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© ALINA MAKARENKO

Cinema 4D R20 – Es ist Zeit für den nächsten großen Sprung!

Release 20 setzt einen Meilenstein in der Entwicklung von Cinema 4D. Leistungsstarke neue Features, wie zum Beispiel das nodebasierte Materialsystem, die Fields-Technologie für MoGraph, der CAD-Importer oder das volumenbasierte Modeling-Toolset eröffnen Ihnen bisher ungeahnte Möglichkeiten. Es ist Zeit für den nächsten großen Sprung. Mehr Infos unter: www.maxon.net/r20de

2O18

5

ISSN 1433-2620 > B 43362 >> 22. Jahrgang >>> www.digitalproduction.com

Deutschland

17,90

Publiziert von DETAIL Business Information GmbH

Österreich

19,–

Schweiz

sfr 23,–

MAGAZIN FÜR DIGITALE MEDIENPRODUKTION

Workstations

Elf Maschinen im Härtetest – was taugt für Artists?

Neue Tools!

Cinema 4D R20, Fairlight, Nuendo & CineXtools

SEPTEMBER | OKTOBER 05:2018

und vieles mehr!

Flame, Modo, Pro Render, FX Protoyping, Vue

AUSGABE O5:2O18

T äglich grüßt das Murmeltier, und alle

18 Monate das Mooresche Gesetz – wir

haben also unsere Test-Tools (siehe

Bilder) ausgepackt und uns im Workstation- markt umgeschaut – diesmal unter dem Mot- to „Cheap and Cheerful“. Deshalb geht es diesmal nicht um den Performance-Olymp, sondern um Workstations, die der Zahlungs- moral unserer Bankkonten entsprechen. Welch Überraschung – sofort sind wir ins Fluchen geraten. Die Runde wurde leider etwas durch den Heuschrecken-Hype der Cryptocurrenzler ausgebremst. Während - ten – egal wie klapprig – haben die Hersteller natürlich die Füße hochgelegt. Das ist bei den Sommertemperaturen natürlich auch äußerst gesund. Zum Glück haben wir keine Kosten und Mühen gescheut und die Crème de la Crème der bezahlbaren Maschinen für euch orga- nisiert und getestet. Und es folgen einige ausgewählte Modelle in der Januar-Ausgabe. Wäre doch gelacht, wenn man der IT nicht mit Sonderwünschen in den Ohren liegen kann!

Bild: Kalcutta | Dreamstime.com

EDITORIAL

Cover: Filmakademie Baden-Württemberg, Artikel ab Seite 132

Inhalt

22

34

50

INHALT

Elgato Stream Deck

20

Ziggy played Guitar!

72

Das Teil sieht ein bisschen wie ein extrem veraltetes Gameboy-Spiel aus. Die 15 LCD-Tasten können jedoch eine lustige Tastaturerweiterung sein.

Partikelgeneratoren klatschen aufeinander – Stardust versucht sich gegen seine Konkurrenten durchzusetzen.

Bremse Nummer Eins

24

Shading, Lighting & Rendering mit C4D R19

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Wie soll man die Kiste völlig ausfahren, wenn die Tastatur schon holpert? Unser Kandidat für die beste Tastatur 2018!

Und es geht weiter mit der Artikelreihe rund um C4D. Teil 3 der Serie beschäftigt sich eingehend mit dem Thema Shading.

Subscription Based Workstations

28

DaVinci Resolve 15 Fairlight

83

Die Crunchtime ruft, die Rechner brutzeln und umgefallen ist auch schon einer. Und was, wenn man trotzdem noch Rechenpower braucht?

bereits bestehende Software in Version 15 mit ins Allrounder-Paket aufzunehmen – klappt das?

Blackmagic eGPU

34

Flame als visueller Hub

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kümmert, hat BMD ein Herz für enttäuschte Fanboys und stellt Renderpower bereit.

Die Software schüttelt den Staub ab und richtet sich gerade auf, um zu zeigen, dass auch nach 25 Jahren noch Leben in dem alten Knochen ist.

BenQ SW271

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Neue Tools im neuen Toolbag 3

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Da will BenQ sich doch tatsächlich in die bunte Liga der Farbkalibrierung wagen. Ob sie da tatsächlich mitziehen können?

Marmoset Toolbag – einfach und intuitiv zu nutzen. Und mit der Version 3 gibt es weitere neue Tools zum Spielen.

Cinema 4D R20, da tut sich was …

50

Was für eine schöne Vue

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schraubt, was sich immer deutlicher abzeichnet. Spätestens Version R20 hebt jetzt den Vorhang.

Welch wunderbare Aussicht das doch ist! Aber nicht nur für nette Landschaften eignet sich die Software Vue.

Fusion ohne Limit

56

CineXtools von Cinedeck

102

Wie bekommt man den kontinuierlichen Zoom, bekannt aus „Limitless“, hin und welches Setup ist dafür erforderlich?

Dieses ständige Gefummel an Zieldateien und dann auch noch in Windeseile. Dabei können rasch Fehler passieren, die verhindert werden sollten.

Scratch Play Pro: Alles-Player und Transcoder 65

Radeon Pro Render

106

Warum denn bitte noch einer? Assimilate muss seine Gründe dafür haben … ach ja,

Rendering und 3ds Max waren schon immer zwei Begriffe, die sich nicht unbedingt blendend verstehen. Ändert sich das jetzt vielleicht?

Palladio: Brücke zwischen prozeduralen Tools 68

Die Zukunft von Clarisse

110

Jeder will prozedural – da kommt das Open-Source- Plug-in doch gerade gelegen, das die Brücke zwischen der CityEngine und Houdini schlägt.

Wie genau sieht diese eigentlich aus? Hierzu wurde Sam Assadian, der CEO von Isotropix, mal genauer befragt.

AUSGABE O5:2O18

96

102

INHALT

05:2018

138

Rapid FX Prototyping in 3ds Max 2019

114

Workstation-Test 2018

8

Formwandlungen sind in Hollywood-Filmen keine Seltenheit mehr. Und in 3ds Max 2019 geht das ebenfalls.

keiner mehr durch. Wir wollen ein bisschen Licht ins Dunkel bringen.

Shuttle XPC Cube SZ170R6

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VF(usion)X meets Modo

„Der Raytracer rendert nur die Basis, das Finishing kommt in der Post!” – Ganz sicher?

118

Kompaktes Gehäuse schön und gut, doch sollte es auch seinen Zweck jenseits des Schönheitsaspektes erfüllen, oder?

Modo kann da eventuell mehr …

Wacom Cintiq Pro 24 + Xeon Engine

18

Katana schwingt erneut

124

Direkte Eingabe am Display und gleichzeitig Workstation. Stellt sich die Frage, ob das im Sommer die Lüftungsmöglichkeiten nicht sprengt

Ein neuer, innovativer Viewport und der Renderer 3Delight: Damit werden in der

Hewlett Packard Z2 Mini G3

22

Eine vollständige Workstation ist es trotzdem.

Alles neu macht der Mai

126

Das lang ersehnte Nuendo-Update hat bei

DAX Network AV-Workstation

26

vielen Nutzern Freudentränen verursacht. Und das nicht nur, weil es noch kostenlos ist.

Zeitreise gefällig? 40 Jahre nach dem Erscheinen des Originals wird das alte Familienbuch ausgepackt, abgestaubt und eine Vintage- Workstation taucht auf.

Into the Wild

128

WWF, Google, Lenovo and a museum

Lenovo Thinkstation P520c

30

join forces to stop deforestation in the Indonesian rainforest and revitalize it.

an, bevor wir uns der Miniaturvariante im Artikel danach widmen.

Die innere Schönheit zählt

132

Lenovo Thinkstation P320 Tiny

32

Schnitten ihr euch in Acht nehmen müsst, seht ihr im Creature-Playboy-Kalender der Filmaka.

worden, dass er genauso gut in eine Milchtüte passen würde.

Dell Inspiron 7775 AIO

38

Conan is back

138

Dell bringt Abwechslung mit in Form eines AMD-Ryzen-7-Prozessors

Dell Precision 5720 AIO

40

Wir hatten ein Gespräch mit den Machern des aufwendigen Trailers zum Open-World- Survival-Game „Conan Exiles“.

Im freien Fall

142

Wie schön, dass Dell auch gleich eine mehr traditionsbasierende Workstation mitgeliefert hat. Klassisch mit Intel-CPU.

Leben und Tod, Fatalismus und die eigene Realität – alles Themen, mit denen sich

CAD Network Creator

44

ist aber deutlich günstiger. Wo liegt der Haken? Wir vergleichen i7 und Extreme.

SERVICE & STANDARD

Editorial

3

XI Machines Animate C1 Ultra

48

Impressum

6

Was für ein Prachtstück hat die Hamburger Firma zu bieten?

www.digitalproduction.com

Web

Kostenlos auf digitalproduction.com/downloads

Lesestoff zur Ergänzung

bit.ly/dp18_05_Lesestoff

Hardweretestresultat zum Selberschauen

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Limitless zum Selbermachen

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SAE-Workshop

INHALT

05:2018

Flame als visueller Hub

- www.digitalproduction.com/downloads

IMPRESSUM

AUSGABE 05:2018 | 22. JAHRGANG | DIGITAL PRODUCTION

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DIGITAL PRODUCTION erscheint seit Dezember 2016 sechs Mal jährlich. Das Einzelheft kostet EUR 17,90. Das Jahresabonnement umfasst sechs Ausgaben plus das animago Sonderheft.

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Neue Blackmagic Pocket Cinema Camera 4K:

Digitalfilmkamera der nächsten Generation mit dualer nativer ISO, 4/3-Sensor und USB - C-Aufzeichnung

Mit der revolutionären neuen Blackmagic Pocket Cinema Camera 4K haben Sie die neueste Digitalfilmtechnologie buchstäblich in der Hand. Ein 4/3-Sensor, ein Dynamikumfang von 13 Blendenstufen und duale native ISO-Werte bis 25.600 sorgen für atemberaubende HDR-Bilder und eine überragende Low-Light-Leistung! Doch die Blackmagic Pocket Cinema Camera 4K kann noch mehr: Als erste Digitalfilmkamera verfügt sie über einen USB-C-Expansionsport. So können Sie direkt auf leistungsstarke tragbare Speicherträger oder SSD-Laufwerke aufzeichnen.

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FOKUS

FILM & VFX

3D & ANIMATION

INTERACTIVE

DIGITAL ART

SCIENCE & EDUCATION

SERVICE

Als 1978 die erste x86-CPU auf den Markt kam, hat wohl selbst Intel nicht

damit gerechnet, dass man mit den Enkeln der 8O86-CPU Filme schneiden, ja sogar ganze Filmsequenzen komplett digital erzeugen wird. Und fast auf den Tag genau 4O Jahre später gibt es den Workstation-Test 2O18 in der Digital

Production.

J uli 1978, die Plattenfirmen verdienten

mit Musik noch richtig Geld, Industrial

Light and Magic lernte im VFX-Kinder-

garten gerade eifrig Modellbau, und wer damals von 3D-Models sprach, dachte wohl eher an üppige Damen, die sich in prallen Miedern ablichten ließen, als an dürre Wire- frames in monochrom Grün. Welch gewal- tige sozioökonomischen Umwälzungen das Erscheinen eines unscheinbaren ICs mit 40 Beinchen und 16 Bit nach sich ziehen würde, konnte damals wohl niemand erahnen. Noch heute, 40 Jahre nach dem Erscheinen des Intel 8086, befinden sich in den allermeisten Notebooks und PCs die direkten Nachfahren des Urahnen Intel 8086, erkennbar an den letzten zwei Ziffern der Typenbezeichnung x86 Prozessor. 50 Jahre Intel und 40 Jahre Intel-8086-CPU – Zeit, über Moores Law zu sprechen. Denn eigentlich hätte sich nach dessen Kernaussage die Anzahl der Transis- toren und damit einhergehend auch die Re- chenleistung von Computern innerhalb der letzten Jahre verdoppeln müssen. Ein kurzer Blick auf einen Testkandidaten unseres 2016er Workshops und des Nach- folgers aus dem Jahr 2018 zeigt allerdings ein anderes Bild (den Workstation-Test vom letzten Mal können Sie kostenlos auf www. digitalproduction.com herunterladen). So leistete die CAD Network Creator i7 2016 bei Cinebench 15 im CPU-Test 928 und OpenGL- Test 167 Bilder pro Sekunde, das 2018er Model beim CPU-Test 1.415 Punkte und nur 147,37 Bilder pro Sekunde beim OpenGL-Test. Die CPU-Leistung lag also deutlich hinter der für das Zwei-Jahres-Intervall prognostizier- - mance sank die Leistung beim Cinebench 15 OpenGL-Test sogar um 20 Bilder pro Se- kunde. Obwohl beide Rechner im gleichen Preisbereich liegen, scheint es so, als ob die Leistung in den letzten zwei Jahren langsa- - ten sogar gesunken ist. Was ist da passiert?

Zum einen ist der OpenGL-Test von Cine- bench nicht geeignet, die Gesamtperfor-

der Name schon vermuten lässt, wird bei OpenGL getestet. Deswegen haben wir zum V-Ray Rendertest für CPU und GPU (siehe

Abschnitt „Wer misst

Und zum anderen hat vor zwei Jahren noch keiner mit dem ungeheuren Boom

“) verwendet.

RX Vega 56

RX 580 8GB

400

230

260

von Björn Eichelbaum

beim Mining von Cryptocurrency wie etwa Bitcoin oder Ethereum gerechnet. Auf ein- - für Nvidias GTX 10xx und AMDs Radeon 5xx stiegen zum Teil um mehr als das Dop- pelte des ursprünglich vom Hersteller ver- anschlagten Betrags. Hier konnte man das kapitalistische Prinzip von Angebot und Nachfrage ungebremst, in voller Aktion erleben. Wer sich Anfang des Jahres eine neue

670

660

 

600

450

 

350

310

UVP

APR-17

NOV-17

JAN-18

MAI-18

GTX 1070 TI

GTX 1080

700

500

UVP

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560

APR-17

 

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940

740

590

600

NOV-17

JAN-18

MAI-18

Bild: Intel Corporation

AUSGABE O5:2O18

aktuellen PC-Game-Titel wie etwa Far Cry 5 zu spielen, war mit einer paradoxen Si- tuation konfrontiert. Es war tatsächlich bil- liger, sich eine Playstation 4 inklusive Spiel - destanforderungen des Spiels erfüllt. Die Si- tuation hat sich in den letzten Monaten zwar etwas entspannt, die meisten leistungsfähi- überteuert. Wenn man alte Hardware zwei Jahre nach Erscheinen noch immer über dem Original- preis verkaufen kann, warum sollte man sich als Hersteller um die Entwicklung neuer, bes- serer, günstigerer Hardware kümmern? Nvi- dia wird mit den GTX 2080/ 1180er Karten dieses Jahr zwar die Nachfolger der 1080er auf den Markt bringen. Trotzdem beschleicht einen das Gefühl, dass die technische Ent- - ter Zeit nicht so dynamisch verlaufen ist, wie es ohne Crypto-Mining-Boom der Fall gewe- sen wäre. Bei diesen Unterstellungen spielt sicherlich auch die Psychologie eine Rolle. Wen wundert es, die meisten Menschen be- trachten „weniger oder gleiche Leistung für mehr Geld“ nicht gerade als Fortschritt.

Über viele Jahre hinweg gab es bei Perfor- mance-Workstations nur die Wahl zwischen Intel i7 oder Intel Xeon. Diese Situation hat sich mit dem Erscheinen der AMD Ryzen / Threadripper-CPUs grundlegend geän- dert. Zum ersten Mal seit Athlon und Op- teron liefert AMD konkurrenzfähige CPUs, die den i7- und Xeon-Prozessoren von In- tel mächtig einheizen. Bei vergleichbarer Multi-Thread-Performance sind AMDs CPUs meist deutlich günstiger. Das belegt der Dell-Inspiron-AIO-PC eindrucksvoll. Des- sen AMD-Ryzen-i7-1700-CPU belegte beim Multi-CPU-Score von Cinebench 15 mit 1.420 Punkten den zweiten Platz insge- samt. Dieser Spitzenwert ist zwar nicht un- bedingt repräsentativ für die Gesamtper- formance des Systems, gibt aber Hinweise darauf, was im Idealfall möglich ist. Im all- täglichen Betrieb sieht es mit der tatsäch- lich nutzbaren Leistung von AMD Ryzen / Threadripper-CPUs aber nicht immer ganz so rosig aus.

