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Herbarisierung von sukkulenten


Pflanzen

am Heidelberger Institut für


Pflanzenwissenschaften (HIP)
Biodiversität und Pflanzensystematik

bei Prof. Dr. Markus Koch


und Dr. Christoph Dobeš

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Inhaltsangabe

1. Einleitung

a) Sukkulente

b) Aufgabenstellung

2. Vorgehensweise

a) Methoden

b) Botanischer Garten

c) Garten-Datenbank

d) Herbarium

3. Ergebnisse

4. Diskussion und Protokolle

5. Anhang

6. Material

7. Literatur und Verweise

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1. Einleitung
Die Lebendsammlung im botanischen Garten ist dahingehend als problematisch einzuordnen,
da zum einen jederzeit aufgrund von technischen Fehlern, eingeschleppten
Krankheitserregern oder höherer Gewalt; andererseits aufgrund von generativer Vermehrung
des Materials bis hin zu nicht ausschließbahren Etikettentausch, das dort befindliche Material
nicht mehr als wissenschaftlich dokumentiert zu bezeichnen wäre. Daher stellt das
getrocknete, gepresste und damit konservierte (Herbarisierte) Material des Heidelberger
Herbariums eine sicherere und wohl praktizierte Alternative dar. Was bislang schon mit
vielen krautigen Arten unternommen wurde, stellt sich bei den Sukkulenten aufgrund ihres
zum wasserspeichern verdickten, fleischigen Gewebes, als Problem dar. Pflanzen dieser
Gattungen lassen sich viel schwieriger präparieren, besitzen darüber hinaus meist auch noch
Stacheln (u.a. Cactacea) bis hin zu verholzten Geweben (u.a. Euphorbiaceae), was das
herbarisieren darüber hinaus erschwert.

a) Sukkulente
Es gibt eine Reihe von Pflanzen bei denen es Evolutionär zu einer morphologischen
Besonderheit kam, nämlich der Sukkulenz. Solche Pflanzen, die eine Untergruppe der
Xerophyte repräsentieren, haben die Fähigkeit extrem trockene Standorte zu besiedeln, in dem
sie Wasser in besonderem Masse, in bestimmten Zellgeweben (spezielle oder abgewandelte),
speichern können. Diese Entwicklung spielt vor allem bei der Besiedlung von ariden Gebieten
eine große Rolle, sie fand im übrigen nicht nur einmal statt und geht oft mit dem CAM-
Zyklus einher. Des weiteren finden wir diese Anpassung nicht nur bei den Gefäßpflanzen
sondern schon bereits bei einigen Moosen (Tortula muralis) und Farnen (Davallia).
Allgemein kann zur Xeromorphie gesagt werden, daß diese Pflanzen darauf eingerichtet sind
(a) Wasser zu speichern, (b) die Transpiration einzuschränken (was sich nicht nur in der Art
und Weise der Anordnung und Anzahl der Stomata, sondern auch im äußeren Aufbau, z.B.
Bildung von Platykladien, widerspiegelt) und daraus schließlich (c) den bereits oben
angedeuteten CAM-Stoffwechsel.
Zur Wasserspeicherung dienen speziell angepaßte Zellgewebe, diese können sehr
unterschiedlich gestaltet sein, zum einen kann dies gewebsspezifisch unterschieden werden,
z.B. im Blatt können diese Wasserspeicherzellen in subepidermalen Schichten aber auch im
Blattinnern auftreten; zum anderen unterscheidet man aber in erster Linie grob zwischen
Blatt- und Stammsukkulenz.
Des weiteren treten bei der Sukkulenz auch viele andere Veränderungen in Form und Bau der
gesamten Pflanze auf. Im Einzelnen oft anzutreffen sind:
Spezielle Veränderungen und Anpassungen der Epidermis. D.h. besonders ausgeprägte
Wachsschichten die vor Austrocknung schützen, sehr ausgeprägte Trichome (von Schuppen
bis hin zu wolligen Haaren) um die Luftströmung und damit die Transpiration zu verringern
und eingesenkte, sowie in Anzahl reduzierte, Stomata, um ebenfalls den Transpirations-Effekt
zu minimieren. Letzterer Faktor ergänzt sich, mit einhergehendem CAM-Stoffwechsel, zu
völlig geschlossenen Stomata während des Tages.
Viele Sukkulente haben zu Dornen reduzierte Seitensprosse oder Blattorgane (Cactaceae,
u.a.), sog. Sprossdornen. Diese tragen ebenfalls zur Verringerung der Transpiration bei
aufgrund der Verringerung der Blattoberfläche und somit auch der Anzahl von
Spaltöffnungen, nebenbei sind sie auch ein wirksamer Fraßschutz.
Ein weiteres auffälliges Charakteristikum, bei dem es vor allem um Selbstbeschattung und
Luftstromunterbrechung geht, ist der Bau der Pflanzen. Säulencacteen (und – Euphorbien)
aber auch kugelige Formen davon, haben oft auffällige Segmentierungen, dadurch entsteht
wie gesagt Hindernisse für den Wind, infolge dessen ein unterbrochener Luftstrom, und damit

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weniger Verlust durch Verdunstung; und Schatten, damit sich die Oberfläche nicht so stark
erhitzt. Weiterhin gibt es viele weitere Anatomische Merkmale die dermaßen angepaßt sind,
so sind bei manchen Opuntia, bei denen die einzelnen Segmenten mitunter senkrecht
aufeinander stehend angeordnet sind, einige
Pflanzenteile nur mit der schmalen Seite der
Sonne ausgesetzt während andere voll
beschienen werden.
Die Liste dieser Charakteristiken bei den
Xerophyten, von denen sehr viele bei den
Sukkulenten auftauchen ist bei weitem nicht
vollständig, sie soll lediglich anreißen womit
wir es zu tun haben, denn genau jene
Anpassungen (Dornen, xeromorphes Gewebe,
Bau) sind die Gründe dafür warum es so schwer
ist diese Pflanzen zu herbarisieren.
Abb. 1 Habitus Opuntia Bravoana

b) Augabenstellung
Inhalt dieses Praktikums soll sein, dass einführende Experimente, mit den sukkulenten
Pflanzen des Botanischen Gartens Heidelberg, zur Herbarisierung dergleichen unternommen
werden. Zum einen sollte in zugänglichen Werken und im Internet recherchiert werden, die
einzelnen Methoden der Standart-Protokolle aufgelistet und zusammengestellt werden. Des
weiteren sollten diese Methoden praktisch umgesetzt werden, dafür sollte geeignetes Material
vom botanischen Garten ausgewählt und präpariert werden. Es sollte sich auch nicht auf eine
Familie beschränkt werden, weil unterschiedliche Familien auch unterschiedliche Arten von
wasserspeichernden Geweben entwickelt haben. Und damit sollte für die einzelnen Familien
die bestmöglichen Methoden gefunden und getestet werden. Um die Pflanzen selektiv aus
dem botanischen Garten auszuwählen, sollte auch eine Dokumentation mittels der Garten-
Datenbank und den Sammelbüchen (sofern vorhanden) durchgeführt werden und
nachvollziehbar erläutert sein. Ebenso sollte die Historie über die Kultur des Materials
Dokumentiert werden, dies schließt als weiterer Punkt das Wissen der Gärtner mit ein.

