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Stand: 21.11.

2013

µC Versuch: vertiefende
Test und Diagnosesystem am Messfahrzeug Kfz-Elektronik
Porsche Cayman R
Hochschule für Technik und
Wirtschaft Dresden

Inhaltsverzeichnis
1. Ziel des Versuches ........................................................................................................................ 2
2. Porsche Cayman R ........................................................................................................................ 2
2.1. Technische Daten .......................................................................................................................... 2
2.2. Motorelektronik ............................................................................................................................ 4
2.2.1. Kraftstoff – und Zündanlage ...................................................................................................... 5
2.2.2. Abgasnachbehandlung ............................................................................................................... 7
2.2.3. Bussysteme ................................................................................................................................ 8

3. Messsysteme................................................................................................................................. 9
3.1. Multimeter METRAhit X-Tra von Gossen Metrawatt.................................................................... 9
3.2. Testsystem KTS 520....................................................................................................................... 9
3.3. Fahrzeug System Analyse - FSA 740 [15] .................................................................................... 10
3.4. Porsche -CAN -Test (PCT) ............................................................................................................ 11
3.5. Vector- Informatik CANalyzer/CANoe......................................................................................... 11
3.6. Porsche Interaktiver Diagnose-Tester (PIDT) .............................................................................. 11

4. Versuchsdurchführung ............................................................................................................. 13
4.1. Abgasnachbehandlung - Multimeter .......................................................................................... 13
4.2. KTS 520........................................................................................................................................ 13
4.3. FSA 740........................................................................................................................................ 14
4.4. PCT .............................................................................................................................................. 16
4.5. CANoe ......................................................................................................................................... 16
4.6. PIDT ............................................................................................................................................. 17

5. Auswertung .............................................................................................................................. 18
6. Literaturverzeichnis .................................................................................................................. 19
Ziel des Versuches
Ziel des Versuches ist es einzelne Diagnosemöglichkeiten an Kraftfahrzeugen kennen zu lernen.
Außerdem soll das Prinzip der Benzin-Direkt-Einspritzung in einem Motronic –Systems verdeutlicht
werden.

Porsche Cayman R
Der Cayman wurde 2005 mit der werksinternen Bezeichnung 987, in den Markt eingeführt und wird
in Zuffenhausen bzw. bei Valmet Automotive in Finnland gefertigt [1]. Seid 2011 wird eine weiter
Version, der Cayman R angeboten. Dieses Version unterscheidet sich im wesentlich durch ein
besseres Leistungsgewicht und eine verbesserte Aerodynamik, zur Basisversion. Es wurde auf viele
Komfortapplikationen wie z.B. Dämmmaterial und Türablagen verzichtet. Außerdem werden die
Türen und die Motorhaube aus Aluminium gefertigt. [2]

2.1. Technische Daten


Tabelle 1: Technische Daten Cayman R [3] [4]

Bauart/Anordnung Boxer/Mittelmotor
Zylinderzahl 6
Ventile/Zylinder 4
Hubraum 3436 cm3
Bohrung 97mm
Hub 77,5mm
Motorleistung 243 KW; 330 PS (bei 7400 1/min)
max. Drehmoment 370 Nm (bei 4750 1/min)
Leistungsgewicht 5,4 kg/KW
Sprint 0 - 100 km/h 4,9 s
Abregeldrehzahl 7500 1/min
Leergewicht nach DIN 1320 kg
Luftwiderstandsbeiwert cw = 0,30
CO2 – Emissionen 221 g/km

Abbildung 1:Volllastkurve Cayman R [4]

2
Abbildung 2: Durchsicht Cayman [5 S. 47]

Abbildung 3 Motor Cayman [5 S. 37]

