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Eidgenössisches Departement des Innern EDI

Bundesamt für Gesundheit BAG


Fachstelle Evaluation und Forschung

Die Erarbeitung von


«Wirkungsmodellen» und Indikatoren

Wesentliches in Kürze

Herbert Brunold (BAG) in Zusammenarbeit mit


Sarah Fässler & Manuela Oetterli (Interface Politikstudien, Luzern); 2016
(leicht revidiert im Januar 2017)
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Fachstelle Evaluation und Forschung

Inhalt
• Wofür kann man «Wirkungsmodelle» nutzen?
• Was ist ein «Wirkungsmodell»?
• Wie wird ein «Wirkungsmodell» erarbeitet?
• Wie werden Ziele formuliert?
• Was ist bei der Bestimmung von Indikatoren zu beachten?

ANHANG
• Konkrete Beispiele von «Wirkungsmodellen» und Indikatoren
• Quellen vorhandener Gesundheitsindikatoren
• Literaturhinweis

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Fachstelle Evaluation und Forschung

Wofür kann man «Wirkungsmodelle» nutzen?


Sie möchten eine Strukturierungs- Sie möchten bei der Entwicklung
hilfe für ein Monitoring, das Ihnen Monitoring Ihrer Aktivitäten sicherstellen, dass
erlaubt, relevante Veränderungen diese wirkungsorientiert sind.
in Ihrem Politikfeld zu beobachten. Sie möchten prüfen, ob die
Problemdefinition Gesamtheit der Aktivitäten
«Wirkungslücken» aufweist.
Sie möchten eine
Evaluation Regulierungsfolgenab-
schätzung vornehmen.
Sie möchten eine Politikwirkungen Politikformulierung
Grundlage, um eine
Evaluation zu planen
und die Wirkungen
Ihres Handelns zu
belegen.
Politikumsetzung

Sie möchten in Ihrer


Organisation oder mit externen
Sie möchten die Umsetzung
Controlling / Partnern ein gemeinsames
mittels eines Controllings
Fortschritts- Verständnis Ihrer Aktivitäten
steuern und dafür Leistungs-
messung entwickeln und dieses gegen
ziele und -indikatoren festlegen.
aussen kommunizieren.
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Was ist ein «Wirkungsmodell»?


• Ein «Wirkungsmodell» ist ein logisches Modell (logic model).
• Es ist eine Veranschaulichung der Ablauf- oder Wirkungslogik
eines Gesetzes / einer Strategie / eines Programms / eines
Massnahmenpakets oder eines Projekts.
• Es ist eine Strukturierungshilfe und Kommunikationsgrundlage.
• Die Erarbeitung eines «Wirkungsmodells» fördert wirkungs-
orientiertes Denken und Handeln.
• Ein «Wirkungsmodell» besteht aus «Wirkungsketten», deren
Elemente sich je nach Verwendungszusammenhang unterscheiden.
Entscheidend ist, dass diese Elemente nachvollziehbar «kausal»
miteinander verbunden sind.
• In «Wirkungsmodellen» werden idealerweise Ziele formuliert.
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Beispiel: Erarbeitung Umsetzungsstrategie

Geplante Aktivitäten Angestrebte Wirkungen

Input Aktivitäten Output Outcome Impact

Organisation Geplante Outputziele Outcomeziele Impactziele


Ressourcen Aktivitäten
Wie und soll über mittels was bei welchen und zur Lösung
womit welchen welchen Zielgruppen von welchem
Weg Leistungen erreicht werden Problem
beitragen?
welche Verhält-
nisse geschaffen
werden

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Beispiel: Evaluation

Geplante Durchgeführte
Erzielte Wirkungen
Aktivitäten Aktivitäten

Konzept Umsetzung Outputziele Outcomeziele Impactziele


Was sollte über mittels bei welchen und zur Lösung
welchen welchen Zielgruppen von welchem
Weg Leistungen erreicht werden Problem
beitragen?
welche
Verhältnisse
schaffen

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Beispiel:
Tempo 30 in Quartieren – Darstellung einer «Wirkungskette»

