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APOKALYPSE KOMMENTAR

VON TORSTEN SCHWANKE

Der Brief an die Gemeinde in Ephesus

1 »Schreib an den Engel der Gemeinde in Ephesus: Der in seiner rechten Hand die sieben Sterne
hält und zwischen den sieben goldenen Leuchtern umhergeht, der lässt dieser Gemeinde sagen: 2
Ich weiß, wie viel Gutes du tust, weiß von all deiner Arbeit, und ich kenne auch deine
Standhaftigkeit. Es ist gut, dass du die Bösen in eurer Mitte nicht duldest und die als Lügner
entlarvst, die sich als Apostel ausgeben und es doch nicht sind. 3 Weil du dich zu mir bekennst,
musstest du geduldig Schweres ertragen, und du hast niemals aufgegeben. 4 Aber eines habe ich an
dir auszusetzen: Von deiner anfänglichen Liebe ist nicht mehr viel übrig. 5 Weißt du noch, mit
welcher Hingabe du einmal begonnen hast? Was ist davon geblieben? Kehr um und handle wieder
so wie zu Beginn.1 Sonst werde ich kommen und deinen Leuchter von seinem Platz stoßen. 6 Eins
aber will ich dir zugutehalten: Dir ist das Treiben der Nikolaïten2 ebenso verhasst wie mir. 7 Wer
Ohren hat, soll hören, was Gottes Geist den Gemeinden sagt. Wer durchhält und den Sieg erringt,
dem will ich die Früchte vom Baum des Lebens zu essen geben, der in Gottes Paradies steht.«

Gott hat Johannes, als der auf der kleinen Insel Patmos im Exil hockt, gesagt, was er schreiben soll
und er hat es getan.

Den ersten Brief schreibt er an die Kirchengemeinde in Ephesus – das war damals die größte
Hafenstadt in Kleinasien. Die Gemeinde ist von Paulus gegründet worden. Timotheus, der geistliche
Sohn des Paulus, war ihr Bischof (der Engel der Gemeinde). Die Tradition sagt, dass Johannes nach
seiner Rückkehr von Patmos in Ephesus gelebt hat und dort gestorben und begraben ist. Aber der
Brief richtet sich an die ganze Kirche aller Zeiten, also auch an unsre Gemeinde heute und an uns
ganz persönlich, dass wir uns überprüfen, wo wir stehen.

"Ich weiß von all dem Guten, das ihr tut: von eurem Einsatz und eurer Ausdauer. Von eurem
Einsatz: Ihr duldet niemand unter euch, der Böses tut; und die Leute, die sich als Apostel ausgeben,
aber keine sind, habt ihr geprüft und als Lügner entlarvt. Und von eurer Ausdauer: Um meinetwillen
habt ihr gelitten und doch nicht aufgegeben.“

Ein Lob der Gemeinde, sie hat das Charisma der Unterscheidung der Geister. Sie lehnt die falschen
Wanderapostel ab, die eine andere Lehre als die Lehre Christi bringen. Heute können solche
falschen Apostel die Kommunikationsmittel sein, etwa wenn der „Spiegel“ über Bibelwissenschaft
schreibt, oder wenn im Fernsehen über Jesus oder die Kirche Irrtum verbreitet wird. Wie kann man
die Geister zu unterscheiden lernen? Dazu braucht es eine gute Kenntnis der Bibel und ein Hören
auf Jesus im Gebet, eine innige Verbindung mit Jesus auf Du und Du.

Was können heute solche modernen Irrlehren sein?

Die Gemeinde wird also gelobt für ihre Wachsamkeit und ihr Unterscheidungsvermögen. Aber
Jesus übt auch Kritik.

Kannst Du Dich an Deine erste Liebe erinnern?


Der erste Mensch, den Du angehimmelt hast – an den Du ständig gedacht hast? Es gab für Dich nur
diesen einen Menschen und alles andere um Dich herum hast Du vergessen. Und wenn Du ihn
gesehen hast, dann hattest Du Schmetterlinge im Bauch…

Ich glaube, die erste Liebe vergisst man niemals und dieser Mensch wird immer etwas ganz
Besonderes bleiben. Gott wünscht sich, dass wir ihn wie eine erste große Liebe lieben.

"Erkenne doch, wie weit du dich von deiner ersten Liebe entfernt hast! Kehre wieder zu mir zurück
und bemühe dich so, wie du es am Anfang getan hast. Wenn du dich nicht änderst, werde ich
kommen und deinen Leuchter von seinem Platz unter den Gemeinden wegnehmen."

Am Anfang einer Beziehung ist man frisch verliebt, rosa Wolken – aber dann mit der Zeit, wenn der
Alltag kommt, dann kühlt die heiße Liebe ab. Man streitet sich, nicht selten auch um alltägliche
Kleinigkeiten; die offene Zahnpastatube, der nicht herangerückte Stuhl, das schmutzige Geschirr.

Kannst du dich an deine erste Liebe zu Jesus erinnern?

Als Christ funktioniert das ähnlich und Du kennst es vielleicht – am Anfang saugst Du nur so auf,
was Du über Jesus und die Bibel erfahren kannst. Du bist tief bewegt und nur so überwältigt – der
heilige Geist hat Dich regelrecht besoffen gemacht. Du fühlst Dich total abgefüllt mit Gottes Liebe
und willst allen Menschen erzählen, was Du gerade durch den Glauben erlebst.

