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49.

AUKTION
Historischer Wertpapiere
am 30. Januar 2012

- Fernauktion -
Veranstalter:
Auktionshaus Gutowski
Leiferder Weg 19
38304 Wolfenbüttel
Telefon 0 53 31 / 97 55 24 • Telefax 0 53 31 / 97 55 55
E-Mail gutowski@gmx.com
Liebe Sammlerfreunde, Inhaltsverzeichnis
mit dem hier vorliegenden Katalog des Ägypten 1 - 4
Auktionshauses Vladimir Gutowski Äthiopien 5 - 6
präsentieren wir Ihnen ein hervorra- Argentinien 7
gendes Angebot an seltenen und Belgien 8 - 10
gesuchten Objekten, die – unserer Brasilien 11 - 13
„Philosophie" entsprechend – sehr Cuba 14 - 15
günstig ausgerufen werden. Dänemark 16
Unsere Ausrufpreise bzw. Startpreise Deutschland 17 - 762
sind Limitpreise. Gebote unter diesen Frankreich 763 - 789
Preisen werden nicht angenommen. Griechenland 790 - 791
Ihre Schriftgebote werden protokolliert und am Auktionstag Großbritannien 792 - 800
berücksichtigt, als wären Sie persönlich im Saal anwesend. Israel/Palästina 801 - 806
Den Zuschlag bekommt das höchste Gebot, aber nur um ca. Italien 807 - 810
5 -10% über dem zweithöchsten Gebot. Jugoslawien 811
Ihre Schriftgebote können Sie an unsere Adresse in 38304 Kanada 812 - 813
Wolfenbüttel Leiferder Weg 19, per E-Mail oder per Telefax kgl. und kaiserl. Monarchie 814 - 824
senden. Kongo 825
Mexiko 826 - 830
Rufen Sie uns an, wenn Sie Fragen haben. Wir stehen Ihnen
gerne jederzeit zur Verfügung. Und denken Sie bitte daran,
Österreich 831 - 833
Ihre Gebote rechtzeitig abzuschicken! Peru 834
Polen 835 - 836
Die Kataloggebühr beträgt 10,00 EUR. Mit der Überweisung Portugal 837 - 839
des Betrages sichern Sie sich die Zusendung des nächsten Rumänien 840 - 842
Auktionskataloges, außerdem erhalten Sie automatisch die Rußland 843 - 854
Ergebnisliste zugeschickt.
Schweden 855 - 897
Viel Erfolg bei Ihren Geboten wünschen Ihnen Spanien 898 - 906
Vladimir Gutowski
Südafrika 907
und die Mitarbeiter Türkei/Ottoman Empire 908 - 910
Tunesien 911
Veranstalter: USA 912 - 1155
Auktionshaus Gutowski Venezuela 1156
Leiferder Weg 19 • 38304 Wolfenbüttel Varia 1157
Telefon: 0 53 31 / 97 55 24 • Fax: 0 53 31 / 97 55 55
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Index Regionen (Deutschland) Seite 184
Auktionshaus Gutowski ist eine Marke der
Index nach Sammelgebieten Seiten 185-186
„Deutsche Wertpapierauktionen GmbH“
Salzbergstraße 2, 38302 Wolfenbüttel
Geschäftsführer: Michael Weingarten (Vors.), Vladimir Gutowski Die Versteigerungsbedingungen finden Sie auf Seite 189
Handelsregister: Amtsgericht Braunschweig HRB 7872
Ust-Id-Nr. DE 811 574 119

Bankverbindung:
Auktionshaus Gutowski Zeitplan Auktionen
Konto Nr. 500 715 508 • BLZ 370 100 50
50. Auktion - 16.7.2012
IBAN: DE36 3701 0050 0500 7155 08 • BIC: PBNKDEFF
51. Auktion - 19.11.2012
52. Auktion - 21.1.2013

Die Besichtigung der Auktionsware ist vom 23. bis


27. Januar 2012 in den Räumen der Bürogemeinschaft Nutzen Sie das neue 3-Jahre-Vorteils-Abonnement für
Salzbergstrasse 2 in Wolfenbüttel möglich. 8 Auktionskataloge: für nur 49,00 EUR bekommen Sie drei
Bitte vereinbaren Sie einen Besichtigungstermin mit mir! Jahre lang alle Kataloge des Auktionshauses Gutowski geliefert.
Nach jeder Auktion bekommen Sie ohne Mehrkosten die

Seltenheits-Schlüssel
Ergebnisliste zugeschickt. Sie sparen 31,00 EUR gegenüber
Einzelbezugspreisen von 80,00 EUR!

R 12 = 1 Stück bekannt
R 11 = 2 Stücke bekannt
R 10 = 3-5 Stücke bekannt
Erhaltungshinweise
R9 = 6-10 Stücke bekannt
UNC = Druckfrisch

R8 = 11-25 Stücke bekannt


EF = Tadellos, leichte Knickspuren

R7 = 26-50 Stücke bekannt


VF = Normaler Erhaltungszustand mit

R6 = 51-100 Stücke bekannt


Umlaufspuren und Einrissen
F = Stark beschädigt, sammelwürdig
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Ägypten

Nr. 3
Nr. 1 Nr. 4 Schätzpreis: 50,00 EUR
Startpreis: 20,00 EUR
Nr. 1 Schätzpreis: 100,00 EUR
Startpreis: 30,00 EUR Tramways d’Alexandrie (Égypte) S.A.
Credit Agricole d’Egypte S.A. Egypt. Action priv. 100 Frs., Nr. 5328
Brüssel, 23.12.1897 VF
Aktie 4 £, Nr. 321
Gründeraktie, Auflage 30.000. Gegründet am
Kairo, 1.11.1934 EF 4.12.1897 für die Dauer von 30 Jahren, am
Gründung der Landwirtschaftsbank mit königli- 18.11.1927 Statutenänderung und Verlängerung
chem Dekret vom 25.7.1931. Großformatiges bis 17.11.1957. Die belgische Gesellschaft baute
Papier, herrlich gestaltet mit landwirtschaftlichen und betrieb das Strassenbahnnetz von Alexand-
Produkten in der Umrandung, ägyptischen Moti- ria, ferner kontrollierte sie die Alexandria & Ram-
ven und Pharao auf dem Thron. Mit anh. restli- leh Railways Co. nach Übernahme im Jahre 1912
chen Kupons. der Aktienmehrheit. Ein faszinierendes Sammelge-

Nr. 4
biet: Aktien der belgischen Aktiengesellschaften,
die weltweit Strassenbahnen und Elektrizitätswer-
ke gebaut und betrieben haben. der als Minister in den Diensten des äthiopischen
Kaisers Menelik II. stand. Er überzeugte den Kai-
ser von der Notwendigkeit, das Land durch den
Äthiopien Bahnbau zu erschließen. Der Kaiser erteilte seine
Genehmigung im Jahr 1894. Die Bahn von der
Hafenstadt Djibouti am Golf von Aden über Dire
Nr. 5 Schätzpreis: 400,00 EUR Dawa, Mieso und Awash nach Nasret unweit des
Startpreis: 180,00 EUR Weißen Nil und weiter nach Addis Abeba hatte
Cie. Impériale des Chemins de Fer eine Gesamtlänge von 783 km. Sie stieg dabei von
Éthiopiens S.A. der Küste bis auf 2.424 m Höhe über NN an. Das
Gesellschaftskapital wurde schließlich in Frank-
3 % Obl. 500 F, Nr. 108746 reich beschafft, nachdem die Franzosen zum
Paris, 15.11.1901 EF/VF Schluss des abessinischen Krieges mit Italien stra-

Nr. 2
Auflage 33.333. Geistiger Vater der Bahn und ihr tegisches Interesse zeigten. 1917, ein Jahr nach
Erbauer war der Schweizer Ingenieur Alfred Ilg, dem Tode Ilgs, wurde dann die Strecke vollendet.
Nr. 2 Schätzpreis: 75,00 EUR
Startpreis: 20,00 EUR
Egyptian Enterprise & Development
1 share warrant à 10 £ eg., Nr. 31560
Kairo, 1.3.1906 EF/VF
1904 gegründete Gesellschaft zur Förderung und
Entwicklung der Landwirtschaft. Großformatig,
hochdekorativ. Die Gestaltung dieses Zertifikats
ist eine Meisterleistung: Jugendstil, Stahlstiche
und ein großer Unterdruck mit Pyramiden. Zwei-
sprachig englisch/französisch. Mit anh. Talon.

Nr. 3 Schätzpreis: 500,00 EUR


Startpreis: 220,00 EUR
National Bank of Egypt
Share 10 x 10 £, Specimen
Kairo, 17.4.1899 EF/VF
Nullgeziffertes Specimen. Gegründet durch Dekret
des Khediven vom 25.6.1898. Die Bank besaß das
alleinige Notenrecht. Die von ihr ausgegebenen
Pfund-Noten waren gesetzliche Zahlungsmittel.
1961 wurde der Name der Bank nach Reorganisa-
tion in Central Bank of Egypt geändert. Großfor-
matiges Papier. Dreisprachig englisch/arabisch/

Nr. 5
französisch. Drei Stempel betreffend der Kapital-
herhöhungen 1903-1905. Rückseitig Statuten. Mit
anh. Kupons. Feine Lochentwertung. Rarität.

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Zweite Serie, ausgegeben nachdem die Anleihe


der ersten Serie vom 1.2.1898 (Auflage 85000) am
12.12.1899 für ungültig erklärt wurde. Die von der
Aktie bekannte herrliche gemäldeartige Abbil-
dung findet sich hier im Unterdruck. Sie zeigt Kai-
ser Menelik II. mit Gefolge bei Ankunft eines
Zuges. Gestaltet durch den Militärmaler und Illu-
strator Louis Charles Bombled (1862-1927). Er
arbeitete u.a. auch beim bekannten “Petit Journal”
mit. Originalsignaturen. Mit anh. Kupons ab 1907.
Die Aktie ist oft angeboten, die Anleihe dagegen
eine absolute Rarität!

Nr. 6
Nr. 6 Schätzpreis: 120,00 EUR
Startpreis: 45,00 EUR
International Ethiopian Railway
Trust & Construction Co.
4 shares à 1 £, Nr. 819
London, 30.9.1903 VF
Gründung 1901 im Auftrag der französischen und
englischen Investoren (“New Africa Co.”) als Hol-
ding der bedeutenden Imperial Railway Co. of
Ethiopia (Cie. Impériale des C.d.F. Ethiopiens).
Druck auf grünem Papier mit Randverzierung. Ori-
ginalsignaturen. Knickfalten, sonst tadellose
Erhaltung. Äußerst selten!

Argentinien

Nr. 8
immer mächtiger werdenden internationalen Kon- Gestaltung, Unterdruck in kräftiger Farbgebung
kurrenz aus New York (American Bank Note Co.) mit Frontansicht eines Juwel-Automobils, Spei-
und London (Waterlow & Sons bzw. Bradbury, Wil- chenräder in allen vier Ecken der Umrahmung.
kinson & Co.) mußte die Druckerei schließlich auf- Mit komplett anhängendem Kuponbogen. Eine
geben: 1920 trat sie in Liquidation. Die insgesamt der weltweit schönsten und seltensten Automo-
10.000 Aktien der Kapitalerhöhung von 1890 wur- bilaktien, seit vielen Jahren weniger als 10 Stücke
den in 1er-, 5er und 10er Stücken begeben. Sehr bekannt.
dekorativ gestaltet mit reich verzierter Randbor-
düre und Hafen-Ansicht. Lochentwertet. Äußerst Nr. 9 Schätzpreis: 400,00 EUR
selten! Startpreis: 180,00 EUR
S.A. des Hauts Fourneaux
Belgien et Laminoirs de Montigny sur Sambre
Action 500 Frs., Nr. 263
Brüssel, 1.5.1853 VF
Nr. 8 Schätzpreis: 500,00 EUR Gründeraktie, Auflage 5.200. Neben Großbritanni-
Startpreis: 275,00 EUR en schritt die Industrialisierung in Belgien am

Nr. 7
Automobiles Juwel S.A. schnellsten voran. Die reichen Kohlevorkommen
Action 250 Frs., Nr. 4680 in der Wallonie sowie der rasche Ausbau des
Eisenbahnnetzes bildeten die Grundlage für eine
Nr. 7 Schätzpreis: 300,00 EUR Herstal (Liége), von 1924 EF bedeutende Eisen- und Stahlindustrie. Die
Startpreis: 150,00 EUR Gründeraktie, Auflage 4.800. Die Firmenleitung Geschichte dieses Unternehmens geht auf das
hatte hochfliegende Pläne: Die Massenproduktion Jahr 1833 zurück, als Jean Pierre Champeaux-Cha-
Cia. Sud Americana de Billetes eines 1100-ccm-Tourenwagens war in der Automo- pel in Hainaut einen holzkohlebetriebenen Hoch-
de Banco S.A. bilfabrik Juwel in der Rue Petite Voie in Herstal bei ofen baute. Es folgte 1835 ein zweiter, nunmehr
Accion 100 Pesos, Nr. 2407 Lüttich geplant. Am Ende aber erschien 1926 ein mit Koks betriebener Hochofen. Zu Beginn der
Buenos Aires, 1.7.1890 EF frontgetriebener Sportwagen, der am Markt 1840er Jahre gerieten nicht nur die Stahlpreise
erfolglos blieb. 1927 musste die Produktion wie- erheblich unter Druck, auch die Produzenten
Gegründet 1887 als bedeutendste Wertpapier-
der eingestellt werden. Ausgesprochen dekorative kämpften ums wirtschaftliche Überleben. Diese
Druckerei in Südamerika. Unter dem Druck der

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Situation nutzte Jean Pierre Champeaux-Chapel, deckung 1894 der leichten Karbiderzeugung im Gustave Fraipont. Fraipont, 1849 in Brüssel gebo-
indem er einen Zusammenschluss vieler Stahlpro- elektrischen Ofen brach in Europa eine Euphorie ren, wirkte hauptsächlich in Paris, wo er sich als
duzenten aus der Region erwirkte. 1853 gründete bezüglich neuer Beleuchtungsmöglichkeiten aus. Aquarellist betätigte. Auf vortreffliche Lithogra-
er mit Hilfe führender Banken und Industrieller in Das mit blendend weißer Flamme verbrennende phien folgten dann Illustrationen zu Zeitschriften
Montigny (heute Stadtteil von Charleroi) einen Gas versprach die Quelle moderner Beleuch- wie “Paris Illustré” und “Univers Illustré”,
Großbetrieb mit einem modernen Walzwerk und tungsanlagen zu werden. Im März 1898 wurde in Umschlagzeichnungen, Plakate usw. Originalsig-
Koksöfen. Die Fabrikanlage wurde von einer briti- Berlin die erste europäische Acetylengasfachauss- naturen. Mit anh. restlichen Kupons.
schen Baugesellschaft errichtet. Durch günstige stellung durchgeführt, von der Presse begeistert
Rohstoffpreise und moderne, gestraffte Fertigung kommentiert. Kurz danach führte die preußische
arbeitete das Unternehmen äußerst gewinnbrin- Staatsbahn die Acetylengasbeleuchtung in ihren
gend. Äußerst dekorativer, großformatiger Druck. Eisenbahnwaggons ein, die anderen deutschen
Das Stück gilt als das erste in Belgien als farbige Bahnen folgten bald nach. Zahlreiche Städte
Lithographie gedruckte Wertpapier und zeigt in begannen die bisherige Petroleumbeleuchtungs-
einer großen Abb. die Fabrikanlagen. Der Kupfer- anlagen auf Acetylengas umzustellen. Es entstan-
stich stammt von dem schottischen Graveur Wil- den private und städtische Acetylengaswerke,
liam Brown. Mehrere Originalsignaturen. Knickfal- zuerst in Strelitz und in Treptow in Pommern.
ten, anhängende Kupons. Bald wurden zahlreiche Acetylen-Stadtbeleuch-
tungsfirmen europaweit gegründet: in Belgien,
Österreich und Ungarn, sogar im westlichen Teil
Russlands. Mit dem Siegeszug der Glühbirne ver-
schwanden sie jedoch schnell von der Bildober-
fläche. Was blieb, sind die wunderschönen histo-
rischen Wertpapiere zur Finanzierung einer -
damals revolutionären - Erfindung. Acetylen spielt
aber inzwischen eine große Rolle in der modernen
Chemie: wegen seiner Reaktionsfähigkeit ist
Acetylen zu einem der wichtigsten Grundstoffe
geworden. Herrlich illustriertes Papier mit Dar-
stellung der Göttin der Industrie und des Fort-
schritts. Die Gestaltung der Aktie stammt von Ch.
Posch, der im Auftrag mehrerer russisch/belgi-
schen Firmen ihre Aktien entwarf (z.B. die Éclaira-
ge Électrique de St. Pétersbourg S.A.). Mit der
Gestaltung der Aktien für die S.A. pour l’Exploita-
tion de l’Acétylène Système Gaston Ragot gelang
dem Künstler Posch ein Meisterwerk. Mit anhän-
genden Kupons.

Nr. 12
Brasilien
Nr. 11 Schätzpreis: 500,00 EUR Nr. 12 Schätzpreis: 500,00 EUR
Startpreis: 240,00 EUR Startpreis: 300,00 EUR
Compagnie du Port de Rio de Janeiro Gouvernement des Etats Unis du Bresil
4 % Obl. 500 F, Specimen
Nr. 9
Action privilégiée 500 F, Nr. 5929
Paris, 25.9.1910 EF London, 5.3.1910 EF
Gründeraktie. Mit französischem Kapital 1910 Nullgeziffertes Specimen. Anleihe für den Bau
gegründete Betreibergesellschaft für den Hafen eines staatlichen Eisenbahnsystems über 100 Mio.
von Rio de Janeiro, der zu dieser Zeit jährlich von Frs. Unterzeichnet von Jose Antonio de Azevedo
fast 3.000 Seeschiffen angelaufen wurde und vor Castro als Delegierter für die brasilianische Regie-
allem für die brasilianische Kaffeeausfuhr wichtig rung. Ein übergroßes Format mit zwei Stahlsti-
war. Herrlicher Druck in Blau mit Leuchttürmen, chen von Bradbury, Wilkinson & Co. mit zwei
Schiffen, Hafenansicht. Die kunstvolle Gestaltung Eisenbahnen auf Brücken. Zweisprachig. Mit
stammt von dem belgischen Maler und Graphiker anhängenden Kupons. Rarität.

Nr. 10
Nr. 10 Schätzpreis: 200,00 EUR
Startpreis: 100,00 EUR
S.A. pour l’Exploitation de
l’Acétylène Système Gaston Ragot
Part de Fondateur März, Nr. 217
Brüssel, März 1896 VF

Nr. 11
Auflage 5.000. Gegründet 1896 in Brüssel zum Bau
von Acetylengasfabrikationsanlagen. Mit der Ent-

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den vernichtet. Mit Originalunterschriften. Dop-


pelblatt, beigebunden zwei Blätter mit zahlrei-
chen Übertragungsvermerken bis 1985. Sehr nied-
riger Startpreis!

Nr. 14
Nr. 13
Nr. 13 Schätzpreis: 250,00 EUR
Startpreis: 125,00 EUR
Madeira-Mamoré Railway

Nr. 16
6 % Bond 20 £ stg., Nr. 2639
1.10.1910 VF
Gegründet 1907 nach den Gesetzen des US-Bun-
desstaates Maine zum Bau einer 226 Meilen lan-
gen Eisenbahn in Brasilien entlang der Flüsse
Mamoré (der weit oben in den bolivianischen Cor- Deutschland
dilleren entspringt) und Madeira (wie der Mamoré
oberhalb von Ribeirao nach Vereinigung mit dem
Rio Madre de Dios heißt). Die völlig isoliert von
anderen Strecken verkehrende Eisenbahn zwi-
schen diesen beiden Städten wurde mit großzügi-
ger Unterstützung der brasilianischen Bundesre-
gierung für den Abtransport des wertvollen Natur-
kautschuk bis zum ersten Hafen am von da ab
schiffbaren Madeira gebaut. Die Bahngesellschaft,
die außer der staatlichen Zuschüsse mittels zwei-
er Anleihen finanziert wurde, gehörte zu je 50 %
der Brazil Railway Co. und der Port of Pará Com-
pany (die auch beide für die Anleihen garantier-
ten). Zweisprachig englisch/französisch. Sehr
dekorativer riesenformatiger Stahlstich von
Waterlow & Sons, große Vignette eines durch den

Nr. 17
Urwald dampfenden Zuges. Mit komplett anhän-
gendem Kuponbogen.

Nr. 15 Nr. 17 Schätzpreis: 300,00 EUR


Cuba Startpreis: 150,00 EUR
A. Erlenwein & Cremer AG
Nr. 14 Schätzpreis: 350,00 EUR
Dänemark Aktie 100 RM, Nr. 395
Uerdingen, 28.6.1929 EF
Startpreis: 120,00 EUR
Auflage 90. Gründung 1922 als Uerdinger Likörfa-
República de Cuba Nr. 16 Schätzpreis: 600,00 EUR brik und Weinbrennerei AG. Die heute in Düssel-
Startpreis: 120,00 EUR dorf ansässige Fa. ist mit der Verwaltung des vor-
6 % Bono del Tesoro Serie B 100 Pesos Oro,
Specimen Kongelige octrojerede almindelige handenen Grundvermögens und Immobilienge-
Havanna, 1.9.1917 VF Brand-Assurance Compagnie schäften befasst. Lochentwertet.
Schöner Stahlstich, große Vignette mit dem Wap- Actie Serie A 100 Rigsdaler, Nr. 1785
pen von Kuba und allegorischer Darstellung von Kopenhagen, 23.6.1809 EF/VF Nr. 18 Schätzpreis: 500,00 EUR
zwei Göttinnen. Mit kpl. anh. Kuponbogen. Loch- Startpreis: 250,00 EUR
Auf Anordnung des dänischen Königs Christian
entwertet. Herrlicher Gold Bond, Einzelstück aus VII. wurde 1798 die Allgemeine Brand-Assekuranz- A. Prang Dampf- und Wassermühlen-
dem aufgelösten ABNC-Archiv. Kompanie gegründet. Bereits 1813 hatte sich das werke AG
Kapital der außerordentlich erfolgreich arbeiten- Aktie 100 RM, Nr. 966
Nr. 15 Schätzpreis: 180,00 EUR den Gesellschaft verdoppelt. Nach diversen erfol-
greichen Fusionen im 19. und 20. Jahrhundert eine
Gumbinnen, September 1927 VF
Startpreis: 75,00 EUR
der ältesten, bedeutendsten, vor allem aber lang- Auflage 8.000 (R 8). Die Anfänge gehen auf einen
Republica de Cuba lebigsten Versicherungsgesellschaften der ganzen Erbkaufkontrakt zurück, der zwischen der
4 % Bond 1.000 Pesos, Specimen Welt. Nachdem der gesamte dänische Aktien- Preußisch-Litauischen Kriegs- und Domänenkam-
Havanna, 21.8.1950 EF/VF markt Mitte der 80er Jahre auf eine Verbriefung mer und dem Mühlenmeister Michael Frank
der Stücke verzichtete (Computer-Handel/Ver- geschlossen und 1753 von Friedrich dem Großen
Anleihetext spanisch. Sehr schöne Wappenvignet-
wahrung) blieben nur sehr wenige Aktien unse- signiert wurde. Nach vielen Besitzerwechseln ging
te, als Stahlstich ausgeführt. Mit kpl. anh. Kupon-
rem Markt erhalten. Alle anderen Urkunden wur- die Mühle 1877 an den Stadtrat Arthur Prang über,
bogen. Äußerst selten!

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der sie weiter ausbaute. 1909 Umwandlung in die Nr. 20 Schätzpreis: 275,00 EUR
“A. Prang Dampf- und Wassermühlenwerke AG”. Startpreis: 120,00 EUR
1922 an der Berliner Börse eingeführt, die große
1923er Kapitalerhöhung übernahm dann ein Kon-
Actien-Brauerei Ohligs
sortium unter Führung der Deutschen Bank, Fil. Actie 1.000 Mark, Nr. 869
Königsberg. 1938 umbenannt in Prangmühlen AG. 27.2.1899 EF
In den 1940er Jahren der größte Mühlenbetrieb in Gründeraktie, Auflage 1.000 (R 8). Gründung 1899
Ost- und Westpreußen. Heute wird in der früheren durch die Brauerei C. Beckmann in Solingen, die
Mühle ein Mischfutterwerk betrieben. Prägesiegel für die ersten 10 Jahre auch eine Dividendenga-
lochentwertet. rantie abgab. Neben der Brauerei und Mälzerei
auch Eisfabrikation, außerdem Wirtschaftsanwe-
sen in Köln, Düsseldorf und Solingen-Ohligs. 1972
Fusion mit der schon 1753 gegründeten Brauerei
Beckmann AG in Solingen, 1973 Umfirmierung in
Aktien-Brauerei Beckmann AG. 1991 Einstellung
des Braubetriebes und erneute Umfirmierung in
Beckmann Beteiligungs-AG, 1996 Sitzverlegung
nach Düsseldorf. Zuletzt an etwa 10 Autohäusern
in Bielefeld, Oberhausen, Duisburg, Ansbach, Gera
sowie in Frankreich beteiligt. Mit Getreideähren
und Hopfenranken in der Umrandung. Doppel-
blatt. Nicht entwertet!

Nr. 18
Nr. 22
Nr. 22 Schätzpreis: 275,00 EUR
Startpreis: 125,00 EUR
Actien-Malzfabrik Cönnern
Actie VII. Emission 1.200 Mark, Nr. 1187
Cönnern, 15.12.1899 EF
Auflage 120 (R 7). Großformatiges Papier. Ori-
ginalunterschriften. Lochentwertet.

Nr. 19

Nr. 19 Schätzpreis: 150,00 EUR


Startpreis: 75,00 EUR
ACLA Rheinische Maschinenleder-

Nr. 21
und Riemenfabrik AG
Aktie Lit. A 1.000 RM, Nr. 233
Köln-Mülheim, Oktober 1934 EF

Nr. 23
Auflage 250 (R 6). Gründung bereits 1829, AG seit Nr. 21 Schätzpreis: 275,00 EUR
1916. Herstellung und Vertrieb von Leder, Riemen, Startpreis: 150,00 EUR
technischen Leder- und Rohhautartikeln, Erzeug- Actien-Malzfabrik Cönnern
nissen aus Kunstharz und anderen Kunststoffen. Actie IV. Emission 1.200 Mark, Nr. 817 Nr. 23 Schätzpreis: 350,00 EUR
Zweigniederlassungen in Gleiwitz und Königsberg. Startpreis: 140,00 EUR
Heute ist die ACLA-Werke GmbH, Köln einer der
Cönnern, 15.5.1889 EF/VF
führenden europäischen Hersteller von techni- Auflage 200 (R 7). Gegründet 1872. Die Malzfabrik Actien-Malzfabrik Eisleben
schen Artikeln aus Polyurethan-Elastomeren. hat eine überraschend interessante Baugeschich- Actie 1.000 Mark, Nr. 86
Lochentwertet. te: Einst ein mächtiges Kloster, das von Otto II. Eisleben, 1.12.1881 EF/VF
(955-983) sogar zum Reichskloster erhoben
Gründeraktie, Auflage 550 (R 8). Mälzerei mit 5
wurde, kam die Anlage 1563 an die Fürsten von
Darren, Tennenkühlung. 1922 wurde der Betrieb
Anhalt-Köthen, die die Klausurgebäude in ein
an den Großaktionär Oberamtmann C. Wentzel in
Schloß umbauten. Später Witwensitz, 1871 an
Teutschenthal verpachtet. Die Pachteinnahmen
einen Industriellen verkauft, der das direkt am
reichten bis in die 40er Jahre zu einer kontinuier-
Bahnhof der wichtigen Magdeburg-Köthen-Halle-
lichen Dividende von 4 %. Originalunterschriften.
Leipziger Eisenbahn liegende Gebäude zu einer
Sehr dekorative Umrandung im Historismus-Stil.
Malzfabrik umbaute. 1917 kaufte die Gesellschaft
Nicht entwertet!
die Eisengiesserei Saalhütte in Könnern, 1918 die
Aktien-Malzfabrik Niemberg und erwarb 1918
sämtliche Hausgrundstücke, Fabrikanlagen und Nr. 24 Schätzpreis: 400,00 EUR
Inventar der Schlossmälzerei AG von Th. Schmidt Startpreis: 250,00 EUR
& Co. in Nienburg (Saale). 1931/32 Umwandlung Actien-Zucker-Fabrik Lehrte
einer großen Forderung an die Bierbrauerei Gebr.
Müser AG in Bochum-Langendreer in eine maß-
Namens-Actie 300 Mark, Nr. 1193
gebliche Beteiligung. Börsennotiz in Halle (Saale), Lehrte, 16.7.1898 EF/VF
seit 1934 im Freiverkehr Leipzig. Die AG wurde Auflage 454 (R 8). Gründung 1884. Übernommen
1961 zwecks Abwicklung verlagert nach Hamburg, wurden die Zuckerfabrik Equord (1898), später
1962 aufgelöst, 1971 im Handelsregister gelöscht. auch Hohenhameln (1951), Clauen und Algermis-
Das Werk in Könnern wurde 1948 enteignet und sen (1962), Burgdorf (1968) und Peine (1969). 1962
als VEB Malzfabrik Könnern weitergeführt, nach Umfirmierung in „Lehrter Zucker AG“. 1990 Über-
der Wende 1993 stillgelegt. Die Ruine, für deren tragung des gesamten Vermögens auf die „Zucker-
Abriss sich die Stadt Könnern aktuell um Förder- verbund Nord AG“ in Braunschweig. Die Zuckerfa-
gelder bemüht, ist heute ein Schandfleck im brik in Lehrte wurde 2001/02 stillgelegt und abge-
Stadtzentrum, der zudem den Zugang zum histo- brochen. Ausgestellt auf die Aktien-Zuckerfabrik
risch bedeutenden alten Klosterhof versperrt. Ori- Equord. Ausgegeben anlässlich Fusion mit der

Nr. 20
ginalunterschriften. Großformatiges Papier, loch- Aktienzuckerfabrik zu Equord. Dekorativ, mit ova-
entwertet. ler Fabrikansicht. Doppelblatt. Knickfalten.

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Auktionshaus Gutowski • 49. Auktion Historischer Wertpapiere am 30. Januar 2012

Gesellschaft ein größeres Aktienpaket der


„Guano-Werke AG“ in Hamburg, das aber 1938 wie-
der abgestoßen wurde. 1941 Übernahme einer 50
%igen Beteiligung an der „Chemische Werke
Lobau-Wartheland GmbH“ bei Posen, außerdem
bestand schon länger eine Beteiligung an der 1913
gegründeten „Chemische Industrie AG“ in Danzig.
Die Aktien waren in Stettin (bis 1934), Berlin und
Frankfurt/Main börsennotiert. Großaktionäre
waren bei Kriegsende die WASAG und die Metall-
gesellschaft. Nach 1945 Nationalisierung des
Unternehmens. Ab 1994 wieder eigenständige AG
polnischen Rechts, 2002 von der Lubon Manage-

Nr. 26
ment Sp. z.o.o. übernommen worden. Prägesiegel
lochentwertet.
Nr. 26 Schätzpreis: 125,00 EUR
Startpreis: 75,00 EUR
Adolf Döbel & Co. Mechanische
Woll- und Wirkwaren Fabrik AG
Aktie 1.000 Mark, Nr. 88900
Berlin, 17.5.1923 EF+
Auflage 76.000 (R 7). Gründung im März 1923. Fort-
führung der oHG Adolf Döbel & Co. Sehr kurzlebi-
ges Berliner Unternehmen, bereits im August 1924
Konkursverfahreneröffnung. Lochentwertet.

Nr. 28

Nr. 24

Nr. 27

Nr. 27 Schätzpreis: 150,00 EUR

Nr. 29
Startpreis: 70,00 EUR
AG Bad Neuenahr
Namens-Aktie 100 RM, Nr. 5826 Nr. 29 Schätzpreis: 150,00 EUR
Bad Neuenahr, 1.12.1934 EF- Startpreis: 75,00 EUR
Auflage 7500, R 8, kpl. Aktienneudruck nach Sanie-
rung). Gründung 1860 als AG zur Gründung des
AG der Gerresheimer Glashüttenwerke
Bades Neuenahr. Betrieb des Bades Neuenahr und vorm. Ferd. Heye
Nutzbarmachung seiner Quellen. Noch heute Aktie 500 DM, Nr. 7611
bestehende Gesellschaft (jetzt als „AG Bad Neu- Düsseldorf-Gerresheim, März 1951 EF
enahr“ firmierend). Nach und nach errichtete die Auflage 20.550 (R 9). Gründung 1888 unter Über-
Gesellschaft Trink- und Wandelhallen mit Kurpark, nahme der seit 1864 bestehenden Glashüttenwer-
ein Thermalbadehaus mit 150 Kabinen, das Kur- ke der Firma Ferd. Heye in Gerresheim. Hinzuge-
hotel mit 220 Betten und das Kursanatorium mit kauft wurden 1898 die Glasfabrik F. A. Meyer &
70 Betten, ein Kurhaus mit Gaststätten sowie das Söhne in Porta mit Berghütte vorm. A. Kuhlmann,
Kurtheater, Sportanlagen mit Lenné-Park, eine 1901 die Glashütte Teutoburg W. Gössling & Sohn

Nr. 25
eigene elektrische Zentrale und eine Süßwasser- in Brackwede, 1902 die Glasfabrik Gernheim und
gewinnungsanlage, eine Betriebswäscherei und 1904 die Glasfabrik Wittekind in Minden. 1932 Stil-
eine Gärtnerei, schließlich auch drei Kurkliniken. legung des Zweigwerkes Hörstel. 1972 Umfirmie-
Nr. 25 Schätzpreis: 300,00 EUR Mit komplettem Kuponbogen. Nicht entwertet! rung von AG der Gerresheimer Glashüttenwerke
Startpreis: 150,00 EUR vorm. Ferd. Heye in Gerresheimer Glas AG. Heute
Actienbrauerei Ludwigshafen am Rhein Nr. 28 Schätzpreis: 150,00 EUR Managementholding des größten deutschen Hoh-
Aktie 1.000 Mark, Nr. 901 Startpreis: 75,00 EUR lglasproduzenten. Lochentwertet.
Ludwigshafen a.Rh., 1.7.1899 EF/VF AG der Chemischen Produkten-
Auflage 800 (R 8). Gegründet 1862 durch den Mün- Fabriken Pommerensdorf-Milch Nr. 30 Schätzpreis: 450,00 EUR
chener Großbrauer Georg Pschorr als erste Startpreis: 250,00 EUR
Aktie 100 RM, Nr. 6708
Brauerei Bayerns in der Rechtsfortm einer AG. Stettin, 15.11.1932 EF AG Elektricitätswerke
Brauerei und Mälzerei in der Maxstr. 23. Gebraut (vorm. O. L. Kummer & Co.)
wurde das „Pfalz-Pilsener“ und das alkoholfreie Auflage 9.400. Gründung 1857 als „AG der chemi-
Getränk „Hella“. Börsennotiz Mannheim/Frank- schen Produkten-Fabrik Pommerensdorf“. Herge- Actie 1.000 Mark, Nr. 1833
furt. 1951/52 mit dem Lokalrivalen Bürgerbräu zur stellt wurden Schwefel- und Salzsäure, Glauber- Dresden, 28.5.1896 VF
“Aktienbrauerei-Bürgerbräu AG” fusioniert. salz, Soda, Antichlor, Sulfat und Futternährsalze Auflage 1.000 (R 10). Gründung 1894 zur Übernah-
Großaktionär war die Frankfurter Henninger-Bräu, sowie Kunstdünger. Die Gesellschaft war an der me der Kummer’schen Fabrik für Elektrotechnik,
die 1968/69 den freien Aktionären einen Aktien- Kleinbahn Kasekow - Pekun (Oder) beteiligt, wel- Mechanik und Maschinenbau in Niedersedlitz.
tausch anbot. Prägesiegel lochentwertet. che an Pommerensdorf vorbeiführt. Zweignieder- Außerdem baute und betrieb die Gesellschaft die
lassung in Wolgast. Nach der Jahrhundertwende normalspurigen elektrischen Bahnen Murnau-
entwickelte sich die Produktion von Superphos- Oberammergau und Aibling-Jenbach-Wendelstein
Die Zuschläge erfolgen zum niedrigst phat zum Hauptgeschäft. Mit Übernahme der (Eröffnung 1897), jeweils an die Kgl. Bayr. Staats-
„Chemische Fabrik Milch AG“ in Berlin-Oranien- bahn anschließend. Kurz nach der Jahrhundert-
möglichen Preis, auch wenn Sie burg im Jahr 1927 konnte für diesen Produktions- wende ging die AG spektakulär pleite. Als Auffang-
schriftlich höher geboten haben! zweig Ersatz für die verlorengegangene Fabrik in gesellschaft gründeten die Gläubigerbanken die
Posen geschaffen werden. 1936 übernahm die

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Sachsenwerk Licht- und Kraft-AG, die sich zu mit eigener Holzbearbeitungs-Fabrik hatte zuletzt forschung, Kosmetik, Elektronik und Kommunika-
einem sehr bedeutenden, elektrotechnischen über 4.000 Beschäftigte. Der über 5 ha große Bau- tion. Verwaltung des eigenen Vermögens, Erwerb
Betrieb entwickelte und später Teil des AEG-Kon- hof befand sich in Spandau-Hakenfelde am Teu- und Veräußerung bzw. Verpachtung von Grund-
zerns wurde. Lochentwertet. Nur 4 Stücke sind felsseekanal, Zweigniederlassungen bestanden in stücken und Gebäuden. 1983 Sitzverlegung nach
bekannt! Bremen, Breslau, Gleiwitz, Halle a.S., Hamburg, Saarlouis und 1991 nach Hameln. Bis heute bör-
Königsberg, Leipzig und Stettin. Eine im Oktober sennotierte Gesellschaft, zuletzt eher ein Objekt
1929 geplante und schon fertig verhandelte Fusion aller möglichen Spekulationen. Faksimile-Unter-
mit der Heilmann & Littmann AG München-Berlin schrift des Bankiers Eltzbacher. Lochentwertet.
wurde in letzter Minute wegen der Schwierigkei-
ten im Baugewerbe verschoben. Die Weltwirt-
schaftskrise machte der AG dann den Garaus: Im
August 1931 Zahlungseinstellung und Konkurs.
Nicht entwertet, mit Kupons ab Nr. 3.

Nr. 32

Nr. 30 Nr. 34

Nr. 31
Nr. 31 Schätzpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 60,00 EUR
Nr. 33
AG „Ems“
Aktie 100 DM, Nr. 2101
Emden, Juli 1961 EF Nr. 33 Schätzpreis: 300,00 EUR
Auflage 86 (R 8). Gründung 1843 als Dampfschiffs- Startpreis: 180,00 EUR
gesellschaft Concordia, 1889 Umwandlung in die AG für bergbauliche Arbeiten
Actien-Gesellschaft “Ems”. Fährverbindungen

Nr. 35
Emden-Borkum, Borkum-Helgoland, Borkum-Nor-
Aktie 1.000 Mark, Nr. 1892
derney, Borkum-Delzijl, Norderney-Helgoland. 2 Bütgenbach, 10.1.1912 VF
der 5 Personendampfer gingen im 2. Weltkrieg ver- Auflage 1.000 (R 8). Gründung 1905. Sitz bis März
1911 in Aachen, dann in Bütgenbach, seit
Nr. 35 Schätzpreis: 180,00 EUR
loren. 1949 Neubau einer Großgarage bei der Startpreis: 90,00 EUR
Abfahrtstelle in Emden-Außenhafen, nachdem 16.1.1919 in Berlin. Erwerb, Betrieb und Verwer-
sich der Fährverkehr nach Borkum immer mehr tung von Erdöl- und sonstigen Bergwerksgerecht- AG für chemische Industrie
zum wirtschaftlichen Rückgrat der AG entwickel- samen. Kürzlich zur Realisierung noch vorhande- Aktie 1.000 Mark, Nr. 2793
te. Außerdem besitzt die AG „Ems“ die „Borkumer nen Ostvermögens reaktiviert. Mit Kupons und
LB. Nicht entwertet!
Gelsenkirchen, 15.4.1914 EF/VF
Kleinbahn- und Dampfschiffahrt AG“ (heute eine
Auflage 1.000. Faksimile-Unterschrift des Bankiers
GmbH), das Inselhotel VierJahresZeiten auf Bor-
Eltzbacher. Lochentwertet.
kum sowie Mehrheitsbeteiligungen an der Ostfrie- Nr. 34 Schätzpreis: 175,00 EUR
sische Lufttransport GmbH (22 Flugzeuge) und Startpreis: 80,00 EUR
der Ostsee-Flug Rügen GmbH. Prägesiegel loch- Nr. 36 Schätzpreis: 650,00 EUR
entwertet.
AG für chemische Industrie Startpreis: 375,00 EUR
Aktie 1.000 Mark, Nr. 1086 AG für gemeinnützige Unternehmungen
Nr. 32 Schätzpreis: 150,00 EUR Gelsenkirchen, 1.6.1906 VF zum Zwecke der Erziehung und
Startpreis: 30,00 EUR Auflage 2.000. Gründung 1872 in Köln. Zu den Krankenpflege
Gründern gehörten u.a. Friedrich Grillo, der A.
AG für Bauausführungen Schaafhausen’sche Bankverein, Rudolph Poens- Aktie 1.000 Mark, Nr. 36
Aktie 20 RM, Nr. 29607 gen und J.L. Eltzbacher. 1876 Sitzverlegung nach Aachen, 1.3.1902 EF
Berlin, 29.12.1924 EF Gelsenkirchen-Schalke. Herstellung von Salzsäure, Gründeraktie, Auflage 50 (R 9). Eine Aachener
(R 8) Bei der Gründung 1872 wurde das Bauge- Schwefelsäure, Sulfat. 1970 wurde die Auflösung Besonderheit: In dieser Stadt wurden fast ein hal-
schäft des Baumeisters F. W. A. Strauch übernom- und 1976 die Fortsetzung der Gesellschaft bes Dutzend gemeinnütziger AG’s zur Unterstüt-
men und in allen Betrieben (Maurergeschäft, Zim- beschlossen. Tätigkeitsgebiet ist nunmehr Erwerb zung hilfsbedürftiger Menschen gegründet! Um
merei, Tischlerei, Schneidemühle, Ziegelei) fortge- und Verwaltung von Beteiligungen an Unterneh- die Tätigkeitsbereiche abgrenzen zu können,
führt. Die in Berlin börsennotierte große Baufirma men, insbesondere aus der Chemie, Bio- und Gen- unterschieden sie sich z.T. sogar im Firmennamen

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darin, ob sie nun Personen männlichen oder weib- Nr. 38 Schätzpreis: 150,00 EUR
lichen Geschlechts betreuten. Vor diesem Überan- Startpreis: 30,00 EUR
gebot an Wohltätigkeit nahm diese Gesellschaft
dann wohl Reißaus und verlegte 1904 ihren Sitz
AG für Historische Wertpapiere
nach Düsseldorf. In Immerath richtete sie ein jahr- Aktie 5 DM - 5 Stücke
zehntelang betriebenes Heim für Epileptiker ein. Wolfenbüttel, August 1996 EF
1950 wurde die Gesellschaft aufgelöst. Sehr schö- Konvolut: 5 gültige Aktien à 5 DM, alle incl. Gewin-
ne Ornament-Umrahmung. Mit kpl. anh. Kuponbo- nanteilschein 9 uff. (ist also noch für 5 Jahre Divi-
gen. dende mit drin). Gründung 1994 durch Umwand-
lung der seit 1976 bestehenden Benecke und
Rehse GmbH. Heute mit den Marken Benecke &
Rehse, Freunde Historischer Wertpapiere, Han-
seatisches Sammlerkontor und Auktionshaus Gut-
owski das weltweit führende Unternehmen auf

Nr. 41
dem Spezial-Sammelgebiet “Historische Wertpa-
piere”. Börsennotiz: Freiverkehr München. Leich-
te vertikale Knickfalte, sonst einwandfrei.
Nr. 41 Schätzpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 75,00 EUR
AG für Moorkultur
Aktie Lit. B 5.000 Mark, Nr. 55858
Berlin, Juli 1923 VF+
Gründeraktie, Auflage 104.000 (R 8). Gründung im
Juni 1923. Förderung der Kultivierung und Besied-
lung von Moor- und Öd-Ländereien, Erwerb und
Beteiligung an gleichartigen Unternehmungen,
insbes. der Erwerb und die Verwertung von Paten-
ten, die diesem Zweck dienen könnten. 1930 von
Amts wegen gelöscht. Äußerst dekoratives, groß-
formatiges Stück mit drei Vignetten von Fahrzeu-

Nr. 39
gen bei der Moor-Kultivierung. Außerdem großes
Firmensignet im Unterdruck. Nicht entwertet!

Nr. 39 Schätzpreis: 100,00 EUR

Nr. 36
Startpreis: 50,00 EUR
AG für Kunstdruck
Aktie 100 RM, Nr. 1045
Niedersedlitz, August 1933 EF
Auflage 3.700. Gründung 1896 als AG für Kunst-
druck vorm. Willner & Pick, ab 1900 AG für Kunst-
druck. Erzeugung und Vertrieb photolithographi-
scher und sonstiger auf graphischem Wege herge-
stellter Artikel. Erzeugt wurden: Reklamedruckar-
beiten aller Art: Plakate, Affichen, Kalender, Rekla-
mekarten, Katalogumschläge, Postkarten sowie
Faltschachteln und Verkaufskästen. Prägesiegel
lochentwertet.

Nr. 42

Nr. 42 Schätzpreis: 350,00 EUR


Startpreis: 200,00 EUR
AG für Radio Telephonie
Aktie 10.000 Mark, Nr. 992
Berlin, 1.4.1923 VF-
Gründeraktie, Auflage 3.000 (R 10). Gründung im
April 1923 durch Privatinvestoren. Fabrikation
und Vertrieb von Empfangsstationen für drahtlose
Telephonie und Telegraphie sowie Teilbau dafür
(Sitz: Berlin W 57, Bülowstr. 106). Bereits ab 1925

Nr. 40
wieder in Liquidation. Lochentwertet. Unterer
Rand etwas fleckig, kleine Randverletzungen.
Unentwertet war jahrzehntelang nur ein einziges
Nr. 40 Schätzpreis: 125,00 EUR Stück aus der legendären Sammlung Kruppa

Nr. 37
Startpreis: 60,00 EUR bekannt. Lediglich 3 Stücke wurden in der Reichs-
bank gefunden!
AG für Lithoponefabrikation
Nr. 37 Schätzpreis: 500,00 EUR Aktie 500 RM, Nr. 586 Nr. 43 Schätzpreis: 175,00 EUR
Startpreis: 300,00 EUR Triebes, Juli 1926 EF Startpreis: 60,00 EUR
Auflage 1.600 (R 8). Gründung 1901 als „Triebeser AG für Verwertung von Kartoffel-
AG für Grundstücksverwertung Farbenwerke“ zur Weiterführung einer gleichna-
Aktie (Interimsschein) 200 x 500 RM, migen GmbH mit Werken in Triebes und Wün-
fabrikaten
Nr. 1001-1200 schendorf, 1905 Umfirmierung wie oben. Herstel- Aktie 1.000 Mark, Nr. 12354
Leipzig, 1.2.1937 VF lung von Lithopone (das weiß deckende Pigment Berlin, Mai 1923 EF-
(R 12) Gründung 1913 zwecks Erwerb, Verwaltung Zinksulfidweiß) und als Nebenprodukte Blanc-fixe Auflage 18.000 (R 10). Gründung 1912 zwecks
und Verwertung von Grundbesitz und anderer und Glaubersalz. Der als Grundstoff benötigte Übernahme und Fortführung der Geschäftsbetrie-
Vermögenswerte. Sitz der Verwaltung in Leipzig, Schwerspat wurde in einer eigenen Grube in be der “Verwertungsstelle für Kartoffelfabrikate
Brühl 75-77 (seit 1872 Hauptsitz der Allgemeinen Rothenkirchen gewonnen. Ab 1925 Interessenge- mbH” in Berlin und der “Fabriken für Kartoffelfa-
Deutschen Credit-Anstalt, die bei dieser AG meinschaft mit der Gewerkschaft Sachtleben. brikate Frankfurt a.O. und Wronke GmbH i.L.”.
Großaktionär war). Nach dem Krieg nicht verla- Nachdem die I.G. Farbenindustrie die Aktienmehr- Herstellung und Verwertung von Kartoffelmehl,
gert. Maschinenschriftliche Ausfertigung auf dop- heit erworben hatte, wurde die Notiz an den Bör- Stärke, Sirup, Bonbonzucker, Dextrin und anderen
pelseitigem Büttenpapier, Originalunterschriften. sen Berlin und München 1926 eingestellt. 1947 Kartoffelfabrikaten. Fabriken zuletzt in Frankfurt
ausgestellt auf die Allgemeine Deutsche Cre- enteignet und als landeseigener Betrieb fortge- a.O., Zörbig und Rosenig, während die Fabriken in
dit-Anstalt. Doppelblatt, lochentwertet. führt. Prägesiegel lochentwertet. Wronke, Bronislaw und Birnbaum als Folge des 1.

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Weltkrieges 1919/20 an eine zu diesem Zweck neu 64) und Hennersdorf. Die Firma fertigte auch Wasserkraftwerken an der Mulde und der Elster.
gegründete poln. AG abgegeben werden mussten. außergewöhnliche Möbelstücke z.B. für Theater- Über 95 % aller sächsischen Haushalte wurden mit
Ab 1921 in Berlin börsennotiert. Ende 1925 nach zwecke, die in die ganze Welt exportiert wurden. Energie versorgt. Der umfangreiche Beteiligungs-
erheblichen Verlusten in Liquidation gegangen. Nicht entwertet! besitz umfasste u.a. Anteile bei der Sächsischen
Mit beiliegendem Kuponbogen. Elektrizitäts-Lieferungs-Gesellschaft (100 %), der
Landkraftwerke Leipzig AG (30 %), der Energie-
Versorgung Groß-Dresden AG (50 %), der Thürin-
ger Gas-Gesellschaft (30 %), der Gasversorgung
Ostsachsen AG (28 %) und der Leipziger Außen-
bahn AG (25 %). Teil einer Anleihe von 15 Mio. US-
$. Sehr dekorative Vignette mit weiblicher Allego-
rie. Vorderseitig mit angeheftetem Zertifikat
“FORM TFEL-2”. Mit anhängenden restlichen
Kupons ab 1940. Gesuchte Rarität! Nicht entwer-
tet!

Nr. 46
Nr. 46 Schätzpreis: 250,00 EUR
Startpreis: 85,00 EUR
AG J. G. Leistner
Aktie 1.000 RM, Nr. 14
Chemnitz, März 1933 EF+
Auflage 290 (R 10), kompletter Aktienneudruck
wegen Umfirmierung. Nicht entwertet!

Nr. 43
Nr. 47 Schätzpreis: 150,00 EUR Nr. 49
Startpreis: 60,00 EUR
Nr. 49 Schätzpreis: 175,00 EUR
AG Röhrenwerk Herrenhütte A. Hering Startpreis: 80,00 EUR
Aktie 1.000 Mark, Nr. 436 AG Sächsische Werke
Nürnberg, 8.6.1920 EF
6,5 % Gold Bond 500 $, Recepis specimen
Auflage 600 (R 6). Gründung 1918, ab 1924 AG A.
Hering. Betrieb einer Maschinen- und Apparate- Dresden/Amsterdam, 20.7.1926 EF
baufabrik. Erzeugnisse: Kessel, Überhitzer, Ver- (R 11) Zwischenschein-Muster für die holländi-
dampfer, Trocknungsanlagen, Heizungs- und Lüf- sche Tranche von 2 Mio. US-$ (Gesamtanleihevo-
tungsanlagen, Kühlsysteme, Kondensatoren usw. lumen 15 Mio. US-$). Perforationsentwertet. Nur
2003 Übernahme durch die Holding BAVARIA Indu- zwei Stücke wurden gefunden in dem aufgelösten
striekapital AG. Doppelblatt. Großformatiges de Bussy-Archiv!
Papier, lochentwertet.

Nr. 44
Nr. 44 Schätzpreis: 200,00 EUR
Startpreis: 100,00 EUR
AG für Wohnungsbauten
Aktie 1.000 RM, Nr. 106
Berlin, Juli 1939 EF
Gründeraktie, Auflage 150 (R 10). Gegründet 1939,
bereits 1943 trat die Firma wieder in Liquidation.

Nr. 50

Nr. 50 Schätzpreis: 250,00 EUR


Startpreis: 125,00 EUR
AG Union Sondershausen
Aktie 1.000 Mark, Musterdruck
Sondershausen, 15.5.1915 VF
(R 10) Mit Angaben: Kupferstock-Wertpapier-Ein-
fassung Gruppe 1255, Kupferstock-Untergrundmu-
ster Nr. 9968, Schrift: Belwe-Antiqua und Halbfette

Nr. 45
Belwe-Antiqua, Schriftgießerei: J.G. Schletr & Gies-
ecke, Leipzig. Einzelstück aus einer alten Samm-
lung.

Nr. 48
Nr. 45 Schätzpreis: 250,00 EUR
Startpreis: 85,00 EUR Nr. 51 Schätzpreis: 300,00 EUR
AG J. G. Leistner Startpreis: 150,00 EUR
Nr. 48 Schätzpreis: 1.000,00 EUR
Aktie 100 RM, Nr. 376 Startpreis: 650,00 EUR AG Wilh. Tillmanns’sche Wellblech-
Chemnitz, März 1933 EF+ AG Sächsische Werke Fabrik u. Verzinkerei
Auflage 100 (R 10), kompletter Aktienneudruck 6,5 % Gold Bond 1.000 $, Nr. 6656 Actie 1.000 Mark, Nr. 97
wegen Umfirmierung. Uralte, bereits 1837 Dresden, 1.5.1926 VF Remscheid, 31.12.1894 VF
gegründete Firma, die auf das Sägewerk von Gründeraktie, Auflage 746 (R 9). Gründung 1894
Johann Georg Leistner zurückgeht. 1921 Umwand- (R 10) Gründung 1923. In die Gesellschaft brachte
zur Übernahme der seit 1856 bestehenden Till-
lung in die “Holzwarenfabrik J.G. Leistner AG”, das Land Sachsen seine Kohlen- und Elektrizitäts-
manns’schen Werke in Remscheid (Werksgelände
1932 umbenannt wie oben. Werksanlagen in unternehmen ein, blieb aber alleiniger Aktionär.
1,78 ha, Produktion: Eisenhoch- und Brückenbau,
Chemnitz (in der Herrenstraße, später Sonnenstr. Neben den Braunkohlen- und Großkraftwerken
Wellbleche, Roll- und Schiebetore sowie Schlitt-
Böhlen und Hirschfelde auch Betrieb von acht

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schuhe). 1900 Umfirmierung in Tillmanns’sche Nr. 53 Schätzpreis: 250,00 EUR striellen verkauft, der das direkt am Bahnhof der
Eisenbau-AG, im gleichen Jahr Erwerb eines 3,51 Startpreis: 125,00 EUR wichtigen Magdeburg-Köthen-Halle-Leipziger
ha großen Grundstücks in Düsseldorf-Oberkassel Eisenbahn liegende Gebäude zu einer Malzfabrik
zum Bau eines neuen Werkes. 1913 Übernahme
Ahrtalbank AG umbaute. 1917 kaufte die Gesellschaft die Eisen-
der Schenck & Liebe-Harkort GmbH in Oberkassel Aktie 100 Goldmark, Nr. 9067 giesserei Saalhütte in Könnern, 1918 die Aktien-
(gegr. 1899), deren Name unter gleichzeitiger Sitz- Ahrweiler, Januar 1924 EF/VF Malzfabrik Niemberg und erwarb 1918 sämtliche
verlegung nach Düsseldorf angenommen wurde. Auflage 1.350 (R 7). Gegründet 1871 als Ahrweiler Hausgrundstücke, Fabrikanlagen und Inventar der
Produktion in Oberkassel: Großhebezeuge, Verla- Credit-Verein eGmbH, Ende 1923 Umwandlung in Schlossmälzerei AG von Th. Schmidt & Co. in
deanlagen, Scheren und Pressen. 1958 (die Pro- eine AG. Filialen in Altenahr, Mayschoß, Rech, Nienburg (Saale). 1931/32 Umwandlung einer
duktion war inzwischen eingestellt) übernahm die Dernau, Holzweiler und Bad Neuenahr. 1972 Fusi- großen Forderung an die Bierbrauerei Gebr.
an den Werksanlagen in der Hansa-Allee interes- on zur Volksbank Bad Neuenahr-Ahrweiler Müser AG in Bochum-Langendreer in eine maß-
sierte SCHIESS AG in Düsseldorf die Aktienmehr- eGmbH. Großformatiges Papier, sehr dekorativ gebliche Beteiligung. Börsennotiz in Halle (Saale),
heit, 1959 Umwandlung in eine GmbH. Nicht ent- verziert. Lochentwertet (“Sternchen” in der seit 1934 im Freiverkehr Leipzig. Die AG wurde
wertet! Umrandung). 1961 zwecks Abwicklung verlagert nach Hamburg,
1962 aufgelöst, 1971 im Handelsregister gelöscht.
Das Werk in Könnern wurde 1948 enteignet und
als VEB Malzfabrik Könnern weitergeführt, nach
der Wende 1993 stillgelegt. Die Ruine, für deren
Abriss sich die Stadt Könnern aktuell um Förder-
gelder bemüht, ist heute ein Schandfleck im
Stadtzentrum, der zudem den Zugang zum histo-
risch bedeutenden alten Klosterhof versperrt. Ori-
ginalunterschriften. Lochentwertet.

Nr. 51

Nr. 54
Nr. 55
Nr. 54 Schätzpreis: 500,00 EUR
Startpreis: 250,00 EUR
Aktien-Brauerei Feldschlösschen
Aktie Lit. A 1.000 Mark, Nr. 421
Minden, 5.6.1922 EF

Nr. 52
Auflage 1.500 (R 9). 1865 Gründung der Brauerei
Brettholz & Denkmann. AG seit 1888. 1918 Ankauf
der Mindener Stiftsbrauerei, 1922 Erwerb des
Nr. 52 Schätzpreis: 150,00 EUR Braukontingents der Kronenbrauerei Bückeburg.
Startpreis: 60,00 EUR 1924 Ankauf der Städt. Brauerei Hempel & Co. in
Stadthagen. Neben verschiedenen Wirtschaftsan-
Agmi AG für Möbelfabrikation wesen gehörte der Gesellschaft auch die Tonhalle
und Innenausbau in Minden. Die Aktien notierten seit 1890 bei
Aktie 10.000 Mark, Nr. 5513 äußerst sporadischen Umsätzen an der Börse

Nr. 56
Berlin-Johannisthal, August 1923 EF Hannover, später im ungeregelten Freiverkehr
Düsseldorf. Großaktionär war zuletzt mit über 98
Gründeraktie, Auflage 10.000 (R 8). Gründung im
% die Berliner Schultheiss-Brauerei AG. 1978 auf
Juli 1923. Handel mit Möbeln und Einrichtungsge-
die Dortmunder Union-Schultheiss-Brauerei AG Nr. 56 Schätzpreis: 250,00 EUR
genständen. Ab 1924 in Liquidation. Mit komplet-
(1988 umbenannt in Brau und Brunnen AG, seit Startpreis: 125,00 EUR
tem Kuponbogen. Nicht entwertet!
2004 Teil der Radeberger Gruppe) verschmolzen.
Doppelblatt, lochentwertet. Nur 6 Stücke sind Aktien-Zuckerfabrik Munzel-Holtensen
bekannt: 3 entwertete und 3 unentwertete. Namens-Aktie 300 RM, Nr. 477
Gross-Munzel, 1.6.1928 EF+
Nr. 55 Schätzpreis: 100,00 EUR Teilblankette (R 9). Die AG wurde 1883 gegründet,
Startpreis: 60,00 EUR die Zuckerfabrik dann 1884 durch die Sangerhäu-
Aktien-Malzfabrik Könnern ser Aktien-Maschinenfabrik errichtet in Groß
Munzel, südwestlich von Hannover, heute ein
Aktie 1.200 Mark, Nr. 2470 Stadtteil von Barsinghausen. Eine reine “Bauern-
Könnern, 14.12.1921 EF- zuckerfabrik”, die 1962 mit den Zuckerfabriken
Auflage 940. Gegründet 1872. Die Malzfabrik hat Lehrte, Clauen, Dinklar und Sehnde sowie den
eine überraschend interessante Baugeschichte: anschließend gleich stillgelegten Fabriken Alger-
Einst ein mächtiges Kloster, das von Otto II. (955- missen, Osterlinde und Peine zur “Lehrter Zucker
983) sogar zum Reichskloster erhoben wurde, AG” fusioniert. Diese wiederum fusioniert mit der
kam die Anlage 1563 an die Fürsten von Anhalt- Hannoverschen Zucker-AG Rethen-Weetzen 1986

Nr. 53
Köthen, die die Klausurgebäude in ein Schloß zur Hannover Zucker AG mit Sitz in Lehrte (dieser
umbauten. Später Witwensitz, 1871 an einen Indu- Konzentration fallen gleich anschließend die

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Werke Barum, Dinklar, Sehnde und Weetzen zum Hasen und Lorenz Stötter”, 1921 Fusion mit der renten Eschebach-Werke AG in Radeberg bei Dres-
Opfer). Schon 1990 schließen sich fünf norddeut- AG Kronenbräu vorm. M. Wahl zur “Aktienbraue- den. Nach dem Wiederaufbau der am 31.7.1943 bei
sche Zuckererzeuger zum “Zuckerverbund Nord rei zum Hasen Lorenz Stötter und Kronenbräu”, einem Luftangriff fast vollständig zerstörten Rem-
AG” zusammen (geschlossen werden ansch- 1924 Fusion mit der Aktienbrauerei Augsburg scheider Fabrik wieder der führende Hersteller
ließend die Werke Meine, Rethen, Fallersleben vorm. J. M. Vogtherr und Umfirmierung in “Akti- auf seinem Spezialgebiet. Noch heute börsenno-
und St. Michaelisdonn). Durch das Zusammenge- enbrauerei zum Hasen”. 1942 wurde die gesamte tierte AG. Nicht entwertet und mit restlichem
hen mit der Zucker-AG Uelzen-Braunschweig wird Bierherstellung in der Betriebsstätte Hasenbräu in Kuponbogen. Nur 4 Stücke wurden 2002 im Tresor
die nach wie vor bäuerlich beherrschte “Nord- der Armenhaus-Gasse konzentriert. 1980 Umfir- einer Berliner Privatbank gefunden.
zucker Holding AG” 2004 endgültig das alleinige mierung in Hasen-Bräu AG. 1996 verkaufte die
Gegengewicht zur Kapitalmarktorientierten Süd- Bayerische Vereinsbank die Aktienmehrheit an
zucker AG. Als eines der letzten verbliebenen und der noch heute in München börsennotierten AG
bis zuletzt modernisierten Nordzucker-Werke an den Brauerei-Magnaten Inselkammer (im Jahr
wird die Zuckerfabrik Groß Munzel schließlich darauf wurden die Hasen-Bräu-Betriebsrechte der
2006 wegen der Neuordnung des EU-Zuckermark- ihm gehörenden Tucher-Bräu übertragen). Nicht
tes geschlossen und 2010 abgebrochen. Ein erst entwertet und mit Kupons!
1992 errichtetes Flüssigzuckerwerk ist in Groß
Munzel aber bis heute in Betrieb.

Nr. 61

Nr. 61 Schätzpreis: 150,00 EUR


Startpreis: 60,00 EUR
Alfred Ferdinand Winkler & Co. AG
Nr. 59 Aktie Reihe B 1.000 Mark, Nr. 16850

Nr. 57
Magdeburg, April 1923 EF+
Nr. 59 Schätzpreis: 150,00 EUR Gründeraktie, Auflage 42000 (R 9). Gründung im
Startpreis: 75,00 EUR März 1923 zur Fortführung der Nahrungs- und
Nr. 57 Schätzpreis: 200,00 EUR Albert Nestler AG Genussmittelfabrik von A. F. Winkler. Bereits 1924
Startpreis: 80,00 EUR in Konkurs. Sehr dekorativ, große Abb. mit
Namens-Aktie 10.000 DM, Nr. 485 Ansicht der Fabrik.
Aktienbrauerei Eisenach Lahr / Baden, Dezember 1952 UNC/EF
Aktie 300 RM, Nr. 1510 Auflage 100 (R 7). Gründung 1878, seit 1922 AG.
Eisenach, 31.1.1942 VF Herstellung und Vertrieb von Rechen-, Mal-, Mess-
Auflage 492 (R 9). Gründung 1886, Zweck war Bier- und Zeichengeräten. Weiterhin Betrieb eines Säge-
brauerei und Mälzerei sowie Herstellung und Ver- werkes und einer Holzhandlung. Exportiert wur-
kauf von Mineralwasser, Limonaden und Spirituo- den die Artikel an über 60 Staaten. Durch Bom-
sen. 1918 Erwerb der Ver. Eisenacher Brauereien benangriffe wurden das Sägewerk und der Haupt-
Petersberger und Schloßbrauerei. 1923 Interes- betrieb 1944/45 schwer beschädigt. Ein Jahr spä-
sengemeinschaft mit der Steigerbrauerei AG in ter schlugen die Alliierten erneut zu und entnah-
Erfurt. 1939 Verkauf der Petersberger Brauerei. men 66 der modernsten und bestausgerüsteten
Die Braustätten in Eisenach, Berka an der Werra Maschinen als Reparationen. Die Nachkriegsjahre
(Brauerei Feigenspan), Salzungen (Klosterbraue- waren vom Wiederaufbau der Betriebe geprägt.
rei) sowie die Malzfabrik Louis Horenburg in 1968 Umwandlung in eine GmbH. Erinnern Sie sich
Gotha wurden 1948 durch Befehl Nr. 64 der SMAD noch? Ihr schöner, sündhaft teurer Kunststoff-

Nr. 62
enteignet. Der AG blieb aber die Braustätte in Bad Rechenschieber in der Schule war auch von Nest-
Hersfeld/Hessen (frühere Bierbrauerei Engel- ler!
hardt), wohin 1949 der Sitz verlegt wurde. 1972
auf die Mainzer Aktien-Bierbrauerei (Konzern der Nr. 62 Schätzpreis: 150,00 EUR
Binding-Brauerei) verschmolzen. Nicht entwertet! Startpreis: 75,00 EUR
Alfred Gutmann AG für Maschinenbau
Aktie 100 RM, Nr. 1011
Hamburg, März 1937 EF
Auflage 1.280. Gründung 1898 unter Übernahme
der 1885 gegründeten Firma Alfred Gutman, Alto-
na-Ottensen. Erzeugnisse: Sandstrahlgebläse für
alle Zweige der Industrie, Formmaschinen,
Kupolöfen, Misch- und Mahlmühlen, Begichtungs-
anlagen, Aufzüge, Hebezeuge, Schmelzöfen, Zer-
kleinerungsmaschinen, Wasserfilter. Ab 1998

Nr. 60
mehrfacher Besitzerwechsel, zuletzt, 2004 an die
Wheelabrator mit Sitz in Köln. Die letzten Produk-
tionsstandorte der vormaligen Alfred Gutmann

Nr. 58
Nr. 60 Schätzpreis: 150,00 EUR Ges. für Maschinenbau GmbH wurden 2006
Startpreis: 75,00 EUR geschlossen. Lochentwertet.
Alexanderwerk A. von der Nahmer
Nr. 58 Schätzpreis: 350,00 EUR Nr. 63 Schätzpreis: 200,00 EUR
Startpreis: 140,00 EUR Aktie 100 RM, Nr. 7984
Remscheid, August 1937 EF- Startpreis: 120,00 EUR
Aktienbrauerei zum Hasen Allba-Nordstern
Auflage 10.000 (R 10), kompletter Aktien-Neu-
Aktie 100 RM, Nr. 1870 druck. Gründung 1885 als GmbH, AG seit 1899. Lebensversicherungs-AG
Augsburg, 14.3.1935 VF+ Hergestellt wurden Haushaltsmaschinen, Küchen- Namens-Aktie Serie 2 100 RM, Nr. 214
Auflage 9.000 (R 9), kompletter Neudruck wegen maschinen, Großküchen, Fleischverarbeitungs- Berlin-Schöneberg, 27.3.1925 VF
Sanierung und Kapitalherabsetzung 5:2. Die und Aufschnittschneidemaschinen. 1917/18 Über-
Auflage 20.000 (R 10). Gründung 1866 als Nord-
Brauerei zum Hasen ist aus einer schon im Jahre nahme der Schneidemaschinenfabrik Graff &Stein
stern-Lebensversicherungs-AG in Berlin. 1878
1464 bestehenden Braustätte in der Augsburger GmbH in Witten a.d.Ruhr und Weiterführung als
Fusion mit der Schlesischen Lebensversicherung,
Bäckergasse hervorgegangen, die sich erst “drey Zweigwerk. 1926 Einführung der Fließbandpro-
gegr. 1872 in Breslau. 1906 Übernahme der Vater-
Glaß” und später “Zum Hasen” nannte. Seit 1890 duktion. Ab 1927 Zusammenarbeit mit Siemens-
ländische Lebensversicherungs-AG, gegr. 1872 in
AG als “Aktienbrauerei zum Hasen vorm. J. M. Schuckert bei elektrischen Haushaltsmaschinen.
Elberfeld. 1920 Fusion mit der “Teutonia” Versi-
Rösch”. 1920 Fusion mit der Brauerei Lorenz Stöt- 1931 Fusion mit der Ernst Alb. Steffens GmbH in
cherungs-AG, gegr. 1852 in Leipzig. 1922
ter AG in Augsburg zur “Aktienbrauerei zum Burg a.d.Wupper, 1941 Übernahme des Konkur-

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Bestandsübertragung auf die ALLBA Allgemeine ler-Benz-Konzern, der unter dem Vorstandsvorsit-
Lebensversicherungs-Bank AG. 1925 Umfirmie- zenden Edzard Reuter (Sohn des legendären Berli-
rung in Allba-Nordstern Lebensversicherungs-AG, ner Nachkriegs-OB) vom Aufbau eines umfassen-
1936 in Nordstern Lebensversicherungs-AG. 1996 den Technologiekonzerns als Welt-AG träumte.
wurde der Sitz in Berlin aufgehoben. 1999 Ver- Als auch dieser Traum ausgeträumt war, löste
schmelzung auf die AXA Colonia Lebensversiche- Daimler-Benz (nun unter Reuters Nachfolger Jür-
rung AG. Mit dem Nordstern-Firmensignet in allen gen Schrempp) die AEG 1996 auf. Faksimile-Unter-
vier Ecken. Nicht entwertet, in dieser Form ist nur schrift E. Rathenau. Nur 5 Stücke sind seit vielen
ein einziges weiteres Stück (zuletzt 2007 verstei- Jahren überhaupt bekannt.
gert) bekannt.

