabrik von F. Butzke & Co. in Berlin. 1888
Umwandlung in die F. Butzke & Co. AG für Metall-
Industrie. 1977 Umfirmierung in AQUA Butzke-
Werke AG. Hergestellt werden heute sanitäre Spe-
zialarmaturen, Labor- und Gartenarmaturen. 1997
Umwandlung in eine GmbH und Sitzverlegung
nach Ludwigsfelde. Maße: 21 x 29,7 cm. Prägesie-
gel lochentwertet.
Nr. 182

Nr. 182 Schätzpreis: 350,00 EUR


Startpreis: 75,00 EUR
C. & G. Müller Speisefettfabrik AG
Aktie 1.000 Mark, Nr. 3666
Berlin, 4.7.1921 VF
Auflage 2.800 (R 10). Gründung 1872 durch Carl
und Gottfried Müller, 1894 Umwandlung in eine
AG. Herstellung von Margarine, Schmalz u. Fett,
Import und Weiterbearbeitung amerikanischer

Nr. 184
Fleischwaren. Beteiligung an der Ölwerke “Teuta-
nie” in Harburg, der Margarinewerke Dr. Schröder
AG in Berlin und der Dresdner Speisefettfabrik AG.
Filialen in Königsberg und Stettin. Eines der
unzähligen Opfer der Weltwirtschaftskrise: 1932 in
Nr. 184 Schätzpreis: 125,00 EUR
Liquidation gegangen. Maße: 25,6 x 33,7 cm. Mit Startpreis: 45,00 EUR
restlichem Kuponbogen. Randeinrisse sachver- C. Hedrich AG
ständig (und für viel Geld) restauriert. Aktie 1.000 Mark, Nr. 1132
Hamburg-Altona, 27.9.1913 EF
Gründeraktie, Auflage 1.500 (R 7). Bearbeitung
von Gerste, Hafer und Hirse zu Mühlenfabrikaten.
Nr. 181 Haupterzeugnisse der Mühle waren Gerstengrau-
pen, Flocken und Getreidekaffee (dem sogenann-
Nr. 181 Schätzpreis: 100,00 EUR ten Muckefuck). 1937 Umwandlung in eine KG.
Startpreis: 45,00 EUR Eines der schönsten Hamburg-Stücke, mit Säule-
numrandung und Putti. Maße: 33,5 x 24,4 cm.
Byk-Gulden-Lomberg
Chemische Fabrik GmbH
Besserungsschein 100 RM, Nr. 6171
Konstanz, 1.10.1956 EF
(R 8) Die Chemischen Werke Dr. Heinrich Byk wur-
den 1873 gegründet. 1917 Fusion mit der 1901
gegründeten Farb- und Gerbstoffwerke Paul Gul-
den & Co. AG, Piesteritz bei Wittenberg. Werke in
Oranienburg, Berlin-Neukölln, Niederstriegis
(Sachsen), Frankfurt/Main, Piesteritz (verkauft
1926 an die VIAG für die Reichsstickstoffwerke
Piesteritz, danach VEB Agrochemie, seit 1990 SKW
Piesteritz) und Langenberg/Rhld. (verkauft 1942).
Hergestellt wurden Pharmazeutika, technische
Chemikalien, Molkereihilfsstoffe, Milchsäure und
Nr. 183
Kaltasphalt. 1941 Fusion mit der Berliner Ceresin-
Fabrik Graab & Kranich GmbH. Seit 1951 ruhte die Nr. 183 Schätzpreis: 250,00 EUR
Produktion der zuletzt über die VARTA zur
Startpreis: 75,00 EUR
Quandt-Gruppe gehörenden AG; die Werke in der
Ostzone wurden enteignet, die Werke in Neukölln C. Heckmann AG
und Frankfurt an die früheren Eigentümer zurück- Kupfer- und Messingwerke
gegeben. Seit 1953 in Liquidation (abgeschlossen 4,5% Schuldv. Lit. A 1.000 Mark, Nr. 2881
1957). Der Name lebte aber weiter: Schon 1931
war in Konstanz die Byk-Gulden-Lomberg Chemi-
Duisburg, Juli 1910 EF/VF
sche Fabrik GmbH gegründet worden, die 1941 Auflage 3.000 (R 9). Gründung 1909. Die Werke in
Nr. 185
durch die Accumulatoren Fabrik AG (AFA) unter Duisburg und Aschaffenburg fabrizierten Röhren
der Führung von Günther Quandt die Mehrheit an und Bleche aus Kupfer und Messing vor allem für

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Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

Nr. 185 Schätzpreis: 200,00 EUR werke befanden sich in Clichy bei Paris und Hart-
Startpreis: 45,00 EUR ford bei London. 1917 war Lindström einer der
Mitbegründer der UFA. 1921 schied Carl Lind-
C. Schlesinger-Trier & Co. KGaA ström als technischer Direktor aus der Firma aus,
Kommanditanteil 1.000 Mark, Nr. 212355 während sein Kompagnon der ersten Stunde, Max
Berlin, September 1923 EF/VF Straus, kaufmännischer Vorstand blieb (und als
(R 10) Alteingesessenes, bereits 1878 gegründetes Jude erst 1931 in den Aufsichtsrat überwechseln
Privatbankhaus, Sitz Mohrenstrasse 58/59. Bis musste, bevor er 1936 nach England emigrierte).
1922 Interessengemeinschaft mit dem Bankhaus Im Aufsichtsrat der bis 1935 (danach Einsetzung
C. H. Kretzschmar. Börsennotiz: Freiverkehr Ber- eines Treuhänders für das Feindvermögen) in Ber-
lin. 1928 mit dem Bankhaus Lazard Speyer-Ellissen lin börsennotierten AG saßen nun auch der späte-
(vormals: Mainische Bank KGaA) in re Reichsfinanzminister und Reichsbankpräsident
Frankfurt/Main verschmolzen. Die Familie Speyer Dr. Hjalmar Schacht sowie der Vorstandssprecher
gehörte zu den bedeutendsten jüdischen Handels- der Deutschen Bank Emil Georg von Stauss. 1925
Nr. 189
und Bankiersfamilien der Stadt, Lazard Speyer- Abschluß eines Interessenvertrages mit der
Ellissen entstand aus dem regen Nordamerika- Columbia Graphophone Comp. in London, die
Geschäft der Bank. Das Berliner Haus wurde nach 1926 auch die Aktienmehrheit der in Berlin bör- Nr. 189 Schätzpreis: 100,00 EUR
der Fusion als Zweitsitz weitergeführt, bis die sennotierten AG übernahm. 1936 Ausgründung Startpreis: 30,00 EUR
Bank 1934 liquidierte. Die Kapitalerhöhung über- der Sprechmaschinenfabrikation in die neuge-
nahmen C. H. Kretzschmar in Berlin und der Wie- gründete 100% Tochter Brandenburgische Metall- Carl Petereit AG
ner Bankverein. Maße: 28,8 x 21,8 cm. Mit beilie- verarbeitungs-GmbH, auch Radiogeräte wurden Aktie 1.000 RM, Nr. 431
gendem kompletten Kuponbogen. seit 1930 hergestellt. Im Dritten Reich stand die Königsberg i.Pr., November 1939 EF+
Gesellschaft wegen des britischen Großaktionärs Auflage 499. Lochentwertet. Maße: 21 x 29,7 cm.
unter Feindvermögensverwaltung, hinterher über-
nahmen die Alliierten die Kontrolle. 1949 Grün-
dung einer Zweigniederlassung in Nürnberg. 1951
Umwandlung in eine GmbH, 1953 Sitzverlegung
nach Köln-Braunsfeld. Den Markennamen Lind-
ström benutzte der EMI-Konzern weiter bis 1972,
als die CarlLindström GmbH und die Electrola
GmbH zur EMI Electrola GmbH verschmolzen wur-
den. Maße: 21 x 29,7 cm. Prägesiegel lochentwertet.

Nr. 186
Nr. 190
Nr. 186 Schätzpreis: 100,00 EUR
Startpreis: 20,00 EUR Nr. 190 Schätzpreis: 85,00 EUR
Calwer Decken- und Tuchfabriken AG Startpreis: 30,00 EUR
Aktie 300 DM, Nr. 13647 Carlshütte AG
Calw/Württ., September 1979 EF+ Eisengießerei und Maschinenbau
Auflage 3.500 (R 7). Das wahrscheinlich traditi- Aktie 1.000 RM, Nr. 479
Nr. 187
onsreichste und älteste Unternehmen der deut- Waldenburg-Altwasser i.Schl., Juni 1932 EF+
schen Textilindustrie hat seinen Ursprung in der Auflage 1.000. Gründung 1821, 1837 Beginn des
schon 1650 gegründeten und seinerzeit weitbe- Maschinenbaus. Als AG 1890 in Breslau, ab 1892 in
kannten “Calwer Zeughandlungscompagnie”. Altwasser. Hauptsächlich Bau von Bergwerksma-
Ende des 18. Jh. wurde die Compagnie aufgelöst schinen und -anlagen (Waldenburg-Altwasser), Kra-
und von verschiedenen Teilhabern in selbständi- nen und Hebezeugen sowie Baggern (Ober-Salz-
gen Betrieben übernommen. Die bedeutendsten brunn). 1923 Vereinigung mit dem Waldenburger
dieser Einzelbetriebe (Zoeppritz und Wagner in Werk der Wilhelmshütte. 1934 Übernahme durch
Calw, Sannwald in Nagold) schlossen sich 1895 die neugegründete GmbH, die im Aufbereitungs-
wieder zusammen, 1905 erfolgte die Umwandlung fach in Interessengemeinschaft mit Klöckner-Hum-
in die “Vereinigte Deckenfabriken Calw AG”, 1959 boldt-Deutz steht. 1935 wurde die AG aufgelöst, an
dann Umfirmierung wie oben. In den beiden Wer- der GmbH beteiligt sich die Humboldt-Deutzmoto-
ken Calw und Nagold-Iselshausen wurden Decken ren maßgeblich. 1940-41 wird die Beteiligung von
und Konfektionsstoffe produziert. Daß die Vorpro- Klöckner-Humboldt-Deutz an der Carlshütte ver-
duktion zuletzt nach Litauen verlegt wurde, um äußert. Lochentwertet. Maße: 21,2 x 29,8 cm.
den hohen Arbeitskosten in Deutschland zu ent-
gehen, nützte der in Stuttgart börsennotierten AG
nichts mehr: 1997 war der Konkurs nicht mehr
Nr. 188
abzuwenden. Maße: 21 x 29,6 cm.

Nr. 187 Schätzpreis: 100,00 EUR


Nr. 188 Schätzpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 50,00 EUR
Startpreis: 40,00 EUR
Carl Lindström AG Carl Petereit AG
Aktie 100 RM, Nr. 1468
Aktie 100 RM, Nr. 1017
Berlin, Juli 1941 EF+
Königsberg i.Pr., Januar 1925 EF
Auflage 300. Carl Elöf Lindström schuf in Deutsch-
Auflage 1.000. Gründung 1887 durch die Brüder
land einen der ersten international operierenden
Carl und Arthur Petereit als oHG, 1919 anlässlich
und den zeitweise größten Schallplatten-Konzern
der Angliederung an den Rückforth-Konzern
in ganz Europa. 1905 brachte die Firma den
Umwandlung in eine AG. Herstellung von Spirituo-
Nr. 191
“Record-Plattenapparat” heraus, weswegen Carl
sen, Weinen, Fruchsäften, Spiritus etc. Der Betrieb
Lindström als Erfinder des Grammophons mit
in der Brückenstr. 2-4 in Königsberg produzierte
beweglichem Tonarm und fest montiertem Trich-
mit zuletzt 80 Mitarbeitern über 1 Mio. Liter Spiri-
ter gilt. 1908 erfolgte die Umwandlung in eine AG. Nr. 191 Schätzpreis: 200,00 EUR
tuosen und Liköre im Jahr. 1923 Übernahme der
1911 Erwerb der International Talking Machine Startpreis: 10,00 EUR
ebenfalls in Königsberg ansässigen Gebr. Kurreck
Company mit der Plattenmarke Odeon, einem der
bekanntesten Labels der Vorkriegs-Schellack-Zeit.
AG, die ätherische Öle, Essenzen, Tinkturen sowie Cartonnagen-Maschinen-Industrie
kosmetische und pharmazeutische Präparate auf und Façon-Schmiede AG
Bis zu 3.000 Mitarbeiter waren beim “Schallplat-
pflanzlicher Basis herstellte. Börsennotiert in Ber-
tenkönig” beschäftigt. Hergestellt wurden Phono-
lin und Königsberg. 1949 Sitzverlegung nach Ham- St.-Prior.-Aktie 1.200 Mark, Nr. 1883
graphen, Sprechmaschinen, Schallplatten, Berlin, 5.12.1896 VF+
burg, 1952 in eine GmbH umgewandelt. Lochent-
Rechenmaschinen und Kinematographen. Zweig-
wertet. Maße: 21 x 29,7 cm.

35
Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

Auflage 316 (R 6). Gründung 1872 als “Facon- Nr. 194 Schätzpreis: 100,00 EUR ein. Die aufgeschlossenen Golderz-Lagerstätten
Schmiede und Schrauben-Fabrik AG”, 1890-96 Startpreis: 50,00 EUR wurden 1908 zusammen mit den Goldminen des
dann als “Berliner Messinglinien-Fabrik und Irangi-Syndikats unter Federführung der Direction
Facon-Schmiede” firmierend. Die Gesellschaft
CasMaker gaming & entertainment der Disconto-Gesellschaft in die Kironda Goldmi-
übernahm bei der Gründung die Bolzen- und Mut- Sammelaktie über 50.000 Stückaktien, Nr. 57 nen-GmbH eingebracht. Im 1. Weltkrieg gingen die
ternfabrik von Albert Ludewig an der Reinicken- Hannover, Oktober 2005 EF+ Besitzungen verloren. In diesem Zusammenhang
dorferstraße. 1889 Errichtung einer Messinglinien- Auflage 100 (R 7). Gleiche Gestaltung wie das Los ist eine numismatische Besonderheit erwähnens-
fabrik, die 1894 an die Firma H. Berthold verkauft davor, nur andersfarbig gedruckt. Maße: 21 x 29,7 wert: Nachdem Deutsch-Ostafrika kriegsbedingt
wurde. Seit 1901 wegen unrentabler Produktion in cm. Prägesiegel lochentwertet. vom Mutterland abgeschnitten war, ordnete die
Liquidation, Börsennotiz in Berlin 1926 eingestellt. Kolonialverwaltung 1916 an, im Ausbesserungs-
Nachdem in 15 Abwicklungsraten bereits 90% des werk des Eisenbahnknotenpunkts Tabora eine
Kapitals zurückgezahlt waren, wurde 1937 die provisorische Münzstätte einzurichten. Für die
Fortsetzung der Gesellschaft beschlossen. Gesell- höheren Werte wurden hier aus den Goldvorräten
schaftzweck war nunmehr die Verwaltung des der Kironda-Goldmine Notmünzen im Nominal-
eigenen Grundbesitzes Berlin 65, Reinickendorfer wert von 15 Rupien (etwa 20 Mark) geprägt. Nur
Str. 113. Erst 1968 wurde die AG schließlich doch ganz wenige Notmünzen aus Gold sind weltweit
abgewickelt. Maße: 26,3 x 34,7 cm. Rückseitig viele überhaupt jemals geprägt worden. Maße: 35 x 24,8
Liquidationsstempel. cm.

Nr. 195
Nr. 192
Nr. 192 Schätzpreis: 100,00 EUR Nr. 195 Schätzpreis: 100,00 EUR
Startpreis: 35,00 EUR Startpreis: 30,00 EUR
CasMaker gaming & entertainment Casseler Braunkohlenbergbau AG
1 Stückaktie, Nr. 437 Action privilégiée 500 Frs., Nr. 5514
Hannover, Oktober 2005 UNC Brüssel, 4.3.1900 EF
Auflage 487. Gültige Aktie der heutigen MioBet. Gründeraktie, Auflage 7.000. Zweck dieser mit bel-
Gegründet 2005 als “integrierter Anbieter von gischem Kapital finanzierten Gesellschaft: Braun-
Produkten und Dienstleistungen (One-Stop- kohlenbergbau in der Gegend um Kassel, Stromer-
Nr. 197
Shop) in allen Segmenten des Online-Glückspiels zeugung aus Kohle. Hochdekorative Umrahmung.
wie Event-Wetten, Casino-Spiele und Player-to- Text in französisch, Firmenname auch in deutsch.
Player-Angebote”. Toll: Das waren zwar nur Maße: 35,4 x 25,4 cm. Rückseitig Statuten. Mit kpl.
Ideen, aber es zog bei gläubigen Investoren. anh. Kupons. Nr. 197 Schätzpreis: 200,00 EUR
Gleich mal an die Börse gebracht, erreichte der Startpreis: 50,00 EUR
Kurs Anfang 2006 fast 100 Euro und der Börsen- Centralbank für Eisenbahnwerthe
wert rd. 300 Mio. Euro. Umfirmiert 2006 in Beto- 4% Schuldv. 1.000 Mark, Nr. 10732
nusa AG und im Mai 2007 in MioBet AG. Zur Zeit
wird noch eine Beteiligung an der Blitztrade Ges.
Berlin, 2.1.1899 EF/VF
für elektronische Märkte und Börsensysteme Auflage 15.000 (R 8). Zum Pauschalpreis von 31
mbH sowie deren Tochter Tipgate Internetwetten Mio. Mark übernahm die zu diesem Zweck 1899
GmbH gehalten. Wie viel man der AG heute noch gegründete Gesellschaft von der Münchener
zutraut, sagt der Börsenkurs von aktuell (9/08) 2 Localbahn-AG und der Dresdner Bank deren Betei-
cent pro Aktie, was eine Marktkapitalisierung ligungen an vier ungarischen Eisenbahnen. Die in
von 64.500 Euro ergibt. Ganzflächiger Unterdruck München und Berlin notierten Aktien entwickel-
mit Glücksspiel-Szenen. Maße: 21 x 29,7 cm. Mit ten sich vielversprechend, bis der Verlust der
komplettem Kuponbogen. Beteiligungen als Folge des 1. Weltkrieges der
Bank einen Schlag versetzte, von dem sie sich nie
wieder richtig erholte. 1933 ging sie in Liquidati-
on, aus ihr entstand die AG für Anlagewerte. Deko-
rativer G&D-Druck mit blitzesprühendem Flügel-
rad. Maße: 35,2 x 25,5 cm. Doppelblatt, inwendig
Anleihebedingungen.

Gestern Nonvaleurs,
heute begehrte Sammelobjekte!
Nr. 196
Nr. 198 Schätzpreis: 150,00 EUR
Nr. 196 Schätzpreis: 500,00 EUR Startpreis: 45,00 EUR
Startpreis: 125,00 EUR CG Nordfleisch AG
Nr. 193 Central-Afrikanische Namensaktie 100 DM, Nr. 4151
Bergwerks-Gesellschaft Hamburg, August 1992 UNC/EF
Nr. 193 Schätzpreis: 100,00 EUR Anteilschein Serie C 100 Mark, Nr. 1689 Auflage 6.000 (R 9). 1992 Etablierung der Gesell-
Startpreis: 45,00 EUR Berlin, 1.7.1908 EF/VF schaft als AG unter der Firma Norddeutsche Vieh
CasMaker gaming & entertainment Gründeranteil, Auflage 6.000 (R 8). Gegründet als und Fleisch AG. Die Vorgängerin war die Nord-
deutsche Kolonialgesellschaft, der am 19.10.1905 fleisch eG Raiffeisen Vieh- und Fleischzentrale
Sammelaktie über 100.000 Stückaktien, Nr. 123 Schleswig-Holstein. Im Juli desselben Jahres
durch den Bundesrat die Korporationsrechte ver-
Hannover, Oktober 2005 EF+ liehen wurden. Bei der Gründung brachte die Cen- Umfirmierung in CG Nordfleisch AG im Gefolge der
Auflage 170 (R 7). Ganzflächiger Unterdruck mit tral-Afrikanische Seen-Gesellschaft mbH 67 ihr verschmelzenden Übernahme der CG Vieh und
Glücksspiel-Szenen. Maße: 21 x 29,7 cm. Prägesie- gehörige Goldfelder bei Sekenke in der Wembe- Fleisch AG, der ehem. Centralgenossenschaft Vieh
gel lochentwertet. resteppe in Deutsch-Ostafrika in die Gesellschaft und Fleisch eG. Maße: 20,9 x 29,6 cm.

36
Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

Nr. 203
Nr. 199
Nr. 203 Schätzpreis: 300,00 EUR
Nr. 199 Schätzpreis: 200,00 EUR Startpreis: 100,00 EUR
Startpreis: 45,00 EUR
CG Nordfleisch AG Chemnitzer Landbank AG
Aktie 20 RM, Nr. 1701
Namensaktie 1.000 DM, Nr. 1025
Chemnitz, 31.12.1924 EF/VF
Hamburg, August 1992 UNC/EF
Auflage 2.000 (R 8). Gründung 1890 als Actien-Vor-
Auflage 3.000 (R 10). Maße: 20,9 x 29,7 cm. schuss-Verein Blankenau unter Übernahme des
genossenschaftlichen Vorschuss-Vereins Blan-

Nr. 201
kenau-Glösa mit Niederlassungen in Wittgensdorf
und Chemnitz-Glösa (Langestr. 2). 1922 umfirmiert
wie oben. Die Hyper-Inflation 1923 zerstörte die
Nr. 201 Schätzpreis: 200,00 EUR Grundfesten der Bank: Die Kapitalumstellung 1924
Startpreis: 40,00 EUR erfolgte im unglaublich schlechten Verhältnis
Chemische Fabrik 2000:1 von 200 Mio. Mark auf nur noch 100.000
Lindenhof C. Weyl & Co. AG RM, die später auch noch auf 50.000 RM (1932)
Aktie 1.000 Mark, Nr. 1268 und 25.000 RM (1934) herabgesetzt werden mus-
sten. Auf so schmaler Basis war kein rentables
Mannheim, 11.2.1902 EF Geschäft mehr zu betreiben: 1938 beschloß die HV
Auflage 3.714 (R 6). Gründung 1877, ab 1902 AG, die Auflösung. Schöne kräftige Jugendstil-Umrah-
1922 Umbenennung in “Chemische Fabrik Weyl mung. Lochentwertet. Maße: 20,8 x 29,5 cm.
AG”. 1909 wurde die neue größere Fabrik in Mann-
heim-Waldhof bezogen, etwa zur gleichen Zeit
übernahmen die Rütgerswerke die Aktienmehr-
heit und pachteten die Weyl-Fabrik. Ein Zweig-
werk bestand in München-Pasing. Heute befasst
sich die Weyl GmbH, Mannheim hauptsächlich mit
Steinkohlenteerprodukten. Großer Adler und
Löwenwappen im Unterdruck. Maße: 39,5 x 27,1
cm. Doppelblatt. Überdurchschnittlich guter
Erhaltungszustand!

Nr. 200
Nr. 200 Schätzpreis: 125,00 EUR
Startpreis: 45,00 EUR
Charbonnages du Nord - Bassin
Houiller de la Ruhr S.A.
Obligation 315 FF, Nr. 2292
Paris, 1.7.1869 VF+
Nr. 202
Nr. 204
Auflage 20.000 (R 9). Mitte der 1850er Jahre wurde
die erste nördlich der Emscher gelegene Schacht-
anlage “Nordstern” im Realgebiet des Herzogs von Nr. 202 Schätzpreis: 150,00 EUR
Arenberg errichtet. Es folgte die Gründung der Startpreis: 20,00 EUR Nr. 204 Schätzpreis: 200,00 EUR
Bohrges. Carnapp, Umbenennung in “Bohrges. Startpreis: 35,00 EUR
Neu Horst”. Da die Geldmittel nicht ausreichten,
Chemische Werke
vorm. H. & E. Albert Clarenberg AG
wurde die AG Essen-Arenberger Bergbau-Ges.
gegründet, als 1860 der Schacht das Steinkohlen- Aktie 1.000 Mark, Nr. 4874 für Kohlen- und Thon-Industrie
gebirge erreichte. 1865 wandelte Friedrich Grillo Amöneburg b. Biebrich a.Rh., 23.7.1895 EF+ Actie 1.000 Mark, Nr. 283
das Unternehmen in eine Gewerkschaft um. Zur Gründeraktie, Auflage 10.000 (R 8). Die erste Alber- Frechen bei Köln, 1.4.1894 EF
Refinanzierung wurde 1869 die Schachtanlage an t’sche Fabrik in Amöneburg bei Wiesbaden-Biebrich Gründeraktie, Auflage 800 (R 9). Gründung 1894.
die Charbonnages du Nord verkauft, die 1869 (später nach Mainz-Kastel eingemeindet) wurde Die AG war Eigentümerin des Grubenfeldes Con-
gegründet wurde, und bereits 1873 in Konkurs bereits 1858 errichtet, 1895 wurde das Unterneh- rathsgrube, das von der Gewerkschaft Louise
ging. Die Essen-Arenberger Bergbau-Ges. behielt men in eine AG umgewandelt. Zunächst Produktion abgebaut wurde. Ihre Brikettfabrik wurde aus
einige Felder und blieb bestehen. Grillo gründete von Thomasphosphatmehl und anderen Düngemit- dem Tagebau der Grube Grefrath versorgt. Seit
dann mit der Essen-Arenberger und einigen fran- teln, später kamen Lack-Kunstharze, Säuren aller 1913 Betriebsabteilung der Rheinbraun (RWE-
zösischen Aktionären 1873 die Steinkohlenberg- Art, Insektizide und Pharmazeutika hinzu. Heute Konzern). Mit Originalunterschriften. Dekorati-
werk Nordstern AG (1907 an den Phönix angeglie- gehört das Unternehmen als “Werk Albert” zur ve Umrandung im Historismus-Stil. Maße: 28,7 x
dert). Die Zinsen, jährlich 18 F, konnten in Paris Hoechst AG. Schöner G&D-Druck. Maße: 25 x 35,2 22,3 cm. Nicht entwertetes Stück in einem
und in Essen abgehoben werden. Maße: 34 x 19,2 cm. Nicht entwertetes Stück in einem überdurch- überdurchschnittlich guten Erhaltungszu-
cm. Mit anhängenden restlichen Kupons. schnittlich guten Erhaltungszustand! stand!

Für meine großen Auktionen am 17. November 2014 und am 26. Januar 2015
suche ich noch Einlieferungen von guten Einzelstücken oder kompletten Sammlungen!

37
Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

hausen wurde von David Isaac Fuldauer gemutet Nr. 208 Schätzpreis: 500,00 EUR
(geboren 1830 im niederländischen Almelo, die Startpreis: 200,00 EUR
Familie war mit den niederländischen Rothschilds
verschwägert), der sich mit dem ebenfalls jüdi-
Dachschieferbergwerk Watermann
schen Amsterdamer Finanzier Benjamin Wolff als Kux-Schein über 20 von 100 Kuxe, Nr. 15
Kapitalgeber verband. Seit mehr als 2000 Jahren Caub, 29.7.1874 EF/VF
wird aus dem Kauber Schieferzug, der den Rhein Ausgegeben waren ca. 15 Kux-Scheine (R 10). Das
zwischen Bacharach und Oberwesel in westöstli- Dachschieferbergwerk in der Gemeinde Welterod
cher Richtung durchquert, Schiefergestein gewon- wurde ebenfalls von David Isaac Fuldauer gemu-
nen. Indem sich der Rhein tief ins Gebirge ein- tet. Originalunterschriften, Übertragungsvermer-
schnitt, ließ er die Schiefervorkommen zu Tage ke bis 1886. Maße: 33 x 21,2 cm. Doppelblatt. Nur
treten. Schon die Römer beuteten die Dachschie- 5 Stücke wurden 2007 in uralten holländischen
fervorkommen des Kauber Horizontes aus und Erbschaftsunterlagen gefunden.
verwendeten das Baumaterial u.a. zur Bedeckung

Nr. 205
des berühmten Limes bei Xanten. Um 1300 wer-
den Schiefergruben im Kauber Schieferzug akten-
kundig, und Kaub (auf der rechten Rheinseite zwi-
Nr. 205 Schätzpreis: 100,00 EUR
schen Lorch und St. Goarshausen gelegen) ent-
Startpreis: 35,00 EUR wickelt sich zu einem Zentrum des rheinischen
Continental Gummi-Werke AG Schieferabbaus. 1889 werden hier die Gewin-
Aktie 1.000 DM, Nr. 45620 nungsbetriebe als “Grube Rhein” zu einer Groß-
Hannover, Juli 1951 EF+ grube zusammengeschlossen, die in 4 Etagen übe-
reinander aus Stollen Dachschiefer förderte. Mitte
Auflage 85.400 (R 6). Gründung 1871 als “Conti- der 1960er Jahre verursacht die Einführung von
nental-Cautchouc- und Gutta-Percha-Compagnie”. Kunstschiefer ein großes Grubensterben am
1917-29 Fusion mit de Hannoversche Gummiwerke Rhein. Die Grube Rhein begegnete dem durch den
Excelsior AG, der Peters-Union AG und der Liga Bau eines Mineralmahlwerkes, das noch heute
Gummiwerke AG in Frankfurt sowie der Gummi- von der Schieferwerk Bacharach GmbH betrieben
werke Titan B. Polack AG, Waltershausen/Thür. wird. Originalunterschriften, Übertragungsver-
(letztere später als VEB Gummiwerke Waltershau- merke bis 1886. Maße: 33,1 x 21,2 cm. Doppelblatt.
sen der größte Reifenproduzent der DDR). Mit der Nur 7 Stücke wurden 2007 in uralten holländi-
Übernahme von Uniroyal-Englebert und Semperit schen Erbschaftsunterlagen gefunden.
avancierte ContiGummi zur No. 2 in ganz Europa.
Seit Übernahme des Bremsenherstellers Teves
auch Fahrwerk-Systemlieferant für die Automobi-
lindustrie. Der nächste Coup 2004: Übernahme
des Konkurrenten Phoenix Gummiwerke AG in
Hamburg-Harburg. 2008 brachte ein Übernahme-
angebot des heutigen Mehrheitsaktionärs Scha-
effler-Gruppe diesen fast selbst an den Rand des
Zusammenbruchs, doch sowohl Schaeffler wie
auch Conti-Gummi fingen sich wieder. Mit rd. Nr. 209
175.000 Mitarbeitern an über 200 Standorten in 46
Ländern ist Continental heute einer der größten Nr. 209 Schätzpreis: 250,00 EUR
Automobilzulieferer der Welt und seit 2012 auch Startpreis: 90,00 EUR
wieder im DAX. Schöne Gestaltung mit Conti-
Gummi-Emblem, Faksimileunterschrift als AR-Vor- Dachschiefergrube Alberti
sitzender: Dr. Georg von Opel (aus der bekannten Kux-Schein über 1 Kux, Nr. 5
Automobil-Dynastie). Maße: 21 x 29,6 cm. Präge- Frankfurt a.M., 25.9.1877 EF
siegel lochentwertet. Auflage 100 (R 8). Dachschiefergrube in der
Gemarkung Nanzenbach, Bergrevier Dillenburg.
Ausgestellt auf Herrn Kempf zu Frankfurt, der
Eigentümer von 50 Kuxen war. Originalunter-
schriften, Übertragungsvermerke bis 1891. Maße:
35 x 21,4 cm. Doppelblatt. Lediglich 25 Stück wur-
den im Jahr 1995 gefunden.
Nr. 210

Nr. 207

Nr. 206
Nr. 206 Schätzpreis: 100,00 EUR
Startpreis: 40,00 EUR
Continental Gummi-Werke AG
Aktie 100 DM, Nr. 40180
Hannover, Juli 1958 EF+
Auflage 31.000 (R 6). Schöne Gestaltung mit Conti-
Gummi-Emblem, Faksimileunterschrift als AR-Vor-
sitzender: Dr. Georg von Opel (aus der bekannten
Automobil-Dynastie). Maße: 21 x 29,6 cm. Präge-
siegel lochentwertet.

Nr. 207 Schätzpreis: 400,00 EUR


Startpreis: 175,00 EUR
Dachschieferbergwerk
“Prinz von Oranien”
Kux-Schein über 10 von 100 Kuxe, Nr. 14
Caub, 29.7.1874 EF
Nr. 211

Nr. 208
Ausgegeben waren ca. 20 Kux-Scheine (R 9). Das
Dachschieferbergwerk in der Gemeinde St. Goars-

38
Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

Nr. 210 Schätzpreis: 250,00 EUR Nr. 216 Schätzpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 100,00 EUR Startpreis: 60,00 EUR
Dachschiefergrube Christiana Daimler-Benz AG
Kux-Schein über 1 Kux, Nr. 24 Aktie 100 DM, Nr. 48577
Frankfurt a.M., 29.5.1886 EF Stuttgart, November 1952 EF
Auflage 100 (R 8). Dachschiefergrube in der Auflage 100.000 (R 6). Toller Stahlstich von G&D mit
Gemarkung Reifenberg, Bergrevier Weilburg. Ein- Brustporträts von Gottlieb Daimler und Carl Benz.
getragen auf Hermann Steger zu Frankfurt, der Maße: 21 x 29,7 cm. Prägesiegel lochentwertet.
Eigentümer von 25 Kuxen war. Originalunter-
schriften, Übertragungsvermerk von 1891. Maße:
33,2 x 21 cm. Doppelblatt, rückseitig Auszug aus
dem Allg. Berggesetz für die Preussischen Staaten

Nr. 214
vom 25. Juni 1865. Lediglich 20 Stücke wurden
1995 gefunden!

Nr. 211 Schätzpreis: 250,00 EUR Nr. 214 Schätzpreis: 100,00 EUR
Startpreis: 100,00 EUR Startpreis: 40,00 EUR
Dachschiefergrube Haibach Dachziegelwerk Möding AG
Kux-Schein über 1 Kux, Nr. 12 Namens-Aktie 500 DM, Nr. 2109
Frankfurt a.M., 29.5.1886 EF+ Möding bei Landau a.d. Isar, Mai 1956 EF+
Auflage 100 (R 8). Dachschiefergrube in der Auflage 200 (R 8). Gründung 1908 als Ziegelei

Nr. 217
Gemarkung Arnoldshain, Bergrevier Weilburg. Ein- Möding GmbH, 1921 Umwandlung in eine AG. 1925
getragen auf Hermann Steger zu Frankfurt, der erwarb das Straubinger Bankhaus Josef Gerhaher
Eigentümer von 25 Kuxen war. Originalunter- 100% der Aktien, die bis dahin die Tonwarenfabrik
schriften, Übertragungsvermerk von 1891. Maße: Scwandorf (Opf.) gehalten hatte. Hergestellt wur- Nr. 217 Schätzpreis: 150,00 EUR
33,5 x 21 cm. Doppelblatt, rückseitig Auszug aus den Dachziegel, Mauersteine, Hohlsteine und Startpreis: 60,00 EUR
Drainrohre. 1959 in eine Kommanditgesellschaft
dem Allg. Berggesetz für die Preussischen Staaten
umgewandelt. Ausgestellt auf das Bankgeschäft
Daimler-Benz AG
vom 25. Juni 1865. Lediglich 21 Stücke wurden
Josef Gerhaher in Straubing. Maße: 21 x 29,7 cm. Aktie 50 DM, Nr. 11971
1995 gefunden!
Stuttgart, August 1968 EF+
Auflage 30.000 (R 6). Toller Stahlstich von G&D mit
Brustporträts von Gottlieb Daimler und Carl Benz.
Maße: 21 x 29,6 cm. Prägesiegel lochentwertet.

Nr. 215

Nr. 218
Nr. 215 Schätzpreis: 350,00 EUR
Startpreis: 100,00 EUR
Daimler-Benz AG
Nr. 218 Schätzpreis: 100,00 EUR
Aktie 600 RM, Nr. 11659 Startpreis: 35,00 EUR
Nr. 212
Berlin, August 1934 EF/VF
Daimler-Benz AG
(R 6) Gottlieb Daimler errichtete 1882 eine kleine
Versuchswerkstatt in Cannstatt, erhielt 1883 das Aktie 5 DM, Nr. 42163
Nr. 212 Schätzpreis: 250,00 EUR Patent für den ersten schnelllaufenden Verbren- Stuttgart, Juni 1996 EF
Startpreis: 120,00 EUR nungsmotor und gründete 1890 die “Daimler- Auflage 50.000. Toller Stahlstich von G&D mit
Dachschiefergrube Kronprinz III Motoren-Gesellschaft”. Carl Benz gründete 1883 in Brustporträts von Gottlieb Daimler und Carl Benz.
Kux-Schein über 1 Kux, Nr. 15 Mannheim die “Benz & Cie. Rheinische Gasmoto- Maße: 21 x 29,7 cm. Prägesiegel lochentwertet.
renfabrik”. Trotz der räumlichen Nähe sind sich
Frankfurt a.M., 29.5.1886 EF
die beiden Auto-Pioniere zeitlebens nie persönlich
Auflage 100 (R 8). Dachschiefergrube in der begegnet. Ihre Firmen, die beiden ältesten Auto-
Gemarkung Manderbach, Bergrevier Dillenburg. mobilfabriken der Welt, wurden 1926 zur Daimler-
Eingetragen auf Hermann Steger zu Frankfurt, der Benz AG verschmolzen. 1999 Fusion mit der Nr. 3
Eigentümer von 20 Kuxen war. Originalunter-
am US-Automobilmarkt zur DaimlerChrysler AG,
schriften, Übertragungsvermerk von 1891. Maße:
Trennung von Chrysler im August 2007 und Umbe-
33,2 x 21 cm. Doppelblatt, rückseitig Auszug aus
nennung in Daimler AG. Mit Mercedes-Stern in der
dem Allg. Berggesetz für die Preussischen Staaten
Umrandung. Maße: 21 x 29,6 cm.
vom 25. Juni 1865. Lediglich 18 Stücke wurden
1995 gefunden!

Nr. 213 Schätzpreis: 250,00 EUR


Startpreis: 80,00 EUR
Dachschiefergrube Nietzel Nr. 219
Kux-Schein über 1 Kux, Nr. 19 Nr. 219 Schätzpreis: 100,00 EUR
Frankfurt a.M., 29.5.1886 EF+ Startpreis: 50,00 EUR
Auflage 100 (R 8). Dachschiefergrube in der DaimlerChrysler AG
Gemarkung Reifenberg, Bergrevier Weilburg. Ein-
getragen auf Hermann Steger zu Frankfurt, der Namens-Stückaktie o.N., Specimen
Eigentümer von 25 Kuxen war. Originalunter- Stuttgart/New York, von 1998 EF+
schriften, Übertragungsvermerk von 1891. Maße: Nullgeziffertes Specimen. Aufwendige Gestaltung
33,4 x 21 cm. Doppelblatt, rückseitig Auszug aus mit Oldtimern beider Unternehmen im Unter-
dem Allg. Berggesetz für die Preussischen Staaten druck und den Portraits von G. Daimler, C. Benz
vom 25. Juni 1865. Lediglich 24 Stücke wurden Nr. 216 und W. P. Chrysler. Maße: 20,3 x 30,5 cm.
1995 gefunden!

39
Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

Nr. 222 Schätzpreis: 250,00 EUR


Startpreis: 150,00 EUR
Danziger Siedlungs-AG
Aktie 50.000 RM, Nr. 16
Danzig, September 1941 EF+
Auflage 40 (R 7). Gründung 1929 mit einem Kapi-
tal von 500.000 Danziger Gulden zwecks Bau und
Betreuung von Kleinwohnungen im Sinne des
Wohnungsgemeinnüzigkeitsgesetzes. Alleinak-
tionär war die Hansestadt Danzig, deren Stadtbau-
rat traditionell Vorstandsmitglied und deren OB
Aufsichtsratsvorsitzender war. Kapital 1940 auf
350.000 RM umgestellt und 1941 auf 2 Mio. RM
erhöht. Ausgestellt auf die Hansestadt Danzig.
Lochentwertet. Maße: 20,9 x 29,6 cm.

Nr. 220
Nr. 225
Nr. 220 Schätzpreis: 125,00 EUR
Startpreis: 25,00 EUR Nr. 225 Schätzpreis: 250,00 EUR
Startpreis: 80,00 EUR
Dampfziegelei Erz- und Tonwerke
O. Kirchheim AG Der Deutsche Caritasverband;
Nr. 223
Aktie 100.000 Marke, Nr. 78020 Die Katholische Schulorganisation
Dosdorf b. Plaue i.Th., Dez. 1923 EF+ Deutschlands; Der Reichsverband
Gründeraktie. Gründung 1923 unter Einbringung
der Katholischen Gesellenhäuser,
Nr. 223 Schätzpreis: 150,00 EUR Lehrlings- und Ledigenheime
des Ziegeleiunternehmens Firma O. Kirchheim. Startpreis: 40,00 EUR
Gewinnung und Aufbereitung von Erzen und Berg- (Roman Catholic Church Welfare
bauprodukten. Umbenennung 1924 in Dampfziege- Dauerwäsche-AG Institutions in Germany)
lei Kirchheim AG. Maße: 25 x 16,2 cm. Mit kpl. anh. Aktie 1.000 Mark, Nr. 15583 7% Gold Bond 500 $, Nr. 275
Kupons. Berlin, 10.5.1923 EF/VF Freiburg i.B./Berlin, 1.6.1926 VF
Auflage 30.000 (R 10). Gründung 1910 unter Ein- Gemeinsame Anleihe aller römisch-katholisch
bringung der Geschäftsanteile der Dauerwäsche kirchlichen Wohlfahrtseinrichtungen im Deut-
GmbH, Bernheim, Beer & Co. und 10.000 M schen Reich im Gesamtwert von 6 Millionen
Geschäftsanteile der Everclean Linen Co. GmbH. Dollar, aufgenommen auf dem Kapitalmarkt in
Herstellung/Vertrieb von Wäsche, insbesondere USA. In dem Anleiheprospekt gaben die drei kleri-
abwaschbarer (Dauer-) Wäsche. Börsennotiz im kalen Einrichtungen ihr Kapitalvermögen mit rund
Freiverkehr Berlin. 1925 ist die Firma erloschen. 1 Milliarde und 250 Millionen RM an. 3800 Kran-
Maße: 26,1 x 35 cm. Mit Kupons. kenhäuser und Erholungsheime, 700 Schulen und
Seminare, 410 Arbeiterheime, ferner Restaurants,
Kinos usw. wurden von diesen drei zentralen
Wohlfahrtseinrichtungen geleitet. Die Abwicklung
der klerikalen USA-Wohlfahrtsanleihe wurde 1926
der AG für Anstaltskredit, Köln übertragen, wobei
Nr. 221 die Abwicklung dieser Anleihe in den bayerischen
Diözesen von der Süddeutschen Treuhand AG,
Nr. 221 Schätzpreis: 150,00 EUR München übernommen wurde. Hochdekorative
Startpreis: 40,00 EUR Allegorie-Vignette. Maße: 37,2 x 25,7 cm. Mit anh.
restlichen Kupons, lochentwertet.
Dampfziegelei Weinberg
Gebr. Damköhler AG
Aktie 10.000 Mark, Nr. 738
Braunschweig, 5.9.1923 EF
Gründeraktie, Auflage 1.200, nach Kapitalumstel-
Nr. 224
lung und Herabsetzung 1927 nur noch ca. 200-300
Stück (R 8). Herstellung von Dach- und Mauerstei- Nr. 224 Schätzpreis: 350,00 EUR
nen (Fabrik Am Weinberg 1/2). Zu den Gründern Startpreis: 180,00 EUR
gehörten u.a. die Braunschweigische Staatsbank
und der Wolfenbütteler Bankier Ludwig Seeliger, Dempewolf & Co. AG
was leider aber nicht dauerhaft half: 1930 Kon- Aktie 1.000 Mark, Nr. 1970
kurs. Maße: 15,9 x 24 cm. Braunschweig, 21.4.1923 EF/VF
Gründeraktie, Auflage 3.000 (R 9). Gegründet im
April 1923 durch Carl Dempewolf, den Solinger
Fabrikanten Gustav Grah und das Braunschweiger
Privatbankhaus J. Wertheim. Firmenzweck: Fabri-
kation feiner Stahl- und Metallwaren sowie Export
und Import von Chemikalien, Maschinen und Fer-
tigfabrikaten aller Art. Im August 1924 in Konkurs
gegangen. Laut Mitteilung des Konkursverwalters
Dipl.-Bücherrevisor A. Huss, Braunschweig, vom
13.7.1925 war eine Konkursmasse von 12.000 RM
verfügbar, die zur Verteilung gelangen sollte.
Maße: 26 x 35,8 cm.

