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Neuantrag

Energiegenossenschaftliche Dialogplattformen zur Stärkung dezentraler erneuerbarer Energieprojekte durch bürgerschaftliches Engagement

Globalvorhaben Afrika, Asien und Lateinamerika

2017 2020

BMZ-PN: noch keine

Zur Vorlage beim:

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Juli 2017 DGRV – Deutscher Genossenschafts- und

Juli 2017

DGRV Deutscher Genossenschafts- und Raiffeisenverband e. V. Abteilung Internationale Beziehungen Adenauerallee 121, 53113 Bonn

DGRV Deutscher Genossenschafts- und Raiffeisenverband e. V.

Inhalt

1. Projektkurzinformation

2

2. Projektkonzeption

3

3. Zusammenfassende entwicklungspolitische Bewertung

12

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Projektkurzinformation

1.1 Projekt

Energiegenossenschaftliche Dialogplattformen zur Stärkung dezentraler erneuerbarer Energieprojekte durch bürgerschaftliches Engagement

1.2 Projektländer und Standort/e oder Sektor/en

Überregional: Afrika, Asien, Lateinamerika

1.3

Förderungsrahmen

Barmittel

2017 (ab 01.10.2017):

25.000,00 EURO

VE:

2018 2020:

600.000,00 EURO

2018 200.000,00 EURO

2019 200.000,00 EURO

2020 200.000,00 EURO

1.4 Projektkonzeption, Ziele und wichtige Instrumente, Projektkonzeption / Begründung:

In Deutschland tragen Bürgerenergiegenossenschaften durch ihre Investitionen und Dienstleistungen erheblich zu regionaler Wertschöpfung bei. U. a. bieten sie ihren Mitgliedern: Dezentrale und erneuerbare Energieversorgung, gemeinschaftliche Beteiligung und Betrieb von Energieanlagen sowie Strom- und Wärmenetzen, Bündelung und Vermarktung von Energie und Beratungen zu Energiefragen. An der Energiewende beteiligte, lokale Wirtschaftspartner profitieren von den Aktivitäten der Bürgerinitiative, wodurch die lokale Wertschöpfung Zuwächse verzeichnet. Ähnliches kann durch genossenschaftliche Energieprojekte in Partnerländern induziert werden.

Ziel des Projektes: Kommunale Kooperationen und Genossenschaften leisten zum einen wichtige Bei- träge zu einer nachhaltigen Energiewende, zum anderen auch zu dezentraler wirtschaftlicher Entwick- lung. Durch einen international geführten Energiedialog wird das Bewusstsein in der Politik, den Behör- den, Kommunen und bei Bürgerinnen und Bürgern für die positiven und nachhaltigen Auswirkungen von bürgerschaftlichem Engagement im Bereich erneuerbare Energien gestärkt. Ein Know-how-Transfer ist die Grundlage, um bürgerschaftliches Engagement auch im Bereich erneuerbare Energie in Partnerlän- dern wirksam nutzbar zu machen.

Wichtige Förderinstrumente hierfür sind: Durchführung von Konferenzen mit länderübergreifender Beteiligung, Veranstaltung von fachbezogenen Workshops und überregionalen Fachinformationsreisen zwischen Ländern Afrikas, Asiens, Lateinamerikas und Deutschland zur Schaffung von Dialogforen

Unterstützung internationaler Partnerschaften zum Wissens und Informationstransfer

Politikdialog und Beratung zu genossenschaftsfreundlichen Rahmenbedingungen

Einsatz von Personal (KZE, ggfs. eine Junior-Fachkraft an einem DGRV Projektstandort)

1.5 Zielgruppe(n) des Projekts, Partner

Zielgruppen: Kooperationen, Genossenschaften, kommunale Akteure, Vertreter nationaler Institutionen, Vertreter von Privatwirtschaft und Zivilgesellschaft mit Fokus auf erneuerbare Energien. Projektpartner: Genossenschaftliche Organisationen, zuständige Ministerien/Behörden, systemrelevan- te Institutionen im Bereich erneuerbare Energien und Genossenschaften in Partnerländern und Deutsch- land

1.6 Vorgesehene Finanzierung des Projekts

Zu den für die beantragte erste Phase 2018-2020 vorgesehenen Verpflichtungsermächtigungen siehe oben. Ein Kostenplan wird mit dem Vollantrag vorgelegt.