Nr. 66
Nr. 66 Schätzpreis: 1.000,00 EUR
Startpreis: 350,00 EUR
Allgemeine Lokal- und Strassenbahn-
Gesellschaft
Actie 1.000 Mark, Nr. 18513
Berlin, 21.5.1902 VF

Nr. 63
Auflage 2.000 (R 10). Der 1880 gegründeten „Deut-
sche Lokal- und Strassenbahn-Gesellschaft“
gelang ein atemberaubender Aufstieg: Alles
Nr. 64 Schätzpreis: 1.000,00 EUR begann mit der gerade einmal 6 km langen Pferde-
Startpreis: 400,00 EUR bahn Mönchengladbach-Rheydt, am Ende war die
Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft 1890 in „Allgemeine Lokal- und Strassenbahn-
Gesellschaft“ umbenannte Firma der größte deut-
Aktie 1.000 Mark, Nr. 105613 sche Straßenbahn-Konzern. Die Beteiligungen
Berlin, 15.10.1910 VF reichten von der Zugspitzbahn bis zu den Ver-
Auflage 30.000 (R 10) davon 20000 an die Familie kehrsbetrieben Danzig-Gotenhafen. 1890 über-
Guilleaume zur Übernahme der Aktienmehrheit nahm die AEG die Mehrheit, um sich bei der
der Felten & Guilleaume-Lahmeyerwerke. Grün- Umstellung der bis dahin pferde- oder dampfbe-
dung 1883 durch Emil Rathenau als „Deutsche Edi- triebenen Bahnen auf elektrischen Antrieb einen
son-Gesellschaft für angewandte Elektricität“, bedeutenden Absatz der eigenen Produkte zu
1887 Umfirmierung in AEG. Beim Besuch der Welt- sichern. 1923 Umfirmierung in Allgemeine Lokal-
ausstellung in Philadelphia lernte Emil Rathenau bahn- und Kraftwerke AG. Sitzverlegungen 1949

Nr. 65
die epochemachenden Erfindungen von Thomas nach Hannover und 1954 nach Frankfurt/Main.
A. Edison kennen. Es gelang ihm, die Patente für 1974 Aufnahme der AG für Verkehrswesen und
Deutschland zu erwerben. Zu Recht wird Rathe- Verschmelzung zur AGIV, einer Verkehrs-, Bau-
nau als der Begründer der elektrischen Großindu- Nr. 65 Schätzpreis: 300,00 EUR und Maschinenbau-Holding, die bis zu ihrer Zer-
strie in Deutschland bezeichnet. Was mit der Her- Startpreis: 125,00 EUR schlagung 2002 mehrheitlich der BHF-Bank gehör-
te. Mit restlichem Kuponbogen aus dem Jahr 1942.
stellung von Glühlampen begann, entwickelte sich Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft Randverletzungen restauriert. In dieser Form
bald zu einem Unternehmen, das auf allen Gebie- 7 % Gold Debenture 500 $, Specimen (unetwertet) eine große Rarität!
ten der Elektrotechnik eine führende Rolle spielte
- lange blieb der Wettstreit mit Siemens & Halske
Berlin, 15.1.1925 VF
um den ersten Platz unentschieden. Der Nieder- Nullgeziffertes Specimen (R 10). Olivgrün/
gang nach dem 2. Weltkrieg mündete schließlich schwarzer Stahlstich, allegorische Vignette mit
Elektromotor. Mit anhängenden Kupons.
1985 in der Mehrheitsübernahme durch den Daim-

Nr. 67

Nr. 67 Schätzpreis: 150,00 EUR


Startpreis: 60,00 EUR
Allgemeiner Bankverein AG
Aktie 1.000 Mark, Nr. 189792
Düsseldorf, Juni 1922 EF
Auflage 96.300 (R 8). Gründung am 12.4.1921 unter
Übernahme des 1889 gegründeten Löninger Bank-
vereins in Löningen, bis 22.8.1921: Allgemeiner
Bankverein mit Sitz in Berlin, bis 19.6.1922: Allge-
meiner Bankverein für Westdeutschland mit Sitz
in Düsseldorf. 1927 wurde die Liquidation
beschlossen. Mit kpl. Kuponbogen.

Nr. 68 Schätzpreis: 150,00 EUR


Startpreis: 80,00 EUR
Altenburger Glashütte AG
Aktie 1.000 Mark, Nr. 352

Nr. 64
Altenburg, September 1921 EF/VF
Gründeraktie, Auflage 1.500 (R 7). Hermann
Hirsch führte zunächst zusammen mit zwei Brü-

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dern und dem Schwager die Glasfabrik W. Rönsch, 1981 wurden die meisten Strecken stillgelegt, 2001 Nr. 72 Schätzpreis: 150,00 EUR
Hirsch & Co. in Radeberg. Die Wege trennten sich fuhr der letzte Zug zwischen Kalbe und Hohen- Startpreis: 50,00 EUR
1869, da sich Hermann Hirsch mehr dem Hohlglas wulsch. Mit restlichem Kuponbogen, nicht ent-
verbunden fühlte, seine Brüder und der Schwager wertet!
Anton & Alfred Lehmann AG
dagegen dem Tafelglas. Hermann Hirsch erwarb Aktie 1.000 Mark, Nr. 6163
im damals noch thüringischen Altenburg ein Berlin, Juli 1922 EF
Grundstück am Kauerndorfer Weg (heute Fabrik- Auflage 5.000 (R 9). Gründung 1891. Die Textilfa-
straße, vis-á-vis vom Bahnhof) und errichtete dort brik in Berlin-Niederschöneweide stellte vor allem
eine Glashütte. Nach seinem Tod 1871 übernahm Plüsche für Spielwaren sowie Trikotfabrikate her.
sein Sohn Carl Adolph Otto Hirsch die Fabrik, 1924 Erwerb der Plüsch-, Krimmer- und Teppich-
besaß aber als Buchhalter nicht die nötige Kom- werke GmbH in Katscher (O.-S.), die als zweites
petenz, 1876 kam die Fabrik zum Stillstand. 1880 Werk fortgeführt wurden. Börsennotiz Berlin. 1940
versuchte Franz Zahn aus Böhmen die Fabrik wie- nach Abschluss der Abwicklung gelöscht. Sehr
der in Gang zu setzen, doch schon 1893 stand sie schöner G&D-Druck mit Hermes-Kopf im Unter-
erneut zum Verkauf. 1921 kam es dann zur Grün- druck. Nicht entwertet!
dung der Altenburger Glashütte AG an der Zeitzer
Str. 33, die an einem Hafenofen Kolben für Isolier-
flaschen herstellte. Auch diese Fabrik überlebte

Nr. 70
nur bis zur Weltwirtschaftskrise, im März 1931
ging sie in Konkurs. Lochentwertet.

Nr. 70 Schätzpreis: 250,00 EUR


Startpreis: 75,00 EUR
Ammendorfer Papierfabrik
Aktie 1.000 RM Nr. 21272
Ammendorf b. Halle (Saale), Okt. 1928 EF
Auflage 2000, R 9). Die Gründung 1897 war wegen
der Nähe zu Kohle und Wasser besonders begün-
stigt. 1898 wurde der Betrieb auf dem 272.000 qm
großen Werksgelände mit zwei Papiermaschinen

Nr. 73
und zugehöriger Holzschleiferei aufgenommen.
1923 Erwerb der Gebr. Dietrich GmbH in Merse-
burg zur Sicherung des Zellstoffbedarfs. Zuletzt
wurden auf vier Papiermaschinen täglich 110 t Nr. 73 Schätzpreis: 250,00 EUR
Papier und Karton hergestellt. Börsennotiz Berlin

Nr. 68
Startpreis: 90,00 EUR
und Halle (später Leipzig). Beteiligt an der Papier-
Harz und der Tapetenrohpapier GmbH (beide Ber- Apollo-Werk C. Allendorf GmbH
lin-Charlottenburg). Großaktionäre waren Del- Anteilschein 1.000 Mark
brück, Schickler & Co. und die Dresdner Bank. Das Gössnitz, S.-A., 13.11.1911 EF
Werk Ammendorf wurde 1946 von den Sowjets Teilblankette (R 9). Die Fabrik besteht bereits seit
restlos demontiert, die Grundstücke und das Zell- 1863. Hergestellt werden Pumpen und Kompres-
stoffwerk Merseburg wurden enteignet. Die AG soren sowie Gußerzeugnisse aller Art. 1922
verlegte ihren Sitz 1950 nach Berlin, wurde dort Umwandlung der GmbH in die APAG Apollo-Plan-
abgewickelt und 1962 im Handelsregister tectorwerk AG, ab 1938 APAG Apollowerk AG.
gelöscht. Nicht entwertet, mit Restkupons. Nach dem 2. Weltkrieg enteignet, 1993 als Apollo-
werk Gößnitz GmbH reprivatisiert. Sehr schöne
Nr. 71 Schätzpreis: 150,00 EUR Umrandung im Historismus-Stil, drei Original-
Startpreis: 60,00 EUR Unterschriften: Carl, Paul und Guido Allendorf.
Andreas Haassengier GmbH Doppelblatt, inwendig Abschrift des Gesell-
schaftsvertrages.
Armaturen-Fabrik und Eisengiesserei

Nr. 69
Anteilschein 10.000 Mark, Nr. 1971-1980
Halle, 11.1.1923 EF Gerne beantworte ich Ihre Fragen
(R 7) Die 1841 gegründete Armaturen-Fabrik und
Metallgießerei firmierte in der Hordorfer Straße in auch per e-Mail: gutowski@gmx.com
Nr. 69 Schätzpreis: 350,00 EUR
Halle. Lochentwertet. Eingetragen auf den Fabri-
Startpreis: 160,00 EUR kanten Albert Klär in Oranienbaum.
Altmärkische Kleinbahn-AG
Aktie 1.000 RM, Nr. 3961
Calbe a. M., 25.2.1929 EF-
Auflage 1.771 (R 9), kompletter Aktien-Neudruck,
weitere 2 x 1941 Aktien waren in Sammelaktien für
den Staat Preußen bzw. die Provinz Sachsen ver-
brieft). Gründung 1899 als AG Kleinbahn Bismark-
Calbe-Beetzendorf. 1904 Übernahme der Klein-
bahn-AG Gardelegen-Calbe. 1927 übernahme der
Altmärkischen Kleinbahn GmbH mit der bis dahin
noch schmalspurigen 47 km langen Strecke Klöt-
ze-Wernstedt-Vinzelberg, zugleich Umfirmierung
in Altmärkische Kleinbahn-AG (seit 1943: Altmär-
kische Eisenbahn-AG). Das Streckennetz umfaßte
zuletzt beachtliche 127 km: Bismark-Calbe-Badel-
Beetzendorf (42 km), Beetzendorf-Rohrberg-Dies-
dorf (17 km), Gardelegen-Wernstedt-Calbe (21
km), Diesdorf-Wittingen (12 km), Rohrberg-Zasen-
beck (16 km) und Klötze-Wernstedt (19 km).
Anschlüsse bestanden in Bismark an die Stendaler
Kleinbahn, in Gardelegen an die Kleinbahn Garde-
legen-Neuhaldensleben, in Badel und Diesdorf an
die Salzwedeler Kleinbahnen sowie in Wittingen
und Zasenbeck an die Osthannoversche Eisen-
bahnen. Großaktionäre waren der Staat Preußen
und die Provinz Sachsen. 1946 Enteignung und
Unterstellung der Provinz Sachsen-Anhalt, dann in

Nr. 72 Nr. 74
die Vereinigung Volkseigener Betriebe überführt.
1949 Übergang an die Deutsche Reichsbahn. 1969-

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Nr. 74 Schätzpreis: 250,00 EUR Vertrag zur Einbringung dieser Unternehmen in bei Chemnitz, Gross-Mochbern bei Breslau und
Startpreis: 150,00 EUR die Vereinigte Stahlwerke AG. AG wurde die Gelsenkirchen. Zweigniederlassungen (Veraufs-
August Thyssen-Hütte erst 1933, als die Vereinig- büros) in Breslau, Dresden, Düsseldorf, Hannover,
Ascherslebener ten Stahlwerke die Thyssen-Betriebe in eine eige- Hamburg, Königsberg und Nürnberg. Kleine Vig-
Bergwerksgesellschaft mbH ne AG ausgliederten. Unter gleichem Namen ent- nette mit Leuchtturm. Prägesiegel lochentwertet.
Anteilschein Lit. B 5.000 Mark stand 1953 die AG neu, als letzte der Nachfolgege-
Aschersleben, 13.9.1905 VF sellschaften der von den Alliierten zerschlagenen
(R 9) Die Gründung initiierte 1904 die seinerzeit in Vereinigte Stahlwerke AG. 1977 Umfirmierung in
der Branche sehr bekannte Heinrich Lapp AG für Thyssen AG, heute ThyssenKrupp. Originalunter-
Tiefbohrungen, Aschersleben, im Verein mit der schriften. Für diese Anleihe hatten die Vereinigten
Ascherslebener Bank, Gerson, Kohen & Co. KG. Stahlwerke eine Bürgschaft übernommen, dort
Gründungskapital 250.000 M (Lit. A), 1905 auf mit Faksimile-Unterschrift Poensgen. Doppelblatt,
500.000 M verdoppelt (Lit. B). Schon 1865 hatte inwendig Anleihebedingungen. Prägesiegel loch-
mit der Eröffnung der Bahnstrecke Dessau- entwertet.
Aschersleben-Halberstadt der Kali- und Salzberg-
bau sowie der Braunkohlenbergbau (vor allem im
benachbarten Nachterstedt) einen großen Auf-
schwung genommen. Wer aber annimmt, diese
Ges. habe sich mit den direkt vor ihrer Haustür lie-
genden Möglichkeiten begnügt, der irrt: Man nutz-
te nur das hier vorhandene bergbauliche Know-
How und Kapital, aber Unternehmenszweck
waren Petrol-, Kali- und Steinkohlenbohrungen bei
Targowiska und Lezany im fernen Galizien. Mit
dem für die Achsenmächte verlorenen 1. Welt-
krieg endete mit dem Zerfall der Donaumonarchie
auch dieses Abenteuer in deren vormals östlich-
stem Zipfel. Dekorative Umrahmung aus Laubgir-

Nr. 76
landen, Originalunterschriften. Der Anteilschein
entsprach 2 % des Kapitals! Ausgestellt auf die

Nr. 78
Ascherslebener Bank, Gerson, Kohen & Co.
KG. Lochentwertet. Nur 6 Stücke sind bekannt! Nr. 76 Schätzpreis: 175,00 EUR
Startpreis: 70,00 EUR
Auto Union AG Nr. 78 Schätzpreis: 350,00 EUR
Aktie 100 RM, Nr. 53930 Startpreis: 160,00 EUR
Chemnitz, 16.7.1932 EF Badische Bank
Auflage 25.000. Gründung 1923 als Zschopauer Actie 350 Gulden = 200 Thaler, Nr. 1995
Motorenwerke J.S. Rasmussen AG, deren Automo-
bile, Motorräder und Motoren unter dem Namen
Mannheim, 1.10.1871 VF
DKW weltbekannt waren. 1932 mit den in Zwickau Gründeraktie, Auflage 15.000 (R 6),. Ursprünglich
ansässigen Konkurrenten Audiwerke AG und errichtet 1870 als Badische Bank in Mannheim,
Horchwerke AG zur Auto Union AG mit Sitz in eine Privatbank mit Notenbank-Privileg (auf das
Chemnitz fusioniert und zugleich Erwerb der Wan- erst 1931 verzichtet wurde). Seit 1923 Vertrauens-
dererwerke vorm. Winklhofer & Jaenicke AG in bank des Badischen Staates, der 1931 durch Über-
Schönau bei Chemnitz. Werk auch in Berlin-Span- nahme eines größeren, bis dahin von der Deut-
dau. Nach dem Krieg zunächst nach Saarbrücken, schen Bank gehaltenen Aktienpaketes auch Mehr-
dann nach Ingolstadt verlagert. Die Sächsische heitsaktionär wurde. 1932 Sitzverlegung nach Kar-
Staatsbank, bei Kriegsende Mehrheitsaktionär, lsruhe, weitere Niederlassungen bestanden in
wurde dabei von einem von der Bank deutscher Freiburg i.B. (seit 1937, ehem. Bankgeschäft Carl
Länder eingesetzten Treuhänder vertreten. Der Trautwein), Pforzheim (seit 1935/36, ehem. Bank-
AG-Mantel wanderte weiter zur Rothenberger- haus Carl Schmitt & Cie. sowie der Pforzheimer
Gruppe (heute AUTANIA AG für Industriebeteili- Bankverein) und zeitweise Straßburg (Elsaß).
gungen), die AUDI-Markenrechte übernahm die 1977 mit der Württembergischen Bank (früher:
AUDI NSU AG. Schöner G&D-Druck mit den vier Württ. Notenbank) und der Handelsbank Heil-
Audi-Ringen und den Markenzeichen der vier bronn AG zur Baden-Württembergische Bank AG
Ursprungsfirmen DKW, Audi, Horch und Wande- fusioniert. Auf Betreiben der baden-württembergi-
rer. schen Landesregierung unter Erwin Teufel über-
nahm die öffentlich-rechtliche Landesbank Baden-
Württemberg (LBBW) 2001 die Aktienmehrheit
der BW-Bank. Danach wurden die Kleinaktionäre

Nr. 75
per Squeeze-out rausgeworfen und die BW-Bank
als unselbständige Anstalt ab 1.8.2005 vollständig
in die LBBW integriert. Doppelblatt. Äußerst deko-
Nr. 75 Schätzpreis: 200,00 EUR ratives Stück mit allegorischer Umrandung, Ori-
ginalunterschriften.
Startpreis: 90,00 EUR
August Thyssen-Hütte AG
4,5 % Teilschuldv. 500 RM, Nr. 28565 Nr. 79 Schätzpreis: 125,00 EUR
Startpreis: 100,00 EUR
Duisburg-Hamborn, Dezember 1937 EF
Auflage 9000 (R 10). Begründer des Thyssen-Kon- Badische Landeselektrizitäts-
zerns war August Thyssen. Sein Vater Friedrich versorgung AG (Badenwerk)

Nr. 77
Thyssen betrieb in Eschweiler zunächst ein Draht- 6 % Obl. 1.000 Fr., Recepis Specimen
walzwerk, dann ein Bankgeschäft. 1871 gründete
August Thyssen in Mülheim (Ruhr) mit der KG
Karlsruhe, 7.6.1928 EF
Thyssen & Co. ein Puddel- und Walzwerk. 1885 (R 10) Gründung 1921 unter Übernahme des
begann er, mit dem Aufkauf von Kuxen der Nr. 77 Schätzpreis: 250,00 EUR Murgwerks (Forbach) vom Land Baden. 1926 Auf-
Gewerkschaft Deutscher Kaiser eine eigene Koh- Startpreis: 80,00 EUR nahme des Verbundbetriebes mit der Schweiz im
lengrundlage zu schaffen (1888 wurde er dort Vor- Süden und dem RWE im Norden. 1963 Beginn der
Autogen Gasaccumulator AG Zusammenarbeit mit der Electricité de France
sitzender des Grubenvorstands). Seine spätere
Struktur erlangte der Thyssen-Konzern 1919, als Sammelaktie 100 x 100 RM, Nr. 24901-25000 (die zuletzt in eine EdF-Beteiligung am Badenwerk
die Gewerkschaft Deutscher Kaiser unter Über- Berlin, November 1941 EF+ mündete). 1987 Fusion mit der EVS in Stuttgart
nahme der gesamten Thyssen’schen Unterneh- (R 8) Gründung 1915. Herstellung und Vertrieb zur Energie Baden-Württemberg AG (EnBW). Die
mungen ihren Namen in Gewerkschaft August von autogenen Schweiss- und Schneidanlagen, Anleihe von 50 Mio. Fr. wurde in der Schweiz (Bör-
Thyssen-Hütte änderte. Der Bergwerksbesitz Acetylen-Stahlflaschen. Besonderheiten: Automo- sennotiz Zürich, Basel, Genf und Bern) und in
wurde dann in die Gewerkschaft Friedrich Thys- bil-, Waggon-, Signal- und See-Beleuchtung. Fabrik- Holland (Börsennotiz Amsterdam und Rotterdam)
sen ausgegliedert. Am 5.5.1926, kurz vor seinem betriebe in Berlin, Johanniterstr. 6, Berlin-Adlers- zur Zeichnung aufgelegt, Kapital und Zinsen
Tod, unterzeichnete August Thyssen noch den hof, Rothenstein bei Königsberg, Oberlichtenau waren nach Wahl des Inhabers in Schweizerfran-

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ken oder holländischen Gulden zahlbar. Äußerst Exportbierbrauerei und der Schöfferhof-Binding- Köln. 1981 steigt die Amsterdam-Rotterdam Bank
seltenes Specimen aus dem aufgelösten de Bussy- Brauerei. Ende 1950 Sitzverlegung nach Frank- N.V. als Aktionär ein, 1986 Umfirmierung in Amro
Archiv. Perforiert. furt/Main. Gehörte dann als „Frankfurter Bankge- Handelsbank AG (heute ABN-AMRO Bank AG). Mit
sellschaft gegr. 1899 AG“ zum Oetker-Konzern, Getreideähren in der Umrandung. Mit kpl. Kupon-
schließlich mit der ebenfalls Oetker gehörenden bogen. Weder beim Aktienumtausch 1925 noch
Bielefelder Lampe-Bank fusioniert. Nicht entwer- beim kpl. Neudruck 1938 eingereicht worden.
tet und mit restlichem Kuponbogen.

Nr. 79
Nr. 80 Schätzpreis: 160,00 EUR
Startpreis: 85,00 EUR

Nr. 82 Nr. 84
Badische Maschinenfabrik und
Eisengießerei vormals G. Sebold
Aktie 1.000 Mark, Nr. 1420
Durlach, 15.2.1912 EF
Auflage 500. Gründung 1885. Spezialität: Maschi-
nen und Einrichtungen für Eisen-, Stahl-, Temper-
und Metallgiessereien, Sandstrahlgebläse für ver-
schiedene Zwecke, Maschinen und Einrichtungen
für Zündholzfabriken, Gerbereien und Lederfabri-
ken. Mit eigenem Eisenbahnanschluss. Ab 1949
Badische Maschinenfabrik AG Seboldwerke, Karls-
ruhe. Die BMD Badische Maschinenfabrik Durlach
GmbH stellte 2002 ihre Produktion ein. Doppel-
blatt, lochentwertet.

Nr. 85
Nr. 83 Nr. 85 Schätzpreis: 300,00 EUR
Nr. 83 Schätzpreis: 150,00 EUR Startpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 80,00 EUR Bank für Mittelsachsen AG
Bank für Kommunal- und Grundkredit Aktie 1.000 Mark, Nr. 51079
Namensaktie Lit. A 10.000 Mark, Nr. 88 Mittweida, 21.12.1922 VF+
Mülheim-Ruhr, 1.7.1921 EF Auflage 40.000 (R 10). Gründung 1879 als Spar-
Auflage 90 (R 7). Gründung am 20.11.1920, einge- und Kredit-Bank Mittweida, 1920 umbenannt in
tragen am 15.1.1921. Im November 1923 Sitzverle- Bank für Mittelsachsen. Filialen in Chemnitz, Fran-
gung nach Berlin. 1936 Übernahme der „Grund kenberg und Waldheim. Zuletzt eng an die Sächsi-

Nr. 81
und Boden AG für Realwerte“, seit 1937 in Liqui- sche Staatsbank angelehnt. Börsennotiz: Chem-
dation. Lochentwertet. Eingetragen auf Wilhelm nitz, später Leipzig. 1945 auf Grund eines SMAD-
Mallock, Fabrikbesitzer in Mülheim-Ruhr-Spel- Befehls geschlossen. Die Liquidation der Bank für
Nr. 81 Schätzpreis: 350,00 EUR dorf. Mittelsachsen führte die Sächsische Landesbank
Startpreis: 150,00 EUR durch. Kleine Randverletzungen fachmännisch
Nr. 84 Schätzpreis: 250,00 EUR restauriert. Prägesiegel lochentwertet.
Badische Porzellan- und Tonwaren-
Fabrik AG Startpreis: 80,00 EUR
Bank für Landwirtschaft AG Nr. 86 Schätzpreis: 150,00 EUR
Aktie 5.000 Mark, Nr. 5404 Startpreis: 50,00 EUR
Freiburg im Breisgau, August 1923 VF+ Aktie 1.000 Mark, Nr. 155539
Berlin, 5.1.1923 EF/VF Bank für Textilindustrie AG
Gründeremission, Auflage maximal 6000 (R 10).
Gründung im Mai 1923. Die Fabrik für Tonwaren, Auflage 20.000 (R 8). Eine von der Geschichte her 7 % Stock Part 100 £, Nr. 949B
Steingut und Porzellan war in der Zähringerstr. sehr interessante und bis heute bestehende Bank: 3.5.1926 VF
101. Schon Ende 1925 wieder aufgelöst. Mit kpl. Gegründet 1908 als “Kaliwerke Ummendorf-Eilsle- Auflage 8.000 (R 8). Gegründet 1919 durch den
Kuponbogen. ben AG”. 1923 in der ersten großen Kalikrise kom- Blumenberg-Konzern als “Textilverwaltung AG”,
plette Umstrukturierung und Umfirmierung wie 1921 umbenannt in Bank für Textilindustrie, Sitz
Nr. 82 Schätzpreis: 250,00 EUR oben. 1924 dann Übernahme der Potsdamer Cre- war Berlin W 9, Vosstr. 11. Die im Freiverkehr
Startpreis: 80,00 EUR ditbank. 1925 wurden 24 Zweigniederlassungen Mannheim börsennotierte Bank, deren AR in bes-
unterhalten. 1950 Neugründung als Westdeutsche seren Zeiten auch der Deutsche-Bank-Vorstand
Bank für Brau-Industrie Bank für Landwirtschaft AG in Köln (der Zusatz Paul Millington-Herrmann angehörte, nahm 1926
Aktie 100 RM, Nr. 15998 “Westdeutsche” fällt 1958 wieder fort). Nach in London eine Anleihe von 1 Mio. £ auf und reich-
Berlin, März 1933 VF+ Fusionen mit der Getreide-Kreditbank AG in Ham- te diese an die 11 über die Bank vom Blumenberg-
burg (1961) und der Kreditbank für Gartenbau Konzern beherrschten Textilfirmen weiter (u.a.
Auflage 13.850 (R 9). Gründung 1899. Beteiligun-
und Landwirtschaft KGaA (1963) dann 1970 Umfir- Ges. für Spinnerei und Weberei in Ettlingen, Spin-
gen u.a. an der Dortmunder Ritterbrauerei, der
mierung in Handels- und Privatbank AG mit Sitz in nerei Lauffenmühle in Tiengen, Viersener AG für
Berliner Engelhardt-Brauerei, der Radeberger

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Spinnerei und Weberei, Ver. Vigogne-Spinnereien alleiniger Aktionär. 1926 Sitzverlegung zum heuti- Nr. 90 Schätzpreis: 165,00 EUR
AG in Chemnitz). Als in der Weltwirtschaftskrise gen Standort Remscheid-Lennep, wo sich die BAR- Startpreis: 80,00 EUR
der Blumenberg-Konzern kippte, kam auch die MAG zum weltweit führenden Spezialmaschinen-
Bank für Textilindustrie in Schwierigkeiten, stellte bauer für die Chemiefaser- und Textilindustrie
Baugeschäft Th. & Ed. Wagner AG
im September 1931 die Bedienung der £-Anleihe entwickelte. Nach zuletzt sehr wechselvollen (Entreprise de Constructions
ein und ging 1933 in Liquidation. Ein deutsches Großaktionären landete die Aktienmehrheit der Th. & Ed. Wagner S.A.)
Bankenkonsortium fand die englischen Anlei- noch heute börsennotierten BARMAG schließlich Aktie 1.500 FF, Nr. 956
hegläubiger zu 25 % ab. Dekorativer Druck von beim Schweizer Textilmaschinen-Konzern Saurer. Strasbourg, 1.10.1920 VF+
Bradbury, Wilkinson & Co. Nur fünf weitere Stücke sind uns überhaupt
bekannt. Auflage 1.000 (R 10). Das 1909 gegründete Bauge-
schäft für Hoch- und Tiefbau erwirtschaftete von
Anfang an Dividenden von 10 % und mehr. Hüb-
sche Ornament-Umrahmung.

Nr. 91 Schätzpreis: 185,00 EUR


Startpreis: 90,00 EUR
Baumwollspinnerei Gronau
Actie 1.000 Mark, Blankette
Kirchspiel Epe b. Gronau i. W., 1.7.1897 EF+
(R 8) Eine Gründung holländischer Geschäftsleute
(1890). 1898 Errichtung eines zweiten und 1911
eines dritten Werkes. 1947 Fusion mit der benach-
barten „Westfälische Baumwollspinnerei“. 1987

Nr. 88
Übernahme der „Textilwerke Ahaus AG“. Der Dau-
erkrise der deutschen Textilindustrie hat dieses
Unternehmen noch mit am längsten getrotzt -
doch im Mai 1999 kam auch hier das Insolvenz-

Nr. 86
verfahren. Gleiche graphische Gestaltung wie das
nachfolgende Los (siehe Abbildung auf der näch-
sten Seite).

Nr. 92 Schätzpreis: 750,00 EUR


Startpreis: 450,00 EUR
Baumwollspinnerei Gronau
Aktie 1.000 Mark, Nr. 40b
Kirchspiel Epe bei Gronau i. W., 15.4.1904 VF
Auflage 350 (R 11). Originalunterschriften. Loch-
entwertet. Nur 2 Stücke sind bekannt!

Nr. 89
Nr. 89 Schätzpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 75,00 EUR
Basbecker Portland Zement-

Nr. 87
und Tonwerke AG
Aktie 1.000 RM, Nr. 624
Basbeck, Kreis Neuhaus a. Oste, Juli 1929 EF
Nr. 87 Schätzpreis: 350,00 EUR Auflage 740. Gründung 1922 im heutigen Land-
Startpreis: 150,00 EUR kreis Cuxhaven als Basbecker Tonwerke, 1929
umbenannt wie oben. Herstellung und Vertrieb
Bank von Elsaß und Lothringen AG von Tonwaren aller Art. 1938 Verschmelzung mit
(Banque d’Alsace et de Lorraine S.A.) der 1905 gegr. Beton- und Tiefbaugesellschaft

Nr. 93
Aktie 500 FF = 400 Mark, Nr. 15646 Mast mbH in Berlin. Heute Beton- und Tiefbau
Strassburg, 1.10.1872 VF Mast Hermann Hein AG, Berlin. Der Ursprungsbe-
trieb in Basbeck nahm seine Tätigkeit 1948 unter
Gründeraktie, Auflage 24.000 (R 7). Gegründet
dem Namen “Basbecker Baustoffindustrie, Zweig- Nr. 93 Schätzpreis: 150,00 EUR
1872, als Elsaß und Lothringen gerade wieder Teil
niederlassung der Beton- und Tiefbau Mast AG” Startpreis: 60,00 EUR
des Deutschen Reichs geworden waren. Bedeu-
wieder auf, in den 1960er Jahren Stilllegung. Heute
tende Regionalbank mit Filialen in Mülhausen, Bauträger AG des Bayer. Handwerks
ist das Areal ein Wohngebiet. Lochentwertet.
Metz, Colmar, Nancy, Paris und Basel. Übernom-
men wurden 1909 die Gewerbebank in Basel und Namens-Aktie 200 RM, Nr. 2472
1911 das Bankhaus Prud’hon Plainemaison & Cie. München, April 1937 VF+
in Paris. Die Aktien waren in Basel börsennotiert. Auflage 2.000 (R 10). Gründung 1936 durch einige
Nach dem 1. Weltkrieg als AG nach französischem Handwerksmeister. Erstellung von Bauten auf
Recht weitergeführt. 1931 auf dem Höhepunkt der eigene und fremde Rechnung, Übernahme von
Weltwirtschaftskrise in freiwillige Liquidation Bauausführung und Weitervermittlung an Hand-
gegangen. Großformatig und sehr dekorativ, mit werksbetriebe.
zwei Ansichten vom Strassburger Münster. Die
vielen Überstempelungen dokumentieren ein-
drucksvoll die wechselnde Geschichte von Elsaß
und Lothringen.

Nr. 88 Schätzpreis: 300,00 EUR


Startpreis: 120,00 EUR
Barmer Maschinenfabrik AG
Aktie 500 RM, Nr. 1966
Barmen, 1.9.1925 EF
Auflage 500 (R 9). Die Gründung 1922 ging auf den
kontunierlichen Bedarf der benachbarten “Verei-
nigte Glanzstoff-Fabriken” an neuartigen Textil-
maschinen für die Erzeugung und Veredlung von

Nr. 90 Nr. 94
Zellwolle und Kunstseide zurück. Lange Zeit war
die spätere ENKA-Glanzstoff (heute AKZO) auch

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Mio. RM. Nach dem Krieg umfirmiert von Bayeri-


sche Landwirthschaftsbank eGmbH in Münchener
Hypothekenbank e.G.: ein noch heute bedeuten-
des Realkreditinstitut. Die dekorativsten jemals in
Deutschland ausgegebenen Pfandbriefe, gestaltet
durch den bekannten Münchener Grafiker Fritz
Weinhöppel. In dieser Form (unentwertet!)
äußerst selten.

Nr. 92
Nr. 94 Schätzpreis: 150,00 EUR Hübsche Umrahmung mit Art deco-Elementen
Startpreis: 75,00 EUR (mit Künstler-Monogramm C.S.L.). Nicht entwer-
tet! Kompletter Kuponbogen anhängend.

Nr. 97
Bayerische Elektrizitäts-Werke
Aktie 1.000 RM, Nr. 4853
München, November 1941 EF+
Auflage 1.349 (R 6). Gründung 1898. Die Gesell-
schaft übernahm die der AG für Elektricitäts-Anla-
gen in Köln erteilten Konzessionen und die bereits
errichteten Anlagen für die Versorgung mit elek-
trischer Energie in einem Teil des Bezirksverban-
des Schwaben und Neuburg. 1899 wurde die Kon-
zession zur Versorgung der Stadt Neu-Ulm
(Donau) erworben und ein Kraftwerk an der Iller
errichtet. 1902 übernahm dei Gesellschaft das Ver-
mögen der Bayerischen Elektricitäts-Gesellschaft
Helios. Die Städte Freising, Tauberbischofsheim,
Ochsenfurt wurden versorgt. Außerdem Grundbe-
sitz in Landshut, wo zeitweilig das Zentralbüro
war. Großaktionär 1943: Elektrische Licht- und
Kraftanlagen AG, Berlin. Börsennotiz Berlin und
München. Lochentwertet.

Nr. 96
Nr. 96 Schätzpreis: 200,00 EUR
Startpreis: 90,00 EUR
Bayerische Kreis-Haupt-
und Universitätsstadt Würzburg
10 % Schuldv. 5.000 Mark, Nr. 6511 Nr. 98
20.2.1923 EF
(R 9) Teil einer Anleihe von 200 Mio. Mark. Groß- Nr. 98 Schätzpreis: 250,00 EUR
formatiges Papier, dekorative breite Umrahmung Startpreis: 60,00 EUR
mit Putti und Füllhörnern. Mit komplettem Kupon- Bayerische Stadt Aschaffenburg
bogen. 10 % Schuldv. Lit. C 5.000 Mark, Nr. 4664
30.1.1923 EF/VF
Nr. 97 Schätzpreis: 250,00 EUR Auflage 10.000 (R 9). Mit kpl. Kuponbogen.
Startpreis: 125,00 EUR
Nr. 95
Bayerische Landwirthschaftsbank Nr. 99 Schätzpreis: 200,00 EUR
eGmbH Startpreis: 100,00 EUR
Nr. 95 Schätzpreis: 250,00 EUR 6 % Goldpfandbrief 500 Goldmark, Nr. 14395 Bayerische Vereinsbank
Startpreis: 45,00 EUR München, 15.2.1927 EF/VF 7-16% Kommunal-Obl. 10.000 Mark, Nr. 16674
Bayerische Kabelwerk-AG (R 9) Die genossenschaftliche Hypothekenbank München, 1.4.1923 VF+
Aktie 1.000 Mark, Nr. 60236 wurde 1896 als gemeinnütziges Unternehmen
(R 8) Gründung 1869 als Kredit- und Hypotheken-
München, 11.9.1923 EF gegründet. Genossen konnten alle Eigentümer
Bank (sog. gemischte Bank). 1920 Interessenge-
Gründeraktie, Auflage 10.000 (R 9). Gründung im land- und forstwirtschaftlicher Grundstücke wer-
meinschaft mit der Bayerischen Handelsbank und
August 1923. Fabrikation von Drähten für Stark- den, ferner ländliche Gemeinden. Der Gesamtum-
der Vereinsbank in Nürnberg, die dabei das regulä-
und Schwachstromleitungen. 1926 in Konkurs. lauf der in München, teils auch Frankfurt börsen-
re Bankgeschäft abgaben, aber das Realkreditge-
notierten Pfandbriefe erreichte bis 1940 rd. 100

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Auktionshaus Gutowski • 49. Auktion Historischer Wertpapiere am 30. Januar 2012

schäft behielten (bis 2002, wo sie dann in der HVB Aktien notierten im Freiverkehr der Börse Mann-
Real Estate Bank aufgingen). 1971 Übernahme der heim. 1929 Eröffnung des Konkursverfahrens,
Bayerische Staatsbank AG. 1999 mit dem Erz- 1930 wurden Teile der Fabrikanlagen zwangsver-
Lokalrivalen Bayerische Hypotheken- und Wech- steigert.
selbank zur Bayerische Hypo- und Vereinsbank AG
verschmolzen. Heute zum italienischen Unicredit-
Konzern gehörend. Format etwas größer als DIN
A4. Außerordentlich dekorativ, große Vignette
eines schlafenden Löwen. Doppelblatt, inwendig
Anleihebedingungen. Mit beiliegendem komplet-
ten Kuponbogen.

Nr. 101 (Ausschnitt)


Nr. 101 Schätzpreis: 250,00 EUR
Startpreis: 75,00 EUR
Bekleidungswerkstätten AG
Aktie Serie B 1.000 Mark, Nr. 11082
Coburg, 29.10.1923 VF+
Gründeraktie, Auflage 25.000 (R 8). Fortbetrieb
des bis dahin genossenschaftlichen An- und Ver-
kaufsgeschäfts für Schneiderbedarf und Textilien.
Sehr dekorativ, große Ansicht der Feste Coburg.
Kpl. Kuponbogen anhängend. Rechter Rand ver-
färbt.

Nr. 104
Nr. 104 Schätzpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 80,00 EUR
Bergbau AG Usingen
(Mijnbouw-Maatschappij Usingen)
Aktie 600 hfl., Specimen

Nr. 99
Amsterdam, Dezember 1898 EF/VF
De Bussy-Specimen der Gründeraktie (R 10). Zahl-
reiche Eisenerzgruben wurden im Hintertaunus
im Weiltal schon seit alters her betrieben. Der
jahrzehntelag erhobenen Forderung insbesondere
der Grubenbesitzer nach einem Bahnanschluß
wurde 1891/92 mit der Eröffnung der Eisenbahn
von Weilburg nach Weilmünster und Laubusesch-
basch entsprochen (1909 über Grävenwiesbach
bis nach Usingen verlängert). Das zog auch aus-

Nr. 102
ländische Investoren an: Diese holländisch-deut-
sche AG betrieb den Eisenerzbergbau mit hollän-
dischem Kapital. Hübsche Ornament-Umrah-
Nr. 102 Schätzpreis: 250,00 EUR mung, Text zweisprachig holländisch und
Startpreis: 100,00 EUR deutsch. Mit anh. Kupons.
Bellevue Warenhandels-AG
Aktie 1.000 Mark, Nr. 31
Berlin, Januar 1922 EF
Gründeraktie, Auflage 50 (R 8). Gründung im
Dezember 1921 zum Betrieb von Warengeschäf-
ten, vor allem Import und Export. Ab 1935 Büro-
haus Bellevue AG, Erwerb, Verwaltung und Ver-
wertung von Grundstücken. Lochentwertet.

Nr. 100 Nr. 105


Nr. 105 Schätzpreis: 200,00 EUR
Nr. 100 Schätzpreis: 200,00 EUR Startpreis: 75,00 EUR
Startpreis: 75,00 EUR
Bergbau und Industrie AG Neumühl
Bayerisches Portlandzementwerk
Kiefersfelden AG Aktie 1.000 DM, Nr. 3050
Duisburg, Mai 1952 EF/VF
Aktie Lit. A 1.000 Mark, Nr. 49599

Nr. 103
Auflage 14.900 (R 7). Ähnlich wie „Rheinpreußen“
Kiefersfelden, 23.10.1922 VF ursprünglich eine Gründung des Geh. Kommerzi-
Auflage 82.000 (R 9). Gründung 1922. Die Port- enrats Franz Haniel (des Älteren). Auf gemeinsa-
landzementfabrik ging Anfang August 1923 in Nr. 103 Schätzpreis: 300,00 EUR me Rechnung mit Daniel Morian aus Neumühl
Betrieb. 1928 Verpachtung an die Portlandzement- begann man 1853 in Neumühl nach Kohle zu boh-
Startpreis: 70,00 EUR
werke Heidelberg-Mannheim-Stuttgart AG (heute ren. Die Bohrungen wurden fündig. 1867 wurden
HeidelbergCement AG), die damals schon die Akti- Bender & Co. AG die Felder in der Gewerkschaft des Steinkohlen-
enmehrheit hielt. 2002 Schließung des Werkes Aktie 100 RM, Nr. 1903 bergwerks Neumühl konsolidiert. Vier Förder-
durch HeidelbergCement als Folge der niedrigen Kaiserslautern, Oktober 1928 EF schächte, 240 Koksöfen, bis über 6.000 Mann
Auslastung der süddeutschen Konzernwerke. Mit Belegschaft, jährliche Kohleförderung bis 1,5 Mio.
Auflage 6.000 (R 9). Gründung 1922 als „Baum-
Kupons. Tonnen. Seit 1933 in Personalunion mit der
wollspinnerei und -Weberei Kaiserslautern“. Die

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Gewerkschaft Rheinpreussen geführt. Auch nach- gründung als „S.A. der Belgisch-Rheinischen Koh-
dem die Gewerkschaft 1951 in eine AG umgewan- lenbergwerke an der Ruhr“. Statt des bis dahin
delt worden war, blieb die Schachtanlage üblichen Abteufens von Hand wurde erstmals das
Neumühl per Betriebsüberlassungsvertrag eine Kind-Chaudron-Schachtbohrverfahren ange-
Betriebsabteilung von Rheinpreussen (die wandt, 1857 wurde das oberste Gaskohlenflöz
ohnehin 54 % der Neumühl-Aktien hielten). erreicht. Die Mittelbeschaffung zur Errichtung
1962/63 wurde Neumühl stillgelegt, zugleich einer dringend nötigen Doppelschachtanlage
erwarb Rheinpreussen das 44-%-Aktienpaket der scheiterte am Einspruch der Anleihegläubiger, die
Deutsche Erdöl-AG, anschließend Umwandlung in in manchen Jahren nicht einmal Zinsen bekom-
eine GmbH. Große Porträt-Vignette von Franz men hatten. Man entledigte sich der Gläubiger
Haniel. Eine der besten DM-Aktien - geschichtli- durch Verkauf aller Aktiva an die 1873 neugegrün-
che Bedeutung, Dekorativität und Seltenheit pas- dete Bergwerks-Gesellschaft Dahlbusch. Der Kreis
sen hier einfach zusammen! der Kapitaleigner blieb dabei unverändert, die
Schulden war man los. 1925 gründete Dahlbusch
die „Deutsche Libbey-Owens-Gesellschaft für
maschinelle Glasherstellung AG“ (Delog), die heu-
tige Flachglas AG. Diese Beteiligung sicherte der
börsennotierten Dahlbusch weit über die Zeit der
Steinkohle hinaus die Existenz, zuletzt als deut-
sche Zwischenholding des englischen Pilkington-
Glaskonzerns. Der starke belgische Einfluss zeigt
sich auch darin, dass alle Aktien, sogar noch die
1951 ausgegebenen DM-Papiere, als Doppelblätter
mit deutschem und französischem Text gedruckt
wurden. Eine der bekanntesten Gesellschaften des
Reviers und die einzige, die heute noch börsenno-

Nr. 109
tiert ist. Übrigens: Hermann J. Abs gehörte ihrem
Aufsichtsrat über 50 Jahre lang an. Dekoratives
Doppelblatt, eins in deutsch und eins in franzö-
sisch. Nicht entwertet!

Nr. 106

Nr. 106 Schätzpreis: 200,00 EUR


Startpreis: 80,00 EUR
Bergina Bergwerk- und Industrie-AG
Aktie 1.000 Mark, Nr. 18194
München, April 1922 EF
Auflage 6.000 (R 7). Gründung 1882 als “Immobili-
en-Bank zu Dresden”. Nachdem das eingezahlte
Kapital bis zur Jahrhundertwende völlig aufge-
zehrt war, sollte 1902 die Auflösung der AG
beschlossen werden, was aber nicht durchgeführt
wurde. Fast zwei Jahrzehnte später nahmen sich
neue Aktionäre der im Dämmerschlaf liegenden
AG an und nutzten den AG-Mantel für den Erwerb

Nr. 107
eines Eisenerzvorkommens in Tirol, dessen
Metallgehalt von 65 % sogar schwedischen Erzen
überlegen sein sollte. 1920 dann Umfirmierung
wie oben und Sitzverlegung nach München, ab Juli Nr. 108 Schätzpreis: 180,00 EUR
1923 in München auch börsennotiert. Zuletzt Startpreis: 75,00 EUR

Nr. 110
besaß die AG fünf Kalk- und Talkumwerke sowie Bergwerks-Gesellschaft Dahlbusch
Speckstein-Bergwerke in Hohlenbrunn i. Ofr.,
Erbendorf i. Opf., Schwarzenbach a.d.S., Thiers- Vorzugsaktie 100 RM, Nr. 4146
heim und Schacht Rabenwald bei Graz sowie ein Gelsenkirchen-Rotthausen, April 1925 VF Nr. 110 Schätzpreis: 450,00 EUR
Laboratorium in München (Liebigstr. 22). Nach Auflage 30000 (R 10). Kapitalerhöhung unter Startpreis: 200,00 EUR
dem Konkurs Ende 1925 erwarb die Bayerische Führung der Mutuelle Mobiliére et Immobiliére in Berlin (City of Berlin)
Girozentrale als Hauptgläubigerin in der Zwangs- Brüssel. Rückseite gleicher Druck in französisch. 6,5 % Gold Bond 500 $, Specimen
versteigerung das Werk Hohlenbrunn, die übrigen Nicht entwertet!
1.4.1925 VF
Gläubiger und die Aktionäre gingen leer aus. Deko-
rativ, großes Hochformat, mit Hammer und Schle- (R 10) Durch Speyer & Co. in New York plazierte
Nr. 109 Schätzpreis: 650,00 EUR Anleihe von 15 Mio. $. Grün/schwarzer Stahlstich,
gel in allen vier Ecken. Mit restlichen Kupons. Startpreis: 200,00 EUR tolle Vignette mit zwei Mädchen und Berliner Bär.
Bergwerks-Gesellschaft Richard I Knickfalte eingebrochen (sprödes Papier). Mit
Nr. 107 Schätzpreis: 200,00 EUR anh. Kupons.
Startpreis: 100,00 EUR Kuxschein über 1 Kux, Nr. 595
Bergwerks-Gesellschaft Dahlbusch Dortmund, 10.8.1904 VF
Auflage 1.000 (R 7). Die Gewerkschaft hatte zwar
Nr. 111 Schätzpreis: 1.000,00 EUR
Aktie 1.200 Mark, Nr. 43715 Steinkohlen- und Salzsool-Berechtsame auf einer Startpreis: 450,00 EUR
Rotthausen Kreis Essen, Juli 1920 VF+ Fläche von 2,2 Mio. qm in der Gemeinde Osttön- Berliner Elektricitäts-Werke
Auflage 20.000 (R 8). Ursprung ist die 1847 gegrün- nen (Kreis Hamm), wurde aber nicht aktiv: Bis 4,5 % Teilschuldv. 1.000 Mark, Nr. 5785
dete „Englisch-Belgische Gesellschaft der Rheini- 1927 waren erst 4.000 Mark an Zubuße eingezo-
Berlin, 31.5.1908 VF+
schen Bergwerke“. 1848 weigerten sich, wegen der gen. Damit konnte man kein Bergwerk in Gang
Revolution in Deutschland, die ausländischen bringen. Die schöne Gestaltung steht ganz im Auflage 10.000 (R 11). Ursprünglich 1884 gegrün-
Investoren, weitere Einzahlungen zu leisten: der Gegensatz zum wirtschaftlichen Erfolg: Hochdeko- det als “Städtische Elektricitäts-Werke AG” durch
Mutungsschacht König Leopold musste aus Geld- rative Umrahmung mit Hammer und Schlegel, Ori- die Deutsche Edison Gesellschaft für angewandte
mangel eingestellt werden. Das Festhalten belgi- ginalunterschriften. Eingetragen auf den Kom- Elektricität (also die spätere AEG), 1897 umbe-
scher Aktionäre (allen voran Joseph Chaudron, merzienrat Heinrich Grimberg in Bochum (Win- nannt wie oben. Seit 1923 die stadteigene “Berli-
bis zu seinem Tod 1905 AR-Vorsitzender von Dahl- tershall-Gründer). Doppelblatt, mit beiliegender ner Städtische Elektrizitätswerke AG” (Bewag).
busch) an dem Unternehmen führte 1849 zur Neu- Lieferbarkeitsbescheinigung. Während der Weltwirtschaftskrise befand sich

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das ohnehin finanzschwache Berlin in einer nahe-


zu ausweglosen Lage und brauchte dringend Geld.
Nach erbitterten politischen Auseinandersetzun-
gen wurde die Bewag schließlich 1931 für 560 Mio.
RM an die neugegründete Berliner Kraft- und
Licht-AG (Bekula) verkauft. Deren A-Aktien (2/3
des Kapitals) übernahm ein internationales Inve-
storen-Konsortium mit deutscher, belgischer,
amerikanischer, englischer, schweizer, holländi-
scher, skandinavischer und italienischer Beteili-
gung. Die B-Aktien lagen zu knapp 48 % bei der
Stadt Berlin, je 26 % bekamen die Elektro-Werke
und die (dann zum VEBA-Konzern gehörende)
Preußenelektra. Letzter Bewag-Mehrheitsaktionär
war deren Rechtsnachfolger E.ON AG. 2001/02 ver-
kauft an den schwedischen Vattenfall-Konzern und
zusammen mit den HEW, der VEAG und der LAU-
BAG zur heutigen Vattenfall Europe AG zusammen-
geführt. Sehr schöner G&D-Druck, zwei kleine Vig-
netten mit Hermesköpfen in der Umrahmung, mit
Originalunterschriften. Doppelblatt, inwendig
Anleihebedingungen. Nur 2 Stücke wurden im Jahr
2006 im Elsaß in alten Bankunterlagen entdeckt.

Nr. 112

Nr. 112 Schätzpreis: 250,00 EUR


Startpreis: 100,00 EUR
Berliner Handels-Gesellschaft
Antheils-Schein Lit. C 1.000 Mark, Nr. 3549
Berlin, 8.4.1886 VF
Nr. 111
Auflage 10.000 (R 9). Gründung 1856. 1883 trat
Carl Fürstenberg als Geschäftsinhaber in die
Firma ein. Unter seiner Leitung wurde sie zu einer Nr. 115 Schätzpreis: 200,00 EUR
der wichtigsten Emissionsbanken im Berlin der Startpreis: 40,00 EUR
Kaiserzeit. Es wurden die Fundamente des inter-
nationalen Anleihegeschäftes, der Eisenbahnfi- Berliner Maschinenbau-AG
nanzierung und des großen Industriegeschäftes vormals L. Schwartzkopff
gelegt. Heute, nach Fusion mit der Frankfurter Aktie 1.000 RM, Nr. 27241
Bank, die BHF-Bank. Zwischenzeitlich zur nieder- Berlin, Dezember 1932 EF
ländischen ING Group, dann zu Sal. Oppenheim
Auflage 5.375 (R 7). Gründung 1852, AG seit 1870.
gehörend und schließlich 2009 zusammen mit “Sal
Zunächst Eisengießerei und Maschinenbauanstalt
Opp” zur Deutschen Bank gekommen. Faksimile-
in der Chausseestraße. Der 1866 begonnene Loko-
Unterschrift Fürstenberg. Rückseitig mehrere
motivbau war bald der wichtigste Geschäftszweig.
Übertragungen. Nicht entwertet!
1897 wurde in Wildau mit dem Bau einer neuen
Lokomotivfabrik begonnen (1900 fertiggestellt, ab
Nr. 113 Schätzpreis: 130,00 EUR
Nr. 113
ca. 1950 “VEB Schwermaschinenbau Heinrich Rau
Startpreis: 50,00 EUR Wildau”, 1970 als Werk Wildau Teil des VEB
Berliner Kraft- und Licht (Bewag)-AG Schwermaschinenbau-Kombinat Ernst Thälmann
Nr. 114 Schätzpreis: 150,00 EUR = SKET in Magdeburg geworden). Ebenfalls 1897
Aktie Gruppe A 500 DM, Nr. 600232 Startpreis: 80,00 EUR Beginn der Produktion der Linotype-Setzmaschi-
Berlin W 35, April 1961 EF+ ne, dann auch Fabrikation von Druckluftgruben-
Auflage 73.000 (R 9). Ursprünglich 1884 gegründet
Berliner Kraft- und Licht-AG
bahnen und Glasflaschen-Maschinen sowie ab
als “Städtische Elektricitäts-Werke AG” durch die Aktie Gruppe A 500 RM, Recepis Specimen 1926 von Druck- und Papierverarbeitungsmaschi-
Deutsche Edison Gesellschaft für angewandte Berlin, Mai 1931 EF nen. 1908 gemeinsam mit J. A. Maffei, München,
Elektricität (später in AEG umbenannt). Seit 1923 (R 10) Aus der holländischen Tranche von 7 Mio. Gründung der Maffei-Schwarzkopff-Werke GmbH,
die stadteigene “Berliner Städtische Elektrizitäts- RM, die von nicht weniger als 12 Banken in die Zentrifugalpumpen, Dampfturbinen und elek-
werke AG” (Bewag). Mit vier Bewag-Logos in den Amsterdam, Rotterdam und den Haag platziert trische Lokomotiven herstellte (die Beteiligung
Ecken und Faksimile-Unterschrift des damaligen wurde. Perforationsentwertet. Nur drei dieser wurde 1931 an die AEG verkauft). Nach Kriegsen-
Regierenden Bürgermeisters Willy Brandt als AR- Stücke aus dem aufgelösten de Bussy-Archiv sind de wurden die schwer beschädigten Werke noch
Vorsitzender. Prägesiegel lochentwertet. bekannt. zu 95 % demontiert, der Gesellschaft blieb im

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Auktionshaus Gutowski • 49. Auktion Historischer Wertpapiere am 30. Januar 2012

Westen lediglich das Werk Scheringstraße. jährigen Bestehens im Jahr 1962 konnte die
Großaktionär war nun die Berliner Handels-Gesell- Gesellschaft mit Stolz feststellen, die älteste deut-
schaft (BHF-Bank). 1967 wurde die Gesellschaft im sche AG zu sein, die noch unter gleichem Namen
Zuge der Förderung des Berliner Maschinenbaus wie zur Gründung existierte. Nach 1945 verlegte
mit anderen bekannten Fabriken in der Deutsche die Berlinische Feuer ihren Sitz nach München.
Industrieanlagen GmbH (DIAG) zusammenge- Die Sitzverlegung kam einer Flucht gleich, denn
schlossen, die 1976 dann 98 % der Aktien hielt und der Ostmagistrat wollte die Gesellschaft enteig-
das gesamte Vermögen übernahm. Eine der ehe- nen und den alten wohlklingenden Firmenmantel
dem wichtigsten Firmen der Berliner Industriege- als Aushängeschild für eine staatliche Versiche-
schichte hörte damit auf zu existieren. Nicht ent- rungsanstalt missbrauchen. 1980 mit der Aachen-
wertet! Leipziger Versicherungs-AG verschmolzen, seit
1987 firmiert das Unternehmen als „Vereinte Versi-
cherung AG“ und gehörte jahrzehntelang zum
Schweizer-Rück-Konzern, heute zum Konzern der
ALLIANZ-Versicherung. Faksimile-Unterschrift als
AR-Vorsitzender: Franz Urbig (Deutsche-Bank-Vor-
stand). Nicht entwertet und mit restlichen Kupons!

Nr. 115

Nr. 120
Nr. 117 Nr. 120 Schätzpreis: 250,00 EUR
Startpreis: 50,00 EUR
Betonbau-AG Rautenberg & Co.
Aktie Lit. B 1.000 Mark, Nr. 134
Berlin-Wilmersdorf, November 1910 EF
Gründeraktie, Auflage 500 (R 8)Ausführung von
Betonbauten und jeder anderen Art von Bauaus-
führungen. Filialen in Hamburg, Strasburg i.E., Lei-
pzig, Frankfurt a.M. und Königsberg i. Pr. 1919
infolge mehrerer Prozesse in Konkurs gegangen

Nr. 116
(der mangels Masse abgewiesen wurde). 1927
Löschung der AG im Handelsregister. Die Aktien
Lit. B wurden vom Firmengründer Rautenberg
Nr. 116 Schätzpreis: 150,00 EUR übernommen. Hübsche mehrfarbige Umrahmung.
Startpreis: 75,00 EUR Mit Kupons.

Nr. 118
Berliner Städtische
Elektrizitätswerke AG (BEWAG)
6,5 % Debenture 1.000 $, Recepis Specimen Nr. 118 Schätzpreis: 150,00 EUR
Berlin, 11.3.1929 EF- Startpreis: 80,00 EUR
(R 10) Gründung 1923 zur Versorgung Berlins mit Beton- und Tiefbau Mast
Elektrizität und Wärme. Kraftwerke: Klingenberg, mit Basbecker Baustoffindustrie AG
West, Charlottenburg, Moabit, Rummelsburg,
Oberspree, Spandau, Steglitz und Weißensee. 1931 Aktie 1.000 RM, Nr. 787
- die Stadt Berlin hatte gerade wieder einmal riesi- Berlin, Mai 1938 EF+
ge Haushaltslöcher zu stopfen - ging die Konzessi- Auflage 200 (R 6). Gründung 1922 im heutigen
on an die von der Privatwirtschaft getragene und Landkreis Cuxhaven als Basbecker Tonwerke, ab
finanzierte Berliner Kraft- und Licht-AG (Bekula) 1929 Basbecker Portland Zement- und Tonwerke
über. Die Betriebsführung behielt die BEWAG. AG. Herstellung und Vertrieb von Tonwaren aller
Zwischenschein aus der holländischen Tranche Art (Mauersteine, Dachziegel, Drainröhren
der 1929er Dollar-Auslandsanleihe von 1,5 Mio. u.dergl.). 1938 Verschmelzung mit der 1905 gegr.
US-$. Perforationsentwertet. Nur zwei dieser Beton- und Tiefbaugesellschaft Mast mbH in Ber-
de Bussy-Archivstücke sind bekannt! lin. Heute Beton- und Tiefbau Mast Hermann Hein
AG, Berlin. Der Ursprungsbetrieb in Basbeck
Nr. 117 Schätzpreis: 150,00 EUR nahm seine Tätigkeit 1948 unter dem Namen “Bas-
Startpreis: 60,00 EUR becker Baustoffindustrie, Zweigniederlassung der
Beton- und Tiefbau Mast AG” wieder auf, in den
Berlinische Feuer-Versicherungs-Anstalt 1960er Jahren Stilllegung. Heute ist das Areal ein
Aktie 100 RM, Nr. 13459 Wohngebiet. Lochentwertet.
Berlin, 14.8.1924 VF
Auflage 4.000 (R 6). Mit ihrer Gründung im Jahre Nr. 119 Schätzpreis: 150,00 EUR
1812 eine der ältesten deutschen Versicherungen. Startpreis: 75,00 EUR
Eine Gründung der Bankiers W.C. Benecke, C.W. Beton- und Tiefbau Mast
Brose, H. Hotho und F.G. von Halle. Bei ihrer Grün- mit Basbecker Baustoffindustrie AG
dung war die Berlinische Feuer die einzige Versi-
cherungsgesellschaft in Preußen und sollte es Aktie 1.000 RM, Nr. 1127

Nr. 121
auch lange bleiben, denn in ihrem Privileg war ihr Berlin, Mai 1942 EF+
vom König zugesagt, dass auf 15 Jahre kein Kon- Auflage 265 (R 6). Lochentwertet.
kurrenzunternehmen genehmigt werden sollte
(dieses Privileg wurde bereits 1819 gebrochen).
Insofern war es die Berlinische Feuer, die im Ver- Bitte beachten Sie: die Mehrzahl der Auktionsstücke wird zu 50% der aktuellen Marktpreise
sicherungsgeschäft Usancen entwickelte und
Maßstäbe setzte, die später für alle anderen Versi- ausgerufen, teilweise noch niedriger. Damit Ihre Gebote eine Chance auf Zuschlag haben,
cherungen gelten sollten. Anlässlich ihres 150- empfehle ich Ihnen, die Gebotshöhe entsprechend hoch über dem Startpreis zu bemessen!

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Nr. 121 Schätzpreis: 200,00 EUR Köppen & Co. die auf der Sandersdorfer Flur gele- Nr. 126 Schätzpreis: 300,00 EUR
Startpreis: 100,00 EUR genen Braunkohle- und Tonfelder. Braunkohlenab- Startpreis: 100,00 EUR
bau auf den Gruben Louise und Karl Ferdinand,
Bezirksverband Oberschwäbische außerdem Betrieb einer Ziegelei, die zuletzt 3 Mio.
Bohemia AG
Elektrizitätswerke Mauersteine jährlich produzierte. 1910 nahm die für industrielle Beteiligungen
7 % Gold Bond 500 $, Specimen Ges. 2,5 Mio. Mark in die Hand (das 4-fache des Aktie 1.000 Mark, Nr. 46
Biberach a.d. Riß, 15.1.1926 VF- Aktienkapitals zu dieser Zeit!) und erwarb von Leh- Berlin, 8.9.1922 EF
(R 10) Gemeinsame Anleihe der öffentlichen mann & Kühle in Bitterfeld die Grube Vergißmein- Gründeraktie, Auflage 50 (R 9). Neben dem Einge-
Stromversorgungsunternehmen der Städte/Land- nicht. Nach 1945 enteignet worden. Hübsche Gir- hen von Beteiligungen war Hauptzweck die Ver-
kreise Balingen, Biberach, Blaubeuren, Ehingen, landen-Umrahmung. Prägesiegel lochentwertet. waltung des der AG gehörenden Grundstücks Ber-
Laupheim, Leutkirch, Münsingen, Ravensburg, lin W 8, Taubenstr. 34. Großaktionär und im AR
Reutlingen, Rietlingen, Saulgau, Tettnang, Urach, vertreten war die Familie des Automobil-Fabrikan-
Waldsee und Wangen. Orange/schwarzer Stahl- ten Walter Gröning, an dessen späteren Wohnsitz
stich, große Vignette mit rauchenden Schloten, Fürstenberg i.M. 1928 auch der Firmensitz verlegt
Wasserfall, Generator und unbekleidetem Merkur. wurde. 1932 wurde die AG aufgelöst. 1924 auf 400
Altersbedingtes sprödes Papier. Knickfalten teil- Goldmark umgestellt. Im Umdruckverfahren her-
weise gebrochen und am Rand hinterklebt. Mit gestellt, mehrere Originalunterschriften. Foto auf
anh. Kupons. Das allerletzte beim Einlieferer Seite 26.
verfügbare Stück!
Nr. 127 Schätzpreis: 300,00 EUR
Startpreis: 100,00 EUR
Bohr-Brunnenbau-
und Wasserversorgungs-AG
Aktie 1.000 Mark, Nr. 251
Grünberg i. Schl., 31.12.1919 EF

Nr. 123
Auflage 100 (R 6). Gründung der Maschinenfabrik
und Brunnenbau-Anstalt 1907 in Bremen als
“Bohr-Brunnenbau- und Wasserversorgungs-AG
vorm. L. Otten” mit Zweigniederlassung in Berlin.
1919 Sitzverlegung nach Grünberg in Schlesien.
Bau von Brunnen und Wasserversorgungsanlagen,
Fabrikation von Pumpen, Enteisenungs- und Fil-
trationsanlagen. 1950 verlagert nach Berlin, dort
noch heute als Bohr-, Brunnenbau- und Wasser-
versorgungs-AG mit dem Arbeitsschwerpunkt
Baugrunduntersuchung und Grundwasserhaus-
halt tätig. Doppelblatt, lochentwertet. Foto auf
Seit 26.