Denn viele Anwendungen und Standardpro- zesse in Windows und besonders Videospiele nutzen nur einen oder zwei Prozessorkerne. Das führt dazu, dass die im Multithread-Be- trieb deutlich überlegene AMD Ryzen mit 8 Kernen und 1.420 Punkten im Cinebench Multi-CPU-Test bei diesen Anwendungen langsamer ist als eine Intel i7 6700 mit vier Kernen und nur 821 Punkten. Ein einzelner Prozessorkern der i7 6700 ist also schneller als ein Prozessorkern der AMD Ryzen. Nur hat die eben doppelt so viele, was sich bei der Multithreadperformance deutlich be- merkbar macht. Wie leistungsfähig ein einzelner Prozes- sorkern ist, wird im Cinebench 15 CPU-Sin- gle-Score-Test ermittelt. Anhand der von der i7-6700-CPU erreichten Punktzahl von 173 beim Single-Core-Test im Vergleich zu den 143 Punkten, die ein einzelner Kern der AMD Ryzen erreicht hat, lässt sich der beschrie- bene Effekt auch anhand von Messwerten nachvollziehen. Es ist also eine gute Idee, sich vor der An- schaffung einer neuen Workstation mithilfe des Resource Monitors einen Überblick über die tatsächliche Auslastung der Prozessor- kerne zu verschaffen. Arbeiten Sie haupt- sächlich mit Programmen, die regelmäßig alle Prozessorkerne nutzen, könnte ein Rechner mit AMD Ryzen / Threadripper-CPU die günstigere und leistungsfähigere Alter- native sein. Zeigt der Resource Monitor bei den meisten Tätigkeiten nur die Nutzung von ein oder zwei Prozessorkernen an, ist eine der aktuellen Intel-i7-CPUs, wie et- wa die i7 8700 oder die limitierte i7 8086, die bessere Wahl. Die sind mit Single Core Scores von über 200 Punkten bei Cinebench 15 im Moment die CPUs mit den schnellsten Einzelkernen. Aktuell verwenden trotz der höheren Multithreadperformance und günstigerer Preise nur sehr wenige Hersteller AMD Ry- zen / Threadripper-CPUs in ihren Worksta- tions. Das ist im Hinblick auf die vom Kunden geforderte Zuverlässigkeit auch verständ- lich. Denn lieber ein paar Euro mehr für eine Workstation mit bewährt zuverlässi- ger Hardware ausgeben, als eine schnelle,

WORKSTATIONS | DER STAND DER DINGE

unheimlich preisgünstige Workstation anzu- schaffen, die ständig Probleme macht. Mit der Dell Inspiron 7775 AlO etwa hatten wir eine Workstation mit AMD-CPU im Test, die im Multithread-Betrieb zwar super lief, auf- - systems aber große Schwächen im Echtzeit- betrieb offenbarte. - triebssystems haben die Hersteller mit den Intel-i7- oder Xeon-CPUs einfach ein paar Jahre mehr Erfahrung, das gibt man nicht so ohne Weiteres wegen ein paar Euro oder Cinebench-Punkten auf. Ich denke, dass wir spätestens nächstes Jahr einige ernst zu nehmende Worksta- tions auf Basis der neuen AMD-Threadrip- per-CPUs mit 32 Kernen sehen werden. Die - zeichnung Threadripper 2990x laufende CPU soll Gerüchten zufolge um die 5.700 Punk- te bei Cinebench 15 erreichen und gegen Mitte / Ende August 2018 verfügbar sein. Man darf schon jetzt gespannt sein, wie Intel darauf reagieren wird.

misst meist Mist, so die alte Weisheit der Experimentalphysiker. Um einen Eindruck von der Leistungsfähigkeit einer Workstation zu erhalten, testen wir diese mit verschiede- nen Benchmark Tools. Wir sind uns im Klaren darüber, dass diese Ergebnisse nicht immer einen reprä- sentativen Eindruck von der tatsächlichen Leistungsfähigkeit einer Workstation geben. Allerdings vermitteln die Testergebnisse in der Summe einen guten Eindruck, in wel- chem Leistungsbereich sich die CPU einer Workstation bewegt, ob die Massenspeicher schnell genug sind, um 4K-RAW-Footage zu übertragen, und ob das Betriebssystem von Diensten und Treibern unbehelligt seinen Tätigkeiten nachgehen kann.

Mit dem quasi Industriestandard Cinebench 15 bestimmen wir zunächst den OpenGL- - kunde angegeben wird. Dieser Wert ist eher für Gaming und Echtzeitperformance über OpenGL relevant. Über den Multi-CPU-Test von Cine- bench 15 ermitteln wir die maxima- le CPU-Performance einer Workstation beim Multithreading. Wie im Abschnitt „Single oder Multi“ erwähnt, spielt auch die Single-Core-Performance eine Rolle. Die wird mit dem Single-Core-Test bestimmt und gibt Auskunft darüber, wie leistungs- stark ein einzelner Prozessorkern ist.

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Einen weiteren CPU-Multithread-Rendertest führen wir mit dem Benchmark Tool V-Ray 1.5 durch, dessen Ergebnisse meist mit de- nen von Cinebench korrelieren. Auch die Rendertest unterzogen. Die Ergebnisse des V-Ray GPU-Rendertests stellen die Leis- - ser dar als der OpenGL-Test von Cinebench, besonders wenn es um das Rendern von 3D-Szenen geht. Sind allerdings veraltete Treiber installiert oder ist das Betriebssystem - te Karte unter ihren Möglichkeiten bleiben. Dies lässt sich anhand der Vergleichswerte nachvollziehen.

Zur Ermittlung der Übertragungsraten von SSD- und HDD-Laufwerken verwenden wir den Systemtest von Aja. Dazu lassen wir den Systemtest mit dem Preset „4K Full“ fünfmal laufen und nehmen das beste Ergebnis der fünf Durchläufe. Ergänzend dazu überprüfen wir die Übertragungsraten bei verschiede- nen Blockgrößen mit Atto Disk. Das Software-Tool „Latency Check“ er- mittelt in drei Testreihen mit je fünf Minuten Dauer die im Betriebssystem auftretenden Latenzen. Vereinfacht dargestellt wird mit dem Latenztest überprüft, wie echtzeitfähig eine Workstation ist. Dies ist besonders im Audiobereich und auch beim Video-Editing von Bedeutung, da hohe Latenzen zu Ausset- zern und Stottern bei Ton und Bildwiederga- be führen können. Verursacht werden diese Verzögerungen meist durch Windows-Diens- te und Hilfsprogramme, die unnötig im Hin- - rierte Treiber oder Hardwarekomponenten, die die Workstation ausbremsen. Eine Workstation mit niedrigen Latenz- werten zu bauen, ist keine einfache Ange- legenheit, da alle Komponenten und Treiber im Zusammenspiel getestet werden müssen und man als Hersteller zugunsten niedriger Latenzwerte auch mal auf einige der popu- lären Cinebench-Punkte verzichten muss. Dafür steigt allerdings die in Echtzeit für Au- dio- oder Videoprozesse nutzbare Rechen- leistung überproportional an. Ein Beispiel dafür ist die DAX-AV-Workstation, deren i7- 8086-CPU in der Spitzenleistung von DAX zwar etwas gedrosselt wurde, dafür stieg al- lerdings die verfügbare Echtzeitleistung im Audiobetrieb deutlich an. Bei einigen Workstations hingegen wurde ein gutes Ergebnis durch die unzureichende -

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AUSGABE O5:2O18

WORKSTATIONS | DER STAND DER DINGE

Videos auftreten, quälen wir jede Worksta- tion mit dem Aida-64-Stresstest. Im ersten Testlauf ermitteln wir über zehn Minuten den Temperaturanstieg, wenn alle Komponenten gleichzeitig unter synthetischer Last laufen. Sollte es thermische Probleme geben, wer- den sie bei diesem Test auftreten. In zwei weiteren Tests überprüfen wir die Tempera- turkurven von CPU und GPU dann einzeln. Tatsächlich kam es bei zwei Testkandida- ten aufgrund von Überhitzung zu einer als Thermal Throttling bezeichneten Drosselung der CPU oder GPU. Das darf bei einer pro- fessionellen Workstation nicht sein, da dies einen Verlust der teuer erkauften Rechen- leistung bedeutet und darüber hinaus die Stabilität und Lebensdauer der Workstation beeinträchtigt. Mal ganz abgesehen vom Lüfterlärm, den die ganze Hitze letztendlich - tung mit ein, denn schließlich hat niemand Lust, den ganzen Tag mit einer lauten Heul- suse zu arbeiten.

dert. Als Beispiel ist hier die Dell Inspiron 7775 zu nennen, die im Bereich Preis-Leis- tung den Spitzenplatz hätte belegen kön- nen. Zwar belegte die Ryzen-5-1700-CPU bei CB 15 den zweiten Platz, allerdings lag 40% unter der zu erwartenden Leistung. Noch deutlicher waren die Einbußen beim Latenztest. Mit 10.692 Mikrosekunden liefert die Inspiron 7775 den höchsten jemals von uns im Latenztest ermittelten Wert. Und der wurde ausgerechnet von einem Dell-Treiber verursacht. Das ist schade, denn eigentlich verfügt der Inspiron 7775 über eine leis- tungsfähige Hardware, die durch das schlecht Videobereich so nicht nutzbar ist.

Zur Überprüfung der Temperaturen von CPU, GPU, RAM, SSDs und Mainboard unter dau- erhafter Vollauslastung, wie sie etwa beim Rendern von 3D-Szenen oder längeren 4K-

Aufgrund der eingangs geschilderten be- - schien es uns wenig sinnvoll, Systeme mit aufzunehmen, da diese in puncto Preis-Leis- tungs-Verhältnis im Moment wenig attraktiv sind. Da sich diese Situation aufgrund der - kartenmarkt auch schnell ändern kann, er- anzuschaffen, wenn sich die Situation auf Mit den beiden All-in-One-PCs von Dell sind zwei Rechner im Testfeld, die sowohl preislich als auch in puncto Display und Aus- stattung eine interessante Alternative zum iMac darstellen. Darüber hinaus haben wir mit dem Wacom Cintiq Pro einen echten Exoten aus dem Bereich Pen-Display-Work- station und mit der Lenovo P320C die wahr- scheinlich kleinste momentan verfügbare Workstation unter den Testkandidaten. Bei den Workstations im oberen Leis- tungsbereich erschien es uns sinnvoller, den zur Verfügung stehenden Platz dazu zu nut- zen, gute Geräte von zuverlässigen Herstel- lern zu testen, anstatt Ihnen eine komplette Auswahl an Mittelmäßigkeit zu präsentieren. aktuellen Workstations von XI Machines, CAD Network und DAX.