1.7 Ansprechpartner/in DGRV Zentrale

Christian Neidhold

Tel.: 0228 / 8861 339

Fedor Böhmert

Tel.: 0228 / 8861 332

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2. Projektkonzeption

2.1 Ausgangslage/ Rahmenbedingungen, Ziele, Zielgruppen, geplante Instrumente, Risiken

Mehr als 1 Milliarde Menschen haben derzeit keinen stabilen Zugang zu Elektrizität. Gleich- zeitig wächst die Weltbevölkerung, gerade in den Teilen der Welt mit hoher Energieunter- versorgung, rasant. So werden geschätzt im Jahre 2030 etwa 45 Prozent mehr Energie benötigt als heute. Die Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) der Vereinten Nationen greifen diese Herausforderungen auf und formulieren das gemeinsame Bestreben der Staa- tengemeinschaft bis 2030 weltweiten Zugang zu bezahlbarer, moderner und zuverlässiger Energieversorgung für alle zu sichern. Dabei wird es eine zentrale Herausforderung sein, den global steigenden Energiebedarf aus nachhaltigen Energiesystemen zu bedienen, Technologien zur Gewinnung erneuerbarer Energie flächendeckend in den Ländern des Globalen Südens zugänglich zu machen und die Energieinfrastruktur der Industrieländer auf die primäre Nutzung von nachhaltigen Energielösungen auszurichten. Ein wirksames Instrument zur Realisierung einer zukunftsorientierten Energiewende, die bürgernah, de- zentral und nachhaltig gestaltet ist, können in Bürgerenergiegenossenschaften formalisiert werden. So sind in Deutschland in den vergangenen 10 Jahren rund 850 Energiegenos- senschaften gegründet worden, die nicht nur eine aktive Bürgerbeteiligung ermöglichen, sondern auch lokale Wertschöpfung sicherstellen. Bürger, Kommunen und regionale Akteu- re forcieren in ihren genossenschaftlich organisierten Unternehmen nicht nur den Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energien, sondern sorgen durch aktive Beteiligung an den unter- nehmerischen Entscheidungen sowie durch Dialog, Aufklärungsarbeit und Bewusstseins- bildung vor Ort auch für eine breite Akzeptanz „grüner Energien“ in der Bevölkerung. Bür- gerenergiegenossenschaften haben als faire Rechtsform das Potenzial, weltweit in den ländlichen Regionen eine Energiewende von den dort lebenden Menschen und nicht in- ternationalen Investoren voran treiben zu lassen. Bürgerenergiegenossenschaften bieten die Chance, eine dezentrale Energiewende auch in Partnerländern voran zu treiben und lokale Wertschöpfung langfristig durch aktive Einbindung der Genossenschaftsmitglieder aus regionalen Bevölkerungsgruppen zu generieren.

Am 27.6.2017 richtete der DGRV in Kooperation mit dem BMZ und Unterstützung der GIZ sowie der Agentur für erneuerbare Energien die Konferenz „Neue Energie für Afrika. Ge- nossenschaftlich Dezentral -Erneuerbar“ aus. Es nahmen u. a. Bundesentwicklungsminis- ter Dr. Müller sowie die ugandische Ministerin für Energie und Rohstoffe Irene Muloni teil. Im Rahmen der Veranstaltung wurde intensiv das viel versprechende Potenzial genossen- schaftliche Ansätze einer fairen, globalen und nachhaltigen Energiewende von relevanten internationalen Fachvertretern aus Politik, Energie-Unternehmertum, Genossenschaften und anderen zivilgesellschaftlichen Institutionen wie z. B. NGOs analysiert.

Die Veranstaltung wurde von den Teilnehmern und beteiligten Institutionen als großer Er- folg angesehen. Alle waren sich einig, dass der fachbezogene und länderübergreifende Austausch wertvolle inhaltliche Anknüpfungspunkte und Vernetzungen bietet. Dieser Effekt soll nun durch die Fortführung von Veranstaltungsreihen ähnlicher Art multipliziert werden. Mit dem hier beantragten Neuvorhaben soll daher ein Beitrag geleistet werden, durch Schaffung weiterer Dialogplattformen dieser Themenreihe zwischen den Ländern Afrikas, Asiens, Lateinamerikas und Deutschland systemisch Know-how international zu multiplizie- ren und langfristig produktive, interkontinentale Energie-Partnerschaften auf Augenhöhe zu etablieren. Ziel ist, den Aufbau einer dezentralen Stromversorgung in den Heimatregionen zu stimulieren und durch Impulse anderer Projektaktivitäten das Entwickeln eigener, lokaler Energieinnovationen anzuregen.

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Der DGRV beabsichtigt mit dieser Initiative einen anteiligen Beitrag zur Erreichung des kommunizierten BMZ-Ziels zu leisten, in den nächsten fünf Jahren mindestens 100 afrika- nisch-deutsche Energie-Partnerschaften zwischen Energiegenossenschaften, Kommunen, Bürgerinnen und Bürgern in Deutschland und Dorfgemeinschaften oder lokalen Unterneh- mern in Afrika zu vermitteln.

Ziel des Gesamtprojektes

Moderne Genossenschaften verkörpern Nachhaltigkeit und leisten einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der nachhaltigen Entwicklungsziele. Mehr als die Hälfte aller Genossen- schafts-Neugründungen in Deutschland findet derzeit im Bereich Energie, Umwelt, Wasser statt. Energiegenossenschaften ermöglichen als kooperative Unternehmen das gemeinsa- me und selbstbestimmte Engagement verschiedener Akteure vor Ort und vereinen umwelt- politische, wirtschaftliche, gesellschaftliche und kommunale Interessen.

Die dezentrale und an den lokalen Bedürfnissen der Mitglieder ausgerichtete Wertschöp- fung von erneuerbare-Energie-Projekten in der Rechtsform der Genossenschaften steht dabei im Mittelpunkt. Entwicklungsrelevante Werte wie Nachhaltigkeit, Regionalität, Selbst- bestimmung und Bedürfnisorientierung begründen das Selbstverständnis von modernen und innovativen Kooperativen und eignen sich daher besonders gut um integrative Verän- derungsprozesse unternehmerisch umzusetzen und eigenmotivierte Projektaktivitäten weltweit zu formalisieren. Dialog, Aufklärungsarbeit und Bewusstseinsbildung sorgen für eine breite Akzeptanz neuer Energien in der Bevölkerung und sind die Basis für eine selbstbestimmte, nachhaltige und an den Bedürfnissen der lokalen Akteure ausgerichtete globale Energiewende. Diesen Prozess sollen die energiegenossenschaftlichen Dialogplatt- formen systematisch begleiten. Durch Begegnung und Erfahrungsaustausch mit bereits weiter entwickelten Energiegenossenschaften sollen international Anregungen für eine nachhaltig ausgerichtete Energiewirtschaft gegeben und in Deutschland erworbenes Know- how geteilt werden.

