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50.

AUKTION
Historischer Wertpapiere
am 16. Juli 2012

- Fernauktion -
Veranstalter:
Auktionshaus Gutowski
Leiferder Weg 19
38304 Wolfenbüttel
Telefon 0 53 31 / 97 55 24 • Telefax 0 53 31 / 97 55 55
E-Mail gutowski@gmx.com
Liebe Sammlerfreunde, Inhaltsverzeichnis
mit dem hier vorliegenden Katalog des
Ägypten 1 - 10
Auktionshauses Vladimir Gutowski prä-
Äthiopien 11 - 12
sentieren wir Ihnen ein hervorragendes Argentinien 13 - 23
Angebot an seltenen und gesuchten Australien 24
Objekten, die – unserer „Philosophie" Belgien 25 - 31
entsprechend – sehr günstig ausgerufen Bolivien 32 - 33
werden. Brasilien 34 - 41
Bulgarien 42 - 45
Unsere Ausrufpreise bzw. Startpreise Chile 46 - 47
sind Limitpreise. Gebote unter diesen China 48 - 49
Preisen werden nicht angenommen. Cuba 50 - 53
Ihre Schriftgebote werden protokolliert und am Auktionstag Dänemark 54
berücksichtigt, als wären Sie persönlich im Saal anwesend. Deutschland 55 - 984
Den Zuschlag bekommt das höchste Gebot, aber nur um ca. Ecuador 985
5 -10% über dem zweithöchsten Gebot. El Salvador 986
Estland 987 - 990
Ihre Schriftgebote können Sie an unsere Adresse in 38304 Finnland 991 - 992
Wolfenbüttel Leiferder Weg 19, per E-Mail oder per Telefax Frankreich 993 - 1120
senden. Griechenland 1121 - 1124
Großbritannien 1125 - 1181
Rufen Sie uns an, wenn Sie Fragen haben. Wir stehen Ihnen Honduras 1182 - 1184
gerne jederzeit zur Verfügung. Und denken Sie bitte daran, Indien 1185 - 1187
Ihre Gebote rechtzeitig abzuschicken! Irland 1188
Israel/Palästina 1189 - 1197
Die Kataloggebühr beträgt 10,00 EUR. Mit der Überweisung Italien 1198 - 1213
des Betrages sichern Sie sich die Zusendung des nächsten Jamaika 1214
Auktionskataloges, außerdem erhalten Sie automatisch die Japan 1215 - 1217
Jugoslawien 1218 - 1231
Ergebnisliste zugeschickt.
Kanada 1232 - 1244
Viel Erfolg bei Ihren Geboten wünschen Ihnen kgl. und kaiserl. Monarchie 1245 - 1271
Kolumbien 1272
Vladimir Gutowski Kongo 1273
und die Mitarbeiter Lettland 1274
Libanon 1275
Veranstalter: Mexiko 1276 - 1299
Auktionshaus Gutowski Monaco 1300 - 1302
Neuseeland 1303
Leiferder Weg 19 • 38304 Wolfenbüttel Niederlande 1304
Telefon: 0 53 31 / 97 55 24 • Fax: 0 53 31 / 97 55 55 Norwegen 1305 - 1307
E-Mail gutowski@gmx.com Österreich 1308 - 1321
Auktionshaus Gutowski ist eine Marke der Peru 1322 - 1325
„Deutsche Wertpapierauktionen GmbH“ Philippinen 1326
Salzbergstraße 2, 38302 Wolfenbüttel Polen 1327 - 1354
Geschäftsführer: Michael Weingarten (Vors.), Vladimir Gutowski Portugal 1355 - 1363
Handelsregister: Amtsgericht Braunschweig HRB 7872 Rumänien 1364 - 1377
Ust-Id-Nr. DE 811 574 119 Rußland 1378 - 1440
Bankverbindung: Schweden 1441 - 1442
Auktionshaus Gutowski Schweiz 1443 - 1450
Spanien 1451 - 1465
Konto Nr. 500 715 508 • BLZ 370 100 50
Südafrika 1466 - 1490
IBAN: DE36 3701 0050 0500 7155 08 • BIC: PBNKDEFF Syrien 1491
Tschechoslowakei 1492 - 1498
Türkei/Ottoman Empire 1499 - 1509
Die Besichtigung der Auktionsware Ungarn 1510 - 1519
ist vom 9.7. bis zum 13.7. USA 1520 - 1716
in den Räumen der Bürogemeinschaft Varia/Sammlungen 1717 - 1721
Salzbergstrasse 2 in Wolfenbüttel möglich. Nachtrag 1722 - 1726
Bitte vereinbaren Sie einen Besichtigungstermin mit mir!

Die Versteigerungsbedingungen finden Sie auf Seite 265

Seltenheits-Schlüssel
R 12 = 1 S tück bekannt
R 11 = 2 Stücke bekannt Erhaltungshinweise
R 10 = 3-5 S tücke bekannt UNC = Druckfrisch
R 9 = 6-10 S tücke bekannt EF = Tadellos, leichte Knickspuren
R 8 =11-25 S tücke bekannt VF = Normaler Erhaltungszustand mit
R 7 =26-50 S tücke bekannt Umlaufspuren und Einrissen
R 6 =51-100 S tücke bekannt F = Stark beschädigt, sammelwürdig
Auktionshaus Gutowski • 50. Auktion Historischer Wertpapiere am 16. Juli 2012

Ägypten

Nr. 1

Nr. 1 Schätzpreis: 125,00 EUR


Startpreis: 60,00 EUR
Cairo Agricultural Company
Action privilégiée 5 x 4 £ eg., Nr. 9956-9960
Kairo, 14.9.1928 EF/VF
Gegründet 1926 per Dekret von Fouad I, dem
König von Ägypten. Zweck: Erwerb, Erschließung,
Bewirtschaftung und Veräußerung des landwirt-
schaftlichen Grundbesitzes und der Immobilien
sowie alle damit zusammenhängenden finanziel-
len und industriellen Geschäfte. Sehr dekoratives,
Nr. 3
großformatiges Stück (ca. 28,5 x 44 cm) mit Fabel-
wesen, Bauer mit Ochsengespann im Unterdruck. Nr. 3 Schätzpreis: 2.400,00 EUR Nr. 4 Schätzpreis: 300,00 EUR
Zweisprachig französisch/arabische Schrift, rück- Startpreis: 1.200,00 EUR Startpreis: 150,00 EUR
seitig Auszug aus den Statuten. Mit anängenden Cie. Universelle du Canal Maritime Cie. Universelle du Canal Maritime
Kupons. Originalsignaturen lochentwertet. Seit
Jahren nicht mehr angeboten!
de Suez de Suez
Action 250 F, Nr. 104734 Anteilschein über 1/5 Anteil, Blankette
Paris, 2.6.1924 EF- Paris, 1.10.1930 EF/VF
Aktie mit 5%-iger Vorzugsdividende. Erste Arbei- Nach der ursprünglichen Konzessionsurkunde
ten an einem Kanal zur Durchschneidung des Ist- stand der ägyptischen Regierung ein Anteil von 15
mus von Suez werden den Pharaonen Sethos I. % des Reingewinns des Kanals zu. Angesichts der
und Ramses II. (um 1400 vor Christi) zugeschrie- chronisch knappen Kassen wurden zwecks Kapita-
ben. Im 18. Jhd. kam erstmals die Idee eines lisierung dieses Gewinnanteils schon ab 1882
Kanals vom Mittelmeer zum Roten Meer auf. 1856 Unterbeteiligungs-Zertifikate begeben. Außerge-
erhielt Ferdinand de Lesseps vom ägyptischen wöhnlich schöne Gestaltung mit Säulen, Sphingen
Vizekönig Said Pascha die Konzession, 1858 und Kanalansicht, in der Platte von den Künstlern
wurde die Suez-Kanalgesellschaft gegründet Gustave Fraipont und A. Renard signiert. Die bei-
(deren Dauer bis 2050 vorgesehen war). 1859 den Maler und Graphiker schufen eine Reihe von
erfolgte bei Port Said der erste Spatenstich, 1869 künstlerisch besonders wertvollen Wertpapieren.
Nr. 2 wurde der 161 km lange Kanal mit einer glänzen- Maße: 26,2 x 33 cm. Rückseitig Auszug aus den Sta-
den Feier eingeweiht. Die Verstaatlichung der tuten. Mit anhängenden Kupons. Extrem selten!
Suez-Kanalgesellschaft am 26.7.1956 durch den
Nr. 2 Schätzpreis: 160,00 EUR ägyptischen Präsidenten Nasser löste Ende Okto-
Startpreis: 80,00 EUR ber des gleichen Jahres den Suez-Krieg mit Eng-
Cairo Electric Railways land, Frankreich und Israel aus - ein unnötiger
& Heliopolis Oases Company Konflikt, wenn man bedenkt, daß die Konzession
im Jahr 1968 ohnehin auch regulär abgelaufen
Action de Dividende, Specimen wäre. Hochdekorativ mit Darstellung des Kanals,
Kairo, 15.3.1906 EF umgeben von Pyramiden, Zierumrandung mit
Nullgeziffertes Specimen von Founders Share. altägyptischen Motiven. Aktientext vorderseitig
Gründung 1905 durch Edouard Empain für den französisch, rückseitig arabisch/deutsch/eng-
Bau von zwei Straßenbahnlinien in Kairo und lisch/italienisch. Originalsignaturen. Maße: 23 x
einer Eisenbahn von Kairo nach Heliopolis. Der 30 cm. Mit anhängenden restlichen Kupons (Nr.
große belgische Industrielle und Finanzier Empain 162-221). Rarität.
(1852-1929), seit 1907 Baron, baute westlich von
Kairo eine ganze Stadt, Heliopolis, heute mit Kairo
zusammen gewachsen. Seine Heliopolis sollte, wie
die antike Stadt Heliopolis des Sonnengottes
Atum, zum Zentrum einer weltweiten geistigen Nr. 5 (Ausschnitt)
Erneuerung werden. 1905 begann Baron Empain
Grundstücke für seine Traumstadt zu kaufen. 1907 Nr. 5 Schätzpreis: 35,00 EUR
gründete er eine AG, die seine Baupläne realisie- Startpreis: 5,00 EUR
ren sollte. Bereits 1909 waren die ersten Strassen-
züge mit bewohnbaren Häusern entstanden. 1923
Egyptian General Omnibus Company
zählte die Sonnenstadt Heliopolis des Baron S.A. Égyptienne
Empain bereits 17.000 Einwohner. Tolle Vignette Part de Fondateur, Nr. 503
mit Ansicht von Heliopolis und den Pyramiden. Kairo, 8.6.1933 EF
Zweisprachig französisch/ englisch, rückseitig Die 1906 als „Société des Automobiles et des
Statuten. Gedruckte Empain-Unterschrift. Maße: Omnibus de Caire“ gegründete Firma wurde 1933
24,5 x 39 cm. Mit anh. Kupons. Rarität aus dem übernommen von Muhammad Ahmad Abbud
aufgelösten Bradbury, Wilkinson & Co.-Archiv! Pasha (1899-1963), einem der reichsten Männer
der Welt, Inhaber der bedeutenden Banque Misr,
For questions please email me at Direktor der Suez Canal Co. Faksimilesignatur von
Muhammad Ahmad Abbud Pasha als Präsident.
gutowski@gmx.com Rückseitig Statuten. Mit anhängenden Kupons.
Nr. 4

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Auktionshaus Gutowski • 50. Auktion Historischer Wertpapiere am 16. Juli 2012

Nr. 8 Schätzpreis: 450,00 EUR


Startpreis: 300,00 EUR Äthiopien
Industrial Building Company of Egypt
Action 4 £, Nr. 1072
Alexandria, 1.1.1912 EF/VF
Gegründet mit dem Erlaß des Khediven vom
3.7.1908. Herrlich illustriertes Jugendstilpapier
mit sehr frivoler Darstellung der weiblichen Alle-
gorie der Industrie, links eine blühende Pflanze
mit arbeitsamen Bienen. Farblithographie. Mit
komplett anh. Kupons. Erotik auf Aktien!
Nr. 6
Nr. 6 Schätzpreis: 350,00 EUR
Startpreis: 175,00 EUR
Egyptian Government
7 % Bond 20 £ = 500 F, Nr. 544777
Alexandria, 11.7.1868 VF
Text französisch/englisch. Maße: 30,5 x 51 cm.
Nicht entwertet und mit anhängenden restlichen
Kupons. Rarität aus einer uralten Sammlung.

Nr. 11
Nr. 9

Nr. 9 Schätzpreis: 120,00 EUR Nr. 11 Schätzpreis: 125,00 EUR


Startpreis: 40,00 EUR Startpreis: 60,00 EUR
Rosetta & Alexandria Rice Mills Co. Cie. Impériale des Chemins de Fer
S.A.Eg. Éthiopiens S.A.
Action 5 x 4 £ Eg., Nr. 1881-1885 3 % Bon de Délégation 1. Serie 160 F, Nr.
Alexandria, 3.2.1938 EF 65423
Die 1905 gegründete Ges. betrieb Reismühlen in
Paris, 1.4.1910 VF+
Alexandria und Rosette, den beiden Hafenstädten Geistiger Vater der Bahn und ihr Erbauer war der
im Nildelta. Großformatiges Papier (ca. 29 x 39 Schweizer Ingenieur Alfred Ilg, der als Minister in
cm), sehr dekorativ gestaltet. Jugendstilumran- den Diensten des äthiopischen Kaisers Menelik II.
dung mit zwei Vignetten: oben Sphinx und drei stand. Er überzeugte den Kaiser von der Notwen-
Pyramiden, unten Werksansicht, im Vordergrund digkeit, das Land durch den Bahnbau zu
Dreimast-Segler und kleine Fischerboote auf dem erschließen. Der Kaiser erteilte seine Genehmi-
Nil. Originalsignaturen. Rückseitig Auszug aus den gung im Jahr 1894. Die Bahn von der Hafenstadt
Statuten. Mit anh. restlichen Kupons. Djibouti am Golf von Aden über Dire Dawa, Mieso
und Awash nach Nasret unweit des Weißen Nil
Nr. 7 und weiter nach Addis Abeba hatte eine Gesamt-
länge von 783 km. Sie stieg dabei von der Küste
bis auf 2.424 m Höhe über NN an. Das Gesell-
Nr. 7 Schätzpreis: 250,00 EUR
schaftskapital wurde schließlich in Frankreich
Startpreis: 100,00 EUR beschafft, nachdem die Franzosen zum Schluss
Express Nile Steamers Company des abessinischen Krieges mit Italien strategi-
10 Parts de Fondateur, Nr. 10471-80 sches Interesse zeigten. 1917, ein Jahr nach dem
Kairo, 20.4.1906 EF/VF Tode Ilgs, wurde dann die Strecke vollendet. Deko-
rative Säulenumrandung. Druck in dunkelgrün,
Gründungsemission, Auflage 1.000. Die Gründung
rückseitig Extrait du Concordat + Tilgungsplan.
der Nil-Express-Dampfschifffahrts-Gesellschaft
Maße: 35,5 x 25 cm. Mit drei restlichen Kupons.
wurde am 7.4.1906 vom ‘Abbas II. Hilmi, dem Khe-
diven von Ägypten, genehmigt. Der Kreis der
Gründer war international besetzt: Otto Sterzing
aus Deutschland, Georges Pangalo aus Griechen-
land, Oscar Emsheimer aus USA, Henri H. de Vries
aus Holland, Henri Boutigny aus Grossbritannien,
Gustave Lantié aus Frankreich und Paul Vereecken
aus Belgien. Herrliche Vignette mit Abbildung
eines typischen Touristen-Nildampfers. Die mehr-
stöckigen Dampfer waren speziell für den Einsatz
in den stellenweise sehr flachen Nilgewässern Nr. 10
konstruiert. Maße: 35,5 x 25,2 cm. Rückseitig Aus-
zug aus den Statuten. Mit komplett anhängendem Nr. 10 Schätzpreis: 150,00 EUR
Kuponbogen. Startpreis: 40,00 EUR
Nr. 12 (Ausschnitt)
Soc. Gle. de Pressage & de Dépôts
S.A.Eg. Nr. 12 Schätzpreis: 45,00 EUR
Startpreis: 25,00 EUR
Action 2 £ Egypt., Nr. 299521
Alexandria, 1.5.1957 EF/VF S.A. Belge pour le Développement
1889 gegründete Handelsgesellschaft. Großforma-
de l’Industrie & du Commerce dans
tiges Papier (ca. 38,3 x 38,3 cm), hochdekorativ les Provinces Équatoriales d’Abyssinie
illustriert mit Szenen aus den Bereichen Handel, (Empire d’Èthiopie)
Schifffahrt, Industrie und Eisenbahn. Zweispra- Action ordinaire o.N., Nr. 17246
chig französisch/arabisch. MIt anh. restlichen Brüssel, 24.5.1898 VF+
Kupons. Entwertungsstempel. Äußerst selten
angeboten, sehr niedrig limitiert! Die Gesellschaft befasste sich mit der Entwicklung
der Industrie und des Handels in der Provinz
Abessinien (früherer Name für Äthiopien). Groß-
formatiges Papier. Zwei tolle Vignetten, u.a.
Kamelreiter, großes Löwenwappen im Unter-
Kataloggebühr 10,00 EUR druck. Mit kpl. anhängendem Kuponbogen.
Nr. 8

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Auktionshaus Gutowski • 50. Auktion Historischer Wertpapiere am 16. Juli 2012

Nr. 15 Schätzpreis: 85,00 EUR


Argentinien Startpreis: 40,00 EUR
Compania de Seguros LA REPUBLICA
Accion 5 x 100 Pesos, Nr. 134
Buenos Aires, 15.6.1903 VF+
Gründeraktie (Auflage nur ca. 200Die 1903 gegrün-
dete Gesellschaft betrieb die Feuer-, Fluß-, See-,
Unfall- und Lebens-Versicherung. Eindrucksvolle
Vignette mit der fackeltragenden Republica, im
Hintergrund eine brennende Stadt und ein sinken-
des Schiff. Originalunterschriften. Maße: 29,8 x
32,6 cm. Nur 8 Stücke wurden 2004 gefunden.

Nr. 13
Nr. 17
Nr. 13 Schätzpreis: 100,00 EUR
Startpreis: 40,00 EUR
Anglo-South American Bank Ltd.
20 shares à 10 £, Nr. 14791
London, 20.11.1918 VF+
Gegründet 1900 unter der Firma Bank of Tarapacá
and Argentina nach Übernahme der Anglo-Argen-
tine Bank durch die Bank of Tarapacá, London,
1907 umbenannt in Anglo-South American Bank.
Filiale u.a. in Hamburg. Die überaus bedeutende
Bank - sie wird beschrieben, als der einzige wich-
tige Gegenspieler der argentinischen National-
Nr. 16
bank - bestand bis 1936. Ihre Geschäfte übernahm
ihr Hauptrivale, die Bank of London & South Ame- Nr. 16 Schätzpreis: 250,00 EUR
rica. Maße: 22,6 x 32 cm. Dekorative Zierleiste Startpreis: 125,00 EUR
links. Originalsignaturen.
Ehlert Nash Motors S.A. de Automoviles
Accion Serie B 100 Pesos, Nr. 2279
Buenos Aires, 1.7.1930 VF+
Charles W. Nash hatte eigentlich schon alles im Nr. 18
Leben erreicht: 1912 wurde er Präsident von Nr. 18 Schätzpreis: 80,00 EUR
General Motors. Doch noch größerer Ehrgeiz
Startpreis: 40,00 EUR
packte ihn, und so verließ er GM, kaufte 1916 die
Jeffery-Werke und brachte 1917 den ersten Wagen La Vascongada S.A. Productos
unter seinem eigenen Namen “Nash” heraus. de Lecheria
1922/24 übernahm er die Wettbewerber LaFayette Accion preferida 100 Pesos, Nr. 238
und Mitchell, 1923 wurde Ehlert-Nash in Argenti-
nien gegründet. Ein Produktionsrekord jagte den
Buenos Aires, 31.3.1909 VF+
anderen, 1934 lief der millionste Nash vom Band. Gründeraktie Serie B, Auflage 2.500. Sehr schöne
1954 übernahm Nash die Hudson Motor Co. und Vignette mit Mädchen auf Melkschemel beim Mel-
wurde American Motors. Doch das Ende nahte: ken einer Kuh auf der Weide. Maße: 30 x 31 cm.
1957, die Jahresproduktion war auf unter 10.000 Nur 9 Stücke wurden 2004 gefunden.
Nr. 14
Autos gefallen, war Schluß. Sehr großformatiger
Nr. 14 Schätzpreis: 75,00 EUR mehrfarbiger Druck mit riesigem Nash-Firmenzei-
Startpreis: 30,00 EUR chen im Unterdruck. Maße: 37,8 x 28,2 cm. Mit
Cia. Tramways Eléctricos Buenos Aires anhängenden restlichen Kupons. Nur 3 Stücke
wurden 2003 gefunden!
Accion 10 x 100 Pesos, Nr. 63
Buenos Aires, 18.3.1909 EF Nr. 17 Schätzpreis: 300,00 EUR
Großformatiges Papier mit schöner Abb.einer Startpreis: 150,00 EUR
alten Straßenbahn. Originalsignaturen.
Ferro-Carril primer Entre-Riano
de Gualeguay
Accion 50 Pesos Fuertes, Nr. 130
Gualeguay, 31.10.1865 EF/VF
Gründeraktie. Ein deutscher Ingenieur baute im Nr. 19
Auftrag der Ferro-Carril primer Entre-Riano de
Gualeguay eine Eisenbahnverbindung zwischen Nr. 19 Schätzpreis: 120,00 EUR
Gualeguay und Puerto Ruiz in der Provinz Entre Startpreis: 60,00 EUR
Rios, Streckenlänge 10 km. Die Lokomotiven wur-
den von Krauß in München bezogen, wobei die
Province of Entre Rios
Spurweite versehentlich nicht angegeben wurde. Deposit Receipt for 6 % Bond à 100 £,
Geliefert wurden Loks für die in Deutschland übli- Specimen
che Spurweite, die sich dann in der ganzen Pro- London, Oktober 1899 EF+
vinz durchgesetzt hat. Bahnbetrieb ab 1866. 1878 Ausgegeben zwecks Umtausch der 6 % Anleihe
wurden die Bahn an den Staat verkauft. Hochde- der Provinz Entre Rios von 1891 in eine 4 % Natio-
koratives Papier, illsutriert mit Uralteisenbahn, nale Anleihe von Argentina nach einem Schulden-
Hermes und Poseidon, als Federlithographie aus- schnitt auf 3/4 des Ausgabewertes. Rückseitig
geführt. Originalsignaturen. Äußerst seltenes Bedingungen. Einzelstück aus dem Bradbury, Wil-
Nr. 15 Stück aus der Auflösung einer alten Sammlung! kinson & Co.-Archiv.

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Auktionshaus Gutowski • 50. Auktion Historischer Wertpapiere am 16. Juli 2012

Plata zwischen dem Puerto Madero und dem Nr. 24 Schätzpreis: 600,00 EUR
Puerto Maldonado mit Hippodrom. Die Gegend Startpreis: 300,00 EUR
wird heute vom vielgerühmten “Edificio Malecón”
beherrscht, einem futuristischen 11-stöckigen
Peel River Land & Mineral Company
Bürogebäude. Großes Hochformat, Umrahmung (3 Stücke)
im Historismus-Stil mit Merkur-Vignette. Rücksei- Share 5 £, Nr. 103990-92
tig detaillierte Ansicht des neuen Stadtteils aus 16.2.1857 EF
der Vogelperspektive mit dem Plaza Pentagonal Drei zusammenhängende Aktien, nicht zer-
im Mitelpunkt. Maße: 37 x 26,7 cm. Nur 7 Stücke schnitten! 1856 gegründete Tochtergesellschaft
wurden bereits vor Jahren gefunden. der „Australian Agricultural Co.“ („AAC“), auf die
sie ihre Ländereien in New South Wales und die
Kohlebergwerke in New Castle übertrug. Die 1824
gegründete „AAC“ war eine der ersten, bedeu-
tendsten, erfolgreichsten und langlebigsten
Gesellschaften der australischen Wirtschaftsge-
schichte! Das von der Krone verbürgte Landbesitz
der Ges. hatte insgesamt eine Fläche von einer
Million acres. 1852 wurde auf den Ländereien der
Ges. entlang vom Peel River südlich von Tam-
Nr. 20 worth (Goonoo Goonoo) Gold gefunden, was zur
Gründung der „Peel River Land & Mineral Co.“
Nr. 20 Schätzpreis: 65,00 EUR
und des Übertrages der Landrechte auf diese neue
Startpreis: 35,00 EUR Ges. führte. Ab 1932 wurden die beiden Ges.
Renault Argentina S.A. „AAC“ und die „Peel River Land & Mineral Co.“
Accion 10.000 x 10 Pesos, Nr. 527515 gemeinschaftlich von dem Standort Goonoo Goo-
Buenos Aires, 30.4.1982 EF noo aus verwaltet. 1959 wurde die „Peel River
Land & Mineral Co.“ gänzlich auf die „AAC“ ver-
Die argentinische Renault-Tochter wurde 1955
schmolzen. Mit schönem Prägesiegel. Extrem
gegründet. Maße: 25 x 17,8 cm. Mit anh. Kupons.
seltene Wertpapiere zur britisch-australischen
Nicht entwertet! Nur 8 Stücke wurden bereits vor
Nr. 22 Kolonialgeschichte.
Jahren gefunden.

Belgien

Nr. 21

Nr. 21 Schätzpreis: 300,00 EUR


Startpreis: 125,00 EUR
S.A. Bodegas y Vinedos Domingo Tomba
Accion 50 x 100 Goldpesos, Nr. 4551-4600 Nr. 23
Rosario, 8.4.1911 VF
Gründeraktie, Auflage nur 120 Stück. Die argenti-
nische Kellerei konnte sich rühmen, sogar im
“Mutterland des Weinbaus” (in Italien) auf Aus-
Australien
stellungen laufend Goldmedaillen gewonnen zu
haben. Großformatig, herrliche mehrfarbige
Gestaltung mit Abb. von Weingütern und Kellerei-
en. Maße: 32 x 43 cm. Äußerst selten.

Nr. 22 Schätzpreis: 100,00 EUR


Startpreis: 35,00 EUR
S.A. Diamantino (Matto Grosso)
Dredging Company Nr. 25
Sammelaktie 100 x 5 Pesos Oro, Nr. 395 Nr. 25 Schätzpreis: 500,00 EUR
Buenos Aires, 21.4.1909 EF Startpreis: 200,00 EUR
Gegründet 1908. Mato Grosso (portugiesisch = Cie. Gén. d’Éditions Lyon-Claesen S.A.
“dichter Wald”) wurde seit Ende des 17. Jh. von
Goldsuchern aus Sao Paulo erschlossen und war
Action Privilégiée 100 Frs., Nr. 315
wegen der großen Gold- und Diamantenfunde im Brüssel, Mai 1899 EF/VF
Urucúm-Gebirge südlich von Corumbá seit 1748 Gründeraktie, Auflage 10.000. Die Verlagsanstalt
eine eigenständige portugiesische Kolonie. 1822 wurde 1899 mit Sitz in Brüssel von Herrn Lyon-Cla-
kam es als Provinz zu Brasilien. Die 500 Pesos- esen gegründet. Eine 50%-ige Beteiligung an dem
Stückelung ist äußerst selten. Unternehmen übernahm die Verlagsgesellschaft
“Soc. d’Etudes et d’Editions Geographiques Elisee
Nr. 23 Schätzpreis: 85,00 EUR Reclus”. Im Gegenzug erhielt Editions Lyon-Clae-
Startpreis: 40,00 EUR sen das alleinige Recht zur Veröffentlichung der
bisher von der Soc. d’Etudes et d’Editions Geo-
S.A. Malecon y Puerto Norte graphiques Elisee Reclus herausgegebenen karto-
de Buenos Aires graphischen Werke. Darüber hinaus wurden
Accion 100 Pesos, Nr. 739 Bücher verlegt und eine Kunstdruckerei für die
Reproduktion von Graphiken und Zeichnungen
Buenos Aires, 15.7.1889 EF/VF betrieben. Herausragende Jugendstil-Gestaltung
Gründeraktie, Auflage 5.000. Entwicklungsgesell- von dem damals 26-jährigen Pariser Illustrator
schaft für einen neuen Stadtteil direkt am Rio de la Nr. 24 (3 Stücke) Edmond André Rocher (in der Platte signiert). Sie

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Auktionshaus Gutowski • 50. Auktion Historischer Wertpapiere am 16. Juli 2012

gilt als die schönste zur Zeit bekannte Verlagsak- männlicher Allegorie und kleiner Engelsfigur. In
tie. Mit Originalunterschrift Claesen. Drei ganz den rückseitigen Statuten tauchen überwiegend
kleine Randeinrisse unnötigerweise hinterklebt, jüdische Namen auf, was nicht verwundert, da bis
sonst sehr guter Erhaltungszustand. Mit komplett vor einigen Jahren, der Antwerpener Diamanten-
anh. Kupons. Die gleich aussehende “Action Ordi- handel von jüdischen Händlern abgewickelt
naire” ist öfter angeboten, diese “Action Privilé- wurde. Eingerissen Knickfaltem mit Archivfilm
giée” dagegen eine absolute Rarität: Seit Jahren hinterklebt. Mit anhängenden restlichen Kupons.
sind nur 4-5 Stücke bekannt.

Nr. 30
Nr. 30 Schätzpreis: 125,00 EUR
Startpreis: 75,00 EUR
S.A. pour la Peche et l’Importation
des Eponges
Nr. 26 Nr. 28 Action Priv. 100 Frs., Nr. 116
Brüssel, von 1922 EF
Nr. 26 Schätzpreis: 150,00 EUR Nr. 28 Schätzpreis: 180,00 EUR Gründeraktie, Auflage 2.500. Fischerei und
Startpreis: 40,00 EUR Startpreis: 90,00 EUR Schwamm-Import. Die Ges. übernahm sämtliche
Fabrication de Vélocipèdes & Pècheries Blankenbergeoises Aktivitäten der “Chiapas, Cie. commerciale d’Ou-
Automobiles S.A. à Moteur AURORA S.A. tremer”, namentlich den Firmensitz in Brüssel, die
Agenturen in England, Irland und Deutschland
Action 100 Frs., Nr. 66 Action 250 Frs., Nr. 7200 sowie Verkaufsbüros in Sfax (Tunesien) und Nas-
Antwerpen, 26.2.1897 VF Brügge, 8.8.1924 EF sau (Bahamas). Maße: 37,9 x 25,5 cm. Originalsig-
Gründeraktie, Auflage 5000. Belgischer Hersteller Auflage 8.000. Gegründet am 25.1.1924, am naturen, rückseitig Statuten, anhängende Kupons.
von Automobilen, der Fahrzeuge unter verschie- 8.8.1924 reorganisiert. Die Fischfangflotte, behei-
denen Markennamen angeboten hatte, gegründet matet in dem bekannten Seebad Blankenberge in
1896. Unter dem Markennamen Pittevil wurde ein Westflandern, bestand aus den Dampfschiffen
Automobil mit Zweizylindermotor von Aster ange- “Carpe Diem”, “Zeebonk”, “Neptune”, “Antinèa”,
fertigt. 1899 umbenannt in Metaalwerken van Ant- “Speranza” und “Remember”. Sehr dekorative
werpen und Automobilproduktion unter eigenem Aktiengestaltung mit Unterdruckabbildung eines
Namen. 1900 endete die Produktion, kurz danach der gesellschaftseigenen Dampfschiffe. Maße: 35 x
erfolgte die Umbenennung der Firma in Ateliers 25,3 cm. Rückseitig Statuten. Mit anh. Kupons.
du Canal, 1907 liquidiert. Abbildung eines beflü-
gelten Fahrrades im Unterdruck. Zwei Originalsig-
naturen. Vorderseitig Auszug aus den Statuten,
wonach der Herr A. Pittevil für seine Dienste und
Maschinen mit 1750 Aktien der Firma belohnt wird.
Mit anh. Kupons. Rechter Rand unten leicht ver-
letzt. Sehr frühes und äußerst seltenes Automobil-
papier aus alter Sammlung, günstig angeboten!
Nr. 31

Nr. 31 Schätzpreis: 75,00 EUR


Startpreis: 15,00 EUR
Soc. pour l’Explotation des
Perfectionnements à l’Automobile
“S.E.P.A.”
Action 100 Frs., Nr. 13503
Haren (Brüssel), 1.3.1935 EF/VF
Automobilproduzent, gegründet 1932, 1937 umbe-
nannt in Usines Belga-Rise S.A. mit Sitz in Haren.
Belga-Rise war ein Luxus-Automobil mit Sechszy-
Nr. 29 lindern. Es gab auch ein Modell mit Achtzylinder-
motor mit 4080 cm3 Hubraum. Rückseitig Statu-
Nr. 29 Schätzpreis: 175,00 EUR ten, anhängende Kupons. Günstig angeboten!
Startpreis: 80,00 EUR
S.A. du Charbonnage de Longterne-
Ferrand Bolivien
Nr. 27 Action Privilégiée 500 Frs., Nr. 1532
Élouges, 1.7.1863 VF Nr. 32 Schätzpreis: 200,00 EUR
Nr. 27 Schätzpreis: 75,00 EUR Auflage 5.000. Konstituiert 1856, autorisiert durch Startpreis: 75,00 EUR
Startpreis: 25,00 EUR königliches Dekret von 1863. Bergbau im Arron- Cie. Aramayo de Mines en Bolivie
Internationale Diamant Handelaars dissement de Mons. Originalsignaturen. Mit
(Aramayo Mines in Bolivia Co.)
Vereeniging „Fortunia“ N.V. anhängenden restlichen Kupons.
50 Shares à 25 SFr., Specimen
Aandeel 100 Frs., Nr. 9774
Rufen Sie mich an, wenn Sie Fragen haben. Genf, August 1916 EF
Antwerpen, 20.4.1910 VF
Ich bin immer für Sie da! Gegründet 1916 in Genf, Schweiz von Carlos Vic-
Auflage 15.000. Gründung 1910 zum Handel mit tor Aramayo, einem der bedeutendsten Bergbau-
Diamanten und Edelsteinen. Schöner Druck mit Telefon: 0 53 31 / 97 55 24

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Auktionshaus Gutowski • 50. Auktion Historischer Wertpapiere am 16. Juli 2012

unternehmer der ersten Hälfte des 20. Jh. und Konzession zum Betrieb des Hafens von Rio de Nullgeziffertes Specimen. Apolice da divida publi-
neben Simon I. Patiño und Moritz Hochschild Janeiro. Sehr dekorativ, große Abb. mit Fracht- ca (Schatzanweisung). Großformatiges Papier,
einer der drei südamerikanischen Zinn-Barone. dampfern und Verladekränen am Kai. dekorativ gestaltet, Vignette mit Denkmal, dahin-
Die Aramayos waren Nachfahren der Silberkönige ter Regierungssitz, Provinzial- und Staatswappen.
gleichen Namens. Die Aramayo Mines in Bolivia Rarität aus einer uralten Sammlung.
Co. besteht noch heute als Holding. Zweisprachig
englisch/französisch. Maße: 24 x 39,2 cm. Mit
anhängenden Kupons. Rarität aus dem aufgelö-
sten Archiv von Bradbury, Wilkinson & Co.

Nr. 37
Nr. 35

Nr. 35 Schätzpreis: 300,00 EUR


Nr. 32 Startpreis: 150,00 EUR
Cia. Fidelidade do Rio de Janeiro -
Soc. Bancaria e de Seguros
Acção 500$000 Reis, Nr. 3391
Rio de Janeiro, 31.12.1888 EF/VF
Gründung der bedeutenden Versicherungsgesell-
schaft 1858. Sie betrieb hauptsächlich Transport-
versicherung (Land und See), konzessioniert für
Bankgeschäfte. Großformatiges Papier (ca. 26,5 x
36 cm), sehr dekorativ lithographierte Vignette
mit Ansicht eines treuen Hundes, dahinter damp-
fende Eisenbahn und Segelschiff. Mehrere Ori-
ginalsignaturen, u.a. von Baron Rodolpho de Vas-
concellos als Sekretär, der allerdings 1886-1900 lei-
tender Direktor der Versicherungsgesellschaft
war. Einzelstück aus einer 20 Jahre alten Samm-
lung!
Nr. 38

Nr. 38 Schätzpreis: 240,00 EUR


Startpreis: 120,00 EUR
Estado de Minas-Gerais
7 % Anteilschein 200.000 Reis, Specimen
Nr. 33 20.9.1930 VF
Nullgeziffertes Specimen. Apolice da divida publi-
Nr. 33 Schätzpreis: 250,00 EUR ca (Schatzanweisung). Großformatiges Papier,
Startpreis: 180,00 EUR dekorativ gestaltet, Vignette mit Denkmal, dahin-
Republic of Bolivia ter Regierungssitz, Provinzial- und Staatswappen.
Etwas wurmstichig, kleine Randeinrisse hinter-
7 % Bond 1.000 $, Specimen klebt (alt). Rarität aus einer uralten Sammlung.
1.9.1928 EF/VF
Laufzeit bis 1969. Blau/schwarzer Stahlstich,
große Vignette mit bolivianischem Prunkwappen,
flankiert von zwei allegorischen Figuren.

Brasilien
Nr. 36
Nr. 36 Schätzpreis: 300,00 EUR
Startpreis: 150,00 EUR
Estado de Minas-Gerais
7 % Anteilschein 500.000 Reis, Specimen
1.9.1930 VF
Nullgeziffertes Specimen einer Schatzanweisung
(Apolice da divida publica). Der Bundesstaat
Minas Gerais ist heute der wichtigste Bergbau-
staat Brasiliens mit reichen Bodenschätzen. Abge-
baut werden u.a. Eisen- und Manganerze, Graphit,
sowie Gold (Ouro Preto) und Diamanten. Bis 1897
Nr. 34 war Ouro Preto Hauptstadt. Großformatiges
Papier, dekorativ gestaltet, Vignette mit Denkmal, Nr. 39
Nr. 34 Schätzpreis: 75,00 EUR
dahinter Regierungssitz, Provinzial- und Staats-
Startpreis: 40,00 EUR wappen. Rarität aus einer uralten Sammlung. Nr. 39 Schätzpreis: 500,00 EUR
Cia. Brasileira de Exploracao Startpreis: 250,00 EUR
de Portos S.A. Nr. 37 Schätzpreis: 300,00 EUR Gouvernement des Etats Unis du Bresil
8 % Obligation 200$000 Reis, Nr. 5107 Startpreis: 150,00 EUR 4 % Obligation 500 F, Specimen
Rio de Janeiro, 26.9.1924 EF Estado de Minas-Gerais London, 5.3.1910 EF
Auflage 25.000. Kurz nach ihrer Gründung 1923 7% Anteilschein 1.000.000 Reis, Specimen Nullgeziffertes Specimen. Anleihe über 100 Mio.
erhielt die Ges. von der Regierung auf 20 Jahre die 20.9.1930 VF Frs. für den Bau eines staatlichen Eisenbahnsy-

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stems Unterzeichnet von Jose Antonio de Azeve-


do Castro als Delegierter für die brasilianische
Regierung. Ein übergroßes Format mit zwei Stahl-
Bulgarien
stichen von Bradbury, Wilkinson & Co. mit zwei
Eisenbahnen auf Brücken. Zweisprachig. Aus dem
Bradbury, Wilkinson & Co.-Archiv. Mit anhängen-
den Kupons. Rarität.

Nr. 42

Nr. 42 Schätzpreis: 100,00 EUR


Nr. 40 Startpreis: 20,00 EUR
Nr. 44
Nr. 40 Schätzpreis: 200,00 EUR Banque par Action Napredak
Startpreis: 90,00 EUR Action 100 Gold Lewa, Nr. 74976
Government of the United States Plewen, von 1918 EF/VF
of Brazil Gründung bereits 1876. Plewen, die siebtgrößte
Stadt Bulgariens, liegt im Norden des Landes
Scrip for 100 £ 4 % Lloyd Brasileiro-Bond, inmitten eines landwirtschaftlich und industriell
Specimen genutzten Gebietes. Wunderschöne Jugendstil-
London, 19.5.1910 EF Gestaltung mit Abb. des Bankgebäudes und zwei
Teilzahlungszertifikat für eine von dem Bankhaus schönen jungen Frauen, Lorbeer-Kränze haltend.
N.M. Rothschild & Sons im Auftrag der Regierung Großformatiges Papier (35 x 26,5 cm). Mit anh.
von Brasilien zugunsten der Reederei Llyod Brasi- restlichen Kupons.
leiro aufgelegten Anleihe von insgesamt 1 Mio. £
Sterling. Rarität aus dem aufgelösten Bradbury,
Wilkinson & Co.-Archiv.

Nr. 45
Nr. 45 Schätzpreis: 100,00 EUR
Startpreis: 40,00 EUR
Soc. Balkanique Commerciale
et Industrielle S.A.
Action 100 Lewa, Nr. 2224
Nr. 43
Sofia, 1./14.9.1911 EF
Die Aktivitäten dieser 1911 gegründeten Gesell-
Nr. 43 Schätzpreis: 80,00 EUR schaft erstreckten sich über verschiedene Berei-
Startpreis: 30,00 EUR che der bulgarischen Wirtschaft. Wichtigste Indu-
striezweige sind heute Maschinenbau und Metall-
Bulgarische Mazedonische Bank AG verarbeitung, Elektronik und Elektrotechnik, Che-
Aktie 100 Lewa, Nr. 83952 mie sowie Textilindustrie. Zweisprachig. Hochde-
Sofia, 20.5.1916 EF korative, großformatige Gestaltung mit Vignetten,
Nr. 41 Großformatiges Papier, gedruckt bei Gente, Ham- die den Beginn der Industrialisierung zeigen, riesi-
burg. Mit anhängenden restlichen Kupons. ges bulgarisches Wappen im Unterdruck. Mit anh.
Nr. 41 Schätzpreis: 240,00 EUR Restkupons. Lochentwertet.
Startpreis: 100,00 EUR
Nr. 44 Schätzpreis: 240,00 EUR
San Paulo Match Factory Ltd. Startpreis: 90,00 EUR
6 % Debenture 50 £, Nr. 5 Einlieferungen von guten
Jüdische Kooperative auf Gegen-
London, 3.8.1906 EF/VF
seitigkeit “Narodnyj Trud” Einzelstücken und kompletten
Auflage 210. Gründung am 20.4.1906 zwecks
Übernhame einer brasilianischen Zündholzfabrik Anteilschein 100 Lewa, Nr. 5083 Sammlungen für die
durch englische Investoren. Grossformatiges Sofia, 26.5.1937 EF 51. Auktion am 19.11.2012
Papier, mehrfach original signiert. Rückseitig Sehr dekoratives Papier mit Abbildung von David-
Bedingungen. Maße: 47,6 x 29,7 cm. Nicht entwer- stern und Menora, Arbeiter, Mutter mit Kleinkind, nehme ich noch gerne bis zum
tet und mit anhängenden restlichen Kupons. Hermes, Eule auf Büchern usw. Text kyrillisch.
Äußerst selten. Einzelstück aus alter Sammlung.
30.8.2012 an!

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Bedeutung der Stadt bestand hier sogar ein deut-


Chile sches Konsulat. Wunderschöne Ansicht der Stadt
von einem der umliegenden Hügel aus mit einem
den Hafen ansteuernden Frachtdampfer und Rich-
tung Habana fahrendem Personenzug. Maße: 34,4
x 35 cm. Überdurchschnittlich gut erhaltenes
Stück. Genau 10 Exemplare wurden 2003 gefun-
den, die meisten davon stark lädiert.

Nr. 48

Nr. 51
Nr. 51 Schätzpreis: 125,00 EUR
Startpreis: 50,00 EUR
Nr. 46 Banco Territorial de Cuba S.A.
Action Bénéficiaire (Certificat Provisoir)
Nr. 46 Schätzpreis: 350,00 EUR à 100 Pesos Oro, Specimen
Startpreis: 200,00 EUR Havanna, 1.3.1911 EF
Republic of Chile Nullgeziffertes Specimen. 1910 mit ausländischem
7 % Gold Bond 1.000 $, Specimen Kapital gegründete bedeutende Geschäftsbank.
New York, 1.11.1922 EF/VF 1920-23 ereignete sich auf Kuba eine schwere Ban-
Nr. 49
Nullgeziffertes Specimen. Laufzeit bis 1.11.1942. kenkrise, in der 16 der 20 größeren Banken von
Hochwertige Stahlstichvignette mit Staatswap-
Nr. 49 Schätzpreis: 100,00 EUR der dazu eingesetzten Regierungskommission
pen, flankiert von zwei weiblichen Allegorien. Mit Startpreis: 45,00 EUR sofort in Liquidation geschickt wurden. Eine der
anh. Kupons. Rarität aus dem ABNC-Archiv! Cie. Française des Chemins de Fer nur drei Banken, die den Krach am Ende überleb-
de l’Indo-Chine & du Yunnan S.A. ten, war der Banco Territorial. Die Ende 1956
beginnende Revolution gegen den Diktator Batista
3 % Obligation 500 FF, Nr. 57589
bedeutete für den Banco Territorial dann aber
Paris, 5.11.1901 VF doch das Ende. Anschließend begann eine sich
Auflage 178.000. Finanzierung der Eisenbahn in über mehrere Jahrzehnte hinziehende Liquidation
Indochina und Yunnan (der südwestlichen Pro- vom mexikanischen Exil aus. Zweisprachig eng-
vinz Chinas). Maße: 22,5 x 36,2 cm. Sehr schöne
lisch/spanisch. Rarität aus dem aufgelösten
Gestaltung mit Drachen und Fabelwesen in der
ABNC-Archiv.
Umrandung.

Cuba

Nr. 47
Nr. 47 Schätzpreis: 180,00 EUR
Startpreis: 80,00 EUR
Soc. Salitrera Pampa Austral
100 Acciones à 15 Pesos, Nr. 390
Santiago, 31.1.1906 VF Nr. 52
Die 1906 gegründete Gesellschaft förderte Salpe-
ter in der Atacama, die als die trockenste Wüste Nr. 52 Schätzpreis: 200,00 EUR
der Erde gilt. Kleine Landschaftsvignette mit Startpreis: 90,00 EUR
Werksanlagen am Horizont. Bisher unbekanntes
Papier! Soc. des Port et Terrains de Matanzas
(Ile de Cuba) S.A.
Action 500 FF, Nr. 19538
China Paris, 15.6.1882 EF
Nr. 50 Die in Frankreich finanzierte Immobiliengesell-
Nr. 50 Schätzpreis: 300,00 EUR schaft betrieb den Hafen von Matanzas auf Kuba.
Nr. 48 Schätzpreis: 80,00 EUR Die 102 km östlich von Havanna gelegene Stadt
Startpreis: 40,00 EUR Startpreis: 150,00 EUR
war ein wichtiger Umschlagplatz für Sklaven,
Cie. Française des Chemins de Fer Banco de San Carlos Tabak, Kaffee und Zuckerrohr. Im 19. Jh. wurde
de l’Indo-Chine & du Yunnan Accion 500 Pesos, Nr. 1046 Matanzas zur Hauptstadt des Zuckers mit mehr
3 % Obligation 500 FF, Nr. 4310 Matanzas, 31.1.1859 VF als der Hälfte der Gesamtproduktion Kubas. Im
Paris, 1.10.1956 EF/VF Gründeraktie, Auflage 5.650. Matanzas an der Kuba des 19. Jh. entwickelte sich die Stadt auf-
Finanzierung der Eisenbahn in Indochina und kubanischen Nordküste war damals nach dem 84 grund der Exporte von Zucker in die USA mit
Yunnan (der südwestlichen Provinz Chinas). Aus- km westlicher gelegenen Habana die zweitwichtig- atemberaubender Geschwindigkeit. Diese Blüte
gegeben im Umtausch gegen die von der franz. ste Stadt der Insel. Sie liegt äußerst reizend, umge- hatte sie dem Hafen zu verdanken. Wunderschöne
Regierung garantierten Zertifikate der 3% Anleihe ben vom Hauptanbaugebiet für Zuckerrohr. Der graphische Gestaltung mit zwei großen Ansichten
von 1901. Maße: 21,1 x 21,5 cm. Mit anhängenden Hafen diente vor allem der Verschiffung bedeuten- der Bucht von Matanzas. Original signiert. Maße:
restlichen Kupons. Extrem selten. der Zuckerexporte nach Nordamerika. Wegen der 21,8 x 31,7 cm. Mit komplett anh. Kupons.

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1925 wurden 24 Zweigniederlassungen unterhal-


Deutschland ten. 1950 Neugründung als Westdeutsche Bank für
Landwirtschaft AG in Köln (der Zusatz “Westdeut-
sche” fällt 1958 wieder fort). Nach Fusionen mit
der Getreide-Kreditbank AG in Hamburg (1961)
und der Kreditbank für Gartenbau und Landwirt-
schaft KGaA (1963) dann 1970 Umfirmierung in
Handels- und Privatbank AG. 1981 steigt die
Amsterdam-Rotterdam Bank N.V. als Aktionär ein
und hält bald mehr als 99,5 % der Aktien, 1986
Umfirmierung in Amro Handelsbank AG, 1991 in
ABN-AMRO Bank. Prägesiegel lochentwertet.
Sonst nicht zu bekommen!

Nr. 53
Nr. 53 Schätzpreis: 100,00 EUR Nr. 55
Startpreis: 45,00 EUR Nr. 55 Schätzpreis: 150,00 EUR
United Railways of the Havana Startpreis: 60,00 EUR
and Regla Warehouses, Ltd. A. Frohmuth Holzwaren-
Ordinary stock 500 £, Nr. 1082 und Holzstoff-Fabrik AG
21.6.1906 VF+ Aktie 1.000 Mark, Nr. 4506
Gründung 1898 zur Übernahme der Eisenbahn, Mellenbach i. Thür., 15.12.1923 EF
der Lagerhäuser, der Ländereien und des Bankge- Gründeraktie, Auflage 10.000 (R 8). Gegründet zur
schäfts von der Bank of Commerce, United Rail- Weiterführung der Fabrik der Fa. Alfred Frohmuth.
ways of the Havana and Regla Warehouses Co. Nr. 57
Nach der Inflation kam die Firma in’s Straucheln:
Nachdem 1906 die Cárdenas and Júcaro Railway 1926 verschaffte ein Zwangsvergleich noch einmal
sowie die Matanzas Railway übernommen wurde kurz Luft, aber schon 1929 ließ sich der Konkurs
und die Gesellschaft ihre Interessen auch auf die doch nicht mehr vermeiden. Hübsche geometri-
Havana Central Railroad ausdehnte, kontrollierte sche, lila Umrandung. Maße: 21,5 x 33,5. Mit bei-
sie Bahnlinien von immerhin 681 Meilen Gesamt- liegendem kpl. Kuponbogen.
länge. Schöner rot/schwarzer Druck von Brad-
bury, Wilkinson & Co. Mit anh. restlichen Kupons.

Dänemark

Nr. 58

Nr. 58 Schätzpreis: 125,00 EUR


Startpreis: 40,00 EUR
Nr. 56 Accumulatoren-Fabrik AG
Aktie 1.000 RM, Nr. 49383
Nr. 56 Schätzpreis: 80,00 EUR Berlin, November 1941 EF
Startpreis: 35,00 EUR
Auflage 46.000 (R 8). Die Gründung erfolgte als
A.H.I-Bau oHG Accumulatoren-Fabrik Tudorschen Systems
Allgemeine Hoch- und Ingenieurbau-AG Büsche & Müller 1887. Ab 1890 AG. Anlage und
Aktie 1.000 DM, Nr. 2071 Betrieb von Fabriken zur Herstellung von Accu-
mulatoren, zunächst nach dem Tudor’schen
Düsseldorf, Mai 1961 EF+ System und den dazu gehörigen Nebenapparaten.
Auflage 1.550 (R 7). Gründung 1904 als “Allgemei- 1904 wird die AFA-Tochter VARTA (Vertrieb, Aufla-
ne Hochbau-GmbH”, seit 1921 AG. 1933 Umbenen- dung, Reparatur Transportabler Akkumulatoren)
nung in Allgemeine Hoch- und Tiefbau AG, 1935 in gegründet. 1923 wird Dr. Günther Quandt Auf-
Allgemeine Hoch- und Ingenieurbau-AG, ab 1953 sichtsratsvorsitzender der AFA, er und später
A.H.I.-BAU Allgemeine Hoch- und Ingenieurbau- seine Kinder bringen den internationalen Ausbau
AG. Am Ausbau der Häfen von Montevideo (Uru- des Unternehmens entscheidend voran.. Besitz
guay) und Rotterdam hatte die AHI schon vor der Gesellschaft: Werke in Hagen i.W., Berlin-Ober-
Beginn des 1. Weltkrieges großen Anteil. Nieder- schöneweide, Krautscheid i. Westerwald, Hir-
lassungen bestanden in Köln, Hamburg, schwang i. N.-Österreich sowie das Fabrikgrund-
Halle/Saale (1945 enteignet) und Den Haag, später stück der früheren Accumulatorenwerke Ober-
auch in Berlin, Mannheim und Wien (1945 unter spree AG in Oberschöneweide. 1947 Sitzverlegung
Sequester gestellt). 1951 wurde eine schwedische von Berlin nach Hagen. 1962 Änderung des Fir-
Lizenz für ein neuartiges Gleitschnellbauverfah- mennamens in Varta AG (der Automobil-Boom der
Nr. 54 ren für Silos, Bunker, Fernsehtürme und Hochhäu- 1960er machte Autobatterien von Varta populär),
ser erworben. In Düsseldorf und Berlin börsenno- 1965 Verlegung des Firmensitzes nach Frankfurt.
Nr. 54 Schätzpreis: 250,00 EUR
tiert. 1969 Abschluss eines Beherrschungsvertra- Noch heute einer der bedeutendsten Batterieher-
Startpreis: 125,00 EUR ges mit der Strabag Bau-AG, die inzwischen über steller der Welt. Faksimile-Unterschrift Quandt,
Königreich Dänemark 90 % der Aktien besaß. für die Deutsche Bank Faksimile Abs. Nicht ent-
3 % Obl. 500 Goldkronen = 700 Francs = wertet und mit beiliegenden restlichen Kupons.
27.14.6 £ stg. = 564 Mark, Nr. 7711 Nr. 57 Schätzpreis: 240,00 EUR
Kopenhagen, 1.12.1897 VF+ Startpreis: 160,00 EUR Nr. 59 Schätzpreis: 150,00 EUR
Auflage 130.000. In Kopenhagen, Paris, Genf, Brüs- ABN-Amro Holding (Deutschland) AG Startpreis: 75,00 EUR
sel, London sowie Berlin und Hamburg (dort Aktie 100 DM, Nr. 2603 Actien-Bierbrauerei in Essen a. d. Ruhr
durch die Deutsche Bank) aufgelegte Anleihe von Köln, Januar 1992 EF+ Aktie 1.000 Mark, Nr. 1148
72 Mio. Goldkronen. Dekorativ, mit dänischem (R 9) Gründung 1908 als Kaliwerke Ummendorf- Essen, Juli 1922 EF
Prunkwappen, viersprachig dänisch/franzö- Eilsleben AG, 1923 komplette Umstrukturierung
sisch/englisch/deutsch. Maße: 46 x 29,5 cm. Mit Auflage 2.500. Gründung 1872. Übernommen wur-
und Umfirmierung in “Bank für Landwirtschaft den später die Phönix-Brauerei GmbH in Essen
restlichem Kuponbogen. Nicht entwertet! AG”. 1924 Übernahme der Potsdamer Creditbank. (1931), die Kronen-Brauerei AG in Essen-Borbeck

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Auktionshaus Gutowski • 50. Auktion Historischer Wertpapiere am 16. Juli 2012

(1932), die Dortmunder Stifts-Brauerei Carl Funke on zum Bau einer Gasfabrik. In diesen Vertrag
AG (1936). 1939 Erwerb der Aktienmehrheit bei über Einführung der Gasbeleuchtung in Fürth trat
der Dom-Brauerei Carl Funke AG und der Hitdor- die neugegründete Actien-Gesellschaft auf den
fer Brauerei AG in Köln-Hitdorf, gleichzeitig Umfir- Zeitpunkt der vollständigen Inbetriebsetzung der
mierung in Essener Aktien-Brauerei Carl Funke Gasfabrik ein. Die Stadt Fürth selbst beteiligte sich
AG. 1963 erneute Umfirmierung in Stern-Brauerei mit 600 Aktien, hielt also die Mehrheit. Zur
Carl Funke AG. 1969 Erwerb der Brauerei zum Geschichte der Gasbeleuchtung: Schon 1727 und
Schiff J. Peter Wahl GmbH in Kaufbeuren. 1998 1739 bemerkten Hales und Clayton, daß man aus
Sitzverlegung nach Köln, umfirmiert in Dom- Steinkohlen ein leuchtendes Gas gewinnen könne.
Brauerei AG, Spezialitäten sind DOM Kölsch und Doch bis zur technischen Vervollkommnung der
Rats Kölsch. Bis 1934 in Essen, seitdem in Düssel- Gasbeleuchtung war es zunächst ein langer Weg.
dorf börsennotiert. Maße: 32 x 24,7 cm. Lochent- 1810 wurde in London die erste Gasgesellschaft
wertet. vom Parlament bestätigt, 1814 ließ zuerst das
Kirchspiel St. Margareths in London seine Öllam-
pen durch Gaslaternen ersetzen. In Deutschland
wurde die Gasbeleuchtung zuerst 1816 im königl.
Amalgamierwerk bei Freiberg eingerichtet. Die
Gasindustrie als solche aber kam wiederum 1826
zuerst von England zu uns, indem Hannover und
Berlin durch die Imperial Continental Gas Asso-
ciation mit aus Steinkohle gewonnenem Leucht-
Nr. 61 gas versorgt wurden. Danach entstanden in
Nr. 61 Schätzpreis: 175,00 EUR rascher Folge in allen deutschen Städten von eini-
Startpreis: 75,00 EUR ger Bedeutung eigene Gasanstalten zur Fabrikati-
Actien-Brauerei Ohligs on des Leuchtgases. Ganz außergewöhnlich deko-
rative Gestaltung durch das Xylographische Ate-
Aktie 1.000 Mark, Nr. 1319 lier Leo Bock in München, Holzschnitt-Abb. mit
Ohligs, 22.9.1900 EF Ansichten von Gaswerk, Öfen und Gasometern
Auflage 500. Gründung 1899 durch die Brauerei C. sowie Darstellung der Vorzüge der Gasbeleuch-
Beckmann in Solingen, die für die ersten 10 Jahre tung im Comptoir und in den Straßen der Stadt.
auch eine Dividendengarantie abgab. Neben der Maße: 26,8 x 34 cm. Doppelblatt, mit beiliegenden
Brauerei und Mälzerei auch Eisfabrikation, außer- Kupons. Ein herrliches Papier!
dem Wirtschaftsanwesen in Köln, Düsseldorf und
Solingen-Ohligs. 1972 Fusion mit der schon 1753
gegründeten Brauerei Beckmann AG in Solingen,
Nr. 59 1973 Umfirmierung in Aktien-Brauerei Beckmann
AG. 1991 Einstellung des Braubetriebes und
erneute Umfirmierung in Beckmann Beteiligungs-
AG, 1996 Sitzverlegung nach Düsseldorf. Zuletzt
an etwa 10 Autohäusern in Bielefeld, Oberhausen,
Duisburg, Ansbach, Gera sowie in Frankreich
beteiligt. Dekorative Gestaltung mit Getreideähren
und Hopfenranken in der Umrandung. Maße: 33,2
x 23,3 cm. Doppelblatt, lochentwertet.

Nr. 62 Schätzpreis: 1.500,00 EUR


Startpreis: 650,00 EUR
AG für Gasbeleuchtung zu Fürth
Actie 200 Gulden, Nr. 462
Fürth, 1.10.1858 EF
Nr. 60 Gründeraktie, Auflage 925 (R 8). Die Stadt Fürth Nr. 63
erteilte L. A. Riedinger auf 33 Jahre die Konzessi-
Nr. 60 Schätzpreis: 75,00 EUR
Startpreis: 30,00 EUR
Actien-Brauerei Neustadt-Magdeburg
Aktie 100 RM, Nr. 14278
Magdeburg, April 1942 EF
Auflage 1.506. Gründung 1841 durch Albert und
Hermann Wernecke, AG seit 1872. Übernommen
wurde 1905 die Feldschlößchenbrauerei nebst
Mälzerei in Wittenberge. 1922 Überkreuz-Beteili-
gung mit der Leipziger Riebeck-Brauerei, die bei
Kriegsende 62 % der Aktien besaß, im übrigen in
Magdeburg (ab 1934 Leipzig) börsennotiert. Die
Dividenden der hervorragend rentierenden Braue-
rei waren oft zweistellig. Eine der bedeutendsten
mitteldeutschen Brauereien, der jährliche Aus-
stoß der “Diamant”-Biere betrug zuletzt fast
300.000 hl. Neben dem riesigen Brauerei-Areal
Lübecker Str. 127/128 gehörten der Gesellschaft in
Magdeburg eine Reihe erstklassiger Gasthöfe und
das Große Konzerthaus, außerdem 39 auswärtige
Niederlassungen. 1946 enteignet und zunächst
vom Land Sachsen-Anhalt unter dem Dach der
Industriewerke Sachsen-Anhalt weitergeführt,
später VEB. 1990/91 übernahm die Erste Kulmba-
cher Actienbrauerei (EKU) im Zuge der Reprivati-
sierung die Magdeburger Brau GmbH und die Dia-
mant Brauerei Magdeburg. Die Beteiligung wurde
noch im gleichen Jahr an die Bavaria-St. Pauli
Brauerei AG weitergegeben (wie EKU zum später
zusammengebrochenen März-Konzern in Rosen-
heim gehörend, heute eine 100 %ige Holsten-Toch-
ter). Prägesiegel lochentwertet. Nr. 62

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Auktionshaus Gutowski • 50. Auktion Historischer Wertpapiere am 16. Juli 2012

Nr. 63 Schätzpreis: 500,00 EUR Theater, Geschäftslokale, Privatwohnungen) Leip- wurde in Dortmund eine große Zinkhüttenanlage
Startpreis: 100,00 EUR ziger Strasse 75/67 (Geschäftshaus, die Hälfte errichtet. 1926 Übernahme der Rheinisch-Nassaui-
hatte Wertheim inne), Leipziger Strasse 77 und schen Bergwerks- und Hütten-AG. 1938 Umfirmie-
Actien-Malz-Fabrik Sangerhausen Jerusalemer Strasse 21 (Restaurant, Geschäftsräu- rung in den noch heute gebräuchlichen Namen
Aktie 1.500 Mark, Nr. 52 me und das Reichshallentheater) sowie Behrens- „Stolberger Zink“. Gehörte jahrzehntelang zum
Sangerhausen, 1.7.1889 VF str. 53/54 (Läden, Restaurants, das Palais de Konzern der Metallgesellschaft. Ende der 90er
Auflage 210 (R 10). Gründung 1872. Die guten Divi- danse, Pavillon Mascotte, Metropol-Cabaret). Jahre als Börsenmantel an eine Investorengruppe
denden von über 10 % der hochrentablen Gesell- 1919 trat die Gesellschaft in Liquidation, 1923 veräußert und als „Stolberger Telecom“ dem Auf
schaft fanden ein jähes Ende, als die Fabrik 1911 erlosch sie. Rechtsnachfolgerin war die “Leipzi- und Ab der Neue-Markt-Spielchen preisgegeben.
völlig abbrannte. Sie wurde aber wiederaufgebaut. gerstr. 75/76 Grundstücks-GmbH”, die die noch in Großformatiges Papier, dekorativ verziert.
1952 Zusammenschluss mit der Mammut-Bräu zur Umlauf befindlichen Teilschuldv. von 1906 einlö-
Brauerei- und Malzfabrik Sangerhausen, heute ste. Großformatiges Papier (37 x 26,6 cm), deko-
immer noch als Mammut Getränke GmbH exi- rativ gestaltet. Doppelblatt, inwendig Anleihebe-
stent. Mit Originalunterschriften. Schöner, sehr dingungen, lochentwertet.
großformatiger Druck (36,2 x 29,6 cm). Nicht ent-
wertet!

Nr. 66
Nr. 64 Nr. 66 Schätzpreis: 150,00 EUR Nr. 67
Nr. 64 Schätzpreis: 80,00 EUR Startpreis: 75,00 EUR
Startpreis: 35,00 EUR AG Eintracht
Aesculap AG Braunkohlenwerke und Briketfabriken
Aktie 50 DM, Muster Aktie 1.000 Mark, Nr. 5196
Tuttlingen, Juni 1988 EF Neu-Welzow N.-L., 1.4.1909 EF
Nullgeziffertes Specimen (R 10). Gründung 1895 Auflage 1.000. Gründung 1887 unter Übernahme
als „AG für Feinmechanik vormals Jetter & Schee- der früheren Gewerkschaft Eintracht I (letztere
rer“ zur Übernahme der Firma Jetter & Scheerer, gegründet 1881 auf dem verliehenen Bergwerk
die aus der 1867 von dem Tuttlinger Messer- Gustav Ferdinand bei Bennfeld im Mansfelder See-
schmied Gottfried Jetter gegründeten Werkstatt kreis). Zunächst Erwerb der Grube Louise bei
hervorgegangen ist. 1887 nahm Jetter seine Domsdorf (Kreis Liebenwerda), hinzu kamen 1883
langjährigen Mitarbeiter Christian und Wilhelm die Grube Emilie in Hennersdorf und 1886 die
Scheerer als Teilhaber auf. Herstellung von chir- Grube Henriette in Sallgast. 1887 Umwandlung in
urgischen Instrumenten, Frisörartikeln, Bestecken eine AG, danach 1892 Erwerb der Kohlenfelder in
und Teilen für die Automobilindustrie. 1969 Umbe- Welzow und Aufschluß der Grube Clara-Welzow. Nr. 68
nennung in Aesculap-Werke AG vormals Jetter & Hier entstanden die Hauptbetriebe, deshalb 1905
Scheerer. Heute als Aesculap-Werke AG & Co. KG Sitzverlegung nach Neu-Welzow, N.-L. Zuletzt Nr. 68 Schätzpreis: 300,00 EUR
firmierend. Mit Kuponbogen. waren mit über 3.000 Mann Belegschaft in Betrieb Startpreis: 100,00 EUR
in der Niederlausitz die Gruben Clara in Welzow AG für Grundbesitzverwertung
(Kr. Spremberg), Henriette (1932 wegen Erschöp-
fung der Vorräte stillgelegt) und Louise in Doms- Aktie 1.000 Mark, Nr. 447
dorf b. Beutersitz sowie in der Oberlausitz die Berlin, 18.7.1908 EF
Grube Werminghoff (Kreis Hoyerswerda) und Auflage 300 (R 9). Gründung 1906 durch das Bank-
Clara III bei Zeißholz (1934 wegen Erschöpfung haus Max Ulrich & Co., das aufgrund eigener Zah-
der Vorräte stillgelegt). Außerdem Betrieb von 9 lungsschwierigkeiten auch diese Gesellschaft
Brikettfabriken. Die zuletzt zum tschechischen bereits 1911 wieder in die Liquidation trieb. Die
Petschek-Konzern gehörende Gesellschaft wurde Häuser in Rixdorf, Reinickendorf und Charlotten-
1939 auf Beschluß des Treuhänders des Reichs- burg wurden zwangsversteigert. Maße: 25 x 35. In
wirtschaftsministers aufgelöst, den Aktionären dieser Form (nicht entwertet) kaum zu bekommen!
wurde von Bankseite ein Ankaufsangebot zu 185%
gemacht (Börsennotiz bis dahin Berlin und Leip-
zig). Großformatiges Papier (26,4 x 35,6 cm), deko-
rativ gestaltet. Prägesiegel lochentwertet.