Da wird gebetet was das Zeug hält, blöde Gewohnheiten werden abgelegt und durch nen fetten
Haufen Nächstenliebe ersetzt.

Eine Zeitlang erlebst Du sowas wie geistliche Flitterwochen.

"Ihn liebt ihr, obwohl ihr ihn nie gesehen habt. Auf ihn setzt ihr euer Vertrauen, obwohl ihr ihn jetzt
noch nicht sehen könnt. Und darum jubelt ihr mit unaussprechlicher und herrlicher Freude."
1. Petrus 1, 8

Doch mit der Zeit klingt diese überwältigende Freude ab – Gewohnheit schleicht sich ein, der Alltag
hält Einzug.

Vielleicht hast Du Stress auf der Arbeit, Deine Nachbarn nerven, Du schreist auch schon mal die
Kinder an, Du machst Dir zuviel Sorgen, Du bist eifersüchtig, Du betrügst, um Dich aus einer
schwierigen Lage herauszumanövrieren oder um Deinen Willen durchzusetzen. Du fällst vorschnell
Urteile über andere, bist oberflächlich, wirkst fast schon arrogant. Und das Beten ist wie eine
Achterbahnfahrt, Du nimmst es Dir immer wieder vor, dann tust Du es mal, dann wieder nicht.

Doch Gott sagt im Brief an die Epheser:

"Kehre um zu mir – komm zurück! Liebe mich wie zu Beginn!"

Er möchte nicht, dass Du Dich entfernst, sondern dass Du ganz nah bei ihm bleibst. Falls Du
merkst, dass Du Gott nicht mehr so liebst, wie zu Beginn, dann sieh es als Einladung – er reicht Dir
die Hand und sagt:

"Komm zu mir zurück!"


"Du sollst den Herrn, deinen Gott, von ganzem Herzen, von ganzer Seele, mit all deinen Gedanken
und all deiner Kraft lieben.´ Das zweite ist ebenso wichtig: `Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.´
Kein anderes Gebot ist wichtiger als diese beiden.«"
Markus 12, 30 – 31

Gott weiß, dass wir seine Liebe brauchen, um andere zu lieben, um zu vergeben und um Großes
bewirken zu können!

Ich stell mir das immer wie einen Becher vor und Gott füllt seine Liebe rein, erst dann kann jemand
daraus trinken und seinen Durst stillen.

Eine Gemeinde, wo die Liebe zu Jesus nicht im Mittelpunkt steht, die wird gewöhnlich – sie wird
langweilig. Da ist kein Feuer mehr zu spüren, keine Power, wenig Liebe – da laufen Schnarchnasen
herum und die Wunder bleiben aus.

Liebe ist eine Entscheidung – täglich aufs Neue. Ich entscheide mich, ob ich weiterhin an Gott dran
bleibe und bete, obwohl nicht gerade alles nach Friede, Freude, Eierkuchen aussieht.

Verbringe soviel Zeit wie möglich mit Gott – richte Dir feste Rituale ein!

Wenn Du frustriert bist oder Dich etwas ärgert, dann sage es ihm sofort und lass es sich nicht
aufstauen.

Triff Dich regelmäßig mit anderen Leuten, betet gemeinsam. Unterhaltet Euch über Gott und
verschiedene Abschnitte in der Bibel.

Lies in der Bibel und studiere sie richtig, lies Erklärungen zu den verschiedenen Bibelstellen.

Was ist der Lohn für die treue Liebhaber Gottes? Sie kommen ins Paradies, nicht ins irdische,
sondern ins himmlische Paradies. Sie essen die Frucht vom Baum des Lebens, das heißt, sie
bekommen das ewige Leben. Was ist das Paradies? Papst Franziskus sagte einmal: Das Paradies ist
nicht ein verwunschener Garten, sondern die Umarmung Jesu (das Einswerden mit Gott).

II

Der Brief an die Gemeinde in Smyrna

8 »An den Engel der Gemeinde in Smyrna schreibe: Diese Botschaft kommt von dem, der zugleich
der Erste und der Letzte ist, der tot war und nun wieder lebt. 9 Ich kenne die Verfolgung, die du
ertragen musst, und ich weiß, in welcher Armut du lebst; doch in Wirklichkeit bist du reich. Mir ist
auch nicht entgangen, wie bösartig euch die Leute verleumden, die sich als Juden ausgeben, in
Wirklichkeit aber Gehilfen des Satans3 sind. 10 Fürchte dich nicht vor dem, was dir noch
bevorsteht. Der Teufel wird einige von euch ins Gefängnis bringen, um euch auf die Probe zu
stellen. Zehn Tage lang werdet ihr leiden müssen. Bleib mir treu, auch wenn es dich das Leben
kostet. Dann werde ich dir als Siegespreis das ewige Leben geben. 11 Wer Ohren hat, soll hören,
was Gottes Geist den Gemeinden sagt. Wer durchhält und den Sieg erringt, dem wird der zweite,
der ewige Tod nichts anhaben können.«
Den zweiten Brief schreibt er an die Kirchengemeinde in Smyrna, das ist eine Hafenstadt am
ägyptischem Meer. Dieses Smyrna war eine römische Kolonie, in der der römische Kaiser als Gott
angebetet wurde, darum nannte man die Stadt Smyrna die Treue. Christus sagt der Gemeinde, dass
er Gott ist, der Erste und der Letzte, A und O, der war und der ist und der sein wird, und nicht der
römische Kaiser.