Durch einen international geführten Energiedialog werden das Know-how und das Be- wusstsein gefördert, dass über kommunal getragene Kooperationen, z. B. in Genossen- schaften, wichtige Beiträge zu einer nachhaltigen Energiewende und damit dezentraler wirtschaftlicher Entwicklung geleistet werden können. Auf dieser Basis sollen langfristig globale Energiepartnerschaften initiiert und der Aufbau von Genossenschaften und genos- senschaftlicher Verbandsstrukturen unterstützt werden.

Zielgruppen

Akteure und Interessenvertreter der Länder des Südens aus dem Bereich erneuerbare Energien und Energiewirtschaft mit Fokus auf: Kommunale Akteure und Ministerien, Vertre- ter von Privatwirtschaft, Kooperationen, Genossenschaften, Behörden, Verbänden sowie Bürgerinitiativen und zivilgesellschaftliche Organisationen.

Geplante Instrumente

Die grundlegende Konzeption der energiegenossenschaftlichen Dialogplattformen stellt eine gezielte, fachbezogene und internationale Begegnung von relevanten Akteuren unter- schiedlicher Entwicklungsstadien des Feldes erneuerbare Energien in den Mittelpunkt.

Durch eine anhand der Bedürfnisse und Zielorientierung, geplante Zusammenkunft unter- schiedlicher Akteure verschiedenster Ansatzlevel (Mikro, Meso, Makro) sowie interessierter Bürger soll eine gezielte und wirkungsvolle internationale Vernetzung initiiert werden. Durch diese Vernetzung werden Räume des globalen Lernens erschaffen, Auftakte für langfristige wirksame Energie-Partnerschaften gestaltet, regional zu harmonisierende Projektansätzen

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kanalisiert, Synergieeffekte genutzt und Inspiration für moderne, genossenschaftliche An- reize zur Selbsthilfe geteilt. Den teilnehmenden energiegenossenschaftlichen ‚key playern‘ wird durch das Zusammentreffen mit anderen Engagierten und Fachleuten des Bereiches Neue Energie ermöglicht, von den Erfahrungen aus bereits aktiven Bürgerenergieinitiativen zu profitieren und konkret Beispiele von auf erneuerbaren Energien basierter, lokaler Wert- schöpfung kennenzulernen. Eigenmotivierte Projektansätze können so praxisnah entwickelt und an lokalen Begebenheiten ausgerichtet werden.

Die Förderschwerpunkte hierbei sind:

Durchführung von Konferenzen mit länderübergreifender Beteiligung, Veranstaltung

von fachbezogenen Workshops und überregionalen Fachinformationsreisen

Schaffung von internationalen Dialogforen zwischen Vertretern aus den Genossen- schaftssektoren der Partnerländer sowie staatlichen Administratoren und deut- schen/europäischen Energiegenossenschaften und Verbänden

zur

Unterstützung bei der Entstehung von afrikanisch-deutschen Partnerschaften zum Wissens und Informationstransfer zwischen Bürgerenergiegenossenschaften in Deutschland und ähnlichen Initiativen in Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas unter Berücksichtigung der Bedürfnisschwerpunkte der Partnerländer

Politikdialog und Beratung bei der Schaffung genossenschaftsfreundlicher Rahmen- bedingungen auf nationaler Ebene (Genossenschaftsgesetz, Regulierung im Bereich erneuerbare Energie etc.)

Einsatz von Personal (KZE, ggfs. eine Junior-Fachkraft als LZE an einem Projekt- standort des DGRV in Afrika)

Das Vorhaben ist zunächst auf eine Förderphase zur Orientierung und Potenzialerkennung ausgelegt. Der Projektansatz wird regelmäßig überprüft und bei Bedarf weiterentwickelt. Im dritten Jahr der Förderphase wird basierend auf den bis dahin erzielten Resultaten ent- schieden, ob eine Fortführung des Vorhaben als sinnvoll erscheint oder ob entweder eine Fokussierung auf einen Kontinent erfolgen sollte oder ob sich die spezifischen energiege- nossenschaftlichen Inhalte in Regionalprogramme integrieren lassen.

Risiken

Eine wichtige Voraussetzung für den unternehmerischen Erfolg von modernen Genossen- schaften ist ein gemeinsames Verständnis aller Akteure über die Gründungsvoraussetzun- gen und Wirkungsmechanismen und -ziele von Kooperativen. Hierfür ist unter Umständen eine verstärkte Aufklärungs- und Informationsarbeit erforderlich, um auf gegebenenfalls weniger positive Vergangenheitserfahrungen einwirken zu können. Da die Projektkonzeption das Durchführen von internationalen Konferenzen und Veranstal- tungen vorsieht, sind Reisesicherheit und eine generell stabile Sicherheitslage am Veran- staltungsort Grundvoraussetzungen. Der DGRV wird mit seiner hier beantragten Fördermaßnahmen neben anderen Organisati- onen einen Teilbeitrag zur Erreichung des BMZ-Gesamtziels für Energie-Partnerschaften leisten. Zur optimalen Ressourcennutzung aller zum Gesamtziel beitragenden Einzelorga-

nisationen empfiehlt sich gegebenenfalls die Etablierung eines Gremiums zur Abstimmung ablauforganisatorischer und koordinativer Schnittstellen.

