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Memorandum

An:

Herrn

Von:

Herrn RA Ioan Radu

Datum:

06.11.2008

Betreffend:

Anmerkungen betreffend die Errichtung und den Betrieb eines Windkraftwerkes in Rumänien

Sehr geehrter Herr Sehr geehrter Herr

im Nachgang zu Ihrer Anfrage erlauben wir uns hiermit, Ihnen eine einführende Darstellung über die Errichtung und den Betrieb eines Windkraftwerkes gemäß rumänischem Recht sowie über die zutreffenden Einspeisetarife, zu übermitteln. Es ist unser Verständnis, dass Sie die Errichtung und den Betrieb eines oder mehrerer Windkraftwerke durch Ihre drei rumänischen neugegründeten Gesellschaften, d.h. Fa.

Gesetzlicher Rahmen

Die gesetzlichen Rahmenbedingungen betreffend den Elektrizitätsmarkt sind in dem Gesetz Nr. 13/2007 vom 09.01.2007 über die elektrische Energie (nachfolgend „Energiegesetz“) festgelegt. Maßgebend für die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen ist jedoch das Gesetz Nr. 220/2008 vom 27.10.2008 über die Mechanismen der Förderung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen (nachfolgend „Gesetz Nr. 220/2008“), welches, wie wir Ihnen bereits mitgeteilt haben, am 3. November 2008 im Amtsblatt Rumänien Nr. 743 veröffentlicht wurde. Das Gesetz ist mit der Veröffentlichung im Amtsblatt in Kraft getreten. Nichtsdestotrotz sind sämtliche Anwendungsnormen innerhalb von 90 Tagen von der rumänischen Regierung, als auch von dem Nationalen Amt für Regelung in dem Bereich der Energie (rum. Agenţia Naţională de Reglementare în domeniul Energiei -ANRE) (nachfolgend „ANRE“) über die Rechtsanwendung des Gesetzes zu

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erstellen. Da diese Normen erst in den folgenden drei Monaten erstellt werden, findet die faktische Inkrafttretung des Gesetzes erst an einem späteren Zeitpunkt statt.

Des Weiteren haben wir die Sonderbestimmungen der zahlreichen Regierungsbeschlüsse, welche im Bereich der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen – Windenergie ins besondere – verkündigt wurden, für Sie überprüft und zwar:

- Beschluss Nr. 90/2008 der rumänischen Regierung vom 23.01.2008 betreffend die Genehmigung der Regelungen über die Anschließung an das elektrische Netz;

- Verordnung Nr. 44/2007 des ANRE vom 01.11.2007 über die Ermittlung der Vermarktungsweise der elektrischen Energie erstellt aus erneuerbaren Energiequellen (nachfolgend „Verordnung Nr. 44/2007“);

- Beschluss Nr. 553/2007 der rumänischen Regierung vom 06.06.2007 über die Novellierung des Beschlusses Nr. 540/2004;

- Verordnung Nr. 39/2006 des ANRE vom 13.12.2006 über die Kennzeichnung der Stromerzeuger aus erneuerbaren Energiequellen;

- Beschluss Nr. 958/2005 der rumänischen Regierung vom 18.08.2005 über die Novellierung des Beschlusses 443/2003 bzw. des Beschlusses 1892/2004;

- Beschluss Nr. 1892/2004 der rumänischen Regierung vom 04.11.2005 über die Ermittlung der Mechanismen bezüglich der Förderung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen (nachfolgend „Beschluss Nr. 1892/2000“);

- Verordnung Nr. 25/2004 des ANRE vom 22.10.2004 über das Handelsgesetzbuch des Großmarktes der elektrischen Energie (nachfolgend „Verordnung Nr. 25/2004“);

- Beschluss Nr. 1429/2004 der rumänischen Regierung vom 02.09.2004 über die Genehmigung der Regelungen über die Herkunftsnachweise für Strom aus erneuerbaren Energiequellen (nachfolgend „Beschluss Nr. 1429/2004“);