Nr. 67 Schätzpreis: 150,00 EUR


Startpreis: 40,00 EUR
AG für Bergbau, Blei- und Zinkfabri-
kation zu Stolberg und in Westfalen
Aktie 300 Mark, Nr. 38161
Nr. 65 Aachen, 1.7.1901 EF/VF
Auflage 14.099 (R 7). Die Gesellschaft entstand aus
Nr. 65 Schätzpreis: 150,00 EUR der Verschmelzung der seit 1834 bestehenden
Startpreis: 100,00 EUR Metallurgischen Gesellschaft mit dem Rheinisch-
AG Actien-Bau-Verein Westfälischen Bergwerks-Verein. Die erste Gesell- Nr. 69
Unter den Linden schaft, im Besitz von belgischen Geldgebern, ver-
hüttete seit 1834 in ihrer Zinkhütte auf Münster- Nr. 69 Schätzpreis: 30,00 EUR
4 % Teilschuldv. Lit. A. 4.000 Mark, Nr. 468 busch bei Stolberg den im Aachener Herrenberge Startpreis: 1,00 EUR
Berlin, April 1906 EF gewonnenen Galmei. 1843 wurde ein Kohlenberg- AG für Historische Wertpapiere
Auflage 500. Gründung 1872. Die Gesellschaft werk dazuerworben. Über den Rhein.-Westfäli- Aktie 5 DM, Nr. 3717
besaß die Grundstücke Unter den Linden 17/18 schen Bergwerks-Verein in Arnsberg kam ausge-
dehnter Bergwerksbesitz bei Ramsbeck hinzu,
Wolfenbüttel, August 1996 UNC/EF
(früher ein Hotel, dann vermietet an die Z.E.G und
später noch Kohlenfelder bei Dortmund. 1860 Gültiges Stück! Gründung 1994 durch Umwand-
vermietete Läden), Behrenstr. 55/57 (Metropol-
lung der seit 1976 bestehenden Benecke und

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Auktionshaus Gutowski • 50. Auktion Historischer Wertpapiere am 16. Juli 2012

Rehse GmbH. Heute mit den Marken Benecke & Nr. 74 Schätzpreis: 75,00 EUR
Rehse, Freunde Historischer Wertpapiere, Han- Startpreis: 40,00 EUR
seatisches Sammlerkontor und Auktionshaus Gut-
owski das weltweit führende Unternehmen auf
AG Lokalbahn Lam-Kötzting
dem Spezial-Sammelgebiet “Historische Wertpa- Aktie 500 DM, Nr. 488
piere”. Börsennotiz: Freiverkehr München. Sehr Lam, April 1953 EF+
dekorative Abb. der Industrialisierung, Farbe lila. Auflage 982 (R 6). Gründung 1891 zum Bau und
Dabei (nicht passende) Restkupons von Aktie Nr. Betrieb der normalspurigen 18 km langen Eisen-
3716. bahn von Kötzting in der Oberpfalz nach Lam
(kurz vor der Grenze zur Tschechei). Großak-
tionär war zuletzt das Bankgeschäft Karl Schmidt
in Hof. 1973 verschmolzen mit der Regentalbahn
AG, einem der nach der Reprivatisierung heute
erfolgreichsten privaten Nahverkehrsunterneh-
men in Deutschland.
Nr. 72
Nr. 72 Schätzpreis: 125,00 EUR
Startpreis: 40,00 EUR
AG Johannes Jeserich
Aktie 1.000 DM, Nr. 182
Hamburg, Dezember 1961 EF+
Auflage 400 (R 8). Gründung 1862, Umwandlung
1888 in die “AG für Asphaltierung und Dachbe-
deckung vorm. Johannes Jeserich”, seit 1913 wie
oben. Straßen- und Straßendeckenbau, Herstel-
lung von Rostschutz- und Anstrichfarben, Dich-
tungsmitteln und Dachpappen sowie von Nähr-,
Stärkungs- und Entfettungsmitteln, insbesondere
Kindernährzucker in der Nährmittelfabrik Mün-
chen GmbH, Berlin-Spandau. 1951 Auflösungsbe-
schluß, 1952 Vergleich, 1956 Fortsetzungsbe-
Nr. 70 schluß. Sitzverlegungen 1959 nach Hamburg und
1975 nach Köln. Ebenfalls 1975 Produktionsein-
Nr. 70 Schätzpreis: 150,00 EUR stellung, fortan nur noch Verwaltung des Fabrika-
Startpreis: 60,00 EUR reals in Hamburg sowie von Gewerbeimmobilien
in Köln, Berlin und Wuppertal. Seit 1990 fokussier-
AG für Metallindustrie te sich die immer noch börsennotierte Jeserich
vormals Gustav Richter AG auf Logistikimmobilien und Gewerbeparks.
Aktie 1.000 Mark, Nr. 1148 2004 insolvent geworden. Mit Firmensignet in
Pforzheim, 15.4.1920 VF allen vier Ecken. Prägesiegel lochentwertet.
Auflage 800 (R 9). Gründung 1899 in Pforzheim
zwecks Fortführung des Betriebes der Fa. Gustav
Richter Tubenfabrik. Herstellung von Tuben,
Tubenhütchen, Spritzkorken und Dosen. 1920 Sitz-
verlegung nach Karlsruhe. 1955 AG für Metallindu-
strie vorm. Gustav Richter im Besitz der Vereinigte
Deutsche Metallwerke AG (VDM AG), heute mgvv Nr. 75
ag. Großformatig. Maße: 37,6 x 26,4 cm. Doppel-
blatt. Nicht entwertet! Nr. 75 Schätzpreis: 1.500,00 EUR
Startpreis: 650,00 EUR
AG Nürnberger Wohnungsverein
Actie 100 Gulden, Nr. 845
Nürnberg, 1.1.1865 EF
Gründeraktie, Auflage 965 (R 10). Gründung 1864
Nr. 73
auf 99 Jahre mit einem Kapital von 96.500 Gulden
Nr. 73 Schätzpreis: 50,00 EUR (das statutenmäßige Maximum von 117.200 fl.
Startpreis: 35,00 EUR wurde nicht erreicht, außerdem wurden 1903-1922
AG Kursachsen Portland-Zementwerke durch Auslosung 415 Aktien getilgt, so dass
danach nur noch 550 Stück im Umlauf waren).
Aktie 1.000 RM, Nr. 231 Erbauung von Wohnhäusern bzw. Beschaffung
Karsdorf (Unstrut), Februar 1928 EF+ guter und günstiger Wohnungen für Arbeiter
Gründeraktie, Auflage 2.000. Gründung 1927. Aus- “zwecks Vermiethung um einen, den jeweiligen
nutzung von Kalkstein- und Tonlagern sowie die Zeit- und Ortsverhältnissen entsprechenden Preis
Herstellung und Vertrieb von Portlandzement, an ordentliche und Zahlungsfähige Familien”.
Bau- und Düngekalken und Baustoffen aller Art. In Erbaut wurden 9 Wohnhäuser. 1940 wurde die Auf-
der DDR als VEB weitergeführt. 1990 übernommen lösung beschlossen. Nach Ablauf des Sperrjahres
Nr. 71 von Lafarge, heute Zementwerke Karsdorf GmbH. sollte die Rückzahlung der Aktien mit dem vollen
Nr. 71 Schätzpreis: 300,00 EUR Eigenwillige graphische Gestaltung mit farbigem Nennwert von zuletzt 160 RM zzgl. Dividende des
Startpreis: 120,00 EUR Wappen. Lochentwertet. Jahres 1939 erfolgen. Eine weitere Ausschüttung
erfolgte nicht, vielmehr fiel ein möglicher verblie-
AG für Wagen- u. Räderbau bener Vermögensrest der Stadtgemeinde Nürn-
Aktie 10.000 Mark, Nr. 7823 berg zu. Maße: 35,8 x 22,5 cm.
Georgenthal, 6.9.1923 EF
Gründeraktie, Auflage 10.000 (R 10). Gründung im Nr. 76 Schätzpreis: 125,00 EUR
Aug./Sept. 1923 zur Übernahme und Weiter- Startpreis: 75,00 EUR
führung des bereits seit 1875 bestehenden Was- AG Obere Saale
ser- und Dampfhammerwerks mit Eisen-Dreherei
VZ-Aktie 100.000 RM, Nr. 58
und Achsenfabrik von Florenz Saul in Georgenthal
bei Gotha. Fabriziert wurden Wagen, eiserne und Weimar, Juli 1931 EF
hölzerne Räder sowie sonstige, insbesondere für Gründung 1925 zur Errichtung und Betreibung
die Landwirtschaft notwendige Geräte und von Talsperren für die Verbesserung der Wasser-
Maschinen. 1925 wieder in Liquidation gegangen. führung in der Elbe und Kraftwerke zur Erzeugung
Lochentwertet. von elektrischer Kraft. Die Vermögenswerte der
Nr. 74 Saaletalsperren AG wurden 1948 enteignet, die AG

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Auktionshaus Gutowski • 50. Auktion Historischer Wertpapiere am 16. Juli 2012

im Handelsregister gelöscht. Die enteigneten Ver- Nr. 81 Schätzpreis: 3.000,00 EUR


mögenswerte gingen nach ihrer Überführung in Startpreis: 1.250,00 EUR
Volkseigentum der DDR in die Rechtsträgerschaft AG zur Fabrication meteorologischer
verschiedener Energie-Kombinate über. 1990 in
eine AG umgewandelt und 1991 zur VEAG ver-
Instrumente und Glas-Präcisions-Apparate
schmolzen. Seit 2001/02 zur Vattenfall Europe
(vorm. J.G. Greiner jun. & Geissler)
gehörig. Maße: 29,8 x 21 cm. Lochentwertet. Actie 100 Thaler = 300 Mark, Nr. 213
Berlin, 15.9.1873 EF/VF
(R 10) Außerordentlich frühe und bedeutende
mechanische Werkstatt für meteorologische
Instrumente, aufgegangen 1875 in der Firma von
Rudolf Fuess. Der berühmte deutsche Feinmecha-
niker Rudolf Fuess (1838-1917) entwickelte inno-
vative Präzisionsgeräte für die Wissenschaft,
besonders die Meteorologie und die Petrographie.
Zunächst stellte die optisch-mechanische Werk-
statt von Rudolf Fuess Apothekerwaagen, Blut-
druckmesser und Mikroskope her. Nach der Über-
nahme der Firma Greiner & Geissler im Jahre 1875
erweiterte Fuess das Produktionsspektrum um
Thermometer und Barometer. In der Folge ver-
ließen die Werkstatt meteorologische Präzisions-
instrumente, die Fuess in Zusammenarbeit mit
bedeutenden Meteorologen entwickelte, zum Bei-
spiel das Aspirationspsychrometer von Richard
Aßmann und das Gefäßhebebarometer von Hein-
rich von Wild. Bald war Rudolf Fuess unangefoch-
ten der führende Hersteller meteorologischer Prä-
Nr. 79 zisionsinstrumente in Deutschland. Neben den
Nr. 76 Nr. 79 Schätzpreis: 200,00 EUR Wissenschaftlern belieferte er auch die Industrie.
Startpreis: 75,00 EUR Seine Anemometer wurden in den Bergwerken ein-
AG Sächsische Werke gesetzt, seine Thermometer in der chemischen
Industrie und seine Hygrometer in Tabakfabriken.
7 % Gold Bond 1.000 $, Specimen 1875 fertigte Fuess für Harry Rosenbusch das erste
Dresden, 2.2.1925 VF+ petrographische Mikroskop aus deutscher Pro-
Gründung 1923. In die Gesellschaft brachte das duktion. Ab 1900 wurden zunehmend auch Entfer-
Land Sachsen seine Kohlen- und Elektrizitätsun- nungsmesser und Zielfernrohre für das Militär her-
ternehmen ein, blieb aber alleiniger Aktionär. gestellt. In den 30er Jahren wurden verstärkt Bor-
Neben den Braunkohlen- und Großkraftwerken dinstrumente für die Luftfahrt angefertigt. Mit dem
Böhlen und Hirschfelde auch Betrieb von acht Zweiten WK kamen zahlreiche neue Rüstungsauf-
Wasserkraftwerken an der Mulde und der Elster. träge. Nur drei Stücke wurden bereits vor Jahren
Über 95 % aller sächsischen Haushalte wurden mit gefunden. Kulturgeschichtliche Rarität ersten
Energie versorgt. Der umfangreiche Beteiligungs- Ranges, MUSEAL. (Abbildung auf Seite 15)
besitz umfasste u.a. Anteile bei der Sächsischen
Elektrizitäts-Lieferungs-Gesellschaft (100 %), der Nr. 82 Schätzpreis: 75,00 EUR
Landkraftwerke Leipzig AG (30 %), der Energie- Startpreis: 35,00 EUR
Nr. 77 Versorgung Groß-Dresden AG (50 %), der Thürin-
ger Gas-Gesellschaft (30 %), der Gasversorgung Akelsbarger Presstorfwerk
Nr. 77 Schätzpreis: 75,00 EUR Ostsachsen AG (28 %) und der Leipziger Außen- Sieberns AG
Startpreis: 35,00 EUR bahn AG (25 %). Teil einer Anleihe von 15 Mio. $. Aktie 1.000 Mark, Nr. 8261
Im Jahr 1972 im Konkursverfahren über das West- Wilhelmshaven, März 1923 EF
AG Reederei Norden-Frisia vermögen (Verwertung der Thüringer-Gas-Beteili-
Aktie 50 DM, Nr. 103561 Auflage 6.000. Gründung 1922. Herstellung und
gung) Ausschüttung einer Konkursquote. Herrli- Vertrieb von Presstorf, Ausbeutung von Torfmoo-
Norderney, Dezember 1979 UNC/EF cher ABNC-Stahlstich mit weiblicher Allegorie des ren insbesondere in der Gegend von Akelsbarg in
Auflage 500 (R 8). 1871 Gründung der Dampf- Lichts. Maße: 38,2 x 25,6 cm. Mit anhängenden Ostfriesland.
schiffs-Reederei “Norden” als Partenreederei, Kupons. Lochentwertet.
1872 Eröffnung des Sommerverkehrs auf der Linie
Norddeich-Norderney, ab 1888 auch fahrplan-
mäßige Verbindung Norddeich-Juist. Die Hotels
“Fährhaus” und “Norddeich” in Norddeich gehör-
ten ebenfalls der Reederei. 1898 Bau einer Pferde-
eisenbahn zwischen der Juister Landungsbrücke
und dem Inselbahnhof, 1899 wird die Bahn moto-
risiert. 1906 erscheint mit der Dampfschiffs-Ree-
derei “Frisia” ein Konkurrent auf der Linie Nord-
deich-Norderney, 1917 fusionieren beide Linien
zur “AG Reederei Norden-Frisia”, nachdem die
Reederei “Norden” 1910 in eine AG umgewandelt
worden war. 1920 Fusion mit der AG Reederei
“Juist”, die erst 1908 aus der Reederei “Norden”
ausgegliedert worden war. 1931 Inbetriebnahme
Nr. 83
der ersten Großgarage in Norddeich. 1969 Grün-
dung der FRISIA Luftverkehr GmbH für Flüge zwi-
Nr. 80
Nr. 83 Schätzpreis: 750,00 EUR
schen dem Festland und den Nordseeinseln. Rück- Startpreis: 200,00 EUR
seitig als ungültig abgestempelt. Nr. 80 Schätzpreis: 400,00 EUR
Startpreis: 110,00 EUR Aktien-Brauerei Eisenach
AG Zuckerfabrik Münsterberg Aktie 1.000 RM, Nr. 7263
Nr. 78 Schätzpreis: 75,00 EUR
Startpreis: 35,00 EUR Actie 500 Mark, Nr. 1933 (233) Eisenach, 23.10.1924 EF-
Auflage 800 (R 9). Gründung 1886, Zweck war Bier-
AG Reederei Norden-Frisia Münsterberg i. Schl., 15.9.1883 EF
brauerei und Mälzerei sowie Herstellung und Ver-
Aktie 50 DM, Nr. 104265 Gründeraktie, Auflage 1.500 (R 8). Gegründet 1883. kauf von Mineralwasser, Limonaden und Spirituo-
Letzter Großaktionär war die Südzucker AG. Die sen. 1918 Erwerb der Ver. Eisenacher Brauereien
Norderney, August 1982 UNC/EF Zuckerfabrik in Ziebice wurde nach 1990 geschlos-
Auflage 500 (R 6). Gleiche graphische Gestaltung Petersberger und Schloßbrauerei. 1923 Interes-
sen. Auflage erst 1500, nach Kapitalherabsetzung sengemeinschaft mit der Steigerbrauerei AG in
wie das Stück davor. Rückseitig als ungültig abge- 1913 dann nur noch 400 Stück. In dieser Form Erfurt. 1939 Verkauf der Petersberger Brauerei.
stempelt. (nicht entwertet) kaum zu bekommen! Die Braustätten in Eisenach, Berka an der Werra

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(Brauerei Feigenspan), Salzungen (Klosterbraue- gen, 1973 Umfirmierung in Aktien-Brauerei Beck-


rei) sowie die Malzfabrik Louis Horenburg in mann AG. 1991 Einstellung des Braubetriebes und
Gotha wurden 1948 durch Befehl Nr. 64 der SMAD erneute Umfirmierung in Beckmann Beteiligungs-
enteignet. Der AG blieb aber die Braustätte in Bad AG, 1996 Sitzverlegung nach Düsseldorf.
Hersfeld/Hessen (frühere Bierbrauerei Engel-
hardt), wohin 1949 der Sitz verlegt wurde. 1972
auf die Mainzer Aktien-Bierbrauerei (Konzern der
Binding-Brauerei) verschmolzen. Die Aktienemis-
sion von 1924 wurde komplett an die Brauerei-
besitzer Ludwig und Heinrich Engelhardt bei
Übernahme ihrer Brauerei im hessischen Hersfeld
begeben. Sehr großes Format.

Nr. 86
Nr. 86 Schätzpreis: 80,00 EUR
Startpreis: 35,00 EUR
Nr. 85
Aktien-Maschinenfabrik „Kyffhäuser-
hütte“ vormals Paul Reuß
Nr. 85 Schätzpreis: 100,00 EUR Aktie 1.000 RM, Nr. 2683
Startpreis: 45,00 EUR Artern, 20.9.1941 EF+
Aktien-Brauerei Schönbusch Auflage 2.870. Gründung 1881, AG seit 1897. Die
Aktie 1.000 RM, Nr. 1831 Gesellschaft stellte landwirtschaftliche Maschi-
Königsberg i.Pr., 28.2.1942 EF nen her (Milch-Separatoren, Dämpfapparate,
Nr. 84 Auflage 1.950. Gründung 1871. Neben der Brauerei Lupinen-Entbitterungs-Anlagen, Kartoffel-Wasch-
und Mälzerei in der Schnürlingstr. 4 besaß die AG maschinen, Schrotmühlen, Jaucheschleudern
Nr. 84 Schätzpreis: 125,00 EUR in Königsberg einen 60.000 qm großen Park mit und -pumpen). 1910 Aufnahme der Produktion
Startpreis: 50,00 EUR Sommer- und Winterlokalitäten für Restaurations- von Motoren durch Fusion mit der Ergon-Kosmos
AG in Karlsruhe. 1912 Angliederung der Ruhrwer-
Aktien-Brauerei Ohligs betrieb und einen 110.000 qm großen Teich zur
ke Motoren- und Dampfkesselfabrik AG in Duis-
Aktie 1.000 DM, Nr. 1434 Gewinnung von Natureis. Niederlagen in Rau-
schen, Tapiau, Zinten, Landsberg, Heilsberg, burg. 1937/38 Erweiterung bzw. Errichtung von
Solingen-Ohligs, Juli 1972 EF+ Filialen in Elbing und Nürnberg. Börsennotiz Ber-
Hohemstein Opr., Lyck, Angerburg, Rastenburg,
Auflage 590 (R 6). Gründung 1899 durch die Braue- lin und Halle, später Leipzig. Zu DDR-Zeiten war
Seeburg und Wormditt. In Königsberg und Berlin
rei C. Beckmann in Solingen, die für die ersten 10 die Kyffhäuserhütte der größte Hersteller von
Jahre auch eine Dividendengarantie abgab. Neben börsennotiert, seit den 20er Jahren war der Stetti-
ner Rückforth-Konzern Mehrheitsaktionär. 1948 Molkereimaschinen. Nach der Wende von der
der Brauerei und Mälzerei auch Eisfabrikation, Treuhandanstalt privatisiert, bald darauf stillge-
außerdem Wirtschaftsanwesen in Köln, Düssel- Sitzverlegung nach Uslar. Seit 1953 GmbH, 1959
aufgegangen in der Ferd. Rückforth Nachfolger legt: 2200 Menschen wurden arbeitslos. Prägesie-
dorf und Solingen-Ohligs. 1972 Fusion mit der
schon 1753 gegr. Brauerei Beckmann AG in Solin- AG, Siegburg. Abheft- und Entwertungslochung. gel lochentwertet.

Nr. 81

16
Auktionshaus Gutowski • 50. Auktion Historischer Wertpapiere am 16. Juli 2012

Nr. 89
Nr. 89 Schätzpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 50,00 EUR
Allerthal-Werke AG
Aktie 1.000 RM, Nr. 6904
Grasleben, September 1941 EF Nr. 91
Nr. 87 Auflage 444 (R 8). Gründung 1899 als „Brauerei
Allerthal AG“. 1921 wurde dem Brauereibetrieb Nr. 91 Schätzpreis: 125,00 EUR
Nr. 87 Schätzpreis: 100,00 EUR Startpreis: 30,00 EUR
eine Gummiwarenfabrik angegliedert. Biernieder-
Startpreis: 50,00 EUR lagen in Helmstedt, Hötensleben, Vorsfelde. 1950 Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft
Aktienbrauerei zu Hildburghausen Stilllegung der Brauerei. Heute Zulieferer von
technischen Schläuchen und Formartikeln für die
4,5 % Teilschuldv. 1.000 Mark, Nr. 69034
Genußrechtsurkunde Lit. C 50 RM, Nr. 368 Berlin, Dezember 1911 EF
Hildburghausen, 1.6.1926 EF Automobilindustrie. Prägesiegel lochentwertet.
Auflage 30.000 (R 6). Gründung 1883 durch Emil
Gründung 1872. 1923 Verkauf des Braukontingens Rathenau als „Deutsche Edison-Gesellschaft für
an die Riebeck-Brauerei in Leipzig, Betrieb seit- angewandte Elektricität“, 1887 Umfirmierung in
dem stillgelegt. 1927 Verkauf des Brauerei- und AEG. Beim Besuch der Weltausstellung in Philade-
Mälzereianwesens in Hildburghausen (Thüringen) lphia lernte Emil Rathenau die epochemachenden
an die Mälzerei Angermann in Schweinfurth, 1937 Erfindungen von Thomas A. Edison kennen. Es
und 1938 Verkauf von 4 Wohnhäusern und des gelang ihm, die Patente für Deutschland zu erwer-
ehemaligen Brauereikellers. Verbleibender Besitz ben. Zu Recht wird Rathenau als der Begründer
waren eine Anzahl von Wirtschaftsanwesen. der elektrischen Großindustrie in Deutschland
Großaktionär Kammerherr Friedrich v. Eichel- bezeichnet. Was mit der Herstellung von Glühlam-
Streiber in Eisenach. Sehr schöne Umrandung mit pen begann, entwickelte sich bald zu einem Unter-
Jugendstilelementen. Maße: 28 x 20,2 cm. Loch- nehmen, das auf allen Gebieten der Elektrotechnik
entwertet. eine führende Rolle spielte - lange blieb der Wett-
streit mit Siemens & Halske um den ersten Platz
unentschieden. Der Niedergang nach dem 2. WK
mündete schließlich 1985 in der Mehrheitsüber-
Nr. 90 nahme durch den Daimler-Benz-Konzern, der
unter dem Vorstandsvorsitzenden Edzard Reuter
Nr. 90 Schätzpreis: 250,00 EUR vom Aufbau eines umfassenden Technologiekon-
Startpreis: 100,00 EUR zerns als Welt-AG träumte. Als auch dieser Traum
Allgemeine Baugesellschaft Lenz & Co. ausgeträumt war, löste Daimler-Benz die AEG 1996
(Kolonial-Gesellschaft) auf. Originalunterschriften. Maße: 35 x 25 cm.
Anteil 1.000 RM, Nr. 10358
Berlin, November 1940 EF
Auflage 2.000 (R 10). 1881 Gründung der Baufirma
Friedrich Lenz. Ausführung von Hoch- und Tief-
bauarbeiten, insbesondere Ausbau des deutschen
Eisenbahnnetzes, vor allem in Pommern und
Nr. 88 Mecklenburg. 1892 Umwandlung in Lenz & Co.
Nr. 88 Schätzpreis: 75,00 EUR GmbH. 1901 Gründung der AG für Verkehrswesen
Startpreis: 35,00 EUR in Berlin als Finanzierungsgesellschaft der Firma
Lenz & Co. GmbH, gleichzeitig Sitzverlegung von
Albingia Versicherungs-AG Stettin nach Berlin. Als 1904 große Tiefbauten,
Namensaktie 50 DM, Nr. 520453 vorwiegend Eisenbahnbauten in den deutschen
Hamburg, Juli 1979 EF+ Kolonien in Afrika, begonnen wurden, gründete
Auflage 4.000 (R 9). Gründung 1901. Nachdem die die AG für Verkehrswesen 1905 die Deutsche Kolo-
ebenfalls in Hamburg ansässige Transatlantische nial-Eisenbahnbau- und Betriebsgesellschaft.
Feuer-Versicherungs-AG unter den Schäden des Diese teilte sich mit der Lenz & Co. GmbH die
verheerenden Erdbebens in San Francisco zusam- Tätigkeit in den Kolonien. Von den insgesamt Nr. 92
menbrach, wurde 1907 deren Versicherungsbe- 4.348 km fertiggestellten afrikanischen Bahnen
stand übernommen. 1913 Fusion mit der Düssel- wurden allein 1.702 km von diesen beiden Gesell- Nr. 92 Schätzpreis: 500,00 EUR
dorfer Feuer-Versicherungs-AG (Name deshalb schaften erstellt. Mit dem Ende der Kolonialtätig- Startpreis: 200,00 EUR
keit durch den 1. Weltkrieg verlagerten sich die
1913-23 “ALBINGIA Hamburg-Düsseldorfer Versi-
Interessen wieder nach Deutschland. 1927 änder- Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft
cherungs-AG”). 1930 übernahm die Guardian
Assurance Company, London die Aktienmehrheit te die Deutsche Kolonial-Eisenbahnbau ihren Aktie 1.000 Mark, Nr. 127121
und hielt sie viele Jahrzehnte. 1931 Übernahme Namen in Allgemeine Baugesellschaft Lenz & Co. Berlin, 3.12.1912 VF+
der Allgemeine Saarländische Versicherungs-AG, (Kolonial-Gesellschaft) und übernahm das Perso- Auflage 25.000 (R 9). Die Kapitalerhöhung von
Saarbrücken. 1953 Übernahme der “Terra” nal sowie den gesamten Bestand an Bauaufträgen 1912 ermöglichte der AEG die Beteiligung an der
Lebensversicherungs-AG in Berlin, die daraufhin der Lenz & Co GmbH. 1947 Umwandlung in Allge- Finanzierung der Schnellbahn Gesundbrunnen-
in ALBINGIA Lebensversicherungs-AG umbenannt meine Baugesellschaft Lenz & Co. AG. 1948 Sitz- Neukölln, für die ein Kapital von rund 90 Mio.
wurde. 2000 Verschmelzung mit der AXA Colonia verlegung nach Hamburg. 1952 Umbenennung in Mark in Aussicht genommen war. Viertälteste
Lenz-Bau AG. 1976 in Konkurs. Nicht entwertet überhaupt bekannte AEG-Aktie, seit Jahrzehnten
Versicherungen, der heutigen AXA Konzern AG.
und mit beiliegenden restlichen Kupons. weniger als 10 Stück bekannt.
Prägesiegel lochentwertet.

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17
Auktionshaus Gutowski • 50. Auktion Historischer Wertpapiere am 16. Juli 2012

zurück. Sein Geschäftshaus kaufte er von der


Dame Melber, einer Tante von Johann Wolfgang
von Goethe. Aus der Fusion mit der Nürnberger
Handelsgesellschaft Noris Zahn & Cie. entstand
dann das noch heute als ANZAG börsennotierte
Pharmagroßhandels-Unternehmen. Prägesiegel
lochentwertet.

Nr. 98
Nr. 93 Nr. 95 Nr. 98 Schätzpreis: 500,00 EUR
Nr. 93 Schätzpreis: 60,00 EUR Startpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 30,00 EUR Ansbacher Motorenfabrik
Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft Karl Bachmann AG
4,5 % Teilschuldv. 3.000 RM, Nr. 884 Aktie 1.000 Mark, Nr. 1299
Berlin, März 1934 EF Ansbach, 1.5.1921 EF/VF
Auflage 1.133. Ausgegeben an Stelle eines abgelie- Gründeraktie, Auflage 4.000 (R 9). Gegründet 1921
ferten Goldbonds der 6%-igen Dollaranaleihe von nach Übernahme der Firma Ansbacher Eisen-
1928. Rückseitig Bedingungen. Prägesiegel loch- gießerei, Maschinenfabrik und Motorenbau Karl
entwertet. Bachmann. Maße: 33 x 25,2 cm. Doppelblatt, mit
restlichem Kuponbogen. Nur 7 Stücke wurden
2008 gefunden: #587, 648, 649, 680, 904, 1159, 1299.

Nr. 96

Nr. 96 Schätzpreis: 100,00 EUR


Startpreis: 40,00 EUR
Anker-Werke AG
Aktie 50 DM, Nr. 50171
Bielefeld, August 1968 EF
Auflage 6.000 (R 6). Gründung 1876 als „Bielefel-
Nr. 94 der Nähmaschinenfabrik Carl Schmidt“, AG seit
1895. Ab 1894 Produktion von Fahrrädern, ab 1900
Nr. 94 Schätzpreis: 100,00 EUR Registrierkassen (später der bestimmende
Startpreis: 45,00 EUR Geschäftszweig). 1976 Konkurs. Mit Firmensignet.
Amperwerke Elektricitäts-AG
Aktie 1.000 Mark, Nr. 45893
München, 31.7.1922 VF+
Auflage 30.000. Gründung 1908 unter Übernahme
der “Industrielle Unternehmungen GmbH” und
der “Süddeutsche Wasserwerke AG”. Zwei Was- Nr. 99
serkraftwerke und ein Dampfkraftwerk versorgten Nr. 99 Schätzpreis: 100,00 EUR
damals 24 Ortschaften mit rd. 3.000 Stromkunden. Startpreis: 40,00 EUR
1909/10 Inbetriebnahme der Wasserkraftwerke
Unterbruck und Kranzberg, 1923 Gründung der Anton Reiche AG
“Neue Amperkraftwerke AG, München” zum Bau Namensaktie 1.000 Mark, Nr. 10229
des Wasserkraftwerks Haag. Diese AG ging 1932 Dresden, 15.8.1923 EF
ebenso wie die “Bayerische Überlandzentrale AG, Auflage 5.500. Gründung Dez. 1912 zur Weiter-
München” durch Fusion in den Amperwerken auf, führung der gleichnamigen Schokoladenformen-,
deren Großaktionär die Gesellschaft für elektri- Blechemballagen- und Blechplakatfabrik. Ferner
sche Unternehmungen (Gesfürel) in Berlin war. Nr. 97
Vertrieb von Kunstharzgegenständen und Maschi-
1955 Fusion mit der Isarwerke AG (gegr. 1921) zur Nr. 97 Schätzpreis: 125,00 EUR nen. Die Ges. besaß Grundstücke in Dresden, Plau-
Isar-Amperwerke AG. Im Jahr 2000 fusionierten Startpreis: 60,00 EUR en und Dölzschen und war zu 100 % im Familienbe-
das Bayernwerk und die PreußenElektra zur E.ON
Energie AG. Diese besaß nun direkt und indirekt
ANNAWERK Schamotte- und Ton- sitz. Die europaweit größte Fabrik für Gebäck- und
warenfabrik AG vormals J.R. Geith Schokoladenformen aus Weißblech beschäftigte
eine Dreiviertelmehrheit der Isar-Amperwerke AG, bis zu 900 Arbeiter. Das Werk wurde in der DDR
die 2001 in E.ON Bayern AG umbenannt wurde. Aktie Lit. B 100 RM, Nr. 1640 vom Kombinat NAGEMA übernommen (nach 1990
Großformatiges Papier (25 x 38 cm), dekorativ Oeslau bei Coburg, Juni 1935 EF geschlossen). Maße: 27 x 19,7 cm. Lochentwertet.
gestaltet, Doppelblatt, lochentwertet. Auflage unter 500 (R 8). Gründung 1899 unter
Übernahme der seit 1857 bestehenden Firma J.R.
Nr. 95 Schätzpreis: 75,00 EUR Geith. Herstellung von Schamotte, Porzellan und Nr. 100 Schätzpreis: 125,00 EUR
Startpreis: 35,00 EUR Steingut für sanitäre Spülwaren, Steinzeugtöpfe Startpreis: 40,00 EUR
Andreae-Noris Zahn AG und -röhren, Dachziegeln, Klinkern und Leicht- APAG Apollowerk AG
bauplatten. Börsennotiz Leipzig, Berlin und VZ-Aktie 100 RM, Nr. 16
Aktie 100 DM, Nr. 7737 Frankfurt. Großaktionär: Deutsche Steinzeug,
Frankfurt a.M., Mai 1961 EF+ Mannheim-Friedrichsfeld (heute Friatec). Nicht Gössnitz, 2.1.1939 EF+
Auflage 15.980. Die 1923 gegründete J.M. Andreae ohne Ironie ist eine Meldung im Jahr 1939: „Ein Auflage 100 (R 6). Die Fabrik besteht bereits seit
AG geht auf eine vor über 150 Jahren in der Frank- Teil der Fabrik für feuerfeste Erzeugnisse (ausge- 1863. Hergestellt werden Pumpen und Kompres-
furter Innenstadt von Johann Matthias Andreae rechnet!) durch Brandunglück vernichtet.“ Nicht soren sowie Gußerzeugnisse aller Art. 1922
eröffnete „Material- und Farbwaaren-Handlung“ entwertet! Umwandlung der GmbH in die APAG Apollo-Plan-

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Auktionshaus Gutowski • 50. Auktion Historischer Wertpapiere am 16. Juli 2012

tectorwerk AG, ab 1938 APAG Apollowerk AG. Nr. 102 Schätzpreis: 60,00 EUR berg wurden zum selbständigen Land Württem-
Nach dem 2. Weltkrieg enteignet, 1993 als Apollo- Startpreis: 35,00 EUR berg-Baden vereinigt, Südbaden wurde zu Baden,
werk Gößnitz GmbH reprivatisiert. Maße: 29,8 x 21 Südwürttemberg mit Hohenzollern zu Württem-
cm. Lochentwertet.
Arn. Georg AG berg-Hohenzollern. Versuche, die drei Länder
Aktie 100 DM, Nr. 4698 zusammenzuschließen scheiterten zunächst am
Neuwied, August 1967 EF Widerstand der (süd)badischen Regierung. Das
Auflage 500 (R 7). Lochentwertet. Land Baden-Württemberg wurde somit erst 1952
errichtet. Dekorativ, braun, Weißkopfseeadler-Vig-
nette. Lochentwertet.

Nr. 100

Nr. 103 Nr. 105

Nr. 103 Schätzpreis: 250,00 EUR


Startpreis: 60,00 EUR
Arthur Voigt AG
Aktie 10.000 Mark, Nr. 10036
Mainz, 1.9.1923 EF
Auflage 20.000 (R 9). Gründung 1922 zwecks Her-
stellung und Vertrieb von Tabakfabrikaten und
zum Handel mit Rohtabak. 1925 mangels Gold-
mark-Umstellung für nichtig erklärt und gelöscht.
Mit kpl. anh. Kupons.
Nr. 101
Nr. 101 Schätzpreis: 60,00 EUR
Startpreis: 35,00 EUR Nr. 106
Arn. Georg AG Nr. 106 Schätzpreis: 300,00 EUR
Aktie 1.000 DM, Nr. 286 Startpreis: 150,00 EUR
Neuwied, Januar 1951 EF+ Augsburger Kammgarn-Spinnerei
Auflage 450 (R 7). Gründung 1877 als Einzelfirma.
1919 Umwandlung in eine AG, zugleich Zukauf von
Actie 1.500 RM, Nr. 2042
Gelände, Errichtung weiterer großer Fabrikhallen Augsburg, 16.6.1941 EF/VF
und Einrichtung einer Maschinenfabrik mit den Auflage 2.668 (R 9). Ursprünglich betrieb der
modernsten Maschinen. Hergestellt wurden Eisen- Kaufmann J. Fr. Merz in Nürnberg eine Schafwoll-
konstruktionen aller Art, Wellblechbauten, Gitter- großhandlung, aus der eine Kammgarnspinnerei
maste, Stahlhäuser, Garagen, Stahltore etc., mit Pferdebetrieb hervorging. Wegen der viel gün-
außerdem Lohnverzinkung. 1949 fusionsweise stigeren Wasserkraft ging Merz 1836 nach Augs-
Übernahme der Norddeutsche Eisen-Schramm Nr. 104 burg und errichtete hier an der Schäfflerbach-
Kompressoren-AG (gegr. 1923 als Norddeutsche Nr. 104 Schätzpreis: 125,00 EUR straße die mit 3.000 Spindeln damals größte
Eisengesellschaft AG bzw. Schramm Kompresso- Kammgarn-Spinnerei im Gebiet des Deutschen
Startpreis: 60,00 EUR
ren- und Baumaschinen GmbH), die für Arn. Georg Zollvereins. 1845 Umwandlung in eine AG. 1925
in Berlin als Werksvertretung fungierte. 1993/94 Asphaltwerke R. Tagmann AG Übernahme der Werdener Feintuchwerke AG in
wurden Stahlbau und Verzinkerei, die zuletzt rd. Aktie 1.000 RM, Nr. 57 Essen-Werden (1963 wieder abgestoßen). Die
50 bzw. 25 Mio. DM Jahresumsatz machten, in Leipzig, Februar 1933 EF größte deutsche Kammgarnspinnerei kämpfte
Tochter-GmbH’s ausgegliedert. Seitdem nur noch sehr lange, wurde aber Ende 2001 dann doch
Auflage 250. Gründung 1885 als Leipziger Asphalt-
Vermögens-, Beteiligigungs- und Grundstücksver- eines der letzten Opfer der Krise der deutschen
werk R. Tagmann, seit 1923 AG als Asphaltwerke
waltung. Bis heute im Freiverkehr Düsseldorf bör- Textilindustrie. Ausgestellt an Stelle der vernich-
R. Tagmann AG. 1934 umfirmiert in R. Tagmann
sennotiert, Großaktionär ist der Fürst zu Wied. teten Aktienurkunde mit gleicher Nummer vom
Straßenbau-AG. Überregional tätiger Straßenbau-
Lochentwertet. 25. März 1925. Großformatiges Papier (28,7 x 44,4
betrieb mit Filialen in Berlin, Breslau, Erfurt, Kiel,
cm), dekorativ gestaltet. Doppelblatt, inwendig
Königsberg i.Pr., München, Nürnberg, Rostock,
zwei Übertragungsvorgänge. Nur 6 Stücke sind
Schneidemühl und Weimar. Lochentwertet.
erhalten geblieben! Prägesiegel lochentwertet.
Nr. 105 Schätzpreis: 70,00 EUR
Nr. 107 Schätzpreis: 100,00 EUR
Startpreis: 35,00 EUR
Startpreis: 50,00 EUR
Associated Municipalities AVM AG für Versicherungsbeteiligungen
of Baden-Württemberg
Sammelaktie 100 x 5 DM, Nr. 1000474
5,25 % Bond 1.000 $, Nr. 41 München, Juli 1998 UNC/EF
Stuttgart, 1.11.1952 EF/VF (R 8) Gründung 1997 durch eine Gruppe um Karl
Bereits seit 1918 gab es Bestrebungen, die alten Prinz von Thurn und Taxis (AR-Vorsitzender) und
Länder Baden, Württemberg und den preußi- die SECUNDA Emissionshaus AG, bei der sich im
schen Regierungsbezirk Hohenzollern zu vereini- vornehmen Lenbachplatz 1 im Gebäude der Mün-
gen. 1945 passten die Militär-Regierungen die chener Börse auch das Domizil der AVM befand.
staatlichen Grenzen in Südwest-Deutschland den Zweck war der Erwerb speziell von britischen und
Nr. 102 Zonengrenzen an. Nordbaden und Nordwürttem-

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Auktionshaus Gutowski • 50. Auktion Historischer Wertpapiere am 16. Juli 2012

irischen Lebensversicherungen und der Handel kassen- und Giroverband, 1929 umbenannt in sowie die Strecken Bruchsal-Hilsbach-Menzingen,
derartiger Lebensversicherungspolicen. Ferner Badische Kommunale Landesbank -Girozentrale- Neckarbischofsheim-Hüffenhardt, Wiesloch-
betätigte sich die Ges. als Garantiegeber für Versi- Öffentliche Bank und Pfandbriefanstalt. 1988 Meckesheim-Waldangelloch (zus. 153 km). Später
cherungsgeschäfte von Lloyds London. Dem fusionierte das Institut mit der Landesbank Stutt- erwarb der Kreis Karlsruhe die Aktienmehrheit. In
Fürstlichen Haus Thurn und Taxis in Regensburg gart Girozentrale zur Südwest LB, diese 1999 mit der Weltwirtschaftskrise 1931 in Konkurs gegan-
sind die diesbezüglichen alle in die Hose gegange- der Landesgirokasse und der Landeskreditbank gen, die Bahnbetriebe wurden an die Deutsche
nen Aktivitäten ihres Münchener Namensvetters Baden-Württemberg zur LBBW. Als entwertet Eisenbahn-Betriebs-Gesellschaft verkauft. Mit kpl.
so peinlich, daß man sich auf der offiziellen Web- abgestempelt. Mit restlichem Kuponbogen. Kuponbogen.
seite ausdrücklich davon distanzierte. Komplett Abheftlochung am linken Rand.
beiliegender Kuponbogen.

Nr. 107

Nr. 109
Nr. 112

Nr. 112 Schätzpreis: 160,00 EUR


Startpreis: 80,00 EUR
Badische Maschinenfabrik und
Eisengießerei vormals G. Sebold etc.
Aktie 1.000 Mark, Nr. 1526
Durlach, Juli 1914 EF
Nr. 108 Auflage 500. Gründung 1885. Spezialität: Maschi-
Nr. 108 Schätzpreis: 125,00 EUR nen und Einrichtungen für Eisen-, Stahl-, Temper-
Startpreis: 60,00 EUR und Metallgiessereien, Sandstrahlgebläse für ver-
schiedene Zwecke, Maschinen und Einrichtungen
Badische Bank für Zündholzfabriken, Gerbereien und Lederfabri-
Aktie 1.000 RM, Nr. 40720 ken. Mit eigenem Eisenbahnanschluss. Ab 1949
Karlsruhe, Mai 1942 EF+ Badische Maschinenfabrik AG Seboldwerke, Karls-
Auflage 2.400 (R 8). Ursprünglich errichtet 1870 als ruhe. Die BMD Badische Maschinenfabrik Durlach
Privatbank mit Notenbank-Privileg in Mannheim. GmbH stellte 2002 ihre Produktion ein. Großfor-
Seit 1923 Vertrauensbank des Badischen Staates, matiges Papier, dekorativ im Historismusstil
der 1931 durch Übernahme eines größeren, bis gestaltet. Maße: 38 x 25 cm, Doppelblatt, lochent-
dahin von der Deutschen Bank gehaltenen Aktien- Nr. 110 wertet.
paketes auch Mehrheitsaktionär wurde. 1932 Sitz-
verlegung nach Karlsruhe. 1977 mit der Württem-
bergischen Bank (früher: Württ. Notenbank) und
der Handelsbank Heilbronn AG zur Baden-Würt-
tembergische Bank AG fusioniert. Auf Betreiben
der baden-württembergischen Landesregierung
unter Erwin Teufel übernahm die öffentlich-rechtli-
che Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) 2001
die Aktienmehrheit der BW-Bank. Danach wurden
die Kleinaktionäre per Squeeze-out rausgeworfen
und die BW-Bank als unselbständige Anstalt ab
1.8.2005 vollständig in die LBBW integriert.

Nr. 109 Schätzpreis: 250,00 EUR


Startpreis: 50,00 EUR
Badische Hauptstadt Mannheim
4 % Schuldv. Lit. D 500 Mark, Nr. 4904
1.8.1919 EF/VF
Auflage 2.180 (R 10). Maße: 34 x 23,5 cm. Doppel-
blatt, inwendig Bestimmungen. Mit beiliegenden
restlichen Kupons. Nr. 111 Nr. 113
Nr. 111 Schätzpreis: 125,00 EUR Nr. 113 Schätzpreis: 250,00 EUR
Nr. 110 Schätzpreis: 65,00 EUR Startpreis: 50,00 EUR
Startpreis: 30,00 EUR Startpreis: 60,00 EUR
Badische Lokal-Eisenbahnen AG Badische Motor-Lokomotivwerke AG
Badische Kommunale Landesbank -
Girozentrale- Öffentliche Bank- und Genussrechts-Urkunde 100 RM, Nr. 876 Aktie 1.000 Mark, Nr. 18234
Pfandbriefanstalt Karlsruhe, 31.7.1926 EF Mosbach / Berlin, 21.10.1921 EF-
(R 7) Gründung 1898 als Betriebsführungsgesell- Auflage 10.000 (R 10). Ursprung ist eine 1913 in
6,5 % Schuldv. 100 DM, Muster schaft für die Badischen Bahnen der Westdeut- Mosbach als Steinmetz & Gmeinder KG begründe-
Mannheim, 27.7.1967 EF schen Eisenbahn-Gesellschaft. Betrieben wurden te Fabrik (ab 1916 Anton Gmeinder & Cie.), die
Nullgeziffertes Specimen. Gegründet 1917 als 5 nicht miteinander verbundene Strecken: die bereits 1919 die ersten Lokomotiven mit Benzol-
Badische Girozentrale durch den Badischen Spar- schmalspurige Albtalbahn, die Bühlertalbahn Motor auslieferte. Hergestellt wurden ferner

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Auktionshaus Gutowski • 50. Auktion Historischer Wertpapiere am 16. Juli 2012

Motorfahrzeuge und Eisenbahnmaterial aller Art. Weichen, Drehscheiben und komplette Bahnanla- wertung durch den Bundesfinanzminister derzei-
1921 Einbringung der Aktivitäten in die neu gen. Filialen bestanden in Danzig, Dortmund, Düs- tig durchgeführt wird. Sehr dekorativ gestaltet:
gegründete Badische Motor-Lokomotivwerke AG. seldorf, Leipzig, Wien und Budapest. Infolge zu die Abb. oben in der Zierumrandung zeigt Merkur,
Gemeinsam mit der Maschinenbau-Gesellschaft rascher Expansion geriet die Ges. Anfang Dez. den altrömischen Gott des Handels. Das für den
Karlsruhe und der Motorenwerke Mannheim 1912 in Zahlungsschwierigkeiten, noch im glei- Berliner Kassenverein gewählte Siegel, in der Zier-
kommt es zur Gründung der MBG Motor-Lokomo- chen Monat wurde Konkurs beantragt. Im März umrandung unten platziert, teigt einen Kranich
tiv-Verkaufs-Ges. Baden mbH. 1925 geht die AG in 1913 übernahm die Feldbahnindustrie Moschewer mit einem Stein in der erhobenen Klaue, ein Sinn-
Konkurs. Nachfolger wird die Gmeinder & Co. & Co., Breslau, die Bestände vom Konkursverwal- bild der Wachsamkeit, als Andenken dem Initiator
GmbH, die Anton Gmeinder mit Unterstützung ter und setzte den Betrieb fort. Die ausländischen der Bank, Joseph Mendelssohn, gewidmet. Faksi-
von Carl und Hermann Kaelble gründet. Die Ferti- Filialen wurden abgestoßen. Anfangs glaubte der mileunterschrift des Bankiers Julius Bleichröder
gung von Feldbahn- und Normalspur-Lokomoti- Konkursverwalter noch, die AG sei nicht einmal für den Verwaltungsrath. Maße: 25,6 x 33,6 cm.
ven sowie Grubenlokomotiven wird weiter ausge- überschuldet, sondern nur illiquide. Doch am Doppelblatt. Nicht entwertet!
baut. 1932 wird Gmeinder zum Hauptlieferanten Ende ließen sich die bilanzierten Vermögenswerte
der Standard-Rangierlokomotiven der Deutschen nicht realisieren und die Aktionäre gingen leer
Reichsbahn. Später werden für die Deutsche Bun- aus, man überlegte sogar die Verwaltung in
desbahn Rangierlokomotiven der Baureihe V 60 Regreß zu nehmen. Großformatiges Papier (33,8 x
gebaut, außerdem einige Dieseltriebwagen wie 24,2 cm), dekorativ verziert.
der WEG T 23 und 24. 1996 Neugründung als
“Gmeinder Lokomotiven- und Maschinenfabrik
GmbH”, 2004 Ausgliederung des Lokomotiven-
baus in Mosbach an die “Gmeinder Lokomotiven-
fabrik GmbH”, deren alleiniger Gesellschafter
heute die LBBW Venture Capital GmbH ist. Maße:
31 x 24 cm. Sehr günstig angeboten!

Nr. 118
Nr. 118 Schätzpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 100,00 EUR
Bank für Handel und Gewerbe AG
Nr. 116 Sammelaktie 10 x 1.000 RM, Nr. 441-450
Nr. 116 Schätzpreis: 100,00 EUR Kattowitz, 5.6.1942 EF+
Startpreis: 35,00 EUR Auflage 50 (R 7). Gegründet 1922 zum Betrieb von
Balcke-Dürr AG Bankgeschäften aller Art. 1942 wurde die Satzung
neu gefasst. Großaktionär (1943): Deutsche Zentral-
Aktie 50 DM, Muster genossenschaftskasse, Berlin. Lochentwertet.
Ratingen, September 1993 UNC/EF Maße: 21,1 x 29,9 cm. Die Unterschrift des Kontroll-
Nr. 114 Nullgeziffertes Specimen. Eine Tochter von Bab- beamten fehlt (wie bei allen bekannten Stücken).
cock-Borsig, gegründet 1972 durch Fusion der
Nr. 114 Schätzpreis: 150,00 EUR Dürrwerke AG (gegr. 1883 als Düsseldorf-Ratinger
Startpreis: 40,00 EUR Röhrenkesselfabrik Dürr & Co., AG seit 1889) und
Bäumert & Co. AG der Maschinenbau-AG Balcke (gegr. 1894/98, AG
seit 1905, Werke in Bochum und Frankenthal). Pro-
für Metallurgie und Bergbau duziert wurden zuletzt Windkraftanlagen, Gastur-
Aktie 10.000 Mark, Nr. 64895 binenanlagen, Industriekessel, Gebäudeausrü-
Leipzig, 25.7.1923 EF+ stungen aller Art, Rohrleistungssysteme sowie
Auflage 77.000 (R 8). Gründung 1923 zum Erwerb, Anlagen für die Oberflächentechnik. 2001 mit der
Bau und Betrieb von metallurgischen Werken und Muttergesellschaft zur Babcock Borsig AG (neu)
Hüttenwerken. 1925 Konkurs. Sehr dekorativ mit fusioniert. 2002 war das dann eine der spekta-
Bergmann und Schmied im Unterdruck. Nicht ent- kulärsten Pleiten des Jahrzehnts.
wertet, sehr günstig angeboten!

Nr. 119
Nr. 119 Schätzpreis: 85,00 EUR
Startpreis: 40,00 EUR
Bank für Handel und Grundbesitz AG
Aktie Reihe B 100 RM, Nr. 1479
Leipzig, November 1931 EF+
Auflage: 1.450. Gründung 1902 als „Spar- und Dar-
lehnskasse der Hausbesitzer eGmbH“, 1910 Umbe-
nennung in Leipziger Hausbesitzer-Bank, AG seit
1923. Die Bank hielt Anteile am Leipziger Hypo-
thekenverein, an der Wechsel- und Kreditgenos-
senschaft für Handwerk und Mittelstand eGmbH
Nr. 117
und der Gesellschaft für Haus und Boden mbH.
Nr. 117 Schätzpreis: 500,00 EUR Zwischen der Bank und diesen Unternehmen
Startpreis: 200,00 EUR bestand Personalunion. Auf Grund der Verord-
Bank des Berliner Kassen Vereins nung über die Gründung der Sächsischen Landes-
bank und die Abwicklung der bisher bestehenden
Namens-Actie 3.000 Mark, Nr. 1408 Banken und Geldinstitute vom 14.8.1945 erlosch
Berlin, 15.5.1883 EF/VF die Bank am 29.5.1947. Prägesiegel lochentwertet.
Nr. 115 Auflage 2.000 (R 7). Entstanden aus der 1823
gegründeten Handelssocietät als Generalabrech- Nr. 120 Schätzpreis: 75,00 EUR
Nr. 115 Schätzpreis: 300,00 EUR nungsstelle vieler Berliner Bankfirmen. Anfangs
Startpreis: 150,00 EUR Startpreis: 35,00 EUR
besaß der Kassenverein sogar das Privileg zur
Bahnindustrie AG Herausgabe eigener Banknoten, worauf 1875 ver- Bank für Textilindustrie AG
Actie 1.000 Mark, Nr. 539 zichtet wurde. Nach der Jahrhundertwende wurde Vorzugsaktie Lit. B 20 RM, Nr. 26066
Hannover, 20.2.1909 EF hier die Girosammelverwahrung von Effekten Berlin, 31.1.1925 EF
„erfunden“. Kurz vor Kriegsende zwangsweise Auflage 37.500, zuletzt noch 1875. Gegründet 1919
Gründeraktie, Auflage 1.700 (R 8). Die Gesellschaft Verschmelzung mit der Reichsbank. Aus dieser
führte den Betrieb der Hannoverschen Bahnindu- durch den Blumenberg-Konzern als “Textilverwal-
Zwangsfusion stammen die riesigen Altwertpa- tung AG”, 1921 umbenannt in Bank für Textilindu-
strie GmbH in Herrenhausen fort. Gebaut wurden pierbestände der ehem. Reichsbank, deren Ver- strie, Sitz war Berlin W 9, Vosstr. 11. Die im Frei-

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verkehr Mannheim börsennotierte Bank, deren Nr. 125 Schätzpreis: 175,00 EUR
AR in besseren Zeiten auch der Deutsche-Bank- Startpreis: 90,00 EUR
Vorstand Paul Millington-Herrmann angehörte,
nahm 1926 in London eine Anleihe von 1 Mio. £ auf
Baugenossenschaft Grünhain eGmbH
und reichte diese an die 11 über die Bank vom Blu- Namens-Anteil 100 RM, Nr. 213
menberg-Konzern beherrschten Textilfirmen wei- Grünhain, 20.3.1928 EF
ter (u.a. Ges. für Spinnerei und Weberei in Ettlin- (R 10) Originalunterschriften. Maße: 29,5 x 22,9
gen, Spinnerei Lauffenmühle in Tiengen, Viersener cm. Doppelblatt, Prägesiegel lochentwertet.
AG für Spinnerei und Weberei, Ver. Vigogne-Spin-
nereien AG in Chemnitz). Als in der Weltwirt-
schaftskrise der Blumenberg-Konzern kippte, kam
auch die Bank für Textilindustrie in Schwierigkei-
ten, stellte im Sept. 1931 die Bedienung der £-
Anleihe ein und ging 1933 in Liquidation. Ein deut-
sches Bankenkonsortium fand die englischen Nr. 123
Anleihegläubiger zu 25 % ab. Lochentwertet. Nr. 123 Schätzpreis: 100,00 EUR
Startpreis: 50,00 EUR
Bauernland “Goldene Aue” AG
Sammelaktie 100 x 50 DM, Muster
Urbach, September 1997 UNC/EF
Nullgeziffertes Specimen (R 9). Gründung 1991 als
Holding für fünf Agrarproduktions- und -handels-
gesellschaften im Raum Nordhausen (Görsbach,
Windehausen und Urbach). Außerdem an der Nr. 126
Helwi Bau GmbH & Co. KG in Ilfeld (Südharz)
beteiligt. Aktionäre sind fünf Privatpersonen. Far- Nr. 126 Schätzpreis: 350,00 EUR
bige Vignette mit ährenumkränzter Sonne, Getrei- Startpreis: 200,00 EUR
deähren im Unterdruck. Baugenossenschaft Hellerau eGmbH
Namens-Anteilschein 200 Mark, Nr. 2677
Hellerau bei Dresden, 8.5.1941 VF
Nr. 121 (R 11) Handschriftlich überschrieben auf Vor-
druck vom 30.9.1921, ausgestellt auf die Dresdner
Nr. 121 Schätzpreis: 125,00 EUR Spezialfedernfabrik Strobel & Co., Hellerau.
Startpreis: 40,00 EUR Gegründet 1909 von dem Möbelfabrikanten Karl
Batavia Export Company AG Camillo Schmidt-Hellerau (1873-1948) für den Bau
Sammel-Aktie 5 x 1.000 Mark, Nr. 73196-200 der Gartenstadtsiedlung Hellerau zusammen mit
dem Neubau seiner „Dresdner Werkstätten für
Berlin, 3.8.1922 EF/VF Handwerkskunst“. Die Gartenstadt befand sich an
Gründeraktie (R 8). Gegründet am 5.2, 5.7.1922, der nördlichen Peripherie von Dresden am Heller
eingetragen am 3.8.1911. Ursprünglicher Firmen- auf den Fluren von Rähnitz und Klotzsche.
name „Deutsche Union AG für den Handel mit Voll- Schmidt wurde inspiriert von den Ideen der
und Halbblutpferden“. Ein- und Ausfuhr von Lebensreform, der englischen Arts-and-Craft-
Waren hauptsächlich von und nach Niederlän- Bewegung und der von Ebenezer Howard begrün-
disch Indien, Schwerpunkt des Exportgeschäfts deten Gartenstadtbewegung. Der Landkauf für
war die Ausfuhr von Filmen. 1928 gelöscht. Loch- Fabrik- und Siedlungsneubau erfolgte 1906 und
entwertet. Mit anh. Kupons. die Konzipierungsphase begann im selben Jahr.
Schmidt beauftragte Richard Riemerschmid,
einen Gesamtplan für die Bebauung zu entwerfen.
Nr. 124 Im Juni 1909 erfolgte der erste Spatenstich.
Nr. 124 Schätzpreis: 200,00 EUR Bereits 1910 wurde in den neuerbauten Deutschen
Startpreis: 100,00 EUR Werkstätten für Handwerkskunst Hellerau produ-
ziert, und die ersten Bewohner siedelten sich in
Baugenossenschaft des Leipziger Hellerau an. Der von Schmidt beauftragte Archi-
Mietervereins eGmbH tekt Richard Riemerschmid plante den Bau der
4,5 % Namen-Teilschuldv. 500 RM, Nr. 96 Werkstätten und dazu eine Wohnsiedlung mit
Leipzig, 1.7.1940, ausgefertigt am Kleinstwohnhäusern für die Arbeiter, geräumigen
5.1.1942 EF Landhäusern, Markt, Geschäften, Wasch- und
Reihe A, Auflage 150 (R 10). Gegründet 1899. Badehaus, Praxen, Ledigenwohnheim, Schule und
Gehört heute zur Baugenossenschaft Leipzig eG. Schülerwohnheim. Neben Riemerschmid gehör-
Teil einer Anleihe von insgesamt 200.000 RM. ten Heinrich Tessenow, Hermann Muthesius und
Kurt Frick, aber auch Theodor Fischer zu den
Nr. 122 Maße: 29,7 x 21,1 cm. Doppelblatt, inwendig Anlei-
hebedingungen, rückseitig abgestempelte Zins- renommierten Architekten, von denen in Hellerau
Nr. 122 Schätzpreis: 100,00 EUR zahlungen bis 1945, lochentwertet. Nur 3 Stücke ganze Straßenzüge oder zumindest Häuserreihen
Startpreis: 50,00 EUR sind bis heute erhalten geblieben! realisiert wurden. Während der Zeit ihrer Errich-
tung war Hellerau, wie sonst nur die Essener Gar-
Bauernland Agraraktiengesellschaft tenstadt Margarethenhöhe, durch einen Regie-
Sammelaktie 20 x 50 DM, Muster rungserlass von allen Bauvorschriften befreit.
Großolbersdorf, Mai 1993 UNC/EF Reformbegeisterte aus ganz Europa kamen, um
Nullgeziffertes Specimen (R 9). Gründung 1991 Zeuge der real praktizierten Lebensreform zu wer-
durch Mitglieder der ehemaligen LPG’s “Neues den. Einige besuchten Hellerau nur für kurze Zeit,
Leben” Wolkenstein, “Morgenrot” und “Pflanzen- andere blieben. Unter dem Dach des Kulturbun-
produktion” Großolbersdorf sowie “Vereinigte des der DDR wurde die „Interessengruppe Hel-
Kraft” Krumhermersdorf. Die noch heute beste- lerau“ gegründet, um das Architekturdenkmal zu
hende AG (169 Aktionäre, 210 Beschäftigte, schützen. 1990 wurde das „Bürgerkomitee Hel-
www.bauernland-ag.de) bewirtschaftet zwischen lerau“ gegründet, daraus entstand der Verein
Zschopau, Zöblitz und Annaberg-Buchholz im Erz- „Bürgerschaft Hellerau“. Lochentwertet. Maße:
gebirge eine Fläche von 5.636 ha (2/3 Acker, 1/3 18,4 x 24,9 cm. Nur 2 Stücke sind erhalten
Grünland). Tochtergesellschaften: Agrar-GmbH geblieben!
Zschopautal, Agrarprodukte Krumhermersdorf,
Bauernland Mutterkuh GmbH und Landgut “Am
Dörrhaus” AG). Neben der Produktion von Milch, Historische Wertpapiere
Rind- und Schweinefleisch (mit Direktvermark- Das junge Sammelgebiet
tung von Fleisch und Wurst) sowie Getreide auch
Betrieb einer Biogasanlage, des Elektrohandwerks mit großer Zukunft!
und der Wohnungsverwaltung. Mit Kuponbogen. Nr. 125

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es 1951 zur Neugründung als Farbenfabriken


Bayer AG. 1972 Umfirmierung in Bayer AG. Heute
einer der weltgrößten Chemie- und Pharmakon-
zerne. Im Zusammenhang mit Firmenkäufen und
einer starken Ausweitung des USA-Geschäfts
Anfang der 1970er Jahre wurden die Bayer-Aktien
auch an der New Yorker Börse eingeführt. Wegen
der inzwischen fast unerfüllbaren US-Vorschriften
und jährlicher Kosten von fast 5 Mio. $ veranlas-
ste Bayer 2007 das De-Listing in New York. Ent-
wertet. Nur 4 Stücke wurden im ABNC-Archiv
gefunden.

Nr. 127
Nr. 127 Schätzpreis: 100,00 EUR
Startpreis: 40,00 EUR
Baumaterialien-Handelsgesellschaft
Aktie Lit. A 100 DM, Nr. 11796
Bayreuth, Oktober 1985 UNC/EF
Auflage 1.060. Gründung 1921. Neben der Bau-
stoffgroßhandlung wurde 1926 das Dampfziegel-
werk Mistelgau angekauft (1973 umfassend
modernisiert). Heute wird auf dem Firmengelände
Gravenreutherstr. 19/21 außerdem ein Heimwer-
Nr. 131
kermarkt betrieben. Mehrheitsaktionär war lange
Zeit die Schmidt-Bank in Hof, ab 1990 dann die Fa. Nr. 129
Danhauser, Nabburg. Rückseitig als entwertet Nr. 129 Schätzpreis: 500,00 EUR
abgestempelt. Startpreis: 300,00 EUR
Baumwollspinnerei Mittweida
Namens-VZ-Aktie 10 x 100 RM, Nr. 11-20
Mittweida, 4.5.1938 VF
Interimsschein, Auflage nur 2 Stücke (R 11). Grün-
dung 1884. Zuletzt besaß die Gesellschaft 5 Spin-
nereien mit etwa 160.000 Spinn- und Zwirnspin-
deln, 3 Wasserkraftturbinen und Dampfanlagen
sowie eine Mehrheitsbeteiligung an der Baum-
wollweberei Mittweida. Im 2. Weltkrieg wurde die
Hälfte des Werkes demontiert, auf der freigewor-
denen Fläche wurde eine Kriegsproduktion der Nr. 132
Lorenzwerke AG Berlin (Funkgeräte) eingerichtet.
In Leipzig börsennotiert. Nach 1945 als VEB Baum- Nr. 132 Schätzpreis: 75,00 EUR
wollspinnerei weitergeführt, angegliedert wurden Startpreis: 50,00 EUR
1951 Weißthaler Spinnerei als Werk 2 und 1964 die Bayer AG
Baumwollspinnerei Riesa als Werk 3. Zur Wende 1 Stückaktie, Nr. BNY 3933
waren etwa 1.000 Mitarbeiter beschäftigt. 1995 als
Sächsische Baumwollspinnerei GmbH reprivati-
Leverkusen/New York, 5.3.2004 UNC/EF
siert, mit Werken in Mittweida, Venusberg und American Depository Share. ABNC-Stahlstich,
Hohenfichte einer der letzten heute noch produ- großes Bayer-Kreuz im Unterdruck, Vignette mit
zierenden Textilbetriebe der Region. Lochentwer- Brustporträts von Friedrich Bayer und Friedrich
tet. Maße: 29,5 x 21 cm. Originalunterschriften. Weskott, Molekülen und Ansicht des Stammwerks
Rückseitig maschinenschriftliche Dividendenzah- in Leverkusen. Der einzige Weg, überhaupt noch
lungsbestätigungen bis 1945. eine gültige Bayer-Aktie zu bekommen: Die deut-
schen Aktienzertifikate wurden vor einigen Jahren
durch Verbriefungsausschluß aus dem Verkehr
Nr. 130 Schätzpreis: 125,00 EUR gezogen.
Startpreis: 60,00 EUR
Bauverein zur Beschaffung preiswer-
ter Wohnungen in Leipzig eGmbH
4,5 % Namen-Schuldv. 200 RM, Nr. 7750
Nr. 128 Leipzig, 21.10.1940 EF/VF
(R 10) 1898 gegründete Baugenossenschaft. 1929
Nr. 128 Schätzpreis: 800,00 EUR hatte die Genossenschaft 6000 Mitglieder. 1952
Startpreis: 300,00 EUR Integration in die Arbeiterwohnungsgenossen-
schaft (AWG). Maße: 34 x 21,5. Originalunter-
Baumwollspinnerei Erlangen schriften. Lochentwertet. Nur 3 Stücke sind bis
Actie 1.000 Mark, Nr. 529 heute erhalten geblieben!
Erlangen, März 1899 VF+
Auflage 800 (R 10). Gründung 1880 als „Spinnerei Nr. 131 Schätzpreis: 125,00 EUR
und Weberei Erlangen“. Herstellung von Garnen, Startpreis: 50,00 EUR
Zwirnen und Geweben aus Baumwolle, Zellwolle Bayer AG
und Kunstseide. 1927 Fusion mit der „Oberfränki-
Aktie 50 DM, Specimen
sches Textilwerk AG“ und der „Mech. Baumwoll-
Spinnerei und Weberei Bamberg AG“ zur Baum- Leverkusen, von 1975 UNC/EF
wollindustrie Erlangen-Bamberg AG. Spinnereien American Depository Share der Chemical Bank
und Webereien in Erlangen, Wangen (mit Ausrü- (R 10). Die Firma Friedr. Bayer et comp. wurde
stungsbetrieb) und Bamberg, außerdem Weberei- 1863 in Wuppertal-Barmen gegründet. 1881
Umwandlung in eine AG als “Farbenfabriken vorm.
en in Schwarzenbach (Saale) und Zeil (Main).
Friedr. Bayer & Co.” 1912 Verlegung des Hauptsit-
Zuletzt als ERBA firmierend und erst vor wenigen
zes von Elberfeld nach Leverkusen. 1925 verlor
Jahren in Konkurs gegangen. Maße: 33 x 21 cm. Bayer mit der I.G. Farben-Fusion vorerst die
Doppelblatt. Knickfalten, sonst tadellos. In dieser Selbständigkeit. Als die I.G. Farbenindustrie AG
Form (nicht entwertet) zuletzt 1997 angeboten! auf alliierte Anordnung zerschlagen wurde, kam Nr. 133

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Nr. 133 Schätzpreis: 100,00 EUR


Startpreis: 50,00 EUR
Bayer. Landeshauptstadt München
8 % Schuldv. Lit. A 100.000 Mark, Nr. 1272
15.2.1923 VF+
Auflage 3.000 (R 8). Teil einer Anleihe von 1 Mrd.
Mark, I. Emission. Äußerst dekorative Art déco-
Gestaltung, in der Druckplatte von dem Maler und
Gebrauchsgraphiker Prof. Franz Glas signiert.
Glass, 1886 in München geboren, war Mitglied der
Vereinigung Münchner Plakatkünstler “Die Sechs”.
Doppelblatt.