Meine Homepage im Internet


Nr. 222 www.gutowski.de Nr. 226

40
Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

Nr. 226 Schätzpreis: 300,00 EUR Reichstagsabgeordneter) und Carl Adler (später Rechts, die zur öffentlichen Zeichnung auch Vor-
Startpreis: 75,00 EUR Vorstandsmitglied der Deutsche Petroleum-AG). zugsaktien auflegte. Als Besonderheit des geteil-
Maße: 36,4 x 27,5 cm. Eingetragen auf Dr. med. ten Deutschlands kam die Reichsbahn (DR) nach
Deutsch-Chinesische Seiden-Industrie- Max Linnartz aus Oberhausen. 1945 unter ostzonale Kontrolle, während in den
Gesellschaft (Kolonialgesellschaft) Westzonen die Deutsche Bundesbahn (DB) neu
Anteilschein Lit. B 500 Mark, Nr. 2092 gegründet wurde. Nach der Wiedervereinigung
Berlin, 21.6.1905 EF wurden auch Reichsbahn und Bundesbahn wieder
Auflage 2.295 (R 8). Gründung 1902, eingetragen zusammengeführt. Mit Wirkung zum 1.1.1994 ent-
im kaiserlichen Handelsregister zu Tsingtau. stand daraus die Deutsche Bahn AG, mit über
Betrieb von Seidenindustrie und Seidenhandel im 200.000 Beschäftigten und über 30.000 Zügen täg-
Schutzgebiet Kiautschou und dessen Hinterland lich der größte Verkehrsträger in Deutschland.
(Provinz Schantung). Niederlassungen in Tsingtau Hochdekorativ, große Abbildung eines ICE der
und Tsangkou bei Tsingtau. . Maße: 33 x 25 cm. neuesten Generation und Netzplan, Prägesiegel
Ausgestellt auf den Grafen Adalbert zu Erbach- mit Darstellung eines alten Markstücks. Die 10
Fürstenau. Mit beiliegendem Kuponbogen! Kupons zeigen Ansichten der Bahnhöfe Leipzig
und Frankfurt/Main bzw. legendärer Lokomotiven
(V 200, Dampflok BR 10, VT 11.5 - TEE etc.), Talon
mit ICE 3 auf der Mülmisch-Talbrücke. Maße: 29,6
x 20,9 cm. Rückseitig als ungültig abgestempelt.
Nr. 229
Nr. 229 Schätzpreis: 200,00 EUR
Startpreis: 60,00 EUR
Deutsche Babcock AG
Aktie 2 x 50 DM, Nr. 44247
Oberhausen (Rheinl.), März 1978 EF+
(R 9) Die Mutterfirma wurde bereits 1881 von den
Amerikanern George H. Babcock und Stephen Wil-
cox gegründet. Sie erfanden 1867 den patentierten
Hochdruck-Dampfkessel. Die Deutsche Babcock &
Wilcox-Dampfkessel-Werke AG wurde im Oktober
1898 durch Übernahme des Berliner Zweigwerks
der Babcock & Wilcox Ltd., London gegründet. Die
Gesellschaft erhielt das Fabrikations- und Ver-
kaufsrecht für das Deutsche Reich und dessen
Kolonien. Wenig später wurde in Oberhausen ein
großes neues Werk errichtet. 1909 Übernahme der

Nr. 227
Oberschlesischen Kesselwerke in Gleiwitz. Der
bedeutendste europäische Hersteller auf dem
Gebiet des konventionellen Dampferzeugerbaus
Nr. 227 Schätzpreis: 200,00 EUR erweiterte ab 1966 das Angebot auf 10 Produktli-
Startpreis: 90,00 EUR nien des Maschinen- und Industrieanlagenbaus
Deutsch-Italienische einschließlich vieler Firmen-Übernahmen. Umfi-
Quecksilber-Minen-Gesellschaft miert 1976 in Deutsche Babcock AG, 2000 in Bab-
Nr. 231
cock Borsig AG. Zuletzt Holding für über 200 Toch-
Antheil-Schein, Nr. 983 tergesellschaften, darunter die weltbekannte U-
München, 4.5.1900 EF Boot-Werft HDW. Nach deren umstrittenem Ver-
Auflage 2.000 (R 8). Länderumspannende Unter- kauf kam Mitte 2002 die spektakuläre Insolvenz. Nr. 231 Schätzpreis: 250,00 EUR
nehmung. Der Verwaltungssitz war in Bremen. Ori- Maße: 21 x 29,7 cm. Mit Kupons. Prägesiegel loch- Startpreis: 80,00 EUR
ginalunterschriften. Schöne Umrandung mit Blu- entwertet. Deutsche Continental-Gas-Gesellschaft
menrankwerk. Maße: 33 x 25,2 cm. Genußrechtsurkunde 100 RM, Nr. 1535
Dessau, März 1926 EF/VF
Gewinnberechtigt bis max. 4,5% (R 12). Gründung
1855 als älteste Gasgesellschaft Deutschlands.
Seit 1886 auch in der Elektrizitätswirtschaft tätig.
In Dessau wurde die nach Berlin älteste Elektrizi-
täts-Zentrale in Deutschland errichtet. 1946 Sitz-
verlegung nach Düsseldorf, 1979 Umfirmierung in
CONTIGAS Deutsche Energie AG, eine noch heute
börsennotierte Holding für vielfältige Beteiligun-
gen an Energieversorgungsunternehmen. 1988
Sitzverlegung nach München. Maße: 29,8 x 21 cm.
Prägesiegel lochentwertet. Nur das eine Stück ist
bekannt!

Nr. 232 Schätzpreis: 125,00 EUR


Startpreis: 60,00 EUR
Deutsche Continental-Gas-Gesellschaft
Genußrechtsurkunde 50 RM, Nr. 5205
Dessau, März 1926 EF/VF
Gewinnberechtigt bis max. 4% (R 9). Gleiche
Gestaltung wie das Los davor, nur andersfarbig

Nr. 230
gedruckt. Maße: 29,8 x 21 cm. Prägesiegel loch-
Nr. 228 entwertet.

Nr. 228 Schätzpreis: 240,00 EUR Nr. 230 Schätzpreis: 50,00 EUR Nr. 233 Schätzpreis: 100,00 EUR
Startpreis: 60,00 EUR Startpreis: 20,00 EUR Startpreis: 40,00 EUR
Deutsch-Oesterreichische Deutsche Bahn Finance B.V. Deutsche Continental-Gas-Gesellschaft
Naphtagesellschaft “DONAG” 4,5% Teilschuldv. 100 DM, Nr. 1885 Genußrechtsurkunde 50 RM, Nr. 5109
Syndikats-Anteil 1/2800, Nr. 700 Amsterdam, Dezember 2001 UNC/EF Dessau, März 1926 EF
Berlin, 11.5.1918 EF/VF Die Reichseisenbahnen brachte das Deutsche Gewinnberechtigt bis max. 4,5% (R 8). Gleiche
Reich 1924 in die Deutsche Reichsbahn-Gesell- Gestaltung wie das Los davor, nur andersfarbig
(R 10) Sehr dekorative Gestaltung, Faksimile-
schaft ein, eine juristische Person des öffentlichen gedruckt. Maße: 29,8 x 21 cm. Prägesiegel loch-
Unterschriften Dr. Paasche (nationalliberaler
entwertet.

41
Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

Nr. 236 Nr. 238


Nr. 234 Nr. 238 Schätzpreis: 125,00 EUR
Nr. 236 Schätzpreis: 500,00 EUR
Startpreis: 75,00 EUR Startpreis: 45,00 EUR
Nr. 234 Schätzpreis: 250,00 EUR
Startpreis: 80,00 EUR Deutsche Gas Selbstzünder AG Deutsche Grundcredit-Bank
Deutsche Continental-Gas-Gesellschaft Actie 1.000 Mark, Nr. 2976 Communal-Schuldv. 100.000 Mark, Nr. 36983
Genußrechtsurkunde 60 RM, Nr. 2012 Berlin, 20.3.1897 EF/VF Gotha, 1.6.1923 VF
(R 9) Gründung 1867 mit Herzogl. Sachsen-
Dessau, März 1926 EF Gründeraktie, Auflage 3.200 (R 9). Übernahme der
Coburg-Gothaischer Landesherrlicher Bestäti-
Gewinnberechtigt bis max. 4,5% (R 12). Maße: Patente und des Vermögens der vorher bestehen-
gung. 1921 Übernahme der Schwarzburgischen
29,8 x 21 cm. Prägesiegel lochentwertet. Nur das den GmbH gleichen Namens. Die Gasselbstzünder
Hypothekenbank in Sondershausen. Die Pfand-
eine Stück ist bekannt! wurden bei der Fa. Loewe & Co. AG fabriziert. Mit
briefe notierten an allen großen deutschen Bör-
der Deutsche Gas-Glühlicht AG (Auergesellschaft)
sen. Lochentwertet. Maße: 29,5 x 21 cm. Prägesie-
bestand ein Vertrag auf gegenseitige Empfehlung
gel lochentwetet.
der Produkte. Großformatiges Papier mit dekora-
tiver Zierumrandung. Maße: 36,8 x 26,6 cm.

Nr. 235 Nr. 239

Nr. 235 Schätzpreis: 125,00 EUR Nr. 237


Nr. 239 Schätzpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 40,00 EUR Startpreis: 30,00 EUR
Nr. 237 Schätzpreis: 150,00 EUR
Deutsche Erdöl-AG Startpreis: 30,00 EUR Deutsche Handelsbank AG
Aktie 1.000 Mark, Nr. 45811 Deutsche Golddiskontbank Aktie 1.000 Mark, Nr. 62039
Berlin, 30.12.1920 EF Frankfurt a.M., 31.1.1923 EF
Aktie Gruppe B 10 £, Nr. 24788
Auflage 69.250 (R 7). Gründung 1899 als Deutsche Auflage 70.000 (R 8). Gründung 1915. Die in der
Tiefbohr-AG zur Aufsuchung und Gewinnung von Berlin, 7.4.1924 VF
Eschenheimer Anlage 40/41 geschäftsansässige
Kalisalzen und Steinkohle. 1911 Umfirmierung, Gründeraktie (R 8). Gründung 1924. Zweck: Befrie-
Bank war vor allem im Wertpapierhandel und bei
nachdem die DEA inzwischen über 90% der deut- digung der Kreditbedürfnisse der deutschen Wirt-
der Gründung industrieller und bergbaulicher
schen Erdölförderung kontrollierte. Mit der Stan- schaft namentlich auf dem Gebiet der Ausfuhrför-
Unternehmungen aktiv, später spezialisierte sie
dard Oil lieferte sich die DEA deswegen einen über derung. 1931 Umstellung des Kapitals von Pfund
sich als Bausparkasse. Börsennotiz im Frankfurter
10 Jahre währenden erbitterten Preiskrieg im auf RM. Ab 1931 auch Ausfuhrkreditversicherung.
Freiverkehr. 1925 Sitzverlegung nach Freiburg i.B.,
Kampf um die Vorherrschaft im deutschen Petro- 1939 Angebot an ausländische Anteilseigner der
Ende 1929 erneute Sitzverlegung nach Stuttgart
leum-Geschäft. Nach einem Intermezzo als Deut- Deutschen Reichsbank, ihre Anteile in Golddis-
(Pfizerstr. 5-7) anläßlich des Übergangs der Akti-
sche Texaco AG gehörte die DEA zuletzt zum RWE- kontbank-Aktien umzutauschen. 1962 hatten die
enmehrheit von der Schwarzwälder Grundstücks-
Konzern. Das Downstream-Geschäft (Raffinerien, privaten Aktionäre der Deutschen Golddiskont-
AG, Freiburg i.B. an den Stuttgarter Kosmos-Ver-
Logistik, Tankstellen) wurde zum 1. Juli 2002 kom- bank bei Zahlung der ersten Liquidationsrate die
lag. 1932 umbenannt in “Kosmos Bausparkasse
plett durch Shell übernommen. Die DEA-Tankstel- Wahl, entweder ihre Aktien der Bundesrepublik
AG”. Übernommen wurden 1933 die Bestände der
len wurden ab 2004 in Shell umgeflaggt bzw. ver- Deutschland, vertreten durch die Deutsche Bun-
Kurmark AG Berlin und 1939 der Bausparkassen
äußert. Seitdem konzentriet sich RWE-DEA auf desbank, gemäß deren Angebot gegen einen fest-
“Das Heim” eGmbH (Krefeld), Germania AG (Köln)
das Upstream-Geschäft, d.h. die Exploration und en, sofort zahlbaren Preis zu verkaufen oder das
und “Vaterhaus” GmbH (Pforzheim). Ebenfalls
Förderung von Erdöl und Erdgas. Maße: 35 x 24,8 Ergebnis der mehrjährigen Liquidation abzuwar-
1939 erwarb die Leonberger Bausparkasse
cm. Mit Kupons. In dieser Form (nicht entwertet) ten. Dekorativ mit Hermes-Vignette. Maße: 29,5 x
eGmbH die Aktienmehrheit, brachte ihren eigenen
sehr schwer zu finden! 20,4 cm. Nicht entwertet!

42
Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

Bestand ein und benannte die AG in LEONBERGER Schalung auf Rollen umlaufend, erfunden hatte rechtlichen Körperschaften und Kreditanstalten
BAUSPARKASSE AG um. In der Nachkriegszeit die das Schleuderverfahren der englische Ingenieur für ihre wirtschaftlichen Aufgaben als Vermittler
letzte noch richtig börsennotierte Bausparkasse, Hume, es setzte damals für die Betontechnologie zu dienen und sie auf ihrem Tätigkeitsgebiet zu
schließlich 2001 mit Wüstenrot verschmolzen. neue Maßstäbe, der dabei erreichte Kornaufbau fördern.” 1950 Berliner Wertpapierbereinigung,
Maße: 28,6 x 21,8 cm. Mit kpl. Kuponbogen. und Gefüge sind noch heute technischer Stan- seit 1955 Ablösung der Schuldverschreibungen
dard). Als das Verfahren 1924 auch in Deutschland (von 1934 und 1941), 1960 volle bzw. quotale Ablö-
patentiert wurde, waren in Amerika, Afrika und sung der Auslandsanleihen (von 1927 und 1928),
Australien schon über 1 Mio. Meter Hume-Rohrlei- heute Deutsche Landesbankenzentrale AG, eine
tungen in Betrieb. 1932 erfolgreiche Durchführung 100%ige Tochter der DekaBank. Anleihe von 5
eines Vergleichsverfahrens. 1933 wurde der Mio. $, an der quotal 11 deutsche Landes- bzw.
Betrieb an die Humerohr GmbH verpachtet. Im 2. Staatsbanken beteiligt waren. Die höchsten Antei-
Weltkrieg fanden einfache Erdbunker aus Hume- le hatte die Landesbank der Rheinprovinz (25%),
Röhren, die je 50 Personen Schutz boten (z.B. im die Landesbank der Provinz Westfalen und die
Reichsbahnausbesserungswerk Braunschweig) Thüringische Staatsbank (je 15%), die Provinzial-
wegen ihrer stahlsparenden Bauweise mannigfa- bank Oberschlesien (10%) und Hessische Landes-
che Anwendung. Der 1952 verstaatlichte Betrieb bank (7,5%). Braun/schwarzer Stahlstich mit Vig-
produzierte in der DDR weiter auf den alten Vor- nette. Maße: 38,2 x 25,4 cm. Mit anh. Kupons.
kriegsmaschinen Schleuderbeton-Druckrohre für Lochentwertet.
Betriebsdrücke bis 8 bar, erst 1972 erfolgte eine
Nr. 240
erste größere Rekonstruktion. Nach der Wende
wurde daraus 1991 mit Investitionen von 45 Mio.
DM in Doberlug-Kirchhain das bis heute in Betrieb
Nr. 240 Schätzpreis: 150,00 EUR befindliche hochmoderne Betonwerk für Rohre
Startpreis: 45,00 EUR und Schachtbauteile der Hume Beton GmbH.
Deutsche Handelsbank AG Nach einer Kapitalherabsetzung 1936 von 625.000
RM auf 50.000 RM (eingeteilt in 50 Aktien zu 1.000
Aktie 1.000 Mark, Nr. 108459 RM) erfolgte kein Aktienneudruck, sondern die
Frankfurt a.M., 1.7.1923 EF+ ersten 50 Aktien der 100-RM-Emission von 1927
(R 7) Maße: 16,3 x 24,6 cm. Mit kpl. Kuponbogen. wurden mit Schreibmaschine entsprechend
„umgepfriemelt“. Vorgedruckte Unterschriften
gestrichen und durch Originalunterschriften
ersetzt. Maße: 20,9 x 29,7 cm. Erstmals überhaupt
auf einer Auktion angeboten. Oberer Rand mit
Abheftlochung, mittig Rauten-Entwertung.

Nr. 241

Nr. 241 Schätzpreis: 250,00 EUR Nr. 244


Startpreis: 40,00 EUR

Nr. 243
Deutsche Handelsbank AG
Aktie 5.000 Mark, Nr. 10075
Frankfurt a.M., 1.7.1923 EF+ Nr. 243 Schätzpreis: 125,00 EUR
(R 9) Maße: 16,4 x 24,3 cm. Mit kpl. Kuponbogen. Startpreis: 35,00 EUR
Deutsche Hypothekenbank (AG)
Aktie 50 DM, Nr. 105089
Hannover, März 1970 EF+
Auflage 5.600 (R 6). Das früher in Berlin ansässige
Realkreditinstitut stand seit seiner Gründung im
Jahr 1871 in enger Beziehung zur Berliner Han-
dels-Gesellschaft (der späteren BHF-Bank). Als die
BHF-Bank 2004 von ihrem (seit 1999) niederländi-
schen Großaktionär ING an Sal. Oppenheim ver-
kauft wurde (die mit der Rheinboden selbst eine
Hypothekenbank besessen hatten) verblieb die
Aktienmehrheit an der seit ihrer Gründung bör-
sennotierten Deutschen Hypothekenbank bei ING.

Nr. 242
2006 veräußerte die ING die Deutsche Hyp an ein
Hamburger Konsortium unter Führung von M. M.
Warburg, welches sie 2008 an die NORD/LB wei-
Nr. 242 Schätzpreis: 175,00 EUR terreichte. Dort nach squeeze-out der Kleinak-
Startpreis: 80,00 EUR tionäre zusammengelegt mit dem NORD/LB-
Bereich „gewerbliche Immobilienfinanzierung“.
Deutsche Hume Röhren AG
Nr. 245
Maße: 21 x 29,7 cm. Prägesiegel lochentwertet.
Aktie 1.000 RM, Nr. 33
Kirchhain/N.L., Dezember 1938 EF Nr. 244 Schätzpreis: 350,00 EUR
Mit Schreibmaschine überschrieben auf 100-RM- Startpreis: 80,00 EUR Nr. 245 Schätzpreis: 350,00 EUR
Aktie von Mai 1927, Auflage 50 (R 7). Die 1923 in Deutsche Landesbankenzentrale AG Startpreis: 120,00 EUR
Berlin von der Charlottenburger Wasser- und
Industriewerke AG zur Deckung des Bedarfs an (Central Bank of German State Deutsche Landesbankenzentrale AG
Betonröhren für den Groß-Berliner Raum gegrün- & Provincial Banks) (Central Bank of German State
dete Ges. verlegte 1931 ihren juristischen Sitz 6% Gold Bond 500 $, Specimen & Provincial Banks)
nach Kirchhain 2 (Niederlausitz), dem früheren 1.8.1927 VF 6% Gold Bond 1.000 $, Specimen
Ort Kleinhof, wo sich die Fabrik wegen der dorti- Berlin, 1.10.1927 VF
Nullgeziffertes Specimen (R 9). Gründung 1923.
gen guten Kiesvorkommen von Beginn an befun-
Zweck: “Den im Verband deutscher öffentlich- Nullgeziffertes Specimen (R 10). Blau/schwarzer
den hatte. Hergestellt wurden Betonwaren, insbe-
rechtlicher Kreditanstalten zusammengeschlosse- Stahlstich. Maße: 38,3 x 25,4 cm. Mit anh. Kupons,
sondere Betonrohre, nach dem patentierten
nen Staatsbanken, Landesbanken und öffentlich- lochentwertet.
Humeverfahren (bei diesem Verfahren ist die

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Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

bank (gegründet 1923 als Währungsbank zur


Bekämpfung der damaligen Hyper-Inflation) und
der Rentenbank-Kreditanstalt (gegründet 1925 als
zentrales Refinanzierungsinstitut für den
Agrarsektor). Durch Emission von vier Amerika-
Anleihen konnte sie in den 30er Jahren beträchtli-
che internationale Mittel zur Finanzierung des
Kapitalbedarfs der deutschen Landwirtschaft auf-
nehmen. Heute spielt sie durch Übernahme von
Beteiligungen besonders beim Strukturwandel der
deutschen Mühlenindustrie eine große Rolle.
Auch diese Anleihe (Volumen 30 Mio. $) wurde in
den USA und Holland sowie in Schweden unterge-
bracht. Grün/schwarzer Stahlstich, andere Vignet-
te als die 1925er Emission. Maße: 38,2 x 25,4 cm.
Linker Rand an zwei Stellen mit kleinen Absplitte-
rungen. Mit anh. Kupons. Lochentwertet.

Nr. 246
Nr. 246 Schätzpreis: 1.500,00 EUR
Startpreis: 500,00 EUR
Deutsche Pulverfabriken AG
zu Rönsahl und Walsrode
Actie 600 Mark = 200 Thaler, Nr. 1116 Nr. 249
Rönsahl, 18.4.1873 EF+
Gründeraktie, Auflage 5.000 (R 8). 1815 gründete Nr. 249 Schätzpreis: 175,00 EUR
August Wolff (1782-1857) in Bomlitz bei Walsrode
Startpreis: 50,00 EUR
eine Pulverfabrik. 1864 errichtete die Fa. Hesse &
Behrmann in Fallingbostel (nur 4 km von Bomlitz Deutsche Rückversicherungs-Bank AG
entfernt) Pulvermühlen, die dem Wolff’schen Aktie 10.000 Mark, Nr. 588
Unternehmen schwere Konkurrenz machten. 1872 München, 21.6.1923 EF+
Nr. 247
regten die Gebr. Heuser, die in Rönsahl (Westfalen)
Gründeraktie, Auflage 10.000 (R 9). Gründung 1923,
eine Pulverfabrik betrieben, einen Zusammen-
geschäftsansässig München, Rindermarkt 20. Rück-
schluß der aufgeführen Unternehmen an. Hesse &
versicherung, außerdem Erstgeschäft in der Trans-
Behrmann in Fallingbosten wurden mit einem
portversicherung. 1925 Abberufung der Aufsichts-
Kaufpreis von 160.000 Thalern in Raten ausgezahlt,
ratsmitglieder und Löschung von Amts wegen.
Wilhelm Wolff (1820-86, der Sohn des Firmengrün-
Maße: 26,7 x 19,8 cm. Mit kpl. anh. Kuponbogen.
ders) und die Brüder Leopold und Otto Heuser
erhielten Aktien der Deutsche Pulverfabriken AG,
deren Kapital auf 1 Mio. Thaler bemessen war
(davon knapp 820.000 Thaler sofort eingezahlt).
Die Fusion wurde wenige Jahre später wieder rück-
gängig gemacht, stattdessen fand man sich mit
weiteren Mitwettbewerbern unter dem Dach des
General-Kartells der Pulver- und Dynamitfabriken
wieder. 1878 Umwandlung der Firma August Wolff
in die Wolff & Co. KGaA. 1965 Umwandlung in eine
AG, seit 1969 als Wolff Walsrode AG eine Tochter
der Bayer AG. Heute ein führender Hersteller für
Folien und Wursthüllen. Faksimile-Unterschrift
Wilhelm Wolff als AR-Vorsitzender. Hochdekorativ,
im Unterdruck ein behelmter Krieger flankiert von
Kanonenrohren, einem Bergmann und einem Jäger
mit erlegtem Wild. Maße: 26,2 x 33,7 cm. Mit restli-
chem Kuponbogen.

Nr. 247 Schätzpreis: 300,00 EUR


Startpreis: 125,00 EUR
Deutsche Rechenmaschinen-Werke AG Nr. 248
Aktie 200 RM, Nr. 5043
Nr. 248 Schätzpreis: 200,00 EUR
Nr. 250
Leipzig, 2.2.1925 EF
Startpreis: 80,00 EUR
Auflage 2.950 (R 8). Gründung 1921 als Wilhelm
Morell AG zur Fortführung des vom Fabrikbesitzer Deutsche Rentenbank-Kreditanstalt
Paul Rich. Wilh. Morell in Leipzig betriebenen Landwirtschaftliche Zentralbank Nr. 250 Schätzpreis: 200,00 EUR
Fabrikunternehmens nebst Verkaufsstellen in Ber- Startpreis: 50,00 EUR
6% Gold Bond 500 $, Specimen
lin und Hannover. 1928 wurde die Auflösung der
Berlin, 15.7.1927 VF Deutsche Schutzgebietsanleihe
Gesellschaft beschlossen. Betriebseinrichtungen von 1911
und Patente wurden an die Brunsviga-Maschinen- Nullgeziffertes Specimen (R 10). Die 1949 neu for-
werke Grimme, Nathalis & Co. AG in Braunschweig mierte heutige Landwirtschaftliche Rentenbank 4% Schuldv. 1.000 Mark, Nr. 45988
verkauft. Nicht entwertet! Maße: 21,1 x 29,7 cm. ist hervorgegangen aus der Deutschen Renten- Berlin, 22.6.1911 EF

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Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

(R 9) Zwischen 1908 und 1914 wurde (mit Aus- Hugo Prinsheim an der Berliner Börse mit 118, wurde die Firma geteilt: In Dresden-Hellerau exi-
nahme von 1912) jedes Jahr eine Schutzgebietsan- also zu einem Course von 136 einführte und wel- stierte fortan der VEB Deutsche Werkstätten Hel-
leihe begeben, deren Verteilung auf die vier che man bis ca. 145 trieb, was einem Course von lerau und produzierte vor allem Wohn- und Schlaf-
Schutzgebiete entsprechend den Finanzbedürfnis- 190 entspricht!” Dennoch überlebte die Gesell- raummöbel (1992 als Deutsche Werkstätten Hel-
sen des Eisenbahnbaus jeweils völlig unterschied- schaft den Gründerkrach. Neben den Glashütten lerau GmbH privatisiert), in München setzte die
lich geschlüsselt war. Trotz des Verlustes der in Kl. Freden und Grünenplan bestand ein Zweig- Deutsche Werkstätten München GmbH die eher
Kolonien als Folge des verlorenen 1. Weltkrieges betrieb in Neuhaus im Solling, wo Uhrenglas und gehoben-künstlerische Tradition fort. 1998 wur-
musste das Deutsche Reich die Schutzgebietsan- optisches Glas hergestellt wurden. Eine Spezialität den beide Unternehmen wieder vereint. Lochent-
leihen wegen der von ihm übernommenen Bürg- wurden später auch Brillengläser. 1930 wurde von wertet. Maße: 21 x 29,7 cm.
schaft weiter bedienen, ehe die Hyperinflation der “Tafel-, Salin- und Spiegelfabriken AG” in Fürth
1923 die nominalen Geldwerte vernichtete. Bei deren Werk Mitterteich erworben. 1975 Umfirmie-
der Aufwertung der Reichsanleihen 1926 wurden rung in “Deutsche Spezialglas AG”. Mehrheitsak-
die Schutzgebietsanleihen ausgeklammert, da das tionär war die Schott Glaswerke in Mainz. Börsen-
Reich zu dieser Zeit immer noch hoffte, die Kolo- notiz früher in Berlin und Hannover, 2003 wurden
nien zurückzuerhalten. 1928 wurde die Tilgung die letzten freien Aktionäre ausgesqueezt. Groß-
der Anleihen eingestellt. Die 1911er Anleihe hatte formatig, feine Zierumrandung. Mit Originalunter-
ein Volumen von 38 Mio. Mark. Maße: 32,6 x 22,4 schrift des Firmengründers Dr. Koch. Maße: 26,8 x
cm. Mit restlichem Kuponbogen. 34 cm. Rechts unten mit aufgestempeltem David-
Stern, wohl zwecks Kennzeichnung vom jüdischen
Besitz.

Nr. 255

Nr. 255 Schätzpreis: 100,00 EUR


Startpreis: 20,00 EUR
Deutscher Eisenhandel AG
Aktie 500 RM, Nr. 46453
Berlin, Juli 1936 EF+
Auflage 4.000. Gründung 1906 als “Vereinigte
Ravené’sche Stabeisen- und Trägerhandlungen

Nr. 253
AG”. Größter konzernunabhängiger Eisen- und
Stahlhändler in Deutschland. Beteiligungen an ca.
70 Eisen- und Eisenwaren-Handlungen, deren älte-
Nr. 253 Schätzpreis: 300,00 EUR ste bereits 1776 gegründet wurde. Bis heute bör-
Startpreis: 40,00 EUR sennotierte AG, Großaktionär ist die L. Possehl &
Deutsche Vidal-Farbstoff-AG Co. GmbH in Lübeck. Maße: 21 x 29,7 cm. Präge-
siegel lochentwertet.
Actie 1.000 Mark, Nr. 1004
Nr. 251 Koblenz, 10.4.1899 EF
Gründeraktie (R 7). So schön die bei G&D gedruck-
te Aktie auch ist, der vollständig erhaltene Kupon-
Nr. 251 Schätzpreis: 200,00 EUR
bogen beweist, dass es sich um ein nur ganz kurz-
Startpreis: 50,00 EUR lebiges Unternehmen handelte. Schon im AG-
Deutsche Schutzgebietsanleihe Handbuch 1902/03 ist die Gesellschaft gar nicht
von 1913 mehr verzeichnet. Maße: 24,7 x 34 cm. Mit kpl.
4% Schuldv. 500 Mark, Nr. 29226 Kuponbogen.
Berlin, 4.2.1914 EF
(R 10) Maße: 32,4 x 22,4 cm. Mit restlichem
Kuponbogen.

Nr. 256

Nr. 256 Schätzpreis: 150,00 EUR


Startpreis: 20,00 EUR
Deutsches Kunst-
und Kalksandstein-Werk AG
Aktie 1.000 Mark, Nr. 3849

Nr. 254
Copitz bei Pirna, 22.6.1923 EF+
Auflage 15.800 (R 8). Gründung 1919. Herstellung
von Baumaterialien und Erzeugnissen der Kunst-
Nr. 254 Schätzpreis: 100,00 EUR steinindustrie. 1926 Eröffnung des Konkursverfah-
Startpreis: 25,00 EUR rens, 1927 erloschen. Maße: 16,8 x 24,5 cm.
Deutsche Werkstätten AG
Nr. 252 Aktie 1.000 RM, Nr. 6142 Nr. 257 Schätzpreis: 250,00 EUR
Hellerau, 29.5.1940 EF+ Startpreis: 100,00 EUR
Nr. 252 Schätzpreis: 350,00 EUR Auflage 425. Gründung 1913 zur Weiterführung der Dianabad AG
Startpreis: 60,00 EUR 1898 von Karl Schmidt gegründeten und von Aktie 20 Serie B RM, Nr. 7
Deutsche Spiegelglas-AG großen Namen der deutschen Architektur geform- Wien, November 1940 EF+
ten “Deutsche Werkstätten für Handwerkskunst”
Actie 200 Thaler, Nr. 979 in Hellerau und München mit Niederlassungen in
Auflage 60.000 (R 8). Eines der traditionsreichsten
Berlin, 1.7.1872 VF Unternehmen der Monarchie: Gegründet bereits
Köln, Hamburg und Berlin. Hergestellt wurden
Gründeraktie, Auflage 3.000 (R 8). Gegründet am 1804, AG seit 1841! Ansässig in Wien, Obere Don-
vollständige Wohnungseinrichtungen, auch Bau
5.9.1871 in Berlin zwecks Übernahme der Gebr. austr. 93. Vorhanden waren, neben dem Betrieb
von Holzhäusern. Eingerichtet wurden Herr-
Koch’schen Glasfabrik in Grünenplan (bei Braun- einer Schwimm-Anstalt, Wannenbäder im (prunk-
schaftshäuser, Villen, Sanatorien, Hotels sowie
schweig), später Sitzverlegung nach Kl. Freden vollen) Dianabad und im (einfacheren) Volksbad,
Passagierdampfer. In der Weltwirtschaftskrise
(Provinz Hannover), zuletzt 1972 nach Grünen- Fuhrbäder, Dampf- und Douchebäder, außerdem
kam der Betrieb 1930 wegen finanzieller Schwie-
plan über Alfeld (Leine). Über die Gründung ent- wurde eine Wasserheilanstalt betrieben. Umsatz-
rigkeiten zum Erliegen, bei der anschließenden
rüstet sich Glagau: “Von dem Actiencapital mit 1 renditen von bis zu 30% waren für dieses höchst
Sanierung wurde 1931 die Sächsische Bank
Mio. Thalern wurden zunächst 600.000 Thaler in erfolgreiche Unternehmen keine Seltenheit. 1911
Großaktionär der in Berlin, München und Dres-
50procentigen Interimsscheinen ausgegeben, die wurden für einen großen, 1916 fertiggestellten
den/Leipzig börsennotierten AG. Nach dem Krieg

45
Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

Neubau mit Bade- und Kuranstalt sowie Hotel


mehrere Nachbargrundstücke erworben. Dabei
wurde eine der beiden Schwimmhallen schon als
Wellenbad gebaut! 1938 wurde der Dianabad-AG
zudem der Betrieb des (noch heute bestehenden)
Arbeiterstrandbades an der Donau übertragen.
1941 Erwerb des Hotels “Berliner Hof” in Königs-
winter am Rhein. Das Hotel in Wien wurde 1945
durch Kriegseinwirkung zerstört. Das Badegebäu-
de wurde 1965 abgerissen. Danach Umwandlung
in die “Dianazentrum Realitätengesellschaft
mbH”, Geschäftszweck ist seither Schaffung von
Wohnungseigentum und Realitätengeschäfte.
Maße: 21 x 29,8 cm.

Nr. 257
Nr. 258 Schätzpreis: 2.500,00 EUR
Startpreis: 1.000,00 EUR
Dingelber Zucker-Fabrik
Actie 125 Thaler, Nr. 152
Dingelbe, 18.9.1874 EF/VF
Gründeraktie, Auflage 1.200 (R 8). Die Zuckerfa-
brik in Dingelbe (heute ein Ortsteil von Scheller-
ten im Landkreis Hildesheim) wurde 1872-74 von
der Braunschweigischen Maschinenbau-Anstalt
eingerichtet. Die Inbetriebnahme der Eisenbahn
Braunschweig-Hildesheim 1882, von deren Bahn-
hof Garbolzum die Fabrik nur 4 km entfernt lag,
brachte ihr zwar einen beträchtlichen Auf-
schwung, dennoch überstieg die Rohzuckererzeu-
gung nie 100.000 Zentner pro Kampagne. Bereits
1905 in eine GmbH umgewandelt worden, womit
die zuvor ausgegebenen Aktien also schon vor
über 100 Jahren gegenstandslos wurden. 1967
stillgelegt. Das Gelände wird heute als Sporthalle
vor allem für Handballspiele genutzt. Ausgespro-
chen dekoratives Stück mit 18 cm breiter Abbil-
dung der Fabrik. Maße: 32,9 x 20,7 cm. Doppel-
blatt. Mit eingetragenem Datum (fast alle bekann-
ten Stücke sind undatiert!)

Nr. 258
Nr. 260 Schätzpreis: 100,00 EUR und der Linoleum AB Forshaga (Schweden) unter
Startpreis: 35,00 EUR dem Dach der “Continentale Linoleum-Union”
(1940 wieder aufgelöst). In der Weltwirtschaftskri-
DLW AG
Nr. 259
se 1931 Stillegung der Werke Maximiliansau und
Aktie 1.000 DM, Nr. 150140 Velten bei Berlin, die Produktion wurde in den bei-
Bietigheim-Bissingen, April 1978 EF+ den größeren (bis heute produzierenden) Werken
Nr. 259 Schätzpreis: 85,00 EUR Auflage 2.000. Gründung 1899 als Linoleumwerke Bietigheim und Delmenhorst konzentriert. 1937
Startpreis: 30,00 EUR Nairn AG, 1900 umbenannt in Germania Linoleum- Verkauf des Werkes Köpenick, 1938 Sitzverlegung
Diskont und Kredit AG Werke AG. 1925 Vertrag mit der I.G.Farbenindu- von Berlin nach Bietigheim, 1969 Umfirmierung in
strie, wonach diese gegen Gewährung einer DLW AG. Die Produktion von Tufting-Teppichbö-
Aktie 1.000 RM, Nr. 1065 Umsatzprovision die Herstellung von Fußboden- den wurde 1960 im Delmenhorster Hansa-Werk
Berlin, März 1936 EF+ belägen zu Gunsten der DLW aufgab. 1926 Fusion und 1968 auch in Bietigheim aufgenommen, 1973
Auflage 1.000. Gründung 1927 in Dresden als “Kre- mit der Delmenhorster Linoleum-Fabrik (Anker- ferner Gründung eines Tuftingwerkes in Zwei-
ditanstalt für Industrie und Verkehrsmittel AG”, marke), der Deutsche Linoleum-Werke Hansa in brücken. Ende der 70er Jahre Übernahme mehre-
1929 Sitzverlegung nach Berlin, 1934 Umfirmie- Delmenhorst (1883 als erste deutsche Linoleumfa- rer Polster- und Büromöbelfabriken in Donzdorf,
rung wie oben. Großaktionäre dieses Spezialkre- brik überhaupt gegründet) und der Linoleum- Bad Münder, Frankfurt/M., Bergen und Bad Harz-
ditinstituts waren die Dresdner Bank, die Sächsi- Fabrik Maximiliansau zur “Deutsche Linoleum- burg. 2000 Übernahme durch den US-amerikani-
sche Staatsbank und die gewerkschaftseigene Werke AG”. 1928 Rationalisierung über europäi- schen Konkurrenten Armstrong und Umfirmie-
Bank der Deutschen Arbeit. Maße: 21 x 29,8 cm. sche Landesgrenzen hinweg durch Zusammen- rung in ARMSTRONG DLW AG. Der Jahresumsatz
Prägesiegel lochentwertet. schluß mit der Linoleum-AG Giubiasco (Schweiz) hat sich seitdem auch wegen der Krise am deut-

46
Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

schen Baumarkt auf rd. 350 Mio. € halbiert. DLW- Brauerei, danach unzählige Umfirmierungen: 1903
Firmensignet in allen vier Ecken. Maße: 21 x 29,7 in Stiftsbrauerei AG vormals Ed. Frantzen und Bür-
cm. Prägesiegel lochentwertet. gerliches Brauhaus, 1929 in Dortmunder Stifts-
Brauerei AG und 1940 in Dortmunder Stifts-Braue-

Nr. 260
rei Carl Funke AG (nachdem 1936 die Stern-Braue-
rei Carl Funke AG in Essen die Mehrheit übernom-
men hatte). 1987 übernahm die Kronen Privat-
brauerei Dortmund (eine Tochter der Dortmunder
Actien-Brauerei, d.h. im Endeffekt über die Bin-
ding-Brauerei der Oetker-Konzern) 99,7% der Akti-
en. 1999 schließlich Umfirmierung in DBI Dort-
munder Beteiligungs- und Immobilien AG, 2000
Sitzverlegung zum Großaktionär IVG nach Bonn.
Maße: 21 x 29,7 cm. Rückseitig als ungültig abge-
stempelt. Nr. 266
Nr. 266 Schätzpreis: 350,00 EUR
Startpreis: 90,00 EUR
Dresdner Bau- und Industrie-AG
Aktien-Anteilschein 5 RM, Nr. 789
Nr. 261

Dresden, 7.1.1925 EF
(R 10) Gründung 1871 als “Dresdner Bau-Gesell-
schaft”, 1921 umbenannt wie oben. Als Nebenbe-
Nr. 261 Schätzpreis: 125,00 EUR triebe unterhielt die Gesellschaft Sandsteinwerke
Startpreis: 40,00 EUR und Ziegeleien in Zschertnitz und Coschütz (letz-
DLW AG tere 1920 verkauft). Durch Schaffung ganzer Stadt-
teile und Erschließung mehrerer kleinerer Bezirke
Aktie 1.000 DM, Nr. 153425 hatte die Gesellschaft überragenden Einfluß auf
Bietigheim-Bissingen, Dezember 1978 EF+ die bauliche Entwicklung der Stadt Dresden seit

Nr. 264
Auflage 600. DLW-Firmensignet in allen vier Ecken. der Reichsgründung. Börsennotiert in Berlin und
Maße: 21 x 29,7 cm. Prägesiegel lochentwertet. Dresden, Großaktionär war die Dresdner Bank.
Originalunterschriften. Maße: 15 x 22 cm. Nur 4
Nr. 264 Schätzpreis: 125,00 EUR Stücke sind bis heute erhalten geblieben! Kleine
Startpreis: 30,00 EUR Lochentwertung unten mittig.
Dr. Ernst Caspary AG
für pharmazeutische und kosmetische
Fabrikate
Aktie 10.000 Mark, Nr. 58104
Berlin, 3.8.1923 EF
Auflage 69.500 (R 8). Gründung 1922 zur Weiter-
führung der pharmazeutisch-kosmetischen Akti-
vitäten des Dr. Ernst Caspary (Fabrik in Berlin W
30, Maasenstr. 24). Bereits 1924 wieder in Liquida-
tion. Dekorativ verziertes Papier. Maße: 19 x 23,9

Nr. 262
cm. Mit kpl. anh. Kupons.

Nr. 262 Schätzpreis: 50,00 EUR


Startpreis: 30,00 EUR
Dommitzscher Tonwerke AG
Aktie 200 RM, Nr. 3016
Dommitzsch a. Elbe, 19.7.1928 EF+
Auflage 1.300. Gegründet 1882 als Splauer Thon-
werke AG, 1883 umbenannt in Vereinigte Splauer
und Dommitzscher Thonwerke AG, ab 1905 wie
Nr. 267
oben. Hergestellt wurden Steinzeugröhren für
Kanalisationen und Abwässerungen sowie Scha-
mottesteine. Die Tonwerke wurden 1997 abgeris-
Nr. 267 Schätzpreis: 175,00 EUR
sen. Maße: 21 x 29,8 cm. Prägesiegel lochentwertet.
Startpreis: 60,00 EUR
Dresdner Feuerversicherung -
Landw. Feuerversicherung Sachsen
Namens-Anteil 2. Reihe Lit. A 1.000 Goldmark,
Nr. 10
Dresden, Oktober 1931 EF
Auflage 50 (R 7). Die Dresdner Feuer fungierte als
Landwirtschaftliche Feuerversicherung in Sach-
sen, außerdem Allgemeine Feuerversicherung im
restlichen Gebiet des Deutschen Reiches. 1950
Nr. 265
verlagert nach Köln, 1955 von der Gothaer Feuer-
Versicherungs-Bank in Köln übernommen worden
(seit 1970 Gothaer Versicherungsbank VVaG).

Nr. 263
Nr. 265 Schätzpreis: 150,00 EUR Lochentwertet. Maße: 29,8 x 20,9 cm. Rückseitig
Startpreis: 50,00 EUR Auszug aus der Gesellschaftssatzung.

Nr. 263 Schätzpreis: 200,00 EUR


Dr. Hillers AG Nähr- und Heilmittelwerk
Nr. 268 Schätzpreis: 250,00 EUR
Startpreis: 35,00 EUR Aktie 1.000 RM, Nr. 36 Startpreis: 50,00 EUR
Dortmunder Stifts-Brauerei Solingen, 1.5.1943 EF+
Auflage 230 (R 7). Gründung 1922. Herstellung von
Dresdner Keramische Industrie AG
Carl Funke AG Pfefferminz, Drops, Weingummi und Bonbons, ins- Aktie 1.000 Mark, Nr. 3353
Aktie 1.000 DM, Nr. 3514 besondere von Dr. Hillers Pfefferminz und Dr. Hil- Dresden, Februar 1922 VF+
Dortmund-Hörde, April 1967 EF lers Pfefferminz-Schokolade. 1974 Eröffnung des Gründeraktie, Auflage 3.500 (R 10). Gründung
Auflage 270. Gründung 1867 als Stiftsbrauerei Anschlusskonkursverfahrens, 1986 gelöscht. Sehr 1922. Handel mit Rohton und keramischen Pro-
Eduard Frantzen. 1900 Fusion mit der Wallrabe- dekorativ. Maße: 30,3 x 19,9 cm. dukten, Fabrikation von Keramiken. Die Gesell-

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Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

schaft stand in enger Beziehung zur “Cölln-Meis- nur noch Verwaltung der eigenen Mietwohnhäu-
sner Ofenfabrik Saxonia GmbH” in Meissen. Noch ser. Noch heute bestehende AG. Maße: 27,1 x 34
1928 zur Sanierung Kapitalschnitt mit ansch- cm. Nicht entwertetes Stück in einem über-
ließender Zufuhr neuen Kapitals, 1930 dann in durchschnittlich guten Erhaltungszustand!
Liquidation gegangen. Großes Querformat, deko-
rativ. Maße: 27,5 x 38,5 cm.

