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John L.

Austin – Zur Theorie der Sprechakte


1. Vorlesung

„Die Erscheinung, um die es hier geht, ist sehr verbreitet und liegt ganz offen zutage; hier
und da müssen andere sie bemerkt haben. Aber ich habe noch niemanden gefunden der sich
richtig darum gekümmert hätte.“ (Austin, 26)

Ausgangspunkt der Überlegungen:


- Aussagen beschreiben Sachverhalte und können wahr oder falsch sein
o Bestimmte „Sätze“ sind keine einfachen Beschreibungen
ƒ Fragen, Aufforderungen, etc
o Syntaktisch korrekte Sätze können inhaltlich unsinnig sein
ƒ Es regnet, weil draußen die Sonne scheint.
Æ Definition so nicht haltbar, Anpassung notwendig

Aussagen, die etwas beschreiben: konstative Äußerung (Konstativa)


- Tatsachenfeststellungen und -beschreibungen

Aussagen, die etwas tun: performative Äußerung (Performativa)


- beschreiben nichts, sind nicht wahr oder falsch, vollziehen eine Handlung
- Taufe, Hochzeit, Wette, Versprechen, etc
- Satz äußern heißt: Etwas tun!

„Das Äußern der Worte ist gewöhnlich durchaus ein entscheidendes oder sogar das
entscheidende Ereignis um Vollzuge der Handlung […]“ (Austin, 31)
Æ Handlung ist losgelöst von bestimmten Abläufen und wird zentral an die Äußerung
gebunden
Gelingensbedingungen für Performativa:
- Umstände müssen passen
- „Sprecher“ muss zusätzliche weitere Handlungen vollziehen (Vollständig)
- Befugnis zur Durchführung der Handlung ist erforderlich
- Ernsthaftigkeit der Äußerung (Intentionalität)
Æ Eine performative Äußerung funktioniert nur innerhalb bestimmter sozialer Gefüge
und muss als solche erkannt und wahrgenommen werden.

„Falsche Äußerungen“
- Performativa die nicht unter den o.g. Bedingungen geäußert werden, werde
dadurch nicht falsch
- Handlung kann als unehrlich beschrieben werden oder wird nichtig
- Unehrliche Aussagen entbinden nicht von den konventionellen Auflagen an die
Handlung