Konzept Umsetzung Outputziele Outcomeziele Impactziele

Ziele Politik: Vorbereitung, Erlass Fahrzeuge Abnahme der


Abklärungen, Tempo- fahren schweren Unfälle
Planung zu begrenzung langsamer
Verbesserung Tempo 30 ( Signal) Weniger Lärm
Wohnqualität und Abgase
Montage
Schilder
Zielgruppe: Betroffene:
Autofahrende AnwohnerInnen

Kontext: Befürworter und Gegner der Tempobegrenzung, regional und national

In Anlehnung an folgende Quelle:


Integrierte Leistungs- und Wirkungssteuerung,
S. Rieder, Interface Luzern, 2003, Seiten 8-9
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Kommentar:
• Das «Tempo 30 Beispiel» ist in seiner Grundkonzeption einfach.
• Die Wirkungskette ist jedoch fragil. Die Reaktion der Zielgruppe fällt
möglicherweise nicht so positiv aus wie im Wirkungsmodell dar-
gestellt. Statt langsamer zu fahren (erwartete Outcomes), wird
vielleicht Tempo 30 als Schikane empfunden und es wird absichtlich
schneller gefahren (unerwartete Outcomes). Möglicherweise werden
die Tempo 30 Quartiere umfahren und die Belastung auf andere
Stadteile verlagert (negative Nebeneffekte).
• Das Modell wird komplizierter, wenn die Verwaltung auf unerwartete
Wirkungen reagiert (Kontrollen, Bau von Schwellen).
• …
• Kurz: Eine Vereinfachung der Zusammenhänge ist notwendig im
Sinne der Konzentration auf wesentliche Effekte. Ein
«Wirkungsmodell» soll Überlegungen in Richtung erwarteter und
unerwarteter Wirkungen stimulieren. 8
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Wie wird ein «Wirkungsmodell» erarbeitet?


• Legen Sie zuerst den Verwendungsweck des «Wirkungsmodells»
fest.
• Überlegen Sie, welche Mitarbeitenden und externen Partner in
die Entwicklung des «Wirkungsmodells» miteinbezogen werden.
Analytisches und konzeptionelles Denken sowie gutes Fach- und
Systemwissen sind erforderlich. Externe Unterstützung?
• Seien Sie besorgt, dass die Beteiligten über genügend Zeit-
ressourcen für diese Aufgabe verfügen.
• Beginnen Sie bei der Formulierung des Impacts!
Je nach dem wie stark Sie an gesetzliche Vorgaben «gebunden»
sind, gestaltet sich der weitere Ablauf der Erarbeitung.

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Wie werden Impacts definiert?

Konzept Umsetzung Output Outcome Impact

Kontext

• Bei den Impacts handelt es sich um die indirekten, längerfristigen


Wirkungen Ihres Handelns und das Ihrer «Partner» auf die
Gesellschaft oder Teile davon.
• Sie können die Impacts in der Regel aus dem Zweckartikel eines
Gesetzes oder der Vision einer Strategie / eines Programms /
eines Massnahmenpakets / eines Projekts ableiten.

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Wie werden Outcomes definiert?

Konzept Umsetzung Output Outcome Impact

Outcome I Outcome II

Mittler Zielgruppe

Outcome III

Verhältnisse

Kontext

• Bei den Outcomes handelt es sich um die direkten kurz- bis


mittelfristigen Wirkungen Ihres Handelns und das Ihrer «Partner».

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• Definieren Sie zuerst die Zielgruppe(n) des Handelns, respektive


identifizieren Sie die Zielgruppe(n) in Gesetz und Verordnung.
• Sollen die Zielgruppe(n) direkt oder über Mittler erreicht werden? In
letzterem Fall können Sie die Outcomes I (Mittler) und Outcomes II
(Zielgruppe) separat darstellen.
• Sollen sich bestimmte Verhältnisse ändern (Outcome III)?
• Definieren Sie die Wirkungen des Handelns bei den Mittlern und
Zielgruppen ( Wissen, Einstellung, Verhalten).
• Definieren Sie die Wirkungen des Handelns auf die Verhältnisse
( Strukturen, System).

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Wie werden Outputs definiert?

Konzept Umsetzung Output Outcome Impact

Kontext

• Bei den Outputs handelt es sich um Leistungen oder Produkte.