Nr. 128 Schätzpreis: 3.500,00 EUR


Startpreis: 2.500,00 EUR
Bonner Preußenkneipe
Namens-Aktie 300 Mark, Nr. 16
Bonn, 15.6.1887 EF/VF
Gründeraktie, Auflage 272 (R 10). Unter dem Pro-

Nr. 122
tektorat S.K. Hoheit des Prinzen Wilhelm von
Preußen (Thronbesteigung am 15.6.1888) wurde
eine AG in Bonn von Alten Herren des Corps
Nr. 122 Schätzpreis: 250,00 EUR Borussia gebildet, welche dem Corps ein Haus in
Startpreis: 75,00 EUR der Kaiserstraße 50 schenkte. In dieses neue Heim
Bierbrauerei Durlacher Hof AG siedelte die Borussia am 1.7.1887 über, nachdem
vorm. Hagen Tags zuvor Abschied von der alten Kneipe bei
Schmitz gefeiert wurde. 30 Jahre lang haben die
Actie 1.000 Mark, Nr. 199 Corpsstudenten bei “Vater Schmitz” gegenüber

Nr. 124
Mannheim, 8.9.1894 EF- vom Bonner Bahnhof “gekneipt”. Seit der Corps-
Gründeraktie, Auflage 600. Gründung 1894 unter gründung 1827, wurden die Kneiplokale häufig
Erwerb und Fortbetrieb der 1880 von Hch. Ph. gewechselt, wobei die “Pumpfähigkeit” der Wirte
Hagen errichteten Hagen’schen Brauerei sowie nicht selten den Ausschlag gab. Als der Wirt
Nr. 124 Schätzpreis: 150,00 EUR
des Durlacher Hof in Mannheim. Braubetrieb: Stamm am Neutor sich weigerte “den Studenten
Käfertaler 168/172. 1919/20 Erwerb des Kontin-
Startpreis: 70,00 EUR
zu pumpen”, schloß man mit dem Weinwirt Noi-
gents und der Brauerei-Grundstücke der Brauerei Blatzheimer Bierbrauerei-AG sten einen “Pump-Vertrag”. Doch schon nach zwei
H. J. Rau in Mannheim. Auch Mineralwässer und vorm. Gebr. Breuer Jahren wird die Kneipe von Noisten - “wegen des-
Limonaden wurden produziert. Im 2. WK starke Aktie 1.000 Mark, Nr. 250 sen Grobheit und weil derselbe nicht mehr pum-
Kriegsschäden, 1945 Beschlagnahme des Betrie- pen wollte” - zum Münch verlegt. Seit 1887 feierte
bes durch die US-Besatzungsmacht, erst 1948
Blatzheim, 15.7.1922 EF
der Corps seine Kneipen und Festlichkeiten im
konnte der Brauereibetrieb mit ca. 120 Mitarbei- Auflage 300 (R 7). Gründung 1896. Neben der
eigenen Heim an der Kaiserstraße 50. Das Corps
tern wieder aufgenommen werden. 1951 umbe- Brauerei und der Malzfabrikation wurde in Blatz-
“Borussia” galt als “Feudalkorps”, unter den Alten
nannt in “Brauerei Durlacher Hof AG”. Börsenno- heim (heute ein Ortsteil von Kerpen) auch eine Herren befanden sich zahlreiche Fürsten. 1846
tiz in Mannheim, später Frankfurt. Mehrheitsak- Weinhandlung betrieben. Der jährliche Ausstoß trat “Borussia” zum ersten Male in nähere Bezie-
tionär war das Bankhaus Anton Hafner, Augsburg. lag lediglich bei 10.000 Hektoliter. AR-Mitglied war hungen zum preußischen Königshaus: S.K. Hoheit
1973 auf die Eichbaum-Brauereien AG, Worms, zuletzt u.a. der Brauereibesitzer Jos. Simon aus der Prinz Friedrich Karl von Preußen trat dem
verschmolzen. Umrahmung im Historismusstil. Bitburg. Seit 1926 in Liquidation. Corps bei. 1849 wurde dem Corps die hohe Ehre
Originalunterschriften. Lochentwertet. Großfor- erteilt, den Erben des deutschen Kaiserthrons,
matiges Papier, Doppelblatt, original signiert. Nr. 125 Schätzpreis: 150,00 EUR S.K. Hoheit den Prinzen Friedr. Wilhelm v.
Startpreis: 75,00 EUR Preußen, den nachmaligen Kaiser und König, in
Nr. 123 Schätzpreis: 300,00 EUR Bodengesellschaft Heidenau AG den Corps aufnehmen zu dürfen. Im Winterseme-
Startpreis: 150,00 EUR ster 1877/78 bezog S.K. Hoheit der Prinz Wilhelm
Aktie 1.000 Mark, Nr. 2801
Bitterfelder Louisen-Grube Heidenau, 16.3.1899 VF+
v. Preußen die Universität Bonn und schloß sich
Kohlenwerk- und Ziegelei-AG bald der “Borussia” auf’s Engste an. Vier Semester
Gründeraktie, Auflage 3.000 (R 8). Neben 33 lang blieb der Prinz aktiv. Auch danach zeigte er
St.-Prior.-Aktie 200 Taler, Nr. 95 (345) bebauten Grundstücken in Heidenau besaß die starkes Interesse für das Corps. So nahm er regel-
Bitterfeld, 27.5.1873 VF+ Gesellschaft große Areale in Dohna, Mügeln und mäßig an dem regelmäßig stattfindenden Diner
Gründeraktie, Auflage 350. Gründung 1873. Die Dresden-Trachau. Seit 1903 in Liquidation. Nicht Alter Herren der “Borussia” teil. Das war eine gol-
Gesellschaft übernahm von der Firma Keferstein, entwertet! dene Zeit der Borussen als mit dem Hohenzollern-

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Auktionshaus Gutowski • 49. Auktion Historischer Wertpapiere am 30. Januar 2012

Nr. 128

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Auktionshaus Gutowski • 49. Auktion Historischer Wertpapiere am 30. Januar 2012

sohne der Erbherzog von Baden, der Erbprinz


Heinrich von Reus j.L., Herzog Johann Albrecht zu
Mecklenburg-Schwerin und Herzog Georg Ludwig
von Oldenburg die schwarz-weiß-schwarzen
Borussenfarben trugen. Von Mitte 1884 bis Mitte
1886 war S.K. Hoheit der Prinz Friedrich Leopold
von Preußen beim Corps aktiv. 1901/1902 war der
Kronprinz Wilhelm beim Corps aktiv. Die “Akti-
ven”, zwischen 20 und 24 an der Zahl, beherberg-
te das Haus Kaiserstraße 50. Ihnen stand seit 1896
Peter Klaes als Oekonom zur Seite. “Ex-Kaisers
Clubhaus” nannten die britischen Besatzungsoffi-
ziere nach dem 1. WK das Haus Kaiserstraße 50.

Nr. 129 Nr. 131


Ausgestellt auf seine Hoheit den Erbprinzen Frie-
drich von Anhalt zu Dessau, geboren am 19.8.1856
in Dessau, am 2.7.1889 verheiratet mit Prinzessin
Marie von Baden, seit 1904 regierender Herzog Nr. 129 Schätzpreis: 175,00 EUR
von Anhalt. Er starb ohne männliche Nachkom- Startpreis: 45,00 EUR
men am 21.4.1918 auf Schloß Ballenstedt. Ori- Brauerei Cluss
ginalunterschrift für den Vorstand. Zwei leichte Aktie 1.000 DM, Nr. 1038
Knickfalten, sonst absolut tadellos erhaltenes
Stück. Seit über 20 Jahren nur fünf Stücke bekannt
Heilbronn a.N., September 1965 UNC/EF
(#14 bis #18). Auflage 450 (R 8). Gründung 1865, ab 1898 AG.
Seinerzeit die größte Brauerei des württembergi-
schen Unterlandes. Mehrheitsaktionär war zwi-
schenzeitlich die später in der Baden-Württem-
bergischen Bank aufgegangene Handels- und
Gewerbebank Heilbronn AG (über 50 %). 1988 zur
Cluss-Wulle AG fusioniert, gehört heute über die
Dinkelacker AG in Stuttgart zur Münchener Spa-
ten-Franziskaner-Bräu. Lochentwertet im Präge-
siegel.

Nr. 125

Nr. 132

Nr. 130
Nr. 132 Schätzpreis: 750,00 EUR
Startpreis: 350,00 EUR
Nr. 130 Schätzpreis: 200,00 EUR Braunkohlen-AG Grube Ernst
Startpreis: 60,00 EUR Prior.-Aktie Lit. A 300 Mark, Muster
Brauerei Kleinlein AG Altpoderschau b. Meuselwitz, 1.12.1882 EF
Aktie 500 RM, Nr. 1236 (R 11) Gründung 1871 zum Abbau von Braunkoh-
Heidelberg, 17.11.1942 EF le. Das Kapital betrug ursprünglich 135.900 Mark
und wurde 1893 auf 108.000 Mark reduziert, einge-
Auflage 2.000 (R 7). Hervorgegangen aus der seit teilt in 360 Prior.-Aktien A zu 300 Mark. Die GV
1753 bestehenden Brauerei “Zum Goldenen beschloss 1912 die Verwertung des Gesellschafts-
Schaaf”. AG seit 1884 als „Heidelberger Aktien- vermögens im Ganzen an die Zechau-Kriebitz-
brauerei vorm. Kleinlein“. 1916 Erwerb der Kro- scher Kohlenwerke „Glückauf“. Der Verkaufspreis
nenbrauerei GmbH und 1919 der Schroedl’schen betrug 489.600 Mark. Jeder Aktionär erhielt auf
Brauerei-Ges. Umfirmiert 1934 in Brauerei Klein- eine Aktie von nom. 300 Mark eine Zahlung von
lein AG und 1951 in Schlossquellbrauerei Kleinlein 1.360 Mark zzgl. 4% Zinsen ab dem 1.1.1912. Die
AG (der Zusatz Kleinlein fiel 1966 weg). Börsenno- Schlussrate wurde am 1.7.1913 gezahlt. Faksimile-
tiz: Mannheim, ab 1934 Frankfurt. Großaktionär Unterschrift Hentschel für den Aufsichtsrat.
war später die Schultheiss-Brauerei AG, die ihren Strich- und Perforationsentwertung. Seit Jahren
Aktienbesitz ständig weiter ausbaute und sich die nur ein weiteres Stück bekannt.
Schlossquellbrauerei 1985 schließlich ganz ein-
gliederte. Vignette mit Heidelberger Schloss.

Nr. 126
Nicht entwertet! Nr. 133 Schätzpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 75,00 EUR
Nr. 131 Schätzpreis: 175,00 EUR Braunkohlenbergwerk Pallas
Startpreis: 80,00 EUR Kux-Schein über 1 Kux, Nr. 204
Brauerei „Zur Eiche“ Erkelenz / Berlin, 11.6.1912 EF
vorm. Schwensen & Fehrs Auflage 1.000. Dieses geplante Braunkohlenberg-
Aktie 1.000 RM, Nr. 1833 werk sollte in der damaligen preussischen Provinz
Westpreussen in der Gemeinde Orlowo in der
Kiel, November 1943 EF+ Nähe der Stadt Hohensalza im Weichseldelta
Auflage 250 (R 7). Gründung 1888 unter Übernah- errichtet werden. Die Vorkommen erwiesen sich
me der 1871 gegründeten Brauerei Schwensen & jedoch als wenig ergiebig, daher ist davon auszu-
Fehrs in Kiel. Hinzuerworben wurden 1919/20 die gehen, dass auch die Tätigkeit der Gewerkschaft
Malzkontingente der Sternbrauerei AG in Kiel-Gar- Pallas nicht erfolgreich war. Originalsignaturen.
den und 1922/23 (gemeinsam mit der Schloß- Lochentwertet.
Schifferer Brauerei) das Braukontingent der
Brauerei Dornbräu in Kiel-Hassee. 1930 Fusion mit
der Kieler Actien-Brauerei vorm. Scheibel. 1971 Kataloggebühr 10,00 EUR
Nr. 127
Verschmelzung auf die Berliner Kindl Brauerei
(Oetker-Konzern). Nicht entwertet! einschl. Ergebnisliste

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Auktionshaus Gutowski • 49. Auktion Historischer Wertpapiere am 30. Januar 2012

Führung eines vormaligen Senatsdirektor als Vor- 3800 ccm produziert. Mit einer Tagesproduktion
standsvorsitzendem - trotzdem oder gerade des- von 120 Fahrzeugen war Brennabor in den frühen
wegen ein krachender Zusammenbruch mit Milli- 20er Jahren der größte deutsche Automobilher-
ardenverlusten. Auch die immensen Fördergelder steller, bevor Opel später die Spitze übernahm.
für die nach der Wende zusätzlich noch übernom- Brennabor baute außerdem Rennwagen und
menen ostdeutschen Werften wurden in Bremen unterhielt ein eigenes Werksfahrer-Team. Dane-
“verzockt”, doch glaubt man den Politikern und ben Produktion von Fahrrädern, Motorrädern,
dem Vorstand, kann niemand etwas dafür. Wenn Kinderwagen: Brennabor hielt sozusagen von der
Politiker Milliarden vergeigen, geht noch lange Wiege bis zur Bahre den passenden fahrbaren
niemand ins Gefängnis, und Staatsanwälte gibt es Untersatz bereit. 1945 wurde das Werk demon-
in Bremen scheinbar gar nicht.
tiert. 1946 wurden kurzzeitig noch Kinderwagen
der Marke Brennabor in Brandenburg hergestellt,
auf Befehl der SMAD. Seit Ende der 1940er Jahre
gab es auch wieder Fahrräder, zeitweilig auch
Mopeds, unter der Marke aus westdeutscher Pro-
duktion. In die nicht zerstörten Gebäude der
Bernnabor-Werke zogen nach dem Krieg die Bran-
denburger Traktorenwerke ein, später das Getrie-
bewerk Brandenburg. Seit den 1990er Jahren resi-
dieren hier eine Bekleidungsfirma, ein Bildungs-
träger, Lehrlingsausbildung der Zahnradfabrik
Friedrichshafen und andere Unternehmen. Ein
erster Fabrikblock ist saniert, er bietet Künstlern
Platz für Ateliers und Ausstellungen. Mehr als 2

Nr. 135
Mio. Euro hat die Europäische Union in den ver-
gangenen Jahren in die Sanierung der Gebäude
fließen lassen. 2001 formierte sich die Interessen-

Nr. 133
gemeinschaft Brennabor (IGB), die Treffen organi-
sieren und eine eigene Brennabor-Ausstellung
haben. Knickfalten. Nicht entwertet!

Nr. 137 Schätzpreis: 50,00 EUR


Startpreis: 25,00 EUR
Brennabor-Werke AG
Aktie 1.000 RM, Nr. 5474
Brandenburg (Havel), Oktober 1940 EF
Auflage 1.610 (R 7). Lochentwertet.

Nr. 138 Schätzpreis: 600,00 EUR

Nr. 136
Startpreis: 400,00 EUR
Breslauer Actien-Malzfabrik

Nr. 134
Nr. 136 Schätzpreis: 150,00 EUR Aktie 300 RM, Nr. 2242
Startpreis: 75,00 EUR Breslau, Dezember 1933 EF/VF
Auflage 240 (R 10). Gründung 1872 zwecks Erwerb
Nr. 134 Schätzpreis: 125,00 EUR Brennabor-Werke AG und Fortführung der Malzfabrik von Theodor Gae-
Startpreis: 75,00 EUR Aktie 1.000 RM, Nr. 225 bel (Alte Sandstr. 11). 1891 wurde eine große neue
Breitenburger Portland-Cement-Fabrik Brandenburg (Havel), April 1935 VF Mälzerei an der Hundsfelder Chaussee errichtet.
Aktie 1.000 DM, Nr. 15204 Auflage 850 (R 8). Gründung 1871 als „Gebrüder 1906/07 Aufnahme der Malzkaffeefabrikation. 1926
Reichstein Brennabor-Werke“, AG seit 1932. Auto- erwarb im Zuge einer Kapitalerhöhung die
Lägerdorf und Hamburg, August 1960 EF Kathreiners Malzkaffee-Fabriken GmbH in Berlin
mobilbau seit 1908, zunächst mit Fafnir-Motoren,
Auflage 2.000. Gründung 1884 in Hamburg. 1905 eine Schachtelbeteiligung. Zuletzt befand sich das
wurde die Lägerdorfer Portland-Cement-Fabrik später wurden für den Export nach England auch
erfolgreiche Modelle mit Motoren von 904 ccm bis Aktienkapital (Börsennotiz in Breslau 1934/35 ein-
(bei Itzehoe) hinzuerworben. Ab 1972 nur noch
Vermögensverwaltung, das operative Geschäft
wurde auf Betreiben der schweizerischen Holder-
bank AG als Großaktionär auf die ALSEN-BREI-
TENBURG Zement- und Kalkwerke GmbH übertra-
gen. 1997 aufnehmende Gesellschaft bei der Ver-
schmelzung von Alsen/Breitenburg mit der Nord-
cement AG in Hannover, anschließend Umfirmie-
rung in Alsen AG. Heute werden Zementfabriken
in Lägerdorf (Itzehoe), Höver, Hardegsen, Salzgit-
ter, Bremen (Hansa) und Rostock betrieben. Rück-
seitig als entwertet abgestempelt.

Nr. 135 Schätzpreis: 300,00 EUR


Startpreis: 70,00 EUR
Bremer Vulkan AG Schiffbau
und Maschinenfabrik
Globalaktie 2.000 x 50 DM, Specimen
Bremen-Vegesack, Dez. 1982 UNC/EF
Nullgeziffertes Specimen (R 10) Gründung 1893
unter Übernahme der Fa. Johann Lange in Grohn
bei Vegesack. 1898 Verlegung der Werft auf ein 33
ha großes Gelände am rechten Weserufer in den
Bezirken Vegesack und Fähr-Lobbendorf mit 1,3
km Wasserfront. Bis zur Jahrhundertwende erfolg-
te fast jedes Jahr eine Kapitalerhöhung - zunächst
ohne großen Effekt, doch später wurden Dividen-
den bis zu 20 % verdient. Der Glanz verblaßte in
der Werftenkrise der 70er Jahre: Zuletzt wurde der

Nr. 138
Bremer Vulkan das Instrument der Werftenpolitik
des Bremer Senats unter der hochqualifizierten

27
Auktionshaus Gutowski • 49. Auktion Historischer Wertpapiere am 30. Januar 2012

gestellt) fast vollständig im Besitz der Berliner Nr. 141 Schätzpreis: 300,00 EUR die 1920 in das Gemeinschaftsunternehmen Röch-
Schultheiss-Brauerei, die den Breslauer Betrieb Startpreis: 90,00 EUR ling-Buderus AG eingebracht wurde (heute Edel-
als Lohnmälzerei ausschließlich für den eigenen stahlwerke Buderus AG). 1926 mit dem Erwerb
Bedarf führte. Lochentwertet. Nur 3 Stücke sind
Brieger Stadtbrauerei AG der Gewerkschaft Siebenplaneten Schaffung einer
überhaupt bekannt! Actie 1.000 Mark, Nr. 1277 eigenen Steinkohlebasis. Zu dieser Zeit erwarb
Brieg, 30.9.1896 VF auch der Flick-Konzern seine bis lange in die
Auflage 900 (R 8). Mit aufgestempeltem Firmenna- Nachkriegszeit gehaltene Buderus-Aktienmehr-
men auf polnisch “Browar Obywatelski Sp. Akcyj- heit. Neben Kundenguss aller Art wurden vor
na”. Gleiche dekorative Gestaltung wie das Los allem Herde, Stahl-Radiatoren und emaillierte
davor, ebenfalls nicht entwertet! Badewannen hergestellt. Das 1977 in Buderus AG
umbenannte und bis heute börsennotierte Unter-
nehmen, eine der ältesten Firmen der deutschen
Eisenindustrie überhaupt, ist in den Bereichen
Heizungsprodukte, Guß- und Edelstahlerzeugnis-
se (u.a. Teile für den Flugzeugbau) tätig. 2003
unwillkomene Übernahme durch die vor allem an
der Heizungstechnik interessierte Robert Bosch
GmbH. Verkäufer war der letzte Großaktionär, der
Mannheimer Baukonzern Bilfinger Berger AG.
Kapitalerhöhung zum Bau einer Röhrengießerei.

Nr. 139
Doppelblatt. Nicht entwertet!

Nr. 144 Schätzpreis: 250,00 EUR


Nr. 139 Schätzpreis: 350,00 EUR Startpreis: 100,00 EUR

Nr. 142
Startpreis: 120,00 EUR
Buderus’sche Eisenwerke
Breslauer Messe- und Ausstellungs-AG Aktie Lit. C 1.000 Mark, Nr. 3405
Namens-Aktie 100 RM, Nr. 53 Nr. 142 Schätzpreis: 125,00 EUR Wetzlar, 1.5.1905 VF
Breslau, Februar 1939 EF+ Startpreis: 60,00 EUR Auflage 3.000 (R 9). Kapitalerhöhung zwecks Fusi-
Auflage 400 (R 9). Gründung 1917 als GmbH, seit Bronzefarbenwerke AG on mit der A.-G. Eisenwerke Lollar. Gleiche deko-
1923 die “Breslauer Messe AG”, 1928 dann wie rative Gestaltung wie das Los davor. Doppelblatt,
oben umfirmiert. Förderung von Industrie, Han- vorm. Carl Schlenk nicht entwertet!
del, Handwerk und Landwirtschaft durch Veran- Aktie 1.000 RM, Nr. 1288
staltung von Messen und Ausstellungen war Barnsdorf bei Nürnberg, 30.3.1939 EF Nr. 145 Schätzpreis: 160,00 EUR
Zweck der Gesellschaft, deren Großaktionär die Auflage 460 (R 6). Gründung 1879, AG seit 1897. Startpreis: 75,00 EUR
Stadtgemeinde Breslau war. Das Messegelände Sitz der Gesellschaft bis 1907 in Roth, dann in
war 300.000 qm groß, davon 36.100 qm bebaut. Barnstorf bei Nürnberg. Herstellung von Metall-
Buderus’sche Eisenwerke
Nicht entwertet! pulvern, Metallfolien, Christbaumschmuck. 1957 Aktie Lit. F 1.000 Mark, Nr. 7965
Carl-Schlenk-AG. Heute Zulieferer der weiterverar- Wetzlar, 2.1.1921 EF
beitenden Industrie mit Aluminium- und Gold- Auflage 14.250 (R 8). Doppelblatt, nicht entwertet!
bronzepulver, Pasten, Granulaten und Suspensio-
nen, Metallfolien. Lochentwertet. Nr. 146 Schätzpreis: 175,00 EUR
Startpreis: 60,00 EUR
Bürgerliches Bräuhaus AG
Namensaktie 250 RM, Nr. 1257
Böhm.-Leipa, 1.7.1942 VF
Auflage 2.400 (R 8). Diese Brauerei im Sudetenland
wurde 1902 gegründet. Der Betrieb mit eigener
Mälzerei (Straße der SA 651) beschäftigte ca. 50
Mitarbeiter, Bierausstoß 30-40.000 hl im Jahr).
Bierniederlagen in Niemes, Oschitz und Hirsch-
berg. Doppelblatt, mit Kupons. Leicht fleckig.
Nicht entwertet!

Nr. 140

Nr. 140 Schätzpreis: 300,00 EUR

Nr. 147
Startpreis: 80,00 EUR
Brieger Stadtbrauerei AG
Actie 1.000 Mark, Nr. 870
Nr. 143
Brieg, 19.6.1895 VF Nr. 147 Schätzpreis: 175,00 EUR
Gründeraktie, Auflage 1100 (R 8). Gründung 1895 Startpreis: 75,00 EUR
zwecks Übernahme der Brieger Aktien-Dampf- Nr. 143 Schätzpreis: 280,00 EUR Bürstenfabrik Emil Kränzlein AG
brauerei Thiel, Güttler & Co. 1897 Kapazitätsver- Startpreis: 135,00 EUR
doppelung durch Errichtung einer völlig neuen Aktie 100 RM, Nr. 2687
Brauerei in Tichau/Oberschlesien. 1920 Umfirmie-
Buderus’sche Eisenwerke Erlangen, November 1929 EF/VF
rung in „Bürgerliches Brauhaus AG“ und Sitzverle- Aktie Lit. C 1.000 Mark, Nr. 782 Auflage 2.750 (R 9).Gründung 1872, AG seit 1896.
gung nach Tichau. Während der Zugehörigkeit Wetzlar, 15.5.1900 EF- Fabrikation von Bürsten für Toilette und Haushalt,
Oberschlesiens zu Polen auf Zloty umgestellt, letz- Auflage 1.500 (R 10). Gründung 1731 in Lollar Zahn- und Nagelbürsten, Rasierpinseln. 1922
ter Nennwert dann wieder 2.400 RM. Viele interes- durch Johann Wilhelm Buderus, AG seit 1884 als Erwerb einer stillgelegten Brauerei und Ausbau
sante Stempelaufdrucke, die die wechselvolle Buderus’sche Eisenwerke in Wetzlar unter Über- derselben zu Arbeitsräumen, ferner Angliederung
nahme des gesamten Gruben- und Hüttenbesitzes. der Borstenzurichterei Heidecker in Neustadt a.A.
Geschichte Oberschlesiens dokumentieren. Fir-
Auf der Basis eigener Eisensteingruben entwickel- 1995/2000 völlige Umstrukturierung und in Cranz
menname auf polnisch aufgedruckt: Browar
te sich einer der größten Betriebe der Eisen- und net. AG umfirmiert. Zweck ist nunmehr die Beteili-
Obywatelski, Sp. Akcyjna. Nicht entwertet! gung an anderen Unternehmen (u.a. Halle plastic
Gießerei-Industrie. Ab 1914 auch Stahlerzeugung,

28
Auktionshaus Gutowski • 49. Auktion Historischer Wertpapiere am 30. Januar 2012

GmbH und Thermoplast Schwarzhausen GmbH). a.M.-Heddernheim. Bis heute eine der bedeutend-
Zuletzt umfirmiert in Hench-Thermoplast AG. Bis sten Firmen der deutschen NE-Metallhalbzeugpro-
heute in Frankfurt und München börsennotiert, duktion. Letzter Großaktionär war die Metallge-
allerdings nähert sich der Kurs langsam der Null- sellschaft mit 98,8 %, die Aktien notierten in Frank-
linie. Mit kpl. Kuponbogen. Knickfalten. Nicht ent- furt. Heute ThyssenKrupp VDM GmbH, Werdohl.
wertet! G&D-Druck mit schöner, Sütterlin-ähnlicher
Umrahmung. Doppelblatt, inwendig Anleihebedin-
gungen, mit beiliegenden restlichen Kupons. Lin-
ker Rand mit Abheftlochung, mittig Zweilochent-
wertung.

Nr. 150
Nr. 150 Schätzpreis: 125,00 EUR
Startpreis: 75,00 EUR
C. Bechstein Pianoforte AG
Namensaktie 500 DM, Nr. 4856
Berlin, Dezember 1996 EF+
Auflage 8.000 (R 8). Gründung 1853 durch Carl
Bechstein, AG ab 1923. Sogar das Luftschiff “Graf

Nr. 151
Zeppelin” sowie namhafte Kreuzfahrtschiffe wur-
den mit Bechstein-Flügeln ausgestattet. In den
1930er Jahren ist das Neo-Bechstein der kühne
Versuch, Mittel der elektronischen Klangverstär-
kung einzusetzen, entwickelt in Zusammenarbeit
mit Siemens. Im 2. Weltkrieg wurden die Produkti-
onsanlagen gezielt zerstört. Bechstein liegt im
amerikanischen Sektor, erst 1951 wird die ameri-

Nr. 148
kanische Treuhänderschaft aufgehoben. 1986
Rückerwerb der Firmenanteile in deutsche Hände.
1992 Übernahme der (aus der Piano-Union der
Nr. 148 Schätzpreis: 150,00 EUR DDR reprivatisierten) Sächsischen Pianofortefa-
Startpreis: 75,00 EUR brik in Leipzig mit der Marke Zimmermann. Ab
1996 erneut AG. Traumhaft gestaltete Aktie mit
Buttella-Werk AG großem Porträt von Carl Bechstein (1826-1900)
Aktie 1.000 Mark, Nr. 4487 dessen Flügel einen Weltruf genießen. Im Unter-
Hannover, 24.6.1923 EF/VF druck ist ganzflächig das historische Gebäude
Auflage 6.000 (R 10). Gründung 1921. Herstellung abgedruckt, selbst im Siegel befindet sich noch
von Pflanzenbutter und anderen Margarinefabri- ein Flügel vor Notenlinien. Ein gutes Beispiel
katen (die Fabrik war in der Dreyerstr. 8-10). dafür, das auch moderne Titel extrem dekorativ
Bereits 1924 wieder in Konkurs gegangen. Loch- gestaltet sein können. Nicht nur für Musikfreunde.
entwertet. Nur 4 Stücke sind bekannt: 3 entwerte- Mit beiliegenden Kupons. Unten rechts kleine
te und 1 unentwertetes. Lochentwertung.

Nr. 151 Schätzpreis: 250,00 EUR Nr. 152


Startpreis: 80,00 EUR
C. G. Thomas AG
Aktie 1.000 RM, Nr. 526
Wilthen (Oberlausitz), Nov. 1942 EF+
Auflage 600 (R 9). Gründung 1923. Erwerb und
Fortführung des unter der 1870 gegründeten
Firma C.G. Thomas in Wilthen betriebenen Textil-
unternehmens. Produkte: Schlaf- und Pferde-
decken, Konfektions- und Schuh-Futterstoffe, alle
Arten von Frottiergeweben, Scheuer-, Putz-,
Wisch-, Polier- und Handtücher. Mit Kupons.

Nr. 149 Nr. 152 Schätzpreis: 250,00 EUR


Startpreis: 120,00 EUR
Nr. 149 Schätzpreis: 150,00 EUR
Nr. 153
Startpreis: 75,00 EUR
C. Heckmann AG
Kupfer- und Messingwerke
C. A. Krüger Niederlausitzer
4,5 % Schuldv. 1.000 Mark, Nr. 2909
Tuchindustrie AG Nr. 153 Schätzpreis: 750,00 EUR
Duisburg, Juli 1910 EF Startpreis: 300,00 EUR
Aktie 1.000 Mark, Nr. 785 Auflage 3.000 (R 9). Gründung 1909. Die Werke in
Spremberg, 27.1.1923 EF Duisburg und Aschaffenburg fabrizierten Röhren
Central-Bank für Bauten
Gründeraktie, Auflage 3.300 (R 7). Tuchweberei in und Bleche aus Kupfer und Messing vor allem für Actie 100 Thaler, Nr. 20616
der von der Textilindustrie damals stark gepräg- Lokomotiv- und Schiffsmaterial. Ferner gehörte Berlin, 25.3.1874 EF/VF
ten Niederlausitz. Die außerdem mit großem Auf- der Ges. die Khan-Kupfergrube bei Swakopmund (R 8) Gegründet im Februar 1872, einer der typi-
wand betriebene Entwicklung von Kunstfasern in Deutsch-Südwestafrika, die nach dem verlore- schen “Highflyer” der Gründerjahre mit bösem
war eine geniale Idee, aber der Zeit zu weit vor- nen ersten Weltkrieg als Feindvermögen beschla- Erwachen für die Investoren. Im “Glagau” steht
aus: Die Gesellschaft erwirtschaftete wegen der gnahmt wurde. 1927 Fusion mit der Selve AG in dazu: Cours einst 420, jetzt etwa noch 12. Diese
hohen Entwicklungskosten niemals eine Dividen- Altena und der C. Berg AG in Werdohl zur “Berg- sehr fruchtbare Mutter setzte ausserdem noch fol-
de und ging 1933 in Konkurs. Für die Zeit ganz Heckmann-Selve AG”. 1930 erneute Fusion u.a. mit gende Kinder in die Welt: Baugesellschaft Ostend
ungewöhnlich dekorativ: Abb. des Fabrikgebäu- den Heddernheimer Kupferwerken zur “Vereinigte (Cours 0); Baugesellschaft Südend (Cours 0); Bau-
des im Unterdruck, Umrandung als Stickmuster, Deutsche Metallwerke AG” mit Sitz in Einsal bei gesellschaft Cottage (Cours 0 - Diese ehemalige
Vignetten mit Schafherde in den Ecken. Altena (Westf.), 1934 Sitzverlegung nach Frankfurt Villen-Colonie ist inzwischen wieder Schafweide
geworden, und es gedeiht hier üppig die Wucher-
blume, seit dem Krach auch “Gründerblume”
genannt. Der Vater der Centralbank und der
Gerne beantworte ich Ihre Fragen auch per e-Mail: gutowski@gmx.com eigentliche Urheber all’ dieser bösen Gründungen
ist Eduard Mamroth in Berlin, auch noch beteiligt

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Auktionshaus Gutowski • 49. Auktion Historischer Wertpapiere am 30. Januar 2012

bei Neptun sowie bei der Ostdeutschen Bank und annehmen ließen, daß in der Hochrhön nicht nur
bei der Ostdeutschen Wechslerbank in Posen. Torf, sondern vielleicht auch (Braun-)Kohle abge-
Herr Eduard Mamroth kostet dem Publikum viele baut werden könnte. Herrliche Gestaltung von A.
Millionen, ist aber selber ein reicher Mann gewor- Renard (in der Platte signiert) mit einer Zentral-
den. Soweit der zeitgenössische Bericht. Über die Vignette von fünf sich abrackernden Zwergen und
Central-Bank für Bauten wurde am 19.4.1881 der dem Stollenmundloch mit der Umschrift “Glück
Konkurs eröffnet, die letzte geschäftliche Hand- auf!” sowie vier Randvignetten mit Über- und
lung war im Oktober des gleichen Jahres der Ver- Untertage-Ansichten aus dem Bergwerk. Mit kom-
kauf des Grundstücks Friedrichstrasse 105 (wo plett anhängendem Kuponbogen.
zugleich der Firmensitz war) für 523.000 Mark,
während noch 546.850 Mark Hypotheken auf dem
Objekt lasteten. Für die Aktionäre blieb demzufol-
ge am Ende gar nichts über. Ausgegeben auf dem

Nr. 156
Höhepunkt der Spekulation in dieser Aktie, als der
Kurs auf mehr als schwindelerregende 400 %
stieg. Dekorativer, sehr aufwendiger Druck in lila,
gelb und schwarz. Man leistete sich sogar eine Nr. 156 Schätzpreis: 250,00 EUR
teure Prägung für den Firmennamen. Eine echte Startpreis: 100,00 EUR
Besonderheit: lediglich 24 Stücke wurden 2001 in
altem Familienbesitz gefunden. Mit Kupons. Chemische Werke Schönebeck AG
Aktie 1.000 RM, Nr. 570
Schönebeck/Elbe, 10.4.1930 EF/VF
Auflage 500 (R 8). Gründung 1927 zur Übernahme
der Werkanlagen der in Konkurs befindlichen Her-
mania AG vorm. Kgl. Preußische chemische
Fabrik. Als die 1772 gegründete Preußische See-
handlung (später: Preußische Staatsbank) 1795
bis auf den Salzhandel alle Monopole verlor,
wurde ihr als Ausgleich gestattet, “allenthalben
Comptoire zu errichten”. So gründete die See-

Nr. 158
handlung bereits 1797 als älteste chemische
Fabrik in Deutschland überhaupt in Schönebeck
a.E. die Kgl. Preussische chemische Fabrik. In den
40er Jahren des 19. Jh. zwangen liberale Kreise die Nr. 158 Schätzpreis: 150,00 EUR

Nr. 154
Seehandlung zum Rückzug aus fast allen ihren Startpreis: 50,00 EUR
industriellen Unternehmungen, die als unzulässi-
ge staatliche Konkurrenz zum privaten Unterneh- Clarenberg AG für Kohlen-
mertum begriffen wurden. So gelangte die Fabrik und Thon-Industrie
Nr. 154 Schätzpreis: 175,00 EUR in Schönebeck später in den Besitz des Rittmei- Actie 1.000 Mark, Nr. 1328
Startpreis: 90,00 EUR sters O. Hermann, wurde 1873 gänzlich neu erbaut Frechen bei Köln, 2.1.1899 EF/VF
Charlottenburger Wasserwerke und 1877 in eine AG umgewandelt. Das Werk in der Auflage 600 (R 8). Gründung 1894. Die AG war
Königstraße (nach 1945: Geschwister-Scholl- Eigentümerin des Grubenfeldes Conrathsgrube,
Aktie 1.000 Mark, Nr. 3621 Straße) Nr. 127 stellte Schwerchemikalien, Metall-
Berlin, 17.1.1885 VF das von der Gewerkschaft Louise abgebaut
salze sowie Farben für die Emaille- und kerami- wurde. Ihre Brikettfabrik wurde aus dem Tagebau
Auflage 334 (R 6). Gründung 1878 unter Übernah- sche Industrie her. Letzter Großaktionär war der der Grube Grefrath versorgt. Seit 1913 Betriebsab-
me des auf fiskalischem Gelände liegenden Was- Possehl-Konzern in Lübeck. Rückseitig als ungül- teilung der Rheinbraun (RWE-Konzern). Die einzi-
serwerks am Teufelssee. Später Errichtung der tig abgestempelt. Industriegeschichtlich beson- ge Kapitalerhöhung. Sehr schöne Umrandung im
eigenen Wasserwerke Beelitzhof (am Wannsee), ders interessantes Papier! Historismus-Stil. Nicht entwertet!
Jungfernheide, Johannisthal und Tiefwerder. Die
Wasserwerke am Teufelssee und in der Jungfern-
heide wurden 1906 an die Stadt Charlottenburg
verkauft. 1920 Umfirmierung in Charlottenburger
Wasser- und Industriewerke AG. Die Gesellschaft
belieferte im Westen und Süden von Groß-Berlin
etwa 20 % der Berliner Gesamtbevölkerung mit
Wasser. Die Konzessions-Verträge, vor der Bildung
Groß-Berlins vor allem mit den Umland-Gemein-
den geschlossen, hatten eine Laufzeit teilweise bis
zum Jahr 2000. Immer wieder gab es aber Streit
wegen ständiger Versuche, die Wasserversorgung
zu kommunalisieren, aber auch wegen der Was-
serpreise. Dieser Streit wurde beendet durch

Nr. 159
Ablösung der insgesamt 23 Konzessions-Verträge,
an deren Stelle ab 1.10.1935 der „Vertrag über die
einheitliche Bewirtschaftung der Wasserversor- Nr. 159 Schätzpreis: 250,00 EUR
gung Groß-Berlins“ trat, der auch eine Dividen- Startpreis: 140,00 EUR
dengarantie beinhaltete. Zwischen der Gesell-
schaft und Gross-Berlin wurde am 31.12.1947 ein
Collet & Engelhard
Übertragungsvertrag für sämtliche Aktiven und Werkzeugmaschinenfabrik AG
Aktie 100 RM, Nr. 125
Nr. 157
Passiven geschlossen. Die Aktionäre erhielten 60
% des RM-Aktiennennwertes per 1957 in DM aus- Offenbach a. M., Februar 1942 EF
gezahlt. Für die Restansprüche, insbesondere hin- Auflage 240 (R 8). Gründung 1862 als eine der
sichtlich des Ostvermögens, wurden (noch heute ersten deutschen Werkzeugmaschinen-Fabriken,
börsennotierte) Anteilscheine ausgegeben. Die Nr. 157 Schätzpreis: 175,00 EUR die Weltausstellung in Paris 1867 brachte ihr die
Aktien der Gesellschaft waren an den Börsen von Startpreis: 90,00 EUR Bronzemedaille. AG seit 1913. Ab 1936 war der
Berlin und Amsterdam notiert. Lochentwertet. Die Cie. Française des Charbonnages Raketenpionier und Enkel Adam Opels, Fritz von
vertikale Knickfalte am Rand eingerissen. de Haute-Rhoen S.A. Opel, im Aufsichtsrat. 1971 Schließung des Betrie-
bes. Lochentwertet.
Aktie 500 FF, Nr. 6130
Nr. 155 Schätzpreis: 160,00 EUR
Startpreis: 60,00 EUR Paris, von 1880 EF Nr. 160 Schätzpreis: 150,00 EUR
Gründeraktie, Auflage 24.000 (R 8). Die Hochrhön Startpreis: 45,00 EUR
Charlottenburger Wasserwerke mit der 950 m hohen Wasserkuppe als höchster
Aktie 1.000 Mark, Nr. 5743 Erhebung bildet einen sehr zerklüfteten und kah-
COMETEC AG für innovative
Berlin, 5.11.1890 VF len Basaltrücken mit einzelnen Kegelbergen und Systeme der Biophysik und Medizin
Auflage 1.000. Großformatig. Lochentwertet. großen Mooren. Letztere waren es wohl, die diese Aktie 50 DM, Nr. 8102
mit französischem Kapital finanzierte Gesellschaft Saarbrücken, Februar 1989 EF+

30
Auktionshaus Gutowski • 49. Auktion Historischer Wertpapiere am 30. Januar 2012

Auflage 12.000 (R 9). Gegründet 1989, 1990 Ände- erreicht war, die Crimmitschauer Fabrikanten Nr. 164 Schätzpreis: 400,00 EUR
rung des Firmennamens in COMETEC Vermögens- aber weiter ablehnten, kam es zu einem gewalti- Startpreis: 300,00 EUR
verwaltung AG und Sitzverlegung von Saar- gen Arbeitskampf, der 1903 in der Aufforderung
brücken nach Essen. Großaktionär: AG für chemi- des Fabrikantenverbandes an seine Mitglieder gip-
Curabank AG
sche Industrie, Saarlouis (über 50 %). Mit kpl. felte, sämtlichen Arbeitern zu kündigen. Dies zu Aktie 20 RM, Nr. 824
Kuponbogen. tun weigerte sich die Tricotagen-Fabrik, die Berlin, 1.1.1924 EF/VF
ohnehin nur 10 Stunden/Tag arbeiten ließ, wor- Auflage 1.250 (R 11). Gründung 1920 als Cura-Pri-
aufhin ihr der Verband eine Klage wegen nicht sta- vatbank AG, 1923 umbenannt wie oben. Speziali-
tutengerechten Verhaltens androhte. Im siert auf Bevorschussung von Entschädigungsan-
August/September werden 7.000 Arbeiter gekün- sprüchen gegen Versicherungsgesellschaften
digt, es kommt zu Streiks und Massenaussperrun- sowie Warenlombardkredite. Die Bank war außer-
gen, Clara Zetkin ruft im Odeum zur (tatsächlich dem beteiligt an einem Unternehmen, das sich mit
dann europaweiten) Unterstützung der Streiken- der Herstellung eines Mittels gegen Malaria befas-
den auf. Am 10.12.1903 hält August Bebel zum ste. Die große Bankenkrise nach dem Zusammen-
Crimmitschauer Streik und der Behördenwillkür bruch der DANAT-Bank überlebte die Curabank
eine große Rede im Reichstag. So hat der Große nicht: 1931 erloschen. Lochentwertet. Nur 2
Streik ungeahnte Folgen: Zwar brach er am Stücke sind bis heute erhalten geblieben!
17.1.1904 zusammen, doch im Ergebnis sah sich
die Reichsregierung veranlaßt, die Arbeitszeit
gesetzlich zu regeln. Das entsprechende Gesetz

Nr. 160
trat am 1.1.1908 in Kraft. 1925 sind von 27.000 Ein-
wohnern in Crimmitschau immer noch 12.000 in
der Textilindustrie beschäftigt. Ihr fortschrittli-
ches Verhalten im Streik nützte der Trikotagenfa-
brik später nichts: Nach 1945 wie fast alle anderen
Betriebe der Stadt auch in Volkseigentum über-
führt. Hochdekorative Umrahmung im Historis-
mus-Stil mit Putten. Originalunterschriften Meyer
und Fritzsche. Lochentwertet. Nur 2 Stücke sind
erhalten geblieben!

Nr. 161

Nr. 161 Schätzpreis: 150,00 EUR


Startpreis: 75,00 EUR
Cornelius Heyl AG
Aktie 1.000 RM, Nr. 8159
Worms, 30.10.1926 EF
Auflage 12.900 (R 7). Die 1834 vom Freiherrn Cor-
nelius Heyl zu Herrnsheim errichtete Fabrik war
eine der ältesten und größten Oberleder-Fabriken

Nr. 165
Deutschlands und des Kontinents. Im 2. WK wur-
den ihre Anlagen zu fast 70 % zerstört. 1953 Umfir-
mierung in Heyl’sche Lederwerke Liebenau vor-
mals Cornelius Heyl Werk Liebenau AG, 1971 Nr. 165 Schätzpreis: 500,00 EUR
Umbenennung in Heyl & Waeldin AG nach Über- Startpreis: 250,00 EUR
nahme der Emil Waeldin Lederfabrik AG in Lahr
(Schwarzwald), 1974 Sitzverlegung dorthin, im
Dachschieferbergwerk “Bismarck”
gleichen Jahr wurde die Auflösung beschlossen. Kux-Schein über 5 von 100 Kuxe, Nr. 12
Nr. 163
Sehr schöner Unterdruck mit zwei Drachen. Nenn- Caub, 29.7.1874 VF+
wert 1943 geändert auf 1.200 RM. Lochentwertet. Ausgegeben waren ca. 15 Kux-Scheine (R 10). Das
Dachschieferbergwerk in der Gemeinde Welterod
Nr. 162 Schätzpreis: 175,00 EUR wurde von David Isaac Fuldauer gemutet (geboren
Startpreis: 75,00 EUR 1830 im niederländischen Almelo, die Familie war
Coseler Bankverein AG mit den niederländischen Rothschilds verschwä-
gert), der sich mit dem ebenfalls jüdischen
Aktie 100 RM, Nr. 710 Amsterdamer Finanzier Benjamin Wolff als Kapi-
Cosel O/S., Juli 1934 EF- talgeber verband. Seit mehr als 2000 Jahren wird
Auflage 500 (R 7). Gründung 1861, AG seit 1924 zur aus dem Kauber Schieferzug, der den Rhein zwi-
Fortführung des bisher vom Bankverein Cosel schen Bacharach und Oberwesel in westöstlicher
eGmbH in Cosel betriebenen Bankgeschäfts. 1950 Richtung durchquert, Schiefergestein gewonnen.
treuhänderische Verwaltung von Westvermögen. Indem sich der Rhein tief ins Gebirge einschnitt,
Lochentwertet. ließ er die Schiefervorkommen zu Tage treten.
Schon die Römer beuteten die Dachschiefervor-
Nr. 163 Schätzpreis: 500,00 EUR kommen des Kauber Horizontes aus und verwen-
Startpreis: 250,00 EUR deten das Baumaterial u.a. zur Bedeckung des
berühmten Limes bei Xanten. Um 1300 werden
Crimmitschauer Tricotagen-Fabrik Schiefergruben im Kauber Schieferzug aktenkun-
GmbH dig, und Kaub (auf der rechten Rheinseite zwi-
Anteil-Schein 1.250 Goldmark schen Lorch und St. Goarshausen gelegen) ent-
Crimmitschau-Leitelshain, 28.10.1933 EF wickelt sich zu einem Zentrum des rheinischen
Schieferabbaus. 1889 werden hier die Gewin-
(R 11) Gegründet 1901 in Crimmitschau, damals nungsbetriebe als “Grube Rhein” zu einer Groß-
mit fast 100 Textilbetrieben eine der Hochburgen grube zusammengeschlossen, die in 4 Etagen übe-
der deutschen Textilindustrie. Denkwürdiges reinander aus Stollen Dachschiefer förderte. Mitte
spielte sich zu dieser Zeit hier ab: 1899 beantrag- der 1960er Jahre verursacht die Einführung von
te die Arbeiterschaft beim Spinner- und Fabrikan- Kunstschiefer ein großes Grubensterben am
ten-Verein Crimmitschau die Herabsetzung der

Nr. 164
Rhein. Die Grube Rhein begegnete dem durch den
täglichen Arbeitszeit von 12 auf 10 Stunden. Als Bau eines Mineralmahlwerkes, das noch heute
dies 1901/02 in Meerane und Forst/Lausitz von der Schieferwerk Bacharach GmbH betrieben

31
Auktionshaus Gutowski • 49. Auktion Historischer Wertpapiere am 30. Januar 2012

wird. Originalunterschriften, Übertragungsver- Nr. 171 Schätzpreis: 500,00 EUR


merke bis 1886. Doppelblatt. Nur 5 Stücke wurden Nr. 169 Schätzpreis: 350,00 EUR Startpreis: 200,00 EUR
Mitte 2007 in uralten holländischen Erbschaftsun- Startpreis: 100,00 EUR
terlagen gefunden.
Dessau-Wörlitzer Eisenbahn-
Dahme-Uckro’er Eisenbahn-Gesellschaft Gesellschaft
Aktie Litt. B 1.000 Mark, Nr. 225 4 % Prior.-Obl. Lit. A 1.000 Mark, Nr. 200
Dahme, 18.8.1885 VF- Dessau, 1.7.1894 EF
Gründeraktie, Auflage 350 (R 7). Streckenlänge Auflage 400 (R 8). Gründung 1893, eröffnet 1894.
12,5 km. Anschlüsse bestanden in Dahme an die 18,7 km lange Strecke Dessau-Oranienbaum-Wör-
Jüterbog-Luckenwalder Kreisbahn und in Uckro litz, außerdem Betrieb von Anschlussbahnen zu
an die Niederlausitzer Eisenbahn. Umrandung im den Dessauer Industriebetrieben (vor allem zur
Historismus-Stil, besonders schöne Kapitälchen, Waggonfabrik). Hauptzweck war aber die Beförde-
Dampflok im Unterdruck. Nicht entwertet! Rechte rung von Besuchern zum berühmten Wörlitzer
obere Ecke verletzt mit kleiner Fehlstelle. Park. Nach 1945 fiel die Strecke an die Sächsische
Provinzbahnen GmbH, 1949 an die Deutsche
Reichsbahn. 1968-1982 wurde der Personenver-
kehr eingestellt, ab 1982 wieder Saisonverkehr für
die Besucher des Wörlitzer Parks. Heute bemüht
sich der 1993 gegründete „Förderverein Dessau-
Wörlitzer Museumsbahn“ um die Rekonstruktion
von Bahnanlagen und Fahrzeugen. Mit Mitteln der
BfA und des Landes Sachsen-Anhalt machten sich
153 ABM-Kräfte am 12.10.1998 an die Arbeit. Dabei
stellten sich, anders als in einer Studie vorherge-
sagt, die Brücken als nicht mehr reparierbar her-
aus: Statt geplanter 11,5 Mio. DM kostete die
Sanierung am Ende fast das Doppelte. Seit 2001 ist
die Strecke wieder befahrbar. Die Tilgung dieser
Anleihe begann nach dem dritten vollen Betriebs-
jahr. Hochdekorativer, mehrfarbiger Druck mit
Prunkwappen und Vignetten. Faksimile-Unter-

Nr. 166
schrift des aus Wörlitz stammenden Privatban-
kiers Baron von Cohn (1812-1900) als Herzogl.
Anh. Immediat-Eisenbahnkommissar. Mit anh.
Nr. 166 Schätzpreis: 250,00 EUR Anleihebedingungen.
Startpreis: 125,00 EUR
Dachschiefergrube Albert I
Nr. 170
Kux-Schein über 1 Kux, Nr. 7
Frankfurt a.M., 25.9.1877 VF+
Auflage 100 (R 8). Dachschiefergrube in der Nr. 170 Schätzpreis: 150,00 EUR
Gemarkung Nanzenbach, Bergrevier Dillenburg. Startpreis: 75,00 EUR
Ausgestellt auf Theodor Kempf zu Frankfurt, der Danziger Hypothekenbank AG
Eigentümer von 50 Kuxen war. Originalunter-
schriften, Übertragungsvermerke bis 1891. Ledig- 8 % Pfandbrief 50 £stg = 1.250 Danziger
lich 25 Stück wurden im Jahr 1995 gefunden. Dop- Gulden, Nr. 85
pelblatt. Danzig, 1.10.1925 EF
Auflage 80 (R 8). Gründung 1924 als Danziger
Nr. 167 Schätzpreis: 250,00 EUR Hypothekenbank AG. Im April 1925 fusionsweise
Startpreis: 100,00 EUR Übernahme der Danziger Roggenrentenbank AG.

Nr. 172
1940 im Zuge der Angliederung an das Deutsche
Dachschiefergrube Haibach Reich wurde die Gesellschaft in Landesbank und
Kux-Schein über 1 Kux, Nr. 15 Girozentrale Danzig-Westpreußen umbenannt.
Frankfurt a.M., 29.5.1886 VF Sehr dekorativ, große Abb. des Krantors im Unter-
Nr. 172 Schätzpreis: 250,00 EUR
Auflage 100 (R 8). Dachschiefergrube in der druck. Doppelblatt, inwendig gleiche schöne
Gestaltung mit englischem Text (“Conditions”), Startpreis: 60,00 EUR
Gemarkung Arnoldshain, Bergrevier Weilburg. Ori-
ginalunterschriften, Übertragungsvermerk von rückseitig Anleihebedingungen. Deutsch-Ukrainische Flachs
1891. Lediglich 21 Stück wurden im Jahr 1995 Handels-AG
gefunden. Doppelblatt. Aktie 1.000 Mark, Nr. 27112
Breslau, Mai 1923 EF
Nr. 168 Schätzpreis: 250,00 EUR Gründeraktie, Auflage 45.000 (R 9). Gründung
Startpreis: 120,00 EUR März 1923 als Deutsch-Ukrainische Flachs-Han-
Dachschiefergrube Kronprinz III dels-AG. Handel mit Textilrohstoffen aller Art, ins-
Kux-Schein über 1 Kux, Nr. 1 besondere mit Flachs- und Hanfsorten. Im August
1925 in Liquidation. Dekorative Umrandung.
Frankfurt a.M., 29.5.1886 VF+
Auflage 100 (R 8). Dachschiefergrube in der
Nr. 173 Schätzpreis: 200,00 EUR
Gemarkung Manderbach, Bergrevier Dillenburg.
Originalunterschriften, Übertragungsvermerk von
Startpreis: 85,00 EUR
1891. Lediglich 18 Stück wurden im Jahr 1995 Deutsche Babcock AG
gefunden. Doppelblatt. Kuxschein Nr. 1! Aktie 2 x 50 DM, Nr. 47157
Oberhausen (Rheinl.), März 1978 UNC/EF
(R 9) Die Mutterfirma wurde bereits 1881 von den
Amerikanern George H. Babcock und Stephen Wil-
cox gegründet. Sie erfanden 1867 den patentierten
Hochdruck-Dampfkessel. Die Deutsche Babcock &
Wilcox-Dampfkessel-Werke AG wurde im Oktober
1898 durch Übernahme des Berliner Zweigwerks
der Babcock & Wilcox Ltd., London gegründet. Die
Gesellschaft erhielt das Fabrikations- und Ver-
kaufsrecht für das Deutsche Reich und dessen
Kolonien. Wenig später wurde in Oberhausen ein
großes neues Werk errichtet. 1909 Übernahme der
Oberschlesischen Kesselwerke in Gleiwitz. Der

Nr. 169 Nr. 171


bedeutendste europäische Hersteller auf dem
Gebiet des konventionellen Dampferzeugerbaus

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Auktionshaus Gutowski • 49. Auktion Historischer Wertpapiere am 30. Januar 2012

erweiterte ab 1966 das Angebot auf 10 Produktli- Nr. 177 Schätzpreis: 750,00 EUR
nien des Maschinen- und Industrieanlagenbaus Startpreis: 450,00 EUR
einschließlich vieler Firmen-Übernahmen. Umfi-
miert 1976 in Deutsche Babcock AG, 2000 in Bab-
Deutsche Fox Film AG
cock Borsig AG. Zuletzt Holding für über 200 Toch- Aktie 100 RM, Nr. 55
tergesellschaften, darunter die weltbekannte U- Berlin, 15.11.1938 EF-
Boot-Werft HDW. Nach deren umstrittenem Ver- Auflage 10 (R 9). Gründung 1921 in Leipzig als
kauf kam Mitte 2002 die spektakuläre Insolvenz. “Deutsche Vereins-Film-AG”, 1923 Sitzverlegung
Mit Restkupons. Prägesiegel lochentwertet. nach Berlin, 1930 umfirmiert wie oben nach Über-
nahme durch die US-amerikanische 20th Century
Fox Film Corp. Zweck war nun die Verwaltung der
der Firma gehörenden inländischen Filmlizenz-
rechte von Filmen der 20th Century Fox Film Cor-
poration und der Verleih von Fox-Filmen in deut-

Nr. 175
schen Lichtspielhäusern. Zu diesem Zweck errich-
tete Fox-Film eines der ersten Synchronisations-
studios in Deutschland. Der Kriegseintritt der USA
verbannte amerikanische Filme von deutschen
Leinwänden, die deutsche Fox-Tochter wurde als
Feindvermögen behandelt und nach Einstellung
des operativen Geschäfts 1941 in “Deutsche Fox
Film Vermögensverwaltung AG” umbenannt. 1952
in eine GmbH umgewandelt. Lochentwertet. Nur 6

Nr. 173
Stücke sind bekannt!

Nr. 178 Schätzpreis: 250,00 EUR


Startpreis: 50,00 EUR
Deutsche Handelsbank AG
Aktie 5.000 Mark, Nr. 10075
Frankfurt a.M., 1.7.1923 EF+
(R 9) Gründung 1915. Die in der Eschenheimer
Anlage 40/41 geschäftsansässige Bank war vor
allem im Wertpapierhandel und bei der Gründung
industrieller und bergbaulicher Unternehmungen
aktiv, später spezialisierte sie sich als Bauspar-
kasse. Börsennotiz im Frankfurter Freiverkehr.
1925 Sitzverlegung nach Freiburg i.B., Ende 1929
erneute Sitzverlegung nach Stuttgart (Pfizerstr. 5-
7) anläßlich des Übergangs der Aktienmehrheit

Nr. 174
von der Schwarzwälder Grundstücks-AG, Freiburg

Nr. 176
i.B. an den Stuttgarter Kosmos-Verlag. 1932 umbe-
nannt in “Kosmos Bausparkasse AG”. Übernom-
Nr. 174 Schätzpreis: 350,00 EUR men wurden 1933 die Bestände der Kurmark AG
Startpreis: 45,00 EUR Nr. 176 Schätzpreis: 150,00 EUR Berlin und 1939 der Bausparkassen “Das Heim”
Deutsche Chemische Werke AG Startpreis: 75,00 EUR eGmbH (Krefeld), Germania AG (Köln) und “Vater-
Deutsche Destillerie AG haus” GmbH (Pforzheim). Ebenfalls 1939 erwarb
Aktie 1.000 Mark, Nr. 43999 die Leonberger Bausparkasse eGmbH die Aktien-
Berlin, Februar 1924 VF+ Aktie 1.000 Mark, Nr. 24504 mehrheit, brachte ihren eigenen Bestand ein und
Auflage 120.000 (R 10). Gründung 1921 zum Berlin, Februar 1923 VF benannte die AG in LEONBERGER BAUSPARKASSE
Betrieb einer chemischen Fabrik, einer Brannt- Auflage 32.850 (R 9). Gründung 1922. Herstellung AG um. In der Nachkriegszeit die letzte noch rich-
weinbrennerei und einer Likörfabrik im branden- von Likören, Weinbrand und Spirituosen, außer- tig börsennotierte Bausparkasse, schließlich 2001
burgischen Sommerfeld (Die Crossener Oderberge dem Weinhandel. 1924 Konkurs. Mit beiliegendem mit Wüstenrot verschmolzen. Kleinformat. Mit
mit den Städten Crossen und Sommerfeld als kompletten Kuponbogen, nicht entwertet! kpl. Kuponbogenn, nicht entwertet!
damals richtigen Weinorten waren schon seit der
Einwanderung rheinischer Kolonisten im Jahr 1154
die nördlichste Weinbaugegend Deutschlands. Da
in kalten und nassen Jahren die Trauben jedoch
nicht recht reiften, prägte man den Vers: “Märki-
scher Erde Weinerträge - gehn durch den Hals wie
eine Säge”). Außerdem in Berlin beteiligt an der H.
Seemann GmbH und der Apotheker Dr. A. Uecker
GmbH (Herstellung chemisch-pharmazeutischer
Präparate). Die verschiedenen Berliner Betriebe
der Ges. wurden 1924 in den Fabrikräumen der Noé
& Sohn GmbH zusammengelegt, während die Ver-
waltung jetzt in der oberschlesischen Stadt Ratibor
residierte. 1934 umbenannt in “Coho” Chemie-Ver-
triebs-AG. 1936 erloschen. Mit Kupons.

Nr. 175 Schätzpreis: 200,00 EUR


Startpreis: 75,00 EUR
Deutsche Continental-Gas-Gesellschaft
Aktie 1.000 Mark, Nr. 67501-79500
Dessau, Dezember 1922 EF-
Auflage 12.000 (R 7). Gründung 1855 als älteste
Gasgesellschaft Deutschlands. Seit 1886 auch in
der Elektrizitätswirtschaft tätig. In Dessau wurde
die nach Berlin älteste Elektrizitäts-Zentrale in
Deutschland errichtet. 1946 Sitzverlegung nach
Düsseldorf, 1979 Umfirmierung in CONTIGAS
Deutsche Energie AG, eine noch heute börsenno-
tierte Holding für vielfältige Beteiligungen an Ener-

Nr. 177
gieversorgungsunternehmen. 1988 Sitzverlegung
nach München. Hochdekorativer mehrfarbiger
G&D-Druck. Nicht entwertet!

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Auktionshaus Gutowski • 49. Auktion Historischer Wertpapiere am 30. Januar 2012

nen Staatsbanken, Landesbanken und öffentlich-


rechtlichen Körperschaften und Kreditanstalten
für ihre wirtschaftlichen Aufgaben als Vermittler
zu dienen und sie auf ihrem Tätigkeitsgebiet zu
fördern.“ 1950 Berliner Wertpapierbereinigung,
seit 1955 Ablösung der Schuldverschreibungen
(von 1934 und 1941), 1960 volle bzw. quotale Ablö-
sung der Auslandsanleihen (von 1927 und 1928),
heute Deutsche Landesbankenzentrale AG, eine
100%ige Tochter der DekaBank. Anleihe von 10
Mio. $, die höchsten Anteile hatten hier die Lan-
desbank der Provinz Westfalen (20 %), die Provin-
zialhilfskasse Niederschlesien (20 %), die Provin-
zialbank Oberschlesien (12,5 %) und die Kreditan-

Nr. 179
stalt sächsischer Gemeinden (12,5 %).
Blau/schwarzer Stahlstich. Mit anh. Kupons.

Nr. 179 Schätzpreis: 250,00 EUR


Startpreis: 100,00 EUR
Deutsche Hypothekenbank (AG)
Actie 1.200 Mark, Nr. 19378
Berlin, 1.10.1906 EF/VF
Auflage 6.000 (R 8). Gegründet 1872. Noch heute

Nr. 183
börsennotierte (jetzt in Hannover ansässige)
Hypothekenbank. Großaktionär war bis 2004 die
BHF-Bank. Nach dem Verkauf der BHF-Bank an Sal.
Oppenheim verblieb die Deutsche Hypotheken- Nr. 183 Schätzpreis: 250,00 EUR
bank AG bei dem ehemaligen Großaktionär der Startpreis: 80,00 EUR
BHF-Bank, der ING. Der Vorgänger der BHF-Bank, Deutsche Mittelstandsbank AG
die Berliner Handels-Gesellschaft, begleitete die
Deutsche Hypothekenbank praktisch seit ihrer
Aktie 10.000 Mark, Nr. 12555
Gründung. Heute Tochtergesellschaft der Berlin, 1.12.1923 EF
NORD/LB, die mit 98,56 % an dem Unternehmen Gründeraktie, Auflage 70.000, nach Umstellung auf
beteiligt ist. Dekorativer Druck von G&D, Faksimi- 20 RM 1925 nur noch 3500 (R 8). Die unter
le-Unterschrift des berühmten Bankiers Fürsten- Führung mehrerer Reichstagsabgeordneter 1923
berg (Berliner Handels-Gesellschaft). Nicht ent- gegründete Bank übernahm die Geschäfte der
wertet! 1903 gegründeten „Charlottenburger Mittel-
standsbank eGmbH“. Zweigniederlassungen in
Görlitz und Dresden. Im großen Bankenkrach in
der Weltwirtschaftskrise erlitt die Bank durch die
Insolvenz der “Bank für Deutsche Beamte” derar-
tige Verluste, daß sie im Oktober 1931 selbst ihre

Nr. 181
Zahlungen einstellen mußte. Anschließend
Zwangsvergleich mit den Gläubigern und Abwick-
lung. Großes Hochformat, sehr schöne Umrah-
mung mit “Handel und Handwerk” symbolisieren-
der Vignette.

Nr. 180

Nr. 180 Schätzpreis: 150,00 EUR


Startpreis: 75,00 EUR
Deutsche Kleinmotoren-
und Fahrzeug-Werke AG
Aktie 1.000 Mark, Nr. 21546
Potsdam, 1.5.1923 EF
Gründeraktie, Auflage 9.000 (R 9). Übernahme der
Fabrik des Herrn Kuno von Kleist, wo Kleinmoto-
ren, Kraftfahrzeug- und Fahrradteile sowie Haus-
haltsgegenstände hergestellt wurden. Bereits 1924

Nr. 182 (Ausschnitt)


wieder in Konkurs. Mit komplett anh. Kuponbo-
gen, nicht entwertet!

Nr. 181 Schätzpreis: 350,00 EUR Nr. 184


Nr. 182 Schätzpreis: 300,00 EUR
Startpreis: 150,00 EUR Startpreis: 150,00 EUR Nr. 184 Schätzpreis: 250,00 EUR
Deutsche Landesbankenzentrale Deutsche Landesbankenzentrale Startpreis: 125,00 EUR
AG (Central Bank of German State AG (Central Bank of German State Deutsche Rentenbank-Kreditanstalt
& Provincial Banks) & Provincial Banks) Landwirtschaftliche Zentralbank
6 % Gold Bond 1.000 $, Specimen 6 % Gold Bond 500 $, Specimen 7 % Gold Bond 500 $, Specimen
Berlin, 1.10.1927 VF Berlin, 1.10.1927 VF New York, 15.9.1925 VF
Nullgeziffertes Specimen (R 10). Gründung 1923. Nullgeziffertes Specimen (R 9). Orange/schwarzer Nullgeziffertes Specimen (R 10). Die 1949 neu for-
Zweck: „Den im Verband deutscher öffentlich- Stahlstich. Mit anh. Kupons. mierte heutige Landwirtschaftliche Rentenbank
rechtlicher Kreditanstalten zusammengeschlosse-

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Auktionshaus Gutowski • 49. Auktion Historischer Wertpapiere am 30. Januar 2012

ist hervorgegangen aus der Deutschen Renten- storen übernommen. Die EVA-Kesselwagen sieht
bank (gegründet 1923 als Währungsbank zur noch heute jeder Bahnreisende auf den Nachbar-
Bekämpfung der damaligen Hyper-Inflation) und gleisen. Emission zur Vergrößerung des Wagen-
der Rentenbank-Kreditanstalt (gegründet 1925 als parks. Doppelblatt, Prägesiegel lochentwertet.
zentrales Refinanzierungsinstitut für den
Agrarsektor). Durch Emission von vier Amerika-
Anleihen konnte sie in den 30er Jahren beträchtli-
che internationale Mittel zur Finanzierung des
Kapitalbedarfs der deutschen Landwirtschaft auf-
nehmen. Heute spielt sie durch Übernahme von
Beteiligungen besonders beim Strukturwandel
der deutschen Mühlenindustrie eine große Rolle.
Anleihe von 25 Mio. $, plaziert in den USA sowie
zu einem kleineren Teil auch in Holland.