Nr. 268

Nr. 270

Nr. 273

Nr. 273 Schätzpreis: 650,00 EUR


Startpreis: 90,00 EUR
Duisburger Maschinenbau-AG
vormals Bechem & Keetman
Actie 1.500 Mark, Nr. 2490

Nr. 271
Duisburg, 1.4.1908 EF/VF
Auflage 1.000 (R 8). Gründung 1862 durch Theo-
dor Keetman und August Bechem, 1872 Umwand-
Nr. 271 Schätzpreis: 150,00 EUR lung in eine AG. Spezialität der Fabrik waren Berg-
Startpreis: 50,00 EUR werksmaschinen (Schrämmmaschinen, Gesteins-
Düsseldorfer Baubank bohrmaschinen, Förderkörbe), Walzwerkseinrich-
Aktie 1.000 Mark, Nr. 2067 tungen und Hebezeuge. 1897 wurde, finanziert
durch eine Kapitalerhöhung, ein Tochterunterneh-
Düsseldorf, November 1922 EF men in Jekaterinoslaw (Rußland) gegründet. Es
Auflage 3000 (R 8). Gründung 1872 als Terrainge- erwies sich allerdings später als Millionen-Grab
sellschaft. Außer dem “Palast Hotel Breidenba- und verursachte nach 1900 häufige Dividenden-
cher Hof” gehörten zum Besitztum noch 4.500 qm Ausfälle des Duisburger Stammhauses. 1910 Ver-
Bauterrains in Düsseldorf. Börsennotiz Düssel- schmelzung mit der Benrather Maschinenfabrik
dorf. Das Vergleichsverfahren der Disch-Hotel und zu Benrath (gegr. 1891 als “de Fries & Co. in Düs-
Nr. 269
Verkehrs-AG in Frankfurt a.M. sowie der Nachlas- seldorf) und mit der Märkischen Maschinenbau-
skonkurs nach dem Tod des Großaktionärs Stern- Anstalt Ludwig Stuckenholz AG zu Wetter (gegr.
berg traf diese AG besonders, weshalb sie 1938 in 1838) zur Deutsche Maschinenfabrik AG. 1928
Nr. 269 Schätzpreis: 500,00 EUR Liquidation gehen musste. Maße: 26,4 x 34,8 cm. Umfirmierung in Maschinenbau-Unternehmungen
Startpreis: 240,00 EUR Nicht entwertet! AG (Muag), nachdem schon 1926 der reine Fabri-
Drogen-Einkaufsvereinigung kationsbetrieb in die Demag AG überführt worden
war, ein Gemeinschaftsunternehmen, in das auch
in Dresden eGmbH die Vereinigten Stahlwerke ihre gesamten Maschi-
Anteil-Schein 1.000 Mark, Dresden, Nr. 127 nenbau-Interessen einbrachten. 1933 Übernahme
Dresden, 1.11.1918 VF der Brückenbaufirma Harkort in Duisburg. 1935
Gründerstück (R 11). Ein Schelm, wer bei dem erwarb die Muag die Demag-Aktienmehrheit,
Namen böses denkt! Es war eine ganz harmlose beide Unternehmen fusionierten anschließend
Einkaufsgenossenschaft der Dresdner Drogeriebe- zur “neuen” Demag”. Seit 1974 als Mannesmann-
sitzer. Großes Hochformat, feines Wappen mit Demag Teil des inzwischen zerschlagenen traditi-
dem Wahlspruch “viribus unitis”, wunderschöne onsreichen Mannesmann-Konzerns gewesen. Aus-
Kapitälchen. Originalunterschriften. Maße: 36 x gegeben für den Ankauf des Hochfelder Walzwerk-
23. Doppelblatt, kleine Lochentwertung unten es. Hochdekorative Lithographie von O. Gehrke
rechts. Ausgestellt auf Johannes Schuster. Älteste (in der Platte signiert). Kettenglieder in der
bekannte Ausgabe dieser Genossenschaft! Umrandung, vier runde Vignetten mit Schlüsseln
und Werkzeugen, zwei rechteckige Vignetten mit
Nr. 270 Schätzpreis: 150,00 EUR Zwergen beim Bergbau und in einer Schmiede.
Nr. 272
Maße: 36,8 x 26,4 cm.
Startpreis: 40,00 EUR
Dünger-Kreditbank AG Nr. 274 Schätzpreis: 450,00 EUR
Aktie 1 Mio. Mark, Nr. 7254 Nr. 272 Schätzpreis: 150,00 EUR Startpreis: 180,00 EUR
Berlin, 3.11.1923 EF Startpreis: 30,00 EUR
Duisburger Mühlenwerke AG
Gründeraktie, Auflage 61.000 (R 9). Gründung Düsseldorfer Thon-
und Ziegelwerke AG Aktie 800 RM, Nr. 2831
August 1923. Förderung und Finanzierung von
Geschäften mit Düngemitteln, Ausführung von Duisburg, Dezember 1942 VF
Aktie 1.000 Mark, Nr. 566
Bankgeschäften. Im März 1926 Übertragung des Auflage 1.579 (R 10), weitere 1421 in einer Sam-
Düsseldorf, 2.1.1900 EF melurkunde. Gegründet 1866 in Witten/Ruhr als
Vermögens unter Ausschluss der Liquidation auf
die Berliner Bankverein AG. Maße: 22,4 x 14,2 cm. Gründeraktie, Auflage 1.000. Gründung am KGaA A. Rosiny & Cie. 1885 Errichtung einer
Mit kpl. anh. Kuponbogen. 30.12.1899. Nach Betriebseinstellung der Ziegelei neuen Mühle in Duisburg (zurückgehend auf eine

48
Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

1860 von Wilhelm Vedder am Duisburger Hafen Berliner Briefumschlagfabrik Gebr. Knörck. Ab
errichtete Mühle, deren 1900 angefügter Erweite- 1949, nunmehr mit der Berliner Industriebank als
rungsbau heute als Küppersmühle bekannt und Großaktionär, Wiederaufbau mit ERP-Mitteln in
wunderschön wieder hergerichtet ist). 1897 mit Berlin SW, Boppstr. 7. Neben der großen Briefum-
Firmensitz Duisburg umbenannt in Rosiny- schlagfabrik war Schwerdtfeger nun der führende
Mühlen-AG. 1942 umbenannt wie oben anläßlich deutsche Glückwunschkartenhersteller. 1962 in
der Fusion mit der Wittener Walzenmühle AG und eine GmbH umgewandelt. Großformatig, dekorati-
der Crefelder Mühlenwerke AG. Börsennotiert im ve Umrahmung. Faksimile Oppenheim für den Vor-
Freiverkehr Düsseldorf, Mehrheitsaktionäre stand. Lochentwertet. Maße: 26,5 x 36,1 cm. Dop-
waren die Deutsche Rentenbank-Kreditanstalt und pelblatt. Firmenemblem lochentwertet.
die Deutsche Zentralgenossenschaftskasse. Bis in
die 1950er Jahre expandierte die Mühlen- und
Getreideindustrie im Duisburger Innenhafen, 1959
entsteht noch ein 5stöckiger Mühlen- und Spei-
cherkomplex (heute Sitz des Stadtarchivs und des
Kultur- und Stadthistorischen Museums). 1966 Nr. 279
Übernahme der Dortmunder Mühlenwerke AG.
1973 in eine GmbH umgewandelt, 1977 stillgelegt. Nr. 279 Schätzpreis: 350,00 EUR
Lochentwertet. Maße: 20,8 x 30,2 cm. Oberer Rand Startpreis: 150,00 EUR
mittig mit zwei kleinen Rostflecken.
Eduard Lingel Schuhfabrik AG
Aktie 1.000 Mark, Nr. 22129
Erfurt, September 1921 VF
Auflage 15.500 (R 8), 1925 umgestellt auf 20 RM,

Nr. 276
1933 eigentlich durch Neudrucke ersetzt. Georg
Michael Eduard Lingel (1849-1922) machte eine
Kaufmannslehre in einem Barmer Textilbetrieb,
lernte drei Fremdsprachen und beschloss im Alter
von 23 Jahren, Unternehmer zu werden. Im Haus
“Zum Krummen Hecht” am Fischersand 9 in der
Erfurter Altstadt nahm Lingel 1872 mit 5 Arbeitern
die Schuhproduktion auf. 1877/78 sandte Lingel
eine Delegation in die USA, um die dortigen Ferti-
gungsmethoden zu studieren, anschließend stell-
Nr. 274
te er seinen Betrieb von Handarbeit auf mechani-
sche Schuhfabrikation um. Bald gingen große
Exportaufträge aus Schweden, Holland sowie
Nord- und Südamerika ein. 1887 zerstörte ein
Feuer die Fabrik, die aber sofort mit einer Ver-
größerung auf 50.000 qm Produktionsfläche in der
Landgrafenstr. 1 wieder aufgebaut wurde. Lingel
war jetzt vor allem bekannt für rahmengenähte

Nr. 277
Herrenschuhwaren, eine Spezialität waren Dr. Lah-
manns Gesundheitsstiefel. 1898 wandelte Lingel
die Firma in eine AG um und zog sich zu Beginn
Nr. 277 Schätzpreis: 100,00 EUR des 1. Weltkrieges aus der Leitung zurück, nach-
Startpreis: 30,00 EUR dem kriegsbedingt jede Kreativität verschwand
E. A. Schwerdtfeger & Co. AG und die Fabrik statt dessen nur noch Militärstiefel
produzierte. Nach Aufhebung der Zwangswirt-
Aktie 5.000 Mark, Nr. 5577 schaft 1919 ließ sich der Weltruf der Lingel-Schu-
Berlin, Dezember 1922 EF he wieder herstellen, zudem konnten 1920 auch

Nr. 275
Auflage 500. Großformatig, dekorative Umrah- noch die lokalen Wettbewerber Mella Schuhfabrik
mung. Lochentwertet. Maße: 26,4 x 35,8 cm. Fir- und Friedrich Metzler übernommen werden. Dies
menemblem lochentwertet. begleitete Eduard Lingel als AR-Vorsitzender noch
Nr. 275 Schätzpreis: 75,00 EUR bis zu seinem Tod 1922. Mit 2000 Mitarbeitern pro-
Startpreis: 35,00 EUR duzierte die Firma jetzt 2 Mio. Paar Schuhe im
E. A. Naether AG Jahr und war eine der bedeutendsten Schuhabri-
ken in ganz Deutschland. 1929 Aufbau eines eige-
Aktie 1.000 Mark, Nr. 1955 nen Vertriebs mit 46 Verkaufsstellen im ganzen
Zeitz, 15.12.1910 EF Reich. Großaktionär der in Leipzig, bis 1933 auch
Gründeraktie, Auflage 3.500. Gegründet 1910, eine in Berlin und Frankfurt/Main börsennotierten AG
reine Familien-AG. Die älteste und größte Kinder- war inzwischen das Bankhaus Adolf Stürcke in
wagen-Fabrik Deutschlands beschäftigte in Spit- Erfurt. Im 2. Weltkrieg erneut Umstellung auf
zenjahren über 2000 Arbeiter. 1943 Umwandlung Kriegsproduktion, u.a. wurden beheizbare Flieger-
in eine GmbH, später als “VEB Zekiwa” größter stiefel hergestellt. 1948 enteignet und zusammen
Kinderwagen-Hersteller im gesamten Ostblock. mit der Schuhfabrik Hess als “VEB Schuhfabrik
1990 Umwandlung in die “Zekiwa Kinderwagenfa- Thuringia” weitergeführt, nach weiteren Zusam-
brik GmbH”, 1998 Konkurs. Die Auffanggesell- menschlüssen ab 1952 der “VEB Schuhfabrik Paul
schaft produziert heute in Doeschwitz. Lochent- Schäfer” (Schäfer war ein früherer Lingel-Beschäf-
wertet. Maße: 25,7 x 34,1 cm. Nr. 278 tigter und KPD-Politiker). Nach 1970 wurde die
überalterte Bausubstanz modernisiert, nach 1980
Nr. 276 Schätzpreis: 125,00 EUR Nr. 278 Schätzpreis: 125,00 EUR verbesserte eine computergestützte Produktion
Startpreis: 40,00 EUR Startpreis: 45,00 EUR Qualität und Angebot. Beliefert wurde nun u.a. der
E. & M. Bollmann AG westdeutsche Hersteller “Salamander”. Bei der
E. A. Schwerdtfeger & Co. AG Wende umfasste der Betrieb 12 Werke mit 28 Pro-
Aktie 1.000 Mark, Nr. 245 Aktie 100 RM, Nr. 364 duktionsstandorten. 1990 als Lingel Schuhfabrik
Berlin, 22.9.1910 EF Bremen, August 1940 EF+ GmbH reprivatisiert, doch eine Anpassung an die
Gründeraktie, Auflage 1.000. Gründung 1910 zur Auflage 200 (R 6). Gründung im Mai 1923. Betrieb veränderte Zeit mißlang. 1992 ging der Traditions-
Fortführung der gleichnamigen, 1870 gegründeten von Essig-, Spirituosen- und Likörfabriken.1936 betrieb in Liquidation. Die historischen Fabrikge-
Luxuspapierfabrik in Berlin N 65, Reinickendorfer wurde das in Wesermünde am Fischereihafen gele- bäude an der Arnstädter Straße wurden 2000 kom-
Str. 96. Herstellung von Gegenständen des Kunst- gene veraltete Fabrikgebäude verkauft. Der plett und die ehemalige Fabrik an der Magdebur-
verlages, des Kunstdrucks und der Photografie, gesamte Betrieb wurde in der neuen Wulsdorfer ger Allee 2009 zum Teil abgerissen. Maße: 27 x
sogar für den Stahlstich-Druck war die Firma aus- Fabrik zusammengefaßt. Lochentwertet. Maße: 36,3 cm. Kleine Lochentwertung unten mittig.
gerüstet. Neben Kunstdrucken waren eine Spezia- 20,9 x 29,7 cm. Überdurchschnittlich gut erhaltenes Exemplar!
lität hochwertige farbige Industrie- und Werbe-
drucke. Auch Wertpapiere wurden bei Schwerdt- Bilder der Kataloglose im Internet betrachten:
feger gedruckt (so z.B. die 1930er Anleihe des Frei- http://www.gutowski.de/Katalog-56/ Katalogbilder/Losnr.jpg
staats Mecklenburg-Strelitz). 1942 Übernahme der

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Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

Nr. 282 Schätzpreis: 125,00 EUR lung in die “Dampfbierbrauerei der Stadt Einbeck
Startpreis: 30,00 EUR AG”. 1921/22 Fusion durch Aktienumtausch 1:1
mit der Hildesheimer Aktienbrauerei (vormals
Eichbaum-Brauereien AG Brauerei Feustel, AG seit 1890) unter deren
Aktie 50 DM, Nr. 28701 Namen, seitdem Sitz in Hildesheim. 1967 Umfir-
Worms, Januar 1974 EF+ mierung in “Einbecker Brauhaus AG” und Rück-
Auflage 10.924 (R 6). Vignette mit einer alten Eiche verlegung des Sitzes nach Einbeck. Zu den Beteili-
als Firmenlogo. Maße: 21 x 29,7 cm. Prägesiegel gungen zählen die Städtische Brauerei Goslar
lochentwertet. Äußerst selten, da die Eichbaum- GmbH (gegr. 1806, GmbH seit 1918), die Broyhan-
Altaktien im Frühjahr 2004 bei einem Großbrand Brauerei GmbH in Hildesheim (gegr. 1903, stillge-
Raub der Flammen wurden. legt) und die Göttinger Brauhaus AG (gegr. 1889).
Großaktionär war die Elbschloß-Brauerei AG in
Hamburg, die ihre Beteiligung 1988 an die Dort-
munder Union-Schultheiss-Brauerei (heute Brau
und Brunnen AG) verkaufte. 1998 ging die Aktien-
Nr. 280
mehrheit dann an eine private Investorengruppe.
Maße: 21 x 29,7 cm. Rückseitig als ungültig abge-
Nr. 280 Schätzpreis: 125,00 EUR stempelt.
Startpreis: 50,00 EUR
Eduard Rheinberger AG
Aktie 10.000 RM, Nr. 12
Pirmasens, 2.1.1938 EF+
Auflage 200 (R 8). Gegründet bereits 1882, AG seit
1923. Hersteller von Damen- und Herrenschuhen
in den Gruppen modisch, Sport, bequem und
orthopädisch. Zweigniederlassung in Offenbach.
1950 wurde das Kapital umgestellt von 6 Mio. RM
auf 6 Mio. DM. Ungewöhnlich hoher Nennwert
(1950 sogar noch auf 30.000 DM umgestellt).
Maße: 19,7 x 26,1 cm.
Nr. 281

Nr. 284

Nr. 283

Nr. 283 Schätzpreis: 500,00 EUR


Startpreis: 100,00 EUR
Eicken & Co. oHG
Anteilschein 3.000 Mark, Nr. 1012
Hagen i.W., 10.1.1919 EF
Nr. 282

(R 9) 1851 entstanden mit einem Puddel- und


Hammerwerk die ersten Eicken’schen Anlagen in
Hagen. Später kam ein Siemens-Martin- und Elek-
Nr. 281 Schätzpreis: 150,00 EUR trostahlwerk mit Walzwerk zur Herstellung von
Startpreis: 40,00 EUR Halbzeug, Blechen, Stadtstahl und Walzdraht
hinzu, seit 1870 auch Drahtzieherei. Durch Zusam-
Eichbaum-Brauereien AG menschluß mit der Peter Harkort & Sohn GmbH in
Aktie 1.000 DM, Nr. 200598 Wetter entstanden die Harkort-Eicken Edelstahl-
Worms, Januar 1974 EF+ werke GmbH, die dann 1925 von der Eisen- und
Auflage 8.560 (R 7). Gründung 1850 als “Brauerei Stahlwerk Hoesch AG (gegr. 1873) übernommen
zu den zwölf Aposteln”. 1886 Umwandlung in die wurde. Dadurch sicherte sich Hoesch die Liefe-

Nr. 285
Werger Brauerei AG, gleichzeitig Übernahme der rung des Eigenbedarfs an Edelstählen und die Ver-
Binger Aktienbrauerei, der Elefantenbrauerei in sorgung der Drahtseilerei in Dortmund mit beson-
Worms, der Schwetzinger Brauerei “Zum Zährin- ders hochwertigen Stahldrähten für Förderseile.
ger Löwen” und der Brauerei Karl Fay GmbH in Zuletzt als Stahlwerk Hagen AG firmierend, 1951
auf alliierte Anordnung mit der Hüttenwerk Geis-
Nr. 285 Schätzpreis: 100,00 EUR
Darmstadt. 1923 Überkreuz-Beteiligungen mit der Startpreis: 35,00 EUR
Brauerei-Gesellschaft Eichbaum in Mannheim und weid AG (vorm. Geisweider Eisenwerke AG) zur
der Frankenthaler Brauhaus AG. 1929 Fusion zur Stahlwerke Südwestfalen AG zusammengeführt. Eisen-Handels- und Industrie-AG
in Eichbaum-Werger-Brauereien AG. Übernahme Ein äußerst interessanter Wert der Geschichte der Greinitz
Stahl- und Eisenindustrie. Mit Originalunterschrif-
von Mehrheitsbeteiligungen 1967/68 bei der Vorzugs-Aktie 20 RM, Nr. 27
Brauerei Schwartz-Storchen AG, Speyer (1969 still- ten u.a. der persönlich haftenden Gesellschafter
Ewald Eicken und Otto Elbers. Maße: 33,2 x 21,3 Graz, November 1939 EF+
gelegt) und 1971/72 bei der Aktienbrauerei-Bür- Auflage 72.000 (R 6). Gründung 1906 durch die
gerbräu AG, Ludwigshafen. 1972 Umfirmierung in cm. Doppelblatt.
Steiermärkische Escompte-Bank und die Niederö-
Eichbaum-Brauereien AG, 1973 Aufnahme der sterreichische Escompte-Gesellschaft zwecks
Brauerei Durlacher Hof AG in Mannheim durch Nr. 284 Schätzpreis: 125,00 EUR
Übernahme von Lagerhäusern und Eisengroßhan-
Verschmelzung, 1978 Sitzverlegung von Worms Startpreis: 25,00 EUR del der Fa. Karl Greinitz Neffen in Graz, Triest und
nach Mannheim. Lange Zeit in Frankfurt börsen- Einbecker Brauhaus AG Untertal. Erzeugt wurden später auch Haus- und
notiert, heute besitzt die ACTRIS AG (früher: Hen- Küchengeräte, Werkzeuge, Kraftfahrzeugartikel,
ninger Bräu AG) 100% der Aktien. Vignette mit
Aktie 100 DM, Nr. 11631
Einbeck, April 1968 EF+ Baumaterialen, Waffen und Munition. Mehrheit-
einer alten Eiche als Firmenlogo. Maße: 21 x 29,7 saktionär war die Oesterr. Alpine-Montangesell-
cm. Prägesiegel lochentwertet. Nachdem die Eich- Auflage 2.610 (R 7). Bereits seit 1794 begründete
schaft. 1955 umfirmiert in Voestalpine Stahlhandel
baum-Altaktien im Frühjahr 2004 bei einem die Städtische Gemeinschaftsbrauerei den Ruf des
AG, heute Voestalpine Stahlhandel GmbH mit Sitz
Großbrand Raub der Flammen wurden, ist dieser Einbecker Bieres, das damals zu den bekannte-
in Linz. Maße: 29,7 x 20,9 cm. Prägesiegel lochent-
hohe Nennwert inzwischen eine echte Rarität. sten in ganz Deutschland zählte. 1889 Umwand-
wertet

Bitte beachten Sie: die Mehrzahl der Auktionsstücke wird zu Preisen zwischen 30% und 60% der aktuellen Marktpreise
ausgerufen, teilweise noch niedriger. Damit Ihre Gebote eine Chance auf Zuschlag haben, empfehlen wir, die Gebotshöhe
entsprechend hoch über dem Ausrufpreis zu bemessen!

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Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

Nähe des Hauptbahnhofs (wo noch heute der Sitz Nr. 290 Schätzpreis: 300,00 EUR
ist) dazu die Ofenfabrikation (1868), der Brücken- Startpreis: 90,00 EUR
bau (1872) und die Fabrikation säurebeständiger
emaillierter Apparate (1895). Seit den 1950er Jah-
Eisenwerk Martinlamitz AG
ren mit inzwischen rd. 1400 Mitarbeitern außer- Aktie 1.000 Mark, Nr. 980
dem Kranbau sowie Herstellung von Sanitärguß, Martinlamitz, 30.1.1922 EF
Kompressoren und Pumpen. Später spezialisierte Auflage 600 (R 8).
sich die dann in eine GmbH umgewandelte EWK
auf die Produktion mobiler Brücken für das
Militär. 2002 Aufspaltung des Unternehmens in die Großformatiges Papier, deko-
dann verkaufte EWK Umwelttechnik GmbH und rativ verziert. Maße: 26,2 x 34,4 cm. Mit restlichem
den Rüstungsbereich, den der amerikanische Kuponbogen.
Rüstungskonzern General Dynamics übernahm.
Heute die “General Dynamics Eurepean Land
Systems - Germany GmbH”. Lochentwertet. Maße:
Nr. 286
20,9 x 29,6 cm. Nur 4 Stücke sind bis heute erhal-
ten geblieben!
Nr. 286 Schätzpreis: 400,00 EUR
Startpreis: 75,00 EUR
Eisenmatthes Richard Gustav Matthes
Aktie 1.000 Mark, Nr. 64975
Magdeburg, Oktober 1923 VF+
Auflage 90.000 (R 10). 1909 als Einzelfirma gegrün-
det, 1921 in eine AG umgewandelt. Betrieb von
Maschinenfabriken und Eisengießereien. Neben

Nr. 291
dem Werk I in Magdeburg-Sudenburg und Werk II
in Magdeburg-Neustadt bestanden Zweignieder-
lassungen in Berlin, Bremen, Breslau, Essen,
Frankfurt a.M., Hamburg, Hannover, Leipzig und Nr. 291 Schätzpreis: 75,00 EUR
Nürnberg. 1925 wurde durch Umwandlung ihrer Startpreis: 30,00 EUR

Nr. 288
Forderungen in Aktienkapital die Deutsche Mer- Eisenwerk Wülfel
kurbank AG in Berlin Mehrheitsaktionär. Eines der
unzähligen Opfer der Weltwirtschaftskrise: 1932 in
Aktie 1.000 RM, Nr. 2628
Vergleich gegangen mit anschließender Liquidati- Hannover-Wülfel, April 1941 EF+
on. Maße: 17 x 23,2 cm. Mit kpl. Kuponbogen. Auflage 1.100. Gründung 1882 als “Hannoversche
Messing- und Eisenwerke”, 1893 Umbenennung in
Eisenwerk Wülfel. Innerhalb von 20 Jahren ent-
wickelte sich die Firma zum größten Transmissi-
ons-Werk in Europa. Nach 1945 wurden produ-
ziert: Transmissionsanlagen, Gleitlager, Kupplun-
gen, Zahnradgetriebe, Erdölfeld-Einrichtungen,
Gießerei-Anlagen sowie Schleif- und Poliermaschi-
nen. 1975 Produktionseinstellung, Teile des Pro-
duktionsprogramms und der Werke wurden von
der MAN-Tochter Zahnräderfabrik RENK AG in
Augsburg (als Zweigwerk Hannover) und der
Roland Offsetmaschinenfabrik Faber & Schleicher
AG in Offenbach (heute MAN Roland) übernom-
men. Seit 1977 in Konkurs. Lochentwertet. Maße:
Nr. 289
21 x 29,6 cm.

Nr. 287
Nr. 289 Schätzpreis: 500,00 EUR
Nr. 287 Schätzpreis: 250,00 EUR Startpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 125,00 EUR Eisenwerk Martinlamitz AG
Eisenwerk G. Meurer AG Aktie 1.000 Mark, Nr. 554
Vorzugs-Aktie 1.000 Mark, Nr. 21 Martinlamitz, 3.4.1920 EF
Cossebaude, 25.2.1921 EF Auflage 300 (R 9). Gründung 1903 unter Übernah-
Auflage 250 (R 6). Gründung 1875 in Cossebaude me der oHG Anspach, Foerderreuther & Comp. als
bei Dresden, AG seit 1909. Herstellung von Gas- Eisen- und Emaillierwerk Martinlamitz AG, 1912
koch-, Brat-, Back-, Bügel- und Heizapparaten, Umfirmierung wie oben. Betrieb einer Eisengies-
kombinierten Gas- und Kohleherden, Tutti-Frutti- serei und einer Eisenkonstruktions- und Brücken-
Fruchtpressen, Albeco-Feuerlöschern. Als eine bauwerkstätte. 1920 brannte die Eisengießerei ab,
der ersten Firmen in ganz Europa hatte Meurer um wurde aber bald wiederaufgebaut. Die Firma
1900 mit der Entwicklung von Gaseinzelöfen für wurde ein Opfer der Weltwirtschaftskrise: 1929
die Raumheizung begonnen, nach dem 2. Welt- Vergleichsverfahren zur Abwendung des Konkur-
krieg wurden dann ausschließlich Gasherde und ses, 1933 erloschen. Maße: 26,3 x 34,2 cm. Mit rest-
Gasheizöfen produziert. 1944 Fusion mit dem Mit- lichem Kuponbogen.
bewerber Haller-Werke AG in Hamburg-Altona.
1949 Sitzverlegung nach Hamburg, wo das Werk in
Altona wiederaufgebaut wurde. 1951 umfirmiert in
Haller-Meurer-Werke AG. Börsennotiert in Berlin,
ab 1948 in Hamburg. 1986 in Konkurs gegangen.
Großformatig, schöne Umrahmung im Historis- Nr. 292
mus-Stil. Lochentwertet. Maße: 27 x 36,5 cm.
Nr. 292 Schätzpreis: 200,00 EUR
Nr. 288 Schätzpreis: 400,00 EUR Startpreis: 90,00 EUR
Startpreis: 200,00 EUR Eiswerke Huxmann AG
Eisenwerk Kaiserslautern Aktie 1.000 Mark, Nr. 3206
Aktie 100 RM, Nr. 1986 Bremen, Juli 1923 VF+
Kaiserslautern, August 1929 VF+ Auflage 5.000 (R 7). Gründung 1911. Herstellung
Auflage 2.600 (R 10). Gründung 1864, zunächst Lie- und Verkauf von Eis jeglicher Art sowie von destil-
Nr. 290
ferung von Akzidenzguss für die Saargruben. Spä- liertem Wasser, Betrieb und Vermietung von Kühl-
ter kam im Werk Barbarossastraße 18/48 in der häusern, Verkauf von Brennmaterialien. 1918

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Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

Erwerb des Grundstücks der Bremer Brauerei und Elektrizitätswerk Loschwitz gehörte. Diese beiden
erhebliche Erweiterung der Kühlhaus und Gefrier- Bahnen wurden 1911 an die Stadtgemeinde Dres-
anlagen. Ab 1927: Eiswerk und Kühlhaus Huxmann den veräußert, das Überlandwerk Bad Schandau
AG. 1945 Stilllegung des Betriebes durch Kampf- und die Kirnitzschtalbahn gingen 1924 an die AG
handlungen, 1946 Eisfabrikation wieder aufgenom- Sächsische Werke. Dafür baute die Elektra im
men. Im Dezember 1956 in eine GmbH umgewan- Königreich Sachsen, der Provinz Sachsen, in
delt. Lochentwertet. Maße: 30,2 x 23 cm. Verein- Thüringen und der preußischen Provinz Schlesien
zelt ganz leicht fleckig. ein immer größeres Geflecht von Beteiligungen an
Versorgungsunternehmen auf. Stationen auf dem

Nr. 293
Weg waren die Elektrizitätswerke in Großröhrs-
dorf, Oberweimar und Ilmenau (das Ilmenauer
Werk wurde zusammen mit dem von der Stadt
übernommenen Gaswerk Apolda zur Thüringi-

Nr. 296
sche Elektrizitäts- und Gaswerke AG in Apolda
zusammengefaßt), die Zwickauer Elektrizitäts-
werk- und Straßenbahn-AG, das von Schuckert
übernommene Elektrizitätswerk Oelsnitz, die Erz-
gebirgisch-Vogtländische Bahn- und Elektrizitäts-
gesellschaft in Schneeberg, die Vogtländische
Elektrizitätswerk AG in Trieb i.V., die Elektrizitäts-
werke Riesa, Schmölln und Gößnitz S.-A. Als der
sächsische Staat 1916 beschloß, die Stromversor-
gung im Land selbst zu kontrollieren, kam er an
der Elektra AG nicht vorbei und übernahm von
Schuckert 1918 die Aktienmehrheit. Die staatli-
Nr. 294

chen Elektrizitätsunternehmen und Kohlenberg-


werke wurden 1923 in der AG Sächsische Werke
zusammengefaßt. Diese und ihre nunmehrige Zwi-
schenholding Elektra AG schoben dann in den Fol-
Nr. 293 Schätzpreis: 100,00 EUR gejahren in unzähligen Transaktionen Beteiligun-
Startpreis: 30,00 EUR gen hin und her, wie es der jeweiligen Interessen-
lage gerade entsprach. Zuletzt war die Elektra
Ekatit Riedinger Verwaltungs-AG dann beteiligt an der Sächsischen Elektricitäts-
Sammelaktie 2 x 50 DM, Nr. 10021-22 Lieferungs-Gesellschaft in Siegmar, der Landkraft-
Augsburg, August 1982 UNC werke Leipzig AG in Kulkwitz, der Kraftwerk und
Auflage 10.000 (R 8). Gründung 1865 durch Ludwig Straßenbahn Gera AG, der Sächsische Elektrizi-
August Riedinger, 1880 Umwandlung in eine AG tätswerk- und Straßenbahn-AG in Plauen, der Elek-
(Augsburger Buntweberei vormals L. A. Riedin- tricitätswerke-Betriebs-AG in Dresden, der Kraft-

Nr. 297
ger). 1952 mehrheitlicher Erwerb der AURA-Webe- werk Sachsen-Thüringen AG in Auma, der Thürin-
rei GmbH, Augsburg. Umfirmierungen 1961 in gische Elektrizitäts- und Gaswerke AG in Apolda,
Buntweberei Riedinger, 1964 in Riedinger Textil- der Thüringer Gasgesellschaft in Leipzig, der Gas-
Nr. 297 Schätzpreis: 200,00 EUR
AG und 1971 in Riedinger Jersey AG. Das Unter- versorgung Ostsachsen AG in Dresden, der Lan-
desgasversorgung Sachsen AG in Leipzig, der Lei-
Startpreis: 75,00 EUR
nehmen war nun der größte Jerseyhersteller
Europas. Börsennotiz München, Großaktionär war pziger Außenbahn AG, der Ueberlandkraftwerke Elektricitätswerk Unterelbe AG
der Dierig-Konzern. 1980 wurden alle Betriebsteile Pulsnitz AG und der Mitteldeutsche Luftverkehrs- 4,5% Schuldv. Lit. B 1.500 RM, Nr. 70
(Spinnerei, Färberei und Ausrüstung, Strickerei) AG in Dresden. Ende 1936 Auflösung der Elektra Altona, April 1934 EF
wegen der anhaltenden Textilkrise stillgelegt. Ab AG und Übertragung des Vermögens auf die AG
Sächsische Werke; die freien Aktionäre wurden (R 8) Gründung 1912 durch Vertrag zwischen der
1981 Vermietung der vorhandenen Liegenschaften Stadt Altona und der AEG unter Einbringung des
sowie Beteiligungen an mittelständischen Firmen mit 178% des Nennwertes abgefunden. Kleine Vig-
nette mit Kraftwerk und Stromleitungen. Lochent- städtischen Elektrizitätswerkes in der Funkstraße
(u.a. der Wiwa-Gerätebau GmbH, die für die mit dem Verteilungsnetz in Altona. 1913 Bau des
berühmte Wienerwald-Brathendlkette die Hähn- wertet. Maße: 26,4 x 36,9 cm. Nur 23 Stück lagen in
der Reichsbank, davon wurden 9 Stücke wegen ersten Drehstromkraftwerks in Neumühlen. 1925-
chen-Grillgeräte herstellte). 1982 Übernahme der 28 Bau eines neuen Elektrizitätswerkes in Schulau
Aktienmehrheit durch Erich K. Tittel (Vaihingen) schlechter Erhaltung vernichtet.
an der Unterelbe. Finanziert wurden die Großinve-
und Umfirmierung in EKATIT Riedinger Verwal- stitionen durch eine Anleihe von 5 Mio. US-$, zu
tungs-AG. 1984 Konkurs. Maße: 21 x 29,7 cm. Mit deren Sicherstellung von der Stadt Altona außer-
kpl. Kuponbogen. dem die Gas- und Wasserwerke eingebracht wur-
den. 1927 Übernahme der Stromerzeugungsanla-
Nr. 294 Schätzpreis: 100,00 EUR gen der nach Altona eingemeindeten Ortschaften
Startpreis: 30,00 EUR Osdorf und Groß Flottbek. Aufgrund des ebenfalls
Ekatit Riedinger Verwaltungs-AG 1927 geschlossenen gegenseitigen Unterstüt-
zungsvertrages mit der Ver. Großkraftwerke
Sammelaktie 20 x 50 DM, Nr. 22061-80 Schleswig-Holstein GmbH in Rendsburg wurde die
Augsburg, August 1982 UNC Überlandleitung Elmshorn-Itzehoe gebaut (in Itze-
Auflage 4.500 (R 8). Maße: 21 x 29,7 cm. Mit kpl. hoe waren sämtliche größeren Elektrizitätswerke
Kuponbogen Schleswig-Holsteins zusammengeschaltet). Der
zuvor mit den HEW abgeschlossene Stromliefe-
rungsvertrag lief deshalb 1930 aus und wurde auf
Nr. 295
Nr. 295 Schätzpreis: 250,00 EUR
Startpreis: 50,00 EUR gegenseitige Unterstützung in Störungsfällen
reduziert. 1938 Abtretung der Überland-Versor-
Elektra AG gung (außer dem Umspannwerk Elmshorn) an die
Nr. 296 Schätzpreis: 100,00 EUR
Aktie Serie H 1.000 Mark, Nr. 135985 Startpreis: 25,00 EUR
Schleswag. 1940 Verpachtung des gesamten
Dresden, April 1923 VF+ Betriebes an die HEW, die inzwischen auch alleini-
Auflage 390.000 (R 8). Gründung 1898 durch die
Elektra Beckum AG ger Aktionär waren. Für diese Schuldv. wurde der
Elektrizitäts-AG vorm. Schuckert & Co., Nürnberg. Aktie 50 DM, Nr. 616 25 Year 6% Sinking Fund Mortgage Gold Bond bei
Als erstes übernahm die Elektra von der ebenfalls Meppen, November 1993 EF+ der Deutschen Golddiskontbank, Berlin treuhän-
zum Schuckert-Konzern gehörenden Continenta- derisch hinterlegt. Lochentwertet. Maße: 29,7 x 21
(R 7) Gründung 1964 als Oberdick und Lubitz
len Gesellschaft für elektrische Unternehmungen cm. Rückseitig Bedingungen.
GmbH, 1967 Umwandlung in Elektra-Beckum
die von dieser erbaute Straßenbahn Schandau- Lubitz & Co., ab 1992 AG. Produkte: Holzbearbei-
Lichtenhainer Wasserfall (die noch heute als Tou- tungsmaschinen, Elektroschweißgeräte, Stromer- Nr. 298 Schätzpreis: 350,00 EUR
ristenbahn in der Sächsischen Schweiz beliebte zeuger, Schleifmaschinen, Gartenreiniger, Hoch- Startpreis: 120,00 EUR
Kirnitzschtalbahn). Das dazu gehörende kleine druckreiniger. 1999 Übernahme durch die Nürtin- Elektrizitätswerke Görnau AG
Kraftwerk wurde später zu einer Überlandzentrale ger Metabo-Gruppe, die unter der Marke “Elektra
ausgebaut. Als nächstes baute die Elektra die Aktie 8 x 1.000 RM, Nr. 4
Beckum” weiterhin Holzbearbeitungsmaschinen
Bergschwebebahn Loschwitz-Dresden, die als verkauft. 2010 wurde das ehemalige Elektra-Werk Görnau, 23.10.1944 VF+
weltweit erste Anlage dieser Art 1901 in Betrieb in Meppen an die MP System GmbH verkauft. Mit Zwischenschein. Gründung des Elektrizitätswer-
ging. Später übernahm die Elektra noch die Draht- Porträt des Firmengründers. Maße: 21 x 29,6 cm. kes im Jahr 1909, damals (wie heute wieder) hieß
seilbahn Loschwitz-Weißer Hirsch, der auch das Prägesiegel lochentwertet. die Stadt Zgierz und gehörte noch zu Rußland.

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1914 Ende der russischen Herrschaft, nachdem die Gesellschaft für den Reichsfiskus das Groß- Werke im thüringischen Ronneburg (die ihre
Zgierz von deutschen Truppen besetzt wird. 1918 kraftwerk Zschornewitz, das die neu gegründeten Autos unter der Marke Rex-Simplex verkauften).
Entwaffnung der deutschen Garnison. 1940 dem Reichsstickstoffwerke Piesteritz mit elektrischer 1927 umbenannt in Elite-Diamantwerke AG. Auf
sog. “Warthegau” zugeschlagen, 1943 in Görnau Energie versorgte. 1917 übernahm das Reich das den in Berlin, Leipzig, Dresden und Chemnitz bör-
umbenannt. “Nach Neudruck der Reichsmarkakti- gesamte Grundkapital der Elektrowerke, die sennotierten Konkurrenten wurden nun OPEL auf-
en wird gegen diesen Zwischenschein die obener- danach noch einen weiteren Stützpunkt in der Nie- merksam und Fritz Opel kaufte 1928 die Aktien-
wähnte Aktienanzahl an den Inhaber ausgefolgt derlausitzer Kraftwerksgruppe erhielten. 1950 mehrheit auf. Anschließend übernahm die ADAM
werden.” Wenige Monate vor Kriegsende war das Berliner Wertpapierbereinigung und Umfirmie- OPEL AG die Automobilwerke in Brand-Erbisdorf
im Warthegau wohl nur noch ein theoretisches rung in Elektrowerke AG, Berlin (West). Ab 1954 (Elite) und Ronneburg (Rex-Simplex), die Elite-Dia-
Versprechen. Originalunterschrift. Lochentwertet. Ablösung der Teilschuldverschreibungen. Ab 1968 mantwerke konzentrierten sich auf den Motorrad-
Maße: 29,9 x 21 cm. In der Reichsbank lagen 10 GmbH. Hochwertiger ABNC-Stahlstich, Vignette bau (ab 1932 wurden die Motorräder unter der
dieser Zwischenscheine in unterschiedlicher mit männlicher Allegorie des Wissens. Maße: 38,2 Marke EO Elite-Opel verkauft) und den Fahrrad-
Stückelung, jeder für sich ein Unikat. x 25,4 cm. Mit anh. Kupons. Lochentwertet. bau (in dem schon 1926 ein Fahrrad komplett aus
Leichtmetall entwickelt wurde). Zwischendurch
hatte die Firma 1929/30 ein Vergleichsverfahren
durchlaufen, nach dessen Abschluß Opel seine
Beteiligung wieder abstieß, die wohl nur die
Beseitigung eines Konkurrenten im Automobilbau
bezweckt hatte. 1952 als “VEB Fahrradwerke Elite
Diamant” verstaatlicht. Alle DDR-Radrennfahrer
fuhren auf Diamant-Rädern, so auch die Gewinner
der Straßen-Weltmeisterschaften 1959 (Täve
Schur) und 1960 (Bernhard Eckstein). 1992 als
DIAMANT Fahrradwerke AG reprivatisiert, seit
2003 zur amerikanischen Trek Bicycle Corp.
gehörend. Lochentwertet. Maße: 21,1 x 29,8 cm.