Unsere Erfahrungen in der internationalen Zusammenarbeit zeigen, dass der erfolgreichen Entwicklungsarbeit im Bereich Genossenschaften oft ein Imagewandel in der Wahrneh- mung von Genossenschaften voran gestellt werden muss. Da die genossenschaftliche Un- ternehmensform in Partnerländern oftmals nur in traditionellen Sektoren wie z. B. in der

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Landwirtschaft und dem Bankwesen vorzufinden ist, muss zunächst Überzeugungs- und Aufklärungsarbeit auf allen Ebenen von Bürgerinnen und Bürgern bis zu Regierungsstel- len - geleistet werden, um Genossenschaften als moderne Rechtsform wahrzunehmen, die auch in innovativen wirtschaftlichen Bereichen wie z. B. der erneuerbaren Energie erfolg- reich sein kann. Gleichzeitig muss es die Gesetzgebung und Regulation der Partnerländer erlauben, Genossenschaften auch in neuen Sektoren zu gründen. Die Schaffung dieser Grundvoraussetzung gestaltet genossenschaftliche Entwicklungsarbeit oft komplex und langwierig. Erste Gespräche mit einer Vertreterin der ugandischen Regierung lassen ähnli- che, herausfordernde Begebenheiten in Uganda vermuten.

2.2 Relevante Aktivitäten anderer Akteure in Land/Region/Sektor, Synergien

Das Klimaanliegen und die Ausrichtung internationaler Energiepolitik bedingen zwischen- staatliche Rahmenabkommen und Verträge (Pariser Klimaabkommen, SDGs), die auf ge- meinsamen Handeln und gemeinsamen Zielen beruhen. Da eine globale Energiewende nur in zwischenstaatlicher Harmonisierung gelingen kann, ist dieses Feld auf vielen Ebenen geprägt von Partnerschaften, Bündnissen und Zusammenarbeit.

Die globale Energiepolitik wird gesteuert von einem weit verzweigten internationalen Kom- plex aus Energie-Agenturen und Gremien, die versuchen, harmonische Ansätze der inter- nationalen Energietransformation zu koordinieren (IEA, SE4ALL, IRENA, IAEA, ggf. UN- FCCC).

In 2007 wurde unter der Schirmherrschaft der Afrika EU Strategie die Afrika-EU Energie Partnerschaft (AEEP) gegründet, die einen langfristig angelegten Rahmen für strategische Dialoge zwischen Ländern Afrikas und der EU mit dem Ziel des Wissenstransfers, der ge- meinsamen politischen Priorisierung und zur Entwicklung gemeinsamer Projektansätze zu Energiefragen zur Verfügung stellt. Zur Realisierung und Harmonisierung des deutschen Beitrags zum Aufbau von Energie- Partnerschaften auf Augenhöhe mit dem Partnerkontinent Afrika könnten sich Anknüp- fungspunkte mit AEEP in der Nutzung von Synergieeffekten und zur Ausrichtung von Ver- anstaltungen ergeben.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) unterhält und fördert zwischen- staatliche Energiepartnerschaften u. a. mit Nigeria, Indien, Brasilien und Tunesien. Primä- res Ziel der energiepartnerschaftlichen Zusammenarbeit ist v. a. die Unterstützung beim Ausbau erneuerbarer Energien und bei der Verbreitung effizienter Energietechnologien. Während die politische Ausrichtung der Zusammenarbeit durch eine hochrangige Steue- rungsgruppe erfolgt, findet die praktische Zusammenarbeit im Rahmen formalisierter Gre- mienstrukturen statt. Die konkrete Projektarbeit erfolgt in bilateralen Arbeitsgruppen unter Einbeziehung von Unternehmen und Forschungsinstituten.

Das deutsche Engagement im Rahmen BMZ-finanzierter staatliche Entwicklungszusam- menarbeit implementiert durch die GIZ setzt bisher Schwerpunkte im Bereich erneuerbare Energien primär auf den Kontinenten Asien und Afrika bspw. im Aufbau zellularer Netze in Verantwortung örtlicher „Village Electrification Commitees“.

Anknüpfungspunkte ergeben sich eventuell ebenfalls bei den BMZ/GIZ-Programmen „Energizing Development“ und der Ausbildungsinitiative erneuerbare Energien. Aus Deutschland bzw. Europa können bei Bedarf die Agentur für erneuerbare Energie, der Bundesverband Solarwirtschaft, der europäische Verband der Energiegenossenschaften REScoop sowie weitere in der Thematik engagierte Organisationen eingebunden werden.

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Mit dem hier beantragten Neuvorhaben „Energiegenossenschaftliche Dialogplattformen zur Stärkung dezentraler erneuerbarer Energieprojekte durch bürgerschaftliches Engagement“ sollen auf die Bedürfnisse der Teilnehmer zugeschnittene Dialogforen entstehen, die die Möglichkeit schaffen, Ansatzpunkte für die Umsetzungspraxis einer dezentralen Energieinf- rastruktur zu identifizieren (z. B. durch Bürgerenergiegenossenschaften), relevante Kontak- te zu knüpfen und Einblicke in internationale Referenzmodelle zu erhalten. Das Vorhaben soll bereits bestehende staatlich geförderte Informationsmöglichkeiten und Partnerschafts- programme ergänzen.

2.3 Entwicklungspolitische Relevanz und/oder Begründung des Projektes

Durch einen international geführten Energiedialog werden das Know-how und das Be- wusstsein gefördert, dass über kommunal getragene Kooperationen in Genossenschaften wichtige Beiträge zu einer nachhaltigen Energiewende, regionaler Wertschöpfung und da- mit dezentraler wirtschaftlicher Entwicklung geleistet werden können. Auf dieser Basis sol- len langfristig Energiepartnerschaften initiiert und der Aufbau von Genossenschaften und genossenschaftlicher Verbandsstrukturen unterstützt werden.