Nr. 187
Braun/schwarzer Stahlstich mit schöner allegori-
scher Vignette. Mit anhängenden Kupons.

Nr. 187 Schätzpreis: 275,00 EUR


Startpreis: 120,00 EUR

Nr. 189
Deutsche Treuhand-Gesellschaft
Aktie 1.000 Mark, Nr. 517
Berlin, 1.6.1900 EF
Gründer-Emission, Auflage 1.000. Gründung 1890
als Deutsch-Amerikanische Treuhand-Gesell-
schaft unter maßgeblicher Mitwirkung der Deut-
schen Bank. Ursprünglicher Geschäftszweck:
Übernahme des Amtes als Pfandhalter und
Treuhänder, Ausstellung von Hinterlegungsbe-
scheinigungen für Wertpapiere, Vertretung in- und
ausländischer Gesellschaften bei Aktienregistrie-
rungen und -umschreibungen, Vertretung der
Besitzer in- und ausländischer Wertpapiere. 1930
Übernahme der „Revision“ Treuhand AG. Heute
als KPMG Deutsche Treuhand-Gesellschaft AG
eine der bekanntesten deutschen Wirtschaftsprü-
fungsgesellschaften. Original signiert für den Auf-
sichtsrat. Lochentwertet.

Nr. 185

Nr. 185 Schätzpreis: 300,00 EUR


Startpreis: 150,00 EUR
Deutsche Rentenbank-Kreditanstalt
Landwirtschaftliche Zentralbank
6 % Gold Bond 500 $, Specimen
Nr. 190
Berlin, 15.4.1928 VF

Nr. 188
Nullgeziffertes Specimen (R 9) Volumen 26 Mio. $,
untergebracht in den USA, England, Schweden
und der Schweiz. Tolle Stahlstich-Vignette mit Nr. 190 Schätzpreis: 750,00 EUR
Landwirtschafts-Allegorie. Mit anh. Kupons. Nr. 188 Schätzpreis: 300,00 EUR Startpreis: 200,00 EUR
Startpreis: 150,00 EUR Deutsche Wasserwerke AG
Deutsche Treuhand-Gesellschaft 4 % Schuldv. 1.000 Mark, Nr. 463
Aktie 1.000 Mark, Nr. 1079 Berlin, 20.5.1898 EF/VF
Berlin, 17.12.1901 EF Auflage 2.500 (R 9). Die Gesellschaft baute und
Auflage 500. Original signiert von dem bedeu- betrieb Wasserwerke u.a. in Lüdenscheid, Tilsit,
tenden Berliner Bankier Adolph von Rath als Oeynhausen, Uelzen und Rheda-Wiedenbrück
Aufsichtsratsvorsitzender. Adolph von Rath sowie die elektrische Licht-Zentrale im Haupt-
(1832-1907) war ein enger Partner des großen Pri- postamt Königsberg i.Pr. Außerdem Bau-Abteilung
vatbankiers Wilhelm Ludwig Deichmann. Lochent- für Wasserwerke und Kanalisationen. 1922 wurde
wertet. der Besitz an Wasserwerken abgestoßen und
zugleich die „Berliner Glas- und Spiegel-Manufac-
Nr. 189 Schätzpreis: 200,00 EUR tur AG“ gekauft, deren Firmenname ebenfalls
Startpreis: 85,00 EUR angenommen wurde. Sinken der Glaspreise, Streik
der Schleifer und Glaser und schließlich - in der

Nr. 186
Deutsche Waggon-Leihanstalt AG Inflationszeit - die völlige Entwertung der aus dem
Aktie Serie IV. 1.000 Mark, Nr. 3051 Verkauf der Wasserwerke verbliebenen Forderun-
Berlin, 23.3.1906 VF+ gen zwangen die Gesellschaft 1925 in die Liquida-
Nr. 186 Schätzpreis: 150,00 EUR tion. Börsennotiz Berlin. Mit Originalunterschrift
Auflage 1.000 (R 9). Gründung 1897 als „Deutsche
Startpreis: 75,00 EUR Waggon-Leihanstalt GmbH“ (AG seit 1899), Umfir- des bedeutenden Bankiers Ludwig Delbrück
Deutsche Textilwerke AG mierung in “Eva” im Jahr 1917 anläßlich der Ver- (1860-1913). 1910 fusionierte sein Bankhaus mit
schmelzung mit der Wagenbau-AG Wismar. Neben der Privatbank Gebrüder Schickler zum Bankhaus
Aktie 1.000 Mark, Nr. 7548 Delbrück, Schickler & Co., dessen Teilhaber er
Berlin, 14.6.1923 VF+ dem riesigen Fuhrpark an Kesselwagen und
(gemeinsam mit der Kühltransit AG) Wärme- wurde. Durch diese Fusion wurde Ludwig Del-
Auflage 25.000 (R 10). Gründung 1921 durch die schutzwagen besaß die “Eva” eine Waggonfabrik brück kaiserlicher Schatullenverwalter (Hofban-
Textilfabrikantenwitwe Laura Brück geb. Löwent- in Wismar und ein Waggonreparaturwerk in Berz- kier). Als einer der führenden preußischen Privat-
hal im Verein mit jüdischen Geschäftsleuten aus dorf bei Köln-Brühl. Ferner Beteiligungen von 99,9 bankiers gehörte Ludwig Delbrück zahlreichen
Berlin und der Lausitz. Geschäftszweck war die bzw. 100% an der Waggon-Fabrik AG Uerdingen Aufsichtsräten an (u.a. bei Friedrich Krupp AG).
Herstellung von Stoffen im eigenen Betrieb, der und der Waggonfabrik Quedlinburg GmbH. Der Doppelblatt. Kleiner Einriß am rechten Rand (4
sich in Forst (Lausitz) befand. 1926 in Konkurs jahrzehntelang börsennotierte Waggon-Vermieter mm lang) hinterklebt. Weniger als 10 Stück sind
gegangen. Mit komplettem Kuponbogen. wurde in den 90er Jahren von australischen Inve- seit vielen Jahren bekannt.

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Auktionshaus Gutowski • 49. Auktion Historischer Wertpapiere am 30. Januar 2012

München und Allach sowie einer Malzfabrik in strandbades an der Donau übertragen. 1941
Pasing erzeugten etwa 500 Mitarbeiter: a) Diamalt Erwerb des Hotels “Berliner Hof” in Königswinter
Backhilfsmittel und Malzpäparate, b) Suppenwür- am Rhein. Das Hotel in Wien wurde 1945 durch
ze, Saucenpräparate (bis 1958), Zuckerwaren, Pra- Kriegseinwirkung zerstört. Das Badegebäude
linen und feine Desserts, ab 1949 auch Speisee- wurde, da sich eine Modernisierung als unrenta-
ispulver, c) Artikel der chemischen, pharmazeuti- bel erwies, 1965 abgerissen. Danach Umwandlung
schen und Gärungsindustrie. 1934/35 Erwerb in die “Dianazentrum Realitätengesellschaft
einer weiteren Fabrik in Diemitz bei Halle, wohin mbH”, Geschäftszweck ist seither Schaffung von
bis zur Enteignung die Süßwarenherstellung ver- Wohnungseigentum und Realitätengeschäfte.
legt war. 1939/40 Kauf einer stillliegenden Malzfa- Nicht entwertet!
brik in Augsburg, wo 1962/63 nach Modernisie-
rung die gesamte Malzfabrikation konzentriert Nr. 195 Schätzpreis: 200,00 EUR
wurde (die Mälzerei Pasing wurde stillgelegt). Startpreis: 40,00 EUR
Ebenfalls 1939/40 Erwerb der Reichsstadtmühle
GmbH in Augsburg (1958/59 auf die Diamalt AG Disch Hotel und Verkehrs AG

Nr. 191
fusioniert). 1952/53 Errichtung einer Fabrik für Aktie 100 RM, Nr. 5359
Backhilfsmittel in Bokhold bei Hamburg. 1968/69 Frankfurt a.M., Dezember 1929 EF+
Erwerb der Betriebsabteilung Pharmazell der Auflage 5.000 (R 8). Gründung 1890 als Hotel Disch
Nr. 191 Schätzpreis: 200,00 EUR Aschaffenburger Zellstoffwerke AG (pharmazeuti- AG in Köln. Das Hotel wurde 1928 abgerissen und
Startpreis: 120,00 EUR sche Vorprodukte und Feinchemikalien). Produ- das an seiner Stelle erbaute Geschäftshaus 1931
Deutscher Offizierbund zierende Werke besitzt Diamalt nun in Allach, an den Iduna-Konzern verkauft. 1929 Fusion mit
Augsburg, Bokhold und Redenfelden. 1979 ver- der Frankfurter Verkehrs- und Hotelbetriebs-AG
Anteilschein 100 RM, Nr. 4967 kauft die Bayerische Hypotheken- und Wechsel-
ca. 1930 EF und Sitzverlegung nach Frankfurt. Neben dem
bank ihre Mehrheitsbeteiligung an die Schering Hotel Excelsior (Post-/Hohenzollernstraße) wurde
(R 10) Ausgestellt auf Hoheit Prinz Ernst v. Sach- AG, 1984 Eingliederung in die Schering AG mit in der Schillerstraße das „Cafe Wien“ betrieben.
sen-Meiningen. Schöne Gestaltung, mit Schwert Aktientausch 4:1. Nach Herauslösung und Über- Bis 1932 auch Pächter des renommierten „Brei-
und Schild. nahme der Sparte Industrie-Chemikalien verkauft denbacher Hof“ in Düsseldorf. Tochtergesellschaf-
Schering 1990 das Restgeschäft an den britischen ten u.a.: Groß-Frankfurter Vergnügungs-Palast
Finanzinvestor 3i Group. 1991 Umwandlung in GmbH, Frankfurter Weinhandels-AG. Börsennotiz:
eine GmbH. Berlin. Nicht entwertet!

Nr. 192 (Ausschnitt)


Nr. 193
Nr. 192 Schätzpreis: 250,00 EUR Nr. 196
Startpreis: 100,00 EUR
Deutsches Kalisyndikat GmbH Nr. 196 Schätzpreis: 200,00 EUR
7 % Gold Bond Serie A 20 £, Nr. 73878 Startpreis: 100,00 EUR
Berlin, 1.11.1925 VF Döring & Lehrmann AG für
Auflage 15.355 (R 7). Im deutschen Kalibergbau - Bergwerks-, Erd- und Bauarbeiten
das zu Anfang des Jh. noch ein Quasi-Monopol Aktie 1.000 Mark, Nr. 10078
Deutschlands war - kam es zu einem ungeahnten Helmstedt, 21.4.1923 VF+
Gründungsboom, der schließlich nur noch mit
Auflage 2.450 (R 9). Gründung 1904 zur Fort-
Hilfe des Gesetzgebers in geordnete Bahnen
führung des Baugeschäfts von Döring & Lehrmann
gelenkt werden konnte. Die Deutsche Kalisyndikat
in Helmstedt (1925 Sitzverlegung nach Halle a.S.).
GmbH wurde am 16.10.1919 gegründet. Diesem
Neben Hoch- und Tiefbauten jeder Art speziali-
Kartell schlossen sich die allermeisten der produ-
sierte sich die Firma bald auf den Bau von Bri-
zierenden Unternehmen des Kalibergbaus an.

Nr. 194
kettfabriken und Abraumarbeiten zur Freilegung
Größte Anteilseigner waren die Wintershall AG,
von Braunkohleflözen, wo sie bei Ausbruch des 1.
die Preussag AG, die Gruppierung Salzdetfurth-
Weltkrieges über 4.000 Arbeiter in 51 Baggerbe-
Aschersleben-Westeregeln und die Burbach Kali-
Nr. 194 Schätzpreis: 250,00 EUR trieben beschäftigte. Weil die Mehrzahl der Arbei-
werke AG. Hauptaufgaben des Syndikats waren
Startpreis: 100,00 EUR ter zum Kriegsdienst einberufen wurden, kamen
die Preisregulierungen, die Exportförderung
die Arbeiten zum Erliegen. Doch die Braunkohlen-
sowie die Zuteilung von Förderquoten für die ein- Dianabad AG gesellschaften bestanden auf Erfüllung der mehr-
zelnen Mitgliedsunternehmen. 1926 kam es zu
einer enormen Verminderung der fördernden Aktie 20 Serie B RM, Nr. 7 jährigen Verträge und trieben Döring & Lehrmann
Wien, November 1940 EF+ damit in den Ruin. Fast alle Eimer- und Löffelbag-
Bergwerke durch freiwillige Stilllegung weniger
Auflage 60.000 (R 8). Eines der traditionsreichsten ger sowie die Abraumzüge mit 50 Lokomotiven,
rentabler Betriebsstätten. Firma besteht noch
Unternehmen der Monarchie: Gegründet bereits 700 Kastenkippwagen und 6 Gleisrückmaschinen
heute als Kali & Salz-Tochter. Großformatiger,
1804, AG seit 1841! Ansässig in Wien, Obere Don- mussten an die Bergwerke abgetreten werden.
herrlicher Stahlstich von Bradbury, Wilkinson mit
austr. 93. Vorhanden waren, neben dem Betrieb Neuinvestitionen waren nicht mehr finanzierbar,
großer Ansicht eines Kaliwerkes aus der Vogel-
einer Schwimm-Anstalt, Wannenbäder im (prunk- 1927 wurde die Auflösung der in Berlin börsenno-
perspektive. An mehreren Stellen etwas rost-
vollen) Dianabad und im (einfacheren) Volksbad, tierten AG beschlossen. Nicht entwertet, in dieser
fleckig. Mit anhängenden restlichen Kupons und
Fuhrbäder, Dampf- und Douchebäder, außerdem Form sind weniger als 10 Stücke bekannt!
nicht entwertet!
wurde eine Wasserheilanstalt betrieben. Umsatz-
Nr. 193 Schätzpreis: 150,00 EUR renditen von bis zu 30 % waren für dieses höchst Nr. 197 Schätzpreis: 300,00 EUR
Startpreis: 75,00 EUR erfolgreiche Unternehmen keine Seltenheit. 1911 Startpreis: 100,00 EUR
wurden für einen großen, 1916 fertiggestellten Dolerit-Basalt AG
Diamalt AG Neubau mit Bade- und Kuranstalt sowie Hotel
Aktie 1.000 DM, Nr. 36 mehrere Nachbargrundstücke erworben. Dabei Aktie 1.000 RM, Nr. 35731
München, September 1951 EF wurde eine der beiden Schwimmhallen schon als Köln, Januar 1928 VF
Wellenbad gebaut! Die andere hatte auch für Auflage 1.000 (R 10). Gründung 1921 durch Über-
Auflage 3.800 (R 9). Gründung 1911 unter Über-
sportliche Großveranstaltungen genügende Aus- nahme der Dolerit-Basalt GmbH und des Basalt-
nahme der seit 1902 bestehenden „Deutsche Dia-
maße. 1938 wurde der Dianabad-AG zudem der werkes Ottrau (beide Köln). 1924 erolgte der
malt GmbH“ und der „Bayerische Konserven-
Betrieb des (noch heute bestehenden) Arbeiter- Zusammenschluß mit der Gewerkschaft Saxonia
Fabrik Ludwig Graf GmbH“. In zwei Fabriken in

36
Auktionshaus Gutowski • 49. Auktion Historischer Wertpapiere am 30. Januar 2012

in Bonn. Die Ges. pachtete die Steinbrüche Dorn- Nr. 199 Schätzpreis: 150,00 EUR
dorf, Wilsenroth, Wilmenrod, Eitorf (Sieg)., Ober- Startpreis: 50,00 EUR
grenzebach (Bez. Kassel), Forstamt Oberaula
(Bez. Kassel) und Hartenfels (Westerwald). 1932
Dresdner Handelsbank AG
Übernahme der Gewerkschaft Silberberg in Köln. Namen-Vorzugsaktie 1.000 RM, Nr. 99
1947 Abstoßung des Werkes Wernswig. 1963 Ein- Dresden, Mai 1930 EF
richtung des neuen Steinbruchs Kirschenwald Auflage 150. Gründung 1873 durch 29 Fleischer-
(Bezirk Kassel). Nicht entwertet! Leicht fleckig. meister als Central-Viehmarktsbank AG. Als eine
der ersten deutschen Viehmarktsbanken stellte
man sich schon früh auf das allgemeine Bankge-
schäft um. Zu diesem Zweck wurde 1910 neben
der Geschäftsstelle auf dem städtischen Vieh- und
Schlachthof auch ein Stadtgeschäft eingerichtet
(Ostra-Allee 9-11 im Haus der Kaufmannschaft)

Nr. 201
und 1914 wie oben umfirmiert. 1922 Angliederung
des Bankhauses Schmidt & Gottschalk in Bautzen
und Weiterführung als Filiale Bautzen. 1930 Über-
nahme der Credit- und Depositen-Bank für Sach-
sen AG in Dresden, in deren Gebäude Ringstr.
64/Johannesstr. 19 wurde eine weitere Geschäfts-
stelle eingerichtet. Die Bank stand in freund-
schaftlicher Beziehung zur Sächsischen Staats-

Nr. 197
bank und Sächsischen Girozentrale, die einen Teil
der Aktien besaß. Prägesiegel lochentwertet.

Nr. 202
Nr. 202 Schätzpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 75,00 EUR
E. Macherauch, Weimarische Obst-
kulturen und Konservenfabrik AG
Aktie 2.000 Mark, Nr. 5203
Nr. 198
Weimar, 8.8.1923 EF
Gründeraktie, Auflage 6.000 (R 10). Gründung
Nr. 198 Schätzpreis: 750,00 EUR 1923 zur Übernahme der KG E. Macherauch & Co.,
Startpreis: 375,00 EUR Obstkulturen und Obstverwertung in Legefeld bei
Weimar. 1925 in Liquidation. Mit komplett anh.
Dresdner Bank Kupons.
Sammelurkunde 1.000 x 1.000 RM,
Nr. 51001-52000
Berlin, März 1944 EF-

Nr. 200
Aktie über 1 Million RM (R 8). Gründung 1872
unter Übernahme des altangesehenen Bankge-
schäfts von Michael Kaskel in Dresden. 1881
Errichtung einer Niederlassung in Berlin, wohin Nr. 200 Schätzpreis: 300,00 EUR
1884 auch die Geschäftsleitung verlegt wurde. Ver- Startpreis: 120,00 EUR
stärkt nach der Jahrhundertwende schlug die
Dresdner Bank, wie die anderen Großbanken Drogen-Einkaufsvereinigung
auch, einen atemberaubenden Expansionskurs in Dresden eGmbH
durch massenhafte Übernahme kleinerer Regio- Namens-Anteilschein 1.000 Mark, Nr. 1025
nal- und Privatbanken ein. 1931 in der Weltwirt- Dresden, 1.7.1922 EF
Nr. 203
schaftskrise musste die Dresdner Bank vom Deut- (R 10) Ein Schelm, wer bei dem Namen böses
schen Reich gerettet werden, das daraufhin (teils denkt! Es war eine ganz harmlose Einkaufsgenos-
über die Deutsche Golddiskontbank) Mehrheit- senschaft der Dresdner Drogeriebesitzer. Großes
saktionär wurde. Die de facto verstaatlichte Hochformat, feines Wappen mit dem Wahlspruch Nr. 203 Schätzpreis: 150,00 EUR
Dresdner Bank nahm anschließend durch Fusion “viribus unitis”, wunderschöne Kapitälchen. Ori- Startpreis: 60,00 EUR
die berühmt-berüchtigte Darmstädter und Natio- ginalunterschriften. Lochentwertet. Nur 4 Stücke Eichbaum-Brauereien AG
sind bekannt!
nalbank auf, deren Zusammenbruch der Auslöser Aktie 1.000 DM, Nr. 200598
der Krise gewesen war. 1937 gab das Reich seine Worms, Januar 1974 EF+
Mehrheitsbeteiligung an der inzwischen stabili- Nr. 201 Schätzpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 80,00 EUR Auflage 8.560 (R 7). Gründung 1850 als “Brauerei
sierten Bank wieder ab. Nach dem 2. Weltkrieg zu den zwölf Aposteln”. 1886 Umwandlung in die
wurde die Dresdner Bank von den Alliierten Düsseldorfer Baubank Werger Brauerei AG, gleichzeitig Übernahme der
zunächst zerschlagen: durch Ausgründung gingen Aktie 1.000 Mark, Nr. 2087 Binger Aktienbrauerei, der Elefantenbrauerei in
die süddeutschen Geschäfte auf die Rhein-Main Düsseldorf, November 1922 EF Worms, der Schwetzinger Brauerei “Zum Zährin-
Bank über, die norddeutschen auf die Hamburger Auflage 3.000 (R 8). Gründung 1872 als Terrainge- ger Löwen” und der Brauerei Karl Fay GmbH in
Kreditbank und die nordrhein-westfälischen auf sellschaft. Außer dem „Palast Hotel Breidenba- Darmstadt. 1923 Überkreuz-Beteiligungen mit der
die Rhein-Ruhr-Bank. Diese drei Institute fusio- cher Hof“ gehörten zum Besitztum noch 4500 qm Brauerei-Gesellschaft Eichbaum in Mannheim und
nierten 1957 zur (neuen) Dresdner Bank AG. 2001 Bauterrains in Düsseldorf. Börsennotiz Düssel- der Frankenthaler Brauhaus AG. 1929 Fusion zur
mit hochfliegenden Allfinanz-Plänen von der Alli- dorf. Stark betroffen durch das Vergleichsverfah- in Eichbaum-Werger-Brauereien AG. Übernahme
anz-Versicherung übernommen, 2008/09 dann an ren der Disch-Hotel und Verkehrs-AG, Frankfurt von Mehrheitsbeteiligungen 1967/68 bei der
die Commerzbank verkauft worden und mit dieser a.M. sowie durch den Nachlasskonkurs des ver- Brauerei Schwartz-Storchen AG, Speyer (1969 still-
storbenen Großaktionärs Sternberg. Die Gesell- gelegt) und 1971/72 bei der Aktienbrauerei-Bür-
fusioniert. Prägesiegel lochentwertet. schaft wurde 1938 aufgelöst. Nicht entwertet! gerbräu AG, Ludwigshafen. 1972 Umfirmierung in
Eichbaum-Brauereien AG, 1973 Aufnahme der
Alle Wertpapiere sind bei uns in einer Bilddatenbank vorhanden. Es kann deshalb Brauerei Durlacher Hof AG in Mannheim durch
Verschmelzung, 1978 Sitzverlegung von Worms
vereinzelt vorkommen, daß bei Abbildungen auf Archivmaterial zurück gegriffen nach Mannheim. Lange Zeit in Frankfurt börsen-
wurde und ein gleichwertiges Stück mit einer anderen Nummer abgebildet ist. notiert, heute besitzt die ACTRIS AG (früher: Hen-

37
Auktionshaus Gutowski • 49. Auktion Historischer Wertpapiere am 30. Januar 2012

ninger Bräu AG) 100 % der Aktien. Vignette mit Mettmann an die Wagner & Englert GmbH, ansch-
einer alten Eiche als Firmenlogo. Nachdem die ließend 1916 Umfirmierung wie oben. 1922 engere
Eichbaum-Altaktien im Frühjahr 2004 bei einem Anlehnung durch Aktientausch an die “Vereinigte
Großbrand Raub der Flammen wurden, ist dieser Eisenhütten- und Maschinenbau-AG” in Barmen,
hohe Nennwert inzwischen eine echte Rarität. die zuletzt Alleinaktionärin war. Im Oktober 1926
Prägesiegel lochentwertet. in Liquidation gegangen. Nicht entwertet und mit
beiliegenden restlichen Kupons.

Nr. 208

Nr. 207
Nr. 204
Nr. 207 Schätzpreis: 150,00 EUR
Nr. 204 Schätzpreis: 750,00 EUR Startpreis: 80,00 EUR
Startpreis: 240,00 EUR Eisenbahn-Bank
Eicken & Co. oHG 4,5% Namens-Obl. Lit. C. 1.000 Mark, Nr. 1606
Anteilschein 3.000 Mark, Nr. 515 Frankfurt am Main, 1.7.1912 EF
Hagen i/W., 1.1.1908 EF (R 6) Gründung 1898. Zweck war: „Erwerbung und
(R 10) 1851 entstanden mit einem Puddel- und Belehnung von Schuldverschreibungen, Obligatio-
Hammerwerk die ersten Eicken’schen Anlagen in nen und Prioritäts-Aktien solcher Eisenbahnen,
Hagen. Später kam ein Siemens-Martin- und Elek- welche in Deutschland oder der österreichisch-
trostahlwerk mit Walzwerk zur Herstellung von ungarischen Monarchie entweder unter Staatsbe-
Halbzeug, Blechen, Stadtstahl und Walzdraht trieb oder im Betriebe einer vom Staate garantier-
hinzu, seit 1870 auch Drahtzieherei. Durch Zusam- ten Eisenbahn-Gesellschaft stehen oder mit staat-
menschluß mit der Peter Harkort & Sohn GmbH in licher Zinsgarantie ausgestattet sind.“ Bis zur
Wetter entstanden die Harkort-Eicken Edelstahl- Höhe des Belehnungswertes dieser Effekten konn-
werke GmbH, die dann 1925 von der Eisen- und ten zur Refinanzierung eigene Obligationen ausge-
Stahlwerk Hoesch AG (gegr. 1873) übernommen

Nr. 209
geben werden, die aber das achtfache des Grund-
wurde. Zuletzt als Stahlwerk Hagen AG firmierend, kapitals nicht übersteigen durften. Diesem Grund-
1951 auf alliierte Anordnung mit der Hüttenwerk gedanken einer an sich soliden Finanzierung
Geisweid AG (vorm. Geisweider Eisenwerke AG) machten die Folgen des 1. Weltkrieges einen Nr. 209 Schätzpreis: 300,00 EUR
zur Stahlwerke Südwestfalen AG zusammenge- dicken Strich durch die Rechnung: die Engage- Startpreis: 90,00 EUR
führt. Originalunterschriften u.a. des Gesellschaf-
ments der Eisenbahn-Bank (Länge der Eisenbah- Eisensteinbergwerk Deutschland
ters Ewald Eicken. Doppelblatt. Rarität, seit über
nen zusammen 1.764 km) befanden sich fast alle in
10 Jahren 3 Stücke bekannt!
Ungarn und diese Einseitigkeit der Investments
Kux-Schein über 1 Kux, Nr. 8
war verhängnisvoll. Der Wertpapierbesitz wurde Dülmen i.W., 1.6.1898 EF
Nr. 205 Schätzpreis: 150,00 EUR von der Deutschen Regierung beschlagnahmt, der Auflage 1.000 (R 8). Eisensteinbergwerk in den
Startpreis: 60,00 EUR Reparations-Kommission ausgeliefert und 1924 in Gemeinden Ochtrup, Wellbergen, Langenhorst,
Einkauf und Verwertung Paris versteigert. Das Finanzierungsgebäude Metelen und Wettringen, Sitz der Gewerkschaft
von Fleischerei-Rohprodukten stürzte krachend zusammen und erst im Jahr 1941 war Burgsteinfurt. Die Größe des konsolidierten
konnte für die umlaufenden Obligationen wieder Feldes betrug 93 vereinigte Felder mit ca. 176 Mio.
und Rohstoffen eGmbH Quadratmeter. Anfang der 20er Jahre von der
ein fester Tilgungsplan bekanntgegeben werden.
Namens-Geschäftsanteil 100 RM, Nr. 1263 Großformatiges Papier. Doppelblatt, inwendig Sta- Gewerkschaft Gildehaus in Bentheim/Osnabrück
Dresden, 19.10.1929 VF tuten. Lochentwertet. übernommen, die selbst bis 1919 im Bergrevier
(R 10) Datum handschriftlich. Sehr hübsche Hamm Eisenerz abgebaut hatte. Doppelblatt,
Umrahmung. Lochentwertet. Nur das eine Stück inwendig mehrere Übertragungen, zuletzt auf
ist bekannt! Nr. 208 Schätzpreis: 400,00 EUR Gewerkschaft Gildehaus in Osnabrück im Jahr
Startpreis: 75,00 EUR 1921. Abheftlochung am linken Rand.
Nr. 206 Schätzpreis: 250,00 EUR Eisenkonstruktions- und Preß-Werk AG
Startpreis: 80,00 EUR Nr. 210 Schätzpreis: 250,00 EUR
Aktie Lit. B 6.000 Mark, Nr. 29715 Startpreis: 75,00 EUR
Eisen- und Stahlwerk Krone AG München, 28.6.1923 VF+
Elbtalwerk Elektrizitäts-AG
Aktie 1.000 Mark, Nr. 7685 Gründeraktie, Auflage 30000 (R 10). Herstellung
Velbert, 25.8.1922 EF/VF von Eisenkonstruktionen und Schmiedestücken, Aktie 100 RM, Nr. 2727
Auflage 8.000 (R 10). Gründung 1911 als „Eisen- das Werk befand sich in der Klenzestr. 72. Bereits Heidenau, August 1930 EF
und Fittingswerke AG“ durch Fusion der Eisen- 1925 wieder in Liquidation getreten und noch im Auflage 1.400 (R 10). Gründung 1921 zwecks Fort-
werk Krone GmbH, Velbert und der Fittingswerk gleichen Jahr von Amts wegen gelöscht. Mit kom- führung der Elbtalwerk Maschinenfabrik GmbH.
GmbH, Mettmann. 1915 Verkauf der Abteilung plettem Kuponbogen. Hergestellt wurden Elektromotoren, Generatoren,

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Auktionshaus Gutowski • 49. Auktion Historischer Wertpapiere am 30. Januar 2012

Installationsmaterial, Sirenen, Schleif- und Polier- Nr. 214 Schätzpreis: 500,00 EUR
Maschinen und Pumpen. Nach Enteignung des Startpreis: 300,00 EUR
Heidenauer Werkes verlegte die AG 1951 ihren Sitz
nach Frankfurt/Main und startete dort neu mit
Elite-Diamantwerke AG
einer Elektro- und Rundfunkgroßhandlung. 1955 Aktie Lit. B 100 RM, Nr. 5569
wurde in Wächtersbach eine Fabrik für Trennma- Brand-Erbisdorf i.Sa., 16.2.1927 EF
schinen, Kreissägen, Werkbänke und KFZ- Auflage 7.500, schon 1930 nach Kapitalschnitt
Zubehörteile eingerichtet. Seit Anfang der 60er ungültig geworden (R 9). Die 1884 gegründete
Jahre dann nur noch Verwaltung des Grundstücks Firma Gebr. Nevoigt in Reichenbrand wurde 1905
Frankfurt, Röderbergweg 21. Das Werk selbst in eine AG umgewandelt, nachdem die Firma (u.a.
wurde in der DDR 1952 enteignet und als VEB fort- 1895 Aufnahme der Serienproduktion der Diamant-
geführt, ab 1995 Elbtalwerk Heidenau GmbH. Fir- Fahrräder) stark expandierte. 1912 umbenannt in
menname im Art Deko gestaltet. Nicht entwertet! Diamantwerke Gebr. Nevoigt AG mit Sitz Siegmar
bei Chemnitz. 1917 fusionsweise Übernahme
durch die Elite-Motorenwerke AG in Brand-Erbis-
dorf (gegr. 1913), die sich in Elitewerke AG umbe-
nannte. Die beiden Werke blieben auch nach der
Fusion selbständig. Hergestellt wurden in Brand-
Erbisdorf Personen- und Lastautomobile, Motor-
fahrräder und Maschinen für die Schokoladeher-
stellung. Spitzenmodell im seit 1920 betriebenen
Automobilbau war ein luxuriöser Tourenwagen
mit 4600-ccm-6-Zylinder-Maschine. Das Werk Sieg-
mar produzierte Fahr- und Motorräder und Strick-
maschinen für Hand- und Motorbetrieb. Beschäf-
tigt waren zusammen etwa 1.500 Mitarbeiter. 1917
wurde außerdem die Fa. F. H. Holtzhausen & Co. in

Nr. 210
Nossen i.Sa. erworben, die hauptsächlich

Nr. 213
Inneneinrichtungen für Mühlen herstellte. Die Eli-
tewerke übernahmen 1921 ferner die Produktion
Nr. 211 Schätzpreis: 300,00 EUR der Richard & Hering Werke im thüringischen Ron-
Startpreis: 75,00 EUR neburg (die ihre Autos unter der Marke Rex-Sim-
Elbtalwerk Elektrizitäts-AG Nr. 213 Schätzpreis: 250,00 EUR plex verkauften). 1927 umbenannt in Elite-Dia-
Startpreis: 80,00 EUR mantwerke AG. Auf den in Berlin, Leipzig, Dresden
Aktie 1.000 RM, Nr. 79 und Chemnitz börsennotierten Konkurrenten wur-
Heidenau, Mai 1936 EF/VF Elektrowerke AG den nun OPEL aufmerksam und Fritz Opel kaufte
Auflage 100 (R 10). Gleiche dekorative graphische (Electric Power Corp.) 1928 die Aktienmehrheit auf. Anschließend über-
Gestaltung wie das Los davor, nur andersfarbig 6,5 % Gold Bond 500 $, Specimen nahm die ADAM OPEL AG die Automobilwerke in
gedruckt. Nicht entwertet! 1.3.1925 VF Brand-Erbisdorf (Elite) und Ronneburg (Rex-Sim-
Nullgeziffertes Specimen (R 10) Gründung 1892 plex), die Elite-Diamantwerke konzentrierten sich
als „Braunkohlenwerk Golpa-Jeßnitz AG, Halle“, auf den Motorradbau (ab 1932 wurden die
zunächst eine Tochter der AEG. 1915 errichtete Motorräder unter der Marke EO Elite-Opel ver-
die Gesellschaft für den Reichsfiskus das Groß- kauft) und den Fahrradbau (in dem schon 1926 ein
kraftwerk Zschornewitz, das die neu gegründeten Fahrrad komplett aus Leichtmetall entwickelt
Reichsstickstoffwerke Piesteritz mit elektrischer wurde). Zwischendurch hatte die Firma 1929/30
Energie versorgte. 1917 übernahm das Reich das ein Vergleichsverfahren durchlaufen, nach dessen
gesamte Grundkapital der Elektrowerke, die Abschluß Opel seine Beteiligung wieder abstieß,
danach noch einen weiteren Stützpunkt in der Nie- die wohl nur die Beseitigung eines Konkurrenten
derlausitzer Kraftwerksgruppe erhielten. 1950 im Automobilbau bezweckt hatte. 1952 als “VEB
Berliner Wertpapierbereinigung und Umfirmie- Fahrradwerke Elite Diamant” verstaatlicht. Alle
rung in Elektrowerke AG, Berlin (West). Ab 1954 DDR-Radrennfahrer fuhren auf Diamant-Rädern, so
Ablösung der Teilschuldverschreibungen. Ab 1968 auch die Gewinner der Straßen-Weltmeisterschaf-
GmbH. Blau/schwarzer Stahlstich, Vignette mit ten 1959 (Täve Schur) und 1960 (Bernhard Eck-
stein). 1992 als DIAMANT Fahrradwerke AG repri-

Nr. 212
denkendem Konstrukteur. Mit anh. Kupons. Nur 4
Stücke sind bekannt! vatisiert, seit 2003 zur amerikanischen Trek Bicy-
cle Corp. gehörend. Lochentwertet.

Nr. 212 Schätzpreis: 200,00 EUR


Startpreis: 65,00 EUR
Elektrizitäts-AG
vorm. W. Lahmeyer & Co.
Aktie Lit. B 100 RM, Nr. 2597
Frankfurt a.M., März 1930 VF+
Auflage 10.000 (R 8). Gründung 1890 durch Frank-
furter Privatbanken und den Ingenieur Wilhelm
Lahmeyer als „W. Lahmeyer & Co. Commandit-
Gesellschaft“. 1893 Fusion mit der „AG für Bau
und Betrieb elektrischer Anlagen“. Herstellung
von Starkstrom-Maschinen und -Anlagen, Betrieb
von Elektrizitätsversorgungseinrichtungen. Seit
1905 reine Ingenieurgesellschaft und Beteiligungs-
Holding: Die Frankfurter Fabrik wurde an die nun-
mehrige “Felten & Guilleaume-Lahmeyerwerke
AG” verkauft. Nach der Jahrhundertwende gab es
eine Übernahmeschlacht zwischen der AEG und
dem RWE, die die Essener für sich entschieden:
Seit 1910 als Zwischenholding für Beteiligungen
an Energieversorgungs-Unternehmen ein Teil des
RWE-Konzerns. Nicht entwertet!

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Nr. 214
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Auktionshaus Gutowski • 49. Auktion Historischer Wertpapiere am 30. Januar 2012

Bekleidungs- und Handschuhleder. Zweignieder-


lasseung: Handschuhfabrik Würzburg-Heidings-
feld. Großaktionär war Ludwig Cornelius Frhr.
Heyl zu Hernsheim. 1971 nach Übernahme durch
die Heyl’schen Lederwerke in Worms Umbenen-
nung in Heyl & Waeldin AG. 1974 wurde die AG auf-
gelöst. Doppelblatt, lochentwertet (“Sternchen”-
Entwertung).

Nr. 221
Nr. 221 Schätzpreis: 600,00 EUR
Startpreis: 300,00 EUR
Energie AG Leipzig
Sammel-Namensaktie 140 x 1.000 RM,
Nr. 9353-9492
Markkleeberg, November 1943 EF
Nr. 215
(R 10) Gründung 1923 zur Betriebsführung einer
Reihe von Elektrizitäts-, Gas- und Wasserwerken
Nr. 215 Schätzpreis: 250,00 EUR aus kommunalem Besitz. Aktionäre waren der
Startpreis: 80,00 EUR Elektrizitätsverband Nordwestsachen (62,9 %),
die Thüringer Gas-Gesellschaft (28,3 %), die Gas-
Emil Marold AG werk Engelsdorf GmbH (2,3 %), die Landkraftwer-
Aktie 1.000 Mark, Nr. 63 ke Leipzig AG (1,4 %) sowie mit den restlichen 5,1

Nr. 218
Berlin, 14.2.1900 EF % diverse Städte und Gemeinden. In den Orten,
Gründeraktie, Auflage 400 (R 8). Fabrikation von die die ENAG mit der Betriebsführung ihrer Werke
Metallknöpfen, Gravieranstalt, Galvanisches Insti- betrauten und deren Kreis sich bis 1941 ständig
tut, Herstellung von Bijouterie-Waren. Doppel- erweiterte, übernahm die ENAG für Bevölkerung
blatt. und Wirtschaft auch die Rolle des örtlichen Ver-
sorgungsunternehmens. Beteiligungen bestanden
bei der Landesgasversorgung Sachsen AG, der
Ueberlandwerk Glauchau AG, der Gas- und Elek-
trizitätswerke Hainichen GmbH, der Ferngaswerk
Rochlitz GmbH, der Gasversorgung Obervogtland
GmbH, der Gaswerk Brand-Erbisdorf AG, der AG
für Licht- und Kraftversorgung in München (1929
an die ThüGa verkauft) und der Leipziger Außen-
bahn AG (1930 an den Eltverband Nordwestsach-
sen verkauft). Die Aktiengesellschaft wurde 1964
zur Abwicklung nach Köln verlagert, 1966 wurde
über das Westvermögen das Konkursverfahren

Nr. 219
eröffnet, 1973 als vermögenslose Gesellschaft von
Amts wegen gelöscht. Die Betriebsanlagen gingen
zu DDR-Zeiten im Energiekombinat des Bezirks

Nr. 216
Nr. 219 Schätzpreis: 150,00 EUR Leipzig auf, nach der Wende entstand in Mark-
Startpreis: 75,00 EUR kleeberg die Westsächsische Energie-AG (Wesag),
deren Anteile die Treuhandanstalt zu 51 % dem
Emil Waeldin Lederfabrik AG RWE verkaufte. Interessante Ausführung in foto-
Nr. 216 Schätzpreis: 400,00 EUR
Startpreis: 150,00 EUR
Aktie 1.000 RM, Nr. 616 mechanischer Vervielfältigung eines Aktiensicher-
Lahr i.Baden, März 1938 EF heitsdrucks mit kalligraphischer Ergänzung der
Emil Pinkau & Co. AG Auflage 375 (R 9). Bei Gründung 1927 wurden die variablen Daten sowie Originalunterschriften von
Aktie 1.000 Mark, Nr. 1088 Anlagen der KG Emil Waeldin & Co. übernommen. AR-Vorsitzendem und Vorstand. Ausgestellt auf
Leipzig, 17.5.1919 EF Herstellung von Oberleder, Bekleidungs- und den Oberbürgermeister der Stadt Glauchau. Loch-
Auflage 250 (R 7). Gründung 1873, AG seit 1903. Handschuhleder. Zweigniederlasseung: Hand- entwertet. Nur 3 Stücke sind bekannt!
Mit ca. 400 Arbeitern wurden in der Fabrik in der schuhfabrik Würzburg-Heidingsfeld. Großaktionär
Wittenbergerstr. 15 graphische Erzeugnisse, pho- war Ludwig Cornelius Frhr. Heyl zu Hernsheim.
tographische Papiere und Filme hergestellt. 1971 nach Übernahme durch die Heyl’schen
Bekannt vor allem als Verlag für Kinderbücher Lederwerke in Worms Umbenennung in Heyl &
und Hersteller von Postkarten. Börsennotiz Leip- Waeldin AG. 1974 wurde die AG aufgelöst. Loch-
zig. Nach dem Krieg nicht verlagert. Mit Fabrikan- entwertet
sicht und Abbildung einer alten Kamera. Nicht
entwertet! Nr. 220 Schätzpreis: 250,00 EUR
Startpreis: 45,00 EUR
Nr. 217 Schätzpreis: 175,00 EUR Emissions- und Kredit-AG
Startpreis: 80,00 EUR Aktie 5.000 Mark, Nr. 13343
Emil Pinkau & Co. AG Frankfurt a.M., 5.9.1923 EF/VF
Aktie 1.000 Mark, Nr. 886 Gründeraktie, Auflage 150.000 (R 9). Gegründet im
Leipzig, 17.5.1919 EF Juli 1923, eingetragen im September Betrieb von
Auflage 250. Gleiches Stück wie das Los davor, Bankgeschäften aller Art, Übernahme von Aktien-
allerdings lochentwertet. und Obligationsemissionen sowie insbesondere
Unterstützung von Kleinindustrie und Kleinhandel
Nr. 218 Schätzpreis: 250,00 EUR durch Kreditgewährung. Bereits 1926 erloschen.
Mit komplett anhängendem Kuponbogen.
Startpreis: 65,00 EUR
Emil Waeldin Lederfabrik AG
Aktie Reihe A 1.000 RM, Nr. 248 Historische Wertpapiere
Lahr (Baden), 1.8.1927 VF+ Geschichte zum Anfassen,

Nr. 222
Gründeraktie, Auflage 250 (R 9). Bei Gründung Liebhaberstücke, Sammel-
1927 wurden die Anlagen der KG Emil Waeldin & & Kunstobjekte, Kapitalanlage
Co. übernommen. Herstellung von Oberleder,

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Auktionshaus Gutowski • 49. Auktion Historischer Wertpapiere am 30. Januar 2012

Nr. 222 Schätzpreis: 300,00 EUR 1898er Kapitalerhöhung wurden als 200-RM-Akti- der Guyzeller-Bank in Zürich sowie einer durch-
Startpreis: 90,00 EUR en neu gedruckt. Sehr dekorativ, große Ansicht greifenden Sanierung als behoben galten. Die Akti-
der Brauerei mit Stadt Kulmbach und Plassenburg en, die die Familie Becker hielten, sind in andere
Erdöl-Bohrunternehmen Nienhagen- im Hintergrund. Lochentwertet. Hände übergegangen. Lochentwertet.
Westercelle August Wiest & Co. KG
Anteilschein über 1 Anteil, Nr. 1015
Hannover, 27.8.1934 EF+
Auflage 2.100 (R 9). Als Nachfolgerin der Erdöl
Bohrgesellschaft Westercelle (Gewerkschaft Adel-
heid) mit einem Kapital von 210.000 RM gegrün-
det. Die Gesellschaft besaß 80 Morgen Mutungs-
rechte im Nienhagener Revier. Persönlich haften-
der Gesellschaft A. Wiest (Einlage von 49.200 RM).
Das Stück wurde auch original von A. Wiest unter-
schrieben.

Nr. 226

Nr. 224

Nr. 223

Nr. 223 Schätzpreis: 175,00 EUR

Nr. 227
Startpreis: 85,00 EUR
Erste Kulmbacher
Actien-Exportbier-Brauerei
Aktie 1.000 Mark, Nr. 5431 Nr. 227 Schätzpreis: 600,00 EUR
Startpreis: 350,00 EUR
Dresden und Kulmbach, 9.2.1920 EF/VF
Auflage 1.500. Gründung 1872 mit Sitz in Dresden Eugen Hoffmann & Co.
zur Übernahme der Exportbierbrauerei von Mich- Aussenhandels-AG
ael Taeffner in Kulmbach und der Eiskeller der Aktie 1.000 Mark, Nr. 4942
Frau Müller in Dresden. 1930 Sitzverlegung nach München, 12.12.1922 EF+
Kulmbach. 1973 Übernahme der Aktienmehrheit
Gründeraktie, Auflage 11.000 (R 10). Gründung
der Hofer Bierbrauerei AG Deininger Kronenbräu,

Nr. 225
1922 zur Fortführung des unter gleichem Namen
1980 Erwerb der Bad Windsheimer Heil- und Mine-
bis dahin von einer GmbH betriebenen Im- und
ralquellen GmbH, schließlich Erwerb der Aktien-
Exportgeschäfts. Vor allem wurde über die “Roge-
mehrheit der Brauhaus Amberg AG (1984) und der
Nr. 225 Schätzpreis: 500,00 EUR sa” AG in Bukarest der rumänische Markt mit
Tucher Bräu AG Nürnberg (1986). 1990 Abschluß
Startpreis: 200,00 EUR deutschen Industrie-Erzeugnissen beliefert, im
eines Unternehmensvertrages mit dem Mehrheit-
Gegenzug wurden aus Rumänien Landesprodukte
saktionär Gebr. März AG, Rosenheim. 1990/91 Erz- und Eisenstein-Bergwerk importiert. Auch im Ungarn-Handel war die Ges.
Übernahme der Diamant Brauerei Magdeburg
(gleich wieder an die Bavaria-St. Pauli-Brauerei
Lohmannsfeld stark engagiert. Ab 1926 in Liquidation. Äußerst
Kuxschein über 1 Kux, Nr. 98 dekorativer pastellfarbiger Druck, zwei Vignetten
abgegeben) und der Meisterbräu GmbH in Halle
mit Frachtdampfer und Güterzug.
a.S. 1996 in Konkurs gegangen, nachdem der Altenseelbach, 4.2.1911 VF+
Großaktionär März ebenfalls schwach geworden Auflage 100 (R 9). Nicht sehr großes, aber ergiebi-
war. Den Geschäftsbetrieb der EKU übernahm ges Eisenerzbergwerk im Kreis Siegen. 1918 über- Nr. 228 Schätzpreis: 150,00 EUR
1997 der Lokalrivale Reichelbräu AG (Schörghu- nahm die Deutsch-Luxemburgische Bergwerks- Startpreis: 75,00 EUR
ber-Gruppe) und firmierte dabei in Kulmbacher und Hütten-AG die Kuxenmehrheit. Jugendstilum- Euling & Mack Gips-
Brauereien AG um. Großes Hochformat, sehr randung, Originalunterschrift. Text handchriftlich und Gipsdielenfabriken AG
dekorativ, große Ansicht der Brauerei mit Stadt ergänzt. Abheftlochung am linken Rand.
Kulmbach und Plassenburg im Hintergrund. Dop- Aktie 1.000 Mark, Nr. 9610
pelblatt, lochentwertet. Ellrich am Harz, 1.1.1923 EF
Nr. 226 Schätzpreis: 200,00 EUR
Startpreis: 100,00 EUR Auflage 9.000 (R 8). Bei der Gründung 1905 wur-
Nr. 224 Schätzpreis: 150,00 EUR den die „Vereinigte Gipswerke Ellrich GmbH“ und
Startpreis: 75,00 EUR Eschweiler-Ratinger Metallwerke AG die „Mack’s Gips- und Gipsdielenfabrik GmbH“ in
Aktie 1.000 Mark, Nr. 36007 Ludwigsburg übernommen. Nach Aufkauf weite-
Erste Kulmbacher rer Wettbewerber beherrschte die Firma schließ-
Actien-Exportbier-Brauerei Ratingen, Dezember 1923 EF
lich 80 % der Gipsindustrie in Nord- und Mittel-
Auflage 50.000 (R 7). Gründung 1900. Die Gesell-
Aktie 200 RM, Nr. 883 schaft ging hervor aus der Maschinenfabrik Eng-
deutschland. Die Firma existiert noch heute und
Dresden und Kulmbach, 20.12.1924 EF+ firmiert unter der Heidelberger Zementfabrik.
lerth & Cünzer und erwarb 1906 die oHG Ratinger
Lochentwertet.
Auflage 270. Bei der 1924er Kapitalumstellung 5:1 Eisengiesserei u. Maschinenfabrik Koch & Wellen-
auf RM blieben die in den 20er Jahren ausgegebe- stein. Durch Schwierigkeiten der Stahlwerke
nen Aktien (umgestempelt) in Umlauf, anstelle der Becker AG, mit der die Gesellschaft in enger Füh- Einlieferungen für die
1.230 Gründeraktien à 1.000 M wurden 4.100 Akti- lung stand, kam auch sie 1924 in finanzielle nächsten Auktionen
en zu 60 RM ausgegeben, die 270 Aktien der Bedrängnisse, die aber durch Kreditgewährung werden ständig angenommen

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Auktionshaus Gutowski • 49. Auktion Historischer Wertpapiere am 30. Januar 2012

Nr. 230 Schätzpreis: 300,00 EUR


Startpreis: 100,00 EUR
Export-Bierbrauerei August Peter AG
Aktie 1.000 Mark, Nr. 126
Königsee i.Th., 30.12.1899 VF+
Gründeraktie, Auflage 650 (R 8). Bei der Gründung
wurde die Peterbrauerei übernommen, außerdem
1907 die Brauerei Otto Kühn. Letzter Großak-
tionär war die Leipziger Riebeck-Brauerei. Nach
1946 VEB Königsee (Marke: Peter Edel-Bock).
1989/90 reprivatisiert, doch die Marktwirtschaft
erwies sich als zu große Herausforderung: 1992
wurde die Privatbrauerei Königsee geschlossen.

Nr. 233
Großformatiger und dekorativer Brauereiwert aus
Thüringen. Die Ecken etwas fingerfleckig. Nicht
entwertet! Nr. 233 Schätzpreis: 175,00 EUR
Startpreis: 85,00 EUR
Fahrzeugfabrik Düsseldorf AG
Aktie 1.000 Mark, Nr. 15636
Düsseldorf, 25.11.1922 EF
Auflage 13.000 (R 9). Gründung 1918. Hergestellt
wurden Fahrräder und Motorräder, ab 1921 (bis
1925) auch Automobile (Fadag). Neben 4-Zylinder-
Modellen gab es auch ein 50-PS-6-Zylinder-Modell,
mit 2650-ccm-Motor von Siemens & Halske. Ein

Nr. 229
Teil dieser Kapitalerhöhung wurde an eine auslän-
dische Firma gegeben zwecks Ausbau des Expor-
tes. Großes Format mit dekorativer Umrahmung.

Nr. 231
Nr. 229 Schätzpreis: 500,00 EUR
Startpreis: 250,00 EUR
Evangelisches Vereinshaus
Nr. 231 Schätzpreis: 250,00 EUR
Namens-Actie 300 Mark, Nr. 2
Startpreis: 100,00 EUR
Bielefeld, 23.6.1875 VF-
Auflage 171 (R 10). Gegründet 1875 zum Bau und
F. W. Strobel AG
Betrieb des Evangelischen Vereinshauses im Aktie 100 RM, Nr. 1020
Stadtzentrum von Bielefeld auf dem 2.044 qm Grießbach, OT Wilischthal, 1.1.1929 EF
großen Grundstück Bahnhofstr. 39. Noch vor der Auflage 2.000, kompletter Aktienneudruck nach
Jahrhundertwende wandelte sich das Unterneh- Neustückelung des AK, nach Kapitalherabsetzung
men zu einer rein weltlichen Gast- und Schank- 1934 Auflage noch 1950 mit Nennwert 20 RM, R
wirtschaft mit Hotelbetrieb (Hotel Vereinshaus), 10). Ausgesprochen traditionsreiche, bereits 1848
der Firmenzusatz “Evangelisch” fiel deshalb bald gegründete Firma mit einer Papierfabrik in Gries-
nach der Gründung fort. In dem Gebäudekomplex

Nr. 234
sbach und Holzschleifereien in Wolkenstein, Wie-
war außerdem das große, 1935 noch auf 1.100 Sitz- senthal und Scharfenstein. Hergestellt wurden
plätze erweiterte “Universum”-Lichtspieltheater. Druck-, Streich- und Tapetenpapiere sowie Einla-
1937 Eröffnung des 220 Personen fassenden Spezi- gekartons. 1907 Umwandlung in eine AG mit Sitz
alausschanks “Tucher-Stuben”, wofür die Nürn- Nr. 234 Schätzpreis: 200,00 EUR
(bis 1923) in Chemnitz. Anfang 1935 kam der Startpreis: 100,00 EUR
berger Tucherbrauerei ein Darlehn gab. 1939 Betrieb zum Erliegen, im März 1935 gerichtl. Ver-
erwarb der Kaufmann Emil Schulte aus Bielefeld gleichsverfahren zur Abwendung des Konkurses, Falk-Reklame AG
fast alle Aktien. 1951 in eine GmbH umgewandelt. ab Oktober 1935 in Liquidation. Nicht entwertet Aktie 10.000 Mark, Nr. 266
Heute befindet sich auf dem Grundstück neben und mit komplettem Kuponbogen.
der Modefirma MM-fashion ein dm-drogeriemarkt
Berlin, Oktober 1923 EF/VF
und eine Kaufhalle. Mit maschinenschriftlichem Auflage 300 (R 8). Gründung Januar/Februar 1923.
Vollzahlungs-Vermerk von 1905, kein RM-Umstel- Verlag und Vermittlung von Verkehrsreklame, Wer-
lungsstempel, 1933 auf 210 RM herabgesetzt. beberatung, Fahrscheinreklame, Reklamegraphik,
Lochentwertet. Von dieser Variante existieren nur Anzeigengeschäft usw. Die Gesellschaft war
5 Stücke! berechtigt, in die von Erich Falk in Berlin abge-
schlossenen Reklameverträge einzutreten. Loch-
entwertet.

Nr. 232 Nr. 235


Nr. 232 Schätzpreis: 250,00 EUR Nr. 235 Schätzpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 75,00 EUR Startpreis: 75,00 EUR
Fabrik für landwirtschaftliche Faradit Rohr- und Walzwerk AG
Maschinen AG Aktie 100 RM, Nr. 1248
Aktie 500 Franz. Franken, Nr. 25 Chemnitz, 14.2.1934 EF/VF
Homburg (Saar), 5.2.1924 VF+ Auflage 2.420 (R 9). Gründung 1912 als Faradit-Iso-

Nr. 230
(R 10) Die Gesellschaft befand sich 1931 in Liqui- lierrohrwerk Max Haas AG, Chemnitz-Reichen-
dation und ist 1936 erloschen. Mit Kupons. hain. Herstellung von Röhren, elektrotechnischen

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Auktionshaus Gutowski • 49. Auktion Historischer Wertpapiere am 30. Januar 2012

Installationsmaterialien, Walzwerkerzeugnissen, Fischer-Unternehmen fabrizierten Federhalter, zum Opfer. 1954 Bau des Flugplatzes Gera-Leum-
ferner Maschinenbau. 1934 unter Führung eines Drehstifte und Geschenkbücher. 1922 Anschluß nitz, der ausschließlich als Segelflugplatz genutzt
neuen Großaktionärs (Tüllfabrik Flöha AG) in die der Lederwarenfabrik Franz Hartung GmbH in wurde. 1991 Gründung der FGG - Flugbetriebsge-
Auffanggesellschaft „Faradit-Rohr- und Walzwerk Offenbach sowie Angliederung einer Federhalter- sellschaft Gera mbH, 1999 eingegliedert in die Hol-
AG“ überführt. 1951 verlagert nach Haltern in und Drehstiftfabrik bei der Hans Fischer GmbH, ding der Stadtwerke Gera AG. Sehr interessanter
Westfalen, 1959 nach München, 1959 auf die Laup- Werk Nürnberg. Schließlich 1922/23 Übernahme deutscher Luftfahrt-Wert. Große fotografische
heimer Werkzeugfabrik GmbH, Laupheim, überge- der Füllfederhalterfabrik Jean Walterscheid & Co. Abb. des Flughafens. Lochentwertet.
gangen, 1991 Firma geschlossen. Übrig blieb der GmbH in Bonn und Einrichtung einer Filiale auch
eigenständige Betriebsteil Famos GmbH & Co. KG, in Frankfurt a.M. Börsennotiz: Freiverkehr Chem-
Blaustein (bei Ulm). Nur 5 unentwertete Stücke nitz. 1926/27 Zwangsvergleich und Änderung des
wurden 2001 gefunden. Geschäftszwecks, nunmehr Textilgroßhandel. Seit
1929 Tochtergesellschaft der Unitas Wirkwaren-
Nr. 236 Schätzpreis: 250,00 EUR Ges. mbH in Chemnitz. 1937 Umwandlung in die
Startpreis: 40,00 EUR KG Perl & Co. vorm. Fischer-Werke. Lochentwer-
tet. Nur 3 Stücke sind bekannt (2 entwertete und
Farbenfabrik Tauberwerke AG 1 nicht entwertet).
Aktie 1.000 Mark, Nr. 15064
Weikersheim, März 1923 EF-
Auflage 12.700 (R 9). Gründung 1921. Herstellung
und Vertrieb von Farben jeder Art. 1925 Konkurs.
Mit beiliegenden Kupons.

Nr. 240

Nr. 238

Nr. 237

Nr. 241
Nr. 237 Schätzpreis: 350,00 EUR
Startpreis: 175,00 EUR
Finanzierungsgesellschaft Nr. 241 Schätzpreis: 200,00 EUR
für Industrielieferungen AG Startpreis: 100,00 EUR
Zwischenschein über 100 Aktien zu 1.000 Ford Motor Company AG

Nr. 239
RM, Nr. 201-300 Aktie 100 RM, Nr. 71438
Berlin, 6.11.1928 VF+ Köln, November 1934 VF
(R 11) Ausgestellt auf die Direction der Disconto- Auflage 75.000 (R 6). Gründung 1925, übernom-
Gesellschaft, Berlin. Gegründet wurde die Nr. 239 Schätzpreis: 500,00 EUR men wurden alle Ford-Patente für Deutschland,
“Maschinenbank” 1928 durch die Deutsche Bank, Startpreis: 300,00 EUR Österreich, die Tschechoslowakei und Ungarn.
die Direction der Disconto-Gesellschaft, die
Dresdner Bank, die Commerz- und Privat-Bank,
Fischer-Werke AG Anfang 1926 Produktionsbeginn in gepachteten
Fabrikgebäuden in der Berliner Westhafenstr. 1.
die Kreditanstalt für Verkehrsmittel sowie die Aktie 20 RM, Nr. 488 Henry Ford persönlich legte 1930 den Grundstein
Schwesterfirma Finanzierungsgesellschaft für Chemnitz, 28.2.1925 VF für das neue Werk in Köln, wohin 1931 auch der
Landmaschinen AG (mit der Personalunion Auflage 4000 (R 12). Kleine Randverletzungen, Firmensitz verlegt wurde. Aktionär ist heute die
bestand). Zweck: Gewährung und Finanzierung Knickfalte am oberen Rand eingerissen und hin- Ford Deutschland Holding GmbH, die 2005 die
von Krediten zur Anschaffung von Maschinen und terklebt (alt). Lochentwertet. Unikat! letzten Kleinaktionäre per Squeeze-Out heraus-
Produktionsmitteln aller Art. 1955 zum Aktivge- drängte. Ford ist heute nach Toyota und VW der
schäft wieder zugelassen, 1956 Sitzverlegung nach Nr. 240 Schätzpreis: 400,00 EUR weltweit drittgrößte Automobilhersteller. Unent-
Frankfurt/Main, wo die Geschäfte weiterhin in Per- Startpreis: 150,00 EUR wertet, mit kpl. Kuponbogen. In dieser Form (mit
sonalunion mit der Landmaschinen-Finanzierung Kupons) bislang völlig unbekannt gewesen!
AG “FIGELAG” geführt wurden. Maschinenschrift- Flugplatz-Verkehr AG
lich vervielfältigt, Originalunterschriften. Vorder- Aktie 1.000 RM, Nr. 641 Nr. 242 Schätzpreis: 150,00 EUR
seitig Dividendenstempel 1933-1940. Lochentwer- Gera, 1.6.1928 EF/VF
tet. Nur 2 Stücke sind bekannt.
Startpreis: 50,00 EUR
Datum überstempelt mit 10.4.1929 Fr. Hensel & Haenert AG
Nr. 238 Schätzpreis: 500,00 EUR Auflage 100 (R 7). Gründung 1926. 1938 Umfirmie- Aktie 1.000 Mark, Nr. 47
rung in „Flughafen Gera AG“. Die von örtlichen
Startpreis: 250,00 EUR Halle a. S., 12.10.1911 EF
Unternehmern und Politikern gegründete Gesell-
Fischer-Werke AG schaft bezweckte die Eingliederung Ostthüringens Gründeraktie, Auflage 1250 (R 7). Seit 1820
Aktie 1.000 Mark, Nr. 9746 in den deutschen und internationalen Flugver- (zunächst als Seilerei) bestehendes Traditionsun-
kehr. 1934 wurde der alte, auf der Aktie abgebilde- ternehmen, AG seit 1911. Betrieb einer Kaffee-
Chemnitz, 25.9.1921 VF großrösterei und einer Kolonialwaren-Großhand-
te Flugplatz, von der neugebauten Reichsauto-
Gründeraktie, Auflage 12000 (R 11). Gegründet lung in der Kl. Brauhausstraße 24-25. Die AG
bahn durchschnitten und durfte nicht mehr ange-
1921 zwecks Übernahme von Beteiligungen bei bestand bis lange in die DDR hinein und fiel erst
flogen werden. Die Flugzeughalle wurde deshalb
den Firmen Martin & Fischer sowie Oskar Fischer einer der letzten Verstaatlichungswellen zum
verkauft, die Empfangshalle vermietet. Die Schaf-
in Chemnitz und Hans Fischer in Dresden. Die Opfer. Nicht entwertet!
fung einer neuen Anlage fiel den Kriegsereignissen

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Auktionshaus Gutowski • 49. Auktion Historischer Wertpapiere am 30. Januar 2012

gehört zum Allianz-Konzern. 1940 wurde die Ham- Nr. 248 Schätzpreis: 200,00 EUR
monia Allg. Versicherungs-AG und die Providentia Startpreis: 100,00 EUR
Allg. Versicherungs-AG durch Aufnahme mit der
Gesellschaft verschmolzen. Mit Restkupons.
Freiburger Wolf-Leckerle-
und Keksfabrik AG
Aktie Lit. C 5.000 Mark, Nr. 7016
Freiburg i. Brsg., 19.3.1923 EF
Auflage 8.000 (R 9). Gründung 1922. Herstellung
von Lebkuchen, Keksen und Zuckerwaren.
Bekannt war die Firma für ihre runden Blechdosen
für Kekse und Lebkuchen mit dem Motiv von Rot-
käppchen und dem bösen Wolf, das sich auch im
Unterdruck der Aktie wiederfindet. Mit komplett

Nr. 243
anhängendem Kuponbogen.

Nr. 243 Schätzpreis: 150,00 EUR


Startpreis: 60,00 EUR
Nr. 246
Francke Werke AG
Aktie 1.000 RM, Nr. 3844
Bremen, August 1942 EF/VF Nr. 246 Schätzpreis: 150,00 EUR
Auflage 1.000 (R 8). Gründung 1872 durch Carl Startpreis: 75,00 EUR
Francke, 1875 Verlegung des Werkes in die Bach- Freiberger Düngerabfuhr-
straße. 1908 erneut Bau eines größeren Werkes Gesellschaft AG
am Seefelde. Hergestellt wurden Maschinen, Aktie 100 RM, Nr. 49
Apparate, Gasbehälter, Großtankanlagen, Trans-
portanlagen, Hebezeuge, Einrichtungen für Gas- Freiberg i.Sa., Mai 1928 EF
werke, chemische Fabriken und die Mineralöl- und Auflage 750 (R 7). Gründung 1891. Die Geschäfts
Fettindustrie, außerdem Projektierung von Gas- dieser Gesellschaft waren etwas anrüchig: Gru-
und Wasserwerken, Kanalisations- und Kläranla- benräumung für die Plumpsklos von Freiberg
gen sowie Instandsetzung von Lokomotivkesseln. (genau zwischen Chemnitz und Leipzig); ab 1921
Umgewandelt 1921 in eine KGaA, 1925 in eine AG. auch Speditionsbetrieb und Kohlenhandel. Offen-
Notiert im Freiverkehr Hamburg. In der Spitze bar wurde die AG in der DDR nicht enteignet, son-
beschäftigten die Francke-Werke fast 2.000 Leute. dern normal abgewickelt sogar mit Auszahlung
1955 Konkurs. Nicht entwertet! eines Liquidationserlöses an die Aktionäre. Zeit-

Nr. 249
geschichtlich hochinteressanter Stempel:
“Bezahlt 28.10.57 - Kollegium der Rechtsanwälte
im Bez. Karl-Marx-Stadt - Rechtsanwalt W. Keßler”.
Mittig einschnittentwertet. Abheftlochung am
oberen Rand.
Nr. 249 Schätzpreis: 175,00 EUR
Startpreis: 80,00 EUR
Nr. 247 Schätzpreis: 175,00 EUR Freie Hansestadt Bremen
Startpreis: 85,00 EUR 3 % Schuldv. 500 Mark, Nr. 2648
Freiberger Papierfabrik 1.5.1896 VF+
Aktie 1.000 Mark, Nr. 9124 (R 9) In Berlin, Frankfurt, Hamburg und Bremen
börsennotierte Anleihe. Dekorativ mit Löwen-
Weissenborn, 1.1.1922 EF Wappen und feiner Umrandung. Mit Restkupons.
Auflage 5.500 (R 8). Gründung 1871. Herstellung
und Vetrieb von Papier, Zellstoff, Strohstoff und
Sulfitspiritus. 1942 Organvertrag mit dem Großak-
tionär Aschaffenburger Zellstoffwerke AG, Berlin.