3
Abbildung 4: Motronic- System [8 S. 14]
(1-Aktivkohlebehälter, 2-Heißfilm- Luftmassenmesser, 3-Drosselvorrichtung,
3 4-Tankentlüftungsventil,
Tankentlüftungsventil, 5-Saugrohrdrucksensor,
5
6-Ladungsbewegungsklappe, 7-Hochdr
Hochdruckpumpe, 8-Rail mit Hochdruck- Einspritzventil,
ritzventil, 9-Nockenwellenversteller,
9 10-
Zündspule mit Zündkerze, 11-Nockenwellen
Nockenwellen Phasensensor, 12-Breitband
12 LambdaSonde (LSU), 13-digitale
13 Motorelektronik, 14-
Abgasrückführventil, 15-Drehzahlsensor,
Drehzahlsensor, 16-Klopfsensor,
16 17-Motortemperatursensor, 18 Vorkatalysator,
Vorkatalys 19 Lambda-Sonde,
20 Hauptkatalysator, 21-CAN-Schnittstelle,
Schnittstelle, 22-Diagnoselampe,
22 23-Diagnoseschnittstelle, 24 Schnittstelle, 25-Fahrpedalmodul,
25
26-Kraftstoffbehälter, 27-Kraftstoffförder
Kraftstofffördermodul mit Elektrokraftstoffpumpe)

2.2. Motorelektronik
Im Cayman kommt ein Motronic - System zum Einsatz. In diesem gibt es keine mechanische
Verbindung zwischen dem Gaspedal und der Drosseleinrichtung. Der Fahrerwunsch wird über einen
Pedalwegsensor, dem Steuergerät als Spannungswert übermittelt. Im Steuergerät
Steuerger werden je nach
Fahrerwunsch Signale erzeugt die den Öffnungsquerschnitt der elektrisch angesteuerten
Drosselklappe so einstellt, dass der Verbrennungsmotor diee geforderte Drehzahl leistet.

Die vom Steuergerät ermittelte Einspritzmenge an Kraftstoff erfolgt


olgt durch zeitliche Ansteuerung der
Hochdruckinjektoren.

Für die Zündung des angesaugten Gemisches kommen Stabzündmodule zum Einsatz.

Die Abgasnachbehandlung besteht pro Zylinderbank aus einem Hauptkatalysator,


Hauptkatalysator mit jeweils einer
Lambdasonde vor bzw. nach dem Katalysator. Die erste Sonde (Breitbandlambdasonde
(Breitband Vgl.
Abbildung 4 - Nr.12)) wird für die stetige Regelung und die zweite Sonde (Zweipunktsonde Vgl.
Abbildung 4 - Nr.19)) für Diagnosezwecke verwendet.

Die für den optimalen Motorbetrieb benötigten Werte für Zündung und Einspritzung sind in
entsprechenden Kennfeldern abgelegt.

4
2.2.1. Kraftstoff – und Zündanlage
Beim Cayman R wird eine Benzindirekteinspritzung verwendet – DFI (Direct Fuel Injection). Der
Kraftstoff wird direkt in den Brennraum gespritzt, wodurch eine Gemischaufbereitung vollständig im
Brennraum stattfindet. Dies hat zahlreiche Vorteile gegenüber einer Saugrohreinspritzung,
hinsichtlich des Verbrauches und der Emissionen. Abbildung 5 zeigt einen geschnittenen Zylinder mit
seinen Hauptbestandteilen.

Stabzündmodul

Nockenwelle
Einlassventil
Auslassventil
Hochdruckinjektor

Kolben

Pleuelstange
Kurbelwelle

Abbildung 5: Benzin-Direkt-Einspritzung [6]

Hochdruckinjektor
Die Hochdruckinjektoren werden von der DME, entsprechend der Zündfolge angesteuert. Nach der
Ansteuerung spritzen sie den Kraftstoff mit einen Druck von 40 bis 120 bar direkt in den Brennraum.
Dabei wird der Kraftstoff mit einem Drall versetzt, fein verstäubt und kegelförmig eingespritzt. Je
nach Betriebszustand des Motors (Start, Leerlauf, Teillast, Volllast) wird die Einspritzmenge auf ein
oder zwei Einspritzungen verteilt (bis 3100 1/min). [7]