Nr. 298
Nr. 300

Nr. 302

Nr. 302 Schätzpreis: 400,00 EUR


Startpreis: 150,00 EUR
Elitewagen AG
Aktie 20 RM, Nr. 5740
Berlin, Juni 1925 EF-
Auflage 9.000 (R 9). Gegründet 1917 zwecks Bau,
Vertrieb und Vermietung elektrischer Kraftfahr-
zeuge, insbesondere Elitewagen (die Elitewerke
AG in Brand-Erbisdorf war an der Elitewagen AG
beteiligt). 1918 Erwerb der Automobil- und
Maschinenfabrik Hentschel & Co., Berlin, die dann
Nr. 301 vornehmlich als Reparatur-Werkstatt und Lade-
station für Elektro-Automobile benutzt wurde.
1919 Übernahme der Berliner Reparaturwerkstatt
Nr. 301 Schätzpreis: 300,00 EUR
der Elitewerke AG. 1920 Übernahme des Automo-
Startpreis: 150,00 EUR bilwerkes Richard & Hering AG in Ronneburg
Elite-Diamantwerke AG (Marke Rex-Simplex). Hier hatte bis 1912 der
Aktie Lit. B 20 RM, Nr. 8517 berühmte Konstrukteur Ernst Valentin gearbeitet,
der ursprünglich von Protos kam und später bei
Nr. 299
Brand-Erbisdorf i.Sa., 16.2.1927 EF
Russo-Baltique exzellente sportliche Tourenwa-
Auflage 5.000, nach Kapitalschnitt 1930 noch 500
gen konstruierte. 1921 Beteiligung bei der Fahr-
(R 8). Die 1884 gegründete Firma Gebr. Nevoigt in
zeugfabrik F. G. Dittmann AG in Berlin-Wittenau.
Nr. 299 Schätzpreis: 350,00 EUR Reichenbrand wurde 1905 in eine AG umgewan-
1926 wurde die Fabrik im thüringischen Ronne-
delt, nachdem die Firma (u.a. 1895 Aufnahme der
Startpreis: 120,00 EUR burg an die Elitewerke AG verpachtet und die
Serienproduktion der Diamant-Fahrräder) stark
Elektrizitätswerke Görnau AG Elektromobil-Abteilung in Berlin SW 29, Zossener-
expandierte. 1912 umbenannt in Diamantwerke
str. 55 (die u.a. 5-Tonner-Elektro-LKW’s produzier-
Aktie 28 x 1.000 RM , Nr. 13 Gebr. Nevoigt AG mit Sitz Siegmar bei Chemnitz.
te) an Muchow & Co. verkauft. 1928 aufgelöst,
Görnau, 3.11.1944 VF+ 1917 fusionsweise Übernahme durch die Elite-
nachdem ein Konkursantrag mangels Masse abge-
Motorenwerke AG in Brand-Erbisdorf (gegr. 1913),
Zwischenschein. Originalunterschrift. Lochent- lehnt worden war. Lochentwertet. Maße: 20,9 x
die sich in Elitewerke AG umbenannte. Die beiden
wertet. Maße: 29,9 x 21 cm. In der Reichsbank 29,8 cm. Nur 7 Stücke sind bis heute erhalten
Werke blieben auch nach der Fusion selbständig.
lagen 10 dieser Zwischenscheine in unterschiedli- geblieben!
Hergestellt wurden in Brand-Erbisdorf Personen-
cher Stückelung, jeder für sich ein Unikat.
und Lastautomobile, Motorfahrräder und Maschi-
nen für die Schokoladeherstellung. Spitzenmodell Nr. 303 Schätzpreis: 80,00 EUR
Nr. 300 Schätzpreis: 250,00 EUR im seit 1920 betriebenen Automobilbau war ein Startpreis: 20,00 EUR
Startpreis: 60,00 EUR luxuriöser Tourenwagen mit 4600-ccm-6-Zylinder- Elsflether Werft AG
Elektrowerke AG Maschine. Das Werk Siegmar produzierte Fahr- Aktie 100 DM, Nr. 488
(Electric Power Corp.) und Motorräder und Strickmaschinen für Hand-
und Motorbetrieb. Beschäftigt waren zusammen Elsfleth, Mai 1950 EF
6,5% Gold Bond 1.000 $, Specimen etwa 1.500 Mitarbeiter. 1917 wurde außerdem die Auflage 500 (R 6). Gegründet wurde die zwischen
1.3.1925 VF Fa. F. H. Holtzhausen & Co. in Nossen i.Sa. erwor- dem Elsflether Tidehafen und der alten Weser
Nullgeziffertes Specimen (R 10). Gründung 1892 ben, die hauptsächlich Inneneinrichtungen für gelegene Werft 1916 unter Führung des Schiffs-
als “Braunkohlenwerk Golpa-Jeßnitz AG, Halle”, Mühlen herstellte. Die Elitewerke übernahmen bauingenieurs Franz Peuss und der Oldenburger
zunächst eine Tochter der AEG. 1915 errichtete 1921 ferner die Produktion der Richard & Hering Spar- und Leihbank. Zunächst waren Binnentan-
ker eine besondere Spezialität, im 2. Weltkrieg

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baute die Werft dann Minensuchboote und Tank- Heringsfischerei Dollart AG am I. Hafeneinschnitt
schiffe. Nach dem Krieg wurde 1952 wieder der übernommen. Großaktionär war die Emder Ree-
erste Neubau abgeliefert, zuletzt konnten nach derei Jakob Ekkenga. 1961 in eine GmbH umge-
ständigen Erweiterungen der Werft Schiffe bis wandelt. Großformatiges Stück mit Abbildung von
20.000 tdw gebaut werden. Börsennotiert früher in Herings-Loggern. Maße: 43,2 x 27,7 cm. Doppel-
Hamburg, nach dem Krieg in Bremen, Großak- blatt. Eingerissene Knickfalte am rechten Rand
tionär war die Bremer Lürssen-Werft. 1994 im fachmännisch restauriert.
großen Werften-Sterben in Konkurs gegangen,
aber dennoch nicht ganz am Ende: als Reparatur-
werft konnte sich das Unternehmen, nunmehr als
GmbH & Co. KG, bis in unsere Tage retten. Maße:
21,1 x 29,7 cm. Prägesiegel lochentwertet.

Nr. 307
Nr. 307 Schätzpreis: 400,00 EUR
Nr. 303 Startpreis: 150,00 EUR
Emil Heinicke AG
Aktie 1.000 Mark, Nr. 6206
Berlin, 13.12.1920 EF/VF
Auflage 3.500 (R 11). Gründung 1911 zwecks
Erwerb und Fortbetrieb des bisher unter der
Firma Emil Heinicke in Berlin betriebenen Spezial-
Bau und Einrichtungs-Geschäfts. Spezialitäten:
Laden- und Fassaden-Bau, Geschäfts-Einrichtun-
gen, Herstellung und Vertrieb von Holz- und
Metallartikeln sowie Artikeln der chemischen und
Nr. 305
Textil-Industrie. Fabrik in Mariendorf. 1914/16
umfangreiche Kriegslieferungen, 1916/17 Errich-
tung einer Munitionsfabrik, ab 1919 auch Herstel-
lung landwirtschaftlicher Artikel. 1924/25 umfang-
reiche Neubauten (Friedrichstr. 129, am Kurfür-
stendamm das Lachmann-Mossesche Gelände,
Scheunenviertel in Berlin, Pankow-Niederschön-
hausen, Bellermannstr., Bahnhof Witzleben u.a.).
1931 eines der unzähligen Opfer der Weltwirt-
schaftskrise geworden und in Konkurs gegangen.
Lochentwertet. Maße: 33,2 x 25,2 cm. Nur 2 Stücke
sind bis heute erhalten geblieben!

Nr. 304
Nr. 304 Schätzpreis: 250,00 EUR
Nr. 306
Startpreis: 80,00 EUR
Emaillir- und Stanzwerke AG
vorm. Welsch & Quirin Nr. 306 Schätzpreis: 100,00 EUR
Aktie 1.000 Mark, Nr. 316 Startpreis: 25,00 EUR
Fraulautern, 4.12.1899 EF Emil Busch AG Optische Industrie
Gründeraktie, Auflage 350 (R 8). Herstellung von Aktie 1.000 RM, Nr. 957
Blechgeschirr, Haus- und Küchengeräten. Maße: Rathenow, Juni 1942 EF+
34,4 x 25,3 cm. Mit Kupons. Auflage 5.731. Gründung bereits 1800 mit königli-
cher Konzession durch die beiden Pfarrer
Nr. 305 Schätzpreis: 500,00 EUR Duncker und Wagener als “Optische Industrie-
Startpreis: 180,00 EUR Anstalt Rathenow”. Mit 15 Arbeitern werden
Emder Häringsfischerei-AG Mikroskope, Brillengläser und Brillen erzeugt.
1845 übernimmt Emil Busch die Leitung, 1851
Actie 100 Thaler, Nr. 986 (inzwischen werden 130 Arbeiter beschäftigt) Ein-
Emden, 19.7.1872 VF führung der Opernglasfabrikation. 1872 Umwand-
Gründeraktie, Auflage 2.000 (R 8). Gründung 1872. lung in die “Rathenower optische Industrieanstalt
Heringsfang mit zunächst 29 Loggern. Dass Herin- (vormals Emil Busch) AG”, 1908 Umfirmierung wie
ge sich zur Laichzeit in gewaltigen Schwärmen vor oben. Tochterfirmen in Kopenhagen seit 1920,
Nr. 308
den Küsten sammeln, machte sie Ende des letzten London und Rio de Janeiro seit 1928. Börsennotiz
Jahrhunderts, neben dem Kabeljau, zum wichtig- Berlin, Mehrheitsaktionär war zuletzt die Carl-
sten Ziel der Fischerei. Auch in Deutschland Zeiss-Stiftung in Jena. 1949 Sitzverlegung nach
wurde die wirtschaftliche Bedeutung erkannt: Die Göttingen, 1953 Umwandlung in die Emil Busch Nr. 308 Schätzpreis: 250,00 EUR
von Emden und Norden aus Hochseefischerei GmbH. Auf dem ehemaligen Betriebsgelände in Startpreis: 60,00 EUR
betreibenden Gesellschaften wurden teilweise Rathenow entstanden 1946 die Rathenower Opti-
sogar staatlich subventioniert. 1944 wurden die schen Werke GmbH, ab 1948 volkseigener Betrieb. Emil Marold AG
Betriebsanlagen an Land bei einem Fliegerangriff Nach 1990 waren von ehemals 4000 Mitarbeitern Aktie 1.000 Mark, Nr. 61
vollständig zerstört. Nach Wiederaufnahme der ca. 800 beschäftigt, die die gesamte Produktpalet- Berlin, 14.2.1900 EF
Fischerei 1945 wurden zunächst die Betriebsanla- te anbieten. Lochentwertet. Maße: 21 x 29,7 cm. Gründeraktie, Auflage 400 (R 8). Fabrikation von
gen der Schwesterfirma “Großer Kurfürst Herings- Metallknöpfen, Gravieranstalt, Galvanisches Insti-
fischerei AG” am II. Hafeneinschnitt mit benutzt, tut, Herstellung von Bijouterie-Waren. Maße: 34,8
1948 wurden dann die Anlagen der früheren Katalogpreis 10,00 EUR
x 25,6 cm. Doppelblatt.

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Beschäftigten der größte Arbeitgeber der Region


war und erst 1982 stillgelegt wurde. Nachdem
Erdöl häufig in der Nähe von Kreidevorkommen
zu finden ist, brach in Westersode das Ölfieber
aus und man interessierte ein Unternehmen aus
Halle für Probebohrungen. Die Bohrgesellschaft
brachte in Westersode zwei Bohrungen bis 400 m
Teufe nieder, u.a. auf dem Grundstück des
Gemeindevorstehers Johann Stüve. Auf Öl oder
Kali stieß man dabei nicht, wohl aber auf Stein-
salz, dessen Förderung aber nicht wirtschaftlich
war, weil die nahe gelegene Saline Stade (bis 2003
als AKZO Nobel Salz GmbH in Betrieb) den Markt
schon seit 1872 versorgte. Immerhin ist mit die-
Nr. 311
sem Anteilschein aber die einzige Bohrung in der
Unterelbe-Region belegt, die überhaupt auf irgend
Nr. 311 Schätzpreis: 100,00 EUR etwas fündig wurde. Weitere 9 Kalibohrgesell-
Startpreis: 25,00 EUR schaften, die wir kennen, fingen erst gar nicht an
zu bohren oder wurden nicht fündig. Breite
Erdmannsdorfer AG für Flachsgarn- Umrahmung im Historismus-Stil, Originalunter-
Maschinen-Spinnerei und Weberei schriften. Maße: 35 x 25,3 cm. Doppelblatt.
Aktie 1.000 RM, Nr. 3926
Nr. 309 Zillerthal-Erdmannsdorf, Juli 1940 EF+
Auflage 500. Gründung 1839 zur Beschäftigung der
Nr. 309 Schätzpreis: 250,00 EUR notleidenden Weber des Riesengebirges durch die
Startpreis: 45,00 EUR Königliche Seehandlungs-Societät (später: Preußi-
Emil Waeldin Lederfabrik AG sche Staatsbank) im Rahmen der Industrialisie-
rungspolitik ihres berühmten Präsidenten Rother.
Aktie Reihe A 1.000 RM, Nr. 248 Seit 1872 AG. 1882 Anschluß an die neueröffnete
Lahr (Baden), 1.8.1927 EF- Eisenbahn Hirschberg-Schmiedeberg. Der Mehr-
Gründeraktie, Auflage 250 (R 9). Bei Gründung heitsaktionär (Blumenberg-Konzern) wurde in der
1927 wurden die Anlagen der KG Emil Waeldin & Weltwirtschaftskrise schwach, woraufhin Com-
Co. übernommen. Herstellung von Oberleder, merzbank, Deutsche und Dresdner Bank die Mehr-
Bekleidungs- und Handschuhleder. Zweignieder- heit an der in Berlin und Breslau börsennotierten
lasseung: Handschuhfabrik Würzburg-Heidings- Gesellschaft übernahmen. Im Betrieb waren
feld. Großaktionär war Ludwig Cornelius Frhr. zuletzt aufgestellt 14.000 Flachsspindeln und 530
Heyl zu Hernsheim. 1971 nach Übernahme durch mech. Webstühle, außerdem wurde ein eigenes
die Heyl’schen Lederwerke in Worms Umbenen- Hotel mit Gastwirtschaft unterhalten. Maße: 21 x
nung in Heyl & Waeldin AG. 1974 wurde die AG auf- 29,7 cm. Prägesiegel lochentwertet.
gelöst. Maße: 26,5 x 20,5 cm. Doppelblatt, lochent-
wertet.

Nr. 313

Nr. 313 Schätzpreis: 100,00 EUR


Startpreis: 20,00 EUR
Erdöl-Bohrgesellschaft Plockhorst
Anteilschein über 1 Anteil, Nr. 659
Braunschweig, 1.5.1934 EF+
Auflage 4.000 (R 7). Das Unternehmen entstand
auf der Basis der Autarkiebestrebungen im 3.
Reich zur Ausbeutung der teilweise noch heute in
Betrieb befindlichen Ölfelder nördlich von Braun-
schweig. Maße: 29,2 x 22,8 cm.

Nr. 312
Nr. 310
Nr. 312 Schätzpreis: 400,00 EUR
Nr. 310 Schätzpreis: 175,00 EUR Startpreis: 120,00 EUR
Startpreis: 80,00 EUR Erdoel- und Kali-Bohrgesellschaft
Emschergenossenschaft “Westersode”
4% Schuldschein 100.000 RM, Nr. 18 Anteil-Schein, Nr. 698
Nr. 314
Essen, 1.11.1941 EF/VF Westersode, 20.9.1905 VF
(R 8) Die älteste deutsche Abwassergenossen- Gründeranteil, Auflage 1.000 (R 10). Gründung
schaft wurde gegründet aufgrund des Gesetzes 1905 durch ein Unternehmen aus Halle a.S., wel-
von 1904 zur Regelung der Vorflut und zur Abwas-
Nr. 314 Schätzpreis: 125,00 EUR
ches sich als Bedingung der Konzession gegenü- Startpreis: 40,00 EUR
serreinigung im Emschergebiet. Mitglieder: Alle ber der Gemeinde Westersode im Regierungsbe-
Land- und Stadtkreise, die ganz oder teilweise zirk Stade verpflichtete, innerhalb von drei Mona- Erdölbohrgesellschaft Sachsenross
nach der Emscher und ihren Nebenläufen entwäs- ten eine gewisse Anzahl von Bohrtürmen in der Gewerkschaft Emilie
sern. Die Einleitungen der Abwässer der Gemein- Feldmark zu erbauen (der schon 1083 erstmals Anteilschein, Nr. 1742
den, Bergwerke und Industriebetriebe führten zu erwähnte Ort Westersode ging 1968 in der Samt-
hygienischen Mißständen. Durch Flußregulierung Hannover, 15.4.1934 EF+
gemeinde Hemmoor auf). Schon 1862 waren
(1904-24) und später einer künstlichen Entwässe- (R 8) Eine der Gesellschaften, die im Zuge der
Experten der kgl. Hannoverschen Regierung in
rung wurde eine Sanierung erreicht. Lochentwer- Autarkiebestrebungen nördlich von Braun-
den Gemarkungen Warstade, Hemmoor und
tet. Maße: 34,2 x 22,9 cm. Eingetragen auf die Dort- schweig nach Öl suchten. Lochentwertet. Maße:
Westersode auf ein mächtiges Kreidevorkommen
munder Hansa-Brauerei AG, Dortmund. Original- 20,8 x 29,7 cm. Schönes Prägesiegel mit dem Sach-
gestoßen, das die Basis für die “Portland Cement-
signaturen. senroß.
fabrik Hemmoor” bildete, die damals mit 2.000

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Nr. 315 Nr. 320


Nr. 315 Schätzpreis: 125,00 EUR Nr. 320 Schätzpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 25,00 EUR Startpreis: 60,00 EUR
Erdölgesellschaft “Preussen” Eschweiler Bergwerks-Verein
Bohr- und Produktionsgesellschaft Aktie 20 DM, Nr. 105636
Anteilschein über 1 Anteil, Nr. 3299 Kohlscheid (Rhld.), Februar 1952 EF+
Hannover, August 1932 EF+ Auflage 1.000 (R 7). Der 1834 in Eschweiler-Pumpe
im Aachener Revier gegründete EBV galt mit sein-
Nr. 318
Auflage 20.000 (R 8). Typisches Unternehmen aus
der Zeit der Autarkie-Bestrebungen. In den 30er erzeit 21 Schächten als bedeutendstes Steinkoh-
Jahren erinnerte man sich wieder an die Erdölvor- lenbergwerk außerhalb des Ruhrgebietes. 1863
kommen nördlich der Achse Hannover-Braun- Nr. 318 Schätzpreis: 250,00 EUR Ankauf der Grube Anna, 1873 Fusion mit der Con-
schweig, wo vor der Jahrhundertwende in “Preus- Startpreis: 40,00 EUR cordia-Hütte, 1907 Fusion mit der Vereinigungsge-
sisch-Pennsylvanien” schon einmal ein Ölboom Erholungsheim-Betriebs-GmbH sellschaft für Steinkohlenbau im Wurmrevier, 1910
ausgebrochen war. Grauer Druck auf grauem Kar- Erwerb der Eschweiler-Köln-Eisenwerke AG, 1925
ton. Maße: 25 x 34,3 cm. Nur ca. 20 Stück wurden
5% Schuldv. 1.000 Mark, Nr. 6211 Erwerb des Röhrenwalzwerkes der Eschweiler-
1996 in einem niedersächsischen Privathaushalt Berlin, 15.5.1922 VF+ Ratinger Metallwerke AG. Ab 1913 Interessenge-
gefunden. (R 11) An der Tannenzweig-Umrandung und dem meinschaft mit der luxemburgischen ARBED, die
Wahlspruch “Es grüne die Tanne, es wachse das im Laufe der Zeit mit über 95% der Aktien auch
Erz, Gott schenke uns allen ein fröhliches Herz!” beherrschender Großaktionär wurde. 1956 waren
erkennt der geborene Harzer freilich sofort, daß in Betrieb u.a. die Gruben Gouley/Laurweg, Maria
sich besagtes Erholungsheim für die Berliner in Mariadorf, Anna I/II in Alsdorf, Adolf in Merk-
Bevölkerung im Harz befunden haben muß. Maße: stein, Emil Mayrisch in Siersdorf bei Jülich und die
37,2 x 26,1 cm. Mit restlichem Kuponbogen. Seit Dampfziegelei Streiffeld in Merkstein, außerdem
Jahren nur zwei Stücke bekannt! im Werk Aue ein Walzwerk, Rohrwerk und Fit-
tingsfabrik und im Werk Ermag ein Stahlwerk und
Rohrwerk.In diesem Jahr fasste der EBV nach
mehreren gescheiterten Versuchen in größerem
Stil im Ruhrbergbau Fuß, indem er durch Vermitt-
lung der Westfalenbank die über 80%ige Beteili-
gung der Wintershall AG an der Bergbau-AG
Lothringen mit dem Steinkohlenbergwerk Westfa-
len übernahm. 1992 wurden die Aachener Berg-
werke stillgelegt und das Steinkohlenbergwerk
Westfalen auf die Ruhrkohle AG übertragen. Zwei
kleine Vignetten mit Fördertürmen und rauchen-
den Schloten. Maße: 21,2 x 29,7 cm. Rückseitig als
ungültig abgestempelt.

Nr. 316
Nr. 316 Schätzpreis: 250,00 EUR
Startpreis: 100,00 EUR
Erdölwerk “Thören”
Anteilschein, Nr. 3487
Hannover, 1.4.1927 EF+

Nr. 319
Auflage 1.500 (R 10). Die Gesellschaft bohrte in
Thören bei Wietze (Bezirk Celle) nach Erdöl. im

Nr. 321
Dezember 1926 Zusammenschluß zur “Erdölwerk
Thören-Nienhagen”. Originalunterschriften. Rück- Nr. 319 Schätzpreis: 250,00 EUR
seitig Übertragungvermerk. Maße: 29,4 x 22,3 cm. Startpreis: 80,00 EUR
Erzgebirgischer Zehntenverein Nr. 321 Schätzpreis: 150,00 EUR
Nr. 317 Schätzpreis: 250,00 EUR Zehntengewährschein nach dem Antheile Startpreis: 60,00 EUR
Startpreis: 100,00 EUR Euling & Mack Gips-
von 5 Ar, Nr. 56
Erdölwerk “Thören” Zwickau, 1.9.1876 VF+ und Gipsdielenfabriken AG
Anteilschein, Nr. 3488 (R 10) Hochinteressante Konstruktion aus dem Aktie 1.000 Mark, Nr. 9610
Hannover, 1.4.1927 EF+ Wertpapierbereich: Normalerweise hatten die Ellrich am Harz, 1.1.1923 EF
Auflage 1.500 (R 10). Originalunterschriften. Rück- Bergwerke ihre Abgaben (Zehnten) an die Eigentü- Auflage 9.000 (R 8). Bei der Gründung 1905 wur-
seitig Übertragungvermerk. Maße: 29,4 x 22,3 cm. mer der jeweiligen Grundstücke zu leisten. Mit den die “Vereinigte Gipswerke Ellrich GmbH” und
den Zehntengewährscheinen wurde eine Lösung die “Mack’s Gips- und Gipsdielenfabrik GmbH” in
der Ansprüche auf die Zehnten-Zahlungen vom Ludwigsburg übernommen. Nach Aufkauf weiterer
Grundbesitz und ihre freie Handelbarkeit erreicht.
Historische Wertpapiere Mit Gültigkeitsvermerk vom Mai 1934. Maße: 31,5
Wettbewerber beherrschte die Firma schließlich
80% der Gipsindustrie in Nord- und Mitteldeutsch-
Spiegelbilder x 21,6 cm. 1934 als „gültig geblieben“ abgestem- land. Die Firma existiert noch heute und firmiert
pelt. Lochentwertung (3 kleine Löcher) mit blanko unter der Heidelberger Zementfabrik. Maße: 24,6 x
der Wirtschaftsgeschichte Siegelmarken hinterklebt. 32,2 cm. Mittig lochentwertet.

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Elektrotechnischer Anzeiger sowie F. A. Günthers


Zeitungsverlag GmbH. In diesem Verlag erschie-
nen 9 Zeitschriften, darunter der “Elektrotechni-
sche Anzeiger”, die “Bäcker- und Konditor-Zei-
tung”, “Der Damenputz”, “Die Lederwelt” und die
“Deutsche Sportartikel-Zeitung”. Die in Berlin bör-
sennotierten Aktien fristeten lange Zeit ein Mauer-
blümchendasein als inhaltsloser Mantel, nachdem
1965/71 der gesamte technische Betrieb und die
Beteiligung an der F. A. Günther & Sohn Buch-
druckerei und Verlag GmbH verkauft worden
waren. In rascher Folge wurde der Sitz nach Ham-
burg (1979), Krefeld (1982), Aachen (1983) und
Düsseldorf (1985) verlegt. Mit der Sitzverlegung
Nr. 322 Nr. 326
nach Leipzig (1991) wurde die AG reaktiviert und
in den neuen Bundesländern zu einer wichtigen
Nr. 322 Schätzpreis: 100,00 EUR Größe im Immobiliengeschäft entwickelt. Nach
guten Jahren mit bis zu 20 DM Dividende folgte Nr. 326 Schätzpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 50,00 EUR Startpreis: 60,00 EUR
der Absturz: 1997 Eröffnung des Gesamtvoll-
Europäisches Zollbau-Syndikat AG streckungsverfahrens. Wegen der immensen Ver- Fahlberg-List AG
Aktie 100 RM, Nr. 31 lustvorträge seither immer wieder einmal ein Chemische Fabriken
Berlin, 12.10.1927 EF+ Spielball der Mantelspekulation. Maße: 21 x 29,7
cm. Prägesiegel lochentwertet.
Aktie 100 DM, Nr. 3444
Auflage 1.000 (R 7). Gründung 1926 unter Über- Hamburg, September 1958 EF
nahme der 1921 gegr. Deutsche Zollbau-Licenz-
Auflage 7.000 (R 8). Gründung 1902 als “Saccharin-
Gesellschaft zur Verwertung der unter dem
Fabrik AG vorm. Fahlberg, List & Co.” unter Über-
Namen Zollbau bekannten patentrechtlich
nahme der seit 1886 bestehenden Fabrik von Dr.
geschützten Baukonstruktionen und Verfahren für
Constantin Fahlberg, dem Entdecker des Süß-
Wohn- und Zweckbauten. 1927 Abschluss eines
stoffs Saccharin. 1912 Angliederung einer pharma-
Interessenvertrages mit der Firma Junkers, Des-
zeutischen Abteilung. 1926 Übernahme der Mittel-
sau über gemeinsame Arbeit auf dem Gebiet der
deutsche Superphosphatwerke GmbH mit Werken
Lamellenbauweise in Metall und über den Vertrieb
in Köthen und Doderdorf, außerdem Neubau einer
der nunmehr Junkers-Zollbau genannten Blechla-
Superphosphatfabrik auf dem Gelände der Glas-
mellenkonstruktion. Mitte 1930 Zwangsvergleich.
hütte A. Grafe Nachf. in Westerhüsen. 1932 umfir-
Lochentwertet. Maße: 20,8 x 29,5 cm.
miert wie oben. Das Magdeburger Werk wurde am
1.7.1946 entschädigungslos in Volkseigentum
überführt. 1950 Sitzverlegung nach Hamburg und
Erwerb der “Dr. Goeze & Co. GmbH” in Wolfenbüt-
Nr. 324 tel (sogleich umfirmiert in Fahlberg-List GmbH),
wo Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungs-
mittel hergestellt wurden. Die Tochter in Wolfen-
büttel, wo auch die Schering AG ein großes Werk
für Pflanzenschutzmittel unterhielt (heute Bayer
Crop Science) wurde 1969 an diese verkauft. 1976
Sitzverlegung nach Düsseldorf, wo die AG noch
heute mit diversen kleineren Beteiligungen
besteht. Maße: 21 x 29,7 cm. Mit kpl. Kuponbogen.

Nr. 325

Nr. 323
Nr. 325 Schätzpreis: 250,00 EUR
Startpreis: 125,00 EUR
Nr. 323 Schätzpreis: 300,00 EUR Faber & Schleicher AG
Startpreis: 90,00 EUR Aktie 100 RM, Nr. 2242
Excelsior-Fahrrad-Werke Offenbach, 31.10.1928 EF/VF
Gebr. Conrad & Patz AG Auflage 2.080 (R 8). Gründung 1871 als “Associati-
onsgeschäft zur Produktion von lithographischen
Aktie 1.000 Mark, Nr. 1037 Schnellpressen” durch Louis Faber und Adolf
Brandenburg a.H., 29.12.1906 VF Schleicher. AG seit 1897 als “Faber & Schleicher
Gründeraktie, Auflage 1.250 (R 8). Gründung 1906. Maschinenfabrik auf Actien”. Zunächst Bau von
Die Fabrik in der Brandenburger Neustadt (Wil- Steindruck-Schnellpressen, 1911 kommt die erste

Nr. 327
helmsdorfer Landstr. 43) war damals einer der ROLAND-Offsetpresse auf den Markt. 1957 Umfir-
größten Fahrrad-Hersteller Deutschlands, auch mierung in “Roland Offsetmaschinenfabrik Faber
Ersatzteile für die Automobilindustrie wurden & Schleicher AG”. 1979 Vereinigung mit dem
produziert. Beschäftigt wurden über 1400 Arbei- Druckmaschinenbereich der M.A.N. und Umfir- Nr. 327 Schätzpreis: 150,00 EUR
ter und Beamte. Nach andauernden Verlusten mierung in “MAN Roland Druckmaschinen AG” Startpreis: 75,00 EUR
wurde die Fabrikation 1932 eingestellt, danach zum weltweit zweitgrößten Hersteller von Druck-
wurde die in Berlin börsennotierte Gesellschaft maschinen und Weltmarktführer im Rollenoffset.
Fahrzeug-Motoren-AG
abgewickelt. Maße: 35,2 x 24,8 cm. Mit restlichem Beschäftigt waren 8.700 Mitarbeiter in den Werken Aktie Serie A 1.000 Mark, Nr. 9806
Kuponbogen. Keine Entwertung! Augsburg, Offenbach, Plauen und Mainhausen. Dresden, 24.7.1923 EF+
2005/06 squeeze-out der Kleinaktionäre der bis Gründeraktie, Auflage 10.000. Gründung im April
Nr. 324 Schätzpreis: 75,00 EUR dahin börsennotierten AG, später verkauft MAN 1923. Handel mit Verbrennungs-Kleinmotoren,
Startpreis: 30,00 EUR die Mehrheit an den Investor “Allianz Capital Part- Großmotoren, Handel mit Fahrzeugen, angetrie-
ners GmbH”. Unter der Krise im Druckmaschinen- ben durch Verbrennungs- und Elektromotoren.
F. A. Günther & Sohn AG markt brach das Unternehmen Ende 2011 zusam- Markenname Huy, gefertigt wurden 198-ccm und
Aktie 1.000 RM, Nr. 1783 men und wurde zerschlagen; nachdem Interessen- 346-ccm Motorräder. 1924 Übernahme der Oruk-
Berlin, 2.3.1929 EF+ ten nicht gerade Schlange standen, verkaufte der Motorradwerke AG, Chemnitz. Im November 1925
Auflage 3.000. Gründung 1908/09 durch Zusam- Insolvenzverwalter die Werkstandorte einzeln. ging die Gesellschaft in Liquidation. Lochentwer-
menführung der Firmen F. A. Günther & Sohn, Lochentwertet. Maße: 20,8 x 29,6 cm. tet. Maße: 27,1 x 20,3 cm.

57
Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

und zwischenzeitliche Umfirmierung in “Felten &


Guilleaume-Lahmeyerwerke AG”. Bereits 1910
wurde dieses Werk wieder abgestoßen und die
alte Firmenbezeichnung wieder angenommen.
Großaktionär war lange Zeit der Luxemburger
Arbed-Konzern. 1979 erwarb der Philips-Konzern
die Mehrheit und firmierte das Unternehmen in
PKI Philips Kommunikations Industrie AG um.
Unter dem alten Namen wurde für das ursprüngli-
che Geschäft die Felten & Guilleaume Energie-
technik AG 1986 aus der PKI herausgelöst und an
die Börse gebracht. Mit Porträt-Vignette Franz
Carl Guilleaume. Maße: 21 x 29,7 cm. Prägesiegel
lochentwertet

Nr. 328 Nr. 330

Nr. 328 Schätzpreis: 175,00 EUR


Startpreis: 75,00 EUR
Fahrzeugfabrik Düsseldorf AG
Aktie 1.000 Mark, Nr. 15636
Düsseldorf, 25.11.1922 EF/VF
Auflage 13.000 (R 9). Gründung 1918. Hergestellt
wurden Fahrräder und Motorräder, ab 1921 (bis
1925) auch Automobile (Fadag). Neben 4-Zylinder-
Modellen gab es auch ein 50-PS-6-Zylinder-Modell,
mit 2650-ccm-Motor von Siemens & Halske. Ein
Teil dieser Kapitalerhöhung wurde an eine auslän-
dische Firma gegeben zwecks Ausbau des Expor-
tes. Großes Querformat mit dekorativer Umrah-
mung. Maße: 25,2 x 34,8 cm.

Nr. 333

Nr. 331 Nr. 333 Schätzpreis: 1.000,00 EUR


Startpreis: 240,00 EUR
Nr. 331 Schätzpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 75,00 EUR Ferngasversorgung Provinz
Felsberg AG für Gipsindustrie Sachsen-Thüringen AG
Nr. 329 Bennungen (Südharz) Sammelaktie 110 x 1.000 RM, Erfurt, Nr. 5
Aktie 1.000 Mark, Nr. 22087 Merseburg, 16.2.1940 VF+
Nr. 329 Schätzpreis: 85,00 EUR Zwischenschein (R 12). Gründung 1939 durch den
Startpreis: 25,00 EUR Sangerhausen, April 1923 EF
Provinzialverband von Sachsen, das Land Thürin-
Auflage 5.000 (R 7). Gründung im Januar 1923 zum
Faradit Rohr- und Walzwerk AG Erwerb und Betrieb des der Gesellschaft Felsen-
gen, die Deutsche Continental Gas-Gesellschaft in
Dessau, die Gasfernversorgung Thüringen AG in
Aktie 1.000 RM, Nr. 3007 berg in Gotha gehörenden Gipswerkes in Bennun- Erfurt und die Gasfernversorgung Saale GmbH in
Chemnitz, Juni 1940 EF+ gen. Im Oktober 1924 Konkurseröffnung. Sehr Halle (Saale). Die Betriebsführung erfolgte durch
Auflage 400. Gründung 1912 als Faradit-Isolier- dekorative Umrandung. Lochentwertet. Maße: die Gasversorgung Magdeburg-Anhalt AG in Mag-
rohrwerk Max Haas AG, Chemnitz-Reichenhain. 34,5 x 23,5 cm. Mit kpl. anh. Kupons. deburg. Ausgestellt auf die Gasfernversorgung
Herstellung von Röhren, elektrotechnischen Thüringen AG, Erfurt. Maschinenschriftliche Aus-
Installationsmaterialien, Walzwerkerzeugnissen, führung mit Originalunterschriften. Maße: 29,5 x
ferner Maschinenbau. 1934 unter Führung eines 21 cm. Kleine Lochentwertung unten mittig.
neuen Großaktionärs (Tüllfabrik Flöha AG) in die
Auffanggesellschaft “Faradit-Rohr- und Walzwerk
AG” überführt. 1951 verlagert nach Haltern in
Westfalen, 1959 nach München, 1959 auf die Laup-
heimer Werkzeugfabrik GmbH, Laupheim, überge-
gangen, 1991 Firma geschlossen. Übrig blieb der
eigenständige Betriebsteil Famos GmbH & Co. KG,
Blaustein (bei Ulm). Maße: 21 x 29,7 cm. Prägesie-
gel lochentwertet.

Nr. 330 Schätzpreis: 80,00 EUR


Nr. 332
Startpreis: 30,00 EUR
Fehr & Wolff AG
Aktie 100 RM, Nr. 632 Nr. 332 Schätzpreis: 100,00 EUR
Habelschwerdt, Januar 1929 EF+ Startpreis: 35,00 EUR
Auflage 1.000. Gegründet 1871, AG seit 1900. Her- Felten & Guilleaume
stellung von Spanschiebeschachteln für Kleinme- Energietechnik AG
tallwaren sowie Formspäne für die Glasindustrie, Sammelaktie 10 x 50 DM, Muster
Korbwaren, Rundstäbe, Schachteln und Kisten für
Molkereiprodukte. 1926 Aufnahme der Fabrikation
Köln, August 1986 EF+
von Duro-Patent-Körben (Gerippe und Boden (R 8) Ursprüngliche Gründung 1826 in Köln als
bestehen aus verzinktem Eisenblech). Maße: 21 x Hanfseilerei. 1873 wurde für die Herstellung von
29,7 cm. Prägesiegel lochentwertet. Draht, Drahtseilen und Kabeln in Mülheim am
Rhein eine Niederlassung errichtet. Dieses Zweig-

Einlieferungen für die nächsten Auktionen


werk wurde 1899 in einer AG verselbständigt. 1905

werden ständig angenommen! Nr. 334


Angliederung der Frankfurter Maschinenfabrik
der “Elektrizitäts-AG vorm. W. Lahmeyer & Co.”

58
Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

Nr. 334 Schätzpreis: 400,00 EUR


Startpreis: 180,00 EUR
Finanzierungsgesellschaft
für Landmaschinen AG
Zwischenschein 286 Aktien zu 1.000 RM
Berlin, 1.4.1938 EF/VF
(R 10) Gegründet wurde die FIGELAG 1926. Mit rd.
100 Beschäftigten gewährte sie Kredite zur
Anschaffung von landwirtschaftlichen Maschinen
und Geräten, anfangs stand insbesondere die
Mechanisierung der Landwirtschaft durch Finan-
zierung von Motorpflügen im Fokus. Aktionäre

Nr. 338
waren die Deutsche Rentenbank-Kredit-Anstalt
(Landwirtschaftliche Zentralbank), die Deutsche Nr. 336
Bank, die Dresdner Bank, die Commerz- und Pri-
vatbank, die Deutsche Girozentrale - Deutsche Nr. 336 Schätzpreis: 500,00 EUR Nr. 338 Schätzpreis: 100,00 EUR
Kommunalbank, die Deutsche Zentralgenossen- Startpreis: 200,00 EUR Startpreis: 20,00 EUR
schaftskasse und die Reichs-Kredit-Gesellschaft. Fischer-Werke AG Flockenbast AG
Als “ruhendes Kreditinstitut” nach 1945 nicht wie- Aktie 1.000 RM, Nr. 936
der zum Geschäftsbetrieb zugelassen. Deshalb Aktie Lit. A 20 RM, Nr. 941
wurde 1950 in Frankfurt/Main die Landmaschinen Chemnitz, 11.12.1926 VF Plauen i.V., 1.8.1939 EF+
Finanzierung AG “FIGELAG” neu gegründet, und Auflage 1.000 (R 12). Gegründet 1921 zwecks Auflage 100 (R 6). Gründung 1938 durch 20 Spin-
zwar durch die Landwirtschaftliche Rentenbank, Übernahme von Beteiligungen bei den Firmen nereien, die die von der Flockenbast AG erzeugte
die Deutsche Genossenschaftskasse, den Hessi- Martin & Fischer sowie Oskar Fischer in Chemnitz Spinnfaser aus deutschen Rohstoffen (Flachs,
schen Finanzminister für ein Konsortium von 11 und Hans Fischer in Dresden. Die Fischer-Unter- Hanf) im Verhältnis ihrer Kapitalanteile beziehen
Bundesländern, die Maschinenfabrik Fahr AG nehmen fabrizierten Federhalter, Drehstifte und konnten. Interessantes Unternehmen der Kriegs-
stellvertretend für die Landmaschinen-Industrie Geschenkbücher. 1922 Anschluß der Lederwaren- Mangelwirtschaft. Nach dem Krieg nicht verlagert.
fabrik Franz Hartung GmbH in Offenbach sowie Lochentwertet. Maße: 21 x 29,7 cm.
sowie Vertreter von Landmaschinenhandel und
Schmiedehandwerk. Finanzhistorisch interessant Angliederung einer Federhalter- und Drehstiftfa-
ist, daß die von den Alliierten zerschlagenen brik bei der Hans Fischer GmbH, Werk Nürnberg.
Großbanken nun außen vor blieben, bei der Schließlich 1922/23 Übernahme der Füllfederhal-
Schwesterfirma “Maschinenbank” aber weiter mit terfabrik Jean Walterscheid & Co. GmbH in Bonn
im Boot waren. 1958 Aufnahme des ehemaligen und Einrichtung einer Filiale auch in Frankfurt
Berliner Instituts durch Fusion. Aus einer Kapita- a.M. Börsennotiz: Freiverkehr Chemnitz. 1926/27
lerhöhung um 1200 Aktien zu 1.000 RM. Maschi- Zwangsvergleich und Änderung des Geschäfts-
nenschriftliche Ausführung mit Originalunter- zwecks, nunmehr Textilgroßhandel. Seit 1929
schriften, rückseitig Dividendenstempel 1937- Tochtergesellschaft der Unitas Wirkwaren-Gesell-
1940. Maße: 29,6 x 20,9 cm. Kleine Lochentwer- schaft mbH in Chemnitz. 1937 Umwandlung in die
tung unten mittig. Ausgestellt auf die Deutsche KG Perl & Co. vorm. Fischer-Werke. Maße: 21,4 x
Bank, Berlin. Vier dieser Zwischenscheine mit 30,4 cm. Stellenweise leicht rostfleckig. Kleine
unterschiedlichen Nennwerten sind bekannt, Lochentwertung unten mittig. Unikat!
jeder für sich ein Unikat.
Nr. 339

Nr. 339 Schätzpreis: 150,00 EUR


Startpreis: 40,00 EUR
Ford-Werke AG
Aktie 100 DM, Nr. 50406
Köln, Mai 1976 EF+
Auflage unter 5.000; 1976 wurden keine neuen
Aktien begeben, sondern - wie auch die Num-
mernfolge beweist - ein Teil der 1950er Urkunden
durch neu gedruckte Stücke ersetzt (R 8). In den

Nr. 337
20er Jahren besaß Ford in den USA einen Mark-
tanteil von 50% und expandierte kräftig in’s Aus-
land: 1925 wurde in Berlin die Ford Motor Com-
Nr. 335 Nr. 337 Schätzpreis: 75,00 EUR pany AG gegründet. Die Fabrik in Berlin-Plötzen-
Startpreis: 20,00 EUR see war zunächst ein reines Montagewerk. 1931
ging das noch heute bestehende Werk in Köln in
Nr. 335 Schätzpreis: 100,00 EUR Flachsspinnerei Meyer & Co. AG Betrieb, dessen Grundstein Henry Ford persön-
Startpreis: 40,00 EUR Aktie 100 RM, Nr. 1386 lich gelegt hatte. 1939 wurde der heutige Firmen-
Findus Beteiligungen AG Wiesenbad i.Erzgeb., Mai 1942 EF+ name angenommen: Ford-Werke AG. Nennenswer-
Sammelaktie über 1.000 Stückaktien, null- Gründung 1931 zur Fortführung der Mechanische te Kriegsschäden (wen wundert’s?) erlitten ausge-
Flachsspinnerei Meyer & Co. in Wiesenbad im Tal rechnet die Ford-Werke natürlich nicht, so daß
geziffert bereits am 8.5.1945 die Produktion wieder aufge-
der Zschopau. Neben der Flachs- und Wergspin-
Dortmund, August 1999 UNC nerei mit Bleicherei und Zwirnerei betrieb die nommen werden konnte. Schon 1953 wurden vor
Gründung 1994 als New Tigerland Beteiligungen Gesellschaft auch die Kureinrichtungen mit Kur- allem dank des legendären Taunus 12 M alle frühe-
AG, 1998 Umfirmierung wie oben. Die Gesellschaft und Badehaus, Kurheim und Kurpark in Bad Wie- ren Produktionsrekorde eingestellt. Bis zum
(mit den Großaktionären AHAG Wertpapierhan- sental. Vor rd. 500 Jahren entdeckte ein Schäfer in Squeeze-Out 2002 in Deutschland auch börsenno-
delsbank AG und Börsenmakler Schnigge AG) war der Rosenau einen warmen Sprudel, der seine tiert. Mit Faksimile-Unterschrift der Ford-Legende
an 13 New-Economy-Firmen beteiligt (u.a. an der müden Glieder belebte. 1501 ließ Hans Friedrich Robert Lutz. Maße: 21 x 29,7 cm. Ohne der sonst
PSI AG für Produkte und Systeme der Informati- der Ältere, ein reicher Bürger aus Geyer, dem üblichen Entwertung durch Abschnitt der rechten
onstechnologie in Berlin, der PRO/motion Medien damals das Dorf Wiesa gehörte, das Wasser in unteren Ecke, lediglich Prägesiegel lochentwertet.
& Management AG in Langenfeld, der DONE Pro- eine Quelle fassen und ein Badehaus errichten.
ject AG in Wietmarschen, der CyberRadio AG in 1863 wurde das Bad vom Rittergut Wiesa sepa- Nr. 340 Schätzpreis: 300,00 EUR
Hannover und der skandalumwitterten met@box riert und von dem Textilindustriellen Meyer über- Startpreis: 75,00 EUR
AG in Hildesheim). Eine Schicksalsgemeinschaft: nommen, der es mit der Erschließung der Ther-
Mit der New Economy ging auch Findus unter. Im
Frankfurter Bierbrauerei-Gesellschaft
malquelle Georgsquelle (1919), der Sophienquelle
Gegensatz zu den anderen Gesellschaften wurde (1920) und dem Bau des Charlottenhauses (1922,
vorm. Heinrich Henninger & Söhne
das Unternehmen jedoch saniert und ist heute heute Paracelsiushaus) zu seiner heutigen Bedeu- Prior.-Aktie 1.000 Mark, Nr. 370 (2723)
operativ wieder tätig. Maße: 21 x 29,7 cm. Mit tung entwickelte. 1939-45 als Lazarett genutzt, Frankfurt a.M., 1.9.1888 VF+
Kuponbogen. Nur 20 Stück wurden in dieser Form 1951 in die Rechtsträgerschaft der Sozialversi- Auflage 1.000 (R 8). Gründung 1881 unter Über-
gedruckt, davon gingen 7 an die Zulassungsstellen cherung übernommen worden. Maße: 21 x 29,7 nahme der seit 1869 bestehenden Henninger’-
der deutschen Börsen. cm. Prägesiegel lochentwertet. schen Brauerei in Sachsenhausen. Wegen Kapital-

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Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

zusammenlegung 1888 Neuausgabe der Aktienur- für Kekse und Lebkuchen mit dem Motiv von Rot- Direktor in Berlin. Faksimile-Unterschrift Victor
kunden. 1920 nach Fusion Umfirmierung in Braue- käppchen und dem bösen Wolf, das sich auch im Herzog Ratibor für den Aufsichtsrat. Maße: 35,2 x
rei Henninger-Kempff-Stern AG, seit 1935 Hennin- Unterdruck der Aktie wiederfindet. Maße: 33,1 x 30,6 cm. Knickfalten, oberer Rand links mit Rost-
ger-Bräu AG. Weiter übernommen wurden die Cer- 21,3 cm. Mit kpl. anh. Kuponbogen. spur von einer Büroklammer. Seit vielen Jahren
veceria Bieckert S.A. in Buenos Aires (1958), die sind von der 1901er Aktie nur 11 Exemplare
Cerveceria Schneider S.A. im argentinischen Santa Nr. 342 Schätzpreis: 1.500,00 EUR bekannt.
Fé (1959), die Brauhaus Nürnberg J. G. Reif AG Startpreis: 600,00 EUR
(1960), die Kreuznacher Brauhaus Ph. Nicolay KG
(1961), die Union-Brauerei in Groß-Gerau und die Friedrich Wilhelm,
Engelbräu Heidelberg (1966), die Aktienbrauerei- Preussische Lebens- und Garantie-
Bürgerbräu AG in Ludwigshafen (1968), die Eich- Versicherungs-AG
baum-Werger-Brauereien AG in Worms (1970) und Actie 1.500 Mark, Nr. 3212
die Germania-Brauerei AG in Wiesbaden (1972 von
Binding). Mit einem Jahresausstoß von über 2
Berlin, 6.9.1901 VF
Mio. hl die größte Braustätte Deutschlands. Älte- Auflage 2.000 (R 8). Gründung 1865 mit Genehmi-
ste verfügbare Henninger-Bräu-Aktie. Maße: 32,8 x gung des Königs von Preußen. Lebens-, Kapitalien-
21,4 cm. Nicht entwertet! , Renten-, Arbeiter- und Kinder-Versicherung. 1901
Einführung der Weltpolice. 1913 Umfirmierung in
“Friedrich Wilhelm Lebensversicherungs-AG”. Auf
die hochrentable Gesellschaft, deren Dividenden
kontinuierlich bis auf 36% gestiegen waren, warf
Nr. 343
1922 der Gerling-Konzern ein Auge und verleibte
sie sich ein (zuvor musste allerdings noch die Sat-
zungsbestimmung gestrichen werden, wonach Nr. 343 Schätzpreis: 250,00 EUR
niemand mehr als 200 Aktien = 5% des Kapitals Startpreis: 90,00 EUR
besitzen durfte). Der prominente Firmensitz Beh-
renstraße 59/61 lag im Ostsektor Berlins, wo der Fritz Klein Bau- und Siedlungs-AG
Gesellschaft 1949 der Geschäftsbetrieb untersagt Aktie 1.000 RM, Nr. 476
wurde; deshalb 1950 Errichtung eines zweiten Berlin, 12.4.1928 EF
Hauptsitzes in Köln. 1954 Fusion mit der Magde- Auflage 350 (R 8). Gründung im März 1924 zum
burger Leben und für kurze Zeit bis 1958 Umfir- Erwerb und zur Verwertung von Baugrund-
mierung in “Friedrich Wilhelm Magdeburger stücken, zur Errichtung, Finanzierung und Verwer-
Lebensversicherungs-AG”, danach wieder wie tung von Industriewerken, Wohnungs- und Sied-
zuvor. 1962 wurde dem Firmennamen noch der lungsbauten. 1931 Einstellung der Zahlungen und
Zusatz “Gerling-Konzern” vorangestellt. Schöne Eröffnung des Konkursverfahrens, 1934 gelöscht.
Vignette mit Germania und Preußenadler. Ausge- Lochentwertet. Maße: 20,9 x 29,6 cm.
stellt auf Herrn Rechtsanwalt Max Loebinger,

Nr. 340

Nr. 341

Nr. 341 Schätzpreis: 250,00 EUR


Startpreis: 100,00 EUR
Freiburger Wolf-Leckerle-
und Keksfabrik AG
Aktie Lit. C 5.000 Mark, Nr. 7009
Freiburg i. Brsg., 19.3.1923 EF
Auflage 8.000 (R 9). Gründung 1922. Herstellung

Nr. 342
von Lebkuchen, Keksen und Zuckerwaren.
Bekannt war die Firma für ihre runden Blechdosen

60
Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

wurf zu den städtischen Mietskasernen. Die


Gesellschaft besteht heute noch und befindet sich
im Besitz der Stadt Leipzig. Lochentwertet. Maße:
32,9 x 21 cm.