• Stellen Sie dar, welche Outputs für welche Zielgruppe, in welcher
Häufigkeit und in welcher Qualität vorliegen müssen; respektive
identifizieren Sie die Outputs in Gesetz und Verordnung.
• Überlegen Sie sich, ob sich mittels der Leistungen / Produkte die
Outcomeziele wirklich erreichen lassen.

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Wie wird die Umsetzung definiert?


Konzept Umsetzung Output Outcome Impact

Handlungs- Aktivitäten /
feld Aufgaben

Kontext

• Bei der Umsetzung – im Zusammenhang mit Gesetzen spricht


man auch von Vollzug – geht es darum, Handlungsfelder mit
zugehörigen Aktivitäten / Vollzugsaufgaben darzustellen, die für
die Leistungserbringung (outputs) notwendig sind.
• Es sollte ersichtlich sein, welche Akteure für welche Aktivitäten /
Aufgaben zuständig sind.

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Wie wird das Konzept definiert?


Konzept Umsetzung Output Outcome Impact

Kontext

• Rahmenbedingungen bezeichnen den Rahmen der operativen


Bedingungen (Gesetz, Strukturen, Ressourcen, …). Sie sind in
der Regel klar mess- oder feststellbar. Sie sollten im Konzept
abgebildet sein.
• In jedem Fall ist das Gesetz / die Strategie / das Programm / das
Massnahmenpaket / das Projekt zu erwähnen, welches durch das
«Wirkungsmodell» beschrieben wird.

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Wie wird der Kontext definiert?

Konzept Umsetzung Output Outcome Impact

Kontext

• Kontextbedingungen bezeichnen die Geschehnisse oder


Aktivitäten ( politisch, wirtschaftlich, gesellschaftlich) im
nationalen und internationalen Umfeld.
• Falls das Wirkungsmodell als Grundlage für eine Evaluation dient,
sollten Sie sich überlegen, welche Kontextbedingungen die
Aktivitäten fördern oder hemmen könnten.

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Wie werden Ziele formuliert?


• Idealerweise werden im «Wirkungsmodell» SMART Ziele
formuliert.

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Was ist bei der Bestimmung von


Indikatoren zu beachten?
• Indikatoren beantworten die Frage, wo genau man hinsehen muss,
wenn man beurteilen will, ob die Ziele erreicht werden / die
intendierten Wirkungen erreicht wurden.
• Vier Punkte gilt es bei der Bestimmung von Indikatoren zu
beachten:
1. Ziele und Indikatoren müssen sich auf die gleiche Wirkungsebene
(Output, Outcome, Impact) beziehen.
2. Pro Ziel muss mindestens ein Indikator definiert werden.
3. Idealerweise sind quantitative und qualitative Indikatoren zu
verwenden.
4. «Schlüsselindikatoren» ( hohe Relevanz und Aussagekraft) sind
zu kennzeichnen.
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Beispiel: Darstellung von Zielen, Indikatoren sowie


Angaben zur Messung von Indikatoren
Wirkungs- Handlungs- Ziel Indikator Wer Wie häufig? Daten- Daten:
ebene feld (HF) (und Soll-Wert) misst? quelle? Verfüg-
barkeit?

Indikator 1a
HF A Ziel 1
Indikator 1b
Output
HF B Ziel 2 Indikator 2*

HF B Ziel 3 Indikator 3

HF A Ziel 1 Indikator 1a
Outcome Indikator 2a*
HF B Ziel 2
Indikator 2b
alle 5 Jahre
Impact alle HF Ziel 1 Indikator 1* BFS SGB 2019
(…; 2012; 2017)

* = Schlüsselindikatoren
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Hinweise zur Messung von Indikatoren


WIRKUNGSEBENEN
Output Outcome Impact
Wer misst? Amt / Einheit Amt / Beauftragte Meist Dritte, z.B. im
Dritte z.B. im Rah- Rahmen Monitoring
men Monitoring und / und / oder Evaluation
oder Evaluation
Was messen? Zahl und Qualität der kurz- und mittelfristi- längerfristige Wir-
Produkte, Leistungen ge Wirkungen, z.B. kungen, z.B. bei
bei Zielgruppen / Ne- Betroffenen / Neben-
benwirkungen / u.a. wirkungen / u.a.
Häufigkeit permanent periodisch periodisch

Methode(n) Betriebswissen- Sozialwissenschaft- Sozialwissenschaft-


schaftliche Methodik liche Methodik / liche Methodik /
Ökonometrie Ökonometrie
Kosten tief mittel bis hoch mittel bis hoch