Es gibt eine Tendenz in der Menschheitsgeschichte, Menschen zu vergöttern. Das kann in der Liebe
geschehen, dass man die Geliebte vergöttert, das kann in der Kunst geschehen, wenn man einen
Popsänger Mister Sexgott nennt oder eine Sängerin Gottmutter des Soul.

Gott sagt dieser Gemeinde:

"Ich weiß, dass ihr unterdrückt werdet und dass ihr arm seid. Aber in Wirklichkeit seid ihr reich! Ich
kenne auch die üblen Nachreden, die von Leuten über euch verbreitet werden, die sich als
Angehörige des Gottesvolkes ausgeben."

Der Bischof von Smyrna war Polykarp, ein Jünger des Apostels Johannes. Er ist als Märtyrer
gestorben, weil er den Kaiser nicht angebetet hatte. Die Christen waren arm, da sie Außenseiter
waren. DDDie Kirche wurde verfolgt von den römischen Kaiseranbetern, aber auch von den Juden,
die Jesus verachteten.

Jesus sagt auch "ihr seid nicht arm, ihr seid reich" – er meinte damit nicht das Geld, sondern die
Liebe, den Schatz des Glaubens. Die Menschen in der Gemeinde waren auf dem richtigen Weg, sie
glaubten an Jesus, auch wenn sie sich dafür vielleicht ordentlich was anhören mussten oder sogar
gemobbt wurden.

Heute kann es sein, dass wir ausgegrenzt werden und verspottet. Man sagt dann: Das ist ja finsteres
Mittelalter! Du lebst wohl auf dem Mond! Sei doch nicht päpstlicher als der Papst!

"Habt keine Angst wegen der Dinge, die ihr noch erleiden müsst. Der Teufel wird einige von euch
ins Gefängnis werfen, um euch auf die Probe zu stellen. Zehn Tage lang werden sie euch verfolgen.
Haltet in Treue durch, auch wenn es euch das Leben kostet. Dann werde ich euch als Siegespreis
ewiges Leben schenken.“

Auch Hitler und Stalin und Mao wurden wie ein Gott angebetet. Die wahren Christen haben im
zwanzigsten Jahrhundert oft das Martyrium erlitten. Es gab im 20. Jahrhundert mehr Märtyrer als in
der gesamten Kirchengeschichte zuvor. Wie damals die Juden, die sagen, sie seien Gottes Volk, eine
Synagoge des Satans war, und den Teufel zum Vater hatte, so wird im 21. Jahrhundert die Kirche
von den Islamisten verfolgt, die sagen, sie seien Gottes Sklaven, sind aber wie Isis und El Kaida in
Wahrheit Sklaven des Satan. Aber die Verfolgung dauert nur 10 Tage, das heißt, eine kurze Zeit.
Das Tausendjährige Reich dauerte gerade 12 Jahre. Der Kommunismus, das ewige Paradies der
Arbeiter und Bauern, ging nach 70 Jahren unter. So wird auch der islamische Terror untergehen.
Das Christentum aber wird bestehen.

„Wer Ohren hat, soll hören, was der Geist den Gemeinden sagt! Allen, die durchhalten und den Sieg
erringen, wird der zweite und endgültige Tod nichts anhaben.«"

Wer Ohren hat, der höre. Es gilt, auf Gott zu hören. Reden wir nur im Gebet? Kommen mit allen
möglichen Bitten um irdische Dinge? Oder versuchen wir, die leise Stimme Gottes zu hören?

Wie kann man die Stimme Gottes hören?


Bleib dran, kämpfe und gib nicht auf – auch dann, wenn es schwierig wird! Und das ist was, was
auch noch heute für uns zählt. Bleib dran an Gott, auch wenn Dein Leben manchmal ziemlich
kompliziert ist. Gib nicht auf!

Was Gott im Brief an die Gemeinde in Smyrna sagt ist:

Halte durch und ich werde Dich fett belohnen!

Du bist sein Kind und auch wenn sich Deine Lebenssituation manchmal nicht von Grund auf ändert,
wird er Dir zur Seite stehen und Dir helfen. Er reicht Dir immer die Hand und Du musst
entscheiden, ob Du sie annimmst und Dich an ihm festhältst oder ob Du Dein eigenes Ding
durchziehen willst. Das steht Dir offen – mit den Konsequenzen musst Du leben.

Vielleicht hast Du schon mal im "Kleinen" diese Belohnung von Gott erlebt, weil Du dran
geblieben bist und eben nicht alles hingeschmissen hast?

Was wird der Treuen verheißen? Der erste Tod ist der leibliche Tod, aber der zweite Tod ist die
ewige Verdammnis. Jesus verspricht den Getreuen, dass er sie vor dem zweiten Tod bewahrt und
ihnen das ewige Leben schenkt.