Nr. 344 Nr. 346


Nr. 344 Schätzpreis: 60,00 EUR Nr. 346 Schätzpreis: 75,00 EUR
Startpreis: 30,00 EUR Startpreis: 30,00 EUR

Nr. 349
G. Krautheim AG G. Sauerbrey Maschinenfabrik AG
Aktie 1.000 RM, Nr. 858 Aktie 1.000 RM, Nr. 410
Chemnitz, 30.7.1941 EF+ Staßfurt, Februar 1942 EF+
Gründung 1922 nach Übernahme der bereits Auflage 475. Maße: 21 x 29,7 cm. Prägesiegel loch- Nr. 349 Schätzpreis: 125,00 EUR
bestehenden Gießerei von G. Krautheim. Erzeu- entwertet. Startpreis: 40,00 EUR
gung von Stahlguß, Temperguß, Metallguß, Achs- Gas- und Elektricitäts-Werke
büchsenbau. Der voll in die Rüstungsaufträge des Senftenberg AG
3. Reiches einbezogene Betrieb wurde nach 1945
enteignet und als SAG-Betrieb (Sowjetische AG) Aktie 100 RM, Nr. 1090
weitergeführt. Die unter dem Namen Marten AG Bremen, September 1938 EF
arbeitende Gießerei wurde 1954 Volkseigentum Auflage 1.000 (R 7).Gründung im März 1898,
der DDR. Mit der Wende erfolgte die Privatisie- bereits im August 1898 konnte das Gaswerk in
rung des Kombinates, das seitdem unter dem Betrieb genommen werden. Versorgungsgebiet
Namen BHG Brockhausen & Holze Guß- und Ver- war die Stadt Senftenberg mit damals 18500 Ein-
schleißtechnik GmbH arbeitet. Maße: 21 x 29,7 wohnern. Sowohl an die Gasversorgung wie auch
cm. Prägesiegel lochentwertet. an die Stromversorgung (mit Fremdstrombezug
von der Niederlausitzer Ueberlandcentrale GmbH,
Calau) waren 90% aller Haushalte der Stadt ange-
schlossen. Großaktionär der mit 20 Beschäftigten

Nr. 347
sehr überschaubaren AG war die Stadt Senften-
berg. Nach dem 2. Weltkrieg zunächst von der
sowjetischen Besatzungsmacht beschlagnahmt,
Nr. 347 Schätzpreis: 250,00 EUR zuletzt dann Teil des VEB Gebäudewirtschaft Senf-
Startpreis: 125,00 EUR tenberg. Seit 1991 die Stadtwerke Senftenberg
Gartenverein Seilbahn e.V. GmbH. Lochentwertet. Maße: 21 x 29,8 cm. Kon-
trollunterschrift fehlt, die Aktie ist aber ausgege-
6% Anteilschein 50 RM, Nr. 760 ben worden.
Leipzig-Gohlis, 1.1.1933 EF
Auflage 1.000 (R 10). Gegründet 1917. 1989 wurde
die Kleingartenanlage zum Naherholungsgebiet
der Stadt Leipzig erklärt und umfaßt 210 Kleingär-
ten. Lochentwertet. Maße: 14,9 x 20,9 cm.

Nr. 345

Nr. 345 Schätzpreis: 150,00 EUR Nr. 350


Startpreis: 50,00 EUR
G. Sauerbrey Maschinenfabrik AG Nr. 350 Schätzpreis: 100,00 EUR
4,5% Genussrechtsurkunde 100 RM, Nr. 35 Startpreis: 25,00 EUR
Staßfurt, Dezember 1925 EF GEA AG
(R 9) Gründung 1907 unter Übernahme der schon
Globalaktie 2.000 x 50 DM, Nr. 1078001-
lange bestehenden Sauerbrey’schen Maschinen-
fabrik, zugleich wurde die Dampfkesselfabrik und 1080000
Apparatebauanstalt von A. Großpietsch in Staß- Bochum, Oktober 1989 EF+
furt übernommen. Herstellung maschineller Ein- (R 6) 1920 Gründung der Gesellschaft für Entstau-
richtungen für die chemische Großindustrie und bungsanlagen (GEA). Im Laufe der Jahre ent-
den Kalibergbau. Bis 1934 in Berlin börsenno- wickelte sich ein großes Produktspektrum von
tiert. Ab 1945 zunächst Teil einer sowjetischen Komponenten, Systemen und Anlagen, insbeson-

Nr. 348
AG, 1946 in Landeseigentum überführt, später dere auf dem Gebiet der Prozesstechnik, Wärme-
der “VEB Chemieanlagenbau”. Nach der Wende und Energietechnik, Luft- sowie Landtechnik. Dem
reprivatisiert, heute Chemieanlagenbau Stassfurt Börsengang 1989 folgten größere Akquisitionen
AG. Maße: 29,6 x 20,9 cm. Kleine Lochentwertung Nr. 348 Schätzpreis: 100,00 EUR (u.a. Westfalia-Separator), so daß die GEA-Gruppe
mittig. Nur 6 Stücke sind bis heute erhalten Startpreis: 35,00 EUR dann auf 4 Mrd. DM Jahresumsatz mit rd. 17.000
geblieben! Beschäftigten kam. 1999 wird GEA von der Metall-
Gartenvorstadt Leipzig-
gesellschaft übernommen, die sich 2000 in mg
Marienbrunn GmbH
Historische Wertpapiere 4% (3,5%) Schuldschein 100 RM, Nr. 5039
technologies AG und nach der Abgabe der mei-
sten anderen Aktivitäten (incl. der Dynamit-Nobel
Das junge Sammelgebiet Leipzig, 1.10.1942 EF AG) 2005 in GEA Group AG umbenennt. Breite
(R 9) Gründung 1911 anlässlich der Internationa- Umrahmung mit zwei Wärmetauschern. Maße: 21
mit großer Zukunft! x 29,7 cm. Prägesiegel lochentwertet.
len Baufachausstellung (IBA) 1913 als Gegenent-

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Förderung des Einfamilienhauses gemeinnützige zur “Stahlwerke Südwestfalen AG”. Ab 1978 zum
GmbH, Ende 1941 Übernahme der “Heimat” Gem- Krupp Konzern gehörig. 2006 erwirbt Swiss Steel
einnützige Wohnungs- und Siedelungsgesellschaft AG die Edelstahlwerke Südwestfalen und diese
der DAF AG, Berlin-Zehlendorf. Großaktionär 1943 werden mit den Edelstahlwerken Witten und Kre-
war die Deutsche Arbeitsfront. 1946 umfirmiert in feld zu den Deutschen Edelstahlwerken ver-
Gehag Gemeinnützige Heimstätten-AG. 1950 Berli- schmolzen, welche zur Düsseldorfer Gruppe
ner Wertpapierbereinigung, 1998 Gehag Gem- Schmolz & Bickenbach zählen. Originalunter-
einnützige Heimstätten-AG, Berlin, heute GEHAG schriften. Sehr dekorative Gestaltung, Umrandung
GmbH. Maße: 21 x 29,7 cm. Prägesiegel lochent- im Historismus-Stil. Maße: 24,2 x 36,8 cm. Kleine
wertet. Randverletzungen fachmännisch restauriert.

Nr. 355 Schätzpreis: 350,00 EUR


Startpreis: 125,00 EUR

Nr. 351
Geisweider Eisenwerke AG,
Vorbesitzer J. H. Dresler sen.
Nr. 351 Schätzpreis: 100,00 EUR Actie 1.000 Mark, Blankette
Startpreis: 20,00 EUR Geisweid (Kreis Siegen), 15.10.1906 EF+
Gebhard & Co. AG (R 10) Maße: 24 x 36,6 cm. Mit Kuponbogen.
Aktie 100 DM, Nr. 12443
Wuppertal, Juli 1953 EF
Auflage 6.000 (R 7). Gründung der AG 1907 unter
Übernahme der schon seit 1797 bestehenden

Nr. 353
Firma Gebhard & Co. (einer Seidenweberei, Färbe-
rei und Appretur in Vohwinkel und Monschau).
Dazu übernommen wurden in Krefeld die Mech.
Seidenweberei van Biema & Co. (1910) und die Sei-
denwebereien Wm. Schroeder & Co. AG (1929/35).
Hergestellt wurden seidene und kunstseidene
Stoffe. Nach dem Krieg setzte eine neue Blüte ein
und die Firma beschäftigte zeitweise mehr als
2.000 Mitarbeiter, aber 1974 Anschlußkonkurs.
Maße: 21 x 29,7 cm.

Nr. 355

Nr. 356
Nr. 354 Schätzpreis: 600,00 EUR
Startpreis: 450,00 EUR
Geisweider Eisenwerke AG,
Vorbesitzer J. H. Dresler sen. Nr. 356 Schätzpreis: 400,00 EUR
Startpreis: 90,00 EUR
Prior.-Actie 1.000 Mark, Nr. 185
Nr. 352 Geisweid (Kreis Siegen), 1.10.1893 VF
Geithainer Kalk-, Ziegel-
Auflage 400 (R 10). Gründung 1879 unter Über-
und Sandwerke vormals August
Nr. 352 Schätzpreis: 85,00 EUR nahme des seit 1846 bestehenden Eisenhütten- Lehmann GmbH
Startpreis: 25,00 EUR und Walzwerks J. H. Dresler. Spezialisiert auf Edel- Anteilschein 1.000 Mark, Nr. 296
stähle aller Art. Börsennotiz Berlin, 1920 wurden Geithain Sa., 2.2.1909 EF
Gebrüder Fahr AG die Aktien von Thyssen und Klöckner aufgekauft. (R 10) Originalunterschrift. Sehr dekorativer
Aktie 1.000 RM, Nr. 1271 Nach Vermögensbeschlagnahme durch die Alliier- Druck mit Jugendstil-Elementen. Maße: 36,5 x 26,4
Pirmasens, Dezember 1941 EF+ ten 1948 umbenannt in “Hüttenwerk Geisweid AG” cm. Doppelblatt. Seit vielen Jahren sind nur 4-5
Auflage 1.564. Gründung 1830, ab 1905 AG (im glei- und 1951 mit der “Stahlwerk Hagen AG” fusioniert Stücke bekannt.
chen Jahr Übernahme der benachbarten Lederfa-
brik Heinrich König). Mit der Lederfabrik Louis
Leinenweber (1906) und der Lederfabrik Friedrich
Diehl Sohn (1921) wurden weitere Lokalrivalen
ausgeschaltet. 1939 Angliederung des Werkes
Neckargemünd des späteren Großaktionärs Leder
AG, Frankfurt a.M. (Übertragung 1949 rückabge-
wickelt). Weiterer Großaktionär war die Lederfa-
brik Johann Metzger AG, Elmshorn. 1963
Abschluß eines Organvertrages mit der Leder-AG,
Frankfurt/M., 1972 Verkauf des Fabrikgeländes
und der maschinellen Einrichtungen und Sitzver-
legung nach Frankfurt/Main, danach reine Beteili-
gungsgesellschaft. 1982 Ablehnung der Konkur-
seröffnung mangels Masse. Maße: 21 x 29,7 cm.
Prägesiegel lochentwertet

Nr. 353 Schätzpreis: 90,00 EUR


Startpreis: 30,00 EUR
Gehag Gemeinnützige Heimstätten-
AG der Deutschen Arbeitsfront
Namensaktie 100 RM, Nr. 5475
Berlin, Dezember 1941 EF+
Auflage 3.000. Gründung 1924 als Gemeinnützige
Heimstätten-, Spar- und Bau-AG, ab 1939 Gehag
Gemeinnützige Heimstätten-, Spar- und Bau-AG.
Nr. 354
1940 Übernahme der bisherigen Beteiligungsge-
sellschaft der “Einfa” Berliner Gesellschaft zur

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burg, ordentlicher Professor erst 1879 in Göttin-


gen und dann wieder 1888 in Straßburg. Er ent-
stammte dem Adelsgeschlecht Solms, das seit
1226 den Grafen-Titel führt. Nach schweren
Behauptungskämpfen gegen die Landgrafschaft
Hessen im 14. Jh. konsolidierte sich die Grafschaft
Solms durch die Falkensteiner Erbschaft in der
Wetterau (1418), spaltete sich aber darauf in die
Hauptlinien Solms-Lich und Solms-Braunfels, die
sich weiter verzweigten, u.a. in Solms-Laubach.
Originalunterschriften. Maße: 23,9 x 30,1 cm. Dop-
pelblatt, mit Kupons

Nr. 357
Nr. 357 Schätzpreis: 100,00 EUR
Startpreis: 45,00 EUR
Gelsenkirchener Bergwerks-AG
Globalaktie 10 x 100 DM, Nr. 2563311-20

Nr. 360
Essen, Oktober 1953 EF
(R 7) Das 1873 gegründete Unternehmen wuchs
damals zum größten Montanbetrieb des Ruhrge-
biets heran mit zuletzt rund 30.000 Mann Beschäf- Nr. 360 Schätzpreis: 175,00 EUR
tigten. 1926, bei Gründung der Vereinigten Stahl- Startpreis: 80,00 EUR
werke AG, war die Gelsenkirchener Bergwerks-AG Gemeinnützige AG für Wohnungsbau
als Dachgesellschaft aller Montanunternehmen Namens-Vorzugs-Aktie Lit. A 10 x 100
Nr. 362
des Ruhrgebiets die aufnehmende Gesellschaft.
Im Zuge der alliierten Entflechtungsmaßnahmen
Goldmark, Nr. 58901-58910
entstand die “Gelsenberg” am 18.6.1953 als eigen- Köln, 7.5.1929 EF+
ständige AG wieder, und erneut begann sie in kur- (R 7) Die 1913 gegründete und bis in unsere Tage Nr. 363 Schätzpreis: 100,00 EUR
zer Folge andere Konkurrenten zu übernehmen. in Düsseldorf börsennotierte Wohnungsgesell- Startpreis: 30,00 EUR
Wegen der immer gewichtiger werdenden Mine- schaft macht heute mit der Vermietung von 24.600 Gemeinnützige Baugesellschaft
ralöl-Aktivitäten (u.a. Beteiligung bei ARAL) wurde Wohnungen in 3.200 Häusern einen Jahresumsatz
von 180 Mio. €. 2001 umbenannt in GAG Immobili-
Heidenheim an der Brenz AG
Gelsenberg schließlich 1974 im Wege des Aktien-
tauschs von der VEBA übernommen - nach fast en AG. Faksimile-Unterschrift Adenauer für den Namens-Aktie 1.000 DM, Nr. 1591
genau 100 Jahren verschwand das ehedem bedeu- Aufsichtsrat. Lochentwertet. Maße: 31,6 x 23,5 cm. Heidenheim, September 1951 EF
tendste Montanunternehmen des Ruhrgebiets Eingetragen auf die Felten & Guilleaume Karls- Auflage 1.429 (R 6). Gründung 1907 durch die
vom Kurszettel. Dekorativ, mit Abbildung eines werk AG, Köln. Stadt Heidenheim und orstansässige Industriebe-
Hauers unter Tage. Maße: 20,9 x 29,4 cm. Oberer triebe. Durch kontinuierliche Neubautätigkeit
Rand mit Abheftlochung. wurde der Bestand auf zuletzt fast 5.000 Wohnun-
gen ausgedehnt. 1995 Umfirmierung in “Grund-
Nr. 358 Schätzpreis: 100,00 EUR stücks- und Baugesellschaft AG Heidenheim”, ab
Startpreis: 30,00 EUR 1996 an der Börse Stuttgart notiert. Große Aktien-
pakete von ca. 35% liegen bei der Stadt und bei J.
Gelsenkirchener Bergwerks-AG M. Voith, kleinere Pakete hielten früher die Kreis-
Aktie 50 DM, Nr. 8025187 sparkasse und die Firma Carl Zeiss. Maße: 21,1 x
Essen, Mai 1969 EF+ 29,7 cm. Prägesiegel lochentwertet.
(R 7) Gleiche dekorative Gestaltung wie das Los
davor, nur andersfarbig gedruckt. Maße: 21 x 29,7
cm. Rückseitig entwertet.

Nr. 361 Nr. 364

Nr. 361 Schätzpreis: 150,00 EUR Nr. 364 Schätzpreis: 175,00 EUR
Startpreis: 30,00 EUR Startpreis: 50,00 EUR
Gemeinnützige AG für Wohnungsbau Gemeinnützige Baugesellschaft
Global-VZ-Namensaktie Lit. A 5 x 100 DM, Heidenheim an der Brenz AG
Nr. 352541-45 Namens-Aktie 200 DM, Nr. 163
Köln, September 2000 EF Heidenheim, September 1951 EF+
Nr. 359 (R 10) Maße: 29,7 x 21 cm. Prägesiegel lochent- Auflage 355. Maße: 21 x 29,7 cm. Prägesiegel loch-
wertet. Mit restlichem Kuponbogen. entwertet.
Nr. 359 Schätzpreis: 200,00 EUR
Startpreis: 100,00 EUR Nr. 362 Schätzpreis: 400,00 EUR Nr. 365 Schätzpreis: 150,00 EUR
Gemeinnützige AG für Startpreis: 100,00 EUR Startpreis: 75,00 EUR
Urbarmachung und Siedlung Gemeinnützige Baugenossenschaft Gemeinnützige Baugesellschaft
Namens-Vorzugs-Aktie 20 RM, Nr. 150 Strassburg i. E. eGmbH Mariengarten AG
Bremen, Januar 1924 EF Geschäfts-Anteil 200 Mark, Nr. 1328 Aktie 100 RM, Nr. 411
Auflage 300 (R 8). Gründung 1923 zur Urbarma- Strassburg i. E., 6.7.1900 EF+ Berlin, 17.9.1930 EF
chung und Besiedlung von Heide und Moor- (R 10) Ausgestellt auf Professor Dr. Graf H. zu Gründeraktie, Auflage 500 (R 7). Bei der Gründung
flächen. Ab 1941 AG für Urbarmachung und Sied- Solms-Laubach, Strassburg. Hermann Graf zu 1930 wurden Grundstücksparzellen der Spar- und
lung. Tolle Eichenlaubumrandung. Lochentwertet. Solms-Laubach (geb. 1842) war Botaniker und Siedlungsgenossenschaft St. Joseph in Berlin-
Maße: 28,8 x 22,2 cm. wurde 1872 außerordentlicher Professor in Straß- Marienfelde übernommen und mit zunächst 357

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Kleinwohnungen und 209 Siedlungshäusern ter Wallfahrtsort). Die Franziskanerbrüder mach-


bebaut. 1933 umbenannt in “Deutsche Gesell- ten sich zur Hauptaufgabe die Erziehung und Aus-
schaft für Siedlung und Wohnungsbau Gemeinnüt- bildung von Waisen sowie die Armen- und Kran-
zige AG (Desiwo)”. Bis Ende der 30er Jahre erwarb kenpflege. Als Teil der franziskanischen Familie
der Unternehmer Eduard Winter (später bekannt werden sie dem Regulierten Dritten Orden zuge-
als größter VW-Händler in Berlin) 95% der Aktien rechnet. Unmittelbar betreiben die Franziskaner-
und verkaufte das Paket 1955 an die Wohnungs- brüder heute das Krankenhaus St. Marienwörth
baugesellschaft EINTRACHT Gem. AG in Berlin- und das Pflegeheim Haus St. Josef in Bad Kreuz-
Wilmersdorf. Durch stetige Neubautätigkeit stieg nach, das Pflegeheim St. Antoniushaus in Bad
der Wohnungsbestand auf ca. 1.300 Wohnungen Münster am Stein, das Wohn- und Pflegeheim St.
an, ehe die Desiwo 1972 gemeinsam mit der Josefshaus in Hausen/Wied und die Wohn- und
Babelsberger GrundstücksGesellschaft mbH auf Dienstleistungseinrichtung Kloster Ebernach in
die WohnungsbauGesellschaft Eintracht ver- Cochem sowie mittelbar über die “Franziskaner-
schmolzen wurde, die inzwischen 100% der Aktien brüder Betriebs- und Beschäftigungs-gGmbH” die
hielt (deren Großaktionär wiederum war die GAG- Pflegeheime Puricelli Stift in Rheinhöfen und Haus
FAH Gem. AG für Angestellten-Heimstätten). Seit Nr. 367 Maria Königin in Kirn sowie den Palliativ-Stütz-
1931 Namens-Aktie, gültig geblieben und 1951 im punkt Rheinhessen-Nahe in Bad Kreuznach. Maße:
Verhältnis 1:1 auf 100 Deutsche Mark der Bank Nr. 367 Schätzpreis: 150,00 EUR 34 x 21,1 cm. Rückseitig Bedingungen. Kleine
Deutscher Länder umgestellt.Vielfache Überstem- Startpreis: 30,00 EUR Lochentwertung unten rechts. Unikat!
pelungen. Maße: 21 x 29,6 cm. Rückseitig Übertra- Gemeinnützige Siedelungs-
gungen bis 1955. Mit restlichem Kuponbogen.
und Kriegerheimstätten AG
Aktie Lit. B 1.000 Mark, Nr. 564
Berlin-Pankow, April 1922 EF/VF
Auflage 800 (R 8). Maße: 30,5 x 40,5 cm.

Nr. 365

Nr. 368

Nr. 368 Schätzpreis: 250,00 EUR


Startpreis: 100,00 EUR

Nr. 369
Gemeinnützige Wohnungsfürsorge AG
Namensaktie 1.000 RM, München, Nr. 444
München, September 1928 ,
Gründeraktie, Auflage 500 (R 10). Gründung 1928.
Zweck war auch zum Zwecke der Arbeitsbeschaf-
fung die Errichtung von preiswertem Wohnraum
in München für minder bemittelte Kreise und den
Mittelstand. In den drei Jahren seit der Gründung

Nr. 366
bis 1931 wurden in den fünf Großsiedlungen Neu-
ramersdorf, Walchenseeplatz, Neuhausen, Neu-
harlaching und Friedenehim insgesamt 5.429 Woh-
Nr. 366 Schätzpreis: 250,00 EUR nungen und 167 Läden fertig gestellt, in den fol-
Startpreis: 45,00 EUR genden Jahren kamen noch einmal 3.230 Wohnun-
Gemeinnützige Siedelungs- gen dazu. Die Kapitalerhöhung von 1937 über-
und Kriegerheimstätten AG nahm die Stadt München durch Einbringung von
stadteigenen Grundstücken und eine Bareinlage
Aktie Lit. A 1.000 Mark, Nr. 134 von 825.000 RM und wurde damit (gemeinsam mit
Berlin-Pankow, 14.2.1920 EF der Bayerischen Gemeindebank) der bestimmen-
Gründeraktie, Auflage 200 (R 8). Gründung de Aktionär mit einem später bis auf 98% aufge-
1919/20 zur “Beschaffung gesunder Eigenheime stockten Anteil. 1984 überschritt der eigene Woh-
mit Gärten und Wohnungen zu günstigsten Prei- nungsbestand erstmals die Grenze von 20.000 Ein-
sen unter Ausschluß jeglicher Spekulation, beson- heiten, heute ist die GEWOFAG mit über 34.000
ders für minderbemittelte Familien und Kriegsbe- Wohnungen Münchens größte Vermieterin. Im
schädigte, sowie gemeinsamer Bezug von Bedarfs- Konzern einschließlich Heimag München GmbH
artikeln aller Art”. Zur Bebauung der im Eigentum und Wohnforum GmbH werden etwa 700 Mitarbei-
des preussischen Forstfiskus stehenden Grund- ter beschäftigt. Maße: 21 x 29,7 cm. Doppelblatt,
stücke in Zeesen, Großbesten und Senzig erhielt inwendig 1935 übertragen.
die AG Reichsdarlehen aus Mitteln der Arbeitslo-

Nr. 370
senversicherung. 1925 trat die Gesellschaft in Nr. 369 Schätzpreis: 150,00 EUR
Liquidation, 1927 wurden ihre Grundstücke in der Startpreis: 65,00 EUR
Zwangsversteigerung zu gleichen Teilen vom
Reich und von Preussen erworben. Sehr großfor- Genossenschaft der Franziskanerbrüder Nr. 370 Schätzpreis: 125,00 EUR
matig (30 x 40 cm), breite Zierumrandung. (Genootchap van de Broeders Startpreis: 60,00 EUR
van den H. Franciscus) Genossenschaft der Franziskanerbrüder
8% Obligation Lit. K 100 hfl., Nr. 298 (Genootchap van de Broeders
Bitte schicken Sie Ihre Waldbreitbach, 15.9.1925 VF- van den H. Franciscus)
Schriftgebote frühzeitig zu. Auflage 100 (R 12). Peter Wirth (der sich später 8% Obligation 1.000 hfl., Nr. 493
Jakobus nannte) gründete am 12.6.1862 die Kon-
Waldbreitbach, 16.11.1925/1.6.1943 VF+
Das erleichtert uns gregation der “Franziskanerbrüder vom Heiligen
(R 10) Maße: 34,2 x 21,4 cm. Rückseitig Bedingun-
Kreuz” (FFSC) in der Kreuzkapelle zwischen Hau-
die Arbeit sehr! sen an der Wied und Waldbreitbach im Wester- gen. Kleine Lochentwertung unten rechts. Nur 5
wald (die Kapelle war seit dem 18. Jh. ein belieb- Stücke sind bis heute erhalten geblieben!

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ments in “Sozialimmobilien” für Senioren. Darle- malspur. Begonnen hatte die Geschichte der
hensverluste in Millionenhöhe und reihenweise Straßenbahn in Hamburg bereits 1866 als Pferde-
Insolvenzen größerer Mieter machten die noch bahn, Dampfbetrieb ab 1879, elektrischer Betrieb
heute in Düsseldorf börsennotierte Germania-Epe ab 1894, Eröffnung der Hochbahn 1912. Später
AG zum Pennystock. Maße: 21 x 29,7 cm. Mit rest- Übernahme mehrerer Vorortbahnen und der
lichem Kuponbogen. Alsterschifffahrt. Das größte Nahverkehrsunter-
nehmen in Norddeutschland ist bis heute börsen-
notiert, Hauptaktionär ist indirekt der Hamburgi-
sche Staat. Lochentwertet. Maße: 21 x 29,6 cm.
Prägesiegel lochentwertet. Nur 7 Stücke sind bis
heute erhalten geblieben!

Nr. 371
Nr. 371 Schätzpreis: 250,00 EUR
Startpreis: 60,00 EUR
Geraer Strickgarnfabrik
Gebrüder Feistkorn AG
Aktie 1.000 Mark, Nr. 562 Nr. 373
Debschwitz-Gera (Reuss), 20.10.1910 VF
Gründeraktie, Auflage 1.250 (R 10). Betrieb der im
Jahr 1880 gegründeten Strickgarnfabrik, AG seit
Nr. 376
1910. Herstellung von Garnen aller Art, vor allem
wollener Handstrickgarne und Maschinenstrick-
garne. Börsennotiz: Leipzig/Dresden. 1946 enteig-
net. 1951 Sitzverlegung nach München (Verwal-
tungssitz: Niederreuth Post Dietramszell, Obb.),
Börsennotiz danach im Freiverkehr Berlin. 1967
Auflösung der Beteiligungen an der KG Textilwerk
Kahnes in Kusel und der Geraer Strickgarnfabrik
GmbH, Delmenhorst (aus denen immerhin regel-
mäßig zweistellige Dividenden erwirtschaftet wer-
den konnten), seit 1968 in Liquidation, 1973 erlo-
schen. Schöner G&D-Druck, großformatig, mit Ori-
ginalunterschriften Carl und Fritz Feistkorn.
Maße: 25,1 x 36,2 cm. In dieser Form (unentwer-
tet) äußerst selten!

Nr. 374
Nr. 372 (Ausschnitt)
Nr. 374 Schätzpreis: 75,00 EUR
Nr. 372 Schätzpreis: 250,00 EUR Startpreis: 35,00 EUR
Startpreis: 75,00 EUR
Gerry Weber International AG
German Provincial and Communal
Nr. 377
Vorzugs-Aktie 5 DM, Nr. 174
Banks Consolidated Agricultural Halle Westf., Juli 1995 EF
Loan (R 6) Gründung 1973 in Halle (Westf.) als Hatex Nr. 377 Schätzpreis: 125,00 EUR
6,5% Goldbond 1.000 $, Nr. 22558 Gerhard Weber KG. 1986 wird der Markenname Startpreis: 60,00 EUR
1.6.1928 VF+ “Gerry Weber” geschaffen. 1989 Umwandlung in Gesellschaft für elektrische
(R 8) Gründung 1923. Zweck: “Den im Verband eine AG, 1996 erfolgt der Gang an die Börse. Mit
deutscher öffentlich-rechtlicher Kreditanstalten Damenoberbekleidung der Marke “Gerry Weber”
Unternehmungen (Gesfürel)
zusammengeschlossenen Staatsbanken, Landes- und Sportbekleidung der Marke “TAIFUN” werden 6% Gold debenture 1.000 $, Nr. 1324
banken und öffentlich-rechtlichen Körperschaften heute fast 400 Mio. €Jahresumsatz erzielt. Der Fir- Berlin, 1.6.1928 EF
und Kreditanstalten für ihre wirtschaftlichen Auf- mengründer Gerhard Weber, bis heute Vorstands- Auflage 5.000. Gründung 1894 auf Initiative der
gaben als Vermittler zu dienen und sie auf ihrem vorsitzender, ist besonders auch für die Ausrich- AEG und einiger Großbanken sowie des deutsch-
Tätigkeitsgebiet zu fördern.” 1950 Berliner Wert- tung des ITP-Tennisturniers im westfälischen jüdischen Unternehmers Isidor Loewe als Holding
papierbereinigung, seit 1955 Ablösung der Schuld- Halle bekannt. Maße: 29,7 x 20,9 cm. Prägesiegel für weltweit gespannte Interessen auf dem Gebiet
verschreibungen (von 1934 und 1941), 1960 volle lochentwertet. elektrischer Bahnen und Beleuchtungsanlagen.
bzw. quotale Ablösung der Auslandsanleihen (von Wie auch bei Siemens, Schuckert und anderen Fir-
1927 und 1928), heute Deutsche Landesbanken- Nr. 375 Schätzpreis: 75,00 EUR men der Branche war der Grund für die Gründung
zentrale AG, eine 100%ige Tochter der DekaBank. Startpreis: 30,00 EUR solcher Finanzholdings die Knappheit an Risiko-
Allegorische Vignette der Landwirtschaft. Maße: kapital, die den Absatz der eigenen elektrotechni-
38,2 x 25 cm. Mit anh. restlichen Kupons. Präge-
Gerry Weber International AG
schen Anlagen behinderte, und dem man durch
siegel lochentwertet. Sammelaktie 100 x 5 DM, Nr. 118258 Übernahme von Beteiligungen abhielf. Refinan-
Halle Westf., Juli 1996 EF+ ziert wurde das Geschäft überwiegend durch Aus-
Nr. 373 Schätzpreis: 150,00 EUR (R 6) Maße: 21 x 29,7 cm. Prägesiegel lochentwer- gabe von Anleihen. Die GESFÜREL war die älteste
Startpreis: 35,00 EUR tet. und bedeutendste aller Holdings der deutschen
Elektrizitätswirtschaft. Beteiligungen bestanden
Germania-Epe AG u.a. an der Elektricitätswerk Südwest AG, Schöne-
Nr. 376 Schätzpreis: 200,00 EUR
Aktie 50 DM Juni 1994, Nr. 344 Startpreis: 100,00 EUR berg, der Neckarwerke AG, Esslingen, der Amper-
Epe in Westfalen, Juni 1994 EF+ werke AG, München, der Elektricitätswerk Schle-
Gründung 1897 unter der Firma Baumwollspinne-
Gesellschaft für elektrische sien AG, Breslau, dem Kraftwerk Laufenburg
rei Germania. Vollstufiger Betrieb, neben zwei Unternehmungen (Schweiz), der Coblenzer Straßenbahn, der Leip-
Baumwollspinnereien waren auch Zwirnerei, Aktie 1.000 RM, Nr. 9362 ziger Außenbahn AG und der Knorr-Bremse AG,
Weberei, Färberei, Bleicherei und Schlichterei vor- Berlin, 13.12.1928 EF Berlin, außerdem an der AEG, der Hirsch Kupfer-
handen. 1992 Einstellung des operativen Geschäf- und Messingwerke AG, der Norddeutsche Kabel-
Auflage 32.400 (R 9). Gegründet 1911 durch Sie- werke AG (alle Berlin) sowie der AGO Flugzeug-
tes, ab 1993 Vermögensverwaltung. Neben der mens & Halske, AEG und Emil Rathenau, bedeu-
Vermietung der Gewerbeimmobilien (ehemalige werke GmbH, Oschersleben (Bode). 1929 Fusion
tender Mitinitiator war der große Albert Ballin. 32 mit der AG für Gas-, Wasser- und Elektricitäts-
Textilfabrik) in Gronau plante man auch Invest- km Hochbahn und 235 km Straßenbahn in Nor-

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Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

Anlagen und der Ludw. Loewe & Co. AG in Berlin, Nr. 379 Schätzpreis: 150,00 EUR mann-Landsberg-Getreide AG in Berlin (Brauger-
die über bedeutende Werkzeug- und Werkzeugma- Startpreis: 75,00 EUR stenbranche). 1934 erneut umbenannt in “ Gesell-
schinenfabriken verfügte (1929-1938 hatte der Fir- schaft für Getreidehandel AG”, 1948 Sitzverlegung
menname deshalb den Zusatz “Ludw. Loewe & Co.
Gesundheitswacht Verlagsgesellschaft nach Düsseldorf, seit 1973 GmbH. Lochentwertet.
AG”). In der Weltwirtschaftskrise beteiligte sich Aktie 20 Goldmark, Nr. 567 Maße: 21 x 29,7 cm.
die GESFÜREL 1930 an der Stützung der ange- München, 15.8.1924 EF
schlagenen A.E.G. durch Übernahme einer Kapita- Auflage 2.000 (R 6). Gründung 1922 zur Förderung
lerhöhung von 25 Mio. RM. Der Vertrag zwischen aller der Volksgesundheit dienenden Bestrebun-
der Gesfürel und der A,.E.G. wurde 1936 auf Druck gen, und zwar durch die Herausgabe von volks-
der Nazis rückgängig gemacht, die jüdische Fami- tümlichem Anschauungs- und Unterrichtsmaterial
lie Loewe wurde im Zuge einer “Arisierung” aus über Hygiene, Medizin, Sozialpolitik, Sport, Kör-
der Firma gedrängt und emigrierte 1938 in die perkultur, Heimatpflege. 1925 in Liquidation.
USA. 1942/43 wurde die Gesfürel auf die A.E.G. ver- Lochentwertet. Maße: 26,8 x 19,8 cm.
schmolzen.Die Anleihe von 5 Mio. $ brachte Har-
ris, Forbes & Co. in New York unter. Hochwertiger
Stahlstich mit allegorischer Vignette. Maße: 38,2 x
25,4 cm. Mit anh. restlichen Kupons. Kleine Loch-
entwertung unten mittig.

Nr. 380 Nr. 382


Nr. 380 Schätzpreis: 100,00 EUR Nr. 382 Schätzpreis: 200,00 EUR
Startpreis: 30,00 EUR Startpreis: 40,00 EUR
GETA AG für Tabakverarbeitung Gewerkschaft Adelheid zu Gotha
Aktie 100 DM, Nr. 2604 Kuxschein über 1 Kux, Nr. 832
Bremen, Januar 1956 EF
Nr. 378
Posen, 11.10.1907 VF+
Auflage 3.560 (R 6). Gründung 1919 als GmbH, AG Auflage 1.000 (R 8). Braunkohlenbergwerke bei
seit 1923. Erzeugung von Zigarren, Zigarillos und Jerka, Provinz Posen. Lochentwertet. Maße: 34,7 x
Nr. 378 Schätzpreis: 200,00 EUR Stumpen in Bremen sowie (nahe der badischen 25 cm. Eingetragen auf Wladyslaw von Taczano-
Startpreis: 40,00 EUR Tabakanbaugebiete) in Oberweier und Friesen- wski, Choryn, Bezirk Posen. Original signiert von
Gesellschaft für Linde’s heim im Schwarzwald. Der Wiederaufbau nach Taczanwoski für den Vorstand. Rückseitig mehre-
1945 gestaltete sich schwierig. Eine Dividende
Eismaschinen AG erwirtschaftete der Betrieb nur in Ausnahmefäl-
re Übertragungen bis 1911.
Aktie 1.000 Mark, Nr. 90741 len. Folge war die (1969 beendete) Liquidation.
Wiesbaden, 14.12.1922 VF+ Maße: 21 x 29,7 cm. Mit Kupons.
Auflage 60.000 (R 10). Gegründet 1879 als ältestes
Unternehmen der Welt auf dem Gebiet der Kälte-
technik (Kälteerzeugung und -verwendung), Gas-
verflüssigung und -zerlegung zwecks Verwertung
der Lindes’schen Patente und Verfahren. 1965
Änderung des Firmennamens von “Gesellschaft
für Linde’s Eismaschinen AG” in “Linde AG”. Heute
mit über 40.000 Beschäftigten in den Arbeitsge-
bieten Anlagenbau, Fördertechnik (der Gabelstap-
lerbereich wurde vor kurzem in die KION ausge-
gliedert), Kältetechnik und technische Gase einer
der 30 großen DAX-Werte. Maße: 21 x 24,9 cm.
Doppelblatt. Keine Entwertung!

Nr. 381
Nr. 381 Schätzpreis: 40,00 EUR
Startpreis: 20,00 EUR
Getreide-Industrie & -Commission AG
Aktie Serie B 1.000 RM, Nr. 10132
Berlin, April 1927 EF Nr. 383
Auflage 4.000. Hochbedeutendes Unternehmen
der Lebensmittelbranche. Gründung 1922 in Nr. 383 Schätzpreis: 300,00 EUR
Mainz als “Getreide-Industrie & Handels-AG”. Han- Startpreis: 75,00 EUR
del mit Getreide und Mühlenfabrikaten, Futtermit- Gewerkschaft Albertshall
teln, Braugerste und Hülsenfrüchten sowie Verar-
beitung von Getreide. Niederlassungen in Düssel-
Kuxschein über 1 Kux, Nr. 154
dorf, Bremen, Hamburg, Hochheim a.M., Mann- Siegen i. Westf., 1.11.1907 VF+
heim und Wiesbaden. Großaktionäre waren die Auflage 1.000 (R 7). Die Gewerkschaft nach
Preuß. Zentralgenossenschaftskasse und die (damals besonders liberalem) gothaischen Recht
Deutsche Rentenbank Kreditanstalt (beide Berlin) beruhte pro forma auf dem Lettenkohlenbergwerk
sowie die GroßeinkaufsGesellschaft Deutscher Rodeland 2 in Ohrdruf (Sachsen). Hauptzweck
Konsumvereine in Hamburg. 1927 Fusion mit der aber war, von den Gemeinden Niederdresselndorf
Getreide-Commission AG in Düsseldorf und umbe- etc. im Kreis Siegen die gemeindeeigenen Kaolin-,
nannt wie oben, zugleich Sitzverlegung nach Ber- Thon-, Quarzit- und Graphitgruben anzupachten
lin. Durch diese Fusion kam man in den Besitz von und auszubeuten. Dekorative, mehrfarbige Gestal-
Mühlen in Krefeld, Münster, Köln-Mülheim, Wit- tung mit hübscher Jugendstil-Umrahmung. Dop-
ten, Duisburg, Dortmund und Mannheim, die 1927 pelblatt, inwendig eingetragen auf den Vorsitzen-
ausgegründet und in der Beteiligung “Deutsche den des Grubenvorstandes W. Theiss. Maße: 36,4
Nr. 379 Mühlenvereinigung AG” zusammengefaßt wurden. x 25,6 cm. Doppelblatt, inwendig zwei Übertra-
Ebenfalls 1927 Beteiligung an der Weingart-Kauf- gungen bis 1910.