Genauigkeit hoch mittel bis hoch (je nach Datenverfügbarkeit


und -qualität, z.B. im Rahmen vorhandener
Monitorings oder Gesundheitsstatistiken)
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ANHANG

Konkrete Beispiele von


«Wirkungsmodellen» und Indikatoren

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Wirkungsmodell „Sicherstellung der Badewasserqualität in Gemeinschaftsbädern in der Schweiz“

Konzept Vollzug und Output Vollzug und Output Outcome Impact


(Rechtserlasse, Normen) (Regulierungsbehörden) (Kantone, beauftragte Stellen) (Umsetzung in Gemeinschaftsbädern) (Begünstigte, Ziele)

Zuständige Stellen Biozidprodukte Trägerschaft Fachbewilligung** Betreiber/-innen von Gemeinschaftsbädern


Anforderungen an das
(BAG, BAFU, SECO, BLV, AS*) (Berufsverbände IFC und OdA igba) 17. bauen und betreiben Gemeinschaftsbäder
Inverkehrbringen und den
Umgang mit Biozidproduk- 1. bewerten Bioziprodukte nach Be- und Wasseraufbereitungsanlagen ent-
9. beaufsichtigt Prüfungsstellen (Art. 8
ten, welche für die Bade- langen spezifischer Schutzziele sprechend den gesetzlichen Anforderungen
wasseraufbereitung als VFB-DB)
wie menschliches Leben/Gesund- 18. richten Wasseraufbereitungsanlagen nach
Desinfektionsmittel verwen- 10. führt Prüfungsstatistik und erstatten
heit, Umwelt- und Arbeitnehmer- anerkannten Regeln der Technik ein und
det werden (Art. 6 ChemG, Bericht zuhanden des BAG
ChemV, Art. 7 ChemRRV, schutz und prüfen deren Zulas- lassen diese regelmässig überprüfen (Art.
Art. 3 VBP, Art. 14 TBDV) sung (Art. 10 ChemG, Art. 52 VBP) 13 TBDV)
2. analysieren Stichproben von in Private Prüfungsstellen
Verkehr gebrachten Biozid- (igba, aqua suisse, HFS, APR) Badepersonal
Schutz der Badegäste
produkten (Art. 53 VBP) 19. eine Person mit Fachbewilligung ist einmal
3. beaufsichtigten Vollzug im Bereich 11. führen Kurse/Prüfungen durch und 24. Die Badegäste nehmen
wöchentlich vor Ort anwesend (Art. 1 Abs. keinen gesundheitlichen
Biozidprodukte (Art. 33 ChemG) stellen Fachbewilligungen fürs Bade-
2 lit. a VFB-DB) und: Schaden durch mangel-
personal aus (Art. 9 VFB-DB)
a. geht sicher mit Biozidprodukten um haften hygienischen
12. führen Verzeichnis über Personen mit
BAG b. kann Verantwortung für Badewasser- Zustand des Bade-
Fachbewilligungen wassers oder falsche
qualität übernehmen, führt Selbst-
Anforderungen an die Aus- 4. entscheidet über Anerkennungs- Konzentration von
kontrollen durch und hält diese Desinfektionsmitteln
bildung von Personen, die gesuche für Fachbewilligungen Kantonale Vollzugstellen
mit den Mitteln und Verfahren schriftlich fest (Art. 74 LGV, HyV) 25. Das Wohlbefinden der
des Badepersonals und Gleich- (Chemikalien-, Badewasserinspektorate)
zur Desinfektion von Bade- c. dokumentiert Anweisungen an Badegäste wird nicht
wertigkeit von Qualifikationen (Art.
wasser in Gemeinschafts- 13. kontrollieren in Verkehr gebrachte Personen ohne Fachbewilligung, stellt beeinträchtigt (insb.
4 und Art. 10 VFB-DB) durch Minimieren von
bädern arbeiten (Fach- oder verwendete Biozidprodukte (Art. deren Schulung sicher und
bewilligung Badewasser- 5. beaufsichtigt die Trägerschaft Nebenreaktions-
58 VBP) beaufsichtigt diese (Art. 14 TBDV) produkten der
desinfektion, VFB-DB) Fachbewilligung Badewasser-
14. regeln und führen amtliche Über- 20. angeleitetes Personal kann Aufgaben zur Desinfektionsmittel)
desinfektion
wachung von Gemeinschaftsbädern Aufbereitung des Badewassers ausführen
Anforderungen an die Bade- durch: Messungen Badewasserqua- Schutz des Badepersonals
wasserqualität in Gemein- BLV
lität, Inspektionen von Aufbereitungs- 26. Das Badepersonal ist
schaftsbädern (Art. 5 lit. i 6. definiert Anforderungen an die anlagen, Überprüfung der Selbst- geschützt vor schädli-
Geschaffene Verhältnisse
LMG, TBDV Anhänge 5, 6, 7) Qualität von Badewasser in chen Einwirkungen der
kontrollen durch das Badepersonal
21. Wasseraufbereitungsverfahren und Mittel und Verfahren zur
Gemeinschaftsbädern (Art. 5 lit. i (z.B. Probenahme, Inspektion) und
-anlagen entsprechen den anerkannten Desinfektion von Bade-
LMG, Anhänge TBDV) deren Dokumentation wasser, die mit ihrer
technischen Normen
7. beaufsichtigt Vollzug im Bereich 15. ordnen geeignete Massnahmen bei Arbeit verbunden sind
22. verwendete Biozidprodukte sind zulässig,
Badewasserqualität (Art. 42 LMG) Beanstandungen in Gemeinschafts-
werden korrekt dosiert und gehandhabt Schutz der Umwelt
Anerkannte technische 8. arbeitet mit Kantonschemikern/ bädern an (z.B. öffentliche Warnung,
Normen zu Bau und Betrieb -innen in der Kommission Trink- 23. einwandfreie hygienische Wasserqualität ist
Schliessung) 27. Die Umwelt ist geschützt
von Gemeinschaftsbädern und Badewasser zusammen jederzeit an jeder Stelle des Beckens vor schädlichen Ein-
16. genehmigen Neu-/Umbauten von
und Wasseraufbereitungsan- gewährleistet wirkungen
lagen (z.B. SIA-Norm 385/9) Gemeinschaftsbädern und Wasser-
aufbereitungsanlagen (Art. 8 TBDV)