Nr. 244 (Ausschnitt)


1947 enteignet und als volkseigener Zweigbetrieb
der Industrie-Verwaltung Zellstoff und Papier wei-
tergeführt. Schöne Jugendstilumrandung. Mit

Nr. 250
Nr. 244 Schätzpreis: 150,00 EUR Restkupons. Lochentwertet.
Startpreis: 60,00 EUR
Frankfurter Hypothekenbank
4 % Pfandbrief 1.000 Mark, Nr. 173332
Frankfurt a.M., Januar 1906 VF
(R 10) Gründung 1862 durch Frankfurter Bank-
häuser als älteste reine Hypothekenbank in
Deutschland. Zuletzt als Eurohypo AG Europäi-
sche Hypothekenbank der Deutschen Bank in
Frankfurt börsennotiert. 2002 mit der Rheinische
Hypothekenbank AG (Commerzbank-Tochter)
und der Deutsche Hypothekenbank Frankfurt-
Hamburg AG (Dresdner Bank) zur - neuen - Euro-
hypo AG mit Sitz in Frankfurt/Main verschmolzen,
die wiederum 2005 von der Commerbank über-
nommen wurde. Dekorativ mit Frankfurter Wap-
pen. Faksimile-Unterschriften Carl von Metzler
und Ad. von Grunelius für den AR. Doppelblatt,
Knickfalten.

Nr. 245 Schätzpreis: 150,00 EUR


Startpreis: 75,00 EUR
Frankfurter Versicherungs-AG
Namensaktie 100 RM, Nr. 10473
Frankfurt a.M., August 1940 EF
Auflage 5000 (R 9). Gegründet 1865 unter der
Firma Frankfurter Glas-Versicherungs-Ges., 1886
geändert in Frankfurter Transport-, Unfall- und

Nr. 248 Nr. 251


Glas-Versicherungs-AG. 1929 gegründet als Neue
Frankfurter Allgemeine Versicherung. Die Ges.

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Auktionshaus Gutowski • 49. Auktion Historischer Wertpapiere am 30. Januar 2012

Nr. 250 Schätzpreis: 150,00 EUR Eisenbahn. Wie für einige andere Anleihen mittel- Telefonbau & Normalzeit, von der Merk am Ende
Startpreis: 90,00 EUR deutscher Emittenten auch muß für diese Anleihe auch “geschluckt” wurde. Zwei Knickfalten, sonst
nach dem Londoner Schuldenabkommen von tadellos. Mit kpl. Kuponbogen.
Freie und Hansestadt Hamburg 1953 nach der Wiedervereinigung Deutschlands
3,5 % Schuldv. 2.000 Mark, Nr. 6844 noch eine Rückzahlungsregelung gefunden wer-
Januar 1893 EF/VF den. Mit anhängenden restlichen Kupons ab 1945.
(R 9) Format größer als DIN A4, dekorativ gestal- Nicht entwertet!
tet. Mit Kupons.

Nr. 251 Schätzpreis: 150,00 EUR


Startpreis: 50,00 EUR
Freie und Hansestadt Hamburg
3,5 % Schuldv. 2.000 Mark, Nr. 3186
Februar 1899 VF
(R 8) Teil einer Hamburgischen Staatsanleihe von
1899 über 40 Mio. Mark. Mit Faksimile-Unter-
schriften Mönckeberg, Otto E. Westphal und Wap-
pen. Mit Restkupons.

Nr. 252 Schätzpreis: 150,00 EUR


Startpreis: 60,00 EUR
Freie und Hansestadt Hamburg
3,5 % Schuldv. 2.000 Mark, Nr. 4338
Mai 1904 VF+
(R 9) Kleine Wappen-Vignette.

Nr. 256
Nr . 253

Nr. 254
Nr. 256 Schätzpreis: 300,00 EUR
Startpreis: 125,00 EUR
Fürstlich Löwenstein-Wertheim-
Rosenbergische Domainen-Kanzley
3,5 % Schuldv. 300 Mark, Nr. 1201
Wertheim, 15.12.1903 EF/VF
Auflage 300 (R 11). Das Haus Löwenstein-Wert-
heim geht auf Graf Ludwig von Löwenstein (1463-
1524) zurück, der aus der Ehe zwischen dem pfäl-
zischen Kurfürsten Friedrich dem Siegreichen und
der Ausgburger Bürgertochter Klara Dett hervor-
ging. Vor der französischen Revolution besaß das
Fürstenhaus vor allem kleinteilige Gebiete am
Main, im Odenwald, in Böhmen, in der Pfalz, in der
Eifel, in den österreichischen Niederlanden und
im Elsass. Im Jahr 1803 wurde dem Geschlecht als
Ausgleich für ihre verlorenen linksrheinischen
Gebiete Entschädigungsland vornehmlich am
Untermain zugesprochen. Teil einer von der Direc-
tion der Disconto-Gesellschaft vermittelten Anlei-
he von 1 Mio. Mark, sichergestellt durch Abtre-
tung der Renten-Ansprüche, die dem Fürstlichen
Hause nach dem Reichs-Deputations-Haupt-
schlusse vom 25.2.1803 aufgrund der Ablösung
des vormals Würzburgischen Amtes Homburg am

Nr. 253
Main von der Kgl. Bayerischen Staatskasse
zustünden. Doppelblatt.

Nr. 253 Schätzpreis: 150,00 EUR Nr. 255 Nr. 257 Schätzpreis: 250,00 EUR
Startpreis: 60,00 EUR Startpreis: 30,00 EUR
Freie und Hansestadt Hamburg Nr. 255 Schätzpreis: 500,00 EUR G. Raiser Leder-
4,5 % Schuldv. 100.000 Mark, Nr. 456641 Startpreis: 125,00 EUR und Handschuhfabrik AG
Februar 1919 VF Friedrich Merk Telefonbau-AG Aktie Lit. C 1.000 Mark, Nr. 33275
(R 9) Dekorativ. Sehr selten angebotener hoher Aktie 1.000 Mark, Nr. 88840 Metzingen, 6.8.1923 EF/VF
Nominalwert. München, April 1923 VF+ Auflage 42.000 (R 9). Gründung 1923 als G. Raiser
Auflage 50.000 (R 10). Gründung 1922. Herstellung Süddeutsche Lederwarenfabrik AG. Name ab Sep-
Nr. 254 Schätzpreis: 120,00 EUR von Apparaten und Einrichtungen des elektri- tember 1923 G. Raiser, Leder- und Handschuhfa-
Startpreis: 65,00 EUR schen Fernmeldewesens, insbesondere der Tele- brik AG. 1924 Konkurs. Kleinformatig. Mit kom-
Freistaat Sachsen phonie. Ein sehr bedeutender Telefonanlagen-Her- plett anhängendem Kuponbogen.
(Free State of Saxony) steller, wenn auch heute kaum noch jemand den
Namen Merk kennt. AR-Vorsitzender war niemand Nr. 258 Schätzpreis: 120,00 EUR
6 % Bond 20 £, Nr. 1379 geringeres als der Reichskanzler a.D. Dr. Cuno. Startpreis: 60,00 EUR
1.7.1927 EF Anfang 1926 Abschluß eines Lieferungsvertrages
Auflage 2.000 (R 7). Sterling Loan. Teil einer in Eng- mit der Nationale Telefon- und Telegraphenwerke G. Sauerbrey Maschinenfabrik AG
land von der Hambros Bank aufgelegten Anleihe GmbH in Frankfurt/Main (später Telefonbau & Aktie 100 RM, Probedruck
von 750.000 £. Großformatiger orange/schwarzer Normalzeit Lehner & Co. - Telenorma -, zuletzt Staßfurt, September 1940 EF
Stahlstich von Bradbury, Wilkinson. Vignette BOSCH Telecom). Neben dem Münchner Werk in
(R 10) Gründung 1907 unter Übernahme der
einer weiblichen Allegorie mit Sichel und Getrei- der Warngauerstraße wurde 1961 ein Zweigwerk
schon lange bestehenden Sauerbrey’schen
degarbe, im Hintergrund Bergwerk, Fabriken und in Erding/Obb. in Betrieb genommen. Börsenno-
Maschinenfabrik, zugleich wurde die Dampfkes-
tiz: Freiverkehr München. Großaktionär war die

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Auktionshaus Gutowski • 49. Auktion Historischer Wertpapiere am 30. Januar 2012

selfabrik und Apparatebauanstalt von A. Nr. 260 Schätzpreis: 200,00 EUR Nr. 262 Schätzpreis: 250,00 EUR
Großpietsch in Staßfurt übernommen. Herstel- Startpreis: 60,00 EUR Startpreis: 125,00 EUR
lung maschineller Einrichtungen für die chemi-
sche Großindustrie und den Kalibergbau. Bis 1934
Gablonzer Verkehrs-AG Gaswerk Elsterwerda AG
in Berlin börsennotiert. Ab 1945 zunächst Teil Aktie 100 RM, Nr. 3624 5 % Genußrechtsurkunde 50 RM, Nr. 66
einer sowjetischen AG, 1946 in Landeseigentum Gablonz, Februar 1942 EF Elsterwerda, Januar 1926 VF+
überführt, später der “VEB Chemieanlagenbau”. Auflage 4.079 (R 8). Neudruck wegen Kapitalum- (R 11) Gegründet 1909 in Bremen, seit 1916 Sitz
Nach der Wende reprivatisiert, heute Chemieanla- stellung von Kronen auf Reichsmark. Gründung Elsterwerda. Eröffnet wurde das Gaswerk in der
genbau Stassfurt AG. Rarität. 1899, Betrieb einer elektrischen Schmalspurbahn Frauenh. Straße im Mai 1910. Versorgungsverträ-
in Gablonz, Trolley-Bus-Linien, Kraftomnibusver- ge bestanden mit der Stadt Elsterwerda und den
kehr, Güternah- und Fernverkehr, Reisebüro, Spe- Gemeinden Biehla, Hohenleipisch und Dreska.
dition. 1926 gingen alle Aktien an die Stadtgemeinde
Elsterwerda über, auf die das Vermögen ansch-
ließend unter Ausschluß der Liquidation übertra-
gen wurde. Lochentwertet. Kleine Randverletzun-
gen fachgerecht restauriert. Nur 2 Stücke sind
bekannt.

Nr. 258

Nr. 261
Nr. 263
Nr. 261 Schätzpreis: 200,00 EUR
Startpreis: 90,00 EUR Nr. 263 Schätzpreis: 750,00 EUR
Startpreis: 200,00 EUR
Gaswerk Delme AG
4,5 % Teilschuldv. 500 Mark, Nr. 37
Gaswerk Neu-Petershain
Delme, 23.11.1910 VF+
und Neu-Welzow AG
Auflage 50 (R 7). Gründung 1910. Die Ges. trat in Aktie 1.000 Mark, Nr. 23
den Vertrag der “Aerogen AG für Licht- und Was- Bremen, Dezember 1906 VF+
ser in Hannover” mit der Gemeinde Delme Auflage 20 (R 9). Gründung 1905 als Gaswerk Hel-
(Lothringen, eigentlich Delm geschrieben) über lerthal durch die Bremer Firma Carl Francke & Co.
die Errichtung eines Aerogen-Gaswerks mit 1906 Neugründung als AG und Umbenennung wie
Straßenleitung ein. Nach dem für Deutschland oben aufgrund der Ausdehnung der Gaskonzessi-
verlorenen 1. Weltkrieg wurde die Ges. franzö- onsverträge auf die Gemeinden Neu-Petershain

Nr. 259
sisch. Mit Originalunterschriften. Doppelblatt, und Neu-Welzow, während die alten aufgehoben
inwendig Anleihebedingungen. Mit restlichen wurden. 1907 wurde die Gasanstalt in Betrieb
Kupons. gesetzt. Die Gaserzeugung erfolgte durch Verga-
Nr. 259 Schätzpreis: 300,00 EUR sung von Steinkohle, die bis 1945 aus dem Ruhr-
Startpreis: 75,00 EUR gebiet und danach aus Zwickau, später aus Polen
G. Weber & Co. AG und der ehemaligen UdSSR geliefert wurde. 1949
enteignet und dem VEB Energieversorgungsbe-
Aktie B 1.000 Mark, Nr. 3734 trieb Cottbus zugeordnet. 1961 wurde nach dem
Ludwigsburg, 1.11.1922 EF Bau von Ferngasleitungen aus der UdSSR die eige-
Auflage 12.500 (R 9). Gründung 1921 zur Fort- ne Gaserzeugung eingestellt, die Gasometer wur-
führung der Maschinenfabrik der G. Weber & Co. den 1968 verschrottet. Schon der minimalen Auf-
GmbH, die vor allem Maschinen für die Ölmüllerei lage wegen eine echte Rarität. Doppelblatt, mit
herstellte. 1924 in Konkurs gegangen, Firma 1927 Kupons. Knickfalten, leicht fleckig.
erloschen. Randbordüre mit Jugendstil-Elemen-
ten. Mit komplettem Kuponbogen. Nr. 264 Schätzpreis: 250,00 EUR
Startpreis: 80,00 EUR
Gebr. Körting AG
Aktie 1.000 Mark, Nr. 3767
Linden bei Hannover, 21.9.1903 VF+
Gründeraktie, Auflage 16.000 (R 8). Gründung 1903
unter Übernahme der seit 1871 bestehenden
Fabriken von Berthold und Ernst Körting. Bei der
Gründung übernahm ein Syndikat unter Führung
der Berliner Handels-Gesellschaft, an dem die AEG
mit über 25 % beteiligt war, nom. 4 Mio. Mark Akti-
en. Herstellung von Zentralheizungsanlagen, Gas-
maschinen, Strahlapparaten, Motoren von 5-1500
PS und Benzinpumpen. Zweigniederlassungen in

Nr. 260 Nr. 262


Köln und Hamburg, Tochtergesellschaften in
Argentinien und Mexico. Die elektrotechnische
Abteilung wurde als Gebr. Körting Elektricitäts-

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Auktionshaus Gutowski • 49. Auktion Historischer Wertpapiere am 30. Januar 2012

GmbH verselbständigt und vollständig von der te. Mit dem alteingeführten Markennamen hielt lin (1886), Pressburg/Bratislava (1896), London
AEG übernommen. 1918 Ankauf der Arbeiterkolo- sich dieser Stoffdrucker dann jahrzehntelang am (1903), Stamford/USA (1905, enteignet 1918) und
nie Körtingsdorf mit 43 Wohnhäusern. Als Spätfol- Markt und mußte erst 1997 Konkurs anmelden. Kronstadt/Brasov in Siebenbürgen (1922). Die
ge der Weltwirtschaftskrise kam die in Berlin bör- Als Handelsfirma für große Einzelhändler wie Otto Werke in Berlin und Wien werden 1945 bzw. 1957
sennotierte Körting Anfang der 30er Jahre von und namhafte Baumärkte wurde die Marke vom entschädigungslos enteignet. 1971 übernimmt der
zwei Seiten in die Bredouille: Außenstände in ehemaligen Verkaufsleiter, nunmehr in Iserlohn, Schokoladenfabrikant Dr. Hans Imhoff die Aktien-
Südamerika wurden wegen dortiger Inflation und weitergeführt, ging erst an einen ausländischen mehrheit und macht Stollwerck mit der Übernah-
Zahlungssperren uneinbringlich, zugleich brach Investor und 2002 an Rasch-Textil in Bramsche bei me von Waldbaur in Stuttgart und Sprengel in
der Markt für Zentralheizungs-Anlagen wegen der Osnabrück. Mitte 2007 kehrte Elbersdrucke mit Hannover zum Marktführer bei Schokolade und
völligen Flaute im Baugewerbe zusammen. Im einem Fabrikverkauf an den alten Standort in Keksen. 1991 Übernahme der Thüringer Schokola-
März 1932 Konkurs: “Der Konkursverwalter hat in Oberhagen, Dödterstr. 10 zurück, der im übrigen denwerk GmbH, der größten Schokoladenfabrik
dem Bestreben, einem halben Tausend Volksge- heute als “Elbersdrucke Industriehallen” u.a. mit der ehem. DDR, die für 200 Mio. DM modernisiert
nossen die Arbeitsstätte zu erhalten ... die Betrie- dem Cinestar eine bekannte Eventlocation ist. Mit wird. 1992/93 wird auch in Ungarn und Polen die
be nicht stillgelegt, sondern nach schärfsten kpl. Kuponbogen. Unentwertet. Marktführerschaft errungen, 1996 Neubau einer
Rationalisierungsmaßnahmen weitergeführt. Der großen Fabrik in Prokov bei Moskau. 1997 Über-
Ruf des Namens Körting und das Vertrauen der nahme der Traditionsmarke Sarotti vom Nestlé-
alten Kundschaft hat sich während dieser kon- Konzern. 2003 wird Stollwerck vom Schweizer
kursmäßigen Fortführung bewährt.” Im August Schokoladekonzern Barry Callebaut übernom-
1932 Gründung der Körting Heizungs-, Maschinen- men, 2005 squeeze out der freien Aktionäre und
und Apparate AG als Auffanggesellschaft. Umfir- Umwandlung in eine GmbH. Sehr hübsche Gestal-
miert 1955 in Körting AG, 1979 in Körting Hanno- tung mit drei Kronen im Morgensternschweif im
ver AG. Bis heute ein führender Anbieter von Unterdruck. Die nach der RM-Umstellung 1925
Strahlpumpen und Heiz- und Prozess-Wärmetech- ausgegebenen Aktien wurden bereits 1932 wieder
nik. Sehr schöne Jugendstil-Gestaltung. Nicht ent- durch neugedruckte Urkunden zu 100 und 1.000
wertet! RM ersetzt. Mit Kuponbogen.

Nr. 267
Nr. 267 Schätzpreis: 180,00 EUR
Startpreis: 75,00 EUR
Gebrüder Grossmann AG
Aktie 100 RM, Nr. 10124
Brombach, Amt Lörrach, 25.4.1927 EF
Auflage 7.500 (R 8). Gründung 1834, AG seit 1916.
Betrieb einer Weberei für alle Arten von Beklei-

Nr. 269
dungsstoffen und Bettwäsche. Börsennotiz Berlin.
1931 nach Verlust des Kapitals gelöscht. Nicht ent-
wertet und mit Kupons.

Nr. 264

Nr. 268
Nr. 265 Schätzpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 75,00 EUR
Gebr. Körting AG
Aktie 1.000 Mark, Nr. 31553 Nr. 268 Schätzpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 100,00 EUR
Hannover-Linden, April 1922 VF+
Auflage 10.000 (R 10). Großformatiges Papier, Gebrüder Schorn AG
dekorativ gestaltet. Mit restlichem Kuponbogen. Aktie 20 RM, Nr. 11271 (3537)
Nur zwei Stücke wurden 2003 in Holland gefunden. Jena, 15.2.1925 EF+
Auflage 11.600 (R 7). Gründung im Mai 1922 durch
Nr. 266 Schätzpreis: 150,00 EUR Umwandlung der 1725 gegründeten Wurstfabrik in
Startpreis: 75,00 EUR eine AG. Herstellung von Fleisch- und Wurstwa-
Gebrüder Elbers AG ren, Konserven sowie Halbfertigfabrikaten. 1936

Nr. 270
Umwandlung der AG in eine Einzelfirma durch
5 % Genußrechtsurkunde 100 RM, Nr. 326 Vermögens-Übertrag ohne Liquidation auf den Dir.
Hagen i. Westf., Januar 1927 EF/VF Karl Oberreich jun. Als AG 1937 erloschen. Loch-
(R 9) Uralter, bereits 1822 gegründeter Textilbe- entwertet.
trieb. 1895 in eine AG umgewandelt. Vollstufiger
Nr. 270 Schätzpreis: 300,00 EUR
Betrieb mit Spinnerei, Weberei, Bleicherei, Färbe- Startpreis: 120,00 EUR
Nr. 269 Schätzpreis: 350,00 EUR
rei und Stoffdruckerei. Fabrikation von Modegen- Startpreis: 175,00 EUR Gebrüder Sulzer AG
res und Möbelstoffen. Mehrheitsaktionär war 5 % Teilschuldv. 1.000 Mark, Nr. 6468
über die Holdinggesellschaft Deutsche Baumwoll Gebrüder Stollwerck AG
Aktie 12 x 50 RM, Blankette Ludwigshafen a.Rh., 1.7.1920 EF/VF
AG der Osnabrücker Hammersen-Textilkonzern.
Die Weltwirtschaftskrise 1930/31 brachte auch Auflage 10.000 (R 9). Teil einer Anleihe von 10 Mio.
Köln, März 1925 EF- M, die die Rheinische Creditbank in Mannheim
den Hammersen-Konzern in’s Taumeln. Am (R 10) 1839 eröffnet Franz Stollwerck in Köln eine
3.8.1931 stellte Elbers die Zahlungen ein, entließ (später Deutsche Bank) arrangierte. Gegründet
Fabrik für Hustenbonbons und macht damit ein 1914 zur rechtlichen Verselbständigung der seit
fast die gesamte Belegschaft und ging in einen Vermögen. Ab 1860 werden auch Schokolade, Mar-
Liquidationsvergleich. Die gesamten Werksanla- 1881 bestehenden Niederlassung der Gebrüder
zipan und Printen produziert. Nach seinem Tod Sulzer AG in Winterthur/Schweiz, die alleiniger
gen in Oberhagen, Dödterstr. 10 übernahm Ende 1876 führen fünf Söhne die Firma als “Gebrüder
1931 die Stadt Hagen, die sie an die neu gegründe- Aktionär blieb. Produziert wurden im Ludwigsha-
Stollwerck” weiter und wandeln sie 1902 in eine fener Werk in der Rheinstr. 1 vor allem Dampfma-
te Gesellschaft für Elbersdrucke GmbH verpachte- AG um. Zweigwerke entstehen in Wien (1873), Ber-

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Auktionshaus Gutowski • 49. Auktion Historischer Wertpapiere am 30. Januar 2012

schinen, Dieselmotoren, Pumpen, Ventilatoren war die GAGFAH Gem. AG für Angestellten-Heim-
und Rohrleitungen. Nach der Weltwirtschaftskrise stätten). Vielfache Überstempelungen. Mit Restku-
wurde 1935 eine schon länger geplante Sanierung pons.
durchgeführt, bei der die Schweizer Mutterfirma
zum Verlustausgleich auf 4,21 Mio. sfr. Forderun-
gen verzichtete. 1940 verkaufte Sulzer die Lud-
wigshafener Tochter an die Halbergerhütte GmbH,
Brebach/Saar. Aus diesem Anlaß Umfirmierung in
“Halberg Maschinenbau und Giesserei AG”. 1948
in eine GmbH umgewandelt. 1971 Übernahme
durch den in Itzehoe ansässigen Konkurrenten
SIHI GmbH (seit 1996 als Sterling SIHI ein Tochter-
unternehmen der Thyssen Bornemisza Group).
Als Sterling SIHI GmbH in Ludwigshafen noch
heute ein bedeutender Hersteller von Kreiselpum-
pen. Doppelblatt, inwendig Anleihebedingungen,
mit beiliegenden Kupons.

Nr. 275
Nr. 275 Schätzpreis: 250,00 EUR
Startpreis: 60,00 EUR
Gemeinnützige Siedelungs-
und Kriegerheimstätten AG

Nr. 273
Aktie Lit. A 1.000 Mark, Nr. 138
Berlin-Pankow, 14.2.1920 EF/VF
Gründeraktie, Auflage 200 (R 8). Gründung
Nr. 273 Schätzpreis: 175,00 EUR 1919/20 zur “Beschaffung gesunder Eigenheime
Startpreis: 120,00 EUR mit Gärten und Wohnungen zu günstigsten Prei-
Gemeinnützige AG für Wohnungsbau sen unter Ausschluß jeglicher Spekulation, beson-
Namen-Vorzugsaktie Lit. A 10 x 100 Goldmark, ders für minderbemittelte Familien und Kriegsbe-
schädigte, sowie gemeinsamer Bezug von Bedarfs-
Nr. 58901-58910
artikeln aller Art”. Zur Bebauung der im Eigentum
Köln, 7.5.1929 EF+ des preussischen Forstfiskus stehenden Grund-
(R 7) Die 1913 gegründete und bis in unsere Tage stücke in Zeesen, Großbesten und Senzig erhielt
in Düsseldorf börsennotierte Wohnungsgesell- die AG Reichsdarlehen aus Mitteln der Arbeitslo-
schaft macht heute mit der Vermietung von 24.600 senversicherung. 1925 trat die Ges. in Liquidation,

von 180 Mio. €. 2001 umbenannt in GAG Immobi-


Wohnungen in 3.200 Häusern einen Jahresumsatz 1927 wurden ihre Grundstücke in der Zwangsver-
steigerung zu gleichen Teilen vom Reich und von
lien AG. Faksimile-Unterschrift Adenauer für den Preussen erworben. Sehr großformatig (30 x 40
Aufsichtsrat. Lochentwertet. cm), breite Zierumrandung.

Nr. 276 Schätzpreis: 150,00 EUR


Startpreis: 60,00 EUR
Gemeinnützige Siedelungs-
Nr. 271
und Kriegerheimstätten AG
Aktie Lit. B 1.000 Mark, Nr. 356
Nr. 271 Schätzpreis: 450,00 EUR Berlin-Pankow, April 1922 EF-
Startpreis: 200,00 EUR Auflage 800 (R 8). Gleiche Gestaltung und genauso
großformatig wie das Los davor.
Gelsenkirchener Bergwerks-AG
6 % Secured Note 1.000 $, Specimen
Gelsenkirchen, 1.3.1928 VF

Nr. 274
Nullgeziffertes Specimen (R 10) Gründung 1873
auf Initiative von Emil Kirdorf. 1926, bei Gründung
der Vereinigten Stahlwerke AG, war die Gelsenkir-
chener Bergwerks-AG als Dachgesellschaft aller Nr. 274 Schätzpreis: 150,00 EUR
Montanunternehmen des Ruhrgebiets die aufneh- Startpreis: 80,00 EUR
mende Gesellschaft. Im Zuge der alliierten Ent-
flechtungsmaßnahmen entstand die „Gelsenberg“
Gemeinnützige Baugesellschaft
am 18.6.1953 als eigenständige AG wieder, und Mariengarten AG
erneut begann sie in kurzer Folge andere Konkur- Aktie 100 RM, Nr. 411
renten zu übernehmen. Wegen der immer gewich- Berlin, 17.9.1930 EF
tiger werdenden Mineralöl-Aktivitäten (u.a. Betei- Gründeraktie, Auflage 500 (R 7), seit 1931 Namens-
ligung bei ARAL) wurde Gelsenberg schließlich Aktie, gültig geblieben und 1951 im Verhältnis 1:1
1974 im Wege des Aktientauschs von der VEBA auf 100 Deutsche Mark der Bank Deutscher Län-
übernommen - nach fast genau 100 Jahren ver-

Nr. 277
der umgestellt. Bei der Gründung 1930 wurden
schwand das ehedem bedeutendste Montanunter- Grundstücksparzellen der Spar- und Siedlungsge-
nehmen des Ruhrgebiets vom Kurszettel. nossenschaft St. Joseph in Berlin-Marienfelde
Grün/schwarzer Stahlstich, Vignette mit muskulö- übernommen und mit zunächst 357 Kleinwohnun-
sem Bergmann, der einem barbusigen jungen gen und 209 Siedlungshäusern bebaut. 1933 umbe- Nr. 277 Schätzpreis: 400,00 EUR
Mädchen einen Kohleneimer zu Füßen stellt. Mit nannt in “Deutsche Ges. für Siedlung und Woh- Startpreis: 200,00 EUR
anh. Kupons. Nur 4 Stücke sind bekannt! nungsbau Gemeinnützige AG (Desiwo)”. Bis Ende Gesellschaft für Linde’s
der 30er Jahre erwarb der Unternehmer Eduard Eismaschinen AG
Nr. 272 Schätzpreis: 150,00 EUR Winter (später bekannt als größter VW-Händler in
Startpreis: 75,00 EUR Berlin) 95 % der Aktien und verkaufte das Paket
Aktie 1.000 Mark, Nr. 8012
1955 an die Wohnungsbaugesellschaft EIN- Wiesbaden, 1.7.1912 EF/VF
Gelsenkirchener Bergwerks-AG
TRACHT Gem. AG in Berlin-Wilmersdorf. Durch Auflage 2.500 (R 7). Gegründet 1879 als ältestes
6 % Debenture 500 $, Recepis Specimen stetige Neubautätigkeit stieg der Wohnungsbe- Unternehmen der Welt auf dem Gebiet der Kälte-
Gelsenkirchen, 27.3.1928 EF+ stand auf ca. 1.300 Wohnungen an, ehe die Desiwo technik (Kälteerzeugung und -verwendung), Gas-
(R 10) Muster-Zwischenschein der holländischen 1972 gemeinsam mit der Babelsberger Grund- verflüssigung und -zerlegung zwecks Verwertung
Tranche einer Auslandsanleihe von insgesamt 15 stücksges. mbH auf die Wohnungsbauges. Ein- der Lindes’schen Patente und Verfahren. 1965
Mio. US-$. Rarität aus dem aufgelösten de Bussy- tracht verschmolzen wurde, die inzwischen 100 % Änderung des Firmennamens von “Gesellschaft
Archiv. Perforationsentwertung. der Aktien hielt (deren Großaktionär wiederum für Linde’s Eismaschinen AG” in “Linde AG”. Heute

48
Auktionshaus Gutowski • 49. Auktion Historischer Wertpapiere am 30. Januar 2012

mit über 40.000 Beschäftigten in den Arbeitsge- burg. Im März 1929 Zahlungseinstellung, nachdem bank eGmbH Halle und Umfirmierung wie oben,
bieten Anlagenbau, Fördertechnik (der Gabelstap- mehrere grosse Wechselgläubiger zahlungsun- im gleichen Jahr auch Übernahme der Hausbesit-
lerbereich wurde vor kurzem in die KION ausge- fähig geworden waren, anschließend nach Schei- zerbank eGmbH. Bis 1934 amtlich an der Börse
gliedert), Kältetechnik und technische Gase einer tern eines Vergleichs in Konkurs gegangen. Loch- Halle, danach im Freiverkehr Leipzig gehandelt.
der 30 großen DAX-Werte. Faksimilesignatur C. entwertet. Nur 6-7 Stücke sind bekannt (2 davon Nicht entwertet, in dieser Form sind seit vielen
Linde. Doppelblatt, lochentwertet. entwertet). Jahren weniger als 10 Stück bekannt.

Nr. 278 Schätzpreis: 400,00 EUR Nr. 281 Schätzpreis: 300,00 EUR Nr. 282 Schätzpreis: 800,00 EUR
Startpreis: 200,00 EUR Startpreis: 100,00 EUR Startpreis: 325,00 EUR
Gesellschaft für Linde’s Gewerbe- und Handelsbank AG Gewerbebank H. Schuster & Co.
Eismaschinen AG Aktie 100 RM, Nr. 2508 Commandit-Gesellschaft auf Actien
Aktie 1.000 Mark, Nr. 10249 Halle (Saale), Juli 1925 EF Actie IV. Serie 200 Thaler, Nr. 25265
Wiesbaden, 1.7.1913 VF+ Auflage 4.000 (R 9). Gründung 1907 als Hallesche Berlin, 12.7.1872 EF
Viehmarktsbank AG, 1920 umfirmiert in Hallesche (R 8) 1864 durch konservative Kreise (u.a. den
Auflage 2.000 (R 6). Gleiche Gestaltung wie das
Handelsbank AG. 1922 Fusion mit der Gewerbe- früheren Chef-Redakteur der “Kreuzzeitung”
Los davor. Faksimilesignatur Dr. C. von Linde.
Doppelblatt, lochentwertet.

Nr. 279

Nr. 279 Schätzpreis: 300,00 EUR


Startpreis: 60,00 EUR
Gesellschaft für Metallindustrie mbH
Anteilschein 500 Mark, Nr. 588
Berlin, 1.5.1906 EF
Gründeranteil (R 9). Dekoratives, großformatiges
Stück. Mit kpl. anh. Kuponbogen.

Nr. 280
Nr. 280 Schätzpreis: 250,00 EUR
Startpreis: 125,00 EUR
Getreide-Kredit AG
Aktie 10.000 Mark, Nr. 37048
Magdeburg, Mai 1923 EF
Gründeraktie (R 9). Gründung im Mai 1923 zur
Förderung und Finanzierung von Geschäften in
landwirtschaftlichen Erzeugnissen und Bedarfs-
stoffen sowie Übernahme von Treuhandgeschäf-
ten jeder Art für den Getreidehandel. Im Oktober
1924 außerdem Einrichtung einer Versicherungs-

Nr. 282
Abteilung als Nebenstelle der Ceres-Assekuranz
AG, Berlin. 1925 umbenannt in Getreide-Kredit-
bank AG. Börsennotiert im Freiverkehr Magde-

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Auktionshaus Gutowski • 49. Auktion Historischer Wertpapiere am 30. Januar 2012

Justizrat Wagener) zur “Hebung des Credits von weise eine Straße benannt war, gilt als die führen- lange Geschichte zurück, da in ihrem späteren
Handwerkern und Fabrikenten” mit einem Kapital de Persönlichkeit der deutschen Kaliindustrie. Abbaufeld bereits vor der im Jahre 1802 eingele-
von 250.000 Thalern gegründet. Mehrere Jahre Beruflich zunächst im Steinsalzhandel tätig, genen Mutung Bergbau betrieben wurde. Diese
wurde ein solides Geschäft betrieben, dann verfiel begann er 1889 im oberen Allertal mit der Erboh- Mutung wurde 1831 gelöscht und 1844 neu einge-
die Bank dem Gründungswahn, erhöhte ihr Kapi- rung von Kalisalz und gründete 1896 die Gewerk- legt. 1845 erfolgte eine Konsolidation mehrerer
tal rasch auf 6 Mio. Thaler und überzog das ganze schaft Burbach, die 1898 in Beendorf die Kaliför- Felder zu „Ver. Alexander“. Erst 1891 wurde der
Land vorzugsweise in Klein- und Mittelstädten mit derung aufnahm (in diesem Salzstock richtete die Beschluss zur Abteufung eines sog. tonnlägigen
einem Netz von Filialen, “und in diesen Maschen DDR später das Atommüll-Endlager Morsleben Schachtes gefasst. Dazu kam es indessen nicht, da
fingen sich, angelockt durch das Schild “Gewerbe- ein). Bis 1907 kaufte Gerhard Korte mit finanzieller noch im gleichen Jahr die Gewerkschaft Ver. Alex-
bank”, ehrliche Land- und Handwerksleute, die ihr Unterstützung des Direktors der Magdeburger ander ihr Baufeld in die Gewerkschaft Johann
gutes Geld gegen buntbedrucktes Papier ein- Straßenbahn und seines Bruders Friedrich zwi- Deimelsberg einbrachte. Diese Gewerkschaft ent-
tauschten, mit dem sie sich nun die Pfeife anbren- schen Weferlingen und Eilsleben westlich von stand 1887 aus der Konsolidation mehrerer Felder
nen können” (Glagau). Zu den Gründungen der Magdeburg kalihöffige Ländereien mit einer Län- im Essener Stadtteil Steele. Nach wechselhafter
Gewerbebank gehörte die Pommersche Central- genausdehnung von 30 km; daraus entstanden die Betriebsgeschichte erreichte die Zeche Johann
bahn, die Schlossbrauerei Schöneberg, die Chem- Kaliwerke Ummendorf-Eilsleben AG. 1927 wurde Deimelsberg im Jahre 1927 ihre höchste Förde-
nitzer Maschinenbau-Fabrik (vorm. A. Münnich & Gerhard Korte Vorsitzender des Deutschen Kali- rung mit 439.000 t bei 1.623 Mann Belegschaft. Sie
Co.) und der Bauverein Thiergarten-Westend, von syndikats. Lochentwertet. Nur 7 Stücke sind von wurde am 31.8.1928 stillgelegt, das Grubenfeld
der Börse gleich bei der Einführung “Sumpfend” dieser äußerst seltenen Variante bekannt. gelangte 1952 zur benachbarten und sehr bedeu-
getauft. Weil dies der erste Fall von Gründungs- tenden Zeche Katharina in Essen-Kray, die ihren
schwindel war, den der Reichstagsabgeordnete ersten Schacht 1899 abgeteuft hatte. Sie bildete
Lasker enthüllte, machte er ein gewaltiges öffent- später im Rahmen der Essener Steinkohlenberg-
liches Aufsehen. An der Börse aber witzelte man: werke AG die Zechengruppe Katharina/Centrum,
Herr Wagener verdiene sein Schicksal, weil er es die ihren Förderhöhepunkt im Jahre 1968 mit
so billig gemacht habe - um lumpige 40.000 Thaler, 813.000 t und einer Belegschaft von 2.000 Mann
die er auch noch mit den Herren Oder und Schu- erreichte. Die Stilllegung erfolgte am 31.3.1972.
ster teilen musste. Er sei ein bloßer Dilettant, Ausgestellt auf und als “Repräsentant” original
nicht wert, den eigentlichen Gründern die Schuh- unterschrieben von Johann Niederleitner in
riemen aufzulösen. Doppelblatt, mit restlichen Essen. Nur 6 Stücke wurden 2002 gefunden.
Kupons. Ende 2003 wurden lediglich 14 Stück
gefunden. Das allerletzte Stück beim Einlieferer.

Nr. 284
Nr. 284 Schätzpreis: 300,00 EUR
Startpreis: 125,00 EUR
Gewerkschaft Carolus II zu Thal
Kux-Schein über 1 Kux, Nr. 123
Charlottenburg, 1.3.1906 EF/VF
Auflage 1.000 (R 9). Konstituiert in Thal (Herzog-

Nr. 283
tum Gotha), damals wegen des besonders libera-

Nr. 285
len Bergrechts als “Briefkastenadresse” sehr
beliebt. Verwaltungssitz war Charlottenburg,
Nr. 283 Schätzpreis: 250,00 EUR wobei es sich zunächst wohl um eine reine Vor-
Startpreis: 100,00 EUR ratsgründung handelte. Nachdem zwischenzeit- Nr. 286 Schätzpreis: 300,00 EUR
Gewerkschaft Beienrode lich sogar die Liquidation beschlossen worden Startpreis: 140,00 EUR
war, wurde die Gewerkschaft dann reaktiviert und Gewerkschaft des Steinkohlen-
Kuxschein über 1 Kux, Nr. 1542 erwarb 1913 Ölkonzessionen in drei Gemeinden in
Königslutter, 26.10.1923 VF Rumänien, wo gerade ein Ölboom ausgebrochen
Bergwerks Haus Aden Fortsetzung
Auflage 5.000 (R 9). Gegründet 1889/90 als Bohr- war. Als Ergebnis des 1. Weltkrieges gingen diese Kuxschein über 1 Kux, Nr. 1
gesellschaft, seit 1894 bergrechtliche Gewerk- Besitzungen alle verloren. Später wurde (mit Ver- Herten i.W., Oktober 1920 VF
schaft. Drei fündige Bohrungen südwestlich von waltungssitz in Köln) durch eine ab 1938 in Auflage 100 (R 9). Die Gewerkschaft entstand 1911
Wolfsburg trafen 30 m mächtige Kalilager in Teu- Erscheinung tretende Gewerkschaft Carolus II ein durch Teilung des Feldes Haus Aden in die Gru-
fen von 600-1000 m. Schacht I wurde 1895 begon- Eisen- und Manganerzbergwerk in Merenberg (bei benfelder Haus Aden und Haus Aden-Fortsetzung.
nen, in Förderung seit 1900. Schacht II wurde 1911 Wetzlar) betrieben. Ausgestellt auf und als Vor- Sie gehörte zum Steinkohlenbergwerk Ewald,
begonnen, in Förderung seit 1914. Zwei andere stands-Vorsitzender original unterschrieben von somit kam auch Haus Aden-Fortsetzung zur 1935
Schächte ersoffen. 1924 ca. 600 Mann Belegschaft. Robert Salinger. gegründeten Bergbau-AG Ewald-König Ludwig.
Übertageanlagen: Chlorkalium- und Bromfabrik, Dekorative Umrandung in beschwingtem Historis-
Kainitmühle und 7,6 km langer Eisenbahnan- Nr. 285 Schätzpreis: 1.000,00 EUR mus-Stil. Rückseitig Originalunterschrift H. von
schluss nach Königslutter. Die Kuxenmehrheit Startpreis: 325,00 EUR Waldthausen. Kleine Randverletzungen restau-
besaß die Gewerkschaft Volkenroda, später zum riert. Kuxschein Nr. 1!
Burbach-Kali-Konzern und somit zuletzt zur heuti- Gewerkschaft der Steinkohlen-
gen BASF-Tochter Kali + Salz gekommen. Nach Zeche ver. Alexander
gesetzlicher Abschaffung der Rechtsform der ber- Nr. 287 Schätzpreis: 300,00 EUR
Kux-Schein über 4 von 1000 Kuxen, Nr. 120 Startpreis: 125,00 EUR
grechtlichen Gewerkschaft 1985 in die (noch
Essen a.d. Ruhr, 10.12.1876 VF+
heute bestehende) Beienrode Bergwerks-GmbH Gewerkschaft Eiserner Union
umgewandelt. Heute erinnert nur noch die (R 9) Das Tal der Ruhr ist die Wiege des dortigen
Steinkohlenabbaus, da dort die Flöze sehr nahe an Kux-Schein über 1 Kux, Nr. 890
Abraumhalde an das Bergwerk. Wegen der Salzab-
lagerungen am Fuße der Halde führt seit Jahr- der Oberfläche liegen oder sogar an den Hängen Düsseldorf, 5.7.1899 VF
zehnten der Landkreis Helmstedt einen Rechts- „ausbeißen“. Erster Bergbau ist im Jahre 1302 ver- Auflage 1.000 (R 8). Eisenstein-Bergwerk im Ber-
streit gegen die Gesellschaft. Originalunterschrift bürgt. Erst im 18. Jh. erlangte er indessen größere grevier Siegen bei Eiserfeld, Grube Thalsbach,
von Gerhard Korte, ausgestellt auf Friedrich wirtschaftliche Bedeutung. Die Flöze der Ruhr- gefördert wurde Rohspat. Zur Betriebsanlage
Korte. Gerhard Korte (geb. 1858 in Celle, gest. kohle senken sich nach Norden bis zu Teufen von gehörten 1 Schacht, 5 Röstöfen mit je 50 t tägl. Lei-
1945 in Magdeburg), nach dem in Magdeburg zeit- 1.000 m und mehr allmählich ab. Die im Tal der stung und Anlagen zur elektromagnetischen Auf-
Ruhr gelegene Zeche Alexander blickt auf eine bereitung. Während des 1. Weltkrieges von der

50
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Deutsch-Luxemburgischen Bergwerks- und Hüt- Nr. 291 Schätzpreis: 150,00 EUR


ten-AG übernommen. Originalunterschriften. Dop- Startpreis: 60,00 EUR
pelblatt, inwendig mehrere Übertragungen bis
1916. Linker Rand mit Abheftlochung. Kaum mehr
Gewerkschaft Heidelberg
als 10 ausgestellte Stücke sind bekannt. Kux-Schein über 1 Kux, Nr. 248
Siegen, 1.3.1952 EF
Auflage 1.000 (R 8). Sitz der Gewerkschaft war in
Gotha, Verwaltungssitz in Siegen i. Westf. Es
waren Kaolinsand- und Quarzitgruben. Doppel-
blatt, inwendig übertragen 1969 auf die Basalt-AG,
Linz. Doppelblatt, inwendig als ungültig abge-
stempelt.

Nr. 289

Nr. 286

Nr. 292

Nr. 292 Schätzpreis: 150,00 EUR


Startpreis: 75,00 EUR
Gewerkschaft Ilsenburg
Kux-Schein über 1 Kux, Nr. 568
Wustrow (Prov. Hannover), 1.9.1910 EF

Nr. 290
Auflage 1.000. Als Gewerkschaft gegründet 1906.
Gelegen in den Gemarkungen Wustrow, Blütlingen,
Dolgow im Kreis Lüchow. Gefördert wurden
Nr. 290 Schätzpreis: 200,00 EUR Carnalite und Hartsalze. Gehörte zum Konzern:
Startpreis: 80,00 EUR Neu-Staßfurt-Friedrichshall. Über 50 % der Kuxe
Gewerkschaft Hans Heiling waren im Besitz der Bergbaugesellschaft Teuto-
nia. Schöne Umrandung mit Jugendstilelementen.
Kux-Schein über 1 Kux, Nr. 473 Originalsignaturen. Lochentwertet. Doppelblatt,
Magdeburg, 2.3.1909 EF- inwendig Übertragungen bis 1918.
Auflage 1.000 (R 7). Mangan- und Eisensteinberg-

Nr. 287
werk „Alwinenglück 15“ in Elgersburger Kommu-
nal-Waldung sowie Kaolin-Werk in Wintersgrün bei
Karlsbad, Böhmen. Sitz Gotha, Verwaltungssitz
Nr. 288 Schätzpreis: 175,00 EUR Magdeburg. Großformatiges Papier, dekorativ ver-
Startpreis: 80,00 EUR ziert. Mit Originalunterschriften. Doppelblatt. Nur
ca. 30 Stück wurden 1994 in einem Prager Bank-
Gewerkschaft Erich zu Gotha tresor gefunden.
Kux-Schein über 1 Kux, Nr. 566
Lindstedt, 20.8.1911 EF
Auflage 1.000 (R 9). Braunkohlenbergwerk bei
Lindstedt in der Altmark. Originalunterschrift.
Sehr dekorative Gestaltung mit Jugendstil-Elemen-
ten. Doppelblatt.

Nr. 289 Schätzpreis: 250,00 EUR


Startpreis: 90,00 EUR
Gewerkschaft Georgshall
Kux-Schein über 1 Kux, Nr. 70
Hannover, 27.7.1909 EF
Auflage 1.000 (R 8). Im letzten Viertel des 19. Jh.

Nr. 293
war das heute zu Hannover gehörende Linden ein
aufstrebender Industriestandort, dessen Bild
neben den Kammgarn- und Samtspinnereien, den
Körtingwerken und den Egestorff’schen Eisenwer- Nr. 293 Schätzpreis: 750,00 EUR
ken (später Hanomag) auch die Saline Georgshall Startpreis: 200,00 EUR
mit der angeschlossenen Chlorchemie prägte. Sie Gewerkschaft Justus I
lag nur wenig entfernt von den schon ab 1880 im Kuxschein über 1 Kux, Nr. 321
benachbarten Badenstedt in Betrieb genomme- Cöln a. Rh., 22.12.1903 EF
Nr. 291
nen Salinen Egestorffshall und Neuhall. Sehr schö- Auflage 1.000 (R 10). Die Angaben auf dem Kux
ne Jugendstil-Umrandung. Doppelblatt. (Bergwerk “Justus I” in der Gemeinde Muders-

51
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bach, Kreis Altenkirchen) führen etwas in die Irre: che längst vorbei: es folgte bereits 1921 die Stillle- 1000 Häuser erbaut, außerdem Betrieb eines
Tatsächlich besaß die 1895 gegründete Gewerk- gungsverordnung, durch die zur Beseitigung Volkskaffeehauses. Bei Fortfall der Gemeinnützig-
schaft Kaligerechtsame in der Gemarkung Volprie- bestehender Überkapazitäten zahlreiche Kaliberg- keit wurden in den 90er Jahren stille Reserven von
hausen und 20 weiteren Ortschaften des Kreises werke geschlossen wurden. Schöne Umrandung mehreren 100 Mio. DM aufgelöst, als die GAB im
Uslar. Die Bohrungen auf Kali- und Steinsalze wur- im Jugendstil. Knickfalten. WCM-Konzern aufging. Originalunterschriften,
den fündig, 1901 ging das Bergwerk in Volpriehau- u.a. des bedeutenden Gladbacher Industriellen
sen in Betrieb. 1902 über Tage Bau einer Chlorka- Wilhelm Prinzen. Wilhelm Prinzen war 1848
lium und einer Sulfatfabrik. 1905 Umwandlung in Deputierter der Nationalversammlung in der
eine AG. Das Bergwerk wurde 1937 stillgelegt, Frankfurter Pauluskirche. Rückseitig ein Übertra-
statt dessen wurde unter Tage dann eine Heeres- gungsvorgang von 1901. Nicht entwertet!
munitionsanstalt eingerichtet, die am Ende des 2.
Weltkrieges in die Luft flog. Ausgestellt auf das Pri-
vatbankhaus C.G. Trinkaus, Düsseldorf. Doppel-
blatt, original signiert. Nicht entwertet, mit Liefer-
barkeitsbescheinigung.

Nr. 298

Nr. 296
Nr. 296 Schätzpreis: 200,00 EUR
Startpreis: 90,00 EUR
Gewerkschaft Zum goldenen Grund
Kuxschein, Teilblankette, Nr. 820

Nr. 294
Camberg, Juli 1899 EF
(R 8) Der “Goldene Grund” ist ein Landstrich, der
etwa von Limburg an der Lahn bis Idstein am Tau-
Nr. 294 Schätzpreis: 150,00 EUR nus reicht und heute von der A 3 Köln-Frankfurt
Startpreis: 75,00 EUR durchzogen wird. Bekannt sind in dieser Gegend
Gewerkschaft Selters-Hessen Sool- vor allem die Kohlensäurequellen von Selters.
und Mineralwasser-Heilquellen Außerdem standen in der Lahnmulde Blei-, Zink-,
Silber- und Kupfererze an. Nördlich des heutigen
Kux-Schein über 2 Kuxe von 1000, Nr. 30 Bad Camberg waren zeitweilig vier Bergwerke in
Bad Selters-Ortenberg, 1.5.1936 VF+ Betrieb. Die ganze Umrandung und der Berg-
Die Gewerkschaft beutete die Sool- und Mineral- werksname sind in goldener Farbe gedruckt.

Nr. 299
wasser-Heilquellen in Selters aus. Inwendig
Umschreibungsvermerke bis 1947. Mit Originalun-
terschriften. Doppelblatt. Umrandung im Historis-
mus-Stil. Abheftlochungen.
Nr. 299 Schätzpreis: 350,00 EUR
Startpreis: 175,00 EUR
Gladbacher Rückversicherungs-AG
Namensaktie 1.500 Mark, Nr. 708
M.Gladbach, 15.8.1877 EF/VF
Gründeraktie, Eintragungs-Certificat, Auflage
2.000, (R 7), zunächst mit 25 % eingezahlt, 1920/23
aus Gesellschaftsmitteln vollgezahlt, davon nur
1920 abgestempelt, Gründung 1877. Großaktionär

Nr. 297
war die Gladbacher Feuerversicherungs-AG (bei
der auch die Aachener und Münchener Feuer
engagiert war), beide Gesellschaften wurden in
Nr. 297 Schätzpreis: 150,00 EUR Personalunion geführt. 1970 auf die Colonia-Versi-
Startpreis: 60,00 EUR cherung in Köln verschmolzen (heute AXA-Colo-
GFC AG für Computer- nia). Aparter Druck mit schöner Umrandung, Ori-
systeme in der Medizin ginalunterschriften. Die Gründeraktien gibt es
sowohl auf blaugrauem wie auch auf weißem
Aktie 50 DM, Nr. 1622 Papier. Der Grund dafür ist unbekannt, zumal der
Berlin, Oktober 1983 UNC/EF Unterschied quer durch alle Nummernkreise geht.
Gründeraktie, Auflage 15.000 (R 8). Gründung 1973 Einschlägige blaugraue Randverfärbungen an eini-
als GmbH, AG seit 1983. Schlüsselfertige Installati-

Nr. 295
gen sonst weißen Aktien lassen vermuten, daß
on von Computersystemen, Beratungen und Soft- der Grund chemische Reaktionen im Papier
ware-Leistungen, insbesondere im medizinischen
waren. Weiterhin gibt es Unterschiede bei den Ein-
Bereich. 1988 gelöscht, nachdem ein Konkursver-
zahlungsstempeln: Gar kein Stempel, nur von
Nr. 295 Schätzpreis: 500,00 EUR fahren mangels Masse gar nicht erst eröffnet wer-
den konnte. Mit Kupons. 1920, nur von 1923 und beide Stempel 1920 + 1923
Startpreis: 100,00 EUR kommen vor, je nachdem wann und wie oft die
Gewerkschaft Union zu Gotha Aktie der Gesellschaft zur Umschreibung vorlag.
Nr. 298 Schätzpreis: 350,00 EUR
Kuxschein über 50 Kuxe von 1000, Nr. 3 Startpreis: 160,00 EUR
Gedruckt auf blaugrauem Papier, nur Stempel von
Rathenow, 26.8.1910 VF 1920. Doppelblatt. Ausgestellt auf Julius Haniel.
(R 10) Mit an Sicherheit grenzender Wahrschein-
Gladbacher Actien-Bau-Gesellschaft
lichkeit hat sich die Gewerkschaft im Süden der Namens-Actie 100 Thaler, Nr. 239
preußischen Provinz Hannover im Kalibergbau M.Gladbach, 15.4.1870 EF- Kataloggebühr 10,00 EUR
betätigt. Als im Jahr 1919 das Kaliwirtschaftsge- Gründeraktie, Auflage 1.100 (R 7). Gründung 1868.
setz erlassen wurde, war der Boom dieser Bran- Die Gesellschaft hatte bis zum 1. Weltkrieg fast
inkl. Ergebnisliste

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Nr. 300 Schätzpreis: 175,00 EUR und Denkmäler unterstützt. Noch heute existiert Allg. Kraft-Omnibus-Gesellschaft. 1920 ging der
Startpreis: 35,00 EUR das nach ihm benannte Grassimuseum und das Betrieb in Eigenregie der Stadt Leipzig über, die
“Alte Grassimuseum” (eben das Textil-Messhaus, Aktionäre erhielten eine Abfindung teils in bar,
Glückauf-Brauerei AG es beherbergt heute die Leipziger Stadtbiblio- teils in Leipziger Stadtanleihen. Schöner G&D-
Aktie 200 DM, Blankette thek). Ausgestellt auf Fa. Philipp Schlesinger in Druck mit geflügeltem Rad. Nicht entwertet!
Gelsenkirchen, November 1953 EF+ Bleicherode a/H. Lochentwertet. Abheftlochung
(R 9) Gründung 1887 als Brauerei Glückauf Fritz mit Papierstreifen hinterklebt. Unikat!
Schulte im Hofe, Pokorny & Co., seit 1895 AG.
Große Brauerei mit schon damals 180.000 hl Pro-
duktionskapazität pro Jahr. Übernommen wurden
1920 die Essener Ruhrtal-Brauerei und die Ver-
eins-Brauerei Wanne, 1921 die Meidericher
Exportbier-Brauerei. 1928 Interessengemeinschaft
mit der Dortmunder Ritter-Brauerei, die neben
der Bank für Brauindustrie auch jahrzehntelang
größter Aktionär war. 1971 Beherrschungs-Ver-
trag mit der Schultheiss-Brauerei, 1980 dann voll-
ständig in den heutigen Brau-und-Brunnen-Kon-
zern eingegliedert. Mit kpl. Kuponbogen.

Nr. 302

Nr. 305

Nr. 305 Schätzpreis: 250,00 EUR


Startpreis: 150,00 EUR
Grossherzoglich
Badisches Eisenbahn-Anlehen

Nr. 301
3,5 % Schuldv. 200 Mark, Nr. 1533
Karlsruhe, 1.5.1900 EF/VF
Nr. 301 Schätzpreis: 500,00 EUR Auflage 4.000 (R 9). Das Großherzogtum Baden
erteilte kaum Konzessionen an Privatbahnen. Alle
Startpreis: 180,00 EUR
wichtigen Eisenbahnstrecken wurden vom Staat
Granitwerke Steinerne Renne AG gebaut und betrieben. Zur Finanzierung emittierte
Vorzugs-Actie 1.000 Mark, Nr. 1189 (190) der badische Staat spezielle Eisenbahnanleihen.
Hasserode, 1.2.1904 EF/VF Doppelblatt, mit Kupons.

Nr. 303
Auflage 810 (R 8). Eine Gründung der Bankiers
Meyerstein aus Hannover. Sie brachten in die AG
Steinbrüche und Wasserkraftanlagen ein, die sie
kurz zuvor dem Fürsten Stolberg-Wernigerode Nr. 303 Schätzpreis: 300,00 EUR
abgekauft hatten. (Granitsteinbrüche mit Ausbeu- Startpreis: 75,00 EUR
tungsrechten auf 41 ha im Fürstlichen Forstrevier Gröschner & Graf GmbH Baugeschäft
Hasserode, eine Wasserkraftanlage an der Steiner-
nen Renne und Marmorbrüche im Gebiet der Anteil-Schein 1.000 Mark, Nr. 37
Lahn). Vor allem die unrentablen Marmorbrüche Bock & Teich o.W., 1.4.1906 VF
brachten die Gesellschaft in ständige Schwierig- Auflage maximal 55 Stück (R 8). Kurioser Anteil-
keiten, eine Dividende gab es nie. Im Gegenteil, schein eines Familien-Unternehmens: Stilecht, wie
1902, 1903, 1907 und 1913 mussten die Aktionäre es zu einer Baufirma passt, ist der Anteilschein als
sogar jeweils Geld nachschießen, wobei die großformatige Lichtpause (BxH 32,5 x 41,5 cm) auf
Stammaktien dann teilweise in Vorzugsaktien Pergament angefertigt. Kleine Vignette mit Bau-
umgewandelt wurden. 1920 Umfirmierung in meister-Symbolen und der Inschrift “Gott mit
„Transatlantische Handels-AG“, 1938 erneute uns”. Originalunterschriften H. Gröschner, Emil
Umbenennung in „Mineralien-Aktiengesellschaft“. Gröschner und Wilhelm Graf. Nur ca. 15 Stücke
Eine im April 1940 beschlossene Kapitalerhöhung bekannt.
kam nicht zustande, gleich darauf Konkurseröff-
nung. Die Spuren dieser hochinteressanten AG

Nr. 306
sind in Form eines Baustoffwerks und der Wasser-
kraftanlage noch heute zu sehen, und zwar nahe
der Station „Steinerne Renne“ der Harzquerbahn.
Großformatiges Papier, dekorativ gestaltet. Ori- Nr. 306 Schätzpreis: 350,00 EUR
ginalunterschriften der Direction. Doppelblatt. Startpreis: 150,00 EUR
Grossherzoglich
Nr. 302 Schätzpreis: 400,00 EUR Badisches Eisenbahn-Anlehen
Startpreis: 200,00 EUR
3,5 % Schuldv. 2.000 Mark, Nr. 6658
Grassi-Textil-Messhaus AG 7.4.1902 EF/VF
4 % Namens-Schuldv. 75 Goldmark, Nr. 575 Auflage 6.000 (R 10). Sehr dekoratives Papier mit
Leipzig, 1.4.1924 VF großem Greifen-Wappen, florale Randverzierung.
(R 12) Gegründet 1922. 1928 umbenannt in Leipzi- Doppelblatt, inwendig Anleihebedingungen, mit

Nr. 304
ger Textilmesshäuser AG, später in eine GmbH beiliegenden Kupons.
umgewandelt. Das Grundstück des (alten) Grassi-
Museums wurde der AG zur Nutzung als Mes- Nr. 307 Schätzpreis: 350,00 EUR
shaus vom Rat der Stadt Leipzig bis zum Jahr 1998 Nr. 304 Schätzpreis: 350,00 EUR
Startpreis: 180,00 EUR
überlassen. Die Umbaukosten finanzierten z.T. die Startpreis: 90,00 EUR
hier ausstellenden Textilgrossisten durch Zeich- Grosse Leipziger Strassenbahn Grossherzogtum Hessen
nung von Schuldverschreibungen. Namenspatron
Actie 1.000 Mark, Nr. 4893 (V. Anleihe für Eisenbahnzwecke)
war Franz Dominic Grassi, ein Leipziger Kaufmann 4 % Schuldv. Serie V. 500 Mark, Nr. 11972
und Bankier italienischer Abstammung. Bei sei- Leipzig, 15.11.1895 VF/F
nem Tod hinterließ er der Stadt Leipzig ein Ver- Gründeraktie, Auflage 6.000 (R 7). Gründung 1895. Darmstadt, 16.6.1899 EF
mögen von über 2 Mio. M. Von diesem Vermögen Später wurden übernommen: 1896 die Leipziger (R 10) Eine mit Zustimmung der Landstände bege-
wurden zahlreiche Bauvorhaben, Parkanlagen Pferde-Eisenbahn-AG (gegr. 1872), 1916 die Leipzi- bene Anleihe von 21,5 Mio. Mark für Eisenbahn-
ger Elektrische Straßenbahn und die Leipziger zwecke. Nach Gründung der preußisch-hessi-

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Auktionshaus Gutowski • 49. Auktion Historischer Wertpapiere am 30. Januar 2012

schen Eisenbahngesellschaft und der 1896 in die- Nr. 309 Schätzpreis: 350,00 EUR Eisfabriken Hans Fürsattel. 1969 erwarb die
sem Zusammenhang erfolgten Verstaatlichung der Startpreis: 175,00 EUR Schickedanz-Gruppe 25% der Aktienanteile, 1972
Hessischen Ludwigs-Eisenbahn (zu der Zeit die wurde die Brauerei in die Patrizier-Bräu integriert.
größte noch bestehende Privatbahn in Deutsch-
Grossherzogtum Hessen 1977 Einstellung der Produktion. 1996 in die
land) war nun auch in Hessen das Prinzip der 3 % Schuldv. Serie VII. 500 Mark, Nr. 23691 Tucher Bräu KG eingebracht, jetzt INKA-AG für
Staatseisenbahn umfassend durchgesetzt, ent- Darmstadt, 12.2.1903 EF/VF Beteiligungen (Inselkammer-Gruppe). Lochent-
sprechende Investitionsmittel wurden über Anlei- (R 10) Teil einer Anleihe von 21 Mio. Mark. Hüb- wertet.
hen beschafft. Hübscher Druck der Reichsdrucke- scher Druck der Reichsdruckerei mit Rankwerk-
rei mit Rankwerk-Umrahmung und großem Prunk- Umrahmung und großem Prunkwappen. Doppel-
wappen. Doppelblatt, mit Kupons. blatt, mit beiliegendem Erneuerungsschein. Nur
drei Stücke wurden 2007 gefunden.

Nr. 310 Schätzpreis: 300,00 EUR


Startpreis: 145,00 EUR
Nr. 307
Grossherzogtum Hessen
3 % Schuldv. Serie VIII. 1.000 Mark, Nr. 29997
Darmstadt, 11.4.1904 EF/VF
(R 10) Teil einer Anleihe von 9,5 Mio. Mark “zur
Deckung außerordentlicher Bedürfnisse des Staa-
tes”. Hübscher Druck der Reichsdruckerei mit

Nr. 313
Rankwerk-Umrahmung und großem Prunkwap-
pen. Doppelblatt, mit restlichem Kuponbogen.
Nur vier Stücke wurden 2007 gefunden.

Nr. 311 Schätzpreis: 275,00 EUR


Startpreis: 140,00 EUR
Grossherzogtum Hessen
4 % Schuldv. 500 Mark, Nr. 45203
Darmstadt, 1.6.1908 EF
(R 9) Teil einer Anleihe von 20 Mio. Mark. Hüb-
scher Druck der Reichsdruckerei mit Rankwerk-
Umrahmung und großem Prunkwappen. Doppel-
blatt, mit Kupons.

Nr. 314
Nr. 314 Schätzpreis: 250,00 EUR
Startpreis: 90,00 EUR

Nr. 308
Gustav Genschow & Co. AG
Aktie 1.000 Mark, Nr. 2498
Nr. 308 Schätzpreis: 300,00 EUR Berlin, Mai 1918 EF/VF
Startpreis: 150,00 EUR Auflage 950. Gründung 1907 durch Fusion der
Grossherzogtum Hessen Badische Munitionsfabrik GmbH mit Werken in
Karlsruhe-Durlach und Wolfartsweier und der
(VI. Anleihe für Eisenbahnzwecke) oHG in Firma Gustav Genschow & Co. in Berlin
3,5 % Schuldv. Serie VI. 500 Mark, Nr. 46699 und Köln (gegr. 1888 als Waffengroßhandlung mit
Darmstadt, 23.11.1900 EF Ex- und Importgeschäft). Auf dem Gebiet der Jagd-
(R 10) Hübscher Druck der Reichsdruckerei mit und Sportmunition wurde Genschow nach Über-
Rankwerk-Umrahmung und großem Prunkwap- nahme des Munitionsgeschäftes von Köln-Rott-
pen. Doppelblatt, mit Kupons. weil der größte Konkurrent der Rheinisch-Westfä-
lische Sprengstoff AG in Köln (Gruppe Dynamit-
Nobel / I.G.Farben). Einen sonst unausweichlichen

Nr. 312
Kampf vermied man durch Abschluß eines I.G.-
Nr. 309

Vertrages 1927, der 1931 auf die Dynamit-AG


vorm. A. Nobel & Co. in Hamburg überging. Ab
Nr. 312 Schätzpreis: 350,00 EUR 1938 konnten die in Berlin und Hamburg börsen-
Startpreis: 175,00 EUR notierten Genschow-Aktien 5:2 in I.G.-Farben-Akti-
en umgetauscht werden. Das gesamte Vermögen
Grossherzogtum Hessen wurde wegen Zugehörigkeit zum I.G.-Farben-Kon-
4 % Schuldv. Serie XII. 5.000 Mark, Nr. 48928 zern durch alliiertes Kontrollratsgesetz Nr. 9 vom
Darmstadt, 16.7.1909 EF 30.11.1945 beschlagnahmt. 1951 kamen die Muni-
(R 10) Höchster Nennwert einer 4 %igen allgemei- tions- und Schrotfabrik Karlsruhe-Durlach und die
nen Anleihe von 11,5 Mio. Mark, die parallel zu Lederwarenfabrik Altstadt-Hachenburg wieder in
einer 3,5 % Anleihe für Eisenbahnzwecke über Gang, 1953 Entlassung aus der alliierten Kontrolle
ebenfalls 11,5 Mio. Mark aufgelegt wurde. Hüb- und Auflösung des I.G.-Vertrages mit der Dynamit-
scher Druck der Reichsdruckerei mit Rankwerk- AG vorm. Alfred Nobel & Co. in Troisdorf, die aber
Umrahmung und großem Prunkwappen. Doppel- mit zuletzt 94 % Hauptaktionär blieb. 1960
blatt, mit restlichem Kuponbogen. Nur vier Stücke Umwandlung in eine GmbH. Lochentwertet.
wurden 2007 gefunden.
Nr. 315 Schätzpreis: 250,00 EUR
Nr. 313 Schätzpreis: 200,00 EUR Startpreis: 100,00 EUR
Startpreis: 100,00 EUR
Gutehoffnungshütte Aktienverein
Grüner-Bräu AG für Bergbau und Hüttenbetrieb
Aktie 200 RM, Nr. 1753 Aktie 1.000 Mark, Nr. 39304
Fürth, 10.6.1929 EF Oberhausen, 16.5.1917 EF
Nr. 310

Auflage 1.050 (R 6). Gründung 1863, AG ab 1896 als Auflage 10.000 (R 9). Gründung 1808/10 als
Aktienbrauerei Fürth vorm. Gebr. Grüner, ab 1926 Gewerkschaft, ab 1872 AG. Die Gesellschaft gilt als
Grüner-Bräu-AG. 1936 Übernahme der AG Braue- Keimzelle der Schwerindustrie des Ruhrgebietes.
rei Zirndorf bei Nürnberg, 1939/40 der Nürnberger Drei 1808/10 in der „Hüttengewerkschaft und

54
Auktionshaus Gutowski • 49. Auktion Historischer Wertpapiere am 30. Januar 2012

Handlung Jacobi, Haniel & Huyssen“ in Sterkrade 1993-95 Umstrukturierung von einer konventionel-
zusammengefasste Hütten waren der Ursprung: len zu einer vollautomatisierten Schmiede. Heute
die 1758 zu Osterfeld vom Münsteraner Domkapi- Automobilzulieferer. Lochentwertet.
tular Freiherr von der Wenge zu Dieck errichtete
St. Antony-Hütte zu Osterfeld, 1793 in den Besitz
der Fürstäbtissin Maria Kunigunde von Essen
übergegangen, 1799/1805 an den Hütteninspektor
Gottlob Jacobi und seine Schwager Franz und Ger-
hard Haniel aus Ruhrort verkauft; weiterhin die
Hütte Gute Hoffnung in Sterkrade, zu deren Bau
Friedrich der Große 1781 die Erlaubnis erteilt
hatte, die aber wegen des Emporkommens der
Anthony-Hütte zahlungsunfähig wurde, in der
Zwangsversteigerung von der Mutter Friedrich
Krupps erworben und 1808 an Heinrich Huyssen
aus Essen und dessen Schwager Gottlob Jacobi
und Gerhard und Franz Haniel weiterverkauft

Nr. 321
wurde; schließlich die im Auftrag der Fürstäbtis-
sin von Essen 1791 durch Gottlob Julius Jacobi
errichtete Eisenhütte Neu-Essen im Emschertal
bei Schloss Oberhausen, 1805 ebenfalls an den
Jacobi-Haniel-Clan verkauft. Durch ununterbro-

Nr. 317
chene Firmenaufkäufe wuchs nach Gründung der
AG ein riesiges Gebilde aus Bergwerken, Hütten-
und Walzwerken und weiterverarbeitenden
Betrieben. Heute als MAN/GHH einer der bedeu-
tendsten Maschinen- und Anlagenbau-Konzerne.
Großformatiges Papier, dekorativ gestaltet. Nicht
entwertet!

