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Was es wirklich bedeutet, Organe zu

spenden: ein Blick auf die dunkle Seite


Georg Meinecke

Wer sich zur Organspende im Falle seines Todes bereit


erklärt, entscheidet sich dazu oftmals in dem Glauben,
damit eine gute Tat zu tun, zumal die vermeintlich für das
eigene Leben keine Konsequenzen mehr hat. Dies könnte
sich als verheerender Irrtum herausstellen, denn die Ent-
nahme des Spenderorgans muss im noch warmen Körper
erfolgen. Ob der in allen Fällen wirklich schon tot ist,
scheint überaus fraglich.

Auch für den Empfänger bleibt der Nutzen fraglich, denn


ein fremdes Organ zu empfangen (und zu behalten)
bedeutet lebenslange Abhängigkeit vom Medizinbetrieb.

I n unserem Land wird vielerorts für Organspen-


den von Toten geworben. An diesen Aufrufen
beteiligen sich neben den direkt involvierten
Medizinern auch Kirchen, Politiker und Me-
dien. Dies liegt daran, dass es bei weitem
mehr potentielle Empfänger für Organe
gibt als Spender. In der Öffentlichkeit
wird die Bereitschaft, Organe zu spen-
den, daher als Akt der Nächstenliebe
dargestellt. Dahinter liegt jedoch
eine grausame Wahrheit.
In Deutschland setzt eine Organ-
transplantation die Einwilligung
des verstorbenen Organspenders
voraus. Allerdings liegt nur bei
sechs Prozent aller verpflanzten
Organe die persönliche Einwillung
des Spenders vor, während es in ca. 94
Prozent der Fälle die Angehörigen waren, die
in die Transplantation einwilligten. Die gesetzliche
Grundlage für diese Praxis liegt in der sog. „erweiterten
Zustimmungsregelung“, die seit dem 1. Dezember 1997
gültig ist und die es erlaubt, das fehlende Einverständnis
eines Verstorbenen auch durch die Zustimmung seiner
nächsten Angehörigen zu ersetzen, sofern dies dem
mutmaßlichen Willen des Verstorbenen entspricht.
Da dies noch immer nicht den Bedarf an Spenderor-
ganen deckt, beschloss der Bundestag mit den Stimmen
aller Parteien am 24.11.2011 die sog. Entscheidungs-
lösung, die in diesem Jahr als Gesetz verabschiedet

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werden wird. Bei dieser Regelung soll jeder Bürger per daher eigentlich nur besuchen, wem diese Perspektive
Befragung entscheiden, ob er nach seinem Tod zum keine Sorgen bereitet.
Organspender werde möchte oder nicht. Die Erklärung Hat der Gesetzgeber in Deutschland angenommen,
soll behördlicherseits registriert werden, z. B. auf der dass sich die Kluft zwischen Organspendern und Emp-
elektronischen Gesundheitskarte. Diese Erklärung wird fängern durch die neue Regelung verkleinern würde, so
also häufig von Personen abgegeben werden, die das 20. dürfte dies aber ein Irrtum sein. Denn so, wie die Dinge
Lebensjahr noch nicht erreicht haben. Man hofft, auf liegen, wird mit der Zahl der Organspender auch die
diese Weise die Zahl der Spender, die vor ihrem Tod in Anzahl der Transplantationsempfehlungen als „Therapie
die Organentnahme einwilligen, wesentlich zu erhöhen, der Wahl“ zunehmen, denn an Organverpflanzungen
und die Zahl der Angehörigen zu verringern, die sonst wird sehr viel Geld verdient. Laut einer Studie der Ham-
befragt werden müssten. Für den, der noch keine Ent- burger Universitätsklinik wird jedoch in Deutschland
scheidung getroffen hat – das sollen in Zukunft aber die die Therapie der Herztransplantation in zwei Dritteln
Wenigsten sein – entscheiden nach seinem Tod weiterhin der Fälle vorschnell angeboten! 1 Laut dem Deutschen
die Angehörigen. Indessen dürfte den Hinterbliebenen Bundesrat sollte jeder, der sich für eine Organspende
häufig der Wille des Verstorbenen mangels vorheriger entscheidet, ausreichend darüber informiert sein, wofür
Aussprache gar nicht bekannt sein. So ist also zu erwar- er sich entscheidet.
ten, dass in vielen Fällen Angehörige etwas spenden, das Jeder, der sich zur Organspende bereit erklärt hat
ihnen gar nicht gehört. Analog zu Verträgen zu Lasten oder dessen Angehörige nach seinem Tod dem zustim-
Dritter müssten derartige Einwilligungen eigentlich men und jeder, der in einem Land stirbt, in dem die
sittenwidrig und deshalb unwirksam sein. Derartiges sog. Widerspruchsregelung gilt, sollte wissen, dass
gibt es nur im Transplantationsrecht, und daran erkennt nach seinem „Tod“ (wir kommen noch dazu, was die
man das hohe Interesse an verwertbare Organe von Anführungszeichen bedeuten!) nur lebendfrische Organe
Verstorbenen heranzukommen. entnommen und transplantiert werden können, also

Jeder Organspender sollte wissen, dass nur lebendfrische Organe


entnommen und transplantiert werden können.