Kontext i. Fortschritte und Weiterentwicklungen beim Stand der Wissenschaft/ Technik und beim Recht der wichtigsten Handelspartner der Schweiz (Art. 15 TBDV)
ii. Internationale Vorschriften, Normen, Bewertungen zur Zulassung/Inverkehrbringung von Chemikalien und Anerkennung von Fachbewilligungen des Badepersonals aus Mitgliedstaaten der EU/EFTA
iii. Besucherfrequenzen, meteorologische Bedingungen

Quelle: Darstellung Interface; Stand: Juni 2017. Legende: * = Die Anmeldestelle Chemikalien (AS) ist die gemeinsame Anlauf- und Verfügungsstelle für Chemikalien des BAFU, BAG und SECO;
** = Trägerschaft Fachbewilligung Badewasserdesinfektion; farbige Pfeile = Wirkungsketten. Weitere Abkürzungen siehe Abkürzungsverzeichnis im erläuternden Bericht zum Wirkungsmodell.
Wirkungsmodell Fortpflanzungsmedizingesetz

verlangen Auskunft über Samenspender


KANTONE
KINDER AUS ART
Vollzug
bewilligen und überwachen • wachsen in kindgerechten KINDESWOHL
Verhältnissen auf Schutz der physischen und
• erleiden keinen körperlichen psychischen Gesundheit
Schaden durch ART
• haben Recht auf Kenntnis
BEWILLIGUNGSINHABER/-INNEN des Samenspenders
gesetzeskonforme qualifizierte
Anwendung von ART

SAMENSPENDER Schutz der PERSÖNLICHKEIT


übermitteln Daten
übermitteln Daten

erstatten Bericht • sind vor Vaterschaftsklagen der betroffenen Personen


übermitteln Spenderdaten geschützt
informieren • spenden unentgeltlich

informieren, beraten, behandeln


entwickeln und wählen nach gesetzlichen Vorgaben BETROFFENE PAARE
UND FRAUEN Schutz der traditionellen
• heterosexuelle Paare erhalten heterosexuellen
EAZW
Spender-
Zugang zur ART gemäss
gesetzlichen Vorgaben
FAMILIE
Datenbank
• Betroffene Frauen sind vor
gesundheitlichen Risiken
geschützt
erteilt auf Anfrage Auskunft über Spender