Nr. 134 Schätzpreis: 100,00 EUR Nr. 140


Startpreis: 40,00 EUR
Bayer. Landeshauptstadt München
8 % Schuldv. 50.000 Mark, Nr. 3859
15.2.1923 EF
Auflage 10.000 (R 8). Gleiche herrliche Gestaltung
wie das Los davor, nur andersfabrig gedruckt. Nr. 138
Doppelblatt, inwendig Anleihebedingungen, mit
kpl. beiliegenden Kupons. Nr. 138 Schätzpreis: 100,00 EUR
Startpreis: 50,00 EUR
Nr. 135 Schätzpreis: 100,00 EUR Bayerische Handelsbank
Startpreis: 50,00 EUR Anteilschein über 50 Anteile, Nr. 2434
Bayer. Landeshauptstadt München München, 1.7.1930 EF
8 % Schuldv. 100.000 Mark, Nr. 493 (R 10) Hochinteressantes Wertpapier, welches die
1.6.1923 EF Kommunalschuldverschreibungs-Teilungsmasse
Auflage 5.000 (R 7). Gleiche herrliche Gestaltung der Gesellschaft regelt. Doppelblatt, inwendig
wie das Los davor, nur andersfabrig gedruckt. Auszug aus dem Gesetz über die Aufwertung von
Doppelblatt, inwendig Anleihebedingungen, mit Hypotheken.
beiliegenden restlichen Kupons.
Nr. 141
Nr. 141 Schätzpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 35,00 EUR
Bayerische Kabelwerk-AG
Aktie 5.000 Mark, Nr. 15590
München, 11.9.1923 EF-
Gründeraktie, Auflage 113.000 (R 8). Gründung im
August 1923. Fabrikation von Drähten für Stark-
und Schwachstromleitungen. 1926 in Konkurs.
Hübsche Umrahmung mit Art-Deko-Elementen
(mit Künstler-Monogramm C.S.L.). Doppelblatt.

Nr. 139
Nr. 139 Schätzpreis: 125,00 EUR
Startpreis: 60,00 EUR
Bayerische Hypotheken- und Wechsel-
Bank
Aktie 1.000 RM, Nr. 15217
München, 18.2.1928 EF
Auflage 9.000. Gründung 1835, wobei hier die sel-
Nr. 136 tene Kombination von Hypotheken- und
Geschäfts-Bank zugelassen war. Auch Versiche-
Nr. 136 Schätzpreis: 60,00 EUR rungs-Geschäfte wurden zunächst auf eigene
Startpreis: 30,00 EUR Rechnung betrieben (1905 in die „Bayerische Ver-
Bayerische Handelsbank sicherungsbank AG“ ausgegliedert, 1923 an Mün-
chener Rück und Allianz verkauft). 1896 Ausdeh-
Certifikat zu 4,5 % Liquidations- nung des Geschäftsbereiches über Bayern hinaus
Kommunal-Schuldv. 10 RM, Nr. 1862 auf das ganze Deutsche Reich. 1905 Gründung der
München, 1.7.1930 EF Bayer. Disconto- und Wechsel-Bank AG in Nürn-
(R 10) 1869 Gründung der Bayerischen Handels- berg (deren laufendes Geschäft 1923 übernom-
bank als Kreditbank. 1871 Angliederung einer men wurde). 1915-20 Übernahme einer Reihe klei-
nerer Bankgeschäfte. In Österreich aktiv mit der Nr. 142
Bodencreditanstalt. 1921 Übertragung der
Geschäftsbank auf die Bayerische Vereinsbank, Gründung der Salzburger Kredit- und Wechsel- Nr. 142 Schätzpreis: 175,00 EUR
seitdem reine Hypothekenbank. Börsennotiert bis Bank (1921) und der Kärntner Kredit- und Wech- Startpreis: 50,00 EUR
2002, als die Bayerische Handelsbank mit den selbank Ehrfeld & Co., Klagenfurt (1922, später die
Bank für Kärnten) sowie Beteiligung bei Scher- Bayerische Kreis-Haupt-
anderen Realkredit-Töchtern der HypoVereins-
bank fusioniert wurde. Letztlich Teil der heute baum & Co. in Wien (1924). 1998 mit dem früheren und Universitätsstadt Würzburg
skandalumwitterten Hypo Real Estate geworden. Erz-Konkurrenten Bayerische Vereinsbank zur 6 % Schuldv. 10.000 Mark, Nr. 543
heutigen Bayerischen Hypo- und Vereinsbank AG
Einzelstück aus alter Sammlung.
fusioniert. Prägesiegel lochentwertet.
28.10.1922 EF/VF
(R 7) Schöne Art-Deko-Umrandung. Großformati-
Nr. 137 Schätzpreis: 60,00 EUR Nr. 140 Schätzpreis: 250,00 EUR ges Papier (37,8 x 25,8 cm), rückseitig Anleihebe-
Startpreis: 30,00 EUR Startpreis: 60,00 EUR dingungen.
Bayerische Handelsbank Bayerische Hypotheken- und Wechsel-
Certifikat zu 4,5 % Liquidations- Bank Gerne beantworte ich
Kommunal-Schuldv. 20 RM, Nr. 2586 Aktie 100 DM, Muster Ihre Fragen auch per e-Mail
München, 1.7.1930 EF München, Oktober 1954 EF
(R 10) Einzelstück aus alter Sammlung. gutowski@gmx.com
(R 10). Abheft- und Entwertungslochung.

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Auktionshaus Gutowski • 50. Auktion Historischer Wertpapiere am 16. Juli 2012

Nr. 148
Nr. 148 Schätzpreis: 125,00 EUR
Startpreis: 35,00 EUR
Bayerisches Elektro-Stahlwerk
München AG
Gutschein für 1 Aktie 10.000 Mark, Nr. 4256
München, 25.10.1923 EF-
(R 10) Gegen Rückgabe dieses Gutscheins sollte
nach Fertigstellung durch die Firma Finanz- und
Nr. 145 Ingenieurbüro München, Bräuhausstr. 8 1 Aktie
Nr. 143 ausgehändigt werden. Maße: 11,7 x 21,8 cm.
Nr. 143 Schätzpreis: 75,00 EUR
Startpreis: 40,00 EUR
Bayerische Montan AG
Aktie Lit. A 10.000 Mark, Nr. 9064
München, 7.7.1923 EF/VF
Auflage 2.000 (R 9). Gründung 1922, Betrieb eines
Talkum-Bergbaues nebst Drahtseilbahn und Mine-
ralmühle in Lungau im Lande Salzburg. Großfor-
matiges Papier (37,8 x 25,2 cm), dekorativ verziert.

Nr. 146 Nr. 149


Nr. 149 Schätzpreis: 125,00 EUR
Startpreis: 50,00 EUR
Bayernwerke für Holzverwertung AG
Aktie 5 x 20 RM, Nr. 19366-19370
München, Januar 1925 EF
Auflage 5.000 (R 9). Gründung 1920. Holzwerke in
Augsburg, Plattling und Schwaben, ferner Holz-
Nr. 144 handlung in der Ungererstraße in München. Bör-
sennotiz München und Frankfurt. Mit Kupons.
Nr. 144 Schätzpreis: 300,00 EUR
Startpreis: 180,00 EUR
Bayerische Motoren Werke AG
Aktie 1.000 RM, Nr. 1610
München, September 1925 EF-
Auflage 5.000. Mit BMW-Emblem im Trockensiegel.
Die älteste im Markt verfügbare BMW-Aktie,
nicht entwertet!

Nr. 145 Schätzpreis: 150,00 EUR


Startpreis: 50,00 EUR
Bayerische Motoren Werke AG
Vorzugsaktie 50 DM, Muster Nr. 147
München, Dezember 1996 EF+
Nr. 147 Schätzpreis: 100,00 EUR
Nullgeziffertes Specimen. Schöner Druck von G&D Startpreis: 60,00 EUR
mit BMW-Emblem.
Bayerische Warenkreditbank AG
Nr. 146 Schätzpreis: 175,00 EUR Aktie 10.000 Mark, Nr. 17411
Startpreis: 40,00 EUR München, Juli 1923 EF
Bayerische Stickstoff-Werke AG (R 6) Gegründet am 13.2.1923 u.a. durch die
Aktie 1.000 Mark, Nr. 9619 Warenkreditbank-AG in Berlin, v. Schirach & Co.
KG, Konsul Carl A. Luederitz u.v.m. zwecks Belei- Nr. 150
München, Juni 1918 EF
hung und Bevorschussung von Waren. Trotz der Nr. 150 Schätzpreis: 100,00 EUR
Auflage 4.000 (R 6). Gründung 1908. Angegliedert illustren Beteiligten (AR-Vorsitzender Heinrich
wurde 1933 die Mitteldeutsche Stickstoffwerke AG Startpreis: 35,00 EUR
Königbauer war Präsident des Bayerischen Land-
und 1941 die Braunschweigische Harzkalkwerke
tags, AR-Mitglied Fr. Warschauer war einer der
Bayr. Akkumulatoren-Werke AG
GmbH. 1978 Umfirmierung in SKW Trostberg AG
bekanntesten Berliner Privatbankiers, Mitgründer Aktie 1.000 Mark, Nr. 6779
mit der VIAG als Großaktionär. Nach der Fusion
der SKW Trostberg AG mit der Degussa-Hüls im und AR-Mitglied Friedrich v. Schirach war der München, 14.12.1922 EF
Febr. 2001 ist Trostberg heute ein bedeutender Vater des späteren “Reichsjugendführers” Baldur Gründeraktie, Auflage 10.500 (R 9). Gründung im
Forschungs- und Produktionsstandort im Degus- von Schirach) reüssierte die Bank nicht und ging Dez. 1922 zur Herstellung von Akkumulatoren
sa-Konzern. Mit Faksimile-Unterschrift des Deut- bereits im Juli 1924 wieder in Liquidation. Maße: nach dem System Ing. Herm. Heinicke. Bereits
sche-Bank-Vorstands Arthur von Gwinner. Maße: 22,5 x 14,5 cm. Mit komplett anhängendem Kupon- 1924 in Konkurs gegangen. Großformatiges Papier
26 x 34,6 cm. Nicht entwertet! bogen, lochentwertet. (33,1 x 24,6 cm), mit komplettem Kuponbogen.

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Auktionshaus Gutowski • 50. Auktion Historischer Wertpapiere am 16. Juli 2012

Konkursverfahrens, 1931 erloschen. Lochentwer-


tet. In dieser Form (Aktie Nr. 1) eine gesuchte
Besonderheit!

Nr. 155

Nr. 153

Nr. 151
Nr. 151 Schätzpreis: 75,00 EUR
Startpreis: 35,00 EUR
BBS Kraftfahrzeugtechnik AG
Vorzugsaktie 20 x 50 DM, Nr. 3599
Schiltach, April 1987 EF
Gegründet 1970 als Baumgartner & Brand GbR,
1974 Umwandlung in die BBS Kraftfahrzeugtech-
nik GmbH & Co. KG, seit 1987 AG. Entwicklung,
Herstellung und Vertrieb von Bauelementen und Nr. 156
Zubehörteilen für Kraftfahrzeuge. Vor allem ist
BBS führender Hersteller von hochwertigen Nr. 156 Schätzpreis: 150,00 EUR
Leichtmetallrädern. Prägesiegel lochentwertet. Startpreis: 40,00 EUR
Bergedorfer Eisenwerk AG
Aktie 1.000 Mark, Nr. 2378
Sande-Bergedorf, 1.10.1907 EF
Gründeraktie, Auflage 4.000. Gründung als AG
1907 durch Übernahme der Firma Bergedorfer
Eisenwerk W. Bergner zu Sande. Produziert wur-
den Molkerei-, Margarine- und Kühlmaschinen.
Spezialität: Alfa-Separatoren, Astra-Molkerei-
Maschinen. 1926 gab es 11 Filialen in Deutschland
und ein Haus in Wien. Gehörte zum Alfa-Laval-
Nr. 154 Konzern. Besonders hübsche Umrahmung mit
Vignetten und Hammer und Schlegel. Großforma-
Nr. 154 Schätzpreis: 250,00 EUR tiges Papier (26,5 x 35,5 cm).
Startpreis: 100,00 EUR
Bergbau AG Usingen
Nr. 152
(Mijnbouw-Maatschappij Usingen)
Nr. 152 Schätzpreis: 75,00 EUR Aktie 600 hfl., Nr. 614
Startpreis: 50,00 EUR Amsterdam, Dezember 1898 EF
Gründeraktie, Auflage 1000 (R 9). Zahlreiche
Becker-Werke AG Eisenerzgruben wurden im Hintertaunus im Weil-
Aktie 1.000 RM, Nr. 1154 tal schon seit alters her betrieben. Der jahrzehn-
Chemnitz, Dezember 1941 EF+ telag erhobenen Forderung insbesondere der Gru-
Auflage 1.820. Gegründet 1922 als H. F. Mauers- benbesitzer nach einem Bahnanschluß wurde
berger AG in Jahnsdorf (Erzgebirge). Herstellung 1891/92 mit der Eröffnung der Eisenbahn von Weil-
und Handel mit Strumpf- und Wirkwaren aller Art. burg nach Weilmünster und Laubuseschbasch
1927 Übernahme der offenen Handelsges. Eduard entsprochen (1909 über Grävenwiesbach bis nach
Becker Söhne in Chemnitz und Weiterführung bei- Usingen verlängert). Das zog auch ausländische
der Unternehmen unter der Firma Eduard Becker Investoren an: Diese holländisch-deutsche AG
Söhne AG. 1933 Vereinigung der Handschuhfabrik betrieb den Eisenerzbergbau mit holländischem
Gebrüder Becker mit der Gesellschaft und Ände- Kapital. Hübsche Ornament-Umrahmung, Text
rung der Firma in Gebrüder Becker - Eduard zweisprachig holländisch und deutsch. Maße:
Becker Söhne AG. Am 23.5.1938 Beschluss der Ari- 32,3 x 20,5 cm. Originalunterschriften. Mit kom-
sierung der Firma und Namensänderung in plett anhängendem Kuponbogen.
Becker-Werke AG. Nach 1953 als VEB weiterge- Nr. 157
führt. Der Betriebszweig Handschuhe ging an das Nr. 155 Schätzpreis: 125,00 EUR
Clara-Zetkin-Werk in Burgstädt über, der Betriebs- Startpreis: 75,00 EUR Nr. 157 Schätzpreis: 250,00 EUR
zweig Strümpfe hieß nunmehr Ideal-Werke, Alt- Startpreis: 150,00 EUR
chemnitzer Strumpffabrik. Lochentwertet. Die Ari-
Bergbrauerei Riesa AG
sierung der Firma ist im Handbuch der Deutschen Aktie 200 RM, Nr. 745 Bergwitzer Braunkohlen AG
Aktiengesellschaften dokumentiert worden! Riesa, Juni 1944 EF+ 5 % Teilschuldv. 1.000 Mark, Nr. 1135
Auflage 700. Gegründet 1872, 1892 von den Brü- Bergwitz, November 1921 VF+
Nr. 153 Schätzpreis: 240,00 EUR dern Arno und Otto Friede gekauft und als Lager- Auflage 4.000 (R 10). Bei der Gründung 1905 als
Startpreis: 120,00 EUR bierbrauerei ausgebaut, AG seit 1904. 1936 Über- “Gniest-Bergwitzer Braunkohlenwerke zu Witten-
nahme des Kundenbestandes der Riebeck-Stadt- berg” wurden die Braunkohlenwerke und Dampf-
Beil & Voss Musik-Instrumenten-AG brauerei AG. Großaktionär (1943): Riebeck-Braue- ziegelei Gniest GmbH bei Kemberg erworben. Auf
Aktie 1.000 RM, Nr. 1 rei AG Leipzig (73,9%). In den 50er Jahren gehörte einem 400 ha großen Gelände am Rande des
Berlin, 1.1.1926 VF+ die Brauerei zur Vereinigung Volkseigener Betrie- Urstromtals der Elbe wurde ein Braunkohlentage-
Auflage 350 (R 7). Gegründet 1923. Handel mit be Brau- und Malzindustrie Dresden (VVB). 1979 bau betrieben. Bis zu 700 Mitarbeiter förderten
Musikinstrumenten aller Art. 1930 Eröffnung des wurde die Brauerei geschlossen. Prägesiegel loch- bis in die 1950er Jahre zuletzt über 2 Mio. t Braun-
entwertet. kohle im Jahr. Mehrheitlich beteiligt an der (1935

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Auktionshaus Gutowski • 50. Auktion Historischer Wertpapiere am 16. Juli 2012

stillgelegten) Braunkohlen-Abbaugesellschaft Kanalisation, Asphaltaufbereitungsmaschinen, Nr. 159 Schätzpreis: 10.000,00 EUR


Friedensgrube AG in Meuselwitz und der Klein- bewegliche Brücken, Motorpflüge und Kältema- Startpreis: 6.000,00 EUR
bahn Bergwitz-Kemberg, die vor allem der Abfuhr schinen. Ende 1922 wurde noch eine Stahlgießerei Berliner gemeinnützige Baugesellschaft
der Kohle zur Anhalter Bahn Berlin-Wittenberg- in Betrieb genommen. Während der Inflationszeit
Bitterfeld-Halle-Leipzig diente. Heute erinnert an brach der Absatz der Gesellschaft derart ein, daß Actie 100 Thaler, Nr. 923
die Bergbauperiode nur noch der im Tagebau ent- 1927 die Produktion eingestellt werden mußte. Berlin, 1.1.1849 VF+
standene Bergwitzsee. Wunderschöne Mäander- Danach nur noch Verwertung der eigenen Patente, Gründeraktie, Auflage 892 (R 11). Gegründet 1847,
Umrahmung, Schlegel und Eisen im Unterdruck 1928 Umbenennung in Freund-Stahl-AG. Nicht ent- am 28.10.1848 von Friedrich Wilhelm, König von
ausgespart. Großformatiges Papier (36 x 27 cm). wertet, nur 6 Stücke sind in dieser Form seit vie- Preußen bestätigt. Firmenzweck war die Beschaf-
Doppelblatt, inwendig Anleihebedingungen. Klei- len Jahren bekannt. Sehr niedriger Startpreis! fung gesunder und geräumiger Arbeiterwohnun-
ner Einriß am rechten Rand, sonst tadellose Erhal- gen in verschiedenen Stadtteilen Berlins oder vor
tung. Prägesiegel lochentwertet. dessen Toren und die billigste Vermietung der
Wohnungen. Es war das allererste deutsche gem-
Nr. 158 Schätzpreis: 750,00 EUR einnützige Wohnungsunternehmen. Bereits 1841
Startpreis: 140,00 EUR versuchte der Königlich-Preußische Landbaumei-
ster Carl Wilhelm Hoffmann in Berlin einen „Häu-
Berliner AG für Eisengiesserei serbauverein“ zu gründen, scheiterte aber daran.
und Maschinenfabrikation 1846 legte er mit der Gründung des „Vereins zur
Actie 300 Mark, Nr. 2418 Verbesserung der Arbeiterwohnfrage“ den Grund-
Charlottenburg, 1.6.1882 VF+ stein für die ein Jahr später von ihm gegründete
„Berliner gemeinnützige Baugesellschaft“. Zu den
Auflage 4.000 (R 9). Gründung 1871 unter Über-
Gründern gehörten einige hohe Staatsbeamte,
nahme der Eisengießerei „J. C. Freund & Co.“.
Bankiers, Kaufleute, Fabrikanten und Handwerker.
Durch den Gründerkrach wurde die Gesellschaft Victor Aimé Huber, ordentlicher Professor für
schwer in Mitleidenschaft gezogen: 1881 wurden neuere Philologie, Literatur und Literaturge-
zwei alte Aktien zu 600 M in eine neue Aktie zu 300 schichte an der Berliner Universität, machte
M zusammengelegt. Hergestellt wurden Dampfma- Anfang der 40er Jahre auf die steigende Woh-
schinen, Pumpmaschinen für Wasserwerke und Nr. 158 nungsnot in Deutschland aufmerksam und ent-

Nr. 159

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Auktionshaus Gutowski • 50. Auktion Historischer Wertpapiere am 16. Juli 2012

warf noch vor Schulze-Delitzsch (1849) ein inter- mann Graf von Beust (1813-1889) war großherzog-
aktives Konzept, das ein Wirkungsgefüge zwi- lich-sächsischer Wirklicher Geheimer Rat, Kam-
schen Bau-, Mieter- und Konsumgenossenschaf- merherr, Generalleutnant und Generaladjutant
ten vorsah. Die „Berliner gemeinnützige Bauge- sowie Oberhofmarschall. Unterschriften lochent-
sellschaft“ entstand zwar nicht unter Hubers Mit- wertet (kein BARoV-Stück).
wirkung, jedoch flossen seine Gedanken später
während seiner Tätigkeit als Vorstand in die
Unternehmenspolitik ein. Damit wurden die
Grundlagen für die gemeinnützigen Wohnungsun-
ternehmen und genossenschaftlichen Unterneh-
men im europäischen Raum gelegt. 1849 wurde
das 30.000 qm große Grundstück der Bremer
Höhe erworben. Im Juli 1852 besuchte Zar Niko-
laus I. seinen Schwager, den König Friedrich Wil-
helm IV. in Berlin. Der König informierte den Zaren
über die Aktivitäten der „Berliner gemeinnützigen
Nr. 161
Baugesellschaft“. Dieser war so begeistert, daß er Nr. 161 Schätzpreis: 75,00 EUR
1000 Dukaten „zur Linderung der ehrlichen Startpreis: 30,00 EUR
Armut“ stiftete. Auflage war, die Stiftung nach dem Berliner Handels- und Frankfurter Bank
Namen seiner Frau, der Zarin Alexandra, zu
benennen. 1852-53 hatte die „Berliner gemeinnüt- Globalaktie 10 x 50 DM, Nr. 11027
zige Baugesellschaft“. sechs Cottages an der Frankfurt a.M./Berlin, Juni 1976 EF+
Schönhauser Allee gebaut. 1911 besaß die Gesell- (R 7) 1856 wurde die Berliner Handels-Gesell-
schaft 66 Wohnhäuser. Unter der Verwaltung des schaft und 1854 die Frankfurter Bank gegründet.
Vorstandes stand die Alexandra-Stiftung, welche Die Berliner Handels-Gesellschaft pflegte unter
21 Häuser besaß. Das Café Eckstein, ein Eckhaus Leitung des legendären Carl Fürstenberg von
an der Gneiststraße Ecke Pappelallee im Prenz- Anfang an besonders das Investment-Bankge-
lauer Berg, 1993 wieder eröffnet, gehört zu den schäft, die Frankfurter Bank reüssierte zunächst
bekanntesten Bauten der „Berliner gemeinnützi- als lokale Privatnotenbank. 1970 fusionierten Nr. 163
gen Baugesellschaft“. Das markante Eckhaus beide Institute zur BHF-Bank, das war bis dahin Nr. 163 Schätzpreis: 75,00 EUR
gehört zu einem Ensemble gleichartiger Bauten, der größte Bankenzusammenschluß der deut-
Startpreis: 35,00 EUR
die die „Berliner gemeinnützige Baugesellschaft“ schen Nachkriegsgeschichte. 1998/99 Übernahme
im Geviert zwischen Pappelallee, Gneist-, Buch- durch die niederländische ING-Gruppe. 2005 Über- Berliner Hypothekenbank AG
holzer und Greifenhagener Straße errichten ließ. nahme durch Sal. Oppenheim und Weiterführung 4 % Pfandbrief 10.000 Mark, Nr. 514
Ab 1915 nicht mehr verzeichnet unter den bör- als „BHF-Bank - Privat seit 1854“. Seit Sal. Oppen- Berlin, 15.1.1923 EF
sennotierten AG’s, aufgelöst in den 1930er Jahren. heim 2010 von der Deutschen Bank aufgefangen
(R 9) Gründung 1866 als Pommersche Hypothe-
Das Vermögen der Baugesellschaft wurde auf die wurde sucht der neue Eigentümer für die BHF-
ken-Actien-Bank, ab 1902 Berliner Hypotheken-
Alexandra Stiftung übertragen. Heute verfügt die Bank schon wieder einen Käufer. Prägesiegel loch-
bank AG. Großformatiges Papier (35,6 x 25,3 cm),
Stiftung über rund 1.600 Mieteinheiten im Westteil entwertet.
mit anhängenden Kupons.
der Stadt und in Brandenburg. Seit 2001 führt die
Hilfswerk-Siedlung GmbH evangelisches Woh-
nungsunternehmen in Berlin die Geschäftsbesor-
gung für die Stiftung durch. Mehrere Originalsig-
naturen. Rückseitig Bestätigungs-Urkunde, gege-
ben Sanssouci, den 28.10.1848. Zwei Knickfalten,
sonst tadellose Erhaltung. Seit Jahren nur 2
Stücke bekannt!
Kulturgeschichtlich hochbedeutend und zwei-
fellos von musealer Aussagekraft, da es nicht nur
das allererste deutsche gemeinnützige Wohnungs-
unternehmen war, sondern die Gesellschaft auch
die Grundlagen für die gemeinnützigen Woh-
nungsunternehmen und genossenschaftlichen
Unternehmen im ganzen europäischen Raum
gelegt hatte. Nr. 164
Nr. 164 Schätzpreis: 125,00 EUR
Startpreis: 40,00 EUR
Berliner Kraft- und Licht (Bewag)-AG
Aktie Gruppe A 50 DM, Nr. 750013
Berlin 30, Januar 1971 UNC/EF
Nr. 162 (R 8) Ursprünglich 1884 gegründet als “Städtische
Elektricitäts-Werke AG” durch die Deutsche Edi-
Nr. 162 Schätzpreis: 250,00 EUR son Gesellschaft für angewandte Elektricität (spä-
Startpreis: 75,00 EUR ter in AEG umbenannt). Seit 1923 die stadteigene
Berliner Handels-Gesellschaft “Berliner Städtische Elektrizitätswerke AG”
(Bewag). Während der Weltwirtschaftskrise
Antheils-Schein Lit. A 500 Mark, Nr. 36007 befand sich das ohnehin finanzschwache Berlin in
(geändert in 22177) einer nahezu ausweglosen Lage und brauchte
Nr. 160
Berlin, 1.1.1879 VF+ dringend Geld. Nach erbitterten politischen Aus-
Auflage 60.000 (R 9). Gründung 1856. 1883 trat einandersetzungen wurde die Bewag schließlich
Nr. 160 Schätzpreis: 200,00 EUR Carl Fürstenberg als Geschäftsinhaber in die 1931 für 560 Mio. RM an die neugegründete Berli-
Startpreis: 50,00 EUR Firma ein. Unter seiner Leitung wurde sie zu einer ner Kraft- und Licht-AG (Bekula) verkauft. Deren
der wichtigsten Emissionsbanken im Berlin der A-Aktien (2/3 des Kapitals) übernahm ein interna-
Berliner Glas- und Spiegel-Manufaktur tionales Investoren-Konsortium mit deutscher,
Kaiserzeit. Es wurden die Fundamente des inter-
Aktie 1.000 Mark, Nr. 7253 nationalen Anleihegeschäftes, der Eisenbahnfi- belgischer, amerikanischer, englischer, schweizer,
Berlin, Januar 1923 VF+ nanzierung und des großen Industriegeschäftes holländischer, skandinavischer und italienischer
Auflage 8.000 (R 9). Gründung 1889 als Deutsche gelegt. Heute, nach Fusion mit der Frankfurter Beteiligung. Die B-Aktien lagen zu knapp 48 % bei
Wasserwerke AG. Firmenname ab 1922 wie oben. Bank, die BHF-Bank. Zwischenzeitlich zur nieder- der Stadt Berlin, je 26 % bekamen die Elektro-
Glasherstellung und -verarbeitung, nachdem die ländischen ING Group, dann zu Sal. Oppenheim Werke und die (dann zum VEBA-Konzern gehören-
Wasserwerke abgestoßen worden waren. Liquida- gehörend und schließlich 2009 zusammen mit “Sal de) Preußenelektra. Letzter Bewag-Mehrheitsak-
tion 1925 infolge 50 %igen Sinkens der Glaspreise. Opp” zur Deutschen Bank gekommen. Faksimile- tionär war deren Rechtsnachfolger E.ON AG.
Unterschriften der Geschäftsinhaber Wm. Conrad, 2001/02 verkauft an den schwedischen Vattenfall-
Schöne Zierumrandung. Gedruckt von der Graph.
Fried. Gelpcke jun. und Seifert. Maße: 33,3 x 23,7 Konzern und zusammen mit den HEW, der VEAG
Anstalt der Friedr. Krupp AG in Essen. Maße: 25 x
cm. Eingetragen auf und rückseitig original sig- und der LAUBAG zur heutigen Vattenfall Europe
35. Mit restlichem Kuponbogen. Nicht entwertet! AG zusammengeführt. Mit vier Bewag-Logos in
niert von dem Grafen von Beust. Friedrich Her-

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Auktionshaus Gutowski • 50. Auktion Historischer Wertpapiere am 16. Juli 2012

den Ecken und Faksimile-Unterschrift des damali- Nr. 167 Schätzpreis: 350,00 EUR krach gleich wieder unter. Nicht wenig Schuld
gen Regierenden Bürgermeisters Klaus Schütz als Startpreis: 200,00 EUR daran hatte der preußische Staat, der die Bahn
AR-Vorsitzender. Prägesiegel lochentwertet. durch endloses Verschleppen von Genehmigun-
Berliner Lombardkasse AG gen regelrecht aushungerte und dann aus dem
Aktie (Zwischenschein) 2 x 1.000 RM, Nr. 76 Konkurs 1875 die Bahnanlagen selbst spottbillig
Berlin, August 1931 VF erwarb, um sie zu Ende zu bauen. Die Aktionäre
(R 10) Gründung 1923 als Berliner Makler-Verein und Initiatoren verloren dagegen alles (darunter
AG durch Mitglieder der Vereinigung von Berliner der Rügen’sche Fürst Putbus, der durch diese Plei-
Banken und Bankiers (Stempelvereinigung) und te zu dem Spitznamen Kaputtbus kam). Großfor-
der Interessengemeinschaft der Berliner Privat- matig und dekorativ, in der Umrandung sieben
bankfirmen. Die Gründung erfolgte zunächst ledig- Vignetten und drei Wappen, zweisprachig
lich zum Zwecke des Namensschutzes, nachdem deutsch/englisch. Maße: 31,7 x 37,8. Rückseitig
der “alte” 1877 als zweitälteste deutsche Makler- Stempel. „Talon confiscated - Enemy Properties
bank gegründete Berliner Makler-Verein 1923 in Act“.
eine normale Geschäftsbank umgewandelt und in
Berliner Bankverein AG umbenannt worden war.
Im Juli 1931 äußerte die Interessengemeinschaft
der Berliner Privatbankfirmen den Wunsch, eine
Lombardstelle zu schaffen, bei der ihre Mitglieder
Nr. 165 gegen Hinterlegung von Wertpapieren Lombard-
kredit erhalten konnten. Damit sollte der Abzug
Nr. 165 Schätzpreis: 45,00 EUR von Kundengeldern auf dem Höhepunkt der
Startpreis: 20,00 EUR damaligen Bankenkrise kompensiert werden kön-
Berliner Kraft- und Licht (Bewag)-AG nen. Am 31.7.1931 beschloß eine außerordentli-
che Hauptversammlung zu diesem Zweck die
Aktie 5 DM, Nr. 33208 Erhöhung des Grundkapitals von 6.000 RM auf 1
Berlin, Februar 1997 EF+ Mio. RM, gleichzeitig umbenannt wie oben. Mit
Außergewöhnlich dekorativ, großes Bild mit Emil der technischen Durchführung der Geschäfte der
Rathenau und Thomas Alva Edison im Kraftwerk Berliner Lombardkasse AG wurde zunächst die
Moabit, außerdem kleinere Abb. mit Brandenbur- Bank des Berliner Kassen-Vereins, später die
ger Tor, Überlandleitung und Luftaufnahme von Liquidationskasse AG betraut. Ab 1.5.1938 erfolg-
Berlin bei Nacht. Unentwertete, gültige Aktie mit te die Geschäftsbesorgung wieder durch Ange-
Kupons ab Nr. 7. stellte der Bank des Berliner Kassen-Vereins (ab
1943: Deutsche Reichsbank Wertpapiersammel-
bank) in der Oberwallstraße. Damit im Ostsektor
Berlins verblieben, wo nach Angaben der Banken-
Kommission sämtliche Geschäftsunterlagen
abhanden kamen. 1951 wurde in Wilmersdorf in
der Privatwohnung des Vorstands Rudolf Kastner
eine Verwaltungsstelle eingerichtet. 1959 ent-
sprach die Bankenaufsicht dem Antrag auf Neuzu-
lassung. 1961 Verlegung des Verwaltungssitzes
nach Frankfurt/Main und Umfirmierung in “Lom-
bardkasse AG”. Seitdem stellt den Aufsichtsrats-
vorsitzenden die Deutsche Bank, die bis heute wie
eh und je mit 17,32 % größter Aktionär ist. Grün- Nr. 169
dung von Niederlassungen in Düsseldorf (1970),
Berlin und Hannover (1985) sowie München und Nr. 169 Schätzpreis: 500,00 EUR
Nr. 166 Stuttgart (1988). 1990 fusionsweise Übernahme Startpreis: 300,00 EUR
der Liquidations-Casse in Hamburg AG. Hektogra- Berliner Schlossbrauerei AG
Nr. 166 Schätzpreis: 75,00 EUR phierte Ausfertigung auf hellblauem Karton, rück-
Vorzugsaktie 100 RM, Nr. 3003
Startpreis: 45,00 EUR seitig Dividendenstempel bis 1942 und Umschrei-
bungen. Lochentwertet. Nur 3 Stücke sind Berlin-Schöneberg, 28.5.1934 EF/VF
Berliner Likörfabrik AG Auflage 10 (R 10). Gründung 1871. Produktion:
bekannt!
Aktie 100 RM, Nr. 11666-70 Helles Bier nach Pilsener Art, dunkles Bier nach
Berlin, 19.9.1924 EF Münchner Art, obergäriges Karamelbier, Export-
Auflage 2.120. Gründung 1922. Die Fabrik auf dem bier. 1921 durch Fusion auf die Lindener Aktien-
Eckgrundstück Prenzlauer Allee/Lothringerstr. 1 Brauerei in Hannover-Linden übergegangen. Seit
stellte Liköre und Fruchtsäfte, Obst-Schaumwei- 1926 als Schloßbrauerei AG wieder eine eigen-
ne, ätherische Öle und chemische Produkte her, ständige AG. 1934 umfirmiert in “Berliner
außerdem Verwertung von Obst, Früchten und Schloßbrauerei AG”. Zu dem umfangreichen Gast-
Gemüsen aller Art, Herstellung von Konserven stätten- und Hotelbesitz zählten u.a. das Restau-
und Marmeladen, Wein- und Obstbrennerei, Obst- rant „Zum Prälaten“ in 9 Stadtbahnbogen am Alex-
und Beerenweinkelterei. Die AG besaß alle Anteile anderplatz, das „Prälaten am Zoo“, das „Cafe
der Vereinigte Likör- und Essenzenfabriken And- Corso“, das Golf-Hotel Berlin-Charlottenburg (Har-
ree, Flatow & Co. GmbH in Berlin. 1925 aufgelöst. denbergstraße 27a/28 und Kantstraße 2 und 2a),
Lochentwertet. das „Prälaten in Schöneberg“ sowie die Goldener
Schlüssel Restaurant-Betriebsges. mbH, die Gast-
stätten-Gesellschaft Zentrum mbH und die Frie-
drichstadt Gaststätten GmbH mit dem Spezialaus-
schank “Bärenschänke” in der Friedrichstr. 124
sowie die Kronprinzengarten Bornstedt bei Pots-
Nr. 168 dam GmbH. 1960 Übernahme durch die Berliner
Nr. 168 Schätzpreis: 300,00 EUR Kindl Brauerei AG und Weiterführung als Bären-
Startpreis: 150,00 EUR bier-Brauerei mit 300.000 hl Absatz. 1975
Schließung der Braustätte, Weiterführung der
Berliner Nord-Eisenbahn-Gesellschaft Marke Bärenpils durch die Kindl-Brauerei. Maschi-
St.-Prior.-Actie 200 Thaler, Nr. 19856 nenschriftlich ausgeführt. Originalunterschriften
Berlin, 1.7.1870 VF Erich Niemann für den Aufsichtsrat und Richard
Gründeraktie (R 8). Die Vorgeschichte der Bahn Müller für den Vorstand. Maße: 32,9 x 22,3 cm.
reicht bis in das Jahr 1844 zurück, als zum ersten Doppelblatt, lochentwertet.
Mal eine Eisenbahnverbindung von Berlin nach
Einlieferungen von guten Einzelstücken
Stralsund projektiert, aber nicht ausgeführt
wurde. Der zweite Anlauf wurde 1866 genommen, und kompletten Sammlungen für die
der dritte dann 1870. Projektiert war nun eine 222 51. Auktion am 19.11.2012
km lange Bahn von Berlin über Oranienburg, Stre- nehme ich noch gerne bis zum
litz und Neubrandenburg nach Stralsund. Die
Nr. 167 Gesellschaft ging einige Jahre später im Gründer- 30.8.2012 an!

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Auktionshaus Gutowski • 50. Auktion Historischer Wertpapiere am 16. Juli 2012

Nr. 170 Schätzpreis: 450,00 EUR rativ, im Unterdruck aus dem Wasser springendes
Startpreis: 250,00 EUR Pferd mit Blitzen. Faksimile-Unterschrift Freiherr
von Stauffenberg. Maße: 33 x 20,6 cm. Mit kom-
Berliner Schlossbrauerei AG plettem Kuponbogen.
Global-Aktie 5 x 1.000 RM, Nr. 2981-2985
Berlin-Schöneberg, 28.5.1934 EF/VF
Auflage 5 (R 10). Maschinenschriftlich ausge-
führt. Originalunterschriften Erich Niemann für
den Aufsichtsrat und Richard Müller für den Vor-
stand. Maße: 33 x 22,3 cm. Doppelblatt, lochent-
wertet.

Nr. 171 Schätzpreis: 250,00 EUR


Startpreis: 125,00 EUR
Berliner Stadtsynodalverband
Ablösungs-Schuldv. Lit. A 12,50 RM, Nr. 1
Charlottenburg, 31.12.1928 EF
Auflage 5 (R 10). Die Berliner Stadtsynode wurde
Ende des 19. Jh. gegründet als gemeinsame
Finanzverwaltung der evangelischen Kirchenge-
meinden in Berlin. Ihre wichtigste Aufgabe war
der Finanzausgleich zwischen den reichen und Nr. 176
den ärmeren Kirchengemeinden. Außerdem Nr. 176 Schätzpreis: 75,00 EUR
erwarb die Stadtsynode größere Flächen im Berli- Startpreis: 40,00 EUR
ner Umland zur Anlage von Friedhöfen. Im Rah- Bing Werke vorm. Gebrüder Bing AG
men seiner Tätigkeit gab der Synodalverband
Anfang des 20. Jh. auch Anleihen aus. Nach der Genüsse 100 RM, Nr. 104
Hyperinflation 1923 wurden die Altgläubiger wie Nürnberg, 30.6.1926 EF
bei allen öffentlichen Anleihen dieser Zeit mit Nr. 173 (R 7) Gründung 1895 als „Nürnberger Metall- und
Ablösungs-Schuldverschreibungen abgefunden, Lackierwarenfabrik AG“. 3 Fabriken in Nürnberg, 2
die bis zum Erlöschen der deutschen Reparati- Nr. 174 Schätzpreis: 75,00 EUR Fabriken in Grünhain/Sachsen. Erzeugt wurden
onsverpflichtungen aus dem 1. Weltkrieg nicht zu Startpreis: 30,00 EUR Haus- und Küchengeräte, Badeöfen, Eisschränke,
verzinsen waren. Im Ostteil von Berlin bestand Korbmöbel, Porzellan, Schreib- und Rechenma-
der Stadtsynodalverband noch bis zur Wende
Bezirksverband Oberschwäbische schinen, optische, mechanische und elektrische
1990. Seitdem arbeiten die Berliner Gemeinden in Elektrizitätswerke Spielwaren, Modelleisenbahnen sowie Kinderfil-
Kirchenkreisen zusammen, der Finanzausgleich 10 % Teilschuldv. Lit. D. 10.000 Mark, Nr. me. Bing geriet durch die Wirren der Weltwirt-
wird durch ein Zuweisungsgesetz der Landeskir- 40181 schaftskrise in Zahlungsschwierigkeiten. 1932
che geregelt. Drei Originalunterschriften u.a. vom Biberach a.d. Riß, April 1923 EF kam es zu einem Zwangsvergleichsverfahren. Um
damaligen Generalsuperintendenten von Berlin D. andere Firmenteile zu retten, wurde die Spielzeug-
Auflage 30.000 (R 7). Teil einer Anleihe von 1,5
Georg Burghart (1865-1954). Lochentwertet. produktion eingestellt. Die Nürnberger Spielwa-
Mrd. Mark. Gleiche graphische Gestaltung wie das
Maße: 29,7 x 20,9 cm. renhersteller Karl Bub und Kraus erwarben
Los davor, nur andersfarbig gedruckt, ebenfalls
Maschinen, Werkzeuge und fertige Teile der Bing-
mit Faksimile-Unterschrift Freiherr von Stauffen-
Eisenbahn, die von 1932 bis 1937 als Karl Bub
berg. Rückseitig Anleihebedingungen. Ebenfalls
Miniatur Eisenbahn weiter vertrieben wurde.
mit komplettem Kuponbogen.
Andere Teile der Bing-Werke wurden von Fritz Hin-
termayr erworben, der von 1932 bis 1945 Sättel,
Werkzeugtaschen für Motorräder und Gasboiler in
den Bingwerken herstellen ließ. Seit 1937 wird
dort der Bing-Vergaser hergestellt. 1965 Umwand-
lung in eine GmbH. 2001 Umfirmierung in “Bing
Power Systems GmbH”. Im gesamten Gebäude-
komplex in der Stephanstraße befindet sich heute
die Hauptverwaltung der Firma Diehl. Gründer-
sohn Stephan Bing war später Mitbegründer der
Modelleisenbahnfirma Trix. Maße: 29,7 x 20,9 cm.
Prägesiegel lochentwertet.
Nr. 172
Nr. 172 Schätzpreis: 750,00 EUR
Startpreis: 200,00 EUR
Nr. 175
Berlinia Autobetriebs-AG
Aktie 1.000 RM, Nr. 1 Nr. 175 Schätzpreis: 75,00 EUR
Berlin, Juli 1926 VF- Startpreis: 35,00 EUR
Gründeraktie, Auflage 50 (R 12). Gegründet am BHF-Bank AG
5.7.1926, Betrieb eines Autodroschkenfuhrunter- Aktie 5 DM, Nr. 5150
nehmens (heute würde man Taxiunternehmen Frankfurt a.M./Berlin, Juli 1995 UNC/EF
sagen) sowie Verkauf von Automobilen. Sitz der
1856 wurde die Berliner Handels-Gesellschaft und
Gesellschaft war Berlin N 31, Scheringstr. 2-7.
1854 die Frankfurter Bank gegründet. Die Berliner
Knickfalten, Randeinrisse. Einzelstück aus Nach-
Handels-Gesellschaft pflegte unter Leitung des
laß.
legendären Carl Fürstenberg von Anfang an
besonders das Investment-Bankgeschäft, die
Nr. 173 Schätzpreis: 100,00 EUR Frankfurter Bank reüssierte zunächst als lokale
Startpreis: 50,00 EUR Privatnotenbank. 1970 fusionierten beide Institute
Bezirksverband Oberschwäbische zur BHF-Bank, das war bis dahin der größte Ban-
Elektrizitätswerke kenzusammenschluß der deutschen Nachkriegs-
geschichte. 1998/99 Übernahme durch die nieder- Nr. 177
6 % Teilschuldv. 2.000 Mark, Nr. 62851 ländische ING-Gruppe. 2005 Übernahme durch
Biberach a.d. Riß, Februar 1923 VF+ Sal. Oppenheim und Weiterführung als „BHF-Bank Nr. 177 Schätzpreis: 100,00 EUR
Auflage 30.000 (R 9). Gemeinsame Anleihe der - Privat seit 1854“. Seit Sal. Oppenheim 2010 von Startpreis: 40,00 EUR
öffentlichen Stromversorgungsunternehmen der der Deutschen Bank aufgefangen wurde sucht der Biochemische Industrie AG
Städte/Landkreise Balingen, Biberach, Blaubeu- neue Eigentümer für die BHF-Bank schon wieder
ren, Ehingen, Laupheim, Leutkirch, Münsingen,
Aktie 20 RM, Nr. 22544
einen Käufer. Prägesiegel lochentwertet.
Ravensburg, Reutlingen, Rietlingen, Saulgau, Tett- Hamburg, 30.12.1924 EF
nang, Urach, Waldsee und Wangen. Teil einer 20 Auflage 27.000 (R 7). Gründung 1923 zwecks
Jahre laufenden Anleihe von 400 Mio. Mark. Deko- Kataloggebühr 10,00 Euro Erwerb und Ausbeutung von Braunkohlenlagern,

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Mooren und anderen zellulosehaltigen Vorkom- Nr. 180 Schätzpreis: 250,00 EUR Otten” mit Zweigniederlassung in Berlin. 1919 Sitz-
men. Ab 10.2.1926 Chemische Industrie AG. 1934 Startpreis: 150,00 EUR verlegung nach Grünberg in Schlesien. Bau von
gelöscht. Mit kpl. anh. Kupons. Mitte der 90er Brunnen und Wasserversorgungsanlagen, Fabrika-
Jahre in einem Berliner Privathaushalt gefunden!
Blei-, Silber-, Kupfer-, Eisen- und tion von Pumpen, Enteisenungs- und Filtrations-
Dachschiefer-Bergwerk Altermann anlagen. 1950 verlagert nach Berlin, dort noch
Nr. 178 Schätzpreis: 100,00 EUR Kuxschein über 1 Kux, Nr. 63 heute als Bohr-, Brunnenbau- und Wasserversor-
Startpreis: 50,00 EUR Langhecke (Struthütten), 7.11.1893 EF gungs-AG mit dem Arbeitsschwerpunkt Baugrun-
Auflage 100 (R 6). Das Bergwerk war in der duntersuchung und Grundwasserhaushalt tätig.
Biochemische Industrie AG Lochentwertet. Maße: 23,7 x 30,1 cm. Dekorative
Gemeinde Langhecke, im Kreise Oberlahnkreis, im
Aktie 5 x 20 RM, Nr. 18476-80 Regierungs-Bezirk Wiesbaden und im Oberber- Gestaltung!
Hamburg, 30.12.1924 EF+ gamtsbezirk Bonn belegen. Mehrere Originalsig-
(R 9) 1926 umgestempelt in Chemische Industrie naturen. Maße: 33,1 x 21 cm. Doppelblatt, loch-
AG. Mit kpl. anh. Kupons. entwertet.

Nr. 179
Nr. 179 Schätzpreis: 100,00 EUR
Startpreis: 40,00 EUR Nr. 182
Bischofsheimer Volksbank eG Nr. 181
3,5 % Schuldv. 10 Euro, Nr. 666 Nr. 181 Schätzpreis: 500,00 EUR
Bischofsheim, Februar 1999 UNC Startpreis: 200,00 EUR
Auflage 3.000. Die hessische Gemeinde im Kreis
Groß-Gerau gehörte 1930-1945 zu Mainz. Hochde- Bocholter Druckerei & Färberei GmbH
korative Schmuckanleihe, ausgegeben als Anteil-Schein 500 Mark, Nr. 112
Jubiläumsemission aus Anlaß des 100 jährigen Bocholt i.Wf., 16.11.1912 EF/VF
Bestehens der Bank. Übergrosse Vignette mit (R 10) Originalsignaturen, vorderseitig Einzah-
Abbildung des Wasserturms von Bischofsheim. lungsbestätigung von 50% auf den Anteil-Schein,
Beiliegend Kupons mit verschiedenen Ansichten, rückseitig wurde die restliche Zahlung von den
u.a. Rathaus von Nauheim, Katholische Kirche in noch ausstehenden 50% bestätigt. Interessantes
Astheim, Brunnen in Bauschheim und in Nauheim, Wertpapier zur Geschichte der bedeutenden
Alte Schmiede in Bauschheim. Nicht entwertetes, Bocholter Textilindustrie.
gültiges Wertpapier!
Nr. 182 Schätzpreis: 1.000,00 EUR
Startpreis: 450,00 EUR
Nr. 183
Bochumer Bohr-Gesellschaft
Antheil-Schein über 1 Anteil, Nr. 35 Nr. 184 Schätzpreis: 125,00 EUR
Bochum, 25.3.1872 EF/VF Startpreis: 65,00 EUR
Auflage 100 (R 10). Die Siedlung Bochum wurde Bohr-Brunnenbau-
bereits 1041 erwähnt, aber erst mit der und Wasserversorgungs-AG
Erschließung der Steinkohlenlager (Tiefbau seit Aktie 1.000 Mark, Nr. 734
1841) entwickelte sich Bochum in wenigen Jahr-
Grünberg i. Schl., September 1922 EF
zehnten zur modernen Industriegroßstadt: 1870
noch 17600 Einwohner und 1927 bereits 216500 Auflage 600. Gleiche dekorative Gestaltung wie
Einwohner, ab den 1950er Jahren geht der Stein- das Los davor. Lochentwertet. Maße: 22,8 x 29,4
kohlenbergbau zunehmend zurück, der die Land- cm.
schaften und Städte dieser Region nachhaltig
prägte. Ausgestellt und u.a. original unterschrie- Nr. 185 Schätzpreis: 250,00 EUR
ben von Heinrich Schragmüller. Sehr dekorative, Startpreis: 75,00 EUR
florale Umrandung. Doppelblatt, inwendig über- Bohr-Gesellschaft Metz
tragen auf Amtmann Carl Schragmüller zu Menge-
de. Zuletzt vor 12 Jahren ein Stück aufgetaucht! Antheil-Schein, Nr. 781
Aus alter Sammlung! Borbeck, 18.2.1872 VF
Auflage 1.000 (R 7), ausgestellt auf den Commu-
Nr. 183 Schätzpreis: 150,00 EUR nalempfänger Franz Vöcklinghaus in Borbeck. In
Startpreis: 75,00 EUR Borbeck (im heutigen Essener Norden) ging ein
Steinkohlenbergbau schon seit dem 14. Jh. um,
Bohr-Brunnenbau- bevor hier 1847 der Kölner Bergwerks-Verein mit
und Wasserversorgungs-AG der Erschließung größerer Grubenfelder begann.
Aktie 1.000 Mark, Nr. 339 Nachdem 1849 mehrere Grubenfelder zur Gewerk-
Grünberg i. Schl., Dezember 1921 EF+ schaft Neu-Cöln konsolidiert worden waren, ging
1855 der erste Förderschacht in Betrieb. 1867 soff
Auflage 300. Gründung der Maschinenfabrik und
die Zeche ab. Gesümpft und wieder in Gang
Brunnenbau-Anstalt 1907 in Bremen als “Bohr-
gebracht wurde das Bergwerk 1871/72 von der
Nr. 180 Brunnenbau- und Wasserversorgungs-AG vorm. L.
Gewerkschaft König Wilhelm, die der Kölner Berg-

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werks-Verein gemeinsam mit weiteren von Frie-


drich Grillo angeführten Investoren aus dem
Revier gegründet hatte. Es war offenkundig diese
erneute Blüte des Bergbaus in Borbeck, die - auf
der Liquiditätswoge der sog. “Gründerjahre”
schwimmend - weitere Investoren anlockte, hier
mit zu verdienen. Originalunterschriften des Vor-
standes (u.a. G. Melches, Großvater der Ruhrge-
biets-Legende Georg Melches, der den Deutschen
Fußballmeister von 1955 Rot-Weiss Essen über
Jahrzehnte prägte und der noch heute in Essen-
Bergeborbeck durch das Georg-Melches-Stadion
in Erinnerung ist).

Nr. 187 Nr. 190


Nr. 187 Schätzpreis: 200,00 EUR Nr. 190 Schätzpreis: 125,00 EUR
Startpreis: 100,00 EUR Startpreis: 60,00 EUR
Bohrgesellschaft Heinrichshall Brauerei „Zur Eiche“
Namens-Anteilschein über 1 Anteil, Nr. 277 vorm. Schwensen & Fehrs
Magdeburg, 1.10.1905 EF Aktie 100 RM, Nr. 2213
Auflage 1.000 (R 6). Gründung 1905. Sitz in Magde- Kiel, November 1943 EF+
burg. Gerechtsame: 15000 Morgen in den Gemein- Auflage 500 (R 7). Gründung 1888 unter Übernah-
den Brome, Zicherie, Croya und Voitze Provinz me der 1871 gegründeten Brauerei Schwensen &
Hannover, benachbart mit Bismarckhall und Cen- Fehrs in Kiel. Hinzuerworben wurden 1919/20 die
trum. Die Bohrungen auf Kali in Brome (südl. Malzkontingente der Sternbrauerei AG in Kiel-Gar-
Lüneburger Heide bei Wittingen) blieben ohne den und 1922/23 (gemeinsam mit der Schloß-
Erfolg. Maße: 25,8 cm x 35 cm. Lochentwertet. Schifferer Brauerei) das Braukontingent der
Brauerei Dornbräu in Kiel-Hassee. 1930 Fusion mit
der Kieler Actien-Brauerei vorm. Scheibel. 1971
Verschmelzung auf die Berliner Kindl Brauerei
(Oetker-Konzern). Unentwertet.

Nr. 185

Nr. 188
Nr. 188 Schätzpreis: 85,00 EUR
Startpreis: 40,00 EUR
Boswau & Knauer AG Nr. 191
Aktie 100 RM, Nr. 5072 Nr. 191 Schätzpreis: 150,00 EUR
Nr. 186 Berlin, Mai 1929 EF+ Startpreis: 75,00 EUR
Auflge 2500. Gründung 1892, AG seit 1922. Aus- Brauhaus Nürnberg
Nr. 186 Schätzpreis: 150,00 EUR führung von Hoch-, Skelett- und Siedlungsbauten.
Startpreis: 75,00 EUR Börsennotiz Berlin. 1949 verlagert nach Düssel- Aktie 1.000 RM, Nr. 2736
Bohrgesellschaft Glückauf-Galizien dorf, 1983 erloschen nach Übertragung des Ver- Nürnberg, 15.3.1930 EF
Namens-Anteil über 1 Anteil, Nr. 589 mögens auf die THOSTI Bau-AG, Augsburg, ansch- Auflage 4.450. Die AG wurde 1889 gegründet durch
ließend umfirmiert in WTB Walter THOSTI BOS- Zusammenlegung der Liebelschen und der Bern-
Berlin, 28.4.1906 EF reutherschen Brauerei, zu denen im Jahr 1897 die
WAU Bau-AG, 1991 umfirmiert in WALTER BAU-AG,
Auflage 1.000. Die Bohrgesellschaft, errichtet auf 2001 fusioniert mit DYWIDAG. Prägesiegel loch- Konrad Denksche Brauerei, im Jahr 1905 die
Grund des Statuts vom 27.3.1906, war in der öster- entwertet. Brauereien Liedel in Feucht und Dummet in Nürn-
reichischen Provinz Galizien, nahe der Stadt berg und im Laufe der Jahre noch viele weitere
Boryslaw, tätig. Nach 1919 gehörte das Gebiet zu Brauereien hinzukamen. 1931 trat die Gesellschaft
Polen, heute liegt es in der Ukraine. Großformati- mit der seit 1520 bestehenden Brauerei J.G. Reif,
ges Papier (24,9 x 34,7 cm), dekorativ gestaltet, Nürnberg in enge Beziehungen, gründete mit ihr
lochentwertet. die “Brauerei J.G. Reif AG” und beteiligte sich
maßgeblich an dieser. 1959/60 fusionierten beide
Gesellschaften zur “Brauhaus Nürnberg J.G. Reif
AG”. 1966 anläßlich der Verschmelzung mit der
“Freiherrlich von Tucher’sche Brauerei AG” erneu-
te Umfirmierung in BRAU-AG Nürnberg. Weiter
übernommen wurden die Hürnerbräu AG in
Ansbach und die Exportbierbrauerei Löwenbräu
in Hof und Naila (1972) sowie die Hubmann-Braue-
rei Herzogenaurach KG und die Joseph Beugler
Brauhaus Rothenburg o.T. (1973/74). Schließlich
Nr. 189 1985 letzte Umfirmierung in TUCHER BRÄU AG.
Noch heute in Berlin, Frankfurt und München bör-
Nr. 189 Schätzpreis: 100,00 EUR sennotiert. Prägesiegel lochentwertet.
Startpreis: 50,00 EUR
Brandenburgische Flachsröstanstalt Nr. 192 Schätzpreis: 125,00 EUR
Bonn, Schloß Kommende Ramersdorf, 1987 Startpreis: 60,00 EUR
Aktie 100 RM, Nr. 535
Auktionshaus Vladimir Gutowski Christianstadt (Bober), Juni 1939 EF Brauhaus Nürnberg
seit 1986 ununterbrochen Auflage 860. Gründung 1916 als GmbH, AG seit Aktie 500 RM, Nr. 6379
1923. Haupterzeugnisse: Flachs-Langfaser, Flachs- Nürnberg, 15.3.1930 EF
im Dienste des Sammlers ! werg, Leinsaat. Prägesiegel lochentwertet. Auflage 2.000. Prägesiegel lochentwertet.

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Nr. 196 Schätzpreis: 800,00 EUR


Startpreis: 400,00 EUR
Braunschweigische Kohlen-Bergwerke
5 % Teilschuldv. Lit. A 1.000 Mark, Nr. 16226
Helmstedt, Mai 1922 EF/VF
Auflage 26.000 (R 10). Originalunterschriften.
Maße: 36,7 x 26,8 cm. Doppelblatt, inwendig Anlei-
hebedingungen, mit beiliegenden restlichen
Kupons. Mit französischem Registerstempel
(Lens, 1937). Rarität aus uralter Sammlung.

Nr. 195
Nr. 195 Schätzpreis: 450,00 EUR
Startpreis: 100,00 EUR
Braunschweigische Kohlen-Bergwerke
Aktie 1.200 Mark, Nr. 131362
Nr. 193 Helmstedt, 7.5.1920 EF
Auflage 5.033 (R 10). Gründung 1873 zum Erwerb
Nr. 193 Schätzpreis: 250,00 EUR der früher braunschweigisch-fiskalischen Braun-
Startpreis: 125,00 EUR kohlengruben „Prinz Wilhelm“, „Trendelbusch“
Braunkohlen- und Chemische und „Treue“. 1895/96 wurden die Kohlenfelder Nr. 197
Industrie-AG „Joseph“ und „Otto“ sowie „Glück auf“ und „Frie-
drich“ hinzuerworben. Langfristige Verträge mit Nr. 197 Schätzpreis: 150,00 EUR
Aktien-Anteilschein 10 RM, Nr. 84 Startpreis: 60,00 EUR
der „Ueberland-Zentrale Helmstedt AG“ (ÜZH)
Wellmitz, Kr. Krossen a. Oder, Febr. 1925 EF führten 1913 zum Erwerb des gesamten ÜZH-Akti-
(R 9) Gegründet 1921 unter Führung des Berliner
Bremen-Besigheimer Oelfabriken
enkapitals durch die BKB. Zunächst als Pächterin
Bankiers Max Rosenthal mit Sitz in Berlin, 1923 betrieben die BKB auch die Gruben- und Brikettfa-
Aktie 300 RM, Nr. 6613
Sitzverlegung nach Wellmitz (Kreis Krossen a. brikbetriebe der Harbker Kohlenwerke AG und Bremen, März 1936 EF+
Oder). Betriebsgrundlage des Unternehmens war der Norddeutschen Braunkohlenwerke; 1936 wur- Auflage 1.200. Gründung 1889 unter der Firma Oel-
die sog. “Wellmitzer Braunkohle”, die für die den diese Gesellschaften auf die BKB verschmol- fabrik Besigheim vorm. Fr. Kollmar in Besigheim,
Gewinnung chemischer Grundstoffe, vor allem zen. 1954 wurde das Kraftwerk Offleben in Betrieb ab 1895 Bremen-Besigheimer Oelfabriken AG. Die
Huminsäuren, besonders geeignet ist. Über die genommen und immer weiter ausgebaut, ab 1963 Fabrikanlage befand sich in Bremen am Holz- und
Gewerkschaft Steinkohlenwerk Langgutszeche der Tagebau Alversdorf aufgeschlossen, stillgelegt Fabrikhafen, Zweigniederlassung in Harburg-Wil-
besaß die Ges. mit den Wellmitzer Braunkohlen- wurden die Tagebaue Wulfersdorf und Victoria helmsburg. 1929 I.-G.-Vertrag mit der F. Thörl’s
werken (Gew. Hassia) eine eigene Rohstoffbasis. (1952), die Brikettfabrik Trendelbusch (1959), das Vereinigte Harburger Oelfabriken AG, Hamburg-
Ende 1922 ging eine Beize- und Farbenfabrik in Schwelwerk Offleben (1967) und die Ziegelei Harburg. 1937 Beteiligung an dem im Rahmen des
Betrieb. Mangels Betriebsmitteln 1925 Alversdorf (1968). In eine existenzbedrohende Vierjahresplanes gegründeten “Oelmühlen-Wal-
Betriebseinstellung, 1931 wurde die AG von Amts Krise geriet das Unternehmen in den 80er Jahren fang-Konsortium” zur Ausübung des Walfanges
wegen gelöscht. Aktuell lebt der auf Braunkohle durch die Auseinandersetzungen um das neue und Verarbeitung der gewonnenen Produkte. 1954
gebaute Ort Wellmitz nahe dem heutigen Eisen- Verschmelzung mit der Schwesterfirma F. Thörl’s
Kraftwerk Buschhaus. Heute ist das Auslaufen der
hüttenstadt in großer Sorge: Vattenfall plant hier Vereinigte Harburger Oelfabriken AG. 1959 Über-
Braunkohleförderung absehbar, statt dessen
die Einrichtung weiterer Braunkohlentagebaue. tragung des Vermögens unter Ausschluss der
suchen die BKB neben der Stromversorgung neue
Lochentwertet. Nur 6 Stücke sind bekannt! Abwicklung auf die Hauptgesellschafterin „Marga-
Standbeine in der Entsorgungswirtschaft (Müll-
rine-Union GmbH“ in Hamburg. Die AG erlosch.
verbrennung) etc. Aufgrund historisch gewachse-
Prägesiegel lochentwertet.
ner Strukturen lagen jahrzehntelang je 49,86 % des
Kapitals bei der PreußenElektra (später VEBA)
und der Elektrowerke AG (später VIAG). Heute ist
die e.on AG Alleinaktionärin, nachdem die letzte
Handvoll freier Aktionäre 2002 per squeeze-out
herausgedrängt wurde. In dieser Form (nicht ent-
wertet) seit vielen Jahren nicht mehr angeboten!

Nr. 198
Nr. 198 Schätzpreis: 300,00 EUR
Startpreis: 75,00 EUR
Bremer Vulkan AG Schiffbau
und Maschinenfabrik
Nr. 194
Sammelaktie 2.000 x 50 DM, Muster
Bremen-Vegesack, März 1986 UNC/EF
Nr. 194 Schätzpreis: 75,00 EUR
Nullgeziffertes Specimen/Probedruck (R 10).
Startpreis: 30,00 EUR Gründung 1893 unter Übernahme der Fa. Johann
Braunkohlenbergwerk Luise AG Lange in Grohn bei Vegesack. 1898 Verlegung der
Aktie 1.000 Mark, Nr. 36721 Werft auf ein 33 ha großes Gelände am rechten
Altenweddingen, 10.3.1923 EF Weserufer in den Bezirken Vegesack und Fähr-
Lobbendorf mit 1,3 km Wasserfront. Bis zur Jahr-
Auflage 20.000 (R 8). Gegründet 1922. Das Berg- hundertwende erfolgte fast jedes Jahr eine Kapi-
werk förderte Braunkohle im Tiefbau (unter dem talerhöhung - zunächst ohne großen Effekt, doch
25 m mächtigen Deckgebirge) aus der fiskalischen später wurden Dividenden bis zu 20 % verdient.
Braunkohlengrube „Pachtfeld Altenweddingen“ Der Glanz verblaßte in der Werftenkrise der
ca. 10 km südwestlich von Magdeburg. Am 1970er Jahre: Zuletzt wurde der Bremer Vulkan
15.8.1925 Eröffnung des Konkursverfahrens. das Instrument der Werftenpolitik des Bremer
Nr. 196
Großes Brikett im Unterdruck. Nicht entwertet! Senats unter der hochqualifizierten Führung eines

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vormaligen Senatsdirektor als Vorstandsvorsit- umfirmiert. Förderung von Industrie, Handel, Nr. 203 Schätzpreis: 100,00 EUR
zendem - trotzdem (oder gerade deswegen?) ein Handwerk und Landwirtschaft durch Veranstal- Startpreis: 50,00 EUR
krachender Zusammenbruch mit Milliardenverlu- tung von Messen und Ausstellungen war Zweck
sten. Auch die immensen Fördergelder für die der Gesellschaft, deren Großaktionär die Stadtge-
Brunnenvertriebs-AG
nach der Wende zusätzlich noch übernommenen meinde Breslau war. Das Messegelände war Aktie 1.000 Mark, Nr. 114
ostdeutschen Werften wurden in Bremen noch 300.000 qm groß, davon 36.100 qm bebaut. Loch- Berlin, 27.11.1922 EF
“verzockt”, ehe man das Schiff sinken ließ. entwertet. Gründeraktie, Auflage 6.700. Gegründet 1922.
Gewinnung, Herstellung und vertrieb von Mineral-
wassern (heil- und Tafelbrunnen). 1923 Übernah-
me der Brunnengroßhandlung J. Postels in Bre-
men und Errichtung dort einer Niederlassung. Fer-
ner gingen sämtliche GmbH-Anteile der Brunnen-
großhandlung Dr. M. Lehmann GmbH in Stettin an
die Ges. über. 1932 Übernahme der Firma Johs. O.
Geffcken in Kiel und Lübeck. 1948 verlagert nach
Goslar, ab 1951 Trinks AG, Goslar, ab 1953 trinks
GmbH. 1974 übernommen durch die Nestlé AG im
Zuge der Übernahme der Blauen Quellen AG.
Lochentwertet. Maße: 33,1 x 20,8 cm.