Abgelehnt wurde vom Deutschen Bundestag jedoch die nicht die leblosen Organe einer Leiche. Als transplan-
sog. Widerspruchsregelung. Nach diesem Entwurf dürf- tierbare Organe gelten: Lunge, Herz, Nieren, Leber,
ten Organe nach dem Tod des Patienten auch gegen den Bauchspeicheldrüse und Dünndarm. In Einzelfällen
Willen der Angehörigen entnommen werden – wenn der wurden auch Körperteile wie Gesicht, Hände, Arme,
Verstorbene dem nicht vorher zu Lebzeiten ausdrücklich Luftröhre, Kehlkopf, Zunge und Penis entnommen.
widersprochen hat. Sein Widerspruch würde in einem Zu den transplantierbaren Geweben gehören: Haut,
dafür vorgesehenen Widerspruchsregister festgehalten. Knochen und Kochenteile, Herzklappen, Herzbeutel,
Im Gegensatz zu Deutschland gilt diese Widerspruchs- Augen, Blutgefäße, Knorpelgewebe, Sehnen und Bänder.
regelung in den meisten europäischen Ländern; die Nachdem der südafrikanische Chirurg Christian
erweiterte Zustimmungsregelung dagegen nur in Barnard im Dezember 1967 die erste Herztransplan-
sechs Staaten Europas. Deutschen Touristen, deren tation vorgenommen hatte, der 1968 in den USA weitere
Widerspruch nicht in einem dafür vorgesehenen Wi- 70 Fälle folgten, begann die Staatsanwaltschaft wegen
derspruchsregister des jeweiligen Landes festgehalten vorsätzlicher Tötung gegen die Transplantationschirur-
ist, können daher nach ihrem Tod Organe jeder Art und gen zu ermitteln. 1968 definierte eine ad-hoc eingesetzte
in jedem Umfang zu Transplantationszwecken entnom- Harvard-Kommission dann den Tod des Menschen neu:
men werden, wenn sie der Tod in Frankreich, Italien, Als „Tod“ definierte sie nun bereits das irreversible
Lettland, Liechtenstein, Luxemburg, Österreich, Polen, Koma. Als Bedarf für dieses neue Todeskriterium nannte
Portugal, Schweden, der Slowakei, Slowenien, Spanien, sie u. a. die überholte klassische Definition des Todes, die
Tschechien, Ungarn und Zypern ereilt. In allen diesen zu Kontroversen bei der Beschaffung von Organen von
Ländern gilt, wie gesagt, die Widerspruchslösung. Doch Patienten führen könnte, die bisher als noch lebende, zu
welcher Tourist lässt vor einer Reise seinen Widerspruch pflegende Patienten angesehen worden seien. Damit hob
im Widerspruchsregister des betreffenden Landes ein- die Harvard-Kommission die bisher seit Jahrtausenden
tragen? Die Angehörigen haben lediglich in Belgien, geltende Erkenntnis auf, wonach ein Mensch erst dann
Finnland und Norwegen noch ein Einspruchsrecht! tot ist, wenn sein Herz und seine Atmung irreversibel
Noch drastischer ist es in Bulgarien: Dort gibt es noch zum Stillstand gekommen sind, Geist und Seele also den
nicht einmal ein Widerspruchsrecht. Es gilt stets die Körper endgültig verlassen haben. Zuvor hatten 1959 die
sog. „Notstandsregelung“. Entnommen werden kann, beiden französischen Ärzte Molaret und Goulon erstmals
was jeweils dringend benötigt wird. Bulgarien kann den Zustand des irreversiblen Komas beschrieben, bei

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dem das Gehirn durch Sauerstoffmangel irreversibel zer- durch Ärzte) wurde dieser vom Pflegepersonal noch als
stört ist. Diesen Zustand hatten sie als „coma dépassé“ Komapatient behandelt: Er wurde ernährt, gewaschen
(endgültiges Koma) beschrieben, jedoch nicht als Tod. und in jeder notwendigen Weise gepflegt. Männliche
Bitte lassen Sie uns festhalten: Bis dahin hatte immer ge- „Gehirntote“ sind selbst noch zu einer Erektion fähig.
golten, dass ein Mensch erst dann verstorben, erst dann Weibliche schwangere Gehirntote lassen in ihrem Körper
tot war, wenn sein gesamter Organismus – Herzatmung ein Embryo weiter wachsen und bis zu seiner Geburt
und der gesamte Kreislauf – zum Stillstand gekommen reifen. Auch Wunden können noch ausgeheilt werden. Dr.
war. Erst dann erkaltet der Körper des Verstorbenen, Zieger berichtete 1996 dem Gesundheitsausschuss des
Totenflecken zeigen sich, die Leichenstarre stellt sich Deutschen Bundestags, dass Komapatienten auf äußere
ein und der Verwesungsprozess folgt. Mit diesem lösen Ereignisse und soziale Stimuli, wie etwa den Besuch von
sich Geist und Seele durch Zerreißen des silbernen Angehörigen, eindeutig reagieren. Gehirntote können
Bandes irreversibel vom irdischen Körper und kehren noch Tage, Wochen, auch noch Monate oder jahrelang
zurück ins Jenseits, der wahren, ewigen Heimat des leben, bis sie einem würdevollen, friedlichen Tod begeg-
Menschen. Im Bereich atheistischer, materialistischer nen. Deshalb hat das Pflegepersonal häufig seine Prob-
medizinischer Wissenschaft existieren Geist und Seele leme damit, dass ein irreversibel komatöser Patient, den
eines Menschen jedoch nicht. sie bis dahin in vollem Umfang gepflegt hatten, zu einem

Seit die Schulmedizin die Organtransplantation ins


Programm aufgenommen hat, ist der Todeszeitpunkt
juristisch zeitlich vorverlegt worden.