BFS informiert über Auskunftsbegehren des Spenderkindes


• Frauen stellen sich nicht als
Leihmutter oder Eizellspenderin Schutz der GESELLSCHAFT
zur Verfügung vor unerwünschten eugenischen
Datenauswertung
und -veröffent- & diskriminierenden Tendenzen
lichung
EMBRYONEN
• werden nur nach gesetzlichen
BAG übermitteln Evaluationsdaten LABORLEITUNGEN
Vorgaben entwickelt
• werden nur nach zulässigen
Schutz der EMBRYONEN
Evaluation vor missbräuchlicher Verwendung
erstatten Bericht PID-LABORATORIEN Kriterien ausgewählt
• werden nicht geklont oder für und unerwünschter Selektion
gewährleisten Voraussetzungen und Durchführung
genetischer Untersuchungen gemäss GUMG Keimbahntherapie verwendet
bewilligt und beaufsichtigt

ART: assistierte Reproduktionstechnologien


BAG: Bundesamt für Gesundheit
BFS: Bundesamt für Statistik
EAZW: Eidgenössisches Amt für Zivilstandswesen
GUMG: Bundesgesetz über genetische Untersuchungen beim Menschen
PID: Präimplantationsdiagnostik Bundesamt für Gesundheit | Abteilung Biomedizin | 5. Februar 2016
Konzept Vollzug Vollzug Wirkungen Schutzzwecke
Behörden Normadressaten Betroffene INTERFACE
Das FMedG regelt die Voraussetzungen für die ART mit dem Ziel, das Kindeswohl, die Persönlichkeit,

Kantone Kinder aus ART


Schutz des Kindeswohls
 bewilligen die Durchführung der  wachsen in kindgerechten
Bewilligungsinhaber/-innen  Die psychische und physische
ART Verhältnissen auf
 gewährleisten Qualifikationen Gesundheit von Kindern wird
 beaufsichtigen die Durchführung  erleiden keinen körperlichen Schaden
geschützt.
der ART (bewilligt/nicht bewilligt) (eigene/des Personals) und die  können sich über Samenspender
 übermitteln Daten zur Tätigkeit notwendige Laborausrüstung informieren und Kontakt aufnehmen
 wenden ART gesetzes-konform Schutz der Persönlichkeit
bez. FMedG an das BFS
an betreffend:  Die betroffenen Paare können
 liefern Informationen für die Samenspender
 Zulässigkeitsvoraus- sich informiert und frei für oder
Evaluation  sind vor Vaterschaftsklagen geschützt gegen die Inanspruchnahme der
setzungen/verbotene
 spenden unentgeltlich ART entscheiden.
Praktiken
BJ/EAZW  treffen informierte Entscheide  Die Instrumentalisierung von
 Indikationen  sind registriert für Kontaktaufnahme Frauen und Männern wird
Samenspende:  Information/Beratung
die Familie, die Gesellschaft und die Embryonen zu schützen.

verhindert.
 bewahrt Spenderdaten auf  Umgang mit Keimgut
 erteilt Auskunft an volljährige  erstatten Bericht über ihre Betroffene Paare und Frauen
Schutz der Familie
Kinder und kontaktiert Spender Tätigkeit bez. FMedG an die  heterosexuelle Paare erhalten Zugang
 Die traditionelle heterosexuelle
Bewilligungsbehörde zur ART gemäss gesetzlichen Vorgaben
Familie wird geschützt.
 übermitteln die Spenderdaten  Paare treffen informierte Entscheide für
BFS  stellen Daten für die Evaluation oder gegen die ART
 wertet Daten zur Tätigkeit bez.  Betroffene Frauen sind vor Schutz der Gesellschaft
zur Verfügung
gesundheitlichen Risiken geschützt  Die Gesellschaft wird vor
FMedG aus und veröffentlicht
 Frauen stellen sich nicht als Leihmutter eugenischen Tendenzen
diese
oder Eizellspenderin zur Verfügung geschützt.
 Der Diskriminierung von
Menschen mit Behinderung wird
Leitungen PID-Laboratorien
Embryonen kein Vorschub geleistet.
BAG  gewährleisten Voraus-
 werden nur nach gesetzlichen Vorgaben
 evaluiert die Auswirkungen des setzungen und Durchführung entwickelt Schutz der Embryonen
FMedG, insbesondere der PID genetischer Untersuchungen  werden nur nach zulässigen Kriterien  Der Missbrauch von Embryonen
 bewilligt und beaufsichtigt gemäss GUMG ausgewählt wird verhindert.
genetische Untersuchungen  erstatten Bericht zu ihrer  werden nicht geklont oder für  Eine unerwünschte Selektion
gemäss GUMG Tätigkeit an das BAG Keimbahntherapie verwendet von Embryonen wird verhindert.