2. Vorgehensweise
a) Methoden
1. Lange Zeit wurden die Sukkulenten Pflanzen wie alle anderen Arten behandelt und
dementsprechend herbarisiert. Abweichungen ergaben sich dadurch, dass viele dieser
Pflanzen sehr große Formen entwickeln; ähnl. zu Bäumen, wurden deshalb
Zeichnungen, Bilder und Skizzen angefertigt und man hat sich auf die Darstellung, das
festhalten von den wesentlichsten Merkmale bei der Pressung beschränkt. So wird, bei
Clover [7] beschrieben dass Längs- und Querschnitte von Wichtigkeit seien, dass man
aber zum anderen auch möglichst viel xeromorphes Material entfernen sollte. Bei
Opuntien sollten beispielsweise die Segmente halbiert, das Mark entfernt und dann
erst getrocknet werden. Bei typischen Blattsukkulenten (Liliaceae, Aloen) sollte auch
ein Großteil des Parenchyms entfernt oder zumindest die Blätter halbiert werden;
hierbei ist darauf zu achten, daß von der unteren Hälfte nicht alles abgetrennt wird,
sondern der Schnitt etwa 5mm vom Rand entfernt erfolgt, denn eines der wichtigsten

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Bestimmungsmerkmale bei Blättern seien die Blattränder. Weitere Abänderungen


ergaben sich Aufgrund der schleimigen Konsistenz der Schnittoberflächen bzw. des
austretenden Milchsaftes, hier gegen wird vorgeschlagen Schutzpapier [1],
Löschpapier [5] oder auch eingewachstes Papier [2] in Größe der Schnittfläche
zwischen Material und Zeitung zu legen. Da bei den Xerophyten die Präparate nur
sehr langsam ihre Feuchtigkeit abgeben wird auch angeraten das Gewebe vor der
Pressung abzutöten, oft wird empfohlen dies mit Formaldehyd (FAA), Alkohol oder
anderen organischen Lösungen zu unternehmen, allenfalls käme es sonst zum
Vermodern des Materials [1]. Als weitere Vorbehandlungen wurde schon früh die
Pflanzenteile abgebrüht (eintauchen in siedendem Wasser) oder aber z.B. mit
flüssigem Stickstoff schockgefroren. Nachteile dieser Behandlungen waren einerseits
„die Brüchigkeit der gefrorenen…“ andererseits „…[und] die Schlaffheit der
aufgetauten Pflanzenteile“[4]; sowie die „…zusätzliche Benetzung beim
Abkochen“[ebenda] und dies erschwerte den abschließenden Trocknungsvorgang.
Ebenso war ein einsalzen der Schnittflächen, um dem Gewebe ein Teil des Wassers zu
entziehen, auch schon früher ein oft verwendetes Mittel zur Vorbehandlung, meistens
wurde dies schon am Sammelort getan

2. Alkohol – Behandlung:
Die entsprechend zugeschnittenen Pflanzenteile kommen zwischen zwei perforierten
Sperrholzbretter (besser sind welche aus Metall oder Plastik), werden damit
mechanisch fixiert und anschließend in einem Alkoholbad (85-100%) für 24-48h
eingetaucht [2]. Dieser muß sich in einem möglichst vollständig verschließbaren und
alkoholbeständigen Gefäß
befinden, an der Universität
Heidelberg wurde von
Feinmechanikern nach der
Vorstellung von Herrn Dr. Sack
und Herrn Dr. Dobes eine solche
Apparatur aus Edelstahl
angefertigt.
Nach dieser Inkubation werden sie
auf herkömmlicher Weise
zwischen Papier (kein
Zeitungspapier) in einer Herbar-
presse im Trockenofen getrocknet.
Zur Vorbehandlung und um
Alkohol zu sparen, sollen die
Abb. 2 Alkoholapparatur
Schnittoberflächen eingesalzen, das
Material gefriergetrocknet oder abgekocht werden. Dadurch verliert es im Vorfeld
schon etwas Wasser, welches nicht durch Alkohol ausgetauscht wird. Der Alkohol
ersetzt hierbei aber nicht nur das Wasser, es löst auch den Milchsaft (Latex) und
verbindet sich mit evt. enthaltenen Mucopolysacchariden.
Es ist wichtig daß die Pflanzenstrukturen möglichst große Schnittflächen aufweisen,
bei Längs- und Querschnitten ist das selbstverständlich, bei Blättern aber reichen die
Spaltöffnungen alleine nicht aus damit das im Gewebe vorhandene Wasser in Kontakt
mit dem Alkohol kommt. Da sich der Austausch des Wassers mit dem Alkohol über
das Diffusionsgesetz durch das Prinzip der höchsten Entropie vollzieht, d.h. der
gleichmäßigen Verteilung der Moleküle im gesamten Raum, ist es von Vorteil
möglichst viel beschädigtes (angeschnittene Pflanzenzellen) Gewebe in Kontakt mit

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dem Alkohol zu bringen, da hierdurch der Zeitfaktor um einiges verringert werden


kann.
Im Anschluß daran, wird nun das Material zunächst an der Luft abgetrocknet, bis sich
der anhaftende Alkohol verflüchtigt hat. Dann erfolgt die gewöhnliche Trocknung der
Präparate im Trockenofen, wobei diese sich innerhalb einiger Tage vollzieht, da der
Alkohol viel leichter verdunstet als das ehemals vorhandene Wasser.

3. Mikrowellen – Behandlung:
a.) Das Material wird in eine herkömmliche Presse getan, allerdings zusätzlich mit
Papiertücher überdeckt, die Presse wird mit einem festen Strick fixiert (keine
Schnallen mit Metallkomponenten). Nun kommt das ganze in einen
Mikrowellenofen für 5 min (2450 MHz, 1.22 kW, Einstellung 6.5), danach
werden die ober- und unterhalb des Präparats liegenden, feuchten Papiertücher
ausgetauscht, die Presse wieder zusammengesetzt und die Behandlung weiter 5
min fortgeführt. Dies wird solange getan bis das Material trocken ist,
anschließend wird die Presse 12-24h zum auskühlen hingestellt, dann das
Präparat entnommen [2].
b.) Die Behandlung mit Mikrowellen sieht hierbei vor, dass das Gewebe im fertig
geschnittenen Zustand ohne weitere Vorgänge in den Mikrowellenofen kommt,
diese darin etwa 30 bis 120 Sekunden gekocht werden um dann anschließend
in einer Presse zum trocknen zu kommen. Hierbei „…, werden die Gewebe in
sich gekocht. Blätter und Stengel werden glasig und schwitzen zum Teil schon
erhebliche Flüssigkeitsmengen aus.“ [4, Hervorhebung durch Zitierenden].