SENDSCHREIBEN AN DIE GEMEINDE IN PERGAMON

Offenbarung 2,12-17

12 An den Engel der Gemeinde in Pergamon schreibe: So spricht Er, der das scharfe,
zweischneidige Schwert trägt: 13 Ich weiß, wo du wohnst; es ist dort, wo der Thron des Satans
steht. Und doch hältst du an meinem Namen fest und hast den Glauben an mich nicht verleugnet,
auch nicht in den Tagen, als Antipas, mein treuer Zeuge, bei euch getötet wurde, dort, wo der Satan
wohnt. 14 Aber ich habe etwas gegen dich: Bei dir gibt es Leute, die an der Lehre Bileams
festhalten; Bileam lehrte Balak, er solle die Israeliten dazu verführen, Fleisch zu essen, das den
Götzen geweiht war, und Unzucht zu treiben. 15 So gibt es auch bei dir Leute, die in gleicher Weise
an der Lehre der Nikolaiten festhalten. 16 Kehr nun um! Sonst komme ich bald und werde sie mit
dem Schwert aus meinem Mund bekämpfen. 17 Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den
Gemeinden sagt: Wer siegt, dem werde ich von dem verborgenen Manna geben. Ich werde ihm
einen weißen Stein geben und auf dem Stein steht ein neuer Name, den nur der kennt, der ihn
empfängt.

Pergamon war die nördlichste der Städte, an die Jesus die Sendschreiben richtete. Sie lag in
Meeresnähe in einem breiten Tal und war früher die Hauptstadt eines alten Königreiches gewesen.
Als die Römer die Stadt 133 vor Christus übernahmen, machten sie sie zur Hauptstadt der Provinz
Asia. Heute heißt sie Bergama, eine kleine Stadt in der westlichen Türkei.

Pergamon war nicht so groß wie Ephesus oder Smyrna, doch sie war Sitz der römischen Regierung.
Hier befand sich auch ein Tempel zur Ehre der römischen Kaiser. Die römischen Kaiser ließen sich
wie Gott anbeten. Das nennt man Kaiserkult. Die Bürger mussten sagen: Caesar dominus! Das
heißt: Der Kaiser ist Herr! Wer an Jesus glaubte, konnte das nicht sagen, denn Jesus ist der Herr.

In Pergamon gab es eine große Bibliothek mit 200 000 Pergamenten, von denen Pergamenten
stammt wohl der Name Pergamon. Pergamon kann man aber auch übersetzen als „die, die dauerhaft
verheiratet ist“. In Pergamon befand sich der berühmte Pergamon-Altar, der heute in Berlin steht,
ein Altar zu Ehren der römischen Götter.

Pergamon war Hauptstadt der Provinz und deshalb Zentrum des Kaiserkults. Deshalb sagte Jesus:
du wohnst, wo der Thron des Satans ist. Der Herr weiß auch, wo wir wohnen, leben, arbeiten. Er
kennt unsere Stadt, unser Vaterland, unsere Kultur, unsere Versuchungen, den gegenwärtigen
Zeitgeist. Er kennt uns, das ist gut zu wissen.

Der Herr lobt die Gemeinde in Pergamon

„Du hältst an meinem Namen fest und hast den Glauben an mich nicht verleugnet, auch in den
Tagen, als Antipas, mein treuer Zeuge, bei euch getötet wurde, da, wo der Satan wohnt.“
Offenbarung 2, 13

Antipas war Mitglied der Gemeinde in Pergamon. Die Behörden verlangten von ihm, er sollte
bekennen: Der Kaiser ist Herr! Antipas sagte “Nein! Jesus ist Herr!“ Deshalb wurde er hingerichtet.
Deshalb lobt Jesus die Gemeinde: ihr habt an meinem Namen festgehalten.

Vor dem Zweiten Weltkrieg marschierten die Japaner in Korea ein. Sie verlangten, dass die
Koreaner den japanischen Kaiser huldigten wie einen Gott. Die Koreaner, die an Jesus glaubten,
sagten „Nein! Jesus ist Gott!“ Sei bekamen große Schwierigkeiten. Manche kamen ins Gefängnis,
andere wurden hingerichtet.

Heute sind auch Menschen bereit, zu sterben, weil sie an Jesus glauben. In Nordkorea muss man
sich vor den Riesenstatuen von Kim Il Sung und Kim Jong Il verbeugen. Wer an Jesus glaubt, wird
hingereichtet oder kommt ins Arbeitslager, wo sie oft zu Tode geplagt werden.

Im Nahen Osten verlangen fanatische Muslime, dass Christen den Namen Jesu verleugnen. Sogar
Kinder sind bereit, lieber zu sterben als sich von Jesus loszusagen.