Nr. 201

Nr. 199
Nr. 199 Schätzpreis: 1.000,00 EUR
Startpreis: 400,00 EUR
Bremer Vulkan Schiffbau Nr. 202
und Maschinenfabrik
Nr. 202 Schätzpreis: 125,00 EUR
Actie 1.000 Mark, Nr. 5111 Startpreis: 40,00 EUR
Vegesack, 27.2.1902 EF/VF
Brown, Boveri & Cie. AG Nr. 204
Auflage 2.000 (R 8). Maße 31,5 x 24,5 cm. Doppel-
blatt. Seit Jahrzehnten exakt 11 unentwertete Aktie 50 DM, Nr. 199285
Stücke bekannt. Mannheim, Juni 1969 UNC/EF Nr. 204 Schätzpreis: 160,00 EUR
(R 9) Gründung 1900 durch die Schweizer BBC. Startpreis: 80,00 EUR
Das breite Produktionsprogramm umfasste im Buderus’sche Eisenwerke
Laufe der Geschichte u.a. Dampfturbinen und Ver- Aktie Lit. H 1.000 Mark, Nr. 49112
dichter sowie den Bau kompletter Kraftwerke,
Hoch- und Niederspannungsschaltanlagen, elek- Wetzlar, 2.10.1923 VF.
trische Bahnen aller Art (incl. Seil- und Schwebe- Auflage 30.000 (R 10). Gründung 1731 in Lollar
bahnen), Signalanlagen, Triebwagen, Lokomoti- durch Johann Wilhelm Buderus, AG seit 1884 als
ven, Oberleitungs-Omnibusse, elektrische Ausrü- Buderus’sche Eisenwerke in Wetzlar unter Über-
stungen für Werkzeugmaschinen, Hebezeug- und nahme des gesamten Gruben- und Hüttenbesitzes.
Transportanlagen, Bagger, Abraum-Förder- Auf der Basis eigener Eisensteingruben entwickel-
brücken sowie Dreh-, Hub- und Klappbrücken. Seit te sich einer der größten Betriebe der Eisen- und
dem Zusammenschluss der Schweizer BBC mit Gießerei-Industrie. Ab 1914 auch Stahlerzeugung,
dem schwedischen Asea-Konzern im Jahr 1988 als die 1920 in das Gemeinschaftsunternehmen Röch-
Asea Brown Boveri AG (ABB) firmierend und ling-Buderus AG eingebracht wurde (heute Edel-
innerhalb des Konzerns mit Produktionsstandor- stahlwerke Buderus AG). 1926 mit dem Erwerb
ten in 9 Ländern (davon 44 allein in Deutschland) der Gewerkschaft Siebenplaneten Schaffung einer
Nr. 200 eigenen Steinkohlebasis. Zu dieser Zeit erwarb
die weltweit größte Einzelgesellschaft. Bis heute
Nr. 200 Schätzpreis: 100,00 EUR an sechs deutschen Börsen notiert. Als ungültig auch der Flick-Konzern seine bis lange in die
Startpreis: 50,00 EUR abgestempelt. Nachkriegszeit gehaltene Buderus-Aktienmehr-
heit. Neben Kundenguss aller Art wurden vor
Breslauer Hallenschwimmbad AG allem Herde, Stahl-Radiatoren und emaillierte
Aktie Lit. A 1.000 RM, Nr. 58 Badewannen hergestellt. Das 1977 in Buderus AG
Breslau, 22.5.1943 EF+ umbenannte und bis heute börsennotierte Unter-
Auflage unter 300. Gründung 1895 als gemeinnüt- nehmen, eine der ältesten Firmen der deutschen
ziges Unternehmen zum Bau und Betrieb eines Eisenindustrie überhaupt, ist in den Bereichen
Hallenschwimmbades. Mit seinem Hallen- Heizungsprodukte, Guß- und Edelstahlerzeugnis-
schwimmbad an der Zwingerstr. 10/12 (ul. Teatral- se (u.a. Teile für den Flugzeugbau) tätig. 2003
na 10-12) besaß Breslau eines der schönsten und unwillkomene Übernahme durch die vor allem an
stilvollsten Hallenbäder Deutschland, im reinsten der Heizungstechnik interessierte Robert Bosch
Jugendstil erbaut zwischen 1895 und 1897. Das GmbH. Verkäufer war der letzte Großaktionär, der
Schwimmbad hat den Festungskampf 1945 nahezu Mannheimer Baukonzern Bilfinger Berger AG.
schadlos überdauert und ist inzwischen stilvoll Abgestempelt “Kraftlos lt. W.B.G.”
renoviert worden. Prägesiegel lochentwertet.
Nr. 205 Schätzpreis: 300,00 EUR
Nr. 201 Schätzpreis: 125,00 EUR Startpreis: 90,00 EUR
Startpreis: 60,00 EUR Bürgerliches Brauhaus AG
Breslauer Messe- und Ausstellungs-AG Namensaktie 200 Mark, Nr. 554
Namens-Aktie 100 RM, Nr. 100 Nordhausen, 1.4.1905 VF+
Breslau, Februar 1939 EF+ Gründeraktie, Auflage 750 (R 8). Gründung 1904
Auflage 400. Gründung 1917 als GmbH, seit 1923 zur Übernahme des Brauerei- und Wirtschaftsbe-
die “Breslauer Messe AG”, 1928 dann wie oben Nr. 203 triebes von Wilh. Loeschigk in Nordhausen, Halle-

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sche Str. 32. Außerdem wurde 1919 die Brauerei stellung von Maschinen und Anlagen zum Trock- Hupertz et Banning”, AG seit 1901) zur “Busch-Jae-
Ziegler in Sondershausen angekauft und gleich nen, Kühlen, Zerkleinern, Sichten, Mischen und ger Dürener Metallwerke AG” fusionert. Neben der
darauf stillgelegt. Knapp 20.000 hl Roland-Bräu Entstauben. 1929 Abtretung des Dampfkesselbaus Rheinmetall-Borsig AG war jahrzehntelang der
und Diadem-Pilsener jährlich betrug der Ausstoß. an L. & C. Steinmüller in Gummersbach. Börsen- Industrielle Günther Quandt beteiligt (zuletzt
Die Brauerei am Taschenberg überlebte auch die notiz: Berlin und Freiverkehr Düsseldorf. 1969 ver- über die Altana). 1974 wurden die inzwischen in
DDR mit “Nordquell” und “Roland Bräu” und ret- schmolzen auf die Büttner-Schilde-Haas AG (BSH). Tochter-GmbH’s eingebrachten Metallwerke in
tete sich nach der Wende in die Reprivatisierung Umfirmiert 1977 in BABCOCK-BSH AG, 1995 Lüdenscheid und Düren veräußert und die Ges. in
(woran wir allerdings ungute Erinnerungen haben, Umwandlung in die BABCOCK-BSH GmbH. Nach Busch-Jaeger Gesellschaft für Industriebeteiligun-
denn die neuen Eigentümer ersteigerten vor Jah- dem Zusammenbruch des Babcock-Konzerns gen AG umbenannt (als Zwischenholding u.a. für
ren auf unserer Auktion eine Historische Aktie 2002 übernommen durch die Firma Grenzebach, die Beteiligungen an der Milupa AG, der Byk Gul-
vom Bürgerlichen Brauhaus; bezahlt haben sie die danach Grenzebach BSH GmbH, Bad Hersfeld. Prä- den Lomberg Chem. Fabrik GmbH und der Mou-
bis heute nicht). Im Jan. 2007 schloß sich ein Inve- gesiegel lochentwertet. son Cosmetic GmbH). Gleichzeitig Sitzverlegung
storen-Konsortium für den Abriß und kompletten nach Frankfurt/M. und in die VARTA AG (ab 1977
Neubau der Brauerei am traditionellen Standort in die Altana) eingegliedert. Prägesiegel lochent-
zusammen, die Mitte 2008 als “Bürgerliches Brau- wertet.
haus” ihren Betrieb dann wieder aufnehmen soll.
Äußerst dekorativ, mit postkartengroßer Abb. von
Brauerei und Biergarten. Maße: 35,5 x 22 cm.
Nicht entwertet!

Nr. 207

Nr. 209

Nr. 205

Nr. 210

Nr. 210 Schätzpreis: 85,00 EUR


Startpreis: 40,00 EUR
Nr. 208 Busch-Jaeger Lüdenscheider
Metallwerke AG
Nr. 208 Schätzpreis: 50,00 EUR
Aktie 1.000 RM, Nr. 10663
Startpreis: 25,00 EUR
Lüdenscheid, Januar 1943 EF+
burgbad AG Auflage 1.500. Prägesiegel lochentwertet.
Sammel-Vorzugsaktie 100 x 5 DM, Nr. 6002740
Bad Fredeburg, April 1995 UNC/EF
Nr. 206 Gründung 1946 zur Herstellung von Holzwaren,
1963 Umfirmierung in Burg Möbel Dieter Ruddies,
Nr. 206 Schätzpreis: 250,00 EUR seit 1995 AG. Mit einem Marktanteil von 20%
Startpreis: 80,00 EUR Marktführer für Badmöbel in Deutschland. Abb.
Bürsten-Fabrik Pensberger & Co. AG eines großzügig gestalteten Badezimmers. Präge-
siegel lochentwertet. Mit Restkupons.
Aktie 1.000 Mark, Nr. 3818
München, Januar 1922 VF Nr. 209 Schätzpreis: 100,00 EUR
Auflage 2500 (R 9). Gründung 1898 zur Weiter- Startpreis: 35,00 EUR
führung der in der Franziskanerstraße belegenen
Fabrik der Firma Pensberger & Co. Es wurden Busch-Jaeger Lüdenscheider
Holzwaren und Sportartikel jeglicher Art herge- Metallwerke AG
stellt. Über das Vermögen wurde im Jan. 1933 der Aktie 1.000 RM, Nr. 8729
Konkurs eröffnet. Äußerst dekorativ, große Lüdenscheid, 1.5.1933 EF+
Ansicht der Fabrik im Unterdruck. Maße: 24,8 x Auflage 1.700. Gründung 1911 als F. W. Busch AG Nr. 211
38,8 cm. Doppelblatt, mit restlichem Kuponbogen. unter Übernahme der seit 1892 betriebenen
Kleine Randverletzungen (Einrisse, kleine Fehl- Nr. 211 Schätzpreis: 250,00 EUR
Busch’schen Fabrik. 1926 Fusion mit der Gebr. Jae- Startpreis: 100,00 EUR
stelle). ger in Schalksmühle zur “Vereinigte elektrotechni-
sche Fabriken F.W. Busch und Gebr. Jaeger AG”. C. & G. Müller Speisefettfabrik AG
Nr. 207 Schätzpreis: 60,00 EUR 1932 Fusion mit der Lüdenscheider Metallwerke Aktie 1.000 Mark, Nr. 3577
Startpreis: 35,00 EUR AG vorm. Jul. Fischer & Basse zur “Busch-Jaeger Berlin, 4.7.1921 VF+
Büttner-Werke AG Lüdenscheider Metallwerke AG”. Neben Elektro- Auflage 2.800 (R 10). Gründung 1872 durch Carl
Installationsmaterial aller Art (Werke Lüden-
Aktie 1.000 RM, Nr. 1419 scheid und Schalksmühle i.W.) auch (im Werk Aue
und Gottfried Müller, 1894 Umwandlung in eine
Krefeld, Juni 1942 EF+ AG. Herstellung von Margarine, Schmalz u. Fett,
i.W.) Herstellung von Porzellan für technische Import und Weiterbearbeitung amerikanischer
Auflage 1.300. Gründung 1874 als „Rheinische Zwecke und von Kunstharz-Erzeugnissen.1953 mit Fleischwaren. Beteiligung an der Ölwerke „Teuta-
Dampfkessel- und Maschinenfabrik Büttner der Dürener Metallwerke AG (gegr. 1885 als “Düre- nie“ in Harburg, der Margarinewerke Dr. Schröder
GmbH“, AG unter obigem Namen seit 1920. Her- ner Phosphorbronce-Fabrik & Metallgießerei AG in Berlin und der Dresdner Speisefettfabrik AG.

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Auktionshaus Gutowski • 50. Auktion Historischer Wertpapiere am 16. Juli 2012

Filialen in Königsberg und Stettin. Eines der zutraut, sagt der Börsenkurs von aktuell (9/08) 2
unzähligen Opfer der Weltwirtschaftskrise: 1932 in cent pro Aktie, was eine Marktkapitalisierung von
Liquidation gegangen. Lochentwertet. Maße: 25,6 64.500 Euro ergibt. Ganzflächiger Unterdruck mit
x 33,8 cm. Nur 3 Stücke sind bis heute erhalten Glücksspiel-Szenen. Prägesiegel lochentwertet.
geblieben!

Nr. 214
Nr. 214 Schätzpreis: 200,00 EUR
Startpreis: 60,00 EUR
Cartonnagen-Maschinen-Industrie
und Façon-Schmiede AG
Nr. 212 St.-Prior.-Aktie 600 Mark, Nr. 1380
Berlin, 5.12.1896 VF
Nr. 212 Schätzpreis: 125,00 EUR Auflage 304. Gründung 1872 als „Facon-Schmiede
Startpreis: 30,00 EUR und Schrauben-Fabrik AG“, 1890-96 dann als „Ber-
C.H.A. Chemie Holding AG liner Messinglinien-Fabrik und Facon-Schmiede“
firmierend. Die Gesellschaft übernahm bei der
Sammelaktie 20 x 50 DM, Nr. 214 Gründung die Bolzen- und Mutternfabrik von Nr. 216
München, August 1990 UNC/EF Albert Ludewig an der Reinickendorferstraße. Nr. 216 Schätzpreis: 250,00 EUR
(R 8) Gründung 1986 in Berlin durch die Unter- 1889 Errichtung einer Messinglinienfabrik, die Startpreis: 80,00 EUR
nehmer-Familie Bernau (Berliner Elektro-Hol- 1894 an die Firma H. Berthold verkauft wurde. Seit
ding), 1987 Sitzverlegung nach München, 1990 an 1901 wegen unrentabler Produktion in Liquidati- Centralbank für Eisenbahnwerthe
die Börse gegangen. Umfirmierungen 1993 in on, Börsennotiz in Berlin 1926 eingestellt. Nach- 4 % Schuldv. 2.000 Mark, Nr. 4135
C.H.A. Holding AG, 1995 in C.H.A. Bauelemente AG dem in 15 Abwicklungsraten bereits 90 % des Berlin, 2.1.1899 VF+
und 2000 in InnoTec TSS AG, zugleich Sitzverle- Kapitals zurückgezahlt waren, wurde 1937 die Auflage 5.000 (R 9). Zum Pauschalpreis von 31
gung nach Düsseldorf. Beteiligungen an Produkti- Fortsetzung der Ges. beschlossen. Gesell- Mio. Mark übernahm die zu diesem Zweck 1899
onsunternehmen für Fenster und Türen, Rolladen, schaftzweck war nunmehr die Verwaltung des gegründete Gesellschaft von der Münchener
Wintergärten und Chemiewerkstoffe. Aus einer eigenen Grundbesitzes Berlin 65, Reinickendorfer Localbahn-AG und der Dresdner Bank deren Betei-
Kapitalerhöhung anlässlich der Börsenein- Str. 113. Erst 1968 wurde die AG schließlich doch ligungen an vier ungarischen Eisenbahnen. Die in
führung. Prägesiegel lochentwertet. abgewickelt. Rückseitig mehrere Stempel über München und Berlin notierten Aktien entwickel-
geleistete Zahlungen von Liquidationsraten. Klei- ten sich vielversprechend, bis der Verlust der
ne Randeinrisse und Knickfalten, trotzdem über- Beteiligungen als Folge des 1. Weltkrieges der
durchschnittlich gut erhaltenes Stück, sehr gün- Bank einen Schlag versetzte, von dem sie sich nie
stig angeboten! wieder richtig erholte. 1933 ging sie in Liquidati-
on, aus ihr entstand die AG für Anlagewerte.
Äußerst dekorativer Druck mit Flügelrad. Groß-
formatiges Papier (35,1 x 25,5 cm). Doppelblatt,
inwendig Anleihebedingungen. Mit beiliegenden
restlichen Kupons.

Nr. 215
Nr. 215 Schätzpreis: 100,00 EUR
Startpreis: 50,00 EUR
Nr. 213
CasMaker gaming & entertainment AG
Nr. 213 Schätzpreis: 75,00 EUR Sammelaktie über 50.000 Stückaktien, Nr. 55 Nr. 217
Startpreis: 45,00 EUR Hannover, Oktober 2005 EF+
Cammann & Co. AG Nr. 217 Schätzpreis: 100,00 EUR
Auflage 100 (R 7). Gegründet 2005 als “integrierter Startpreis: 45,00 EUR
Aktie 10.000 Mark, Nr. 2461 Anbieter von Produkten und Dienstleistungen
Chemnitz, 21.12.1922 EF (One-Stop-Shop) in allen Segmenten des Online- Ceres Maschinenfabrik AG
Glückspiels wie Event-Wetten, Casino-Spiele und vorm. Felix Hübner
Auflage 600. Gründung 1919. Herstellung von
Player-to-Player-Angebote”. Toll: Das waren zwar Aktie 1.000 Mark, Nr. 11012
Gobelinstoffen, Velours, Dekorations- und Web- nur Ideen, aber es zog bei gläubigen Investoren.
stoffen. Das 1925/26 vom Architekten Willy Schön- Liegnitz, 15.8.1922 EF/VF
Gleich mal an die Börse gebracht, erreichte der
feld als erstes Chemnitzer Hochhaus erbaute Fir- Kurs Anfang 2006 fast 100 Euro und der Börsen- Auflage 6.000 (R 9). Gründung 1913. Herstellung
mengebäude beherbergt neben der Camman wert rd. 300 Mio. Euro. Umfirmiert 2006 in Beto- von Dreschmaschinen, Kartoffelkulturgeräten,
GmbH noch zahlreiche weitere Betriebe. Die Cam- nusa AG und im Mai 2007 in MioBet AG. Zur Zeit Milchseparatoren sowie Göpelwerken und Motor-
mann GmbH produziert noch heute Möbel- und wird noch eine Beteiligung an der Blitztrade Ges. lokomobilen. In Berlin börsennotiert, 1927 nach
Dekorationsstoffe. Lochentwertet. Großformati- für elektronische Märkte und Börsensysteme mbH erheblichen Verlusten infolge Absatzmangels in
ges Papier (37,5 x 26,8 cm), dekorativ gestaltet. sowie deren Tochter Tipgate Internetwetten Liquidation gegangen. Großformatiges Papier
GmbH gehalten. Wie viel man der AG heute noch (25,4 x 35 cm), dekorativ gestaltet.

Alle Wertpapiere sind bei uns in einer Bilddatenbank vorhanden. Es kann deshalb vereinzelt vorkommen, daß bei
Abbildungen auf Archivmaterial zurück gegriffen wurde und ein gleichwertiges Stück mit einer anderen Nummer abgebildet ist.

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Auktionshaus Gutowski • 50. Auktion Historischer Wertpapiere am 16. Juli 2012

mit Wasser. Die Konzessions-Verträge, vor der Bil- stoff (Saccharin). Börsennotiz Berlin und Dres-
dung Groß-Berlins vor allem mit den Umland- den/Leipzig. 1948 Sitzverlegung nach München,
Gemeinden geschlossen, hatten eine Laufzeit teil- 1969 GmbH. Das Stammwerk Radebeul wurde
weise bis zum Jahr 2000. Immer wieder gab es 1948 verstaatlicht, 1958 umbenannt in VEB Che-
aber Streit wegen ständiger Versuche, die Wasser- mische Werke Radebeul, 1961 integriert in das
versorgung zu kommunalisieren, aber auch wegen Arzneimittelwerk Dresden (AWD). 1990 GmbH,
der Wasserpreise. Dieser Streit wurde beendet 1991 aufgekauft durch die ASTA Medica. Prägesie-
durch Ablösung der insgesamt 23 Konzessions- gel lochentwertet.
Verträge, an deren Stelle ab 1.10.1935 der „Vertrag
über die einheitliche Bewirtschaftung der Wasser-
versorgung Groß-Berlins“ trat, der auch eine Divi-
dendengarantie beinhaltete. Zwischen der Gesell-
schaft und Gross-Berlin wurde am 31.12.1947 ein
Übertragungsvertrag für sämtliche Aktiven und
Passiven geschlossen. Die Aktionäre erhielten 60
% des RM-Aktiennennwertes per 1957 in DM aus-
gezahlt. Für die Restansprüche, insbesondere hin-
sichtlich des Ostvermögens, wurden (noch heute
börsennotierte) Anteilscheine ausgegeben. Die
Aktien der Gesellschaft waren an den Börsen von
Berlin und Amsterdam notiert. Oberer Rand links
fleckig, trotzdem überdurchschnittlich gut erhal-
tenes Stück! Nicht entwertet und mit beiliegenden
Nr. 218 restlichen Kupons.
Nr. 218 Schätzpreis: 125,00 EUR
Startpreis: 60,00 EUR
Charbonnages du Nord - Bassin
Houiller de la Ruhr S.A.
Obligation 315 FF, Nr. 2292
Paris, 1.7.1869 EF/VF Nr. 222
Auflage 20.000 (R 9). Mitte der 1850er Jahre wurde
die erste nördlich der Emscher gelegene Schacht- Nr. 222 Schätzpreis: 75,00 EUR
anlage „Nordstern“ im Realgebiet des Herzogs von Startpreis: 35,00 EUR
Arenberg errichtet. Es folgte die Gründung der Chemische Werke
Bohrges. Carnapp, Umbenennung in „Bohrges. Essener Steinkohle AG
Neu Horst“. Da die Geldmittel nicht ausreichten,
wurde die AG Essen-Arenberger Bergbau-Ges. 4 % Teilschuldv. 1.000 RM, Nr. 841
gegründet, als 1860 der Schacht das Steinkohlen- Essen, Oktober 1942 EF
gebirge erreichte. 1865 wandelte Friedrich Grillo Auflage 8.000 (R 8). Gründung 1937 durch die
das Unternehmen in eine Gewerkschaft um. Zur Essener Steinkohlenbergwerke AG (75 %) und die
Refinanzierung wurde 1869 die Schachtanlage an Harpener Bergbau AG (25 %). Im Zuge der Autar-
die Charbonnages du Nord verkauft, die 1869 kiebestrebungen im 3. Reich wurde Benzin durch
gegründet wurde, und bereits 1873 in Konkurs Kohleverflüssigung produziert. Nach der Entflech-
ging. Die Essen-Arenberger Bergbau-Ges. behielt tung 1952 erfolgte die Umbenennung in Chemi-
einige Felder und blieb bestehen. Grillo gründete sche Werke Bergkamen AG, 1959 Übernahme
dann mit der Essen-Arenberger und einigen fran- durch die Schering AG. 1962 wurde die Produktion
zösischen Aktionären 1873 die Steinkohlenberg- Nr. 220 von flüssigen Treibstoffen nach dem Fischer-
werk Nordstern AG (1907 an den Phönix angeglie- Tropsch-Verfahren eingestellt und mit der Herstel-
dert). Die Zinsen, jährlich 18 FF, konnten in Paris Nr. 220 Schätzpreis: 100,00 EUR lung von Pharmawirkstoffen begonnen. Nicht ent-
und in Essen abgehoben werden. Maße: 34 x 19,5 Startpreis: 50,00 EUR wertet!
cm. Mit anhängenden Kupons ab 1876. Chemische Fabrik Lübbe & Co. AG
Aktie 1.000 Mark, Nr. 4922
Hamburg, Januar 1922 EF
Auflage 4.000 (R 9). Gründung 1921. Herstellung
chemischer und pharmazeutischer Produkte nach
dem von Otto Lübbe erprobten Verfahren. Ab
1924 Liquidation. Maße: 37,6 x 25,5 cm.Dekorativ!

Nr. 223
Nr. 219
Nr. 223 Schätzpreis: 350,00 EUR
Nr. 219 Schätzpreis: 200,00 EUR Startpreis: 75,00 EUR
Startpreis: 75,00 EUR Chemische Werke
Charlottenburger Louis Wagner-Rösgen AG
Wasser- und Industriewerke AG Aktie Lit. A 20 RM, Nr. 2008
Aktie 100 RM, Nr. 438 Nr. 221 Köln-Dellbrück, 29.12.1924 EF
Berlin, April 1928 VF Auflage 20.000 (R 10). Gründung 1923. Die Firma
Auflage 3.330 (R 10). Gründung 1878 unter Über-
Nr. 221 Schätzpreis: 85,00 EUR Louis Wagner GmbH bringt das von ihr betriebene
nahme des auf fiskalischem Gelände liegenden Startpreis: 35,00 EUR Geschäft mit allen Aktiven und Passiven (Grund-
Wasserwerks am Teufelssee. Später Errichtung Chemische Fabrik von Heyden AG stücke, Maschinen, Gerätschaften) in die AG ein.
der eigenen Wasserwerke Beelitzhof (am Wann- Aktie 1.000 RM, Teilblankette, Nr. 51087 Einbringungswert: 15 Mill. Mark, wofür den Grün-
see), Jungfernheide, Johannisthal und Tiefwerder. dern 1.500 gewährt werden. Erzeugung von che-
Radebeul, von 1943 EF+ mischen Produkten aller Art. GV 1923: Erhöhung
Die Wasserwerke am Teufelssee und in der Jung-
fernheide wurden 1906 an die Stadt Charlotten- Gründung 1874 in Dresden, 1875 verlegt nach um 15 Mill. Mark. Davon wurden 12 Mill. Mark von
burg verkauft. 1920 Umfirmierung in Charlotten- Radebeul, AG seit 1899. Bahnbrechende Entwick- der Fa. Hub. Roesgen, Köln, übernommen, 3 Mill.
burger Wasser- und Industriewerke AG. Die Gesell- lungen gelangen vor allem in der Kolloid-Chemie Mark wurden verwertet. Die Fa. Hub. Roesgen
schaft belieferte im Westen und Süden von Groß- für Medizin und Technik und bei der (seit 1892 besaß in Lauenburg bei Hamburg einen Betrieb.
Berlin etwa 20 % der Berliner Gesamtbevölkerung betriebenen) Herstellung von künstlichem Süß- Es wurde ein IG-Vertrag abgeschlossen („um im

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unbesetzten Deutschland wieder Fuß zu fassen“ - schlossen. 1934 Übernahme durch Rudolf Heim- wurde auf allierte Anordnung zerschlagen in die
Anmerkung: 1924 war das Rheinland von französi- soeth und Elsbeth Rinke, die die Firma unter dem Commerz- und Credit-Bank, Commerz- und Dis-
schen Truppen besetzt). 1926 Umbenennung in neuen Firmennamen Heimsoeth & Rinke fortsetz- conto-Bank sowie Commerzbank-Bankverein. Zur
Chemische Fabrik Louis Wagner AG und Verkauf ten. Die Ges. produzierte und verkaufte von 1935 Verbriefung der Vermögensrechte in der Ostzone
des Werkes in Lauenburg. März 1937 Umwandlung bis 1945 der Wehrmacht, der SS, dem SD, der Poli- blieb die sogenannte “Altbank” erhalten, deren
in eine oHG. Firmenname abgeändert zu Chemi- zei und dem Auswärtigen Amt vermutlich mehr neu gedruckte, aber weiter auf RM lautende Akti-
sche Fabrik Louis Wagner AG. Seit Jahren nicht als 100.000 ENIGMA-Geräte. Auch nach Japan, Spa- en (die sog. “Restquoten”) die früheren Commerz-
mehr angeboten! nien und Italien wurde die ENIGMA von der deut- bank-Aktionäre in den 50er Jahren ebenso erhiel-
schen Abwehr verkauft. Bis 1934 gab es für Ban- ten wie entsprechende Aktien der drei Nachfol-
ken und Großunternehmen die ENIGMA noch auf geinstitute. Letztere wurden 1958 wieder zur
dem freien Markt. Erst als die Reichswehr ihr “neuen” Commerzbank AG mit Sitz in Düsseldorf
Interesse an dieser Maschine intensivierte, wurde (ab 1990 Frankfurt a.M.) zusammengeschlossen,
sie vom freien Markt genommen. Die mechanische um die Altbank dagegen ranken sich bis heute
Konstruktion der Maschine und ihre Wirkungs- abenteuerliche Spekulationen. Gültiges Stück, mit
weise waren da aber bereits international kpl. Kuponbogen. Gesuchter Nominalwert.
bekannt. Randeinrisse, Abheftlochung am unteren
Rand. Rarität, günstig angeboten.

Nr. 228
Nr. 224 Nr. 226 Nr. 228 Schätzpreis: 65,00 EUR
Nr. 224 Schätzpreis: 200,00 EUR Startpreis: 30,00 EUR
Nr. 226 Schätzpreis: 50,00 EUR Concordia Bau und Boden AG
Startpreis: 50,00 EUR
Startpreis: 30,00 EUR
CHEMOMETALL AG Aktie 10 x 5 DM, Nr. 2001810
Colonia Konzern AG Oberhausen, September 1994 UNC/EF
für chemische und metallurgische Industrie
Namensaktie 1.000 DM, Nr. 801660 1850 Gründung der Concordia-Bergbau-AG in
Aktie Serie E 10.000 Mark, Nr. 1994 Köln, Juli 1991 EF+ Oberhausen. 1968 erfolgte die Stilllegung der
München, 3.9.1923 EF+ Gründung 1839 als Kölnische Feuer-Versiche- Schachtanlagen und 1970 Namensänderung in
Gründeraktie (R 10). Fabrikmässige Erzeugung rungs-Gesellschaft. 1969/1970 Verschmelzungen Concordiaberg AG. In den folgenden Jahren wur-
von chemischen und metallurgischen Produkten u.a. mit der früher in Stettin (jetzt Lübeck) ansäs- den Beteiligungen an mehreren Chemiefirmen ein-
jeder Art, ansässig in der Hohenzollernstr. 61. Nur sigen National Allgemeine Versicherungs-AG und gegangen bzw. mit Einvernehmen des Hauptak-
wenige Monate nach der Gründung enthält das der Gladbacher Feuerversicherung, deshalb tionärs Schering AG gegründet. 1976 erfolgte die
AG-Handbuch den Hinweis: “Fa. lt. postal. Ermitt- Umfirmierung in Colonia National Versicherung Sitzverlegung nach Düsseldorf und Änderung des
lung bereits wieder erloschen.” Kleine Vignette AG, 1971 abgekürzt auf Colonia Versicherung AG. Namens in Concordia-Chemie AG. Im selben Jahr
mit Schutzmarke: Im Kleeblatt ein Hammer mit 1991 erneut umbenannt in Colonia Konzern AG, wurde der Chemiebereich der Concordia an die
Schlange, die sich am Stiel windet. Maße: 23,1 x 1994 in CKAG Colonia Konzern AG, 1997 in AXA Schering AG verkauft. 1977 erfolgte die Fir-
14,8 cm. Mit komplett anhängenden Kupons. Colonia Konzern AG und zuletzt 2001 in AXA Kon- mensitzrückverlegung nach Oberhausen. 1991
zern AG. Stilisierte Ansicht von Köln mit Kölner Umfirmierung in Concordia Bau und Boden AG
Dom, Hauptbahnhof und Rheinufer. Rückseitig als und 2000 in CBB Holding AG mit Sitz in Köln. Das
ungültig abgestempelt. Unternehmen ist heute tätig in der Verwaltung
und Verwertung von Grundbesitz, Bergwerksei-
gentum und Beteiligung sowie der Durchführung
von Bauleistungen als Bauträger. Prägesiegel loch-
entwertet.

Nr. 229 Schätzpreis: 60,00 EUR


Startpreis: 35,00 EUR
Concordia-Chemie AG
Aktie 50 DM, Nr. 1526
Oberhausen/Rhld., Mai 1984 UNC/EF
Auflage 11.453. Prägesiegel lochentwertet.

Nr. 225 Nr. 230 Schätzpreis: 125,00 EUR


Startpreis: 50,00 EUR
Nr. 227
Nr. 225 Schätzpreis: 750,00 EUR Continental Gummi-Werke AG
Startpreis: 300,00 EUR Nr. 227 Schätzpreis: 250,00 EUR Aktie 1.000 RM, Nr. 12736
Chiffriermaschinen AG Startpreis: 40,00 EUR Hannover, Mai 1929 EF/VF
Aktie 10.000 Mark, Nr. 1432 Commerzbank AG Auflage 20000 (R 6). Gründung 1871 als „Continen-
Berlin, August 1923 VF Aktie 1.000 RM, Nr. 20772 tal-Cautchouc- und Gutta-Percha-Compagnie“.
Gründeraktie, Auflage 50.000 (R 11). Gegründet Hamburg, September 1952 EF/VF 1917-29 Fusion mit de Hannoversche Gummiwerke
am 9.7.1923 vom Erfinder der ENIGMA, Arthur Excelsior AG, der Peters-Union AG und der Liga
Mit Hamburger Sturmflutstempel! 1870 wurde
Scherbius (1878-1929) zwecks Herstellung und Gummiwerke AG in Frankfurt sowie der Gummi-
von hanseatischen Kaufleuten und Privatbankiers
Vertrieb von Chiffrier- und Dechiffriermaschinen die Commerz- und Disconto-Bank in Hamburg werke Titan B. Polack AG, Waltershausen/Thür.
sowie von Maschinen, Werkzeugen, Apparaten gegründet. 1897 entstanden Niederlassungen in (letztere später als VEB Gummiwerke Waltershau-
verwandter Art und deren Zubehör, Ausnutzung Frankfurt am Main und Berlin. Nach der Übernah- sen der größte Reifenproduzent der DDR). Mit der
und Verwertung von Patenten und sonstigen me der Berliner Bank im Jahr 1905 verlagerte die Übernahme von Uniroyal-Englebert und Semperit
Schutzrechten, soweit solche mit dem Chiffrier- Bank ihren geschäftlichen Schwerpunkt von Ham- avancierte ContiGummi zur No. 2 in ganz Europa.
wesen zusammenhängen, Ausbau des Chiffrier- burg in die Reichshauptstadt. Anfang der 20er Seit Übernahme des Bremsenherstellers Teves
und Dechiffrierwesens, Beteiligung an anderen Jahre kam es zu einer stürmischen Expansion mit auch Fahrwerk-Systemlieferant für die Automobi-
gleichartigen Unternehmungen. Die eigenen Fabri- Übernahme zahlreicher Provinzbanken und Filia- lindustrie. Der nächste Coup 2004: Übernahme
kationswerkstätten wurden 1925 aufgelöst; dage- leröffnungen. Rd. 45 % des Filialnetzes gingen als des Konkurrenten Phoenix Gummiwerke AG in
gen wurden günstige Fabrikationsverträge abge- Folge des 2. Weltkriegs verloren und die Bank Hamburg-Harburg. Nicht entwertet!

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Auktionshaus Gutowski • 50. Auktion Historischer Wertpapiere am 16. Juli 2012

das Straubinger Bankhaus Josef Gerhaher 100 %


der Aktien, die bis dahin die Tonwarenfabrik
Scwandorf (Opf.) gehalten hatte. Hergestellt wur-
den Dachziegel, Mauersteine, Hohlsteine und
Drainrohre. 1959 in eine Kommanditgesellschaft
umgewandelt. Ausgestellt auf das Bankgeschäft
Josef Gerhaher in Straubing. In dieser Form (Aktie
Nr. 1) eine gesuchte Besonderheit!

Nr. 230

Nr. 235
Nr. 233
Nr. 233 Schätzpreis: 250,00 EUR
Startpreis: 100,00 EUR
Dachschiefergrube Christiana
Kux-Schein über 1 Kux, Nr. 12
Frankfurt a.M., 29.5.1886 EF
Nr. 231 Auflage 100 (R 8). Dachschiefergrube in der
Nr. 231 Schätzpreis: 100,00 EUR Gemarkung Reifenberg, Bergrevier Weilburg. Ori-
Startpreis: 40,00 EUR ginalunterschriften und Umschreibungsvermerk
von 1891. Doppelblatt, rückseitig Auszug aus dem
Continental Gummi-Werke AG Allg. Berggesetz für die Preussischen Staaten vom
Aktie 50 DM, Nr. 105202 25. Juni 1865. Lediglich 20 Stücke wurden im Jahr
Hannover, Juli 1966 EF+ 1995 gefunden.
Auflage 120.000 (R 6). Schöne Gestaltung mit
Nr. 236
Conti-Gummi-Emblem, Faksimileunterschrift als
AR-Vorsitzender: Dr. Georg von Opel (aus der Nr. 236 Schätzpreis: 150,00 EUR
bekannten Automobil-Dynastie). Prägesiegel loch- Startpreis: 60,00 EUR
entwertet. Dampfziegelei Weinberg
Gebr. Damköhler AG
Aktie 10.000 Mark, Nr. 728
Braunschweig, 5.9.1923 EF
Gründeraktie, Auflage 1200, R 8, nach Kapitalum-
stellung und Herabsetzung 1927 nur noch ca. 200-
300 Stück. Herstellung von Dach- und Mauerstei-
nen (Fabrik Am Weinberg 1/2). Zu den Gründern
gehörten u.a. die Braunschweigische Staatsbank
und der Wolfenbütteler Bankier Ludwig Seeliger,
was leider aber nicht dauerhaft half: 1930 Kon-
kurs. Maße: 15,9 x 24,1 cm.

Nr. 232

Nr. 232 Schätzpreis: 100,00 EUR


Startpreis: 45,00 EUR
Creditanstalt-Bankverein Nr. 234
Aktie 100 RM, Nr. 13514
Nr. 234 Schätzpreis: 250,00 EUR
Wien, Oktober 1939 EF+ Startpreis: 100,00 EUR
Auflage 40.000 (R 7). Gegründet 1855 als “Oester-
reichische Credit-Anstalt für Handel und Gewer- Dachschiefergrube Kronprinz I
be”. 1934 Fusion mit dem (1869 gegründeten) Wie- Kux-Schein über 1 Kux, Nr. 2
ner Bank-Verein. Die bedeutendste Großbank des Frankfurt a.M., 29.5.1886 EF
Landes, 1946 von der Republik Österreich ver-
Auflage 100 (R 8). Dachschiefergrube in der
staatlicht. 1997 übernahm die Bank Austria die
Gemarkung Manderbach, Bergrevier Dillenburg.
Staatsanteile. 2000 Übernahme der Bank-Austria-
Aktienmehrheit durch die deutsche HypoVereins- Originalunterschriften, Übertragungsvermerk von
bank (HVB). 2002 fusionierten Bank Austria und 1891. Doppelblatt, rückseitig Auszug aus dem Allg.
Creditanstalt zur Bank Austria Creditanstalt. 2005 Berggesetz für die Preussischen Staaten vom 25.
an die italienische Unicredit verkauft, nachdem Juni 1865. Lediglich 20 Stück wurden im Jahr 1995
Unicredit zuvor die HVB mehrheitlich übernom- gefunden.
men hatte. Bei Ausgabe dieser Aktie war Hermann
J. Abs (dessen Deutsche Bank sich der CA als Nr. 235 Schätzpreis: 250,00 EUR
Großaktionär bemächtigt hatte) stv. AR-Vorsitzen- Startpreis: 150,00 EUR
der. Nicht entwertet!
Dachziegelwerk Möding AG
Namens-Aktie 1.000 DM, Nr. 1
Die Zuschläge erfolgen zum niedrigst Möding bei Landau an der Isar, Mai 1956 EF
möglichen Preis, auch wenn Sie Auflage 500. Gründung 1908 als Ziegelei Möding
schriftlich höher geboten haben! GmbH, 1921 Umwandlung in eine AG. 1925 erwarb
Nr. 237

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Nr. 237 Schätzpreis: 200,00 EUR ten. Im Spezialgebiet Flachbildschirme führender


Startpreis: 120,00 EUR Anbieter in Deutschland und Europa, im Bereich
Mikrodrucker Marktführer in Europa. Umrandung
Danziger Hypotheken-Verein in Form einer stilisierten Leiterplatte. Prägesiegel
4,5 % Pfandbrief Lit. H. 2.000 Mark, Nr. 1978 lochentwertet.
Danzig, 2.1.1923 EF
(R 9) Nach der “Wiedereingliederung” in das
Deutsche Reich mussten die Danziger Hypothe-
kenbank AG, die Staatsbank der Freien Stadt Dan-
zig und der Danziger Hypotheken-Verein i.L. den
größten Teil ihres Geschäftsbetriebes an die neu
gegründete “Landesbank und Girozentrale Danzig-
Westpreußen” abgeben. Sehr schöne Gestaltung
mit fünf Wappen. Bei der Gründung 1882 hatte der
Hypotheken-Verein bei der Kunst- und Stein-
Nr. 242
druckerei von Gebr. Zeuner offenbar mehr als
reichlich Blanko-Pfandbriefe bestellt: Auch 40 Nr. 242 Schätzpreis: 100,00 EUR
Jahre später fertigte man die Pfandbriefe immer Startpreis: 45,00 EUR
noch auf den allerersten Vordrucken aus (auf DEMAG AG
denen als Ausgabejahr 18... vorgedruckt ist). Mit
sechs Original-Unterschriften. Maße: 35,6 x 22,5 Nr. 240 Aktie 1.000 RM, Nr. 12621
cm. Nicht entwertet und mit beiliegenden restli- Duisburg, April 1937 VF+
chen Kupons. Nr. 240 Schätzpreis: 100,00 EUR Auflage 25.000 (R 7). Gründung 1910 als „Deutsche
Startpreis: 40,00 EUR Maschinenfabrik AG“ durch Fusion der Duisbur-
ddp Deutscher Depeschen Dienst AG ger Maschinenbau AG vorm. Bechem & Keetmann,
der Märkischen Maschinenbau-Anstalt Ludig
Sammelaktie 20 x 50 DM, Nr. 2601-2620 Stuckenholz AG in Wetter (Ruhr) und der Benrat-
Bonn, September 1983 UNC/EF her Maschinenfabrik AG (vorm. de Fries & Co. in
Auflage 250 (R 8). Gründung 1983 durch Umwand- Düsseldorf). Hergestellt wurden in den Werken
lung der Deutschen Depeschen Dienst GmbH, der Duisburg I-III, Düsseldorf-Benrath und Wetter
wichtigsten deutschen Nachrichtenagentur. Über a.d.Ruhr: Hütten- und Bergwerksanlagen aller Art,
die ddp-tv auch in der Film- und Fernsehprodukti- Pressen, Kompressoren, Getriebe, Rammhämmer,
on tätig. Kunden und Mitarbeiter konnten sich Krane, Diesellokomotiven sowie Greifer, Stahlkon-
1983 bevorzugt durch Aktienzeichnung beteiligen. struktionen und Brücken. 1926 Neugründung der
Mitgründer und später mit 25 % größter Aktionär Demag wegen Zusammenlegung mit den Maschi-
war die Effecten-Spiegel AG, deren Chef Bolko nenfabriken der Vereinigte Stahlwerke AG. Zuletzt
Hoffmann auch AR-Vorsitzender der ddp wurde. als Mannesmann-Demag AG Teil des dann von
1989 Rückumwandlung in eine GmbH. Mit kpl. Vodafone übernommenen Mannesmann-Konzerns
Kuponbogen. gewesen. In dieser Form (nicht entwertet!)
schwer zu finden.

Nr. 238
Nr. 238 Schätzpreis: 125,00 EUR
Startpreis: 60,00 EUR
Danziger Hypothekenbank AG
8 % Pfandbrief 20 £ = 500 Danziger Gulden,
Nr. 347
Danzig, 1.10.1925 EF
(R 9) Gründung 1924 als Danziger Hypotheken-
bank AG. Im April 1925 fusionsweise Übernahme
der Danziger Roggenrentenbank AG. 1940 im Zuge Nr. 241
Nr. 243
der Angliederung an das Deutsche Reich wurde Nr. 241 Schätzpreis: 50,00 EUR
die Gesellschaft in Landesbank und Girozentrale Startpreis: 25,00 EUR Nr. 243 Schätzpreis: 250,00 EUR
Danzig-Westpreußen umbenannt. Sehr dekorativ, Startpreis: 40,00 EUR
mit großer Abb. des Krantors im Unterdruck. Degussa-Hüls AG
Inwendig gleiche schöne Gestaltung mit engli- 500 Stückaktien o.N., Nr. 402223 Deutsch-Amerikanische Schmirgelwerke
schem Text. Frankfurt a.M., Juni 1999 EF+ Aktie 20 RM, Nr. 2998
Hervorgegangen aus den Firmen „Friedrich Roes- Berlin, 23.12.1924 EF
sler Söhne“ und „Hector Roessler“ übernahm die Auflage 6.000 (R 10). Gründung am 23.11.1921.
1873 gegründete Deutsche Gold- und Silber- Herstellung und Vertrieb aller der Schleif- und
Scheideanstalt vormals Roessler zunächst das Malindustrie dienenden Erzeugnisse. Spezialge-
Edelmetallgeschäft der Firma Ph. Abr. Cohen. biet war die Herstellung zahnärztlicher Schleifar-
Neben der Edelmetallscheidung betrieb sie tikel aus grünem Carborundum (25% der Gesamt-
zunächst Handel, dann auch Produktion von che- produktion). 1928 in Liquidation. Mit Kuponbo-
mischen Produkten, zunächst Cyansalzen, später gen. In dieser Form (ungelocht) erstmals angebo-
auch Metall-Farben. An die Henkel & Cie. GmbH ten!
wurden die Ausgangsstoffe für das auch damals
schon bekannte Persil geliefert. 1931/32 Fusion Nr. 244 Schätzpreis: 125,00 EUR
mit dem „Verein für chemische Industrie AG, Startpreis: 50,00 EUR
Frankfurt a.M.“. Im gleichen Jahr Übernahme der
„Hiag Holzverkohlungs-Industrie GmbH“, ein Deutsch-Atlantische
ebenfalls bis heute existierender Produktbereich Telegraphengesellschaft
Nr. 239 der Degussa. 1933/34 Erwerb der Mehrheit an der Aktie 1.000 RM, Nr. 38076
Auergesellschaft. 1980 wurde das Unternehmen in Berlin, 27.4.1925 EF+
Nr. 239 Schätzpreis: 60,00 EUR Degussa AG umbenannt. 1999 wurden die Degussa
Startpreis: 30,00 EUR Auflage 625. Gründung 1899 in Köln (Sitz 1924-
AG und die VEBA-Tochter Hüls AG zur Degussa-
1950 zwischenzeitlich in Berlin) auf Initiative von
Data Modul AG Hüls AG fusioniert. Am 9.2.2001 Verschmelzung
Generalpostmeister Heinrich von Stephan. Um
Sammelaktie 20 x 50 DM, Nr. 639 der Degussa-Hüls AG mit der SKW Trostberg AG
vom englischen Kabelmonopol unabhängig zu
zur “neuen” Degussa AG. Mit 27 Werken und 29
München, September 1989 EF+ großen Beteiligungen heute eines der größten
werden, hatte er bedeutende Kölner Bankhäuser
Gründung 1972 als GmbH, AG seit 1988. Import, und Kabelhersteller für seine Pläne zum Aufbau
Spezialchemieunternehmen der Welt. Sehr deko-
Produktion und Vertrieb von elektronischen Bau- eines unabhängigen deutschen Seekabelnetzes
rative Aufmachung mit Abb. von Molekülen. Rück-
elementen, Baugruppen, Instrumenten und Gerä- gewinnen können. 1900 wurde das erste Nordame-
seitig als ungültig abgestempelt.

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rikakabel Emden-Azoren-New York verlegt. 1905 die 128 km lange elektrische Straßenbahn in San-
wurde von der Deutschen Seetelegraphengesell- tiago), ein Wasserkraftwerk am Rio Maipo, ca. 18
schaft das Kabel Emden-Vigo (Spanien) übernom- km von Santiago entfernt, das gesamte Kapital der
men. Der gesamte Besitz ging bis auf kurze Kabel- “Elektrische Straßenbahn Valparaiso AG” (43 km
stümpfe in der Nordsee in Folge des Versailler Ver- Betriebsklänge) sowie die Aktienmehrheit der “La
trages verloren. Die danach mühsam wieder in Transatlántica Cia. de Tranvias Eléctricos” in
Gang gebrachten Kabel wurden bei Ausbruch des Montevideo (betrieb die 134 km lange elektrische
2. Weltkrieges von den Alliierten erneut getrennt. Straßenbahn in Montevideo nebst Elektrizitäts-
1952 konnte der Betrieb auf dem Emden-Vigo- werk). Die Aktien der DÜEG notierten an den Bör-
Kabel und dem Azorenkabel wieder aufgenommen sen Berlin, Frankfurt a.M. und Brüssel und waren
werden. Nach dem ersten Schritt 1966 durch Drit- auch zum Terminhandel zugelassen. Die Liste der
tel-Beteiligung an der Computer GmbH in Lintorf Aufsichtsräte liest sich bis zuletzt wie das “Who
wurde die Datenverarbeitung bald der wichtigere ist who” der deutschen Hochfinanz: Arthur von
Geschäftszweig. 1987 mit der zur Quandt-Familie
Gwinner, Arthur Salomonsohn, Hugo Landau,
gehörenden ALTANA als übernehmender Gesell-
Felix Deutsch, Dr. Walther Rathenau, M. v. Klitzing, Nr. 246
schaft verschmolzen. Adler mit Blitzen in den
Bankier Dr. Carl Sulzbach u.v.m. Der Ausgang des
Krallen im Unterdruck. Prägesiegel lochentwertet. Nr. 246 Schätzpreis: 85,00 EUR
1. Weltkrieges raubte der DÜEG die Salonfähigkeit
im Ausland und machte sie geschäftlich hand- Startpreis: 35,00 EUR
Nr. 245 Schätzpreis: 3.000,00 EUR Deutsche Ansiedlungsbank
lungsunfähig. 1920 gingen deshalb alle Aktiva auf
Startpreis: 750,00 EUR eine AG spanischen Rechts über, die “Cia. Aktie 100 RM, Nr. 18839
Deutsch-Ueberseeische Elektricitäts- Hispano-Americana de Electricidad S.A.”. Ein Berlin, Oktober 1928 EF
Gesellschaft Schelm, wer denkt, daß sich dabei an den Eigentü-
Auflage 4.800. Gründung 1898 zur Parzellierung
Aktie 1.000 Mark, Nr. 28205 merstrukturen etwas geändert hätte. Die DÜEG
größerer landwirtschaftlicher Güter. Ab 1938 Aus-
Berlin, August 1905 VF selbst wurde bei diesem Wechsel des Kleides so dehnung des Arbeitsgebietes auf die besetzten
weit ausgezogen, daß ihr Vermögen bei der Gold- Gebiete. Ab 1940 Übernahme umfangreicher Taxa-
Auflage 14.000 (R 10). Gründung 1898 unter
markumstellung unter 5.000 Goldmark fiel und sie tionsarbeiten im Rahmen der Rücksiedlung
Führung der AEG zur Errichtung von Elektrizitäts-
deshalb 1925 vom Amts wegen gelöscht wurde. “volksdeutscher” Bauern aus Russland, Estland,
werken vor allem in Südamerika (Buenos Aires,
Herrliche Gestaltung von dem Jugendstil-Künstler Lettland, dem Generalgouvernement und Rumäni-
Santiago de Chile, Valparaiso, Montevideo). Die
Otto Eckmann, gedruckt bei G&D. Mit Faksimile- en. Der Aufsichtsrat der Gesellschaft war mit eini-
mit Abstand wichtigste Aktivität wurde später die
unterschrift Arthur von Gwinner (Vorstand Deut- gen hochkarätigen SS-Führern besetzt. 1958 nach
Stromversorgung der argentinischen Hauptstadt
sche Bank) als Aufsichtsrat. Zwei kleine Randein- Abwicklung vom Amts wegen gelöscht. Prägesie-
Buenos Aires, die damals schon 2,5 Mio. Einwoh-
risse in der Mittelknickfalte hinterklebt, sonst gel lochentwertet.
ner hatte, aufgrund einer 1907/08 erteilten 50-
tadellose Erhaltung. Aus Auflösung einer alten
jährigen Konzession. Dafür hatte die DÜEG in der
Sammlung (erworben in einer Auktion 2002, La Belle Époche
Stadt über 5.000 km Stromkabel verlegt. Ferner
damals mit 2.500 Euro zugeschlagen). Rarität,
besaß die DÜEG eine Mehrheitsbeteiligung an der auf Wertpapieren verewigt
ausgesprochen niedrig limitiert!
“Chilian Electric Tramway and Light Co.” (betrieb

Nr. 245

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punkt der Weltwirtschaftskrise. Der dabei ange-


nommene neue Name wurde schon 1937 wieder
schlicht auf „Deutsche Bank“ verkürzt. Nach dem
2. Weltkrieges wurde die Hauptniederlassung in
Berlin auf alliierte Anordnung stillgelegt, die Nie-
derlassungen in der russischen Zone wurden ent-
eignet. In Westdeutschland ordneten die Alliierten
die Zerschlagung der Deutschen Bank an, 1952
wurden aufgrund des Großbankengesetzes drei
Nachfolgeinstitute ausgegründet: Norddeutsche
Bank AG in Hamburg, Rheinisch-Westfälische
Bank AG (ab 1956 Deutsche Bank AG West) in Düs-
seldorf und Süddeutsche Bank AG in München.
Auf hartnäckiges Betreiben von Hermann Josef
Abs 1956 im Wege der Verschmelzung wieder ver-
Nr. 247 Nr. 249 einigt. Nach der Wende 1990 auch Verschmelzung
Nr. 247 Schätzpreis: 120,00 EUR Nr. 249 Schätzpreis: 125,00 EUR mit der 100%igen Tochter Deutsche Bank Berlin
Startpreis: 40,00 EUR Startpreis: 60,00 EUR AG, 1999 Übernahme der US-amerikanischen Ban-
kers Trust und Übertragung des Teilbereiches Pri-
Deutsche Asphalt-AG der Limmer Deutsche Babcock & Wilcox- vat- und Geschäftskunden auf die Deutsche Bank
und Vorwohler Grubenfelder Dampfkessel-Werke AG 24 AG - was aber bald wieder rückgängig gemacht
Aktie 1.000 RM, Nr. 1947 Aktie 1.000 Mark, Nr. 11375 wurde. Dekorativ, mit dem traditionellen Logo
Braunschweig, Oktober 1942 EF Berlin, Mai 1922 EF Deutsche-Bank-Adler. Unterer Rand knapp, da die
Auflage 1.100 (R 7). Gründung 1873, seither konti- Kupons abgeschnitten wurden. Nicht entwertet!
Auflage 10.000. Maße: 25,8 x 35,8 cm. Prägesiegel
nuierlicher Aufkauf von Konkurrenz-Firmen. lochentwertet.
Asphalt-Gruben bei Eschershausen und Hannover. Nr. 252 Schätzpreis: 60,00 EUR
Gehört über die Braunschweig GmbH zur heuti- Startpreis: 30,00 EUR
gen NORD/LB (vorm. Braunschweigische Staats- Deutsche Beteiligungs AG
bank). Unternehmensbeteiligungsgesellschaft
Vorzugsaktie 10 x 50 DM, Nr. 6208
Königstein/Ts., November 1985 UNC/EF
Gründung 1984. 2001 Umfirmierung in Deutsche
Beteiligungs AG und Sitzverlegung nach Frank-
furt/Main. Zielgruppe der Geschäfte ist der Mittel-
stand. Hier werden Unternehmen erworben, z.B.
im Rahmen von Nachfolgeregelungen oder Spinn-
offs oder die Gesellschaft beteiligt sich zur Finan-
zierung der Börsenvorstufe. Hauptaktionäre mit
jeweils 15% sind die Deutsche Bank AG, die Ger-
ling-Versicherung sowie die Vermögensverwal-
tung des Münchener Bankiers Wilhelm von Finck.
Prägesiegel lochentwertet.

Nr. 248
Nr. 248 Schätzpreis: 350,00 EUR
Startpreis: 120,00 EUR Nr. 250
Deutsche Babcock & Wilcox- Nr. 250 Schätzpreis: 150,00 EUR
Dampfkessel-Werke AG Startpreis: 50,00 EUR
Aktie 1.000 Mark, Nr. 4973 Deutsche Bahn Finance B.V.
Berlin, 30.9.1916 EF 4,5 % Teilschuldv. 1.000 DM, Muster
Auflage 1.500 (R 8). Die Mutterfirma wurde bereits Amsterdam, Dezember 2001 UNC/EF
1881 von den Amerikanern George H. Babcock (R 9) Die Reichseisenbahnen brachte das Deut-
und Stephen Wilcox gegründet. Sie erfanden 1867 sche Reich 1924 in die Deutsche Reichsbahn-
den patentierten Hochdruck-Dampfkessel. Die Gesellschaft ein, eine juristische Person des
Deutsche Babcock & Wilcox-Dampfkessel-Werke öffentlichen Rechts, die zur öffentlichen Zeich- Nr. 253
AG wurde im Okt. 1898 durch Übernahme des Ber- nung auch Vorzugsaktien auflegte. Als Besonder-
liner Zweigwerks der Babcock & Wilcox Ltd., Lon- Nr. 253 Schätzpreis: 70,00 EUR
heit des geteilten Deutschlands kam die Reichs-
don gegründet. Die Gesellschaft erhielt das Fabri- Startpreis: 35,00 EUR
bahn (DR) nach 1945 unter ostzonale Kontrolle,
kations- und Verkaufsrecht für das Deutsche Reich während in den Westzonen die Deutsche Bundes- Deutsche Beteiligungs AG
und dessen Kolonien. Wenig später wurde in bahn (DB) neu gegründet wurde. Nach der Wie- Unternehmensbeteiligungsgesellschaft
Oberhausen ein großes neues Werk errichtet. dervereinigung wurden auch Reichsbahn und
1909 Übernahme der Oberschlesischen Kessel- Sammelaktie 50 x 50 DM, Nr. 1009
Bundesbahn wieder zusammengeführt. Mit Wir-
werke in Gleiwitz. Der bedeutendste europäische kung zum 1.1.1994 entstand daraus die Deutsche
Königstein/Ts., März 1990 UNC/EF
Hersteller auf dem Gebiet des konventionellen Bahn AG, mit über 200.000 Beschäftigten und über (R 8) Prägesiegel lochentwertet.
Dampferzeugerbaus erweiterte ab 1966 das Ange- 30.000 Zügen täglich der größte Verkehrsträger in
bot auf 10 Produktlinien des Maschinen- und Indu- Deutschland. Hochdekorativ, große Abb. eines ICE Nr. 254 Schätzpreis: 80,00 EUR
strieanlagenbaus einschließlich vieler Firmen- der neuesten Generation und Netzplan, Prägesie- Startpreis: 10,00 EUR
Übernahmen. Umfimiert 1976 in Deutsche Bab- gel mit Darstellung eines alten Markstücks. Die 10
cock AG, 2000 in Babcock Borsig AG. Zuletzt Hol- Deutsche Centralbodencredit-AG
Kupons zeigen Ansichten der Bahnhöfe Leipzig
ding für über 200 Tochtergesellschaften, darunter und Frankfurt/Main bzw. legendärer Lokomotiven
(4x Stücke 1940-1942)
die weltbekannte U-Boot-Werft HDW. Nach deren (V 200, Dampflok BR 10, VT 11.5 - TEE etc.), Talon 2x 4 % Hypotheken-Pfandbrief 500 RM
umstrittenem Verkauf kam Mitte 2002 die spekta- mit ICE 3 auf der Mülmisch-Talbrücke. Berlin, 21.8.1940 EF
kuläre Insolvenz. Schöner G&D-Druck, Umrah-
mung mit Löwenzahnblättern und Pusteblumen 2x 4 % Hypotheken-Pfandbrief 500 RM
im Sütterlin-Stil, Vignette einer dampfgetriebenen
Nr. 251 Schätzpreis: 200,00 EUR Berlin, 4.5.1942 EF
Weltkugel. Großformatiges Papier (27,4 x 36,2 Startpreis: 30,00 EUR Hervorgegangen im Jahr 1930 aus der Fusion der
cm), überdurchschnittlich gut erhalten. Deutsche Bank und Disconto-Gesellschaft Preußischen Pfandbrief-Bank (gegr. 1862) und der
Aktie 100 RM, Nr. 316057 Preußischen Central-Bodenkredit-AG (gegr. 1870).
Schon zuvor waren in den Vorgängerinstituten u.a.
Historische Wertpapiere Berlin, März 1932 EF/VF die Preußische Boden-Credit-Actien-Bank, die
Geschichte zum Anfassen, Auflage 285.000 (R 9). Die Deutsche Bank wurde Schlesische Boden-Credit-Actien-Bank, die Preußi-
1870 gegründet, die traditionsreiche “Direction sche Hypotheken-Actien-Bank, die Deutsche Grun-
Liebhaberstücke, Sammel-
der Disconto-Gesellschaft” in Berlin bereits 1851. dcredit-Bank Gotha und die Landwirtschaftliche
& Kunstobjekte, Kapitalanlage Beide Banken fusionierten 1929 auf dem Höhe-

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Auktionshaus Gutowski • 50. Auktion Historischer Wertpapiere am 16. Juli 2012

Pfandbriefbank (Roggenrentenbank) aufgegangen. verbannte amerikanische Filme von deutschen


Über Jahrzehnte hielt die Deutsche Bank eine Leinwänden, die deutsche Fox-Tochter wurde als
Mehrheitsbeteiligung an dieser ansonsten börsen- Feindvermögen behandelt und nach Einstellung
notierten Hypothekenbank. 2002 dann bei der des operativen Geschäfts 1941 in “Deutsche Fox
Fusion der Realkreditinstitute der drei Großban- Film Vermögensverwaltung AG” umbenannt. 1952
ken in der heutigen Commerzbank-Tochter “Euro- in eine GmbH umgewandelt. Lochentwertet. In die-
hypo” aufgegangen. Sehr dekorativ: in der Umran- ser Form (Aktie Nr. 1) eine gesuchte Besonderheit!
dung Bauer, Bäuerin und Gutshof. Alle Stücke
nicht entwertet und mit beiliegenden restlichen
Kupons.

Nr. 260
Nr. 260 Schätzpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 75,00 EUR
Deutsche Grammophon-AG
Aktie 1.000 RM, Nr. 369
Leipzig-Wahren, 20.3.1935 EF+
Auflage 1380. Gründung 1895 als Polyphon-Musik-
Nr. 256
werke AG. 1928 zusammen mit Siemens und der
AEG Gründung der Klangfilm GmbH. 1904-08
außerdem Automobilbau (Polymobil). 1937 Umfir-
mierung in „Grundstücksgesellschaft Markgrafen-
straße AG“. 1945 Geschäftsleitung in Berlin, 1949
Deutsche Grammophon GmbH verlagert von Ber-
lin nach Hannover, 1957 nach Hamburg (Mutterge-
sellschaft Universal Music International). Präge-
siegel lochentwertet.
Nr. 254

Nr. 257 (gleich mit 258 + 259)


Nr. 257 Schätzpreis: 350,00 EUR
Startpreis: 100,00 EUR
Deutsche Glas- und Spiegelfabriken
Aktie 1.000 Mark, Nr. 28865
Fürth i.B., 15.12.1923 EF/VF
Auflage 6.000 (R 10). Gründung 1918 zwecks Über-
nahme und Fortbetrieb von Glas- und Spiegelfa-
Nr. 255 briken in Fürth und in Fichtelberg mit über 500
Nr. 255 Schätzpreis: 400,00 EUR Beschäftigten. Weitere Schleif- und Polierwerke
bestanden in Eisenhammer, Untermurrnthal,
Startpreis: 200,00 EUR Burgschleife, Jedesbach, Trutzhofmühle, Brun-
Deutsche Continental-Gas-Gesellschaft nenhaus, Schönhofen, Wärmensteinach, Hopfau,
Aktie 80 RM, Nr. 3000 Schneeberg, Warnthal und Wondrebhammer.
Beteiligt an der Glasfabrik Waldsassen GmbH, der Nr. 261
Dessau, März 1925 VF oHG Chamottewerke Fichtelberg und der Spiegel-
Auflage 30.000 (R 10). Gründung 1855 als älteste belege-Anstalt Capelle & Gaetschenberger in Nr. 261 Schätzpreis: 100,00 EUR
Gasgesellschaft Deutschlands. Seit 1886 auch in Fürth. Seit 1923 börsennotiert in Berlin und Mün- Startpreis: 30,00 EUR
der Elektrizitätswirtschaft tätig. In Dessau wurde chen. 1927 Liquidation. Die Spiegelabteilung
die nach Berlin älteste Elektrizitäts-Zentrale in wurde an den Vorstand Gustav Schoen verkauft,
Deutsche Grundcredit-Bank
Deutschland errichtet. 1946 Sitzverlegung nach der Rest so liquidiert, daß auch für die Aktionäre 4 % Pfandbrief 2.000 Mark, Nr. 675
Düsseldorf, 1979 Umfirmierung in CONTIGAS noch zwei Raten von 20 % und 10 % übrig blieben. Gotha, 1.1.1909 EF/VF
Deutsche Energie AG, eine noch heute börsenno- In dieser Form (nicht entwertet) erstmals angebo- Auflage 3.000 (R 9). Gründung 1867 mit Herzogl.
tierte Holding für vielfältige Beteiligungen an Ener- ten, bisher nur 2 Reichsbank-Stücke bekannt gewe- Sachsen-Coburg-Gothaischer Landesherrlicher
gieversorgungsunternehmen. 1988 Sitzverlegung sen. Jetzt 3 Stücke aus einem Nachlaß aufgetaucht. Bestätigung. 1921 Übernahme der Schwarzburgi-
nach München. Hochdekorativer G & D-Druck mit schen Hypothekenbank in Sondershausen. Die
Abbildung von stilisierten Lampen, Putten, Grei- Nr. 258 Schätzpreis: 350,00 EUR Pfandbriefe notierten an allen großen deutschen
fen und Rocailles. Maße: 21 x 29,8 cm. Prägesiegel Startpreis: 100,00 EUR Börsen. Maße: 35,4 x 24,3 cm. Mit Kupons.
lochentwertet. Nur 3 Stücke sind bekannt!
Deutsche Glas- und Spiegelfabriken
Aktie 1.000 Mark, Nr. 28866 Nr. 262 Schätzpreis: 200,00 EUR
Nr. 256 Schätzpreis: 300,00 EUR Startpreis: 100,00 EUR
Startpreis: 150,00 EUR Fürth i.B., 15.12.1923 EF/VF
Auflage 6.000 (R 10). In dieser Form (nicht ent- Deutsche Margarine- und Speisefett-
Deutsche Fox Film AG Fabriken AG
wertet) erstmals angeboten, bisher nur 2 Reichs-
Aktie 1.000 RM, Nr. 1 bank-Stücke bekannt gewesen. Jetzt 3 Stücke aus Aktie 1.000 Mark, Nr. 92155
Berlin, 15.11.1938 EF einem Nachlaß aufgetaucht. Bremen, März 1923 EF/VF
Auflage 99 (R 6). Gründung 1921 in Leipzig als
Auflage 40.000 (R 9). Gründung am 26.5.1921 als
“Deutsche Vereins-Film-AG”, 1923 Sitzverlegung Nr. 259 Schätzpreis: 350,00 EUR Margarinewerke Brema AG, im Juli 1922 Umbe-
nach Berlin, 1930 umfirmiert wie oben nach Über- Startpreis: 100,00 EUR nennung wie oben. Neben dem Werk in Bremen
nahme durch die US-amerikanische 20th Century
Fox Film Corp. Zweck war nun die Verwaltung der Deutsche Glas- und Spiegelfabriken besaß die Gesellschaft in Haselhorst bei Berlin die
frühere Armeekonservenfabrik. 1923 Sitzverle-
der Firma gehörenden inländischen Filmlizenz- Aktie 1.000 Mark, Nr. 28867 gung nach Berlin, im gleichen Jahr Erwerb der
rechte von Filmen der 20th Century Fox Film Cor- Fürth i.B., 15.12.1923 EF/VF Flensburger Margarinewerke GmbH. Am 30.9.1925
poration und der Verleih von Fox-Filmen in deut- Auflage 6.000 (R 10). In dieser Form (nicht ent- wurde die Gesellschaft aufgelöst und trat somit in
schen Lichtspielhäusern. Zu diesem Zweck errich- wertet) erstmals angeboten, bisher nur 2 Reichs- Liquidation. Umgestempelt auf 20 RM. Lochent-
tete Fox-Film eines der ersten Synchronisations- bank-Stücke bekannt gewesen. Jetzt 3 Stücke aus wertet. Nur 7 Stücke bekannt (2 unentwertete und
studios in Deutschland. Der Kriegseintritt der USA einem Nachlaß aufgetaucht. 5 entwertete).