4. Weiterhin zu beachten ist die


Auswahl des Materials. Da es
unmöglich erscheint die zum Teil
großen 3-dimensionalen
Strukturen der Sukkulenten
komplett als solches, brauchbar
(mit wissenschaftlichem Wert) zu
trocknen, muss der Präparierende
darauf acht geben geeignetes
Material mit charakteristischen
Merkmalen auszuwählen. Auch
hier geben einige
wissenschaftliche Publikationen Abb. 3 Apex von Neobuxbaumia polylopha
einen ersten Überblick, des
weiteren müssen auch die Ansprüche und Gegebenheiten des Herbariums
berücksichtigt werden.
Damit ein Herbarbeleg von einer Sukkulente möglichst vollständig ist, sollten neben
den wichtigsten Strukturen, namentlich Präparate an denen die Segmentierung erkannt
werden kann, der Apex, strukturelle Längs- und Querschnitte; eben auch Fotos von
dem gesamten Habitus angelegt werden sowie Gewebeproben für anschließende
DNA-Analysen und falls vorhanden Areole und Dornen; die ebenfalls, wenn
vorhanden ein wichtiges Bestimmungskriterium bilden.

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b) Botanischer Garten
Das sukkulente Material des Botanischen Garten entstammt vor allem den Exkursionen des
Herrn Prof. Rauh und Dr. Senghas (siehe Sammelbücher: u.a. Peru, Madagaskar, Mexiko,
usw.) sowie von Duplettentausch mit von ihnen geknüpften Kontakten (siehe
Eingangsbücher: u.a. Western Cactus Californien, Abbey-Garden: Glass+Foster Collection).
Diese Exkursions-Sammlungen fanden zwischen den Jahren 1960 – 1993 statt und verhalfen
dem Garten zu seinen wertvollen Schwerpunktsammlungen. Aber auch in späteren Jahren
wurde die Sammlung stets erweitert.
Wie in der Einleitung schon angemerkt birgt die Lebendsammlung neben vielen Vorteilen wie
Frischmaterial, lebendes Anschauungsobjekt, Natürlichkeit sowie weitere aestethische und
künstlerische Werte, aus wissenschaftlicher Sicht eben auch einen Nachteil. Man stelle sich
vor wie im laufe der Zeit das eine oder andere Objekt nicht überdauert, sich verändert (durch
Umwelteinflüsse oder generativer Vermehrung) oder verwechselt wird und somit nicht
nachvollziehbar wieder zugeordnet werden kann.
Das Pflanzenmaterial wurde von mir meist zufällig, aber auch nach morphologischen
Kriterien ausgesucht und aber auch von den zuständigen Gärtnern ausgegeben. So war es mir
wichtig von allen Vertretern der Sukkulenz, sowohl bezüglich Familien (Cactaceae,
Euphorbiaceae, Piperaceae, usw.) als eben auch von der Art der Sukkulenz (Blatt-,
Stammsukkulenz), Exemplare in der Versuchsreihe zu haben.
Tauchten praktische Fragen auf, z.B. bezüglich der Präparation konnten mir die Gärtner
helfen, auch waren sie die Ansprechpartner um die Qualität der Exemplare einzustufen. Denn
sie wussten meistens ob es sich bei bestimmten Akzessionen z.B. um das Wildexemplar
handelte oder um einen Ableger.
Es ist auch wichtig mit den Gärtnern im Kontakt zu stehen, da sie einem leicht darauf
Aufmerksam machen können, wann welche Pflanzen blühen.

c) Garten-Datenbank
Zum einen dient die Datenbank zur Recherche, alle Pflanzenakzessionen können in ihr
nachgeschlagen werden. Zum anderen müssen dort auch alle Veränderungen vermerkt und
eingetragen werden, d.h. Pflanzen die entnommen wurden, müssen dort eingetragen bzw.
ausgetragen werden, sowie ein Vermerk zu einem Herbarbeleg, wenn solch einer fertig
gestellt wurde, angefertigt werden. In der Datenbank stehen alle wichtigen Angaben die es zu
den Pflanzen aus dem Garten, dem Herbar und der Alkoholsammlung gibt, wie: Taxon,
Herkunft, Anzahl der Exemplare, Bildmaterial usw.
Das diese Informationen bei den meisten Pflanzen nicht vollständig sind liegt schon allein an
dem Umfang, dadurch ist es um so wichtiger alle zur Verfügung stehenden Informationen in
der Datenbank fest zu halten und zu verknüpfen.

d) Herbarium
Im Herbarium werden noch einmal die Informationen aus der Datenbank mit der wichtigsten
Quelle über die meisten sukkulenten Pflanzen verglichen, nämlich mit den Aufzeichnungen
aus Prof. Rauhs Sammelbücher. Diese sind nach zeitlicher Reihenfolge und Geographie
geordnet, darin sind oft, neben der Erstbestimmung, auch Informationen zum Habitus und
Habitat enthalten. Meist sind diese Vermerke auch schon in der Datenbank festgehalten,
jedoch nicht immer und auch lässt sich noch einiges daraus hinzuzufügen.

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Angefertigte Belege werden aufgezogen und etikettiert, wie bereits oben erwähnt müssen sie
in der Datenbank vermerkt werden (hier können auch Bilder der Pflanze verlinkt werden)
ebenso müssen sie eingefroren werden bevor sie letztlich im Herbarium gelagert werden
dürfen.

3. Ergebnisse
Schnitte
Das meiste Material muss geschnitten werden, selbst dünne Sukkulente Blätter (Kalanchoe,
Leuchtenbergia) nehmen nur im geschnittenen Zustand genügend Mengen an Alkohol auf
bzw. geben das Wasser/ den Alkohol schnellst möglich ab. Die stark verdickte Oberhaut, die
die Pflanzen vor dem austrocknen schützt, verhindert bzw. erschwert auch das Eindringen von
Alkohol. Von mir präparierte Blätter der Leuchtenbergia principis brauchten im
ungeschnittenen
Zustand über eine
Woche im Alkohol um
sichtbare Mengen
desselben aufzunehmen,
erkennbar durch den
hohen Chlorophyll-
gehalt (siehe Abb.25,
Leuchtenbergia). Die
Schnitte sind sinnvoll
zu setzen [5,6,7], so ist
es immer gut bei
Stammsukkulenz Quer-
und Längsschnitte
anzufertigen sowie auch

Abb. 4 und 5) Beispiele für Längs- und Querschnitte


evt. Blätter und Blüten an den Schnitthälften (oben: Ritterocereus spec.; unten: Neobuxbaumia
zu belassen (Blüten evt. halbieren). polylopha)
Die Querschnitte sollten so dünn wie
möglich sein, meistens erreicht man aber
keine dünneren Schnitte als ½ cm ohne das
Gewebe zu stark zu beschädigen. Bei
tangentialen Längsschnitten muss
möglichst viel von dem xeromorphen
Gewebe sowie Teile des Zentralzylinders
entfernt werden. Manchmal ist auch nur ein
Abziehen der äußeren Geweben vom
Zentralzylinder möglich, wenn dieser z.B.
sehr holzig ist. Bei den Querschnitten sollte
dieser nicht entfernt werden, da er bei
dieser Darstellung sehr wichtig ist, ebenso
beim abtrennen und präparieren des Apex
(meist zerfällt dieser, wird zuviel Material
entfernt).
Da blattsukkulente Pflanzen morphologisch
sehr vielgestaltig sind kann diese Gruppe
nicht grundsätzlich gleich präpariert werden. Bei Vertretern mit ausgeprägtem Stamm, also