Seit die Schulmedizin die Organtransplantation ins bestimmten Zeitpunkt als vorgesehener Organspender
Programm aufgenommen hat, ist der Todeszeitpunkt von den Ärzten als tot erklärt wird, obwohl er nach
also juristisch zeitlich vorverlegt worden und wird seit- wie vor wie ein Schlafender lebend,, warm und atmend
dem auch immer noch weiter vorverlegt, um dem „Toten“ im Bett liegt. Kein Wunder, dass Professor Franco Rest
– in Wirklichkeit aber einem Sterbenden – lebendfrische äußerte: „Den Hirntod gibt es überhaupt nicht; er ist
Organe, wie z. B. das bis dahin noch schlagende Herz eine Erfindung der Transplantationsmedizin.“
oder andere bis dahin voll durchblutete Organe wie Mediziner, die die Hirntod-Diagnose stellen, berei-
Niere, Leber, Lunge, Bauchspeicheldrüse und Augen ten dem Patienten zuvor schmerzhafte Erfahrungen:
etc. entnehmen zu können. Denn nach dem deutschen Der Eingriff dient nämlich in der Regel der Organ-
Transplantationsgesetz (TPG) dürfen lebenswichtige beschaffung, und nicht dem Wohl des Patienten. Die
Organe nur von Toten entnommen werden. Im Interesse klinische Untersuchung sieht u. a. vor: eine Provokation
der Organtransplantation hat sich die Definition des der Augenhornhaut mit einem Gegenstand; Stechen in
„Hirntods“ als Todeszeitpunkt des Menschen nahezu die Nasenwand; Reizen des Rachenraums mit einem
weltweit durchgesetzt. Behilflich wurde dabei auch die Gegenstand; Setzen eines heftigen Schmerzes zur Rei-
Bundesärztekammer. Sie konstatierte, dass mit dem zung von Reflexen; Reizung des Bronchialraums durch
Hirntod angeblich medizinisch-naturwissenschaft- Absaugkatheter; festes Drücken der Augäpfel; Gießen
lich der Tod des Menschen klar festgestellt sei. Wem von Eiswasser in die Gehörgänge. Zur Absicherung
ist schon bekannt, dass sich hinter der Bezeichnung der Diagnose wird gelegentlich eine Angiographie
„Bundesärztekammer“ ein nicht rechtsfähiger Ver- mit Kontrastmittelgabe durchgeführt. Dieses Testver-
ein von Landesärztekammern verbirgt, jedoch keine fahren kann beim noch lebenden Spender zu einem
öffentlich-rechtliche Institution auf Bundesebene, wie anaphylaktischen Schock mit Todesfolge führen. Die
der Name eigentlich impliziert! An der Feststellung der Deutsche Stiftung Organtransplantation empfiehlt als
Bundesärztekammer, dass mit dem Hirntod der Tod des letzte klinische Untersuchung den Apnoe-Test: das
Menschen festgestellt sei, ändert die Tatsache nichts, Abschalten der Herz-Lungen-Maschine. Dabei kann es
dass es sich bei dem Patienten zu diesem Zeitpunkt um zu Blutdruckabfall, Herz-Rhytmus-Störungen oder gar
einen Körper handelt, dessen Herz noch schlägt und zum Herzstillstand kommen.
den gesamten Kreislauf aufrechterhält, der noch seine Über belastende Untersuchungen, mögliche Gefahren
normale, warme Temperatur und Stoffwechsel aufweist. und Fehleinschätzungen bei der Hirntoddiagnostik
Auch das funktionsunfähige Gehirn ist noch durchblutet wird der spendenwillige Bürger jedoch derzeit nicht
und keineswegs erkaltet wie bei einem Toten. Daher ist aufgeklärt. Unbekannt bleibt, wie häufig Fehldiagnosen
es auch noch längst nicht in den Verwesungsprozess eines Gehirntods gestellt werden. Derartiges wird selbst-
übergegangen. Bis zur Feststellung des Gehirntods verständlich nicht in Fachzeitschriften publiziert. In-
(und damit juristisch gesehen: des Todes des Patienten dessen wurden Fälle bekannt, in denen bei „Hirntoten“,

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durch Fortsetzung lebenserhaltender Maßnahmen diese schnitten. Erst danach tritt der eigentliche, endgültige
Patienten wieder gesund wurden. Die Autoren einer Tod der ausgenommenen körperlichen Hülle des Patien-
entsprechenden Studie warnten vor der Fehldiagnose ten ein, jedoch nicht der entnommenen Organe, die in
des Hirntods.2 So wurde bei der 56-jährigen Gloria Crux anderen Patienten weiter leben und weiter funktionieren
der Hirntod diagnostiziert und prognostiziert, dass sie sollen. Dem SPD-Bundestagsabgeordneten Dr. Wolfgang
innerhalb von 48 Stunden sterben würde. Sie überlebte Wodarg, von Beruf Arzt, wurde die Bitte abgelehnt, als
aber, weil ihr Mann das Abschalten der Geräte verhin- Zuschauer einer Organentnahme beizuwohnen. Als
dern konnte. Eine weitere Betroffene, Frau Rosemarie Begründung wurde mitgeteilt, die einem Schlachtfeld
Körner, berichtete: ähnelnde Szene sei keinem Zuschauer zuzumuten. Und
dies wahrscheinlich aus gutem Grund! Der Blutverlust
„Hätte man ihm (ihrem damaligen Ehemann) auf- beim Aufschneiden eines noch von der Blutzirkulation
grund der mehrmaligen Hirntod-Diagnose Orga- durchpulsten, lebenden Körpers von der Kehle bis zum
ne entnommen, würde er heute nicht mehr leben, Schambein und das anschließende Ausschlachten von
nicht zum dritten Mal verheiratet sein.“ Organen führt fast zum totalen Blutverlust der körper-
lichen Hülle. Die Chirurgen stehen wegen der Blut- und
Vor der Organentnahme auf dem Operationstisch Wasserüberschwemmung des Fußbodens häufig auf
erhalten diese angeblich Toten häufig muskelentspan- Matten oder Tüchern.
nende und schmerzstillende Medikamente. Hier und Wie schon vorher erwähnt, werden übrigens nicht
da bekommen sie auch eine Vollnarkose oder werden nur Organe entnommen, sondern auch Gewebe. Infrage
örtlich anästhesiert. Nicht selten schnallt man sie auf kommt hier praktisch der gesamte Körper, z. B. die
dem Operationstisch fest, um irritierende Bewegungen Oberschenkelknochen. Für den Bestatter muss der Leich-
zu verhindern. Daraus ist unschwer zu entnehmen, dass nam („der Hampelmann“) dann erst wieder stabilisiert
die Organtransplanteure keineswegs davon ausgehen, werden – zum Beispiel, indem man ihn mit Besenstielen

Vor der Organentnahme auf dem Operationstisch


erhalten die angeblich Toten häufig muskelentspan-
nende und schmerzstillende Medikamente.