Björn Eichelbaum, Ton-Ing. und BA Recording Arts, arbeitet seit 2OO2 freibe-

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Klasse

Performance

Workstation

Workstation

Workstation

Workstation

Cinebench 15 CPU

2.950

1.415

1.409

9.54

1.419

Cinebench 15 GPU

160,71

147,37

165,16

128,33

151,78

Aja Schreiben / Lesen

Geräusch Leer / Last

V-Ray Benchmark

CPU

S 2.184 / L 2.199

++/++

CPU 0:48

GPU 1:06

Intel i9 7940X

S 1.566 / L 1.611

++/++

CPU 1:30

GPU 1:08

Intel i7 8700K

S 1.470 / L 3.142

+++/++

CPU 1:30

GPU 1:30

Intel i7 8086K

S 1.166 / L 2.558

+/++

CPU 2:13

GPU 2:57

Intel Xeon W-2125

S 1.483 / L 2.875

++/+

CPU 1:28

GPU 1:24

Intel i7 8700K

Nvidia GTX 1080 Ti

Nvidia GTX 1080 Ti

Nvidia GTX 1070

Nvidia Quadro P2000

Nvidia GTX 1070 Ti

RAM

64 Gbyte

64 Gbyte

16 Gbyte

16 Gbyte

16 Gbyte

96 /+++

173 /+++

42 /+++

343 /+

164 /+++

Gehäuse/Komponenten

+++/+++

+++/+++

+++/+++

++/++

+++/+++

Display

Speicherplatz

SSD/ HDD

~~~~~

+++

+++

256 Gbyte

+++

256 Gbyte

+(+)

1x SSD 512 Gbyte / 1x HDD 1Tbyte

(bedingt)

+++

256 Gbyte

256 Gbyte

Extras

~

~

2x Thunderbolt I/O

~

~

Preis inkl. MwSt.

5.337,15 Euro

3.558 Euro

2.079 Euro

2.560 Euro

3.201 Euro

Link zum Hersteller

cadnetwork.de

+ Leistung

+ Komponenten/ GPU

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Leistung

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Preis-Leistung

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+ nahezu geräuschlos,

thinkworkstations.com

+ 3 Jahre On-Site-

Garantie

xi-machines.com

+

+ Komponenten /

Leistung

+ Gehäuse / Design

+ Gehäuse / Design

wenn GPU nicht

+ Kühlung

Sicherheit

+ Verarbeitung

+ Verarbeitung

belastet

+ nur einer der 4 RAM-

+ Gehäuse / Kühlung

+ Service

Slots belegt

+ Lüfter schwingungs- entkoppelt

+

Verarbeitung

AUSGABE O5:2O18

Inspiron 7775

Precision 5720

Cube SZ170R6

Z2 Mini G3

Thinkstation

P320 Tiny

ÜBERBLICK | TESTGERÄTE

Cintiq Pro 24“

Dell

Dell

Shuttle

HP

Lenovo

Wacom

AIO-Workstation AIO-Workstation Kompakt-Workstation Kompakt-Workstation

Micro

Tablet-Workstation

1.420

859

950

821 (950 mit i7 7700K)

756

725

84,90

138,11

130,45

113,57

44,77

150,03

S 388 / L 1.331

+/ 0

CPU 1:38

GPU 4:00

AMD Ryzen 7 1700 8 Core

AMD Radeon RX 580

S 1.467 / L 2.775

+/-

CPU 2:24

GPU 4:09

Intel i7 7700

Radeon Pro WX 7100

S 1.890 / L 2.699

0 /-

CPU 2:11

GPU 1:39

Intel i7 7700K

Nvidia GTX 1080

16 Gbyte

16 Gbyte

64 Gbyte

10684 /--

116 / 0

292 /+

++/++

+/0

++/++

++

++

~

-

-

++

256 Gbyte SSD / 1 Tbyte HDD

256 Gbyte SSD

512 Gbyte NVMe/1 Tbyte SSD / 10 Tbyte HDD

-

-

5-1/4-Slot frei für opti- sches Laufwerk oder HDD

~

~

vielfältige Anschluss- möglichkeiten

1.849 Euro

dell.com

2.697 Euro

dell.com

3.499 Euro

shuttle.eu/de

S 1.460 / L 2.658

++/+

CPU 2:36

GPU 6:25

Intel i7 6700

Nvidia Qaudro M 620

S 1.431 / L 2.652

0 / 0

CPU 2:48

GPU -

Intel i7 7700T

Nvidia Quadro P 600

S 942 / L 1.399

+++/++

CPU 2:59

GPU 2:12

Intel Xeon E3 1505v6

Nvidia Qaudro P 3200

16 Gbyte

16 Gbyte

32 Gbyte

196 /++

139 /++

430/+

++/+

++/++

+(+)/+

~

~

+++

++

-

0

256 Gbyte

256 Gbyte

256 Gbyte

M.2-Slot für zweite SSD frei

4x Displayport

1.223 Euro

hp.com

Speichererweiterung

4x Displayport

1.707,81 Euro

thinkworkstations.com

Kassette austauschen

Pro Pen 2 / Express Remote Controller

Preis Cintiq Pro 24 2.149,90 Euro Preis Cintiq Pro Engine ca. 3.549 Euro

wacom.com/de

+

Preis-Leistungs-

+ Leistung pro cm³

+

Design / Formfaktor

+ Gehäuse

Verhältnis

+ Touchscreen optional

- Lüftung unzureichend

- Windows 7

+ Leistung pro cm³

Funktionen

+

Display

- Lüftung unzureichend

- Thermal Throttling

+ Installations-

+ Intuitives Arbeiten

- Display nicht

- Thermal Throttling

3-10 %

möglichkeiten

- zwei Netzteile

höhenverstellbar /

3-5 %

+ Service-Leistungen

- Preis Cintiq Pro

keine vertikale Aufstellung möglich

- USB/DP/HDMI schwer zugänglich

Engine

- Hardware-Auswahl im Vergleich zum Inspiron 7775 unterlegen

~ = Nicht zutreffend

2018

// 3D ANIMATION // VISUAL EFFECTS // // VISUALIZATION // DESIGN //

animago AWARD 2017, Kategorie ‚Illustration‘, „Crocodrile“, Stefan Kang (Chun Yih), The United States

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Shuttle XPC Cube

SZ170R6

Shuttle war einer der ersten Hersteller, der mit seinen kompakten Gehäusen bewies, dass auch Windows PCs schick sein können und es jenseits von Big- und Midi-Towern noch andere Formfaktoren gibt. Doch sind die bewährten Shuttle-Gehäuse noch in der Lage, die immer größeren Wärmemengen aktuel-

ler CPUs und Grafikkarten zu bewältigen?

D er Versandkarton des Shuttle XPC ist

nur unwesentlich größer als der Rech-

ner selbst und lässt sich aufgrund des

Plastikgriffs auch gut zum Transport verwen- den. Trotz der relativ kleinen Verpackung scheint das Gehäuse während des Transports

gut gegen Stöße und mechanische Belastun- gen geschützt zu sein. Bereits beim Auspa- cken spürt man am Gewicht des Rechners, dass Shuttle den XPC Cube äußerst reich- haltig mit Hardware ausgestattet hat. Obwohl er von den Abmessungen her einer der kleinsten Rechner im Testfeld ist, verfügt er von allen Rechnern über die umfangreichste Ausstattung. Wie bei den großen Workstations gibt es eine GTX- - ger CPU-Power, dafür aber wesentlich mehr SSD/HDD-Speicher.

Gehäuse

Von außen präsentiert sich das Gehäuse des XPC Cube elegant und edel wie eh und je. Die verchromte Zierleiste hebt sich fein vom Blech aus schwarzem Aluminium ab und

Einsatz im Konferenzsaal, bei der Kunden- - dia- und Zock-Center im Wohnzimmer. geht es eng zu. Um einen Blick auf alle dicht gepackten Komponenten zu erhalten, muss man von allen Seiten genau hinschauen. Die CPU wird nicht über einen normalen CPU-Kühler gekühlt, sondern über ein Heat- pipe-Element, das zu einem größeren, aktiv über Lüfter gekühlten Aluminium-Kühlkör- per an der Rückseite des Gehäuses führt. Für einen normalen CPU-Kühler wäre auch gar und Sata-Stecker in unmittelbarer Nähe des CPU-Sockels angebracht sind, seitlich dane- ben die nicht gerade kompakte Asus 1080 verbaut ist. ist nur ein/zwei Zentimeter vom Gehäuse- blech entfernt. Hinzu kommt noch, dass es keinen direkten Weg nach außen gibt, was dazu führen könnte, dass die gut 275 Watt Wärmeleistung der GPU nicht schnell genug

von Björn Eichelbaum

aus dem Gehäuse transportiert werden und es zu heiß zum Rechnen wird.

Ausstattung

kann in Anbetracht der Größe des Gehäu- ses nur als opulent bezeichnet werden. Ir- gendwie hat Shuttle es geschafft, neben der Gehäuse zu pressen und dabei den 5¼-Zoll- Slot für ein optisches Laufwerk oder eine weitere Festplatte noch freizuhalten. Es wird gemunkelt, dass sich tief im Gehäuse noch ein Netzteil versteckt hält. viermal USB 3.0 plus zweimal USB C ein reichhaltiges Schnittstellenangebot. Und an USB 2.0, ein USB Charge Input und Audio- Ein- und -Ausgänge, um unkompliziert ex- terne Festplatten oder Peripherie anschlie- ßen zu können. In einem transparenten Gehäuse vorkommenden Schrauben, und eine Tube mit Wärmeleitpaste ist auch noch dabei.

Leistung

erreicht die Intel i7 7700K einen guten Wert, Cinebench OpenGL-Test deutlich unter ihren DAX-Workstation verbaute 1070 lieferte - test ist die im Shuttle XPC Cube verbaute - samer als die eigentlich unterlegene 1070, in der DAX-Workstation. Ein erster Hinweis auf die Leistungsein-

AUSGABE O5:2O18

der GPU. Im weiteren Verlauf stiegen die stetig an, die GPU wurde aufgrund der ho- hen Temperaturen um bis zu 12% herunter- geregelt. Die Lüfter des Shuttle XPC Cube waren bereits im Leerlauf hörbar. Während der Benchmarks und des Stresstests wurden die Lüftergeräusche dann laut mit unangenehm klingenden, unregelmäßig auftretenden Heulern. Das ist auf Dauer am Arbeitsplatz nur schwer zu ertragen und bei Präsenta- tionen oder im Wohnzimmereinsatz schlicht - - sprechend großes Loch ins seitliche Blech zu stanzen, um der heißen Luft so einen direkten Weg aus dem Gehäuse zu bahnen. Auch das Auslagern des Netzteils kann die

Temperaturen im Gehäuse deutlich senken, was man am Beispiel der beiden Dell AIO- PCs (siehe Seite 38) deutlich erkennen kann. Versöhnlich stimmt da die Leistung der - XPC mit eine der schnellsten. Die norma- Schreiben und 507 Lesen die zu erwar- tenden Werte. Und auch die mechanische unnötigen Dienste im Hintergrund und mit - rupt to Process liegt der Shuttle XPC für den Videoeinsatz im akzeptablen Bereich.

SHUTTLE | XPC

Shuttle XPC Cube SZ17OR6

Hersteller

Shuttle

Preis

3.499 Euro

Internet

www.shuttle.eu/de

Technische Daten:

i CPU

Intel Core i7-77OOK

i RAM

64 Gbyte

i SSD/HDD

SSD 512 Gbyte + 2,5“ SSD 1 Tbyte + 3,5“ HDD 1O Tbyte

i

i

i Ports

2 x HDMI 2.O,

2 x DisplayPort

i 6 x USB 3.O, 2 x USB 2.O,

RS-232-Anschluss

i

Fazit

Die opulente Ausstattung wird dem Shuttle XPC thermisch zum Verhängnis. Das Ge- häusekonzept des Shuttle XPC, das auf Heatpipe-Kühlung mit räumlich getrenntem Kühlkörper setzt, ist den Kühlanforderungen der Nvidia GTX 1080 und des Intel i7 7700K nicht mehr gewachsen. Was zum einen dazu führt, dass die Leistung der teuren Hardware auf Dauer nicht voll ausgeschöpft werden kann. Zum anderen ist der durch die Lüfter entstehende Geräuschpegel am Arbeitsplatz nicht akzeptabel. Wenn Sie einen Shuttle XPC kaufen möchten, überlegen Sie sich, ob CPU im Hinblick auf thermische Stabilität und Preis-Leistung für Ihren Anwendungs- bereich nicht sinnvoller wären. Wenn Sie mehr Leistung bei weniger Lüftergeräusch möchten, werden Sie um eine Workstation mit einem größeren Gehäuse mit mehr Küh- lungsreserven nicht herumkommen. › ei

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Wacom Cintiq Pro 24 + Xeon Engine

Die unmittelbare Eingabe am Computerdisplay mit Fingern und Gesten funk- tioniert in vielen Fällen zwar ganz gut, allerdings fehlt es oft an Präzision und man vermisst die gewohnten Tastaturbefehle. Die Cintiq Pro bietet eine Kombination aus Display und Workstation, die sich mithilfe eines Eingabestifts und der frei konfigurierbaren Express Remote sowohl intuitiv als auch präzise

bedienen lässt.

von Björn Eichelbaum

B ei der Cintiq Pro von Wacom handelt

es sich um ein sogenanntes Pen Dis-

play mit separater Recheneinheit, die

in einer Kassette untergebracht ist. Um das Wacom Cintiq Pro Pen Display in eine voll- wertige Workstation zu verwandeln, braucht man nur die Kassette in den dafür vorgese- henen Einschub auf der Rückseite einsetzen. Will man das Pen Display an einem anderen Rechner nutzen, entfernt man die Kassette einfach und schließt das Display an einen Mac oder PC an. Das Pen Display und die in der Kassette untergebrachte Recheneinheit werden in se- paraten Kartons mit Kabeln, Express Remote sowie Stift und Halter angeliefert. Sowohl das Display als auch die Recheneinheit brin- gen ihr eigenes Netzteil mit und verfügen über eigene Power-Schalter.

Display

- - me, weich-raue Haptik mit guter Entspie- zum Display – der typische Arbeitsabstand - timeter – wirkt die Darstellung stets fein gutem Kontrast. Praktisch: Die beiden etwa sind magnetisch und erlauben ein freies Platzieren von Stifthalter, Express Remote

- Antippen, zweimal tippen entspricht einem Aufsetzen der Stiftspitze und Aufziehen des Areals aus, der Taster am vorderen Ende des Stiftes dient als rechte Maustaste. Über das Hand-Symbol am rechten obe- ren Displayrand wird zwischen Touch- und und Wischgesten, so wie beim Smartphone oder Tablet. Das funktioniert ebenso gut wie auf den meisten Tablets oder Smartphones, allerdings muss man sich erst an das große - - zu, den Arm aufzulegen, was gelegentlich Pen-Mode wechselt, kann man ohne Pro- - kennt nur noch die Stifteingaben. Texteingabefeld, wird am unteren Bildrand automatisch ein Tastaturfeld eingeblendet – wie bei einem Tablet. Und genau wie beim Tablet kann man mit dem Tastaturfeld Pass- verfassen. Alles, was darüber hinausgeht, wird schnell mühsam. Mit 17 frei programmierbaren Tasten so- wie einem Datenrad ist die sogenannte Ex- mit dem auf dem Display dynamisch ein- geblendeten Radialmenü in der Lage, eine Vielzahl an Kurzbefehlen direkt aufzurufen. Die untere Rückseite des Display ist übri-

Schreibtisch haftet. Darüber hinaus kann das Display über zwei ausklappbare Standfüße werden, was einen angenehmeren Blickwin- - lung des Display bietet der gegen Aufpreis

Ausstattung

Die eigentliche Workstation-Hardware ist - se untergebracht und wird über ein eigenes Netzteil mit Strom versorgt. Wacom hat mit - - wareausstattung in die kompakte Kassette gepackt. An der linken und rechten Seite Anschlüsse und ein SD-Card-Reader. Die

Leistung

Da man auf der Cintiq Pro wohl kaum - unbedingt notwendig. Trotzdem ist für ein menschenwürdiges Arbeiten ein Mindest- maß an Rechenpower notwendig, und das Punkten beim Cinebench Multi-CPU-Bench-

AUSGABE O5:2O18

CPU-Benchmark auch. Damit ist die CPU zwar die langsamste im Testfeld, für die typischen Einsatzgebiete der Wacom Cintiq Pro sollte die Leistung allerdings ausreichen. Arbeitsspeicher steht also für die allermeisten - Platz für Betriebssystem, Applikationen und Programmbibliotheken und ist mit Schreib- - manden bei der Arbeit aufzuhalten. Da die Wacom Cintiq Pro nicht für Audio Lüftungsschlitzen am oberen Rand des Dis- plays zu entweichen. Mit zunehmender Aus- kann das allerdings anstrengend werden, da viel lauter und die Temperaturen von CPU und - ser Stelle die unmittelbare Bedienung über

Wacom Pro Engine

WACOM | CINTIQ

-

Hersteller

Wacom

-

Preis Cintiq Pro 24

2.149,9O Euro

Preis Cintiq Pro Engine ca. 3.549 Euro

dem Stift fast so an, als ob man mit einem

Internet

www.wacom.com/de

Bleistift auf leicht grobem Papier zeichnet.

Technische Daten:

CPU

Intel Xeon E3 -15O5M

RAM

32 Gbyte, SSD/HDD

Dicke des Stift- oder Pinselstrichs. Diese Art

512 Gbyte SSD

Minuten verinnerlicht. Die Lernkurve für das Aufrufen von Kurzbefehlen über das Radial-

Display

6 Gbyte Wacom Cintiq 24“

menü und die Taster der Express Remote ist da schon etwas steiler. Ab November soll es

Pen Display

- Plane Orientation etc. bietet.

Ports

1 x USB-C, 1 x HDMI, 1 x Displayport, 4 x USB 3.O, 2 x USB A/einer belegt

Fazit

 

Display

Bereits nach wenigen Minuten an der Wa-

Pro Pen 2 / Express Remote

com Cintiq Pro hat man vergessen, dass

man eigentlich an einem Computer sitzt.

Die Bedienung und Dateneingabe über den

Preis Cintiq Pro Engine

- - wenigen Stunden an der Cintiq Pro neigt man dazu, auch andere Rechner am Dis- play anzufassen, und wundert sich, dass Display allein ist aufgrund der einzigartigen Bedienung und der guten Darstellungsquali- Cintiq Pro Engine erscheint angesichts der Leistung und der Tatsache, dass man sie nur gemeinsam mit dem Cintiq Display betrei- -

Egal ob allein als Display, in Kombination mit der Rechenkassette oder einem anderen - bei denen viele Punkte und Linien sehr genau, aber auch sehr gefühlvoll gezeichnet werden in einem getrennten Test. › ei

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Elgato Stream Deck

Eine kleine Kiste mit Tasten, die Monitore sind – und die Tastatur erweitern! Entdeckt habe ich Stream Deck, als ich Video-Tutorials aufnehmen wollte und passende Software recherchiert habe. Stream Deck wird von Elgato verkauft, die für ihre Game- und Video-Capture-Karten bekannt sind. Ich benutze es zusammen mit OBS Studio, einer kostenlosen Open-Source-Software für Vi- deoaufnahmen und Livestreaming, welche sich im Vergleich zu kommerziellen Lösungen nicht verstecken muss (ein echter Geheimtipp: obsproject.com). Die

14O Euro haben mich schon überlegen lassen, ob ich das wirklich brauche, aber

wie gesagt, ich wollte sowas schon immer mein Eigen nennen.

von Olaf Finkbeiner

SERVICE

Z unächst mal die Hardware: Stream

Deck hat 15 LCD-Tasten und wird

über USB angeschlossen. Die kleine

Kiste macht einen sehr soliden Eindruck, wiegt ca. 150 Gramm, das Kabel ist ca. 1,4 Meter kurz. Dazu kommt noch ein justier- barer Plastikständer (44 Gramm), der schon etwas schwächlich, dünn und wackelig ist. Aber nichts, was nicht mit Tape und einem Stein als Gewicht verbessert werden könn- te. Die Tasten sind auch nicht mechanisch, sondern etwas wackelig und haben einen sehr sonderbaren Druckpunkt. Wenn nicht genau die Mitte getroffen wird, kann es auch