Der Herr hat aber auch etwas gegen die Gemeinde in Pergamon:

„Einiges habe ich gegen dich: du hast Leute dort, die sich an die Lehre Bileams halten, der den
Balak lehrte, die Israeliten zu verführen, vom Götzenopfer zu essen und Hurerei zu treiben. So hast
du auch Leute, die sich in gleicher Weise an die Lehre der Nikolaiten halten.“
Offenbarung 2, 14-15

Der Herr Jesus macht hier einen Vergleich. Er vergleicht die Lehre Bileams mit der Lehre der
Nikolaiten. Die Lehre Bileams ist bekannt. Über Bileam liest man im 4. Mosebuch, Kapitel 22 bis
24. Das Volk Israel war auf dem Weg von Ägypten nach Kanaan. Israel wollte friedlich durch das
Gebiet zweier Könige ziehen. Als die Könige „Nein!“ sagten, musste Israel mit ihnen kämpfen und
hat sie besiegt. (4. Mose 21) Das hörte Balak, der König von Moab (heute Jordanien) und bekam
Angst. Er ließ Bileam kommen und bezahlte ihm, Israel zu verfluchen. Doch Bileam konnte keinen
Fluch über Israel sprechen, weil Israel Gottes Volk war und unter Gottes Segen stand. Bileam wollte
trotzdem das Geld von Balak bekommen. Er war gerissen und dachte sich eine List aus. Er ließ die
Frauen von Moab mit den Männern von Israel flirten. Dann luden sie die Israeliten zu den
Opfermahlzeiten ihrer Götter ein. Das Ergebnis: Gottes Zorn kam über Israel (4. Mose Kapitel 25,
Verse 1 bis 3).

In unserer heutigen Gesellschaft haben wir Gewerkschaften, Innungen und Berufsvereinigungen.


Früher wurden sie Zunft genannt. In der Zeit der Offenbarung hatte jede Zunft seinen Schutzgott.
Die Handwerker feierten Gottesdienst und aßen Fleisch, das dem Schutzgott geopfert worden war.
Danach gab es eine Feier, wo Männer und Frauen freie Liebe machten zu Ehren der Venus.
Menschen, die an Jesus glaubten, wollten nicht gern an solchen Feiern teilnehmen. Sie sagten: „Wir
machen uns schuldig. Wir nehmen am Gottesdienst von fremden Göttern teil. Wir essen Fleisch, das
falschen Göttern geopfert wurde. Wir machen freie Liebe mit heidnischen Frauen. Das geht doch
nicht!“ Aber wenn sie nicht mitmachten, wurden sie vielleicht aus der Zunft ausgeschlossen, durften
ihren Beruf nicht mehr ausüben und wurden arbeitslos.

Die Nikolaiten wussten eine Antwort auf dieses Problem. Sie sagten: „Keine Angst! Dein Körper
nimmt an die Feier teil, aber dein Geist ist mit Jesus im Himmel.“ Das gleiche Problem hatte es in
der Gemeinde in Korinth gegeben. Paulus schrieb dagegen in seinem ersten Korintherbrief in den
Kapiteln 6 und 8 bis 10.

Wir haben heute ähnliche Probleme, wir sind auch in Gefahr, Kompromisse zu schließen.
Kompromisse sind manchmal gut, wie zum Beispiel wenn Arbeitgeber und Gewerkschaft sich über
einen Tarif einigen. Aber im Glauben sind Kompromisse schlecht. Ein Kompromiss bedeutet, ich
nehme es mit der Wahrheit nicht so genau. Kompromiss bedeutet, man tut, was Gott verboten hat
und meint, es sei nicht so schlimm.

Ist uns die Ehe noch heilig, wie sie Bibel beschreibt: Kein Sex vor oder außerhalb der Ehe, keine
Ehe ohne Trauschein, keine Ehescheidung – oder haben wir uns auch schon an den Zeitgeist
angepasst?

Heute gibt es Leute, die sagen, sie glauben an Jesus. Dann ziehen sie zusammen in eine Wohnung,
ohne zu heiraten. Das sind manchmal junge Leute, aber auch Rentner, die ihre Rente nicht verlieren
möchten. Es gibt Christen, sogar Prediger und Pastoren, die sich scheiden lassen. In der
evangelischen Kirche gibt es schwule Pfarrer und lesbische Pfarrerinnen, die im Pfarrhaus
zusammen leben. Ein Pfarrer, der Witwer ist, lebt mit einer verheirateten Frau zusammen und sagt:
„Ich bin nah bei Jesus!“ Das ist heute die Lehre der Nikolaiten.

Auch Menschen, die an Jesus glauben, fehlt heute oft die Ehrfurcht vor Gott. Unsere Gottesdienste
sind oft mehr Unterhaltung als Anbetung. Unsere Glaubenstreffen für junge Leute, sehen aus wie
Popkonzerte. Man redet viel über Gottes Liebe und Segen. Doch man hört wenig darüber, dass Gott
heilig ist. Man spricht nicht viel davon, dass die Menschen vor Gott ins Gericht kommen werden
und dass es eine ewige Verdammnis geben kann.

Geschäftsleute sagen: „Wenn ich immer ehrlich bin, geht mein Firma bankrott!“ Auch
Geschäftsleute, die an Jesus glauben, sind nicht immer ehrlich. Auf dem Spielfeld hält ein Sportler
ein Schild mit dem Namen Jesus hoch. Doch in der Zeitung liest man, er hat Millionen an Steuern
hinterzogen!