dass der Organspender, dem auf dem Operationstisch le- austopft und zunäht. Herausgenommene Augen werden
bendfrische, warme Organe – etwa das noch schlagende zugeklebt oder durch Glasaugen ersetzt. Wie in der
Herz – herausgeschnitten werden, bereits im eigentlichen Ärztezeitung vom 31. August 2000 zu lesen war, hält der
Sinne tot und ohne jedes Schmerzempfinden sei. Ganz im britische Anästhesist Dr. Peter Young es grundsätzlich
Gegenteil! Wie bei einem operierten, lebenden Patienten für möglich, dass hirntote Patienten bei der Organent-
reagiert auch der Hirntote auf unbewusste Schmerzen: nahme Schmerzen empfinden können. Andere britische
Die Pulsfrequenz schnellt hoch, der Blutdruck verändert Narkose-Fachärzte haben dem zugestimmt. Dr. Philip
sich, Hormone werden ausgeschüttet. Ein wirklicher Keep vom Norfolk und Norvich Hospital, Norvich, ließ
Toter, ein Leichnam, ist zu solchen Reaktionen selbstver- die Hörer eines Radio-Programms der BBC wissen, dass
ständlich nicht mehr fähig. Da ein Schmerzempfinden in er eine Organspende für sich persönlich ablehne. Er
solchen Fällen nicht mit letzter Sicherheit ausgeschlossen erklärte dazu:
werden kann, ist in der Schweiz bei der Organentnahme
am „Toten“ inzwischen eine Vollnarkose vorgeschrieben. „Ich habe während meiner langjährigen Arbeit im
Selbst die Deutsche Stiftung Organtransplantation OP dutzende hirntote Organspender gesehen, die
empfiehlt zur „Optimierung des chirurgischen Eingriffs“ bei der Entnahme der Organe Reaktionen zeigten.
5 Fentanyl, ein synthetisches Opioid. Es ist eines der Ich möchte und kann nicht ausschließen, dass dies
stärksten Schmerzmittel – ca. 100 Mal stärker als Mor- auf ein gewisses Schmerzempfinden des Organ-
phin. Gescheut wird die Empfehlung einer Vollnarkose, spenders hindeutet.“
wahrscheinlich weil dies auch dem Laien offenbaren
würde, dass der tote Organspender in Wirklichkeit noch Er vertritt daher die Auffassung, dass hirntote Or-
gar nicht tot ist. ganspender vor einer Organentnahme grundsätzlich
Zu Zwecken der Organentnahme wird der auf dem anästhesiert werden sollten. Die Verabreichung einer
OP-Tisch liegende Körper des Hirntoten von der Kehle Vollnarkose oder stärkster Schmerzmittel schließt wohl
bis zum Schambein aufgeschnitten bzw. aufgesägt. Als die Annahme aus, dass deren Körper schon tot seien.
Erstes gießt man sodann Eiswasser in den aufgeklappten Doch in der Anatomie gibt es Probleme dieser Art nicht.
Körper, dann werden die einzelnen Organe herausge-

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Gemäß heutiger Neurowissenschaft sind die Einge- dies richtig, so wird jeder „gehirntote“ Organspender von
weide von mehr als 100 Millionen Nervenzellen umhüllt. den Transplantationschirurgen auf dem OP-Tisch erst
Dieses „zweite Gehirn“ ist gleichsam ein Abbild des durch die Entnahme seiner Organe getötet. So wundert
Kopfhirns: Zelltypen, Wirkstoffe und Rezeptoren sind es nicht, dass Papst Benedikt XVI. forderte, dass Organe
exakt gleich. Oft entscheidet der Mensch buchstäblich nur ex KADAVERE (vom Leichnam) entnommen werden
„aus dem Bauch heraus“. Solange „das Bauchhirn“ noch dürften. Er selbst zog seine Bereitschaftserklärung zur
lebt, kann es die Todesdefinition „Hirntod = Tod“ nicht persönlichen Organspende zurück.
geben. Das gilt natürlich auch für das Herz und seine Wegen der völlig unzulänglichen Aufklärung durch
Intelligenz. Auch nach dem Hirntod kann es weiter Politik und Medien erwarten auch die Mitglieder der
schlagen. So liest man beispielsweise im Buch „Die Initiative „Kritische Aufklärung über Organtransplanta-
Herz-Intelligenz-Methode“3: tion e.V.“ (KAO), dass seitens der dafür Verantwortlichen
endlich eingestanden wird, dass der „Hirntod“ keine
„Dank seiner komplexen Schaltkreise kann es [das wissenschaftliche, sondern eine juristische Definition
Herz] unabhängig vom Gehirn im Kopf arbeiten. ist, um von einem sterbenden, lebenden Menschen
Es kann lernen, sich erinnern, ja selbst fühlen straffrei lebendfrische Organe entnehmen zu können.
und empfinden.“ Diese Initiative wurde von Eltern gegründet, die ihre

Die Verabreichung einer Vollnarkose oder stärkster


Schmerzmittel schließt wohl die Annahme aus, dass
der Körper schon tot seien.