5
Abbildung 6: prinzipieller Aufbau eines Hochdruckinjektor [8 S. 18]
(1-Kraftstoffzulauf mit Filter, 2-elektrischer Anschluss, 3-Feder, 4-Spule, 5-Ventilhülse, 6-Düsennadel
mit Magnetanker, 7-Ventilsitz, 8-Ventilauslass)

Stabzündmodule
Im Cayman kommen ruhende Hochspannungszündverteilungen mit aktiven Einzelzündspulen, direkt
an der Zündkerze zum Einsatz. Sie besitzen eine integrierte Leistungsendstufe, welche in der
Zündfolge 1-6-2-4-3-5 vom DME Steuergerät für jeden Zylinder individuell gesteuert wird. Außerdem
ist eine Diagnosefunktion integriert, fällt eine Zündspule aus wird der
Zylinder abgeschaltet. [7]

Abbildung 7: prinzipieller Aufbau Stabzündspule [8 S. 23]


(1-Steckanschluss, 2-Leiterplatte mit Zündungsendstufe, 3-Permanentmagnet, 4-
Befestigungsarm, 5-lamellierter Elektroblechkern (Stabkern), 6-Sekundärwicklung,
7-Primärwicklung, 8-Gehäuse, 9-Rückschlussblech, 10-Permanentmagnet, 11-
Hochspannungsdom, 12-Silikonmantel, 13-aufgesteckte Zündkerze)

6
2.2.2. Abgasnachbehandlung
Mithilfe einer Lambda Sonde kann die Sauerstoffkonzentration im Abgas bestimmt werden. Mithilfe
dessen kann auf das Luft-Kraftstoffverhältnis im Brennraum geschlossen werden. Das Luft-
Kraftstoffverhältnis wird als Luftzahl, mit Formelzeichen Lambda (λ) bezeichnet. Mit Hilfe diesen
Wertes können Rückschlüsse auf den Verbrennungsverlauf, Temperaturen, Schadstoffentstehung
und den Wirkungsgrad gezogen werden. [9] Ottomotoren arbeiten dabei im Bereich des
stöchiometrischen Verhältnisses. Beim stöchiometrischen Kraftstoffverhältnis ist genau die
Luftmenge vorhanden, die theoretisch benötigt wird, um den Kraftstoff vollständig zu verbrennen.
[10]

Abbildung 8: Regelkreis der Lambdaregelung [11]


(1-Ansaugluft, 2-Kraftstoffzufuhr, 3-Einspritzventil, 4-Steuergerät, 5-Regelsonde (Breitbandsonde), 6-Katalysator, 7-
Abgas, 8-Diagnosesonde (Sprungsonde)

Bei Benzin Direkteinspritzern kommt eine regelnde Breitbandlamdasonde vor dem Katalysator und
eine Diagnosesonde (Sprungsonde) nach dem Katalysator zum Einsatz. „Anhand der
Lambdasondenspannung erkennt das Steuergerät die Gemischzusammensetzung (mager oder fett).
Es steuert die Einspritzmenge so, dass eine optimale Gemischzusammensetzung (λ = 1) gewährleistet
ist, um ideale Voraussetzungen für die Abgasbehandlung im Katalysator zu schaffen. Hierbei wird die
Motorlast mit berücksichtigt. Bei zu fettem Gemisch (λ < 1) muss die Kraftstoffmenge reduziert
werden und bei zu magerem Gemisch (λ > 1) die Kraftstoffmenge erhöht werden. Die mögliche
Diagnosesonde, erkennt ob die Regelsonde (vor dem Katalysator) noch optimal arbeitet. Das
Steuergerät kann diese Abweichung dann rechnerisch kompensieren“ [11].