Der Marshallplan mit Afrika des BMZ, der im Frühjahr 2017 vorgestellt wurde, beschreibt das neue auf Partnerschaft und Augenhöhe basierende Leitbild der Ausrichtung des Ent- wicklungsengagements der Bundesrepublik im Partnerkontinent Afrika beschreibt. Der Ent- wicklungsplan, unterstreicht u. a. die Wichtigkeit von lokaler Wertschöpfung, das Entwickeln eigener, afrikanische Lösungsansätze für die Herausforderungen des Partnerkontinents sowie die Bedeutung gerechter und nachhaltig ausgerichteter Ordnungsrahmen für unter- nehmerische Initiativen. Impulse zu setzen, die Hilfe zur Selbsthilfe anregen, rückt in den Fokus.

Die beantragten energiegenossenschaftlichen Dialogplattformen zur Stärkung dezentraler erneuerbarer Energieprojekte beruhen auf diesem partnerschaftlichen Verständnis und bie- ten einen Rahmen zum Informationsaustausch, zum globalen gemeinschaftlichen Lernen und Teilen von Expertisen über Ländergrenzen hinweg.

Das BMZ Positionspapier „Grüne Bürgerenergie für Afrika“ unterstreicht ebenfalls die ent- wicklungspolitische Wirkungsbandbreite des Aufbaus von dezentralen Energiestrukturen in ländlichen Regionen mit Hilfe von Kommunen, Genossenschaften und privatwirtschaftlichen Investitionen. Die Zielvorgabe des BMZ lautet darin, bis 2022 einhundert Bürgerenergie- partnerschaften mit Deutschland zu etablieren, in die sich Kommunen und Bürger direkt einbringen können. Acht afrikanische Staaten sollen bei der Erstellung eines notwendigen rechtlichen und administrativen Rahmens für die Einrichtung von Bürgerenergiegenossen- schaften unterstützt werden. Bei der Erreichung dieses Gesamtziels möchte der DGRV ei- nen anteiligen Beitrag leisten. Auch die gesamtafrikanische Entwicklungsstrategie Agenda 2063 formuliert den Selbstanspruch, bis 2063 die afrikanische Energie-Infrastruktur für alle Haushalte zugänglich zu machen und effizient und umweltfreundlich weiterzuentwickeln.

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2.4 Ziele, Indikatoren und Erläuterung der Wirkungszusammenhänge

Projektziel

Durch einen international geführten Energiedialog werden das Know-how und das Bewusstsein gefördert, dass über kommunal getragene Kooperationen in Genossenschaften wichtige Bei- träge zu einer nachhaltigen Energiewende und damit dezentraler wirtschaftlicher Entwick- lung geleistet werden können. Auf dieser Basis sollen langfristig Energiepartnerschaften initi- iert und der Aufbau von Genossenschaften und genossenschaftlicher Verbandsstrukturen un- terstützt werden.

Junge Menschen stehen bei dieser Initiative besonders im Fokus, denn der länderübergreifende Energiedialog bietet gerade für diese Personenkreise konkrete Möglichkeiten, Genossenschaf- ten als Rechtsform zur Umsetzung von innovativen und nachhaltigen Geschäftsideen kennen- zulernen. Gleichzeitig können erweiterte Fähigkeiten im Bereich des betriebswirtschaftlichen Wissens anzueignen und unternehmerisch nutzbar zu machen. Die genossenschaftliche Rechtsform eignet sich durch ihre integrativen Grundsätze besonders gut, um Frauen, junge Menschen und marginalisierte Bevölkerungsgruppen in lokale Wirtschaftsprozesse aktiv einzu- beziehen. Generelles Ziel ist es, über einen Energiedialog neue Energiepartnerschaften zwi- schen Deutschland und Ländern in Afrika zu initiieren wie im Juni 2017 publizierten Positionspa- pier des BMZ „Bürgerenergie für Afrika“ angeregt.

1. Phase: Kompetenter Austausch auf Augenhöhe zwischen Vertretern von Genossenschaften,

Kommunen/kommunalen Unternehmen, staatliche Einrichtungen und Energiewirtschaft aus Deutschland und Ländern in Afrika, Asiens und Lateinamerikas.

2. Phase: Anbahnung direkter Kontakte zwischen deutschen Energiegenossenschaften und

genossenschaftlichen Initiativen in Partnerländern, Förderung von Energiepartnerschaften und Unterstützung beim Aufbau geeigneter Verbandsstrukturen.

Erwartete Ergebnisse und Indikatoren

Ergebnisse

Indikatoren

Quellen der Nachprüfbarkeit

Annahmen

Möglichkeiten zum Austausch zu bür- gerschaftlichem Engagement in Form von Genos- senschaften im Be- reich erneuerbaren Energien ist zwi- schen Akteuren Deutschlands und beteiligten Partner- ländern Afrikas, Asiens und Latein- amerikas initiiert

Eine geeignete Veranstaltung pro beteiligtem Part-

Der Fachaus- tausch wird or-

Die Teilnehmer setzen sich zu- sammen aus in- ternationalen Ver- tretern der Privat- wirtschaft, Zivilge- sellschaft, Ener- gie- und Genos- senschaftssektor, Vertretern von Kommunen und Gemeinden, Poli- tik, Gesetzgebung und anderen rele- vanten Akteuren des Bereiches

ganisatorisch als

 