Nicht umsonst sagt man, uns „geht etwas zu Herzen“, verunglückten Kinder zur Organentnahme freigegeben
„das Herz wird schwer“ oder das Herz könne „brechen“. hatten, ohne zuvor über den allumfassenden Sachverhalt
In der Beilage „Organspende und Selbstbestimmung“ ordnungsgemäß aufgeklärt worden zu sein. Sie hatten
der Zeitschrift Das Parlament 4 war in dem Artikel „Wie erst nach der Entnahme begriffen, dass lebende Organe
tot sind Hirntote? Alte Fragen – Neue Antworten!“ u. a. nicht von Menschen entnommen werden können, die
zu lesen: bereits wirklich tot sind, wie sie vorher angenommen
hatten. Zahlreiche dieser Eltern haben sich öffentlich
„Kritiker der Gleichsetzung von Tod und Hirntod geäußert. Darunter auch Frau Renate Greinert, deren
wie der Philosoph und Nobelpreisträger Hans Jo- umfangreicher Äußerung folgende Passagen zu ent-
nas halten am klassischen Todeskonzept fest. Sie nehmen sind:
plädieren dafür, den Komapatienten oder den Hirn-
toten im Zweifel so zu behandeln, als sei er noch „Wir befinden uns durch die Transplantationsme-
auf der Seite des Lebens, da wir die exakte Gren- dizin im modernen Kannibalismus. Der Mensch
ze zwischen Leben und Tod nicht kennen und der reißt seinem Gegenüber nicht mehr sein Herz aus
Mensch nicht von seinem Körper zu trennen oder der Brust und verspeist es zur eigenen Kraftge-
im Gehirn zu lokalisieren sei.“ winnung, nein, in der heutigen Zeit legt sich der
Mensch auf einen Operationstisch, schließt die Au-
Jonas warnt davor, das Hirntod-Kriterium in den gen und lässt einverleiben.…Ich gab den Kampf um
Dienst der Organ-Beschaffung zu stellen. Der The- meinen Sohn auf, weil der Arzt sagte, Christian
rapieabbruch bei hirntoten Patienten sei nur dann sei tot. Eine ungeheuerliche Situation: Ich wende
gerechtfertigt, wenn er dem Interesse des Patienten mich von meinem Kind ab, das warm ist, leben-
selbst diene, aber nicht für fremdnützige Zwecke. Auch dig aussieht und behandelt wird wie ein Lebender,
Gehirnforscher und andere Wissenschaftler stellten fest, weil der Arzt sagt, mein Kind ist tot. Ich musste
dass die Gleichsetzung von Hirntod und Tod aus physiolo- gegen mein eigenes Empfinden glauben. Ich habe
gischer Sicht unhaltbar sei, ebenso wie die Gleichsetzung meinen Sohn vor seiner Beerdigung noch einmal
hirntoter Patienten mit Leichen. Dr. Manfred Lütz, gesehen. Er erinnerte mich an ein ausgeschlach-
Theologe, Arzt und Mitglied im Direktorium der Päpst- tetes Auto, dessen unbrauchbare Teile lieblos auf
lichen Akademie für das Leben äußerte sich in einem den Müll geworfen wurden. Wir waren bereit ge-
Radio-Interview wie folgt: „Was die Kirche sagen kann, wesen, ein Organ zu spenden, jetzt erfuhr ich,
ist: Man darf nicht jemanden töten, um an seine Organe dass die Mediziner meinem Sohn Herz, Leber,
zu kommen.“ So stellte auch das „Presidents’ Council on Nieren und Augen entnommen hatten, man hat-
Bioethics“ (USA) 2008 eindeutig klar: „Der Hirntod ist te ihm sogar die Beckenkammknochen aus dem
naturwissenschaftlich nicht dem Tod gleichzusetzen.“ Ist Körper gesägt. Zerlegt in Einzelteile war er dann

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über Europa verteilt worden. Er war zum Recy- noch empfinden kann. Ich werfe mir vor, dass ich
clinggut geworden. Ich war gar kein Einzelfall, tatsächlich meinen Sohn für tot hielt, als die Ärz-
wie mir eingeredet werden sollte. Alle diese An- te mir das verkündeten, obwohl er sich durch die
gehörigen waren – wie ich – unaufgeklärt oder Hirntod-Feststellung in keiner Weise verändert
falsch informiert in die Organentnahme manipu- hatte. So aber fühle ich mich über den Tisch ge-
liert worden. Alle Angehörigen der Organspender zogen, meine Unwissenheit wurde ausgenutzt. Ich
sind davon ausgegangen, dass ihre Kinder so tot habe mir oft überlegt, was ich denn hätte wissen
waren, wie man sich TOT-SEIN vorstellt. Alle er- müssen, um eine begründete Entscheidung treffen
innerten sich daran, dass ihre Kinder aber gera- zu können. Vielleicht hätte schon folgende Frage
de nicht kalt, starr, leblos und ohne Atem waren. ausgereicht: ‚Ihr Sohn liegt im Sterben. Sind Sie
Im Gegenteil: Sie waren warm, einige schwitzten, damit einverstanden, dass er auf dem OP-Tisch
sie wurden wie Patienten versorgt und behandelt. zu Ende stirbt, während ihm die Organe entnom-
Die Mütter erzählen von nächtlichen Albträumen, men werden?‘ Ich hoffe, dass ich dann die Ärzte
in denen ihre Kinder schreien und ihnen vorwer- vom Hof gejagt hätte. Wer möchte sein Kind schon
fen, sie verlassen zu haben. Und das genau haben auf solch schreckliche Weise sterben lassen? […]
wir getan. Es ist nicht zum Aushalten! Wir finden Wenn ich gewusst hätte, dass es begründete Zwei-
keinen Weg aus der Schuld. Kassierer, Gewinner fel am Hirntod-Konzept gibt, hätte ich meine Zu-
ist der Transplantationsmediziner, der seinem stimmung zur Organentnahme nie gegeben – wer
Traum, den Tod zu besiegen, einen wesentlichen möchte seinen hilflosen Angehörigen solch einem
Schritt näher gekommen ist. Die Gesellschaft wird ungewissen und grausamen Sterben ausliefern?
mit ihrer Angst vor dem Sterben so manipuliert, […] Statt von der 100-prozentigen Zuverlässigkeit
dass wir uns alle nur in der Rolle der Organemp- der Hirntod-Diagnostik zu fabulieren, sollte man

Wir befinden uns durch die Transplantationsmedizin im modernen Kannibalismus.