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mit +/- großen Internodien sollten Blätter und Blüten (wenn vorhanden) abgeschnitten werden
und jeweils gesondert präpariert werden. Bei Blättern empfiehlt es sich meist waagrecht, aber
unterhalb der medianen Ebene (da der Blattrand meist ein auffälliges und
unterscheidungsstarkes Kriterium ist) zu schneiden damit die Blattrandstruktur gut ersichtlich
ist, aber auch Querschnitte machen bei einigen größeren Blätter Sinn. Des weiteren kann auch
das endständige Stück der Sprossachse als ganzes präpariert werden damit ein Eindruck der
Blattstellung entsteht, hierbei ist es sinnvoll vorsichtig die Blätter zu beschädigen (einfache
Ritze oder Stiche sind meistens nicht ausreichend) oder das ganze in der Mikrowelle zu
erhitzen, wobei das
Gewebe dann meist
von selbst aufbricht
(Siehe Abb.18,
Kalanchoe).
Sind die Internodien
stark verkürzt bis hin
zu sich bildenden
Rosetten sollte die
komplette Pflanze
auseinander
geschnitten werden.
Im laufe der Zeit
entwickelt sich ein
Abb. 6) Blattlängsschnitt bei Aloe barbadensis Gefühl dafür welche
Strukturen
archivierbar sind
und wo man den vorhandenen Habitus einkürzen und verändern muss.

Experimente

Insgesamt unternahm ich sieben verschiedene Versuchsreihen, angefangen mit Trocknung


über Silikagel, Mikrowellenbehandlung und Alkoholbehandlung. Es waren aber auch
Exemplare dabei die nur an der Luft bzw. im Trockenschrank getrocknet wurden. Meistens
wurde zusätzlich zu jedem Präparat einige Gewebsteile in Silikagel getrocknet um für spätere
molekularbiologische Untersuchungen zu dienen, da sowohl durch die Mikrowellen wie auch
durch den eindringen Alkohol das Erbgut soweit beschädigt wird dass es für weitere Analysen
untauglich wird.

A1 und A2:
Blüten vom Cleistocactus winterii wurden mit Silikagel (A1) getrocknet bzw. auf
herkömmliche Art in eine Presse gelegt (A2). Da an dem verwendeten Exemplar die Blüten in
zeitlicher Abfolge in Erscheinung traten wurde nachträglich eine weitere halbiert und
getrocknet (B1)

B1-3:
In dieser Versuchsreihe wurden die Objekte für jeweils 30, 60 und 90 sec. mit Mikrowellen
(Stufe 6) bestrahlt [Mikrowellen Herd: Lunik 820, Leistungsstufen 1-7(1350 Watt, 2450
MHz)].
Zuerst wurden Blütenstände von Heliconia spec. bestrahlt, man sieht die unterschiedliche
Farbintensität bei den verschiedenen Zeiten. Ebenso unterschiedliche Ergebnisse wurden bei
der Bestrahlung des Ritterocereus spec. erzielt. Hierbei ist anzumerken dass die Quer- und
Längsschnitte aufgrund von zu kurzer Mikrowellenbehandlung in der Presse nicht schnell

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Abb. 7) Blüten Heliconia spec. (Mikrowellenbehandlung: 30, 60 und 90 sec.)


genug abtrockneten und schnell von Gewebe abbauenden
Schimmelpilzen besiedelt wurde (Verfärbung).

Der Ritterocereus wurde Präpariert in Quer- und Längsschnitte


(Säulencactus) sowie der Apex (dieser Zerfiel beim Abtrennen des
inneren, xerophylen Gewebes) und einzelnen Segmenten des
Stammes. Die Segmente sind sehr leicht zu präparieren und zeigen
die Anordnung der Areole und Dornen. Bei den Querschnitten
wurden unterschiedliche Präparations-Möglichkeiten ausprobiert,
zum einen haben wir vollständige Exemplare (d.h. mit allen
Informationen bezüglich des inneren Aufbaus und ohne zusätzlich
Gewebe zu entfernen), welche mit entferntem Zentralzylinder und
schließlich welche bei denen das gesamte innere Gewebe entfernt
wurde so dass nur die Oberhaut zurück blieb.
Brechen in großen Teilen die Zellen, aufgrund der Hitze die entsteht,
auf, tritt sehr viel des gespeicherten, schleimhaltigen Wassers aus.
Dies sollte noch vor dem einschlagen in Papier mit saugfähigem
Material aufgenommen werden.
Abb. 8) Segment von Ritterocereus
C1:
Eine Euphorbia wurde mit der Mikrowelle behandelt (60, 90 und 120 sec. lang), sie ist für
ihre Größe sehr dickwüchsig, d.h. ihr Stamm und die Äste sind knollig ausgebildet, Blätter
wachsen nur im oberen fünftel. Es wurde versucht neben Längs- und Querschnitten auch
ganze Strukturen und halbierte Äste zu präparieren. Die sehr viel Milchsaft enthaltenden
Euphorbiaceae erhitzen sich sehr schnell in der Mikrowelle, bei Teilen die sowohl
großflächige wie auch dünne, feine Strukturen enthalten führte dies schnell zum Austrocknen
der genannten Pflanzenschnitte, und damit zum zerstören durch Verbrennung

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Eine Große Versuchsreihe mit Mikrowellen Behandlung (Stufe:6, ca. 1100 Watt; Zeitstufen:
60, 90 und 120 sec.). Vor allem Blattsukkulente können einfach und gut mit dieser Methode
abgehandelt werden. Einzelne Blätter der Aloe barbardensis wurden paramedian geteilt und
erhitzt. Hierfür wurde nur ein Seitenableger einer vorhandenen Pflanze entnommen und dieser
in die einzelnen Blätter geteilt; wurden diese bestrahlt, trennte sich schon sehr viel von dem
schleimhaltigen Wasser aus den Zellen, die Präparate wurden abgetropft und dann
eingeschlagen.

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Eine weitere Blattsukkulente, Kalanchoe tomentosa, wurde genauso behandelt. Jedoch wurde
die Blätter auch längs geteilt, dies führte dazu daß diese Präparate ca. doppelt soviel Zeit zum
trocknen benötigten, da der Schnitt kleinflächig war.
Peperomia graveolens, eine sehr feine sukkulente Pflanze, war etwas anspruchsvoller zu
präparieren, die im Durchmesser kaum mehr als 5mm verdickten Stengel dieser Pflanze
lassen sich kaum verkleinern,
obwohl man dies müsste, damit
man beim Pressen später eine
Oberfläche hat welche Wasser
schnell abgeben lässt.
Die Stapelia spec. wurde in ihren
Sprossachsen längs halbiert,
sowie Querschnitte davon
angefertigt. Leider war dieses
Exemplar nicht in der Blüte.
Die Stammsukkulente, Cissus
subaphylla, wurde ebenfalls
halbiert; in den Knotenpunkten
hatte man ähnlich wie bei der
Euphorbia das Problem, dass
sich die einzelnen Teile durch zu
starke Hitze abtrennten. Abb. 9) Habitus von Peperomia graveolens
Beim Sedum morganianum konnten hauptsächlich
nur die einzelnen Blätter präpariert werden, es wurde zwar versucht auch den oberen Teil der
Sprossachse zu trocknen, doch dieser zerfällt sehr leicht, aufgrund der Dicke der einzelnen
Bestandteile.
Pachypodium namaquanum, eine stämmige Apocynaceae, ist eine gut handhabbare alternative
zu den vielen kleinen Pflanzen. Es wurden Querschnitte, Blätter und Teile der Oberhaut
präpariert.