- Beschluss Nr. 540/2004 der rumänischen Regierung vom 07.04.2004 über die Genehmigung der Regelungen über die Ausstellung der Lizenzen und Genehmigungen auf dem elektrischen Energiesektor;

- Beschluss Nr. 443/2003 der rumänischen Regierung vom 10.04.2003 über die Förderungen der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen im Elektrizitätsmarkt (nachfolgend „Beschluss Nr. 443/2003“);

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- Richtlinie Nr. 2001/77/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27.09.2001 über die Förderungen der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen im Elektrizitätsbinnenmarkt (nachfolgend „Richtlinie Nr. 2001/77/EG“).

Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass unsere Anmerkungen ebenfalls auf weitere Verordnungen und Berichte des ANRE die über die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen auf der Internetseite des Amtes (www.anre.ro) veröffentlich wurden, beruhen.

Unser Memorandum haben wir in drei Abschnitte geteilt, sodass wir Ihnen im ersten Teil die Rahmenbedingungen des Netzzugangs für Windkraftenergie sowie konkrete Angaben über die erforderlichen Unterlagen und genauen Schritte, die für die Errichtung eines Windkraftwerkes in Rumänien abzuwickeln sind, näher bringen werden; im zweiten Teil übermitteln wir Ihnen die Mechanismen der Förderung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen in Rumänien; zuletzt beschreiben wir Ihnen das Verfahren der Vergütung der Stromerzeugern aus erneuerbaren Energien und übermitteln Ihnen Angaben über die gegenwärtig gültigen Einspeisetarife.

Hierzu im Einzelnen:

I. Netzzugang für Windkraftenergie – Errichtung und Betrieb eines Windkraftwerkes

Gemäß Art. 20 des Gesetzes Nr. 220/2008 haben die Stromerzeuger aus erneuerbaren Energiequellen einen vorrangigen Netzzugang, soweit es der Betrieb des nationalen Elektrizitätssystems zulässt. Des Weiteren sieht derselbe Artikel vor, dass, innerhalb von 90 Tagen nach dem das Gesetz in Kraft getreten ist, die Betreiber der Übertragungs- und Verteilungsnetze ihre einheitlichen Grundregeln für die Anlastung der Kosten technischer Anpassungen wie Netzanschlüsse und Netzverstärkungen, die zur Einbindung neuer Erzeuger, die Strom aus erneuerbaren Energiequellen in das Verbundnetz einspeisen, notwendig sind, aufzustellen und zu veröffentlichen. Diese Regeln müssen sich auf objektive, transparente und nichtdiskriminierende Kriterien stützen, die insbesondere sämtliche Kosten und Vorteile sowohl der Stromerzeuger aus erneuerbaren Energiequellen als auch der Betreiber der Übertragungs- und Verteilungsnetze berücksichtigen. Die Regeln müssen periodisch, auf Anfrage des zuständigen Ministeriums, überarbeitet bzw. verbessert werden.

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Die Betreiber der Übertragungs- und Verteilungsnetze sind verpflichtet, gemäß letztem Absatz des vorher genannten Artikels, jedem neuen Erzeuger, der an dem Netz angeschlossen werden möchte, einen detaillierten Voranschlag der durch den Anschluss entstehenden Kosten vorzulegen. Ebenfalls in dieser Phase wird festgesetzt in welchem Anteil diese Kosten von den Betreibern des Übertragungs- und Verteilungsnetzes bzw. von den Stromerzeugern aus erneuerbaren Energiequellen übernommen werden.