gerne zweimal auslösen. Aber ich habe mich schnell daran gewöhnt und benutze die Tas- ten ja auch nicht zum Zocken. Die Mini-Dis- plays haben jeweils eine Auflösung von 72x72 Pixeln und sind auch nichts Besonde- res, tun aber den Job. Für MMORPG-Gaming ist das Ding jedoch nicht zu gebrauchen, wer da Pläne hegt. Ich würde sagen, es ist ma- ximal Semiprofiqualität, aber für den Preis schon völlig ok.

Software

Die Stream-Deck-Software, hier in Version 3.1 (22.6.2018), bekommt regelmäßige Up- dates (hier Win10), es gibt aber auch eine Version für Mac OS 10.11. Einige Programme werden sozusagen nativ unterstützt – Ac- Keyboard-Hotkeys, sondern sie sind per API verbunden. So kann ich zum Beispiel in mei- ner 3D-Software arbeiten und die Aufnahme des Videos starten oder beenden, ohne OBS im Fokus zu haben. Als da wären: Game Capture (die Elga- to-eigene Capture-Software, die mit ihren Capture-Karten zusammenarbeitet), OBS Studio, Streamlabs und OBS Streamlabs, die weit verbreiteten Open-Source-Strea- ming-Programme und XSplit, was im vollen Funktionsumfang jedoch nicht kostenlos ist. Mixer, der Windows XBox-Streaming- dienst, Twitch, Twitter und Youtube werden auch unterstützt, dabei meldet sich die Soft- ware z.B. mit einem Twitter-Account an und

per Knopfdruck können vorgefertigte Nach- richten abgesetzt werden.

Praxis

Ich benutze Stream Deck beim Aufneh- men von Houdini-Video-Tutorials (You- tube-Channel: bit.ly/olaf_houdini). Das macht deutlich mehr Arbeit, als man denkt. Ich hatte insbesondere keine Lust, diese Vi- deos dann noch editieren zu müssen, einen Titelscreen und Abspann anzufügen oder Overlays im Nachgang einzublenden. Meine Tutorials sind sozusagen Live-Performances mit allen Fehlern und Husten drin, wenn ich nicht schnell genug die Mikrofon-Mute-Taste auf dem Stream Deck drücke. OBS läuft dabei auf dem zweiten Monitor und ich kann auf dem ersten in Ruhe Houdini bedienen. Dazu habe ich mir eine Aufnah- me-Start/Stop-Taste erstellt und Tasten für den Titel, Abspann und andere Folien oder Overlays, die ich zeigen will, und eben „Mute Mikrofon“.

AUSGABE O5:2O18

Tastendeko

Die Bilder für die Keys können auf einer Webseite von Elgato mit dem Key Crea- tor oder in einer beliebigen Bildbearbei- tungs-Software erstellt werden. Den Tasten können zwei Versionen für „An“ und „Aus“ zugewiesen werden. Animierte .gif-Dateien gehen jetzt auch – ich bin begeistert, kleine Kiste mit blinkenden Tasten, just wow. Der Aktion zugewiesene Bildchen können dann in der App mit Text ergänzt werden.

Belegung

Fünfzehn Tasten ist ja erst mal nicht viel, sollte man denken. Sind sie aber doch, denn es gehen geschachtelte Sub-Ebenen, die über eine Taste angesprochen werden. Es gibt also den Ordner „Links“ und in diesem dann entweder weitere Ordner oder Ver- knüpfungen zu irgendwelchen Webseiten (Shotgun-Interface). Damit aber nicht ge-

zugewiesen werden können – zum Beispiel dass sich in Premiere ebenso andere Short- cuts und Abläufe öffnen lassen wie in Hou- dini. Oder andersherum. Und hier ist der Fantasie keine Grenze mehr gesetzt. Wer sehen will, wie hier eine Obsession aussieht, kann jetzt in Autohot- key einsteigen (was wir empfehlen können, weil es unglaublich praktisch ist: autohot- key.com). Wer will, kann sich stundenlang damit beschäftigen, ein Setup zu basteln. Mir reichen die Bordmittel eigentlich völ- lig aus, aber hier ein empfehlenswertes Video von Linus Tech Tips zum Thema:

bit.ly/macropad. Neu in Version 3.1 sind Multi Actions – das sind Makros. Aktionen können per Tasten- druck automatisch hintereinander abgespielt werden – zwischen jeder Aktion kann auch - ständlich ist es jedoch, Keystroke-Makros zu erstellen, da jeder einzelne Tastendruck eine eigene Aktion ist – aber immerhin geht es jetzt.

HARDWARE | ALTERNATIVE EINGABEGERÄTE

Ein Soundboard gibt es auch noch, mit dem können .mp3- und .wav-Files ge- triggert werden. Webseiten öffnen sich direkt im Browser. Applikationen oder Dateien können gestartet werden. Und ganze Textfragmente können abgespielt werden. Mit der Hotkey-Switch-Aktion können zwei Hotkeys abwechselnd einer Taste zugeordnet werden. Und ein Timer ist auch vorhanden. Zudem schaltet sich Stream Deck jetzt auch von selbst nach einiger Zeit bei Nichtbetätigung aus, ein Kritikpunkt aus der User Communi- ty. Überhaupt habe ich das Gefühl, dass Elgato hier wirklich zuhört und immer wieder gute neue Features hinzufügt. Also nicht davon abhalten lassen, Stre- am Deck auch zum Steuern von Schnittpro- grammen oder in der 3D-Software deiner Wahl einzusetzen. Wobei ich leider nicht sagen kann, nach wie vielen Betätigungen die Tasten ihren Geist aufgeben. Aber für man auch deutlich mehr hinblättern.

Das kleine Geschwisterchen

Zwischen Test und Druckabgabe hat Elgato noch eine kleine Version des Stream Decks herausgebracht, das Stream Deck Mini – dieselbe Software und Steuerung, dieselben Möglichkei- ten, aber nur sechs LCD-Tasten und für 100 Euro verfügbar. Wer also nur sehr eine Möglichkeit, 40 Euro zu sparen. Und aus Gründen, auf die wir nicht eingehen wollen, ist der Hersteller mittlerweile Corsair – bekannt durch Tastaturen. Die haben die Gaming- / Streaming-Sparte von Elgato im Juni übernommen – an den Produkten ändert sich jedoch laut Corsair nichts, aber Makro-Steuerungen und Makro-Rekorder von Corsair könn- ten – unserer Meinung nach – durchaus gerne in Richtung Stream Deck wandern.

Fazit

Ich mag die kleine Kiste mit den kleinen Tasten, die klein blinken. Beim Aufzeichen hilft es enorm, und wenn man in Makros und Hotkeys einsteigt, hat man hier das ultimative Gerät für fast alles, was man sinnvollerweise machen können will. Und damit das klar ist, ich hab es mir selbst ge- kauft, bin ja auch kein Youtube-Star! › ei

Olaf Finkbeiner arbeitet als Senior Consultant im Automobilbereich. Er verfügt zudem über langjäh- rige Erfahrung im Bereich 3D-Visualisierung. Nach Jahren der Praxis, hauptsächlich mit 3ds Max und VRED, hat er in Houdini und mit Mantra seine neue 3D-Software- und Renderer-Heimat gefunden.

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Hewlett Packard Z2 Mini G3 Workstation

Die Zeiten, in denen das Wort Workstation Synonym für geschmacklos klobige Big Tower in Rentnerbeige war, scheinen endgültig vorbei zu sein. Mittlerweile bieten auch die großen Computerhersteller wie Hewlett Packard kompakte Workstations für einen weiten Anwendungsbereich an, die dabei sogar optisch

noch etwas hermachen.

von Björn Eichelbaum

U nd auch bei den Tugenden Ausdau- er und Stabilität hat Hewlett Packard offenbar nichts dem Zufall überlassen

und die Workstation Z2 Mini G3 nach eige- nen Angaben im Härtetest über 368.000 Stunden gnadenlos an die Grenzen getrie- ben. Bei einer seriellen Teststrecke entsprä- che das einer Testdauer von etwa 42 Jahren. Ein kurzer Blick ins Gehäuse genügt aller- dings, um festzustellen, dass bei HP offenbar parallel getestet wurde – auf dem Mainboard sind weder Röhren noch große Transforma- toren zu finden.

Gehäuse

Angeliefert wurde die HP Z2 Mini G3 in einem stabilen Pappkarton mit Kunststofftragegriff, der das kompakte Computergehäuse mit haltbaren Schaumstoffelementen gut gegen Transportschäden schützt. Um die Z2 Mini G3 in Betrieb zu nehmen, muss sie nur aus- gepackt, das Netzteil eingesteckt, Monitor und Keyboard /Maus angeschlossen werden – fertig. Dank integriertem Wireless LAN und Bluetooth-Konnektivität können Sie die Z2 Mini G3 über die genannten Schnittstel- len allerdings auch drahtlos betreiben. Der Gehäusedeckel lässt sich einfach lö- sen und wieder schließen und gibt den Blick auf das größte Element im Gehäuse frei, den und es ist noch Platz für ein zweites M.2-Mo- dul. Der CPU-Lüfter ist über ein Scharnier mit dem Mainboard verbunden und lässt sich ganz einfach per Hand hochklappen, um so an die darunter liegenden RAM-Slots zu ge- langen, von denen einer noch frei ist.

Ausstattung

Als Rechenzentrum hat Hewlett Packard im Testmodell eine etwas betagte Intel i7 6700er CPU verbaut. Optional stehen gegen Aufpreis auch aktuellere CPU-Modelle wie etwa die i7 7700er und sogar Xeon-CPUs zur Verfügung. Mit den 16 Gbyte RAM-Spei- cher sollte die kleine Workstation auch für größere Projekte über genügend Kapazi- tät verfügen. Wenn es doch etwas mehr

RAM-Speicher sein soll, ist im zweiten Slot noch ein Plätzchen für weitere 16 Gbyte und so insgesamt 32 Gbyte RAM frei. Auch der schnelle interne Massenspeicher kann über einen zweiten, freien M.2-Slots einfach nur mithilfe eines Schraubendrehers montiert werden. Das ist meines Wissens nach jedoch das einzige Werkzeug, das man benötigt; al- le übrigen Elemente lassen sich ohne zusätz- liches Werkzeug montieren. M620 verbaut, an der sich über die vier Dis- playports bis zu sechs Monitore gleichzeitig betreiben lassen – vier native und zwei zu- sätzliche in Reihenschaltung. Darüber hinaus ist an der linken Seite und an der Geräte- rückseite das übliche Angebot an 4x USB 3.0 und Gigabit LAN vorhanden. Bevor wir zur Leistungsanalyse überge- hen: Wir hätten die Z2 auch mit den ak- tuelleren Chips testen können, hätten wir

den Workstationtest eine Ausgabe (also zwei Monate) später gemacht – das Update steht laut HP bereits mehr oder minder in den Startlöchern – war aber im Testzeitraum leider einfach noch nicht verfügbar.

Leistung

Dass man von der Intel-i7-6700-CPU im Vergleich zu den aktuellen i7 7700ern kei- ne Wunder erwarten darf, ist klar. Erwar- tungsgemäß lieferte sie im Cinebench 15 CPU-Score 821 Punkte und mit 2:36 Minu- ten auch im V-Ray CPU Benchmark keine ungewöhnlichen Werte. Mit einer i7 7700 wären geschätzt in etwa 950 Punkte mög- Cinebench OpenGL-Test immerhin 113,57 Bilder pro Sekunde auf das Display, benö- tigte allerdings 6:25 Minuten für das Ren- dern des V-Ray GPU-Tests. Wie öfters bei

AUSGABE O5:2O18

- te leidet die V-Ray GPU Render Performance offenbar unter dem 2 Gbyte großen Speicher Die relativ kurz laufenden Performance Benchmarks brachten die Lüfter der HP Z2 Mini nicht in Verlegenheit, alles blieb weitest- gehend ruhig und die Geräuschentwicklung minimal. Und auch beim Aida-64-Stresstest von CPU und GPU dauerte es knapp vier Minuten, bis die Lüfter bei voller Drehzahl angelangt waren. Dann waren sie allerdings deutlich hörbar. Nach weiteren drei/vier Mi- nuten hatten sich die Temperaturen der CPU zwischen 80° und etwas über 90° C einge- pendelt, die Temperatur im Gehäuse lag bei etwa 47° C. Das ist zwar erhöhte Tempera- tur – damit kann man aber noch zur Arbeit gehen! Man darf in diesem Zusammenhang nicht außer Acht lassen, dass es sich beim Stresstest von Aida 64 um eine synthetische Last handelt, die die CPU und GPU zu je- dem Zeitpunkt voll auslastet. Dass es dabei nicht zu Thermal Throttling kam, lässt darauf schließen, dass die Kühlung der Z2 Mini für alle Praxisaufgaben ausreichend ist. die auf den klangvollen Namen „HP Z Turbo Drive“ hört und bei 4K Full Schreibraten von 1.460 Mbyte und Leseraten von 2.658 Mbyte pro Sekunde im AJA-Systemtest erreicht. Im Atto-Disk Benchmark konnten wir sogar Le-

seraten von über 3.200 Mbyte pro Sekunde Als Betriebssystem war auf unserem Testrechner Windows 7 64 Professional ins- talliert – es besteht aber auch die Möglich- keit, die Z2 Mini G3 mit einer aktuellen Win- dows-10-Version zu bekommen. Windows 7 64 Bit ist zwar ein bewährtes OS, Win- dows 8.1 sollte es aber aufgrund zukünftiger Support-Unterstützung schon sein. Hinzu kommt noch, dass ein Online-Update auf Windows 10 nicht die optimale Lösung für ein schnelles, schlankes System ist. und die erzielbaren Latenzwerte lagen mit um die 190 Mikrosekunden im grünen Be- reich, auf ungefragt im Hintergrund laufen- de Systemoptimizer hat man bei Hewlett Packard offenbar verzichtet oder sie agieren sehr unauffällig. Dabei ist die Z2 Mini G3 für die folgenden Anwendungen von den Her- MicroStation, Inventor, Solidworks und Solid Edge Revit.

Fazit

Mit der Z2 Mini G3 hat Hewlett Packard eine äußerst kompakte Workstation mit interessantem Design und Formfaktor im Programm. Mit einer etwas zeitgemäßeren CPU-Ausstattung wie etwa dem i7 7700 ist

HP Z2 Mini G3

HP | Z2 MINI G3

Hersteller

Hewlett Packard

Preis

1.223 Euro

Internet

www8.hp.com/de

Technische Daten:

i CPU

Intel i7 67OO

i RAM

16 Gbyte

i SSD/HDD

256 Mbyte HP Z Turbo Drive

i

i

i Ports

4 x Displayport

i

i

3 Jahre Garantie

Gesamtpaket

Windows 7

2 x USB 3.O 4 x Displayport 1.2

die Z2 Mini G3 leistungsmäßig auf der Höhe der Zeit, aber nur unwesentlich teurer als performt in den meisten Anwendungsszena- rien gut und leistet sich keine Schwächen. Lediglich im Bereich Lüftung /Kühlung wäre ein wenig mehr Spielraum wünschenswert, wenn auch nicht unbedingt notwendig. Da- her ist sie für einen weiten Kreis von Anwen- dern im Content-Creation-Bereich attraktiv, die eine kompakte Workstation mit guten Anschlussmöglichkeiten für Multi-Moni- tor-Setups – etwa in der 2D und redaktio- nellen Bildbearbeitung – benötigen. Dabei ist die Z2 so klein, leicht und kompakt, dass man sie ohne Weiteres nach der Arbeit mit nach Hause oder ins Handgepäck nehmen kann, wenn man zur Messe oder zur Kunden- als Gepäck aufgeben möchte. Dass Zorros Zigarrenkiste sowohl auf dem Schreibtisch als auch am Messestand oder im Handge- päck auch noch eine gute Figur macht, stört wahrscheinlich niemanden. › ei

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Bremse Nummer Eins

Wie interagieren wir meistens mit dem Rechner? Wer nicht bequem am großen Grading Panel sitzt, verbringt den Tag

mit den Pfoten an der Tastatur – und entgegen den Erwartungen tut sich hier in letzter Zeit viel. Wir stellen deswegen eine etwas unbekannte Tastatur vor, die jeder Artist trotzdem anschauen sollte. Denn wenn man besser arbeiten will,

fängt man am besten mit dem Teil an, mit dem man am meisten interagiert.

von Béla Beier

Z uerst das Prozedere: Es geht bei einer Tastatur – abgesehen vom Formfak- tor und der Abschaltbarkeit der RGB-

Beleuchtung – hauptsächlich um drei Para- meter: Tasten, Software und Preis-Leistung.

Die Referenz, mit der sich jede andere Tasta- tur messen sollte, ist der 2016er-Gewinner

– die K750 Solar-Membran-Flunder von Lo-

gitech. Doch nach vier Jahren Einsatz haben

wir uns umorientiert und sind die Route zu

den mechanischen Tastaturen gegangen. Hier haben wir getestet: Logitech G610, Ra- zer, Cougar, eine Handvoll China-Tastaturen

– sowohl TKL als auch normal – eine Ducky

und viele mehr. Nach diesen Tests haben wir

Besonderheit sind diese Switches: Statt Cherry

MX verbaut Havit die Kailh PG135O, also blaue

Switches mit dediziertem Druckpunkt und einem Klick-Geräusch. Dazu kommt das übliche Anti-

Ghosting mit N-Key Rollover für 1O4 Tasten sowie RGB auf allen Tasten und einer minimalen Höhe

der Mechanik, ohne Feeling und Langlebigkeit zu

beeinträchtigen.

einen Sieger gekürt: die Havit HV-KB395L.

Sexappeal von Havit

Der Newcomer Havit schickt sich an, das me- chanische Feeling auch für Schnellschreiber ohne Riesentisch verfügbar zu machen – mit - che Tastatur und trotzdem Feeling, ohne den Kollegen zu sehr auf die Nerven zu gehen. Wie stark die Lärmbelästigung ist, können Sie gerne bei den Kollegen in der DP-Re- daktion erfragen, denn dieser Artikel und die meisten der Ausgabe wurden auf der Tasta-

Minimale Tastenhöhe:

über einen halben Zentimeter niedriger als die üblichen Key- caps. Somit entfällt die Distanz zwischen den Tasten und viel Wegstrecke. Auch ohne Handballenauf- lage kommt man be- quem an alle Punkte der Tastatur.

tur geschrieben. Die solide Aluminiumplatte als Fundament hat keinen Rand – wer also die Tastatur reinigen will, braucht dafür le- diglich ein bisschen Druckluft und bekommt alle Krümel und Fussel raus. Die Tasten sind einzeln abnehmbar (wie bei allen mechanischen Tastaturen) und hal- ten auch eine Runde in der Spülmaschine aus (getestet) – wer also gern ein saftiges Sandwich am Arbeitsplatz verzehrt, ist hier gut aufgehoben. Und außerdem ist der Platzverbrauch so minimal, wie es in einer Tastatur voller Größe überhaupt möglich ist. Warum das Vorteile sind, müssen wir nun nicht weiter erläutern.

Software & RGB