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Auktionshaus Gutowski • 50. Auktion Historischer Wertpapiere am 16. Juli 2012

Eisenbahnen verstaatlicht. 1924 übertrug das briefen. Unter formaler Beibehaltung des Sitzes in
Deutsche Reich das Betriebsrecht der Reichsei- Berlin wurden der Sitz der Geschäftsleitung und
senbahnen auf die neu gegründete Deutsche der Bankbetrieb selbst bereits 1948 (Name zwi-
Reichsbahn-Gesellschaft, eine juristische Person schen 1948 und 1953: Neue Deutsche Schiffspfan-
öffentlichen Rechts mit einem Kapital von 15 Mrd. dbriefbank) nach Bremen verlegt. Zuletzt besaßen
RM. Die 13 Mrd. RM Stammaktien erhielt das Reich die Dresdner Bank (Konsortialführer), die Deut-
für die Einbringung der Reichseisenbahn. Von den sche Bank und die Vereins- und Westbank je eine
2 Mrd. RM Vorzugsaktien (nie voll begeben) über- Schachtelbeteiligung. 1978 Fusion mit der Deut-
nahm das Reich 731 Mio., die Reichspost 50 Mio., sche Schiffahrtsbank AG in Bremen (1989 in Deut-
zur öffentlichen Zeichnung aufgelegt wurden 100 sche Schiffsbank AG umfirmiert). Nur zwei Stücke
Mio. im Jahr 1926 und 200 Mio. im Jahr 1928. wurden 2002 gefunden. Nicht entwertet.
Durch Gesetz vom 10.2.1937 wurde die Reichs-
bahn wieder der unmittelbaren, alleinigen Hoheit
der Reichsregierung unterstellt. Dem danach zu
bildenden Beirat gehörten aber nach wie vor auch
Vertreter der Vorzugsaktionäre an. Mit Faksimile-
Unterschrift des damaligen Reichsverkehrsmini-
sters Dorpmüller. Im Unterdruck und im Prägesie-
gel Reichsadler mit Hakenkreuz. Mit restlichem
Kuponbogen.
Nr. 262

Nr. 267

Nr. 263
Nr. 263 Schätzpreis: 125,00 EUR
Startpreis: 50,00 EUR
Deutsche Pflanzenbutter- u. Margarine-
werke W. Jagdfeld & Co. KGaA Nr. 265
Aktie 1.000 Mark, Nr. 30458
Köln, 23.11.1922 EF+
(R 8) Gründung 1922 zwecks Übernahme zweier
Margarinefabriken im Rheinland. Marke: “Drei-
koch”. Schon 1925 wieder in Liquidation getreten.
Sehr schöne Art-Deko-Gestaltung, verspielt-naive Nr. 268
Abb. dreier Köche im Anmarsch auf die Speiseta- Nr. 268 Schätzpreis: 90,00 EUR
fel. Maße: 17 x 24,4 cm. Mit kpl. Kuponbogen. Startpreis: 20,00 EUR
Deutsche Südseephosphat-AG
Aktie 500 RM, Nr. 3807
Bremen, September 1925 EF
Auflage 4.500 (R 6). Gründung 1908 durch den
Norddeutschen Lloyd, die Tellus AG für Berg- und
Hüttenindustrie und die National-Bank zwecks
Ausbeutung von Phosphat-Lagerstätten auf der
Südseeinsel Angaur. Im 1. Weltkrieg wurden die
Anlagen von Japan beschlagnahmt und verkauft,
doch erhielt die Gesellschaft wenigstens einen
Teil des Erlöses. Nicht entwertet.
Nr. 266
Nr. 269 Schätzpreis: 100,00 EUR
Nr. 264 Nr. 266 Schätzpreis: 175,00 EUR Startpreis: 60,00 EUR
Startpreis: 50,00 EUR
Nr. 264 Schätzpreis: 100,00 EUR Deutsche Rückversicherungs-Bank Deutsche Togogesellschaft
Startpreis: 60,00 EUR Anteilschein 10.000 Mark, Nr. 4406
Aktie 10.000 Mark, Nr. 587
Deutsche Pflanzenbutter- u. Margarine- Berlin, 30.6.1923 EF
München, 21.6.1923 EF
werke W. Jagdfeld & Co. KGaA (R 9) Gründung am 29.12.1902. Eine der größten
Gründeraktie, Auflage 10.000. Gründung 1923, deutschen Kolonialgesellschaften mit 25 Faktorei-
Aktie 5.000 Mark, Nr. 68274 geschäftsansässig München, Rindermarkt 20. en in Togo und Kamerun sowie Beteiligungen an
Köln, 23.11.1922 EF Rückversicherung, außerdem Erstgeschäft in der vier weiteren Pflanzungsgesellschaften, die infol-
(R 8) Sehr schöne Art-Deko-Gestaltung, ver- Transportversicherung. 1925 Abberufung der Auf- ge des 1. WK verloren gingen. Aufkauf von Lan-
spielt-naive Abb. dreier Köche im Anmarsch auf sichtsratsmitglieder und Löschung von Amts desprodukten, insbesondere Baumwolle, Palmker-
die Speisetafel. Mit anhängenden Kupons. Seit wegen. Maße: 26,7 x 19,8 cm. Mit kpl. anh. Kupons. ne, Palmöl, Kakao, Erdnüssen und Kopra. Haupt-
Jahren nicht mehr angebotener Nennwert! sitz in Lomo. 1923 Verbindung mit der Moliwe-
Nr. 267 Schätzpreis: 125,00 EUR Pflanzungs-Gesellschaft, mit der sie 1942 die Togo-
Nr. 265 Schätzpreis: 60,00 EUR Startpreis: 60,00 EUR Ost GmbH zur Betreibung von Handelsgeschäften
Startpreis: 30,00 EUR Deutsche Schiffspfandbriefbank AG in der Ukraine gründete. 1921-28 wurde vorüber-
gehend eine Handelsniederlassung in Kolumbien
Deutsche Reichsbahn 8 % Schiffspfandbrief 200 Goldmark, Nr. 6388 betrieben. Mit dem Kriegsbeginn 1939 wurden die
4,5 % Schatzanweisung 1.000 RM, Nr. 13812 Berlin, 1.10.1927 EF Faktoreien in Togo beschlagnahmt und unter
Berlin, 1.12.1939 EF (R 10) Gründung 1918 in Berlin zwecks Zwangsverwaltung gestellt. 1975 wegen Vermö-
(R 7) Nach und nach wurden in Deutschland bis Gewährung von Darlehn gegen Bestellung von genslosigkeit gelöscht. Maße: 35 x 26,5. In dieser
auf wenige unbedeutende Nebenbahnen alle Schiffshypotheken und Ausgabe von Schiffspfand- Form (nicht entwertet) sonst nicht zu bekommen!

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Auktionshaus Gutowski • 50. Auktion Historischer Wertpapiere am 16. Juli 2012

umbenannt in „Waarenhaus für Armee und Mari-


ne“. Eingetragen auf Fräulein Caroline Renata Grä-
fin zu Stolberg, Wernigerode. Doppelblatt, Inwen-
dig Bedingungen.

Nr. 274
Nr. 269
Nr. 274 Schätzpreis: 150,00 EUR
Nr. 271 Startpreis: 30,00 EUR
Deutsches Kunst-
und Kalksandstein-Werk AG
Aktie 1.000 Mark, Nr. 3849
Copitz bei Pirna, 22.6.1923 EF+
Auflage 15.800 (R 8). Gründung 1919. Herstellung
von Baumaterialien und Erzeugnissen der Kunst-
steinindustrie. 1926 Eröffnung des Konkursverfah-
rens, 1927 erloschen.

Ein faszinierendes Sammelgebiet:


Die Anleihen des
Deutschen Reiches
Nr. 270
Nr. 272 1871 wurde das Deutsche Reich gegründet. Ein
Nr. 270 Schätzpreis: 500,00 EUR Geldsegen war zu Anfang die französische
Startpreis: 100,00 EUR Nr. 272 Schätzpreis: 100,00 EUR Kriegsentschädigung, mit der man die Schul-
Startpreis: 50,00 EUR den des Krieges 1870/71 bis auf einen kleinen
Deutsche Ueberseeische Bank
Aktie Serie IV. 1.000 Mark, Nr. 15219
Deutscher Eisenhandel AG Rest tilgte. Als diese Mittel erschöpft waren,
Aktie 100 RM, Nr. 28382 wurde am 27.1.1875 das erste Anleihengesetz
Berlin, 31.3.1896 EF des Deutschen Reichs erlassen und ab 1877
Gründeraktie, Auflage 4.000 (R 10). Die Bank ist Berlin, Oktober 1932 VF+ jedes Jahr eine neue Anleihe aufgelegt. Anlei-
aus der 1886 von der „Deutsche Bank Berlin“ als Auflage 20.000 (R 9). Wegen Kapitalherabsetzung henzwecke waren Finanzierung des Reichshee-
Spezialinstitut gegründeten Deutschen Übersee- 1932 kompletter Neudruck, später bis auf 13.640 res, der Marine, der Festungen, der Küstenver-
bank hervorgegangen, die 1893 formell in Liquida- Stück in 1.000-RM-Aktien getauscht. Gründung teidigung, der Post- und Telegraphenverwal-
tion trat und die Geschäfte auf das Nachfolgeinsti- 1906 als „Vereinigte Ravené’sche Stabeisen- und tung, der Erwerb der Reichsdruckerei, der
tut übertrug. Unter der Bezeichnung “Banco Ale- Trägerhandlungen AG“. Größter konzernunabhän- Münzreform, des Zollanschlusses von Ham-
man Transatlántico” wurden in Argentinien (7), giger Eisen- und Stahlhändler in Deutschland. burg und Bremen und die Herstellung des
Beteiligungen an ca. 70 Eisen- und Eisenwaren- Nord-Ostsee-Kanals. Bis 1885 trugen die Anlei-
Bolivien (2), Brasilien (6), Chile (9), Peru (4), Uru-
Handlungen, deren älteste bereits 1776 gegründet hen Zinsen von 4 %, danach nur noch 3,5 %.
guay (1) sowie in Spanien (3) Filialen unterhalten,
wurde. Bis heute börsennotierte AG, Großak- 1890 erschien die erste mit 3 % verzinsliche
außerdem beim Banco Mexicano de Comercio é
tionär ist die L. Possehl & Co. GmbH in Lübeck. Anleihe. Mit der 8. Kriegsanleihe vom März
Industrial beteiligt. 1930 Übernahme des Banco Nicht entwertet und mit beiliegenden restlichen
Brasileiro Allemao (gegr. 1924 als Nachfolger der 1918 endete die Schuldenaufnahme des Kaiser-
Kupons. reichs.
seit 1887 bestehenden Brasilianischen Bank für
Deutschland, Hamburg). Wenig später übernahm
Hermann J. Abs als Vertreter der Deutschen Bank
den Aufsichtsratsvorsitz. Im II. Weltkrieg wurden
alle ausländischen Filialen geschlossen. 1952 Sitz-
Nr. 275

verlegung nach Hamburg (Ballindamm 7) und


Neueröffnung von Niederlassungen in Köln (1958),
Buenos Aires und Düsseldorf (1960), Stuttgart
(1965), Rosario (1968), Sao Paulo (1969), Asuncion
und Tokio (1971) sowie Luxemburg (1974). 1976 in
die Deutsche Bank eingegliedert. Großformatiges
Papier (26,5 x 35 cm). In dieser Form (nicht ent-
wertet) sonst kaum zu bekommen, zuletzt 1998
gesichtet.

Nr. 271 Schätzpreis: 100,00 EUR Nr. 273


Startpreis: 45,00 EUR
Nr. 273 Schätzpreis: 150,00 EUR
Deutsche Zentraldruckerei AG Startpreis: 75,00 EUR
Namen-VZ-Aktie Lit. B 100 RM, Nr. 1046 Deutscher Offizier-Verein
Berlin, 16.12.1937 EF+ Genußschein 100 RM, Nr. 43
Auflage 500. Gründung 1894 als „Deutsche Tages-
zeitung, Druckerei und Verlag AG“, 1933 Umfirmie-
Berlin, August 1929 EF
rung wie oben. Hergestellt wurden etwa 70 Zeitun- (R 10) Gründung 1884. Zweck des Vereins war die
gen und Zeitschriften. Buchdruck (5 Rotationen, preiswerte Beschaffung von Uniformen, Genuss-
Nr. 278

40 Pressen), Kunstanstalt, Kartographische mitteln und Manöverbedarf. Das Geschäftskapital


Anstalt, Buchbinderei. 1950 Berliner Wertpapier- von 3 Mio. Mark bestand aus Stücken von 50, 100,
bereinigung, 1982 erloschen. Lochentwertet. Ein- 500 und 1.000 Mark. Der Verein hatte über 40.000
getragen auf Herrn Dr. Helmut Rauschenbusch, Mitglieder, umfangreiche Werkstätten und große
Berlin-Lichterfelde. Lager. Das Geschäftshaus in Berlin wurde 1892

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Nr. 275 Schätzpreis: 100,00 EUR verfahren besteht darin, daß eine Suspension von
Startpreis: 45,00 EUR Kohl (ca. 50%) in Öl (ca. 50%) unter einem Druck
von etwa 30 atü einer thermischen stufenweisen
Deutsches Reich Behandlung unterworfen wird, deren Endtempera-
3 % Schuldv. Lit. F. 10.000 Mark, Nr. 13127 tur höchstens 470 Grad C beträgt. Neben der ther-
Berlin, 22.11.1902 VF- mischen Aufspaltung der Kohlensubstanz sowie
(R 10) Mit großer Germania-Statue und gekröntem der paralell verlaufenden Extraktion treten auf-
Reichsadler. Maße: 30 x 21,3 cm. Mit restlichem bauende reaktionen ein, die eine partielle Hydrie-
Kuponbogen. Höchster Nennwert dieser Anleihe! rung mit kohleeigenem Wasserstoff bzw. mit was-
Nicht entwertet! serstoffreichen Atomgruppen darstellen. Es ist
mit einer durchschnittlichen Ausbeute von ca.
Nr. 276 Schätzpreis: 70,00 EUR 10% Benzin, 8% Schweröl, 6% Mittelöl, 60 % Koks
und ca. 60 cbm Schwelgas pro Tonne zu rechnen.
Startpreis: 35,00 EUR
Notariatsstempel mit Hoheitsadler mit Haken-
Deutsches Reich kreuz. Doppelblatt, inwendig Wesen des chemi-
schen Verfahrens und Bedingungen zur Ausgabe Nr. 282
4 % Schuldv. 1.000 Mark, Nr. 120024
Berlin, 7.5.1909 VF der Anteilscheine. Sehr interessantes Dokument Nr. 282 Schätzpreis: 50,00 EUR
der Erfinder-Finanzierung. Startpreis: 30,00 EUR
(R 10) Ab 1908 stiegen die Zinsen wieder auf 4 %,
ab 1915 auf 5 %. Mit großer Germania-Statue und Dommitzscher Tonwerke AG
gekröntem Reichsadler. Maße: 30,2 x 21,5 cm. Mit Aktie 200 RM, Nr. 3016
restlichem Kuponbogen. Nur zwei Stücke wurden
2006 in England gefunden. Nicht entwertet!
Dommitzsch a. Elbe, 19.7.1928 EF+
Auflage 1.300. Gegründet 1882 als Splauer Thon-
werke AG, 1883 umbenannt in Vereinigte Splauer
Nr. 277 Schätzpreis: 100,00 EUR und Dommitzscher Thonwerke AG, ab 1905 wie
Startpreis: 45,00 EUR oben. Hergestellt wurden Steinzeugröhren für
Deutsches Reich Kanalisationen und Abwässerungen sowie Scha-
4 % Schuldv. Lit. A. 5.000 Mark, Nr. 62642 mottesteine. Die Tonwerke wurden 1997 abgeris-
sen. Prägesiegel lochentwertet.
Berlin, 10.6.1909 VF
(R 10) Mit großer Germania-Statue und gekröntem
Reichsadler. Maße: 30,3 x 21,5 cm. Nicht entwertet
und mit restlichen Kupons.

Nr. 278 Schätzpreis: 65,00 EUR


Startpreis: 30,00 EUR
Deutsches Reich
5 % Schuldv. 5.000 Mark, Nr. 450256
Berlin, 24.9.1915 VF
(R 10) Mit großer Germania-Statue und gekröntem Nr. 280
Reichsadler. Mit restlichem Kuponbogen. Nicht
entwertet!

Nr. 283
Nr. 283 Schätzpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 60,00 EUR
Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
Vorzugs-Stückaktie, Muster
Nr. 281
Stuttgart, September 2001 EF+
Nr. 281 Schätzpreis: 500,00 EUR Nullgeziffertes Specimen. Der Name Ferdinand
Startpreis: 140,00 EUR Porsche taucht seit der Wende zum 20. Jh. in der
Döring & Lehrmann AG für Geschichte des Automobils immer wieder auf: bei
Bergwerks-, Erd- und Bauarbeiten Lohner, bei Austro-Daimler, bei Daimler und Steyr
und schließlich als Konstrukteur des legendären
Vorzugsaktie 1.000 Mark, Nr. 1291 “Volkswagen”. Ab 1931 war Porsche mit seinem
Nr. 279 Helmstedt, 1.5.1909 VF Konstruktionsbüro (zunächst eine GmbH) in Stutt-
Auflage 2.000 (R 10). Gründung 1904 zur Fort- gart ansässig, während des Krieges verlagerte er
Nr. 279 Schätzpreis: 65,00 EUR führung des Baugeschäfts von Döring & Lehrmann die Firma ins österreichische Gmünd. Hier ent-
Startpreis: 30,00 EUR in Helmstedt (1925 Sitzverlegung nach Halle a.S.). stand 1948 der erste “Porsche”, ein zweisitziger
Deutsches Reich Neben Hoch- und Tiefbauten jeder Art speziali- Sportwagen mit Aluminium-Karosserie und einem
sierte sich die Firma bald auf den Bau von Bri- von VW abgeleiteten luftgekühlten Motor. Die
3,5 % Schatzanw. Lit. A 100.000 RM, Nr. 1342 kettfabriken und Abraumarbeiten zur Freilegung erste Serie von 50 Fahrzeugen wurde in Österreich
Berlin, 21.11.1941 EF von Braunkohleflözen, wo sie bei Ausbruch des 1. und teilweise in der Schweiz gebaut. 1950 wurde
Druck der Reichsdruckerei, mit stilisiertem Weltkrieges über 4.000 Arbeiter in 51 Baggerbe- im Werk Stuttgart-Zuffenhausen die Produktion
Reichsadler mit Hakenkreuz. Mit Kuponbogen. trieben beschäftigte. Weil die Mehrzahl der Arbei- des Typ 356 aufgenommen. Von Anfang an hatten
Nicht entwertet! ter zum Kriegsdienst einberufen wurden, kamen Porsche-Wagen auch im Motorsport beachtliche
die Arbeiten zum Erliegen. Doch die Braunkohlen- Erfolge. Der heute größte Sportwagenhersteller
Nr. 280 Schätzpreis: 150,00 EUR gesellschaften bestanden auf Erfüllung der mehr- der Welt wurde 1973 in eine AG umgewandelt und
Startpreis: 80,00 EUR jährigen Verträge und trieben Döring & Lehrmann ging 1984 mit Vorzugsaktien an die Börse. Die
Dipl.-Ing. Dr. Erwin Blümner damit in den Ruin. Fast alle Eimer- und Löffelbag- Stammaktien sind nach wie vor vollständig im
ger sowie die Abraumzüge mit 50 Lokomotiven, Besitz der Familien Porsche/Piech. Nach dem ful-
Druck-Schwelverfahren 700 Kastenkippwagen und 6 Gleisrückmaschinen minanten und Wellen schlagenden Einstieg bei
Anteilschein über 1 Anteil, Nr. 706 mussten an die Bergwerke abgetreten werden. VW 2008 Umwandlung in eine Holding. Sehr deko-
München, 20.10.1944 EF Neuinvestitionen waren nicht mehr finanzierbar, rativ, mit altem Foto von Ferdinand Porsche,
Auflage 2.000 (R 9). Anteil an den Patenten zur 1927 wurde die Auflösung der in Berlin börsenno- fließender Konstruktionszeichnung eines “Por-
Kohlehydrierung und dem Ertrag aus ihrer Ver- tierten AG beschlossen. Maße: 26,4 x 34,5 cm. sche Boxter” und mehrfarbigem Porsche-Signet.
wertung. Das Hauptmerkmal des Druck-Schwel- Lochentwertet. Nur 3 Stücke sind bekannt! Mit Kuponbogen.

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Nr. 286 Schätzpreis: 300,00 EUR in eine AG. Spezialität der Fabrik waren Berg-
Startpreis: 150,00 EUR werksmaschinen (Schrämmmaschinen, Gesteins-
bohrmaschinen, Förderkörbe), Walzwerkseinrich-
Dürener Bank tungen und Hebezeuge. 1897 wurde, finanziert
Aktie 1.000 RM, Nr. 127027 durch eine Kapitalerhöhung, ein Tochterunter-
Düren, Oktober 1938 EF+ nehmen in Jekaterinoslaw (Rußland) gegründet.
Auflage 2.000 (R 9). Mit Stempel “Kraftlos lt. Es erwies sich allerdings später als Millionen-Grab
W.B.G.” Wie auch das vorige Los als ungelochtes und verursachte nach 1900 häufige Dividenden-
Stück noch nie zuvor auf einer Auktion angeboten Ausfälle des Duisburger Stammhauses. 1910 Ver-
gewesen! schmelzung mit der Benrather Maschinenfabrik
zu Benrath (gegr. 1891 als “de Fries & Co. in Düs-
seldorf) und mit der Märkischen Maschinenbau-
Anstalt Ludwig Stuckenholz AG zu Wetter (gegr.
1838) zur Deutsche Maschinenfabrik AG. 1928
Umfirmierung in Maschinenbau-Unternehmungen
Nr. 284 AG (Muag), nachdem schon 1926 der reine Fabri-
Nr. 284 Schätzpreis: 250,00 EUR kationsbetrieb in die Demag AG überführt worden
Startpreis: 150,00 EUR war, ein Gemeinschaftsunternehmen, in das auch
die Vereinigten Stahlwerke ihre gesamten Maschi-
DREMA AG für Gewinnung, nenbau-Interessen einbrachten. 1933 Übernahme
Herstellung u. Vertrieb v. Lebensmitteln der Brückenbaufirma Harkort in Duisburg. 1935
Aktie 100 RM, Nr. 1 erwarb die Muag die Demag-Aktienmehrheit,
Dresden, Dezember 1932 EF beide Unternehmen fusionierten anschließend
Auflage 1.297 (R 7). Gegründet 1923 unter der zur “neuen” Demag”. Zu dieser Zeit produzierten
Firma DREMA AG für Gewinnung, Herstellung u. die Werke Duisburg (Walzwerke, hydraulische
Vertrieb v. Lebensmitteln nach Übernahme der Pressen, Kompressoren, Bergwerksmaschinen),
Molkerei der Dresdner Milchversorgungs-Anstalt Benrath (Kran- und Verladeanlagen, Hochöfen,
eGmbH in Dresden, 1936 umbenannt in DREMA Stahlwerkseinrichtungen, Greifer) und Wetter
Großmolkerei AG. Grundbesitz in Dresden-Plauen (Krane, Elektrozüge und Diesellokomotiven). Seit
und in Lommatzsch. Lochentwertet. Nur 28 Stück 1974 als Mannesmann-Demag Teil des inzwischen
lagen im Reichsbankschatz, dabei auch diese zerschlagenen traditionsreichen Mannesmann-
Aktie Nr. 1! Konzerns gewesen. Hochdekorative Lithographie
von O. Gehrke (in der Platte signiert). Kettenglie-
der in der Umrandung, vier runde Vignetten mit
Nr. 287 Schlüsseln und Werkzeugen, zwei rechteckige Vig-
netten mit Zwergen beim Bergbau und in einer
Nr. 287 Schätzpreis: 125,00 EUR Schmiede. Das Stück hat einen interessanten
Startpreis: 60,00 EUR Druckfehler: Für den Rahmen wurde weiter die
Duisburg (City of Duisburg) Druckplatte der 1872er Gründeraktie (Nennwert
7 % Gold Bond 1.000 $, Specimen 500 Thaler) verwendet, deshalb steht bei dieser
1.500-Mark-Aktie in der Umrahmung die Ziffer 500
1.11.1925 VF+ statt 1.500. Mit Originalunterschriften. Großfor-
Nullgeziffertes Specimen (R 9). Die Anleihe von 3 mat (37 x 26,5 cm). Ein herrliches Papier, über-
Millionen USD arrangierten Harris, Forbes & Co. in durchschnittlich gut erhalten!
New York und die Deutsche Bank. Blau/schwarzer
Stahlstich, Vignette mit Stahlwerk, Rheinhafen
und barbusiger Allegorie. Maße: 38 x 25,2 cm. Mit
anhängenden Kupons. Lochentwertet.
Nr. 285
Nr. 285 Schätzpreis: 250,00 EUR
Startpreis: 100,00 EUR
Dürener Bank
Aktie 100 RM, Nr. 105987
Düren, 19.6.1925 EF/VF
Auflage 10.000 (R 9). Gründung 1898. In rascher
Folge expandierte die Bank dann in die Region:
1901 Errichtung einer Filiale in Euskirchen, 1903
Angliederung der Euskirchener Volksbank, 1904
Errichtung einer Filiale in Jülich, 1905 Angliede-
rung der Jülicher Volksbank, 1909 Übernahme des Nr. 289
Lechenicher Creditvereins, 1920 Interessenge-
meinschaft mit der Dürener Volksbank (deren Nr. 289 Schätzpreis: 150,00 EUR
Aktienmehrheit und Kundengeschäft 1943 voll- Startpreis: 75,00 EUR
ständig übernommen wurde), 1925 Übernahme E. A. Schwerdtfeger & Co. AG
der Zülpicher Volksbank, 1927 Errichtung einer
Filiale in Eschweiler. In der Nachkriegszeit kamen Aktie 1.000 Mark, Nr. 1062
noch Zweigstellen in Schleiden (Eifel (1960), Lin- Berlin, 4.4.1911 EF
nich (1963) sowie Birkesdorf und Dürwiß (1965) Auflage 350. Gründung 1910 zur Fortführung der
hinzu. 1970 vollständig in die Dresdner Bank ein- gleichnamigen, 1870 gegründeten Luxuspapierfa-
gegliedert. Schöne Flechtbandumrahmung. Nicht brik in Berlin N 65, Reinickendorfer Str. 96. Her-
lochentwertet, mit Stempel “Kraftlos lt. W.B.G.” stellung von Gegenständen des Kunstverlages,
des Kunstdrucks und der Photografie, sogar für
den Stahlstich-Druck war die Firma ausgerüstet.
Neben Kunstdrucken waren eine Spezialität hoch-
wertige farbige Industrie- und Werbedrucke. Auch
Nr. 288 Wertpapiere wurden bei Schwerdtfeger gedruckt
(so z.B. die 1930er Anleihe des Freistaats Meck-
Nr. 288 Schätzpreis: 750,00 EUR lenburg-Strelitz). 1942 Übernahme der Berliner
Startpreis: 240,00 EUR Briefumschlagfabrik Gebr. Knörck. Ab 1949, nun-
mehr mit der Berliner Industriebank als Großak-
Duisburger Maschinenbau-AG tionär, Wiederaufbau mit ERP-Mitteln in Berlin SW,
vormals Bechem & Keetman Boppstr. 7. Neben der großen Briefumschlagfabrik
Actie 1.500 Mark, Nr. 1296 war Schwerdtfeger nun der führende deutsche
Glückwunschkartenhersteller. 1962 in eine GmbH
Duisburg, 1.7.1897 EF/VF
umgewandelt. Lochentwertet. Großformatiges
Auflage 600 (R 8),. Gründung 1862 durch Theodor Papier (26,5 x 36 cm), sehr dekorativ verziert,
Nr. 286 Keetman und August Bechem, 1872 Umwandlung Doppelblatt. Siegel lochentwertet.

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Auktionshaus Gutowski • 50. Auktion Historischer Wertpapiere am 16. Juli 2012

Nr. 290
Nr. 290 Schätzpreis: 240,00 EUR
Startpreis: 95,00 EUR
Einbecker Fussball-Verein 05
Schuldschein 100 Mark, Nr. 13
Einbeck, 1.2.1921 EF
(R 10) Gegründet 1905 von Kaufmannsgehilfen
des Versandhauses Stukenbrock. In den 1920er
Jahren war der Einbecker Fußball-Verein eine
Fahrstuhlmannschaft zwischen der höchsten und
zweithöchsten Spielklasse, wobei sich die Mann-
schaft 1930-1932 in der Erstklassigkeit halten
konnte. Nach dem 2. WK gehörte der Verein 1949
zu den Gründungsmitgliedern der Amateurliga
Göttingen/Hildesheim. 1979 Fusion mit der Fuß-
ballabteilung des SV Eintracht 1893 Einbeck zum
SVG Einbeck 05. Kleinformat. Maße: 16,5 x 20,8
cm. Bislang nicht katalogisiertes Papier!

Nr. 291
Nr. 291 Schätzpreis: 500,00 EUR
Startpreis: 75,00 EUR
Eisenbahn-Gesellschaft Stralsund-
Tribsees Nr. 292
Aktie B 1.000 Mark, Nr. 775 kopf (Landkreis Marburg-Biedenkopf) in Hessen. Erdgasproduzent mit Hauptsitz in Kassel. Kleine
In dieser Region reicht die Eisenerzförderung weit Randeinrisse, Papier etwas gebräunt. Mit beilie-
Stralsund, 2.6.1900 EF zurück ins Mittelalter. Eingetragen auf und origi- gender Lieferbarkeitsbescheinigung aus dem Jahr
Gründeraktie (Auflage 299 (R 6). Gegründet durch nal signiert von Heinrich Grimberg als Gruben- 1950. Rarität.
das Königreich Preußem, die Provinz Pommern, repräsentant. Der Bochumer Bergbauunterneh-
den Landkreis Franzburg, die Städte Stralsund mer Heinrich Grimberg (1833-1907) gehört zu den
und Richtenberg und die Eisenbahnbaugesell-
Nr. 293 Schätzpreis: 2.000,00 EUR
bekanntesten deutschen Bergbauunternehmern Startpreis: 1.000,00 EUR
schaft Lenz & Co., die auch die spätere Betriebs- des 19. Jahrhunderts. 1856 gründete er zusammen
führung übernahm. Die insgesamt 34 km lange mit dem Essener Kaufmann Theodor Sprenger in Eisenerz-Grube Zornader
normalspurige Kleinbahn wurde am 23.12.1900 Dortmund-Eving die Zeche Minister Stein. Im Kuxschein über 1 Kux, Nr. 1
von Stralsund nach Franzburg und am 1.6.1901 bis Jahre 1872 gründete er zusammen mit Fritz Funke, Neunkirchen, 1.4.1877 VF
Tribsees eröffnet. In Tribsees bestand ein Gemein- Carl Ernst Korte, Wilhelm Schürenberg, Carl
schaftsbahnhof mit der Großherzoglich Mecklen- Auflage 100. Das Bergwerk war belegen in der
Waldthausen und Friedrich Wilhelm Waldthausen Gemeinde Struthütten im Kreise Siegen, Regie-
burgischen Friedrich-Franz-Eisenbahn (Staats- die Gewerkschaft der Zeche Lothringen in
bahn), der Eisenbahn-Gesellschaft Greifswald- rungsbezirk Arnsberg und Oberbergamtsbezirk
Bochum-Gerthe. 1873 gründete er zusammen mit Bonn. Sehr dekorative Umrandung. Originalunter-
Grimmen und der Franzburger Südbahn. Letzter Friedrich Grillo die Gewerkschaft Monopol in
Großaktionär war die AG für Verkehrswesen. schrift Grebe als Repräsentant. Kleine Randverlet-
Kamen und Bergkamen. 1894 gründete er zusam- zungen (u.a. kleine Fehlstelle) fachgerecht restau-
Noch 1945 wurde die Strecke für Reparationslei- men mit dem Bohrunternehmer Carl Julius Winter
stungen an die Sowjetunion demontiert und dann riert. Rarität, nicht nur wegen der laufenden
die Bohrgesellschaft Wintershall in Heringen an Nummer 1!
nie wieder aufgebaut. Maße: 26 x 34,2 cm. der Werra mit Sitz in Bochum zur Förderung von
Kalisalz. Die Bohrgesellschaft Wintershall wurde
Nr. 292 Schätzpreis: 3.000,00 EUR 1894 von dem Industriellen Heinrich Grimberg
Nr. 294 Schätzpreis: 350,00 EUR
Startpreis: 1.500,00 EUR und dem Bohrunternehmer Carl Julius Winter, Startpreis: 100,00 EUR
Eisenerz Bergwerk Hülshof ursprünglich als Bohrgesellschaft zur Förderung Eisenguß- und Maschinen-Industrie
von Kalisalz gegründet. Der zufällige Ausbruch Aktie 2 x 20 RM, Nr. 2373-2374
Kuxschein über 30 Kuxe, Nr. 5 von Erdöl in einem der Kalischächte in Volkenro-
Bochum, 15.8.1874 VF/F Görlitz, November 1925 EF/VF
da erwies sich bald als zukunftsweisende Per-
(R 12) Die Eisenerzgrube befand sich in der spektive für Wintershall. Heute ist die Wintershall (R 10) Gründung 1920 als Görlitzer Zentrifugen-
Gemeinde Hülshof-Schlierbach im Kreis Bieden- Holding GmbH der größte deutsche Erdöl- und und Maschinenfabrik, Herstellung von insbeson-
dere landwirtschaftlichen Maschinen. 1923

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Erwerb der seit 1875 bestehenden Eisengiesserei ursprünglich errichtet bereits 1775. Herstellung
u. Maschinenfabrik Albinus & Lehmann. Ab 1925 und Vertrieb aller für Eisenwerke und Eisengieße-
Eisenguß- und Maschinen-Industrie AG. Im Febr. reien sich eignender Artikel, Fabrikation von Arti-
1926 Beschluss der Auflösung und Liquidation. keln für Kanal- und Wasserleitungsbau. 1912/13
Kapital 200.000 RM, eingeteilt in Aktien à 20 RM Errichtung einer Zweigfabrik in Karlstadt a.M.,
und 100 RM, wobei es auch Sammelaktien gab. wohin der Sitz der Gesellschaft 1938 verlegt
Faksimilesignatur des Rittergutsbesitzers Hugo wurde. Firma ab dann: Eisenwerke Laufach und
Sternberg als Vorsitzender des Aufsichtsrates. Mit Karlstadt AG. Die Gesellschaft war mit 16.500 RM
beiliegendem kompletten Kuponbogen. Bislang
an der “Reichswerke AG für Erzbergbau und Eisen-
unbekanntes Papier!
hütten Hermann Göring” beteiligt.

Nr. 296 Schätzpreis: 1.000,00 EUR


Startpreis: 300,00 EUR
Elektricitätswerk Südwest AG
4 % Teilschuldv. Lit. B. 1.000 Mark, Nr. 910
Schöneberg, 31.5.1906 EF/VF
Auflage 4.800 (R 10). Gründung 1899. Konzessio-
nen zur Stromversorgung der Stadtgemeinden
Schöneberg, Wilmersdorf und der Landgemeinde Nr. 297
Schmargendorf. Wunderschön im Jugendstil Nr. 297 Schätzpreis: 150,00 EUR
gestaltetes Papier aus der Künstlerwerkstatt der Startpreis: 30,00 EUR
Reichsdruckerei. Umrandung mit floralen Moti- Elektricitätswerk Südwest AG
ven, dazwischen elektrische Glühlampen, Strom-
generator und geflügeltes Rad. Maße: 37,5 x 28,3
4,5 % Genussrechtsurkunde Lit. B 100 RM,
cm. Doppelblatt, inwendig Bedingungen, zwei Ori- Nr. 985
ginalsignaturen für die Direction der Disconto- Berlin, 31.3.1926 EF
Gesellschaft. (R 10)

Nr. 293

Nr. 294

Nr. 295

Nr. 295 Schätzpreis: 350,00 EUR


Startpreis: 120,00 EUR
Eisenwerk Laufach AG
Aktie 100 RM, Nr. 19
Laufach in Unterfranken, Mai 1928 EF
Auflage 500 (R 8). Gegründet 1897 zwecks Erwerb
und Weiterführung des in Laufach bestehenden
Eisenwerks der Firma G. Winter Nachfolger & Co., Nr. 296

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schine aus, bald folgten komplette elektrische AG vormals Schuckert & Co. zunächst selbststän-
Antriebe für Maschinen und Fahrzeuge, wenige dig erhalten und war eine der größten deutschen
Jahre später gehörten auch Elektrizitätszähler, Holding-Gesellschaften, Schwerpunkt nach wie
Bogenlampen und elektrische Kleinbahnen zum vor im Energie- und Verkehrsbereich. Unter den
Produktionsprogramm. 1882 installierte diversen Beteiligungen befand sich auch die tech-
Schuckert in Nürnberg die in Deutschland erste nisch einmalige Wuppertaler Schwebebahn, deren
Straßenbeleuchtung mit elektrischen Bogenkam- Bau von den Schuckert-Werken ausgeführt wor-
pen. 1884 begann die Serienproduktion elektri- den war. Erst 1939 wurde Schuckert auf die Sie-
scher Messinstrumente, es folgte der Bau von mens & Halske AG als aufnehmende Gesellschaft
Straßenbahnen, kompletten Bahnnetzen und 1893 verschmolzen. 1966 schließlich wurde auch die
in Hamburg der Bau des ersten kompletten Elek- frühere gemeinsame Tochter Siemens-Schuckert-
trizitätswerkes. Den finanziellen und kaufmänni- werke in die Siemens & Halske AG eingegliedert,
schen Problemen beim Übergang vom Handwerks- die aus diesem Anlass ihren Namen in Siemens AG
zum Industriebetrieb begegnete Schuckert 1884 änderte. Originalunterschriften für Aufsichtsrat
durch Aufnahme von Alexander Wacker (1846- (Oberst Wittmer) und Vorstand (Otto W. Röth).
1922) als Mitgesellschafter einer oHG und kauf- Randfehlstellen fachmännisch restauriert. Nur 12
männischen Leiter. Wacker betrieb auch den Auf- Stücke sind bekannt (2 unentwertete und 10 ent-
bau der elektrochemischen Abteilung, an der Sie- wertete). Prägesiegel lochentwertet.
mens bei der späteren Schuckert-Übernahme kein
Interesse hatte und aus der 1914 die noch heute
bedeutende Wacker-Chemie in Burghausen
wurde. 1888 erfolgte unter Mitwirkung von Hugo
Ritter von Maffei, der Maschinenfabrik Augsburg-
Nürnberg und dem A. Schaafhausen’schen Bank-
verein die Gründung einer Kommanditgesell-
schaft. 1893 schließlich entstand die Elektrizitäts-
AG vormals Schuckert & Co., nachdem Sigmund
Schuckert, erst 46-jährig, 1892 wegen eines Ner-
venleidens die aktive Tätigkeit beendet und die
Leitung an Alexander Wacker übertragen hatte.
Die Firma hatte zu dieser Zeit bereits 8.500 Mitar-
beiter, geriet aber bald darauf in finanzielle
Nr. 298 Schwierigkeiten. Grund waren diverse Beteiligun-
gen (die damals zur Absatzsicherung der eigenen
Nr. 298 Schätzpreis: 500,00 EUR Erzeugnisse in der Branche üblich waren, immer-
Startpreis: 250,00 EUR hin hatte Schuckert jetzt über 100 Eisenbahnen
Elektricitätswerk Westerwald AG elektrifiziert und über 300 Elektrizitätswerke
errichtet). Die Suche nach einem liquiden Investor
5,5 % Genussrechts-Urkunde 300.000 RM
führte im März 1903 zur Übernahme durch SIE-
1.6.1926 MENS und der Schaffung der Siemens-Schuckert-
Marienberg, 1.6.1926 VF werke GmbH. Ironie des Schicksals: Eigentlich war
Die Urkunde verbriefte die komplette Genuß- ein Zusammengehen von Schuckert mit der AEG
rechtsemission (R 12). Gegründet 1913 durch die unter Walter Rathenau geplant, doch dessen Auf- Nr. 300
Elektrizitäts-AG vorm. Lahmeyer in sichtsrat stoppte dieses Vorhaben. Rathenau war
Frankfurt/Main und die Coblenzer Straßenbahn
Nr. 300 Schätzpreis: 75,00 EUR
darüber so verbittert, dass er den aktiven Dienst
zum Bau eines Elektrizitätswerkes auf der Braun- quittierte. So gelang Siemens, bis dahin
Startpreis: 40,00 EUR
kohlengrube Alexandria bei Höhn im Westerwald, hauptsächlich in der Nachrichtentechnik tätig, Elektrowerke AG
deren Kuxe sich vollständig im Besitz der Ges. mit der Schuckert-Übernahme der Einstieg in das (Electric Power Corp.)
befanden. Bald daruf wurde auch eine Dampf- lukrative Starkstromgeschäft. Im Siemens- 6,5 % Gold Bond 1.000 $, Specimen
preßsteinfabrik errichtet, die bis in die 1950er Schuckert-Werk Nonnendamm in Berlin wurden
Jahre Bausteine produzierte. In der Blütezeit in von 1906 bis 1910 auch Automobile mit elektro-, Berlin, 1.4.1928 VF
den 1920er Jahren waren auf der Grube mehr als hybrid- und verbrennungsmotorischem Antrieb Nullgeziffertes Specimen (R 9). Gründung 1892 als
1000 Menschen beschäftigt. Aktionäre waren dann gefertigt, später wurde dieses Geschäft auf die Sie- „Braunkohlenwerk Golpa-Jeßnitz AG, Halle“,
bis 1954 Lahmeyer (jetzt eine Zwischenholding mens-Tochter Protos-Werke verlagert. Nach der zunächst eine Tochter der AEG. 1915 errichtete
des RWE) mit 50 %, die A.E.G. als Nachfolgerin der Übernahme durch Siemens blieb die Elektrizitäts- die Gesellschaft für den Reichsfiskus das Groß-
Gesellschaft für elektrische Unternehmungen -
Ludwig Löwe in Berlin mit 47,2 % und die Koblen-
zer Elektrizitätswerke und Verkehrs-AG mit 2,8 %.
1954 erwarb das RWE alle Aktien sowie weitere
Pachtfelder der Braunkohlegrube, die sich seit
1925 im Besitz der Preußag befunden hatten.
Bereits 1955 verkaufte das RWE den Höhner
Besitz wieder an die Fa. Daelen aus Wiesbaden,
das Kraftwerk wurde 1956 stillgelegt, das Ende
des Bergbaus war damit abzusehen und kam dann
nach weiteren Besitzerwechseln auch. Hektogra-
phierte Ausführung mit Originalunterschrift. Dop-
pelblatt, lochentwertet. Knickfalte am Rand einge-
rissen. Ein Unikat aus der Reichsbank!

Nr. 299 Schätzpreis: 1.250,00 EUR


Startpreis: 850,00 EUR
Elektrizitäts-AG
vormals Schuckert & Co.
Aktie 1.000 Mark, Nr. 38456
Nürnberg, 1.8.1899 VF
Auflage 14.000 (R 8). Sigmund Schuckert (1846-
1895) erlernte in seiner Geburtsstadt das Feinme-
chanikerhandwerk und machte sich nach Lehr-
und Wanderjahren, die ihn bis in die USA führten,
nach seiner Rückkehr 1873 in Nürnberg mit einer
eigenen Werkstatt selbständig. Ausschlaggebend
dafür war ein Besuch der Weltausstellung 1873 in
Wien, wo Schuckert erstmals Maschinen sah, die
nach dem 1866 von Werner Siemens gefundenen
dynamo-elektrischen Prinzip arbeiteten. 1874 lie-
ferte Schuckert seine erste eigene Dynamoma- Nr. 299

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kraftwerk Zschornewitz, das die neu gegründeten Betrieb des Eisenerz-Bergwerkes im Hoffnungstal und Presse”. Mit Geldern des Fonds “Zum Schutz
Reichsstickstoffwerke Piesteritz mit elektrischer im Westerwald (zwischen der Kreisstadt Altenkir- der Republik” aus der Taufe gehoben durch den
Energie versorgte. 1917 übernahm das Reich das chen und der Gemeinde Almersbach). Die Förder- interparlamentarischen Ausschuß des Preußi-
gesamte Grundkapital der Elektrowerke, die schächte der Grube hatten eine Tiefe von über schen Landtages und das Reichsinnenministeri-
danach noch einen weiteren Stützpunkt in der Nie- 700 m. Ende des 19. Jh. machte ein verheerender um, ohne daß diese Zusammenhänge zunächst an
derlausitzer Kraftwerksgruppe erhielten. 1950 Wassereinbruch dem Bergbau hier ein Ende. Etwa die Öffentlichkeit gelangten. Politisches Ziel war
Berliner Wertpapierbereinigung und Umfirmie- zeitgleich mit dem Bergwerk wurde im Hoffnungs- die Stärkung des republikanischen Bewußtseins
rung in Elektrowerke AG, Berlin (West). Ab 1954 tal, ursprünglich zur Aufbereitung der hier gewon- im Inneren sowie die Selbstdarstellung der jungen
Ablösung der Teilschuldverschreibungen. Ab 1968 nenen Erze, von der Familie Jagenberg gegründet
Weimarer Republik im Ausland. Erster Film war
GmbH. ABNC-Stahlstich, Vignette mit männlicher “Jagenbergs Hammer” (bis 2009 eine zum finni-
folgerichtig ein Dokumentarstreifen zu den
Allegorie der Wissenschaften. Mit anhängenden schen Ahlstrom-Konzern gehörende Papierfabrik,
Kupons. Lochentwertet. heute zu Inter Face Solutions gehörend). Großfor- Jubiläumsfeiern in der Frankfurter Paulskirche
matig, Umrahmung im Stil eines barocken Bilder- zum 75. Jahrestag der Revolution von 1848 und
rahmens, Originalunterschriften. Bislang völlig dem Zusammentritt des ersten deutschen Parla-
unbekannt gewesener Westerwälder Bergbautitel! ments. Da die preußischen und die Reichsbehör-
den die großen Filmfirmen “aufgrund ihres auf
Kollegialbeschlüsse eingestellten Apparates und
ihrer privatkapitalistischen Grundlage für politi-
sche Spielfilme zu schwerfällig” fanden, mündete
die Zusammenarbeit in einer Staatsbeteiligung an
der Europa-Film AG. Arbeitsschwerpunkt wurde
die Rheinland-Propaganda, mit der die französi-
sche Besatzung des linken Rheinlandes auch
publizistisch bekämpft wurde. Um einen Film für
die propagandistische Auswertung in den USA
geeigneter zu machen, wurden sogar kurzerhand
nachgestellte Vergewaltigungsszenen eingefügt.
Als 1925 finanzielle Schwierigkeiten auftraten, ver-
weiterte die Regierung eine weitere Unterstützung,
da man inzwischen ein Abkommen über die inhalt-
liche Kontrolle der Filmberichterstattung für effizi-
enter hielt, wie es dann im Sommer 1925 mit der
Nr. 303 UFA auch abgeschlossen wurde. Die Europa-Film-
Nr. 301 AG ging anschließend ebenfalls im Konzern der
Nr. 301 Schätzpreis: 150,00 EUR 1917 gegründeten Universum-Film AG auf. Ironie
Startpreis: 40,00 EUR der Geschichte war, daß die UFA nach Einverlei-
bung in den Hugenberg-Medienkonzern dann zum
Erdölgesellschaft “Westfalia” antirepublikanischen Sprachrohr mutierte. Deko-
Anteilschein über 1 Anteil, Nr. 3237 rative Gestaltung mit Bison-Vignette.
Hannover, 1.5.1927 EF
Auflage 6.000 (R 8). Die Gesellschaft besaß Ölge-
rechtsame bei Engehausen a.d. Aller. Mit der Ent-
deckung von Petroleum brach in der Gegend öst-
lich von Hannover kurz vor Ende des 19. Jh. ein
richtiger Ölrausch aus. Noch heute übrigens wird
aus einigen Quellen gefördert. Ausgestellt auf die
Gewerkschaft “Morgensegen” in Hannover.

Nr. 304
Nr. 304 Schätzpreis: 250,00 EUR
Startpreis: 75,00 EUR
Erzgebirgischer Steinkohlen-Actien-
Verein
Nr. 302 Actie 1.000 Mark, Nr. 4193
Schedewitz, 1.6.1885 EF/VF
Nr. 302 Schätzpreis: 75,00 EUR Auflage 2.400 (R 10). Gründung bereits 1840. Zu
Startpreis: 45,00 EUR den eigenen Tiefbauschächten kamen 1913 die
Ernst Gessner AG Altgemeinde-Schächte in Bockwa und 1921 die
Werke und Grubenfelder der Zwickauer Bürgerge-
Aktie 1.000 RM, Nr. 1772
werkschaft und des Zwickauer Steinkohlenbau- Nr. 305
Aue (Sachsen), 1.12.1942 EF+ vereins. Neben Steinkohle wurde auch Benzol,
Auflage 1.800. Gründung 1920. Herstellung von Teer, Sand, Kies und Ton gefördert bzw. herge-
Textilmaschinen für Appretur und Spinnerei, stellt. Letzter Großaktionär war die Stadt Zwickau.
Eisengießerei. Nach der Enteignung 1945 in der Zwischen 1945 und 1946 bestand die Firmenlei-
DDR Teil des Kombinats Textima, 1993 privati- tung aus sowjetischen Offizieren. 1975 letzte För-
siert. Hauptinvestor war ein Nachfahre Gessners. derung aus den Zwickauer Gruben. Dekorative
Nach dessen Tod 1994 Konkurs im Jahre 1995. Prä- Gestaltung. Nicht entwertet, in dieser Form
gesiegel lochentwertet. außerordentlich selten, zuletzt 2002 angeboten!

Nr. 303 Schätzpreis: 600,00 EUR Nr. 305 Schätzpreis: 350,00 EUR
Startpreis: 300,00 EUR Startpreis: 125,00 EUR
Erzbergwerk Hoffnungsthal II Europa-Film-AG
Kuxschein über 1 Kux, Nr. 10 Aktie 20 RM, Nr. 160
Essen, 19.5.1875 VF+ Berlin, 31.12.1927 EF
Auflage 100 (R 9). Ausgestellt auf Herrn Arend Auflage 400 (R 9). Gründung im Okt. 1923 als
Schreiber zu Loga bei Leer. 1866 errichtet zum Tochterfirma der “Aktiengesellschaft für Buch Nr. 306

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Nr. 306 Schätzpreis: 125,00 EUR der Palmkernölfabrik Rob. Francke (gegr. 1891) Molkereiprodukte. 1926 Aufnahme der Fabrikation
Startpreis: 50,00 EUR und Friedr. Thörl’s Oelwerke „Elbe“ (gegr. 1899). von Duro-Patent-Körben (Gerippe und Boden
Verarbeitung von und Handel mit Ölfrüchten, Ölen bestehen aus verzinktem Eisenblech). Prägesiegel
Ev.-luth. Luthergemeinde Heidenau und Fetten. Die Fabriken in der Schlossstr. 5-16 lochentwertet.
6 % Schuldschein 500 Mark, Nr. 174 (Erzeugung von Leinöl und Palmkernöl), am Lau-
Heidenau, 4.12.1922 EF enbrucher 25 (Kokosöl), auf der Zitadelle Schlos-
(R 8) Die Kirchgemeinde haftete mit ihrem gesam- sbezirk 6 (Palmkern- und Soyaöl sowie Benzinfa-
ten Vermögen. Rückzahlung durch jährliche Aus- brik) haben alle Wasserfront und ein Gesamtareal
losung beginnend mit dem 1.1.1924. Originalun- von 270.334 qm. In den 1930/40er Jahren die größ-
terschrift von Pfarrer Gollnuffer, rückseitig eine te deutsche Ölfabrik. 1954 Verschmelzung mit der
Stempelsteuermarke (Kapitalverkehrssteuer). Schwesterfirma Bremen-Besigheimer Oelfabriken.
1959 Übertragung des Vermögens unter Aus-
schluss der Abwicklung auf die Hauptgesellschaf-
terin „Margarine-Union GmbH“ in Hamburg. Die
AG erlosch. Lochentwertet.

Nr. 311
Nr. 311 Schätzpreis: 100,00 EUR
Startpreis: 60,00 EUR
Feist-Sektkellerei AG
Aktie 200 RM, Nr. 866
Nr. 307 Frankfurt a.M., Juni 1940 EF+
Auflage 1.400. Gründung 1828, AG seit 1908. Her-
Nr. 307 Schätzpreis: 75,00 EUR stellung und Vertrieb von Schaumweinen und der
Startpreis: 35,00 EUR Handel in Weinen. Das 10.092 qm große Grund-
F. Küppersbusch & Söhne AG stück Hainerweg 37-53 ist doppelt, teilweise sogar
dreifach unterkellert. 1941 Umfirmierung in “Feist-
Aktie 1.000 DM, Nr. 1335 Belmont’sche Sektkellerei AG”. Börsennotiz Frank-
Gelsenkirchen, 1.3.1952 EF furt, Großaktionär war die A. Steigenberger Hotel-
Auflage 4.400 (R 9). Gründung 1875 als kleine gesellschaft KGaA. 1966 Umfirmierung in “Hainer-
Herdfabrik und Eisengießerei. Bei Umwandlung in weg 37-53 Grundstücks-AG”, anschließend
eine AG 1898 wurden in zwei Werken schon 1.200 Nr. 309 Umwandlung in eine GmbH. Lochentwertet.
Mitarbeiter beschäftigt. 1938 Beteiligung an der
schon 1722 gegründeten Carl Gottbill sel. Erben Nr. 309 Schätzpreis: 200,00 EUR
GmbH Mariahütte, einer Herdfabrik im Kreis Trier. Startpreis: 100,00 EUR
Neben der Hoesch AG (27 %) gehörte zu der Zeit
der Familie Küppersbusch immer noch ein größe-
Farbwerke AG
res Aktienpaket. 1944 wurde das Werk I in der Für- Aktie 1.000 Mark, Nr. 911
stinnenstraße bei einem Bombenangriff total zer- Düsseldorf, 1.4.1920 UNC/EF
stört, das Werk II stark beschädigt. Neben dem Auflage 1.400 (R 7). Gründung 1900 zwecks Über-
Wiederaufbau dann 1954 Übernahme der Ver. nahme und Weiterführung der schon seit 1842
Herd- und Ofenfabriken C. Woeste AG, Hamm i.W., bestehenden Bleiweiß- und chemischen Fabrik
1956 war Küppersbusch mit 3500 Beschäftigten von Moritz Müller & Söhne in Düsseldorf (Rons-
die größte Herdfabrik der Welt. Ab 1953 wurden dorfer Str. 74). 1928 Übernahme der Chemische
auch Kühlschränke gebaut, ab 1961 Küchenmöbel Fabrik Freiweinheim Dr. Hermann Bopp und der
und Spülen, später zudem Wasch- und Geschirr- Fa. Toelle & vom Hofe in Köln-Deutz, anschließend
spülmaschinen. Gleichzeitig baute die AEG ihre umfirmiert in “Vereinigte Farbwerke AG”. 1953
Beteiligung immer weiter aus und hielt Mitte der Stilllegung des Betriebes und Entlassung der
70er Jahre über 95 % der Aktien. Während des Nie- zuletzt noch 70 Beschäftigten, 1954 in eine GmbH
dergangs der AEG wurde 1982 auch Küppers- umgewandelt. In der ehemaligen Farbfabrik ist
busch zahlungsunfähig. Ab 1986 übernahmen Mit- heute die Fa. Cove GmbH & Co. (eine große Nr. 312
glieder der Familie Vaillant fast alle Aktien des bis Maßschneiderei) ansässig. Interessanter Druckfeh-
heute erfolgreichen Herstellers von Wärmetech-
Nr. 312 Schätzpreis: 125,00 EUR
ler beim Umfirmierungs-Vermerk, wo man den Vor- Startpreis: 40,00 EUR
nik, Hausgeräten und Großküchentechnik. Mit gang mit “Düsseldorf, im Juli 1828” aus Versehen
dem traditionellen Küppersbusch-Firmensignet. gleich mal ein ganzes Jahrhundert vorverlegte. In Feldmühle Papier- und Zellstoffwerke
Prägesiegel lochentwertet. meiner Auktion erstmals überhaupt angeboten! Aktie 5.000 Mark, Nr. 101151
Scholwin bei Stettin, Mai 1923 VF+
Auflage 14.000 (R 6). Gründung 1885 als “Schlesi-
sche Sulfit-Cellulosefabrik Feldmühle” mit Sitz in
Liebau, umbenannt 1891 in „Cellulose-Fabrik Feld-
mühle“ und 1911 dann wie oben. Häufige Sitzver-
legungen 1892 nach Cosel, 1899 nach Breslau,
1912 nach Berlin und 1920 nach Scholwin bei Stet-
tin. 1929 Fusion mit der Papierfabrik Reisholz in
Düsseldorf. Mit 14 Werken (u.a. Arnsberg, Königs-
berg/Pr., Hillegossen bei Bielefeld, Stettin, Flens-
burg, Uetersen, Oberlahnstein, Heidenau) damals
der größte deutsche Papierproduzent. Nach Ent-
eignung des Stammwerkes (Pommern war nun zu
Polen gekommen) 1945 verlagert nach Hillegossen
Nr. 308 Nr. 310 bei Bielefeld, 1952 nach Düsseldorf, 1962 überge-
gangen auf die 1959 gegründete AG für Papier- und
Nr. 308 Schätzpreis: 125,00 EUR Nr. 310 Schätzpreis: 75,00 EUR Zellstoffinteressen, die im gleichen Jahr in Feld-
Startpreis: 45,00 EUR Startpreis: 30,00 EUR mühle AG, Düsseldorf umfirmierte. Ab 1977 Feld-
F. Thörl’s Vereinigte Harburger Fehr & Wolff AG mühle Vermögensverwaltung AG, 1992 GmbH und
Oelfabriken AG Aktie 1.000 RM, Nr. 1187 verschmolzen auf die Feldmühle Nobel AG, Düs-
Aktie 100 RM, Nr. 11550 Habelschwerdt, Januar 1929 EF+ seldorf. Später gingen die Papieraktivitäten in der
Hamburg-Harburg, 25.11.1942 EF Auflage 300. Gegründet 1871, AG seit 1900. Her- Stora Feldmühle AG auf, der heutigen Stora Enso
Auflage 633. Gründung 1906 unter Übernahme der stellung von Spanschiebeschachteln für Kleinme- Deutschland GmbH. Großformatiges Papier. Nicht
Harburger Oelfabrik F. Thörl (1883 vom Senator tallwaren sowie Formspäne für die Glasindustrie, entwertet!
und Kommerzienrat Friedrich Thörl gegründet), Korbwaren, Rundstäbe, Schachteln und Kisten für

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Auktionshaus Gutowski • 50. Auktion Historischer Wertpapiere am 16. Juli 2012

1922 Erwerb der Zuckerfabrik Wulferstedt. Eine Apparate, Gasbehälter, Großtankanlagen, Trans-
1927 geplante Fusion mit der „Frankonia Schoko- portanlagen, Hebezeuge, Einrichtungen für Gas-
lade- und Konservenfabrik“ in Würzburg kam werke, chemische Fabriken und die Mineralöl- und
nicht zustande. 1928 Konkurs. Die Fabrik wurde Fettindustrie, außerdem Projektierung von Gas-
von KARSTADT für eigene Produktionszwecke und Wasserwerken, Kanalisations- und Kläranla-
erworben und als Burgmühlen Schokoladen gen sowie Instandsetzung von Lokomotivkesseln.
GmbH weitergeführt. 1935 geht die Schokoladen- Umgewandelt 1921 in eine KGaA, 1925 in eine AG.
Fabrik Burgmühle in der Argenta Schokoladen- Notiert im Freiverkehr Hamburg. In der Spitze
werke AG Wernigerode auf. 1946 als VEB Schoko- beschäftigten die Francke-Werke fast 2.000 Leute.
ladenfabrik Wernigerode in Volkseigentum über- 1955 Konkurs.
führt, ab 1951 VEB (K) Argenta Süsswarenfabrik
Wernigerode. Nach der Wende 1990 wieder in eine
GmbH umgewandelt, ab 2002 Wergona Schokola-
den GmbH. Spezialität: Brockensplitter. Heute
stellt die Firma jedes Jahr ca. 30 Mio. Adventska-
Nr. 313
lender her und zählt damit weltweit zu den größ-
Nr. 313 Schätzpreis: 175,00 EUR ten Herstellern von Schokoladen-Adventskalen-
Startpreis: 90,00 EUR dern. Die Exporte gehen bis nach Nepal. Großfor-
Felten & Guilleaume Carlswerk AG matiges Papier (26,5 x 36,3 cm), sehr gut erhalten,
außerordentlich günstig angeboten.
Actie 1.000 Mark, Nr. 34762
Mühlheim am Rhein, 1.1.1901 EF
Auflage 6.000. Ursprüngliche Gründung 1826 in
Köln als Hanfseilerei. 1873 wurde für die Herstel-
lung von Draht, Drahtseilen und Kabeln in Mül-
heim am Rhein eine Niederlassung errichtet. Die- Nr. 318
ses Zweigwerk wurde 1899 in einer AG verselbst-
ändigt. 1905 Angliederung der Frankfurter Maschi-
nenfabrik der „Elektrizitäts-AG vorm. W. Lahmeyer
& Co.“ und zwischenzeitliche Umfirmierung in “Fel-
ten & Guilleaume-Lahmeyerwerke AG”. Bereits
1910 wurde dieses Werk wieder abgestoßen und
die alte Firmenbezeichnung wieder angenommen.
1979 erwarb der Philips-Konzern die Mehrheit und
firmierte das Unternehmen in PKI Philips Kommu-
nikations Industrie AG um. Unter dem alten Namen
wurde für das ursprüngliche Geschäft die Felten & Nr. 316
Guilleaume Energietechnik AG 1986 aus der PKI
herausgelöst und an die Börse gebracht. Mit Ori-
ginalunterschriften. Wichtiger und sehr dekorati-
ver Industrie-Wert. Großformat (26,5 x 37,9 cm).
Prägesiegel lochentwertet.

Nr. 319

Nr. 319 Schätzpreis: 150,00 EUR


Nr. 317 Startpreis: 90,00 EUR
Nr. 317 Schätzpreis: 125,00 EUR Frankfurter Bierbrauerei-Gesellschaft
Startpreis: 50,00 EUR vorm. Heinrich Henninger & Söhne
Fr. Hesser AG Prior.-Aktie 1.000 Mark, Nr. 66 (2550)
Nr. 314 Namensaktie 100 DM, Nr. 3025 Frankfurt a. M., 1.9.1888 EF/VF
Nr. 314 Schätzpreis: 100,00 EUR Stuttgart-Bad Cannstatt, Okt. 1981 EF+ Auflage 1.000 (R 6). Gründung 1881 unter Über-
Startpreis: 45,00 EUR Auflage 13.000 (R 7). Gründung 1861 als Maschi- nahme der seit 1869 bestehenden Henninger’-
nenbauwerkstätte Fr. Hesser in Cannstadt, 1911 schen Brauerei in Sachsenhausen. Wegen Kapital-
Felten & Guilleaume Energietechnik zusammenlegung 1888 Neuausgabe der Aktienur-
Umwandlung in die Fr. Hesser Maschinenfabrik
Sammelaktie 10 x 50 DM, Muster AG. Zunächst wurden Briefkuvert-Falzmaschinen kunden. 1920 nach Fusion Umfirmierung in Braue-
Köln, August 1986 UNC/EF hergestellt, später auch Packmaschinen für die rei Henninger-Kempff-Stern AG, seit 1935 Hennin-
Nahrungsmittel- und Konsumgüterindustrie, mit ger-Bräu AG. Weiter übernommen wurden die Cer-
(R 8) Mit Porträt-Vignette Franz Carl Guilleaume.
denen die Firma Weltgeltung erlangte. 1954 Errich- veceria Bieckert S.A. in Buenos Aires (1958), die
Prägesiegel lochentwertet.
tung eines Zweigwerkes in Lorch (Württ.), 1970 Cerveceria Schneider S.A. im argentinischen Santa
Eingliederung der Carl Drohmann GmbH, Stutt- Fé (1959), die Brauhaus Nürnberg J. G. Reif AG
Nr. 315 Schätzpreis: 100,00 EUR (1960), die Kreuznacher Brauhaus Ph. Nicolay KG
Startpreis: 50,00 EUR gart-Münster. 1972 Stillegung der Werke Stuttgart-
Münster und Winterbach. 1976 Verkauf des (1961), die Union-Brauerei in Groß-Gerau und die
Felten & Guilleaume Energietechnik Geschäftsbetriebes an den Großaktionär Robert Engelbräu Heidelberg (1966), die Aktienbrauerei-
Aktie 50 DM, Nr. 42035 Bosch GmbH, Fortführung dort als Geschäftsbe- Bürgerbräu AG in Ludwigshafen (1968), die Eich-
reich Bosch-Hesser Verpackungsmaschinen. baum-Werger-Brauereien AG in Worms (1970) und
Köln, August 1986 UNC/EF die Germania-Brauerei AG in Wiesbaden (1972 von
Auflage 472.000, aber überwiegend in Sammelur- 1982/83 Verkauf des Fabrikareals in Bad Cannstadt
und Sitzverlegung nach Waiblingen. Prägesiegel Binding). Mit einem Jahresausstoß von über 2
kunden verbrieft (R 7). Gleiche Gestaltung mit Mio. hl die größte Braustätte Deutschlands. Loch-
Porträt-Vignette Franz Carl Guilleaume wie das lochentwertet.
entwertet. Älteste verfügbare Henninger-Bräu-
Los davor. Rückseitig als ungültig abgestempelt. Aktie!
Nr. 318 Schätzpreis: 125,00 EUR
Nr. 316 Schätzpreis: 350,00 EUR Startpreis: 50,00 EUR
Startpreis: 60,00 EUR Francke Werke AG Erhaltungshinweise
Ferdinand Karnatzki AG Aktie 1.000 RM, Nr. 5 UNC = Druckfrisch
Aktie 1.000 Mark, Nr. 3008 Bremen, August 1937 VF+ EF = Tadellos, leichte Knickspuren
Wernigerode, Januar 1922 EF Auflage 2000 (R 9). Gründung 1872 durch Carl VF = Normaler Erhaltungszustand mit
Gründeraktie, Auflage 5.000 (R 9). Herstellung von Francke, 1875 Verlegung des Werkes in die Bach- Umlaufspuren und Einrissen
Schokolade, Kakao, Süßwaren und Nährmitteln. straße. 1908 erneut Bau eines größeren Werkes F = Stark beschädigt, sammelwürdig
am Seefelde. Hergestellt wurden Maschinen,

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Auktionshaus Gutowski • 50. Auktion Historischer Wertpapiere am 16. Juli 2012

scher Abbildung des Bankgebäudes (vor dem ein Diätschokoladen-Hersteller im fränkischen


jetzt aber, im Gegensatz zu anderen Emissionen Veitshöchheim, eine Tochter der französischen
keine Bäume mehr stehen). Im kleineren Format Cémoi Gruppe. Lochentwertet.
gedruckt (ca. 25 x 17 cm). Mit kpl. Kuponbogen.
Sehr günstig angeboten!