Des Weiteren übermitteln wir Ihnen zusammengefasst die Auflistung der erforderlichen Unterlagen, die gemäß der oben erwähnten Gesetzgebung zwecks Errichtung eines Windkraftwerkes in Rumänien erforderlich sind:

1. Unterlagen, die von den lokalen Gemeinden auszustellen sind

Wie im Falle aller Projekte, die den Bau einer Anlage, d.h. Windkraftwerk, bedürfen, stellt die Einholung sämtlicher baurechtlichen Genehmigungen, Zertifikate und Avise die erste Etappe des Projektes dar. Der Grundsatz im rumänischen Baurecht ist, dass sämtliche Bauvorhaben einer Baugenehmigung bedürfen. Hierzu wird grundsätzlich nach einem Städtebauzertifikat und einer Baugenehmigung nachgefragt. Bitte berücksichtigen Sie, dass abhängig von der zukünftigen konkreten Lage des Windkraftwerkes weitere Genehmigungen erforderlich sein könnten, wie z.B. Genehmigungen vom Umweltministerium, Kulturministerium, etc.

Hierzu die Auflistung der o.e. Unterlagen mit einige Anmerkungen:

- Städtebauzertifikat (rum. Certificat de urbanism – C.U.) – ein Verwaltungsakt des Bürgermeisteramtes, durch das die wesentlichen Elemente der rechtlichen, wirtschaftlichen und technischen Lage der zum Zeitpunkt des Antrags existierenden Grundstücke bzw. Immobilien dem Antragsteller bekannt gemacht werden und in dem die städtebaulichen Anforderungen festgesetzt werden. Zugleich ist ein Städtebauzertifikat zwecks Einholung einer Baugenehmigung zu beantragen, und stellt somit eine Bedingung für die Ausstellung der Baugenehmigung dar. Es sieht sämtliche behördlichen Avise und

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Zustimmungen, die zwecks Erteilung der Baugenehmigung einzuholen sind, vor;

-

Baugenehmigung

Verwaltungsakt, der dem Antragsteller das Recht auf Durchführung von Bauarbeiten gewährt. Die Baugenehmigung wird innerhalb einer Frist von höchstens 30 Tagen ab Einreichung des Antrages sowie der vollständigen Genehmigungsdokumentation ausgestellt. Gemäß dem Gesetz hat die Baugenehmigung eine Gültigkeit von höchstens 12 Monaten ab ihrem Ausstellungsdatum, wobei der Antragsteller verpflichtet ist, die Bauarbeiten in diesem Zeitraum zu beginnen.

ein

(rum.

Autorizaţie

de

construire

A.C.)

ist

2. Unterlagen, die von den Betreiber des Übertragungs- und Verteilungsnetzes, bei welchem der Windkraftwerk erschlossen sein wird, auszustellen sind

Die gegenwärtig gültigen Beschlüsse der rumänischen Regierung, aufgrund welchen die unter erwähnten Avise erstellt werden, sollten innerhalb von 90 Tagen nach dem das Gesetz Nr. 220/2008 in Kraft getreten ist, neu erstellt werden. Dennoch übermitteln wir Ihnen hiermit die gegenwärtig erforderlichen Unterlagen:

- Standortavis (rum. Aviz de amplasament). Nach Einreichung eines Antrags bei dem Betreiber des Übertragungs- und Verteilungsnetzes, muss dieser innerhalb von 15 Kalendertagen ein Schreiben über die konkreten Etappen und deren Dauer zwecks Anschließung des Windkraftwerkes übermitteln. Aufgrund der im Schreiben aufgezählten Maßnahmen wird der Antrag über den Standortavis gestellt;

- Technischer

Gleiche

Vorgehensweise wie für den Standortavis, und zwar ein Antrag wird dem Betreiber des Stromnetzwerkes gestellt. Der Avis wird innerhalb von 30 Tagen ausgestellt.

Erschließungsavis

(rum.

Aviz

tehnic

de

racordare).

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3.