Wie jeder Hersteller legt Havit eine kostenlo- se Software bei. Diese kann das übliche: Ma- der Tasten steuern, und erfüllt damit ihren Zweck. Wer komplexe Makros wünscht, dem empfehlen wir allerdings Autohotkey. Die RGB-Beleuchtung kennt die üblichen Muster, aber auch – ohne Software – eige- ne Einstellungen, und zwar fünf Stück. So kann man mit 8 Farben Shortcuts markieren, wenn man oft zwischen verschiedenen Tools und Suiten und wechselt – die Presets wer- den in der Tastatur gespeichert und sind am nächsten Rechner genauso verfügbar.

Fazit

Die Besonderheit ist die Höhe, ohne je- doch auf Stabilität und Feeling zu verzich- ten – und das in einer Größenordnung, die man normalerweise aus der Membranwelt kennt, ohne Schnickschnack und ohne stö- rende Features (für Linkshänder sind Son- dertasten immer exzellent platziert). Aber offensichtlich ging einiges an Hirnschmalz an die Alltagstauglichkeit, vom Reinigen über den Platzverbrauch über das Modeling der Keycaps. Wer also kein Surfbrett–Key- board haben will und mit Autohotkey und Konsorten seine Makros steuert, ist hier an der richtigen Adresse - und das für 70 Euro. Mit dem Code “HD8HFFGS” bekommt man nochmal 10% Rabatt bei Amazon – Gültig bis Ende September amzn.to/2HMkgQg. Spe- bit.ly/HAVITKB395L › ei

UND MARKENKOMMUNIKATION

(M/W)

PRODUKTVISUALISIERUNGEN

IHRE ZUKUNFT BEI FRÖBUS

Qualität, Innovation und Eizienz sind die Faktoren, die uns antreiben. Dabei legen wir besonderen Wert auf die persönliche, fachliche und soziale Kompetenz unserer Mitarbeiter, weil dies die Grundlage für eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit unseren Kunden ist. Wir suchen Sie ab sofort für unseren Standort in Köln als Profi in der Gestaltung anspruchsvoller Produkt- visualisierung (Automotive) und Markenkommunikation in Vollzeit. Sie haben Erfahrung im Umgang mit 3D-Modellen samt komplexer Schaltungslogiken und verfügen über ein gutes Auge für Licht, Schatten und der Ausarbeitung fotorealistischer Materialanmutungen. Es warten moderne Arbeitsplätze mit aktueller Soft- und Hardware im florierenden Kölner Schanzenviertel, interessante Kunden etablierter Marken, flexible Arbeitszeiten und ein herzliches Team auf Sie.

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IHR AUFGABENGEBIET:

- Selbständiges, strukturiertes Arbeiten an Projekten in der Produktvisualisierung

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- Planung und Bearbeitung von Projektarbeitsschritten in Workflowtools (JIRA u.ä.).

IHR PROFIL:

- abgeschlossenes Studium in der Fachrichtung Kommunikationsdesign o.ä. oder mehrjährige Berufserfahrung

- Erfahrung im Umgang mit komplexen, automotive 3D-Echtzeit-Modellen

- Kenntnisse gängiger 3D-Software Pakete

- Erfahrungen mit 3DEXCITE DeltaGen von Vorteil

- gutes Gespür für Licht, Formen und Materialität

- sorgfältiges, selbständiges und strukturiertes Arbeiten

- gute Deutsch- und Englischkenntnisse in Wort und Schrift

Bitte senden Sie Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen (Lebenslauf, Zeugnisse) an jobs-cgi@froebus.de oder per Post an Julius Fröbus GmbH z.H. Ralf Meyer | Schanzenstraße 6-20 (Werkstatt 1.09) | 51063 Köln

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DAX Networx AV-Workstation

Die Retro-Welle hat anscheinend auch die Workstation-Hersteller voll erfasst. Digital Audionetworx aus Berlin bieten 4O Jahre nach Erscheinen des Originals eine Vintage-Workstation mit dem legendären Intel-8O86er-Prozessor an.

von Björn Eichelbaum

W as zunächst nach Rückschritt klingt – mit 16 Bit und einer ma- ximalen Taktfrequenz von 10 MHz

ist die 8086 natürlich etwas langsamer als etwa eine aktuelle i7 8700K – erweist sich in der Praxis schnell als Vorteil. Da die 8086 von 1978 weder über Interrupt noch über direkten Speicherzugriff verfügt, gibt es logi- scherweise auch keine Probleme mit Laten- zen. Auch die fehlende Gleitkomma-Einheit lässt sich aufgrund des guten Flutschpunktes leicht verschmerzen. Scherz beiseite, tatsächlich ist in der DAX- Workstation eine Intel-8086-CPU verbaut, al- um eine limitierte CPU aus der 14-nm-Cof- feelake-Fertigung mit 6 Kernen und 4 GHZ Taktfrequenz / 5 GHz Boost, die anlässlich des 40-jährigen Jubiläums der 8086 und des 50-jährigen Jubiläums von Intel in limitierter Stückzahl von 8086 aufgelegt wurde.

Gehäuse

Das abschließbare 19“ Rack-Gehäuse wird von DAX bereits seit mehreren Jahren ver- wendet und ist wahrscheinlich stabiler und zuverlässiger als die meisten Panzer der Bun- deswehr. Da das Mainboard in diesem Ge- häuse liegend installiert wird, ist es für DAX möglich, einen lachhaft großen CPU-Kühl- körper mit großem, langsam drehendem Lüf- ter zu verbauen. Bei vertikaler Montage eines CPU-Kühlkörpers in einem Tower-Gehäuse ist aufgrund der am CPU-Sockel auftreten- den Zugkräfte schnell eine Grenze erreicht.

Außer der Nvidia GTX 1070 und dem riesigen CPU-Kühlkörper sieht man nur sauber ge- - karte oder andere PCIe-Peripherie, Festplat- sich zwei USB-3.0-Anschlüsse sowie die bei- den verschließbaren Türen mit integriertem der Einschub für das 5¼-Zoll-Laufwerk, di- rekt darunter der große Gehäuselüfter. Hinter und Reset-Schaltern die Lüftungsschlitze für

Ausstattung

Bei der CPU handelt es sich, wie bereits er- wähnt, um die Jubiläumsausgabe Intel i7 8086 mit sechs Kernen, die anlässlich des 40. Geburtstags der legendären Intel-8086- CPU aufgelegt wurde. Eigentlich wäre die i7 8086 aufgrund des maximalen Turbo Boosts von 5 GHz sogar noch schneller. DAX hat die Dynamik der 8086 im BIOS etwas gebremst und verzichtet zugunsten einer besseren DPC-Latenz bewusst auf ein wenig Leistung. Besonders im Audiobereich führt das para- doxerweise dazu, dass man mehr Echtzeit- leistung zur Verfügung hat. sich bei DAX für ein GTX 1070 mit 8 Gbyte RAM entschieden, die zwar günstiger ist als die Ti-Variante, aber nicht ganz so leis- tungsstark. Wie bei allen anderen Worksta- tions dieser Klasse sind auch bei der DAX 16 Gbyte RAM-Speicher installiert, eine

256 Gbyte große SSD verrichtet im M.2-Slot ihre Dienste als Systemplatte. Beim Schnitt- stellenangebot gibt es neben den üblichen Verdächtigen wie USB 3.1, 2.0 und Gigabit LAN zusätzlich eine PCIe-Karte mit zwei Thunderbolt-3-Ports Type C. Das ist sowohl für Audio- als auch für den Videobereich eine sinnvolle Schnittstellenergänzung, da sowohl hochwertige Audio-Interfaces als auch ein reichhaltiges Repertoire an Video- Hardware und Monitoren über Thunderbolt eingebunden werden kann.

Leistung

Die Intel-i7-8086-CPU leistet im Cinebench 15 Multi-CPU-Test 1.409 Punkte und liegt damit nur 10 Punkte hinter der Intel i7 8700K der deutlich teureren C1 Animate Ultra von Xi Machines. Der V-Ray CPU-Rendertest einer Zeit von 1:30 – genauso schnell wie die i7 8700K in der CAD Network Creator i7. Eine kleine Überraschung gab es bei der Leistung der GTX 1070, die beim Cinebench OpenGL beeindruckende 165,16 Bilder pro Sekunde auf den Bildschirm warf und damit selbst die deutlich teureren und eigentlich überlegenen GTX-1080-Ti-Karten um 5 Bil- der pro Sekunde übertraf. Wie in der Einlei- tung zu lesen, ist der Cinebench OpenGL-Test allein nicht geeignet, um die Gesamtperfor- - dings zeigt ein so guter Wert beim OpenGL- richtig gemacht worden ist und die Karte

AUSGABE O5:2O18

ungebremst ihre volle Leistung entfalten kann. Auch beim realitätsnäheren GPU-Ren- dertest von V-Ray erreicht die GTX 1070 mit 1:30 einen sehr guten Wert und liegt damit deutlich unter den 1:39 Minuten der GTX 1080 im Cube XPC. Auch bei der SSD-Performance gibt es einen Spitzenwert. Zwar schreibt die 256 Gbyte große SSD mit 1.470 Mbyte pro Sekunde in etwa genauso schnell wie alle anderen 256 Mbyte SSD-Module im - rate von 3.142 Mbyte pro Sekunde erreicht allerdings sonst keiner. Bei einem Spitzenwert von 42 Mikrosekun- den bei der Latenzmessung fragt man sich, ob nicht doch vielleicht eine Original-8086-CPU aus dem Jahr 1978 ohne Interrupt und DMA verbaut wurde. Die enorm niedrigen La- tenzwerte sind, ebenso wie das sehr gute Preis-Leistungs-Verhältnis, in den letzten Jahren so etwas wie das Markenzeichen von DAX geworden. Kein anderer mir bekannter Hersteller erreicht derart niedrige Latenz- werte. Wie in der Einleitung bereits erwähnt, ergeben niedrige Latenzwerte besonders im Zusammenhang mit Video- / Audioanwen- dungen Sinn. Beim Rendern und 3D-Modeling sind niedrige Latenzen nicht unbedingt not- wendig, schaden allerdings auch nicht.

Bei den relativ kurzen Tests mit Cinebench 15 und V-Ray blieb die DAX-Workstation weitestgehend still und kühl. Selbst im CPU-Stresstest mit synthetischer Last unter Aida 64 waren nur ganz leise Lüftergeräu- sche zu hören – hier macht sich die Masse des großen CPU-Lüfters bemerkbar. Beim kombinierten Stresstest von GPU und CPU wurde der Geräuschpegel aufgrund der Lüf- ter der GTX 1070 allerdings deutlich höher. Dieses Problem teilen alle Hersteller, die - bauen (siehe Einleitung).

Fazit

Mit einem Preis von 2.079 Euro liegt die DAX-Workstation beim Punkt Preis-Leistung deutlich an erster Stelle. Trotzdem hat man nicht den Eindruck, dass hier an irgendetwas gespart wurde. Die gesamte Verarbeitung, - triebssystems und die daraus resultierenden niedrigen Latenzen sind Spitze. Gleiches gilt für die Kühlung, die über große Reserven verfügt und dabei – mit Ausnahme der Gra- Interessant auch zu sehen, wie ein eigent- lich auf Audio-Workstations spezialisier- ter Hersteller aus einer GTX 1070 ähnliche oder zum Teil sogar höhere Leistungswerte

DAX | AV-WORKSTATION

DAX Networx AV-Workstation

Hersteller

Digital Audionetworx, Berlin

Preis

2.O79 Euro

Internet

da-x.de

Technische Daten:

i CPU

Intel i7 8O86K limitierte Jubiläumsausgabe

i RAM

16 Gbyte

i SSD/HDD

256 Gbyte

i

i

i Ports

2 x Thunderbolt I/O, 4 x USB 3.1 + 2 x USB 2.O hinten, analog Audio I/O, SPDIF Digital I/O

Performance

herauskitzelt, als es die Konkurrenz bei leis- tungsfähigeren 1070 Tis oder gar 1080 Tis aufgerufenen Preisen ein nicht zu unter- schätzender Mehrwert für den Kunden. Ein weiterer Punkt, der in der schnell- lebigen Computerbranche Seltenheitswert hat, ist Beständigkeit. Bei keinem der in den letzten 10 Jahren getesteten DAX-Rechner gab es etwas zu bemängeln. Gemeinsam mit Xi Machines und CAD Network gehört Digital Audionetworx im Bereich Perfor- mance-Workstations damit zu den Herstel- lern, von denen wir aufgrund der über Jahre gesammelten guten Erfahrungen fast schon so etwas wie eine dauerhafte Empfehlung vergeben können. Übrigens: Mitte Juli waren laut DAX noch etwa 50 der limitierten Intel-8086-CPUs verfügbar. Wenn diese nicht mehr erhält- lich sind, wird zum selben Preis die Intel i7 8700K verbaut. Ein einziger Kritikpunkt zum Schluss: Nirgends auf oder im Rechner ist zu erkennen, dass es sich um eine Jubiläums- edition des Intel i7 8086 handelt. Ein Auf- kleber mit „Vintage 8086 Inside“ wäre doch

nett gewesen.

› ei

Bild: Moving Pixels

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Subscription Based Workstations

Auch wenn wir die Workstations dieser Ausgabe unter dem Motto „Cheap and Cheerful“ getestet haben, hilft es nichts, wenn die Crunchtime ums Eck kommt und die Hardware doch nicht aus- reicht. Und auch wenn man den Rechner auf die Schnelle kauft – wo bekommt man auf die Schnelle die Software her? Und wie sieht es mit den Lieferbarkeiten aus? von Béla Beier

A uf der FMX haben wir – in Vorbe- reitung des Schwerpunkts – mit den Leuten gesprochen, und es stellte

sich heraus, dass das Team von Escape Technology (escape-technology.com) ge- nau hierfür eine fertige Lösung hat und die- se bei Kunden schon genutzt wird. Escape Technology ist ein Dienstleister für VFX- & CGI-Produktionen mit Hauptsitz in London und seit September 2015 einer Niederlas- sung in Feldkirchen bei München. Durch ein eigenes Inhouse-Team und Kooperationen mit verschiedenen Technologiepartnern leistet Escape Technology die klassische Ver- kaufs-, Beratungs-, Finanzierungs- und Inte- grationsunterstützung. Die Kunden reichen dabei von Start-ups und Freiberuflern bis zu großen Unternehmen aus unterschiedlichen Märkten. Escape Technology bietet zusätz- lich Managed Services, Pipeline-Entwicklung und einen eigenen Hardware-Pool zur Mie- te. Wir fragen nach bei Fabio Ticca (Escape Deutschland) und Neil Kalsi (Escape UK).

DP: Wenn ich jetzt auf die Schnelle einen Maya-Rechner brauche, wie kann mir Escape da helfen? Fabio Ticca: Im Bestfall brauchen wir ei- gentlich nur die Eckdaten des Mietzeitraums erarbeiten wir ein Mietangebot aus Verfüg- barkeit und Leistung im Budget. Denn lieber steht die Ware beim Kunden im Einsatz als bei uns im Lager. Wir haben auf Wunsch ein monatliches Update in Form einer .pdf-Datei über den Bestand, Preise und die aktuelle Verfügbarkeit unserer eigenen vorgehalte- nen Ware. Dank Geschäftsfreunden und starker Handelspartner haben wir generell Zugriff auf weit mehr Equipment. Hier zählt es zu wissen, wo es was in welcher Schnelligkeit und Zuverlässigkeit gibt. Über uns greift man also auf mehrere Quellen und damit auf ein breiteres Sortiment zu. Ruf doch mal an, wie es die Telekom früher schon bewarb. Geht am schnellsten und effektivsten, weil gleich auf die individuellen Bedürfnisse eingegan-

gen werden kann. Themen wie Betriebssys- temwahl, Sprache, Erweiterungskarten und eben Softwarelizenzen sind sofort kommu- niziert und die Verfügbarkeit geprüft und ge- währleistet. Natürlich geht aber auch eine E-Mail (lacht), besonders wenn es mal nicht so spontan sein muss, an mich oder einen meiner Teamkollegen.

DP: Wie seid ihr auf die Idee gekommen, so was anzubieten? Und wie oft wird das real bestellt? Fabio Ticca: Na ja, wir arbeiten ja mit vie- len Häusern aus der VFX und Visualisierung zusammen und kennen also die üblichen Projektlaufzeiten, Budgets und damit einhergehenden Herausforderungen. Ange- fangen hat es aber sicherlich mit dem Bedarf an Renderka- pazitäten, meist gegen Ende des Projekts, wenn die Abga- befrist in Gefahr ist. Hier reden wir von einem projektbezoge- nen durchschnittlichen Mietbedarf zwischen zwei und vier Wochen. Dafür lohnt sich logischerweise kein Kapitaleinsatz, da An- schaffungskosten an diesem Zeitpunkt meist nicht mehr durch das verbleibende Projekt- budget gedeckt sind. Die Entscheidungsbe- fugnis geht zusätzlich bei Investitionen meist vom Projektmanager zum Geschäftsführer über. Da insbesondere kleine Unternehmen keinen eigenen Maschinenraum vorweisen können, wurde früh auf Workstations als Server-Ersatz gesetzt. Damit haben wir zu- sätzlich die Möglichkeit geschaffen, Unter- nehmen in Projekten mit Freelancern und kurzen Einsätzen ebenfalls ordentlich und kostengünstig auszustatten.

Neil Kalsi: Es war der Wunsch unserer Cli- ents – und wir haben das hier in London schon seit Langem im Angebot. Enge Dead- lines zusammen mit hohen Kosten für gute Artists mit der allgemeinen Zahlungsmoral der Branche sorgen immer wieder für Cash-

Branche kann man da ja was machen, mit Mietlizenzen der Software und hoch speziali- sierten Freelancern kann man gutes Material produzieren – operative Ausgaben bleiben also. Aber bei Investitionsausgaben kann man mit gemietetem Equipment viel aus- Shows einstellen.

DP: Wie weit skaliert das Programm? Fabio Ticca: Wir haben uns als eigenes Ziel gesetzt, mindestens 50 Mieteinheiten selbst vorzuhalten. Aktuell ist die Aufteilung bei ca. 20 Desktop-Workstations und 30 Rack- mount-Servern. Wobei die Workstations

»Ich sehe vielerorts Nachholbedarf

bei Storage und Infrastruktur.«

Fabio Ticca

Business Development Escape Technologies

und Server teilweise so gewählt sind, dass sie bis zu 4 GPUs aufnehmen können, also GPU-Rechenknechte sind, und einige der Server per PCoIP auch als Remote-Work- station mit dedizierter GPU fungieren könn- ten. Generell verlagern wir mehr und mehr in den Maschinenraum zurück. Das bringt mehrere Vorteile bezüglich Administrierbar- keit, Sicherheit, Performance, Integration, Strom- und Kühlleistung und Lautstärke. Mit einem Vorlauf von ein bis zwei Wochen können wir meist beliebig weitere Einheiten bei uns im Haus auf Supermicro-Basis pro- duzieren lassen.

DP: Mal Butter bei die Fische: Eine große HP-Station mit Nvidia-Quadro-Karte und Houdini für 3 Monate Crunchtime: Was kostet das insgesamt? Fabio Ticca: Das hängt vom Typ der Quad- ro und CPUs ab sowie im Falle von Houdini auch vom benötigten RAM. Mit 2.500 Euro würde ich hier bei 3 Monaten für eine gut ausgebaute Workstation schon rechnen wol- len. Das wären also keine 30 Euro pro Tag