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Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

Umfirmierung in “Kaliwerke Neu-Stassfurt-Frie- Schacht I abgesperrt und abgedämmt werden


drichshall AG”. 1925 Erwerb der Gewerkschaft mußte. Es gelang nicht, des Feuers Herr zu wer-
Deutschland und Kaliwerkes Ronnenberg I. 1928 den, die finanziellen Verhältnisse des Werkes
Verschmelzung mit der Rhenania-Kunheim Verein waren überfordert. 1889 wurde die AG deshalb in
Chem. Fabriken AG und Umfirmierung in “Kali- die neue Gewerkschaft “Deutschland” überführt.
Chemie AG”. Werke in Sehnde und Ronnenburg 1919 vereinigt mit dem Steinkohlenbauverein
(Kalibergwerke), Altona (Pharmazeutika), Bruns- Hohndorf und der Oelsnitzer Bergbaugewerk-
büttelkoog (Rhenania-Phosphat), Heilbronn schaft. Die Kuxenmehrheit lag zuletzt bei der
(Ammoniaksoda), Hönningen (Bariumcarbonat Stadt Leipzig. Das spätere VEB Steinkohlenwerk
und Superphosphat), Kanne in Berlin-Niederschö- Deutschland wurde 1960 mit dem VEB Steinkoh-
neweide (Schwefelsäure), Meggen a.d.Lenne lenwerk Karl Liebknecht vereinigt. Ende 1967
(Schwerspatbergwerk für Werk Hönningen), Ober- beschloß der Ministerrat der ehemaligen DDR die
hausen und Wohlgelegen bei Mannheim (Schwe- schrittweise Einstellung der Steinkohlenförderung
felsäure), Stolberg (Sulfat und Salzsäure) und im Lugau-Oelsnitzer Revier. Lochentwertet. Maße:
Brohl (Phonolith-Steinbrüche). 1928-31 Erwerb 33,2 x 23,5 cm. Eingetragen auf Dr. med. Walter
der Aktienmehrheit der Arienheller Sprudel AG in Krieger in Dresden, original signiert von Dr. Wolf
Arienheller-Rheinbrohl, der Peroxydwerk Siesel für den Grubenvorstand. Doppelblatt, inwendig
AG in Köln-Dellbrück und der AG Georg Egestorffs mehrere Übertragungen bis 1935.
Salzwerke und Chemische Fabriken in Hannover.
1930 Erwerb aller Betriebe der in Konkurs gegan-
genen Heyl-Beringer Farbenfabriken AG mit Wer-
ken in Berlin-Charlottenburg, Düsseldorf, Roden-

Nr. 384
kirchen, Andernach, Zollhaus b. Wiesbaden und
Wunsiedel i. Bay. Hier ist also eine geniale Strate-
gie zu erkennen: Schwächen der Konkurrenz in
Nr. 384 Schätzpreis: 125,00 EUR der Weltwirtschaftskrise nutzte die Kali-Chemie
Startpreis: 40,00 EUR AG ganz gezielt zum Ausbau einer eigenen überra-
Gewerkschaft des Braunkohlen- genden Position. 1937/38 Übernahme der Chemi-
sche Fabrik Güstrow AG, der Krause-Medico
Bergwerks Johanne Henriette bei GmbH in München und der Kohlensäure-Werk
Unseburg Deutschland AG. Sitzverlegungen 1947 nach Sehn-
Kuxschein über 1 von 1.000 Kuxen, Nr. 374 de und 1951 nach Hannover. 1960 Übernahme der
Unseburg, 14.5.1925 EF/VF Rheinische Kohlensäure-Industrie in Bad Hönnin-
(R 10) Bedeutendes Bergwerk in der Gemeinde gen und der Saline Ludwigshalle AG in Bad Wimp-
Unseburg, Kreis Wanzleben. Kohleförderung 1921 fen sowie Konzentration der Arzneimittelprodukti-
mit 520 Mann Belegschaft tgl. rund 1.300 t, die in on der Werke Altona und München im neuen Werk
der eigenen Brikettfabrik zu rd. 6 Mio. Briketts Neustadt a. Rübenberge. Heute zum belgischen
jährlich gepreßt wurden. Bedeutender Anteil im Solvay-Konzern gehörig, seit 1990 besteht zwi-
Mitteldeutschen Braunkohlen-Syndikat. 1961 stell- schen der Solvay Deutschland GmbH und der in
te die Grube die Förderung ein. Lochentwertet. Hannover bis heute börsennotierten Kali-Chemie
Maße: 34,2 x 25 cm. Rückseitig mehrere Übertra- AG ein Beherrschungs- und Ergebnisabführungs-
gungen bis 1939. Linker Rand mit Abheftlochung. vertrag. Lochentwertet. Maße: 29,3 x 22,2 cm. Ein-
getragen auf die Kaliwerke Friedrichshall AG in
Sehnde. Mehrere Originalsignaturen.

Nr. 387

Nr. 387 Schätzpreis: 750,00 EUR


Startpreis: 300,00 EUR
Gewerkschaft “Dorotheenhall”
Kux-Schein über 26 (von 1000) Kuxe, Nr. 11
Hannover, 28.9.1905 VF
(R 12) Als 1814 nach dem Wiener Kongress und
dem Ende der napoleonischen Herrschaft das
Königreich Hannover neu erstand, wurde 1815 an
der Staustufe der einstigen Bommelser Papier-
mühle (7 km von Walsrode entfernt) die Pulver-
mühle Leschen, Urlaub & Wolff gegründet. Ab
1824 gehörte die Pulvermühle August Wolff allei-
ne. 1857 erbte Wilhelm Wolff die Pulvermühle und
erweiterte sie durch Einführung der Dampfkraft
Nr. 385
bis 1873 auf 21 Betriebsstätten. Dann fusionierte
er mit der 4 km entfernten kleinen Pulverfabrik
Fallingbostel und der Rönsahler Pulverfabrik in

Nr. 386
Nr. 385 Schätzpreis: 125,00 EUR Westfalen zur “Deutsche Pulverfabriken AG zu
Startpreis: 45,00 EUR Rönsahl und Walsrode”. Bereits 1876 zerfiel dieser
Gewerkschaft des consolidirten Unternehmensverband wieder, das Walsroder
Nr. 386 Schätzpreis: 140,00 EUR Werk gehörte dann 98 Jahre lang der Wolff & Co.
Salzbergwerks Neu-Stassfurt Startpreis: 40,00 EUR KGaA. 1909 begann man mit der Produktion von
Kuxschein über 1 Kux, Nr. 238 Gewerkschaft Deutschland Sicherheitssprengstoffen (Bomlit und Kiwit)
Loederburg bei Stassfurt, 12.12.1921 EF Kuxschein über 1 Kux, Nr. 4435 besonders für die Kali-Industrie im Raum Hanno-
Auflage 1.000 (R 6). 1872 wurde der Bau des ersten ver. Fritz Wolff, auf den dieser Kux-Schein ausge-
Oelsnitz im Erzgebirge, 22.4.1918 EF stellt ist, war der letzte Mehrheitseigner aus der
Schachtes “Agatheschacht” beschlossen. 1876
Großes Steinkohlenbergwerk im Lugau-Oelsnitzer Familie. Nach Gründung der I. G. Farbenindustrie
wurden wertvolle Lagerstätten mit Steinsalz,
Revier. 6.000 Mann Belegschaft förderten um die 1 1926 gingen 75% der Wolff-Aktien dorthin. 1965
Carnalit und Kainit erschlossen. 1882 erbaute man
Mio. t Kohle im Jahr auf insgesamt 8 Schächten. wurde die Frankfurter Metzeler-Gruppe Alleinak-
die Fabrik I (Chlorkalium). 1881 wurde der zweite
1871 erfolgte die Konstituierung der “AG Stein- tionär. Folien waren nun das Hauptgeschäft. 1975
Neustaßfurter Schacht “Hammacher” in Angriff
kohlenbauverein Deutschland” mit einem Aktien- erfolgte nach schrittweiser Übernahme aller Akti-
genommen. 1885/86 entstand die Fabrik II (Sulfat).
kapital von 550 000 Talern zur Ausbeute der en durch die Bayer AG die Umfirmierung in Wolff
Mit dem Abteufen eines dritten Schachtes wurde
erworbenen Kohlenfelder von 112 ha als Stamm- Walsrode AG. 2007 verkaufte Bayer zur teilweisen
1888 begonnen. Im selben Jahr baute man die
werk der späteren Gewerkschaft Deutschland. Finanzierung der Schering-Übernahme die Wolff
Fabrik III (Chlorkalk). Die Fabrik IV (Pottasch) ent-
1872 begann das Abteufen, doch man stieß auf Walsrode AG für 540 Mio. € an Dow Chemical.
stand 1892. 1912 wurden die Schachtanlagen I-III
erhebliche Schwierigkeiten: Grubenbrände und Maße: 36,1 x 27 cm. Ausgestellt auf Herrn Fabrik-
wegen Absaufens aufgegeben. 1921 Übernahme
starker Gebirgsdruck, Schlagwetter. Ein Brand im besitzer Fritz von Wolff in Walsrode, mit Ori-
der Gewerkschaften Salzbergwerk Neu-Staßfurt I
August 1888 nahm solchen Umfang an, daß der ginalunterschrift des Grubenvorstands Herm.
und II durch die Kaliwerke Friedrichshall AG und

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Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

Gumpel (der Gumpel-Konzern war der größte Nr. 391 Schätzpreis: 150,00 EUR
Akteur der Kaliindustrie um Hannover). Doppel- Startpreis: 45,00 EUR
blatt. Mehrere kleine Randeinrisse hinterklebt.
Seit Jahren das einzige bekannte Stück!
Gewerkschaft Gottes Segen
Kux-Schein über 6 Kuxe, Nr. 10819
Lugau, 30.9.1920 EF
(R 8) Der Gottes-Segen-Schacht (abgeteuft ab
6.8.1856, in Betrieb 1856-1938) wurde von 1856 bis
1920 vom Steinkohlenbauverein “Gottes Segen”
betrieben. 1890/91 wurde auf 412 m weitergeteuft.
Nach Liquidation des Vereins kam der Schacht
1920 zur neugegründeten Gewerkschaft “Gottes
Segen” und war als Betriebsabteilung Lugau der
Gewerkschaft “Gottes Segen” Hauptförderschacht
zusammen mit dem Zwillingsschacht “Glückauf”,
dem Vertrauen-Schacht und dem Hoffnung-
Schacht des ehemaligen Lugauer Steinkohlenbau-
vereins. 1925 wurden die Schächte stillgelegt,
1938 verfüllt. Maße: 33 x 23,4 cm. Originalunter-
schriften. Doppelblatt, inwendig 1930 und 1931
übertragen. Nicht entwertet!

Nr. 390
Nr. 388
Nr. 390 Schätzpreis: 250,00 EUR
Nr. 388 Schätzpreis: 100,00 EUR Startpreis: 40,00 EUR
Startpreis: 50,00 EUR Gewerkschaft Freie Vogel
Gewerkschaft Elwerath und Unverhofft
Kuxschein über 1 Kux, Nr. 848 5% Schuldv. 200 Mark, Nr. 3637
Hannover, 1.12.1925 EF+ Hoerde bei Dortmund, Juni 1909 VF+
Auflage 1.000. Die Gewerkschaft wurde 1866 Auflage 5.000 (R 8). Angelegt wurde die Zeche im
gegründet mit dem Ziel Eisenerz abzubauen. AB Dortmunder Stadtteil Schüren bereits im 18. Jh.
1920 war die Erdölgewinnung und -verwertung Mit Gründung der Gewerkschaft 1841 fand regel-
Unternehmenszweck. 1943 war die Gewerkschaft mäßiger Abbau von Steinkohle statt, womit das
eine Tochtergesellschaft der Wintershall AG. 1951 Bergwerk eine der ältesten Tiefbauzechen im
übernahmen die deutsche Shell AG und die Esso Ruhrbergbau ist. Bis 1899 wurde außerdem auch
AG Anteile. Lochentwertet. Maße: 29,6 x 20,8 cm. Eisenstein abgebaut und ebenso wie die Steinkoh-
Original signiert von dem Vorsitzenden des Gru- le anfangs größtenteils mit Pferdefuhrwerken zur
benvorstands. nahe gelegenen Hermannshütte transportiert.
Erst um 1885 wurde das Bergwerk an die Hörder
Kohlenbahn und damit das Netz der Bergisch-Mär-
Nr. 392
kischen Eisenbahn angeschlossen. Der ab 1852
abgeteufte neue Schacht (Schacht 1) wird 1874
der tiefste Schacht des Ruhrgebietes. 1891 wurde
zusätzlich noch eine Brikettfabrik in Betrieb Nr. 392 Schätzpreis: 300,00 EUR
genommen. Die höchste Förderleistung erzielte Startpreis: 50,00 EUR
die Zeche (zuletzt eine Schachtanlage mit drei
Schächten) 1914, als über 1500 Beschäftigte fast
Gewerkschaft Ilse
400.000 t Kohle förderten. 1912 Übergang der Kux-Schein über 1 Kux, Nr. 162
Kuxenmehrheit auf die Gewerkschaft Lothringen Essen-Ruhr, 5.6.1906 EF+
in Gerthe (später: Bergbau-AG Lothringen), 1923 Auflage 1.000 (R 8). Die Gewerkschaft beruht auf
mit dieser verschmolzen. 1925 wurde die Zeche dem Braun- und Eisensteinbergwerk Bismarck II
stillgelegt. Die Anleihe von 1 Mio. Mark vermittel- am Breitenberg im Ruhlaer Forstbezirk. Inwendig
te die Münsterische Bank, Filiale der Osnabrücker Übertragungsvermerke bis 1921 (auf die Rübezahl
Bank. Schöne Umrahmung, Originalunterschrif- GmbH). Original signiert von Friedrich Sprin-
ten, viele Überstempelungen. Maße: 34,4 x 23,7 gorum, Generaldirektor der Eisen- und Stahlwerke
cm. Doppelblatt, inwendig Bedingungen. Hoesch AG, Mitglied des Preußischen Herrenhau-
ses. Äußerst dekorative Jugendstil-Gestaltung.
Maße: 35,4 x 23,3 cm. Doppelblatt, inwendig zwei
Übertragungen bis 1921. Nicht entwertetes Stück
in einem überdurchschnittlich guten Erhaltungs-
zustand!

Nr. 393 Schätzpreis: 300,00 EUR


Nr. 389
Startpreis: 125,00 EUR
Gewerkschaft „Krug von Nidda“
Nr. 389 Schätzpreis: 200,00 EUR Kuxschein über 1 Kux, Nr. 124
Startpreis: 80,00 EUR Hamburg, 24.9.1909 EF
Gewerkschaft Etteldorf Auflage 1.000 (R 9). Die Gewerkschaft betrieb die
Eisensteinbergwerke Port Arthur III und IV im
Kux-Schein, Blankette Gehlberger Forstbezirk (Liebenstein, Herzogtum
Celle, 1.5.1917 EF+ Gotha) und ein Ölfeld in Nord-Nienhagen in dem
(R 10) 100-teilige Gewerkschaft im Oberbergamts- Erdölgebiet Hänigsen-Obershagen-Nienhagen in
bezirk Trier mit Verwaltungssitz in Celle. Sie der südlichen Lüneburger Heide. Verwaltungssitz
betrieb Erdölwerke bei Wietze i.H. 1928 stieg der war Hamburg. Später nur noch Ausführung von
Erdölpionier Hermann Rautenkranz mit seinem Bohrungen auf Erdöl und Sitzverlegung nach
Bohrunternehmen “Tiefbohr AG Hermann Rauten- Celle. Mehrheitsbesitzer war ab 1929 die Tiefbohr
kranz” in die Produktion von Erdöl ein. Mit den AG Hermann Rautenkranz, weitere Kuxe bei der
Deutsche Petroleum AG, Berlin. Hermann Rauten-
Nr. 391
Kuxen der Gewerkschaft Etteldorf erwarb er eine
10%-ige Beteiligung an der gesamten Lagerstätte kranz war als Erdölpionier in Deutschland, Jugos-
in Oberg im Landkreis Peine. Maße: 36,9 x 23,8 cm. lawien und Rumänien besonders aktiv. Originalun-

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terschrift. Rückseitig mehrere Übertragungen, Hermann von Rautenkranz (1883-1973) gründete Florentin Kästner als Steinkohlenwerk Martin
zuletzt 1923 auf Seine Durchlaucht Hans Carl Fürst 1912 die „Internationale Tiefbohrgesellschaft“ Hoop geführt. 1952 Verselbständigung als VEB.
zu Carolath-Beuthen, ein schlesischer Magnat. (seit 1921 Internationale Tiefbohr AG), die bis zu 1968 wurde die Kohlenförderung des VEB Stein-
Maße: 37,4 x 23,4 cm. 1500 Arbeiter und Angestellte beschäftigte. Mit kohlenwerk Karl Marx in den VEB Steinkohlen-
dem Erwerb von Mutungsrechten und Beteiligun- werk Martin Hoop integriert. 1977 Einstellung der
gen an abbauberechtigten Firmen entwickelte sich Kohlenförderung im Zwickauer Revier und Auflö-
Rautenkranz vom Bohr- zum Erdölproduzent. sung des VEB Steinkohlenwerks Martin Hoop.
1953 mit dem Großen Verdienstkreuz der BRD, Maße: 28,5 x 21,7 cm.
1963 mit dem Großen Niedersächsischen Ver-
dienstordner ausgezeichnet. Maße: 35,2 x 25,1 cm.
Bislang unbekannt!

Nr. 398
Nr. 393
Nr. 394 Schätzpreis: 300,00 EUR Nr. 399 Schätzpreis: 100,00 EUR
Startpreis: 125,00 EUR Startpreis: 35,00 EUR
Gewerkschaft „Krug von Nidda“ Gewerkschaft Morgenstern
Kuxschein über 1 Kux, Nr. 125 Kuxschein 1 Kux, Nr. 2894
Hamburg, 24.9.1909 EF Pöhlau b. Zwickau, 30.12.1920 EF

Nr. 397
Auflage 1.000 (R 9). Originalunterschrift. Rücksei- Lochentwertet. Maße: 33 x 22,1 cm. Original sig-
tig mehrere Übertragungen, zuletzt 1923 auf Seine niert von dem Vorsitzenden des Grubenvor-
Durchlaucht Hans Carl Fürst zu Carolath-Beuthen, stands.
ein schlesischer Magnat. Maße: 37,4 x 23,4 cm. Nr. 396 Schätzpreis: 300,00 EUR
Startpreis: 100,00 EUR
Gewerkschaft Meininger Salinen
Kux-Schein über 1 Kux, Nr. 225
Meiningen, 9.5.1928 EF+
Auflage 1.000 (R 9). Gegründet 1928, 1937 aufge-
löst. Die Grubenfelder der Gewerkschaft befanden
sich in den Gemarkungen Schwallungen, Bonndorf
und Wasungen des Kreises Meiningen und im Ber-
gamtsbezirk Saalfeld (Saale). Namenspapier, aus-
gestellt auf den Bankier Bodo Grütter, Hannover.
Dekorative graphische Gestaltung. Originalunter-
schrift des Vorsitzenden des Grubenvorstandes.
Maße: 35,5 x 25,1 cm. Doppelblatt.

Nr. 397 Schätzpreis: 300,00 EUR


Startpreis: 100,00 EUR
Gewerkschaft Meininger Salinen
Kux-Schein über 1 Kux, Nr. 226
Meiningen, 9.5.1928 EF+
Auflage 1.000 (R 9). Namenspapier, ausgestellt auf
den Bankier Bodo Grütter, Hannover. Dekorative
graphische Gestaltung. Originalunterschrift des
Vorsitzenden des Grubenvorstandes. Maße: 35,5 x
25,1 cm. Doppelblatt.
Nr. 395
Nr. 398 Schätzpreis: 240,00 EUR
Nr. 400
Nr. 395 Schätzpreis: 350,00 EUR Startpreis: 60,00 EUR
Startpreis: 150,00 EUR Gewerkschaft Morgenstern
Gewerkschaft „Lüneburg“ Kuxschein über 20 Kuxe, Nr. 36 Nr. 400 Schätzpreis: 750,00 EUR
Kux-Schein über 10 von 1000 Kuxe, Pöhlau b. Zwickau, 25.7.1912 EF/VF Startpreis: 150,00 EUR
Nr. 471-480 (R 9) Steinkohlenbergwerk im Zwickauer Revier. Gewerkschaft
Celle i.H., 1.11.1916 EF Auf sechs Tiefbauschächten förderte die Gewerk-
Neue Hoffnung-Landeskrone
(R 9) Begründet auf der Schwerspatgrube „Rudol- schaft im Durchschnitt 600.000 t Steinkohle im
fzeche 1“, im Arlesberger und Gehlberger Forst Jahr mit einer Belegschaft von 4700 Mann. 1920 Kux-Schein über 1 Kux, Nr. 991
belegen. Außerdem besaß die Gewerkschaft Ölge- Erwerb des Zwickauer Brückenberg-Steinkohlen- Kreis Siegen, 24.2.1903 VF+
winnungsrechte auf einem Ölterrain von 80.000 bauverein und 1930 des Steinkohlenwerks Floren- Auflage 1.000 (R 10). Eisenerz-Bergwerk in den
qm im der Feldmark Nienhagen im Ölgebiet tin Kästner. Diese wurden als Betriebsabteilung Gemeinden Wilgersdorf, Wilnsdorf und Wilden im
Hänigsen-Obershagen. Dekorativ gestaltetes Brückenberg bzw. Florentin Kästner weiterge- Kreis Siegen. Ursprünge dieses Bergwerks reichen
Papier, original signiert von dem bedeutenden führt. Nach dem II. Weltkrieg wurde die Betriebs- bis zu dem erstmals 1298 urkundlich belegten
deutschen Erdölpionier Hermann Rautenkranz. abteilung Brückenberg als Steinkohlenwerk Karl “Bergwerk am Ratzenscheid” zurück, aus dem
Marx, die Betriebsabteilungen Morgenstern und

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Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

1805 die Grube “Landeskrone” wurde. Ende der ber reagierte mit dem Kaliwirtschaftgesetz von Nr. 405 Schätzpreis: 200,00 EUR
20er Jahre von den Röchling’schen Eisen- und 1919, durch das die Überkapazitäten durch Stillle- Startpreis: 75,00 EUR
Stahlwerken übernommen. Das Ursprungsvor- gung zahlreicher Werke weitgehend beseitigt wur-
kommen, ein limonitisierter Siderit-Gang mit Blei- den. Dekorative Gestaltung mit Untertageszene.
Gewerkschaft Zum goldenen Grund
erzen in Devonschiefern, ist noch heute bei Mine- Maße: 34,1 x 27 cm. Kuxschein, Teilblankette, Nr. 820
raliensuchern bekannt, die die umfangreichen Camberg, Juli 1899 EF
erhalten gebliebenen Halden 9 km südöstlich von (R 8) Der “Goldene Grund” ist ein Landstrich, der
Siegen bei Wilnsdorf nach Fundstücken absuchen. etwa von Limburg an der Lahn bis Idstein am Tau-
Ausgesprochen dekorative farbige Rankwerk- nus reicht und heute von der A 3 Köln-Frankfurt
Umrahmung, schöne rote Kapitälchen. Inwendig durchzogen wird. Bekannt sind in dieser Gegend
bei Übertragungen zweimal Originalunterschrift vor allem die Kohlensäurequellen von Selters.
von Ernst Röchling. Maße: 34,8 x 23,6 cm. Doppel- Außerdem standen in der Lahnmulde Blei-, Zink-,
blatt, inwendig mehrere Übertragungen bis 1936. Silber- und Kupfererze an. Nördlich des heutigen
Linker Rand mit Abheftlochung. Bad Camberg waren zeitweilig vier Bergwerke in
Betrieb. Die ganze Umrandung und der Berg-
werksname sind in goldener Farbe gedruckt.
Maße: 38,2 x 25,1 cm.

Nr. 403

Nr. 403 Schätzpreis: 240,00 EUR


Startpreis: 40,00 EUR
Gewerkschaft Schwarzwälder
Erzbergwerke
Kux-Schein über 1 Kux, Nr. 619
Köln, 1.6.1891 EF
Auflage 1.000 (R 7). Mit 250 Mann Belegschaft För-
derung von Bleierzen mit Zink- und Silber-Beimen-
Nr. 406
gungen aus drei Stollen bei Freiburg i. Brsg. Größ-
ter Anteilseigner war der Märkisch-Westfälische
Nr. 401
Bergwerksverein Letmathe. Dekorativ, Holz-Mase-
rung im Unterdruck. Originalunterschrift. Maße: Nr. 406 Schätzpreis: 300,00 EUR
35,9 x 23,6 cm. Rückseitig Übertragungen bis 1917. Startpreis: 100,00 EUR
Nr. 401 Schätzpreis: 750,00 EUR Keine Entwertung! Gewerkschaft Zum goldenen Grund
Startpreis: 450,00 EUR
Kuxschein über 1 Kux von 1000, Nr. 503
Gewerkschaft Neue Landeskrone Camberg, 18.9.1900 EF
Kux-Schein über 1 Kux, Nr. 99 Autograph: Leo Hanau (R 10). Ausgestellt auf den
Mittelwilden, 14.4.1909 EF Bankier Leo Hanau, Mülheim-Ruhr (ein hochbe-
Auflage 100 (R 9). Die Grube “Neue Landeskrone” deutender Bergbau-Finanzier) und von ihm origi-
befindet sich in der Gemeinde Emmerzhausen nal unterschrieben. Die ganze Umrandung und der
(Gemeinde Mittelwilden, heute Verbandsgemein- Bergwerksname sind in goldener Farbe gedruckt.
de Daaden, Kreis Siegen). Zwischen 1850 und 1894 Maße: 38,2 x 25,2 cm.
wurden hier über einen Maschinenschacht Eisen-,
Blei-, Kupfererze (Neue Landeskrone), ab 1890
auch Nickelerze (Neue Landeskrone I + II) abge-
baut. 1908 in einer neuen, 100-teiligen Gewerk-
schaft kosolidiert, asl das Bergwerk schon nicht
mehr in Förderung stand. Schöne Umrandung, mit
Hammer und Schlegel. Maße: 34 x 21,5 cm. Dop-
pelblatt, inwendig Übertragung von 1918. Linker
Rand mit Abheftlochung. Nur 7 Stücke sind von
diesem besonders raren Siegerländer Kux
bekannt.

Nr. 402 Schätzpreis: 200,00 EUR


Startpreis: 60,00 EUR
Nr. 407
Gewerkschaft Sachsenwald zu Gotha
Kuxschein über 1 Kux, Nr. 46
Berlin, 21.5.1906 EF Nr. 407 Schätzpreis: 100,00 EUR
Auflage 1.000 (R 7). Die Gothaische Gewerkschaft Nr. 404 Startpreis: 25,00 EUR
Sachsenwald ist 1906 aus einer früher gegründe- Girmes-Werke AG
ten Bohrgesellschaft hervorgegangen. Sie besaß Nr. 404 Schätzpreis: 250,00 EUR Aktie 100 DM, Nr. 21499
eine Konzession auf Kali und “beibrechende Startpreis: 65,00 EUR
Salze” in der Gemarkung Westervesede (heute ein
Oedt bei Krefeld, April 1960 EF+
Ortsteil von Scheeßel an der B 75 Hamburg-Bre- Gewerkschaft Sirius Gotha Auflage 5.000 (R 8). Gründung 1879, ab 1904 AG.
men) und wurde fündig. Zur Abteufung eines Kux-Schein über 1 Kux, Nr. 933 Gehörte zu den führenden Unternehmen auf dem
Schachtes kam es aber nicht, wie im übrigen nir- Gebiet der Herstellung von Samten und Plüschen
Düsseldorf, 1.3.1909 EF für Bekleidung und Raumausstattung auf dem
gends in der Region zwischen Elbe und Weser. Bei Auflage 1.000 (R 9). Dekorative Umrandung mit
Gründung dieser Gewerkschaft gab es bereits 50 europäischen Markt. 1943 umgewandelt in eine
Jugendstil-Elementen. Originalunterschrift. Maße: GmbH. 1959 Umwandlung in die “Girmes-Werke
in Betrieb befindliche Kalibergwerke, weitere 544 35,7 x 23 cm.
Unternehmen standen vor der Tür. Der Gesetzge- AG”. Mit über 1/2 Mrd. DM Jahresumsatz zuletzt

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Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

eines der größten Unternehmen der deutschen Nr. 410 Schätzpreis: 125,00 EUR
Textilindustrie. Anfang 1989 nach mehreren ver- Startpreis: 40,00 EUR
geblichen Sanierungsversuchen in Konkurs gegan-
gen - bald darauf stritten die Banken (allen voran
Glotterwerk AG Süddeutsche
die Deutsche Bank) und die rd. 7.000 geschädigten Elektricitäts-Gesellschaft
Kleinaktionäre um Schuld und Schadenersatz. Fir- 6% Teilschuldv. 10 Mrd. Mark, Nr. 1028
menlogo mit Weltkugel in der Umrahmung. Maße: Freiburg, Februar 1924 VF+
21 x 29,7 cm. Rückseitig als ungültig abgestempelt. (R 8) Gründung am 23.1.1923 als Glotterwerk AG,
Name seit 9.6. wie oben. Ausnutzung der Wasser-
kraft der Glotter zur Wasser- und Elektrizitätsver-
sorgung. 1951 aufgelöst. Teil einer Anleihe zum
Ausbau der Wasserkraft der Glotter. Rückzahlbar
mindestens mit 75 cents USA-Währung. Verso in
englisch. Maße: 25,7 x 17,7 cm. Mit anh. Kupons.
Nr. 413
Nicht entwertet!

Nr. 413 Schätzpreis: 100,00 EUR


Startpreis: 35,00 EUR
Gontard & MetallBank AG
1 Stückaktie, Nr. 567
Frankfurt a.M., Mai 1999 EF+
Nr. 408
(R 6) Traditionsreiches, bereits 1726 gegründetes
Privatbankhaus. AG seit 1997, als die Bank von der
Nr. 408 Schätzpreis: 100,00 EUR Gold-Zack-Gruppe übernommen wurde. 1999 Fusi-
Startpreis: 40,00 EUR on mit der 1906 gegründeten, ehemals zur Metall-
gesellschaft gehörenden Metallbank GmbH.
Girmes-Werke AG Zuletzt einer der Hauptakteure am berühmt-
Aktie 1.000 DM, Nr. 18713 berüchtigten Neuen Markt - folglich im Frühsom-

Nr. 411
Oedt bei Krefeld, Juni 1965 EF+ mer 2002 insolvent geworden. Porträt-Vignetten
Auflage 2.500 (R 8). Firmenlogo mit Weltkugel in von Johann Heinrich de Bary-Gontard und Wil-
der Umrahmung. Maße: 21 x 29,7 cm. Mit restli- helm Merton, Abbildung der Frankfurter Bankge-
Nr. 411 Schätzpreis: 100,00 EUR bäude Neue Kräme 7 und Reuterweg 14. Maße: 21
chen Kupons. Rückseitig als ungültig abgestem- Startpreis: 40,00 EUR
pelt. x 29,6 cm. Rückseitig als ungültig abgestempelt.
Glückstädter Heringsfischerei AG
Aktie 100 DM, Nr. 144
Glückstadt, Januar 1958 EF+
Auflage 3.360. Gründung 1933 mit 6 Heringslog-
gern, Heringsfang mit zuletzt 10 Motorschiffen
und -loggern. Mit der zunehmenden Überfischung
der Nordsee und dem erhöhten Einsatz von Fisch-
fabrikschiffen wurde die von der Glückstädter
betriebene Loggerfischerei unrentabel. Der
Betrieb wurde in den 60er Jahren mit hohen Ver-
lusten eingestellt. Maße: 21 x 29,7 cm. Mit kpl.
Kuponbogen.

Nr. 409
Nr. 414
Nr. 409 Schätzpreis: 125,00 EUR
Startpreis: 50,00 EUR Nr. 414 Schätzpreis: 250,00 EUR
Startpreis: 125,00 EUR
Girmes-Werke AG
Grand Hotel Royal-AG
Aktie 100 DM, Nr. 40207
Oedt bei Krefeld, Juli 1968 UNC/EF Aktie 1.200 Mark, Nr. 1415-1416
Auflage 5.000 (R 10). Firmenlogo mit Weltkugel in
Bonn, 28.9.1922 EF
der Umrahmung. Maße: 21 x 29,6 cm. Mit Kupons. Auflage 625 (R 8). Erwerb und Fortbetrieb des
Grand Hotel Royal, das noch heute als “Hotel
Königshof” geführt wird. Die AG machte ihren
Aktionären mit mehreren Kapitalschnitten und
meist dividendenlosen Abschlüssen nie richtig
Freude. 1944 wurden der Königshof und der Stadt-
garten bei Luftangriffen zerstört, 1954-56 wieder
aufgebaut und die Gesellschaft in “Königshof AG”
umbenannt. Heute zum Schmunzeln eine Notiz im
Geschäftsbericht 1945: “Beschlagnahme des Aus-

Nr. 412
weichbetriebes Anfang März. Durch Beanspru-
chung seitens der amerikanischen Besatzungs-
macht wurden der Gesellschaft die nicht unerheb-
Nr. 412 Schätzpreis: 175,00 EUR lichen Bestände der Weinhandlung entzogen,
Startpreis: 75,00 EUR wodurch die letzte Grundlage für gewinnbringen-
Görlitzer Molkerei e.G. de Betätigung verlorenging.” Seit Januar 2003 wird
das Hotel Königshof von Althoff Hotels & Residen-
Schuldschein 100 Mark, Nr. 141 ces betrieben. Maße: 22 x 29,5 cm.
Görlitz, 7.8.1884 EF
Auflage 1.300 (R 8). Ausgestellt auf den Ritterguts- Nr. 415 Schätzpreis: 500,00 EUR
besitzer Lucke in Mückenhain. Dekoratives Hoch- Startpreis: 120,00 EUR
format mit feinem Unterdruck. Originalunter-
schriften. Maße: 29,8 x 22,9 cm.
Granitwerke Steinerne Renne AG
Vorzugs-Actie 1.000 Mark, Nr. 1120 (171)
Einlieferungen für die Hasserode, 1.2.1904 VF+
Auflage 810 (R 8). Eine Gründung der Bankiers
nächsten Auktionen Meyerstein aus Hannover. Sie brachten in die AG
Nr. 410 werden ständig angenommen Steinbrüche und Wasserkraftanlagen ein, die sie
kurz zuvor dem Fürsten Stolberg-Wernigerode

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Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

abgekauft hatten. (Granitsteinbrüche mit Ausbeu- Nr. 417 Schätzpreis: 100,00 EUR Zweigbahn nach Güstrow vollendet. Für die not-
tungsrechten auf 41 ha im Fürstlichen Forstrevier Startpreis: 30,00 EUR wendige West-Ost-Verbindung, die auch das
Hasserode, eine Wasserkraftanlage an der Steiner- Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz erschließen
nen Renne und Marmorbrüche im Gebiet der
Grosshandels-AG sollte, fanden sich keine privaten Investoren. Des-
Lahn). Vor allem die unrentablen Marmorbrüche Aktie Lit. B 20 RM, Nr. 1550 halb wurde die Strecke Güstrow-Teterow-Malchin-
brachten die Gesellschaft in ständige Schwierig- Bernburg, April 1925 EF Neubrandenburg (eröffnet am 11.11.1864) als lan-
keiten, eine Dividende gab es nie. Im Gegenteil, Auflage 3.125. Gründung 1923. Vertrieb von desherrliches Eigentum gebaut (Friedrich-Franz-
1902, 1903, 1907 und 1913 mussten die Aktionäre Lebensmitteln, Spedition, Lagerung und Schiff- Eisenbahn). 1867 erfolgte über die preußische
sogar jeweils Geld nachschießen, wobei die fahrtsgeschäft. Aparte Gestaltung. Maße: 23,6 x Grenze die Anbindung nach Strassburg (Ucker-
Stammaktien dann teilweise in Vorzugsaktien 29,5 cm. mark). Zur Weiterführung der Bahn nach Westen
umgewandelt wurden. 1920 Umfirmierung in wurde 1865 die Lübeck-Kleinener Eisenbahn-
“Transatlantische Handels-AG”, 1938 erneute Gesellschaft konzessioniert, der aber 1868 das
Umbenennung in “Mineralien-Aktiengesellschaft”. Geld ausging. Der Staat übernahm die Bahn (eröff-
Die Spuren dieser hochinteressanten AG sind in net 1.7.1870). 1873 verstaatlichte die mecklenbur-
Form eines Baustoffwerks und der Wasserkraftan- gische Regierung die Mecklenburgische Eisen-
lage noch heute zu sehen, und zwar nahe der Sta- bahn-Gesellschaft und führte sie mit der Großher-
tion “Steinerne Renne” der Harzquerbahn. Groß- zoglichen Friedrich-Franz-Eisenbahn zusammen,
formatiges Papier, dekorativ gestaltet. Originalun- die gleichzeitig ihren Direktionssitz von Malchin
terschriften der Direction. Maße: 26,6 x 36,3 cm. in die Landeshauptstadt Schwerin verlegte. Die
Doppelblatt. Sache ging aber schief: Aus dem Ankauf der Meck-
lenburgischen Eisenbahn-Gesellschaft hatte die
Regierung Schulden von rd. 10 Mio. Th., die sie
nicht bezahlen konnte. Nach einem Streit mit den
früheren Aktionären wurden die mecklenburgi-
schen Bahnen schon am 2.4.1875 als “Mecklen-
burgische Friedrich-Franz-Eisenbahn-Gesell-
schaft” reprivatisiert. Weitere private Bahngesell-
schaften bauten 1875-90 eine Vielzahl neuer
Strecken. Mit der zweiten Verstaatlichung 1889/90
ging die Verwaltung der Staatseisenbahn auf die
Großherzogliche General-Eisenbahn-Direction
über. Gleichzeitig wurden auch die übrigen 9 Pri-
vatbahnen verstaatlicht. Zur Finanzierung begab
das Großherzogtum 1890/94 konsol. Landes-

Nr. 415
schuldverschreibungen im Umfang von 66 Mio. M.

Nr. 418
Landes-Anleihe für Eisenbahn-Zwecke. Für die
“Sicherheit von Capital und Zinsen” hafteten die
gesamten Einkünfte der Grossherzoglichen Eisen-
Nr. 418 Schätzpreis: 250,00 EUR bahnverwaltung. Schöner Druck von G&D, mit
Startpreis: 75,00 EUR Prunkwappen. Maße: 32,6 x 23,7 cm. Mit Talon.
Grossherzogtum Hessen
3% Schuldv. 5.000 Mark, Nr. 34709
Darmstadt, 4.1.1905 VF+
(R 9) Höchster Nennwert einer Anleihe von 24
Mio. Mark. Hübscher Druck der Reichsdruckerei
mit Rankwerk-Umrahmung und großem Prunk-
wappen. Maße: 32,7 x 21,3 cm. Doppelblatt, mit
beiliegendem restlichen Kuponbogen.