Unterlagen, die von dem ANRE auszustellen sind

Das Prozedere der Erteilung der unten erwähnten Unterlagen müsste, gemäß Gesetz Nr. 220/2008, innerhalb der nächsten 90 Tage durch die zuständigen Behörden ebenfalls neu erstellt werden. Hierzu die Unterlagen:

- Betriebsgenehmigung

Die

Betriebsgenehmigung ist nur für Windkraftwerke mit Netzstrom mit über 3 MWh erforderlich. Zwecks Erstellung der Betriebsgenehmigung müssen sämtliche Unterlagen bezüglich des Betreibers und des Windkraftwerkes (Anlagen) sowie der geplanten Tätigkeit eingereicht werden. Im Gesetz wird kein Termin für die Erteilung der Betriebsgenehmigung vorgesehen;

(rum.

Autorizaţie

de

înfiinţare).

- Lizenz für Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen (rum. Licenţa de producere E-SRE). Gleich wie im Falle der Betriebsgenehmigung wird diese nach Errichtung des Windkraftwerkes erteilt. Im Gesetz wird kein Termin für die Ausstellung der Lizenz vorgesehen;

- Kennzeichnung

(rum.

Calificare pentru producţie prioritară de energie electrică). Für die Erstellung der Kennzeichnung als Stromerzeuger aus erneuerbaren Energiequellen ist lediglich die Einreichung eines Antrags erforderlich. Ein Antrag zwecks Kennzeichnung ist jährlich zu erstellen.

als

Stromerzeuger

aus

erneuerbaren

Energiequellen

Zusammengefasst möchten wir hierzu mitteilen, dass die Vorgehensweise für die Erteilung der unter den Punkten 2. und 3. erwähnten Unterlagen sich, gemäß dem Gesetz 220/2008, innerhalb der nächsten 90 Tage, neu festgelegt werden müsste. Es ist schwer zu beurteilen, ob diese Regeln der Erteilung der erforderlichen Genehmigungen tatsächlich innerhalb der nächsten 90 Tage neu veröffentlicht werden, da in Rumänien Ende November Parlamentswahlen vorgesehen sind. Nichtsdestotrotz bleiben die gegenwärtig in Kraft stehenden Beschlüsse der rumänischen Regierung in diesen Bereichen weiterhin gültig.

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II.

Mechanismen

der

Förderung

der

Stromerzeugung

aus

erneuerbaren

Energiequellen

Neben der Mehrheit der Länder der Europäischen Union hat Rumänien am 02.02.2001 das Kyoto-Protokoll aufgrund des Gesetzes Nr. 3/2001 des rumänischen Parlaments ebenfalls ratifiziert. Förderungen für die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien wurden erst aufgrund des Beschlusses Nr. 443/2003 sowie des Beschlusses Nr. 1892/2004 festgesetzt. Diese Beschlüsse setzten die Richtlinie 2001/77/EG in der rumänischen Gesetzgebung um.

Demzufolge wird in Rumänien, für die Förderung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen, das System der verpflichtenden Quoten kombiniert mit dem System des Handels der grünen Zertifikate angewandt. Neben diesen zwei Förderungssystemen werden im Gesetz Nr. 220/2008 unter dem Art. 18 weitere Förderungsmittel für Investoren im Bereich der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen erwähnt:

- die Sicherung von bis zu 50% der Darlehen für mittlere oder längere Dauer;

- die Zuverfügungstellung der Infrastruktur und der notwendigen Versorgungserschließungen;

- Befreiung oder Ermäßigung der Steuern und Gebühren bezüglich des reinvestierten Gewinns für die ersten 3 Jahren nach der Inbetriebnahme;

- staatliche finanzielle Förderungen für die neu entstandenen Arbeitsplätze.

Hierzu ist ebenfalls zu bemerken, dass die konkreten Bedingungen für die Erteilung der erwähnten Forderungsmittel innerhalb von 90 Tagen durch einen Regierungsbeschluss geregelt werden sollten.

Weitere Förderungsmittel, die aufgrund der allgemeinen Gesetzgebung (andere Gesetze, EU Fördermittel, etc.) erteilt werden, können von Investoren im Bereich der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen ebenfalls in Anspruch genommen werden.