Dialogplattfor-

 

nerkontinent p.a. ist durchgeführt

men durchge- führt und als Rahmen zum Knüpfen nützli- cher, internatio- naler Fachkon- takte genutzt

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grüne Energie o- der für den Be- reich relevante Multiplikatoren

Kontakte zu rele- vanten stakehol-

Durch neu ent- standene Ener-

Die Energiepart- nerschaften werden syste- matisch am Be- darf des Partner- landes orientiert und ausgewählt

Dialogplattformen werden als Ver- anstaltungsreihe durchgeführt und bringen eine län- derübergreifende Vernetzung von

giepartnerschaf-

dern der Partner- länder des Berei-

ches erneuerbare Energie und deut- schen Akteuren von

ten ist Informa- tions -und Wis- sensaustausch systematisch möglich und findet eigenmotiviert statt

Energiegenossen-

Erstkontakte zu

bürgernahen, de- zentralen Lö- sungsansätzen für den Sektors er- neuerbare Ener- gie

schaften sind her-

relevanten sta-

gestellt

keholdern wer-

Benötigtes und nachgefragtes Know-how kann unkompliziert bei Bedarf transferiert werden

den flankierend

begleitet

Genossenschaftli- che Verbände und geeignete Netzwer- ke in Partnerlän-

Qualifizierte Ge- nossenschaftliche Verbände oder Netzwerke in Partnerländern sind identifiziert und weisen Po- tenzial zur nach- haltigen und insti- tutionellen Wei- terentwicklung im Bereich nachhal- tige, dezentrale Energieerzeugung auf und fragen diese international nach

Potenzialstudie

Gesetzgebung

zur Analyse

des Partnerlandes begünstigt eine

konkrete An-

knüpfungspunk-

Entwicklungszu-

dern werden an- lassbezogen auf ihr Potenzial zur wei- terführenden ener-

te für eine

sammenarbeit in den Sektoren Ge- nossenschaften und erneuerbare Energien

mehrwertbrin-

gende Entwick-

lungszusam-

giegenossenschaft-

menarbeit auf

lichen Zusammen- arbeit überprüft und Anknüpfungspunkte für eine Zusam- menarbeit werden weiterverfolgt

Mikro- und/oder

 

Meso und/oder Makroebene im Bereich Ener-

giegenossen-

schaften

Die Dialogplattfor- men setzen Impulse zum Mitwirken bei der Ausgestaltung von Rahmenbedin- gungen auf nationa- ler Ebene zur stra- tegischen Ausrich- tung von dezentra- ler Energieinfra- struktur in den Partnerländern

Die Teilnehmer der Dialogforen werden gemäß dem multistake- holder Ansatz eingeladen

Die Rahmenbe- dingungen zur adaptiven Repli- zierbarkeit des

Die länderüber- greifenden Fach- veranstaltungen bringen qualifizier- te Schnittstellen

deutschen Bürge-

renergiegenos-

hervor

Kurzzeitexperten werden zur Über- prüfung der Machbarkeit von Pilotprojekten nach Möglichkeit auf Nachfrage der Partnerländer eingesetzt

Fachberatungen

senschaftsansat-

zes sind in aus- gewählten Part- nerländern geprüft (Expertenanalyse) und weisen nach- weisbar Anknüp- fungspunkte auf

 

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zu Potenzialen ei- ner dezentralen

energiewirtschaft-

lichen Infrastruk- tur mit Bürgerbe- teiligung werden auf Nachfrage der Partnerländer nach Möglichkeit vermittelt

Wirkungszusammenhänge

Der im Kapitel 2.1 dargestellte Förderansatz beschreibt eine Sozialstrukturförderung, die mehrstufige Wirkung in den Projektländern vorplant. Genossenschaftliche Verbund- und Verbandsstrukturen sind wichtige Säulen einer nachhaltig angelegten Institutionalisierung von Genossenschaften in Partnerländern.

In der ersten Förderphase werden Dialogplattformen auf der Mikroebene organisiert, die Impulse zur Stärkung dezentraler erneuerbarer Energieprojekte durch bürgerschaftliches Engagement in Partnerländern setzen können. Lokale Wertschöpfung im Bereich erneuer- bare Energie kann durch die Organisationsform der Genossenschaften erzielt werden. Hierzu werden durch die Begegnung mit internationalen Akteuren im Rahmen der geplan- ten Veranstaltungen Anreize gesetzt. Moderne Kooperativen, die innovative unternehmeri- sche Ideen ihrer Mitglieder umsetzen, bieten bei qualitativ hochwertiger Beratungs- und Lernbegleitung automatisch eine Keimzelle für die Entwicklung weiterer unternehmerischer Aktivitäten, die engagierte Gruppen lokal sinnvoll einbringen und so zu weiterer lokaler Wertschöpfung und Ausbreitung von nachhaltigem Unternehmertum beitragen können.