7
Sprungsonde zur Lambda Bestimmung [12]
• misst den Restsauerstoffgehalt im Abgas
• erzeugt im betriebswarmen Zustand
(350 °C) eine Spannung zwischen ca. 25
und 900 mV entsprechend dem
Sauerstoffgehalt im Abgas
• vergleicht den Restsauerstoffgehalt im
Abgas mit dem Sauerstoffgehalt der
Umgebungsluft
• erkennt aber nur den Übergang vom
fetten Gemisch (Luftmangel λ < 1) zum
mageren Gemisch (Luftüberschuss λ > 1)
und umgekehrt.
• λ = 1 US = 450 mV
Abbildung 9: Kennlinie Sprungsonde
(a-fettes Gemisch, b-mageres Gemisch)

Breitbandsonde zur Lambda Bestimmung [12]

• misst den Restsauerstoffgehalt im Abgas


• misst sowohl im fetten als auch im
mageren Bereich äußerst genau
• größerer Messbereich von 0,7 < λ < ∞
(theoretisch) 0,7 < λ < 3,4 (praktisch)
• geeignet auch für den Einsatz in Diesel-
und Gasmotoren
• λ = 1 UM= 450 mV, IP = 0 mA

Abbildung 10: Planare Breitband-Lambda-Sonde LSU


Bei größerer Wissbegierde zum Aufbau und der Funktionsweise von Lambdasonden, ist die Seite
http://www.ngk-elearning.de/ zu empfehlen.

2.2.3. Bussysteme
Im Messfahrzeug sind insgesamt 5 Bussysteme installiert um den Datenverkehr zu managen. Dazu
zählen:

• 2 x High-Speed CAN-Busse (CAN_Antrieb, CAN_Display – 500 kBaud/s)


• 1 x Low-Speed CAN Bus (CAN_Komfort – 100 kBaud/s)
• 1 x MOST und 1 x LIN Bus (werden in diesem Praktikum nicht betrachtet)

8
Messsysteme
3.1. Multimeter METRAhit X-Tra von Gossen Metrawatt
Das METRAhit X-TRA verfügt über 23 Multimeterfunktionen [13]:

• Spannung ACTRMS, Spannung AC+DC TRMS , Spannung DC, Frequenz (Hz, MHz), Tastverhältnis,
Widerstand, Diodentest, Durchgangstest, Kapazität, Strom ACTRMS, Strom AC+DC TRMS,
Temperatur m. Pt 100/1000 Sensoren u. K-Thermoelementen
• Autorange Strommessung von 100 μA (Auflösung 10 nA) bis 10 A (16A) über eine Buchse und
eine Sicherung
• Zusätzliche Filterfunktion und Spannungsmessung mit verringertem Eingangswiderstand zur
Störbegrenzung z.B. bei Messungen an Frequenzumrichtern
• 540 kB Datenspeicher (15400 Messwerte) für Langzeitmessungen als Datalogger
• Netzteilanschluss für batterieunabhängigen Betrieb
• Infrarot Interface für Kommunikation mit dem PC
• Gummischutzhülle zum Schutz gegen Stoß und Schlag

Mithilfe des Software METRAwin 10, von selbiger Firma, können die aufgezeichneten Werte
ausgewertet und visualisiert werden. „Mit METRAwin 10 und einem Schnittstellenadapter wird jedes
METRAHit-Multimeter zum professionellen PC-basierten Universal-Registriersystem.
Die Messwerte werden mittels METRAwin 10 von den Multimetern abgerufen, im PC verwaltet und
als Yt-, als XY-Diagramm (bis 6 Kanäle) bzw. in Tabellenform (bis 10 Kanäle) dargestellt.
Im Online-Betrieb werden die Messdaten auf bis zu vier virtuellen Zeigerinstrumenten bzw.
Digitalanzeigen (mit einstellbaren Grenzwerten) angezeigt. Die leistungsfähige Online-Arithmetik
ermöglicht Auswertung und Analyse der Daten. Die Abtastung ist - abhängig vom Multimetertyp und
Messfunktion - in weiten Bereichen einstellbar.
Die Messdaten können als ASCII-Datei exportiert oder über die Zwischenablage leicht in andere
Windows-Applikationen (z. B. Word, Excel) übertragen werden.“
Die minimale Speichintervallzeit, bei dem verwendeten METRAhit X-TRA beträgt 0,1s. [14]

3.2. Testsystem KTS 520


Das KTS 520 ist ein Steuergeräte-Diagnose Modul mit Multimeter. Mit dessen Hilfe kann eine
Steuergerät Diagnose durchgeführt werden:

• Fehlerspeicher auslesen
• Istwerte anzeigen
• Stellglieder ansteuern
• die grafische Darstellung von Istwerten über der Zeit (Zeitverläufe)
• die Einbauorte und Pinbelegungen der Diagnosesteckdosen anzeigen

9
Abbildung 11: KTS 520 [19]
Abbildung 12: Steuergerätediagnose Startbildschirm

3.3. Fahrzeug System Analyse - FSA 740 [15]

Abbildung 13: FSA 740 [18] Abbildung 14: KTS 740 Startbildschirm

Die Fahrzeugsystem-Analyse FSA 740 bietet der Werkstatt ein universelles Diagnose-
Komplettsystem. In modernen Kraftfahrzeugen wächst der Anteil elektrischer und elektronischer
Fahrzeugkomponenten ständig. Diese Entwicklung stellt die Werkstatt vor neue Herausforderungen.
Schnelle, zweifelsfreie Fehlerlokalisierung ist qualitativ und wirtschaftlich entscheidend für das
Werkstattgeschäft [16].

Ausstattung [15]:
• Leistungsfähiges Oszilloskop
• Software mit Prüfschritten und Komponententests zur Prüfung der Fahrzeugelektronik und -
elektrik
• Menügeführte Prüfschritte für eine gezielte Diagnose
• Zeitsparende Prüfung von Komponenten im eingebauten Zustand
• Simulation von Signalen zur Sensorprüfung im eingebauten Zustand
• Batterieruhestrommessung bis 24 Stunden
• Test von Fahrzeug-Bussystemen (z.B. CAN-Bus)
• Laden und Speichern von Vergleichskurven

10
3.4. Porsche -CAN -Test (PCT)

Abbildung 15: Bedienoberfläche mit CAN- USB – Adapter „Lawicel“

Bei CAN-USB handelt es sich um ein Interface, dass wie das „CANcaseXL“ von Vector-Informatik, eine
Verbindung zwischen PC und CAN-Bus herstellt. Das in Schweden von der Firma Lawicel hergestellte
Gerät ist für ca. 120 € auf dem freien Markt erhältlich und bietet damit auch eine preisliche
Alternative zu den Produkten von Vector-Informatik.
Jedoch gibt es dafür noch keine Software, die vom Bedienungskomfort und der Vielseitigkeit her mit
der CANoe-Software vergleichbar ist. Es ist eine Vielzahl von kleineren Programmprojekten frei
erhältlich, die sich meist auf spezielle Anwendungen konzentrieren. Das „PCT“ wurde mit Hilfe des
„Borland C++ Builder 6“ erstellt. [17]

3.5. Vector- Informatik CANalyzer/CANoe


CANoe ist das vielseitige Software-Werkzeug für die Entwicklung einzelner
Steuergeräte sowie ganzer Netzwerke. Zuverlässig unterstützt es
Netzwerk-Designer, Entwicklungs- und Testingenieure im kompletten
Entwicklungsprozess. Vielseitige Varianten und Funktionen liefern die
jeweils passende Projektunterstützung. Daher ist CANoe auch weltweit
bei OEMs und Zulieferern im Einsatz. Durch sein offenes Design eignet
sich CANoe für die Steuergeräteentwicklung von Verbrennungsmotoren
Abbildung 16: CANcaseXL
sowie zur Elektrifizierung des Antriebsstrangs. Mit einem „CANcaseXL“
wird die Schnittstelle zum Fahrzeug bereit gestellt [18].

3.6. Porsche Interaktiver Diagnose-Tester (PIDT)


Der PIDT ist eine Porsche eigene Diagnose Tester Software. In ihr sind alle Signaladressen, der
jeweiligen Botschaften hinterlegt und somit kann eine Ziel gerichtete Diagnose durchgeführt werden.