Bilder: Moving Pixels

AUSGABE O5:2O18

oder ca. 3 Euro die Stunde. Ich glaube daran, dass Hard- und auch Software einen gerin- gen Teil der Kosten ausmachen, wenn man alle anderen Nebenkosten berücksichtigt. Hier müssen wir langfristiger denken und die Möglichkeiten von CAPEX und OPEX kor- rekt nutzen. Ich gehe davon aus, dass die- se Workstation im Kauf einen gebundenen Kapitalwert von über 10.000 Euro darstellt. Während wir für die Anlieferung sorgen und auf Wunsch die Abholung organisieren, obliegt der Versicherungsschutz dem End- kunden. Meist haben diese ja bereits eine Elektroversicherung. Bis dato hatten wir zum Glück noch keinen Versicherungsfall.

DP: Und wenn wir auf eine kleine Work- station gehen – mit was für Kosten muss ich beispielsweise für eine Adobe-Crea- tive-Cloud-Workstation aufs Quartal aus dem kleinen Segment rechnen? Fabio Ticca: Unsere Einstiegsmodelle sind optimierte Systeme, was Taktung angeht, mit lokalem NVMe-Speicher. Ausgelegt mit Fokus für das Compositing mit After Effects oder Nuke, aber eben auch nutzbar für Echt- zeitanwendungen wie Unity oder Unreal Engine. Da würde ich mit mindestens 1.500 Euro für das Quartal rechnen bei einem Wert der Workstation um die 5.000 Euro. Darunter würde ich zum guten Notebook von HP oder Lenovo als Investment tendieren, statt zu mieten.

DP: Welche Renderer und Rendernodes - rationen für Netzwerke? Fabio Ticca: Bei den Renderknechten und Renderern stellt sich das meist in zwei Sze- narien dar. Wir ersetzen mit sehr leistungs- starken Servern die Bestandseinheiten über einen kurzen Mietzeitraum durch einfache Umkabelung. Hier entstehen kaum Integ- rationsaufwand und keine weiteren Lizenz- kosten. Meist aber fallen bei bereits kurzer Mietdauer die Kosten für Rendernode-Lizen- zen gegenüber der Hardware nicht mehr ins Gewicht. Besonders wenn man Chaos Group V-Ray oder Autodesk Arnold nutzt, um nur zwei zu nennen, und eine monatliche Lizen- zierung möglich ist. Die ganze Branche stellt sich auf das Miet- bzw. Subscription-Modell ein, sei es in der Cloud oder on-premises. Wir machen übrigens beides, dazu gerne auf Anfrage mehr.

DP: Wenn man die Bestellung auslöst, wie ist der Ablauf? Fabio Ticca: Zum Zeitpunkt der Bestellung - men die Mieteinheiten per Direktkurier oder Spedition ins Studio. Hier übernimmt dann die eigene IT (oder auf Wunsch auch wir)

die Integration ins Netzwerk und die Instal- lation benötigter Applikationen und Skripte. Am Ende der Laufzeit wäre nur die Reco- very-Option zu starten oder die Platte zu formatieren, um keine Daten darauf zu be- lassen. Wir setzen die Systeme bei uns im Hause dann nochmals nach Prüfung auf Aus- lieferungszustand zurück. Kunden, die wie- derholt mieten, können sich natürlich auch gerne einen Clone der Platte für das nächste Mal machen.

DP: tionen? Fabio Ticca: Je mehr Vorlauf wir haben, desto mehr Konfigurationen können wir individuell realisieren. Eine Anpassung ein- zelner Komponenten wie GPUs, RAM oder Netzwerkkarten bieten wir bereits an. Bei hochwertiger Peripherie wie UHD TFTs, Wa- com Intuos Tablets oder Storage-Lösungen müssen wir eher auf standardisierte Modelle zurückgreifen. Die Workstations und Server sind wäh- rend der Mietzeit unter voller Kontrolle des Kunden. Es sind keine Admin-Passwörter vergeben oder Bereiche gesperrt. Wir ver- bieten nicht einmal, eigene Hardware in unsere Mietgeräte einzubauen. Es gilt nur, die Maschine am Ende auf eben diesen Ur- sprungszustand zurückzusetzen.

DP: Und was passiert, wenn der Client aufgrund der Menge an Änderungen die Deadline verschiebt? Fabio Ticca: Kein Problem! Wir werden kei- nem Kunden während oder am Ende einer Mietlaufzeit die Einheiten ohne Absprache entziehen. Verlängerungen sind immer willkommen und in unserem Preismodell vorgesehen. Auch eine spontane Aufsto- ckung oder Rückgabe kann nach Absprache erfolgen. Tatsächlich erhalten Kunden, die gemie- tet haben, bei uns sogar ein Vorkaufsrecht, wenn wir die Hardware zur Erneuerung ab- stoßen. Da wir nur Markenprodukte anbie- ten, besteht in den meisten Fällen noch eine lange Zeit der 3 Jahre Vor-Ort-Garantie, die sich vor Ablauf sogar verlängern lässt. Wir bieten also eigentlich generell eine Miete mit günstigen Kaufoption in der Zukunft.

DP: Sorry, aber kurze Frage zur Politik:

Escape Technology sitzt mit Hauptquar- tier in England. Was tun wir, wenn das

WORKSTATIONS | ESCAPE TECHNOLOGIES

Fabio Ticca: Na ja, seit September 2015 haben wir ja die eigenständige GmbH und das Büro in Feldkirchen bei München. So gesehen sind es bereits zwei unabhängige Unternehmen. Beide Standorte besitzen ein eigenes Team und Lager, sodass ich beruhigt - fentlich aber eine Chance für unsere Kunden darstellt.

Neil Kalsi: - sion jenseits des Kanals vollzogen – es gibt viele Studios, die von unseren Services - mentan noch so lebendig und quirlig wie immer, und fast alle großen Studios haben hier Dependancen. Auch die Atmosphäre in Soho ist nach wie vor kreativ aufgeladen. Aber viele der Artists hier – manche mun- keln die meisten – kommen bereits aus der sich viele der Studios im nahen Umfeld wie- der ansiedeln. Wir sehen das bereits in der Vorbereitung bei einigen US-Studios, die sich in Deutsch- land ansiedeln, da die kreativen Talente hier vorhanden sind – zusammen mit Steuervor- teilen und Förderungen.

DP: Und wenn wir ein bisschen in die

Zukunft schauen: Welche Softwarepa- euch gerade auf der R&D-Liste und was, helfen? Fabio Ticca: Bis dato zielt unser Mietange- bot mehr auf den Projektbedarf oder ein- zelne Arbeitsplätze, ich sehe aber vielerorts Nachholbedarf im Bereich Storage und In- frastruktur. Beides Aspekte, die unterneh- mensweite Reichweite besitzen und daher höhere Investment- und Planungssicherheit benötigen. Es wäre daher hilfreich, wenn Kunden z.B. über ein Mietangebot den Unterschied von aktuellen GigE-Kupfernetzwerken und heute einfach zu realisierenden 10/25/40 GigE-Topologien in der Integration und dem Einsatz erleben könnten. Ohne dieses Up- grade macht nämlich auch ein Blick auf neue Storage-Technologien und -Konzepte wenig Sinn. Die benötigen wir aber dringend für die aufkommenden Datenmengen und -hand- habung, die an zukünftige VFX- & CGI-Pro- duktionen gestellt werden. › ei

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Lenovo Thinkstation

P520c

Es gibt vernünftige Gründe, sich für eine Workstation eines großen Herstellers zu entscheiden. Im Vergleich zu einer Manufaktur bieten diese große Stück- zahlen mit hoher Verfügbarkeit sowie langfristige Garantieleistungen und Wartungsverträge. Dafür muss man auf eine leise Kühlung und ein gut konfi-

guriertes Betriebssystem verzichten. Muss man das wirklich?

von Björn Eichelbaum

A ngenommen, Sie wären IT-Verant- wortlicher für die Arbeitsplätze von 50 Ingenieuren in der Entwicklung.

Wo würden Sie dann die 50 Workstations kaufen? Bei einer PC-Manufaktur mit zwei- einhalb Angestellten, die sich nicht sicher sind, wann sie die Geräte liefern und ob sie für alle Geräte überhaupt dieselben Kompo- nenten in ausreichender Stückzahl beziehen können? Bei der man nicht sicher sein kann, ob die Firma den veranschlagten Garantie- zeitraum der Workstations überlebt?

Oder bei einem großen, etablierten Her- steller, der bis nächste Woche ohne weite- res auch 200 Stück liefern kann und Ihnen langfristige Garantieleistungen und War- tungsverträge bietet? Der die Probleme im Garantiezeitraum vor Ort löst, ohne dass die Workstation eine Woche in der Republik unterwegs ist? Gut, dafür muss man dann halt auf den leisen Betrieb, Performance - tem verzichten. Bei der Lenovo P520c ist das anders.

Gehäuse

Obwohl es das Gehäuse eines großen Her- man so sonst nur bei Manufaktur-Worksta- tions erwarten würde. Wie etwa die beiden gummigelagerten Gehäuselüfter, die die Körperschallübertragung der Lüfter auf das Gehäuse vermindern. Oder die vier dicken Gummifüße, auf denen das Gehäuse der P520c sicher steht, ohne dabei Resonanzen auf den Schreibtisch zu übertragen. auch im Gehäuse: Der Lüfter an der Gehäu- den Luftstrom zusätzlich nach unten und oben ablenkt, wo sich die beiden Festplat- die Kabelführung im Innern. Anstatt auf die benötigte Länge gekürzt nahezu unsichtbar im Gehäuse zu verlaufen, tummelt sich ein bunter Haufen in der Gehäusemitte. Würde - len, müsste man zunächst die Kabelführung ändern, damit überhaupt genügend Platz - re allerdings nur dann Platz, wenn man den Das Gehäuse der Thinkstation verfügt über ein zusätzliches Sicherheitsmerkmal, nämlich den sogenannten „Intruder Alert“. Was nach High Tech klingt, ist nichts anderes als ein Kontaktschalter, der hinter dem ablösbaren Gehäusedeckel angebracht ist und bei geöff- netem Gehäuse einen Schaltkreis unterbricht, der den Sensor „Intruder Alert“ auf dem Main- board aktiviert. Gut gefallen haben uns die beiden passiv gekühlten M.2-Slots, die über einen Drehverschluss leicht zugänglich sind.

Ausstattung

Die Lenovo P520c ist gemeinsam mit der Wacom Cintique Pro die einzige Workstation im Testfeld mit Intel-Xeon-Prozessor und der damit einhergehenden ECC- RAM-Feh- lerkorrektur. Das Duo aus Intel-Xeon- W-2125-Prozessor und Nvidia-Quadro- allerschnellste CPU-GPU-Kombination, bietet dafür allerdings hohe Stabilität und vor

AUSGABE O5:2O18

LENOVO | THINKSTATION 52OC

Anwendungen im Bereich CAD, Engineering, Finance und Biotech. Als Massenspeicher hat M.2-Slot gesteckt, die durch eine mechani- optisches DVD±RW-Laufwerk ergänzt wird. Beim RAM hat man die Möglichkeit, sich für zu entscheiden, die Preisdifferenz beträgt 40 Euro. Wir haben uns beim Testmodell für Die Lenovo P520c verfügt über fast al- le aktuell relevanten Schnittstellen. An der - schlüsse sowie ein SD-Card-Reader zum Medienimport und Audio I/O für Kopfhörer und Mikrofon. Die Rückseite bietet 4x Dis- die alten Bekannten PS/2 und COM Port.

Leistung

Mit 954 Punkten beim Multi-CPU-Test von Cinebench 15 liegt die Intel Xeon W-2125 im Leistungsbereich der i7 7700, die im Shuttle Cube XPC und der Dell Precision 5720 zum vor den 2:24 der Dell Precision aber nur zwei Sekunden hinter den 2:11 des Shuttle - kunde beim OpenGL Benchmark von Ci- GPU-Rendertest platziert sich die Nvidia Quadro P2000 bei den normalen Worksta- tions im oberen Mittelfeld. Slot scheint ungebremst ihr Werk zu ver-

Lesen von Daten – für eine mechanische Platte nicht schlecht. Offenbar hat Lenovo das auf der P520c installierte Windows 10 Bit Pro for Work- zunächst nicht vermuten lässt. Dieser Wert trat im Verlauf der drei Messungen immer nur einmal auf und das kurz vor Ablauf der 5-minütigen Messung. Sonst lagen die La- grünen Bereich. Das ist für einen der großen Hersteller ein unerwartet guter Wert. Der gemeinsame Stresstest aller Kompo- nenten – CPU, GPU, SSDs und HDDs – mit Lenovo P520c voll aufgeht. Es ist ein gutes Zeichen, wenn es im Gehäuse unter Voll- auslastung erst einmal um zwei Grad küh- ler wird und diese Temperatur über lange Zeiträume stabil bleibt. Die CPU-Temperatur steigt unter Vollauslastung gerade mal um 10° C an. Im Leerlauf hört man die Lüfter der P520c so gut wie gar nicht. Und selbst unter - tag blieben die Geräusche der Lüftung trotz enormer Reserven bei der Kühlung immer niedrig und erträglich. Anscheinend hat es sich gelohnt, die etwas teureren, gelagerten Lüfter zu verbauen.

Fazit

Mit der Thinkstation P520c hat Lenovo eine interessante Workstation für den mittleren Leistungsbereich im Angebot. Sie ist auch unter Last weitgehend leise und kühlt dabei

Lenovo Thinkstation P52Oc

Hersteller

Lenovo

Preis

2.56O Euro

Internet

www.lenovo.com/de

Technische Daten:

i CPU

Intel Xeon W-2125

i RAM

16 Gbyte

i SSD/HDD

256 Gbyte, HDD 1 Tbyte

i

5 Gbyte

i

i Ports

4 x Displayport, 1 x COM Port,

so gut, dass sie auch an den heißesten Som- mertagen in der Ecke unterm Schreibtisch ungebremst laufen sollte. Das Preis-Leistungs-Verhältnis kann man nicht so ohne Weiteres mit den Manufaktur- Workstations vergleichen, ohne die Zusatz- die dreijährige Vor-Ort-Garantie mit einzu- beziehen. Hier geht es auch um die Sicherheit, dass die 50 Workstations mit der eingekauften Software tatsächlich funktionieren. Fällt der Arbeitsplatz eines Ingenieurs für einen oder mehrere Tage aus, können die daraus resul- tierenden Kosten schnell im Bereich einer Workstation liegen. Drei Jahre Herstellergarantie mit On- Site-Service ist besonders für Kunden, die größere Stückzahlen verwalten oder keine eigene IT-Abteilung im Haus haben, hoch interessant. Aber auch für alle anderen An- - gen und sich eigentlich nicht mit Computern auseinandersetzen möchten, ist die Think- station P520c eine attraktive Workstation. › ei

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Lenovo Thinkstation P320 Tiny

Mit der Thinkstation P32O Tiny hat Lenovo eine vollwertige Workstation inklu- sive Grafikkarte in ein Gehäusevolumen von gerade mal einem Liter gepresst. Ist das noch ein Arbeitsgerät oder nur eine nutzlose Machbarkeitsstudie?

von Björn Eichelbaum

M an mag kaum glauben, dass man da eine Workstation in der Hand halten soll. Die Lenovo Thinkstation P320

Tiny ist kaum größer als die CPU-Kühler der High-Performance-Workstations von DAX oder Xi Machines und mit knapp 1,3 Kilo- gramm auch nicht besonders schwer. Ein Blick auf die Vorder- und Rückseite offenbart ein reichhaltiges Schnittstellenangebot und die typische Lenovo-Thinkcentre-Gehäuse- front – nur eben winzig klein. Die P320 Tiny meint es tatsächlich ernst.

Gehäuse

so bei der P320 Tiny. Im dicken Stahlblech des Vesa-Montagerahmens verbaut, vermit- telt das kleine, schwere Gehäuse den Ein- druck von robuster Militärtechnik – fehlt nur noch das Tarnmuster. Der Power-Schalter und alle Buchsen sind versenkt, keine über- stehenden Gegenstände können abbrechen oder beschädigt werden – es sei denn, Sie montieren die W-Lan-Antenne an der Rück- seite des Gehäuses. Der Montagerahmen verfügt auf der Rückseite über zahlreiche Löcher, sodass es viele Möglichkeiten gibt, die P320 Tiny mithilfe von ein paar Schrau- ben sicher auf einer Spanplatte oder an einer

Wand zu befestigen. Um die kompakten Ab- messungen zu ermöglichen und das Innere des Gehäuses so kühl wie möglich zu halten, - gelagert. Das bedeutet zwar weniger Integration, aber auch höhere Flexibilität bei Ausfällen, - beschäftigt einen die Frage, wie CPU, GPU, RAM, SSD und so etwas wie ein Lüfter in - bei gemeinsam den Hitzetod zu sterben.

Ausstattung

Denn mit der Intel-i7-7700T-CPU, 16 Gbyte RAM-Speicher, 512 Gbyte im M.2-Slot und - te ist tatsächlich Hardware verbaut, der das Attribut Workstation zusteht. Auch die Möglichkeit, insgesamt 6 Displays über vier mini und zwei normale Displayports anzu- schließen, klingt absolut nach Workstation. Über insgesamt sechs USB-3.0-Anschlüsse, zwei an der Vorderseite, vier an der Rück- seite, können zudem externe Laufwerke, Vi- deo- / Audiohardware und spezielle Periphe- rie von Drittanbietern, etwa Messfühler oder Steuerelektronik, angeschlossen werden.

Leider fehlt der P320 Tiny an der Gehäuse- vorderseite, an der die Kühlluft angesaugt - grund des kleinen Gehäuses und der instal- lierten Hardware kann man davon ausgehen, dass die Gehäuselüfter jede Menge Luft zur Kühlung durch das Gehäuse blasen müssen. Bei Montage in staubiger Umgebung ohne einiger Zeit mit Staub und Schmutz ver- dreckt sein, was dazu führt, dass Kompo- nenten überhitzen und ausfallen können. Aufgrund der exzellenten Möglichkeiten P320 Tiny – ab Werk gibt es Gigabit Lan, Bluetooth 4.1 und Intel 8265 Dual Band Wireless – sollte sich die P320 Tiny auch gut als Remote Unit, etwa zur Datenakquise im Freifeld oder an schwer zugänglichen Orten, einsetzen lassen. Besonders im Vesa-Mon- tagerahmen verbaut vermittelt die P320 Tiny einen derart robusten Eindruck, dass man ihr zutraut, auch gröbere mechanische Belastungen zu überstehen.

Leistung

Schön, dass die Thinkstation P320 Tiny so klein ist, schön, dass sie so robust ist. So richtig schön wird eine Workstation aber

AUSGABE O5:2O18

erst durch Leistung. Und tatsächlich, mit

756 Punkten beim Cinebench 15 Multi-CPU-

Test liegt sie 56 Punkte über dem von uns - ten Schwellenwert von 700 Punkten und schlägt damit sogar noch die etwas betagte Intel Xeon E3 1505v6, die im Wacom Cin- tique Pro verbaut ist. Mit einer Renderzeit von 2:48 Minuten bewegt sich die P320 Tiny auch beim V-Ray CPU-Rendertest im Work-