Nr. 322

Nr. 322 Schätzpreis: 175,00 EUR


Startpreis: 75,00 EUR

Nr. 318
H. Förster & Co. AG
Aktie 1.000 Mark, Nr. 1874
Nr. 318 Schätzpreis: 150,00 EUR Leipzig, 1.12.1920 EF
Startpreis: 75,00 EUR Auflage 500 (R 7). 1895 übernehmen die Klavier-

Nr. 315
Gutehoffnungshütte Aktienverein bauer Eduard Hermann Förster und Gottwerth
für Bergbau und Hüttenbetrieb / Dimler in Leipzig die Klavierfabrik Serbser & Co.
und führen sie als oHG H. Förster & Co. weiter.
Gutehoffnungshütte Oberhausen AG 1906 Aufnahme der Produktion pneumatischer
7 % Certificaat 100 $ (250 hfl), Specimen Klaviere. 1908 - die Fabrik beschäftigt inzwischen
Nürnberg / Oberhausen, von 1926 EF 120 Arbeiter - Umzug in die neue Klavierfabrik in
(R 10) Perforationsentwertet. Mit anhängendem der Kohlgartenstr. 52 (außerdem Holzlager und -
kompletten Kuponbogen. Äußerst seltenes Stück trocknung in der Comeniusstraße). 1918 Umwand-
aus dem aufgelösten de Bussy-Archiv. lung in eine AG. 1924 scheidet Hermann Förster
aus der Firma aus. Bald darauf gerät die gesamte
deutsche Pianoforteindustrie, deren unumstritte-
Nr. 319 Schätzpreis: 175,00 EUR nes Zentrum die “Musikhauptstadt” Leipzig ist, in
Startpreis: 80,00 EUR eine existentielle Krise. Das Geschäftsjahr 1928
Gutehoffnungshütte Aktienverein schließt bei Förster nach Absatzeinbrüchen mit
für Bergbau und Hüttenbetrieb / einem hohen Verlust ab, eine Produktionsumstel-
Gutehoffnungshütte Oberhausen AG lung erscheint nicht möglich. Daraufhin ziehen
sich die Banken aus dem Aufsichtsrat der in Leip-

Nr. 316
7 % Gold Bond 1.000 $, Recepis Specimen zig börsennotierten AG zurück und sperren die
Nürnberg/Oberhausen/Amsterdam, Kredite, Förster muß die Zahlungen einstellen.
5.1.1926 EF Während des 1929 beschlossenem gerichtlichen
Nr. 316 Schätzpreis: 200,00 EUR (R 10) Perforationsentwertung. Äußerst seltenes Vergleichsverfahrens wird der Betrieb fortgeführt,
Startpreis: 90,00 EUR Stück aus dem aufgelösten de Bussy-Archiv. der Vergleich scheitert aber erneut am Verhalten
Gutehoffnungshütte Aktienverein der Banken. 1931 Konkurseröffnung mangels
Nr. 320 Schätzpreis: 175,00 EUR Masse abgelehnt. Großes Querformat, fast ganz-
für Bergbau und Hüttenbetrieb flächiger Unterdruck eines Flügels mit hochge-
Aktie 1.000 Mark, Nr. 74055 Startpreis: 80,00 EUR
klapptem Deckel. Nicht entwertet!
Oberhausen, 31.5.1920 EF Gutehoffnungshütte Aktienverein
Auflage 40.000 (R 8). Großformatiges, dekoratives für Bergbau und Hüttenbetrieb / Nr. 323 Schätzpreis: 150,00 EUR
Papier. Nicht entwertet! Gutehoffnungshütte Oberhausen AG Startpreis: 60,00 EUR
7 % Gold Bond 500 $, Recepis Specimen H. Th. Böhme AG
Nr. 317 Schätzpreis: 175,00 EUR Nürnberg / Oberhausen, 5.1.1926 EF+ Aktie 1.000 Mark, Nr. 6553
Startpreis: 90,00 EUR (R 10) Perforationsentwertung. Äußerst seltenes Chemnitz, 15.3.1922 EF-
Gutehoffnungshütte Aktienverein Stück aus dem aufgelösten de Bussy-Archiv.
Auflage 2.500 (R 8). Gründung 1881, AG seit 1909.
für Bergbau und Hüttenbetrieb / Grosshandel mit Drogen, Farben, Chemikalien,
Gutehoffnungshütte Oberhausen AG Nr. 321 Schätzpreis: 200,00 EUR Vegetabilien sowie Kräuterschneiderei. Außerdem
7 % Gold Bond 500 $, Specimen Startpreis: 125,00 EUR Herstellung von Spezialseifen (hier wurde mit
Nürnberg / Oberhausen, 15.10.1925 VF H. B. Seissenschmidt AG “Fewa” das erste synthetische Waschmittel der
Welt entwickelt und produziert) und -ölen für die
(R 10) Gemeinschaftsanleihe der beiden GHH- Aktie 1.000 RM, Nr. 3 Textil- und Lederindustrie. Mit meist zweistelligen
Unternehmen im Volumen von 10 Mio. $. Oran- Plettenberg i. W., Juli 1942 EF- Dividenden ein hochrentables Unternehmen.
ge/schwarzer Stahlstich, allegorische Vignette mit Auflage 210 (R 8). Gründung bereits 1846, ab 1924 Zweigniederlassung in Hamburg. 1950 Sitzverle-
großem Hüttenwerk und Dampflok. Mit anh. AG. Herstellung von Eisenbahnoberbaustoffen, gung nach Hamburg (Neuer Wall 19-23), ansch-
Kupons. Gesenkschmiedestücken, Preß- und Stanzteilen. ließend in eine GmbH umgewandelt. Großformatig

55
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und dekorativ, zwei Vignetten mit Ansichten der


Fabriken in Chemnitz und Oberlichtenau. Nicht
entwertet!

Nr. 323

Nr. 324 Schätzpreis: 200,00 EUR


Startpreis: 50,00 EUR
H. Th. Böhme AG
Aktie 1.000 RM, Nr. 8410
Chemnitz, 5.12.1941 EF
Auflage 275 (R 7).

Nr. 325 Schätzpreis: 1.000,00 EUR


Startpreis: 500,00 EUR
Hänsel & Co. AG
Interimsschein 678.000 RM
Forst (Lausitz) / Görlitz, von 1930 VF
(R 12) Gegründet 1923 als “Haargarnspinnerei AG”
in Konstanz, 1925 Sitzverlegung nach Steißlingen
(Baden). 1930 Fusion mit der oHG Hänsel & Co. in
Forst (Lausitz), zugleich Umfirmierung in Hänsel
& Co. AG und Sitzverlegung nach Forst. Der For-
ster Betrieb war 1908 von Bruno Henschke mit
gerade einmal 26 Mitarbeitern gegründet worden
zur Weiterentwicklung der Erfindung von Oswald
Hänsel, Rosshaare zu einem verwebbaren Faden
zu verzwirnen. 1911 zerstörte ein Großbrand das
Werk, doch Henschke machte unbeirrt weiter. Die
ab 1927 für das Schneiderhandwerk erscheinende
Werkszeitung “Hänsel-Echo” erreichte bis Kriegs-
beginn 1939 eine reichsweit vertriebene Auflage
von 120.000 Exemplaren. Die Hänselwerke deck-
ten jetzt mit über 2.000 Mitarbeitern die Hälfte des
deutschen Bedarfs an Einlagenstoffen für Herren-
und Damen-Oberbekleidung. Alleinaktionäre
waren die beiden Vorstandsmitglieder Bruno
Henschke (knapp 70 %) und Carl Ersel (gut 30 %).
Zweigbetriebe bestanden in Franzendorf-Reichen-
berg im Sudetengau (Hänsel & Co.) sowie im

Nr. 325
schlesischen Langenbielau (Baumwollspinnerei
Froehlich). Demontage und Enteignung machten
dem Betrieb in der Lausitz ein Ende, die aus den Nr. 326 Schätzpreis: 750,00 EUR
Trümmern gegründete Hänselwerk VVEB kam nie Startpreis: 250,00 EUR
richtig in Gang. Bruno Henschke konnte nach
Hamburg fliehen und versuchte dort 1946 einen Hafen- und Lagerhaus-AG
Neuanfang, 1948 ging er mit seiner Firma nach VZ-Stamm-Aktie Lit. B, 1.000 Mark, Nr. 122
Iserlohn. Er starb 1950. Zwar wurde die Haargarn- Aken a.d. Elbe, 1.1.1893 VF
spinnerei, der Ursprung des Unternehmens, in Auflage 601 (R 10). Gründung 1889 zum Bau des
den 1970er Jahren geschlossen, aber mit ständig Elbhafens Aken (genau zwischen Magdeburg und
neu entwickelten verstärkenden Stoffen gibt es Torgau) mit Lagerhäusern, außerdem Betrieb
die Hänsel-Textil GmbH mit 250 Mitarbeitern welt- eines Speditionsgeschäftes, Wasserumschlag,
weit (seit 1991 als Teil der Finanzholding Kufner- Lagerei und Getreidekonservierung. Ab 1921 Inter-
Gruppe) bis heute. In Oktober 2008 feierte die essengemeinschaft mit dem Speditions-Verein Mit-
Firma ihr 100-jähriges Jubiläum, ein Jahr später telelbische Hafen- und Lagerhaus AG Wallwitzha-
war der Insolvenzantrag eine bittere Zäsur, der fen bei Dessau. Dieser Vertrag sah eine Gewinntei-
Betrieb produziert aber weiter. Mit mehrfachen lung von 3/7 für Aken und 4/7 für Wallwitzhafen
Originalunterschriften von Heinrich Otto (Auf- sowie eine wechselseitige Beteiligung von nom.
sichtsratsvorsitzender, Bankdirektor aus Görlitz)
RM 500.000,- vor. Heute Hafenbetrieb Aken GmbH.
und Bruno Henschke (Vorstand). Interessant an
Fahrgastrundfahrten, Container- und Schwergut-
der Sammelaktie ist insbesondere, daß Nennwert-
umschlag. Der Hafen wird noch heute dreimal
veränderungen auf Grund einer Kapitalherabset-
wöchentlich von der Elbe Container Linie ECL
zung 1936 sowie einer Kapitalerhöhung aus
2000 auf der Relation Hamburg-Magdeburg-Aken-
Gesellschaftsmitteln 1942 auf der ursprünglichen
Riesa-Dresden bedient. Außerdem besteht eine
Urkunde selbst nachgetragen wurden. Lochent-
Containerzugverbindung nach Bremerhaven. Sehr
wertet. Doppelblatt, inwendig Kapitalberichti-
dekorativ, Umrandung mit Golddruck. Knickfalten.

Nr. 327
gung. Aus dem Gründungsjahr der AG 1930, ver-
briefte den gesamten gut 30 %igen Anteil des Nicht entwertet und mit Kupons. In dieser Form
Aktionärs Carl Ersel. Unikat! sind seit vielen Jahren nur 4 Stücke bekannt!

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Nr. 327 Schätzpreis: 600,00 EUR 1926 eingestellt. Doch die Bank wollte einfach
Startpreis: 300,00 EUR noch nicht sterben: 1932 Sanierung durch Kapital-
herabsetzung von 500.000 auf 252.000 RM, 1938
Hafen- und Lagerhaus-AG Umtausch der 20-RM-Aktien in solche zu 1.000 RM
Actie 1.000 Mark, Nr. 966 und 1939 Kapitalerhöhung auf 600.000 RM. Aber
Aken a.d. Elbe, 1.10.1899 VF es half doch nichts: 1941 wurde die Auflösung
Auflage 373 (R 11). Mit Kupons. Nicht entwertet beschlossen, 1954 nach fast drei Jahrzehnten
und mit Kupons. Nur 2 Stücke wurden 2005 in Siechtum im Handelsregister gelöscht. Großes
einem norddeutschen Bankschließfach gefunden. Querformat, hübsche Umrahmung. Vorliegendes
Stück wurde offenbar schon beim Aktienum-
tausch Ende 1924 vergessen. Mit komplettem
Kuponbogen.

Nr. 332
Nr. 332 Schätzpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 60,00 EUR
Hansa- und Gewerbebank AG
Aktie Reihe A 1.000 Mark, Nr. 8069
Magdeburg, Oktober 1923 EF+
Gründeraktie, Auflage 25.000 (R 8). Gründung
durch den Bankier Wilhelm Klimpt im Verein mit
acht weiteren Magdeburgern zur Übernahme des
von ihm betriebenen Privatbankhauses. Schon
1926 wieder in Liquidation. Mit kpl. anh. Kupon-
bogen. Nicht entwertet!

Nr. 330

Nr. 328 Nr. 330 Schätzpreis: 150,00 EUR


Startpreis: 75,00 EUR

Nr. 333
Nr. 328 Schätzpreis: 500,00 EUR Hamburger Privat-Bank von 1860 AG
Startpreis: 200,00 EUR Namens-Vorzugsaktie 20 RM, Nr. 120
Hafen- und Lagerhaus-AG Hamburg, 1.1.1924 EF Nr. 333 Schätzpreis: 400,00 EUR
Aktie 1.000 Mark, Nr. 1458 Auflage 1000 (R 8). Mit komplettem Kuponbogen. Startpreis: 175,00 EUR
Aken a.d. Elbe, 23.9.1921 VF+ Hanse-Merkur Lebensversicherung
Auflage 500 (R 10) Mit Kupons und nicht entwer- Namensaktie Serie G 1.000 DM, Nr. 11876
tet!
Braunschweig, September 1995 EF+
Auflage 20 (R 9). Ursprung ist das 1806 gegrün-
dete “Braunschweigische Allgemeine Prediger-
und Schullehrer-Wittweninstitut” (1823 überführt
in die Allgemeine Witwen-Versorgungs-Anstalt).
Seit 1902 als “Braunschweigische Lebens-Versi-
cherungs-Anstalt” ein Versicherungsverein auf
Gegenseitigkeit. 1909 Ausdehnung des Geschäfts
auf das ganze Deutsche Reich, 1920 Umfirmierung
in “Braunschweigische Lebensversicherungs-
Bank AG”, seit 1937 dann Braunschweigische
Lebensversicherung AG. Übernommen wurden
1939 die Brandenburger Lebensversicherungs-AG
in Berlin und 1940 die Vereinigte Mitteldeutsche
Lebens-Versicherungs-Ges. in Leipzig. Mehrheit-

Nr. 329
saktionär war lange Zeit die Landschaftliche
Brandkasse Hannover. 1983 verschmolzen mit der
Nr. 329 Schätzpreis: 400,00 EUR Hanse-Merkur Lebensversicherungs-AG in Ham-
Startpreis: 120,00 EUR burg, wohin der Geschäftssitz dann in späteren
Jahren sukzessive verlegt wurde. Diese Aktien
Hamburger Privat-Bank von 1860 AG sind etwas ganz besonderes, denn 1991 wurden

Nr. 331
Aktie 1.000 Mark, Nr. 7406 nur noch Stücke für den mit 0,12 % verschwin-
Hamburg, 24.4.1922 VF dend geringen Minderheitenbesitz ausgedruckt.
Für die Großaktionäre Hanse-Merkur Holding AG
Auflage 10000 (R 10). Gründung 1860 als Genos-
(74,78 %) und Landschaftliche Brandkasse Hanno-
senschaftsbank, AG seit 1921. Bankgeschäfte
Nr. 331 Schätzpreis: 175,00 EUR ver (25,1 %) gab es von vornherein nur Globalur-
namentlich für Kreise des Mittelstandes. Unter
Startpreis: 70,00 EUR kunden. Teileingezahlt mit 25 %. Kleine Vignette
der Firma “Niedersächsische Handelsbank” wur-
mit Firmensignet (Erwachsener hält schützend
den neben dem weiteren Hauptsitz Hannover Handelsgesellschaft für Tabak seine Arme über drei Kinder). Rückseitig entwer-
außerdem Geschäftsstellen in Burgwedel, Vahren- und Landesprodukte AG tet, mit Kupons.
walde, Fallersleben, Gifhorn, Hillerse und Meiner-
sen unterhalten. Im Mai 1924 begab sich die Bank Aktie Serie A 5.000 Mark, Nr. 6941
wegen ungenügender Liquidität unter Geschäfts- Kork, 1.8.1923 EF- Nr. 334 Schätzpreis: 150,00 EUR
aufsicht, anschließend Zwangsvergleich. Nur Gründeraktie, Auflage 60.0000 (R 8). Die Gesell- Startpreis: 80,00 EUR
wenige Wochen nachdem die Bank saniert schien schaft wurde von mehreren tabakbauenden Land- Hanseatische Verlagsanstalt AG
geriet sie im September 1925 erneut in Schwierig- wirten sowie der „Badische Tabakbau- und Ver-
keiten und stellte die Zahlungen ein. Im Rahmen wertungs-AG“ ins Leben gerufen. Sehr schöner
Aktie Lit. B 100 RM, Nr. 58
des erneuten Zwangsvergleichs wurden sämtliche Kupfertiefdruck, Umrandung aus Tabakblättern, Hamburg, Juli 1938 EF
Vermögenswerte einem Treuhänderausschuss vier große Tabakblätter im Unterdruck. Mit kom- Auflage 100 (R 6). Gründung 1893 als Hanseati-
überlassen, die Börsennotiz in Hamburg wurde plettem Kuponbogen. sche Druck- und Verlagsanstalt eGmbH, 1917

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Auktionshaus Gutowski • 49. Auktion Historischer Wertpapiere am 30. Januar 2012

umgewandelt in Deutschnationale Verlagsanstalt Nr. 340 Schätzpreis: 500,00 EUR


AG, 1920 umbenannt wie oben, ab 1943 Deutsche Startpreis: 75,00 EUR
Hausbücherei AG. Prägesiegel lochentwertet.
Hch. Schulz AG
Aktie 1.000 Mark, Nr. 1735
Pfungstadt, 4.12.1920 EF
Gründeraktie, Auflage 2.700 (R 10). Gründung
4.12.1920, eingetragen 8.6.1922. Die Firma lautete
dann: Conservenfabrik Gonsenheim Wagner &
Co., AG. Herstellung und Vertrieb von Nahrungs-
und Genussmitteln aller Art. Die Herstellung von
Gemüsekonserven wurde 1923 aufgenommen.
Großformatiges Papier, schön gestaltet. Doppel-
blatt.

Nr. 334

Nr. 337
Nr. 337 Schätzpreis: 200,00 EUR
Startpreis: 80,00 EUR
Hauptstadt Mannheim
Nr. 341
4 % Schuldv. 100 Mark, Nr. 794
30.3.1908 EF/VF
Auflage 1.000 (R 10). Teil einer Anleihe von 7 Mio. Nr. 341 Schätzpreis: 125,00 EUR
Mark zur Erweiterung des Wasser-, Elektrizitäts- Startpreis: 75,00 EUR
und Gaswerks, der Straßenbahn, des Industrieha-
Heilmann & Littmann Bau-AG
Nr. 335
fens, der Schulbauten und für Liegenschaftser-
werbungen etc. Doppelblatt, inwendig Anleihebe- Aktie 1.000 RM, Nr. 9076
dingungen, beiliegend Restkupons. München, 21.4.1942 EF+
Nr. 335 Schätzpreis: 150,00 EUR Auflage 2.837 (R 6). Gründung 1871 durch den
Startpreis: 60,00 EUR Nr. 338 Schätzpreis: 175,00 EUR Ingenieur Jakob Heilmann, der später seinen
Harburger Gummiwaren-Fabrik Startpreis: 80,00 EUR Schwiegersohn den Architekten Max Littmann mit
Phoenix AG Hauptstadt Mannheim in die Firma aufnahm. GmbH seit 1897, seit 1927
„Heilmann & Littmann Bau- und Immobilien-AG“,
Aktie 100 RM, Nr. 4428 6 % Schuldv. Lit. C. 1.000 Mark, Nr. 205 Berlin-München. 1933 wurde die Bauabteilung in
Harburg-Wilhelmsburg, Januar 1934 EF+ 1.10.1922 EF/VF dieser eigenen AG verselbständigt. Noch heute
Auflage 10.200 (R 7). Gründung 1872 durch Verei- Auflage 20.000 (R 10). Teil einer Anleihe über ins- bestehendes bedeutendes Bauunternehmen (Hei-
nigung der seit 1856 bestehenden Harburger Gum- gesamt 120 Mio. Mark. Doppelblatt, inwendig lit + Wörner). Prägesiegel lochentwertet.
miwarenfabrik Menier und der 1811 gegründeten Anleihebedingungen, mit Kupons.
Gummiwarenfabrik J.N. Reithoffer in Wien (der
ältesten Fabrik ihrer Art des Kontinents) als “Ver- Nr. 339 Schätzpreis: 200,00 EUR
einigte Gummiwaaren-Fabriken Harburg-Wien vor- Startpreis: 50,00 EUR
mals Menier-J.N. Reithoffer”. 1922 Umfirmierung
wie oben nach Abtrennung des österreichischen Haus der Landwirte in München AG
Werkes. Produkte: Reifen, Gummischuhe, techni- Aktie Lit. C 20 RM, Nr. 14159
sche Artikel, chirurgische Gummiwaren, Spiel- München, August 1928 VF
und Sportbälle, gummierte Gewebe für die Beklei- Auflage 17.000 (R 8). Gründung 1923. Förderung
dungsbranche. 1952 wurde der Firestone Tire & der Landwirtschaft und der Belange der Landwir-
Rubber Co., Akron/Ohio, eine 25 %ige Beteiligung te, insbesondere Übernahme und Fortführung des
eingeräumt, im Gegenzug durfte Phoenix alle Fire- Betriebes des Hauses der Landwirte in München.
stone-Patente uneingeschränkt nutzen. 1961 Das Hotel nebst Gaststätten wurde 1930 verpach-
zwecks Expansion Übernahme des benachbarten tet. 1944 Totalzerstörung des Hausbesitzes. Die
Geländes der Ver. Jute-Spinnereien und Webereien Gesellschaft besaß 7 Wohnhäuser und baute 1952
AG. 1978 Umfirmierung in Phoenix AG. Mit Werken ein sechsstöckiges Bürohaus sowie 1957 das Hotel
in HH-Harburg, Hildesheim, Reinsdorf (bei Helm- Metropol. 1971 Umwandlung in eine GmbH. Mit
stedt), Sterbfritz (Oberhessen) Waltershausen Kupons. Knickfalten.
(ehem. VEB Gummiwerke Thüringen) und Sauzet
(Frankreich) dann vor allem Zulieferer von Form-
teilen für die Automobilindustrie. 2003 vom Riva-
len Continental-Gummiwerke aus Hannover über-

Nr. 342
nommen (was nicht einer gewissen Ironie ent-
behrt: 1898 setzte Phoenix mit dem Erwerb der
Kautschuk-, Guttapercha- und Telegraphenwerke
in Hannover-Linden der hannoverschen Konkur-
renz ein eigenes Werk vor die Haustür, verkaufte
Nr. 342 Schätzpreis: 250,00 EUR
dieses aber 1919 wieder). Wie ein Reifenprofil auf- Startpreis: 100,00 EUR
gemachte Umrandung. Nicht entwertet! Helios Elektricitäts-AG
4,5 % Schuldv. 1.000 Mark, Nr. 8034
Nr. 336 Schätzpreis: 200,00 EUR Köln, 20.1.1900 EF/ VF
Startpreis: 80,00 EUR Auflage 8.000 (R 10). Gegründet 1884 als „Helios
Hauptstadt Mannheim AG für elektrisches Licht und Telegraphenbau“.
4 % Schuldv. 100 Mark, Nr. 1267 Die Gesellschaft baute und betrieb Elektrizitäts-
werke im In- und Ausland. Im wesentlichen wurde
1.10.1906 EF das von der AEG so erfolgreich betriebene
Auflage 1.500 (R 9). Teil einer Anleihe von 6 Mio. Geschäft kopiert: Man beteiligte sich an neu
Mark zur Erweiterung des Wasser- und Elektrizi- gegründeten E-Werken und verpflichtete die
tätswerks, der Straßenbahn, für den Kaufhausum- Werke im Gegenzug zum Bezug der eigenen

Nr. 340
bau, den Bau der zweiten Neckarbrücke, Liegen- Maschinen und Anlagen (so wie dies für die AEG
schaftserwerbungen etc. Doppelblatt, inwendig Emil Rathenau erstmals bei der BEWAG vorexer-
Anleihebedingungen, beiliegend Restkupons.

58
Auktionshaus Gutowski • 49. Auktion Historischer Wertpapiere am 30. Januar 2012

ziert hatte). Der Kauf der „Bank für elektrische vorm Gebr. Helfmann. 1924 Namensänderung in
Industrie“ (Verkäufer: Berliner Handels-Gesell- Hochtief AG für Hoch- u. Tiefbauten, vorm Gebr.
schaft) kurz vor der Jahrhundertwende wurde für Helfmann. Hochtief ist heute der größte deutsche
den Helios zum Verhängnis: Die damit erworbe- Baukonzern. Lochentwertet.
nen Beteiligungen erwiesen sich überwiegend als
notleidend. Im Zuge der darauffolgenden Sanie-
rung wurde 1904 das Werk in Köln-Ehrenfeld an
die AEG und Siemens verkauft, seit 1905 war der
Helios in Liquidation. Die Aktionäre verloren ihr
gesamtes Geld. Teil einer Anleihe von 10 Mio.
Mark. Mit restlichem Kuponbogen.

Nr. 345
Nr. 345 Schätzpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 75,00 EUR
Hirsch Kupfer- und Messingwerke AG
Aktie 100 RM, Nr. 5305
Berlin, Juli 1928 EF
Auflage 20.000 (R 9). Gründung des Ilsenburger
Kupferhammers bereits 1595. 1841 Inbetriebnah-
me einer wasserbetriebenen Walzhütte für Kupfer

Nr. 343
und Blei durch die Industriellenfamilie Hirsch.
Gründung der AG 1906 unter Übernahme des Kup-

Nr. 346
ferwerks in Ilsenburg am Harz und des Messing-
Nr. 343 Schätzpreis: 175,00 EUR werks bei Eberswalde von der oHG Aron Hirsch &
Startpreis: 125,00 EUR Sohn in Halberstadt. 1918 fusionsweise Übernah-
Heliowatt Werke Elektrizitäts-AG me der Chemische Fabrik Hönningen und vorm.
Messingwerk Reinickendorf R. Seidel AG in Berlin.
Aktie 100 RM, Nr. 9217 1921 Erwerb der Aktienmehrheit an der Hütten-
Berlin, Juni 1942 EF+ werke C. Wilh. Kayser & Co. AG in Berlin (heute
Auflage 30 (R 8). Gründung 1917 durch Fusion der als Hüttenwerke Kayser AG in Lünen zur Nord-
ursprünglich im Jahr 1883 durch Prof. Hermann deutschen Affinerie gehörig). 1932 spalteten die
Aron begründeten Betriebe der Aronwerke Elek- Großaktionäre (Deutsche Bank und Dresdner
trizitäts-GmbH, der Aron Elektrizitäts-GmbH und Bank) die Firma auf: Die “alte” AG wurde umbe-
der Nora-Radio GmbH mit der Gesellschaftsgrund- nannt in Berlin-Ilsenburger Metallwerke AG, ihr
stücke besitzenden Brandenburgischen Immobili- verblieb die Kupferhütte Ilsenburg (in der DDR bis
en AG. Herstellung von Elektrizitätszählern, elek- zuletzt die schlimmste Giftschleuder am Fuße des
trischen Schaltapparaten, Fernsehmeßapparaten, Harzes), die 1934 in die Kupferwerke Ilsenburg AG
Meßtransformatoren und Rundfunkgeräten (Nora- ausgegründet wurde, während die Berlin-Ilsenbur-
Radio). Hersteller von Bakelit (Heliowatt). Ab 1964 ger Metallwerke AG 1936 in Liquidation trat. Das
Heliowatt Werke Elektrizität GmbH. 1987-95 Über- Ilsenburger Werk ist heute eine Produktionsstätte
nahme durch Schlumberger Technologies GmbH, für Grobbleche der Salzgitter AG. Der wesentlich
1996 Stilllegung der Produktion in Berlin-Charlot- größere Teil des Unternehmens, die Kupfer- und
tenburg. Lochentwertet.
Messingwerke Finow (Mark), wurde bei der
Betriebsaufspaltung 1934 in die unter altem
Namen neu gegründete “Hirsch Kupfer- und Mes-
singwerke AG” eingebracht, deren Großaktionäre
wurden die “alte” Hirsch Kupfer (jetzt: Berlin-
Ilsenburger Metallwerke AG) und die Otavi Minen-
und Eisenbahn-Gesellschaft, South West Africa.

Nr. 347
Das riesige, 7,7 Mio. qm große Werk hatte 9,3 km
Wasserfront am Oder-Havel-Kanal und am Finow-
kanal, zwei eigene Bahnhöfe mit 7,5 km Normal-
spurbahnen sowie eine 18 km lange schmalspuri- Nr. 347 Schätzpreis: 160,00 EUR
ge Fabrikbahn. Als AEG-Tochter “Finow Kupfer- Startpreis: 60,00 EUR
und Messingwerke AG” überstand der Betrieb den Hôtelbetriebs-AG Conrad Uhl’s
Krieg völlig unbeschädigt und wurde 1945 von der
Roten Armee besetzt. Nach wenigen Tagen began-
Hôtel Bristol-Centralhôtel
nen die Sowjets mit dem Abtransport aller Werk- Aktie 1.000 Mark, Nr. 5469
seinrichtungen, entfernten die Konstruktionsele- Berlin, 10.6.1905 VF+

Nr. 344
mente der Werkshallen und sprengten die stehen- Auflage 1.600. Gründung 1897 zum Erwerb des
gebliebenen Mauerstümpfe. Damit erlosch eine Centralhotels, welches zuvor der Eisenbahn-
weltbekannte, über 250 Jahre alte Produktions- Hotel-Gesellschaft gehörte. 1904 Ankauf des Hotel
stätte. Die AG wurde enteignet. 1947 von der AEG Bristol. 1910 Übernahme des Café und Hotel
Nr. 344 Schätzpreis: 250,00 EUR als „Hirsch“ Kupfer- und Messingwerke GmbH in
Startpreis: 75,00 EUR Bauer. 1911 Erwerb des Grand Hotel Bellevue und
Hamburg, später Frankfurt/Main für den Bereich
des Tiergartenhotels, nebst Weingroßhandlung
Hessenkauf AG Metallhandel neu gegründet. Nicht entwertet,
Emil Metzger. Dazu kamen die Kranzler’sche Kon-
weniger als 10 Stück sind in dieser Form bekannt.
Namensaktie 20 Goldmark, Nr. 314 ditorei, das Hotel Kaiserhof und das Baltic. 1927
Mit Kupons.
Darmstadt, 1.1.1924 EF/VF Umbenennung in Hotelbetriebs-AG (Bristol, Kai-
Auflage 1.750 (R 8). Gründung 1922. Kommission, Nr. 346 Schätzpreis: 175,00 EUR serhof, Bellevue, Baltic, Centralhotel). Noch heute
Spedition und Lagerhausgeschäfte im Interesse als Kempinski AG börsennotiert. Neben dem
Startpreis: 90,00 EUR
der dem Landesverband des Hessischen Einzel- “Kempi” in Berlin wird u.a. das vornehme “Vier
handels unmittelbar oder mittelbar angeschlosse- Hochtief AG für Hoch- und Tief- Jahreszeiten” in München bewirtschaftet, wo sich
nen Firmen, Großhandel mit Kolonialwaren, bauten vorm. Gebr. Helfmann heute auch der Verwaltungssitz befindet. Großfor-
Lebensmitteln und Feinkost. 1950 Vergleichsver- Vorzugsaktie 500 RM, Nr. 91940 matiges Papier, schöne florale Umrandung. Diese
fahren. Trotz des gleichen Nominalwertes sind Kapitalerhöhung wurde zwecks Regelung der auf
innerhalb der Serie A verschiedenfarbige Stücke
Essen, 12.7.1926 EF
Auflage 4.000 (R 6). Gründung 1896 unter Über- dem Grundstück Unter den Linden 5/6 lastenden
bekannt geworden, orangenfarben und grün. Hier
nahme der Fa. Gebr. Helfmann, Frankfurt am Main, Hypotheken beschlossen und durchgeführt. Loch-
wird die grüme Variante angeboten. Mit angehef-
unter dem Namen AG für Hoch- u. Tiefbauten entwertet.
teter Lieferbarkeitsbescheinigung.

Einlieferungen für die nächsten Auktionen werden laufend angenommen

59
Auktionshaus Gutowski • 49. Auktion Historischer Wertpapiere am 30. Januar 2012

mit der Herstellung von Kochtöpfen, Milchkannen Deutschen Bank und der Bank für Handel und
und Lampen über Wasser. 1947 wurden alle Industrie kam dagegen zu einem vernichtenden
Maschinen und Anlagen von den Sowjets als Repa- Urteil: Das Eigenkapital der Pommernhypo dürfte
rationsleistung demontiert und die Gebäude verloren sein, und auch die Pfandbriefgäubiger
anschließend gesprengt. Patente und Markenrech- würden nicht ungeschoren davon kommen. Die
te wurden danach von anderen DDR-Betrieben Bank für Handel und Industrie erarbeitete dann
genutzt, so z.B. die Wortmarke HASAG bis 1974 einen für die damalige Zeit ziemlich einmaligen
vom VEB Leuchtenbau Leipzig. Lochentwertet. Die Reorganisationsplan für die Pommersche Hypoth-
20-RM-Aktien wurden 1940 aus dem Verkehr gezo- keken-Actien-Bank (die gleichzeitig in Berliner
gen und in 100-RM-Stücke umgetauscht. Deshalb Hypothekenbank umbenannt wurde): Die Pfand-
eine Riesen-Rarität: nur 2 Stücke sind bis heute briefgläubiger mussten entweder teilweise auf
erhalten geblieben! Prägesiegel lochentwertet. Zinsen verzichten oder eine Herabwertung der
Pfandbriefe um 20 % akzeptieren, wobei der Pfan-
dbriefinhaber für die Hälfte des Nennbetrages der

Nr. 348
Nr. 350 Schätzpreis: 1.250,00 EUR
Startpreis: 600,00 EUR Abwertung Aktien Lit. B der Berliner Hypotheken-
bank erhielt. Damit war auch der ursprüngliche
Immobilien-Verkehrsbank Zweck der Immobilien-Verkehrsbank, nämlich die
Nr. 348 Schätzpreis: 250,00 EUR
Startpreis: 100,00 EUR Aktie 1.000 Mark, Nr. 2235 Bad-Bank-Funktion nach der Pommernhypo-Reor-
Berlin, März 1907 EF/VF ganisation 1890, gescheitert und sie wurde über-
HOVAD Lebensversicherungs-Bank AG flüssig. Die von ihr administrierten Grundstücke
Auflage 2.800 (R 8). Gegründet 1890 als “Bad
Aktie Lit. A 20 RM, Nr. 7228 Bank” für die Pommersche Hypotheken-Actien- wurden überwiegend den beiden Gläubigerban-
Berlin, April 1926 EF Bank (ab 1902 Berliner Hypotheken-Bank) um ken (Pommernhypo und Mecklenburg-Strelitzsche
Auflage 12.250 (R 7). Gründung 1921 als Ostra- deren “nicht brauchbare Hypotheken-Forderun- Hypo) zugeordnet. Die Pommernhypo übernahm
Lebensversicherungs-Bank AG, 1925 Umfirmie- gen und Grundbesitz” abzustossen. Bei der die schon bestehenden 500 Aktien zu 1.000 M
rung wie oben. In der Weltwirtschaftskrise (ersten) Reorganisation der Pommernhypo gingen unentgeltlich, rekapitalisierte die Immobilien-Ver-
1929/30 geriet die Ges. wegen einer sprunghaft 1890 so auf die Gesellschaft über: 21 Häuser und kehrsbank später mit einer Kapitalerhöhung um
ansteigenden Storno-Quote in Schwierigkeiten. 13 Baustellen in Berlin, 31 Häuser in Charlotten- weitere 2.800 Aktien und bot die Aktien dann ihren
1932 Übernahme des Hovad-Konzerns durch die burg, 9 Häuser und 7 Baustellen in Schöneberg, 13 eigenen Aktionären zum Bezug an. Ab 1908 waren
UNION Allgemeine Versicherungs-AG in Berlin, die Häuser und 72 Baustellen in Pankow sowie einige sie an der Berliner Börse notiert. Verblieben
1958 ihren Sitz nach München verlegte, 1982 dann ertraglose Terrains in der Umgebung von Berlin. waren der Immobilien-Verkehrsbank noch 39
auf die Alleinaktionärin “Magdeburger Feuerversi- Finanziert wurde die Immobilien-Verkehrsbank bebaute Grundstücke im Buchwert von 11,3 Mio.
cherungs-AG” in Hannover verschmolzen (damals weiterhin von der Pommernhypo. Mitte der M (darunter der Sport-Palast an der Potsdamer
zur Schweizer Rück gehörig, später an die Allianz 1890er Jahre konnten diese Darlehen nicht mehr Strasse) und unbebaute Grundstücke im Buch-
verkauft). Mit restlichem Kuponbogen. Nur 10 der Deckungsmasse der Pfandbriefe der Pom- wert von 12,1 Mio. M. Pro forma war die AG nach
Stück wurden Anfang der 90er Jahre in Privatbe- mernhypo zugerechnet werden, da die Hypothe- Entlassung in die Unabhängigkeit nun autonom,
sitz in Solingen gefunden. Das allerletzte Stück kenbank-Gesetze in Preußen verschärft wurden. doch waren ihr “alle weiteren Spekulationsge-
beim Einlieferer! Dies umging die Pommernhypo dadurch, daß sie schäfte und jede gefahrbringende materielle Aus-
1896 kurzerhand im benachbarten Fürstentum, in dehnung des Geschäfts” untersagt. De facto hatte
dem es keine Gesetzesverschärfung gegeben die AG nur noch ihren Grundbesitz zu verwerten,
Nr. 349 Schätzpreis: 500,00 EUR weshalb sie konsequenter Weise auch 1909 in
Startpreis: 250,00 EUR hatte, die Mecklenburg-Strelitzsche Hypotheken-
bank gründete. Fortan hatte diese die Hauptlast Liquidation trat. Bis 1925 war alles verkauft und
Hugo Schneider AG der Finanzierung der Immobilien-Verkehrsbank die erste “Bad Bank” der Finanzgeschichte trat 35
Aktie 20 RM, Nr. 6071 als “Bad Bank” zu tragen. Doch diese Trickserei Jahre nach ihrer Gründung von der Bühne ab. Prä-
kam ans Tageslicht. Als Ende 1900 der Krach der gesiegel lochentwertet.
Leipzig, 5.9.1932 VF
Auflage 7.500 (R 11). Gründung 1863 als Lampen- sog. Spielhagenbanken den Pfandbriefmarkt beun-
fabrik Haeckel & Schneider in Paunsdorf bei Leip- ruhigte, warfen Anleger auch die Pfandbriefe der
Pommerschen Hypotheken-Actien-Bank und der
zig, 1871 übernahm Hugo Schneider den Betrieb
Mecklenburg-Strelitzschen Hypothekenbank auf
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vollständig, AG seit 1899. Die “Hasag” war einer erweitern?
der ältesten Industriebetriebe in Leipzig. Der ehe- den Markt, bis der Rückkauf eingestellt werden
mals handwerkliche Betrieb, in dem Lampen her- musste und die Kurse ins Bodenlose sanken. Eine
gutachtliche Überprüfung der Pommernhypo
gestellt wurden, entwickelte sich in Leipzig-Pauns-
durch einen Königlichen Bankinspektor kam noch
Bei mir werden Sie fündig.
dorf zu einer riesigen Fabrik. 1898 wurde beim Garantiert!
Bahnhof Schönefeld ein eigenes Messingwalzwerk zu einem recht optimistischen Ergebnis. Eine von
errichtet. Hergestellt wurden Messing-, Kupfer- den Aktionären der Pommernhypo selbst einge-
und Aluminiumerzeugnisse, Beleuchtungs-, Heiz- setzte Prüfungskommission unter Leitung der
und Kochartikel, Emaillewaren und Isolierflaschen
sowie Autobeleuchtung. 1932 wurde die Glühlam-
penfabrikation in Oberweißbach (hervorgegan-
gen aus der Glühlampenfabrik Germania Eisenach
GmbH) in die Hugo Schneider Vereinigte Glühlam-
penwerke GmbH ausgegliedert. Die Weltwirt-
schaftskrise traf die Hasag schwer und erforderte
eine Sanierung mit Kapitalschnitt. Dann folgte
eine sprunghafte Erholung: Die Beschäftigtenzahl,
die 1932 auf nur noch gut 1.000 abgesunken war,
vervielfachte sich (auch wegen Eröffnung des
zweiten Hauptwerkes in Berlin-Köpenick im Jahr
1935) in nur drei Jahren auf fast 3.500. Beschäfti-
gung brachten vor allem umfangreiche Munitions-
lieferungen an die Reichswehr (ab 1935 die Wehr-
macht). Dirigent dieses Aufschwungs, der die
Hasag bis Ende des 2. Weltkrieges zum größten
Rüstungsbetrieb in Mitteldeutschland und alleini-
gem Hersteller von Panzerfäusten machte, war als
Betriebsdirektor Wilhelm Renner, der Vater von
Hannelore Kohl. In den 1940er Jahren arbeiteten
zwei Hauptwerke in Leipzig-Paunsdorf und Berlin-
Köpenick, außerdem Betriebsstätten in Altenburg,
Meuselwitz, Thermos-Langewiesen, Glashütte
Großbreitenbach, Schwachstromlampenfabriken
Eisenach und Oberweißbach (alle Thüringen)
sowie Taucha bei Leipzig und Rhönglashütte
Dernbach. Börsennotiz Berlin und Leipzig, Mehr-
heitsaktionär war zuletzt die Dresdner Bank (wes-
halb die AG noch heute im Verzeichnis des

Nr. 350
Anteilsbesitzes der Allianz-Versicherung mit 25,1
% aufgeführt ist). Nach Kriegsende hielt man sich

60
Auktionshaus Gutowski • 49. Auktion Historischer Wertpapiere am 30. Januar 2012

Nr. 351
Nr. 351 Schätzpreis: 250,00 EUR
Startpreis: 75,00 EUR
INDUSTRIA
Rheinische Versicherungs-AG

Nr. 353
Namens-Aktie 1.000 Mark, Nr. 4102
Mannheim, 10.3.1921 EF
Gründeraktie, Auflage 5.000 (R 8). Transport- und
Rückversicherung. 1924 Sitzverlegung nach Duis- Umwandlung in eine AG im Jahr 1906 kommen (der zum Börsengang im Rennwagen vorfuhr und
burg. 1926 Konkurs. Sehr dekorativer, großforma- weitere Renommier-Aufträge: die Akademie der 2004 wegen seiner Eskapaden geschasst wurde)
tiger Druck. Mit restlichen Kupons. Wissenschaften, das Kaiser-Friedrich-Museum, erlebten die Anleger alle Höhen und Tiefen.
der Marstall, die Staatsbibliothek, die Zentrale der
Elektrischen Hoch- und Untergrundbahn. 1921
werden die Geschäftsaktivitäten in Süddeutsch-
land in die “Süddeutsche Held & Francke Bauakti-
engesellschaft” in München mit Ndl. in Stuttgart
ausgegründet. Im Jahr 1927 erwirbt die finanziell
schwache Industriebau AG Berlin-Breslau-Katto-
witz (gegründet 1911 als „Schlesische Eisenbeton-
bau-AG“ in Kattowitz und seit 1921 mit Hauptsitz
in Berlin) heimlich die Aktienmehrheit bei Held &
Francke, noch im gleichen Jahr fusionieren beide
Firmen. In der Weltwirtschaftskrise gerät die
Firma 1929 an den Rand der Insolvenz, die 1930er

Nr. 355
Kapitalerhöhung schafft nicht mehr genug Luft,
1931 lassen die Banken das Berliner Stammhaus
fallen und stützen nur noch die süddeutsche
Tochtergesellschaft. Die Aktien der Süddeutsche
Held & Francke Bauaktiengesellschaft gehen aus
der Konkursmasse an die Maffei’sche Erbenge-
meinschaft. Das Unternehmen etabliert sich am
Markt so gut, daß 1940 der Namenszusatz “Süd-

Nr. 352
deutsche” entfällt. 1950-65 dehnt sich die Held &
Francke AG deutschlandweit aus und baut ein
starkes Auslandsgeschäft auf. 1990 erwirbt die
Nr. 352 Schätzpreis: 250,00 EUR Philipp Holzmann AG nahezu alle Aktien. Mit
Startpreis: 80,00 EUR deren Insolvenz im Jahr 2002 ist auch das Schick-
Industrie-Gesellschaft sal von H&F endgültig besiegelt. Lochentwertet.
für Steine und Erden GmbH Nur 2 Stücke sind bis heute erhalten geblieben!
Antheilschein 5.000 Mark, Nr. 135
Nr. 354 Schätzpreis: 125,00 EUR
Frankfurt a.M., 16.8.1900 VF Startpreis: 50,00 EUR
(R 9). Gründung am 7.7.1900. Später Sitzverlegung
nach Eschershausen zur Vorwohler und Limmer Industriegas AG
Asphaltgruben AG. Hochformat, größer als DIN Aktie 1.000 RM, Nr. 3163
A4, sehr hübscher G&D-Druck. Handschriftlich Berlin, Juni 1935 EF
ergänzt: Magdeburg, am 31.12.1903. Original sig- Auflage 200 (R 6). Gründung 1922 als „Sächsische
niert. Acetylen-AG“ in Dresden. Herstellung von techni-

Nr. 356
schen Gasen. 1947 verlagert nach Grevenbroich,
Nr. 353 Schätzpreis: 500,00 EUR 1952 nach Köln, 1957 umfirmiert in IGA Industrie-
Startpreis: 300,00 EUR gas GmbH & Co. KG, heute IBG Industrie-Beteili-
Industriebau - Held & Francke AG gungs-GmbH & Co. KG, Köln. Lochentwertet. Nr. 356 Schätzpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 75,00 EUR
Aktie 1.000 RM, Nr. 996
Nr. 355 Schätzpreis: 75,00 EUR Institut der Englischen Fräulein Beatae
Berlin, September 1930 EF Startpreis: 40,00 EUR
Auflage 1.440 (R 11). 1872 gründen Otto Held und
Mariae Virgins (Instituut der Engelsche
August Francke in Berlin eine Bauunternehmung. Infineon Technologies AG Zusters Beatae Mariae Virgins)
Bald werden mehrere hundert Mitarbeiter ADR für 1 Stückaktie, Nr. 132 8 % Obl. 1.000 hfl., Nr. 6
beschäftigt, weil man mit der Ausführung bedeu- München, 15.6.2006 UNC- Aschaffenburg, 19.9.1929 VF+
tender Bauten betraut wird: Held & Francke baut Gültige Aktie! Infineon entstand 1999 durch Auflage 240 (R 10). Eine in Holland aufgelegte
das Reichsversicherungsamt (bis 1887), den Abspaltung des Halbleitergeschäfts der Siemens Anleihe von 350.000 fl. für Erweiterung und Mobi-
Preußischen Landtag (bis 1899), den Berliner AG mit noch heute über 40.000 Mitarbeitern. Eines liar der Klosterschule in Würzburg, grundbuch-
Dom (1894-1900) sowie die Zantrale der Deut- der 30 DAX-Unternehmen. Unter dem glamourö- lich abgesichert auf Liegenschaften in Würzburg
schen Bank in der Mauerstraße. Nach der sen Vorstandsvorsitzenden Ulrich Schumacher und Aschaffenburg. Lochentwertet.

61
Auktionshaus Gutowski • 49. Auktion Historischer Wertpapiere am 30. Januar 2012

burg, Langendiebach, Rehfelde, Leipzig, Hamburg, Bankhaus Alwin Steffan. 1956 wurde die AG aufge-
Herford, Mannheim, Feuerbach und Berlin. 1922 löst. Großformat. Sehr hübsche Umrahmung mit
wurde von den Brüning-Aktionären in Den Haag zwei Stierkopf-Vignetten. Nennwert 1951 auf 800
die Handelsgesellschaft “Cuba” gegründet, die als DM umgestellt.
Holding- und Finanzierungsgesellschaft das
gesamte Brüning-Kapital übernahm und später
auch sämtliche zur Verarbeitung notwendigen
Rohstoffe lieferte. Alle Verträge mit der N.V. Cuba
wurden 1927 wieder aufgehoben. 1932 wurde der
Firmensitz letztmalig verlegt, und zwar zum
Hauptwerk Lüneburg. Neben Zigarrenkisten wur-
den nun insbesondere Sperrholz für Schiffsbau,
Innenausstattung, Möbelbau sowie Flugzeugplat-
ten hergestellt. 1967 umgewandelt in die “Ibus-
Werke GmbH”. Teil einer vornehmlich in Holland
platzierten Anleihe von 125.000 £ stg. Perforati-
onsentwertet. Nur vier dieser Muster aus dem auf-
gelösten de Bussy-Archiv sind bekannt.

Nr. 357
Nr. 362
Nr. 357 Schätzpreis: 175,00 EUR
Startpreis: 80,00 EUR Nr. 362 Schätzpreis: 250,00 EUR
Institut der Schulschwestern Startpreis: 100,00 EUR
in Speyer am Rhein Janus-Werk AG Elektrische
8 % Obl. 1. Serie 1.000 hfl., Specimen und elektromedizinische Apparate
Amsterdam/Speyer, 31.12.1929 EF Aktie 20.000 Mark, Nr. 2567
Nr. 360
(R 10) Die Schwestern gehören zur Kongregation München, 8.11.1923 EF+
der Dominikanerinnen in Deutschland. Anleihe Gründeraktie, Auflage 1000 (R 10). Gründung 1923
von 1 Mio. fl. mit Genehmigung des Heiligen Stuhls zur Fortführung der Fabrikationsabteilung der
in Rom, abgesichert durch Grundschuld auf dem Nr. 360 Schätzpreis: 300,00 EUR
“Münchener Metall-Kunst Friedrich & Adolf Mil-
Institut mit Kirche, Krankenzimmer, Schulhaus, Startpreis: 90,00 EUR
denberger” in München (Schellingstr. 37). Herge-
Spielplatz und Hof in Speyer, Vinzentiusstr. 4 J. C. Hedemann AG stellt wurden elektrische, elektromedizinische
sowie den dazugehörenden Oekonomien, ferner und Röntgen-Apparate, wobei die Ges. eng mit
durch Abtretung der aus dem Betrieb der Einrich- Aktie 1.000 Mark
Badbergen, 1.4.1913 EF Professoren der Universität München zusammen-
tung resultierenden Entgeltforderungen gegen arbeitete. 1925 in Konkurs gegangen. Dekorativ,
den Bayerischen Staat. Doppelblatt, inwendig Interims-Schein (R 10) Gründung 1913. Fabrikati-
schöne Büste des zweigesichtigen altrömischen
Anleihebedingungen, perforiert. Äußerst seltenes on von landwirtschaftlichen und anderen Maschi-
Gottes Janus (Gott des Torbogens) im Unter-
Stück aus dem aufgelösten de Bussy-Archiv! nen. Probedruck der Gründeraktie, hätte mit 500
druck. Mit komplettem Kuponbogen.
Mark eingezahlt werden sollen. Schöner, großfor-
Nr. 358 Schätzpreis: 200,00 EUR matiger Druck. Uns ist kein weiteres Stück
Startpreis: 60,00 EUR bekannt. Abheftlochung.
Institut der Schulschwestern
in Speyer am Rhein
8 % Obl. 2. Serie Lit. A 500 hfl., Nr. 917
Amsterdam/Speyer, 15.3.1930 VF+
(R 9) Doppelblatt, inwendig Anleihebedingungen.
Mit restlichem Kuponbogen.

Nr. 363
Nr. 363 Schätzpreis: 300,00 EUR
Nr. 361
Startpreis: 50,00 EUR

Nr. 359
Jos. Feldl AG Elektrotechnische
Nr. 361 Schätzpreis: 200,00 EUR Werkstätte und Installation
Nr. 359 Schätzpreis: 175,00 EUR Startpreis: 75,00 EUR Aktie Lit. A 1.000 Mark, Nr. 3563
Startpreis: 75,00 EUR J. H. Epstein AG Fabrik farbiger Leder München, 16.5.1923 VF+
J. Brüning & Sohn AG Aktie 1.000 Mark, Nr. 842 Gründeraktie, Auflage 12.500 (R 10). Gründung
7,5 % Obl. 50 £ stg., Recu Specimen Frankfurt a. M., 24.5.1922 EF April 1923 zur Fortführung der Firma Jos. Feldl
oHG. Reparatur, Bau und Vetrieb elektrischer
Potsdam, 14.12.1926 EF Gründeraktie, Auflage zuletzt 1.250 (R 8). Über- Maschinen und Apparate. Im Oktober 1924 wurde
(R 10) Gegründet bereits 1848 in Langendiebach nahme der seit 1878 bestehenden Fa. Jakob Her- die Liquidation beschlossen, im Februar 1925
(etwas nordöstlich von Hanau). Betrieb einer mann Epstein. 1941 Umfirmierung in „Feinleder- erloschen. Mit kpl. anh. Kuponbogen.
Zigarrenkisten- und Zigarrenwickelformen-Fabrik. werke Niederrad AG“. Erzielte bahnbrechende
1898 Umwandlung in eine AG, Sitzverlegungen Erfolge in der Herstellung farbiger Leder für die
1918 nach Berlin (dort auch börsennotiert) und Buchbinderei, Lederwaren- und Schuhindustrie. Historische Wertpapiere:
1921 nach Potsdam. Die Bedeutung der Firma ist Ledersorten: Cap-Saffiane, deutsche Saffiane, Geschichte zum Anfassen,
schon aus der großen Zahl der Zweigwerke zu Kalb-, Seehund- und Reptilleder, Gold- und Silber- Liebhaberstücke, Sammel-
erkennen: Herbolzheim, Ragnit (Ostpr.), Lüne- Chevreaux. Großaktionär war das Frankfurter
& Kunstobjekte, Kapitalanlage

62
Auktionshaus Gutowski • 49. Auktion Historischer Wertpapiere am 30. Januar 2012

Nr. 369 Schätzpreis: 250,00 EUR


Startpreis: 90,00 EUR
Kaliwerke Prinz Adalbert AG
Aktie 1.000 Mark, Nr. 3415
Hannover, 1.7.1910 EF
Gründeremission, Auflage 4.625 (R 7). Gründung
1905, Übernahme der Kaligerechtsame der Petro-
leum- und Kalibohrgesellschaft Prinz Adalbert.
Versuchsbohrungen stießen auf mächtige Salzvor-
kommen. 1906 wurde in der Gemarkung Oldau der
Förderschacht abgeteuft. 1912 erhielten die
Aktionäre für sieben Aktien einen Kux der Gewerk-

Nr. 364 Nr. 367


schaft Einigkeit. 1967 erlosch die AG endgültig
und übertrug ihr Vermögen auf die Alleinak-
tionärin, die Gewerkschaft Einigkeit II. Großforma-
Nr. 364 Schätzpreis: 175,00 EUR tiges Papier, Doppelblatt.
Startpreis: 80,00 EUR
Julius Berger Tiefbau-AG
Aktie 100 RM, Nr. 78408
Berlin, Mai 1926 EF-
Auflage 15.000 (R 8). 1890 gründete Julius Berger
ein Baugeschäft in Zempelburg/Westpreußen, das
1892 nach Bromberg/Posen verlegt wurde. 1905
Umwandlung in eine AG. Anfangs vor allem Eisen-
bahnbauten in den östlichen Provinzen, später
auch Ausführung von Großbauvorhaben im In-
und Ausland. Sitzverlegungen 1910 nach Berlin
und 1948 nach Wiesbaden. 1969 Fusion mit der
Bauboag (die 1890 gegründete vormalige Berlini-
sche Boden-Gesellschaft). Die Dresdner Bank, die
an allen drei Unternehmen (Julius Berger Tiefbau-
AG, Bauboag und Grün & Bilfinger AG, Mannheim)
beteiligt war, verschaffte 1970 der Grün & Bilfinger
AG (Börsenname: Grünfinger) eine Mehrheitsbe-
teiligung an der Julius Berger Tiefbau-AG, 1975
dann Fusion zur Bilfinger + Berger Bauaktienge-

Nr. 368
sellschaft. Heute der auch international erfolgrei-
che zweitgrößte deutsche Baukonzern, dessen
Vorstandsvorsitzender 2011 der frühere hessische

Nr. 370
Ministerpräsident Roland Koch wurde. Faksimile- Nr. 368 Schätzpreis: 300,00 EUR
Unterschrift Julius Berger. Nicht entwertet! Startpreis: 150,00 EUR
Kaliwerk Neu-Sollstedt
Nr. 365 Schätzpreis: 150,00 EUR zu Berlin und Essen-Ruhr Nr. 370 Schätzpreis: 300,00 EUR
Startpreis: 60,00 EUR Startpreis: 90,00 EUR
Namens-Anteilschein über 1 Anteil, Nr. 198
Just & Co. AG Essen-Ruhr, 10.11.1906 EF/VF Karlsruher Brauerei-Gesellschaft
Vorzugsaktie 100 RM, Nr. 3564 Auflage 1.000 (R 8). 1906 wurde die Grube Neu- vormals K. Schrempp
Geraberg i.Thür., 2.9.1929 EF/VF Sollstedt gegründet, von 1909 bis 1911 abgeteuft. Actie 1.000 Mark, Nr. 54
Auflage 600 (R 10). Gründung 1874 als oHG. 1879 Teufe 641 m. Von 1912-1924 Förderung von Kali- Karlsruhe, 1.9.1893 EF
wird die Bahnlinie Arnstadt-Ilmenau eröffnet, 1895 salz. Das Kali-Bergwerk in Neusollstedt bei Rehun-
Gründeremission, Auflage 1.800 (R 7). Gründung
baut der Fabrikbesitzer Just auf einem Grund- gen (Kreis Nordhausen) war 1932 eine Tochterge-
sellschaft der Kaliwerke Aschersleben. Der 1889 zur Übernahme der Brauerei von Karl
stück mit großem Waldbestand am Bahnhof Gera-
berg eine Kofferfabrik. 1909 Umwandlung in eine Schacht wurde ab Herbst 1944 durch die SS-Bau- Schrempp (vormalige Brauerei Schuberg in der
GmbH, seit 1923 AG. Etwa 300 Mitarbeiter waren brigade I zum unterirdischen Material- und Klei- Karlstr. 65). Mit über 100.000 hl Jahresausstoß
mit der Herstellung von Koffern, Taschen und dungsdepot der SS ausgebaut (Code Jöhnemon). damals eine der großen Brauereien. 1920 Fusion
Lederwaren beschäftigt. Hochformat. Nicht ent- Ab September 1944 war es ein Außenlager des KZ mit der Brauerei A. Printz, 1933 Umfirmierung in
wertet! Rückseitig leicht fleckig. Mittelbau-Dora. Gerüchteweise soll in dem „Brauerei Schrempp-Printz AG“ (der Zusatz Printz
Schacht jüdisches Silber versteckt gewesen sein, fiel 1964 fort). 1968 Stillegung der eigenen Mälze-
Nr. 366 Schätzpreis: 150,00 EUR das dem Märkischen Museum überlassen worden rei. Mehrheitsaktionär war zuletzt über die Bank
Startpreis: 60,00 EUR ist. Der aufgelassene Schacht von Neusollstedt für Brau-Industrie und die Binding-Brauerei der
wurde 1994 verfüllt. Lochentwertet. Oetker-Konzern. 1972 auf die Binding-Tochter
Just & Co. AG Mainzer Aktien-Bierbrauerei verschmolzen. Ori-
Aktie 500 RM, Nr. 309 ginalunterschrift Karl Schrempp. Doppelblatt.
Geraberg i.Thür., 2.9.1929 EF Nicht entwertet!
Auflage 500 (R 10). Nicht entwertet!

Nr. 367 Schätzpreis: 250,00 EUR Nr. 371 Schätzpreis: 500,00 EUR
Startpreis: 90,00 EUR Startpreis: 180,00 EUR
Kaiser-Otto AG Katholische Kirchenfabrik
Nahrungsmittelfabriken Aktie 10 Thaler, Nr. 985
Aktie 20 RM, Nr. 3586 Eupen, 1.6.1861 VF
Heilbronn, 1.4.1928 EF Auflage 1.500 (R 9). Die Katholische Kirchenfabrik
Auflage 12.500 (R 9). Gründung 1918 zur Übernah- wurde gegründet zum Bau der Kirche unter der
me der „Otto & Kaiser Vereinigte Deutsche Nah- Haas in Eupen. Der zu diesem Zweck aufgenom-
rungsmittelfabriken“. Neben Nahrungs-, Genuss- mene Betrag von 15.000 Thalern wurde gemäß
und Futtermitteln wurden im Zweigwerk Hameln Beschluß der Stadtverordnetenversammlung vom
Maccaroni- und Eierteigwaren erzeugt. Bis zum 12.10.1860, genehmigt durch Verfügung der König-
Konkurs 1932 in Stuttgart bzw. Mannheim börsen- lichen Regierung zu Aachen vom 20.11., innerhalb
notiert. Das noch heute in Betrieb befindliche 15 Jahren mittels Auslosung durch die Gemeinde-
Werk Heilbronn wurde im Dezember 1932 in der kasse Eupen zurückgezahlt. Fünf Originalunter-
Zwangsversteigerung vom Lokalrivalen Knorr AG schriften des Kirchenvorstandes, des Bürgermei-

Nr. 369
erworben. Faksimile-Unterschrift A. v. Magirus. sters von Eupen und des Rendanten des Kirchen-
Unentwertet. Mit Kupons. bau-Vereins. Strichentwertet.

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Nr. 376 Schätzpreis: 175,00 EUR


Startpreis: 90,00 EUR
Kieler Verkehrs-AG
Aktie 1.000 DM, Nr. 49749
Kiel, August 1951 EF
Auflage 219 (R 7). Gründung 1905 als Hafenrund-
fahrt-AG. 1937 Übernahme der “Holsteinische
Autobus GmbH” und Umfirmierung wie oben. 1939
Verschmelzung mit der “Neuen Dampfer-Compa-
gnie”, 1942 Übernahme der “Kieler Straßenbahn”
mit ihrem 40 km langen Streckennetz, die mit zu
der Zeit rd. 700 Mitarbeitern der größte Betriebs-
teil wurde. Auf den 94 km langen Omnibus- und
Obus-Linien arbeiteten rd. 250 Leute, in der Fahr-
gastschifffahrt 150 Leute. Außerdem an der 1951

Nr. 371
gegründeten Kieler Reederei GmbH zu 50 % betei-
ligt, die den Personenverkehr Kiel-Korsör (Däne-
mark) betrieb. Börsennotiz Freiverkehr Hamburg,

Nr. 372
Nr. 372 Schätzpreis: 150,00 EUR Großaktionäre waren die Stadt Kiel (Mehrheit)
Startpreis: 60,00 EUR und früher auch die Alloka. 2008 in eine GmbH
Kathreiner GmbH umgewandelt worden. Schöner G&D-Druck, Ree-
derei-Flagge und Stadtwappen von Kiel in der
8 % Teilschuldv. 2.000 RM, Nr. 3138
Umrandung. Nur ca. 40 Stücke kamen in den
Berlin, 1.6.1930 EF Sammlermarkt. Rückseitig entwertet.
Auflage 750 (R 8). Die Firma wurde 1829 von Franz
Kathreiner in München als Spezerei- und Ölklein-
handelsgeschäft gegründet. 1876 Umwandlung in
eine oHG. 1897 Gründung der Kathreiner’s Nach-
folger GmbH. 1928 Gründung der AG, gleichzeitig
Einlage der Kathra GmbH und der Kathra-Teigwa-
renfabrik Franz Kathreiners Nachfolger GmbH
(Obst- und Gemüsekonserven, Teigwaren). 1971
Verlegung des Betriebes nach Poing (Kreis Ebers-
berg), 1974 Firmenänderung in Kathreiner AG.

Nr. 373
1977 Übernahme der bisher von der KATRA-
Supermärkte GmbH betriebenen 19 Supermärkte,
1978 Übernahme der von der H.L. Krone GmbH
betriebenen 13 Warenhäuser und und 9 Super-
märkte. Dekorativer Druck von G&D, Abb. der
Hauptverwaltung in Berlin und regem Straßenver-
kehr. Doppelblatt, inwednig Anleihebedingungen.
Mit restlichen Kupons. Nur knapp 20 Stück wur-
den 1993 in einem Prager Banktresor gefunden.

Nr. 377
Nr. 373 Schätzpreis: 200,00 EUR
Startpreis: 75,00 EUR
Kaufmannshaus AG
Aktie A 1.000 Mark, Nr. 15470 Nr. 377 Schätzpreis: 250,00 EUR
Köln, 1.4.1922 EF Startpreis: 90,00 EUR

Nr. 374
Gründeraktie, Auflage 45.000 (R 8). Sitz Rheingas- Klein-Michelmotor-Bau AG
se 8. Gründung durch 114 Personen als Besitzge- Genußschein o.N., Nr. 425
sellschaft für das Gebäude der Kölner Börse. AR- Hamburg, 19.3.1925 EF
Mitglieder waren u.a. der Bankier Pferdmenges, (R 9) Gründung 1923. Bau von Elektromotoren.
OB Konrad Adenauer, Verleger Alfred Neven du 1947 gelöscht. Dekorativ, Querschnitt eines Elek-
Mont, Bankier Simon Alfred Frhr. von Oppenheim. tromotors im Unterdruck. Mit kpl. Kuponbogen,
Mit kpl. Kuponbogen. nicht entwertet

Nr. 374 Schätzpreis: 250,00 EUR


Startpreis: 100,00 EUR
Keramische Werke Senteinen AG
Aktie 10.000 Mark, Nr. 15206
Tilsit, 12.7.1923 EF
Auflage 1.000 (R 8). Gründung 1922 durch Ziege-
leibesitzer und Töpfer aus Tilsit und Umgebung.

Nr. 375
Bereits seit 1924 wieder in Liquidation. Mit kpl.
Kuponbogen.