fänger sehen, aber nicht als Lieferant. Die Akzep- die Öffentlichkeit darüber informieren, dass Studi-
tanz der Organspende beruht darauf, dass keiner en das Gegenteil belegen. Statt den schwammigen
mehr sterben will. Jeder hofft, auf Kosten eines Begriff der Nächstenliebe zu verwenden, sollten
anderen zu überleben. Über Organverteilerstel- gerade die Kirchen ein Interesse daran haben, ihre
len werden sie wie Ware angeboten und in Europa sterbenden Mitglieder nicht schutzlos der Medi-
verteilt. Entnommen und in Kühlboxen verpackt zin auszuliefern, sondern ihnen einen Übergang
werden sie per Hubschrauber oder Jet in Trans- in Würde und Ruhe zu ermöglichen. Und die DSO
plantationszentren geflogen und verwertet. Der sollte nicht dauernd von Solidarität in der Gesell-
Mensch verkommt zum Sonderangebot, tiefgefro- schaft reden und damit die Ausbeutung des Einen
ren bis zur Verwertung. Wollen wir das wirklich zugunsten eines Anderen meinen. Zusammen mit
oder sollten wir nicht endlich Einhalt gebieten? der Pharma-Industrie, die an den Transplantier-
Es war ein langwieriger Prozess, zu begreifen, ten, die ja Dauerpatienten sind, viel Geld verdient,
dass Sterben etwas Alltägliches ist, dass der Tod ist hier ein Kartell entstanden, das Informationen
die Krönung des Lebens ist. Die einzige Alternati- nur dann fördert, wenn sie Werbung für Organ-
ve zur Transplantationsmedizin für Spender und spende darstellen. Sonst tut man alles, um die Öf-
Empfänger von Organen, für jeden von uns, ist die fentlichkeit nur in eine Richtung zu beeinflussen.“
Akzeptanz des Sterbens.“
Stets wird versucht zu verhindern, dass Angehörige
Frau Renate Focke, Mutter des 1997 verunglückten die ausgeschlachtete, leblose körperliche Hülle des
Arnd, äußerte in der Schrift der KAO „Organspende – Die „Organspenders“ nach der Entnahme sehen. Diejeni-
verschwiegene Seite“, dass im Fall ihres Sohnes eindeutig gen, denen es dennoch gelingt, sind entsetzt. Der sich
gravierende Verstöße gegen das Transplantationsgesetz ihnen bietende Anblick verfolgt sie meist ihr ganzes
begangen worden seien. Ihr Ehemann, Gebhard Focke, Leben lang. Das Gesicht des Spenders zeigt nicht den
äußerte sich dort wie folgt: beseelten Frieden von Menschen, die man in Würde hat
sterben lassen. Sie spiegeln vielmehr Furcht, Angst und
„Ich werfe mir vor, dass ich ihn habe sterben las- fürchterliche Schmerzen wider. Blonde Haare junger
sen, während er aufgesägt und aufgeschnitten Menschen sind ergraut oder weiß geworden. Die Haut des
wurde, während er mit kalter Perfusionslösung entbluteten Körpers zeigt sich in einem unnatürlichen
durchspült wurde – und das alles ohne Narkose. grauweißen Farbton. So äußerte sich Frau Gisela Meyer,
Keiner weiß aber genau, was ein sog. ‚Hirntoter‘ Mutter des verunglückten Sohns Lorenz wie folgt:

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„Beim Anblick meines Sohns glaubte ich zunächst Callgirls erhalten hatte, konnte danach von Sex nicht
an einen Irrtum. Ich erkannte ihn nicht, weil sein mehr genug bekommen. Ein Arbeiter ohne kulturelle
zuvor unverletztes Gesicht so entstellt war. Bis da- Neigungen, dem man die Leber eines jungen Geigers
hin hatte ich schon als Krankenschwester und in übertragen hatte, interessierte sich plötzlich für klas-
der eigenen Familie Sterbende begleitet und in das sische Musik. Ein zehnjähriges Mädchen wurde seit der
Gesicht von Verstorbenen geschaut. Ich hatte kei- Transplantation von schweren Albträumen geplagt. Es
ne Berührungsängste und kannte den friedlichen hatte das Herz einer Achtjährigen erhalten, die ermordet
und entspannten Gesichtsausdruck, der sich oft bei worden war. Die Empfängerin des Herzens konnte das
Verstorbenen einstellt. Das Gesicht meines Kindes Verbrechen an der Organspenderin so genau beschrei-
war hingegen ganz klein geworden, die Lippen, ben, dass die Polizei den Täter ermitteln und festnehmen
seine schönen vollen Lippen, waren zusammenge- konnte. Direkt nach einer Transplantation treten auch
presst, der Gesichtsausdruck sah nach Schmerzen Euphorie, Verwirrtheitszustände und halluzinative
aus. Seine Haare waren nass, die Augen mit Mull- Erlebnisse auf. Typisch sind Wahnideen von Raub und
lagen bedeckt und kreuzweise verklebt. Entgegen Tötung. Die Ärzte, die mit diesen Problemen überhaupt
den Behauptungen der Transplantationsmediziner nicht vertraut sind, führen dies zumeist auf Folgen der
bin ich überzeugt, dass mein Kind bei der Organ- verordneten Medikamente zurück. Dies alles ist noch
entnahme Schmerzen erlitten hat. In seinem Ster- ein großes, dunkles, unübersehbares Feld!
ben war ihm noch Schlimmes widerfahren. Nach Zieht man aus all dem die Bilanz, lässt sich unschwer
der Krankenakte, die wir später lasen, bekam er erkennen: Die Diagnose „Gehirntod“ bedeutet für einen
eine Lokalanästhesie – warum? Hatte er sich bei im Sterbevorgang lebenden Patienten das endgültige
der Operation bewegt? Hatte der Arzt gemerkt, Todesurteil, und zwar durchgeführt auf grausamste
dass er mit Schmerzen reagierte? […]“ Weise. Vollstreckt wird es von Chirurgen auf dem Ope-

Stets wird versucht zu verhindern, dass Angehörige


die ausgeschlachtete, leblose körperliche Hülle des
„Organspenders“ nach der Entnahme sehen.