44,77 Bildern beim OpenGL-Test von Cine- bench 15 schlägt sie sich allerdings besser als vermutet. Der GPU-Rendertest von V-Ray kam leider nach wenigen Sekunden zum Stillstand, sodass wir hier keinen Wert er- mitteln konnten. Wie die meisten Workstations im Test- feld setzt auch die Lenovo P320 Tiny auf ein schnelles SSD-Modul im M.2-Slot. Mit einer Schreibrate von 1.431 und einer Le- serate von 2.652 Mbyte pro Sekunde beim sie absolut im Soll und dürfte weder Pro- gramme noch Datenübertragung behindern. Auch Windows 10 Professional scheint gut

139 Mikrosekunden landet sie auf Platz vier

der Gesamtwertung. Echtzeitanwendungen im Bereich Audio und Video sollten also un- Wenn da nicht die Wärme wäre. Denn die Größe der Thinkstation P320 Tiny wird unter Last schnell zum thermischen Problem. Be- reits beim AJA-Systemtest, der ja eigentlich nur die SSD testet, sprangen die Lüfter sofort und deutlich hörbar an. Bei den CPU-Bench- marks von Cinebench und V-Ray dauerte es nach dem Test einige Zeit, bis sich die Lüfter wieder beruhigt hatten. Unter synthetischer

Last der CPU beim Aida-64-Stresstest lief die Lüftung bereits nach wenigen Sekunden auf voller Drehzahl, die Leistung der CPU wurde allerdings nicht gedrosselt. Erst beim kombinierten Stresstest von CPU, GPU, Spei- cher und SSD wurde die GPU nach etwa 5 Minuten um bis zu 28% gedrosselt. Trotzdem blieben die Temperaturwerte im Gehäuse dicht im Gehäuse gepackten Komponenten zu 100% ausgelastet werden. In der Praxis kommen diese synthetisch erzeugten Lasten nur selten vor. Die P320 Tiny sollte also gut funktionieren, auch wenn man an heißen Tagen mit Einbußen bei der kombinierten CPU/GPU-Performance rechnen muss. Und man sollte sich auch darüber im Klaren sein, dass aufgrund der Gesetze der Thermody- namik klein, leicht, stabil, schnell und dann noch leise nicht in ein 1-Liter-Gehäuse pas- sen kann. Wegen des Lüftergeräuschs ist die P320 Tiny nicht unbedingt für die Aufstel- lung in einem stillen Studio geeignet. Sobald aber ein paar Umgebungsgeräusche hinzu- kommen und sie nicht direkt am Arbeitsplatz aufgestellt ist, kann man damit leben.

Fazit

Mit der P320 Tiny hat Lenovo die Thinksta- tion-Familie um ein interessantes Mitglied erweitert. Man braucht die Mini-Workstation nur kurz in der Hand zu halten und schon kommen einem Ideen, was man mit ihr alles anfangen könnte. Die Anwendungsbereiche

sind so vielfältig, wie die P320 Tiny klein ist.

wo

sich eine 6-Display-Wall mithilfe der P320 Tiny im Handumdrehen umsetzen lässt. Und sie verfügt über genügend Speicher und

Etwa im Bereich

Messe- / Werbetechnik,

LENOVO | THINKSTATION 32O TINY

Lenovo P32O Tiny

Hersteller

Lenovo

Preis

1.7O7,81 Euro

Internet

www.lenovo.com/de

Technische Daten:

i CPU

Intel Core i7-77OOT

i RAM

16 Gbyte

i SSD/HDD

512 Gbyte M.2. PCIe

i

4 x Mini Displayport

i

i Ports

Bluetooth 4.1 2 x 2 AC vPro

2 x USB 3.O vorne, 4 x Mini Displayport, 2 x Displayport, 4 xUSB 3.O

Power, um Medieninhalte selbst zu spei- chern und skaliert darzustellen. Die Mög- lichkeit, die P320 Tiny via Bluetooth fern- zubedienen und über schnelles, drahtloses zudem zum idealen Partner bei der Datenak- quise und -übertragung im Feld. Ein optional Innenleben der Tiny beim Industrieeinsatz vor Schmutz und Überhitzung schützen und den Einsatzbereich der P320 Tiny nochmals erweitern. können Sie als Anwender sicher sein, dass die für Sie wichtigsten Anwendungen garan- tiert auf Ihrer Workstation laufen. Darüber hinaus bietet Lenovo auf alle Workstations drei Jahre Herstellergarantie inklusive Vor- Ort-Service am nächsten Werktag. Ab Au- gust erscheint mit der P330 Tiny der über- - ren sowie die Möglichkeit, bis zu 2 Tbyte M.2-SSD-Speicher zu installieren. › ei

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Blackmagic eGPU:

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Thunderbolt nährte ja schon früh die Hoffnung, damit die Grafikleistung seines Rechners aufmöbeln zu können. Doch lange Zeit wurde nur die Nutzung von schnellen Speicherlösungen unterstützt, nicht aber die von externen Grafik- karten – heute unter dem Stichwort eGPU oder eGFX bekannt. Zwar fanden sich früh findige Bastler und Hacker, die es mit mäßigem Erfolg auch ohne Un- terstützung durch das Betriebssystem zum Laufen bekamen. Aber im Grunde reichte allein schon der Datendurchsatz vor dem aktuellen Thunderbolt 3 (kurz: TB-3) nicht für die Leistung moderner GPUs, wenn diese für die Film- bearbeitung und nicht allein fürs Crypto Mining benutzt werden. Nun bietet Apple mit High Sierra die offizielle Unterstützung von eGPUs, und Blackmagic Design hat dazu eine Komplettlösung entwickelt, die es exklusiv bei Apple gibt.

von Prof. Uli Plank

D ie Blackmagic eGPU ist eine integrierte Lösung, anders als die bisher ange- botenen eGPU-Gehäuse, in die man

eine normale Grafikkarte wie in den Slot eines Rechners einsetzt. Sie steckt in einem Gehäuse aus Leichtmetall, das einigerma- ßen als Space Grey durchgeht und neben einem Mac gut aussieht, auch wenn es mit seinem oktogonalen Design noch besser zu der Formsprache eines PCs von Alienware passt. Es ist überraschend groß, sogar et- was höher als ein aktueller Mac Pro. Selbst der Lüftungsgrill oben und der massive So- ckel, an dem man das Gerät auch gut tragen kann, sind aus Metall. Es ist so robust, dass man sich einen Einsatz vor Ort gut vorstel- len kann, selbst wenn dann das elegante Finish irgendwann leiden könnte. Das kräfti- ge Netzteil befindet sich im Gehäuse. Es gibt gute Gründe für dessen Größe:

Immerhin werden bis zu 315 Watt verbraten und das Ganze steckt neben der Elektronik voller Kühlrippen und einem großen, lang- sam drehenden Lüfter. Offensichtlich könn- ten Apples Ingenieure bei Blackmagic noch was über gute Kühlung lernen: Selbst bei stundenlangem Rendern blieb das Gerät völ- lig geräuschlos, was für den iMac oder das Macbook Pro nicht gilt. Es traten auch keine auf, wie etliche Nutzer des Mac Pro sie mit der D700 erleiden mussten. Das beiliegende TB-3-Kabel ist nur 50 cm lang, viel Frei- heit bei der Aufstellung gibt es nicht. Das hat nicht unbedingt mit Geiz zu tun: Die hohen Datenraten von 40 Gbit pro Sekun- de könnten durch erheblich längere Kabel eingeschränkt werden. Über den TB-3-Port kann ein Laptop mit bis zu 85 Watt gela- den werden, das reicht selbst für das 15er Macbook Pro. Das Gerät ist plug-and-play, man muss -

rationen einstellen. Als System ist nur High Sierra vorgesehen und erst ab 10.13.6 wird Anmeldung dauert etwa 20 Sekunden und erfolgt automatisch. Ein unauffälliges Icon in der Menüleiste erlaubt es, die eGPU wieder abzumelden – einfach rausziehen ist kei- ne gute Idee. Das Abmelden dauert ca. 10 Sekunden. Vor dem Trennen des TB-Kabels sollte man darauf achten, alle mit der eGPU ver- kabelten Speicher abzumelden, denn die deaktiviert. Das können immerhin bis zu 5 Geräte sein, denn die eGPU stellt vier USB- 3.1-Ports inklusive Ladestrom zur Verfügung und einen zweiten TB-3-Port. Das ist ein Novum bei Apple und Intel, denn bisher erhielt keine eGPU mit einem - ßerdem gibt es einen Anschluss für HMDI - sung und Bildfrequenz direkt angeschlossen werden können.

Das Gerät hat einen doppelten UBS-C-Con- troller mit dem Mac-kompatiblen Chip TI83. Geräte mit nur einem Controller können schlechter verteilen und neigen bei hoher Last zu Instabilitäten. Außerdem nutzt die eGPU als Erste den neuen TB-3-Controller Titan Ridge (Intel JHL7540), der das inter- ne Routing von Display-Port-Signalen aus der GPU auf einen TB-3-Ausgang unter- stützt (bei den Vorgängern war immer der Hostrechner mit im Spiel). Entsprechend bewirbt Apple als ideale Kombination den anspruchsvollen LG UltraFine 5K, der direkt an den zweiten Port angeschlossen werden kann. Er hat die gleichen technischen Wer- te wie der 5K-Retina-Bildschirm und beruht vermutlich auch auf dem gleichen Panel – Apple selbst hat ja keine reinen Monitore mehr im Programm. Übrigens haben wir das Gerät nicht selber zerlegt und die entspre- chenden 61 Schrauben herausgedreht, son- dern stützten uns bei diesen Angaben auf die Fotos der Innereien bei .

Rechts drückte ein aktives SSD-RAID den Durchsatz zum Host, aber der GPU reichte das noch.

AUSGABE O5:2O18

Bei so zahlreichen Anschlüssen stellt sich durch die Peripherie nicht ausgebremst wird. Immerhin stehen Grafikkarten im Rech- ner mit 16x-PCIe-Slots wesentlich höhere Durchsatzraten zur Verfügung als bei TB-3 mit etwa 4x. Deshalb haben wir getestet, ob der Datendurchsatz eines schnellen SSD- Arrays im zweiten Port die Leistung der Gra- den Speedtest von Blackmagic laufen und haben dann mit CL!ing von Bart Vanhaeren den Durchsatz gemessen (beachten Sie beim Googeln die Schreibweise). Dabei reduziert etwa um 25%, aber die Leistung der GPU ließ kaum nach. Nun handelt es sich hier um einen AMD-Chip der gehobenen Mit- telklasse, Spitzenmodelle wie eine Vega64 könnten eventuell doch leicht ausgehungert werden. Es ist auch sicherlich nicht sinnvoll, sämtliche USB-Anschlüsse mit schnellen Laufwerken zu belegen. Bei unseren Ren- dertests mit Resolve (s.u.) hatten wir eine SSD-RAID am USB-C-Port und zusätzlich ei- ne USB-3.1-Festplatte an der eGPU, um die Schreib-/Lesevorgänge nicht zu bremsen. Ein LG UltraFine 5K, der sogar mit 10 Bit betrieben werden kann, stand uns nicht zur Verfügung. Wir haben aber einen LG mit UHD sowohl per USB-C-Adapter als auch über HDMI getestet. Es war kein Problem, gemäß der Messung mit CL!ing schluckt der Monitor dank der Unterstützung durch Ti-

tan Ridge nur 3 bis 5 Prozent der Gesamt- leistung. An einem iMac Retina 5K könnte man also zwei der 5K-Boliden betreiben und hätte dann in der Horizontalen insgesamt 15.360 Pixel – und einen ziemlichen vollen Arbeitstisch.

Es gibt einen guten Grund, warum die eGPU gerade von Blackmagic kommt: Da- Vinci Resolve (kurz: DR) nutzt mehrere GPUs - ler Rechner von Apple verfügbar ist, in den einsetzen kann, ist eine eGPU die einzige Lösung. Zwei besonders geeignete Kandida- oder ein iMac, dessen Leistung man erwei- tern möchte. Der teure iMac Pro ist von Haus - rerseits gibt es derzeit kein Macbook Pro mit mehr als 4 Gbyte VRAM. Bei DR richtet sich das nutzbare VRAM immer nach der klei- neren Karte, sodass man hier Potenzial bei Der geeignete iMac ist das Modell mit der gleichen GPU, denn zwei identische GPUs laufen unter DR optimal. Zum Erkennen der zweiten GPU braucht Resolve einen Neustart, beim ersten Mal muss man auch kontrollieren, ob beide ak- tiviert wurden. Beim Abmelden der eGPU mit laufendem Programm lässt Resolve noch speichern, beendet sich und startet mit nur einer GPU selbstständig. So geht Hard- und Software aus einer Hand! Nett wäre es,

So kann die für den iMac mit eGPU in Resolve aus- sehen.

BLACKMAGIC DESIGN | eGPU

wenn man mit einem Menübefehl die eGPU erneut anmelden könnte. Stattdessen muss man sie abziehen (vorher alle angeschlosse- nen Speicher abmelden) und erneut starten.

eGPU mit dem iMac

Wir haben zum Test eine Timeline in UHD mit ProRes-Clips zusammengestellt und neben einem Grading mit mehreren Nodes ein paar rechenintensive Filter wie tempora- Diffraction (Beugungssimulation) auf einige Clips verteilt – ein relativ praxisnahes Sze- auf dem iMac einen Geschwindigkeitsvorteil von über 80% mit aktiver eGPU. Aufgrund des leichten Codecs waren die CPUs nur zwischen 50% und 75% ausgelastet (und der Rechner noch recht leise). Quell- und Ziellaufwerk waren getrennt, sodass hier in erster Linie die GPU-Leistung zu Buche schlägt. Das sind optimale Bedingungen, weil die Leistung aller Komponenten gut ausbalanciert ist. Recht gut lief es auch noch mit UHD-Clips in H.264 oder H.265. Aber nur solange diese von der Hardware decodiert wurden: Dann lag der Vorteil mit eGPU noch bei über 50%. Bei 8 Bit und 4:2:0 laufen diese Formate die reine Software-Decodierung überneh- men muss, wie bei 10 Bit 4:2:2 (z.B. aus der GH5), haben alle CPU-Kerne zu kämpfen und die beiden GPUs verhungern. Dann schafft der iMac nur noch mit Mühe 24 oder 25 fps, selbst ohne irgendwelche Filter, und die eGPU wird nutzlos. Auch bei komprimiertem .dng-Material aus einer Ursa Mini Pro waren die CPUs schon fast voll gefordert, dazu eine einzelne GPU beim reinen Abspielen schon mit 50%. So liefen ebenfalls weniger als 30 dem iMac nicht drin. Die eGPU brachte mit Grades und Filtern gerade noch einen Vor- teil von 30%.

Wenn die CPUs zur Dekompression am Anschlag laufen, ist auch eine GPU unterbeschäftigt.

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Ein Test mit 5K-Material aus einer RED in unvorteilhafter aus, da hier die CPUs bei der Decodierung am Anschlag laufen und die beiden GPUs nicht gefordert werden, selbst eine GPU lief nur mit etwa 30%. Ein Vorteil durch die zweite GPU ist kaum noch messbar. Bei 8K war die Auslastung noch un- günstiger. Hier ist also eindeutig ein Rechner mit mehr CPU-Kernen gefragt, wie man ihn von Apple nur als iMac Pro bekommt – der liegt aber preislich weit über einem ähnlich ausgestatteten PC. Die Kombination aus 27er iMac und eGPU ist dagegen in allen Fällen attraktiv, bei denen die CPU-Leistung ausreicht. Wenn man den exzellenten Bild- schirm dazurechnet, ist diese Kombi auch von einem PC nicht so leicht zu schlagen. Metal war bei den meisten Filtern in DR etwas schneller als OpenCL, aber beide kön- - tern nutzt Boris Continuum weder mit Metal noch mit OpenCL die zweite GPU. Neuere Filter aus Red Giant Universe dagegen sind mit Metal und eGPU bis zu 45% schneller, aber z.B. das ältere ToonIt nutzt nur eine GPU. Auch FilmConvert fordert eine GPU eGPU. Neatvideo erkennt beide GPUs, ist aber nur etwa 10% schneller. Effekte aus Resolve, die von der eGPU beschleunigt - on. Die hauseigenen Funktionen von Fusion dagegen nutzen zwar beide GPUs, aber jeweils nur zur Hälfte, ein Geschwindigkeitsvor- teil ist nicht erkennbar. Ein paar anspruchsvolle Funktionen aus DR haben wir auch noch separat gemessen. Am interessantesten ist sicher die Rauschreduzierung, denn als Kombi aus temporaler NR mit einem Bild Radius und „better“ sowie Spatial NR (bet-

ter) erreicht man fast die Qualität von Neat- video. Hier brachte die eGPU einen massiven Vorteil von 85%. Auch der Filter Automatic Dirt Removal 70%. Effekte wie Aperture Diffraction (94%), Film Grain (82%), Lens Blur (40%) oder

Zwei GPUs können zwei große Bildschirme deutlich leichter versorgen als eine allein.

- schiedlich die Vorteile ausfallen können. Optical Flow, Stabilisierung und Tracking - te sich ein geringfügiger Vorteil. Außerdem interessierte uns, ob die GPUs nennenswert am Encoding beteiligt sind. Allenfalls beim Encoding zu Cineform mit 6% und zu DNxHR mit 12% gab es leichte Vorteile, bei den gän- gigen GOP-Formaten oder DCI-Encoding war die eGPU nicht hilfreich. Der zweite Bildschirm bremst kaum, so- lange man dort nicht gleichzeitig einen Play- er mit einem UHD-Video oder Ähnliches lau- fen lässt. In Resolve kann er voll genutzt werden, ohne die Gewinne durch die eGPU - ring passiert darauf sowieso nichts. Es war auch weitgehend egal, ob er am Hauptrech- ner oder an der eGPU hängt. Bedauerlich ist, dass die eGPU keine I/O-Karte enthält, um zuverlässiges Monitoring auf einem ka- librierten Bildschirm zu ermöglichen. Ande- rerseits kann man die Funktion „Use Mac wenn man nur fürs Internet arbeitet und der Schirm kalibriert wurde.

Das einfachste Macbook Pro aus mit 1,5 Gbyte VRAM, eine be- scheidene i5-CPU mit zwei Ker- nen bei 2,3 GHz und in unserem Testrechner 8 Gbyte RAM. Hier geht es weniger um Beschleu- nigung, sondern um die Frage, ob man überhaupt mit Resolve ernsthaft arbeiten kann. Wir haben unsere UHD-Testse- quenz zuerst ohne eGPU auf den armen Laptop angesetzt und gestaunt, dass das Pro-

Beim Entrauschen kommen beide GPUs so richtig in Fahrt.

Ganz rechts in der Messung wurde während des Renderns ein Film in UHD auf dem externen Monitor angespielt – das bremst die GPUs.

AUSGABE O5:2O18