Jesus ermahnt die Gemeinde in Pergamon:

Jesus stellt sich vor

„Das sagt, der das scharfe, zweischneidige Schwert hat.“


Offenbarung 2, 14

Im ersten Kapitel der Offenbarung sah Johannes den Herrn Jesus in einer Vision: aus seinem Mund
ging ein scharfes, zweischneidiges Schwert (Kapitel 1, Vers 16). Das Schwert ist Gottes Wort. Das
gleiche sagt der Apostel Paulus auch:

„Das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes.“


Epheser 6, 17

Der Verfasser des Hebräerbriefs schreibt:

„Das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert, und ist ein
Richter der Gedanken und Sinne des Herzens.“
Hebräer 4, 12

Der Herr Jesus wusste, was in der Gemeinde in Pergamon los war. Er weiß auch, was in unserer
Gemeinde los ist. Mehr noch, er weiß alles, was in unseren Herzen ist. Wir glauben vielleicht, bei
uns ist alles in Ordnung. Oder wir meinen, es sind nur Kleinigkeiten. Doch der Herr sieht es.

Jesus fordert die Gemeinde zur Umkehr auf

„Tue Buße; wenn aber nicht, so werde ich bald über dich kommen und gegen sie streiten mit dem
Schwert meines Mundes.“
Offenbarung 2, 16

Einige Leute in der Gemeinde in Pergamon waren auf die falsche Bahn geraten. Ihnen sagte der
Herr Jesus Tut Buße! Das heißt, sie sollen erkennen, dass sie auf einem falschen Weg sind und ihr
Leben in Ordnung bringen.

Jesus beginnt seine öffentliche Tätigkeit mit dem Ruf: Tut Buße und glaubt an das Evangelium. Was
heißt Buße tun? Wozu ist Buß- und Bet-Tag da? Wozu die vorösterliche Buß-Zeit? Müssen wir
Christen auch Buße tun`Und wenn ja, wie tut man Buße?

Jesus warnt die Gemeinde

„Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt.“
Offenbarung 2, 17a

Gute Eltern warnen ihre Kinder. Sie sollen das Herd nicht berühren, sonst verbrennen sie sich. Sie
sollen nicht über die Straße laufen, sonst werden sie überfahren. Gott ist ein guter Vater. Er warnt
sein Volk. Mose hat das Volk Israel gewarnt. Sie hörten nicht auf ihn und mussten 40 Jahre lang in
der Wüste herumirren (4.Mose 13+14). Die Propheten warnten das Volk Israel. Sie hörten nicht auf
sie und wurden nach Babylon deportiert. Jesus hat das Volk Israel gewarnt. Sie hörten nicht auf ihn,
sondern kreuzigten ihn. Dann kamen die Römer und zerstörten ihren Tempel, die Juden wurden in
alle Welt zerstreut. Der Herr warnt auch uns heute. Hören wir nicht auf ihn sondern gehen eigene
Wege, bekommen wir Schwierigkeiten.

Die Verheißung an die Überwinder

„Dem Sieger werde ich vom verborgenen Manna geben. Ich will ihm einen weißen Stein geben.
Auf diesem Stein steht ein neuer Name geschrieben, den niemand kennt als der, der ihn empfängt.“
Offenbarung 2, 17b

Wenn die Gemeindeglieder in Pergamon Jesus treu waren, durften sie nicht auf die heidnischen
Feiern gehen. Dort aß man Fleisch, das den falschen Göttern geopfert worden war. Sie wurden dann
vielleicht auch aus der Handwerkzunft ausgeschlossen. Aber der Herr Jesus verspricht ihnen etwas
viel besseres:

Das verborgene Manna


Gott führte das Volk Israel durch Mose aus Ägypten in die Wüste. Was sollten sie dort essen?
Wovon konnten sie leben? Jeden Morgen gab Gott ihnen das Manna. Das kann man nachlesen in 2.
Mosebuch, Kapitel 16.

Jesus ernährt uns durch das Mahl des Herrn, durch die Heilige Schrift, durch die Predigt in der
Gemeinde, durch das Gebet, durch die Gemeinschaft mit anderen Gläubigen.

Der weiße Stein

Bei einem antiken Gerichtsverfahren bekam der Freigesprochene einen weißen Stein. Weißer Stein,
das heißt, Freispruch im Gericht Gottes. Der Name, den nur einer kennt, nämlich Gott und du, zeigt
eine ganz persönliche, intime Gottesbeziehung an. Es gibt eine Vertrautheit zwischen Gott und mir,
die nur Gott und ich kennen. Jeder ist ein einzigartiges Abbild Gottes, jeder ein Original, jeder
spiegelt eine andere Facette Gottes wieder. Die Gemeinschaft der Erlösten im Himmel ist so reich,
weil jeder eine andere Gotteserkenntnis mitbringt, der Austausch darüber wird wohl interessant
sein. Freuen wir uns darauf.

Das Sendschreiben an Thyatira: Die verführte Gemeinde.