Basierend auf den Resultaten der ersten Förderphase mit Ende 2020 könnte das Vorhaben seine Beratungsleistungen bei entsprechend gegebenem Potenzial auf die Förderung von

Pilotprojekten der Mikroebene

auch dazu genutzt werden, die Entwicklungspotenziale eines genossenschaftlichen Sys- temaufbaus mit dem Schwerpunkt erneuerbare Energie in den Partnerländern auszuloten, was auch eine langfristige Förderung von genossenschaftlichen Verbund- und Verbands- strukturen der Mesoebene mit einbezieht. Wie unter Kapitel 2.1 „Risiken“ beleuchtet, be- dingt die systemische Entwicklung von genossenschaftlichen Strukturen auch eine begüns- tigende Gesetzgebung, die ggfs. einen weiteren Ansatz zur perspektivischen Zusammenar- beit über den hier beantragten Förderzeitrahmen hinaus bildet.

ausweiten. Die hier beantragte Orientierungsphase wird

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3. Zusammenfassende entwicklungspolitische Bewertung

Relevanz

Mit dem vorgelegten Neuvorhaben kann es gelingen, wichtige Beiträge zu einer nachhalti- gen Energiewende und damit dezentraler Energieversorgung und wirtschaftlicher Entwick- lung in Partnerländern des BMZ zu leisten. Besondere Anstrengungen werden dabei dem Partnerkontinent Afrika gelten. Die Erfahrungen in Deutschland zeigen, dass die Rechts- und Organisationsform der Genossenschaft eine ideale Plattform bietet, um durch dezent- rales bürgerschaftliches Engagement zur Generierung von Energie aus nachhaltigen Res- sourcen und zu lokaler Wertschöpfung beizutragen. Energie ist eine Grundvoraussetzung für wirtschaftliche Entwicklung, Armutsbekämpfung und die Verbesserung von Lebensbe- dingungen in allen Bereichen. Eine zukunftsfähige globale Energieversorgung ermöglicht nicht nur Zugang zu bezahlbarer und zuverlässiger Energie für alle, sondern ist vor allem nachhaltig und effizient generiert, umweltschonend und unabhängig von fossilen Brenn- stoffen und nationalen Versorgungssystemen.

Deutschland unterstützt daher die Verbreitung von nachhaltigen und dezentralen Techniken der Energiegewinnung und setzt sich für eine effiziente Energieerzeugung und - verwendung ein. Die erfolgreiche Unternehmensform der Bürgerenergiegenossenschaften in unserem Land in andere Länder zu verbreiten. Durch langfristig angelegte Partnerschaf- ten wird Zugang zu Wissen und Informationsaustausch über diese moderne Form der bür- gernahen und lokalen Energieversorgung zu ermöglicht. Genossenschaften entstehen aus der Zivilgesellschaft heraus und haben demokratische Strukturen, geben Interessensgruppen einen organisatorischen Rahmen und wirken insbe- sondere positiv in ländlichen Räumen. Sie schließen lokal wirtschaftlich benachteiligte Gruppen in Wirtschaftskreisläufe partizipativ mit ein und erschaffen eine unternehmerische Infrastruktur, die die lokale Kultur respektiert und das Wissen über den lokal verfügbaren Umfang erneuerbarer Ressourcen und den nachhaltigen Umgang mit diesen in das unter- nehmerische Handeln mit einbezieht. Genossenschaften schaffen Zugang zu Märkten und stärken die Position des Einzelnen. Dies unterstreicht das ökonomische Potenzial der genossenschaftlichen Unternehmens- form, das auch für die nachhaltige Energieerzeugung und den Zugang zu erneuerbaren Energien nutzbar gemacht werden kann und primär den ländlichen Raum stärkt. Vielfach sind Genossenschaften zudem eine Keimzelle für weitere innovative und selbst gestaltete Projekte in der Region, nicht nur im Energiebereich sondern in vielen anderen Betätigungs- feldern regionaler Entwicklung. Gerade junge Erwachsene, die maßgeblich „ihre“ ländliche Region attraktiv und zukunftsorientiert (mit)gestalten möchten, können durch aktives Mitwir- ken in Genossenschaften sukzessive an unternehmerisch sinnvolles Handeln heran geführt und durch die positiven Effekte der Genossenschaft darin gestärkt werden, eigene für ihre Region nützliche Geschäftsideen zu entwickeln.

Wirksamkeit

Genossenschaften haben erhebliche wirtschaftliche Bedeutung durch Schaffung von Märk- ten (Stärkung des Wettbewerbs durch Markteintritt von Genossenschaften) und Marktzu- gang (der Einzelne erhält Zugang zu Beschaffungs- und Absatzkanälen bzw. zu Dienstleis- tungen/Serviceangeboten, z. B. Finanzdienstleistungen).

Genossenschaften ermöglichen gerade ärmeren Bevölkerungsschichten und KKMU Zu- gang zu Märkten und Dienstleistungen. Sie erwirtschaften eine Kooperationsrendite für die Mitglieder und das genossenschaftliche Unternehmen selbst und schaffen Verhandlungs- und Marktmacht. Insgesamt verbessern Genossenschaften damit nicht nur die individuelle wirtschaftliche und soziale Lage der Mitglieder, sondern bewirken auch regionale und ggfs.

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nationale gesamtgesellschaftliche Strukturveränderungen. Durch Genossenschaften kön- nen sich benachteiligte Bevölkerungsgruppen auf der Basis von Selbsthilfe einen Zugang zu Ressourcen, Arbeitsplätzen und Einkommen verschaffen.

Nachhaltigkeit

Genossenschaften als originäre Instrumente der Selbsthilfe fördern die Partizipation in ih- rem Umfeld durch Einbindung der Mitglieder in die Entscheidungsabläufe des Unterneh- mens. Die enge Einbeziehung bzw. hohe Partizipation und Motivation der Partner bei der Umsetzung von Strategien, Konzepten und Maßnahmen ist hierbei eine wesentliche Vo- raussetzung, um nachhaltig strukturbildende Wirkungen zu erzielen und die Nähe zur Ziel- gruppe zu wahren.