Nr. 322 Schätzpreis: 6.000,00 EUR


Startpreis: 2.400,00 EUR
Frankfurter Turn-Verein
Anteilschein 50 Mark, Nr. 247
Frankfurt a.M., 25.9.1876 VF+
(R 10) 1833 Gründung des ersten Frankfurter
Turnvereins als „Frankfurter Turngemeinde“ von
dem bedeutenden Kartografen, Topografen und
Buchhändler August Ravenstein (1809-1881).
Ravenstein machte sich auch um die Einführung
des Turnens für Mädchen und Frauen verdient,
ein zur damaligen Zeit revolutionäres Unterfan-
gen. Ebenso arbeitete er an der Satzung des
ersten Frauenturnvereins in Frankfurt mit. Mit
Hilfe einer sogenannten „Kommission für die
Nr. 320 Erbauung eines Hauses auf dem Feldberg“ wollte
Ravenstein ein Jugend- und Wanderheim und
Nr. 320 Schätzpreis: 600,00 EUR einen Aussichtsturm für die Turn-Ausflügler auf
Startpreis: 300,00 EUR dem Großen Feldberg im Taunus (Hessen) errich- Nr. 324
ten lassen. Über die Notwendigkeit, dafür finanzi-
Frankfurter Brauhaus eGmbH elle Mittel generieren zu müssen, entstand die Nr. 324 Schätzpreis: 250,00 EUR
Geschäftsanteil-Schein 130 RM, Nr. 1299 Idee für das erste deutsche Bergturnfest am 23. Startpreis: 90,00 EUR
Frankfurt am Main, 25.6.1941 EF/VF Juni 1844, das Feldbergfest. 1846 Einweihung der
Freiberger Papierfabrik
(R 8) Gegründet 1923 als Genossenschaft, im glei- ersten Turnstätte in Frankfurt an der Seilerstraße.
chen Jahr in eine AG umgewandelt, später wieder 1848-52 Auflösung des Vereins aus politischen Aktie 1.000 Mark, Nr. 4950
in eine eGmbH zurückgewandelt, 1942 als GmbH Gründen, Wiedergründungen und Abspaltungen Weissenborn, 1.6.1920 VF
unter Beteiligung der Dortmunder Union-Brauerei unter verschiedenen Namen und erneutes Verbot. Auflage 1.650 (R 9). Gründung 1871. Herstellung
AG erscheinend. Die Brauereiniederlage, zuletzt in 1860 Wiedergründung als „Frankfurter Turnver- und Vetrieb von Papier, Zellstoff, Strohstoff und
der Hanauer Landstraße ansässig, wurde 1987 ein“. 1878 Einweihung der Turnhalle am heutigen Sulfitspiritus. 1942 Organvertrag mit dem Großak-
geschlossen. Ausgestellt auf Wilhelm Lenz Oel- Standort. 1937 „Freiwillige“ Aufgabe des Sport- tionär Aschaffenburger Zellstoffwerke AG, Berlin.
händler, 1943 übertragen auf Karl Klemm. Datum geländes in Niederrad auf politischen Druck. 1944 1947 enteignet und als volkseigener Zweigbetrieb
maschinenschriftlich, Originalunterschriften. völlige Zerstörung des Vereinsgebäudes bei den der Industrie-Verwaltung Zellstoff und Papier wei-
Lochentwertet. Nur 13 Stücke mit unterschiedli- Bombenangriffen. 1946 Wiederaufnahme des Ver- tergeführt. Herrliche Umrandung. Maße: 35 x 24
chen Ausgabedaten zwischen 1936 und 1943 lagen einslebens und erneute Nutzung der - jetzt städti- cm. Lochentwertet.
in den Tresoren der Reichsbank. Übrigens, auf schen - Sportanlagen in Niederrad. 1953 Wieder-
ebay kostete eine dieser Aktien vor einigen aufbau des Vereinsgebäudes mit Turnhalle, Kegel-
Wochen über 300 Euro! bahnen und Gaststätte. Ausgegeben zum Bau
einer Turnhalle auf dem Grundstück Sandweg 4.
Sehr dekorativ gestaltetes Papier mit Abbildung
der neuen Turnhalle, Prägesiegel mit Wappen der
Stadt Frankfurt am Main. Doppelblatt (Maße: 32,8
x 20,8 cm). Sehr guter Erhaltungszustand, ledig-
lich mit kleiner Rostspur von einer Büroklammer
am oberen Rand, leichte Knickfalten. Seit über 20
Jahren waren nur 2 Stücke bekannt, zuletzt 1994
angeboten! Jetzt wurde das dritte Stück in einem
Nachlaß gefunden!

Nr. 325
Nr. 325 Schätzpreis: 120,00 EUR
Startpreis: 30,00 EUR
Freie Hansestadt Bremen
4,5 % Schuldv. 500 Mark, Nr. 24326
1.10.1920 EF
Nr. 321
(R 9) Maße: 31,6 x 23 cm. Mit Kupons.
Nr. 323
Nr. 321 Schätzpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 60,00 EUR Nr. 323 Schätzpreis: 350,00 EUR Nr. 326 Schätzpreis: 140,00 EUR
Frankfurter Handelsbank AG Startpreis: 180,00 EUR Startpreis: 40,00 EUR
vorm. Frankfurter Viehmarktsbank Frankonia Schokoladenwerke AG Freie und Hansestadt Hamburg
Aktie 1.000 Mark, Nr. 207813 Aktie 100 RM, Nr. 729 3 % Schuldv. 1.000 Mark, Nr. 23081
Frankfurt a.M., 2.11.1923 EF+ Würzburg, März 1933 EF/VF August 1886 VF
(R 9) Gegründet 1904 als Frankfurter Viehmarkts- Auflage 825 (R 8). Gegründet am 7.7.1911 zwecks (R 10) Oberer Rand etwas eingerissen. Lochent-
bank AG durch 30 Mitglieder der Frankfurter Flei- Herstellung und Vertrieb von Kakao, Schokolade, wertet.
scher-Innung. Börsennotiert im Freiverkehr Frank- Pralinen sowie Süßwaren und Nährmitteln sonsti-
furt. 1939 alleinige Inkassobank mit amtlichen ger Art. Die Gesellschaft ist hervorgegangen aus Nr. 327 Schätzpreis: 125,00 EUR
Charakter am Frankfurter Markt. 1940-1960 wei- der unter der Firma Erste Würzburger Konserven- Startpreis: 70,00 EUR
terhin tätig als beauftragte Inkassobank für den und Schokoladefabrik von W. F. Wucherer & Co.
Lebendvieh-Großmarkt in Frankfurt. 1974
Freie und Hansestadt Hamburg
bestehenden Konserven- und Schokoladefabrik.
Betriebseinstellung auf Anweisung des Bundes- Die Firma lautete bis 28.1.1928: Frankonia Schoko- 3,5 % Schuldv. 500 Mark, Nr. 29769
aufsichtsamtes für das Kreditwesen, kurz darauf lade- und Konservenfabrik, vorm. W. F. Wucherer September 1887 EF
Eröffnung des Vergleichsverfahrens zur Abwen- & Co., AG, danach: Frankonia Schokoladenwerke (R 8) Doppelblatt, mit beiliegenden restlichen
dung des Konkurses. Sehr dekorativ mit fotografi- AG. Heute Frankonia Schokoladenwerke GmbH, Kupons. Maße: 31,6 x 21,1 cm.

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Auktionshaus Gutowski • 50. Auktion Historischer Wertpapiere am 16. Juli 2012

Nr. 322

55
Auktionshaus Gutowski • 50. Auktion Historischer Wertpapiere am 16. Juli 2012

Nr. 331 Schätzpreis: 150,00 EUR


Startpreis: 40,00 EUR
Freie und Hansestadt Hamburg
5 % Schuldv. Lit. D 2. Ausgabe 5.000 DM,

Nr. 329
Blankette
im April 1953 EF
(R 10) Linker Rand mit Abheftlochung. Bisher
unbekannte Hamburger Staatsanleihe, gedruckt
bei G&D, Einzelstück aus einem Archiv, Prägesie-
gel lochentwertet. Mit Kupons.

Nr. 332 Schätzpreis: 150,00 EUR


Startpreis: 40,00 EUR
Freie und Hansestadt Hamburg
4 % Schuldv. 1.000 DM, Muster
Januar 1942/Dezember 1954 EF
(R 10) Teil einer Anleihe von insgesamt 75 Mio.
RM vom 2.1.1942, umgestellt auf DM im Verhältnis
10:1. Abheftlochung am linken Rand. Mit Kupon-
bogen. Bisher unbekannte Hamburger Staatsanlei-
he, G&D Muster-Perforation, Einzelstück aus
Nr. 326 einem Archiv.

Nr. 333
Nr. 330

Nr. 329 Schätzpreis: 150,00 EUR


Startpreis: 40,00 EUR
Freie und Hansestadt Hamburg
5 % Schuldv. Lit. E 10.000 DM, Blankette
Dezember 1952 EF-
(R 10) Linker Rand mit Abheftlochung. Bisher
unbekannte Hamburger Staatsanleihe, gedruckt
bei G&D, Einzelstück aus einem Archiv, Prägesie-
gel lochentwertet. Mit Kupons.

Nr. 330 Schätzpreis: 150,00 EUR


Startpreis: 40,00 EUR
Freie und Hansestadt Hamburg
Nr. 327
5 % Schuldv. Lit. E 2. Ausgabe 10.000 DM,
Blankette
im April 1953 EF
(R 10) Linker Rand mit Abheftlochung. Bisher
unbekannte Hamburger Staatsanleihe, gedruckt
bei G&D, Einzelstück aus einem Archiv, Prägesie-
gel lochentwertet. Mit Kupons.
Nr. 334
Nr. 333 Schätzpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 40,00 EUR
Freie und Hansestadt Hamburg
Nr. 331

7,5 % Schuldv. Lit. A 100 DM, Muster


Oktober 1956 EF
(R 10) Abheftlochung am linken Rand. Mit Kupon-
bogen. Bisher unbekannte Hamburger Staatsanlei-
he, G&D Muster-Perforation, Einzelstück aus
einem Archiv.

Nr. 334 Schätzpreis: 150,00 EUR


Startpreis: 40,00 EUR
Freie und Hansestadt Hamburg
7,5 % Schuldv. Lit. B 500 DM, Muster
Oktober 1956 EF
Nr. 328 (R 10) Abheftlochung am linken Rand. Mit Kupon-
bogen. Bisher unbekannte Hamburger Staatsanlei-
Nr. 328 Schätzpreis: 150,00 EUR he, G&D Muster-Perforation, Einzelstück aus
Startpreis: 40,00 EUR einem Archiv.
Freie und Hansestadt Hamburg
5 % Schuldv. Lit. C 1.000 DM, Blankette Möchten Sie Ihre Sammlung
Nr. 332

Dezember 1952 EF erweitern?


(R 10) Linker Rand mit Abheftlochung. Bisher
unbekannte Hamburger Staatsanleihe, gedruckt Bei mir werden Sie fündig!
bei G&D, Einzelstück aus einem Archiv, Prägesie- Garantiert!
gel lochentwertet.Mit Kupons.

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Auktionshaus Gutowski • 50. Auktion Historischer Wertpapiere am 16. Juli 2012

Nr. 335

Nr. 343
Nr. 338
Nr. 336

Nr. 345
Nr. 339
Nr. 340

Nr. 337
Nr. 339 Schätzpreis: 150,00 EUR Nr. 347
Nr. 335 Schätzpreis: 150,00 EUR Startpreis: 40,00 EUR
Startpreis: 40,00 EUR Freie und Hansestadt Hamburg Nr. 344 Schätzpreis: 150,00 EUR
Freie und Hansestadt Hamburg 6,5 % Schuldv. Lit. A 100 DM, nullgeziffert Startpreis: 40,00 EUR
7 % Schuldv. Lit. C 50.000 DM, Blankette September 1967 EF+ Freie und Hansestadt Hamburg
Juni 1957 EF (R 10) Bisher unbekannte Hamburger Staatsanlei- 8,5 % Schuldv. Lit. C 1.000 DM, Blankette
(R 10) Bisher unbekannte Hamburger Staatsanlei- he! Mit Kuponbogen. Einzelstück aus einem Archiv. August 1970 EF+
he! Abheftlochung am linken Rand. Mit Restku- (R 10) Bisher unbekannte Hamburger Staatsanlei-
pons. Entwertungs-Perforation, Einzelstück aus Nr. 340 Schätzpreis: 150,00 EUR he! Linker Rand mit Abheftlochung, feine Lochent-
einem Archiv. Startpreis: 40,00 EUR wertung. Mit 2 dazugehörigen Kuponbögen. Ein-
Freie und Hansestadt Hamburg zelstück aus einem Archiv.
Nr. 336 Schätzpreis: 150,00 EUR 6,5 % Schuldv. Lit. C 1.000 DM, nullgeziffert
Startpreis: 40,00 EUR September 1967 EF+ Nr. 345 Schätzpreis: 150,00 EUR
Freie und Hansestadt Hamburg (R 10) Bisher unbekannte Hamburger Staatsanlei- Startpreis: 40,00 EUR
5,5 % Schuldv. Lit. C 1.000 DM, Muster he! Mit Kuponbogen. Einzelstück aus einem Archiv. Freie und Hansestadt Hamburg
März 1961 EF 8,5 % Schuldv. Lit. E 10.000 DM, Blankette
(R 10) Bisher unbekannte Hamburger Staatsanlei-
Nr. 341 Schätzpreis: 150,00 EUR August 1970 EF+
he! Abheftlochung am linken Rand. Mit 2 dazu-
Startpreis: 40,00 EUR (R 10) Bisher unbekannte Hamburger Staatsanlei-
gehörigen Kuponbögen. Als G&D-Muster perfo- Freie und Hansestadt Hamburg he! Linker Rand mit Abheftlochung, feine Lochent-
riert, Einzelstück aus einem Archiv. 6,5 % Schuldv. Lit. B 500 DM, nullgeziffert wertung. Mit 2 dazugehörigen Kuponbögen. Ein-
September 1967 EF+ zelstück aus einem Archiv.
Nr. 337 Schätzpreis: 150,00 EUR (R 10) Bisher unbekannte Hamburger Staatsanlei-
Startpreis: 40,00 EUR he! Mit Kuponbogen. Einzelstück aus einem Archiv. Nr. 346 Schätzpreis: 150,00 EUR
Freie und Hansestadt Hamburg Startpreis: 40,00 EUR
Nr. 342 Schätzpreis: 150,00 EUR Freie und Hansestadt Hamburg
5,5 % Schuldv. Lit. D 5.000 DM, Muster
Startpreis: 40,00 EUR 8,5 % Schuldv. Lit. D 5.000 DM, Blankette
März 1961 EF
(R 10) Bisher unbekannte Hamburger Staatsanlei-
Freie und Hansestadt Hamburg August 1970 EF+
he! Abheftlochung am linken Rand. Mit 2 dazu- 7 % Schuldv. Lit. D 5.000 DM, Blankette (R 10) Bisher unbekannte Hamburger Staatsanlei-
gehörigen Kuponbögen. Als G&D-Muster perfo- November 1965 EF he! Linker Rand mit Abheftlochung, feine Lochent-
riert, Einzelstück aus einem Archiv. (R 10) Bisher unbekannte Hamburger Staatsanlei- wertung. Mit Kuponbogen. Einzelstück aus einem
he! Abheftlochung am linken Rand. Mit 2 dazu- Archiv.
gehörigen Kuponbögen. Entwertungsperforation.
Nr. 338 Schätzpreis: 150,00 EUR Einzelstück aus einem Archiv.
Startpreis: 40,00 EUR Nr. 347 Schätzpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 40,00 EUR
Freie und Hansestadt Hamburg Nr. 343 Schätzpreis: 150,00 EUR
6 % Schuldv. Lit. E 10.000 DM, Blankette Startpreis: 40,00 EUR Freie und Hansestadt Hamburg
September 1962 EF Freie und Hansestadt Hamburg 7,5 % Schuldv. Lit. D 5.000 DM, Blankette
(R 10) Bisher unbekannte Hamburger Staatsanlei- Januar 1972 EF+
6,5 % Schuldv. Lit. D 5.000 DM, nullgeziffert
he! Abheftlochung am linken Rand. Mit 2 dazu- (R 10) Bisher unbekannte Hamburger Staatsanlei-
September 1967 EF+ he! Linker Rand mit Abheftlochung, feine Lochent-
gehörigen Kuponbögen. Entwertungsperforation. (R 10) Bisher unbekannte Hamburger Staatsanlei-
Einzelstück aus einem Archiv. wertung. Mit Kuponbogen. Einzelstück aus einem
he! Mit Kuponbogen. Einzelstück aus einem Archiv. Archiv.

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Auktionshaus Gutowski • 50. Auktion Historischer Wertpapiere am 16. Juli 2012

Nr. 348 Schätzpreis: 150,00 EUR seine “Kohlen- und Elektrizitätsanleihen” in diver-
Startpreis: 40,00 EUR sen Tranchen, lautend auf Mark, Strom oder
Braunkohle. Bei den beiden letzteren war der
Freie und Hansestadt Hamburg Inhaber vor weiterer Inflation geschützt und
7,75 % Schuldv. Lit. C 1.000 DM, Blankette erhielt den aktuellen Geldwert der bezeichneten
Juni 1972 EF+ Menge Strom bzw. Braunkohle ausbezahlt. Mit
(R 10) Bisher unbekannte Hamburger Staatsanlei- komplettem Kuponbogen.
he! Linker Rand mit Abheftlochung, Perforations-
entwertung. Mit Kuponbogen. Einzelstück aus
einem Archiv.

Nr. 353
Nr. 353 Schätzpreis: 125,00 EUR
Startpreis: 40,00 EUR
Fried. Krupp AG
5 % Teilschuldv. 1.000 Mark, Nr. 6340
Nr. 351 Essen, 15.2.1921 EF
Auflage 72.000. 1. Emission über 200 Mio. Mark.
Toller Druck der Krupp-eigenen Graphischen
Anstalt, Unterdruck mit drei großen Krupp-Rin-
Nr. 349 gen, 10 schöne Vignetten in der Randbordüre mit
Nr. 349 Schätzpreis: 150,00 EUR Werksansichten und Krupp-Produkten sowie
Startpreis: 40,00 EUR Ansicht der Villa Hügel. Zwei Originalunterschrif-
ten aus dem Direktorium.
Freie und Hansestadt Hamburg
6,25 % Schuldv. Lit. B 1.000 DM, Muster
August 1977 EF+
Nullgeziffertes Specimen (R 10). Teil einer Anleihe
von insgesamt 200 Mio. DM. Bisher unbekannte
Hamburger Staatsanleihe! Mit Kuponbogen. Ein-
zelstück aus einem Archiv.

Nr. 352 Nr. 354


Nr. 352 Schätzpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 60,00 EUR Nr. 354 Schätzpreis: 75,00 EUR
Startpreis: 35,00 EUR
Fried. Krupp AG
Friedrich Deckel AG
4 % Teilschuldv. 5.000 Mark, Nr. 2643
Sammelaktie 2 x 50 DM, Muster
Essen, 30.6.1908 EF
München, August 1981 UNC/EF
Auflage 4.000 (R 7). Erst 1903, als die Krupp’schen
Unternehmungen schon fast 100 Jahre bestanden, Probedruck, nullgeziffert (R 10). Gründung 1903,
ließ sich Fräulein Bertha Antoinette Krupp zur seit 1972 AG. Seinerzeit einer der größten deut-
schen Werkzeugmaschinen-Hersteller. 1993 Ver-
Gründung einer AG überreden. Ihr Vater Alfred
schmelzung auf die Maho AG, Pfronten im Allgäu.
Krupp (1812-87) misstraute dem Kapitalmarkt.
Porträt Friedrich Deckel, Abb. einer Horizontal-
Lieber ließ er sich von Kaiser Wilhelm I., seinem
Bohrmaschine. Mit Kuponbogen. Prägesiegel
großen Gönner, über dessen Hofbankier Bleichrö-
Nr. 350 lochentwertet.
der eine Anleihe von 30 Mio. Mark vermitteln und
Nr. 350 Schätzpreis: 120,00 EUR verpfändete dafür seinen ganzen persönlichen
Startpreis: 60,00 EUR Besitz. Seine Firma führte er höchst patriarcha-
lisch als Einzel-Unternehmen. Als ihn einmal
Freistaat Bayern
Nr. 355

jemand in bester Absicht mit „Herr Generaldirek-


Schuldv. Lit. C 50 RM, Nr. 1957 tor“ anredete, offenbarte sich sein Verständnis
München, 31.7.1926 VF vom Unternehmertum, indem er sein Gegenüber
(R 10) Unverzinsbare Ablösungsanleihe. Bavaria- anherrschte: „Ich bin kein Generaldirektor, ich
Kopf im Unterdruck. Beiliegend das dazugehörige halte mir Generaldirektoren.“ Wichtigste Betriebs-
Auslosungsschein, in blau gedruckt, ebenfalls mit teile waren die Gussstahlfabrik Essen, die 1905 in
dekorativem Bavaria-Kopf als Unterdruck-Abb. Betrieb genommene Friedrich-Alfred-Hütte in
Lochentwertet. Rheinhausen, die Zechen Hannover und Hannibal,
die Bergwerke in Essen-Bergeborbeck, die
Nr. 351 Schätzpreis: 125,00 EUR Gewerkschaft Emscher-Lippe sowie die Gewerk-
Startpreis: 50,00 EUR schaft Ver. Constantin der Große. 1992 erregte die
lange Zeit kränkelnde Fried. Krupp AG Aufsehen,
Freistaat Sachsen indem sie ziemlich feindlich die Hoesch AG über-
(Kohlen- und Elektrizitätsanleihen) nahm. Wenige Jahre später ging die Stahl-Fusions-
8 % Schuldv. 20.000 Mark, Nr. 5159 welle noch weiter, indem Thyssen und Hoesch-
Dresden, 1.2.1923 EF Krupp zusammengingen. Mit Originalunterschrif-
ten. Schöner Druck von G&D. Maße: 35,3 x 25,9
(R 9) Markanleihe. Gemäß Anleihegesetz vom
cm. Doppelblatt, mit beiliegenden Kupons. Nr. 356
31.1.1923 begab der Freistaat nur einen Tag später

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Auktionshaus Gutowski • 50. Auktion Historischer Wertpapiere am 16. Juli 2012

Nr. 355 Schätzpreis: 75,00 EUR englische JEYES Group plc veräußert. 2002 im
Startpreis: 35,00 EUR Rahmen eines Management Buy-Out zur Jeyes
Deutschland GmbH geworden. Produziert werden
Friedrich Deckel AG in Neuburg heute Insektenschutzmittel, Lufterfri-
Sammelaktie 20 x 50 DM, Nr. 149881-149900 scher und Haushaltsreiniger. Interessante graphi-
München, August 1981 EF sche Gestaltung. Unten mittig kreisrunde Vignette
Porträt Friedrich Deckel, Abb. einer Horizontal- mit Schlange des Äskulap, dem Wappentier der
Bohrmaschine. Lochentwertet. Mediziner und Apotheker. Maße: 26,2 x 34,6. In
dieser Form (nicht entwertet) zuletzt 2002 ange-
Nr. 356 Schätzpreis: 75,00 EUR boten.
Startpreis: 35,00 EUR
Friedrich Deckel AG
Sammelaktie 20 x 50 DM, Muster
München, August 1981 UNC/EF
Probedruck, nullgeziffert (R 10). Porträt Friedrich
Deckel, Abb. einer Horizontal-Bohrmaschine. Mit
Kuponbogen. Prägesiegel lochentwertet.

Nr. 359
Nr. 359 Schätzpreis: 75,00 EUR
Startpreis: 35,00 EUR
Garant Schuh AG
Sammel-Vorzugsaktie 20 x 50 DM, Nr. 236
Düsseldorf, Oktober 1989 UNC/EF
1927 Gründung der Interessen-Gemeinschaft
größerer Schuhwaren-Detail-Händler Deutsch-
lands e.V. mit Sitz in Bremen. 1939 umbenannt in
Schuh-Einkaufsgenossenschaft Garant eGmbH,
1953 Sitzverlegung nach Düsseldorf. 1962 erneut
Nr. 358 umbenannt in Garant Schuhgilde eG, 1986 dann
Nr. 357
Nr. 358 Schätzpreis: 250,00 EUR Umwandlung in die Garant Schuh AG, 1989 an die
Nr. 357 Schätzpreis: 500,00 EUR Startpreis: 75,00 EUR Börse gegangen. Trotz der Insolvenz im Sept. 2004
Startpreis: 120,00 EUR Fürstlich Lippische läuft der Betrieb für die 4.000 angeschlossenen
Fachhändler bis heute weiter. Seit 1967 gibt es
Fritz Schulz jun. AG Staatswerkstätten AG auch das GARANT-Schuhmuseum, dessen ältestes
Aktie 1.000 Mark, Nr. 1671 Aktie 1.000 Mark, Nr. 1844 Exponat ein ägyptischer Kinderschuh aus dem 7.
Leipzig, von 1900 VF Detmold, 17.12.1917 EF/VF Jh. n.Chr. ist. Prägesiegel lochentwertet.
Gründeraktie (Auflage 5100, R 10). Gründung 1878 Auflage 1.500 (R 9). Bei ihrer Gründung 1916 mit-
als oHG. 1900 Umwandlung in eine AG anläßlich ten im 1. Weltkrieg wurden in dieser Ges. zur
der Fusion mit der Vereinigte Neuburger Kreide- Rationalisierung der Kriegsproduktion mehrere
werke Schulz & Philipp in Neuburg (Donau). Die Metallverarbeitungsbetriebe im damals (und
Chemische Fabrik in Leipzig in dem 1897 errichte- noch bis zur Integration in NRW nach dem 2. Welt-
ten Globus-Werk in Leipzig (Hardenbergstr. 11, krieg) selbständigen Fürstentum Schaumburg-
heute Limburgerstr. 30, mit einer noch heute vor- Lippe zusammengefasst. Treibende Kraft war
handenen monumentalen Atlas-Plastik im Ein- dabei der Textilmaschinen-Industrielle Walter
gangsbereich) stellte Putzmittel, Waschpulver, Kellner aus (Wuppertal-)Barmen, der im AR neben
Schuhcreme, Bohnerwachs, Autopolitur etc.
anderen Lokalgrößen saß wie Durchl. Prinz Bern-
unter den Marken Globus, Global, Palma usw. her,
hard zur Lippe, Staatsminister Frhr. Biedenweg
ferner Blechemballagen, Kartonnagen und Kisten.
und Landesbankdirektor Otto Thörner aus Det-
Bis zu deren Beschlagnahme als Feindvermögen
im 1. Weltkrieg hatte das Unternehmen auch mold. Die Firma war auf nichts besonderes spe-
bedeutende Auslandsaktivitäten mit der Fritz zialisiert, sondern ein Gemischtwarenladen zur
Schulz jun. Comp. in Lincoln bei New York und der Herstellung von Maschinen und Metallwaren aller Nr. 360
The Globe Polish Co. Ltd. in Stratford-London. Art mit den Abteilungen Maschinenfabrik, Möbel-
1925 außerdem Aufnahme der Produktion von fabrik und Waggonwerk. Wegen der großen Hee- Nr. 360 Schätzpreis: 100,00 EUR
Insektiziden. Börsennotiz Berlin und Leipzig. Nach resaufträge reichte es in den Anfangsjahren aber Startpreis: 60,00 EUR
1945 teilte sich der Weg: Der Leipziger Betrieb dennoch zu Dividenden von damals üppigen 10 %.
Gardinenfabrik Plauen AG
wurde 1949 als Chemisch-technischer Betrieb Umfirmiert 1920 in Lippische Werkstätten AG und
VEB Globus-Werke Leipzig verstaatlicht, nach 1922 in Lippische Werke AG. 1921 wurde dazu Vorzugsaktie 1.000 Mark, Nr. 297
diversen Zuständigkeitswechseln zuletzt Teil des noch die Herstellung von Lastautomobilen, Plauen i.V., 19.4.1923 EF
VEB Otto Grotewohl Böhlen, Betriebsteil Autopf- Motorrädern, Lastanhängewagen und Holzbear- Auflage 1.000. Gründung 1890 als „Gardinenfabrik
legemittel Leipzig. Nach der Wende reprivatisiert, beitungsmaschinen aufgenommen. Das 1923-24 Plauen vorm. Curt Facilides und Jacoby Brothers
wobei die Produktion bei der Sächsische Olefin- produzierte Motorrad L.W.D. mit 2 PS-Viertakt- & Co. Limited“. Während des 1. Weltkrieges brach-
werke AG Böhlen weitergeführt und der Betrieb Motor und 69 ccm Hubraum wurde über die “Lip- te die Aktionärsstruktur die Firma in große
der früheren Fritz Schulz jun. AG in Leipzig stillge- pische Motorfahrzeuge Verkaufs-AG” in Berlin ver- Schwierigkeiten: 1916 Stilllegung des gesamten
legt wurde. Im Westen verblieb nach der deut- trieben und konnte (als Vorläufer unserer Mofas) Betriebes, 1917 Liquidierung des britischen Akti-
schen Teilung das Kieselkreidebergwerk an der ohne Kennzeichen und Führerschein gefahren enbesitzes als Feindvermögen, 1919 Verkauf der
Klause in Neuburg (Donau), dessen Übernahme werden. Bis zum Konkurs 1926 (bei dem die J. F. ehemaligen Fabrik in der Pfortenstraße und Wie-
1893 in der Gegend einen regelrechten Kreide- Schröder Bank in Bremen neben den Finanz- deringangsetzung der neuen Fabrik Hammerstr. 60
boom nach sich gezogen hatte. Die Neuburger Kie- behörden der Hauptgläubiger war) in Berlin amt- nach 3 Jahren Stillstand. Börsennotiz Berlin und
selerde (auch Kieselkreide oder Neuburger Weiß lich börsennotiert. Ausgesprochen dekorativ mit Dresden, später Leipzig. In der DDR Bestandteil
genannt) ist ein äußerst feinkörniges lockeres Abb. zweier Schmiede bei der Arbeit und großem des Kombinats VEB Plauener Gardine, heute Plau-
Gestein, das aus Quarz, organischer Kieselsäure fürstlichen Wappen im Unterdruck. Großformati- ener Gardine GmbH & Co. Großformatiges Papier,
und Kaolinit besteht. Wegen seiner großen Härte sehr dekorativ gestaltet. Maße: 26 x 38 cm. Präge-
ges Papier (35 x 25 cm). Doppelblatt.
und Feinkörnigkeit findet es vielfältige Anwen- siegel lochentwertet.
dung bei der Herstellung u.a. von Putz- und
Schleifmitteln (daher die Verbindung zu der Che-
mischen Fabrik in Leipzig), von Zahnpasta und Bitte beachten Sie: die Mehrzahl der Auktionsstücke wird zu 50% der aktuellen Marktpreise
Kaugummi sowie als Füllstoff für Kunsttoffe, Kleb-
stoffe, Farben und Lacke. Der Neuburger Betrieb ausgerufen, teilweise noch niedriger. Damit Ihre Gebote eine Chance auf Zuschlag haben,
wurde 1972 in die GLOBOL-Werke GmbH umge-
empfehle ich Ihnen, die Gebotshöhe entsprechend hoch über dem Startpreis zu bemessen!
wandelt, 1986 an den BP-Konzern und 1992 an die

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Auktionshaus Gutowski • 50. Auktion Historischer Wertpapiere am 16. Juli 2012

Nr. 363 Schätzpreis: 250,00 EUR


Startpreis: 60,00 EUR
Gastag AG badischer Gastwirte
Aktie Seie. B 5.000 Mark, Nr. 6411
Karlsruhe, 1.7.1923 EF
Gründeraktie, Auflage 10.000 (R 9). Gründung 1923.
Ein- und Verkauf aller Waren und Einrichtungsge-
genstände, wie sie im Gastwirtsgewerbe benötigt
werden. Mit komplettem anh. Kuponbogen.

Nr. 366
Nr. 366 Schätzpreis: 100,00 EUR
Startpreis: 50,00 EUR
Gebr. Krüger & Co. AG
Aktie 1.000 DM, Nr. 795
Berlin, Dezember 1962 EF+
Auflage 1.000 (R 9). Gründung 1873, AG seit 1900.
In dem Werk in Berlin-Köpenick (Mahlsdorfer Str.
Nr. 361 107) wurden Gas- und Wasserarmaturen, Bierar-
Nr. 361 Schätzpreis: 75,00 EUR maturen und Ausschankanlagen hergestellt. 1917
Nr. 364 Erwerb der Carl Schoening Eisengießerei und
Startpreis: 35,00 EUR
Nr. 364 Schätzpreis: 125,00 EUR Werkzeugmaschinenfabrik AG in Berlin-Reinicken-
Gartenvorstadt Startpreis: 50,00 EUR dorf. 1945 Demontage der Anlagen, 1949 Enteig-
Leipzig-Marienbrunn GmbH nung des Köpenicker Werkes und Sitzverlegung
Gebr. Hörmann AG nach Berlin-Reinickendorf, dort 1954 Wiederauf-
4 % Schuldschein 100 RM, Nr. 3461
Aktie 1.000 RM, Nr. 13145 nahme der Produktion. Zum angestammten Pro-
Leipzig, 24.10.1936 EF
Dresden, 15.11.1941 EF duktionsprogramm kamen später noch Getränke-
(R 8) Gründung 1911 anlässlich der Internationa-
Auflage 1.200 (R 9). Gegründet 1911 zwecks Über- und Warenverkaufsautomaten. Börsennotiz Ber-
len Baufachausstellung (IBA) 1913 als Gegenent-
nahme der Firma Gebr. Hörmann in Dresden-Mick- lin, Großaktionär war zunächst die Phönix Näh-
wurf zu den städtischen Mietskasernen. Die
ten (Kötzenbrodaer Str. 38/40), die mit ca. 500 maschinen-AG Baer & Rempel, Bielefeld; in den
Gesellschaft besteht heute noch und befindet sich
Beschäftigten Back-, Teig- und Zuckerwaren, 60er Jahren dann die Keramische Industrie-
im Besitz der Stadt Leipzig. Datum handschriftlich
Bedarfs-KG Paul Gatzke, Berlin; in den 70er Jahren
eingetragen. Lochentwertet. Maße: 33 x 21 cm. Honigkuchen, Schokolade und Kakao herstellte.
Verpachtung des Fabrikgebäudes an den neuen
Der später in die Sternstr. 35 verlegte Betrieb war
Großaktionär Lehmann-Werke KG. 1981/82 letzt-
bei Kriegsende die größte Waffelfabrik Deutsch- malig im AG-Handbuch erwähnt.
lands (Marke Alpen-Stern). Börsennotiz Dresden
(ab 1934 Leipzig). 1945 von den Sowjets zu Repa-
rationszwecken demontiert. 1972 aufgegangen im
VEB RuBro (die literarisch wertvolle Abkürzung
steht für “Russisch Brot”), 1974 eingegliedert in
den VEB Elite Dauerbackwaren Dresden. Eine
gerade erst 1989 von ihm bei Elite entwickelte und
fertiggebaute Anlage mit einem revolutionären
Verfahren zur kontinuierlichen Fertigung von Rus-
sisch Brot rettete der Konditor und Entwicklungs-
ingenieur Dr. Hartmut Quendt nach der Wende auf
abenteuerliche Weise vor der von der Treuhand
geplanten Verschrottung und gründete die (bis
heute am Markt erfolgreiche) Dr. Quendt Backwa-
ren GmbH. Nicht entwertet und mit beiliegenden
restlichen Kupons. Nr. 367
Nr. 367 Schätzpreis: 250,00 EUR
Startpreis: 75,00 EUR
Nr. 362
Gebrüder Rostock
Nr. 362 Schätzpreis: 350,00 EUR Fleischindustrie- und Handels-AG
Startpreis: 75,00 EUR Aktie 1.000 RM, Nr. 88
Gas-Anstalt Kaiserslautern Elmshorn, Juni 1927 EF+
Namens-Aktie 1.000 Mark, Nr. 5295 Auflage 300 (R 7). Gründung 1922 zur Fabrikation
und zum Vertrieb von Lebensmitteln. Mit Kupons.
Kaiserslautern, 4.9.1922 EF
Auflage 3.240 (R 10). Gründung 1858. Erzeugt
Nr. 368 Schätzpreis: 150,00 EUR
wurde Gas für Beleuchtung und Heizung, das in
Vertikalkammeröfen aus Kohle gewonnen wurde.
Startpreis: 75,00 EUR
Die anfallenden Nebenprodukte (Koks, Teer, Gebrüder Rostock
Ammoniakwasser) konnten ebenfalls ertragreich Fleischindustrie- und Handels-AG
verkauft werden. 1936 auch Errichtung einer Benz- Nr. 365 Aktie 500 RM, Nr. 179
arbon-Benzol-Gewinnungsanlage. 1945 wurde das
“neue” Gaswerk in der heutigen Brandenburger
Nr. 365 Schätzpreis: 100,00 EUR Elmshorn, September 1943 EF+
Straße bei Bombenangriffen zerstört; seitdem Startpreis: 40,00 EUR Auflage 600 (R 6). Mit Kupons.
wird zur Versorgung der Kunden Ferngas bezogen. Gebr. Jentzsch AG
Noch heute in Frankfurt börsennotiertes Energie- Aktie 1.000 RM, Nr. 398 Nr. 369 Schätzpreis: 100,00 EUR
versorgungs-Unternehmen. Großaktionäre sind Naundorf bei Großenhain, Dez. 1941 EF+ Startpreis: 45,00 EUR
die Stadt Kaiserslautern (über 50 %) und die Gebrüder Sachsenberg AG
Thüga (42 %), welche zum EO.N-Konzern gehörte Auflage 440. Gründung 1843 in Halle a.S., AG seit
und Ende 2009 wegen Kartellamtsauflagen an ein 1916. Betrieb einer Stoffdruckerei und Färberei. Aktie 20 RM, Nr. 269
Konsortium kommunaler Versorger verkauft Bis 1932 in Halle börsennotiert. Nach 1949 verlegt Rosslau a. Elbe, 7.9.1934 EF+
wurde. Doppelblatt. Großformatiges Papier (ca. nach Hannover, 1969 gelöscht. 1993 Fortsetzung Auflage 1.000. Gründung 1844 als OHG, seit 1908
35 x 26,6 cm), sehr dekorativ verziert. In dieser der Gesellschaft (Amtsgericht Dresden), 1997 AG. Schiffswerft für Fluss- und Küstenfahrzeuge,
Form (nicht entwertet) sonst kaum zu bekom- nach Abwicklung wegen Vermögenslosigkeit Schnellboote, Schwimmbagger. Außerdem Her-
men, zuletzt im Jahr 2000 angeboten! gelöscht. Prägesiegel lochentwertet. stellung von Land- und Schiffskesseln sowie

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Auktionshaus Gutowski • 50. Auktion Historischer Wertpapiere am 16. Juli 2012

Maschinen für die Spiritus- und Hefe-Erzeugung. Nr. 371 Schätzpreis: 65,00 EUR Nr. 373 Schätzpreis: 150,00 EUR
Die heutige Roßlauer Schiffswerft GmbH ist eine Startpreis: 30,00 EUR Startpreis: 100,00 EUR
direkte Nachfolgerin der 1866 gegründeten
Schiffswerft Gebr. Sachsenberg. Seit 1994 erfolgte
Gehe AG Gemeinde Rudolstadt
eine Umstrukturierung der Werft vom reinen Aktie 5 DM, Nr. 7007074 10 % Schuldschein Lit. C 5.000 Mark, Nr. 801
Schiffbau in eine stahl- und maschinenbauorien- Stuttgart, Oktober 1996 UNC/EF 5.2.1923 VF
tierte Fertigung. Prägesiegel lochentwertet. Gleiche Gestaltung wie das Los davor, nur anders- Auflage 2.500 (R 9). Teil einer Anleihe über 100
farbiger Druck. Prägesiegel lochentwertet. Mio. M zur Bezahlung von Bauten (Altersheim,
Wohnungsbauten, Gas- und Wasserwerk, Schlacht-
hof) sowie Neupflasterung von Straßen. Dekorativ,
mit Wappen. Prägesiegel lochentwertet.

Nr. 368

Nr. 374
Nr. 374 Schätzpreis: 75,00 EUR
Startpreis: 35,00 EUR
Nr. 372
Gemeinnützige Bayerische
Wohnungsgesellschaft AG
Nr. 372 Schätzpreis: 65,00 EUR
Namensaktie 1.000 DM, Nr. 9413
Startpreis: 35,00 EUR
München, Oktober 1962 EF+
Gelsenkirchener Bergwerks-AG Auflage 1.800 (R 9). Gründung 1936 als Bauträger
4 % Teilschuldv. 1.000 RM, Nr. 89672 AG des Bayerischen Handwerks. 1940 Umbenen-
Essen, September 1942 EF nung in Wohnungsgesellschaft des Bayerisch-
Auflage 110.000 (R 9). Gründung 1873 auf Initiati- Württembergischen Handwerks AG, seit 1943
Nr. 369 Name wie oben. Die noch heute börsennotierte
ve von Emil Kirdorf. Das Unternehmen wuchs,
auch durch ständige Übernahmen von Konkurren- GBWAG Bayerische Wohnungs-AG besitzt einen
ten, zum damals größten Montanbetrieb des eigenen Immobilienbestand von rd. 8.400 Wohn-
Ruhrgebiets heran. Auf 11 Zechenanlagen mit 35 und Gewerbeeinheiten schwerpunktmäßig in
Förderschächten und in den Hüttenwerken waren München. Rückseitig als wertlos abgestempelt.
zuletzt rund 30.000 Mann beschäftigt. 1926, bei
Gründung der Vereinigten Stahlwerke AG, war die
Gelsenkirchener Bergwerks-AG als Dachgesell-
schaft aller Montanunternehmen des Ruhrgebiets
die aufnehmende Gesellschaft. Im Zuge der alliier-
ten Entflechtungsmaßnahmen entstand die „Gel-
senberg“ am 18.6.1953 als eigenständige AG wie-
der, und erneut begann sie in kurzer Folge andere
Konkurrenten zu übernehmen. Wegen der immer
gewichtiger werdenden Mineralöl-Aktivitäten (u.a.
Beteiligung bei ARAL) wurde Gelsenberg schließ-
lich 1974 im Wege des Aktientauschs von der
Nr. 370
VEBA übernommen - nach fast genau 100 Jahren
Nr. 370 Schätzpreis: 65,00 EUR verschwand das ehedem bedeutendste Montan-
Startpreis: 30,00 EUR unternehmen des Ruhrgebiets vom Kurszettel.
Doppelblatt, inwendig Anleihebedingungen. Nicht
Gehe AG entwertet!
Aktie 50 DM, Nr. 254938
Stuttgart, Juni 1984 UNC/EF
Auflage 270.000. Gründung 1903 unter Übernahme
des seit 1836 unter gleichem Namen bestehenden
Großhandelshauses für Drogen, Farbwaren, phar-
mazeutische und chemische Erzeugnisse. In zwei
Werken in Dresden (Leipziger Str. 7/13 und Trach-
au) sowie bei der Tochterfirma Gehe-Werke AG in
Aussig a.E. wurden chem. Produkte (Jod-, Wismut-
und Silberpräparate) sowie pharmazeutische Spe- Nr. 375
zialpräparate hergestellt. 1921 Übernahme der Nr. 375 Schätzpreis: 500,00 EUR
Großhandlung und pharmazeutischen Fabrik C. H.
Burk in Stuttgart, die als Zweigwerk fortgeführt
Startpreis: 180,00 EUR
wurde. 1945-48 wurden die Werke in Sachsen ent- Gemeinnütziger Bauverein e.V.
eignet, 1948 Sitzverlegung nach München. In den Anteilschein 1.000 Mark, Nr. 252
Folgejahren unzählige Übernahmen kleinerer
Wettbewerber, 1980 Sitzverlegung nach Stuttgart.
Bamberg, 1.1.1919 VF-
Umbenannt 1981 in GEHE AG und 2003 in Celesio (R 10) Großformatig, dekorative Umrahmung. Mit
AG. Noch heute börsennotiert und eines der drei Originalunterschriften. Mit beiliegendem Kupon-
größten Pharmahandelsunternehmen in Europa. bogen. Linker Rand verletzt (zwei Fehlstellen mit
Prägesiegel lochentwertet. Nr. 373 Tesafilm verstärkt).

Die Besichtigung der Auktionsware ist vom 9.7. bis zum 13.7. in den Räumen der Bürogemeinschaft
Salzbergstrasse 2 in Wolfenbüttel möglich. Bitte vereinbaren Sie einen Besichtigungstermin mit mir!

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Auktionshaus Gutowski • 50. Auktion Historischer Wertpapiere am 16. Juli 2012

dem Neusser Zeitungsverlag GmbH (50 %). Bis


heute enthält die Satzung die denkwürdige
Bestimmung, daß die herausgegebenen Zeitungen
“in ihren Tendenzen niemals den Interessen der
römisch-katholischen Kirche zuwiderlaufen dür-
fen”. Jugendstilartige Umrahmung fast wie ein Bil-

Nr. 376
derrahmen, Originalunterschrift. Ausgestellt auf
Cornelius Thywissen. Mehrfach lochentwertet.

Nr. 378 Nr. 380


Nr. 378 Schätzpreis: 300,00 EUR Nr. 380 Schätzpreis: 200,00 EUR
Startpreis: 150,00 EUR Startpreis: 100,00 EUR
German Provincial and Communal Ges. für elektrische Unternehmungen
Banks Consolidated Agricultural Loan Ludw. Loewe & Co. AG
6,5 % Gold Bond 1.000 $, Specimen Aktie 100 RM, Nr. 749308
New York, 1.6.1928 VF Berlin, 14.11.1929 VF
(R 9) In den USA aufgelegte Anleihe von 25 Mio. $. Auflage 100.000 (R 10). Gründung 1894 auf Initiati-
In einer Zeit, als der deutsche Kapitalmarkt völlig ve der AEG und einiger Großbanken sowie des
unergiebig war, refinanzierten sich in dieser deutsch-jüdischen Unternehmers Isidor Loewe als
Gemeinschaftsanleihe insgesamt 15 deutsche Lan- Holding für weltweit gespannte Interessen auf
desbanken für von ihnen ausgereichte Agrar-Kre- dem Gebiet elektrischer Bahnen und Beleuch-
dite. Entsprechend hoch waren die Quoten der tungsanlagen. Wie auch bei Siemens, Schuckert
Landesbanken aus landwirtschaftlich geprägten und anderen Firmen der Branche war der Grund
Nr. 377 Regionen: Landesbank der Provinz Ostpreußen für die Gründung solcher Finanzholdings die
Nr. 376 Schätzpreis: 150,00 EUR (29 %), Hannoversche Landeskreditanstalt (14,5 Knappheit an Risikokapital, die den Absatz der
Startpreis: 75,00 EUR %), Provinzialbank Pommern (10 %), Landesbank eigenen elektrotechnischen Anlagen behinderte,
der Provinz Schleswig-Holstein (8 %). Es folgten und dem man durch Übernahme von Beteiligun-
Genossenschaft der Franziskanerbrüder die Provinzial- bzw. Landesbanken von Nieder- gen abhielf. Die GESFÜREL war die älteste und
(Genootchap van de Broeders und Oberschlesien, Brandenburg, Sachsen, der bedeutendste aller Holdings der deutschen Elek-
van den H. Franciscus) Rheinprovinz, Westfalen, Posen-Westpreußen, trizitätswirtschaft. Beteiligungen bestanden u.a.
8 % Obligation Lit. L 100 hfl., Nr. 295 Nassau, Baden und Württemberg. Braun/schwarz- an der Elektricitätswerk Südwest AG, Schöneberg,
er ABNC-Stahlstich, Vignette mit weiblicher Alle- der Neckarwerke AG, Esslingen, der Amperwerke
Waldbreitbach, 15.9.1925 VF
gorie mit Feldfrüchten und Bienenhaus. Mit AG, München, der Elektricitätswerk Schlesien AG,
(R 11) Peter Wirth (der sich später Jakobus nann- anhängenden Kupons. Knickfalte am Rand einge-
te) gründete am 12.6.1862 die Kongregation der Breslau, dem Kraftwerk Laufenburg (Schweiz), der
rissen. Lochentwertet. Coblenzer Straßenbahn, der Leipziger Außenbahn
“Franziskanerbrüder vom Heiligen Kreuz” (FFSC)
in der Kreuzkapelle zwischen Hausen an der Wied AG und der Knorr-Bremse AG, Berlin, außerdem
und Waldbreitbach im Westerwald (die Kapelle an der AEG, der Hirsch Kupfer- und Messingwerke
war seit dem 18. Jh. ein beliebter Wallfahrtsort). AG, der Norddeutsche Kabelwerke AG (alle Ber-
Die Franziskanerbrüder machten sich zur Haupt- lin) sowie der AGO Flugzeugwerke GmbH,
aufgabe die Erziehung und Ausbildung von Waisen Oschersleben (Bode). 1929 Fusion mit der AG für
sowie die Armen- und Krankenpflege. Als Teil der Gas-, Wasser- und Elektricitäts-Anlagen und der
franziskanischen Familie werden sie dem Regu- Ludw. Loewe & Co. AG in Berlin, die über bedeu-
lierten Dritten Orden zugerechnet. Unmittelbar tende Werkzeug- und Werkzeugmaschinenfabri-
betreiben die Franziskanerbrüder heute das Kran- ken verfügte (1929-1938 hatte der Firmenname
kenhaus St. Marienwörth und das Pflegeheim deshalb den Zusatz “Ludw. Loewe & Co. AG”). In
Haus St. Josef in Bad Kreuznach, das Pflegeheim der Weltwirtschaftskrise beteiligte sich die GES-
St. Antoniushaus in Bad Münster am Stein, das FÜREL 1930 an der Stützung der angeschlagenen
Wohn- und Pflegeheim St. Josefshaus in Hau- A.E.G. durch Übernahme einer Kapitalerhöhung
sen/Wied und die Wohn- und Dienstleistungsein- von 25 Mio. RM. Der Vertrag zwischen der Ges-
richtung Kloster Ebernach in Cochem sowie mit- fürel und der A,.E.G. wurde 1936 auf Druck der
telbar über die “Franziskanerbrüder Betriebs- und Nazis rückgängig gemacht, die jüdische Familie
Beschäftigungs-gGmbH” die Pflegeheime Puricelli Nr. 379 Loewe wurde im Zuge einer “Arisierung” aus der
Stift in Rheinhöfen und Haus Maria Königin in Kirn Firma gedrängt und emigrierte 1938 in die USA.
Nr. 379 Schätzpreis: 400,00 EUR 1942/43 wurde die Gesfürel auf die A.E.G. ver-
sowie den Palliativ-Stützpunkt Rheinhessen-Nahe
in Bad Kreuznach. Zweisprachig niederlän-
Startpreis: 150,00 EUR schmolzen. Aktie aus der Kapitalerhöhung um 25
disch/deutsch. Lochentwertet. Rückseitig Bedin- Gesellschaft für Buchdruckerei Mio. RM, ausgegeben zur Durchführung der Fusi-
gungen. Maße: 34 x 21 cm. Mit anh. restlichem on mit der AG für Gas-, Wasser- und Elektrizitäts-
Darlehnsschein 100 Mark, Nr. 361 anlagen. Schöner Druck der Reichsdruckerei mit
Kuponbogen. Neuß, 7.10.1910 VF. dekorativer Umrandung. Faksimilesignatur von
Auflage 800. Die Ges., die seit Beginn die Neuß- Dr. Georg Solmssen als Aufsichtsratsvorsitzender.
Nr. 377 Schätzpreis: 150,00 EUR Grevenbroicher Zeitung herausgibt, steht in enger Georg Solmssen (1869-1957), eigentlich Salomon-
Startpreis: 75,00 EUR Verbindung zur Bürgergesellschaft in Neuß. Auf sohn, jüdischer Bankier, seit 1900 Mitinhaber der
Genossenschaft der Franziskanerbrüder ihrem Grundstück Niederstraße 48 errichtete sie Discontogesellschaft wie sein Vater Adolph Salo-
(Genootchap van de Broeders für die Bürgergesellschaft 1910 ein neues Gesell- monsohn, seit 1930 Mitinhaber der Deutschen
schaftshaus, wofür ihr von Mitgliedern der Bür- Bank und Discontogesellschaft, war bis 1933 Prä-
van den H. Franciscus) gergesellschaft ein Kapital von 80.000 M zinsfrei sident des Zentralverbandes des Deutschen Bank-
8 % Obligation Lit. L 100 hfl., Nr. 296 überlassen wurde. Folglich ist auch in der Ges. für und Bankiergewerbes, 1933 Sprecher der Deut-
Waldbreitbach, 1.6.1943 VF Buchdruckerei seit Generationen vertreten, was schen Bank. Die Machtergreifung der Nationalso-
(R 11) Zweisprachig niederländisch/deutsch. in Neuss Rang und Namen hat: Werhahn, Thywis- zialisten setzte Solmssens wirken ein Ende. Drei
Datum handschriftlich eingetragen auf Formular sen, Josten, Kallen, Frings etc. Das operative Randeinrisse hinterklebt (alt). Mit beiliegenden
vom 15.9.1925. Rückseitig Bedingungen. Maße: 34 Geschäft ist heute ausgelagert in die Beteiligungs- restlichen Kupons. Seit Jahrzehnten kein zweites
x 21 cm. Lochentwertet. firmen SZ-Sport-Zeitschriften GmbH (100 %) und Stück mit diesem Nominal aufgetaucht: Rarität.

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Auktionshaus Gutowski • 50. Auktion Historischer Wertpapiere am 16. Juli 2012

Mohr. Maße: 29,6 x 20,9 cm. Mit anh. restlichen veranlasste. Das Kaliwerk wurde 1902 an die Held-
Kupons. Knickfalten, sonst tadellose Erhaltung. burg AG verkauft. Von dieser Emission lagerten
Bislang völlig unbekanntes Papier! nur 9 Stücke in der Reichsbank. Eingetragen auf
das Bankhaus Gebr. Beer zu Essen. Originalsigna-
turen. Lochentwertet.

Nr. 381
Nr. 381 Schätzpreis: 200,00 EUR
Startpreis: 80,00 EUR
Gesellschaft für Gasindustrie
in Augsburg
Aktie 200 RM, Nr. 7379
Augsburg, 27.11.1929 EF+
Auflage 5000 (R 6). Die bereits 1864 gegründete
Gesellschaft betrieb die Gaswerke Donauwörth,
Kaufbeuren, Nördlingen, Sigmaringen und Steyr.
Der gesamte italienische Besitz der Gesellschaft
ging durch den Versailler Vertrag verloren. 1927 Nr. 385
erwarb die Gesellschaft das Gaswerk Stuhlweis-
senburg in Ungarn, 1928 erwarb sie zusammen mit
der AG für Gas und Elektrizität Köln, Sitz Dort-
mund, das Gaswerk Mödling bei Wien. Lochent-
wertet. Nr. 383

Nr. 382
Nr. 382 Schätzpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 50,00 EUR Nr. 386
Ges. für Linde’s Eismaschinen AG
Nr. 386 Schätzpreis: 200,00 EUR
Aktie 500 RM, Nr. 26264
Startpreis: 100,00 EUR
Wiesbaden, 20.12.1924 EF/VF
Auflage 17.979 (R 9). Gegründet 1879 als ältestes Nr. 384 Gewerkschaft Blücher
Unternehmen der Welt auf dem Gebiet der Kälte- Kux-Schein über 5 Kuxe, Nr. 107
Nr. 384 Schätzpreis: 200,00 EUR
technik (Kälteerzeugung und -verwendung), Gas-
Startpreis: 80,00 EUR Caub a. Rhein, 1.8.1908 EF
verflüssigung und -zerlegung zwecks Verwertung Auflage 200 (R 6). Die Gewerkschaft Blücher
der Lindes’schen Patente und Verfahren. 1965 Gewerkschaft Admiral (benannt nach dem preußischen Generalfeldmar-
Änderung des Firmennamens von “Gesellschaft 5 % Genussrechtsurkunde 100 RM, Nr. 7148 schall von Blücher, genannt “Marschall Vorwärts”,
für Linde’s Eismaschinen AG” in “Linde AG”. Heute Hoerde, Mai 1926 EF der 1813/14 bei Kaub mit dem gesamten Heer zur
mit über 40.000 Beschäftigten in den Arbeitsge- Vertreibung der Franzosen über den Rhein setzte)
bieten Anlagenbau, Fördertechnik (der Gabelstap- (R 9) Die Zeche Admiral war ein Steinkohlenberg-
werk im Dortmunder Stadtteil Wellinghofen. Die betrieb das Dachschieferbergwerk “Grube Kreuz-
lerbereich wurde vor kurzem in die KION ausge- berg” bei Weisel nördlich von Sauerthal im West-
gliedert), Kältetechnik und technische Gase einer 1910 gegründete Gewerkschaft ging aus den
Zechen Niederhofen I-V und Nikolaus I im Kreis taunus. Dachschieferbergbau hatte in dieser
der 30 großen DAX-Werte. Mit Faksimile-Unter- Gegend eine lange Tradition mit ehemals dutzen-
schrift Dr. Carl von Linde. Nicht entwertet! Hörde hervor. 1921 wurde die Zeche Admiral in
die Westfälische Bergbau- und Kohlenverwer- den von Gruben, die nach und nach besonders
tungs-AG Hörde eingegliedert. 1925 stillgelegt. nach dem 2. Weltkrieg aufgeben mussten. Am
Nr. 383 Schätzpreis: 450,00 EUR Maße: 29,7 x 21 cm. Lochentwertet. Nur 6 Stücke längsten von allen Dachschieferbergwerken im
Startpreis: 150,00 EUR sind bis heute erhalten geblieben! Westtaunus war die Grube Kreuzberg in Betrieb,
Gewerbebank AG die erst 1980 geschlossen wurde, nachdem das
Bergwerk 1978 überflutet worden war. Die Gebäu-
Namens-Aktie 20 Mark, Nr. 779 Nr. 385 Schätzpreis: 160,00 EUR de, schön renoviert, werden heute von einer Grup-
Trier, Januar 1925 VF Startpreis: 80,00 EUR pe von Bildhauern genutzt. Doppelblatt, inwendig
Auflage 6.125 (R 10). Gegründet 1898 als Gewer- Gewerkschaft Bernhardshall Übertragungsvermerke bis 1981!
bebank eingetragene Gen. mbH zur Förderung des Kuxschein über 1 Kux, Nr. 163
gewerblichen und kaufmännischen Mittelstandes Salzungen, 21.9.1895 EF Nr. 387 Schätzpreis: 400,00 EUR
durch Gewährung von Krediten zu möglichst gün- Startpreis: 200,00 EUR
stigen Bedingungen. 1923 reorganisiert zu Gewer- Auflage 1.000 (R 9). Gründung 1894. Die Gewerk-
be Bank AG. Niederlassungen in Conz-Karthaus, schaft, belegen im Kreis Meiningen in den Feld- Gewerkschaft Braunschweig-Lüneburg
Ehrang, Schweich, Wittlich und Zeltingen. Fir- marken Salzungen, Leimbach, Langenfeld, Her- Kuxschein über 1 Kux, Nr. 738
mannsroda, Hohleborn und Hohleborner Wal-
mensitz war in Jacobsspitälchen 3 in Trier. Dem
dung, nahm 6 Tiefbohrungen auf Kali vor. Tiefboh-
Grasleben, 2.9.1910 VF+
Aufsichtsrat der Ges. gehörten u.a. der Tabakfa- Auflage 1.000 (R 8). Die Herzogl. Braunschw.
brikant Anton Grenzhäuser jun., der Bäckermei- rung VI erschloss statt Kali am 23.3.1895 eine
mächtige Kohlensäurequelle, was die Gewerk- Lüneb. Kammer (Direktion der Bergwerke) in
ster H. Huster und der Brauereibesitzer Friedrich Braunschweig verlieh der Gewerkschaft am
schaft zur Errichtung eines Kohlensäurewerks

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Auktionshaus Gutowski • 50. Auktion Historischer Wertpapiere am 16. Juli 2012

27.8.1910 das Bergwerkseigentum in den Gemein- von 7 Bohrungen in Beendorf bei Helmstedt waren Schulze, ein Ökonom aus Vatterode in der Nähe
debezirken Marienthal (Kr. Helmstedt), Grasleben kalifündig, Mächtigkeit der Lager bis 48 m, seit des Johannishospitals bei Aschersleben bei der
und Querenhorst mit 28.032.169 qm Flächeninhalt 1900 in Förderung. Über Tage auch Betrieb einer Vertiefung seines Brunnens eine unbekannte
zur Gewinnung von Stein-, Kali- und Magnesiasal- ausgedehnten chemischen Fabrik. Keimzelle der „schwarze Erde“ fand. Schulze teilte diesen Fund
zen. Einen größeren Anteil erwarb als Erstzeich- später sehr bedeutenden Burbach-Kaliwerke, vor dem Gerichtsreferenten Eduard Georg Douglas
ner im Verein mit weiteren Schweizer Investoren Jahren vom schärfsten Konkurrenten Kali + Salz mit. Dessen Vater, Prediger Wilhelm Douglas, ritt
u.a. der Fabrikant Eugen Maggi, Zürich (die nach aufgekauft. Originalunterschrift des Konzern- zum Fundort und obwohl bergbaulich unerfahren,
ihm benannte Suppenwürze ist heute weltbe- gründers Gerhard Korte als Grubenvorstand. stellt er fest, dass es Braunkohle war. In der
kannt). 1911 begann die Kaligewinnung im Sehr dekoratives, großformatiges Stück mit Ele- Gegend um Aschersleben wurde zu dieser Zeit
Schacht Grasleben. Im Folgejahr begannen die menten des Historismus-Stil. Einschnittentwer- kein Bergbau betrieben und so besprach er den
Arbeiten für den Schacht Heidwinkel, rund zwei tung rückseitig hinterklebt um Einreißen zu ver- zufälligen Fund mit seinen Söhnen Eduard Georg,
Kilometer nordöstlich der Ortschaft. Im Nov. 1913 meiden. dem späteren Justizcommisarius von Aschersle-
erwarb die Vereinigte Kaliwerke Salzdetfurth AG ben und Georg Gustav, Regierungsreferendar, der
(eine der Vorgängerfirmen der heutigen Kali + Salz 1832 Bürgermeister von Aschersleben wurde. Pre-
AG) die Kuxenmehrheit. Im Schacht Heidwinkel diger Wilhelm Douglas legte am 19.4.1828 beim
wurde anfangs Kali gefördert, später entdeckte zuständigen Bergamt in Sommerschenburg die
man hochwertige Steinsalzvorkommen, welche ab Mutung ein und bekam die Abbaurechte verlie-
1922 ausschließlich abgebaut wurden. Die Wehr- hen. Unter dem Namen Georgsgrube teufte man 3
macht übernahm im 2. Weltkrieg Teile des Schach- Schächte: Gustav-, Wilhelm und Edouardschacht.
tes Heidwinkel und des Betriebsgeländes, um hier Bereits im Juli 1828 förderten 2 Schächte 1883 t
die Heeresmunitionsanstalt (Bergwerk) Grasleben Kohle. Das gesamte Bergwerk wurde mit 2 Beam-
einzurichten. Gegen Ende des Krieges ist der ten und 11 Bergleuten betrieben. Am 12.12.1857
Schacht Heidwinkel auch für die Einlagerung von konsolidierte man sich unter Hinzunahme der
Kulturgütern und Dokumenten der Reichsversi- Grube Antonie und Angus bei Aschersleben zur
cherungsanstalt und der Dresdner Bank benutzt Vereinigten Braunkohlengrube Georg bei Aschers-
worden, auch Teile des Staatsarchivs Bremen wur- leben. Als später die Kohlenvorräte der Gewerk-
den hier eingelagert. Heute gehört das Werk schaft Georg zur Neige gingen, erwarb man für
Braunschweig-Lüneburg über die esco European 250.000 Thaler die benachbarte selbständige
Salt Company zur Kali + Salz AG. Mit knapp 200 Grube Friedrich-Christian bei Aschersleben.
Beschäftigten werden jährlich rd. 1 Mio. t Stein-
salz gefördert, wobei sich der Gewinnungsbetrieb Am 12.1.1892
zunehmend weg aus Niedersachsen (wo in Grasle- fasste man den
ben bei Wolfsburg ein Schacht und die Übertage- Beschluß zur
anlagen liegen) weg Richtung Osten in Lagerstät- Konsolidierung
tenteile in Sachsen-Anhalt verlagert. Schöne sowie eine
Jugendstilumrahmung mit Sonnenblumen, Ori- Nr. 389
Umwandlung in
ginalunterschriften. Maße: 34,5 x 24,8 cm. Doppel- Nr. 389 Schätzpreis: 250,00 EUR eine 1000-teilige
blatt, inwendig mehrere Übertragungen bis 1913. Gewerkschaft.
Startpreis: 30,00 EUR
Nicht entwertet! Es wurden Kux-
Gewerkschaft Casimir scheine auf 35
Kux-Schein über 1 Kux, Nr. 100 Personen ausge-
Hannover, 1.7.1936 EF- stellt. Hauptge-
Auflage 100 (R 9). Die Gewerkschaft bohrte nach werken waren
Öl. Rückseitig Übertragungsvermerke. Eingetra- dabei die Erben
gen auf Dr. jur. Ernst Lamy, Hannover. Originalsig- und nähere
natur Stolberg. Ausgesprochen niedriger Start- Angehörige von
preis! Georg Douglas,
Kuxschein Nr. 5 über 83 Eduard Douglas,
Kuxe vom 1.2.1893 für Renate v. Bran-
Graf Hugo Scholto Douglas denstein, geb.
Douglas, Marie
Günther, geb. Douglas und Louise Randel, geb.
Douglas. Insbesondere der 1837 geborene älteste
Sohn von Georg Douglas, Graf Hugo Sholto
Douglas, war bemüht die Majorität zu bekommen.
Es gelang ihm einen Anteil von 83 Kuxe im Ausga-
bejahr 1892 auf 487 Kuxe im Jahre 1910 durch Kauf
und Erbschaft zu erhöhen (siehe Kuxschein Nr.
93). Am 31.5.1911 erwarb das kapitalkräftigste
Unternehmen in Aschersleben, die Kaliwerke
Nr. 387 Aschersleben, sämtliche 1000 Kuxe der Consoli-
dirten Braunkohlewerke Georg bei Königsaue.
Am 14.11.1922 erwarben die Deutschen Solvay-
Werke AG in Bernburg 50% und am 28.8.1931 die
restlichen 50% der Kuxe. Im Verlauf des Über-
gangs der Kaliwerke Aschersleben an den Salzdet-
furth-Konzern kam es am 30.9.1937 zur Liquidati-
on der Consolidirten Braunkohlengrube Georg.
Das Braunkohlenwerk in Königsaue wurde vom
1.10.1937 bis zum 30.6.1948 als eine Zweignieder-
lassung der Deutschen Solvay-Werke AG weiter
betrieben und am 1.1.1948 umgewandelt in den
Volkseigenen Betrieb Braunkohlenwerk Königs-
aue. Zu diesem Zeitpunkt bestanden aber nicht
die Ansprüche des belgischen Solvay-Konzerns,
aus Nr. 390 (Sammlung) die nicht ohne weiteres enteignet werden konn-
ten. Am 1.1.1954 erfolgte die Eingliederung in den
Nr. 390 Schätzpreis: 7.500,00 EUR VEB Braunkohlenwerk Nachterstedt. Dieser wie-
Nr. 388 Startpreis: 2.500,00 EUR derum wurde später, zusammen mit dem in Harb-
Gewerkschaft Consolidirter Georg ke gelegenem Braunkohlenwerk Harbke als
Nr. 388 Schätzpreis: 250,00 EUR Betriebsteil dem Braunkohlewerke „Gustav
Startpreis: 90,00 EUR
(Sammlung mit 93 Stücken) Sobottka“ im Braunkohlenkombinatt Bitterfeld
Gewerkschaft Burbach Alle jemals ausgegebene Kuxscheine zugeordnet. Nach der Wiedervereinigung beider
dieser Gewerkschaft (93 Stücke, komplett) deutschen Staaten 1989 kam der Betrieb zur Mit-
Kuxschein über 1 Kux, Nr. 318 Aschersleben, 1893-1910 EF teldeutschen Braunkohle AG (Mibrag), wurde
Magdeburg, 20.7.1896 VF Die Geschichte der ehemaligen Braunkohlengrube aber kurz darauf wegen Erschöpfung der Kohlen-
Auflage 1000, R 6). Gründung 1888 als Bohrgesell- Georg bei Königsaue begann 1828, als ein gewisser vorräte geschlossen.
schaft „Gott mit uns“, seit 1896 Gewerkschaft. 4

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Auktionshaus Gutowski • 50. Auktion Historischer Wertpapiere am 16. Juli 2012