E1
Hierbei handelte es sich um den verholzten Stamm einer Aloe, dieser wurde nicht speziell
präpariert, sondern nur zwei Querschnitte sowie geteilte Längschnitte angefertigt und in den
Trockenschrank gelegt.

F1-3
Die drei verwendeten Kakteen wurden alle samt mit der Alkoholapparatur präpariert, es
wurden jeweils Längs- und Querschnitte angefertigt sowie der Apex gesondert. Weiterhin
wurden wenn möglich, die Areole mit Dornen archiviert sowie Material für Sequenzanalysen.
Die einzige Ausnahme stellte die Opuntia dar, denn hierbei wurden einzelne Segmente
halbiert [1] statt in mehrere Teile geschnitten, man musste also nicht soviel Material aus dem
innern entfernen. Die Präparate wurden das erste Mal ca. 24 h im Alkohol belassen, danach
vier Tage lang in einer Presse getrocknet, da hierbei das Material immer noch frisch war, also
in einem lebendigen Zustand, wurde der Versuch wiederholt. Dieses Mal wurden die
Präparate fünf Tage lang im Alkohol belassen, damit sichergestellt werden konnte dass dieser
vollständig in jede Zelle eindringen konnte. Die weitere Behandlung die daran anschloß
bestand daraus die Pflanzenteile zuerst wieder an der Luft abtrocknen zu lassen, dann wurden
sie umgeschichtet und anschließend bis zur vollständigen Trockenheit im Trockenschrank
aufbewahrt.

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G1-6
Hierbei wurden teilweise schon herbarisierte Arten noch einmal präpariert (zum direkten
Vergleich der beiden untersuchten Methoden) zum anderen Teil ganz neue Pflanzen benutzt.
Bei den meisten war ich mir sicher das bessere Verfahren zu benutzten (Euphorbia,
Lichtenbergia lassen sich schlecht mit dem Mikrowellenverfahren behandeln). Die Exemplare
wurden eine Woche im Alkohol belassen, abgetrocknet und für eine weitere Woche in den
Trockenschrank gelegt. Die jeweiligen Vergleiche und die Resultate der Experimente sind
nun gesondert aufgezeichnet.

Ergebnisse

I. Die Mikrowellen-Behandlung:

Wie oben bereits erwähnt haben die Blüten


von Heliconia ihre Farbe recht gut behalten,
zwar in unterschiedlichem Ausmaß,
dennoch mit einem brauchbaren Ergebnis.
Die relativ guten Ergebnisse bei Sedum
morganianum überraschen etwas, da bei der
Peperomia graveolens es beispielsweise Abb. 10) Blätter von P. graveolens (Mikrowellenverfahren)
nicht möglich war die ganze Pflanze
unbeschadet aus der Mikrowelle zu holen. Es konnte verzeichnet werden, daß die dünnen
Blattstängel aufgrund der starken Erhitzung sich immer wieder von der Sprossachse lösten, so
daß die Pflanze nur im auseinander geschnittenen Zustand bestrahlt werden konnte, damit sich
die einzelnen Teile nicht so stark erhitzen konnten.
Wie gesagt im Vergleich zum Sedum, war es bei diesem möglich die Blätter dort zu belassen
ohne daß sie auseinander gebrochen wären. Ich schließe auf einen unterschiedlichen
Wassergehalt bzw. auf verschiedene Inhaltsstoffe, welche die zugeführte Energie differenziert
aufnehmen.
Der Cissus konnte sehr gut mit der Mikrowelle behandelt werden, auch wenn hierbei die
Pflanzenteile, aufgrund der starken Hitzeentwicklung, teilweise aufbrachen. Erstaunlich auch
hierbei daß sich die krautigen Blätter sehr gut erhalten haben, man sollte darauf achten daß

Abb. 11 und 12) Akzessionen von Cissus subaphylla (links) und Sedum morganianum (rechts) (Mikrowelle)

das Material nicht zu stark erhitzt wird, damit die Blätter nicht austrocknen sondern sich nach
dem entnehmen in einem schlaffen Zustand befinden und somit gut fixiert werden können.

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Der Ritterocereus ist ein eindeutig zu großes Exemplar gewesen, auch wenn man die
einzelnen Schnitte klein gestaltete, ist er durch den anatomischen Bau ungeeignet mit dem
Mikrowellen Herd behandelt zu werden, bei längeren Inkubationszeiten wurde die derbe
Oberhaut richtiggehend dunkelbraun bis schwarz, bei Zeiten von 30-60 sec. reichte die sich
entwickelnde Hitze nicht aus um alles Material abzutöten, beim anschließenden
Trocknungsvorgang bildeten sich Schimmelpilze, die noch gespeicherten Mengen Wasser
konnten nicht schnell genug abgeführt werden. Solche Belege sind unbrauchbar.

Ebenfalls schlechte Ergebnisse lieferte die


Präparation von der Euphorbiaceae, der
darin enthaltene Milchsaft hat die
Eigenschaft sehr große Hitzeentwicklung zu
fördern, so daß, wie oben bereits erwähnt
einige Stellen zunehmend verkohlten. Auch
bereitet die Klebrigen Eigenschaften dieser
Inhaltsstoffe Schwierigkeiten bei der
anschließenden Trocknung, was sicherlich
durch spezielles Papier zu beseitigen wäre.
Ebenso verhielten sich die Blätter der Aloe, Abb. 13) Ritterocereus (Pilzbefall)
das Zeitungspapier welches benutzt wurde
verklebte sich zu sehr mit den Akzessionen, was schlechte Ergebnisse erzielte, allerdings mit
schwererem Papier, oder Karton-Papier in den Griff zu bekommen wäre. Denn gerade bei der
Aloe, mit ihrem hohen Wassergehalt eignet sich dieses Verfahren besonders gut.

Sehr gute Ergebnisse, bzw. Belege wurden mit dem Pachypodium namaquanum erzielt, zwar
musste man auch hier sehr vorsichtig sein, manche Stellen entwickelten auch hierbei eine
solche Hitze, so daß die Pflanze stellenweise verbrannten (bei 90 sec. Behandlung). Jedoch
hatte dies eher etwas mit den Schnittdicken zu tun als mit der Dauer, die Präparate bei 120
sec. Bestrahlung sind einwandfrei (siehe Abb. 14-16).