Die Dauer, für welche die in diesem Kapitel des Memorandums erwähnten Förderungsmitteln gültig sind, erstreckt sich auf 15 Jahre für die neu in Betrieb gesetzten

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Anlagen (d.h. Windkraftwerken) für Erstellung von elektrischer Energie, bzw. auf 5 Jahre für die importierten Windkraftwerken, die in anderen Staaten bereits in Betrieb gesetzt wurden (d.h. Gebrauchtanlagen).

Wie Ihnen bekannt, setzt die Richtlinie 2001/77/EG ein globales Gemeinschaftsrichtziel von 12 % des Bruttoinlandsenergieverbrauchs bis zum Jahr 2010 und insbesondere mit dem Richtziel von 22,1 % für den Anteil von Strom aus erneuerbaren Energiequellen am gesamten Stromverbrauch der Gemeinschaft ebenfalls bis zum Jahr 2010, fest. Gemäß Beschluss Nr. 443/2003 wird in Rumänien ein Ziel von 11 % des Bruttoinlandsenergieverbrauchs bzw. von 33 % für den Anteil von Strom aus erneuerbaren Energiequellen am gesamten Stromverbrauch bis zum Jahr 2010 festgesetzt. Weitere nationalen Richtziele für den Anteil von Strom aus erneuerbaren Energiequellen am gesamten Stromverbrauch werden durch das Gesetz Nr. 220/2008

festgelegt, und zwar: 33 % für das Jahr 2010, 35 % für das Jahr 2015, 38 % für das Jahr

2020.

Des Weiteren möchten wir Ihnen die zwei Systeme für die Förderung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen darstellen:

1. Das System des Handels der grünen Zertifikate

Ähnlich wie in anderen Staaten der Europäischen Union, erhalten auch in Rumänien die Erzeuger von Strom aus erneuerbaren Energiequellen sogenannte grüne Zertifikate (rum. Certificate verzi). Für die Ausstellung der grünen Zertifikate ist der Betreiber des Übertragungs- und Verteilungsnetzes zuständig. Gemäß dem Bericht der ANRE wurden im Jahre 2007 von den 34 lizenzierten Erzeugern von Strom aus erneubaren Energiequellen grüne Zertifikate lediglich an 19 Gesellschaften erstellt (die anderen Erzeuger stellen Strom aus Hydroelektrizität mit alten Anlagen her und erhalten dafür gemäß Gesetz keine grünen Zertifikate).

Die grünen Zertifikate werden für folgende Kategorien von Stromerzeugern aus erneuerbaren Energiequellen in der unten vorgesehenen Menge monatlich erteilt (gemäß Art. 5 des Gesetzes Nr. 220/2008):

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- Wasserkraftwerke (neu oder mit höchstens 10MW) – je 1 grünes Zertifikat für 1 MWh erzeugt und eingespeist im Netz;

- Wasserkraftwerke (andere als die oberen) – je 1 grünes Zertifikat für 2 MWh erzeugt und eingespeist im Netz;

- Wasserkraftwerke (mit einer Kraft unter 1MWh/Anlage) – je 2 grüne Zertifikate für 1 MWh erzeugt und eingespeist im Netz;

- Windkraftwerke – je 2 grüne Zertifikate für 1 MWh erzeugt und eingespeist im Netz bis 2015 bzw. je 1 grünes Zertifikat für 1 MWh erzeugt und eingespeist im Netz beginnend mit 2016;

- Werke, wobei Strom aus Biomasse, Biogas, Bioliquide, Deponiegas, Erdwärme oder Klärgas erzeugt wird – je 3 grüne Zertifikate für 1 MWh erzeugt und eingespeist im Netz;

- Sonnenkraftwerke – je 4 grüne Zertifikate für 1 MWh erzeugt und eingespeist im Netz.

