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Gesäugetumore des Hundes

Stand / Letzte Aktualisierung durch Elisabeth Rieping 24.07.2007

Stichworte: Brustkrebs, Krebsregister, Progesteron, Wachstumshormone, Hormoneinnahme, Hormonersatztherapie, Rinderleukämievirus, BLV, USA,
Hundefutter, Welpenaufzucht, Übertragungswege

Mammatumoren der Tiere


Hunde sollen noch wesentlich mehr Brusttumoren haben als Menschen, und zwar sowohl Brustkrebs bei
gutartige als auch bösartige Tumoren (Moe L 2001). Beim Hund nennt man die Hundehalterinnen
bösartigen Tumoren nicht Brustkrebs, sondern Gesäugekarzinome.
The dachshund ist
Und es ist sehr interessant aus der obengenanten Arbeit zu erfahren, dass es in Norwegen der Dackel zoologisch
sogar ein Krebsregister für Hunde gibt, während wir uns in Deutschland noch schwer mit Teckel
einem solchen für Menschen tun. Auffallend ist dabei die unterschiedliche Anfälligkeit
der Hunderassen (Arnesen K 1995),zu der es auch eine Untersuchung von Egenvall Was man im Deutschen
A2005 gibt, deren Ergebnisse als Volltext im Netz stehen. heute mit Dachshund
bezeichnet soll im
Dackel und Pudel sowie Cavalier King Charles Spaniels, eine mit 9 Kilo - wie Dackel Englischen ein Basset sein.
und Pudel - ziemlich kleine Hunderasse, haben dabei ziemlich wenige tödliche Tumore.
Bevorzugt an Tumoren sterben dagegen Irische Wolfshunde, eine Riesenrasse und der
Berner Sennerhund, ein ebenfalls sehr großer und kräftiger Hund (Bonnett BN 2005).
Verfressene Beagles, die als Laborhunde arterecht gehalten, nicht unters Auto kommen,
sollen als solche ebenfalls viel an Tumoren erkranken, wenn sie alt genug werden.

Ergebniss: Besonders große Hunde scheinen beim Tumorwachstum besonders stark


betroffen zu sein. Groß werden Hunderassen durch die Ausschüttung von
Wachstumshormon. Und die von Progesteron abhängige Ausschüttung von
Wachstumshormon scheint das Wachstum von Brusttumoren der großen Hunde zu
fördern (Mol JA 1996, Mol JA 2000).

Das ist auch für den menschlichen Brustkrebs interessant. Denn auch bei großen Frauen
findet man mehr Brustkrebs als bei kleinen Frauen, wie Frans de Waard und seine

Brustkrebs beim Hund von Elisabeth Rieping 1


Mitarbeiter schon vor Jahrzehnten beschrieben haben, und groß wird der Mensch durch
die künstliche Säuglingsernährung und den Verzehr von viel Milchprodukten, siehe auch
die Brustkrebsepidemie.

Das auch Progesteron zu mehr Brustkrebs des Menschen führt, kam zuletzt durch die
Zunahme von Brustkrebs nach der Propagierung der progestinhaltigen Medikamente
gegen Wechseljahrsbeschwerden zu Tage, und durch den Rückgang der Brustkrebsrate
einige Jahre nach dem Rückgang dieser Verkäufe.

Besonders kleine Hunde wie Chihuahuas haben eine Mutation in dem Gen für den
insulinähnlichen Wachstumsfaktor IGF 1, der verhindert, dass sie wachsen können
(Sutter NB 2007).

Reguliert wird die IGF-1-Produktion durch das Wachstumshormon, von dem oben die
Rede war. Viel Wachstumshormon macht die Hunde groß und fördert das Wachstum von
Brusttumoren, vielleicht über die Ausschüttung von IGF-1. Denn Menschen mit Laron-
Syndrom, die ähnlich wie die Chihuahuas nicht mit IGF-1-Ausschüttung auf
Wachstumshormon reagieren können, bekommen keinen Brustkrebs.[Quelle?]

Beim Laron-Syndrom reagiert der Rezeptor für das Wachstumshormon nicht, der die
Signale für die IGF-1-Produktion weitergibt. Dadurch entsteht ein IGF-1-Mangel und es
fehlen die mit IGF-1 Erhöhung einhergehenden Krebsarten Brust, Eierstock-, Darm- und
Prostatakrebs.