gramm nicht sofort abstürzte. Blackmagic selbst traut dem Laptop allenfalls die Arbeit mit ProRes in HD zu. Selbstverständlich war die Sequenz zäh wie Kaugummi, an ernst- haftes Arbeiten war bei 1 bis 2 fps nicht zu denken. Durch die Hardwaredekodierung sind UHD-Clips in H.264 oder H.265 bei 8 Bit sogar noch in UHD abspielbar, nur darf man sonst bremst die schwachbrüstige GPU alles. Mit der eGPU dagegen lässt es sich in ei- ner HD-Timeline recht komfortabel arbeiten, Originals nicht zu anspruchsvoll sind. ProRes und DNxHR in HD sind unproblematisch und vertragen dann auch aufwendiges Grading, NR oder andere Filter dank der eGPU. Be- grenzt geht sogar UHD/4K in einer HD-Time- line: Temporale Rauschminderung (faster) 8 fps, auch Film Grain ist mit eGPU echtzeit- fähig, ohne sind es nur 3 fps. Der sehr an- spruchsvolle Dust Remover (auch temporal) schafft zwar nur die Hälfte, doch ohne eGPU sind es nur 3,5 fps. H.264 läuft bis zu 60 fps 30. Die Stabilisierung von UHD-Quellen ist mit eGPU 3,5 mal schneller als ohne, der Tracker immerhin noch 70%. Es dürfte klar sein, dass Clips in 4,6K .dng oder gar 8K .r3d das System überfordern, schon das Abspie- len von komprimiertem .dng in 4,6K in einer HD-Sequenz bricht ohne jegliches Grading auf ca. 17 fps ein. Mit der eGPU kann man das Macbook durchaus auch mal einsetzen, um Material zu optimieren oder mit einer Grobkorrektur (aka - nen, um dann unterwegs damit zu arbeiten. Nur sollte man der CPU einen Laptop-Küh- ler gönnen oder die Rendergeschwindigkeit unter „Deliver“ etwas herabsetzen, sonst wird der arme kleine Rechner sehr heiß – die eGPU bleibt weiterhin ganz cool.

Die ideale Kombi für mobile Filmemacher be- steht im Grunde aus allen drei Geräten: Der iMac und die eGPU am Arbeitsplatz rechnen die kreative Arbeit geht fast überall. Man kommt zurück, macht ein paar Feinkorrektu- ren und lässt das Projekt in voller Qualität aus- geben. Die kompakten und robusten 4,5 Kilo

BLACKMAGIC DESIGN | eGPU

der eGPU kann man auch mal zum Dreh mit- nehmen, um dem Team Korrekturmöglich- keiten am Material ohne leidige Wartezeiten vorzuführen. Nur High-End-Formate wie RED sind kaum zu bewältigen, und leider kann die GPU nicht getauscht werden. Aber bei Erfolg kommt ja vielleicht ein Modell mit Vega64 am iMac Pro für die Kinoproduktion. › ei

Das Interessanteste am Macbook Pro sind hier die schnellen Thunderbolt-Ports.

Die hauseigene GPU des Macbooks ist eine recht schlaffe Nummer.

CL!ing macht die überlegene Leistung der Radeon Pro 58O bei Single Precision sichtbar.

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Dell Inspiron 7775 AIO

Branchenriese Dell ist der einzige Hersteller in unserem Testpool, der sich getraut hat, neben der seit Jahren etablierten Kombination aus Intel CPU und Nvidia GPU auch einen Rechner mit AMD-Ryzen-7-Prozessor und AMD-Radeon-Grafikkarte

ins Rennen zu schicken. Wer wagt, gewinnt – oder?

von Björn Eichelbaum

W er die in der 2D-Bild- und Grafik-

bearbeitung beliebten All-in-One-

PCs herstellt, kommt um einen

Vergleich mit Apples iMac nicht herum. Diese Vergleiche sind allerdings nicht immer fair, da etwa die Dell-AIO-Rechner vom Anwender geöffnet werden können und er selbst günstig Teile von Drittanbietern nach- oder aufrüsten kann. Die CPU und GPU nach Apple-Manier direkt auf das Mainboard zu löten und das Gehäuse fix zu verkleben, spart zwar Kosten und Gewicht, macht allerdings auch viele Re- paraturen und Aufrüstungen unrentabel oder unmöglich. Für einen Preis von knapp 1.800 Euro bietet der Dell Inspiron 7775 AIO ein fast randloses Infinity Edge 27“ 4K Display, 16 Gbyte RAM, interne SSD und HDD sowie die notwendigen USB-, HDMI- und Netzwerk- verbindungen. Doch was leisten die AMD Ryzen 7 CPU und die AMD RX 580?

Gehäuse/ Display

Gut mit individuell geformten Styroporele- menten geschützt, aber dennoch kompakt in einem größeren Karton verpackt lässt sich der Dell Inspiron 7775 innerhalb weniger Minuten auspacken und aufstellen. Dabei fällt das vertrauenerweckende Gewicht des Standfußes aus Druckgussaluminium positiv auf – so leicht wirft diesen Rechner keiner um. Das Netzteil ist wie bei einem Notebook extern ausgelagert, was dazu beitragen soll- te, die Temperaturen im kleinen Gehäuse niedrig zu halten. Leider ist das Display we- der in der Höhe noch im Winkel verstellbar, eine vertikale Aufstellung, wie sie im Layout gerne verwendet wird, ist nicht möglich. Der Gesamteindruck des Gehäuses und Displays ist hochwertig, die Verarbeitung auch im Detail gut. Die Darstellungsqualität des 4K

Displays ist hoch, Kontrast und Farben wir- ken frisch und bleiben auch bei indirekten Blickwinkeln erhalten. Bis auf den SD-Card-Slot, einen USB 3.1 und eine Headset-I/O-Buchse, die an der linken Geräteseite angebracht sind, be- USB 3.1, Gigabit LAN, HDMI I/O und USB 2.0, auf der Rückseite gut erreichbar jeweils links und rechts neben dem Standfuß. Alle zum Rechner führenden Kabel können durch ein großes Loch im Standfuß gemeinsam ge- führt werden. Lustigerweise hat Dell die An- schlüsse beim Dell Precision AIO (Test auf den folgenden Seiten) hinter dem Standfuß versteckt, was das Einstecken von USB und anderen Kabeln zu einer echten Gedulds- probe macht. Die hintere Abdeckung lässt sich leicht entfernen, was den Austausch oder das Aufrüstung von SSD und HDD kin- derleicht macht. Die Lautsprecher und die Webcam-Optik sind in der silbernen Leiste am unteren Rand des Displays angebracht. Für die Webcam ist das nicht unbedingt der geschickteste Platz, da die Kamera bei auf- rechter Sitzposition das Gesicht von unten - koladenseite, die man in der Webkonferenz von sich präsentieren möchte.

AUSGABE O5:2O18

Ausstattung

Wie eingangs erwähnt, ist der Dell Inspiron 7775 der einzige Rechner im Testpool, der mit einer AMD-Ryzen-7-CPU mit acht Ker- nen ausgestattet ist. Warum im Moment nicht mehr Hersteller auf die günstigen und leistungsfähigen CPUs von AMD setzten und der Cinebench 15 CPU Score nur ein Teil der Wahrheit ist, haben Sie ja bereits in der Ein- leitung lesen können. Wie Dell in Zeiten des GPU-Krypto-Wahnsinns zu angemessenen Preisen an die verbaute AMD Radeon RX fürs Kryptocurrency-Mining – herangekom- men ist, bleibt wohl Betriebsgeheimnis. Für den Kunden ist die RX 580 eine gute Wahl, die das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht ne- gativ belastet. Mit 16 Gbyte Ram-Speicher, einer 256 Gbyte großen SSD als Massenspeicher für Betriebssystem und Applikationen sowie der 1 Tbyte großen HDD für Projektdaten verfügt der Inspiron 7775 über ausreichend internes Gedächtnis, um ohne externe Unterstützung im angestammten Einsatzbereich arbeiten zu können. Die im Lieferumfang enthaltene Funk-Maus und -Tastatur sind von mittle- rer Qualität, erfahrene Nutzer werden wohl eher auf ihre bewährten Eingabemedien der Funkempfänger für Maus und Tastatur nicht integriert ist, sodass schon mal der ers- te USB-Port vergeben ist.

Leistung

Bei 3 GHz Taktfrequenz liefern die acht Kerne der AMD Ryzen 7 1700er CPU satte 1.420 Punkte im Multi-CPU-Test. Das ist für eine CPU dieser Preisklasse ein guter Wert. Zum Vergleich, die Basisversion des neuen iMac Pro mit 8-Kern-CPU leistet im selben Test gera- de einmal 240 Punkte mehr, kostet allerdings deutlich mehr. Das CPU Benchmark in V-Ray

bestätigt diesen Wert mit einer Rechenzeit von 1:38 – das liegt in etwa im Leistungs- bereich der deutlich teureren Intel i7 8700K. Die AMD Radeon RX 580 bleibt mit 84,90 Bildern pro Sekunde im Cinebench 15 OpenGL-Test und 4:00 Minuten beim V-Ray Rendertest deutlich unter ihren Möglichkei- ten. Bei Cinebench sind Werte um 125 Bil- dern pro Sekunde eigentlich kein Problem für eine RX 580. Für den Aufgabenbereich des - auf, dass der Inspiron auch nach längerer Zeit unter synthetischer Last thermisch stabil blieb Thermal Throttling in ihrer Leistung gebremst wurden. Bei geringeren Lasten bis etwa 30% drehen die Lüfter noch angenehm niedrig und erreichen leises Gesprächsniveau, bei Vollaus- lastung wird es nach etwa 5 Minuten noch- mals lauter, bleibt aber immer noch erträg- lich. Die maximale CPU-Temperatur lag bei synthetischer Last bei 86°C, die GPU erreichte 80°C. Obwohl man sich ein paar Grad Reserve mehr wünschen würde, geht das in Ordnung. Etwas irritiert waren wir über die SSD, die lesen kann, mit gerade einmal 388 Mbyte pro Sekunde aber ziemlich behäbig schreibt. Da auf dem Inspiron 7775 wohl kaum 4K Videos geschnitten werden, sollte das zwar nicht allzu groß ins Gewicht fallen, schneller ist aber im- mer besser. Die 1 Tbyte große HDD verrichtet ihre Dienste mit je ca. 105 Mbyte pro Sekun- de Schreiben und Lesen erwartungsgemäß. Soweit so gut, wäre da nicht die Dell Basis- 10.692 Mikrosekunden sehr hohe Latenzen im Bereich Interrupt to Process verursacht. Die höchste DPC Routine Execution Time verur- sacht ein Dell-Treiber. Mit etwas Geduld und Fummelei an Diensten und Treibern ist dieser Wert sicherlich auf ein erträgliches Maß he- runterzuschrauben. Das sollte allerdings Auf- gabe des Herstellers sein.

Dell Inspiron 7775

ALL-IN-ONE | DELL

Hersteller

Dell

Preis

ca. 1.799 Euro

Internet

www.dell.com/de

Technische Daten:

i CPU

AMD Ryzen 7 17OO

i RAM

16 Gbyte

i SSD/HDD

1 x 256 Gbyte SSD / 1 x 1 TByte HDD

i

i Display

i i
i
i

Dell 27-Zoll-UHD-Display

Fazit

Betriebssystems und der mit angezogener der Dell Inspiron 7775 gut gefallen. Die AMD- Ryzen-7-CPU und die Radeon-RX580-Gra- Preises ordentlich Leistung und brauchen sich nicht hinter dem bewährten Duo Intel /Nvidia zu verstecken. Die Verarbeitung ist auf dem Dell-typischen hohen Niveau – aufgrund der Möglichkeit, Komponenten austauschen zu können, ist es möglich, den Rechner im Be- reich Massenspeicher auch in Zukunft an die jeweiligen Gegebenheiten anzupassen. Dell hat mit der AMD Ryzen 7 etwas gewagt und im Preis-Leistungs-Bereich auch etwas ge- wonnen. Halten Sie im Internet für dieses Modell nach Angeboten von Drittanbietern Ausschau, es kann sich richtig lohnen. › ei

FOKUS

FILM & VFX

3D & ANIMATION

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SCIENCE & EDUCATION

SERVICE

Dell Precision 5720 AIO

Neben der mit einem AMD-Ryzen-Prozessor bestückten Inspiron 7775 hat uns Dell zusätzlich eine Precision 572O AIO Workstation mit Intel-i7-77OO-CPU

zum Test bereitgestellt. Wie behauptet sich die günstige AMD-Inspiron gegen-

über der teureren Intel-Precision?

von Björn Eichelbaum

M it der Precision 5720 stellte Dell letz- tes Jahr seine erste Workstation im „All in One“, kurz AIO-Design, vor,

die, wie auch die Inspiron 7775, besonders für Kreative im Bereich 2D-Grafik, Foto und Bildbearbeitung / Modeling interessant ist. Kernstück und Gehäuse zugleich ist dabei das 27 Zoll große Infinity Edge 4K-Display, an dessen unterem Rand sechs unverblen- dete Lautsprecherkalotten zur Schau gestellt werden. Bis auf die Lautsprecher unterschei- det sich das Display augenscheinlich kaum von dem der Inspiron 7775. Mit einem Preis von etwa 2.265 Euro liegt die Precision 5720 AIO knapp 500 Euro über der Inspiron, die Preisdifferenz scheint also durch CPU- und GPU-Bestückung begründet zu sein, da die übrige Ausstattung kaum voneinander ab- weicht. Mal schauen, was es für 500 Euro mehr an Leistung gibt.

Gehäuse/ Display

Wie bereits die Inspiron, so kam auch die Precision 5720 gut für den Transport ver- packt an und ließ sich innerhalb kurzer Zeit

auspacken und aufstellen. Die Qualität von Verpackungskarton und den geformten Sty- roporelementen erlaubt es, den Rechner zu Transportzwecken mehrere Male wieder zu verpacken. Doch schon beim Aufstellen gab es die erste Überraschung. Anstatt die Ports gut zugänglich links und rechts neben dem Gehäusestandfuß zu platzieren, wie beim Dell Inspiron 7775, sind die Ports und das Netzkabel hinter dem Standfuß angebracht. Das Anstecken von Netzkabel, USB-Geräten, Display-Port und Thunderbolt-Anschlüssen wird so zur echten Geduldsprobe, trotz des großen Führungslochs im Standfuß. Wie auch beim Inspiron ist das Display weder in der Höhe noch im Winkel verstell- bar, bietet aber eine gute bis sehr gute Dar- laut Dell alle Farben im Adobe-RGB-Far- braum abdecken. Optional verfügt das Dis- play gegen Aufpreis auch über Touch-Funk- tion und kann so wie ein Tablet bedient werden. Die Webcam sitzt ähnlich tief, wie beim günstigeren Inspiron und liefert dem- entsprechend Bilder mit nicht unbedingt vorteilhaften Blickwinkeln.

Ausstattung

Für die Precision 5720 Workstation hat sich Dell bei der CPU für die seit Jahren bewähr- ten Intel-i7-CPU entschieden und die 7700 mit vier CPU-Kernen verbaut, die mit 3.6 GHz getaktet sind. Anstatt auf eine Nvi- dia-Karte zu setzen, hat man sich offenbar für eine ungewöhnlichere Variante entschie- vom Typ AMD Radeon Pro WX 7100 spen- diert. Wer nicht variiert, stagniert! 16 Gbyte RAM-Speicher sind bereits ins- talliert, für insgesamt 64 Gbyte wären Platz, sofern es sich um Dimms mit 2.400 MHz handelt, sonst sind maximal 32 Gbyte RAM möglich. Als Massenspeicher kommt ab Werk eine SSD zum Einsatz, zusätzlich kann auch eine HDD mit verschiedenen Kapazi- täten eingebaut werden. Für die Anbindung externer Massenspei- cher oder Displays stehen die zwei Thunder- bolt- und der Displayport-Anschluss auf der Rückseite bereit, weitere Peripherie können Sie über die 5 USB-3.0-Anschlüsse und Netz- werk via Gigabit-Lan-Adapter anschließen.

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Darüber hinaus steht an der linken Seite des Displays ein SD-Card-Slot bereit. Die deut- lich sichtbaren, fast schon als Designelement dargebotenen Lautsprecher wecken auf- grund ihrer Optik akustische Erwartungen, die allein aufgrund des Gehäusevolumens real nicht möglich sind. Im Höhen- und Mit- tenbereich klingt die Wiedergabe bis in etwa den mittleren Lautstärkenbereiche souverän und klar. Bässe unterhalb von 150 Hz werden nur noch schwach wiedergegeben. Wenn Sie einen Trailer mit fetten Soundeffekten mit ordentlich Bass präsentieren möchten, wer- den Sie um extern aufgestellte Lautsprecher nicht herumkommen.

Leistung

Mit 859 Punkten beim Cinebench 15 Mult- CPU-Score liegt die Intel i7 7700 deutlich unter den 1.420 Punkten der um gut 100 Eu- ro billigeren AMD Ryzen 7 1700 des Inspiron 7775. Selbstverständlich ist der Cinebench 15 CPU-Test nicht das Maß aller Dinge, aber auch im V-Ray CPU Benchmark liegt die i7 7700 der Precision 5720 mit 2:24 Minu- ten deutlich über den 1:38 der Ryzen-CPU (weniger ist bei V-Ray besser). Es geht hier nicht um Leistungsdifferenzen von 10 oder 20%, sondern um mehr als 60%. Bei den WX7100 gibt es große Diskrepanzen zwi- schen dem guten Cinebench OpenGL-Score von 138,11 Bildern pro Sekunden und dem schlechten V-Ray Benchmark von 4:09 Minuten, was einen Hinweis darauf geben könnte, dass die Karte im Bereich Gaming wahrscheinlich besser performt als bei der Content-Produktion.

Einen ersten Hinweis auf die Ursachen der schwächeren Leistung von CPU und GPU gab uns der Stresstest mit einer synthetischen Last für CPU und GPU in Aida 64. Bereits nach kurzer Zeit sprangen die Lüfter deutlich hörbar an und mühten sich redlich, heiße Luft aus dem Gehäuse zu pusten. Schon nach zwei Minuten wurde es deutlich lauter und es gesellten sich unangenehme, hochfrequente Lüftergeräusche dazu. Nach nur fünf Minu- ten waren die Lüfter auf der höchsten Stufe angelangt und die CPU wurde via Thermal Throttling um bis zu 8% heruntergeregelt. Interessanterweise gab es beim durchaus vergleichbaren Gehäuse des Inspiron 5557 keinerlei Probleme mit Thermal Throttling. Offenbar verursacht das Netzteil im Gehäu- se thermische Probleme – vielleicht wäre es geschickter gewesen, das Netzteil wie beim Inspiron 7775 aus dem Gehäuse auszulagern Luft zum Atmen zu geben. Stattdessen gibt es mehr Lüfterlärm und weniger Leistung. Die 256 Mbyte große SSD lieferte mit Leseraten von 2.775 und Schreibraten von 1.467 Mbyte pro Sekunde überzeugende Übertragungsraten, die auch für 4K-Videoschnitt ausreichen. - tenzwerte aus. Mit gerade einmal 116 Milli- sekunden bei Interrupt to Process lieferte die Precision 5720 den besten Wert, den wir bei einem Rechner eines großen Herstellers jemals gemessen haben. Und auch sonst wirkt die - systems schlank. Es ist zwar ein Application Optimizer von Dell vorinstalliert, dieser scheint sich allerdings nur auf Wunsch in das Gesche- hen einzumischen und stört sonst niemanden.

Dell Precision 572O

DELL | PRECISION

Hersteller

Dell

Preis

2.265 Euro

Internet

www.dell.com/de

Technische Daten:

i CPU

Intel i7 77OO

i RAM

16 Gbyte

i SSD/HDD

256 SSD

i

i Display

27“ 4K

i

i

SSD/HDD 256 SSD i i Display 27“ 4K i i ⊕ ⊕ ⊝ ⊝ ⊝ ⊝