Darüber, wie viele Organtransplantationen miss- rationstisch anlässlich der Organentnahme. Die Spuren
glücken, wird nicht gesprochen – zumindest nicht in dieses Vorganges werden von den Angehörigen danach
der Öffentlichkeit. Der Empfänger erhofft sich die Ver- auch in der Leichenhalle wahrgenommen – soweit es
längerung seines Lebens mit dem fremden Organ. Am überhaupt dazu kommt.
eigenen Körper muss er dann erfahren, was es bedeutet, Da der Mensch entgegen der atheistischen, materi-
für den Rest seines Lebens in die Abhängigkeit vom ellen medizinischen Wissenschaft nicht nur aus einem
Transplanteur und anderer Ärzte zu kommen. Mit hohen organischen Körper besteht, sondern eine Einheit aus
Cortisongaben und anderen Medikamenten müssen die Körper, Geist und Seele bildet, die sich wechselseitig völ-
Abstoßungsreaktionen des fremden Organs ständig lig durchdringen, bleibt es der Phantasie des Einzelnen
bekämpft werden. Das setzt die eigene Immunkraft überlassen, was die „Organ-Geist-Seele-Transplantation“
herab und hebt sie letztlich auf. Bakterien, Viren und für Spender und Empfänger in Wahrheit bedeuten muss
Pilze haben freien Eingang in den ungeschützten Körper und welche Folgen dies hat – nicht nur im körperlichen,
des Empfängers und können sich dort ungehindert sondern auch im geistig-seelischen Bereich. So fragt
vermehren. Die Pharma-Industrie verdient exzellent auch der Verein Kritische Aufklärung über Organtrans-
an Organempfängern. Die monatlichen Medikamenten- plantation e.V. (KAO) in seiner Schrift „HIRNTOD – Der
kosten betragen oft tausende Euro. Hier und da müssen neue Tod bei lebendigem Leib“:
verbrauchte, eingesetzte Organe durch wiederum neu
beschaffte ersetzt werden! Mancher Organempfän- „Sollen wir das christliche Menschenbild von der
ger stirbt qualvoll an Infektionen, gegen die sich sein Ganzheit des Menschen aus LEIB, SEELE, GEIST
Körper nicht mehr wehren kann. Der Preis, den der aufgeben und das Maschinenmodell der Trans-
Organempfänger für die gewonnene Verlängerung des plantationsmedizin übernehmen?“
Lebens seines irdischen Körpers zahlt, ist hoch. Das
fremde Organ wird nie ein eigenes. Häufig sind auch Mediziner klären Organspender oder deren Ange-
Wesensveränderungen zu beobachten.5 Vegetarier, hörige und Organempfänger selbstverständlich nicht
denen das Organ eines Fleischessers eingepflanzt wurde, über solche Aspekte auf. Sie können es auch nicht, weil
verspüren beispielsweise plötzlich einen wilden Hunger ihre atheistische, materielle Medizin-Wissenschaft wohl
auf Fleisch. Eine 35-jährige Frau, die das Herz eines den irdischen menschlichen Körper, nicht aber dessen

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medizinischer Kannibalismus

Geist und Seele kennt. Im Interesse der Einwilligung zur „Ein Hirntoter ist nach allgemeiner Definition ein
Organspende und dem Wunsch nach der Einverleibung Mensch mit einer starken Gehirnschädigung. Und
von Organen anderer Menschen wird aber auch viel von diese ist vermutlich irreversibel. Das bedeutet aber
dem verschwiegen, was sie im Bereich dieser materiel- nicht, dass er tot ist.“
len Welt zu erkennen vermögen. Der Verein Kritische
Aufklärung über Organtransplantation e.V. zitiert den Prof. Andreas Brenner, mit der Behauptung konfron-
Transplantations-Medizin-Professor Rudolf Pichlmayr in tiert, in den USA disktutiere man inzwischen darüber,
seiner Schrift „Organspende – Die verschwiegene Seite“: die „Gehirntod“-Definition fallen zu lassen und von
„Wenn wir die Gesellschaft über die Organspende auf- Tötung zu sprechen, äußerte sich wie folgt:
klären, bekommen wir keine Organe mehr.“ Aufklärung
erfolgt daher hauptsächlich einseitig „pro Organspende“. „Ja, man findet das Hirntod-Konzept einerseits
Nicht verwunderlich ist in diesem Zusammenhang die nicht schlüssig und gibt zu, dass Organentnah-
Meinung des Vorsitzenden der Ständigen Kommission me bei Hirntod eine Tötung ist, will aber mit der
Organtransplantation der Bundesärztekammer, Prof. Transplantationsmedizin trotzdem weitermachen.
Hans Lilie: Man überlegt sich nun, die Organentnahme als

Es bleibt der Phantasie des Einzelnen überlassen, was


die „Organ-Geist-Seele-Transplantation“ für Spender und
Empfänger in Wahrheit bedeuten muss.

„Es bleibt dem Einzelnen überlassen, sich selber ,justified killing‘ zu betrachten, als gerechtfertig-
die notwendigen Informationen zu besorgen, so- tes Töten. Das ist verheerend. Damit verabschiedet
dass eine Organspende auch dann zulässig ist, man sich vom Geist des über 2.000 Jahre gelten-
wenn der Betreffende sich für die Spende ausge- den hippokratischen Eids, nach dem die Ärzte das
sprochen hat, ohne über die Einzelheiten zuvor Leben nicht beenden dürfen.“8
aufgeklärt worden zu sein.“6
Von Professor Wolfgang Waldstein, Ordinarius an
Dr. med. M. O. Bruker, dessen Gesundheitsbücher in der Zivilrechtlichen Fakultät der Päpstlichen Lateralen
über drei Millionen Exemplaren vertrieben wurden, Universität und Mitglied der Päpstlichen Akademie
äußerte sich wie folgt: für das Leben, stammt u. a. folgende Äußerung vom
Februar 2012:
„Ich schäme mich für den Ärztestand, dass nicht
alle Kolleginnen und Kollegen aufstehen und laut „Die absurde Formel der Transplantationsmedi-
NEIN sagen zu der Art der Auf klärung über die zin lautet: Leben retten durch Töten. Und dieses
Organtransplantation. Sie befürworten damit still- Töten wird kurzerhand als ,justifiable necessity
schweigend ein dunkles Geschäft, das unethisch for procuring transplantable organs‘ [gerechtfer-
und unmoralisch betrieben wird. Es setzt sich über tigte Notwendigkeit, transplantierbare Organe zu
die Menschenwürde hinweg und nimmt eine Tö- beschaffen] erklärt. Wer kann dieses Töten wirk-
tung des Lebenden billigend in Kauf. Von dieser lich rechtfertigen? Das Problem der Forderung der
Art der Geschäftemacherei distanziere ich mich Bereitschaft zur Organspende liegt darin, dass sie
auf das Schärfste und mit ihr sicher der größte die wohl meist nicht bewusste Bereitschaft ein-
Teil der Ärzte.“ Er schrieb auch: „Heute gilt – wie schließt, sich töten zu lassen. Und das darf nicht
absurd – der ‚Hirntod‘ als Gesamttod, obwohl kei- verschwiegen werden.“9
ne ausreichenden Beweise dafür vorliegen. Auf
diese Weise wurde durch die Gesetzgebung ein Nach alledem sind die hier gegebenen Informationen
Freispruch für alle ‚Handlanger‘ dieses ‚Mords- insgesamt zur Entscheidungsfindung des Einzelfalls
geschäfts‘ erreicht.“ 7 unentbehrlich, denn die Quelle vieler Leiden ist die Un-
wissenheit. Wissen jedoch hilft, viele Leiden zu vermei-
Andreas Brenner, Philosophie-Professor an der den. Dass die Medizin der Zukunft – nach Überwindung
Universität Basel und an der Fachhochschule Nord- des materiellen Zeitalters – die gegen jede natürliche
west-Schweiz, der sich insbesondere mit Bioethik und Ordnung gerichteten, perversen Organtransplantationen
Biopolitik befaßt, antwortete auf die Frage, ob der nicht mehr kennen wird, steht für mich fest.
Mensch tot ist, wenn sein Gehirn nicht mehr funktioniert:

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medizinischer Kannibalismus

Endnoten 5 Hierzu berichteten wir bereits in NEXUS-Ausgabe 1.