Diskussion

Neu: Wie könnten sich Hunde anstecken?


Dazu erreichte mich ein Tipp von einer Hundebesitzerin. In Dänemark - und vermutlich
auch in Skandinavien - wird schon lange versucht, das Rinderleukämievirus BLV, das
wahrscheinlich das Brustkrebsvirus des Menschen ist, auszurotten.

Da Hunde wesentlich kürzer als Menschen leben, müsste eine durch das
Rinderleukämievirus übertragene Krankheit dann auch aus der Hundepopulation

Brustkrebs beim Hund von Elisabeth Rieping 2


verschwinden. Es sei denn, das Virus könnte sich in dem Hundewirt selbst vermehren und
sich so weiter verbreiten, auf andere Hunde und auf eng mit Hund zusammenlebende
Menschen. Denn ein Hund, der beisst und leckt, ist natürlich ein idealer Überträger für
ein Virus, das mit Körperflüssigkeiten weitergegeben wird.

Aber, wie diese Hundebesitzerin mit dem Nicknamen katziTatzi mich informierte,
kommen sehr viele Hundefutterkonserven aus Nordamerika, und sowohl in Kanada
als auch in den USA sind praktisch alle Rinderherden und ihre Milch mit dem
Rinderleukämievirus BLV infiziert. Und so könnten sich die Hunde an dem aus
Nordamerika kommenden Hundefutter immer neu infizieren, denn der darin enthaltene
DNA-Provirus ist hitzestabil und infektiös, wie schon seit langen nachgewiesen ist
(Rovnak J 1993). Durch Kochen wird das Provirus sozusagen konserviert, weil damit die
DNAsen, die DNA abbauen, zerstört werden.

Auch das mit dem BLV-Virus eng verwandte HTL Virus I kann Brustkrebs auslösen.

Über die Entwicklung von Zytokine produzierenden Mammakarzinomen in transgenen


Ratten, die das pX Gen von HTLV-I tragen, s. Yamada S 1995 und Shikishima H 1997.
Dazu gibt es noch eine Arbeit, leider nur auf Japanisch, s. Shikishima H 2004.

Künstliche Welpenernährung
Künstliche Säuglingsernährung gibt es nicht nur für menschliche Säuglinge und nicht nur
für diese entfaltet sie ihre Schattenseiten. Auch neugeborene Hunde sind betroffen.

„Hundemilch: Muttermilchersatz für Welpen und Kraftnahrung für den ausgewachsenen Hund

Die ersten Tage ihres Welpen sind entscheidend. In den ersten Lebensmonaten besitzen Welpen noch nicht die Fähigkeit, Vitamine zu speichern.
Dieser Muttermilchersatz bietet eine ideale Nahrungsaufnahme bei der mutterlosen Aufzucht und eine optimale Zusatzernährung bei unzureichender
Milchmenge der Hündin. Eine gesunde und prächtige Entwicklung wird möglich.

Diese Hundemilch bietet darüber hinaus auch eine ideale Kraftnahrung für alte und stark beanspruchte sowie geschwächte Hunde. Die inhaltliche
Zusammensetzung bietet ideale Kraftzufuhr und Aufbaumöglichkeiten für Ihren ausgewachsenen vierbeinigen Hausgenossen.

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Zusammensetzung:
Milch- und Molkereierzeugnisse, pflanzliche und tierische Fette, Saccharose, Vitamin-Mineralstoffmischung.“

Das ist nicht meine Ansicht, sondern ein Zitat aus der Hundemilchreklame. Und ich vermute, dass die Hunde über diesen Weg infiziert werden.

Egenvall, A.;Bonnett, BN.;Öhagen, P.;Olson, P.;Hed-hammar, Å.; von Euler, H. Incidence of and survival after mammary tumours in a population of
over 80,000 insured female dogs in Sweden from 1995–2002. Prev Vet Med. Leider nicht im Internet. Muss ich noch besorgen.

Text im Archiv der Library of Congress: http://web.archive.org/web/*/http://www.erieping.de/hund_mammatumor.htm

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