Ebenfalls während der Etappe der Einspeisung des Stromes erhalten die Stromerzeuger aus erneubaren Energiequellen gemäß dem Beschluss Nr. 1429/2004 einen Herkunftsnachweis für Strom aus erneuerbaren Energiequellen. Diese Herkunftsnachweise für Strom aus erneuerbaren Energiequellen dienen als Nachweis der eingespeisten elektrischen Energie und werden innerhalb der Europäischen Union anerkannt.

2. Das System der verpflichtenden Quoten

Das System der verpflichtenden Quoten sieht vor, dass sämtliche Stromversorger jährlich eine Anzahl von grünen Zertifikate gleich mit dem Produkt zwischen der jährlichen Pflichtquote und der versorgten Menge von elektrischer Energie, gemessen in MWh, die dem Endverbraucher geliefert wurde, erwerben. Gemäß dem Gesetz Nr. 220/2008 betragen die jährlichen Pflichtquoten von grünen Zertifikaten, die durch den Stromversorger zu erwerben sind, folgende Werte:

Jahr

Pflichtquote (%)

Jahr

Pflichtquote (%)

2008

5,26

2015

10,80

2009

6,28

2016

12,00

9

2010

8,30

2017

13,20

2011

8,30

2018

14,40

2012

8,30

2019

15,60

2013

9,00

2020

16,80

2014

10,00

-

-

Für das Jahr 2007 lag die Pflichtquote bei 3,74 %, wurde jedoch aufgrund der Verordnung Nr. 63/2007 der ANRE auf 2,62 % gesenkt. Gemäß Art. 11 des Gesetzes Nr. 220/2008 hat das ANRE die Aufgabe die Pflichtquote abhängig der Menge der erworbenen grünen Zertifikate und der Menge der versorgten elektrischen Energie anzupassen.

Angaben über den Verkauf des erzeugten Stroms bzw. der grünen Zertifikate finden Sie unter dem nächsten Kapitel.

III. Einspeisetarife

Die Erzeuger von Strom aus erneubaren Energiequellen verdienen für die Einspeisung der elektrischen Energie auf einer Seite den Preis für den erzeugten und verkauften Strom und auf der anderen Seite den Preis für die verkauften grünen Zertifikate. Diese zwei Komponenten, Strom und grüne Zertifikate, müssen nicht demselben Stromversorger verkauft werden; die Veräußerung findet auf zwei unterschiedlichen Märkten statt. Hierzu im Einzelnen:

1. Großmarkt der elektrischen Energie

Die Stromerzeuger in Rumänien können gegenwärtig die elektrische Energie auf zwei Märkten verkaufen und zwar, auf einem reglementierten Markt (rum. Piaţă reglementată) sowie auf einem Wettbewerb-Markt (rum. Piaţă concurenţială).

Der Handel mit Strom auf dem reglementierten Markt findet aufgrund von Standardverträgen die durch das ANRE genehmigt wurden, statt. Der Preis wird ebenfalls durch Verordnungen der ANRE festlegt. Gegenwärtig, gemäß der Verordnung Nr. 44/2007 liegt der Preis des Stroms erzeugt aus erneuerbaren Energiequellen bei RON 132,00 pro MWh.

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Der Handel auf dem Wettbewerb-Markt findet gemäß den Bestimmungen des Handelsgesetzbuches des Großmarktes der elektrischen Energie, welches aufgrund der Verordnung Nr. 25/2004 genehmigt wurde, statt. Auf diesem Markt wird der Strom mittels von bilateralen einvernehmlichen Kaufverträgen oder auf den sogenannten Markt für den nächsten Tag (rum. Piaţa pentru ziua următoare – PZU) verkauft. Im Vergleich zum reglementierten Markt sind auf dem Wettbewerb-Markt die Preise offen, d.h. der Verkaufspreis wird aufgrund der Verhandlungen zwischen den Parteien festgesetzt, bzw. auf dem Markt für den nächsten Tag aufgrund des tatsächlichen Angebots und der Nachfrage zu dem Zeitpunkt auf den Markt.

