Sie sind auf Seite 1von 4

Prof. D. Salamon

Analysis I

MATH, PHYS, CHAB

HS 2014

Musterlösung Serie 1

(a)

1. Die Behauptung ist klar erfüllt für n = 1:

1 2 = 1 =

Der Indukionsschritt lautet:

1 ·

2 · 3

6

n+1

i=1

k 2 =

n

i=1

k 2 + (n + 1) 2

=

n(n + 1)(2n + 1)

6

+ (n + 1) 2

n(n + 1)(2n + 1) + 6(n + 1) 2

=

6

(n + 1)(n(2n + 1) + 6(n + 1))

=

6

(n + 1)(n + 2)(2n + 3)

=

6

(b)

Für n = 1 ist die Behauptung die triviale Aussage 1 + x 1 + x. Für den Induktions- schritt verwenden wir 1 + x 0:

(1 + x) n+1 =

(1 + x) n (1 + x) (1 + nx)(1 + x) = (1 + (n + 1)x + nx 2 )

(1 + (n + 1)x)

(c)

Aus P (1) folgt nicht P (2), sondern nur, dass jedes Pferd die gleiche Farbe wie es selbst hat. Für k 2 ist der Induktionsschritt von P (k) nach P (k + 1) allerdings korrekt.

2. Ja, denn 5 < 3 2 < π 2 < 3.15 2 = 9.9225 < 10.

(a)

(b)

(c)

Nein, da 3.1415 Q.

Wir schreiben für die logische Verknüpfung oder das Symbol , sowie für und das Symbol . Es gilt

x

(A B) c

x

/

A B

x

/

A x /

B

x A c x B c

x A c B c

 

und folglich (A B) c = (A c B c ). Analog gilt

und

x

(A B) c

x

/

A B

x

/

A x / B

x A c x B c

x A c B c

somit (A B) c = A c B c .

1

(d)

Die Aussage ist korrekt, denn es gilt:

x

(A B) C

x A B x C

 

(x A x B) x C

(x A x C) (x B x C)

x

A C x

B C

x

(A C) (B

C)

3. Wir berechnen zunächst den goldenen Schnitt explizit. Es gilt

φ = a

b

= a + b

a

b

= 1 + a = 1 +

1

φ

und somit φ 2 φ 1 = 0. Die Lösungen dieser quadratischen Gleichung sind gegeben durch

φ 1,2 = 1 ± 2 5

.

Da φ ein Teilungsverhältnis beschreibt, ist φ 0 und wir erhalten φ = 2 (1 + 5) R.

Wir wollen nun zeigen, dass φ irrational ist. Dafür nehmen wir an, dass φ rational ist, und

1

führen diese Annahme auf einen Widerspruch. Falls φ rational ist, so ist auch 5 = 2φ 1 rational. Dann gibt es also teilerfremde ganze Zahlen p, q Z, q = 0, sodass

5 = p

q

Zahlen p, q ∈ Z , q = 0 , sodass √ 5 = p q

gilt. Quadrieren liefert:

5 = p 2

q 2

Da p und q teilerfremd waren, sind auch p 2 und q 2 teilerfremd. Die letzte Gleichung kann also nur stimmen falls q 2 = 1 und p 2 = 5 gilt. Das ist aber unmöglich.

4. Gesucht ist die Menge der natürlichen Zahlen kleiner gleich 100, welche das Produkt dreier verschiedener Primzahlen sind:

S T U = {30, 42, 66, 70, 78}

5. (a) Es gilt |x + 3| ≥ 3 genau dann wenn

x + 3 ≤ −3

oder

x + 3 3.

Die gesuchte Menge ist also R\(6, 0).

(b) Die Ungleichung ist äquivalent zu

|x 2| + 2 ≥ |x|

und gilt für alle x R nach der Dreiecksungleichung. Alternativ sieht man leicht, dass für x 2 immer Gleichheit gilt, für 0 x 2 die Ungleichung äquivalent ist zu 4 2x, sowie für x 0 die Ungleichung äquivalent ist zu 4 0.

2

(c)

Wir betrachten 3 Fälle:

Fall 1: x = 2. Die linke Seite ist nicht definiert. Fall 2: x < 2. Die Ungleichung ist äquivalent zu

x 2 2x + 2 (2 x)(x + 2) = 4 x 2

x 2 x 1 0.

Die Nullstellen von x 2 x1 sind gegeben durch x 1,2 = 2 (1± 5). Da beide Nullstellen x 1,2 > 2 sind, kann die Ungleichung für x < 2 nie erfüllt sein. Fall 3: x > 2. Die Ungleichung ist äquivalent zu

1

x 2 2x + 2 (2 x)(x + 2) = 4 x 2

x 2 x 1 0.

Mittels der Nullstellen können wir den quadratischen Term faktorisieren zu:

x 2 x 1 = x 2 (1 + 5) x 1

1

2 (1 5)

Die Ungleichug gilt, wenn beide Faktoren das selbe Vorzeichen haben. Das ist der Fall

für alle x

(d) Es handeld sich um das Gebiet zwischen zwei auf der Spitze stehenden, im Ursprung

(2, 1 2 (1 5)] [ 2 (1 + 5), ).

1

zentrierten Quadraten der Seitenlängen 2 bzw. 2 2.

6. (a) Die beiden Summen sind nur formal unterschiedlich und enthalten die gleichen Sum- manden.

(b)

(c)

(d)

(e)

n

k=0

k 10 =

n

k=1

k 10 =

n1

k=0

(k + 1) 10

Die Formel folgt mit vollständier Induktion: Der Anfang mit n = 2 ist klar und der Induktionsschritt folgt mit:

n+1

k=1

(a k a k1 ) = a n+1 a n +

n

k=1

(a k a k1 ) = a n+1 a n + a n a 0 = a n+1 a 0

Das Argument ist analog zu Teil (b). Der Induktionsschritt lautet:

n+1

k=1

a

k

a

k1

= a n+1

a

n

·

n

k=1

a

k

a

k1

= a n+1

a

n

· a n

a

0

= a n+1

a

0

.

Unter Verwendung der angegebenen Partialbruchzerlegung und (b) folgt:

n

k=1

1

k(k + 1) =

Unter Verwendung von (c) gilt:

n

k=1 1 +

n + k =

1

n

k=1

1

k k + 1 = 1

1

1

n + 1

n

k=1

n + k + 1

= 2n + 1 n + 1

n + k

= 2

1

n + 1

7. In der Tat genügt bereits die Aussage „Die Anzahl der Bücher ist grösser, als die Summer der Anzahlen der Wörter aller Bücher“ um zu zeigen, dass es ein leeres Buch gibt. Bezeichne mit B die Menge aller Bücher, sowie mit |B| die Anzahl aller Bücher und für ein Buch b ∈ B mit |b| die Anzahl der Wörter in diesem Buch. Wäre nun kein Buch leer, so folgt der Widerspruch:

|B| > |b| ≥ 1 = |B|.

b∈B

3

b∈B

Nimmt man zusätzlich die Aussage „Es gibt keine zwei Bücher, welche gleich viele Wörter enthalten“ hinzu so lassen sich sogar die Wortanzahlen aller Bücher angeben, denn diese Aussage kann genutzt werden um die Bücher der Wortanzahl nach zu ordnen und zu folgern:

|B| > |b| ≥

b∈B

|B|−1

k=0

k = (|B| − 1)|B|

2

Diese Ungleichung kann nur für |B| < 3 gelten. Die Bibliothek besteht dann entweder aus nur einem leeren Buch oder aus einem leeren Buch und einem Buch mit einem Wort.

4