Nr. 416

Nr. 420
Nr. 416 Schätzpreis: 90,00 EUR
Startpreis: 30,00 EUR
Großenhainer Webstuhl-
Nr. 420 Schätzpreis: 175,00 EUR
und Maschinen-Fabrik AG Startpreis: 90,00 EUR
Aktie 1.000 RM, Nr. 1222 Grube Leopold AG
Großenhain, Juli 1942 EF+
Auflage 1.100. Gründung 1852 durch Anton Zschil-
Aktie 100 RM, Nr. 15520
le, seit 1872 AG. Herstellung und Vertrieb von Tex- Köthen (Anhalt), Juni 1929 EF
tilmaschinen, insbes. Webstühlen. 1888 Übernah- Auflage 25.000 (R 8). Gründung 1889 mit Sitz
me des Konkurrenzbetriebes May & Kühling in Köthen i.A. zur Übernahme der Gewerkschaft
Chemnitz, welcher 1899 stillgelegt wurde. Börsen- Braunkohlengrube Leopold bei Edderitz. 1893
notiz Berlin und Leipzig, zuvor auch Chemnitz Inbetriebnahme einer neuen Brikettfabrik. 1904
und Dresden. Die Firma wurde nach dem Krieg Übernahme der Gewerkschaft Franzkohlenwerk
nicht verlagert. Maße: 21 x 29,6 cm. Prägesiegel bei Gerlebogk mit Tief- und Tagebauanlagen sowie
lochentwertet. Brikettfabrik (1929 stillgelegt). 1907 Erwerb
größerer Braunkohlenfelder bei Bitterfeld; für die

Nr. 419
Verstromung der im Tagebau gewonnenen Kohle
wurde ein Kraftwerk gebaut. 1916 Erwerb der Rin-
gofenziegelei Petersroda bei Bitterfeld mit 2
Nr. 419 Schätzpreis: 350,00 EUR Ringöfen und 2 Ziegelpressen, außerdem Erwerb
Startpreis: 150,00 EUR der Grube Friedrich bei Bitterfeld, die neben
ihrem Tagebau ebenfalls eine Ringofenziegelei
Grossherzogtum Mecklenburg- besaß. Ab 1920 Aufschluß der südlichen Tagebau-
Schwerin (Eisenbahn-Anleihe) felder, wo ein weiteres Kraftwerk errichtet wurde.
3,5% Schuldv. 1.000 Mark, Nr. 14479 1925/26 Bau einer Schwelanlage zur Gewinnung
Rostock, 1.2.1894 EF von Koks, Teer und Schwelgas, zugleich Erwerb
einer chemischen Fabrik in Bösdorf bei Leipzig,
(R 8) Die 1846 eröffnete preußische Berlin-Ham-
die den gewonnenen Teer weiterverarbeitete
burger Bahn war die erste Eisenbahn auf meck-
(Teerdestillation und Paraffinfabrik). 1928 Aufstel-
lenburgischem Territorium. Von der privaten
lung eines weiteren Schwelofens; das Schwelgas
Mecklenburgischen Eisenbahngesellschaft wurde
wurde an die Deutsche Continental-Gas-Gesell-
1846-50 die Strecke Hagenow-Schwerin-Wismar
Nr. 417
schaft in Dessau geliefert. Ab 1929 nach Fertig-
mit Verlängerung über Bützow nach Rostock und
stellung der Gaswäsche auch Lieferung von Rein-

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Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

gas. 1930 Sitzverlegung von Köthen nach Bitter- auch der Gemeinden Auerbach, Zwingenberg, Als- gung der I.G. Farben zunächst an die Essener
feld. Börsennotiz Berlin, Großaktionär war die bach, Jugenheim, Bickenbach und Hähnlein in Wasag-Chemie AG. Später Sitzverlegung erst nach
Elektricitäts-Lieferungs-Gesellschaft (AEG-Kon- “Gruppengaswerk Bergstraße AG” und nach Auf- Castrop-Rauxel, dann nach Krefeld. 1957 Fusion
zern). 1946 enteignet und VEB, bis 1962 dann als nahme auch der Stromversorgung 1914 in ”Grup- mit der “Superphosphatfabrik Nordenham AG”.
Tagebau Holzweißig-Ost betrieben. Daran schloß pen-Gas- und Elektrizitätswerk Bergstraße AG”. 1994 wird der StandortKrefeld an die “BASF Dün-
sich der Tagebau Holzweißig-West an, in dem Aktionäre: Die Städte Bensheim (63,1%) und Zwin- gemittelwerke Victor GmbH” verkauft, seitdem
1958-1980 gefördert wurde. Der dritte Tagebau genberg (13,3%) und die Gemeinden Alsbach nur noch Vermögensverwaltung und Abwicklung
Goitzsche wurde erst 1991 nach der Wende still- (5,8%), Bickenbach (5,1%), Jugenheim (7,9%), See- bestehender Pensionsansprüche. Inzwischen
gelegt (anschließend als Sanierungsgebiet ein heim (1,0%) und Hähnlein (3,9%). In dieser Struk- übernahm die BASF alle Aktien. Maße: 21 x 29,7
Referenzstandort der EXPO 2000). Maße: 21 x 29,6 tur besteht das GGEW noch heute, macht mit ca. cm. Prägesiegel lochentwertet.
cm. Prägesiegel lochentwertet. 150 Mitarbeitern rd. 160 Mio. € Jahresumsatz und
beliefert rd. 140.000 Kunden. Der Strom wird von
Nr. 421 Schätzpreis: 85,00 EUR der Heag bezogen, Ferngas von der Südhessi-
Startpreis: 35,00 EUR schen Gas- und Wasser AG in Darmstadt. Ausge-
stellt auf die Gemeinde Bickenbach. Großes Hoch-
Grundstücks- und Baugesellschaft AG format mit schöner Umrahmung und Kapitälchen,
Namens-Aktie 1.000 DM, Nr. 5426 Originalunterschriften. Maße: 37 x 27 cm. Doppel-
Heidenheim an der Brenz, August 1995 EF+ blatt. Nicht entwertetes Stück, sehr günstig ange-
(R 8) Gründung 1907 durch die Stadt Heidenheim boten!
und Heidenheimer Industriefirmen. 1995 nach
Fortfall der Wohnungs-Gemeinnützigkeit Umfir-
mierung in Grundstücks- und Baugesellschaft AG.
Bis dahin hatte sich der Bestand im sozialen Woh-
nungsbau seit Kriegsende von 800 auf fast 5.000
Wohnungen ausgeweitet. Großaktionäre der seit
Nr. 425
1996 in Stuttgart börsennotierten AG sind die Fa.
Voith, die Stadt Heidenheim und die Kreissparkas-
se Biberach. Druck auf festem Karton. Maße: 21 x
29,7 cm. Lochentwertet. Nr. 425 Schätzpreis: 125,00 EUR
Startpreis: 45,00 EUR
Guido Hackebeil AG
Aktie 1.000 RM, Nr. 96
Berlin, Mai 1927 EF+
Nr. 424 Auflage 1.000 (R 7). Gründung 1921. Herausgabe,
Herstellung, Verlag und Vertrieb von Zeitschriften
Nr. 424 Schätzpreis: 125,00 EUR und Büchern aller Art sowie Anfertigung von
Startpreis: 35,00 EUR Drucksachen. 1930 Name geändert in Hackebeil
Guano-Werke AG AG, Buchdruckerei und Verlag. November 1930
Konkurseröffnung (nach § 240 HGB, Verlust von
Aktie 1.000 DM, Nr. 1824 mehr als der Hälfte des Kapitals). Die Bewirt-
Hamburg, Juli 1953 EF schaftung der Verlagsrechte wurden der Nord-
Auflage 4.500 (R 7). ründung 1858, AG seit 1883 als deutschen Druckerei und Verlagsanstalt (DAZ),
“Anglo-Continentale (vormals Ohlendorff’sche) Berlin übertragen. Maße: 21 x 29,6 cm. Prägesiegel
Nr. 422 Guano-Werke” mit Düngemittel-Fabriken in Ham- lochentwertet.
burg, London, Antwerpen und Emmerich (die bei-
Nr. 422 Schätzpreis: 100,00 EUR den letzten nach dem 1. Weltkrieg enteignet). Nr. 426 Schätzpreis: 85,00 EUR
Startpreis: 35,00 EUR Außerdem Betrieb einer Guano-, Superphosphat- Startpreis: 35,00 EUR
und Schwefelsäurefabrik in Linn (seit 1901 Stadt-
Grundstücks- und Baugesellschaft AG teil von Krefeld). 1927 Übernahme der “Merck’- Gummiwerke ELBE AG
Namensaktie 100.000 DM, Nr. 5631 schen Guano- und Phosphat-Werke AG” mit Fabri- Aktie 100 RM, Nr. 19323
Heidenheim an der Brenz, August 1995 EF+ ken in Harburg, Schönebeck, Vienenburg und Frie- Piesteritz b. Kl.-Wittenberg (Elbe),
(R 8) Gedruckt auf Karton. Äußerst hoher Nenn- drichstadt, gleichzeitig Umfirmierung wie oben. 25.11.1941 EF+
wert. Maße: 21 x 29,7 cm. Lochentwertet. Im gleichen Jahr Fusion mit der Lübecker Schwe-
Auflage 20.000. Gründung 1898 in Leipzig unter
felsäure- und Superphosphat-Fabrik AG, Dänisch-
der Firma Oxylin-Werke, 1900 verlegt nach Prie-
burg. Nach dem Krieg ging die Mehrheitsbeteili-

Nr. 423
Nr. 423 Schätzpreis: 500,00 EUR
Startpreis: 90,00 EUR
Gruppengaswerk Bergstraße AG
Sammelaktie 10 x 1.000 Mark, Nr. 471-480
Bensheim, 1.10.1910 EF
Nr. 427
Auflage 50 (R 10). Gegründet 1886 als “Gaswerk
Bensheim AG”, umfirmiert 1909 nach Anschluß

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Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

steritz, 1901 umbenannt wie oben. Herstellung erlebten. So wuchsen die Nettogewinne aus der und führen sie als oHG H. Förster & Co. weiter.
von technischen Gummiwaren aller Art, von Rohrverarbeitung im Zeitraum von 1864 bis 1873 1906 Aufnahme der Produktion pneumatischer
Schläuchen für alle Zwecke, gummierten Stoffen, von 4 677 Bankomark auf 245 667 Bancomark an. Klaviere. 1908 - die Fabrik beschäftigt inzwischen
Gummistiefel, Gummiartikeln für Fahrrad- und Um dem weiterhin expandierenden Unternehmen 120 Arbeiter - Umzug in die neue Klavierfabrik in
Automobilbedarf und für elektrotechnische ein kräftiges Fundament zu verleihen, hatte Meyer der Kohlgartenstr. 52 (außerdem Holzlager und -
Zwecke. Großaktionär (1943): Felten & Guilleaume 1882 ein finanzstarkes Konsortium in seine Firma trocknung in der Comeniusstraße). 1918 Umwand-
Carlswerk AG, Köln. In der DDR Betrieb fortge- geholt, das im gleichen Jahr die Leitung des Unter- lung in eine AG. 1924 scheidet Hermann Förster
führt seit 1946 als VEB Gummiwerke Elbe, nach nehmens übernahm, das nun für eine kurze Zeit aus der Firma aus. Bald darauf gerät die gesamte
der Privatisierung aufgegangen in der TIP TOP kein reiner Familienbetrieb mehr sein sollte. Nach- deutsche Pianoforteindustrie, deren unumstritte-
Oberflächenschutz Elbe GmbH. Maße: 21 x 29,7 dem der 1882 geschlossene „Societätsvertrag“ nes Zentrum die “Musikhauptstadt” Leipzig ist, in
cm. Prägesiegel lochentwertet. 1891 ausgelaufen war, übernahm der erst 24-jähri- eine existentielle Krise. Das Geschäftsjahr 1928
ge Heinrich Christian Meyer gemeinsam mit Otto schließt bei Förster nach Absatzeinbrüchen mit
Nr. 427 Schätzpreis: 1.250,00 EUR Mühry (bis 1906) die Leitung der Firma. Die Bei- einem hohen Verlust ab, eine Produktionsumstel-
Startpreis: 600,00 EUR den gründeten zunächst eine Kommanditgesell- lung erscheint nicht möglich. Daraufhin ziehen
schaft, die wenig später in eine „KG auf Actien“ sich die Banken aus dem Aufsichtsrat der in Leip-
H. C. Meyer jr. KGaA umgewandelt wurde. Nach der Abtrennung der zig börsennotierten AG zurück und sperren die
Aktie 1.000 Mark, Nr. 1574 Hartgummibranche von der Mutterfirma, bekam Kredite, Förster muß die Zahlungen einstellen.
Hamburg, 2.7.1898 EF+ das Rohrgeschäft eine immer größere Bedeutung Während des 1929 beschlossenem gerichtlichen
Gründeraktie, Auflage 2.000 (R 10). Die Wurzeln für H. C. Meyer jr. Und da die Verarbeitungsweise Vergleichsverfahrens wird der Betrieb fortgeführt,
der Firma gehen auf eine 1818 von Heinrich Chri- immer raffinierter und aufwändiger wurde, konnte der Vergleich scheitert aber erneut am Verhalten
stian Meyer errichtete Werkstatt zurück. Diese man nun neue, bisher ungenutzte Fabrikate pro- der Banken. 1931 Konkurseröffnung mangels
wurde 1898 in eine KGaA und 1921 in eine AG duzieren, für die es schnell einen florierenden Masse abgelehnt. Großer Flügel mit hochgeklapp-
umgewandelt. Der 1797 geborene Heinrich Christi- Absatzmarkt gab. In den Jahren 1895/96 erwarb tem Deckel im Unterdruck. Lochentwertet. Maße:
an Meyer gilt als der erste Großindustrielle Ham- die Firma ausgedehnte Grundstücke in Singapore 16,3 x 20,9 cm.
burgs. Im Laufe von nur zwei Jahrzehnten war es und errichtete dort große Anlagen zum Waschen,
ihm gelungen, aus einer winzigen Werkstatt für Schwefeln, Sortieren und Bündeln des Rohres.
Spazierstöcke eine, für damalige Verhältnisse, Auch in New-York besaß sie ein Tochterunterneh-
große und moderne Fabrik zu machen, in der zum men, das die in Harburg produzierten Halbfabri-
ersten Mal in der Geschichte der Freien und Han- kate endgültig weiter verarbeitete. Aufgrund ihrer
sestadt die Dampfmaschine industriell zum Ein- internationalen Abhängigkeit wurde die Firma
satz kam. Die Firma stellte später Rohre, Stöcke durch den Handelsboykott während des Ersten
und Fischbein her. In der zweiten Hälfte des 19. Weltkriegs schwer in Mitleidenschaft gezogen. So
Jahrhunderts bekam die Firma mächtig Konkur- musste sie nun auf die Stuhlrohrlieferungen aus
renz von Charles Goodyear. Heinrich Adolph Asien verzichten. Zunächst konnten zwar die vor-
Meyer (Sohn von H. C. Meyer und Vater von H. C. handenen Lagerbestände aufgearbeitet werden,
Meyer jr.) war nicht nur ein erfolgreicher Fabri- doch musste man sich schnell Gedanken über ein
kant, er war auch politisch tätig und gehörte möglichst gleichwertiges Ersatzprodukt machen.
1848/49 der Verfassungsgebenden Versammlung Und dieses Produkt fand man im Weidenrohr.

Nr. 429
für Hamburg an. Als der Amerikaner Charles Goo- Zugegeben: die Weidenrohrflechterei war nichts
dyear 1850 ein Patent zur Herstellung von Hart- neues, doch zeigte es sich, dass mit wenigen
gummi angemeldet hatte, befürchtete man, dass Modifikationen das heimische Rohr auf den alten
dieses neue Produkt eine erhebliche Konkurrenz Stuhlrohrmaschinen verarbeitet werden konnte. Nr. 429 Schätzpreis: 150,00 EUR
für das herkömmliche Fischbein sein könnte. Bei Aus diesem Grunde wurden eigene Plantagen für Startpreis: 75,00 EUR
Weidenrohr in Schwinde an der Unterelbe errich-
H. C. Meyer jr. befürchtete man nun, dass dieses
tet. Für das Geschäft sollte sich diese Entschei-
H.I.S. sportswear AG
neue Produkt in kürzester Zeit alle Fischbeinarti-
dung schon bald lohnen, da das Militär Geschos- Sammelaktie 200 x 5 DM, Nr. 20000019
kel vom Markt verdrängen könnte (unter „Fisch-
bein“ versteht man die Barten der Bartenwale, aus skörbe benötigte, die aus geschältem Weidenrohr Garching, April 1997 EF+
denen z. B. Korsettstäbchen gewonnen wurden). hervorragend angefertigt werden konnten. (R 7) 1923 gründete der aus Lublin stammende
Aus diesem Grunde erwarb man 1851 das Goody- Obwohl nun die klassischen Produkte der Firma, Henry I. Siegel in New York eine Textilfabrik für die
earsche Patent und stellte damit im eigenen Labor also die Spazierstockproduktion ebenso wie die Produktion robuster Arbeitskleidung für Baum-
Experimente an. Zwar erkannte man schon bald, Fischbeinverarbeitung und, wie dargestellt, die woll-Plantagenarbeiter. Die Baumwollstoffe
dass die Befürchtungen grundlos waren, aber man Stuhlrohrfabrikation, während der Kriegsjahre stammten von drei firmeneigenen Plantagen. Nach
sah auch, dass sich aus Hartgummi hervorragend gänzlich danieder lagen, konnte die Firma dennoch dem Tod des Unternehmensgründers 1949 über-
Kämme produzieren ließen. Und so entstand in schwarze Zahlen schreiben. Auf der Aktie hat Hein- nahm sein erst 19-jähriger Sohn Jesse Siegel und
kurzer Zeit ein neues Produkt, für das man 1856 rich Christian Meyer jr. - der Enkel von Heinrich produzierte Jeans nicht mehr nur als Arbeitsklei-
eine eigene Fabrik auf der anderen Elbseite in Har- Christian Meyer (1797-1848) - in Faksimile in seiner dung, sondern als modisches Beinkleid. 1956
burg errichtete und den Namen „Harburger Funktion als persönlich haftender Gesellschafter gründete er die Marke H.I.S., die bald eine der Top-
Gummi-Kamm-Compagnie“ verlieh. In den 60er signiert. Paul Pickenpack, der für den Aufsichtsrat marken für Sportswear wurde und ab 1964 auch
Jahren des 19. Jahrhundert erlebte die Möbelpro- im Faksimile signiert hat, war hanseatischer Kon- Jeans für Frauen produzierte. Mitte der 1970er
duktion im österreichischen Raum einen gewalti- sul in Siam. Maße: 23,1 x 32,2 cm. Jahre kamen H.I.S.-Jeans, die als erste in unter-
gen Aufschwung. Zu dieser Zeit waren Stühle aus schiedlich kombinierten Beinlängen und Weiten
Buchenholz und Rattan (z. B. der Wiener produziert wurden, auch auf den deutschen Markt
Caféhausstuhl der Firma Thonet mit einer Sitz- und wurden mit ihrem „Passformkonzept“ bei
fläche aus Stuhlrohr) besonders beliebt. Von die- Damenjeans die No. 1. Die 1997 in Garching bei
ser Entwicklung profitierte auch die Firma H. C. München gegründete H.I.S. sportswear AG geriet
Meyer jr., die nun im Laufe weniger Jahre zur größ- bald in die Verlustzone, wurde 2001/02 (mit ansch-
ten Stuhlrohrfabrik der Welt aufsteigen und Nie- ließendem squeeze-out der Kleinaktionäre) an
derlassungen in Süd-Ost-Asien unterhalten sollte. einen Finanzinvestor verkauft und ging dann plei-
Im Jahre 1864 löste sich Heinrich Adolph Meyer, te. Die Markenrechte erwarb 2007 der Otto-Ver-
der älteste Sohn des Gründers, aus der gemein- sand. Druck von G & D mit jeanstragenden
sam mit dem Bruder und dem Schwager betriebe- Modells im Unterdruck. Maße: 21 x 29,7 cm. Mit
nen Firma und machte sich mit der Elfenbein- und restlichem Kuponbogen.
der sogenannten Rohproduktenbranche unter
dem Namen Heinrich Adolph Meyer in Hamburg-
Barmbek selbständig. Nur wenige Jahre später,
1873, kam es zu einer weiteren Trennung: Die
Nr. 428
Söhne des alten Traun, Dr. Heinrich Traun und
Friedrich Traun, übernahmen die Harburger
Gummi-Kamm-Compagnie und schieden ebenfalls
aus der Firma aus. Der alte Traun hingegen trat Nr. 428 Schätzpreis: 150,00 EUR
1870 in den Ruhestand und überließ die Leitung Startpreis: 60,00 EUR
seinem Schwager. Der alleinige Inhaber der Firma H. Förster & Co. AG
war nun Heinrich Christian Meyer, der die Lösung
der anderen Produktionszweige vor allem deshalb Aktie 1.000 Mark, Nr. 11791
gut verkraften konnte, weil die in der Firma ver- Leipzig, 10.10.1923 EF
bliebenen Produkte, wie z.B. die Spazierstock- und Auflage 5.000 (R 9). 1895 übernehmen die Klavier-
Nr. 430
die Fischbeinverarbeitung, aber auch die Stuhl- bauer Eduard Hermann Förster und Gottwerth
rohrbranche, gerade einen enormen Aufschwung Dimler in Leipzig die Klavierfabrik Serbser & Co.

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Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

Nr. 430 Schätzpreis: 100,00 EUR HUB am Ostbahnhof, der aber nur dem Über-
Startpreis: 30,00 EUR gangsgüterverkehr zur Staatsbahn diente. Die Per-
sonenzüge begannen im Stadtbahnhof. Gleich
H. Maihak AG nach dem 2. WK wurde die Bahn von Polen wieder
Aktie 1.000 RM, Nr. 1677 in Betrieb genommen, nur ein innerstädtisches
Hamburg, November 1941 EF+ Teilstück in Braunsberg war wegen der zerstörten
Auflage 800. Gründung 1885, AG seit 1910. Herstel- Brücke über die Passarge zunächst nicht wieder
lung von Indikatoren, Mono-Gasprüfern, Dampf- befahrbar. 1982 Neubau eines die Innenstadt von
messern, Manometern, Manographen, Thermome- Elbing im Westen umfahrenden Anschlusses an
tern, Hubzählern usw. In der Nachkriegszeit erleb- die Hauptbahn. Der Stadtbahnhof (der schon 1958
te die Firma einen starken Aufschwung. Seit 1958 für den Personenverkehr geschlossen worden war
gehört die Maihak AG zum amerikanischen und nur noch dem Güterverkehr diente) wurde
Westinghouse-Konzern. 2000 übernahm die Sick- stillgelegt. Zum 1.4.2006 stellte die Staatsbahn
Gruppe über die Sick-Maihak GmbH die Aktien- PKP den Personenverkehr auf der HUB ein, gele-
mehrheit, 2010 squeeze-out der restlichen Kleinak- gentliche Güterzüge verkehrten weiter. Neuer-
Nr. 434
tionäre. Lochentwertet. Maße: 21 x 29,7 cm. dings wird die Strecke aber wieder fahrplanmäßig
befahren, wenn auch nur in der kurzen Sommer- Nr. 434 Schätzpreis: 100,00 EUR
saison vom 4.7. bis 25.8.: In dieser Zeit führt der Startpreis: 25,00 EUR
französische Eisenbahnkonzern ARRIVA täglich
zwei Zugpaare seiner Regionalverbindung Grau- Haller-Meurer-Werke AG
denz-Marienburg-Elbing-Braunsberg über die alte, Aktie 1.000 DM, Nr. 100431
in einem desolaten Zustand befindliche Trasse Hamburg-Altona, August 1962 UNC/EF
der Haffuferbahn, ein weiterer Zug fährt sogar Auflage 500 (R 8). Gründung 1875 als Eisenwerk G.
durchgehend ab Thorn (Torun) über Elbing (Elb- Meurer in Cossebaude (bei Dresden), seit 1909
lag) und dann die HUB nach Braunsberg (Branie- AG. Herstellung von “Meurer-Prometheus”-Gas-
wo). Maße: 20,9 x 29,5 cm. Nicht entwertetes koch-, Brat-, Back-, Bügel- und Heizapparaten,
Stück in einem sehr guten Erhaltungszustand, Kohleherden, “Egma”-Elektroherden, “Tutti-Frut-
angeboten zu einem sehr niedrigen Startpreis! ti”-Fruchtpressen und “Albeco”-Feuerlöschern.
Alleinaktionärin war zuletzt die Haller-Werke AG
Nr. 433 Schätzpreis: 1.000,00 EUR in Hamburg-Altona. 1944 fusionierten die beiden
Nr. 431 Startpreis: 350,00 EUR AG’s. 1945-1949 Enteignung der Werke Cossebau-
Hagener Badeanstalt de, Torgelow und Königsbrück sowie Tetschen in
der Tschechoslowakei. 1949 Sitzverlegung nach
Nr. 431 Schätzpreis: 300,00 EUR Namensaktie Litt. B 200 Mark, Nr. 204 Hamburg, 1951 Umfirmierung in Haller-Meurer-
Startpreis: 60,00 EUR Hagen, 31.5.1889 VF Werke AG. Nunmehr wurden Gaskoch- und -heiz-
H. Th. Böhme AG Gründeraktie, Auflage 225 (R 11). Die Stadt Hagen geräte, später vor allem Gas-Einzelöfen herge-
und einige Bürger der Stadt gründeten die AG stellt. Großaktionär der in Hamburg börsennotier-
Aktie 1.000 Mark, Nr. 1151 zwecks Bau einer Badeanstalt auf dem Gelände ten AG war die Vereinsbank Hamburg. 1986 in Kon-
Chemnitz, 1.5.1909 EF Gewerbeschulstr. 3 (später: Holzmüllerstr. 3). Den kurs gegangen. Maße: 21 x 29,7 cm. Mit restlichem
Gründeraktie, Auflage 1.500 (R 9). Gründung 1881, außenstehenden Aktionären garantierte die Stadt Kuponbogen.
AG seit 1909. Grosshandel mit Drogen, Farben, Hagen eine Dividende von 2%, höhere Renditen
Chemikalien, Vegetabilien sowie Kräuterschneide- wurden auch niemals erwirtschaftet. Im März 1945 Nr. 435 Schätzpreis: 125,00 EUR
rei. Außerdem Herstellung von Spezialseifen (hier wurde die Badeanstalt bei einem Bombenangriff Startpreis: 30,00 EUR
wurde mit “Fewa” das erste synthetische Wasch- total zerstört. Nachdem das Gelände eingeebnet Hallesche Salzwerke
mittel der Welt entwickelt und produziert) und - worden und ein Wiederaufbau nicht vorgesehen und Chemische Fabrik Kalbe AG
ölen für die Textil- und Lederindustrie. Mit meist war, genehmigte die HV vom 16.4.1951 die Über-
zweistelligen Dividenden ein hochrentables Unter- tragung des Gesellschafts-Vermögens auf die Aktie 100 DM, Nr. 2308
nehmen. Zweigniederlassung in Hamburg. 1950 Stadtgemeinde Hagen, die AG erlosch. Mit Ori- Düsseldorf, September 1959 EF+
Sitzverlegung nach Hamburg (Neuer Wall 19-23), ginalunterschriften. Dekorative Umrandung im Auflage 2.250 (R 6).Gründung 1905 in Köln als Hal-
anschließend in eine GmbH umgewandelt. Groß- Historismus-Stil. Maße: 22,1 x 29 cm. Eingerissene lesche Kaliwerke AG. 1929 Umfirmierung in Halle-
formatig und dekorativ, zwei Vignetten mit Knickfalte am oberen Rand sachverständig restau- sche Salzwerke AG, Schlettau (Bez. Halle/Saale).
Ansichten der Fabriken in Chemnitz und Oberlich- riert. Nur zwei Stücke Litt. A und ein Stück Litt. B 1937 Übernahme der Gewerkschaft Saale in
tenau. Maße: 26,6 x 39,4 cm. Nicht entwertetes sind seit Jahrzehnten bekannt. Schlettau und der Chemischen Fabrik Kalbe
Stück in einem sehr guten Erhaltungszustand,
angeboten zu einem sehr niedrigen Startpreis!

Nr. 432

Nr. 432 Schätzpreis: 150,00 EUR


Startpreis: 20,00 EUR
Haffuferbahn-AG
Aktie Lit. B 500 RM, Nr. 1666
Elbing, Dezember 1924 EF
Auflage 2.171 (R 6). Ab 1896 erbaute normalspuri-
ge Bahn für die 48 km lange Strecke Elbing-Cadi-
nen-Tolkemit-Frauenburg-Braunsberg. Gründer
waren die Provinz Ostpreußen, die Bahnbauge-
sellschaft Lenz & Co. und Interessenten aus der
regionalen Wirtschaft. Im Gegensatz zur Preussi-
schen Ostbahn, die die Städte Elbing und Brauns-
berg bereits seit 1852 verband, verläuft die Bahn
nicht im Landesinneren, sondern direkt an der Nr. 433
Küste des Frischen Haffs. In Elbing beginnt die

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Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

GmbH, Umfirmierung wie oben und Sitzverlegung noch bestehende Hamburger Versicherung mit ofen) übernommen und reaktiviert durch Über-
nach Calbe. Salzwerke und Saline in Angersdorf, der 1857 gegr. Nord-Deutsche Versicherungs-AG nahme der laufenden Geschäfte der Hamburger
Kalibergwerk und Chemiefabrik. Noch 1945 wurde zur “Nord-Deutsche und Hamburg-Bremer Versi- Bankfirma Alexander Carlebach & Cie. Deren
der Sitz erneut nach Halle (Saale) verlegt. 1947 cherungs-AG”. Aus dieser Gesellschaft wird im Geschäftsräume Mönckedamm 13/14 wurden bei-
Enteignung ohne Zustimmung der russischen Jahr 1975 die Hamburg-Mannheimer Sachversi- behalten und die Stader Bank bei dieser Gelegen-
Militäradministration. 1959 Sitzverlegung nach cherungs-AG. Heute ein Unternehmen der ERGO heit in eine KGaA umgewandelt und in Hamburger
Düsseldorf, dort auch börsennotiert. 1965 Verle- Versicherungsgruppe. Maße: 21 x 29,8 cm. Dop- Handels-Bank umbenannt. In Berlin bestand im
gung des Sitzes nach Hannover zum Großaktionär pelblatt. Prägesiegel lochentwertet. Banken- und Börsenviertel eine Niederlassung
Kaliwerke Salzdetfurth AG. Seit 1967 in Liquidati- (Behrenstraße bzw. Unter den Linden). 1924 in
on. Maße: 21 x 29,7 cm. Mit restlichem Kuponbo- Schwierigkeiten geraten und abgewickelt. Faksimi-
gen. le-Unterschrift “von Richthofen” als persönlich
haftender Gesellschafter. Maße: 27,5 x 37,8 cm.

Nr. 437

Nr. 435

Nr. 440

Nr. 440 Schätzpreis: 300,00 EUR


Startpreis: 50,00 EUR
Hamburger Handels-Bank KGaA
Aktie 5.000 Mark, Nr. 40134
Hamburg, September 1923 EF
Auflage 20.000 (R 8). Maße: 20,6 x 26,6 cm.

Nr. 438
Nr. 438 Schätzpreis: 150,00 EUR
Nr. 436
Startpreis: 40,00 EUR
Hamburger Bankverein AG
Nr. 436 Schätzpreis: 85,00 EUR Aktie 20 RM, Nr. 12177
Startpreis: 45,00 EUR Hamburg, 31.12.1924 EF
Hamburg Leipzig Auflage 22.500 (R 8). Gründung 1910 als Grundei-
gentümerbank eGmbH (geschäftsansässig
Lebensversicherungsbank AG Brandstwiete 2-4), 1920 in Hamburger Bankverein
Namensaktie Lit. A 1.000 RM, Nr. 679 eGmbH umbenannt, 1923 Umwandlung in eine AG.
Leipzig, 1.9.1924 EF 1926 Vergleichsverfahren, im gleichen Jahr
Auflage 1.000. Gründung 1924 als Hamburg Leipzig beschloß die Generalversammlung die Liquidati- Nr. 441
Lebensversicherungsbank, von 1928 bis 1930: on. Faksimile-Unterschriften der Gründer: Cornel-
Aachen-Leipzig Lebensversicherungsbank, bis sen, Bank-Direktoren Heinrich Grube, Kummer Nr. 441 Schätzpreis: 250,00 EUR
1937: Deutscher Lloyd Lebensversicherungsbank, und Wasskewitz. Farbe rot. Maße: 20,9 x 29,6 cm. Startpreis: 80,00 EUR
danach Deutscher Lloyd Lebensversicherung AG. Mit Kupons.
Hamburger Privat-Bank von 1860 AG
1947 verlagert nach München, 1998 Zusammen-
führung der Deutscher Lloyd Versicherungen und Aktie 1.000 Mark, Nr. 29609
der Generali Versicherungen zu den Generali Hamburg, 25.5.1923 VF+
Lloyd Versicherungen, 2000 Eingliederung in die Auflage 50.000 (R 9). Gründung 1860 als Genos-
AMB-Gruppe. Maße: 20,9 x 29,6 cm. Prägesiegel senschaftsbank, AG seit 1921. Bankgeschäfte
lochentwertet. Eingetragen auf das Bankhaus namentlich für Kreise des Mittelstandes. Unter
Kroch jr. KGaA in Leipzig, rückseitig zwei Übertra- der Firma “Niedersächsische Handelsbank” wur-
gungen. den neben dem weiteren Hauptsitz Hannover
außerdem Geschäftsstellen in Burgwedel, Vahren-
Nr. 437 Schätzpreis: 250,00 EUR walde, Fallersleben, Gifhorn, Hillerse und Meiner-
Startpreis: 100,00 EUR sen unterhalten. Im Mai 1924 begab sich die Bank
wegen ungenügender Liquidität unter Geschäfts-
Hamburg-Bremer Feuer- aufsicht, anschließend Zwangsvergleich. Nur
Versicherungs-Gesellschaft wenige Wochen nachdem die Bank saniert schien
Namensaktie 1.000 RM, Nr. 38506 geriet sie im September 1925 erneut in Schwierig-
Nr. 439
Hamburg, Sep. 1929/10.7.1935 EF keiten und stellte die Zahlungen ein. Im Rahmen
des erneuten Zwangsvergleichs wurden sämtliche
Auflage 192 (R 7). Gründung 1854. Das Rückversi-
Vermögenswerte einem Treuhänderausschuss
cherungsgeschäft wurde 1868 in die Hamburg-Bre- Nr. 439 Schätzpreis: 250,00 EUR überlassen, die Börsennotiz in Hamburg wurde
mer Rückversicherung ausgegliedert (1889 durch Startpreis: 125,00 EUR 1926 eingestellt. Doch die Bank wollte einfach
Vereinigung rückgängig gemacht, 1892 erneut in
Hamburger Handels-Bank KGaA noch nicht sterben: 1932 Sanierung durch Kapital-
eine eigenständige AG ausgegliedert). Von Anfang
herabsetzung von 500.000 auf 252.000 RM, 1938
an Ausrichtung auf das Auslandsgeschäft mit Aktie 1.000 Mark, Nr. 51002 Umtausch der 20-RM-Aktien in solche zu 1.000 RM
Geschäftsstellen in Kopenhagen, Oslo, St. Thomas Hamburg, September 1921 EF und 1939 Kapitalerhöhung auf 600.000 RM. Aber
(Westindien), San Francisco, Hongkong, Habana, Auflage 25.000 (R 8). Gründung 1910 als “Stader es half doch nichts: 1941 wurde die Auflösung
Mexico, London und Chicago. Durch die Erdbe- Bank AG” mit Sitz in Stade. Während des 1. Welt- beschlossen, 1954 nach fast drei Jahrzehnten
ben-Katastrophe in San Francisco 1906 wurde die krieges war die Bank geschlossen und stand Siechtum im Handelsregister gelöscht. Großes
Gesellschaft empfindlich getroffen, die zu regulie- wegen eines hohen Bilanzverlustes unter Querformat. Vorliegendes Stück wurde offenbar
renden Schäden überschritten das Grundkapital. Geschäftsaufsicht. 1921 wurde sie von neuen schon beim Aktienumtausch Ende 1924 verges-
1968 fusionierte die zu diesem Zeitpunkt älteste Besitzern (maßgeblich der Familie von Richth- sen. Maße: 26,7 x 36,4 cm. Mit kpl. Kuponbogen.

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Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

schlug fehl, seit 1930 in Liquidation. Dekorative merz-Bank in Lübeck”. 1937 Zusammenschluß mit
Umrahmung mit Jugendstil-Elementen. Maße: 25 x der Lübeckischen Kreditanstalt (Staatsanstalt),
33,8 cm. Nicht entwertet! Sehr günstig angeboten! 1938 Übernahme des Bankgeschäftes Alfons Frank
& Co. 1940 Umfirmierung zur “Handelsbank in
Lübeck”, um Verwechslungen mit der “großen”
Commerzbank zu vermeiden. 1943 Verschmelzung
mit dem Spar- und Vorschuß-Verein AG, Bad
Schwartau. Mit 55 Geschäftsstellen die Regional-
bank des Lübecker Raumes einschließlich der
Kreise Stormarn, Ost-Holstein und Herzogtum
Lauenburg. Börsennotiz Berlin und Hamburg.
Lange war die Hansestadt Lübeck größter
Aktionär, Ende der 70er Jahre kauften sich die
Commezbank (über 25%) und die Deutsche Bank
(über 50%) ein. 1988 umbenannt in “Deutsche
Nr. 442 Bank Lübeck AG”, 2003 nach squeeze-out der letz-
ten Kleinaktionäre komplett in die Deutsche Bank

Nr. 445
Nr. 442 Schätzpreis: 150,00 EUR eingegliedert. Maße: 21 x 29,7 cm. Rückseitig als
Startpreis: 45,00 EUR ungültig abgestempelt.
Hamburger Privat-Bank von 1860 AG Nr. 445 Schätzpreis: 200,00 EUR
Aktie 20 RM, Nr. 14815 Startpreis: 50,00 EUR
Hamburg, 1.1.1924 EF+ Handels- und Verkehrsbank AG
Auflage 24.000 (R 7). Maße: 21,4 x 29 cm. Mit kpl.
Kuponbogen. Aktie 5 x 100 RM, Nr. 27561-65
Hamburg, April 1925 VF
(R 9) Gründung 1897 als “Viehmarktsbank”, 1906
Umfirmierung wie oben. 1929 Übernahme der See-
handelsbank AG in Altona, die als Filiale weiterge-
führt wurde. 1951 in Vergleich gegangen und dann
abgewickelt. Maße: 21 x 29,7 cm. Nicht entwertet
und mit beiliegenden Kupons.

Nr. 448
Nr. 448 Schätzpreis: 100,00 EUR
Startpreis: 50,00 EUR
Handelsvereinigung
Nr. 446
Nr. 443
für Industriewerte AG
Aktie Lit. A 10.000 Mark, Nr. 27725
Nr. 443 Schätzpreis: 200,00 EUR Nr. 446 Schätzpreis: 90,00 EUR Berlin, 23.6.1923 EF+
Startpreis: 60,00 EUR Startpreis: 40,00 EUR
Auflage 54.000 (R 7). Gründung 1923. Ende 1923
Hamburger Privat-Bank von 1860 AG Handels-Kredit AG Sitzverlegung nach München, Anfang 1925 Rück-
Aktie Serie B 200 RM, Nr. 614 verlegung des Sitzes nach Berlin. Besaß Grund-
Vorzugs-Aktie 20 RM, Nr. 117 stücke am Hohenzollernplatz, in der Euler-, Lau-
Hamburg, 1.1.1924 EF+ Berlin, Juli 1940 EF+
sitzer-, Nostiz-, Reuter und Skalitzerstraße. Bedeu-
Auflage 1.000. Gegründet 1926 als Elektrizitäts-
Auflage 1.000 (R 8). Maße: 29 x 21,4 cm. Mit kpl. tende Berliner Terraingesellschaft. Maße: 32,1 x
Kredit AG, 1934 umbenannt wie oben. Finanzie-
Kuponbogen. 24,3 cm.
rung von Kauf- und Liefergeschäften auf dem
Gebiet der Elektrizität und von Handelsgeschäften
aller Art. 1967 Konkursverfahren, 1972 als Han- Katalogkosten 10,00 EUR
dels-Kredit AG i.L., Reichelsheim, erloschen.
Maße: 21 x 29,7 cm. Prägesiegel lochentwertet.

Nr. 444

Nr. 444 Schätzpreis: 250,00 EUR


Startpreis: 40,00 EUR Nr. 447
Hamburgische Südsee-AG
Aktie 1.000 Mark, Nr. 1713 Nr. 447 Schätzpreis: 85,00 EUR
Hamburg, Dezember 1913 EF- Startpreis: 35,00 EUR
Gründeraktie, Auflage 2.000 (R 7). Betrieb von Fak- Handelsbank in Lübeck
toreien und Plantagen sowie Bergbau auf den Süd- Aktie 50 DM, Nr. 23558
seeinseln und Neu-Guinea. Zu den Gründern Lübeck, Juni 1970 EF+
gehörte auch M. M. Warburg & Co. 1920 von der
Auflage 10.000 (R 8). Die älteste Lübecker Bank.
Nr. 449
australischen Regierung enteignet. Ein Neuanfang
Gründung 1856 als “Credit- und Versicherungs-
der im Hamburger Freiverkehr notierten AG
bank in Lübeck”, schon 1859 umbenannt in “Com-

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Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

Nr. 449 Schätzpreis: 100,00 EUR lassungen in Berlin, Köln, Frankfurt a.M., Leipzig,
Startpreis: 40,00 EUR Mannheim, Görlitz, Saarbrücken und Amsterdam.
Börsennotiz Berlin und Hannover. Ruinöser Wett-
Hanfwerke Füssen-Immenstadt AG bewerb in der Branche erzwang 1925 die Produk-
Aktie 1.000 Mark, Nr. 300 tionseinstellung, nur das Installationsgeschäft
Füssen, 1.5.1920 EF/VF wurde zunächst weitergeführt. 1926 Vergleichs-
Auflage 10.000 (kompletter Aktienneudruck nach verfahren mit anschließender Liquidation. Das
Vollzug der Kapitalumstellung von Gulden auf Grundstück in Hannover-Hainholz (Hüttenstr. 23)
Mark und Umfirmierung nach Übernahme der ging 1927 in der Versteigerung an die AG für Hei-
Mech. Bindfadenfabrik Immenstadt). Gründung zung und Lüftung, Hannover (vorm. Fritz Kaefer-
am 2.9.1861 als “Mechanische Seilerwarenfabrik le). Dekorativ, mit Faksimile-Unterschrift Baron
Füssen” auf der Basis der Wasserkräfte des Lech. von Königswarter. Maße: 34 x 24,6 cm. Doppel-

Nr. 453
1920 Umfirmierung in “Hanfwerke Füssen-Immen- blatt. Knickfalten, Rand fingerfleckig, keine Hinter-
stadt AG” anlässlich der Fusion mit der 1855/57 klebungen. Aus alter Sammlung!
gegründeten “Mechanischen Bindfadenfabrik
Nr. 452 Schätzpreis: 85,00 EUR Nr. 453 Schätzpreis: 150,00 EUR
Immenstadt”, die auf den Wasserkräften des
Großen und Kleinen Albsees basierte (beide Seen
Startpreis: 20,00 EUR Startpreis: 50,00 EUR
waren übrigens bis zur Übernahme durch den Hans Eitner AG Hansa- und Gewerbebank AG
Freistaat Bayern in den 1950er Jahren Privatbesitz Aktie 100 RM, Nr. 1521
der HFI). Erzeugnisse: Garne, technische Schnüre,
Aktie Reihe C 10.000 Mark, Nr. 80390
Leipzig, 24.8.1938 EF+ Magdeburg, Oktober 1923 EF
Bindfaden, Erntebindegarne. Ein bedeutendes
Unternehmen: Etwa die Hälfte der gesamten Pro- Auflage 400. Gründung 1866, AG seit 1922. Betrieb Auflage 127.500 (R 9). Gründung durch den Ban-
duktion der deutschen Hanfspinnereien und Bind- einer Spedition mit eigenen Lagerhäusern sowie kier Wilhelm Klimpt im Verein mit acht weiteren
fadenfabriken war hier vereinigt. Nach dem Krieg Möbeltransporte, außerdem Großhandel mit Lan- Magdeburgern zur Übernahme des von ihm
wurde das Produktionsprogramm in Füssen um desprodukten, Saat- und Speisekartoffeln. Börsen- betriebenen Privatbankhauses. Schon 1926 wie-
PVC-ummantelte Leinen sowie Selbstklebebänder Notiz: Freiverkehr Leipzig. Lochentwertet. Maße: der in Liquidation. Kleinformat. Lochentwertet.
erweitert, in Immenstadt entstand 1961 ein Kunst- 21 x 29,7 cm. Maße: 14 x 22 cm.
toffwerk. 1970 erwirbt der Augsburger Maurermei-
ster Hans Glöggler die Aktienmehrheit, der dabei
ist, die größte deutsche Textilgruppe aufzubauen.
Das hochspekulative Kartenhaus Glögglers stürz-
te und endete 1976 im Konkurs der Glöggler-Grup-
pe, anschließend verschwindet die HFI aus den
Handbüchern. Dekorative Zierumrahmung. Maße:
37,5 x 24,5 cm. Doppelblatt, Prägesiegel lochent-
wertet

Nr. 450

Nr. 450 Schätzpreis: 125,00 EUR


Startpreis: 60,00 EUR
Hanfwerke Füssen-Immenstadt AG
Aktie 1.000 Mark, Nr. 22498
Füssen, 25.10.1921 EF
Auflage 10.000 (R 9). Dekorative Zierumrahmung.
Maße: 37,5 x 24,3 cm. Doppelblatt. Keine Entwer-
tung!

Nr. 451 Schätzpreis: 1.000,00 EUR


Startpreis: 350,00 EUR
Hannoversche Centralheizungs-
und Apparate-Bau-Anstalt
Actie 1.000 Mark, Nr. 472
Hannover, 4.7.1888 VF
Auflage 400 (R 10). Gründung 1884, umfirmiert
1903 in “Centralheizungswerke AG”. Hergestellt
wurden Heizungs-, Ventilations-, Trocken-, Ver-
dampf-, Bade- und verwandte Anlagen, ferner
Fabrikation von Rippenrohren, Kesseln und Radia-
toren. Die Jahresproduktion betrug ca. 9 Mio. kg Nr. 451
Eisenguss. Zweigwerk in Mährisch-Ostrau, Nieder-

78
Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

über, die Hartmann & Braun 1995 an das interna-


tionale Unternehmen Elsag Bailey Process Auto-
mation verkaufte. 1999 wurde Hartmann & Braun
dann vollständig in die schwedisch-schweizeri-
sche ABB integriert. Maße: 21 x 29,7 cm. Prägesie-
gel lochentwertet.