6 Aus seinem Vortrag beim 110. Deutschen Ärztetag in
1 Siehe „Herzloser Tod – Das Dilemma der Organspende“, Münster am 16.05.2007
S. 192 ff. 7 Aus „Sterben auf Bestellung – Fakten zur Organent-
2 www.das-parlament.de/2011/20-21/Beilage/001.html nahme“, Hrsg. Ilse Gutjahr, Dr. phil. Mathias Jung.
3 VAK-Verlag, S. 56 8 Aargauer Zeitung vom 9.8.2011
4 Ausgabe 20 / 21 2011 9 Die Tagespost, 11.2.2012, Nr. 18 / Nr. 6 ASZ

Über den Autor


Dr. jur. Georg Meinecke, geb. am 31.01.1926 in Arnsberg / Westfalen, verbrachte seit 1957 sein Berufsleben als Rechts-
anwalt in Köln. Er ist Gründer und Seniorpartner der Anwaltssozietät Meinecke & Meinecke in Köln. Sein Erfolg als
Rechtsanwalt in Köln und sein Einsatz für die Grund- und Menschenrechte führten u. a. dazu, dass er mit von ihm
geführten Prozessen Mitte der 70er Jahre zum Vorbild der immer wieder ausgestrahlten 39-teiligen ZDF-Fernsehserie
„Der Anwalt“ avancierte.
Danach spezialisierte er sich auf die Beratung und Vertretung von durch Behandlungsfehler geschädigten Patienten
oder deren Hinterbliebenen und war in tausenden derartigen Mandaten gegen Ärzte und Krankenhäuser tätig. Nach
seinem beruflichen Ausscheiden als Anwalt verfasste er zunächst seine Bücher „Der Königsweg zu Gesundheit und
hohem Alter“ und „Gesund für immer – Die Revolution im Gesundheitswesen“. Seine Broschüre „Papst Benedikt XVI.:
Jesus von Nazareth aß kein Osterlamm – Hat Jesus sich menschengerecht ernährt?“ ist eine revolutionäre Botschaft,
die jeder Christ kennen sollte. Dr. Meinecke ist per Email unter fam.meinecke@gmx.de zu erreichen.

Anm. d. Redaktion: Kurz vor aber es war wirklich nicht mehr wenn es Zeit ist. Und ich bin frei
Drucklegung erreichte uns noch der Wolfi. Heute weiß ich, warum. von Angst. Zumindest jetzt. Und
folgender Leserbrief: Ich hab damals gar nicht realisiert, wenn es dann soweit ist, werden
dass sie ihn lebendig zerschnitten mir auch alle Engel helfen.
„Vor etwas mehr als 13 Jahren haben. Ich darf das seiner Mutter 1995 hatte ich selber einen Unfall
hatte der Freund meiner Tochter gar nicht sagen, die würde sterben. und ich war damals im Kranken-
Christine einen Autounfall mit we- Was tut man in so einem Fall? Ich bett soooo dankbar (sechs Wochen
nigen Verletzungen aber Gehirn- habe für mich beschlossen, sie zu Intensiv), dass ich einem inneren
druck im Ausmaß des zehnfachen verschonen. Sie ging damals mehr Drang zufolge KEINEN Pass bei
Normalwerts. Nach einigen Tagen als ein Jahr lang jeden Tag ans mir trug (wie irgendwo empfoh-
wurde der Gehirntod festgestellt. Grab. (Er war erst 19 Jahre jung.) len), dass ich Organe spende, wenn
Die Eltern wurden gefragt, ob Ich hab ihr dann einmal gesagt, … Ich war mehr tot als lebendig
die Geräte abgeschaltett werden dass er keine Ruhe finden kann, damals. Das dumpfe Gefühl, ich
sollten oder nicht, und ob sie weil sie ihn nicht gehen lässt und hätte dran glauben müssen, wenn
einer Organentnahme zustimmen habe ihr Behandlungen gemacht so ein Pass gefunden worden wäre,
würden. „Nein“, war die Antwort. und es wurde allmählich besser. umfängt mich noch heute … heute
Igendwo schnappten wir die Info Aber als sie bei meinem fünfzigs- eigentlich erst recht. DANKE für
auf, sie dürften dies hier in Öster- ten Geburtstag meine Enkelin sah, deine Aufklärung! Es war schreck-
reich trotzdem tun. Meine Tochter musste sie so weinen, dass sie nicht lich, den ganzen Bericht zu lesen
sah in den Sarg und wollte ein mehr sprechen konnte. Es hätte und ich hab geweint vor Schmerz,
letzten Mal ihren Wolfi sehen. Das auch ihre Enkelin werden können, aber es ist mehr als wichtig, das
sei nicht mehr ihr Wolfi, waren wenn nicht … alles zu wissen!
ihre Worte. Ich hab ihn mir auch Ich habe für mich selber be- Mir scheint, das Geschäft mit
angesehen. Und ich habe zuvor schlossen, einen Text bei mir zu der Organspende baut unter an-
schon Tote gesehen. Aber das war tragen, der ausdrücklich darauf derem auch auf dieser Ohnmacht
schlimm. Da war keine Seligkeit hinweist, dass ich keine Organ- und dem folgendem Stillschweigen
zu sehen, sondern eine verzerrte spende erhalten darf, selbst wenn auf. Wie menschenverachtend!“
Grimasse. Man sah zwar nichts, es möglich wäre. Ich will gehen,

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