Nr. 375 Schätzpreis: 200,00 EUR


Startpreis: 50,00 EUR

Nr. 378
Keramische Werte AG
Aktie 1.000 RM, Nr. 566
Berlin-Charlottenburg, 14.3.1934 EF+ Nr. 378 Schätzpreis: 100,00 EUR
Gründeraktie, Auflage 850 (R 9). Die Gesellschaft
Startpreis: 40,00 EUR
übernahm bei ihrer Gründung wesentliche Beteili- Klöckner-Werke AG
gungen der „Deutsche Ton- & Steinzeug-Werke Globalaktie 10 x 100 DM, Blankette
AG“ (Annawerk, Oeslau bei Coburg; General Cera- Duisburg, Dezember 1960 UNC
mics Company, New York; Hruschauer Tonwaren- (R 7) Gründung 1897 als Lothringer Hüttenverein
fabrik; Steatit-Magnesia AG, Berlin; Technochemie Aumetz-Friede, 1903 Umbenennung in Lothringer
AG, Berlin; Keramag Keramische Werke AG, Mei- Hütten- und Bergwerksverein. 1910 Schaffung

Nr. 376
ningen/Bonn; Triton-Belco AG, Hamburg). Börsen- einer eigenen Kohlebasis durch Erwerb der
notiz Berlin und Leipzig. Zechen Victor-Ickern in Castrop-Rauxel. 1912

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Interessengemeinschaft mit den Mannstaedt-Wer- maschinen direkt gegen den Erzkonkurrenten Hei-
ken in Troisdorf und der Düsseldorfer Eisen- und delberger Druckmaschinen zu positionieren. Zum
Drahtindustrie AG, deren Aktienmehrheit Peter anderen braucht Koenig & Bauer wegen des gigan-
Klöckner inzwischen erworben hatte. Die Werke tischen Planeta-Verlustvortrages trotz glänzender
und Erzgruben in Lothringen gingen 1918 auf- Ertragslage bis lange nach der Jahrtausendwende
grund des 1. Weltkrieges verloren. Die verbliebe- keine Ertragsteuern zu bezahlen. Schöner G&D-
nen Unternehmen (Hüttenwerk Haspe, Verarbei- Druck mit Stahlstich-Vignetten von Friedrich Koe-
tungsbetriebe Troisdorf und Düsseldorf, Werk nig und Andreas Bauer. Entwertet, Abheftlochung.
Quint bei Trier) faßte Klöckner 1923 in einer ein-
zigen Gesellschaft als “Klöckner-Werke AG” mit
Sitz in Castrop-Rauxel zusammen, unter Einbezie-
hung des 1920 erworbenen “Georgs-Marien-Berg-
werks- und Hüttenvereins” in Osnabrück mit der

Nr. 381
Zeche Werne. 1938 Sitzverlegung nach Duisburg.
1945 wurde die alte Klöckner-Werke AG auf alliier-
te Anordnung liquidiert, die Betriebe aber 1952
wieder zusammengefaßt in der „Nordwestdeut-
sche Hütten- und Bergwerksverein AG“, die 1954
wieder den alten Namen “Klöckner-Werke AG”
annahm. Im gleichen Jahr Erwerb der Norddeut-
sche Hütte AG in Bremen (1959 fusioniert),
1961/62 Errichtung eines neuen Betriebes in Kehl
(Rhein). 1992 Vergleichsverfahren. Gehört heute
zum WCM-Konzern, geblieben sind dem früheren
Montan-Riesen nur noch seine Maschinenbau-
Aktivitäten (Kunststoff-Maschinen und Getränke-
abfüll-Maschinen). Dekorativ, mit großem Portrait
von Peter Klöckner.

Nr. 379 Schätzpreis: 50,00 EUR


Startpreis: 25,00 EUR
Klöckner-Werke AG
Nr. 384
7,5 % Teilschuldv. 1.000 DM, Nr. 15738
Duisburg, Mai 1971 UNC
Auflage 90.000. Lochentwertet. Nr. 384 Schätzpreis: 250,00 EUR

Nr. 382
Startpreis: 150,00 EUR
Königreich Bayern, Eisenbahn-Anlehen
Nr. 382 Schätzpreis: 350,00 EUR 3 % Schuldv. 1.000 Mark, Nr. 123/6144
Startpreis: 150,00 EUR München, 1.3.1896 EF/VF
Kölnische Glasversicherungs-AG (R 9) Mit der Verstaatlichung der 62 km langen
(1839/40 eröffneten) München-Augsburger Eisen-
Namens-Aktie 1.000 RM, Nr. 945 bahn beginnt in Bayern 1844 die Staatsbahnzeit.
Köln a. Rh., 1.12.1937 EF Im gleichen Jahr wird mit dem Bau der 548 km lan-
Auflage 500 (R 10). Gründung 1880. Fusionsweise gen Ludwig-Süd-Nord-Bahn begonnen (Strecke:
aufgenommen wurden 1924 die Vaterländische Hof-Nürnberg-Kempten-Lindau). Diese Bahn war
Glas-Versicherungs-AG und 1925 die Thüringische das mit Abstand größte Bauprojekt seiner Art in
Versicherungsbank AG in Weimar. 1971 auf die ganz Deutschland. Es folgen 1852 die 205 km lange
Colonia Versicherung AG verschmolzen. Für die Ludwigs-Westbahn (Strecke: Bamberg-Schwein-
Zeit völlig ungewöhnliches großes Hochformat furt-Würzburg-Aschaffenburg) und 1853 die
mit hübscher Umrahmung. Faksimileunterschrift Bayerische Maximiliansbahn (Strecke Ulm-Augs-
Robert Pferdmenges als AR-Vorsitzender (Gesell- burg-München-Rosenheim-Kufstein, die 1860
schafter bei Sal. Oppenheim, später als “Bankier einen wichtigen Abzweig nach Salzburg erhält).
Adenauers” bekannt). 1876 wird mit der Kgl. priv. AG der bayerischen
Ostbahnen (gegr. 1856, Großaktionär war das Für-
stenhaus Thurn und Taxis in Regensburg) die
größte Privatbahn des Landes verstaatlicht, deren

Nr. 380
900 km langes Streckennetz fast ebenso groß ist
wie das bisherige Netz der Staatsbahn. Bis dahin
hing Bayern der Entwicklung im restlichen
Nr. 380 Schätzpreis: 150,00 EUR Deutschland hinterher. Ab 1886 erfolgten dann,
Startpreis: 60,00 EUR finanziert durch umfangreiche Eisenbahn-Anlei-
hen, massive Investitionen in die Staatseisenbahn
Kölner Bürgergesellschaft mit unzähligen Streckenneubauten. Als die Bayeri-
Namensaktie Lit. A 200 RM, Nr. 2390 sche Staatseisenbahn 1920 in der Deutschen
Köln, 22.4.1932 EF Reichbahn aufgeht, ist sie mit einem Streckennetz
Auflage 1.080 (R 7). Gründung 1863, AG seit 1893. von 8.526 km nach Preußen die zweitgrößte Län-
Verwertung und Verwaltung der Grundstücke derbahn in Deutschland. Äußerst dekorative

Nr. 383
Appellhofplatz 28, Burgmauer 31 und Röhrergasse Gestaltung mit Bavaria und Feldherrenhalle im
17a, außerdem Betrieb einer Weinhandlung. Die Unterdruck. Faksimile-Unterschrift des Groß-Öko-
heutigen Grundstücke Unter Goldschmied / Lau- nomen Ritter und Edler von Maffei für den Land-
renzplatz 9-17 sind bebaut mit einem Hotel Nr. 383 Schätzpreis: 400,00 EUR tag. Doppelblatt, mit Kupons.
(Bewirtschaftung 1959 ausgegliedert in die Senats Startpreis: 100,00 EUR
Hotel GmbH) nebst Gesellschaftshaus. Bis heute Koenig & Bauer AG Nr. 385 Schätzpreis: 300,00 EUR
im Düsseldorfer Freiverkehr börsennotiert. aus- Aktie Lit. A 10.000 DM, Nr. 20222 Startpreis: 100,00 EUR
gestellt auf Herrn Bankdirektor Stephan Lüttiken Königreich Bayern, Eisenbahn-Anlehen
in Köln. Mit komplettem Kuponbogen. Nicht ent-
Würzburg, Juli 1979 EF
wertet! Auflage nur 127 Stück (R 8). Gründung 1817 als 3,5 % Schuldv. 2.000 Mark, Nr. 7330/183230
älteste Druckmaschinenfabrik der Welt durch München, 1.8.1902 EF
Friedrich Koenig (1773-1833), den Erfinder der (R 10) Äußerst dekorative Gestaltung mit Bavaria
Nr. 381 Schätzpreis: 150,00 EUR Schnellpresse. Seit 1920 AG. 1995 Verschmelzung
Startpreis: 40,00 EUR und Feldherrenhalle im Unterdruck. Faksimile-
mit der Schnellpressenfabrik Albert in Frankent- Unterschrift Ritter von Maffei für den Landtag.
Kölner Bürgergesellschaft AG hal (Pfalz). Den größten Coup landete Koenig & Doppelblatt, mit Erneuerungsschein.
Namens-Stückaktie, Nr. 827 Bauer nach der Wende mit der Übernahme des
Köln, April 2000 EF DDR-Vorzeigebetriebes Planeta in Radebeul: zum
(R 8) Querformat, rückseitig als entwertet abgestempelt.
einen gelang es damit, sich im Bereich der Bogen- Kataloggebühr 10,00 EUR

65
Auktionshaus Gutowski • 49. Auktion Historischer Wertpapiere am 30. Januar 2012

Nr. 387 Schätzpreis: 200,00 EUR


Startpreis: 60,00 EUR
Königreich Preußen
4 % Staatsschuldv. Lit. C. 1.000 Mark, Nr. 18336
Berlin, 6.10.1877 VF
(R 10). Mit restlichem Kuponbogen (Kupons ab
1925).

Nr. 388 Schätzpreis: 150,00 EUR


Startpreis: 60,00 EUR
Königreich Preußen
4 % Staatsschuldv. Lit. A. 5.000 Mark, Nr. 171842
Berlin, 12.2.1884 VF
(R 10) Begeben nach dem Gesetz vom 24.1.1884.
Dekorative Gestaltung mit dem Preußen-Wappen.

Nr. 389 Schätzpreis: 150,00 EUR


Startpreis: 75,00 EUR
Königreich Preußen

Nr. 385
4 % Staatsschuldv. Lit. E. 300 Mark , Nr. 1066276
Berlin, 13.4.1885 VF+

Nr. 393
(R 10) Begeben nach dem Gesetz vom 4.3.1885.
Dekorative Gestaltung mit dem Preußen-Wappen.

Nr. 393 Schätzpreis: 500,00 EUR


Startpreis: 300,00 EUR
Königsberger Bank AG
Nr. 386

Aktie 1.000 Mark, Nr. 65571


Königsberg i.Pr., 1.6.1923 VF
Auflage 39.000 (R 11). Gründung 1873 als „Genos-
senschaftliche Grundcreditbank für die Provinz
Preussen“, AG seit 1896 als „Grundkredit-Bank“,
geschäftsansässig Kneiph. Langgasse 38. 1920
Umfirmierung wie oben, gleichzeitig Verzicht auf
das Pfandbrief-Privileg. Vom Konkurs der „Osteu-
ropäischen Bank für Holzhandel“ in Königsberg im
Mai 1924 war die (bis dahin in Berlin und Königs-
berg börsennotierte) Königsberger Bank AG
selbst so stark betroffen, daß sie Vergleich anmel-
den und anschließend in Liquidation gehen
mußte. Lochentwertet. Nur drei Stücke sind
bekannt: 2 entwertete und 1 unentwertet.

Nr. 390
Nr. 390 Schätzpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 75,00 EUR
Königreich Preußen
3 % Staatsschuldv. Lit. A. 5.000 Mark, Nr. 886
Berlin, 6.10.1890 VF
(R 10) Begeben nach den Gesetzen vom 11.5.1888

Nr. 387
und 10.5.1890. Dekorative Gestaltung mit dem
Preußen-Wappen. Mit beiliegendem restlichen

Nr. 394
Kuponbogen.

Nr. 386 Schätzpreis: 150,00 EUR Nr. 391 Schätzpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 75,00 EUR Startpreis: 75,00 EUR Nr. 394 Schätzpreis: 200,00 EUR
Königreich Preußen Königreich Preußen Startpreis: 50,00 EUR
4 % Staatsschuldv. Lit. B. 2.000 Mark, Nr. 826 3 % Staatsschuldv. Lit. F. 200 Mark, Nr. 30139 Kötitzer Ledertuch- und Wachstuch-
Berlin, 25.6.1876 VF+ Berlin, 12.4.1893 VF Werke AG
(R 10) Für Eisenbahnzwecke begab (anders als (R 10) Begeben nach den Gesetzen vom 11.5.1888, Aktie 1.000 RM, Nr. 4999
Baden, Bayern) der preußische Staat keine spezi- 8.4.1889 und 6.6.1892. Dekorative Gestaltung mit
ellen Anleihen. Als eine Zuordnung der Ausgaben
Coswig, Bez. Dresden, Juli 1942 VF+
dem Preußen-Wappen. Mit beiliegenden restli-
in den 80er Jahren des vorletzten Jahrhunderts Auflage 7500, kpl. Aktienneudruck (R 10). Grün-
chen Kupons. Nur das eine Stück ist bekannt!
unmöglich wurde, wurden kurzerhand alle bis dung 1897 als „Deutsche Pluviusin AG“, umbe-
1880 ausgegebenen Anleihen rückwirkend zu nannt 1910 in „Deutsche Kunstleder-AG“, ab 1923
Nr. 392 Schätzpreis: 175,00 EUR Firma wie oben. Herstellung von Kunstleder,
Eisenbahnanleihen erklärt. So wusste man Startpreis: 80,00 EUR
“genau”, wieviel Geld für Eisenbahnzwecke aufge- Ledertuch, Wachstuch und Lederersatzproduk-
nommen wurde und konnte die Erträge der zum Königreich Sachsen ten. Werke in Kötitz, Gummersbach (1910 Über-
großen Teil verstaatlichten Bahnen zur Bedienung 3 % Schuldv. 3.000 Mark, Nr. 2699 nahme der Kunstleder-Fabriken Carl Bockhacker,
dieser “Eisenbahnanleihen” heranziehen. Die älte- 1918 übernahme der Rheinische Kaliko-Fabrik C.
Dresden, 1.4.1894 VF+ Bockhammer in Burscheid als Werk II, in der Welt-
ste bisher angebotene preußische Anleihe der
(R 10) Schöner G&D-Druck mit sächsischem wirtschaftskrise 1930 stillgelegt), Berlin (1927
konsolidierten Schuld nach dem Gesetz vom
Prunkwappen. Übernahme der Ketschendorfer Kunstlederfabrik
19.12.1869, ausgefertigt nach den Bestimmungen
des Gesetzes vom 11.6.1873. Diese Anleihen - die
sog. “Konsols” - sind bis 1920 begeben worden. Ihre Schriftgebote werden interessewahrend bestmöglich für Sie ausgeführt:
Alte Preußen-Anleihen sind generell große Selten-
heiten, da sie an sich alle eingelöst bzw. nach der
der Zuschlag erfolgt, gleich wie hoch Sie geboten haben, immer nur eine
Hyper-Inflation 1923 umgetauscht wurden. Steigerungsstufe über dem nächsthöchsten Gebot.

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AG, 1929 stillgelegt), Zweenfurth bei Leipzig (1929 derts lag: In diese Zeit fällt auch der Kauf der wert- nahme des Kraftwerks ausverkauft war. 1908
Übernahme der Kunstlederfabrik Alexander Schu- vollen Töchter (Baumwollspinnerei Unterhausen, wurde zusammen mit der Stadt Basel das Kraft-
mann) und Siebenlehn bei Nossen. 1938 Gründung Spinnerei und Weberei Kempten, Spinnerei und werk Augst-Wyhlen gebaut. Beteiligungen 1926 am
der “Göppinger Kaliko- und Kunstleder-Werke Weberei Momm/Kaufbeuren und Spinnerei und Rheinwasserkraftwerk Ryburg-Schwörstadt und
vorm. Netter und Eisig GmbH” in Göppingen und Weberei Pfersee in Augsburg). Den ersten Textil- 1928 beim Schluchseewerk im Schwarzwald. 1942
Eislingen. Börsennotiz Berlin und Dresden/Leip- krisen noch ohne Rückgriff auf stille Reserven Übernahme der Elektrizitätswerk Zell AG. Weitere
zig. 1946 Enteignung der in der Ostzone liegenden trotzend, wurde die Konzernobergesellschaft Beteiligungen 1965 beim Kernkraftwerk Obrig-
Fabriken Kötitz, Zweenfurth und Siebenlehn, 1950 unter den nicht sehr wachsamen Augen des heim, 1969 an der Rheinkraftwerk Säckingen AG
Sitzverlegung nach Düsseldorf. Als einziges Akti- Großaktionärs Bayerische Vereinsbank dann ein und 1973 beim Kernkraftwerk Leibstadt
vum verblieb die Beteiligung an der Göppinger Sanierungsfall. Zuletzt als Pfersee-Kolbermoor AG (Schweiz). Mehrheitsaktionär der bis heute in Ber-
Kaliko, die sich 1977 der Großaktionär (Continen- vom Wisser-Dienstleistungskonzern übernommen lin, Frankfurt, Zürich und Basel börsennotierten
tal-Gummiwerke AG in Hannover) einverleibte. worden. Dekorative Umrandung. Rückseitig Ori- AG ist die Elektro-Watt AG, Zürich. Faksimile-
Die zugleich beschlossene Auflösung der AG ginalunterschriften Loher und Späth. Unterschrift des Bankiers Carl Fürstenberg für
wurde 1978 durch den neuen Großaktionär Adolf den AR. Prägesiegel lochentwertet.
Merckle, Blaubeuren, rückgängig gemacht, außer-
dem Sitzverlegung nach Berlin. Ab 1984 Ausbau zu
einer Kapitalanlagegesellschaft. Abheftlochung
am oberen Rand. Mit Kupons.

Nr. 395

Nr. 397 Nr. 399


Nr. 395 Schätzpreis: 175,00 EUR
Startpreis: 80,00 EUR
Kohlensäurewerk Deutschland AG Nr. 397 Schätzpreis: 300,00 EUR
Aktie 1.000 Mark, Nr. 275 Startpreis: 100,00 EUR Nr. 399 Schätzpreis: 200,00 EUR
Hönningen a.Rh., 5.8.1920 EF/VF Kongregation der Schwestern Startpreis: 75,00 EUR
Auflage 75 (R 6). Gegründet 1912 von Bankier von der Heiligen Jungfrau Kredit- und Handelsbank AG
Jakob Grünewald, Generalagent Abraham Fröh- und Märtyrin Katharina Aktie 1.000 Mark, Nr. 91362
lich, Kaufmann Otto Schaaf u.a. Gewinnung und 7 % Obl. 1.000 hfl., Specimen Stuttgart, Mai 1923 EF/VF
Vertrieb von Kohlensäure in jeder Form. Heute Auflage 240.000 (R 9). Gegründet am 25.4.1923
CARBO Kohlensäurewerk GmbH & Co. KG. Sehr Braunsberg/Ostpr., 1.10.1929 EF/VF
(R 11) Ihre Rechtspersönlichkeit wurde der Kon- während der Hochinflation, bereits ab 22.12.1924
schöne Umrandung im Historismus-Stil. Lochent- wieder in Liquidation: eine wahrlich kurzlebige
wertet. gregation durch königlich-preußische Kabinetts-
Ordre vom 31.5.1875 verliehen. Anleihe von Bank. Kleinformat.
700.000 fl., grundbuchlich abgesichert auf den
Ordens-Besitzungen in Braunsberg, Rössel, Heils-
berg und Wormditt. Rückseitig Bedingungen. Mit
anh. Kupons. Perforationsentwertet. Aus dem de
Bussy-Archiv.

Nr. 398
Nr. 396 Nr. 398 Schätzpreis: 180,00 EUR Nr. 400
Startpreis: 50,00 EUR
Nr. 396 Schätzpreis: 250,00 EUR Nr. 400 Schätzpreis: 200,00 EUR
Startpreis: 100,00 EUR Kraftübertragungswerke Rheinfelden
Startpreis: 75,00 EUR
Kolbermoor-Union AG Aktie 1000 Mark, Nr. 4170
Badisch Rheinfelden, Januar 1904 EF Kreditbank AG
4-10 % Schuldv. 200 R, Nr. 4055 Aktie 1.000 Mark, Nr. 8503
Auflage 2.000. Gründung 1897 zum Bau einer Was-
Kolbermoor (Oberbayern), 1.6.1926 EF serkraftanlage am Oberrhein. Die Gesellschaft Hameln, 18.11.1922 EF/VF
(R 9) Gründung 1920. Zweck war die Verwaltung erlangte großen Ruhm mit der ersten großtechni- Auflage 6.000 (R 9). Gründung 1861 als „Credit-
der unter der Führung der Baumwollspinnerei schen Verwirklichung der Stromübertragung über Verein zu Hameln eGmbH“, seit 1904 AG. 1923
Kolbermoor zusammengeschlossenen Textilun- größere Entfernungen. Die Aluminium-Industrie- Umfirmierung in „Wirtschaftsbank für Nieder-
ternehmen. Diese gegründet 1862 als AG Baum- AG in Neuhausen kaufte der Gesellschaft für die deutschland AG“ und Sitzverlegung nach Hanno-
woll-Spinnerei Kolbermoor. Nach und nach ent- ganze Dauer der Konzession gleich die Hälfte ihrer ver (Theaterstr. 8), eine weitere Zweiganstalt
wickelte sich der Kolbermoor-Konzern zu einer Kapazität ab, weitere Großabnehmer der chemi- bestand in Bielefeld. Anfang der 30er Jahre taucht
der größten Textilgruppen in Deutschland, deren schen und Textilindustrie siedelten sich an, so dann die Niedersächsische Landesbank Girozen-
Blütezeit in den 20er/30er Jahren des 20. Jahrhun- dass die gesamte Kapazität gleich nach Inbetrieb- trale als Mehrheitsaktionär auf. Später als Bank-

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haus Nicolai & Co. firmierend, nach der Insolvenz noch drei Privatbankhäuser gab: C. L. Seeliger Nr. 407 Schätzpreis: 175,00 EUR
1975 vorübergehend noch einmal unter die Fitti- (heute als einziges übriggeblieben), A. Fink sowie Startpreis: 80,00 EUR
che der NORD/LB gekommen und dann übernom- Carl Fried. Meineke & Sohn GmbH. Lochentwertet.
men von der Vereins- und Westbank (die 2005 mit
Kreisstadt Forbach in Lothringen
ihrem Großaktionär HypoVereinsbank fusioniert 4 % Schuldv. 200 Mark, Nr. 401
wurde). Kaum zu glauben: Das heutige nieder- 28.8.1913 EF/VF
sächsische Filialnetz der HypoVereinsbank geht Auflage 600 (R 11). Anleihe von 1,6 Mio. M zur
auf die Kreditbank Hameln zurück! Nur 5 Stücke Errichtung von Militärbauten (Kasernements)
sind seit vielen Jahren bekannt. Mit Restkupons. gemäß Vertrag zwischen der Stadt Forbach und
dem Reichs-Militärfiskus. Doppelblatt, inwendig
Anleihebedingungen. Mit Kupons. Nur 2 Stücke
sind bekannt!

Nr. 403

Nr. 401 Nr. 408


Nr. 401 Schätzpreis: 150,00 EUR Nr. 408 Schätzpreis: 300,00 EUR
Startpreis: 75,00 EUR Startpreis: 150,00 EUR
Kreditbank AG Kühn, Vierhaus & Cie. AG
Aktie 1.000 Mark, Nr. 25909 Aktie 100 Mark, Nr. 4010
Hameln, 18.8.1923 EF Rheydt, April 1942 EF+
Auflage 12.000 (R 9). Auch von dieser Emission Auflage 30 (R 10). Gegründet 1884 als oHG, 1915 in
sind nur 5 Stücke sind seit vielen Jahren bekannt. eine AG umgewandelt. Betrieb einer Spinnerei und
Anhängende Kupons. Zwirnerei, Herstellung und Vertrieb von Garnen.
Großaktionäre (1943): Familie Vierhaus. 1983 Ein-
stellung der Produktion, 1985 Konkursantrag. Ein
Stück aus der Erhöhung von 400.000 RM auf 1,6
Mio. RM zwecks Kapitalberichtigung um 300%.
Ausgegeben wurden 1597 Aktien à 1.000 RM (Nr. 1-
1597) und 30 Aktien à 100 RM (Nr. 4001-4030). Mit
Umstellungsstempel auf 100 DM gemäß Beschluß
der Hauptversammlung vom 14.12.1950. Nur das
eine Stück mit diesem Nominalwert wurde gefun-
den.

Nr. 404

Nr. 404 Schätzpreis: 150,00 EUR


Startpreis: 75,00 EUR
Kreisstadt Forbach in Lothringen
4 % Schuldv. Lit. B 1.000 Mark, Nr. 154
10.12.1910 VF
Auflage 660 (R 10). Anleihe über 1,5 Mio. Mark zur
Erbauung eines Schlachthofes mit Eisfabrikation,
einer Kanalisation und einer elektrischen Straßen-
bahn von Stieringen-Wendel über Forbach nach

Nr. 402
Kleinrosseln. Dekorativ. Doppelblatt, inwendig

Nr. 409
Anleihebedingungen. Mit beiliegenden restlichen
Kupons. Erstmals angebotener Nennwert.
Nr. 402 Schätzpreis: 200,00 EUR Nr. 409 Schätzpreis: 300,00 EUR
Startpreis: 60,00 EUR Nr. 405 Schätzpreis: 150,00 EUR Startpreis: 150,00 EUR
Kreis Saarlouis Startpreis: 75,00 EUR
Kühn, Vierhaus & Cie. AG
4 % Schuldv. 2.000 Mark, Nr. 2004 Kreisstadt Forbach in Lothringen Aktie 1.000 Mark, Nr. 1
21.2.1920 VF 4 % Schuldv. 500 Mark, Nr. 328 Rheydt, April 1942 EF
(R 9) Dekorativer Regionalwert mit Jugendstil- 10.12.1910 EF/VF Auflage 1.597 (R 10). Ein Stück aus der Erhöhung
Umrandung, Teil einer Anleihe von insgesamt 20 Auflage 840 (R 9). Dekorativ. Doppelblatt, inwen- von 400.000 RM auf 1,6 Mio. RM zwecks Kapitalbe-
Mio. Mark. Oberer Rand leicht fleckig. Mit kom- dig Anleihebedingungen, mit beiliegenden richtigung um 300%. Mit Umstellungsstempel auf
plettem Kuponbogen. Kupons. 1.000 DM gemäß Beschluß der Hauptversamm-
lung vom 14.12.1950. Bislang völlig unbekannt. Mit
Nr. 403 Schätzpreis: 175,00 EUR Nr. 406 Schätzpreis: 150,00 EUR beiliegendem restlichen Kuponbogen. Nur vier
Startpreis: 90,00 EUR Startpreis: 75,00 EUR Stücke mit diesem Nominalwert wurden gefunden:
Kreiskommunalverband Kreisstadt Forbach in Lothringen Aktie Nr. 1, 2, 3 und 4! Hier die Nr. 1!
Wolfenbüttel 4 % Schuldv. 1.000 Mark, Nr. 584
15 % Schuldv. 50.000 Mark, Nr. 3112 Nr. 410 Schätzpreis: 150,00 EUR
28.8.1913 VF+ Startpreis: 75,00 EUR
Wolfenbüttel, 31.7.1923 EF Auflage 700 (R 9). Anleihe von 1,6 Mio. M zur
Auflage 1.000 (R 9). Teil einer Anleihe von 500 Mio. Errichtung von Militärbauten (Kasernements)
Kühn, Vierhaus & Cie. AG
M, vermittelt durch die Braunschweigische Staats- gemäß Vertrag zwischen der Stadt Forbach und Aktie 1.000 Mark, Nr. 2
bank. Den rückseitigen Anleihebedingungen ent- dem Reichs-Militärfiskus. Doppelblatt, inwendig Rheydt, April 1942 EF
nehmen wir, dass es zu der Zeit in Wolfenbüttel Anleihebedingungen. Mit restlichen Kupons. Auflage 1597 (R 10). Gleiches Stück wie davor.

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Nr. 411 Schätzpreis: 150,00 EUR


Startpreis: 75,00 EUR
Kühn, Vierhaus & Cie. AG
Aktie 1.000 Mark, Nr. 3
Rheydt, April 1942 EF
Auflage 1597 (R 10). Gleiches Stück wie davor.

Nr. 412 Schätzpreis: 150,00 EUR


Startpreis: 75,00 EUR
Kühn, Vierhaus & Cie. AG
Aktie 1.000 Mark, Nr. 4
Rheydt, April 1942 EF
Auflage 1.597 (R 10). Gleiches Stück wie davor.

Nr. 413 Schätzpreis: 3.000,00 EUR


Startpreis: 1.500,00 EUR
Kupfer- & Bleierz-Bergwerk Bismarck
Kuxschein über 15 von 100 Kuxe, Nr. 4
Bochum, 10.3.1880 VF
(R 12) Gegründet 1880 mit der Konzession, Kup-
fer- und Bleierze in den Gemeinden Oberndorf,
Eisenroth und Wallenfels im Dillkreis, im Harten-
rod und Günterod im Kreis Biedenkopf abzubau-
en. Bereits im Gründungsjahr began man mit dem
Abbau des auf dem Weißenstein zutage tretenden
Schwerspats in kleinen Tagebauen. Bergrechtlich
war der Schwerspat (der auch als »Baryt« bezeich-
net wird) ein Material, das seit 1866 dem Grundei-
gentümer gehörte. Der Bergwerkseigentümer
zahlte dem Grundeigentümer pro Tonne geförder-
tem Spat eine Abgabe, den Förderzins. Um dieser
Abgabe zu entgehen, versuchten die Bergbauun-
ternehmer, die Grundstücke, unter denen die
Lagerstätte lag, aufzukaufen. Nun hatte die
Gewerkschaft »Bismarck« das Recht, Kupfer- und
Bleierze abzubauen. Daher versuchte sie jahr-
zehntelang, die Zahlung von Förderzins zu umge-
hen, indem sie die Grube offiziell als Kupfererz-
Bergwerk deklarierte. Der angeblich mit dem Kup-
fererz vergesellschaftete Schwerspat wurde
»nebenbei« gewonnen. Damit unterstand das Berg-
werk nur dort, wo man sich innerhalb der Gru-
benfelder »Bismarck« und »Zukunft« bewegte, der
Aufsicht des Bergamts. Dort, wo man unter
gepachteten und gekauften Grundstücken
Schwerspat abbaute, wurde der Betrieb als
»unterirdischer Steinbruch« deklariert. 1899 hatte
die Gewerkschaft »Michel«, die als Nachfolgerin

Nr. 413
der »Deutschen Schwerspatwerke« seit 1897 den
Hartenröder Schwerspatbergbau betrieb, das auf
Kupfer und Blei verliehene Grubenfeld »Zukunft«
(in dem ein großer Teil der Schwerspatlagerstätte Autograph: Heinrich Grimberg (Wintershall-Gründer)
lag) erworben. Danach kaufte sie das auf Schwer-
Bayer AG Leverkusen gehörigen Fluß- und von Erdöl in einem der Kalischächte in Volkenro-
spat verliehene Feld »Taubenfluß« am Nordrand
Schwerspatwerken (Pforzheim), die Liegenschaf- da erwies sich bald als zukunftsweisende Per-
von Wallenfels und die Kuxe des Schwerspatberg-
ten der stillgelegten Grube. Im Jahre 1976 wurde spektive für Wintershall. Heute ist die Wintershall
werks »Bismarck«. Nachdem sie sich auf diese
im ehemaligen »Bismarckstollen« eine Trinkwas- Holding GmbH der größte deutsche Erdöl- und
Weise ihre Rohstoffbasis gesichert hatte, ging die
serversorgung eingerichtet, die fast vollständig Erdgasproduzent mit Hauptsitz in Kassel. Knick-
Gewerkschaft im Jahre 1900 zum Abbau der tiefe-
den Bedarf der Ortschaften Hartenrod, Bad End- falte am Rand etwas eingerissen, kleine Randver-
ren Teile der Lagerstätte über. Sehr zustatten kam
bach, Hütte und teilweise auch von Schlierbach letzungen. Mit beiliegender Lieferbarkeitsbeschei-
der Betrieb der Bau der Eisenbahnlinie von Nie-
und Günterod deckt. nigung. Extrem selten, wohl ein Unikat.
derwalgern nach Herborn, die im Jahre 1901 Har-
tenrod erreichte. Damit konnten große Mengen Ausgestellt auf Heinrich Grimberg, einen der
des Minerals, nach dem damals eine rege Nach- bekanntesten deutschen Bergbauunternehmern Nr. 414 Schätzpreis: 750,00 EUR
frage herrschte, auf den Markt gebracht werden. des 19. Jahrhunderts. Das Papier trägt seine Startpreis: 300,00 EUR
eigenhändige Originalunterschrift als Gruben-
Die Jahree 1921 und 1922, waren Blütezeiten für
vorstand.
Kupfererz-Grube “Johanna”
Grube »Bismarck«. Fast 200 Mann arbeiteten über Antheil-Schein für 1 Kux, Nr. 25
und unter Tage. 1924 wurden die Gewerkschaft Heinrich Grimberg (1833-1907) war ein Bochumer
»Bismarck« (die die Grube und das Mahlwerk in Bergbauunternehmer. 1856 gründete er zusam- Dortmund, 1.9.1878 VF
Hartenrod umfaßte) und die Grube »Koppe« von men mit dem Essener Kaufmann Theodor Spren- Auflage 100 (R 9), ausgestellt auf und als Reprä-
den »Rheinischen Fluß- und Schwerspatwerken« ger in Dortmund-Eving die Zeche Minister Stein. sentant original unterschrieben von August zur
übernommen. Im Jahre 1929 stieg die Förderung Im Jahre 1872 gründete er zusammen mit Fritz Hellen in Dortmund. Die Gerechtsame für die Kup-
zeitweise auf 110 t pro Tag. Damals arbeiteten 120 Funke, Carl Ernst Korte, Wilhelm Schürenberg, fererzgrube, belegen in den Gemeinden Oestrich,
Bergleute auf Grube »Bismarck«. Weitere 130 Mann Carl Waldthausen und Friedrich Wilhelm Waldt- Lössel und Iserlohn, wurden am 12.7.1872 verlie-
waren auf der Grube »Koppe« und im Mahlwerk hausen die Gewerkschaft der Zeche Lothringen in hen. In einem Höhenzug zwischen Dröschede und
beschäftigt. 1965 erwachte die Grube „Bismarck“ Bochum-Gerthe. 1873 gründete er zusammen mit Iserlohn hatte bereits der Hörder Bergwerksver-
zum letzten Male für kurze Zeit zu neuem Leben: Friedrich Grillo die Gewerkschaft Monopol in ein Brauneisenstein gemutet und ein Eisenstein-
600 t Schwerspat wurden in der Nachlese geför- Kamen und Bergkamen. 1894 gründete er zusam- bergwerk in Betrieb gesetzt, dieses aber um 1860
dert. Danach stürzte der Stollen ein; der sich bis men mit dem Bohrunternehmer Carl Julius Winter wieder stillgelegt, weil das Vorkommen zu stark
an die Tagesoberfläche durchziehende Bruch die Bohrgesellschaft Wintershall in Heringen an mit Kupferkies verunreinigt war. Später versuchte
musste verfüllt werden. Danach wurde der der Werra mit Sitz in Bochum zur Förderung von hier der Dortmunder Bergwerksbesitzer August
Schacht verfüllt. In die alten Tagebaue wurde Bau- Kalisalz. Die Bohrgesellschaft Wintershall wurde zur Hellen sein Glück. Die 3-4 Zoll starken Schnüre
schutt abgelagert und planiert, Fabrik- und Trafo- 1894 von dem Industriellen Heinrich Grimberg von Brauneisensteil und Kupferkies in diesem Vor-
gebäude wurden abgerissen. 1965 erwarb dann und dem Bohrunternehmer Carl Julius Winter, kommen enthielten 18-20 % Kupfer. Als Probe
die Gemeinde vom letzten Eigentümer, den zur ursprünglich als Bohrgesellschaft zur Förderung sandte zur Hellen davon einen Waggon nach Frei-
von Kalisalz gegründet. Der zufällige Ausbruch

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Auktionshaus Gutowski • 49. Auktion Historischer Wertpapiere am 30. Januar 2012

bergs Kupferhütte, stellte aber den Betrieb als- Nr. 416 Schätzpreis: 200,00 EUR Nr. 418 Schätzpreis: 100,00 EUR
bald wieder ein, weil nach Abzug der teuren Startpreis: 85,00 EUR Startpreis: 80,00 EUR
Frachtkosten zur Kupferhütte kaum etwas übrig
blieb. Der kleine Schacht brach später zusammen.
Kuxmann & Co. KGaA Lackfabrik Ed. Pfannenschmidt AG
Dekorative Gestaltung mit bilderrahmenähnlicher Aktie Lit. B 100 Goldmark, Nr. 858 Aktie 500 RM, Nr. 128
Umrandung, für einen Kux dieser Zeit sehr unge- Bielefeld, 30.7.1924 EF Danzig-Schellmühl, 22.6.1942 EF
wöhnliches Querformat. Originalunterschrift Auflage 1.500 (R 7). Gründung 1895, AG seit 1923. Errichtet bereits 1851, der frühere Name war
August zur Hellen als Repräsentant. Dabei fünf Landmaschinenfabrik. Für die Zeit ganz unge- Bernsteinlack und Firniss-Fabrik Pfannenschmidt.
Teile aus der Zeit 1900-1908 mit Kurzbeschreibung wöhnlich schöne Gestaltung. Im Jahr 1908 hatte die Firma 7 Arbeiter. Lochent-
der Grube, Korrespondenz etc. Kleine Randschä- wertet.
den fachgerecht restauriert.

Nr. 414

Nr. 419

Nr. 417
Nr. 419 Schätzpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 75,00 EUR
Land Sachsen
Nr. 417 Schätzpreis: 180,00 EUR
5 % Schatzanweisung LIt. A 1.000 RM, Nr. 2
Startpreis: 100,00 EUR
Dresden, 30.9.1935 EF
L. Schaal & Co. KGaA Schokolade-
Nr. 415
(R 12) Maschinenschriftliche Ausführung, mit
& Kakao-Werke Originalunterschriften. Lochentwertet. Unikat!
Aktie 400 Mark = 500 FF, Nr. 411
Nr. 415 Schätzpreis: 250,00 EUR Strasburg i.E., 25.10.1872 VF Nr. 420 Schätzpreis: 750,00 EUR
Startpreis: 150,00 EUR Gründeremission, Auflage 1.000. Die Compagnie Startpreis: 300,00 EUR
Kursächsische Braunkohlenwerke AG Française des Chocolats et des Thés Pelletier & Landgesellschaft Eigene Scholle GmbH
Cie. wurde ursprünglich 1853 als Kommandit-Akti-
Aktie 1.000 Mark, Nr. 3608 engesellschaft mit Sitz in Paris gegründet. Die Anteilschein 150.000 Mark, Nr. 70
Berlin, 2.11.1921 EF/VF Aktienmehrheit lag später bei elsässischen und Frankfurt a. O., 18.10.1912 VF
Gründeremission, Auflage 16.500 (R 10). Grün- lothringischen Kaufleuten. Als Frankreich 1871 Gründeremission (R 11). Ursprünglich gegründet
dung 1921, Betrieb der Braunkohlegrube „Präsi- das Elsass und Lothringen an Deutschland abgab, 1910 zwecks Bau und Verwaltung der Arbeiter-
dent“ bei Fürstenberg a.O. (nahe dem heutigen erwies sich die Weiterführung des nunmehr in wohnungen der Grube Ilse bei Senftenberg (Nie-
Eisenhüttenstadt). Nach dem Konkurs 1927 ging Deutschland liegenden Geschäfts von Paris aus derlausitz), einer der bedeutendsten Braunkoh-
aufgrund von Sicherungsübereignungsverträgen als schwierig. Deshalb erfolgte in gleichen Jahr lengruben des Reviers, und weiterer Betriebe. Der
das gesamte Anlagevermögen an den Großak- unter Führung der Kaufmannsfamilie Schaal die Nationalsozialismus bediente sich dann dieser
tionär „Märkische Elektrizitätswerk AG“. Großfor- Neugründung des Strasburger Betriebes als KGaA Landgesellschaft für seine Zwecke, was ihr eine
matig, schöne Mäander-Umrandung. Mit Kupons nach deutschem Recht (L. Schaal & Co. KGaA überaus wichtige und facettenreiche Geschichte
ab 1923. Unentwertet ist nur dieses eine Stück Schokolade- & Kakao-Werke). Die Fabrik produ- bescherte: Nach der “Machtergreifung” verfügte
bekannt. zierte Schokolade, Kakaoerzeugnisse, Tee und das Deutsche Reich über 53,4 % des knapp 4,2
Vanille. Ein jahrzehntelang sehr erfolgreiches Mio. RM betragenden Stammkapitals, 24,3 %
Unternehmen mit meist zweistelligen Dividenden, besaß der Provinzialverband der Provinz Bran-
zuletzt 1967 in “Cie. Française d’Alimentation et denburg, 1,1 % das Stift Neuzelle. Der Rest verteil-
de Thés” umfirmiert. Verläßt man Straßburg auf te sich auf 58 Landkreise sowie 141 Banken, Fir-
der Autobahn in südlicher Richtung, sieht man an men und Privatpersonen. Gegenstand des Unter-
der Stadtgrenze gleich an der linken Seite die nehmens war nach einer Satzungsänderung 1938
Fabrik liegen. Originalunterschriften. Dekoratives “die Neubildung deutschen Bauerntums nach
großformatiges Stück mit großer allegorischer Maßgabe der Gesetze und der Richtlinien der
Vignette. Mit anhängenden Restkupons. Reichsregierung”. Bereits ab 1934 wurden jährlich
etwa ein dutzend Landgüter erworben, auch aus
jüdischem Besitz, mit Flächen von 3.000 - 5.000 ha
pro Jahr. Diese wurden dann für die Ansiedlung
von Neubauern unter Federführung des “Rasse-
und Siedlungshauptamtes der SS” parzelliert. Wie
das geschah, erläutert beispielhaft der Geschäfts-
bericht 1938 für die Neubauernsiedlung Mehrow
(Kreis Niederbarnim, zuvor ein hoch verschulde-
tes Rittergut der Besitzerin Anna Bothe): “Die Auf-
teilung erfolgt, wie alle Siedlungen, durch die
Gesellschaft nach den Richtlinien für die Neubil-
dung deutschen Bauerntums, die Auswahl der
Neubauern unter Beachtung der Richtlinien des
Reichsnährstandes von der SS bzw. SA. Die ausge-

Nr. 416
wählten SS-Männer erhalten zur Bestreitung der

Nr. 418
Anzahlung und der Beschaffung des Inventars
zusätzliche Mittel der SS aus den Mitteln des

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Auktionshaus Gutowski • 49. Auktion Historischer Wertpapiere am 30. Januar 2012

Rasse- und Siedlungsamtes, die SA-Männer Mittel Leipziger Außenbahn-AG und der benachbarten
aus dem Dankopfer der Nation. Bei der Planung preußischen Ortschaften. Bald darauf wurden
und Ausgestaltung der Neubauerndörfer sind die auch die (sächsischen) Amtshauptmannschaften
Wünsche und Vorschläge der SS bzw. der SA weit- Leipzig, Borna, Grimma und Rochlitz sowie die
gehend berücksichtigt worden.” Ein Teil dieser (preußischen) Kreise Delitzsch, Merseburg, Tor-
Mustersiedlungen steht heute unter Denkmal- gau, Querfort und Eckartsberga als Stromabneh-
schutz. Ein weiteres Tätigkeitsgebiet der Landge- mer gewonnen. Die im Kraftwerk Kulkwitz ver-
sellschaft waren Aufträge der Wehrmacht zur stromte Braunkohle gewann die Ges. im eigenen
Beschaffung von Übungsplatzgeländen. Original- Tagebau (Carolaschacht, König-Albert-Schacht).
unterschriften. Lochentwertet. Eingetragen auf Anfang der 1930er Jahre wurde die Energie AG Lei-
die Ilse-Bergbau-AG. Doppelblatt, inwendig pzig (Enag) der Hauptstromabnehmer zur Weiter-
Umstellungs- und Zusammenlegungsvermerke bis verteilung. 1937 Eingliederung der Leipziger
1935. Nur zwei Stücke sind bekannt! Braunkohlenwerke AG in Kulkwitz, nachdem
deren AK schrittweise zu 100 % übernommen wor-
den war. Maschinenschriftliche Ausfertigung mit

Nr. 424
Originalunterschriften. Bei Neustückelung des
Aktienkapitals 1941 wurden die 15250 Stück 1.000-
RM-Aktien nicht einzeln gedruckt, sondern in 9 Nr. 424 Schätzpreis: 200,00 EUR
unterschiedlich großen Global-Aktien verbrieft.
Startpreis: 75,00 EUR
Lochentwertet.
Landwirtschaftliche - vormals
Landschaftliche - Bank AG
Aktie 100 Danziger Gulden, Nr. 9165
Danzig, Oktober 1924 EF
(R 8) Gründung 1922 zwecks Übernahme der seit
1876 bestehenden Landschaftlichen Bank der Pro-
vinz Westpreußen. Sitz in Danzig, Reitbahn 2. Im
Jahr 1940 auf die Danzig-Westpreußische Land-
schaft als Gesamtrechtsnachfolger übergegangen.
Ausgegeben für alte Aktien im Nennwert von
10.000 Papiermark.

Nr. 422
Nr. 422 Schätzpreis: 250,00 EUR
Startpreis: 50,00 EUR
Landwirtschaftliche
Maschinenfabrik Eisenach AG
Aktie 1.000 Mark, Nr. 4482
Nr. 420
Eisenach, 12.11.1921 EF/VF
Auflage 3.000 (R 9). Die oHG Scharfenberg & Hart-
wig in Gotha brachte bei der Gründung 1918 ihre

Nr. 425
Fabrik für Landwirtschaftsmaschinen am
Eisenacher Güterbahnhof ein. 1924 Umfirmierung
in Lamea AG. Börsennotiz Berlin und Leipzig. 1931
Eröffnung des Konkursverfahrens. Großformatig,
Nr. 425 Schätzpreis: 600,00 EUR
hübsche Umrahmung im Historismus-Stil.
Startpreis: 280,00 EUR
Lederfabrik AG
vorm. James Eyck & Strasser
Aktie 1.000 Mark, Nr. 545
Berlin, 1.1.1898 EF
Gründeraktie, Auflage 1250 (R 9). Gründung 1898.
Mit dieser Gesellschaft hatten die Berliner Roth-
schilds einen großen Skandal: AR-Vorsitzender
war Oscar Rothschild, sein Stellvertreter Louis
Rothschild. 1907 wurde die große Handschuhfa-
brik in Johanngeorgenstadt (Erzgebirge) als
GmbH rechtlich verselbständigt. 1909 ging die AG
in Konkurs. Die im Konkurstermin von der Firma
L. S. Rothschild angemeldeten Forderungen wur-

Nr. 423
den bestritten. Dazu hatten die AR-Mitglieder
noch die Stirn, ihre Tantiemen für die volle Amts-
dauer (bis vier Jahre nach Konkurseröffnung) zu
Nr. 423 Schätzpreis: 200,00 EUR verlangen, obwohl schon zuvor Dividendenzah-
Startpreis: 60,00 EUR lungen nur durch Bilanzmanipulationen möglich
Landwirtschaftliche waren. Auf eine Klage des Konkursverwalters
Maschinenfabrik Eisenach AG drehte das Berliner Kammergericht den Spieß um:

Nr. 421
Aktie 1.000 Mark, Nr. 10329 Es erklärte rückwirkend für drei Jahre die
Eisenach, 1.5.1922 VF- Beschlüsse über die Entlastung des Aufsichtsra-
tes für nichtig, so daß der AR nun für die Malaise
Nr. 421 Schätzpreis: 750,00 EUR Auflage 7.000 (R 9). Großformatig, hübsche
regreßpflichtig wurde. Schöne Zierumrandung.
Startpreis: 500,00 EUR Umrahmung im Historismus-Stil. Nur 7 Stücke
wurden Ende 1998 gefunden. Eingerissene Mittel- Faksimile von Oscar Rothschild, Eyck und Stras-
Landkraftwerke Leipzig AG ser. Mit restlichen Kupons.
knickfalten.
Global-Aktie 2205 x 1.000 RM, Nr. 2206-4410
Kulkwitz bei Leipzig, 1.4.1941 EF
(R 9) Die Aktie verbriefte die 13,8 %-Anteile der Alle Wertpapiere sind bei uns in einer Bilddatenbank vorhanden. Es kann deshalb
Großaktionäre Provinzialverband der Provinz vereinzelt vorkommen, daß bei Abbildungen auf Archivmaterial zurück gegriffen
Sachsen resp. Elektrizitätswerk Sachsen-Anhalt wurde und ein gleichwertiges Stück mit einer anderen Nummer abgebildet ist.
AG. Gründung 1910 zwecks Stromversorgung der

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Auktionshaus Gutowski • 49. Auktion Historischer Wertpapiere am 30. Januar 2012

ab 1941 nur noch kurz “Handelsbank”. Das Institut


(geschäftsansässig Leipzig C 1, Kurprinzstr. 9)
beschäftigte zuletzt ca. 130 Mitarbeiter und war in
Leipzig auch börsennotiert. Lochentwertet. Nur 2
Stücke sind bis heute erhalten geblieben!

Nr. 429
Nr. 429 Schätzpreis: 375,00 EUR
Startpreis: 250,00 EUR
Leipziger Pianoforte- und Phonola-

Nr. 428
fabriken Hupfeld - Gebr. Zimmermann
Aktie 100 RM, Nr. 32159
Leipzig, 4.9.1926 EF
Nr. 428 Schätzpreis: 750,00 EUR Auflage 21.000 (R 9). Gründung 1895 als „Leipziger
Startpreis: 350,00 EUR Pianofortefabrik Gebr. Zimmermann AG“, 1926
Leipziger Messe- und Ausstellungs-AG Angliederung der „Ludwig Hupfeld AG“ mit Wer-
Aktie 10.000 RM, Nr. 59 ken in Dresden, Böhlitz-Ehrenberg, Johanngeor-
genstadt und Gotha, anschließend Umfirmierung

Nr. 426
Leipzig, 15.7.1942 EF wie oben. Das fusionierte Unternehmen ist mit
Auflage 10 (R 9). Gründung 1923 zwecks „Förde- über 20.000 Instrumenten jährlich nun der größte
rung der Leipziger Messe mit dem gemeinnützigen Hersteller in ganz Europa. 1929/30 beenden Welt-
Nr. 426 Schätzpreis: 400,00 EUR Ziel der Hebung der deutschen Warenausfuhr
Startpreis: 275,00 EUR wirtschaftskrise, Schallplatte und Rundfunk die
durch Beschaffung und Vermietung von Räumen Ära der bei Hupfeld produzierten elektrischen
Leipziger Bierbrauerei und Plätzen zur Ausstellung von Industrie-Erzeug- Selbstspielinstrumente. Die Klavierproduktion
zu Reudnitz Riebeck & Co. AG nissen.“ Die Weltwirtschaftskrise traf die Leipziger wird in eine Zweigfabrik verlagert, die Hauptfabri-
Messe so hart, daß sie 1933 ihre Grundstücke, ken stellen nunmehr Kinoorgeln, Plattenspieler,
5 % Teilschuldv. 1.000 RM, Nr. 2625 sonstige Sachanlagen und das Umlaufvermögen
Leipzig, Dezember 1936 VF+ Rundfunkempfänger, Kleinbillards und Wohnmö-
an das Leipziger Messamt verkaufen musste, das bel her. Weiter umfirmiert 1935 in Hupfeld - Gebr.
Auflage 3.600 (R 10). Die Brauerei gründete 1862 im Gegenzug nom. 3,85 Mio. Aktien unentgeltlich Zimmermann AG und 1938 in Hupfeld-Zimmer-
Adolf Schröder in der damals noch selbständigen für eine Kapitalherabsetzung auf nur noch o,4 mann AG. Börsennotiz Berlin und Leipzig. 1946
Vorortgemeinde Reudnitz. 1871 wurde das kon- Mio. RM zur Verfügung stellte und außerdem auf enteignet, zu DDR-Zeiten Teil der sog. “Pianouni-
kursreife Unternehmen an einige Leipziger Bürger die Erfüllung der bestehenden Forderungen ver- on”. Nach der Wende wird der Betrieb in Böhlitz-
unter Führung des Industriellen Carl Adolf Rie- zichtete. Der Messe- und Ausstellungs-AG blieb Ehrenberg als Pianofortefabrik Leipzig GmbH &
beck veräußert und 1887 in eine AG umgewandelt. fortan mit knapp 50 Mitarbeitern nur noch die Ver- Co. KG reprivatisiert, das traditionsreiche ehema-
Die Brauerei in der Mühlstr. 13 wurde nun sehr waltung und Vermietung der Meßräume in den lige Hupfeld-Werk in Seifhennersdorf wird von der
expansiv geführt, bis zum Ausbruch des 1. Welt- jetzt verkauften Objekten. Aktionäre waren nun- Berliner Bechstein-Gruppe übernommen. Sehr
krieges hatte sich der Absatz auf 400.000 Hektoli- mehr das Leipziger Messamt (ca. 90 %) und die dekorativ, zwei Vignetten mit Klavier und Kon-
ter jährlich mehr als verdoppelt. 1912 Errichtung Hamburg-Amerika-Linie (HAPAG, ca. 9 %). Zuletzt zertflügel sowie zwei Vignetten mit Zimmermann-
eines Zweigbetriebes in Berlin durch Anpachtung wurde das Reichsmesseamt Leipzig alleiniger bzw. Hupfeld-Logo. Lochentwertet. Nur 6 Stücke
der Germaniabrauerei in der Frankfurter Allee Aktionär. 1951 Löschung der AG im Handelsregi- überhaupt sind bis heute erhalten geblieben!
53/55. 1938 Umfirmierung in Riebeck-Brauerei AG. ster. Die Leipziger Messe dagegen bestand als
Inzwischen mit in der Spitze 2 Mio. Hektoliter im Frühjahrs- und Herbstmesse fort und entwickelte
Jahr Ausstoß der größte mitteldeutsche Brauerei- sich zu DDR-Zeiten trotz Kaltem Krieg zur wichtig-
Einlieferungen für die nächsten Auktionen
Konzern und die viertgrößte Brauerei des Deut- sten Kontakt-Plattform im Ost-West-Handel. Loch- werden ständig angenommen
schen Reichs. Eigene Braustätten in Leipzig, entwertet.
Erfurt, Altenburg i.Th., Gera und Gräfenthal
(Thür.) sowie Mehrheitsbeteiligungen an weiteren
19 Brauereien (die größte Beteiligung 1943 war die
an der Actien-Brauerei Neustadt-Magdeburg). Bör-
sennotiz Berlin und Leipzig. 1946 enteignet und
weitergeführt als VEB Landes-Brauerei Leipzig, ab
1959 mit weiteren Betrieben vereinigt zur VEB
Sachsen-Bräu Leipzig, ab 1968 VEB Getränkekom-
binat Leipzig. Die AG wurde nach der Wende reak-
tiviert, wobei sich auch die Familie Oetker
(Radeberger) engagierte. Dennoch kam die Braue-
rei nach der Wende zunächst zum Getränkeriesen
Brau und Brunnen, nach dessen Sturz 2005 als
“Leipziger Brauhaus zu Reudnitz GmbH” aber
schließlich doch zur Radeberger-Gruppe. Ori-
ginalunterschriften. Doppelblatt, inwendig Anlei-
hebedingungen, lochentwertet. Nur 3 Stücke sind
bis heute erhalten geblieben!

Nr. 427 Schätzpreis: 500,00 EUR


Startpreis: 300,00 EUR
Leipziger Handels- und Verkehrs-
Bank AG vorm. Leipziger Central-
Viehmarkts-Bank
Aktie 1.000 Mark, Nr. 3937
Leipzig, 10.5.1922 VF
Auflage 5000 (R 11). Gründung 1867 als Pfaffen-
dorfer Handelsverein A. Klarner & Co. KG, seit
1877 Genossenschaftsbank und seit 1891 AG als

Nr. 427
“Leipziger Central-Viehmarkts-Bank”. 1919 umbe-
nannt in “Leipziger Handels- und Verkehrsbank”,

72
Auktionshaus Gutowski • 49. Auktion Historischer Wertpapiere am 30. Januar 2012

AG“, 1933/36 umbenannt in Westdeutsche Kaufhof wurde unter dem Slogan “Das billigste Kleinauto”
AG. Der Kaufhof hatte jetzt über 13.000 Mitarbei- ein Kleinwagen von guter Qualität produziert. Im
ter, Großaktionäre waren zu dieser Zeit die Com- wesentlichen wurden zugekaufte Komponenten
merzbank, die Dresdner und die Deutsche Bank. montiert, sowohl mit wasser- wie auch mit luft-
1945 waren lediglich 3 von 41 Filialen einiger- gekühlten Motoren. 1924/25 Produktionsumstel-
maßen unzerstört, doch es folgte ein gewaltiger lung auf Fahrräder. Notierte im Berliner Freiver-
Wiederaufbau zum später zweitgrößten deut- kehr. 1926 übernahm die gewerkschaftsnahe Bank
schen Kaufhauskonzern. 1988 Einstieg bei Jet-Rei- der Arbeiter, Angestellten und Beamten AG, Berlin
sen und der Media-Markt-Gruppe. 1996 auf (nach dem 2. WK: Bank für Gemeinwirtschaft) die
Wunsch des späteren Großaktionärs Metro Ver- Aktienmehrheit im Rahmen einer Sanierung, der
schmelzung mit der ASKO und den deutschen AR wurde mehrheitlich mit Gewerkschaftsfunk-
Metro-Aktivitäten zur heutigen METRO AG (Sitz tionären besetzt, zugleich Umfirmierung in Lind-
Düsseldorf). Schöner orange/schwarzer Stahl- car-Fahrradwerk AG. Speziell diesen Fall kritisier-

Nr. 430
stich der ABNC, allegorische Vignette mit Fracht- te übrigens Ernst Thälmann als Beispiel für “Ver-
dampfer und rauchenden Fabrikschloten. Beson- wendung ... der gesammelten Gewerkschaftsgel-
ders interessant: Neben den Kupons ist auch ein der zu Zwecken gemeinsamer ökonomischer
Nr. 430 Schätzpreis: 200,00 EUR Optionsschein angefügt, der zum Bezug von 14 Betätigung mit dem Finanzkapital”, während
Startpreis: 80,00 EUR Leonhard-Tietz-Aktien á nom. 100 RM berechtigte. zugleich die Ausgaben der Gewerkschaften für
Knickfalte eingerissen. Mit anh. Kupons. Nur 4 Arbeitskämpfe von ehedem 46 % auf 8,8 % der
Leisniger Mühlen AG Stücke aus dem ABNC-Archiv sind seit Jahren gesamten Ausgaben zurückgingen. Der Volks-
Aktie 1.000 Mark, Nr. 726 bekannt. mund nannte die Lindcar-Fahrräder nun scherz-
Leisnig, 8.8.1922 VF+ haft “Gewerkschafts-Fahrrad”. Zusätzlich produ-
Auflage 200 (R 9). Gründung 1872. Betrieb der an ziert wurden ab 1930 Nähmaschinen und ab 1931
der Mulde gelegenen Obermühle und Ausnutzung Motor-Fahrräder mit Hilfsmotor. Der Verkauf
der im Besitz der Gesellschaft befindlichen Was- erfolgte über 28 eigene Filialen und größere Ver-
serkräfte, ferner Beteiligung an der Leisniger Bank kaufsläger in einer Reihe von Provinzstädten.
und der Berliner Mittelmühlen-GmbH. Zu DDR-Zei- 1935/36 wegen Auftragsmangel in Liquidation
ten wurde die Mühle dann als Futtermittelwerk gegangen. Das Fabrikgrundstück wurde später
genutzt. G&D-Druck, Originalunterschriften. Rand- von der Firma Hermann Herdegen (Metall- und
verletzungen und kleine Randstellen fachgerecht Papierverarbeitung) genutzt. Der Automobilfabri-
restauriert. kant Lindemann wanderte übrigens in der Welt-
wirtschaftskrise nach Brasilien aus, wo seine
Nachkommen heute unter dem alten Namen “Lin-
dcar” eine der größten Autovermietungen des
Landes betreiben. Mit Restkupons. Knickfalten.
Nur 5 Stücke sind seit vielen Jahren bekannt!

Nr. 432 Nr. 434

Nr. 434 Schätzpreis: 300,00 EUR

Nr. 431
Startpreis: 100,00 EUR
Liquidations-Casse in Hamburg AG
Aktie Lit. B 100 RM, Nr. 7018 (geändert in 9)
Nr. 431 Schätzpreis: 400,00 EUR Hamburg, 18.4.1925 EF
Startpreis: 125,00 EUR Auflage 1425, R 8, nach Kapitalrückzahlungen 1933
Leofilm-AG und 1938 noch 525 (R 8). Gründung 1887 als „Waa-
ren-Liquidations-Casse“ zur Garantierung der
Aktie 1.000 Mark, Nr. 8587 Erfüllung von Termingeschäften in Kaffee, Zucker,
München, 12.7.1923 EF Baumwolle und Kautschuk. 1920 umbenannt wie
Gründeraktie, Auflage 40.000 (R 9). Herstellung oben nach Übernahme der Maklerbank sowie des
und Vertrieb von Filmen. 1929 Zusammenschluss von der Commerzbank AG geführten Effekten-

Nr. 433
mit der Rheinischen Filmgesellschaft Köln, der Liquidations-Büros. Seit 1926 im Rahmen der
Nordfilm-Gesellschaft Hamburg und der Siegel “Arbeitsgemeinschaft deutscher Wertpapiersam-
Monopolfilm Dresden zu einem Konsortium deut- melbanken” auch als Wertpapiersammelbank
scher Bezirksverleiher. 1933 in Konkurs. Mit kom- tätig. 1990 Fusion mit der Lombardkasse AG in
plettem Kuponbogen. Nr. 433 Schätzpreis: 200,00 EUR Berlin und Frankfurt/Main (gegr. 1923 als Berliner
Startpreis: 100,00 EUR Makler-Verein AG), deren Aktionäre neben den
Nr. 432 Schätzpreis: 500,00 EUR Lindcar-Auto AG deutschen Großbanken auch die Spitzeninstitute
Startpreis: 250,00 EUR Aktie 1.000 Mark, Nr. 58023 der Sparkassen und Genossenschaftsbanken sind.
Prägesiegel lochentwertet.
Leonhard Tietz AG Berlin, 20.9.1923 EF/VF
7,5 % Gold Bond 1.000 $, Specimen Auflage 120.000 (R 10). Gründung 1920 durch den
Nr. 435 Schätzpreis: 300,00 EUR
Köln, 1.1.1926 VF Automobilfabrikanten Lindemann unter Übernah-
me der Lichtenrader Metallwarenfabrik GmbH
Startpreis: 100,00 EUR
(R 10) Gründung der Einzelfirma Leonhard Tietz
1879 in Stralsund als Kurz-, Weiß- und Wollwaren- (verlängerte Viktoriastraße). Der Firmensitz war Liquidations-Casse in Hamburg AG
geschäft. Durch feste niedrige Preise gewann das früher die Versuchsanstalt des Reichsmarine- Namens-Aktie Lit. D 1.000 RM, Nr. 11630
Geschäft so viele Kunden, daß es innerhalb weni- Amtes, wo ab 1908 erste Versuche mit U-Boot- (geändert in 1550)
ger Jahre dreimal vergrößert werden mußte. 1889 Modellen gemacht worden waren; sodann kamen
als Nutzer in schneller Folge die Chemische Fabrik Hamburg, 18.4.1925 EF
Gründung der ersten Filiale in Elberfeld, danach Auflage 2.500, nach Kapitalrückzahlung 1938 noch
schlagartige Expansion vor allem im westdeut- A. Wallwig & Co., die Farbenfabrik Asewa und die
Maschinenfabrik Arthus Roßberg, ehe 1922 die 1.250 (R 8). Prägesiegel lochentwertet. Mit beilie-
schen Raum, ab 1929/30 auch in Schlesien und gendem Talon.
dem Frankfurter Raum. Seit 1905 „Leonhard Tietz Produktion der Lindcar-Autos einzog. Bis 1925

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Auktionshaus Gutowski • 49. Auktion Historischer Wertpapiere am 30. Januar 2012

Nr. 440 Schätzpreis: 150,00 EUR


Startpreis: 60,00 EUR
Märkisch-Westfälischer Bergwerks-Verein
4,5 % Teilschuldv. 1.000 Mark, Nr. 1864
Letmathe, 21.12.1909 VF
Auflage 2.250 (R 8). Umfirmierung 1925 in Berg-
bau-AG Lothringen. Die Anleihe vermittelte das
Bankhaus Deichmann & Co. zu Cöln. Dekoratives
Stück mit vielen Abstempelungen und Originalun-
terschriften. Doppelblatt, inwendig Anleihebedin-
gungen. Einschnittentwertet.

Nr. 436 Nr. 438


Nr. 436 Schätzpreis: 350,00 EUR Nr. 438 Schätzpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 200,00 EUR Startpreis: 90,00 EUR
Logierhaus-BERNER-AG (LOBEAG) Ludwigshafener Walzmühle
Aktie Reihe B 200 RM, Nr. 715 Aktie 100 RM, Nr. 462
Berlin, 27.3.1929 EF/VF Ludwigshafen a.Rh., Juli 1942 EF
Auflage 200 (R 10). Gründung 1924 durch den Tou- Auflage 341 (R 8). Gegründet 1894 mit Sitz in
ristik-Pionier Conrad Berner. Zweck: Schaffung Mannheim unter Übernahme der Kunstmühle der
von Logiermöglichkeiten an stark besuchten Rei- Firma Kaufmann, Straus & Co. in Ludwigshafen
seplätzen im In- und Ausland, Veranstaltung von (Weizen- und Roggenmühle, Hartgrieß- und Grau-
Gesellschafts- und Pauschalreisen. Die Ges. penfabrik). 1905 durch Brand fast völlig zerstört,

Nr. 441
betrieb ein Reisebüro in Berlin-Charlottenburg dann mit wesentlicher Kapazitätserweiterung als
(Kantstr. 135) sowie ein eigenes Logierhaus in modernste Mühle wiederaufgebaut. 1931 Sitzver-
Pörtschach am Wörthersee. Vertretungen in Ragu- legung nach Ludwigshafen. 1945 bei Bombenan-
sa (Dalmatien), Florenz, Rom, Neapel, Palermo, griffen erneut zerstört, Wiederaufbau 1951 abge-
Cairo etc. Zwar ahnte Berners Konzept die schlossen. 1970 in eine GmbH umgewandelt. Bis Nr. 441 Schätzpreis: 150,00 EUR
Zukunft des von einem Anbieter organisierten dahin Börsennotiz Mannheim bzw. Frankfurt; Startpreis: 100,00 EUR
Pauschalurlaubs sehr weise voraus. Aber nach neben der jahrzehntelang beteiligten Rhenania
dem 2. Weltkrieg hatten die Deutschen zunächst Magdeburger Bank AG
Schifffahrts- und Speditions-Ges. in Mannheim
andere Interessen als Reisen. Die AG wurde abge- erscheint in den 30er Jahren die Südzucker als Aktie 1.000 Mark, Nr. 21846
wickelt und 1969 gelöscht. Lochentwertet. Nur 3 Mehrheitsaktionär, zuletzt besaß die Bremer Magdeburg, Dezember 1922 EF/VF
Stücke sind überhaupt erhalten geblieben! Rolandmühle mehr als 25 %. Mit restlichen Auflage 5.000 (R 10). Gründung 1922 unter Über-
Kupons. Nicht entwertet, in dieser Form seit Jah- nahme der seit 1880 bestehenden Magdeburger
ren kaum mehr als 10 Stück bekannt. Creditbank (geschäftsansässig Otto v. Guerickestr.
100). Nach der Inflation war die Kapitaldecke so
dünn (Kapitalumstellung 400:1), daß die Bank eine
Anlehnung an einen größeren Konzern oder eine
Fusion anstrebte. Nachdem entsprechende Ver-
handlungen ergebnislos verlaufen waren, trat die
AG 1925 in Liquidation.