Nr. 454 Nr. 456


Nr. 454 Schätzpreis: 300,00 EUR Nr. 456 Schätzpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 100,00 EUR Startpreis: 60,00 EUR
Hanse-Merkur Lebensversicherung AG Harpener AG
Namensaktie Serie F 50 DM, Nr. 7797
Nr. 457
Aktie 50 DM, Nr. 165
Braunschweig, Mai 1991 EF+ Dortmund, Juli 1978 EF+
Teileingezahlt mit 75%, Auflage 62 (R 8). Auflage 30.000 (R 7). Gründung 1856 mit einem
Ursprung ist das 1806 gegründete “Braunschwei- Kapital von 1 Mio. Thaler unter Übernahme von 12
gische Allgemeine Prediger- und Schullehrer-Witt- Kohlenfeldern in der Nähe von Harpen, unweit
weninstitut” (1823 überführt in die Allgemeine Bochum. Initiator war der Dortmunder Arzt Frie-
Witwen-Versorgungs-Anstalt). Seit 1902 als drich Wilhelm Müser, dessen Vorfahren sich
“Braunschweigische Lebens-Versicherungs- bereits im 18. Jh. um den Steinkohlenbergbau
Anstalt” ein Versicherungsverein auf Gegenseitig- bemüht hatten. Noch im Gründungsjahr wurde
keit. 1909 Ausdehnung des Geschäfts auf das mit dem Aufbau der Zechen Prinz von Preußen bei
ganze Deutsche Reich, 1920 Umfirmierung in Bochum-Werne und Heinrich Gustav bei Altenbo-
“Braunschweigische Lebensversicherungs-Bank chum begonnen. 1859 begann die regelmäßige
AG”, seit 1937 dann Braunschweigische Lebens- Förderung. Bei Bochum, Herne, Werne, Lünen und
versicherung AG. Übernommen wurden 1939 die Buer gelegene Zechen: Heinrich Gustav mit 2
Brandenburger Lebensversicherungs-AG in Berlin Schächten, Amalia, Prinz von Preussen mit 2
und 1940 die Vereinigte Mitteldeutsche Lebens- Schächten, Caroline, Neu-Iserlohn, Vollmond; von
Versicherungs-Gesellschaft in Leipzig. 1983 ver- der Heydt, Julia, Recklinghausen I und II, Gnei-
Nr. 458
schmolzen mit der Hanse-Merkur Lebensversiche- senau, Preussen I und II, Hugo I, II und III. Noch vor
rungs-AG in Hamburg, wohin der Geschäftssitz der Jahrhundertwende war Harpen zum Unter-
dann in späteren Jahren sukzessive verlegt wurde. nehmen mit der höchsten Fördermenge des Ruhr-
Kleine Vignette mit Firmensignet (Erwachsener Nr. 458 Schätzpreis: 75,00 EUR
gebietes herangewachsen. 1934 erwarb der Flick-
hält schützend seine Arme über drei Kinder). Konzern einen maßgeblichen Kapitalanteil. Im
Startpreis: 20,00 EUR
Maße: 21 x 29,7 cm. Rückseitig als ungültig abge- Frühjahr 1954 übernahm der französische Stahl- Hartwig & Vogel AG
stempelt. Mit Kupons. Diese Aktien sind etwas konzern SIDECHAR das Flick’sche Aktienpaket
ganz besonderes, denn 1991 wurden nur noch
Aktie 1.000 RM, Nr. 747
und nutzte Harpen fortan für den eigenen Bedarf Dresden, August 1942 EF+
Stücke für den mit 0,12% verschwindend geringen an Koks und Kohle. 1969 brachte Harpen den
Minderheitenbesitz ausgedruckt. Für die Großak- gesamten Bergbaubetrieb in die Ruhrkohle ein. Auflage 1.667. Gründung 1910. Erzeugnisse: Scho-
tionäre Hanse-Merkur Holding AG (74,78%) und 1970 Umfirmierung von Harpener Bergbau-AG in kolade, Kakao, Marzipan, Konfitüren, Honigku-
Landschaftliche Brandkasse Hannover (25,1%) Harpener AG, 1995 in Harpen AG. 1992 übernah- chen, Zucker- und Teigwaren aller Art, ferner Han-
gab es von vornherein nur Globalurkunden! men die VEW (2000 mit RWE fusioniert) die Akti- del mit Tee, Kaffee und Tabakwaren, schließlich
enmehrheit. Die bis heute (seit kurzem als REIT) Betrieb von Verkaufsautomaten. 1950 verlagert
börsennotierte AG ist jetzt vor allem im Immobili- nach Einbeck, 1951 auf die Kant Chocoladenfabrik
engeschäft tätig und verwaltet noch riesigen AG, Einbeck, übergegangen. Neue Firma: Kant-
Grundbesitz aus früheren Bergbauzeiten. Sehr Hartwig & Vogel AG, Einbeck, 1957 gelöscht.
dekorativ, zwei Vignetten mit Firmensignet und Maße: 21 x 29,5 cm. Prägesiegel lochentwertet.
Händen mit Grubenlicht. Maße: 21 x 29,7 cm. Prä-
gesiegel lochentwertet.

Nr. 457 Schätzpreis: 85,00 EUR


Startpreis: 25,00 EUR
Hartmann & Braun AG
Aktie 200 RM, Nr. 2224
Frankfurt a.M., 19.5.1931 EF+
Nr. 455
Auflage 1.100. Gegründet 1879 von Eugen Hart-
mann als “optische Anstalt, physikalisch astrono-
Nr. 455 Schätzpreis: 70,00 EUR mische Werkstätte” in Würzburg. 1882 trat Wuni-
bald Braun, der Bruder Ferdinand Brauns (Nobel-
Startpreis: 25,00 EUR
preisträger für Physik) als Teilhaber ein. 1884
Hanseatische Verlagsanstalt AG
Nr. 459
erfolgte auf dessen Empfehlung die Verlegung des
Aktie 10.000 RM, Nr. 366 Betriebes nach Frankfurt-Bockenheim. Seit 1901
Hamburg, September 1935 EF+ AG. Produktionsschwerpunkt waren elektrische
Meßgeräte. Ab 1930 vollzog man den Schritt von Nr. 459 Schätzpreis: 100,00 EUR
Auflage 399. Gründung 1893 als Hanseatische
der Meß- zur Regelungstechnik. Nach dem Krieg Startpreis: 45,00 EUR
Druck- und Verlagsanstalt eGmbH, 1917 umgewan-
folgte die Entwicklung zu einem modernen Unter-
delt in Deutschnationale Verlagsanstalt AG, 1920 Hausbau AG des Handwerks der
nehmen der Meß-, Regel- und Automatisierungs-
umbenannt wie oben, ab 1943 Deutsche Haus- Ostmark Arbeitseinsatz-Gesellschaft
technik. 1981 ging der von der AEG seit 1968
bücherei AG. Maße: 21 x 29,7 cm. Prägesiegel loch-
entwertet.
gehaltene Aktienanteil an die Firma Mannesmann des Reichsstandes des Deutschen
Handwerks
Namensaktie 1.000 RM, Nr. 474
Alle Wertpapiere sind bei uns in einer Bilddatenbank vorhanden. Wien, November 1940 EF+
Es kann deshalb vereinzelt vorkommen, daß bei Abbildungen auf Auflage 500 (R 6). Gründung 1938. Bis 1942: Arbeit-
seinsatzgesellschaft des Bauhandwerks der Ost-
Archivmaterial zurück gegriffen wurde und ein gleichwertiges Stück mark, danach Einsatz-Gesellschaft des Reichs-
standes des Deutschen Handwerks. Maße: 21 x
mit einer anderen Nummer abgebildet ist. 29,6 cm. Prägesiegel lochentwertet.

79
Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

Nr. 462 Schätzpreis: 150,00 EUR


Startpreis: 60,00 EUR
„HEGEMAG“ Hessische gemein-
nützige AG für Kleinwohnungen
Namens-Aktie 1.000 DM, Nr. 3886
Darmstadt, September 1954 EF+
Auflage 1.400 (R 8). Gründung 1927 zwecks Schaf-
fung gesunder und zweckmäßig eingerichteter
Kleinwohnungen im Sinne des Wohnungsgem-
einnützigkeitsgesetzes. Bis 1931 waren in Darm-
stadt, Mainz, Gießen, Bingen, Worms, Neu Isen-
burg, Friedberg, Bad Vilbel, Ober-Ramstadt und

Nr. 460
Gernsheim insgesamt 410 Wohnungen errichtet.
Rd. 20% des Bestandes wurden im 2. Weltkrieg zer-
stört. Vor allem Anfang der 1950er Jahre kamen
Nr. 460 Schätzpreis: 60,00 EUR jährlich bis zu 500 Wohnungen dazu, so daß Ende
Startpreis: 20,00 EUR der 1960er Jahre über 6.000 Wohnungen im
Hebezeug- & Motorenfabrik AG Bestand waren, mit Schwerpunkten in Darmstadt
(ca. 28%), Gießen, (ca. 15%), Offenbach und Neu
Aktie 100 RM, Nr. 104 Isenburg (je ca. 7%) sowie Alsfeld und Lauterbach
Karlsruhe-Bulach, 15.12.1926 EF (je ca. 6%). Vermietet wurden die Wohnungen an
Auflage 950. Gegründet 1921 als Labor Apparate- Beschäftigte im öffentlichen Dienst. Neben einigen
Nr. 464
bau AG mit Sitz in Berlin-Tempelhof. 1922 Sitzver- hessischen Städten mit kleineren Anteilen und der
legung nach Karlsruhe-Bulach, Litzenhardtstr. 2. Stadt Darmstadt mit über 10% Aktienanteil hielt
Zweck: Bau von Starkstromapparaten. Mehrheit- das Land Hessen mit über 60% die Mehrheit, der Nr. 464 Schätzpreis: 250,00 EUR
saktionär waren die schweizerischen Schindler- Schwerpunkt der HEGEMAG-Aktivitäten war aber Startpreis: 90,00 EUR
Aufzugsfabriken, ihrerseits hielt diese AG eine schon lange Darmstadt. Als sich das Land Hessen
40%ige Beteiligung an der Schindler Aufzügefabrik aus dem Wohnungsbau 2001/02 zurückziehen Helios Elektricitäts-AG
GmbH, Berlin. Seit 1933 lag der Fabrikationsbe- wollte, war es deshalb nur natürlich, daß die Vorzugs-Aktie 1.000 Mark, Nr. 565
trieb still, ein Teil der Maschinen wurde verkauft. HEGEMAG 2003 an die Stadt Darmstadt ging und Köln, 1.3.1903 EF
1950 gelöscht. Lochentwertet. Maße: 21 x 29,7 cm. mit der stadteigenen Bauverein AG (gegründet Auflage 3.750 (R 8). Gegründet 1884 als “Helios AG
1864 als „Bauverein für Arbeiterwohnungen“) für elektrisches Licht und Telegraphenbau”. Die
fusioniert wurde. Heute bewirtschaftet die bau- Gesellschaft baute und betrieb Elektrizitätswerke
verein AG ca. 12.000 Wohnungen, davon 1/3 im In- und Ausland. Im wesentlichen wurde das
außerhalb von Darmstadt. 5.000 dieser Wohnun- von der AEG so erfolgreich betriebene Geschäft
gen wurden zur Finanzierung der HEGEMAG-Über- kopiert: Man beteiligte sich an neu gegründeten E-
nahme 2003 im Rahmen einer sale-and-lease-back- Werken und verpflichtete die Werke im Gegenzug
Vereinbarung an ein Bankenkonsortium verkauft. zum Bezug der eigenen Maschinen und Anlagen
Ausgestellt auf die Stadt Bad Vilbel. Maße: 21 x (so wie dies für die AEG Emil Rathenau erstmals
29,7 cm. bei der BEWAG vorexerziert hatte). Der Kauf der
“Bank für elektrische Industrie” (Verkäufer: Berli-
ner Handels-Gesellschaft) kurz vor der Jahrhun-
dertwende wurde für den Helios zum Verhängnis:
Die damit erworbenen Beteiligungen erwiesen
sich überwiegend als notleidend. Im Zuge der dar-
auffolgenden Sanierung wurde 1904 das Werk in

Nr. 461
Köln-Ehrenfeld an die AEG und Siemens verkauft,
seit 1905 war der Helios in Liquidation. Die
Aktionäre verloren ihr gesamtes Geld. Ausgege-
Nr. 461 Schätzpreis: 175,00 EUR ben im Zuge der Sanierung an umtauschwillige
Startpreis: 60,00 EUR Anleihegläubiger. Maße: 33,6 x 23,8 cm. Mit restli-
Heckert & Co. AG chem Kuponbogen.
Aktie 1.000 Mark, Nr. 49627
Halle a.d. Saale, August 1923 EF
Auflage 50.000 (R 8). Gegründet 1921 mit Sitz in Nr. 463
Berlin zwecks Herstellung und Großhandel sämtli-
cher Erzeugnissen der Glas- und Porzellanindu- Nr. 463 Schätzpreis: 100,00 EUR
strie, insbesondere Pachtung sämtlicher Betriebe Startpreis: 45,00 EUR
der Firma Heckert & Co. Glasgroßhandlung, Halle Heidelberger Druckmaschinen AG
a.d.Saale. 1922 Sitzverlegung nach Halle a.d.Saale
und gleichzeitig Einrichtung einer Filiale in Sammelaktie 10 x 5 DM, Nr. 1009746
Königsberg i.Pr. Ebenfalls 1922 kam es zu Differen- Heidelberg, Dezember 1997 UNC
zen in der Verwaltung, die in der Entlassung und Gültige Aktie des weltgrößten Druckmaschinen-
kurz darauf Wiedereinstellung des Vorstands Arno herstellers! Die Maschinenfabrik wurd 1850 von
Heckert gipfelten. Entsprechend sackte der Kurs Andreas Hamm gegründet, AG seit 1899 als
Nr. 465
der in Halle a.S. und Leipzig börsennotierten AG “Schnellpressenfabrik A. Hamm AG”, 1967 Umfir-
bis Ende 1923 auf nur noch 1,7% des Nennwertes mierung in “Heidelberger Druckmaschinen AG”.
ab. 1924 Konkurseröffnung. Lochentwertet. Maße: Mit dem “Heidelberger Tiegel”, der ersten vollau-
22,4 x 28,9 cm. tomatischen Tiegldruckpresse der Welt sowie den Nr. 465 Schätzpreis: 250,00 EUR
Zylinderautomaten und Bogenrotationen für den Startpreis: 90,00 EUR
Offsetdruck stieg das Unternehmen zum bedeu-
tendsten (und zeitweise ertragreichsten) Druck- HERMANIA AG vormals Königlich
maschinenhersteller der Welt auf. 1998 Ver- Preußische Chemische Fabrik
schmelzung mit der vorher zum Siemens-Konzern Aktie 1.000 Mark, Nr. 14357
gehörenden Linotype Hell AG, womit dann auch in Schönebeck, August 1923 EF
der Druckvorstufe eine überragende Position
Auflage 42.000 (R 8). Als die 1772 gegründete
erreicht wurde. Großaktionär war bis Anfang 2004
Preußische Seehandlung (später: Preußische
der RWE-Konzern (früher über die Tochter Rhein-
Staatsbank) 1795 bis auf den Salzhandel alle
elektra, Mannheim). Abbildung “Heidelberger”-
Monopole verlor, wurde ihr als Ausgleich gestat-
Schriftzüge auf großer Weltkugel in fluoreszieren-
tet, “allenthalben Comptoire zu errichten”. So
dem Silberdruck. Faksimile-Unterschrift von Hart-
gründete die Seehandlung bereits 1797 als älteste
mut Mehdorn als Vorstandsvorsitzender. Meh-
chemsche Fabrik Deutschlands überhaupt in
dorn war 1999-2009 Chef der Deutschen Bahn,
Schönebeck a.E. die Kgl. Preussische chemische
Nr. 462
2011-2013 Leiter der Air Berlin, ab 2013 is er Vor-
Fabrik. In den 40er Jahren des 19. Jh. zwangen
sitzender der Geschäftsführung der Flughafen
liberale Kreise die Seehandlung zum Rückzug aus
Berlin Brandeburg. Maße: 21,1 x 29,7 cm.

80
Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

fast allen ihren industriellen Unternehmungen, Nr. 469 Schätzpreis: 100,00 EUR
die als unzulässige staatliche Konkurrenz zum Startpreis: 40,00 EUR
privaten Unternehmertum begriffen wurden. So
gelangte die Fabrik in Schönebeck später in den
Hermann Schött AG
Besitz des Rittmeisters O. Hermann, wurde 1873 Aktie 1.000 DM, Nr. 1869
gänzlich neu erbaut und 1877 in eine AG, die Her- Rheydt, Dezember 1959 EF
mania AG umgewandelt. 1927 wurde die Chemi- Auflage 500 (R 8). Gleiche Gestaltung wie das Los
sche Werke Schönebeck AG zur Übernahme der davor. Maße: 21 x 29,7 cm. Rückseitig als ungültig
Werkanlagen der in Konkurs befindlichen Herma- abgestempelt.
nia AG vorm. Kgl. Preußische chemische Fabrik
gegründet. Das Werk in der Königstraße (nach
1945: Geschwister-Scholl-Straße) Nr. 127 stellte
Schwerchemikalien, Metallsalze sowie Farben für
die Emaille- und keramische Industrie her. Letzter
Nr. 472
Großaktionär war der Possehl-Konzern in
Lübeck. Maße: 18 x 26,2 cm. Mit restlichem
Kuponbogen.
Nr. 472 Schätzpreis: 200,00 EUR
Startpreis: 50,00 EUR
Heyligenstaedt & Comp. Werkzeug-
maschinenfabrik und Eisengießerei
Aktie 1.000 Mark, Nr. 12168
Gießen, 8.5.1923 EF
Auflage 8.000 (R 9). Die 1911 gegründete AG über-
nahm die Fabrik der Firma Heyligenstaedt & Co.
Nr. 470 im Aulweg 51-55 mit über 300 Arbeitern. Mit Divi-
denden bis zu 20% für die damalige Zeit unge-
wöhnlich rentabel. Die Aktien waren in Frankfurt
Nr. 470 Schätzpreis: 500,00 EUR börsennotiert. In der Weltwirtschaftskrise wurde
Startpreis: 100,00 EUR der AG ein größerer Kredit gekündigt, eine Ersatz-
Hermsdorfer Portland-Cement-, finanzierung fand sich nicht, deshalb 1930 in Kon-
Nr. 466 Verblendziegel- und Thonwaaren- kurs gegangen. Kapitalerhöhung zum Neubau der
Fabrik AG Produktionshalle. Schöner großformatiger Druck
Nr. 466 Schätzpreis: 100,00 EUR mit Jugendstil-Umrandung. Maße: 26,4 x 36,5 cm.
Aktie 600 Mark, Nr. 137 Mit restlichem Kuponbogen.
Startpreis: 30,00 EUR
Berlin, 1.5.1879 EF
Hermann Schött AG Auflage 410 (R 9). Gegründet 1871 durch die Berli-
Aktie 1.000 DM, Nr. 41 ner Wechslerbank und Julius Alexander zur Über-
Rheydt, August 1951 EF nahme der Ziegelei des Rittergutsbesitzers Leo-
Auflage 980 (R 8). Eines der weltweit ältesten pold Lessing. Im Boom der Gründerjahre ent-
Unternehmen der graphischen Industrie, gegrün- wickelte sich die Fabrik im Norden Berlins ange-
det bereits 1818, AG seit 1899. Die Großdruckerei sichts der Bauwut in der Hauptstadt zunächst gut.
beschäftigte zuletzt um die 400 Leute und war auf Dem Aufsichtsrat gehörten so bekannte Persön-
den Druck von Zigarrenbanderolen, Zigarrenki- lichkeiten wie der Lokomotivfabrikant Schwartz-
stenetiketten, Schokoladeumschläge, Pralinen- kopff und der Bankier Heimann an. Als die
packungen, Plakate, Wein- und Liköretiketten Bautätigkeit abflaute, gab es ernste Schwierigkei-
sowie Faltschachteln aller Art spezialisiert. Bör- ten: Einer Kapitalzusammenlegung 5:1, nach der
sennotiz: Freiverkehr Düsseldorf. 1982 Konkurs. die vorliegende Aktie neu ausgegeben wurde, folg-
Maße: 21 x 29,7 cm. Rückseitig als ungültig abge- te 1880 die Auflösung der Gesellschaft. Maße: 26,9

Nr. 473
stempelt. x 34,2 cm. Mit kpl. anh. Kupons.

Nr. 467 Schätzpreis: 125,00 EUR Nr. 473 Schätzpreis: 85,00 EUR
Startpreis: 40,00 EUR Startpreis: 20,00 EUR
Hermann Schött AG Hildebrandsche Mühlenwerke AG
Aktie 1.000 DM April, Nr. 994 Aktie 1.000 RM, Nr. 548
Rheydt, April 1952 EF Böllberg bei Halle a.S., August 1929 EF
Auflage 350 (R 8). Gleiche Gestaltung wie das Los Auflage 800. Gründung 1888 unter Übernahme
davor. Maße: 21 x 29,7 cm. Rückseitig als ungültig einer schon seit dem 10. Jh. bestehenden früher
abgestempelt. fiskalischen Flußmühle, die 1858 durch Louis Hild-
ebrand gekauft worden war. Die durch einen
Brand teilweise zerstörte Mühle wurde 1876
durch die Dresdner Mühlenbaufirma Gebrüder
Seck im Burgenstil vergrößert neu aufgebaut. 1908
Nr. 471
Zukauf der Stadtmühle in Halle. Die Hildebrand-
sche Mühlenwerke AG beschäftigte mit ihren 32
Mahlgängen, betrieben von 7 Turbinen, über 100
Nr. 471 Schätzpreis: 150,00 EUR Personen. So produzierte die Mühle mit Leichtig-
Startpreis: 50,00 EUR keit den Tagesbedarf einer Großstadt und expor-
Herrenmühle vormals C. Genz AG tierte die Überproduktion.Börsennotiz Berlin und
Halle/Leipzig. Nach 1949 enteignet, 1975 stillge-
Aktie 1.000 DM, Nr. 97 legt. Die noch heute teilweise erhaltenen (1992
Heidelberg, 8.10.1953 EF+ und 1994 durch zwei Brände unfreiwillig entkern-
Auflage 700 (R 8). Die Ursprünge der Herrenmühle ten) Gebäude stammen weitestgehend noch aus

Nr. 468
als Wassermühle am Neckar reichen bis ins 14. Jh. der Zeit nach dem ersten Brand 1875. Aktuell pla-
zurück. AG seit 1897. Die Getreide-Mühle arbeitete nen Investoren die Instandsetzung der Wassertur-
bis 1926 mit Dampf, dann wurde auf elektrischen binen und die Erzeugung von Ökostrom sowie den
Betrieb umgestellt. Der Betrieb wurde bis zuletzt Wiederaufbau des stark ruinierten Gebäudekom-
Nr. 468 Schätzpreis: 150,00 EUR ständig modernisiert und erweitert, war aber am plexes, wobei Werkstätten, Büros und Loftwoh-
Startpreis: 45,00 EUR Ende kaum noch rentabel. Deshalb zog der nungen entstehen sollen. Maße: 21 x 29,7 cm. Prä-
Hermann Schött AG Großaktionär Berliner Handels-Gesellschaft (spä- gesiegel lochentwertet.
Aktie 1.000 DM, Nr. 1423 ter BHF-Bank) die Reißleine: 1962 wurde der
Mühlenbetrieb eingestellt und die AG 1964 aufge- Gerne beantworte ich
Rheydt, Januar 1955 EF löst. Herrliche Vignette mit Ansicht der Mühle am
Auflage 100 (R 8). Maße: 21 x 29,7 cm. Rückseitig Neckar sowie dem Heidelberger Schloß. Maße: 21
Ihre Fragen auch per e-Mail:
als ungültig abgestempelt. x 29,7 cm. Mit restlichem Kuponbogen. gutowski@mail.de

81
Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

griffe schwer beschädigt, erst 1946 konnte der Gastwirt Bauer, Malermeister Hilse, Bauunterneh-
Brauereibetrieb wieder beginnen. 1962 Einstel- mer Bause und dem Verkehrskontrolleur Gross.
lung der Herstellung alkoholfreier Getränke. 1969 Schürfen, Ausbeutung und Verwertung von Edel-
Verpachtung der Brauerei in der Hauptbahnhofstr. steinen und Mineralien aller Art. In die Gesell-
22/24 an den Großaktionär Binding. 1972 mit der schaft wurden 50 in der Nähe der Spencerbucht in
Binding-Tochter Mainzer Aktien-Bierbrauerei ver- Südwestafrika gelegene Schürffelder der “Kolonia-
schmolzen. Lochentwertet. Maße: 20,9 x 29,6 cm. le Bergbaugesellschaft mbH” eingebracht. Druck
auf beigem Leinenpapier, mit Jugendstilelemen-
ten. Originalunterschriften Fr. Kapps und Gross.
Maße: 14,5 x 20,8 cm. Linker Rand mit Abheflo-
chung.

Nr. 478

Nr. 474 Nr. 476


Nr. 474 Schätzpreis: 350,00 EUR Nr. 476 Schätzpreis: 250,00 EUR
Startpreis: 180,00 EUR Startpreis: 90,00 EUR
Hirschberger Thalbahn Hofer Bierbrauerei AG
Actie 1.000 Mark, Nr. 1415 Deininger-Kronenbräu
Hirschberg i. Schlesien, Sept. 1913 EF Aktie 1.000 Mark, Nr. 2153
Auflage 500 (R 6). Gegründet 1902 für den Betrieb Hof, Dezember 1923 EF
der Straßenbahnstrecken Bahnhof Hirschberg - Auflage 2.500 (R 7). Entstanden 1905 durch Zusam-
Cunnersdorf - Herischdorf - Warmbrunn - Herms- menlegung der beiden Privatbrauereien Wilh. Dei-
dorf, Warmbrunn - Giersdorf Bächteltalweg, Bahn- ninger (gegr. 1854) und Kronenbräu, Hagenmüller
länge 19,15 km, Spurweite 1 m, oberirdische und Hick (gegr. 1888). Spezialitäten: Deininger
Stromzuführung, eigene elektrische Zentrale. Die
Nr. 479
Edelpils, Hofquell, Hofator und “Krona” Malz-
Gesellschaft war seit 1932 eine TochterGesell- trunk. 1975 Beherrschungs- und Gewinnab-
schaft der Elektrizitäts-AG vorm. W. Lahmeyer & führungsvertrag mit der Ersten Kulmbacher
Co. 1937/38 wurde die Gesellschaft an die Nieder- Actienbrauerei AG, die 1995 fast 97% der Aktien
schlesische Elektrizitäts-AG und die Reichselek- Nr. 479 Schätzpreis: 250,00 EUR
besaß. Lochentwertet. Maße: 26,4 x 19,6 cm. Startpreis: 75,00 EUR
trowerke verkauft. Nach Kriegsende fuhr die
Straßenbahn unter der polnischen Bezeichnung Holz-Union AG
“Kolej Elektryczna w Jeleniej Górze” wieder. Bis
Aktie 10.000 Mark, Nr. 3716
1969 fuhr die elektrische Bahn von Hirschberg
nach Bad Warmbrunn. Großformatiges Papier, Berlin, Januar 1923 EF
sehr dekorativ gestaltet. Lochentwertet. Maße: Auflage 6.500 (R 8). Gründung 1922 in Ellrich/Harz.
36,8 x 25,2 cm. Doppelblatt. Holzhandel und -verwertung. Bildete die Interes-
sengemeinschaft der deutschen Sägewerks- und
Holzindustrie und der Holzhandelsbetriebe.
Maße: 24,5 x 32 cm.

Nr. 477

Nr. 477 Schätzpreis: 250,00 EUR


Startpreis: 125,00 EUR
Hohenlimburger Kleinbahn-AG
Nr. 475
Namensaktie 1.000 RM, Nr. 84
Hohenlimburg, März 1938 EF
Auflage 195 (R 6). Gründung 1898. 1000-mm-
Nr. 480
Nr. 475 Schätzpreis: 350,00 EUR Schmalspurbahn von Hohenlimburg DB nach
Startpreis: 240,00 EUR Hohenlimburg-Nahmertal (3,3 km). Letzte Großak-
Hofbrauhaus Hanau tionäre waren Krupp und Hoesch. Bahnverkehr Nr. 480 Schätzpreis: 200,00 EUR
vorm. G. Ph. Nicolay AG 1983 eingestellt, 1985 umgewandelt in eine GmbH. Startpreis: 60,00 EUR
Lochentwertet. Maße: 21 x 29,8 cm. Eingetragen
Aktie 400 RM, Nr. 1824 Holzstoff- und Lederpappen-Fabriken
auf die Vereinigte Stahlwerke AG, Düsseldorf.
Hanau, 23.1.1930 EF vormals Gebr. Fünfstück AG
Auflage 250 (R 8). Die Brauerei geht auf das Jahr Nr. 478 Schätzpreis: 400,00 EUR Aktie 1.000 Mark, Nr. 6
1769 zurück. 1814 übernahm der Sohn des Grün-
Startpreis: 150,00 EUR Zoblitz, 20.7.1901 EF
ders G. Ph. Nicolay (Senior) die Brauerei und 1846
Georg Philipp (Junior). 1878 gründete er die Hohenzollern Diamant-Gesellschaft mbH Gründeraktie, Auflage 1.000. Fortbetrieb der 1873
Großbrauerei Georg Philipp Nicolay, die 1884 das Anteil-Schein 500 Mark, Nr. 136 gegründeten Fa. Gebr. Fünfstück mit Fabriken in
Prädikat „Hofbrauhaus Hanau“ erhielt. Brauerei Penzig, Nieder-Neundorf, Zoblitz (Kreis Rothen-
Lüderitzbucht, von 1909 EF burg O.-L.) und Holzkirch. AG seit 1901. Herstel-
(Marke Bergkrone), Mälzerei und Limonadenfa-
Gründeranteil, Auflage 300 (R 10). Gründung am lung aller Art von Waren aus Holzstoff, Haupter-
brik. Der jährliche Absatz lag ziemlich konstant
14.7.1909 vom Bäckermeister Hallerbäumer, den zeugnis waren Maschinenlederpappen. 1896 Auf-
bei 60.000 hl. 1944/45 durch wiederholte Luftan-
Kaufmännern Nouvel und Kapps, Sattler Schenk, stellung der ersten Kartonmaschine der Welt. Die

82
Auktionshaus Gutowski • 56. Auktion Historischer Wertpapiere am 21. Juli 2014

AG erwirtschaftete teils ungewöhnlich hohe Divi-


denden. 1907 auch Beteiligung an der Nebenbahn
Horka-Rothenburg-Priebus.1923 Lieferung einer
Dampfmaschine durch die Maschinenbau-Gesell-
schaft Marktredwitz, Flottmann. Schöner G&D-
Druck mit zwei kleinen Vignetten. Maße: 24,6 x
33,6 cm. Keine Entwertung!

Nr. 483 Nr. 486


Nr. 483 Schätzpreis: 200,00 EUR Nr. 486 Schätzpreis: 250,00 EUR
Startpreis: 35,00 EUR Startpreis: 60,00 EUR
Hüttenwerke Kayser AG Ibbenbürener Volksbank
Aktie 10.000 DM, Nr. 14848 Aktie 100 DM, Nr. 3563
Lünen i.W., Oktober 1969 EF+ Ibbenbüren, Mai 1965 EF
Auflage 1.000 (R 8). Mit Firmen-Signet. Maße: 21 x Auflage 1.500 (R 9). Gründung 1881 zum Betrieb
29,7 cm. Rückseitig als ungültig abgestempelt. des Bankgeschäfts unter besonderer Berücksichti-
gung der örtlichen Interessen. 1922 stärkere
Expansion und Bau eines eigenen Bankgebäudes.
Zuletzt 50 Mitarbeiter und 7 Filialen. 1978 auf die
Spar- und Darlehnskasse Holding KG in Ibben-
büren übertragen worden, heute Teil der Volks-
bank Tecklenburger Land eG. Maße: 21 x 29,7 cm.
Eine Knickfalte, sonst tadellos.
Nr. 481
Nr. 481 Schätzpreis: 200,00 EUR
Startpreis: 45,00 EUR
Holzverwertung AG
Aktie Lit. B 1.000 Mark, Nr. 7047
Nr. 484
Worms, 19.1.1923 EF/VF
Auflage 6.500 (R 9). Gründung 1922. Herstellung
und Vertrieb von Holzwaren aller Art; Werke in Nr. 484 Schätzpreis: 90,00 EUR
Mannheim, Heideck und Darmstadt. Maße: 37 x
Startpreis: 30,00 EUR
25,2 cm. Weniger als 10 Stücke wurden 2003
gefunden. Hydrometer AG
Aktie 1.000 RM, Nr. 8823
Nr. 487
Breslau, Dezember 1941 EF+
Auflage 344. Gründung 1912, neben Wassermes-
sern auch Produktion von Tachometern, amtliche Nr. 487 Schätzpreis: 100,00 EUR
Notiz bis 1928 in Berlin und Frankfurt, danach im Startpreis: 45,00 EUR
Frankfurter und Breslauer Freiverkehr. 1948 verla-
gert nach Kronach/Oberfr., später nach Ansbach, Ilmebahn-Gesellschaft
seit 1966 GmbH. Lochentwertet. Maße: 21 x 29,9 im Kreise Einbeck
cm. Aktie 300 DM, Nr. 838
Einbeck, Dezember 1952 EF+
Auflage 1.000 (R 6). Gründung 1882. Normalspuri-
ge Bahn Einbeck-Dassel (13,3 km). Betriebs-
führung bis 1924 durch die Braunschweigische
Eisenbahn. 1901 Kauf der Höxterschen Kleinbahn.
Nr. 482 1954 Übernahme des Zugförderungsdienstes auf
der DB-Strecke Einbeck-Salzderhelden. Personen-
verkehr 1975 stillgelegt. Heute die Ilmebahn
Nr. 482 Schätzpreis: 80,00 EUR GmbH, zuständig für öffentlichen Nahverkehr mit
Startpreis: 30,00 EUR Bussen und Bahnen in der Region Northeim/Ein-
Hüttenwerke C. Wilh. Kayser & Co. beck. Mit Dampflok-Vignette. Maße: 20,9 x 29,7
cm. Prägesiegel lochentwertet.
Niederschöneweide AG
Aktie 1.000 RM, Nr. 7352 Nr. 488 Schätzpreis: 100,00 EUR
Berlin, Juni 1929 EF+ Nr. 485 Startpreis: 45,00 EUR
Auflage 2.000. Gründung schon 1861 als C. Wilh. Ilmebahn-Gesellschaft
Kayser, Ahlemeyer & Co. in Berlin-Moabit als Nr. 485 Schätzpreis: 125,00 EUR
Metallhüttenwerk zur Verhüttung von Gold-, Sil-
im Kreise Einbeck
Startpreis: 25,00 EUR
ber- und Bleirückständen, AG seit 1911. 1906 Vorzugs-Aktie 300 DM, Nr. 8
Errichtung einer neuen Fabrik in Oranienburg
I. O. Preuß AG Einbeck, Dezember 1952 EF+
(Kupfer-, Blei- und Zinnhütte). 1913-16 Bau Aktie 1.000 RM, Nr. 84 Auflage 833 (R 6). Mit Dampflok-Vignette. Maße:
einer zweiten Fabrik in Lünen bei Dortmund. Königsberg (Pr.), September 1940 EF 29,7 x 20,9 cm. Prägesiegel lochentwertet.
1929 Fusion mit der Hüttenwerk Niederschöne- Auflage 398. Gründung als AG 1921 zur Über-
weide AG. 1948/49 entschädigungslose Enteig- nahme der seit 1877 bestehenden oHG J. O. Nr. 489 Schätzpreis: 100,00 EUR
nung der Werke Oranienburg und Niederschö- Preuss. Mitten in der Stadt Königsberg wurden Startpreis: 50,00 EUR
neweide sowie der Aluminiumschmelze in nebst entsprechenden Verkaufsräumen eine
Schönebeck bei Magdeburg. 1955 Sitzverlegung Weinbrennerei, eine Spiritusbrennerei, eine INDAK Industrieunternehmungen AG
nach Lünen i.W., wo die Gesellschaft eine Destillation und eine Fruchtsaftpresserei betrie- Aktie 1.000 Mark, Nr. 18407
Sekundär-Kupferhütte betreibt. Bis 2003 bör- ben. Großaktionäre (1941): 50% Rückforth-Kon- Hannover, 30.6.1923 EF/VF
sennotiert, dann drängte der Großaktionär zern AG, Stettin und Mitglieder der Familie Auflage 20.000 (R 10). Gründung am 3.12.1921 als
(Norddeutsche Affinerie, Hamburg) den Streu- Preuss. Maße: 21 x 29,8 cm. Prägesiegel loch- Industrieunternehmungen AG. Die AG betrieb
besitz per squeeze-out heraus. Lochentwertet. entwertet. Unternehmungen aller Art. 1922 dann mit Zusatz
Maße: 21 x 29,6 cm.
INDAK Industrieunternehmungen, in diesem

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Geschäftsjahr wurden zwei Schuhfabriken und davon erwies sich später als schwer kontami-
eine Gummiwarenfabrik übernommen. 1924 in niert). 1951 Umfirmierung in “Industrieverwal-
Konkurs. Lochentwertet. Maße: 33 x 21 cm. Nur 4 tungsgesellschaft mbH” und Sitzverlegung nach
Stücke sind bis heute erhalten geblieben! Bonn. 1971 erhielt die IVG den Auftrag zur
Beschaffung und Einlagerung der Bundesrohölre-
serve, für die Kavernen im Salzstock Etzel bei Wil-
helmshaven geschaffen wurden. 1986 Umwand-
lung in eine AG und Teilprivatisierung mit Bör-
seneinführung. Immer mehr wandelte sich der
Konzern zu einer Immobiliengesellschaft, 1996
Umfirmierung in IVG Holding AG. Der letzte
Großaktionär (indirekt über die WCM/Sirius), der
Hamburger Immobilienkaufmann Karl Ehlerding,
geriet 2003 in Schwierigkeiten und verlor die Kon-
Nr. 491
trolle über die IVG an eine Bankengruppe (u.a. Sal.
Oppenheim, Köln). Mit Firmenlogo. Maße: 21 x
29,7 cm. Rückseitig als ungültig abgestempelt.

Nr. 489
Nr. 494

Nr. 494 Schätzpreis: 80,00 EUR


Startpreis: 30,00 EUR
Innstadt-Brauerei
Aktie 1.000 DM, Nr. 1804
Nr. 492 Passau, Juli 1974 EF+
Auflage 250. Uralte, schon 1318 gegründete Braue-
Nr. 492 Schätzpreis: 100,00 EUR rei. 1814 von Lorenz Lang neu aufgebaut. 1871
Startpreis: 25,00 EUR erwarben Ferdinand Rosenberger und Karl Anger-
Industriekreditbank AG mann das Unternehmen und wandelten es 1874 in
eine AG um. 1923 Übernahme des Hofbräuhaus
6,5% Kassenobl. 500.000 DM, Nr. 58 Deggendorf. Später auch Ausflug ins Automobilge-
Nr. 490
Düsseldorf, August 1972 EF+ schäft: 1934 Übernahme des Garagen- und Tank-
Auflage 30 (R 9). Gründung am 29.3.1949 als Indu- stellenbetriebes “Zentral-Garage”, 1958 Errichtung
striekreditbank AG mit Sitz in Düsseldorf. 1974/75 der “Nibelungen-Garage”. 1974 Übernahme der
Nr. 490 Schätzpreis: 150,00 EUR Übernahme der Deutschen Industriebank durch Brauerei Hirz, Hauzenberg. Maße: 21 x 29,7 cm.
Startpreis: 45,00 EUR Fusion zur Industriekreditbank AG Deutsche-Indu-
Industrie-Beteiligungen der früheren striebank mit weiterem Sitz in Berlin. 1991 Umfir-
Lothringer Portland-Cement-Werke mierung in IKB Deutsche Industriebank AG. Die
Aktie 100 RM, Nr. 14 IKB ist das größte deutsche Spezialinstitut für
lang- und mittelfristige Kredite an den Mittelstand;
Berlin, Mai 1929 EF/VF neuerdings hält die bundeseigene Kreditanstalt
Auflage 500 (R 8). Gründung 1891 als “Lothr. Port- für Wiederaufbau ein größeres Aktienpaket.
land-Cement-Werke Diesdorf”, später Sitz in Metz Maße: 29,7 x 21 cm. Prägesiegel lochentwertet.
mit Verwaltung in Strassburg. 1911 Fusion mit der
Heminger Portland-Cementwerk AG in Saarburg,
zugleich Sitzverlegung nach Strassburg. 1912
Übernahme der Süddeutschen Cementwerke AG
in Neunkirchen. Die elsaß-lothringischen Besit-
zungen im Wert von über 10 Mio. Mark gingen
1919 als Folge des 1. Weltkrieges verloren, wofür
Nr. 495
die Gesellschaft 1928 vom Reich mit knapp 1 Mio.
RM entschädigt wurde. Sitzverlegungen 1920 nach
Karlsruhe und 1925 nach Berlin (Behrenstraße 65 Nr. 495 Schätzpreis: 85,00 EUR
beim Bankhaus Gerson Bleichröder), zugleich wie Startpreis: 40,00 EUR
oben umfirmiert. Einzige unternehmerische Akti-
vität war eine 1923 eingegangene 50%ige Beteili- INTERCONTOR AG für den Handel
gung bei der Gerüstbau L. Altmann GmbH, Berlin- mit internationalen Spielwaren
Charlottenburg. Ab 1934 in Liquidation. Maße: 21 Sammelaktie 10 x 50 DM, Nr. 205008
Nr. 493
x 29,6 cm. Prägesiegel lochentwertet. Nürnberg, August 1992 EF+
(R 7) Gründung 1991. Betrieb eines internationa-
Nr. 491 Schätzpreis: 125,00 EUR Nr. 493 Schätzpreis: 100,00 EUR len Handelsunternehmens mit Waren aus den
Startpreis: 45,00 EUR Startpreis: 25,00 EUR Bereichen Spiel und Freizeit. 2001 in VEDES AG
Industriegas AG Industrieverwaltungsgesellschaft AG umbenannt. Schöne große Abbildung mit Kinder-
Aktie 1.000 RM, Nr. 3163 spielzeug: Teddybär auf Schaukelpferd, Ritter-
Aktie 50 DM, Nr. 123201
burg, Eisenbahn, Trommel und Trompete, Puppe
Berlin, Juni 1935 EF Bonn, Juli 1986 EF+ und Ball. Maße: 21 x 29,7 cm. Prägesiegel lochent-
Auflage 200 (R 6). Gründung 1922 als “Sächsische (R 8) Gründung 1916 als “Verwertungsgesellschaft wertet.
Acetylen-AG” in Dresden. Herstellung von techni- für Montanindustrie GmbH” in München. 1934
schen Gasen. 1947 verlagert nach Grevenbroich, übernahm das Deutsche Reich die Geschäftsantei-
1952 nach Köln, 1957 umfirmiert in IGA Industrie- le, 1941 Sitzverlegung nach Berlin, 1944 Umfirmie- Einlieferungen für die
gas GmbH & Co. KG, heute IBG Industrie-Beteili- rung in Montan-Industriewerke GmbH. Bei Kriegs- nächsten Auktionen
gungs-GmbH & Co. KG, Köln. Lochentwertet. ende besaß die Firma nicht weniger als 128 Werk- werden ständig angenommen
Maße: 21 x 29,7 cm. sanlagen mit 15.500 ha Grundbesitz (einiges

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Essenbach bei Landshut (1977, mit Partner Bay- bach und Berlin. 1922 wurde von den Brüning-
ernwerk) das Kernkraftwerk Isar I (1979) und das Aktionären in Den Haag die Handelsgesellschaft
Kernkraftwerk Isar II (1988). Zunächst über 3/4, “Cuba” gegründet, die als Holding- und Finanzie-
später noch knapp 50% des Kapitals der Isar- rungsgesellschaft das gesamte Brüning-Kapital
Amperwerke hielten die Isarwerke GmbH (die wie- übernahm und später auch sämtliche zur Verar-
derum zu 45% dem Bankhaus Merck, Finck & Co. beitung notwendigen Rohstoffe lieferte. Alle Ver-
in München, zu 25% dem RWE und zu 10% der Alli- träge mit der N.V. Cuba wurden 1927 wieder auf-
anz-Versicherung gehörten). Im Jahr 2000 fusio- gehoben. 1932 wurde der Firmensitz letztmalig
nierten das Bayernwerk und die PreußenElektra verlegt, und zwar zum Hauptwerk Lüneburg.
zur E.ON Energie AG. Diese besaß nun direkt und Neben Zigarrenkisten wurden nun insbesondere
indirekt eine Dreiviertelmehrheit der Isar-Amper- Sperrholz für Schiffsbau, Innenausstattung,
werke AG, die 2001 in E.ON Bayern AG umbenannt Möbelbau sowie Flugzeugplatten hergestellt. 1967
wurde. Gleichzeitig wurden die bisherigen großen umgewandelt in die “Ibus-Werke GmbH”. Maße: 21
Bayernwerk-Beteiligungen (u.a. Überlandwerk x 29,7 cm. Prägesiegel lochentwertet. Ausgestellte
Unterfranken, Energieversorgung Ostbayern, Stücke sind nicht bekannt!
Nr. 496
Energieversorgung Oberfranken, Großkraftwerk
Nürnberg u.a.) in die E.ON Bayern AG eingebracht.
Nr. 496 Schätzpreis: 100,00 EUR 2003 entledigte sich die bis dahin börsennotierte
AG ihrer Kleinaktionäre durch squeeze-out. Sehr
Startpreis: 45,00 EUR
dekorative Gestaltung im Stil des Art Deko, große
Isaria Bayerische Abbildung des Flusslaufes der Isar mit Wasser-
Rückversicherungs-AG kraftwerk vor Alpenpanorama. Maße: 37,5 x 24,9
Interimschein 10.000 Mark, Nr. 145 cm. Doppelblatt, inwendig Anleihebedingungen,
mit beiliegenden Kupons.
München, 30.8.1923 EF
Gründeraktie, Auflage 100.000 (R 6). Die am
28.8.1923 gegründete Gesellschaft betrieb die
Rückversicherung in allen Versicherungszweigen
mit Ausnahme der Lebensversicherung. Die Auf-
stellung einer Goldmark-Eröffnungsbilanz im
Jahre 1924 erübrigte sich, da ein Vermögen nicht
ausgewiesen werden konnte. Im Oktober 1925
wurde seitens des Registergerichts die Nichtigkeit
der Gesellschaft ausgesprochen. Lochentwertet.
Maße: 16,5 x 21,4 cm. Eingetragen auf Geh. Kom-
merzienrat Dr. Emil Steckner aus Halle a.S.

Nr. 500
Nr. 498