11
Folgende Funktionen können mit der PIDT-Software realisiert werden:

• Istwerte und Schalteingänge prüfen/anzeigen


• Stellglieder Prüfung
• Fehlerspeicher auslesen
• Stellglieder Prüfen
• Codierungen Anpassen
• Fehlersuche
• Multimeter und Oszilloskop Funktion

Abbildung 17: PIDT Benutzeroberfläche

12
Versuchsdurchführung
4.1. Abgasnachbehandlung - Multimeter
Es sollen die Messwerte der Sprungsonde und der Breitbandlambdasonde aufgenommen werden.
Dazu werden Multimeter „METRAHIT X-TRA“ und die Software „METRAwin 10“, der Firma Gossen
Metrawatt verwendet.

Sprungsonde:
• Spannungsmessung an DME Messadapter (Vgl. Abbildung 20)
o Klemme A37 (linke Bank1), A50 (rechte Bank) Signal
o Klemme A36 (linke Bank), A49 (rechte Bank) Masse

Breitbandsonde:
• Messzellenspannung an DME Messadapter (Vgl. Abbildung 20)
o Klemme A11 (linke Bank), A12 (rechte Bank) Messzellenspannung
o Klemme A10 (linke Bank), A13 (rechte Bank) Masse
• Pumpstrom an DME Messadapter (Vgl. Abbildung 20)
o Klemme A24 (linke Bank), A25 (rechte Bank) Pumpstrom

Die Messwerte werden anschließend in Excel kopiert und ein Diagramm erstellt.

4.2. KTS 520


Bei der Steuergerätediagnose von Bosch steht nur eine begrenzte Anzahl von Istwerten aus dem
Motorsteuergerät zur Verfügung. Das Datenkabel des KTS 520 wird dabei an der im Fußraum
befindlichen OBD- 2 Dose angesteckt. Nach dem Start der Steuergerätediagnose muss das Fahrzeug
erst einmal identifiziert werden(Cayman 987C). In einem Auswahlmenü können 4 gewünschte Werte
gleichzeitig als Istwerte ausgewählt und in einem weiteren Untermenü über der Zeit aufgezeichnet
werden.
Aufzeichnung der Kühlmitteltemperatur, der Motordrehzahl, des Zündwinkels und des
Lambdawertes über den OBD- 2 Stecker.

Abbildung 18: Beispielmessung KTS 520

1
Bank = Auspuffbank bzw. Abgasstrang

13
4.3. FSA 740
Mit Hilfe des FSA 740 sollen verschiedenste Größen Messtechnisch erfasst werden:

• Primärsteuersignal_Zyl.1 (B56) und Primärstrom (kleine Stromzange 101)


• Einspritzsignal_Zyl.1 und Einspritzstrom_Zyl.1 (B3/B49)
• Kurbelwellensignal (B64/B66) und Einspritzstrom_Zyl.1 (B3)
• Kurbelwellen(B64/B66)- und Nockenwellensignal_Zyl.1-3 (B84/B42)

Die Zahlen in der jeweiligen Klammer beziehen sich auf die Nummerierung des DME- Adapters (Vgl.
Tabelle 2). Nach dem Start von „FSA 740“ wird der Menüpunkt 2- Kanal- Speicher- Oszilloskop zur
Darstellung der zeitlichen Verläufe der oben genannten Signale vorgenommen. Nach einer
Optimierung der Darstellungen kann das Bild gespeichert werden. Für die Aufzeichnung der beiden
Kennlinien wird der Menüpunkt Kennlinien ausgewählt. Auch hier können die Bilder als PDF
gespeichert werden.

Abbildung 19: DME Steuergerät (Kofferraum)

Abbildung 20: DME Messadapter (Kofferraum)