Offenbarung Kapitel 2

18 An den Engel der Gemeinde in Thyatira schreibe: So spricht der Sohn Gottes, der Augen hat wie
Feuerflammen und Beine wie Golderz: 19 Ich kenne deine Taten, deine Liebe und deinen Glauben,
dein Dienen und deine Geduld und ich weiß, dass du in letzter Zeit mehr getan hast als am Anfang.
20 Aber ich habe gegen dich, dass du Isebel, eine Frau, gewähren lässt; sie gibt sich als Prophetin
aus und lehrt meine Knechte und verführt sie, Unzucht zu treiben und Götzenopferfleisch zu essen.
21 Ich habe ihr Zeit gelassen umzukehren; sie aber will nicht umkehren und von ihrer Unzucht
ablassen. 22 Siehe, ich werfe sie auf das Krankenbett und alle, die mit ihr Ehebruch treiben, bringe
ich in große Bedrängnis, wenn sie sich nicht abkehren vom Treiben dieser Frau. 23 Ihre Kinder
werde ich töten, der Tod wird sie treffen und alle Gemeinden werden erkennen, dass ich es bin, der
Herz und Nieren prüft, und ich werde jedem von euch vergelten gemäß seinen Taten. 24 Aber euch
Übrigen in Thyatira, denen, die dieser Lehre nicht folgen und die Tiefen des Satans, wie sie es
nennen, nicht erkannt haben, euch sage ich: Ich lege euch keine andere Last auf. 25 Aber was ihr
habt, das haltet fest, bis ich komme! 26 Wer siegt und bis zum Ende an den Werken festhält, die ich
gebiete, dem werde ich Macht über die Völker geben. 27 Er wird sie weiden mit eisernem Zepter
und sie zerschlagen wie Tongeschirr; 28 wie auch ich solche Macht von meinem Vater empfangen
habe, und ich werde ihm den Morgenstern geben. 29 Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den
Gemeinden sagt.

Dem Engel der Gemeinde in Thyatira schreibe: Das sagt der Sohn Gottes, der Augen hat wie
Feuerflammen, und seine Füße sind wie Golderz.
Offenbarung 2, 18

Hier stellt sich Jesus mit seinem höchsten Ehrennamen vor: Sohn Gottes. Die Augen wie
Feuerflammen sind sein allsehendes Auge, seine Allwissenheit. Die Füße wie Golderz sind die Füße
des Weltenrichters.
Thyatira, heute Akhisar im Westen der Türkei, lag auf einer wichtigen Verbindungstraße zwischen
der Provinzhauptstadt Pergamon und den Provinzen weiter östlich. Thyatira war bekannt für den
Tuchhandel, für Golderz und für Töpferei. Auf seiner zweiten Missionsreise lernte der Apostel
Paulus in der Stadt Philippi die Lydia kennen. Lukas beschrieb sie als eine Purpurhändlerin aus
Thyatira. .