Kontext Weiterentwicklungen in der Fortpflanzungsmedizin im In- und Ausland, gesetzliche Regelungen der Fortpflanzungsmedizin im Ausland, gesellschaftliche Trends;
NEK-CNE: Beobachtung Entwicklungen im Themenfeld, beratende Stellungnahmen zu gesellschaftlichen, naturwissenschaftlichen und rechtlichen Fragen
Legende: gestrichelte Pfeile: Datenflüsse, durchgezogene Pfeile: Wirkungspfade; ART = Assistierte Reproduktionstechnologien, Verfahren medizinisch unterstützter Fortpflanzung inklusive Vermittlung von/Umgang
mit Keimgut; PID = Präimplantationsdiagnostik; FMedG = Bundesgesetz über die medizinisch unterstützte Fortpflanzung; GUMG = Bundesgesetz über genetische Untersuchungen beim Menschen; bez. = bezüglich.
Stand: Januar 2017
Wirkungsmodell des Aktionsplans MaPaDro III 2012–2016 — © BAG, Sektion Drogen; 2014
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Beispiel: Aktionsplan MaPaDro III 2012–2016 – «Outcomeziele und Indikatoren Zielgruppen»


Wirkungs- Handlungs- Ziel Indikator Wer Wie Daten- Daten:
ebene feld (HF) und Soll-Wert misst? häufig? quelle? Verfüg-
barkeit?
Ziel 1: Anteil der Indikator 1: Die Prävalenz BFS Alle 5 Jahre SGB 2019
Bevölkerung, welcher in bei den 15- bis 19-Jährigen
den Drogenkonsum sinkt gegenüber 2012.
Prävention einsteigt bzw. (2012: Cannabis 30.9%, Sucht Jährlich Sucht- Folgejahr
drogenabhängig ist, sinkt. Kokain 1.7%, Heroin 0.5%, Schweiz monitoring:
andere 1.9%) CoRoIAR

Ziel 2: Anteil der drogen- Indikator 2: Mittelfristiger ISGF Jährlich act-info-FOS Folgejahr
abhängigen Personen, und längerfristiger Statistik
welche aus dem Drogen- Rückgang der
Therapie konsum aussteigen bzw. Behandlungsanfragen
sich gesundheitlich und
sozial rehabilitieren, steigt.

Ziel 3: Anteil der Indikator 3a : Anteil der BAG Jährlich BAG Bulletin Folgejahr
drogenabhängigen HIV-Infizierten, die
Outcome Personen bzw. Personen intravenös Drogen
Schadens- aus deren Umfeld, welche konsumieren, bleibt
unter den negativen Folgen konstant tief.
minderung des Drogenkonsums
leiden, sinkt. Indikator 3b: Anteil BFS Jährlich Sozialhilfe- Folgejahr
betroffener Kinder ist statistik
rückläufig.