Abb. 14 - 16) Segment von Pachypodium namaquanum (60, 90 und 120 sec.; Mikrowellenofen)

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II. Das Alkoholextraktions Verfahren

Einen interessanten Vergleich der beiden Verfahren haben wir mit den Ergebnissen der
Präparation von Kalanchoe tomentosa. Durch den Alkohol wird das Gewebe nach dem
trocknen sehr spröde (siehe Abb. 17) so dass die Pflanzen sehr leicht auseinanderfallen,
natürlich verlieren solche Akzessionen auch ihre Farbe da sich je nach Gewebe das
Chlorophyll auswäscht. Im Vergleich dazu sind durch Behandlung mit der Mikrowelle, solche
Belege nicht zufriedenstellend herstellbar, man sieht auf Abb. 18 die Entstehung von
Schimmel, da nur angeschnittene, sprich halbierte Blätter schnell genug abtrocknen konnten,
um dies zu verhindern. Zwar hätte eine längere Bestrahlung zu Beginn mehr Feuchtigkeit
abgeführt, das aufplatzen der Zellen hätte sicherlich auch keinen zu großen Schaden
verursacht, allerdings waren diese Exemplare auch nahe daran wiederum verbrannte Stellen
zu bekommen. Was leider versäumt wurde, sicherlich aber eine alternative dargestellt hätte,
wäre eine doppelte Bestrahlung, mit einer Pause zum abkühlen gewesen.

Abb. 17 u. 18) Sprossachse von Kalanchoe tomentosa, mit Alkoholextakton (17) und Mikrowellen (18) behandelt

Die Stapelia spec. wurde mit der Bestrahlung sehr dunkel, blieb beim trocken aber recht
plastisch im Gegensatz zur Alkoholbehandlung. Diese Exemplare sind mitunter nur noch
blassgrün, dafür in einem sehr trockenen Zustand, allerdings wiederum sehr spröde.

Gerade die großen Säulencacteen erfüllen die optimalen Voraussetzungen für die
Alkoholpräparation.
Durch die vielen Schnittstellen welche entstehen, weil die zum Teil wuchtigen Formen sehr
stark auseinander genommen werden müssen (die einzelnen Teile sollten nicht dicker als ein
Zentimeter sein), kann der Alkohol gut, schnell und tief eindringen. Grundsätzlich dauert
zwar auch das Trocknen danach recht
lange (bis zu einer Woche für
vollständige Trockenheit) aber dadurch
bleibt kein Wasser zurück.
Schwierigkeiten ergeben sich z.B. durch
die große Brüchigkeit der Akzessionen.
Werden Teile aus mehreren Segmenten
bestehend getrocknet ergeben sich,
durch das entfernen eines Großteils der
inneren Zellen, Sollbruchstellen. Hierbei
ist es nicht leicht die genaue Abb. 19) Segment von Brasiliocereus (Alkoholverfahren)
Vorgehensweise zu protokollieren, da

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ein zuviel an Gewebe auch wieder höhere Inkubationszeiten im Alkohol voraussetzt.

Weiter zeigen sich bei dem Brasiliocereus Unterschiede bei


den Querschnitten durch den Stamm, und zwar abhängig vom
Alter. So sind bei gleicher Behandlung die Teile aus dem
unteren (somit älterem) Abschnitt brüchiger, weil das Gewebe
sich stark zusammen gezogen hat. Die Jüngeren Teile hingegen
erscheinen stabiler und weniger empfindlich gegenüber
Krafteinwirkung.

Es wurden ja wie bereits erwähnt,


auch mit dem Mikrowellen-
verfahren, Belege von Ritterocereus
angefertigt. Im direkten Vergleich
mit den Stücken aus der
Alkoholextraktion ergibt sich zum
einen dass diese viel besser pressbar
waren und zum anderen sind sie
sehr viel plastischer, was Abb. 20) Querschnitte von Brasiliocereus
allerdings durch das ausblassen
ein bißchen gemildert wird. Wiederum sind die Exemplare sehr
Abb. 21) Querschnitt von Ritteroc. brüchig, dafür aber wurden sie nicht von Schimmelpilzen befallen,
spec. (Alkoholverfahren) sie konnten sehr schnell abtrocknen.

Beim Neobuxbaumia, einer sehr großen Stammsukkulente waren ebenfalls gute Ergebnisse zu
verzeichnen. Sowohl die Querschnitte wie
auch Längsschnitte sind anschaulich
präpariert. Man erkennt sehr gut die
Oberfläche des Stammes mit den Areolen
und den einzelnen Segmenten. Auch die
Farbe ist überraschend gut erhalten. Die
Exemplare erscheinen makellos. Bei diesem
Versuchsteil wurde nach dem Verdunsten
des Alkohols der Restanteil des
zurückbleibenden Wassers gemessen, es
ergab sich ein Restgehalt von ca 60%, was
zwar überraschend hoch erscheint aber
dennoch reicht die Menge an eindringenden
Abb. 22) Segmente von Neobuxbaumia polylopha
Alkohol aus um den größten Teil des
Gewebes zu zerstören. Dasselbe schließe ich auch aus den Experimenten mit dem
Ritterocereus .
Ebenso reihen sich die Ergebnisse bei der
letzten stammsukkulenten Akzessionen
ein, dem Haagerocereus. Zwar ergab es
sich dass beim vollständigen abtrocken
flecken auf der Oberfläche erscheinen,
jedoch führe ich dies auf eine Erkrankung
der Pflanze, bzw. auf schon angefallenes
Gewebe zurück und mindert die Qualität
der erhaltenen Exemplare nur gering.
Abb. 23) Querschnitte des Haagerocereus

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Die getrockneten Stammabschnitte von der Opuntia bravoana überraschten dahingehend das
mit dem Alkoholverfahren sogar ganze, also nicht medial geteilte, Abschnitte behandelt
werden konnte. Es sollte zwar darauf geachtet
werden soviel Schnittflächen wie möglich zu
erhalten, ohne dass eine Wissensminderung auf
der zu betrachtende Seite entsteht, damit der
Alkohol größtmöglich eindringen kann.
Allerdings wie man hier recht deutlich sehen
kann ist dies auch sehr von der zu behandelnden
Art abhängig, zumindest sind die ganzen
Abschnitte nicht geringerer Qualität, allerdings
benötigen solche Stücke dann auch etwas länger
zum abtrocknen.

Genauso verhielt es sich mit den Exemplaren


der Leuchtenbergia, bei der ebenfalls ganze und
halbierte Stämme getestet wurden. Die ganzen
benötigen fast doppelt so lange um vollständig
zu trocknen, ergeben dann allerdings auch die
besseren und natürlicheren Ergebnisse.

Als letztes seien noch die Ergebnisse der


Euphorbia erwähnt. Hierzu ist zu sagen dass,
weil durch den Milchsaft dieser Familie, das
Alkoholextraktionsverfahren die bessere
Behandlungsmethode ist. Wie bereits beim Abb. 24 u.25) Abschnitte von Opuntia bravoana (oben)
Mikrowellenverfahren erwähnt bereiteten und Zweige von Leutenbergia principis (unten); beides
mit dem Alkoholextraktionsverfahren getrocknet.
diese Inhaltsstoffe Probleme bei der
Erhitzung, diese werden aber durch das
Austauschverfahren einfach aus den Gewebsproben ausgewaschen und stören nicht mehr
weiter. Bei der hier verwendeten Art, ist einzig der zierliche Blattansatz und Bau der Pflanze
ein Problem; da wie bereits angemerkt die einzelnen Stücke sehr brüchig werden. Man muss
daher mit solchen Exemplaren sehr vorsichtig umgehen damit sie nicht zerstört werden.