Die Gesellschaft OPERATORUL PIETEI DE ENERGIE ELECTRICA OPCOM S.A. (abgekürzt OPCOM S.A.), gehalten zu 100 % durch die nationale Gesellschaft des Übertragung- und Verteilungsnetzes der elektrischen Energie (COMPANIA NATIONALA TRANSELECTRICA S.A.), stellt die Aufsichtsbehörde auf dem Wettbewerb-Markt dar. Sämtliche bilateralen Kaufverträge über Strom werden von der OPCOM S.A. auf der Internetseite der Aufsichtsbehörde veröffentlicht. Allgemein sind die Strompreise auf dem Wettbewerb-Markt höher als die auf dem reglementierten Markt.

2. Markt der grünen Zertifikate

Wie wir Ihnen bereits mitgeteilt haben, müssen die Stromversorger die jährliche Pflichtquote von grünen Zertifikaten erwerben. Unabhängig der Art des elektrischen Stroms (d.h. aus erneuerbaren Energiequellen oder aus anderen Energiequellen) welcher von den Stromerzeugern während eines Jahres erworben bzw. an den Endverbraucher verkauft wurde, müssen diese ihre Pflichtquote von grünen Zertifikaten ebenfalls einhalten.

Die Grünen Zertifikaten werden auf dem Markt der Grünen Zertifikaten (rum Piaţa Certificatelor Verzi – PCV) verhandelt. Die Aufsichtsbehörde auf diesem Markt ist ebenfalls die OPCOM S.A. Gemäß dem Gesetz Nr. 220/2008 liegt der Transaktionswert eines grünen Zertifikates für die Zeitspanne 2008-2014 zwischen EUR 27,00 und EUR 55,00. Die Transaktionspreise werden zum Wechselkurs der

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Nationalbank in RON berechnet. Die Aktualisierung der Transaktionspreise findet jährlich zum Verbraucherpreisindex für Rumänien statt. Für die Zeitspanne 2015- 2030 werden gemäß dem Gesetz Transaktionswerte nachträglich bestimmt, die wenigstens gleich sein werden mit denen vom Jahr 2014.

Die Stromversorger, die ihre Pflichtquote von grünen Zertifikaten nicht erreichen, müssen am Jahresende für die fehlenden grünen Zertifikaten EUR 70,00 pro fehlendes Zertifikat bezahlen. Diese Geldsummen werden von dem ANRE eingesammelt und für Investitionen im Bereich des Netzzugangs der Stromerzeuger aus erneuerbaren Energiequellen benutzt. Diese Investitionen müssen gemäß Gesetz transparent und öffentlich durchgeführt werden. Die Jahresberichte der ANRE werden auf der Internetseite veröffentlicht.

Gemäß Gesetz Nr. 220/2008 sollte Rumänien am Europäischen Markt der grünen Zertifikate nachdem sämtliche erforderlichen Maßnahmen erfüllt sind, teilnehmen, sodass inländische als auch ausländische Erzeuger von Strom aus erneuerbaren Energiequellen in der Lage sind, ihre grünen Zertifikate auf demselben Markt zu verhandeln.

Wir hoffen, dass es uns gelungen ist, Ihnen einen Überblick über die Stromerzeugung aus erneuerbarer Energie in Rumänien zu verschaffen. Wir möchten Ihnen erneut mitteilen, dass die in diesem Bericht stehenden Daten dem neuesten Stand der Gesetzgebung unterliegen (d.h. Gesetz Nr. 220/2008). Trotzdem, wie wir Ihnen mitgeteilt haben, werden die Anwendungsnormen zum Gesetz erst in 90 Tagen festgelegt, sodass die konkrete Ausführung der Gesetzesregelungen erst zu dem Zeitpunkt vollständig analysiert werden kann. Sollten Sie weitere Fragen in diesem Zusammenhang haben, stehen wir Ihnen selbstverständlich hierfür gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen,

Ioan Radu

Rechtsanwalt

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