Durch die aktive Mitgestaltung bei der Veränderung sowie Verbesserung der für die Nach- haltigkeit genossenschaftlicher Strukturen essenziellen rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Genossenschaften werden Freiräume für freiwillig organisierte Selbsthilfe geschaffen. Daher ist es zielführend, wenn Politik und Regierung durch die Akti- vitäten des Projektes und seiner Partner eine Vorstellung darüber bekommen, welche Chancen wirtschaftliche Kooperation in marktwirtschaftlichen Ökonomien bieten und welche bedeutende Rolle Genossenschaften in den einzelnen Wirtschaftssektoren spielen können.

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Anlage 1

BMZ-Projekt-Nr.:

Projektlaufzeit:

(Anfang / Ende)

Projektbezeichnung:

(Deutsch)

Projektbezeichnung:

(Englisch)

Projektbeschreibung:

(Deutsch)

Projektbeschreibung:

(Englisch)

Förderbereich

(CRS-Schlüssel):

Noch keine

von:

01.10.2017

bis:

31.12.2020

Energiegenossenschaftliche Dialogplattformen zur Stär- kung dezentraler erneuerbarer Energieprojekte durch bürgerschaftliches Engagement

International stakeholder forums (focussing on Africa, Asia, Latin America) on promoting the member based cooperative approach in the field of renewable energy

Kommunal getragene Kooperationen in Genossenschaf- ten können wichtige Beiträge zu einer nachhaltigen Energiewende und somit zu dezentraler wirtschaftlicher Entwicklung leisten. Durch einen international geführten Energiedialog werden das Bewusstsein gefördert und das, Know-how übertragen, um bürgerschaftliches En- gagement auch im Bereich erneuerbare Energie in Partnerländern wirksam nutzbar zu machen

Community based cooperatives are contributing an im- portant and effective share to achieve a sustainable en- ergy transition as well as locally generated added value. An international stakeholder forum on renewable energy solutions will support to enhance general awareness and knowledge on how to integrate citizen driven com- mitment in favour of cooperatives into the field of local, renewable energy project approaches in a sustainable manner

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DGRV Deutscher Genossenschafts- und Raiffeisenverband e. V.

Übersektorale Kennungen:

Gleichberechtigung der Geschlechter

GG 2

 

GG 1 ist ein wich- tiges Ne- benziel

       

ist ein

X

GG 0

 

Hauptziel

Umwelt- und Ressourcenschutz

UR 2

X

UR 1 ist ein wich- tiges Ne- benziel

 

UR 0

 

ist ein

Hauptziel

Partizipative Entwicklung/ gute Regierungsführung

PD/

 

PD/ GG 1 ist ein wich- tiges Ne- benziel

 

PD/

 

GG 2

X

GG 0

 

ist ein

Hauptziel

Handelsentwicklung

TD 2

 

TD 1 ist ein wich- tiges Ne- benziel

     

ist ein

TD 0

X

Hauptziel

Desertifikationsbekämpfung

DES 2

 

DES 1 ist ein wich- tiges Ne- benziel

     

ist ein

X

DES 0

Hauptziel

Biodiversität

BTR 2

 

BTR 1 ist ein wich- tiges Ne- benziel

 

BTR 0

 

ist ein

X

Hauptziel

Klimawandel

KLM 2

 

KLM 1 ist ein wich- tiges Ne- benziel

 

KLM 0

 

ist ein

X

Hauptziel

Klimaschutz

KLA 2

X

KLA 1 ist ein wich- tiges Ne- benziel

 

KLA 0

 

ist ein

Hauptziel

Ländliche Entwicklung und Ernährungssicherung

LE 2

 

LE 1

 

LE 0

 

ist ein

X

ist ein wich- tiges Ne- benziel

 

Hauptziel

Armutsorientierung

SHA

 

SUA

 

MSA

 

EPA

X

selbsthil-

Sonstige

auf Mak-

allg. epol.

fe-

unmittelbar.

ro- / Sek- torebene

Ausrich-

orientierte

Armutsbek.

tung

Armuts-

übergrei-

bek.

fend

Frieden und Sicherheit

FS 2

 

FS 1 ist ein wich- tiges Ne- benziel

X

FS 0

X

 

ist ein

Vorhaben

Hauptziel

ist nicht

auf Frie-

 

den und

Sicherheit

ausgerich-

tet

Beiträge zu Reproduktiven-, Müt- ter-, Neugeborenen- und Kinder- gesundheit

RMNCH 2

 

RMNCH 1

 

RMNCH 0

X

Mehr als

15%-85%

Weniger

85% der

der Res-

als 15%

 

Rssour-

sourcen-

der Ress-

cen-

zuordnung

sourcen-

zuordnung

zuord-

nung

DGRV Deutscher Genossenschafts- und Raiffeisenverband e. V.

Anlage 2: Finanz- und Stellenpläne

Die Finanzierungsplanung ist als Anlage beigefügt. Es wird bestätigt, dass die Bestimmun- gen der geltenden Förderrichtlinien eingehalten werden.

Es ist anzumerken, dass die umfangreiche Projektkonzeption ein höheres Budget als die zu Verfügung stehenden Verpflichtungsermächtigungen erfordert. Daher besteht weiterer jährlicher Bedarf an Mitteln aus einem möglichen freien Baransatz, um weitere Aktivitäten durchführen zu können. Die Fixkosten sind in weiten Teilen gedeckt.

Da die Auslandsmitarbeiter nicht nur Verwaltungsverantwortung tragen, sondern auch Hauptbe- rater sind, ist die Durchführung eines Teils der Bildungs- und Beratungsmaßnahmen gewähr- leistet.