Abb. 26) Schnittreihe von Euphorbia X Hybride

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4. Diskussion und Protokolle


Blüten sollten immer ganz oder halbiert (je nach Feuchtigkeitsgehalt und Größe) in der
Mikrowelle 30-60 sec behandelt und anschießend getrocknet werden. Dies hat den Vorteil
dass es einerseits schnell geht, andererseits verlieren solcherart behandelte Blüten nicht ihre
typische Farben. Sind mehrer Blüten vorhanden, sollten, auch bei kleineren Blüten, einige
halbierte Exemplare präpariert werden um deren inneren Aufbau besser erkennen zu können.

Mikrowellen-Verfahren:

Das Verfahren mit der Mikrowelle zeichnet sich vor allem durch die Schnelligkeit mit der
man gute Ergebnisse erzielen kann aus. Schon innerhalb weniger Tage lassen sich brauchbare
Akzessionen herstellen. Auch wenn es darum geht Farbnuancen von bestimmten Teilen (z.B.
Blüten) festzuhalten sollen die Arten hiermit Präpariert werden (siehe Heliconia, oben Abb.7).

Mit Mikrowellen sollten vor allem dickere und damit stabilere Gewebe mindestens 2 Minuten
bestrahlt werden. Probleme ergeben sich dann durch Vermischung unterschiedlicher
Strukturen, z.B. Dicke Stammsukkulente mit feinen Blättern am Apex, da der dickere Teil
eine längere Bestrahlung benötigt als die dünnen Blätter.
Feinere Abschnitte vom Habitus (z.B. Äste mit Blätter) sollten, wenn sie sehr dünne Gewebe
enthalten (meist Blattstiele o.a.), maximal 90 Sekunden bestrahlt werden, weil eben jene
dünnere Abschnitte meistens recht schnell verbrennen, aufgrund der starken Erhitzung. Dies
kann sogar soweit gehen dass das entsprechende Gewebe entflammt.

Bei sehr kleinen Präparaten (Sedum) ist dies sicher eine gute Möglichkeit schnell zu
anschaulichen Ergebnissen zu kommen, dass es Ausnahmen gibt zeigen die Ergebnisse von
Peperomia, wobei ich bei beiden keinen direkten Vergleich haben. Weiterhin ist auch
mittelgroßes Material geeignet mit Mikrowellen bestrahlt zu werden, hierbei kann man
anmerken, dass bei relativ festem Material im innern (Leuchtenbergia, Cissus) bessere
Ergebnisse mit dem Alkohol Verfahren erzielt werden können.

Protokoll:

Auswahl: Kleinere Sukkulente Arten (z.B. Rosettenförmige), Teile größerer Pflanzen die sich
gut teilen/schneiden lassen, Blüten, Pflanzen mit gleichmäßig fleischigen Teilen (z.B. Sedum,
Peperomia)

Präparation: Buschige Pflanzen sollten immer soweit geteilt werden, dass später beim Pressen
die einzelnen Pflanzenteile nicht übereinander liegen. Bei größeren Abschnitten sollte sehr
darauf geachtet werden soviel Gewebe wie möglich zu entfernen, aber die gewünschten
Strukturen sollten dabei erhalten bleiben. Problematisch wird dieses Verfahren, sobald
mehrere unterschiedliche Gewebe zusammen treffen (z.B. eine dicke Oberhaut mit
saftreichem Gewebe darunter). Zu guter letzt sollte die Größe der einzelnen Teile klein genug
sein, damit sie sich noch in dem Mikrowellenherd drehen; dies ist wichtig, da sie sonst
schneller beginnen verbrannte stellen zu bekommen.

Behandlung: 30 – 120 sec. bei sehr großen Teilen sollte eher kurz dafür wiederholt behandelt
werden (z.B. 2-3x 60 – 90sec.). Es sollte nahe an der max. Leistung des Gerätes gearbeitet
werden. Am Ende sollte das Gewebe etwas schlaff wirken (da die Zellen aufbrechen), also
welk aber feucht (austretendes Wasser). Die Feuchtigkeit sollte mit Zellstoff aufgenommen
werden, zumindest sollten die Pflanzen abtropfen.

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Trocknen: Die Pflanzen müssen nun bis zum aufziehen vollständig getrocknet werden. Dabei
sollte das Papier täglich gewechselt werden, es empfiehlt sich auch zwischen Zeitung und
Pflanze etwas stärkeres Papier [B, siehe Material] oder Stoff [A] zu legen, da durch die hohe
Feuchtigkeit der einzelnen Teile diese sehr leicht daran haften bleiben können.

Die Alkohol-Behandlung:

Mit diesem Verfahren ist nahezu alles herbarisierbar, vom ganz kleinen blättern oder Cacteen
bis hin zu Teilen von großen Stammsukkulenten, das entscheidende ist wie lange sie im
Alkohol bleiben. Kommen die Pflanzenteile an 1cm dicke heran sollten sie mindestens eine
Woche darin liegen, es scheint so als bräuchte der Alkohol nicht lange zum in die Zellen zu
gelangen, aber mein erstes Experiment hat gezeigt das es mitunter doch länger dauert als man
annimmt. Desweiteren kann auch die Farbe ein Indikator sein, dies muss nicht immer
zutreffen, aber viele meiner Exemplare verlohren 2/3 an ihrer Farbintensität.
Es sollte unbedingt darauf geachtet werden Wellkarton, zumindest auf die Schnittseiten
anzubringen, damit der Alkohol leichter eindringen kann, Schnittflächen die auf dem Plastik
zu liegen kommen sind weiterhin vom Alkoholkontakt abgeschnitten.
Der Alkohol löst zum Teil auch die Wachsschichten (Opuntia) und wie oben bereits erwähnt
das Chlorophyll und den Milchsaft aus dem Gewebe. Dadurch bleiben die Euphorbien beim
späteren Trocknen nicht mehr so stark am Papier haften.

Protokoll:

Auswahl: Alle größeren Stammsukkulenten, Arten mit Milchsaft, Pflanzen mit extremen
Mischgeweben/-strukturen.

Präparation: Das Präparieren gestaltet sich im Prinzip genauso wie für das
Mikrowellenverfahren. Grundsätzlich sollten und können aber größere Stücke behandelt
werden, bin ich also bei der Mikrowelle auf deren Größe reduziert, können beim
Alkoholverfahren auch längere und breitere Teile behandelt werden. Die zu verarbeitenden
Proben sollten nach Möglichkeit 1cm dicke nicht überschreite.