14
Tabelle 2: Anschlüsse DME-Messadapter
Anschluss Signalbezeichnung

A1/2/4 Masse Elektronik


A3/5/6 Versorgung DME
B42 Masse Sensoren
B42 Nockenwellensensor -
B84 Nockenwellensensor +
B64 + Motordrehzahl
B66 - Motordrehzahl
B56 Zündsignal 1
B55 Zündsignal 2
B80 Zündsignal 3
B78 Zündsignal 4
B79 Zündsignal 5
B54 Zündsignal 6
B3 + Einspritzventil 1
B49 - Einspritzventil 1
B1 + Einspritzventil 2
B73 - Einspritzventil 2
B28 + Einspritzventil 3
B51 - Einspritzventil 3
B27 + Einspritzventil 4
B50 - Einspritzventil 4
B25 + Einspritzventil 5
B74 - Einspritzventil 5
B4 + Einspritzventil 6
B52 - Einspritzventil 6
B87 Generator PWM- Signal
A54/B83 CAN- High
A41/B59 CAN- Low
A37/A36 Sprungsonde linke Bank
A50/A49 Sprungsonde rechte Bank
A11/A10 U_Breitbandsonde linke B.
A12/A13 U_Breitbandsonde rechte B.
A24 I_Breitbandsonde linke B.
A25 I_Breitbandsonde rechte B.

15
4.4. PCT
Für die Demonstration von „Porsche- CAN-Test(PCT)“ werden die Leitungen am CAN- USB Adapter
und unter Beachtung der Polarität mit Bananensteckern an der CAN- Box angeschlossen. In diesem
Programm erfolgt die Darstellung von bekannten CAN- Botschaften als Balkendiagramm oder
Zahlenwert. Dazu muss vorher die Verbindung zum jeweiligen Bussystem hergestellt werden.

Abbildung 21: PCT Messbildschirm

4.5. CANoe
Zum Auslesen von CAN - Nachrichten wird ein „CANcaseXL“ der Firma Vector-Informatik mit Hilfe
eines Adapters, hinter das Gateway Steuergerät geschalten. Somit kommt man ohne
Diagnoseprotokoll direkt an die CAN-Daten des Fahrzeuges. Mit Hilfe des Programmes „CANoe“ von
selbiger Firma können diese Daten dann dargestellt, ausgewertet bzw. manipuliert werden.

Im Praktikum sollen auf allen drei Bussen Signale visualisiert werden. Außerdem soll auf dem
„CAN_Komfort“ die Motorraumklappe und die Heckraumklappe betätigt werden. Dazu ist das
betreffende Signal heraus zu Filtern und mit Hilfe eines Generatorblockes zu generieren.

Abbildung 22: CANoe Bedienfenster

16
4.6. PIDT
Folgende Aktionen sind mit Hilfe des PIDT durch zu führen:

Ansteuerung der folgenden Stellglieder:


• Verriegeln Tankklappe (bsg_v2 ohne Homelink)
• Glühlampenblinklichtfunktion (bug_v2)
• Seitenblinklicht oder Seitenmarker (bug_v2)
• Heckdeckel-Entriegelung (heck_v3)
• Leuchtentest (kombi_vb)
• Ansteuerung Launchanzeige (lsm_v2AG+MFL)
• virtueller Rückwärtsgang (pdc_v1)
• Zeigertest (uhr_v1)

Auslesen der folgenden Istwerte:


• Zündwinkel (Istwert) [°OT] (BDE 097 RDW v2 Messwertblock 18)
• Zündwinkel [°KW] (BDE 097 RDW v2 Messwertblock 18)
• Lambda-Istwert vor Kat Bank1 (BDE 097 RDW v2 Messwertblock 19)
• Lambda-Istwert vor Kat Bank2 (BDE 097 RDW v2 Messwertblock 19)

Abbildung 23: PIDT Istwert Anzeige

17
Auswertung
Stellen Sie den Verlauf der Breitbandlambdasonde über der Zeit dar und Erläutern sie deren
markanten Verlauf.

Stellen Sie das Messdiagramm des KTS 520 dar und Erläutern Sie die gemessenen Größen. Gehen Sie
dabei auf die Abhängigkeit der gemessenen Größen von der Drehzahl ein.

Stellen Sie die gemessenen Diagramme des FSA 740 dar und kennzeichnen Sie zeitliche Abschnitte.
Erläutern Sie die Verläufe.

18
Literaturverzeichnis
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[17] JENTSCH, HOLGER. Messtechnische Untersuchungen an einem Messfahrzeug Porsche 997 .
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