Nr. 439
Nr. 439 Schätzpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 75,00 EUR
Nr. 437
Luna-Park AG

Nr. 442
Aktie 1.000 Mark, Nr. 73940
Nr. 437 Schätzpreis: 150,00 EUR Breslau-Morgenau, Juni 1923 EF
Startpreis: 80,00 EUR Gründeraktie, Auflage 30.000 (R 7). Gründung 1923
zur Übernahme des bis dahin der KG Reckziegel & Nr. 442 Schätzpreis: 400,00 EUR
Lothringer Hütten-Verein Aumetz-Friede Co. gehörenden Lunaparks in Breslau, Morgenaus- Startpreis: 125,00 EUR
Certificat d´inscription 341 Actions, Nr. 10 tr. 3/4 (eine Mischung aus Zoo und Vergnügungs- Malbergbahn-AG
Brüssel, 18.9.1901 VF park). Seit Juni 1931 wurde der Park von der AG in
Gründung 1897 als Aumetz Belgisch-Lothringer Eigenregie betrieben, ein Jahr später wegen Actie 1.000 Mark, Nr. 107
Gruben- und Hüttenverein in Brüssel. Noch im sel- Unrentabilität vorübergehend geschlossen und Köln, 16.11.1886 EF
ben Jahr fusionierte sich die Ges. mit der S.A. des am 1.10.1933 wieder eröffnet. Am 1.1.1934 brannte Gründeraktie, Auflage 160 (R 7). Gründung 1885.
Hauts-Fournaux de La Paix. Zweck: Gewinnung der große Saal fast völlig ab, nach dem Wieder- Betrieb der 520 Meter langen meterspurigen
und Verkauf von Eisenerz, Fabrikation von Eisen aufbau wurde der gesamte Betrieb am 1.10.1934 in Standseilbahn von Bad Ems auf den Malberg und
u. Stahl. Der Gesamtgrundbesitz ist in den deut- neuem Glanz wiedereröffnet. Ende 1937 Ver- Lieferung der elektrischen Beleuchtung für Bad
schen Gemeinden Kneuttingen, Nilvingen, Algrin- schmelzung auf den Hauptaktionär, die Bürgerli- Ems, außerdem Betrieb von Motorbooten auf der
gen, Fentsch und Aumetz gelegen. 1911 beschäf- ches Brauhaus Breslau AG. Die ausscheidenden Lahn sowie Betrieb einer Eisfabrik. 1922 Umbenen-
tigte die Fa. über 10.000 Arbeiter. Bei der Zeich- Aktionäre der im Freiverkehr Breslau notierten AG nung in Emser Elektrizitätswerk und Malbergbahn.
nung wurden je Aktie 50 FF eingezahlt. Feine Zier- wurden mit 72 % abgefunden. Der in der heutigen Die Bahn war eine Wasserballastbahn mit Leiter-
umrandung. Zweisprachig: deutsch/französisch. ul. Rakowiecka gelegene prachtvolle Festsaal zahnstange nach System Riggenbach. 1951 ging die
Rückseitig drei Einzahlungsbestätigungen zu je wurde erst kürzlich restauriert und wird heute Malbergbahn in das Eigentum der Stadt Bad Ems
150 FF. Knickfalteneinriß am unteren Rand hinter- immer noch unter dem Namen Bürgersäle-Luna über. Die Bahn fuhr bis 1979, 1981 wurde sie zum
klebt. Park genutzt. Mit komplett anh. Kuponbogen. technischen Denkmal erklärt. Lochentwertet.

Die Besichtigung der Auktionsware ist vom 23. Januar bis zum 27. Januar 2012 in den Räumen der Bürogemeinschaft
Salzbergstrasse 2 in Wolfenbüttel möglich. Bitte vereinbaren Sie einen Besichtigungstermin mit mir!

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Auktionshaus Gutowski • 49. Auktion Historischer Wertpapiere am 30. Januar 2012

Nr. 443 Schätzpreis: 150,00 EUR


Startpreis: 75,00 EUR
Malzfabrik Mellrichstadt
Aktie 100 RM, Nr. 1375 (geändert in 733)
Mellrichstadt, 4.6.1928 EF-
Auflage mit “Gültig”-Überdruck noch 110 Stück
(R 8). Gründung 1884. Kleine Fabrik mit selten
mehr als 50 Mitarbeitern, erzeugt wurden Brau-
malze (Pilsener-, Wiener- und Münchener Dar-
rung), außerdem Handel mit Malz, Getreide, Nah-
rungs-, Futter- und Düngemitteln. Bis 1934 in Dres-
den börsennotiert. 1935 übernahm die Malzfabrik

Nr. 443 Nr. 448


Meußdoerffer KG in Kulmbach 80 % des Aktienka-
pitals. 1945 Beschlagnahme der Fabrik zur Unter-
bringung von Flüchtlingen. 1948 wurde der
Betrieb teilweise wieder freigegeben und das seit Nr. 448 Schätzpreis: 150,00 EUR
1946 bestehende Mälzungsverbot aufgehoben. Startpreis: 75,00 EUR
Schon 1951 arbeitete die Malzfabrik wieder mit Marmor-Industrie Kiefer AG
voller Kapazität. 1961 in eine GmbH umgewandelt.
“Gültig geblieben gemäß Beschluß der Gen.-Vers. Aktie 300 DM, Musterstück
vom 19.3.1933”. Kiefersfelden, Juli 1952 EF
Nullgeziffertes Muster (R 10). Gegründet 1883.
Nr. 444 Schätzpreis: 150,00 EUR Betrieben wurden Marmorbrüche am Untersberg
Startpreis: 60,00 EUR und bei Adnet (Salzburg), Rehlingen, Kirchheim
und Trosselfels b. Marching (bei Neustadt a.d.
Malzfabrik Mellrichstadt Donau), der Nagelfluh-Bruch (im Salzburger Land)
Aktie 100 RM, Blankette und Torren bei Golling. Marmorsägerei und Stein-
Mellrichstadt, 4.6.1928 EF metzgeschäft in Kiefersfelden (Oberbayern) mit
(R 10) Gleiche graphosche Gestaltung wie das Los Filialen in Berlin, München, Frankfurt a.M., Hal-
davor. lein-Oberalm (Salzburg) und Wien. Insgesamt

Nr. 445
waren über 1.000 Mitarbeiter beschäftigt. Der
Nr. 445 Schätzpreis: 150,00 EUR 1887 erworbene Betrieb in Hallein-Oberalm wurde
Startpreis: 75,00 EUR 1946/47 von der Property Control Section der
Militärregierung des Landes Salzburg übernom-
Malzfabriken men und 1947 unter die Treuhänderschaft der
J. Eisenberg & Etgersleben AG österr. Bundesregierung gestellt. 1990 auf den letz-
Volleingezahlte Aktie 1.000 Mark, Nr. 648 ten Großaktionär (Heidelberger Zement AG) ver-
schmolzen. Nur 5 Stücke wurden Mitte 2006 in
Erfurt, 15.3./1.6.1918 EF/VF
einem alten Tresor gefunden.
Auflage 650 (R 8). Volleingezahlte Aktie. Gründung
1898 als Malzfabrik Etgersleben AG. 1914 Über-
nahme der Malzfabrik Blanke & Schmidt in Mag-
deburg-Buckau. Seit 1916 auch Gemüsetrocknung.
1917/18 Übernahme der Malzfabriken J. Eisenberg
in Erfurt und Umfirmierung in Malzfabriken J.
Eisenberg & Etgersleben AG. 1941 erneute Umfir-
mierung in Vereinigte Malzfabriken Erfurt &
Etgersleben AG. Börsennotiz: Freiverkehr Leipzig.
Großformatiges Papier, sehr dekorativ gestaltetet.
Nicht entwertet!

Nr. 446 Schätzpreis: 175,00 EUR

Nr. 449
Startpreis: 75,00 EUR
Mannesmannröhren-Werke
Aktie 1.000 Mark, Nr. 29218
Nr. 446
Düsseldorf, Oktober 1910 EF Nr. 449 Schätzpreis: 175,00 EUR
Startpreis: 80,00 EUR
Auflage 7.500, Kapitalerhöhung zur Aufnahme der
Gasrohrfabrikation. Ehemals einer der größten Martini & Hüneke Maschinenbau-AG
deutschen Konzerne in Anlagenbau, Röhrenferti- Aktie 500 RM, Nr. 3408
gung, Handel und neuerdings Telekommunikation. Berlin, 10.5.1927 EF
Nach einer gewaltigen Übernahmeschlacht im Auflage 600 (R 9). Gründung 1907 als Martini &
Jahr 2000 von der britischen Vodafone geschluckt. Hüneke Maschinenbau-AG in Hannover. 1908 Sitz-
Hochformat, sehr schöner G&D-Druck mit großer verlegung nach Berlin, 1934 nach Salzkotten i.W.
symbolhafter Vignette der Metallverarbeitung. 1926 Erwerb der „Fabrik explosionssicherer
Nicht entwertet! Gefässe GmbH“, Salzkotten i.W. und 1932 Umbe-
nennung in Martini-Hüneke und Salzkotten
Nr. 447 Schätzpreis: 600,00 EUR Maschinen- und Apparatebau-AG. Herstellung
Startpreis: 300,00 EUR explosionsgeschützter Einrichtungen für Lage-
Marienhaus Heidelberg AG rung, Abgabe und Verarbeitung feuergefährlicher
Flüssigkeiten und von Tankwagen zum Mineralöl-
Namens-Actie 200 Mark, Nr. 53 transport. Heute vor allem als Hersteller von
Heidelberg, 1.10.1888 VF Tankstellen-Zapfsäulen bekannt. Mit Originalun-
Gründeraktie. Auflage nur 75 Stück (R 10). Das terschrift des Vorstandes. Nur 6 Stücke wurden
Marienhaus liegt in Heidelberg an der Bismarck- 2005 gefunden.
str. 7-9. Zweck: “Fürsorge für dienende Mädchen
vorzugsweise katholischer Konfession, insbeson- Nr. 450 Schätzpreis: 175,00 EUR
dere Erwerb und Betrieb eines Hauses zur Beher- Startpreis: 80,00 EUR
bergung und Unterhaltung von Dienstmädchen Maschinen- und Fahrzeug-Fabriken
und Verpflegung älterer Dienstboten”. Diese For- Alfeld-Delligsen AG
mulierung blieb mehr als ein halbes Jahrhundert
in den Börsenführern unverändert, ebenso das
Aktie 100 RM, Nr. 3925
Kapital der Gesellschaft. 1948 in eine GmbH umge- Alfeld-Leine, August 1929 EF

Nr. 447
wandelt. Feine Ornament-Umrandung, Originalun- Auflage 6.400, kompletter Aktienneudruck (R 8).
terschriften. Mit Restkupons. Gründung 1899 in Bernburg a.S. als „Bernburger

75
Auktionshaus Gutowski • 49. Auktion Historischer Wertpapiere am 30. Januar 2012

Maschinenfabrik“. 1908 Erwerb der Braunschweig- Nr. 452 Schätzpreis: 250,00 EUR lung von Motorpferden und Gross-Diesel-Motoren.
Hannoverschen Maschinenfabriken AG zu Delligs- Startpreis: 75,00 EUR Ab 1925 folgte eine Absatzkrise, nachdem die
en, Alfeld und Bornum. 1918 nach Verkauf der Reichsbahn jahrelang keine neuen Dampflokomo-
Bernburger Fabrik und der Wilhelmshütte in Bor-
Maschinenbau-AG tiven mehr bestellt hatte. Die Umstellung auf den
num umbenannt wie oben. Sitzverlegungen nach vormals Starke & Hoffmann Bau von Diesellokomotiven scheiterte, 1929 ging
Alfeld (1915), Hannover (1923 nach Erwerb der Aktie 1.000 Mark, Nr. 5479 die in Berlin, Frankfurt und Mannheim börsenno-
Niedersächsischen Metallgesellschaft mbH in Han- Hirschberg i. Schlesien, 26.5.1921 VF tierte AG in freiwillige Liquidation. Die Reste des
nover, der Rhüdener Chamottewerke AG und der Lokomotivbaus erwarb die Hohenzollern AG in
Auflage 2.250 (R 10). Gründung 1895 zur Übernah-
Schäfer-Werk AG in Dassel) und 1925 wieder Düsseldorf. 1842-1928 hatten 2.370 Lokomotiven
me der Maschinenfabrik und Brückenbauanstalt
zurück nach Alfeld. Fabrikationsprogramm: 1. För- die Fabrik in Karlsruhe verlassen, die so namhafte
von Starke & Hoffmann. Bau von Dampfmaschi-
dermaschinen vor allem für den Kalibergbau, Ingenieure wie Niklaus Riggenbach (den Erfinder
nen, Turbinen, Dampfkesseln, eisernen Brücken,
Kalitrocknungen, Chlorkaliumfabriken, Lösehau- der Zahnradbahn), Carl Benz, Gottlieb Daimler
kompletten Anlagen von Holzschleifereien und
seinrichtungen; 2. Bau kompletter Gaswerksanla- und Wilhelm Maybach beschäftigt hatte. Unge-
Apparaten für die Papierfabrikation, Eisenkon-
gen; 3. Papiermaschinenbau; 4. Dampfkesselbau, wöhnliche Gestaltung mit stilisierter Werksan-
struktionen und Eisenguss. Seit Anfang der 20er
Apparate für die chemische Industrie; 5. Kochher- sicht. Mit komplettem Kuponbogen. Nicht entwer-
Jahre wurden außerdem Dieselmotoren produ-
de, Gaskocher und Dauerbrandöfen; 6. Fahrzeug- tet!
ziert. Ab 1925 Arbeitsgemeinschaft mit der AG für
bau, Waggonbau; 7. Kundenguß, Hartgusswalzen.
Eisengießerei und Maschinenfabrikation vorm. J.
1931 in der Weltwirtschaftskrise in Konkurs gegan-
C. Freund & Co. in Berlin und Zusammenfassung
gen. 1933 wurde von den Anleihegläubigern als
der Leitung in der Freund-Starkehoffmann-Maschi-
Nachfolgegesellschaft die Herdfabrik Delligsen AG
nen AG, wobei sämtliche Aufträge weiter in den
gegründet, die dann bis zur Vergleichseröffnung
Werkstätten in Hirschberg ausgeführt wurden.
1959 durchhielt. Nicht entwertet!
Börsennotiz Berlin. 1936 Konkurs. Großes Quer-
format, schöne Zierumrahmung. Nicht entwertet!

Nr. 454
Nr. 454 Schätzpreis: 300,00 EUR
Startpreis: 75,00 EUR
Maschinenfabrik AG vorm. Wagner & Co.
Nr. 450 Aktie 100 RM, Nr. 12435
Nr. 453
Köthen, 1.11.1928 EF
Auflage 20.000 (R 10). Bereits 1856 entstand direkt
Nr. 453 Schätzpreis: 150,00 EUR am Bahnhof Köthen eine Herzogliche Eisengieße-
rei, die 1859 vom Berliner Fabrikanten Rudolph
Startpreis: 30,00 EUR
Dinglinger übernommen wurde. Sein Vorfahr war
Maschinenbaugesellschaft Karlsruhe kein Geringerer als der Emailleur Georg Friedrich
Aktie 100 RM, Nr. 27094 Dinglinger, Bruder des sächsischen Hofgold-
Karlsruhe, Oktober 1927 EF schmieds Johann Melcior Dinglinger, deren Schaf-
fen das Grüne Gewölbe in Dresden die bedeutend-
Auflage 27.400, kompletter Aktienneudruck nach
sten Stücke aus der Zeit August des Starken ver-
Kapitalherabsetzung (R 8). Einer der ersten deut-
dankt. Direkt angrenzend gründete 1860 Carl Thiel
schen Lokomotivhersteller! Ursprung des Unter-
die älteste Maschinenfabrik der Stadt. Nach Über-
nehmens ist eine 1833 von Jakob Friedrich Mes-
nahme der Betriebe durch Julius Wagner erfolgte
smer eröffnete und 1836 von Emil Keßler und
1890 die Gründung dieser AG. Die Fabrik mit 5
Theodor Martiensen übernommene mechanische

Nr. 451
massiven Hallen direkt am Bahnhof Köthen besaß
Werkstätte. Ende 1841, kurz nach Eröffnung der
eine Lokomotivreparaturwerkstatt und fabrizierte
ersten badischen Eisenbahnstrecke, wurde die
Maschinen und Apparate für Papier- und Zellulo-
erste Dampflokomotive “Badenia” an die Badi-
sefabriken sowie Dampfkessel. In großem Umfang
Nr. 451 Schätzpreis: 125,00 EUR schen Staatseisenbahnen abgeliefert. 1842 wurde
wurde auch Rohguss an andere Fabriken geliefert,
Startpreis: 50,00 EUR Emil Keßler Alleininhaber der Fabrik, 1846 grün-
wobei Stücke bis zum Einzelgewicht von 40 t
dete er als zweites Unternehmen die (als AG bis
Maschinenbau-AG Golzern-Grimma gegossen werden konnten. Großaktionär war
heute bestehende) Maschinenfabrik Esslingen.
zuletzt der Jakob-Michael-Konzern, Börsennotiz
Aktie 300 RM, Nr. 225 1847 ging das Bankhaus Haber, der Geldgeber
Berlin und Freiverkehr Magdeburg. 1932 Entwick-
Grimma, Juni 1938 EF Keßlers, in Konkurs. Kredite waren plötzlich
lung der Papierstoffzentrifuge “Erkensator”, zu
Auflage 600 (R 8). Gründung 1847 als Gottschald & zurückzuzahlen, Keßler verlor die Kontrolle über
deren Produktion die Fabrikanlagen der Banning
Nötzli AG, ab 1872 Maschinenbauanstalt Golzern die Lokomotivfabrik, die 1851 liquidiert und 1852
& Seybold Maschinenbau in Düren übernommen
vorm. Gottschald & Nötzli, seit 1899 Name wie wegen ihrer strategischen Bedeutung von der
wurden. 1935 Verkauf der Köthener Fabrikanlagen
oben. Herstellung von Maschinen für die chemi- badischen Staatsregierung übernommen wurde.
an die Junkerswerke, deswegen erhielt Köthen
sche Industrie, Spiritusbrennereien, Raffinerien, Mit finanzieller Hilfe des Frankfurter Bankhauses
1937 eine Garnison, einen Flugplatz und eine Flie-
Preßhefe-, Öl-, Papier-, Pappen-, Pulver- und Bethmann gründete Emil Keßler 1852 in Karlsruhe
gertechnische Vorschule. Als Ersatz erwarb die
Sprengstoffabriken. Ab 1948 NAGEMA Maschinen- ein neues Unternehmen, die “Maschinenbau-
Maschinenfabrik Wagner eine Maschinenfabrik in
und Apparatebau Golzern-Grimma, unterstellt der Gesellschaft Carlsruhe”, die den Lokomotivbau
Herischdorf i. Riesengeb., wohin der Firmensitz
VVB NAGEMA, Dresden. Nicht entwertet! wieder aufnahm. Sie gehörte stets zu den kleine-
verlegt wurde, nebst Erwerb der Fabrikanlagen
ren Herstellern. Hauptabnehmer waren die Badi-
der 1854 gegr. Füllnerwerke in Bad Warmbrunn
schen Staatsbahnen und die Königlich Hannöver-
(Verkäufer war die Linke-Hofmann-Buschwerke
schen Staatseisenbahnen, vor ihrer Verstaatli-
AG), wohin die Produktionsanlagen aus Köthen
chung durch das Königreich Preußen auch die
weitgehend überführt wurden. Kurz darauf auch
Bergisch-Märkische Eisenbahn, die Cöln-Minde-
Erwerb des ehemaligen Eisenhüttenwerkes “Mari-
ner Eisenbahn und die Rheinische Eisenbahn.
enhütte” in Kotzenau, wo die nach Verkauf der
1904 wurde das Werk verlegt von der Beierthei-
Köthener Anlagen fehlende Graugießerei neu ein-
mer Allee in die Carl-Metz-Straße, zuletzt rd.
gerichtet wurde. 1939 Umfirmierung in Maschi-
121000 qm großes Werksgelände an der Watt-
nenfabriken Wagner-Dörries AG, gleichzeitig Ver-
straße in unmittelbarer Nähe des Hauptgüter-
kauf der Papiermaschinenaktivitäten mit den Wer-
bahnhofs. Neben Lokomotiven wurden dort
ken Banning & Seybold (Düren) und Füllnerwerk
Dampfmaschinen, Kessel, hydraulische Maschi-
(Bad Warmbrunn). Das AG-Handbuch spricht von
nen, Kältemaschinen, Dieselmotoren, Traktoren
einem “einschneidenden Wechsel des Aufgaben-
und Eisenbahnbedarfsartikel aller Art gefertigt.
gebietes”, was konkret hieß: In dem stark erwei-
Mit der Motorenwerke Mannheim AG vorm. Benz
terten Werk in Herischdorf wurden nun Geschütze

Nr. 452
Abt. stationärer Motorenbau bestand eine Interes-
hergestellt, u.a. die 15-cm-Schwere Feldhaubitze
sengemeinschaft zwecks gemeinsamer Herstel-
18 (Nachbau einer Rheinetall-Krupp-Entwicklung).

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Auktionshaus Gutowski • 49. Auktion Historischer Wertpapiere am 30. Januar 2012

Erneute Umbenennung 1942 in Dörries-Füllner Handtücher. AG seit 1886. Neben der Weberei
Maschinenfabriken AG mit Sitz in Bad Warm- auch Betrieb der „Braunkohlengrube Martin“ (ver-
brunn. Der Ort heißt nach dem Krieg jetzt Ciepli- kauft 1918) nebst Ziegelei (verkauft 1919) in Kun-
ce Slaskie-Zdroj, die Fabrik wurde von den Polen zendorf. Börsennotiz Berlin, Großaktionär war die
übernomen. Die seinerzeit von der Junkers Moto- Dresdner Bank. Schöne Rankwerk-Umrahmung.
renbau GmbH übernommene ehemalige Wagner- Nicht entwertet!
Fabrik am Bahnhof in Köthen wurde ab 1951 vom
VEB ABUS Förderanlagenbau genutzt und erst im
Sommer 2007 abgerissen. Mit restlichem Kupon-
bogen. Nicht entwertet, in dieser Form sind uns
nur 4 Stücke bekannt!

Nr. 458
Nr. 458 Schätzpreis: 400,00 EUR
Startpreis: 180,00 EUR
Mech. Baumwoll-Spinnerei
und Weberei in Augsburg
Actie 1.714,29 Mark = 1.000 Gulden, Nr. 115
Augsburg, 16.6.1896 VF
Auflage 560 (R 7). Gründung 1837 mit dem Zweck,
bei Abschluss des Zollvereins die Baumwollindu-
strie auch in Bayern einzuführen. Die AG verfügte
über 4 Baumwollspinnereien, 3 Webereien, mehre-

Nr. 455
re 100 Arbeiterwohnhäuser, ein Kinderheim und
eine eigene Werksfeuerwehr. Börsennotiz Augs-

Nr. 460
burg, später (bis zum Konkurs 1976) München.
Nr. 455 Schätzpreis: 175,00 EUR Besonders bemerkenswert an diesem Stück ist,
Startpreis: 80,00 EUR daß das zähe Festhalten an der alten Gulden-
Währung sichtbar wird: Noch über 25 Jahre nach
Maschinenfabrik Gebrüder Dürr AG Ablösung von Thaler und Gulden durch die Mark
Aktie Lit. B 1.000 Mark, Nr. 9688 findet sich hier der Aktien-Nennwert in Gulden
Rohrdorf OA. Nagold, Mai 1923 EF ausgedrückt. Großformatig, mit schöner Umran-
dung. Doppelblatt.
Auflage 14.000 (R 8). Gründung 1922, Fabrik für
landwirtschaftliche Maschinen und Geräte, 1925
Konkurs. Dekorative Umrandung. Mit kpl. Kupon-
bogen.

Nr. 459

Nr. 459 Schätzpreis: 275,00 EUR


Startpreis: 150,00 EUR
Nr. 456 Nr. 461
Mechanische
Baumwoll-Spinnerei & Weberei
Nr. 456 Schätzpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 50,00 EUR Aktie 2.000 Mark, Nr. 2558 Nr. 461 Schätzpreis: 250,00 EUR
Kaufbeuren, 4.10.1922 EF Startpreis: 100,00 EUR
Maschinenfabrik Ravensburg AG Auflage 600 (R 8). Gründung bereits 1838, AG seit Mechanische Weberei zu Linden
Sammelaktie 20 x 50 DM, Nr. 21276 1858. Begünstigt durch die Wasserkraft an der Iller
Ravensburg, Juli 1991 UNC/EF mit zwei Turbinen blühte der Betrieb immer wei- 8 % Teilschuldv. 200 RM, Nr. 5414
(R 10) 1866 gründete Franz Xaver Honer in ter auf, in der Spitze waren fast 2.000 Webstühle Hannover-Linden, 1.4.1926 EF
Ravensburg eine Maschinenfabrik, ab 1921 die installiert. 1882 Übernahme der früheren Sand- Auflage 1.000 (R 10). Gründung 1858 unter Über-
holzschen Baumwollespinnerei u. Weberei in nahme der seit 1837 bestehenden Mechanischen
Maschinenfabrik Ravensburg AG vorm. F. X.
Kempten. 1950 Umfirmierung in “Th. Momm & Co. Weberei zu Linden. Produziert wurden: Im Werk
Honer. Herstellung von Werkzeugmaschinen aller
Baumwollspinnerei und Weberei AG” (das AR-Mit- Linden Velvets, insbesondere „Lindener Samt“,
Art. Letztmals 1996/97 im AG-Handbuch verzeich- Velveton, „Lindener Leder“, Rippensamt und
glied Herbert W. Momm war Teilhaber beim Bank-
net. Extrem selten, da sich das Aktienkapital bis Cords; im Werk Oggersheim Rohgewebe, deren
haus Delbrück von der Heydt & Co., Köln). 1971
zum Schluß fast ausschließlich im Besitz von vier Umfirmierung in “Spinnerei und Weberei Momm Weiterbearbeitung durch das Werk Linden erfolg-
Familienstämmen befand. Mit beiliegendem AG”, seit 1976 per Beherrschungs- und Gewinnab- te. Beteiligungen an Rheinische Velvetfabrik AG
Kuponbogen. führungsvertrag an die Spinnerei und Weberei Hannover, Zellwolle Lenzing AG Lenzing, Thüringi-
Pfersee, Augsburg gebunden. Mit Traumdividen- sche Zellwolle AG Schwarza. 1954 in Konkurs
Nr. 457 Schätzpreis: 150,00 EUR den von 50 % die Errtragsperle des Pfersee-Kol- gegangen. Teil einer Anleihe von 4 Mio. RM auf
Startpreis: 75,00 EUR bermoor-Konzerns. In den 90er Jahren in eine KG Feingoldbasis, platziert durch das Bankhaus
umgewandelt. Großes Querformat mit dekorativer Ephraim Meyer & Sohn und die Direction der Dis-
Max Ulrich & Co. KGaA Blattranken-Umrahmung.. Nicht entwertet! conto-Gesellschaft, Filiale Hannover. Mit Original-
Aktie 1.000 Mark, Nr. 539 unterschrift. Doppelblatt, inwendig Anleihebedin-
Berlin, 23.11.1905 EF Nr. 460 Schätzpreis: 200,00 EUR gungen. Nicht entwertet!
Auflage 500 (R 8). Gründung 1903. Betrieb von Startpreis: 80,00 EUR
Bank- und Finanzierungsgeschäften, spezialisiert Mechanische Weberei Sorau Nr. 462 Schätzpreis: 400,00 EUR
auf Transaktionen im Bergbau und in der Montan- Startpreis: 200,00 EUR
und Ölindustrie. Engagements in galizischen
vormals F. A. Martin & Co. Mechanische Weberei zu Linden
Ölunternehmungen brachten die Bank 1911 in Aktie 1.000 Mark, Nr. 2151
Aktie 100 RM, Nr. 1363
Schwierigkeiten, danach wurde sie von der Deut- Sorau N.-L., 1.4.1921 VF
Hannover-Linden, März 1932 EF
schen Treuhand-Gesellschaft abgewickelt. Nicht Auflage 3.000 (R 8). Gründung bereits 1835 als Lei-
nen- und Jacquard-Weberei für Tischwäsche und Auflage 13.560 (R 10). Prägesiegel lochentwertet.
entwertet! Nur 2-3 Stücke sind bekannt!

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Auktionshaus Gutowski • 49. Auktion Historischer Wertpapiere am 30. Januar 2012

Nürnberg, Fürth, Augsburg, Marktschorgast, Bern-


eck und (seit 1937) Wasserburg bei Günzburg
(Donau). Als Hersteller von Aluminium- und Zink-
folien, Kupfer- und Messingbändern, Bronze- und
Aluminiumpulver, Blattmetall sowie Gold- und Sil-
berpapieren damals das führende Unternehmen
seiner Art in der ganzen Welt. Zuletzt Werke in
München (Aluminiumfolien und Metallpaier),
Grubmühl (Kupfer- und Messingfolien) und Fürth
(Blattmetall). In den 70er Jahren schrittweise Still-
legung aller Werke, danach nur noch Verwaltung
des wertvollen Grundbesitzes in München. Zuletzt
ein Skandal-Papier, die Börsenzulassung in Mün-

Nr. 462 Nr. 464


chen wurde wegen dauernder Nichtvorlage der
Jahresabschlüsse 1986 widerrufen, im gleichen
Jahr Konkurs. Schöne Umrahmung, Münchner
Kindl im Unterdruck. Nicht entwertet!

Nr. 465
Nr. 466
Nr. 465 Schätzpreis: 200,00 EUR
Startpreis: 75,00 EUR
Metallbank und Metallurgische
Gesellschaft AG
Nr. 463
Call Certificate für Stammaktien à 5.000 RM,
Nr. 739
Nr. 463 Schätzpreis: 350,00 EUR Frankfort on the Main, 1.5.1928 EF/VF
Startpreis: 175,00 EUR Auflage 500 (R 9). Die Metallgesellschaft entstand
Mecklenburgische Friedrich am 17.5.1881 in Frankfurt. Arbeitsgebiet war
Wilhelm Eisenbahn-Gesellschaft zunächst der Handel mit Nichteisenmetallen. Aus
dem Metall- und Erzhandelsgeschäft ergaben sich
Prior.-St.-Aktie 1.000 Mark, Nr. 2179 vielfältige Beziehungen zum Erzbergbau, zur Ver-
Neustrelitz, 1.4.1910 EF hüttungs- und weiterverarbeitenden Industrie, die
Auflage 260. Konzessioniert 1889 als Neustrelitz- oft auch in einer Beteiligung mündeten. Ein Teil

Nr. 467
Wesenberg-Mirower Eisenbahn, 1894 Fusion mit der erworbenen Beteiligungen wurde in die 1897
der Blankensee-Woldegk-Strasburger Eisenbahn errichtete „Metallurgische Gesellschaft AG“ einge-
zur Mecklenburgische Friedrich Wilhelm Eisen- bracht. Gemeinsam mit befreundeten Banken rie-
bahn. Neben den 83 km langen Hauptlinien auch fen die „Metallgesellschaft“ und die „Metallurgi- Nr. 467 Schätzpreis: 180,00 EUR
Betrieb der Hafenbahnen in Neustrelitz und sche Gesellschaft“ für Bank- und Finanzgeschäfte Startpreis: 90,00 EUR
Mirow. Zusätzlich gebaut wurde 1910 die 19 km 1906 die „Berg- und Metallbank AG“ ins Leben.
lange Nebenbahn Thuwow-Feldberg und 1917 zu Diese übernahm 1910 zunächst die Metallurgische Metallwarenfabrik Werra AG
militärischen Zwecken ein 10 km langer Abzweig Gesellschaft (wobei der neue Firmenname „Metall- Aktie 1.000 Mark, Nr. 169
von Mirow zum Müritzsee. Gesamtbahnlänge 112 bank und Metallurgische Gesellschaft AG“ war) Wasungen, 22.5.1922 VF
km in Normalspur. In Buschhof Anschluß an die und dann weiter 1928 im Wege der Verschmelzung Gründeraktie. Auflage 3.500 (R 10). Gründung am
Prignitzer Eisenbahn, in Strasburg in der Ucker- die Metallgesellschaft. Um den Traditionsnamen 21.4.1922. Fabrikation von Metallwaren, Maschi-
mark an die preuß. Staatsbahn. Mit 11 Lokomoti- zu erhalten, firmierte das fusionierte Unterneh- nen und Apparaten aller Art, insbesondere von
ven, 15 Personenwagen und über 100 Güterwagen men fortan weiter als „Metallgesellschaft“. 1972 Apparaten der Feinmechanik. Am 14.3.1925 wurde
wurden pro Jahr im Schnitt 1/2 Mio. Passagiere Aufnahme der Sachtleben AG für Bergbau und das Konkursverfahren eröffnet. Mit Restkupons.
und 1/2 Mio. t Güter befördert. In der letzten chemische Industrie durch Verschmelzung. Ende
größeren Verstaatlichungswelle zum 1.1.1941 auf der 90er Jahre in heftige Turbulenzen geraten,
die Deutsche Reichsbahn übergegangen. Doppel- unter Führung der Deutschen Bank saniert und
blatt, lochentwertet. dann als “mg technologies AG” börsennotiert. Der
Maschinen- und Anlagenbaubereich wird fortge-
Nr. 464 Schätzpreis: 150,00 EUR führt, der nach Umsatz dreimal größere Chemie-
Startpreis: 75,00 EUR und Explosivstoffbereich (Dynamit Nobel, solva-
dis) wurde 2003/04 verkauft. 2005 umbenannt in
Mecklenburgische GEA Group AG, zugleich Sitzverlegung nach
Hypotheken- und Wechselbank Bochum. Dieser bis 1.4.1933 zu 150 % ausübbare
Aktie 100 RM, Nr. 151 Optionsschein war im Zusammenhang mit einer
Schwerin, 31.12.1924 EF im März 1928 in London begebenen Anleihe von
750.000 £ stg. ausgegeben. Originalunterschriften
Auflage 600. Gründung 1871. Im Jahr 1921
des stv. Vorstandsmitglieds H. Schmidt-Fellner
Beschränkung auf das Realkredit-Geschäft, die
und des Prokuristen R. Rupp. Für meine Auktionen suche ich laufend
übrigen Sparten wurden auf die Mecklenburgische
Spar-Bank in Schwerin übertragen. Börsennotiz Einlieferungen von guten Einzelstücken
Berlin. 1963 verlagert nach Lübeck, 1964 umbe- Nr. 466 Schätzpreis: 500,00 EUR und kompletten Sammlungen.
nannt in Norddeutsche Hypotheken- und Wechsel- Startpreis: 100,00 EUR
Bitte um rechtzeitige Zusendungen!
bank (vormals Mecklenburgische Hypotheken- Metallpapier-
und Wechselbank), Lübeck. 1965 verlagert nach
Bronzefarben-Blattmetallwerke AG Zeitplan Auktionen
Hamburg, 1980 umfirmiert in Norddeutsche Hypo-
theken- und Wechselbank, 2002 in der Eurohypo Aktie 200 RM, Nr. 13144 50. Auktion - 16.7.2012
AG, der gemeinsamen Hypothekenbank der drei München, 26.4.1928 VF+ 51. Auktion - 19.11.2012
Frankfurter Großbanken, aufgegangen. Lochent- Auflage 3.000 (R 10). Gründung 1910 (vorher
wertet. GmbH), Werke in München, Stockdorf, Grubmühl,
52. Auktion - 21.1.2013

78
Auktionshaus Gutowski • 49. Auktion Historischer Wertpapiere am 30. Januar 2012

Nr. 468
Nr. 468 Schätzpreis: 125,00 EUR
Startpreis: 60,00 EUR
Metallwarenfabrik Wissner AG
Aktie 100 RM, Nr. 703
Zella-Mehlis, Dezember 1943 EF
(R 8) Gründung 1898 unter Übernahme der seit
1892 bestehenden Firma H. Wissner. Herstellung
von Metallwaren, Glocken, Fahrradteilen, Zahn-
kränzen, Achsen, Kurbeln, Motorradzubehörtei-
len und Getrieben. Börsennotiz Berlin. 1914 verlor
die Gesellschaft infolge des Kriegsausbruchs ihre

Nr. 471
Betriebsanlagen in Nancy, Frankreich. 1932 Fusion
mit der Ver. Thüringer Metallwarenfabriken AG,
Zella-Mehlis im Wege der Übernahme. 1948 aufge-
gangen im VEB Meteor-Werk Zella-Mehlis, ab 1992 Nr. 470 Schätzpreis: 150,00 EUR
Meteor-Umformtechnik-GmbH Zella-Mehlis. Nicht Startpreis: 60,00 EUR
entwertet und mit Kupons. Mineralbrunnen
Überkingen-Teinach AG
Nr. 469 Schätzpreis: 140,00 EUR
Vorzugsaktie 500 DM, Nr. 501432
Startpreis: 60,00 EUR
Bad Überkingen, Oktober 1986 EF+
Mineralbrunnen Auflage 2.000 (R 7). Rückseitig als ungültig abge-
Überkingen-Teinach AG stempelt.
Vorzugsaktie 50 DM, Nr. 6797
Bad Überkingen, Oktober 1986 EF+ Nr. 471 Schätzpreis: 750,00 EUR
Auflage 8.000 (R 8). Gründung 1923, hervorgegan- Startpreis: 500,00 EUR
gen aus dem zuvor genossenschaftlichen Kurhaus

Nr. 473
und Mineralbrunnenbetrieb in Bad Ueberkingen.
MITROPA Mitteleuropäische
Heute mit Produktionsbetrieben in Bad Überkin- Schlafwagen- und Speisewagen-AG
gen, Bad Imnau (Apollo-Quellen), Kisslegg/Allgäu, Aktie 1.000 RM, Nr. 6210 Nr. 473 Schätzpreis: 150,00 EUR
Waiblingen (Remstal-Quellen), Bad Teinach und Berlin, März 1926 EF Startpreis: 60,00 EUR
Fachingen (Fachinger Heil- und Mineralbrunnen). Auflage 9.600 (R 8). In Berlin 1916 gegründet als
Außerdem werden Kult-Marken wie Bluna und Motoren-Werke Mannheim AG
“Mitteleuropäische Schlaf- und Speisewagen AG”.
Afri-Cola produziert. Noch heute börsennotierte vorm. Benz Abt. stationärer Motorenbau
Zweck: stationäre Gastronomie und Handel an
AG. Ein Verschmelzungs-Versuch mit der Nestlé- Aktie 1.000 RM, Nr. 2433
Tochter “Blaue Quellen” schlug 2001 fehl, darauf- hochfrequentierten Standorten in Bahnhöfen und
Einkaufszentren sowie Autobahnen und Fern- Mannheim, 18.7.1942 EF+
hin verkaufte Nestlé seine Beteiligung an die saar-
ländische Karlsberg-Brauerei. 2008 erwarb die AG straßen. Im Westen Deutschlands fährt ab 1949 Auflage 1.400 (R 7). Gründung 1922 unter Über-
die Tucano Holding mit den Saftmarken Merziger, die Deutsche Schlafwagen- und Speisewagen- nahme der seit 1884 bestehenden Abteilung Moto-
Niehoffs Vaihinger, Klindworth, Lindavia, Schloss Gesellschaft mbH (DSG) als 100%ige Tochter der renbau von Benz & Cie. Gefertigt werden Diesel-
Veldenz und DCide. Produziert werden die Säfte in Bundesbahn. Mitropa in der DDR bleibt AG und motoren aller Größen von 5 bis 8.000 PS, von Ein-
Lauterecken, Merzig und Sittensen. Auf der Rück- entwickelte sich zum Monopolisten der Reisen- baumotoren für Traktoren bis zu Schiffsdieseln
seite als entwertet abgestempelt. denversorgung. 1994 werden beide Unternehmen und großen stationären Dieselmotoren. Großak-
tionär war bis vor wenigen Jahren die Knorr-
wieder unter dem Dach der Mitropa vereint. In
Bremse, heute Teil des KHD-Konzerns (jetzt Deutz
2004 an die Compass Group verkauft. Ausgestellt
AG in Köln). Nicht entwertet!
auf die Transcontinent AG. Faksimile-Unterschrift
des Deutsche-Bank-Vorstands Arthur v. Gwinner
als AR-Vorsitzender. Lochentwertet.

Nr. 472 Schätzpreis: 150,00 EUR


Startpreis: 75,00 EUR
Mittelland Gummiwerke AG
Aktie 1.000 Mark, Nr. 74787
Hannover-Linden, 13.6.1923 EF
Auflage 26.000 (R 10). Gründung 1887 als Hanno-
versche Actien-Gummiwaaren-Fabrik unter Über-
nahme des Fabriketablissements der Neue Hanno-
versche Gummiwaaren- und Patent-Packung-
Fabrik Lennartz & Co. in Hannover-Linden (Stär-
kestr. 14-15). 1920 umbenannt wie oben. Herge-
stellt wurden mit in der Spitze fast 1.000 Mitarbei-
tern technische und chirurgische Artikel aus
Gummi und gummierte Stoffe. Börsennotiz Han-
nover; im AR saß u.a. der Bankier L. Rothschild. In
der Weltwirtschaftskrise 1929 in Liquidation

Nr. 470 Nr. 474


gegangen. Nicht entwertet!

79
Auktionshaus Gutowski • 49. Auktion Historischer Wertpapiere am 30. Januar 2012

Nr. 474 Schätzpreis: 150,00 EUR Nr. 478 Schätzpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 75,00 EUR Startpreis: 60,00 EUR
Mühlenindustrie-Bank AG Naphtagrube Minerva
Aktie Lit. A 5.000 Mark, Nr. 6685 Anteilschein über 1 Anteil, Nr. 341
Berlin, 1.8.1923 EF/VF Berlin, 12.11.1906 VF
Ohne die Ende 1924 an sich erfolgte Goldmark- Auflage 1.000 (R 8). Die von L. Brauns & H. L. Ber-
Umstellung (R 9). Gründung im Juni 1923 zur mann GmbH in Berlin intiierte Gesellschaft bohrte
Unterstützung der Mühlen bei der Rohstoffbe- in Galizien nach Öl. Sehr dekorativ, Bohrturm im
schaffung. Außerdem wurden in Berlin W 35, Pots- Unterdruck. Oben rechts Aufdruck “Zubußfrei bis
damer Str. 111 alle bankmäßigen Geschäfte betrie- 800 m für das erste Bohrloch”. Rückseitig Über-
ben. Auch diese Bank war ein Opfer der Weltwirt- tragungsvorgang von 1907.
schaftskrise: Im März 1929 wurde die Liquidation
beschlossen. Mit kpl. Kuponbogen. Nur 9 Stücke

Nr. 477
wurden 2004 in Berliner Privatbesitz gefunden.

Nr. 477 Schätzpreis: 400,00 EUR


Startpreis: 150,00 EUR
Nähmaschinenfabrik
und Eisengiesserei AG
vormals H. Koch & Co.
Actie 1.000 Mark, Nr. 1077
Bielefeld, April 1898 VF
Auflage 350 (R 7). 1860 gründeten die Schlosser
Baer und Koch die erste Bielefelder Nähmaschi-
nenfabrik. Sie beschäftigten ab 1865 auch den
Nähmaschinenmechaniker Dürkopp, der schon

Nr. 475
1861 seine erste Nähmaschine konstruiert hatte
und sich 1867 selbständig machte. Die Firma H.
Koch, die inzwischen auch Fahrräder und Leder-
Nr. 475 Schätzpreis: 150,00 EUR walzen herstellt, wird 1895 in eine AG umgewan-
Startpreis: 100,00 EUR delt. 1898 Verkauf der alten Fabrik an der Bahn-

Nr. 479
Mühlig-Union Glasindustrie-AG hofstraße und Bau einer neuen Fabrik an der
Großen Kurfürstenstraße. Umfirmiert 1913 in
Aktie 100 RM, Nr. 19948 Kochs Adlernähmaschinen Werke AG, 1931 wird
Settenz bei Teplitz-Schönau, von den 1867 durch ihren ehemaligen Mitarbeiter Nr. 479 Schätzpreis: 150,00 EUR
14.3.1940 EF/VF gegründeten Dürkoppwerken das Fabrikations- Startpreis: 50,00 EUR
Auflage 20.000 (R 7). Gründung 1873 als Österr. programm für Haushaltsnähmaschinen übernom-
Glashütten-Gesellschaft in Aussig, 1919 umbe- men, 1971 umbenannt in Kochs Adler AG. 1975 Natronzellstoff- und Papierfabriken AG
nannt in Union-Glashütten-AG. Bis 1924 erwarb Bezug eines neuen Werkes am Stadtrand von Bie- 4,5 % Teilschuldv. 1.000 RM, Nr. 314
der bedeutende böhmische Glasindustrielle lefeld. 1987 erwirbt FAG Kugelfischer in Schwein- Berlin, Oktober 1941 EF
Joseph Max Mühlig die Aktienmehrheit. Er hatte furt die Aktienmehrheit, die 1962 auch schon die Auflage 2.250 (R 10). Gründung 1905 als Allgemei-
1890 in Settenz (heute Reterice) eine Glashütte für Dürkoppwerke AG gekauft hatten (die nach der ne Petroleum-Industrie AG (später Allgemeine
die Produktion von Flachglas errichtet und zudem Jahrhundertwende neben Fahrrädern auch Auto- Industrie-AG), 1918 umfirmiert wie oben anläßlich
1896 die Maxhütte in Hostomitz und 1902 die mobile und Lastwagen produziert hatten und der Übernahme der Altdamm-Stahlhammer Holz-
Sophienhütte in Klein-Augeszd (heute Ujezdecek) zuletzt Industrienähmaschinen und Förderanla- stoff- und Papierfabrik AG. Herstellung von
erworben. Seine Unternehmen fusionierte Mühlig gen für die Textilindustrie bauten). 1990 werden Natronzellstoff, Natronkraftpapier, Sackpapier
1924 mit der Union-Glashütten-AG zur MÜHLIG- Kochs Adler und die Dürkoppwerke zur Dürkopp und Bitumenpapier in den Werken Altdamm (Pom-
UNION Glashütten AG. Die Mühlig-Werke galten Adler AG fusioniert. Als 2002 FAG seinerseits mern), Krappitz (Oberschlesien), Goslar-Oker
stets als die modernsten Flachglashütten in ganz durch den Konkurrenten INA übernommen wird, (ehem. Papierfabrik Oker AG in Oker am Harz,
Kontinentaleuropa. An zehn weiteren Glashütten steht die Dürkopp-Adler-Beteiligung zur Dispositi- 1927 fusioniert) und Priebus (ehem. Papierfabrik
in Deutschland, Böhmen und Ungarn und Roh- on: 2005 wird sie an die chinesische Firma “Shang- Priebus GmbH). 1938 erwarb die Zellstofffabrik
stoffbetrieben beteiligt. Nach dem 2. WK als Sklo Gong” verkauft. Herrliche Ansicht des Fabrik- Waldhof (später PWA, heute Svenska Cellulosa) im
Union bzw. Glavunion weitergeführt, nach dem geländes im Unterdruck. Lochentwertet. Zuge der “Arisierung” die Natronag-Aktienmehr-
Fall des Eisernen Vorhangs “Glaverbel Czech”, seit heit. 1939 Rückgliederung des seit 1922 als polni-
neuestem AGC. Heute der größte Flachglasher- sche AG geführten oberschlesischen Werkes
steller in Mittel- und Osteuropa. Toller G&D- Stahlhammer und Übernahme der Papierfabrik
Druck, vier Vignetten mit Werksansichten. Frantschach (Kärnten). 1945 verlagert nach Mann-
heim-Waldhof, 1976 in eine GmbH umgewandelt.
Bereits seit der Gründung 1918 bestand im Werk
Oker eine Füllmaschinen-Abteilung, die sich im
Laufe der Zeit zu einem bedeutenden Anbieter auf
dem Spezialgebiet der Sackbefüllungssysteme ent-
wickelte. Die Maschinenbau-Aktivitäten wurden
1992 aus dem papierverarbeitenden NATRONAG-
Konzern ausgegliedert und an die Maschinenfa-
brik KNAUP in Salzgitter übertragen, die ohnehin
seit 40 Jahren mit der Fertigung betraut war, 2001
dann Übernahme durch den Wägetechnik-Spezia-
listen Librawerk in Braunschweig. Doppelblatt,
mit restlichem Kuponbogen. Nicht entwertet

Nr. 476
Nr. 480 Schätzpreis: 50,00 EUR
Startpreis: 25,00 EUR
Nr. 476 Schätzpreis: 500,00 EUR Nebelhornbahn AG
Startpreis: 250,00 EUR Aktie 50 DM, Nr. 5083
Mühlig-Union Glasindustrie-AG Oberstdorf im Allgäu, Juli 1975 UNC/EF
Aktie 100 x 100 RM, Nr. 55201-55300 Auflage 5.300 (R 7). Gründung 1927 zum Bau und
Betrieb der 4,7 km langen Seilschwebebahn
Settenz bei Teplitz-Schönau, Oberstdorf-Seealpe-Nebelhorn sowie der Sessel-
14.3.1940 EF+ bahn von der Bergstation auf den Nebelhorngip-
Auflage 100 (R 11). Toller G&D-Druck, vier Vignet- fel, später auch Betrieb mehrerer Skischlepplifte

Nr. 478
ten mit Werksansichten. Extrem seltener höchster im Bereich der Mittelstation Koblat und der Berg-
Nominalwert. station. Bis 1933 Betriebsführung durch die Local-

80
Auktionshaus Gutowski • 49. Auktion Historischer Wertpapiere am 30. Januar 2012

bahn-AG in München, seitdem Betrieb in Eigenre- SCHAPIRO die Aktienmehrheit. Ihm gehörte nicht
gie. 1955 außerdem Erwerb der Herzogstandbahn nur seit 1923 die Mehrheit beim Autohersteller
in Kochel am See (1973 an die Gemeinde Kochel NSU, er beherrschte auch Cyclon, Schebera,
veräußert). Noch heute in München börsennotier- Hansa und die Fahrzeugfabrik Eisenach (Dixi),
te AG. Großaktionäre mit je einer Schachtel waren selbst für die Fusion von Daimler und Benz war
lange die Bayerische Vereinsbank, der Verschöne- Schapiro die Ursache (ihm gehörten zeitweise 60
rungsverein Oberstdorf und die Augsburger Fam. % der Benz-Aktien, doch Benz-Finanzvorstand Wil-
Schaefer, heute sind die Lech-Elektrizitätswerke in helm Kissel manövrierte ihn aus und zwang ihn
Augsburg (und damit indirekt das RWE) Mehrheit- zum Verkauf der Aktienmehrheit an die Deutsche
saktionär. Vignette mit stilisiertem Steinbock und Bank, die schon die Daimler-Motorengesellschaft
einer Seilbahn. Lochentwertet. beherrschte und beide Firmen dann fusionierte).
Seinen Firmen entzog Schapiro alle Mittel, um
damit private Spekulationen zu finanzieren (u.a.
erwarb er noch am 22.2.1929 in der Zwangsver-
steigerung den berühmten Sportpalast und ver-
pachtete ihn anschließend an den Vorsitzenden
des Trabrennvereins Berlin-Ruhleben). Sein Impe-
rium brach gleich zu Beginn der Weltwirtschafts-
krise 1929 zusammen. Die Fahrzeugfabrik
Eisenach wurde an BMW verkauft, NSU ging an die
Dresdner Bank und FIAT. Die bis dahin kerngesun-

Nr. 482
de Neue Boden-AG, der Schapiro Vermögen fast in
Höhe der gesamten Bilanzsumme (16 Mio. M) ent-
Nr. 482 Schätzpreis: 150,00 EUR zogen hatte, ging am 11.11.1932 in Vergleich und
Startpreis: 80,00 EUR am 7.3.1933 in Konkurs. Nicht entwertet!

Nr. 480
Neckarwerke AG
5 % Teilschuldv. 200 RM, Nr. 9157
Esslingen, Dezember 1936 EF
Auflage 4.000 (R 10). Gründung 1905 unter Über-
nahme einer 1899-1904 von Heinrich Mayer in Alt-
bach errichteten “Kraftcentrale für die Überland-
Stromversorgung”. 1997 Fusion mit den Techni-
schen Werken der Stadt Stuttgart AG, Sitzverle-
gung nach Stuttgart und Umfirmierung in “Neck-
arwerke Stuttgart AG”. Großaktionäre sind die
Landeshauptstadt Stuttgart, der Neckar-Elektrizi-
tätsverband und die EnBW. Direkt versorgt wer-
den jetzt 124 Städte und Gemeinden in der Mitte
Baden-Württembergs (darunter Stuttgart, Esslin-
gen, Ludwigsburg, Böblingen und Göppingen).
Originalunterschriften. Doppelblatt, inwendig
Anleihebedingungen.

Nr. 484

Nr. 481
Nr. 484 Schätzpreis: 150,00 EUR
Startpreis: 60,00 EUR
Nr. 481 Schätzpreis: 150,00 EUR
Neusser Volksbadeanstalt AG
Startpreis: 75,00 EUR Aktie 200 RM, Nr. 404
Neckar-AG Neuss, 6.6.1929 EF
Auflage nur 200 Stück (R 8). Gründung 1893 zum
4,5 % Schuldv. 1.700 RM, Nr. 729 Bau und Betrieb einer Badeanstalt. 1925 Umbau
Stuttgart, April 1935 EF und Vergrößerung der Schwimmhalle (1926 wie-
(R 10) Bis 1802 war der Neckar für größere Schif- dereröffnet). Die Aktien kaufte nach und nach die
fe nur bis Heilbronn schiffbar. Der von Heilbronn Stadt Neuß auf, in den 1940er Jahren besaß sie
ausgehende und ab 1821 durchgehend befahrbare bereits ca. 75 % des Kapitals. Die Schwimmhalle
Wilhelmskanal ermöglichte die Schifffahrt bis wurde am 1.8.1942, die Wannenbadabteilung im
Cannstadt. 1878 brachte die Eröffnung der 115 km Mai 1943 durch Bombentreffer total zerstört. Am
langen Neckar-Kettenschlepperei in kürzester Zeit 1.4.1949 Neueröffnung der Badeabteilung, am

Nr. 483
eine Verdreifachung des Schiffsverkehrs. 1905 1.7.1951 Eröffnung des neuen Hallen-Schwimmba-
begannen erste Planungen zur Kanalisierung des des. Am 1.2.1955 Eröffnung des neuen Heilbades
Neckar zwischen Mannheim und Plochingen, um mit medizinischen Bädern, elektrischen Lichtbä-
die Einflüsse von Hoch- und Niedrigwasser auszu- Nr. 483 Schätzpreis: 200,00 EUR dern (heute würde man Solarium dazu sagen),
schalten. 1921 gründeten das Deutsche Reich und Unterwassermassagen, Sauna, römisch-irischem
Startpreis: 60,00 EUR
die Länder Württemberg, Baden und Hessen die Bad und Dampfbad. 1959 Übertragung des Vermö-
Neckar-AG, die den Fluß mit zunächst 11 Staustu- Neue Boden-AG gens auf die Stadt Neuß, die AG erlosch.
fen mit integrierten Wasserkraftwerken zwischen 4 % Teilschuldv. 1.000 Mark, Nr. 1759
Mannheim und Heilbronn zur Großschifffahrts- Berlin, Juni 1901 VF+ Nr. 485 Schätzpreis: 250,00 EUR
straße ausbaute. Später wurde der Ausbau bis Startpreis: 125,00 EUR
Auflage 8.700 (R 9). Gründung 1893 als „Neue Ber-
Plochingen betrieben, weitergehende Pläne sahen
die Schiffbarmachung der Fils von Plochingen bis
liner Baugesellschaft“. 1901 umbenannt wie oben Niederrheinische
nach Fusion mit der „Deutsche Grundschuld- Bergwerks-Gesellschaft mbH
Göppingen vor, ja selbst eine Untertunnelung der
Bank“. Eine der größten Berliner Terraingesell-
Schwäbischen Alb zwecks Verbindung zur Donau
schaften mit Terrains in Charlottenburg, Wilmers- 5 % Schuldv. 2.000 Mark, Muster
bei Ulm wurde geplant. Der 2. Weltkrieg unter- 1.10.1921 EF
dorf, Spandau-Gatow, Pankow, Heinersdorf,
brach die Arbeiten. Erst 1958 ging der Hafen Stutt-
Hohen-Schönhausen, Hohen-Neuendorf, Dresden (R 12) Gründung 1911 als GmbH, in der die
gart in Betrieb, 1968 wurde dann die letzte der
und Königsberg i.Pr. Die Neue Boden besaß ferner Gewerkschaften “Großherzog von Baden”, “Ernst
nun 27 Staustufen zwischen Mannheim und
76 Hausgrundstücke in Berlin, außerdem war sie Moritz Arndt” und “Süddeutschland” zusammen-
Plochingen fertig. Heute gehört die Neckar-AG zu
an der Gründung von mehr als 10 weiteren Ter- geschlossen waren. Seit 1923 AG mit Sitz in
86 % der EnBW Kraftwerke AG. Ausgegeben zum
raingesellschaften und der Privatanschlußbahn Neukirchen, Sitz der Hauptverwaltung in Düssel-
Umtausch einer 6% holl. Gulden-Teilschuldv. von
Borgsdorf-Birkenwerder GmbH beteiligt. Börsen- dorf. Neugründung 1959 durch Umwandlung der
1930 über 1.000 fl. Doppelblatt, inwendig Anleihe-
notiz Berlin und Frankfurt. 1927 erwarb der Indu- Gewerkschaft Leonhardt, wobei für 1 Kux nom.
bedingungen. Mit beiliegenden restlichen Kupons,
strielle und notorische Aktienspekulant JACOB 7.000 DM Aktien ausgegeben wurden. Diese 1910
lochentwertet.

81
Auktionshaus Gutowski • 49. Auktion Historischer Wertpapiere am 30. Januar 2012

in Köln gegründete und später nach Halle a. Saale rei. Die Ges. kaufte 1910 die 1000 Morgen große charterung der gesamten Flotte (15 Schiffe) an die
verlegte Gewerkschaft gehörte zum Michael-Kon- Gutswaldung des Rittergutes Klein-Dubberow im Nordsee Deutsche Hochseefischerei GmbH. 1977
zern, der nach Enteignung des mitteldeutschen Kreis Belgard für Abholzen, wofür ein eigenes Rückzug aus dem Fischfanggeschäft. 1979 Umfir-
Besitzes ab 1948 seine Struktur neu ordnen mus- Sägewerk errichtet wurde. Auch Ziegelbetrieb. Die mierung in Project Carries AG und Sitzverlegung
ste und sich dabei in die “Braunkohlen-Gruppe” Ges. erlitt bei dem wirtschaftlichen Zusammen- von Bremerhaven nach Leer/Ostfriesland. Seit-
und die “Steinkohlen-Gruppe” aufteilte. Ursprung bruch ihres Gründers Carl Neuburger 1911/12 dem Wahrnehmung von Geschäftsführungsaufga-
des Bergwerks mit 5 Schachtanlagen in Neukir- einen beträchtlichen Verlust. Nach weiteren Ver- ben als Komplementär für Reedereien des neuen
chen-Vluyn, Kapellen und Tönisberg ist das Koh- lusten Liquidation ab 1914, die 1921 abgeschlos- Schiffstyps Project Carrier. 1982 Sitzverlegung
lenfeld „Verein“ in Moers (verliehen 1855). Das sen war. Großformatiges Papier, dekorativ gestal- nach Bad Schwartau. 1985 Umbenennung in
Feld wurde 1873/74 real geteilt in die Felder Nord- teet. Lochentwertet. Nur 11 Stücke sind bekannt. Hansa-Linie AG und Sitzverlegung nach Bremen,
deutschland (später im Besitz der Fried. Krupp 1989 Umbenennung in MAMMOET-HANSA-Linie
AG) sowie Großherzog von Baden, Ernst Moritz AG, 1994 Sitzverlegung nach Rostock, seit 1995 als
Arndt und Süddeutschland (diese drei Gewerk- Reederei Hansa AG und seit 2007 als INTERHANSA
schaften gründeten 1911 zu gleichen Anteilen die Reederei AG firmierend. Eigene Umsätze erzielt
Niederrheinische Bergwerks-GmbH). Die Förde- die AG nicht mehr, wesentliches Aktivum waren
rung von Magerkohle und Anthrazit aus gleich- bis zum Verkauf 2008/2009 Beteiligungen an der
mäßig und flach gelagerten Flözen überstieg 1960 Hugo Stinnes Linien GmbH (100 %, Liniendienste
die 2-Mio.-t-Grenze und machte die in Düsseldorf nach Mexico und Südafrika) und der Deutsche
börsennotierte AG zur ertragstärksten Zechenge- SeeHansa AG (50 %, Emissionshaus für Schiffsbe-
sellschaft des westdeutschen Steinkohlenberg- teiligungen gemeinsam mit Salomon Brothers).
baus. 1969 Einbringung des Bergbauvermögens in Für die ganz wenigen übrig gebliebenen Kleinak-
die Ruhrkohle AG, die sich bis dahin bereits 99,8 tionäre ließ der zypriotische Großaktionär 2008
% der Aktien gesichert hatte. Die Zeche Nieder- einen squeeze-out beschließen. Lochentwertet.
berg in Neukirchen-Vluyn wurde erst Ende 2001

Nr. 488
als eine der letzten des Ruhrgebiets stillgelegt.
Anleihe von 30 Mio. M, vermittelt durch das Berli-
ner Bankhaus S. Bleichröder Neukirchen (Kr.
Moers). Doppelblatt, inwendig Anleihebedingun- Nr. 488 Schätzpreis: 250,00 EUR
gen. Startpreis: 90,00 EUR
Norddeutsche Hochseefischerei AG
Aktie 1.000 RM, Nr. 5520
Wesermünde-G., 26.2.1931 EF+
Auflage 200 . Gründung 1907. 1935 Übernahme der
Deutsche Fischerei AG. Die Fangflotte erreichte
bis zum Kriegsbeginn 23 Schiffe. 1968 Übernahme
der Bremen-Vegesacker Fischerei GmbH. 1970 Ver-

Nr. 490
charterung der gesamten Flotte (15 Schiffe) an die
Nordsee Deutsche Hochseefischerei GmbH. 1977
Rückzug aus dem Fischfanggeschäft. 1979 Umfir-
mierung in Project Carries AG und Sitzverlegung Nr. 490 Schätzpreis: 250,00 EUR
von Bremerhaven nach Leer/Ostfriesland. Seit- Startpreis: 80,00 EUR
dem Wahrnehmung von Geschäftsführungsaufga- Norddeutsche Lederwerke AG
Nr. 486
ben als Komplementär für Reedereien des neuen
Schiffstyps Project Carrier. 1982 Sitzverlegung Aktie 1.000 RM, Nr. 4969
nach Bad Schwartau. 1985 Umbenennung in Berlin, März 1941 EF
Nr. 486 Schätzpreis: 175,00 EUR Hansa-Linie AG und Sitzverlegung nach Bremen, Auflage 18.000 (R 10). 1872 in Straßburg (Elsass)
Startpreis: 90,00 EUR 1989 Umbenennung in MAMMOET-HANSA-Linie unter der Firma Adler & Oppenheimer als Leder-
Norddeutsche AG für Grundbesitz AG, 1994 Sitzverlegung nach Rostock, seit 1995 als großhandlung gegründet, bald auch eigene Leder-
Reederei Hansa AG und seit 2007 als INTERHANSA fabrikation, ab 1900 AG. Herstellung von Chro-
Aktie 1.000 RM, Nr. 37 Reederei AG firmierend. Eigene Umsätze erzielt moberleder, Lederriemen sowie Rahmenfabrikati-
Berlin, Oktober 1930 EF+ die AG nicht mehr, wesentliches Aktivum waren on. 1918 (die Firma hatte inzwischen 2500 Mitar-
Gründeraktie, Auflage 75 (R 6). Gründung 1930 bis zum Verkauf 2008/2009 Beteiligungen an der beiter) beschlagnahmten die Franzosen das Werk
zum Erwerb von bebauten und unbebauten Hugo Stinnes Linien GmbH (100 %, Liniendienste Straßburg-Lingolsheim. Deshalb 1920 Sitzverle-
Grundstücken vornehmlich in Norddeutschland, nach Mexico und Südafrika) und der Deutsche gung nach Berlin und Neubau von Fabriken in
Vermittlung von Hypotheken. Ab 1937 in Liquida- SeeHansa AG (50 %, Emissionshaus für Schiffsbe- Neustadt-Glewe/Mecklenb. (1946 enteignet) und
tion. Lochentwertet. teiligungen gemeinsam mit Salomon Brothers). Neumünster. Mehrheitsbeteiligungen bestanden
Für die ganz wenigen übrig gebliebenen Kleinak- bei der AG für Lederfabrikation in München und
tionäre ließ der zypriotische Großaktionär 2008 der H. Coupienne AG in Mülheim (Ruhr). Die in
einen squeeze-out beschließen. Berlin und Frankfurt börsennotierte AG wurde im
3. Reich unter Mitwirkung des AR-Vorsitzenden
und Deutsche-Bank-Vorstands Hermann J. Abs
“arisiert”. 1951 gütliche Einigung mit den jüdi-
schen Altaktionären Adler und Oppenheimer über
eine Restitution - der AR-Vorsitzende Hermann J.
Abs konnte weiter im Amt bleiben. 1946 pachtwei-
se Übernahme einer Gerberei bei Bonn, Sitzverle-
gungen 1949 nach Hamburg und 1961 nach
Neumünster. 1965 waren nach anhaltenden Verlu-
sten alle Reserven verbraucht, 1966 trat die AG in
Liquidation und die Börsennotiz wurde einge-
stellt. Die Aktionäre konnten von Glück sagen, daß

Nr. 487
sie in zwei Raten noch 85 % des Aktiennennwertes
herausbekamen. Faksimileunterschrift ABS als
AR-Vorsitzender. Nicht entwertet!

Nr. 489
Nr. 487 Schätzpreis: 750,00 EUR
Startpreis: 450,00 EUR Nr. 491 Schätzpreis: 250,00 EUR
Norddeutsche Bau-AG Startpreis: 100,00 EUR
Nr. 489 Schätzpreis: 150,00 EUR
vormals E. & C. Koerner Startpreis: 75,00 EUR Norddeutsche
Aktie 1.000 Mark, Nr. 639 Norddeutsche Hochseefischerei AG Portland-Cement-Fabrik Misburg AG
Bütow in Pom., 3.3.1910 VF Aktie 1.000 Mark, Nr. 3655
Gründeraktie, Auflage 1200 (R 8). Die 1909 gegrün-
Aktie 200 RM, Nr. 5100
Wesermünde-G., 26.2.1931 EF+ Hannover, 1.11.1921 EF/VF
dete Ges. bezweckte die Herstellung von Bauten Auflage 1.700 (R 9). Gründung 1898. Später konti-
aller Art für eigene oder fremde Rechnung, Auflage 500. Gründung 1907. 1935 Übernahme der