Behandlung: Die einzelnen Exemplare werden zwischen Pergamentpapier [C] gelegt und
kommen dann mit einem Karton als Unterlage auf die unterste Plastikplatte, als nächstes
wieder eine Lage Wellkarton, dann kommt die zweite Plastikplatte so dass die Teile nun
fixiert sind. Dies wird wiederholt bis der innere Einsatz der Apparatur zu 2/3 belegt ist.
Zuletzt wird die Fixierung des ganzen weiter verstärkt indem um die gesamten Plastikplatten
zwei Packriemen befestigt werden.
Je nach Dicke und Größe der einzelnen Teile sollte das ganze mindestens für 4 Tage bis hin
zu einer Woche im Alkoholbad verbleiben.

Trocknen: Zuerst sollte der innere Einsatz in die obere Halterung der Apparatur eingesetzt
werden, man wartet bis der Alkohol vollständig abgetropft ist. Nach dem herausnehmen aus
der Apparatur sollte der Einsatz zunächst in eine große Schale gestellt werden in der er
zunächst solange stehen bleibt bis der außen anhaftende Teil des Alkohols verdunstet ist (ca.
2h). Nun sollten die Proben in eine normale Herbarpresse umgeschichtet werden, dabei wird
auch das Pergamentpapier und der Wellkarton ersetzt, beides kann nach dem Trocken wieder
verwendet werden. Das Pergamentpapier sollte durch das stärkere und saugfähigere
Verpackungspapier ersetzt werden. Bevor die Presse nun in den Trockenschrank kommt, ist
es wichtig dass das ganze zunächst noch, mit nochmaligem Papierwechsel, ein bis zwei Tage

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zwischengelagert wird. Dies hat seinen Grund darin, dass sich dadurch noch einmal ein weiter
Grossteil des Alkohols an der Luft und nicht im Trockenschrank, verflüchtigen kann. Zu guter
letzt wird die Presse bis zum vollständigen Durchtrocknen des Materials im Trockenschrank
aufbewahrt.

Besprechung der Unterschiede

Zunächst einmal ist zu erwähnen dass beide Methoden sehr brauchbare Ergebnisse erzielen.
Mit der Mikrowelle können aber leicht und schnell kleinere Gewächse behandelt werden,
deren Zellen ja dadurch aufbrechen. Diese müssten für das Alkoholverfahren aufgeschnitten
werden, damit über die Schnittflächen der Alkohol schnell genug das Wasser verdrängen
kann.
Dadurch zeigen sich aber auch die Stärken der Alkoholbehandlung. Alle größeren Proben,
welche zunächst ja auf jeden Fall präpariert werden müssen um eine handhabbare Größe für
die Herbarbögen zu erreichen, lassen sich hiermit gut und vollständig trocknen. Allerdings,
und dies kann sich als Nachteil der Methode erweisen, muss man hierfür, der Herstellung
solcher Belege genügend Zeit einräumen (mind. 8 Tage pro Ladung).
Weiterhin ist das lösen des Milchsaftes bei Sukkulenten mit selbigem, ein entscheidender
Vorteil der Alkoholextraktion, da dies die Trocknung vereinfacht.
Während das Verblassen der Farben der Proben ein Nachteil dieses Verfahrens darstellt.
So zeigt sich recht schnell, was wir für welcher Art Arten anwenden sollten.

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5. Anhang
Tabelle 1.1

Tabelle 1.2

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Tabelle 1.3

Tabelle 1.4

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Tabelle 1.5

Tabelle 1.6

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Tabelle 1.7

Tabelle 2

Anmerkungen zu den Tabellen:


Tabelle 1.1 – 1.7:
Die grün markierten Exemplare sind jene die in den Versuchsreihen Verwendung fanden,
weiterhin wurden Pflanzen rot markiert, wenn sie sich sehr gut für eine Präparation
auszeichneten, z.B. weil ihre Herkunft gut dokumentiert ist. Die blau und gelb markierten
Exemplare stellen eine weitere Auswahl dar, wohingegen diese mehr aufgrund der Familie
und des Habitus ausgewählt wurden, um möglichst mit breiten Spektren zu arbeiten.

Tabelle 2:
Hier sind die einzelnen Pflanzen in der reihenfolge der Experimente aufgeführt, weiterhin
Details dazu wie die genaue Durchführung, die Art und ein Verweiß auf Fotomaterial

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6. Material
• Stoff: Cretonne 1,60; 100% Baumwolle; ca 180g/m2 (Nessel) [A]
• Papier: -Verpackungspapier: 0,0089g/qcm; Saugfähigkeit: 182%
-Pergamentpapier: 0,0038g/qcm; Saugfähigkeit: 134%
• Silikagel
• Alkohol: 96%
• Diverses Werkzeug zum Präparieren: stabile Zangen, div. Messer zum schneiden und
teilen, Pinsel zum reinigen, stabile Unterlage, Pinzette (verschiedene Größen),
Skalpell

7. Literatur und Verweise


• P. Sitte et al: Strasburger – Lehrbuch der Botanik, 34. Auflage, 1998
• Doreen Court: Succulent Flora of South Africa, Rotterdam, 1981
• Jacobsen, Hermann: Handbuch der sukkulenten Pflanzen – Band I, Jena, G.Fischer-
Verlag
• Rauh, Werner: Die großartige Welt der Sukkulenten, 2. Auflage, 1979
• Diane Bridson, et al: The Herbarium Handbook, 3. Edition, Royal botanic gardens
Kew, 1998
• Maurizio Sajeva, et al: Succulents – the illustrated dictionary, Timber Press, 1997
• Maurizio Sajeva, et al: Succulents II – the new illustrated dictionary, Timber Press,
2000
• C. Earle Smith, Jr.: Preparing herbarium specimens of vascular plants, U.S.D.A.
Agriculture Information Bulletin No. 348, Washington, DC., Issued September 1971
[1]
• Taxon 34(1): 118-121, A comparison of two new methods of preparing cacti and other
stem succulents for standard herbarium mounting, February 1985 [2]
• Urs Eggli, Beat Ernst Leuenberger: A quick and easy method of drying plant
specimens, including succulents, for the herbarium, Taxon 45 – May 1996: 259-261[3]
• Beat Ernst Leuenberger: Über die Verwendung von Mikrowellenöfen bei der
Herbarisierung von Sukkulenten, 1982a, Kakteen Sukk. 33: 176-177 [4]
• Lyman Benson: Permanent plant records, Cact.Succ.J.Amer. 22(4): 115-122, 1950 [5]
• R.H. Peebles: Preservation of cactus material, Cact.Succ.J.Amer. 14: 3-9, 1942 [6]
• Clover, E.U.: Methods of collecting cacti for the herbarium and botanical garden,
Cact.Succ.J.Amer. 24(3): 72-75, 1952 [7]
• Taxon 30(4): 866-877, News of herbaria and collections, November 1981
• A.R. Rabas, et al: Movement of water from old to young leaves in three species of
succulents, Annals of Botany 92: 529-536, 2003
• Jeff J. Doyle, et al: Preservation of plant samples for DNA restriction endonuclease
analysis, Taxon 36(4): 715-722, November 1987
• Marla Meeth Pyle, et al: In situ preservation of DNA in plant specimens, Taxon 38(4):
576-581, November 1989

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