Ziel 4: Anteil der in den Indikator 4a: Anzahl BFS Jährlich Verzeigungs- Folgejahr
illegalen Drogenhandel Verzeigungen wegen statistik
involvierten Personen sinkt. Drogenhandels und -
schmuggels sinkt.
Repression
Indikator 4b: Anzahl BFS Jährlich Urteils- Folgejahr
Verurteilungen wegen statistik
Drogenhandels ist
rückläufig.
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Entwurf eines Wirkungsmodells der KVG-Revision im Bereich der Spitalfinanzierung
Eidgenössisches Departement des Innern EDI — © BAG, Projektteam der Evaluation; 2016
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Erreichung der
Massnahmen Erwünschte Wirkungen auf Spitäler, Patientinnen/Patienten,
Intendierte Umsetzung (Outputs) Ziele des KVG
KVG-Revision Kostenträger und stationäre Versorgung (Outcomes)
(Impacts)

Reaktionen der Spitäler


Dual-fixe Leistungs- • Finanzierungsanteil Kantone mind. 55% auf erhöhten Kosten- und Änderungen im
finanzierung • Finanzierungsanteil OKP max. 45% Qualitätsdruck: Versorgungssystem:
• Struktur- und Prozess- • Konzentration und Optimierte

Erhöhte Transparenz hinsichtlich Angebot, Finanzierung, Kosten und Qualität


optimierungen Spezialisierung im Spitallandschaft

Stärkung der wettbewerblichen Rahmenbedingungen sowie der Planung


Interkantonal • Bedarfsgerechte Spitallisten
koordinierte, auf • Erteilung der Leistungsaufträge nach • Zielgerichtetere stationären
Qualität und Wirtschaftlichkeit und Qualität Investitionen Versorgungsangebot Eindämmung des
Wirtschaftlichkeit • Optional: Leistungsvereinbarungen • Stärkere Spezialisierung • Mind. gleichbleibende Kostenwachstums
abzielende zwischen Versicherern und und erwünschte Struktur- und in der OKP und im
Spitalplanung Vertragsspitälern Mengenoptimierungen Prozessqualität in der Gesundheitswesen
• Erwünschte stationären Leistungs- Geringeres Wachstum
Leistungsverlagerungen erbringung der Kosten
• Tarifstruktur SwissDRG • Verbessertes Schnitt- • Optimierte Behandlungs- • für stationäre
• Tarifverträge mit wirtschaftlichen stellenmanagement ketten (Effizienz und Spitalleistungen
Leistungsbezogene spitalbezogenen Basisfallpreisen • Stärkere Qualitäts- Qualität) • für den stationären
(Fall-)Pauschalen • Vergütung von Spitalleistungen und anstrengungen Spitalbereich
Investitionen im stationären Bereich • Stärkere Kunden- (Ausgaben Kosten-
ausschliesslich über Pauschalen orientierung träger)
• Verstärkte Kooperationen
mit anderen Leistungs- Geringeres Wachstum Geringerer
• Effektive Vergütung der stationären erbringern der Kosten für die Finanzierungsanteil der
Leistungen aller Listenspitäler durch Erbringung stationärer Zusatzversicherungen, Wahrung des
Erweiterte Spitalwahl Kantone und OKP  Spitalleistungen höhere Anteile der OKP Zugangs zu einer
• Erfüllung der Aufnahmepflicht durch Effizientere Erbringung (Produktionskosten) und der Kantone qualitativ
Spitäler stationärer
hochstehenden
Spitalleistungen
Versorgung für alle
Erweiterte Mind. gleichbleibende
Informiertes Wahl-
Informationsbasis zu Vergleichbare und öffentlich zugängliche Qualitätsorientierte Ergebnisqualität der
verhalten der Patientinnen
Wirtschaftlichkeit und Kosten- und Qualitätsindikatoren Patientenflüsse stationären
und Patienten
Qualität Leistungserbringung

Einflussfaktoren ausserhalb KVG-Revision Spitalfinanzierung:


Demografische Entwicklung, medizinisch-technischer Fortschritt, relevante Änderungen anderer gesetzlicher Rahmenbedingungen, weitere Faktoren

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Quellen vorhandener Gesundheitsindikatoren


• CH:
Bundesamt für Statistik: www.bfs.admin.ch
Schweizerisches Gesundheitsobservatorium: www.obsan.ch
Bundesamt für Gesundheit: www.bag.admin.ch

• International:
Eurostat: http://ec.europa.eu/eurostat/web/main/home
OECD: http://stats.oecd.org
WHO Europe: http://data.euro.who.int/hfadb

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Fachstelle Evaluation und Forschung

Literaturhinweis
• Erarbeitung von Umsetzungsstrategien in sechs Schritten –
Ein Leitfaden von Interface Politikstudien im Auftrag und in
Zusammenarbeit mit der Fachstelle Evaluation und Forschung
des BAG, 2014

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