Hugo Sholto Wie bereits erwähnt waren nur die fünf Kinder des b) Der Enkel von Marie Günther, Hans von
Oskar Georg von Predigers Wilhelm Douglas bzw. ihre Nachkom- Tschammer und Osten (1887-1943) aus Dresden
Douglas (1837- men am Bergwerk beteiligt: Sohn Georg 332 Kuxe, war ab 1933 Reichssportführer. ist der Initiator
1912) war ein Sohn Edouard 335 Kuxe, Tochter Renate 111 Kuxe, des nationalen Pokalwettbewerbes im deutschen
deutscher Schrift- Tochter Marie 111 Kuxe, Tochter Louise 111 Kuxe. Fußball um den am 6. Januar 1935 erstmals aus-
steller, seit 1888 I. Erblinie Georg Doglas: prominentester Kuxbesit- gespielten Tschammerpokal.
Graf von Douglas, zer dieser Linie war Hugo Sholto von Douglas. II.
Unternehmer und Erblinie Eduard Douglas. Eduards Tochter Elisa- V. Erblinie Louise Douglas
Mitglied des beth war verheiratet mit Hermann Behmer (1831-
Die Tochter Ernestine Douglas heiratete den
Preußischen 1915), Prof. und Kunstsammler aus Weimar. Der
bedeutenden Flugzeugkonstrukteur und Erfinder
Landtages und Ehe enstammte der Sohn Marcus Mixchael
Dr. Adolf Karl Rohrbach (1889-1939), der bei der
des Staatsrates. Douglas Behmer (1879-1958), Schrift- und Buch-
Fa. Dornier im
Seine Vorfahren künstler, Graphiker und Maler in Weimar und Ber-
Auftrag von Graf
stammen vom lin (Kuxschein Nr. 11). III. Erblinie Renate Douglas
Zeppelin an der
schottischen a) Prediger Wilhelms Tochter Renate war mit Entwicklung von
Geschlecht der einem Maler Randel aus St. Petersburg liiert. Ver- großen Luftfahr-
Douglas ab. Eini- mutlich entstammen dieser Verbindung die Töch-
Kuxschein Nr. 93 über 487 ge Familienmit- zeugen aus
ter Sophie und Helene. Verwitwet heiratete sie Aluminium
Kuxe vom 19.7.1910 für glieder zogen im Carl-Heinrich von Brandenstein, Regierungsrat zu
Graf Hugo Scholto Douglas Jahr 1772 nach arbeitete und
Merseburg. Dem Recherchen nach hatte dieser bahnbrechende
Aschersleben. den unmündigen Erfindungen auf
Diese waren hier erst als calvinistische Prediger in Sohn des Oberst diesem Gebiet
den reformierten Gemeinden tätig. Sie betrieben Johann Georg machte.
nebenbei Ackerbau, weil das Geld kaum reichte. Gustav v. Bran-
Sein Großvater Wilhelm Douglas war dann im Jahr Diese Dokumen-
denstein (1774-
1795 der Erste aus der Familie, der bei Aschersle- tation belegt,
1841) Gustav v.
ben ein Braunkohlevorkommen entdeckte und mit dass die Anteile
Brandenstein
seinen Söhnen im Jahr 1828 eine Grube gründete. (Kuxe) am
(1830-1905) bei
Sein Vater Gustav (1798-1877) wurde 1832 Bürger- Braunkohlen-
sich aufgenom-
meister in Aschersleben und bald Abgeordneter Kuxschein Nr. 38 für Bergwerk „Con-
men. Renate ver-
des Kreistags. Durch den hohen Bedarf an Braun- solidirter Georg“
erbte ihrer Frau Ernestine Rohrbach
kohle und die Erschließung neuer Gruben wurde zu Aschersleben
Angehörigen
die Familie immer reicher. Deshalb konnte Hugo bis zum Verkauf an die Kaliwerke Aschersleben im
Helen von Bran-
Sholto Oskar Georg Douglas in Berlin und Heidel- Jahre 1911 stets in der Familie Douglas und ihren
denstein aus
berg Chemie studieren. Nach seinem Studium unmittelbaren Nachkommen gehalten wurden.
Dresden 11
wurde er Angestellter im neu entstehenden Kali- Kein Kux ist je an eine dem Familienverband fern-
Kuxe. Nach dem
salz-Förderkomplex bei Staßfurt. stehende Person gelangt. Nachweislich ist es dem
Tod von Frl.
Herren Hugo Sholto Douglas durch sein zielge-
Kuxschein Nr. 40 für Helene erbte,
richtetes Streben nach der Wiederherstellung der
Er war seit 1864 Mitbesitzer der Grube Alfred bei der würtember-
General Gustav v. Brandenstein gische General verlorenen schottischen Adelswürde im Zeitalter
Calbe. Die Grube bestand bis 1915. Diese Grube der Industrialisierung erfolgreich gelungen, sich,
war eine der bedeutendsten Braunkohlenbergbau- der Infantrie, Gustav von Brandenstein im Jahre
seinen Clan und seine Nachkommen wieder im
gruben Deutschlands. Im Jahr 1882 vertiefte der 1894 von ihr 5 Kuxe. Die anderen 6 Kuxe gingen an
angestammten Adel zu etablieren. Diesmal aber
Unternehmer die Grube auf 57 Meter. So förderten Frau Sophie v. Lochnow.
nicht mit der Macht des Schwertes, wie einst
im Jahr 1889 über 200 Bergleute täglich 683 Ton- Die Kuxe warfen in der boomenden Braunkohlen- seine Vorfahren, sondern durch die Allmacht des
nen Rohbraunkohle. Einige Kilometer westlich industrie eine erhebliche Ausbeute (Dividende) Geldes. Gemeinsames Merkmal ist in beiden Fäl-
von Westeregeln entdeckte er unter einem Gipsla- ab. Ein Kux hatte einen Wert von ca. 6000 Mark len aber der mit hohem Risiko einhergehende Ein-
ger Kalisalz, sicherte sich die Bergrechte und und warf knapp 10.000 Mark an jährlicher Aus- satz der ganzen Person.
begann 1875 mit der Förderung von Carnallit. Er beute ab. Es ist naheliegend, dass sie General
Auch die meisten Angehörigen und Nachkommen
gründete das „Kali- und Steinsalz-Bergwerk Gustav v. Brandenstein in die Lage versetzten
waren in der Politik, in der Kirche, dem Militär, der
Douglashall“. zusammen mit seiner Frau Mathilde von Siebold,
Malerei und der Verwaltung anerkannt hochste-
Im Jahr 1881 wurde die in der Aktiengesellschaft Tochter des bekannten Japanforschers Philipp
hende Persönlichkeiten.
„Consolidierte Alkaliwerke“ mit schon bestehen- von Siebold, die in historischer Zeit einem von
Brandenstein gehörende Burg Brandenstein in Am 1.10.1889 übertrug man die gesamte Leitung
den Kali-Fabriken vereinigt. Douglas erweiterte
Schlüchtern Elm im Jahre 1895 für 4.800 Mark zu der Gruben dem Bergwerksdirektor Gustav Kro-
die Zahl der Abbauschächte, um den gestiegenen
erwerben. 1905 wurde Alexander von Branden- eber aus Aschersleben, der auch 1893 als der Gru-
Bedarf zu decken. Sein Kaliwerk in Westeregeln
stein Besitzer der Burg. Er heiratete 1909 die ben-Repräsentant die Kuxe zeichnete. Kroeber
gehörte am Ende des 19. Jahrhunderts zu den
Tochter des legendären Grafen Ferdinand v Zep- wurde später von Graf Hugo Sholto Douglas zum
weltweit größten seiner Art. Im Jahr 1884 wurde
pelin, Helene von Zeppelin (Hella). Anlässlich die- Generaldirektor und Generalbevoll-mächtigten
er in den Freiherrenstand erhoben. 1888, im Jahr
ser Vermählung erhob König Wilhelm II. von Würt- ernannt. Er trat im Juni 1911 nach 22 jähriger
der Krönung von Wilhelm II., wurde Douglas in
temberg Alexander in den Grafenstand. Durch die Tätigkeit in den Ruhestand.
den Grafenstand erhoben. Graf Douglas erhielt im
Jahr 1896 von der Großherzoglichen Mecklenbur- Vereinigung von Namen und Wappen lautet der
gisch-Schweriner Regierung den Auftrag, das Familienname fortan von Brandenstein - Zeppelin.
unter einer Gipsschicht bei Lübtheen befindliche Prominenteste Nachkommen diese Linie sind
Kalisalzlager zu erschließen und auszubeuten. neben weiteren Persönlichkeiten aus dieser Pri-
mogenitur der 1950 geborene Graf Albrecht von
Die „Mecklenburgische Gewerkschaft Friedrich Brandenstein -Zeppelin, bis 2005 Vorsitzender des
Franz“, deren Hauptaktionär der Großherzog Frie- Aufsichtsrates der Motoren-und Turbinen -Union
drich Franz II. selbst war, wurde gegründet und (MTU) Friedrichshafen GmbH, an der die Familie
1906 das Berg- Brandenstein-Zeppelin beteiligt war und sein
werk eröffnet. Sohn Constantin von Brandenstein-Zeppelin, Prä-
Bereits 1916 mus- sident des Malteser-Hilfsdienstes seit 1992.
ste der Schacht Die Tochter von Renate von Brandenstein, Freiin
wegen massiven Helene von Manteuffel, geb. v. Brandenstein leite-
Wassereinbruchs te 20 Jahre lang gemeinsam mit ihren Ehemann
wieder geschlos- Otto Karl Gottlob Freiherr von Manteuffel die Für meine zukünftigen Auktionen
sen werden. Brandenburgische Frauenhilfe. Otto von Manteuf-
Nach seinem fel war u.a. Präsident des Preußischen Herrenhau- suche ich laufend Einlieferungen
Tode verkauften ses und Landesdirektor der Provinz Brandenburg. von guten Einzelstücken und
die vielen teilha- Er war der Sohn des preußischen Ministerpräsi-
benden Verwand- denten Otto Theodor Freiherr von Manteuffel. kompletten Sammlungen
ten das gemein- IV. Erblinie Marie Douglas Bitte um rechtzeitige Zusendungen!
same Montan- a) Marie Douglas war mit Dr. med. Gottlob
und Industriebe- Günther, aus Bernburg, später Stabsarzt am russi- Zeitplan Fernauktionen
sitztum und teil- schen Hof verheiratet. Ihre Tochter Louise war die
ten den Ertrag Ehefrau von Emil Heinrich Taube (1819-1892), 51. Auktion - 19.11.2012
Kuxschein Nr. 11 anteilig unter erster Generalsuperintendent der Kirchenprovinz
sich auf. Westpreußen mit Wohnsitz in Danzig.
52. Auktion - 21.1.2013
für Prof. Hermann Behmer

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Auktionshaus Gutowski • 50. Auktion Historischer Wertpapiere am 16. Juli 2012

Schächten. 1871 erfolgte die Konstituierung der


“AG Steinkohlenbauverein Deutschland” mit
einem Aktienkapital von 550 000 Talern zur Aus-
beute der erworbenen Kohlenfelder von 112 ha
als Stammwerk der späteren Gewerkschaft
Deutschland. 1872 begann das Abteufen, doch
man stieß auf erhebliche Schwierigkeiten: Gru-
benbrände und starker Gebirgsdruck, Schlagwet-
ter. Ein Brand im Aug. 1888 nahm solchen Umfang
an, daß der Schacht I abgesperrt und abgedämmt
werden mußte. Es gelang nicht, des Feuers Herr
zu werden, die finanziellen Verhältnisse des Wer-
kes waren überfordert. 1889 wurde die AG des-
halb in die neue Gewerkschaft “Deutschland”
überführt. 1919 vereinigt mit dem Steinkohlenbau-
verein Hohndorf und der Oelsnitzer Bergbauge-
werkschaft. Die Kuxenmehrheit lag zuletzt bei der
Stadt Leipzig. Das spätere VEB Steinkohlenwerk
Deutschland wurde 1960 mit dem VEB Steinkoh-
lenwerk Karl Liebknecht vereinigt. Ende 1967
Nr. 393 beschloß der Ministerrat der ehemaligen DDR die
schrittweise Einstellung der Steinkohlenförderung
Nr. 393 Schätzpreis: 125,00 EUR im Lugau-Oelsnitzer Revier. Vorderseitig mit dem
Nr. 391 Startpreis: 40,00 EUR Allg. Berggesetz vom 31.8.1910. Doppelblatt,
Nr. 391 Schätzpreis: 150,00 EUR Gewerkschaft des consolidirten inwendig Übertragungen bis 1942. In dieser Form
Startpreis: 50,00 EUR Salzbergwerks Neu-Stassfurt (nicht entwertet) äußerst selten!
Gewerkschaft Danielszug Kuxschein über 1 Kux, Nr. 571
Kuxschein 1 Kux, Nr. 262 Loederburg bei Stassfurt, 9.2.1891 VF
Kupferberg bei Wipperfürth, 1938 EF Auflage 1.000 (R 8). 1872 wurde der Bau des ersten
Auflage 1.000 (R 8). Die Gewerkschaft beutete im Schachtes “Agatheschacht” beschlossen. 1876
Tal der Wipper am Westrand des Sauerlandes ein wurden wertvolle Lagerstätten mit Steinsalz,
Kupfererzvorkommen aus. Ursprünglich war der Carnalit und Kainit erschlossen. 1882 erbaute man
juristische Sitz in Berlin, 1923 nach Frankfurt a.M. die Fabrik I (Chlorkalium). 1881 wurde der zweite
verlegt. Im Zuge der Autarkiebestrebungen im Neustaßfurter Schacht “Hammacher” in Angriff
Dritten Reich wurde das Bergwerk wieder in genommen. 1885/86 entstand die Fabrik II (Sulfat).
Betrieb genommen. Als Finanziers fungierten Mit dem Abteufen eines dritten Schachtes wurde
dabei einige rheinländische Banken. 1888 begonnen. Im selben Jahr baute man die
Fabrik III (Chlorkalk). Die Fabrik IV (Pottasch) ent-
stand 1892. 1912 wurden die Schachtanlagen I-III
wegen Absaufens aufgegeben. 1921 Übernahme
der Gewerkschaften Salzbergwerk Neu-Staßfurt I
und II durch die Kaliwerke Friedrichshall AG und
Umfirmierung in “Kaliwerke Neu-Stassfurt-Frie-
drichshall AG”. 1925 Erwerb der Gewerkschaft
Deutschland und Kaliwerkes Ronnenberg I. 1928
Verschmelzung mit der Rhenania-Kunheim Verein
Chem. Fabriken AG und Umfirmierung in “Kali-
Chemie AG”. 1928-31 Erwerb der Aktienmehrheit Nr. 394
der Arienheller Sprudel AG in Arienheller-Rhein-
brohl, der Peroxydwerk Siesel AG in Köln-Dell-
brück und der AG Georg Egestorffs Salzwerke und
Chemische Fabriken in Hannover. 1930 Erwerb
aller Betriebe der in Konkurs gegangenen Heyl-
Beringer Farbenfabriken AG mit Werken in Berlin-
Charlottenburg, Düsseldorf, Rodenkirchen,
Andernach, Zollhaus b. Wiesbaden und Wunsiedel
i. Bay. Hier ist also eine geniale Strategie zu erken-
nen: Schwächen der Konkurrenz in der Weltwirt-
schaftskrise nutzte die Kali-Chemie AG ganz
gezielt zum Ausbau einer eigenen überragenden
Position. 1937/38 Übernahme der Chemische
Fabrik Güstrow AG, der Krause-Medico GmbH in
München und der Kohlensäure-Werk Deutschland
AG. Sitzverlegungen 1947 nach Sehnde und 1951
nach Hannover. 1960 Übernahme der Rheinische
Kohlensäure-Industrie in Bad Hönningen und der
Saline Ludwigshalle AG in Bad Wimpfen sowie
Konzentration der Arzneimittelproduktion der
aus Nr. 392 Werke Altona und München im neuen Werk Neu-
stadt a. Rübenberge. Heute zum belgischen Sol-
vay-Konzern gehörig, seit 1990 besteht zwischen Nr. 395
Nr. 392 Schätzpreis: 250,00 EUR der Solvay Deutschland GmbH und der in Hanno-
Startpreis: 100,00 EUR ver bis heute börsennotierten Kali-Chemie AG ein
Gewerkschaft des Braunkohlen- Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag. Nr. 395 Schätzpreis: 300,00 EUR
Bergwerks Johanne Henriette Rückseitig mehrere Übertragungsvorgänge bis Startpreis: 150,00 EUR
bei Unseburg (7 Stücke) 1922. Lochentwertet. Nur 13 Stücke lagen in der Gewerkschaft Eisenberg
Reichsbank! Kuxschein über 1 Kux, Nr. 358
Kuxscheine, Blanketten
von 1902 EF/VF Essen-Ruhr, 1.11.1899 EF
Nr. 394 Schätzpreis: 150,00 EUR Auflage 1.000 (R 8). Zink-, Blei-, Kupfer-, Schwefel-
Bedeutendes Bergwerk in der Gemeinde Unse- Startpreis: 75,00 EUR
burg, Kreis Wanzleben. Kohleförderung 1921 mit und Eisenerz-Bergwerk in den Gemeinden Velbert,
520 Mann Belegschaft tgl. rund 1.300 t, die in der Gewerkschaft Deutschland Krehwinkel, Hetterscheid, Tüschen, Isenbögel,
eigenen Brikettfabrik zu rd. 6 Mio. Briketts jähr- Kux-Schein über 1 Kux, Nr. 17009 Hasselbeck und Leubeck (Kreis Mettmann) im
lich gepreßt wurden. Bedeutender Anteil im Mit- Regierungsbezirk Düsseldorf. Ab 1938 in Liquida-
Oelsnitz im Erzgebirge, 15.10.1922 EF/VF
teldeutschen Braunkohlen-Syndikat. 1961 stellte tion. Originalunterschrift von Carl Funke (1855-
(R 8) Großes Steinkohlenbergwerk im Lugau-Oels- 1912). Dekorativ. Rückseitig zwei Übertragungen
die Grube die Förderung ein. Aus einem Archiv- nitzer Revier. 6.000 Mann Belegschaft förderten
fund. Äußerst selten und sehr günstig ausgerufen! (1902 und 1920).
um die 1 Mio. t Kohle im Jahr auf insgesamt 8

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Auktionshaus Gutowski • 50. Auktion Historischer Wertpapiere am 16. Juli 2012

“Hamm-Osnabrücker Kohlenwerke” konsolidiert. eine preußische Gew., deren Mantel sie erworben
Dekorativ gestaltetes Papier. Datum handschrift- hatte, übertragen. Diese hat den Namen der elsäs-
lich eingetragen, Ausgabeort Hameln mit Gelsen- sischen Gew. angenommen. Mit der gezahlten Ent-
kirchen ersetzt. Maße: 35,5 x 26,4 cm. Doppelblatt, schädigung war die Verpflichtung zum wirtschaft-
lochentwertet. lichen Wiederaufbau verknüpft. In Erfüllung die-
ser Wiederaufbauverpflichtung hat sich die Gew.
an Erdöl-Abbauberechtigungen beteiligt. Die Gew.
Marie hatte an den bei Mühlhausen i.Th. in der
Nähe des Dorfes Groß-Graba niedergebrachten
Tiefbohrungen 1-5 durch eine Beteiligung bei der
Gew. Windeberg Anteil. Diese Bohrungen hatten
z.T. wirtschaftlich verwertbare Erdgasmengen
und Ölspuren erwiesen. 85 % der Kuxe befanden
sich 1938 im Besitz der Wintershall AG. Lochent-
wertet. Nur 3 Stücke sind erhalten geblieben!

Nr. 396
Nr. 396 Schätzpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 90,00 EUR
Gewerkschaft Eisenzeche
Kuxschein über 1 Kux, Nr. 9
Siegen, 20.1.1931 EF
Auflage 100 (R 7). Gegen Ende des 18. Jh. galt die Nr. 398
Eisenzeche bei Eiserfeld bei Siegen als die Königin
der Siegenschen Eisensteingruben. Die traditions-
reiche Grube Eisenzecher Zug wurde 1953 auf
Eiserfelder Gebiet weitgehend geschlossen. 1972
erfolgte auf der jahrhundealten Eiserfelder Hütte
der letzte Hochofenabstich. Auf dem alten Indu-
striegelände siedelten sich in den folgenden Jah-
ren neue Betriebe der weiterverarbeitenden Indu- Nr. 400
strie an. Maße: 29,7 x 21 cm. Lochentwertet.

aus Nr. 399


Nr. 399 Schätzpreis: 500,00 EUR
Startpreis: 90,00 EUR
Gewerkschaft Helmuth (9x Stücke)
9x Kux-Scheine, durchgehend nummeriert
von 221 bis 230 (ohne 223)
Frankfurt a.M., 2.8.1901 EF
Auflage 1.000. Die Gewerkschaft besaß die Silber-,
Blei-, Eisen-, Zink- und Kupferbergwerke Rothen-
bach I, Freiheitskrone, Metternich und Heinrichs-
segen in den Kreisen Altenkirchen und Siegen. Da
Nr. 397 der Absatz der Kuxe bei Investoren offenbar
zögernd verlief, variieren die Ausgabedaten zwi-
Nr. 397 Schätzpreis: 250,00 EUR schen Februar 1901 und Juli 1902. Großformatige
Nr. 401
Startpreis: 120,00 EUR Papiere (37,3 x 26,6 cm), sehr dekorativ lithogra- Nr. 401 Schätzpreis: 750,00 EUR
Gewerkschaft Germania I phiert. 9 Stücke, extrem günstig angeboten! Startpreis: 280,00 EUR
Kuxschein über 1 Kux, Nr. 96 Gewerkschaft Neue Hoffnung-Landeskrone
Halle (Saale), 5.8.1930 EF Nr. 400 Schätzpreis: 300,00 EUR Kux-Schein über 1 Kux, Nr. 994
Auflage 100 (R 10). Bohrte die Harste bei Göttin- Startpreis: 100,00 EUR
Kreis Siegen, 24.2.1903 VF+
gen auf Kali, wurde jedoch auf Steinsalz fündig. Gewerkschaft Marie-Luise Auflage 1000 (R 10). Eisenerz-Bergwerk in den
Ein Bergwerk wurde nicht errichtet. Lochentwer- Kuxschein über 1 Kux, Nr. 35 Gemeinden Wilgersdorf, Wilnsdorf und Wilden im
tet. Eingetragen auf das Bankgeschäft H.F. Leh-
mann in Halle (Saale). Doppelblatt, mit beiligen-
Kassel, April 1930 VF Kreis Siegen. Ursprünge dieses Bergwerks reichen
Auflage 1.000 (R 10). Gründung der Gew. 1911, ab bis zu dem erstmals 1298 urkundlich belegten
dem Übertragungszertifikat. Nur 3 Stücke lagen in “Bergwerk am Ratzenscheid” zurück, aus dem
der Reichsbank! 1913 in Förderung. Lage der Gewerkschaft:
ursprünglich in der Gemarkung Staffelfelden, an 1805 die Grube “Landeskrone” wurde. Ende der
der Eisenbahnlinie Straßburg-Basel. Gerechtsame 20er Jahre von den Röchling’schen Eisen- und
Nr. 398 Schätzpreis: 300,00 EUR waren 16 Mill. qm, Grundbesitz 32 ha. Die Schacht- Stahlwerken übernommen. Das Ursprungsvor-
Startpreis: 200,00 EUR anlagen der Gew. Marie-Luise elsässischen Rechts kommen, ein limonitisierter Siderit-Gang mit Blei-
Gewerkschaft Hamm-Osnabrücker wurden durch den Versailler Vertrag beschla- erzen in Devonschiefern, ist noch heute bei Mine-
Kohlenwerk gnahmt und sind in die dem französischen Staat raliensuchern bekannt, die die umfangreichen
gehörenden Mines Domaniales de Potasse d’Alsa- erhalten gebliebenen Halden 9 km südöstlich von
Kuxschein über 50 Kuxe von 1000, ce, Mulhouse, eingebracht worden. Für diesen Siegen bei Wilnsdorf nach Fundstücken absuchen.
Nr. 127 (651-700) Verlust wurde der Gew. eine Liquidations-Entschä- Ausgesprochen dekorative farbige Rankwerk-
Gelsenkirchen, 27.3.1924 EF/VF digung durch das Reich zuerkannt. Da eine Sitz- Umrahmung, schöne rote Kapitälchen. Inwendig
(R 8) Steinkohlenflöze in der Bauernschaft Eppen- verlegung aus dem Elsaß aus rechtlichen Gründen bei Übertragungen zweimal Originalunterschrift
dorf des einstigen Kirchspiels Borgloh (heutiger unmöglich war, hat die elsässische Gew. die von Ernst Röchling. Maße: 34,8 x 23,5 cm. Abheft-
Ortsteil von Hilter). 1875 wurden die Felder als gesamte vom Reich erhaltene Entschädigung auf lochung am linken Rand.

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Eingetragen auf die Bergwerksgesellschaft George bereits 1928 übernahm. 1929 besaß sie die Damp-
von Giesche’s Erben, Breslau. Doppelblatt. Stel- fer Gernis, Germar, Gerwin und Gerrat (zus. 16.776
lenweise stockfleckig. Brutto-Reg.-Tonnen). 1932 Beschluß der Liquidati-
on, die vier Schiffe der Gesellschaft wurden abge-
wrackt. 1933 von Amts wegen gelöscht. Sehr deko-
rativ, vier Vignetten und Weltkugel mit Reederei-
Flagge im Unterdruck.

Nr. 402
Nr. 402 Schätzpreis: 250,00 EUR
Startpreis: 100,00 EUR
Gewerkschaft Vereinigte Nr. 403
Borgholzhausen
Nr. 405
Kux-Schein über 1 Kux, Nr. 512
Herdorf, 30.9.1904 VF+
(R 9) Die Grube Kunst im Kunstertal (nördlich des
Ortes Struthütten im Kreis Siegen-Wittgenstein)
wurde 1730 erwähnt, nachdem in diesem Jahr
erstmals Tiefbau betrieben wurde, ist aber wahr-
scheinlich wesentlich älter. Mit Hilfe von Radkün-
sten wurde Kupfererz gefördert, Anfang des 19. Jh.
entdeckte man weitere große Kupfererzgänge.
1864 wurde die Kunstertalbahn gebaut, auf der
das Erz bis zum Staatsbahnhof Herdorf transpor-
tiert werden konnte. Ab 1869 wurde auf der Grube
Kunst deshalb vornehmlich Eisenerz (Spateisen-
stein) im Tiefbau gefördert, zunächst auf dem
Alten Schacht, ab 1876 wurde dann der Neue
Schacht angelegt und bis auf 500 m Teufe
gebracht. Die Förderung mit 150 Mann Beleg-
Nr. 406
schaft auf 10 Sohlen konnte dadurch bis 1885 auf
17.000 t jährlich mehr als verdreifacht werden.
1882 wurde die Kunstertalbahn bis zur Dermba-
cher Grube Concordia verlängert, außerdem
Nr. 404
wurde eine Zahnradbahn zur Seelenberger Eisen-
hütte angelegt. Später wurde das Bergwerk mit Nr. 404 Schätzpreis: 300,00 EUR
der 1812 erstmals erwähnten Grube Altenberg Startpreis: 180,00 EUR
konsolidiert. 1910 erwarb die Firma Henschel & Gewerkschaft Westfalen
Sohn, Cassel, die Kuxenmehrheit. 1925 wurde die 5 % Genussrechtsurkunde 100 RM, Nr. 3313
Förderung eingestellt. Bis dahin waren in den
Gangmitteln Oberste Kunst mit Haerig und Unter- Ahlen i. Westf., Januar 1926 EF/VF
ste Kunst mit Altenberg 316.000 t Eisenerz geför- (R 8) Die Bergwerksgesellschaft Westfalen wurde
dert worden. Die endgültige Stilllegung der Grube am 15.6.1902 in Essen gegründet. 1911 Sitzverle-
erfolgte 1934. Inwendig mehrere Übertragungen, gung nach Ahlen. Gerechtsame: 31 preußische
u.a. auf die Herren Henschel & Sohn, Cassel. Maximalfelder in den Gemeinden Ahlen, Dolberg,
Handschriftlich über vorgedrucktem Datum Heeßen, Werries, Haaren, Neu-Ahlen, Beckum- Nr. 407
1.1.1900, ausgestellt auf Rechtsanwalt Dr. H. Land, Beckum-Stadt, Gemmerich, Guissen und
Busch in Crefeld. Maße: 35,3 x 24,7 cm. Doppel- Neu-Beckum. Kohlenart war Fettkohle. Seit 1916 Nr. 407 Schätzpreis: 125,00 EUR
blatt, inwendig mehrere Übertragungen. Lochent- besaß die Bergwerksgesellschaft Georg von Gies-
Startpreis: 50,00 EUR
wertet. Nur 10 Stücke dieser Variante sind che’s Erben in Breslau 80 % der Kuxe. 1927 ging
bekannt! die Kuxenmehrheit auf die Deutsche Continental- Glückauf AG für Braunkohlenverwertung
Gas-Gesellschaft, Dessau über. 1951 wurde die Aktie 100 RM, Nr. 1024
Gewerkschaft Westfalen in die Steinkohlenberg- Lichtenau, Juni 1937 VF+
Nr. 403 Schätzpreis: 450,00 EUR
werk Westfalen AG umgewandelt. Lochentwertet.
Startpreis: 280,00 EUR Auflage 750 (R 8). Gründung 1871, Sitz bis 1913 in
Gewerkschaft Westfalen Berlin. Bis 1936 waren alle Schachtanlagen
Nr. 405 Schätzpreis: 200,00 EUR erschöpft; der Abbau auf der neu aufgeschlosse-
Kuxschein über 9 Kuxe, Nr. 4783-4, 6811- Startpreis: 90,00 EUR nen Glückaufschachtanlage wurde durch Wasser-
13, 6898, 6919, 6926, 8912 Gewerkschaft zum Bruder Conrad einbrüche sehr erschwert, so daß die Gesellschaft
Ahlen i. Westf., 18.8.1916 VF- Kuxschein über 1 Kux, Nr. 38 1937 saniert werden mußte. In diesem Zusam-
(R 10) Die Bergwerksgesellschaft Westfalen wurde menhang wurden die Aktien neu ausgedruckt.
Berlin, 16.12.1921 EF Börsennotiz Berlin. Nicht entwertet und mit bei-
am 15.6.1902 in Essen gegründet. 1911 Sitzverle-
gung nach Ahlen. Gerechtsame: 31 preußische Auflage 100 (R 8). Maschinenschriftliche Ausferti- liegenden restlichen Kupons!
Maximalfelder in den Gemeinden Ahlen, Dolberg, gung. Lochentwertet. Maße: 31,6 x 24,1 cm.
Heeßen, Werries, Haaren, Neu-Ahlen, Beckum- Nr. 408 Schätzpreis: 45,00 EUR
Land, Beckum-Stadt, Gemmerich, Guissen und Nr. 406 Schätzpreis: 125,00 EUR Startpreis: 25,00 EUR
Neu-Beckum. Kohlenart war Fettkohle. Seit 1916 Startpreis: 50,00 EUR Gold-Pfandbriefe (9 Stücke)
besaß die Bergwerksgesellschaft Georg von Gies- Globus Reederei AG
che’s Erben in Breslau 80 % der Kuxe. 1927 ging Deutsche Pfandbriefe 1926-1929 EF/VF
die Kuxenmehrheit auf die Deutsche Continental- Aktie Lit. B 100 RM, Nr. 897 Deutsche Wohnstätten-Hypothekenbank AG, Ber-
Gas-Gesellschaft, Dessau über. 1951 wurde die Bremen, März 1927 EF lin 7% Pfandbrief 500 GM 1.10.1926; Leipziger
Gewerkschaft Westfalen in die Steinkohlenberg- Auflage 8.500 (R 9). Gründung 1921. Großaktionär Hypothekenbank, Leipzig 8% Pfandbrief 1.000 GM
werk Westfalen AG umgewandelt. Lochentwertet. war der Norddeutsche Lloyd, der die Gesellschaft 10.12.1928, Preußische Landespfandbriefanstalt,

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Berlin 8% Pfandbrief 1.000 GM 1.11.1928; Mittel- burg und Neurode, Bierniederlagen in ganz Schle- on mit der Fahrzeugfabrik Eisenach (Automobil-
deutsche Bodenkredit-Anstalt, Greiz und Berlin, sien. Börsennotiz Breslau und Leipzig, Großak- werk „Dixi“, 1928 zur Abwendung einer Zahlungs-
8% Pfandbrief 1.000 GM 12.11.11929 + 2x 8% Pfan- tionär war die Bank für Brauindustrie, Berlin-Dres- unfähigkeit an BMW verkauft, womit BMW den
dbrief 1.000 GM 2.4.1930; Westdeutsche Bodenkre- den (heute Oetker-Konzern). Die Betriebe lagen Grundstein für die heutige Automobilproduktion
ditanstalt, Köln, 3x 8% Pfandbrief 1.000 GM nach 1945 auf polnischem Gebiet, die AG wurde legte). 1926 Fusion mit der Cyklon Automobilwer-
1.3.1930. Alle Stücke nicht entwertet und mit bei- im Westen abgewickelt und 1971 aufgelöst. Groß- ke AG, Berlin Tempelhof (Werk Mylau ebenfalls
liegenden restlichen Kupons. formatiges Papier (25,8 x 37,7 cm), sehr dekorativ 1928 wieder verkauft). 1936 Beteiligung an der
gestaltet. Nicht entwertet! Gotha-Ilmenauer Flugzeugbau GmbH. 1944 wird
das Werk in Gotha zu 80 % zerstört. Trotzdem
beginnt noch kurz vor Kriegsende in Friedrichro-
da die Vorserienfertigung des revolutionären Nur-
flügel-Strahljägers Ho 229 der Gebrüder Horten.
Börsennotiz Berlin und Frankfurt, Großaktionär
war die Orenstein & Koppel AG (die inzwischen
auch die Aktienmehrheit der Waggonfabrik Des-
sau besaß). 1946 in eine sowjetische Aktiengesell-
schaft (SAG) umgewandelt, bereits 1947 wieder
unter deutsche Verwaltung gestellt, 1949 als VEB
Waggonbau Gotha verstaatlicht. 1953-60 werden
erneut Segelflugzeugtypen aus der Vorkriegszeit
gebaut. Bis 1967 stellt Gotha nicht nur Spezial-
Güterwagen her, sondern als einziger Straßen-
bahnwagenhersteller der DDR auch weitere 3000
Nr. 410 Straßenbahnwagen. 1967 wird das Werk in VEB
Luft- und Kältetechnik Gotha umbenannt und pro-
duziert fortan Lüfter, Kühler und Wasseraufberei-
ter sowie ab 1983 Fahrgestelle für den PKW Wart-
aus Nr. 408 burg. Nach der Wende wird das Unternehmen
schließlich 1997 von dem Anhänger- und Auflie-
gerhersteller Schmitz (Cargobull) übernommen
und stellt heute als “Schmitz-Gotha Fahrzeugwer-
ke GmbH” mit über 500 Mitarbeitern LKW-Auflie-
ger her. Die 1997 abgespaltene “Gothaer Fahr-
zeugtechnik GmbH” fertigt mit rd. 400 Beschäftig-
ten Gittermasten und Auslegerverlängerungen für
Mobil- und Raupenkräne, aber auch Mulden für
Baufahrzeuge. Schöne Eichenlaub-Umrahmung.
Doppelblatt, lochentwertet. Maße: 25,6 x 37,4 cm.
Eine echte Rarität, da diese Aktien an sich beim
Nr. 411 Aktienneudruck 1930 umgetauscht wurden!

Nr. 411 Schätzpreis: 300,00 EUR


Startpreis: 120,00 EUR
Gothaer Waggonfabrik AG
Nr. 409
Aktie 1.000 Mark, Nr. 11434
Nr. 409 Schätzpreis: 75,00 EUR Gotha, 5.7.1921 EF
Startpreis: 35,00 EUR Auflage 15.000 (R 7). Ursprung ist eine 1883 von
Fritz Bothmann gegründete Schlosserei. 1892 trat
Gold-Zack Werke AG der Kaufmann Louis Glück mit in das Unterneh-
Aktie 100 DM, Nr. 17041 men ein, das nun als “Fritz Bothmann & Glück
Mettmann, November 1967 EF+ Maschinenfabrik & Carussellbau-Anstalt” firmier-
Ursprünglich von Coppel Cosman 1868 gegr. Gum- te. Bei Umwandlung in eine AG 1898 arbeiteten auf
miband-, Litzen- und Kordelfabrik in Barmen, 1871 dem 110.000 qm großen Fabrikareal am Gothaer
Sitzverlegung nach Elberfeld. 1921 Fusion mit Vill- Ostbahnhof bereits fast 1.000 Beschäftigte. Außer
brandt & Zehnder zur “Cosman, Villbrandt & Eisenbahnwaggons wurden ab 1898 (erstmals für
Zehnder AG”. 1934 wird, durch zufällige Ent- die Straßenbahn Mühlhausen i. Thür.) auch
deckung von Zickzackmustern in der Ausschuß- Straßenbahnwagen gebaut, später auch Wagen für
Produktion, die Marke Gold-Zack geboren. Im die Berliner U-Bahn. Neben dem Bau von Eisen-
Wirtschaftsboom der 50er Jahre wird Gold-Zack bahn-, Straßenbahn- und Triebwagen auch Auto-
Marktführer. 1984 erwirbt die Schickedanz-Hol- mobil- und Flugzeugbau. Die Anfang 1913 gegrün-
ding (Quelle) die Aktienmehrheit und bringt die dete Abteilung Flugzeugbau baute vor Beginn des
AG an die Börse. Nach schweren Krisen in den 1. Weltkrieges Ein- und Zweidecker, anschließend
1990er Jahren trennt sich die Firma vom Textilge- zweimotorige Bomber und Seeflugzeuge (insges.
schäft und dem Firmenzusatz „Werke“. Seitdem 582 Maschinen). Auslöser hierfür war der von der
beschäftigt sich die Gold-Zack AG mit Vermögens- Luftschifffahrt begeisterte letzte regierende Her-
verwaltung und Dienstleistungen in Zusammen- zog von Sachsen-Coburg und Gotha, Carl Eduard,
hang mit Börseneinführungen. Auf dem Höhe- auf dessen Initiative 1909 der Gothaer Luftfahrt-
punkt des Börsenbooms in der zweiten Hälfte der verein am Stadtrand einen Luftschiffhafen einrich-
90er Jahre noch einer der strahlenden Sieger, tete. 1914 errichtete dann die Heeresverwaltung
kämpft die AG heute um ihr Überleben. Im Juni auf einem Grundstück neben der Waggonfabrik
die Militärfliegerkaserne Gotha mit eigenem Flug- Nr. 412
2003 Insolvenz angemeldet. Rückseitig entwertet.
platz. Die zweimotorigen Bomber aus der Resi-
denzstadt des Herzogs Carl Eduard (eines gebür- Nr. 412 Schätzpreis: 750,00 EUR
Nr. 410 Schätzpreis: 85,00 EUR tigen Engländers!) erreichten mit 800 km Reich- Startpreis: 350,00 EUR
Startpreis: 40,00 EUR weite erstmals London und wurden durch ihre Gotthard Allweiler Pumpenfabrik AG
Gorkauer Societäts-Brauerei AG Einsätze gegen England als “The Gothas” berüch-
tigt. Aus diesem Grund benannte sich das in Groß- Aktie 1.000 Mark, Nr. 2561
Aktie 1.000 Mark, Nr. 5984 Radolfzell, 24.10.1921 EF
britannien regierende Königsgeschlecht Sachsen-
Gorkau, Kr. Schweidnitz, 25.10.1921 EF/VF Coburg und Gotha um in “die Windsors”. Auf- Auflage 750 (R 11). Gründung 1860 durch Gott-
Auflage 3.000 (R 8). Gründung 1858 als KGaA, AG grund der Bestimmungen des Versailler Vertrages hard Allweiler, dem Erfinder der Flügelpumpe,
ab 1886. Brauerei, Mälzerei und Limonadenfabrik. wurde die Flugzeugproduktion in Gotha 1920 zer- 1910 Umwandlung in eine AG. Ihren Erfolg ver-
Hinzuerworben wurde die Genossenschaftsbraue- stört, aber 1933 mit dem Schul-Doppeldecker Go dankte die Firma vor allem seiner selbst ent-
rei Croischwitz (1920), das Waldenburger Brau- 145 wieder aufgenommen (die Gotha Go 150 wird wickelten und dann über die ganze Welt verbreite-
haus, die Stadtbrauerei Neurode und die Kastner- 1939 mit 8.048 m einen anerkannten Höhenrekord ten zwei- und vierfach wirkenden Flügelpumpe.
sche Lagerbierbrauerei Habelschwerdt (1921) aufstellen). 1916 Erwerb der Bayerischen Waggon- Später auch Herstellung von automatischen
sowie das Braurecht des Frankensteiner Brauhau- und Flugzeugwerke in Fürth, die als zweites Werk Viehtränkebecken und Kraftfahrzeugteilen. Im
ses (1922). Braustätten dann in Gorkau, Walden- weitergeführt wurden (1938 verkauft). 1921 Fusi- Freiverkehr Frankfurt notiert, Großaktionäre

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Auktionshaus Gutowski • 50. Auktion Historischer Wertpapiere am 16. Juli 2012

waren die Familien Allweiler und Wolf. 1998 Ein- gebaut und betrieben. Zur Finanzierung emittierte Schuldentilgung. Herrliche Jugendstil-Gestaltung.
gliederung in die Colfax Pump Group (CPG), 2003 der badische Staat spezielle Eisenbahnanleihen. Maße: 31,8 x 24,2 cm. Doppelblatt, inwendig Anlei-
squeeze-out der Kleinaktionäre. Maße: 38,5 x 26,5 Maße: 31,4 x 24 cm. Doppelblatt, inwendig Anlei- hebedingungen, mit beiliegenden restlichen
cm. Sehr guter Erhaltungszustand! Seit Jahrzehn- hebedingungen, mit beiliegenden restlichen Kupons.
ten nur 2 Stücke bekannt, nicht im BAROV. Kupons.

Nr. 419
Nr. 415
Nr. 419 Schätzpreis: 150,00 EUR
Nr. 413 Nr. 416 Schätzpreis: 300,00 EUR Startpreis: 75,00 EUR
Nr. 413 Schätzpreis: 150,00 EUR Startpreis: 150,00 EUR Grossherzoglich Badisches
Startpreis: 40,00 EUR Grossherzoglich Badisches Eisenbahn-Anlehen
Großeinkaufsgesellschaft Eisenbahn-Anlehen 4 % Schuldv. 200 Mark, Nr. 3129
Deutschland AG 3,5 % Schuldv. 5.000 Mark, Nr. 3937 Karlsruhe, 25.4.1914 EF
Aktie Lit. C 1.000 Mark, Nr. 6614 Karlsruhe, 20.2.1904 EF Auflage 10.000 (R 9). Teil einer Anleihe von 30
Hamburg, 18.4.1922 VF Auflage 6.000 (R 9). Maße: 32 x 24,3 cm. Doppel- Mio. Mark für den Staatseisenbahnbau. Äußerst
Auflage 4000 (R 10). Gründung 1917. Filiale in Bre- blatt, inwendig Bedingungen, mit beiliegendem dekoratives Jugendstilpapier, großes Wappen mit
men. 1928 Sitzverlegung von Hamburg nach Bre- Talon. geflügelten Löwen, florale Randverzierung. Maße:
men. Direkte Vermittlung von Lebensmitteln und 32,3 x 24,5 cm. Mit beiliegendem restlichen
Gebrauchsgegenständen zwischen Erzeugern und Kuponbogen.
Verbrauchern. 1932/33 aus den Handbüchern ver-
schwunden. Großformatiges papier, dekorativ mit
Firmenschriftzug im Unterdruck. Anbei: drei
Schriftstücke der Firma aus der Zeit 1922-1933.
Mit kpl. Kuponbogen.

Nr. 417
Nr. 414
Nr. 417 Schätzpreis: 250,00 EUR
Nr. 414 Schätzpreis: 100,00 EUR Startpreis: 125,00 EUR
Startpreis: 45,00 EUR
Grossherzoglich Badisches
Großenhainer Webstuhl- Eisenbahn-Anlehen Nr. 420
und Maschinen-Fabrik AG
4 % Schuldv. 500 Mark, Nr. 13256 Nr. 420 Schätzpreis: 350,00 EUR
Aktie 1.000 RM, Nr. 758 Karlsruhe, 6.1.1909 EF/VF Startpreis: 175,00 EUR
Großenhain, März 1928 VF+ Auflage 10.000 (R 9). Anleihe von 70 Mio. Mark für
Auflage 1.200 (R 8). Gründung 1852 durch Anton Grossherzogtum Hessen
Eisenbahnbau und Schuldentilgung. Herrliche
Zschille, seit 1872 AG. Herstellung und Vertrieb
Jugendstil-Gestaltung. Maße: 31,8 x 24,2 cm. Dop-
3 % Schuldv. 200 Mark, Nr. 33324
von Textilmaschinen, insbes. Webstühlen. 1888 Darmstadt, 11.4.1904 EF/VF
pelblatt, inwendig Anleihebedingungen, mit beilie-
Übernahme des Konkurrenzbetriebes May & Küh- (R 10) Teil einer Anleihe von 9,5 Mio. Mark “zur
ling in Chemnitz, welcher 1899 stillgelegt wurde. genden Kupons.
Deckung außerordentlicher Bedürfnisse des Staa-
Börsennotiz Berlin und Leipzig, zuvor auch Chem- tes”. Hübscher Druck der Reichsdruckerei mit
nitz und Dresden. Die Firma wurde nach dem Nr. 418 Schätzpreis: 175,00 EUR Rankwerk-Umrahmung und großem Prunkwap-
Krieg nicht verlagert. Nicht entwertet. Startpreis: 85,00 EUR pen. Maße: 32,5 x 21,4 cm. Doppeblatt, mit beilie-
Grossherzoglich Badisches gendem restlichen Kuponbogen (Talon + 1
Nr. 415 Schätzpreis: 300,00 EUR Eisenbahn-Anlehen Kupon). Nur zwei Stücke wurden 2007 gefunden!
Startpreis: 125,00 EUR 4 % Schuldv. 1.000 Mark, Nr. 3842
Grossherzoglich Badisches Karlsruhe, 11.1.1911 EF/VF Nr. 421 Schätzpreis: 275,00 EUR
Eisenbahn-Anlehen Startpreis: 150,00 EUR
Auflage 7600, R 9)Das Großherzogtum Baden
4 % Schuldv. 500 Mark, Nr. 13948 erteilte kaum Konzessionen an Privatbahnen. Alle Grossherzogtum Hessen
Karlsruhe, 12.3.1879 VF wichtigen Eisenbahnstrecken wurden vom Staat 4 % Schuldv. 1.000 Mark, Nr. 52811
Auflage 15.000 (R 9). Das Großherzogtum Baden gebaut und betrieben. Zur Finanzierung emittierte Darmstadt, 16.7.1909 EF
erteilte kaum Konzessionen an Privatbahnen. Alle der badische Staat spezielle Eisenbahnanleihen.
(R 9) Teil einer 4%igen allgemeinen Anleihe von
wichtigen Eisenbahnstrecken wurden vom Staat Anleihe von 30 Mio. Mark für Eisenbahnbau und
11,5 Mio. Mark, die parallel zu einer 3,5 % Anleihe

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Auktionshaus Gutowski • 50. Auktion Historischer Wertpapiere am 16. Juli 2012

für Eisenbahnzwecke über ebenfalls 11,5 Mio. land) war nun auch in Hessen das Prinzip der Nr. 425 Schätzpreis: 350,00 EUR
Mark aufgelegt wurde. Hübscher Druck der Staatseisenbahn umfassend durchgesetzt, ent- Startpreis: 200,00 EUR
Reichsdruckerei mit Rankwerk-Umrahmung und sprechende Investitionsmittel wurden über Anlei-
großem Prunkwappen. Maße: 32,6 x 21,3 cm. Dop- hen beschafft. Hübscher Druck der Reichsdrucke-
GRUNDIG AG
pelblatt, mit beiliegenden restlichen Kupons ab rei mit Rankwerk-Umrahmung und großem Prunk- Sammelaktie 50 x 50 DM, Nr. 1
1925. Nur sechs Stücke wurden 2007 gefunden! wappen. Maße: 32,8 x 21,2 cm. Doppelblatt, inwen- Fürth/Bay., Dezember 1976 UNC/EF
dig Anleihebedingungen, mit beiliegenden restli- 1930 wurde in Fürth die Firma “Radio-Vertrieb
chen Kupons. Nur fünf Stücke wurden 2007 gefun- Fürth Grundig & Wurzer” (RVF) gegründet. Im 2.
den. Weltkrieg produzierte die Firma Transformatoren,
elektrische Zünder und Steuerungsgeräte (u.a.
auch für die V1-Marschflugkörper und die V2-
Rakete). Nach dem 2. Weltkrieg stieg Max Grundig
(geb. 1908 in Nürnberg, gest. 1989 in Baden-
Baden) in einer ehemaligen Blechspielwarenfabrik
in Fürth in der Jakobinenstr. 24 mit einem genialen
Trick in die Produktion von Rundfunkgeräten ein:
Zwar war der Bau von Rundfunkgeräten genehmi-
gungspflichtig und der Verkauf streng bewirt-
schaftet. Aber das umging Grundig, indem er sei-
nen Rundfunkempfänger “Heinzelmann” als auch
für Laien kinderleicht zu montierenden Bausatz
lieferte und mit diesem offiziell als technischer
Baukasten deklarierten “Spielzeug” die Genehmi-
gungs- und Bezugsscheinpflicht umschiffte. 1948
erfolgte die Gründung der “RVF Elektrotechnische
Fabrik GmbH”, die nach der Währungsreform 1949
in “GRUNDIG Radio-Werke GmbH” umbenannt
wurde. Der Werkssender im Direktionsgebäude
(heute Rundfunkmuseum Fürth) sendete im
Herbst 1951 das erste regelmäßige deutsche Fern-
Nr. 421 sehprogramm der Nachkriegszeit, und im glei-
chen Jahr begann auch die Produktion von Fern-
sehgeräten. 1952 war Grundig bereits der größte
Nr. 423 Rundfunkgerätehersteller in ganz Europa und
wuchs rasant weiter. Konkurrenten wurden in
rascher Folge aufgekauft, darunter auch die Adler-
werke und Triumph. Diese fusionierten 1956 zur
Triumph-Adler AG und produzierten fortan nur
noch Büromaschinen (Grundig verkaufte TA, zu
der Zeit der fünftgrößte Büromaschinenhersteller
der Welt, 1968 an den US-Konzern Litton Indu-
stries). 1972 erfolgte die Umwandlung in eine Akti-
engesellschaft. Anfang der 1980er Jahre war der
Höhenflug vorbei: Aufkommende Konkurrenz aus
Fernost führte zu Umsatzeinbrüchen. Mit anfangs
24,5 % wurde der niederländische Konkurrent Phi-
lips als Aktionär in’s Haus geholt. Philips stockte
1984 auf 31,6 % auf und übernahm die unterneh-
merische Führung. Der Firmengründer Max Grun-
Nr. 424 dig schied aus der Unternehmensleitung aus. Die
Zahl der Beschäftigten, die auf dem Höhepunkt in
Nr. 424 Schätzpreis: 100,00 EUR 20 inländischen und 5 ausländischen Werken bei
Startpreis: 60,00 EUR fast 40.000 gelegen hatte, schrumpfte bis 1985 auf
Großkraftwerk Franken AG unter 20.000. Doch auch Philips bekam die Pro-
Aktie 1.000 DM, Nr. 89048 bleme nicht in den Griff und gab Grundig unter tat-
Nr. 422 kräftiger Mitwirkung der um die Arbeitsplätze
Nürnberg, Dezember 1968 UNC/EF besorgten Bayerischen Staatsregierung 1988 an
Nr. 422 Schätzpreis: 300,00 EUR Auflage 14.457 (R 7). Gründung 1911 durch die ein bayerisches Konsortium unter Führung des
Stadtgemeinden Nürnberg und Fürth sowie die Elektronik-Unternehmers Anton Kathrein ab.
Startpreis: 150,00 EUR Elektrizitäts-AG vorm. Schuckert & Co. 1913 Inbe- Doch die Probleme blieben, Werksschließungen
Grossherzogtum Hessen triebsetzung des Dampfkraftwerks Gebersdorf. waren weiter an der Tagesordnung. Bis 2001 war
(II. Nebenbahnen-Anleihe) 1920-22 Ausbau einer Regnitzwasserkraft in Hau- die Beschäftigtenzahl auf unter 6.000 abgesunken.
3,5 % Schuldv. 200 Mark, Nr. 17632 sen bei Forchheim (Ofr.). 1967 Fertigstellung des In Jahr darauf erschreckte ein neuer Umsatzein-
Kraftwerks Franken II in Kriegenbrunn. Stromliefe- bruch auf 1,3 Mrd. Euro und ein Verlust von 150
Darmstadt, 27.10.1894 EF rungen ausschließlich an Weiterverteiler (u.a.
(R 9) Anleihe laut Gesetz die Herstellung von Mio. Euro die Banken so sehr, daß sie auslaufende
Energie- und Wasserversorgung AG sowie Ver- Kreditlinien nicht mehr verlängerten. Im April
Nebenbahnen betreffend. Hübscher Druck der kehrs-AG Nürnberg und die Stadtwerke Fürth)
Reichsdruckerei mit Rankwerk-Umrahmung und 2003 markierte der Insolvenzantrag das Ende
und industrielle Großkunden. Mehrheitsaktionär eines der stärksten Symbole des deutschen Wirt-
großem Prunkwappen. Maße: 32,5 x 21,2 cm. Dop- war lange Zeit die Stadt Nürnberg. 2001 in der
pelblatt, mit beiliegendem restlichen Kuponbogen schaftswunders der Nachkriegszeit. Die Autora-
E.ON Bayern AG aufgegangen. Prägesiegel loch-
(Talon + 2 Kupons). Nur sechs Stücke wurden dio-Sparte ging an den Automobilzulieferer Delphi
entwertet.
2007 gefunden. Corporation, die Bürogeräte-Sparte übernahm die
Grundig Business Systems. Der wichtigste Bereich
“Home Intermedia System”, also die Fernsehgerä-
Nr. 423 Schätzpreis: 300,00 EUR
teprodution, ging an den türkischen Elektronik-
Startpreis: 150,00 EUR
hersteller “Beko Elektronik” in Istanbul. Dessen
Grossherzogtum Hessen Konzept, die Marke “Grundig” mit Entwicklung in
(VI. Anleihe für Eisenbahnzwecke) Deutschland (“designed and developed in Ger-
3,5 % Schuldv. 2.000 Mark, Nr. 35618 many”) und Fertigung in der Türkei wieder stark
zu machen, funktionierte am Ende auch nicht:
Darmstadt, 23.11.1900 EF
Ende 2008 wurde die in Nürnberg verbliebene Ent-
(R 10) Eine mit Zustimmung der Landstände bege- wicklungsabteilung schließlich auch dichtge-
bene Anleihe von 21,5 Mio. Mark für Eisenbahn- macht. Faksimile-Unterschrift Max Grundig als AR-
zwecke. Nach Gründung der preußisch-hessi- Vorsitzender. Dekorativ, mit Grundig-Firmensignet
schen Eisenbahngesellschaft und der 1896 in die- und großem Porträt von Max Grundig in Form
sem Zusammenhang erfolgten Verstaatlichung der eines Fernsehbildes. Rückseitig als wertlos abge-
Hessischen Ludwigs-Eisenbahn (zu der Zeit die
stempelt. Mit beiliegendem kompletten Kuponbo-
größte noch bestehende Privatbahn in Deutsch- Nr. 425 gen. Aktie Nr.1!

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Auktionshaus Gutowski • 50. Auktion Historischer Wertpapiere am 16. Juli 2012

Nr. 428 Schätzpreis: 250,00 EUR Gebilde aus Bergwerken, Hütten- und Walzwerken
Startpreis: 125,00 EUR und weiterverarbeitenden Betrieben. Heute als
MAN/GHH einer der bedeutendsten Maschinen-
Gustav Genschow & Co. AG und Anlagenbau-Konzerne. Grossformatiges,
Aktie 1.000 Mark, Nr. 89 dekoratives Papier. Lochentwertet. Maße: 26,7 x
Berlin, 23.5.1907 VF 35,9 cm. Prägesiegel lochentwertet.
Gründeraktie, Auflage 1.250. Gründung 1907 durch
Fusion der Badische Munitionsfabrik GmbH mit
Werken in Karlsruhe-Durlach und Wolfartsweier
und der oHG in Firma Gustav Genschow & Co. in
Berlin und Köln (gegr. 1888 als Waffengroßhand-
lung mit Ex- und Importgeschäft). Auf dem Gebiet
der Jagd- und Sportmunition wurde Genschow
nach Übernahme des Munitionsgeschäftes von
Köln-Rottweil der größte Konkurrent der Rhei-
Nr. 426
nisch-Westfälische Sprengstoff AG in Köln (Grup-
Nr. 426 Schätzpreis: 125,00 EUR pe Dynamit-Nobel / I.G.Farben). Einen sonst
Startpreis: 65,00 EUR unausweichlichen Kampf vermied man durch
Guido Hackebeil AG Abschluß eines I.G.-Vertrages 1927, der 1931 auf
die Dynamit-AG vorm. A. Nobel & Co. in Hamburg
Aktie 1.000 RM, Nr. 96 überging. Ab 1938 konnten die in Berlin und Ham-
Berlin, Mai 1927 EF burg börsennotierten Genschow-Aktien 5:2 in I.G.-
Auflage 1.000 (R 7). Gründung 1921. Herausgabe, Farben-Aktien umgetauscht werden. Das gesamte
Herstellung, Verlag und Vertrieb von Zeitschriften Vermögen wurde wegen Zugehörigkeit zum I.G.-
und Büchern aller Art sowie Anfertigung von Farben-Konzern durch alliiertes Kontrollratsge-
Drucksachen. 1930 Name geändert in Hackebeil setz Nr. 9 vom 30.11.1945 beschlagnahmt. 1951
AG, Buchdruckerei und Verlag. Nov. 1930 Konkur- kamen die Munitions- und Schrotfabrik Karlsruhe-
seröffnung (nach § 240 HGB, Verlust von mehr als Durlach und die Lederwarenfabrik Altstadt-
der Hälfte des Kapitals). Die Bewirtschaftung der Hachenburg wieder in Gang, 1953 Entlassung aus
Nr. 430
Verlagsrechte wurden der Norddeutschen Drucke- der alliierten Kontrolle und Auflösung des I.G.-Ver-
rei und Verlagsanstalt (DAZ), Berlin übertragen. trages mit der Dynamit-AG vorm. Alfred Nobel & Nr. 430 Schätzpreis: 80,00 EUR
Prägesiegel lochentwertet. Co. in Troisdorf, die aber mit zuletzt 94 % Startpreis: 40,00 EUR
Hauptaktionär blieb. 1960 Umwandlung in eine
GmbH. Großformatiges Papier (26,6 x 36 cm), Gutehoffnungshütte Aktienverein
hochwertiger Druck von Giesecke & Devrient. Prä- für Bergbau und Hüttenbetrieb /
gesiegel lochentwertet. Gutehoffnungshütte Oberhausen AG
5 % Teilschuldv. 500 RM, Nr. 42480
Nürnberg/Oberhausen, Dez. 1939 EF
Auflage 8.000 (R 8). Doppelblatt, inwendig Anlei-
hebedingungen, mit beiliegenden restlichen
Kupons. Nicht entwertet!

Nr. 427

Nr. 427 Schätzpreis: 65,00 EUR


Startpreis: 40,00 EUR
Gummiwerke ELBE AG Nr. 429
Aktie 100 RM, Nr. 19323 Nr. 429 Schätzpreis: 150,00 EUR
Piesteritz b. Kl.-Wittenberg (Elbe), Startpreis: 75,00 EUR
25.11.1941 EF+ Gutehoffnungshütte Aktienverein
Auflage 20.000. Gründung 1898 in Leipzig unter für Bergbau und Hüttenbetrieb Nr. 431
der Firma Oxylin-Werke, 1900 verlegt nach Prie- Nr. 431 Schätzpreis: 125,00 EUR
steritz, 1901 umbenannt wie oben. Herstellung Aktie 1.000 Mark, Nr. 31147
Oberhausen, 16.5.1917 EF Startpreis: 60,00 EUR
von technischen Gummiwaren aller Art, von
Schläuchen für alle Zwecke, gummierten Stoffen, Auflage 10.000. Gründung 1808/10 als Gewerk- H. Berthold AG
Gummistiefel, Gummiartikeln für Fahrrad- und schaft, ab 1872 AG. Die Gesellschaft gilt als Keim- Aktie 1.000 DM, Nr. 4560
Automobilbedarf und für elektrotechnische zelle der Schwerindustrie des Ruhrgebietes. Drei Berlin, Juli 1979 EF+
Zwecke. Großaktionär (1943): Felten & Guilleaume 1808/10 in der „Hüttengewerkschaft und Handlung
Auflage 1.500 (R 6). Gründung 1858, AG seit 1896
Carlswerk AG, Köln. In der DDR Betrieb fortge- Jacobi, Haniel & Huyssen“ in Sterkrade zusam-
als “H. Berthold Messinglinienfabrik und Schrift-
führt seit 1946 als VEB Gummiwerke Elbe, nach mengefasste Hütten waren der Ursprung: die 1758
giesserei AG”. Erzeugnisse: Schriften und Mes-
der Privatisierung aufgegangen in der TIP TOP zu Osterfeld vom Münsteraner Domkapitular Frei-
singlinien für Buchdruckzwecke, Bedarfsartikel
Oberflächenschutz Elbe GmbH. Prägesiegel loch- herr von der Wenge zu Dieck errichtete St.
für das graphische Gewerbe. Berthold expandier-
entwertet. Antony-Hütte zu Osterfeld, 1793 in den Besitz der
te rasch: Übernommen wurde 1897 die Schrift-
Fürstäbtissin Maria Kunigunde von Essen überge-
gießerei Bauer & Co. in Stuttgart und Düsseldorf,
gangen, 1799/1805 an den Hütteninspektor Gott-
1899 Errichtung einer Fabrik in St. Petersburg, fer-
lob Jacobi und seine Schwager Franz und Gerhard
ner übernommen 1905 J. H. Rust & Co. in Wien,
Haniel aus Ruhrort verkauft; weiterhin die Hütte
1917 Emil Gursch in Berlin, 1918 die Schriftgieße-
Gute Hoffnung in Sterkrade, zu deren Bau Frie-
reien Gottgried Böttger, F. A. Brockhaus, C. F. Rühl
drich der Große 1781 die Erlaubnis erteilt hatte,
in Leipzig und A. Kahle Söhne in Weimar, 1920 Juli-
die aber wegen des Emporkommens der Anthony-
us Klinkhardt in Leipzig, 1922 C. Kloberg in Leipzig
Hütte zahlungsunfähig wurde, in der Zwangsver-
und 1928 die Schriftgießerei der A.-G. für Schrift-
steigerung von der Mutter Friedrich Krupps
gießerei und Maschinenbau in Offenbach/Main. In
erworben und 1808 an Heinrich Huyssen aus
Riga bestand bei der H. Berthold Schriftgießerei
Essen und dessen Schwager Gottlob Jacobi und
H. Leunig & Co. eine 100 %ige Beteiligung, außer-
Gerhard und Franz Haniel weiterverkauft wurde;
dem mit je 50 % bei der Erste ungarische Schrift-
schließlich die im Auftrag der Fürstäbtissin von
gießerei AG in Budapest und der Haas’sche
Essen 1791 durch Gottlob Julius Jacobi errichtete
Schriftgießerei AG in Münchenstein bei Basel
Eisenhütte Neu-Essen im Emschertal bei Schloss
beteiligt. Mit dem Niedergang des Buchdrucks
Oberhausen, 1805 ebenfalls an den Jacobi-Haniel-
mußte das Produktionsprogramm ab Ende der
Clan verkauft. Durch ununterbrochene Firmenauf-
Nr. 428 60er Jahre völlig umgestellt werden: Berthold
käufe wuchs nach Gründung der AG ein riesiges

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Auktionshaus Gutowski • 50. Auktion Historischer Wertpapiere am 16. Juli 2012

wurde zum größten Hersteller von Fotosetzma- gruben Burkhardsrieth und Zessmannsrieth, Man-
schinen in Europa. 1971 umfirmiert in H. Berthold ganerz-Zeche Adolf II und Gewerkschaft Kupfer-
AG, 1979 Umzug in die vormalige Fabrik der berg in Kupferberg Oberfranken. An letzterem
Loewe Opta GmbH in Berlin-Steglitz. Die immen- Betrieb war über eine Studiengesellschaft auch
sen Entwicklungskosten der völlig neuen Foto- die Mansfeld AG für Bergbau und Hüttenbetrieb
satz-Technologie (bei der auch schon Lasertech- interessiert. Börsennotiz München. Mit komplett
nik zum Einsatz kam) wurden aber nie wieder ein- beiliegendem Kuponbogen.
gespielt: 1993 ging die Traditionsfirma in Konkurs.
Sehr dekorative Gestaltung mit fototype-Diskette.
Mit restlichem Kuponbogen.

Nr. 434 Nr. 437


Nr. 437 Schätzpreis: 250,00 EUR
Startpreis: 125,00 EUR
Hamburg-Bremer Feuer-
Nr. 432 Versicherungs-Gesellschaft
Nr. 432 Schätzpreis: 200,00 EUR Namensaktie 1.000 RM, Nr. 38552
Startpreis: 45,00 EUR Hamburg, Sept. 1929 / 10.7.1935 EF
H. Paul’s Tabak- und Zigarettenfabrik Umtausch kleinerer Nennwerte, Auflage nur 192
Stück (R 7). Gründung 1854. Das Rückversiche-
Aktie 1.000 Mark, Nr. 13253 rungsgeschäft wurde 1868 in die Hamburg-Bremer
Breslau, Juli 1923 EF+ Rückversicherung ausgegliedert (1889 durch Ver-
Gründeraktie, Auflage 30.000 (R 9). Gründung einigung rückgängig gemacht, 1892 erneut in eine
1923, bereits 1925 wieder in Konkurs. Maße: 23,5 x eigenständige AG ausgegliedert). Von Anfang an
29,1 cm. Mit beiliegendem kompletten Kuponbo- Ausrichtung auf das Auslandsgeschäft mit
gen. Geschäftsstellen in Kopenhagen, Oslo, St. Thomas
Nr. 435 (Westindien), San Francisco, Hongkong, Habana,
Nr. 435 Schätzpreis: 150,00 EUR Mexico, London und Chicago. Durch die Erdbe-
Startpreis: 50,00 EUR ben-Katastrophe in San Francisco 1906 wurde die
Gesellschaft empfindlich getroffen, die zu regulie-
Hafenmühle in Frankfurt am Main AG renden Schäden überschritten das Grundkapital.
Aktie 1.000 RM, Nr. 1114 1968 fusionierte die zu diesem Zeitpunkt älteste
Frankfurt a.M., 22.7.1930 EF+ noch bestehende Hamburger Versicherung mit
Auflage 1.440 (R 8). Gründung 1868 in Hausen als der 1857 gegr. Nord-Deutsche Versicherungs-AG
Mehl- und Brotfabrik der Firma May & Co., seit zur “Nord-Deutsche und Hamburg-Bremer Versi-
1881 AG. 1908 Verkauf des Grundstückes in Hau- cherungs-AG”. Aus dieser Gesellschaft wird im
sen an die Stadt Frankfurt, 1911 Betriebseröffnung Jahr 1975 die Hamburg-Mannheimer Sachversi-
der neuen Mühle im Frankfurter Hafen (Franzius- cherungs-AG. Heute ein Unternehmen der ERGO
str. 18-20) und aus diesem Anlass Umfirmierung in Gruppe. Doppelblatt. Prägesiegel lochentwertet.
„Hafenmühle“. Großaktionär war ein Konsortium
um das Bankhaus Alwin Steffan. Börsennotiz
Nr. 433 Frankfurt. 1964 in eine GmbH umgewandelt.
Zusammen mit den ebenfalls im Osthafen ansässi-
Nr. 433 Schätzpreis: 80,00 EUR gen Wolff-Mühlenwerken später Teil der Hilde-
Startpreis: 40,00 EUR brandmühlen (Marke “Aurora” mit dem Sonnen-
H. Th. Böhme AG stern) und damit des Konzerns der VK-Mühlen
geworden. In 2010 kamen Schließungsgerüchte
Aktie 200 RM, Nr. 8015
auf. Nicht entwertet!
Chemnitz, 29.12.1933 EF+
Auflage 750. Gründung 1881, AG seit 1909. Gros-
shandel mit Drogen, Farben, Chemikalien, Vegeta-
bilien sowie Kräuterschneiderei. Außerdem Her-
stellung von Spezialseifen (hier wurde mit “Fewa”
das erste synthetische Waschmittel der Welt ent-
wickelt und produziert) und -ölen für die Textil-
und Lederindustrie. Mit meist zweistelligen Divi- Nr. 438
denden ein hochrentables Unternehmen. Zweignie- Nr. 438 Schätzpreis: 150,00 EUR
derlassung in Hamburg. 1950 Sitzverlegung nach Startpreis: 50,00 EUR
Hamburg (Neuer Wall 19-23), anschließend in eine Hamburger Bankverein AG
GmbH umgewandelt. Prägesiegel lochentwertet.
Aktie 20 RM, Nr. 12177
Nr. 434 Schätzpreis: 250,00 EUR Hamburg, 31.12.1924 EF
Startpreis: 100,00 EUR Auflage 22.500 (R 8). Gründung 1910 als Grundei-
gentümerbank eGmbH (geschäftsansässig
Haeberlein-Metzger Vereinigte Brandstwiete 2-4), 1920 in Hamburger Bankverein
Nürnberger Lebkuchen- Nr. 436
eGmbH umbenannt, 1923 Umwandlung in eine AG.
& Schokoladen-Fabriken AG Nr. 436 Schätzpreis: 150,00 EUR 1926 Vergleichsverfahren, im gleichen Jahr
Vorzugsaktie 1.000 RM, Nr. 11 Startpreis: 40,00 EUR beschloß die Generalversammlung die Liquidati-
on. Faksimile-Unterschriften der Gründer: Cornel-
Nürnberg, August 1938 EF Hagen Bergbau-AG sen, Bank-Direktoren Heinrich Grube, Kummer
Auflage 100 (R 8). Gründung 1920 durch Fusion Aktie 1.000 Mark, Nr. 35623 und Wasskewitz. Farbe rot. Mit Kupons.
der Firmen Heinrich Haeberlein und F.G. Metzger.
Noch heute einer der bekanntesten Namen, wenn
München, September 1923 EF/VF
es um Lebkuchen geht. Vignetten mit Drachentö- Auflage 25.000 (R 9). Gründung 1920. Mahleinrich-
ter St. Georg in allen vier Ecken. tung für Ocker in Neuhaus a.d.Pegnitz, Feldspat- Kataloggebühr 10,00 Euro

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Auktionshaus Gutowski • 50. Auktion Historischer Wertpapiere am 16. Juli 2012

Nr. 441
Nr. 439
Nr. 441 Schätzpreis: 65,00 EUR
Nr. 439 Schätzpreis: 150,00 EUR Startpreis: 30,00 EUR
Startpreis: 60,00 EUR
Hannover Rückversicherungs-AG
Hamburger Privat-Bank von 1860 AG Aktie 10 x 5 DM, Muster
Aktie 20 RM, Nr. 14815 Hannover, November 1994 EF+
Hamburg, 1.1.1924 EF Nullgeziffertes Specimen (R 9). 1966 unter dem Nr. 443
Auflage 24000, R 7). Gründung 1860 als Genossen- Namen AG für Transport- und Rückversicherung
schaftsbank, AG seit 1921. Bankgeschäfte nament- in Bochum gegründet. Seit 1976 Hannover Rück-
lich für Kreise des Mittelstandes. Unter der Firma versicherungs-AG. Haupteigentümer mit ca. 75%
“Niedersächsische Handelsbank” wurden neben ist HDI Haftpflichtverband der Deutschen Indu-
dem weiteren Hauptsitz Hannover außerdem strie VVaG, Hannover. Dekorativ mit Abb. des Ver-
Geschäftsstellen in Burgwedel, Vahrenwalde, Fal- waltungssitzes.
lersleben, Gifhorn, Hillerse und Meinersen unter-
halten. Im Mai 1924 begab sich die Bank wegen Nr. 442 Schätzpreis: 65,00 EUR
ungenügender Liquidität unter Geschäftsaufsicht,
Startpreis: 30,00 EUR
anschließend Zwangsvergleich. Nur wenige
Wochen nachdem die Bank saniert schien geriet Hannover Rückversicherungs-AG
sie im Sept. 1925 erneut in Schwierigkeiten und Aktie 100 x 5 DM, Muster
stellte die Zahlungen ein. Im Rahmen des erneu- Hannover, November 1994 UNC/EF
ten Zwangsvergleichs wurden sämtliche Vermö-
Nullgeziffertes Specimen (R 9). Gleiche dekorative
genswerte einem Treuhänderausschuss überlas-
Gestaltung wie das Los davor, nur andersfarbig
sen, die Börsennotiz in Hamburg wurde 1926 ein-
gedruckt.
gestellt. Doch die Bank wollte einfach noch nicht
sterben: 1932 Sanierung durch Kapitalherabset-
zung von 500.000 auf 252.000 RM, 1938 Umtausch Nr. 443 Schätzpreis: 125,00 EUR
der 20-RM-Aktien in solche zu 1.000 RM und 1939 Startpreis: 75,00 EUR
Kapitalerhöhung auf 600.000 RM. Aber es half Hannoversche Eisengießerei
doch nichts: 1941 wurde die Auflösung beschlos- und Maschinenfabrik AG
sen, 1954 nach fast drei Jahrzehnten Siechtum im
Handelsregister gelöscht. Mit kpl. Kuponbogen.
4 % Genußrechtsurkunde 100 RM, Nr. 40 Nr. 444
Anderten b. Hannover, Okt. 1927 EF/VF
(R 9) Gründung 1857, AG seit 1859 (ab 1930
Namenszusatz „Heag“ Hannoversche Eisengieße-
rei und Maschinenfabrik AG). Drei Abteilungen:
Gießerei, Landmaschinenbau (Mäher, Heuwender,
Kartoffelernter, Ackerwagen) und Rohrreinigung.
Börsennotiz Hannover. 1953 Vergleich, 1955
Anschlußkonkurs. Prägesiegel lochentwertet.

Nr. 444 Schätzpreis: 100,00 EUR


Startpreis: 50,00 EUR
Hannoversche Portland-Cementfabrik
Aktie 1.000 Mark, Nr. 6363
Misburg, 1.4.1922 VF
Auflage 2.800. 1873 kauften Friedrich Kuhlemann Nr. 445
und Albert Meyerstein eine auf den reichen Mis- Nr. 445 Schätzpreis: 100,00 EUR
burger Mergelvorkommen fußende Kalkbrennerei Startpreis: 45,00 EUR
nördlich der Güterbahn Hannover-Lehrte, 1877
begannen sie auf dem Gelände den Bau der Han- Harmstorf AG
noverschen Portland-Cementfabrik (HPC). Es war Aktie 50 DM Januar, Nr. 11035
die erste der später sechs Zementfabriken im Flensburg, Januar 1983 UNC/EF
Nr. 440 Raum Misburg. 1884 Umwandlung in eine AG. Die
Auflage 10.000 (R 7). Traditionsreiche Werft,
Zementfabrik, die durch einen eigenen Stichkanal
an den Mittellandkanal angeschlossen war, produ- bereits 1872 als Flensburger Schiffsbau-Gesell-
Nr. 440 Schätzpreis: 75,00 EUR schaft gegründet. Das Werftgelände befand sich
Startpreis: 30,00 EUR zierte mehr als ein Jahrhundert lang. 1988 wurde
die Klinkerproduktion eingestellt, der Steinbruch unmittelbar an der für große Seeschiffe erreichba-
Hanauer Seifenfabrik J. Gioth AG wird seitdem gemeinsam mit der Landeshaupt- ren Flensburger Förde. Gebaut wurden Motor- und
Aktie 1.000 Mark, Nr. 2579 stadt Hannover renaturiert, das Mahlwerk wurde Dampfschiffe bis 50.000 tdw. Ab 1965 außerdem
Hanau a.M., 1.6.1922 EF/VF an den Großaktionär Teutonia Zementwerk AG Reparaturbetrieb für Kettenfahrzeuge (1967 in die
Auflage 1.000. Gründung 1921 zur Übernahme der verpachtet. Über Generationen im Familienbesitz, Fahrzeugwerke Nord, ein Gemeinschaftsunterneh-
Firma „Hanauer Seifenfabrik J. Gioth, Inh. Walter 2004 ging dann die Aktienmehrheit von Teutonia men mit MAN, eingebracht). Erst in den 1970er
Schott“. Hergestellt wurden Seife und Glycerin. Im und damit auch von HPC an den HeidelbergCe- Jahren als AG ein Opfer der Werften-Krise gewor-
Sept. 1924 Konkurseröffnung. Sehr großes Hoch- ment-Konzern. Ende 2006 squeeze-out der weni- den, der Betrieb selbst wurde in einer Auffangge-
format mit hübscher Umrahmung. Maße: 38,5 x 27 gen noch verbliebenen Kleinaktionäre. Lochent- sellschaft fortgeführt. 1981 Einbringung der Harm-
cm. Mit Kupons. wertet. Großformat (37,4 x 27 cm). storf KG in die FSG und Namensänderung in Harm-
storf AG. 1987 Eröffnung des Konkursverfahrens.
Dekorativ, mit Abb. einer Dreimastbark und
Ihre Aufträge werden interessewahrend behandelt: die Zuschläge erfolgen moderner Schiffkonstruktionszeichnung. Mit
zum niedrigst möglichen Preis, auch wenn Sie schriftlich höher geboten haben! Kupons.

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Auktionshaus Gutowski • 50. Auktion Historischer Wertpapiere am 16. Juli 2012

Nr. 446 Nr. 448


Nr. 446 Schätzpreis: 150,00 EUR Nr. 448 Schätzpreis: 30,00 EUR
Startpreis: 60,00 EUR Startpreis: 20,00 EUR
Harpener AG Hartwig & Vogel AG
Sammelaktie Lit. A 10 x 100 DM, Blankette Aktie 1.000 RM, Nr. 747
Dortmund, 1.12.1971 UNC/EF Dresden, August 1942 EF+
Nr. 450
(R 10) Gründung 1856 mit einem Kapital von 1 Auflage 1.667. Gründung 1910. Erzeugnisse: Scho-
Mio. Thaler unter Übernahme von 12 Kohlenfel- kolade, Kakao, Marzipan, Konfitüren, Honigku- Nr. 450 Schätzpreis: 75,00 EUR
dern in der Nähe von Harpen, unweit Bochum. chen, Zucker- und Teigwaren aller Art, ferner Han- Startpreis: 35,00 EUR
Initiator war der Dortmunder Arzt Friedrich Wil- del mit Tee, Kaffee und Tabakwaren, schließlich Hauptstadt Breslau
helm Müser, dessen Vorfahren sich bereits im 18. Betrieb von Verkaufsautomaten. 1950 verlagert
Jh. um den Steinkohlenbergbau bemüht hatten. nach Einbeck, 1951 auf die Kant Chocoladenfabrik
7 % Schuldv. 1.000 RM, Nr. 1822
Noch im Gründungsjahr wurde mit dem Aufbau AG, Einbeck, übergegangen. Neue Firma: Kant- Juli 1926 VF+
der Zechen Prinz von Preußen bei Bochum-Werne Hartwig & Vogel AG, Einbeck, 1957 gelöscht. Prä- (R 7) Rückseitig Bedingungen. Lochentwertet.
und Heinrich Gustav bei Altenbochum begonnen. gesiegel lochentwertet. Maße: 29,7 x 21,1 cm.
1859 begann die regelmäßige Förderung. Bei
Bochum, Herne, Werne, Lünen und Buer gelegene
Zechen: Heinrich Gustav mit 2 Schächten, Amalia,
Prinz von Preussen mit 2 Schächten, Caroline,
Neu-Iserlohn, Vollmond; von der Heydt, Julia,
Recklinghausen I und II, Gneisenau, Preussen I
und II, Hugo I, II und III. Noch vor der Jahrhun-
dertwende war Harpen zum Unternehmen mit der
höchsten Fördermenge des Ruhrgebietes heran-
gewachsen. 1934 erwarb der Flick-Konzern einen
maßgeblichen Kapitalanteil. Im Frühjahr 1954
übernahm der französische Stahlkonzern SIDE-
CHAR das Flick’sche Aktienpaket und nutzte Har-
pen fortan für den eigenen Bedarf an Koks und
Kohle. 1970 Umfirmierung von Harpener Bergbau-
AG in Harpener AG, 1995 in Harpen AG. Harpen,
eine bis heute börsennotierte AG mit den RWE als
Großaktionär, ist jetzt vor allem im Energieversor-
gungs- und Immobiliengeschäft tätig und verwal-
tet daneben noch riesigen Grundbesitz aus frühe-
ren Zeiten. Sehr dekorativ, zwei Vignetten mit Fir-
mensignet und Händen mit Grubenlicht.
Nr. 449
Nr. 451
Nr. 449 Schätzpreis: 200,00 EUR
Startpreis: 90,00 EUR Nr. 451 Schätzpreis: 125,00 EUR
Hasseröder Bierbrauerei AG Startpreis: 50,00 EUR
Aktie Lit. E 100 RM, Nr. 271 Hauptstadt Mannheim
Wernigerode am Harz, 1.12.1929 VF+ 10 % Schuldv. 20.000 Mark, Nr. 258
Auflage 750, aus Umtausch der früheren 50-RM- 1.3.1923 EF
Aktien. Gründung 1872 im Wernigeröder Stadtteil Auflage 1.500 (R 9). Teil einer Anleihe über insge-
Hasserode als Brauerei “Zum Auerhahn”, 1882 samt 150 Mio. Mark. Mit anh. restlichen Kupons.
übernahm Ernst Schreyer die Brauerei, 1896
Umwandlung in die Schreyer’sche Bierbrauerei- Nr. 452 Schätzpreis: 125,00 EUR
AG. Niederlagen in Halberstadt, Ilsenburg, Baders- Startpreis: 50,00 EUR
leben und Braunschweig. 1918 Umfirmierung in
Hasseröder Bierbrauerei AG. 1950 Umwandlung in Hauptstadt Mannheim
eine Kommanditgesellschaft mit staatlicher Betei- 10 % Schuldv. Lit. A 5.000 Mark, Nr. 1490
ligung (eine DDR-typische Regelung für Kleinbe- 1.3.1923 EF
triebe unterhalb der frühen Verstaatlichungs- Auflage 8.000 (R 8). Gleiche dekorative Gestaltung
schwelle). 1972 als VEB Hasseröder Bierbrauerei mit Wappen wie das Los davor, nur andersfarbig
vollständig verstaatlicht, 1980 dem VEB Getränke- gedruckt. Mit anhängenden restlichen Kupons.
kombinat Magdeburg zugeordnet. Nach der
Nr. 447 Wende begann 1990 mit der Übernahme der Has-
Nr. 453 Schätzpreis: 200,00 EUR
seröder Brauerei GmbH durch die Gilde-Brauerei
Nr. 447 Schätzpreis: 150,00 EUR aus Hannover eine beispiellose Erfolgsgeschichte:
Startpreis: 120,00 EUR
Startpreis: 10,00 EUR Durch cleveres Marketing wurde die bis dahin mit Hausleben Versicherungs-AG
Harpener Bergbau-AG (3 Stücke) kaum 100.000 hl jährlichem Produktionsvolumen Namensaktie 1.000 RM, Nr. 23164
bedeutungslose Provinzbrauerei praktisch aus Berlin, Juni 1929 VF+
Aktie 1.000 RM, #1933 dem Nichts nach wenigen Jahren zur viertgrößten
2x Aktie 100 RM, #61445 + #61446 deutschen Premium-Pils-Marke mit einem Jahres- Auflage 3.000 (R 8). Gründung 1920. Die Gesell-
absatz von rd. 2,5 Mio. hl. Deshalb war Hasserö- schaft war „Erfinder“ der Neuwertversicherung im
Dortmund, August 1935 EF Sachversicherungsbereich. Zunächst für Gebäu-
Zwei kleine Vignetten mit Hammer und Schlegel der auch das eigentliche Ziel, als der belgische
Interbrew-Konzern 2003 die Gilde-Brauerei über- deversicherungen, ab 1925 auch für die Universal-
und Bohrhammer. Alle drei Stücke nicht ent- Maschinen-Versicherung zugelassen. Arbeitsge-
wertet! nahm. Maße: 29,4 x 20,9 cm. Lochentwertet.
meinschaft mit folgenden Versicherungen, die

75
Auktionshaus Gutowski • 50. Auktion Historischer Wertpapiere am 16. Juli 2012

zugleich auch Aktionäre waren: Frankfurter Allge- flächentechnik, Klebstoffe, Markenartikel (insbe- Vaters geerbt und
meine, Nordstern, Vaterländische und Rhenania, sondere Wasch- und Reinigungsartikel, Kosme- arbeitete im NASA-
Colonia, Schlesische Feuer, Mannheimer, Gladba- tik/Körperpflege). Mit Marken wie Persil heute Mondprogramm
cher Feuer und Stuttgarter Verein. 1931 in Kon- eines der bekanntesten deutschen Unternehmen. des Wernher von
kurs gegangen. Lochentwertet. Mit anh. Kupons. Mit Büste des Firmengründers und Weltkarte. Braun. Darlehen an
Rückseitig als ungültig abgestempelt. die Fabrik für Moto-
re, Tretmotorwa-
Nr. 456 Schätzpreis: 50,00 EUR gen, Tretmotor-
Startpreis: 25,00 EUR fahrräder, Tretmo-
Ganswindts Weltenfahr- torboote, Tretmo-
Henkel KGaA zeug für einen bemannten torpflüge u. lenkba-
Sammel-VZ-Aktie 50 x 50 DM, Nr. 301154 Flug zum Mars re Luftfahrzeuge.
Düsseldorf, Oktober 1985 EF+ Das Darlehen diente zur Verwertung der von
Gleiche dekorative Gestaltung mit Porträt-Vignette Ganswindt patentierten Erfindung eines Verstei-
wie das Los davor, nur in rot gedruckt. Rückseitig fungssystems zur Konstruktion lenkbarerer Luft-
als ungültig abgestempelt. Mit beiliegenden restli- fahrzeuge, Windmotore, Turbinen, Schiffsschrau-
chen Kupons. ben, sowie eines Motors mit Sperrschaltwerk etc.
Dem Einzahler von 60 Mark versprach Ganswindt
eine Gewinnbeteiligung in Höhe von 600 Mark.
Nr. 453 Maße: 32,8 x 21 cm. Originalunterschrift
Hermann Ganswindt. Museale Rarität.

Nr. 454
Nr. 454 Schätzpreis: 75,00 EUR Nr. 458
Startpreis: 40,00 EUR Nr. 458 Schätzpreis: 60,00 EUR
Hegener + Glaser AG Startpreis: 35,00 EUR
Aktie 50 DM, Nr. 1662 Hermann Stärker AG
München, April 1994 UNC/EF Aktie 500 RM, Nr. 2835
Auflage 55.000 (R 6). Gegründet 1968 als GbR, seit Chemnitz, 26.7.1942 EF
1969 GmbH. 1984 wurde der damals sehr erfolg- Auflage 540. Gründung 1852 als KG, AG seit 1921.
reiche Hersteller von Schach-Computern in eine Betrieb von Textil-Unternehmen in Chemnitz und
AG umgewandelt und an die Börse gebracht. Gornau. Über das Vermögen der Ges. wurde am
Nachdem dieses Geschäft kein Geld mehr brach- 24.3.1953 das Konkursverfahren eröffnet, weil die
te, erlebte der Mantel nebst Börsennotiz 2001 eine Firma ab 24.12.1952 zahlungsunfähig war. Loch-
ungewöhnliche Verwandlung: Die AG wurde in entwertet.
STELLA Entertainment AG umbenannt und war Nr. 457
jetzt Betreiber von erfolgreichen Musicals wie
Cats, Phantom der Oper, Miss Saigon u.a. - doch Nr. 457 Schätzpreis: 1.000,00 EUR
dieses Geschäft hatte seine beste Zeit schon hin-
Startpreis: 500,00 EUR
ter sich, nur ein Jahr später kam die Pleite. Präge-
siegel lochentwertet. Hermann Ganswindt
Fabrik für eigene Erfindungen
Quittung 5. Serie 60 Mark, Nr. 1210
Schöneberg bei Berlin, 9.10.1899 VF+
(R 10) Hermann Ganswindt
(1856-1934) war einer der
produktivsten deutschen
Erfinder und gehört zu den
großen, fast vergessenen
Pionieren der Raumfahrt.
Von der Presse der Jahrhun- Nr. 459
dertwende wurde Ganswindt
als „der deutsche Edison”
Nr. 459 Schätzpreis: 75,00 EUR
gefeiert! In einem Vortrag, Startpreis: 30,00 EUR
den Ganswindt am 27.5.1891 Hertel AG Werkzeuge + Hartstoffe
in Berliner Philharmonie Sammelaktie 100 x 50 DM, Nr. 116
hielt, befaßte er sich mit dem Antrieb eines von Fürth, Juli 1993 UNC/EF
ihm entworfenen „Weltenfahrzeugs”, das nach
dem Rückstoßprinzip konstruiert war. Damit Gegründet 1947 als Werkzeuge und Apparatebau
hatte Ganswindt die Voraussetzung für einen Flug GmbH in Cham/Opf. 1986 Umwandlung der Karl
außerhalb der Atmosphäre richtig erkannt und Hertel GmbH in eine AG. Seit 1994 Kennametal
Nr. 455 korrekt beschrieben. Eine bemannte Reise zum Hertel AG Werkzeuge + Hartstoffe. Prägesiegel
Mars oder Venus sollte nach Ganswindts Berech- lochentwertet.
Nr. 455 Schätzpreis: 50,00 EUR nung 22 Stunden dauern. Ganswindt zog durch
Startpreis: 25,00 EUR das Land, um Investoren für sein Weltraumprojekt Nr. 460 Schätzpreis: 400,00 EUR
Henkel KGaA zu finden, leider nicht erfolgreich. Erst am Ende Startpreis: 200,00 EUR
Sammel-Vorzugsaktie 10 x 50 DM, Nr. 101938 seines Lebens wurde er von der jungen Raum- Hessische Elektrizitäts-AG
fahrt-Bewegung als Pionier anerkannt. Trotzdem
Düsseldorf, Oktober 1985 EF+ starb er verarmt 1934 in Berlin. Allerdings durfte Aktie 1.000 RM, Nr. 1478
Gründung 1876 als Henkel & Cie. in Aachen. 1878 seine zweite Ehefrau den Abschuss der ersten Darmstadt, 15.9.1941 EF+
Sitzverlegung nach Düsseldorf. 1977 Umwandlung Mondrakete live in Cape Kennedy miterleben: Auflage 200 (R 9). Gründung 1912 durch die Stadt
der GmbH in ein KGaA mit anschließendem Bör- einer von Ganswindts Söhnen hatte das Talent des Darmstadt, die Süddeutsche Eisenbahn-Ges. und
sengang. Tätigkeitsgebiet: Chemieprodukte, Ober- Hugo Stinnes. Bei der Gründung übernommen wur-

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Auktionshaus Gutowski • 50. Auktion Historischer Wertpapiere am 16. Juli 2012

den die elektrische Straßenbahn in Darmstadt (13 Nr. 464 Schätzpreis: 300,00 EUR
km, eröffnet 1897, eingebracht von der Stadt Darm- Startpreis: 200,00 EUR
stadt) und die Dampfstraßenbahnen Darmstadt-
Eberstadt, Darmstadt-Griesheim-Arheilgen. 1941
Hirschberger Thalbahn
Umfirmierung in Hessische Elektrizitäts-AG. 1942 Actie 1.000 Mark, Nr. 1424
Übernahme der Heppenheimer Stadtwerke. 1990 Hirschberg i. Schlesien, Sept. 1913 EF/VF
Ausgründung des ÖPNV in die HEAG Verkehrs- Auflage 500 (R 6). Gegründet 1902 für den Betrieb
GmbH. 2003 Fusion mit der Südhessische Gas und der Straßenbahnstrecken Bahnhof Hirschberg -
Wasser AG zur HEAG Südhessische Energie AG Cunnersdorf - Herischdorf - Warmbrunn - Herms-
(HSE). Lochentwertet. Nur 10 Stücke sind bekannt! dorf, Warmbrunn - Giersdorf Bächteltalweg, Bahn-
länge 19,15 km, Spurweite 1 m, oberirdische
Stromzuführung, eigene elektrische Zentrale. Die
Ges. war seit 1932 eine Tochterges. der Elektrizi-
täts-AG vorm. W. Lahmeyer & Co. 1937/38 wurde
die Ges. an die Niederschlesische Elektrizitäts-AG
Nr. 462 und die Reichselektrowerke verkauft. Nach
Kriegsende fuhr die Straßenbahn unter der polni-
schen Bezeichnung “Kolej Elektryczna w Jeleniej
Górze” wieder. Bis 1969 fuhr die elektrische Bahn
von Hirschberg nach Bad Warmbrunn. Großfor-
matiges Papier, sehr dekorativ gestaltet. Maße: 37
x 25,2 cm. Doppelblatt, lochentwertet.

Nr. 460

Nr. 463
Nr. 463 Schätzpreis: 200,00 EUR
Startpreis: 75,00 EUR
Hilgers AG
Aktie 100 RM, Nr. 3472
Rheinbrohl, Juli 1935 EF/VF Nr. 465
Auflage 2.000 (R 8). Gründung 1867 in Rheinbrohl,
1888 Umwandlung in die “AG für Verzinkerei und Nr. 465 Schätzpreis: 200,00 EUR
Eisenkonstruktion vorm. Jacob Hilgers”. Herstel- Startpreis: 90,00 EUR
Nr. 461
lung von Stahlhoch- und Brückenbauten, Behäl- Hochseefischerei Niederelbe AG
tern und Apparaten insbesondere für die Che-
mieindustrie, Tanks, Wellblechen, Stahlfenstern
Aktie Lit. A 1.000 Mark, Nr. 12946
Nr. 461 Schätzpreis: 200,00 EUR und -toren, Transportanlagen, Kränen und Rühr- Hamburg, 17.11.1923 EF-
Startpreis: 40,00 EUR werken. Außerdem Betrieb der Hilgers-Werft, auf Gründeraktie, Auflage 24.000 (R 8). Übernahme
Heymann & Schmidt der bis zu den größten Abmessungen hunderte des Vermögens der „Reedereien der vereinigten
Luxuspapierfabrik AG von Rheinschiffen fertiggestellt wurden. 1911 Fusi- Hochseefischdampfer der Niederelbe“. Hübscher,
on mit der AG für Brückenbau, Tiefbohrung und gelbfarbener Titel mit Abbildung der Reedereiflag-
Aktie 1.000 Mark, Nr. 355 ge. Mit komplett anhängenden Kupons.
Eisenkonstruktionen, Neuwied (als Werk II weiter-
Berlin, 2.1.1905 EF geführt). 1921 Erwerb des Stanz- und Emaillier-
Gründeraktie, Auflage 1500 (R 7). Gegründet werkes “Moguntia” in Mainz-Kostheim (schon
zwecks Erwerb und Erweiterung der „Berliner 1922 wieder veräußert). 1927 Umfirmierung in Hil-
Luxuspapierfabrik Heymann & Schmidt“ in der gers AG. Die börsennotierte Hilgers AG (über 98 %
Schönhauser Allee 164. Herstellung von Kalen- der Aktien hielt zuletzt die DSD Dillinger Stahlbau
dern, Postkarten, Plakaten, Reklameartikeln, GmbH, Saarlouis) wurde 2004 in die DSD Stahlbau
Glückwunschkarten und Verpackungen. Umbe- GmbH umgewandelt und gehört zur MAN-Fer-
nannt 1922 in “Heymann & Schmidt AG”. 1933 rostaal Gruppe. Nicht entwertet, in dieser Form
(inzwischen lag das Aktienkapital in schwedi- zuvor vollkommen unbekannt gewesen. Mit
schen Händen) Stilllegung der Luxuspapierfabrik, holländischem Steuerstempel und Aktenzeichen
fortan nur noch Verwaltung und Vermietung der der Prüfstelle.
ehemaligen Betriebsgrundstücks. Die Verwaltung
befand sich in Berlin W 8, Unter den Linden 43/45
in den Räumen der Unionbank. 1941 in “Schön-
hauser Industriehof Grundstücks-AG” umfirmiert.
1943 wurde das Areal bei einem Luftangriff völlig
zerstört. 1951 Kapitalumstellung von 225.000 RM
auf 6.750 DM, Verlegung des Verwaltungssitzes
nach Berlin-Steglitz, 1952 Umwandlung in eine
GmbH. Mit schwedischer Steuermarke. Großfor-
matiges Papier (27,6 x 37 cm), nicht entwertet.

Nr. 462 Schätzpreis: 750,00 EUR Nr. 466


Startpreis: 350,00 EUR
Hilfe Vertragsgesellschaft deutscher Nr. 466 Schätzpreis: 175,00 EUR
Lebensversicherungsunternehmen AG Startpreis: 50,00 EUR
Aktie 1.000 Mark, Nr. 2519 Hoesch-Köln Neuessen AG
Stuttgart, 3.10.1916 EF für Bergbau und Hüttenbetrieb
Auflage 3.000 (R 9). Betrieb der Lebensversiche- 5 % Teilschuldv. 500 RM, Nr. 24329
rung für nicht normale (abgelehnte) Risiken, Dortmund, Januar 1937 EF-
unmittelbar als auch mittelbar (durch Rückversi- (R 8) Die Verbindung der Familie Hoesch zur
cherung). Ende 1921 waren 19 Lebensversiche- Eisenindustrie reicht bis in das 17. Jh. zurück. Ihre
rungen beteiligt. Ab 1923 in Liquidation, 1925 ist Hammer- und Hüttenbetriebe errichtete die Fami-
die Firma erloschen. Dekorative Gestaltung mit lie jeweils dort, wo die Standortverhältnisse eine
Flechtbandornamentik. Nr. 464 günstige Entwicklung versprachen. Von den alten

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Auktionshaus Gutowski • 50. Auktion Historischer Wertpapiere am 16. Juli 2012

Betriebsstätten in der Eifel wurden die Werke 1846 Hohenlimburg-Nahmertal (3,3 km). Letzte Großak-
angesichts der knapper werdenden Rohstoffe Erz tionäre waren Krupp und Hoesch. Bahnverkehr
und Holzkohle in die Nähe der Steinkohle nach 1983 eingestellt, 1985 umgewandelt in eine GmbH.
Eschweiler verlagert. Leopold Hoesch fasste Lochentwertet.
schließlich den Entschluss, den Schwerpunkt sei-
ner industriellen Tätigkeit ins Ruhrgebiet zu verle-
gen. Zusammen mit Verwandten gründete er 1871
für den Betrieb eines Eisen- und Stahlwerkes in
Dortmund eine oHG. Daraus wurde 1873 die Eisen-
und Stahlwerk Hoesch AG. 1899 wurde mit dem
Erwerb der Gewerkschaft ver. Westphalia in Dort-
mund auch eine eigene Kohlengrundlage geschaf-
fen. 1930 Verschmelzung mit dem Köln-Neuesse-
ner Bergwerksverein (früher Kölner Bergwerks-
verein), 1938 Umfirmierung in Hoesch AG. 1952
auf alliierte Anordnung zeitweise in die drei Nach- Nr. 471
folgegesellschaften Hoesch Werke AG, Altenesse- Nr. 471 Schätzpreis: 200,00 EUR
ner Bergwerks-AG und Industriewerte AG aufge- Startpreis: 60,00 EUR
spalten. 1992 in einer spektakulären, nicht gerade
freundlichen Aktion vom Erzkonkurrenten Krupp Nr. 469
Hotzenplotzer Zuckerfabriks-AG
„geschluckt“. Doppelblatt, inwendig Anleihebe- Aktie 1.000 RM, Nr. 2339
dingungen, lochentwertet. Nur 12 Stücke sind Nr. 469 Schätzpreis: 350,00 EUR Oberglogau O.S., 24.8.1939 EF
bekannt! Startpreis: 150,00 EUR Auflage 2.400 (R 8). Gründung 1858 in Hotzenplotz
Hohenzollern Diamant-Gesellschaft mbH in Oberschlesien. Zweigwerke in Ober-Glogau und
Zülz (Preuß.-Schlesien). 1939 Anpassung der Sat-
Anteil-Schein 500 Mark, Nr. 217
zung an das deutsche Aktienrecht und Kapitalum-
Lüderitzbucht, 20.7.1909 EF+ stellung von Kronen auf RM. Großaktionär war
Gründeranteil (Auflage 300. Gründung am damals die Südzucker in Mannheim. Mit restlichem
14.7.1909 vom Bäckermeister Hallerbäumer, den Kuponbogen. Nur 20 unentwertete Stücke wurden
Kaufmännern Nouvel und Kapps, Sattler Schenk, 1994 in einem Prager Banktresor gefunden.
Gastwirt Bauer, Malermeister Hilse, Bauunterneh-
mer Bause und dem Verkehrskontrolleur Gross.
Schürfen, Ausbeutung und Verwertung von Edel-
steinen und Mineralien aller Art. In die Gesell-
schaft wurden 50 in der Nähe der Spencerbucht in
Südwestafrika gelegene Schürffelder der „Kolonia-
le Bergbaugesellschaft mbH“ eingebracht. Druck
auf beigem Leinenpapier, mit Jugendstilelemen-
ten. Originalunterschriften Fr. Kapps und Gross.

Nr. 467
Nr. 472
Nr. 467 Schätzpreis: 250,00 EUR
Startpreis: 120,00 EUR Nr. 472 Schätzpreis: 300,00 EUR
Hofer Bierbrauerei AG Startpreis: 90,00 EUR
Deininger-Kronenbräu HOVAD Allgemeine Versicherungs-AG
Aktie 1.000 Mark, Nr. 2153 Aktie Lit. A 20 RM, Nr. 6929
Hof, Dezember 1923 EF/VF Berlin, April 1926 EF
Auflage 2.500 (R 7). Entstanden 1905 durch Auflage 8.625 (R 9). Entstanden 1925 durch Ver-
Zusammenlegung der beiden Privatbrauereien schmelzung der „Hohenzollern“ Versicherungs-AG
Wilh. Deininger (gegr. 1854) und Kronenbräu, (gegr. 1913) und der „Vaterland“ Rückversiche-
Hagenmüller und Hick (gegr. 1888). Spezialitäten: rungs-AG (gegr. 1916). 13 Verwaltungsstellen im
Deininger Edelpils, Hofquell, Hofator und „Krona“ ganzen Deutschen Reich von Mannheim bis
Malztrunk. 1975 Beherrschungs- und Gewinnab- Königsberg i.Pr. 1932 geriet der „Hovad-Konzern“
führungsvertrag mit der Ersten Kulmbacher in Folge der Weltwirtschaftskrise in Schwierigkei-
Actienbrauerei AG, die 1995 fast 97 % der Aktien ten und wurde übernommen durch die UNION All-
besaß. Maße: 26,5 x 19,7 cm. Lochentwertet. gemeine Versicherungs-AG in Berlin, die 1958
Nr. 470 ihren Sitz nach München verlegte, 1982 dann auf
Nr. 470 Schätzpreis: 300,00 EUR die Alleinaktionärin “Magdeburger Feuerversiche-
Startpreis: 150,00 EUR rungs-AG” in Hannover verschmolzen (damals zur
Schweizer Rück gehörig, später an die Allianz ver-
Hotel-AG Chemnitzer Hof kauft). Beiliegend: 2 Kupons. Nur 7 Stücke wurden
VZ-Aktie Lit. C 100 RM, Nr. 1785 Anfang der 90er Jahre in Privatbesitz in Solingen
Chemnitz, 30.6.1931 EF gefunden.
Auflage 2.000, dieses Stück als eines von nur drei
bekannten ohne den Stempel “Gültig geblieben ... Nr. 473 Schätzpreis: 60,00 EUR
1935” (R 10). Gründung 1927 zum Bau und Betrieb Startpreis: 30,00 EUR
des „Chemnitzer Hof“ und eines Weingroßhan-
dels. Als Folge der Weltwirtschaftskrise 1931 in Hüttenwerke C. Wilh. Kayser
Vergleich gegangen, der aber erfüllt werden konn- & Co. Niederschöneweide AG
te. Zwischenzeitlich in der DDR ein Haus der Inter- Aktie 1.000 RM, Nr. 7352
hotel-Gruppe. Zur Geltendmachung von Restituti- Berlin, Juni 1929 EF+
onsansprüchen wurde die AG nach der Wende
Nr. 468 reaktiviert. Heute ist der Chemnitzer Hof ein 4- Auflage 2.000. Gründung schon 1861 als C. Wilh.
Sterne-Hotel der Guennewig-Gruppe. Sehr dekora- Kayser, Ahlemeyer & Co. in Berlin-Moabit als
Nr. 468 Schätzpreis: 200,00 EUR Metallhüttenwerk zur Verhüttung von Gold-, Sil-
tiv, mit detaillierter Abbildung des Hotels und sei-
Startpreis: 125,00 EUR ner Umgebung im Unterdruck. Lochentwertet. ber- und Bleirückständen, AG seit 1911. 1906
Hohenlimburger Kleinbahn-AG Errichtung einer neuen Fabrik in Oranienburg
(Kupfer-, Blei- und Zinnhütte). 1913-16 Bau einer
Namensaktie 1.000 RM, Nr. 31 Die in diesem Auktionskatalog angegebenen
zweiten Fabrik in Lünen bei Dortmund. 1929 Fusi-
Hohenlimburg, März 1938 EF Startpreise sind Mindestpreise. on mit der Hüttenwerk Niederschöneweide AG.
Auflage 195 (R 6). Gründung 1898. 1000-mm- Gebote unter den Startpreisen werden nicht 1948/49 entschädigungslose Enteignung der
Schmalspurbahn von Hohenlimburg DB nach angenommen! Werke Oranienburg und Niederschöneweide

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Auktionshaus Gutowski • 50. Auktion Historischer Wertpapiere am 16. Juli 2012

sowie der Aluminiumschmelze in Schönebeck bei GmbH ausgegliedert. Die Weltwirtschaftskrise traf nes AG, 1999 brachte die VEBA einen Teil ihrer
Magdeburg. 1955 Sitzverlegung nach Lünen i.W., die Hasag schwer und erforderte eine Sanierung Beteiligung an die Börse, 2002 landete Stinnes
wo die Ges. eine Sekundär-Kupferhütte betreibt. mit Kapitalschnitt. Dann folgte eine sprunghafte nach einem entsprechenden Übernahmeangebot
Bis 2003 börsennotiert, dann drängte der Großak- Erholung: Die Beschäftigtenzahl, die 1932 auf nur bei der Deutschen Bahn. Lochentwertet.
tionär (Norddeutsche Affinerie, Hamburg) den noch gut 1.000 abgesunken war, vervielfachte sich
Streubesitz per squeeze-out heraus. Lochentwer- (auch wegen Eröffnung des zweiten Hauptwerkes
tet. in Berlin-Köpenick im Jahr 1935) in nur drei Jah-
ren auf fast 3.500. Beschäftigung brachten vor
allem umfangreiche Munitionslieferungen an die
Reichswehr (ab 1935 die Wehrmacht). Dirigent
dieses Aufschwungs, der die Hasag bis Ende des 2.
Weltkrieges zum größten Rüstungsbetrieb in Mit-
teldeutschland und alleinigem Hersteller von Pan-
zerfäusten machte, war als Betriebsdirektor Wil-
helm Renner, der Vater von Hannelore Kohl. In
den 1940er Jahren arbeiteten zwei Hauptwerke in
Leipzig-Paunsdorf und Berlin-Köpenick, außer-
dem Betriebsstätten in Altenburg, Meuselwitz,
Thermos-Langewiesen, Glashütte Großbreiten-
bach, Schwachstromlampenfabriken Eisenach Nr. 477
und Oberweißbach (alle Thüringen) sowie Taucha
bei Leipzig und Rhönglashütte Dernbach. Börsen- Nr. 477 Schätzpreis: 80,00 EUR
Nr. 473 notiz Berlin und Leipzig, Mehrheitsaktionär war Startpreis: 40,00 EUR
zuletzt die Dresdner Bank (weshalb die AG noch Hussel Holding AG
heute im Verzeichnis des Anteilsbesitzes der Alli-
anz-Versicherung mit 25,1 % aufgeführt ist). Nach Aktie 2 x 50 DM, Nr. 110077
Kriegsende hielt man sich mit der Herstellung von Hagen, September 1976 EF
Kochtöpfen, Milchkannen und Lampen über Was- Gründung 1949 als GmbH. Betrieben wurde
ser. 1947 wurden alle Maschinen und Anlagen von zunächst eine Kaffeegroßrösterei, Abpackanlagen
den Sowjets als Reparationsleistung demontiert für Schokolade, Gebäck und Bonbons sowie 144
und die Gebäude anschließend gesprengt. Patente Verkaufsstellen. 1961 Umwandlung in die Rudolf
und Markenrechte wurden danach von anderen Hussel AG Süsswarenfilialbetrieb. 1968/69 Über-
DDR-Betrieben genutzt, so z.B. die Wortmarke nahme der Heinrich Hanhausen KG und der Parfü-
HASAG bis 1974 vom VEB Leuchtenbau Leipzig. merie Douglas. Umfirmierungen 1970 in Hussel
Nicht entwertet und mit beiliegenden restlichen AG, 1976 in Hussel Holdig AG und 1989 in Douglas
Kupons! Holding AG, nachdem die Douglas-Parfümerien
das mit Abstand wichtigste Standbein geworden
waren. Neben den Parfümerien und dem Süßwa-
rengeschäft auch in den Bereichen Schmuck
Nr. 474 (Christ Juweliere), Mode/Sport (Sport Voswinkel)
und Buchhandel tätig. Bis heute börsennotiert,
Nr. 474 Schätzpreis: 125,00 EUR erst 2010 sorgte der Drogeriekettenbetreiber Dirk
Startpreis: 60,00 EUR Rossmann durch den Erwerb eines 10-%-Paketes
Hüttenwerke Kayser AG für Unruhe bei der Großaktionärsfamilie Kreke.
Mit restlichem Kuponbogen. Prägesiegel lochent-
Aktie 50 DM, Nr. 100030 wertet.
Lünen, Juli 1994 UNC/EF
Auflage 600.000 (R 6). Mit Firmen-Signet. Rücksei- Nr. 478 Schätzpreis: 80,00 EUR
tig als ungültig abgestempelt. Startpreis: 30,00 EUR
Hussel Holding AG
Nr. 476 Aktie 50 DM, Nr. 2659
Hagen, September 1976 EF
Nr. 476 Schätzpreis: 250,00 EUR Gleiche dekorative Gestaltung wie das Los davor,
Startpreis: 60,00 EUR nur andersfarbig gedruckt. Mit restlichem Kupon-
Hugo Stinnes AG bogen. Prägesiegel lochentwertet.
Aktie 1.000 DM, Muster
Mülheim (Ruhr), o.D. UNC/EF
(R 10) Schon 1808, noch zu Napoleons Zeiten,
gründete Matthias Stinnes (1790-1845) eine Han-
dels- und Schifffahrtsfirma. Der Handel mit der
Ruhrkohle machte ihn reich und mächtig, er
wurde zum größten Reeder auf dem Rhein. 1848
Nr. 475 wurde das Unternehmen unter dem Druck der
Gläubiger in einer Liquiditätskrise als “Mathias
Nr. 475 Schätzpreis: 200,00 EUR Stinnes’sche Handlungs-Actien-Gesellschaft” erst-
Startpreis: 40,00 EUR mals AG. Dieser ältere Stinnes-Konzern verlor
Hugo Schneider AG nach dem 1. Weltkrieg an Bedeutung und ging
1928 in dem von Hugo Stinnes sen. (1870-1924)
Aktie 100 RM, Nr. 6951 geschaffenen mittleren Stinnes-Konzern auf. Mit
Leipzig, 5.9.1932 EF weitgespannten Montan-Interessen, der Gründung
Gründung 1863 als Lampenfabrik Haeckel & des RWE, Reedereien, Werften und Handelsakti- Nr. 479
Schneider in Paunsdorf bei Leipzig, 1871 über- vitäten war die 1902 gegründete Hugo Stinnes Nr. 479 Schätzpreis: 150,00 EUR
nahm Hugo Schneider den Betrieb vollständig, AG GmbH seinerzeit der größte deutsche Konzern Startpreis: 40,00 EUR
seit 1899. Die “Hasag” war einer der ältesten Indu- überhaupt. Nachdem die Söhne von Hugo Stinnes
striebetriebe in Leipzig. Der ehemals handwerkli- alle väterlichen Weisungen ignorierten und den Hussel Holding AG
che Betrieb, in dem Lampen hergestellt wurden, Konzern damit in weniger als 2 Jahren ruinierten, Aktie 1.000 DM, Nr. 252163
entwickelte sich in Leipzig-Paunsdorf zu einer rie- ging das Vermögen 1926 auf die Hugo Stinnes Cor- Hagen, Juli 1980 EF
sigen Fabrik. 1898 wurde beim Bahnhof Schöne- poration in New York über, an der amerikanische (R 10) Entwertet durch Abschnitt der linken unte-
feld ein eigenes Messingwalzwerk errichtet. Her- Banken zu 50 % beteiligt waren. Erst 1961 wurde ren Ecke. Mit restlichem Kuponbogen.
gestellt wurden Messing-, Kupfer- und Aluminiu- die Corporation liquidiert und pro share wurde
merzeugnisse, Beleuchtungs-, Heiz- und Kocharti- eine 100-DM-Aktie der neu gegründeten Hugo Stin-
kel, Emaillewaren und Isolierflaschen sowie Auto- nes AG ausgegeben. 1965 erwarb die VEBA über Noch Fragen?
beleuchtung. 1932 wurde die Glühlampenfabrika- 95 %. 1969 konzentrierte man sich ganz auf Handel
tion in Oberweißbach (hervorgegangen aus der und Schifffahrt; die Stinnes-Zechen, die Glaswerke Rufen Sie mich an!
Glühlampenfabrik Germania Eisenach GmbH) in Ruhr und das Chemiewerk Ruhröl wurden an die Telefon: 0 53 31 / 97 55 24
die Hugo Schneider Vereinigte Glühlampenwerke Hibernia abgegeben. 1995 Neugründung der Stin-

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Nr. 482 Schätzpreis: 100,00 EUR anspruchsvolle Herstellung von Figuren des Bild-
Startpreis: 60,00 EUR hauers ERNST BARLACH. Architekturgeschicht-
lich interessant ist die als Arbeitersiedlung errich-
Iduna-Germania tete “Gartenstadt Marga” bei Brieske, die als
Allgemeine Versicherungs-AG früheste Umsetzung des Gartenstadtgedankens in
Namens-Aktie 300 RM, Nr. 5681 Deutschland gilt. Schon 1924 war die ILSE das
Berlin, 25.2.1933 EF+ größte Bergbauunnternehmen östlich der Elbe.
Auflage 200. Prägesiegel lochentwertet. Mehrheitsaktionär war jetzt der Aussiger Pet-
schek-Konzern, eine Schachtelbeteiligung besaß
die reichseigene VIAG. 1938 übernahm die VIAG
im Zuge einer “Arisierung” die Anteile der jüdi-
schen Familie Petschek (nach 1945 wurden die
früheren Aktionärsverhältnisse wieder herge-
stellt, wobei die Petschek-Gruppe inzwischen
nach New York emigriert war). In den 1940er Jah-
Nr. 480 ren wurden in drei Tagebaubetrieben in den Krei-
Nr. 480 Schätzpreis: 75,00 EUR Nr. 483 sen Calau, Hoyerswerda und Spremberg jährlich
Startpreis: 35,00 EUR fast 15 Mio. t Braunkohle gefördert, die dann an 8
Nr. 483 Schätzpreis: 200,00 EUR eigene Brikettfabriken und 6 eigene Verbundkraft-
I.G. Farbenindustrie AG Startpreis: 45,00 EUR werke gingen. In der späteren DDR wurden nach
Aktie Lit. A 1.000 RM, Nr. 192475 ILKA Nährmittelfabrik AG 1945 etwa die Hälfte der Anlagen von den Sowjets
Frankfurt a.M., Dezember 1925 VF demontiert, ansonsten gingen die Betriebe nach
Aktie B 5.000 Mark, Nr. 20821 der 1947 erfolgten Enteignung in Volkseigentum
Gründeraktie, Auflage 376.000. Gegründet wurde
die I.G. Farben 1925 als Zusammenschluß der Frankfurt a.M., 1.10.1923 EF über und kamen nach der Wende 1990 letztend-
Branchenriesen BASF, Bayer, Hoechst, AG für Ani- (R 10) Gründung 1923. Herstellung von Nährmit- lich zur Laubag (Lausitzer Braunkohle AG) bzw.
lin-Fabrikation, Griesheim-Elektron und Chem. teln, Kakaopulver, Kakaokraftnahrung, Schokola- der Mibrag (Mitteldeutsche Braunkohle AG). Die
Fabrik vorm. Weiler-Ter Meer. Als Dr. Carl Duis- den und Marzipanmassen. Im Nov. 1926 zwangs- AG selbst verlegte ihren Sitz 1948 nach Kassel,
berg erster Aufsichtsratsvorsitzender wurde, weise liquidiert. Erste Kapitalerhöhung 2 Monate 1949 nach Bremen und schließlich 1958 nach
konnte er noch nicht ahnen, wie tief sich diese AG nach der Gründung. Ganz ungewöhnliches Format Köln. Von dem geringen verbliebenen Westvermö-
später im System der Nazis verstricken würde. Mit (8,8 x 26,2 cm). Mit beiliegendem kpl. Kuponbo- gen wurde 1947 die Braunkohlengerechtsame am
Faksimile-Unterschrift Dr. Carl Duisberg. Nicht gen. Nur 5 Stücke wurden 2002 gefunden. Meißner in Hessen erworben. Wegen Fehlens wei-
entwertet und mit beiliegenden Restkupons! terer Mittel zum Aufschluß 1949 verpachtet an die
Bergwerk Frielendorf AG bzw. die Braunkohlen-
und Brikett-Industrie (Bubiag). 1950 Erwerb von
13 Maximalfeldern im rheinischen Braunkohlenre-
vier nahe Jüchen. 1956/57 wurden die Felder wie-
der verkauft und der Erlös in RWE-Aktien inve-
stiert. Auch die RWE-Aktien wurden ab 1964 wie-
der verkauft, den Erlös investierte die ILSE über
die “Ilse Energie- und Industrieanlagen GmbH” in
den Kraftwerksbau, bei der sich 1966 zusätzlich
die Bayernwerk AG beteiligte. Zuletzt börsenno-
tiert in Düsseldorf und Berlin. 1973 Abschluß
eines Ergebnisabführungsvertrages mit der VIAG,
1994 auf die VIAG verschmolzen. Großformatig
und sehr dekorativ, Hermes- und Adler-Vignetten
Nr. 484 in der Umrahmung, Hammer und Schlegel groß im
Unterdruck. Maße: 30,3 x 38,2 cm. Prägesiegel
Nr. 481
Nr. 484 Schätzpreis: 100,00 EUR lochentwertet. Nur 14 Stücke sind bekannt!
Nr. 481 Schätzpreis: 100,00 EUR Startpreis: 50,00 EUR
Startpreis: 65,00 EUR Ilmebahn-Gesellschaft im Kreise Einbeck
IDUNA Allgemeine Versicherungs-AG Aktie 300 DM, Nr. 300
Namens-Aktie 500 RM, Nr. 5265 Einbeck, Dezember 1952 EF/VF
Berlin, 22.6.1929 EF+ Auflage 1.000 (R 6). Gründung 1882. Normalspuri-
Auflage 6196. Gründung im Dezember 1912 als ge Bahn Einbeck-Dassel (13,3 km). Betriebs-
Iduna, Feuer-, Unfall-, Haftpflicht- und Rückversi- führung bis 1924 durch die Braunschweigische
cherungs-AG, Halle a.S. 1924 Namensänderung in Eisenbahn. 1901 Kauf der Höxterschen Kleinbahn.
Iduna Allgemeine Versicherungs-AG. 1930 Fusion 1954 Übernahme des Zugförderungsdienstes auf
mit der Germania Unfall- und Haftpflicht-Versiche- der DB-Strecke Einbeck-Salzderhelden. Personen-
rungs-AG zu Stettin und der Germania Allgemeine verkehr 1975 stillgelegt. Heute die Ilmebahn
Versicherungs-AG. Anschließend Firmenänderung GmbH, zuständig für öffentlichen Nahverkehr mit
in Iduna-Germania Allgemeine Versicherungs-AG, Bussen und Bahnen in der Region Northeim/Ein-
Berlin. Bereits 1945 Errichtung der Hauptverwal- beck. Mit Dampflok-Vignette.
tung in Hamburg. 1964 Umfirmierung in Iduna All-
gemeine Versicherungs AG. Bildete seit 1987 mit Nr. 485 Schätzpreis: 500,00 EUR
Nr. 485
der NOVA Krankenversicherung einen Gleichord- Startpreis: 200,00 EUR
nungskonzern und gehörte bis zum 30.6.1999 zur ILSE Bergbau-AG
IDUNA/NOVA-Gruppe, ab 1.7.1999 zugehörig zur
Aktie 1.000 Mark, Nr. 5529
Kataloggebühr 10,00 Euro
Signal Iduna-Gruppe. Rückseitig mehrere Übertra-
gungen bis 1939. Prägesiegel lochentwertet. Grube Ilse bei Senftenberg, 21.2.1903 VF
Auflage 500, R 8)1871 siedelte sich die ursprüng-
lich in Berlin ansässige Chemiefabrik Kunheim &
Co. in Bückgen bei Großräschen in der Lausitz an,
kaufte dort einige Braunkohlenfelder und errich-
tete eine Sauerstofffabrik. Das für die Fabrik
benötigte Brennmaterial wurde in unmittelbarer
Nachbarschaft auf der Grube ILSE im Tiefbau
gefördert. Der im Bergwerk anfallende stark ton-
haltige Abraum wurde in einer zeitgleich errichte-
ten Ziegelei verarbeitet. 1888 Ausgliederung des
Bergbaubetriebes in die ILSE Bergbau-AG. Bereits
1885 hatte man auf Grube ILSE den Tagebaube-
trieb eingeführt; für die Abraumbewältigung nutz-
te man moderne Dampfbagger. Bis 1900 wurden
zahlreiche neue Gruben aufgeschlossen und Bri-
kettfabriken errichtet. Die Ziegelei der ILSE erlang- Nr. 486
Nr. 482 te auch kunstgeschichtliche Bedeutung durch die

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Auktionshaus Gutowski • 50. Auktion Historischer Wertpapiere am 16. Juli 2012

Nr. 486 Schätzpreis: 200,00 EUR Gemeinde. Maße: 29,6 x 21 cm. Doppelblatt,
Startpreis: 75,00 EUR inwendig Anleihebedingungen. Prägesiegel loch-
entwertet.
Immobilien- u. Terrain-AG
Aktie 1.000 Mark, Nr. 1463
Regensburg, 23.7.1923 EF
Gründeraktie, Auflage 2.000 (R 8). Bei Gründung
durch Regensburger Kaufleute übernahm die AG
das Grundstück Am Klarenanger 19. Nach der
Inflation erfolgte 1924 ein drastischer Kapital-
schnitt von 12 Mio. Mark auf 6.000 RM, aber die
AG überlebte. Erst 1931 als eines der unzähligen
Opfer der Weltwirtschaftskrise vom Amts wegen
gelöscht. Maße: 19,9 x 25,1 cm. Mit komplett
anhängenden Kupons. Nr. 489
Nr. 489 Schätzpreis: 100,00 EUR
Startpreis: 45,00 EUR
Internationaler Maratti-Maschinenverkauf
Aktie 1.000 RM, Nr. 484
Berlin, Januar 1938 EF
Auflage 540 (R 8). Gründung 1929 als Generalver-
tretung der Maratti S.A., Genf/Schweiz. Herstel-
lung und Verwertung von Maschinen und Werk-
zeugen aller Art, Textil-Im- und Export. 1942 Nr. 492
wurde die Gesellschaft aufgelöst. Nicht entwertet
und mit beiliegenden restlichen Kupons.

aus Nr. 487

Nr. 487 Schätzpreis: 500,00 EUR


Startpreis: 50,00 EUR
Industriegas AG (16x Stücke) Nr. 490
16 x Aktie 1.000 RM Nr. 490 Schätzpreis: 150,00 EUR
Berlin, Februar 1942 EF Startpreis: 75,00 EUR
Auflage 1.200 (R 8). Gründung 1922 als „Sächsi- ISOMAG Institut f. Software-
sche Acetylen-AG“ in Dresden. Herstellung von Engineering u. Organisation Nr. 493
technischen Gasen. 1947 verlagert nach Greven-
broich, 1952 nach Köln, 1957 umfirmiert in IGA Sammelaktie 2 x 50 DM, Nr. 1889
Nr. 493 Schätzpreis: 125,00 EUR
Industriegas GmbH & Co. KG, heute IBG Industrie- München, März 1985 UNC/EF Startpreis: 60,00 EUR
Beteiligungs-GmbH & Co. KG, Köln. In dieser Form Gründeraktie (R 9). Gegründet 1985 mit einem
(nicht entwertet) bisher weniger als 10 Stücke Kapital von 200.000 DM zwecks Einführung vollin- Israelitische Gemeinde
bekannt gewesen! Aus Nachlaß! tergrierter Systeme zur On-line-Informationsver- 7 % Schuldverschreibung Lit. B 500 RM =
arbeitung, Managementberatung zur Einführung 500/2790 kg Feingold, Nr. 1115
der EDV, Aufbau und Schulung von DV-Abteilun- Frankfurt a.M., 1.4.1928 EF
gen. 1987 wurden 60 Mitarbeiter beschäftigt. Mit
Auflage 600 (R 6). Teil einer Anleihe von 1 Million
restlichem Kuponbogen.
Goldmark, die die Direktion der Disconto-Gesell-
schaft vermittelte. Zwei Originalunterschriften für
Nr. 491 Schätzpreis: 120,00 EUR den Vorstand der Israelitischen Gemeinde. Maße:
Startpreis: 60,00 EUR 29,6 x 21 cm. Doppelblatt, inwendig Anleihebedin-
ISOMAG Institut f. Software- gungen. Prägesiegel lochentwertet.
Engineering u. Organisation
Sammelaktie 2 x 50 DM, Nr. 2328
München, August 1988 UNC/EF
(R 9) Gleiche dekorative Gestaltung wie das Los
davor. Mit restlichem Kuponbogen.

Nr. 488 Nr. 492 Schätzpreis: 175,00 EUR


Startpreis: 80,00 EUR
Nr. 488 Schätzpreis: 75,00 EUR
Startpreis: 35,00 EUR Israelitische Gemeinde
INTERCONTOR AG für den Handel 7 % Schuldv. Lit. C 100 RM, Nr. 1507
mit internationalen Spielwaren Frankfurt a.M., 1.4.1928 EF
Aktie 50 DM, Nr. 3520 Auflage 1.000 (R 7). Seit dem Erlass der Judenord-
nung der Stadt Frankfurt im Jahr 1360 blieb die
Nürnberg, November 1993 UNC/EF Israelitische Gemeinde mit einer kurzen Unterbre-
Gründung 1991. Betrieb eines internationalen chung während des Fettmilch-Aufstandes (1614-
Handelsunternehmens mit Waren aus den Berei- 16) bis zu ihrer Auflösung durch die Nazis fast 600
chen Spiel und Freizeit. 2001 in VEDES AG umbe- Jahre lang bestehen. Die Gemeinde wurde 1945
nannt. Schöne große Abb. mit Kinderspielzeug: wieder aufgebaut, seit 1949 ist sie eine Körper-
Teddybär auf Schaukelpferd, Ritterburg, Eisen- schaft des Öffentlichen Rechts. Teil einer Anleihe
bahn, Trommel und Trompete, Puppe und von 1 Million Goldmark, die die Direktion der Dis-
Ball.eines Pferdes. Prägesiegel lochentwertet. conto-Gesellschaft vermittelte. ZweiOriginalunter-
schriften für den Vorstand der Israelitischen Nr. 494

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Nr. 494 Schätzpreis: 250,00 EUR


Startpreis: 125,00 EUR
J. Heiser AG
Namensaktie 1.000 RM, Nr. 195
Insterburg, 1.5.1934 EF
Auflage 300 (R 8). Gegründet 1874, AG seit 1932.
Groß- und Einzelhandel mit Eisen, Baustoffen und
Wirtschaftswaren sowie Kraftfahrzeugen. Spezial-
abteilungen: Waffen und Munition. Verlagert 1947
nach Hannover und 1952 nach Coburg, dann von
Amts wegen gelöscht. 1941 Nominalbetrag auf
1.300 RM berichtigt. Lochentwertet.

Nr. 497 Nr. 499


Nr. 497 Schätzpreis: 180,00 EUR Nr. 500 Schätzpreis: 75,00 EUR
Startpreis: 45,00 EUR Startpreis: 30,00 EUR
J. P. Bemberg AG Joh. Friedrich Behrens AG
Aktie 200 RM, Nr. 101059 Sammelaktie 20 x 50 DM, Nr. 1475
Barmen, 26.8.1927 EF Ahrensburg, Oktober 1977 UNC/EF
Auflage 60.000, aber 1933 bei komplettem Aktien- Gleiche dekorative Gestaltung wie das Los davor,
neudruck wieder eingezogen (R 10). Gründung nur andersfarbig gedruckt. Rückseitig als ungültig
1897 als J. P. Bemberg Baumwoll-Industrie-Gesell- abgestempelt.
schaft, ab 1903 J. P. Bemberg AG. Größter deut-
scher Produzent von Kupferseide mit Werken in
Wuppertal-Barmen (Kunstseidefabrik) und Augs-
burg-Pfersee (Weberei). Weltweit an ähnlichen
Nr. 495 Unternehmen beteiligt. 1955 Abschluß eines
Nr. 495 Schätzpreis: 125,00 EUR Organvertrages mit dem Großaktionär Vereinigte
Startpreis: 40,00 EUR Glanzstoff-Fabriken AG, Wuppertal-Elberfeld. 1961
(Bemberg beschäftigte inzwischen über 3.000 Mit-
J. John Maschinenfabrik arbeiter) Neubau einer Perlon-Spinnerei im Werk
und Eisengießerei AG Barmen. 1971 auf den Großaktionär Glanzstoff AG
Aktie 1.000 RM, Nr. 2218 (heute ENKA/AKZO) verschmolzen. Dekorative
Litzmannstadt, April 1942 EF+ Umrandung, Adler im Unterdruck. Lochentwertet.
Seit vielen Jahren höchstens 4 Stücke bekannt!
Auflage 4.000 (R 6). Gründung 1866 als J. John
Transmissionsbau, Maschinenfabrik und Eisen-
gießerei AG, seit 1941 Name wie oben. Produktion
von Zahnradgetrieben, Drehbänken, Bohrmaschi-
nen, Hartgusswalzen, Strebelkesseln und Radiato-
ren von Zentralheizungen. Nicht entwertet und
mit restlichen Kupons.

Nr. 501
Nr. 501 Schätzpreis: 100,00 EUR
Startpreis: 50,00 EUR
Josef Lehnert AG
Aktie 1.000 Mark, Nr. 9425
Dresden, Dezember 1922 EF-
Nr. 498 Auflage 6.000. Gründung 1916. Herstellung von
Nr. 498 Schätzpreis: 180,00 EUR Kartonagen; Buch- und Kunstdruck. 1932 Insol-
venz; danach Liquidation und Übernahme der
Startpreis: 45,00 EUR
Betriebsausstattung durch die AG für Cartonna-
J. P. Bemberg AG genindustrie, Dresden. Großformatiges Papier
Aktie 200 RM, Nr. 176398 (35,5 x 25,9 cm), dekorativ gestaltet mit Zier-
Nr. 496 Barmen, Februar 1929 EF+ umrandung im Historismusstil. Doppelblatt, loch-
entwertet.
Nr. 496 Schätzpreis: 200,00 EUR Auflage 60.000, aber 1933 bei komplettem Aktien-
Startpreis: 45,00 EUR neudruck wieder eingezogen (R 10). Dekorative
Umrandung, Adler im Unterdruck. Lochentwertet.
J. Mehlich AG Seit vielen Jahren höchstens 5 Stücke bekannt!
Aktie 100 RM, Nr. 75
Bork (Kreis Zauch-Belzig), 26.10.1935 EF+
Nr. 499 Schätzpreis: 65,00 EUR
Auflage 4.375 (R 10). Gründung 1872 in der Berli-
ner Sophienstraße, AG seit 1893 als “Fabrik für
Startpreis: 30,00 EUR
Nähmaschinen-Stahl-Apparate vorm. J. Mehlich”. Joh. Friedrich Behrens AG
1921 Ankauf der “Automobil- und Aviatik-AG” in Sammelaktie 10 x 50 DM, Nr. 702
Leipzig-Heiterblick (Werk 1926 abgestoßen) und Ahrensburg, Oktober 1977 EF+
der Idunal-Werke AG Fabrik für land- und haus-
Gründung 1919 als oHG, 1975 Umwandlung in die
wirtschaftliche Maschinen, Bork i.d.Mark, wo 1929
BeA Befestigungstechnik AG, ab 1977 Name wie
die gesamte Fabrikation konzentriert wurde.
oben. International führender Hersteller handge-
Knapp 200 Mitarbeiter fertigten Präzisions-Rollen-
führter und stationärer Druckluftapparate zum
ketten für Fahrräder, Motorräder und Automobile,
Nageln, Heften und Verbinden mit Vertretungen in
Tachometer-Gliederwellen, Kettenradgetriebe
40 Ländern auf allen Kontinenten. Mehrheitsak- Nr. 502
und Kettenräder. Zu den Kunden gehörten auch
die Automobilwerke des früheren Luftfahrtpio- tionär war die DOAG Holding AG (die vormalge
niers Grade, der in seinem Werk in Bork 1919-1924 Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft), heute zum Nr. 502 Schätzpreis: 200,00 EUR
rd. 1.200 Grade-Kleinwagen mit Zweitaktmotor Düsseldorfer VDN-Konzern (früher: Vereinigte Startpreis: 50,00 EUR
baute. Kuriosität am Rande: Erst 1926 erhält Bork Deutsche Nickelwerke AG) gehörend, nachdem Josef Meier AG
DOAG und VDN im Jahr 2002 verschmolzen wur-
eine Schule, die als einklassige Volkschule im für Raumkunst und Holzindustrie
Wohlfahrts-Gebäude der Mehlich-Werke eröffnet den. Ausgesprochen produkttypische Gestaltung:
Die Umrahmung bilden zwei Heftklammern. Nicht Aktie 10.000 Mark, Nr. 17670
wird. Nicht entwertet und mit beiliegenden restli-
chen Kupons! entwertet. München, August 1923 EF

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Gründeraktie, Auflage 40.000 (R 10). Herstellung Nr. 505 Schätzpreis: 150,00 EUR besaß die Ges. eine Fabrik mit Vortrockenplatz
von Möbeln und Inneneinrichtungen aller Art. Startpreis: 75,00 EUR sowie eine 37 km lange Fahrstraße zum Anschluß
1924 wurde Fusion mit der „Prinz“ Hosenfalter AG an die Eisenbahnstation Korogwe der Usambara-
beschlossen. Kleinformat (17 x 21,8 cm) mit sehr
Jung & Dittmar AG Eisenbahn. Nach dem verlorenen 1. Weltkrieg gin-
hübscher Blattwerk-Umrahmung. Mit kpl. anh. Aktie 100 RM, Nr. 6