Exkurs zum Thema Lydia

Obwohl ihr in der Bibel nur wenige Verse gewidmet sind, nimmt Lydia als Frau in der Geschichte
des Christentums eine besondere Rolle ein. Nach Maria, der Mutter Jesu Christi, gehört Lydia zu
den bedeutendsten Frauen des Neuen Testaments. Sie ließ sich nicht nur von den Missionaren Silas
und Paulus taufen, sondern war auch der erste Mensch in Europa, der christlich getauft wurde. Der
erste Christ in Europa war also weiblich. Lydia erscheint nicht nur aufgrund ihres tiefen Glaubens
als starke Frau, sie setzte sich für die urchristliche Gemeinde bereitwillig ein, nahm sie bei sich auf
und unterstützte auf diese Weise auch die Missionsarbeit des Paulus.
Alles, was man von Lydia weiß, steht in nur wenigen Sätzen in der Bibel. Die Geschichte um Lydia
findet in der Apostelgeschichte Erwähnung und wird vom Apostel Lukas berichtet. Sie beginnt mit
einer Vision Paulus’, in welcher er einen Mazedonier erblickt, der ihn bittet, nach Mazedonien zu
reisen und den Menschen dort zu helfen. Mit der Gewissheit, von Gott berufen worden zu sein, das
Evangelium zu verkünden, macht sich Paulus auf den Weg nach Philippi, einer Stadt im Ostteil
Mazedoniens. Dort angekommen, verweilen Paulus und Silas einige Tage, ehe sie sich am Sabbat
auf dem Weg zum Fluss außerhalb der Stadt machen, da sie vermuten, dort auf eine jüdische
Gemeinde zu treffen, der sie das Evangelium verkünden können.
Am Fluss, wo das Wasser üblicherweise für rituelle Waschungen verwendet wird, treffen Paulus
und Silas auf eine kleine Gruppe von Frauen, die sich an dieser Gebetsstätte eingefunden hat. Sie
setzen sich zu ihnen und beginnen, mit ihnen zu sprechen. An dieser Stelle berichtet Lukas von
einer bestimmten Frau aus der Gruppe, welche er als einzige näher beschreibt. Es handelt sich um
Lydia, die den beiden Männern aufmerksam zuhört. Lydia, eine Purpurhändlerin aus der Stadt
Thyatira, wird von Lukas als »Gottesfürchtige« beschrieben.
Dies bedeutet, dass Lydia offiziell keine Jüdin ist, jedoch scheint sie sich für diesen Glauben zu
interessieren, da sie sich mit den anderen Frauen an der Gebetsstätte aufhält. Als Lydia den
Aposteln zuhört, so heißt es in der Bibel, öffnet Gott ihr das Herz, so dass sie Paulus' Worten mit
großer Aufmerksamkeit folgt. Dies muss der Moment gewesen sein, an dem sich Lydia dazu
entscheidet, ein Teil der Christengemeinde zu werden und sich taufen zu lassen.
Die erste Christin Europas beschließt jedoch nicht nur, sich taufen zu lassen: Ferner heißt es in der
Apostelgeschichte, dass sowohl sie als auch alle, die zu ihrem Haus gehörten, getauft wurden. Man
kann also davon ausgehen, dass sich sämtliche Angestellte Lydias taufen ließen und Teil der
urchristlichen Gemeinde wurden. Dies deutet bereits die Tiefe ihres Glaubens an.
Lydia unterstützt auf diese Weise die Missionsarbeit des Apostels. Doch sie geht noch weiter und
bittet Silas und Paulus darum, in ihr Haus zu kommen und dort zu bleiben. Es scheint, als wollte
Lydia unbedingt den Beweis dafür haben, dass die Missionierenden von ihrem neuen Glauben
überzeugt sind. Sie öffnet ihr Haus für die erste christliche Gemeinde in Philippi und steht ihr von
da an vor.
Die Stärke Lydias lässt sich jedoch nicht nur aus ihrem tiefen Glauben und ihrer Hilfsbereitschaft
ableiten. Die wenigen und dennoch präzisen Angaben zu ihrer Person gewähren tiefere Einblicke
und ermöglichen weitere Einsichten zu dieser interessanten Frau. Bereits ihr Vorname ist ein Indiz
dafür, dass sie in der Vergangenheit ein Sklavin gewesen sein könnte. »Lydia« ist im Grunde eine
Herkunftsbezeichnung und bedeutet so viel wie »die Lydierin«.
Da es in der Antike üblich war, Sklaven nach dem Ort, wo sie verkauft wurden, zu benennen, kann
es gut sein, dass »die Frau aus Lydien« auch eine Sklavin war. Genaueres über das vergangene
Leben Lydias erfährt der Leser jedoch nicht, so dass im Dunkeln bleibt, ob sie eine Sklavin war und
wenn ja, wie sie sich aus diesem Sklavenstatus befreien konnte.
Sehr wahrscheinlich ist allerdings, dass Lydia, ungeachtet ihres ehemaligen Standes, zum Zeitpunkt
der Begegnung mit Paulus und Silas eine freie und selbstständige Geschäftsfrau gewesen sein muss.
Sie spricht zweimal von »ihrem Haus«, was darauf hindeutet, dass sie eine freie Frau war, da sie
ansonsten keine Hausherrin gewesen wäre. Auch die Berufsbezeichnung der Purpurhändlerin deutet
darauf hin, dass Lydia mit aller Wahrscheinlichkeit wirtschaftlich gut aufgestellt war.
Das Handeln mit dem Luxusprodukt Purpur setzt eine wirtschaftliche Situation voraus, die den
Einkauf, Transport sowie die Lagerung von Waren möglich macht. Man kann somit davon
ausgehen, dass Lydia sowohl Hausherrin als auch tüchtige Geschäftsfrau war, was ihr womöglich
dabei half, Einfluss zu üben und die erste christliche Gemeinde in Philippi bei sich zu empfangen.

Der Herr lobt die Gemeinde in Thyatira.

Ich kenne deine Werke und deine Liebe und deinen Glauben und deinen Dienst und deine
Standhaftigkeit und weiß, deine letzten Werke sind mehr als die ersten.
Offenbarung 2, 19

Die Gemeinde in Thyatira war eine tolle Gemeinde. Wer möchte nicht zu einer solchen Gemeinde
gehören? Die Gemeindeglieder liebten einander, wie Jesus geboten hat. Sie glaubten an Gott und
glaubten an Jesus. Sie dienten dem Herrn und einander. Sie waren standhaft und gaben nicht schnell
auf.

Könnt ihr von euch sagen, dass ihr im Glauben gewachsen seid?

In der Gemeinde in Thyatira schien alles in Ordnung zu sein. Doch der Herr Jesus, der Augen hat
wie Feuerflammen, sieht die Probleme unter der Oberfläche.

Der Herr hat etwas gegen die Gemeinde in Thyatira.

Ich habe [viel] gegen dich, dass du diese Frau Isebel duldest, die von sich behauptet, Prophetin zu
sein. Sie lehrt meine Diener und verführt sie, Hurerei zu treiben und Götzenopfer zu essen.
Offenbarung 2, 20

Die Probleme in der Gemeinde von Thyatira waren ähnlich wie in der Gemeinde von Pergamon.
Doch die Not in Thyatira war größer. Das sieht man an den folgenden Punkten:

1. Aus wenig war viel geworden.

Der Herr Jesus sagte zur Gemeinde von Pergamon: Ich habe einiges gegen dich (Offenbarung 2,14).
Zur Gemeinde von Thyatira sagt er Ich habe [viel] gegen dich. Dieses Wort viel steht nicht in allen
Handschriften aber es steht im Siniaticus, eine Handschrift des Neuen Testaments, die der deutscher
Bibelforscher Tischendorff im Kloster Sinai entdeckte.

2. Die Irrlehre wurde öffentlich als Gottes Wort verkündigt.

In der Gemeinde von Pergamon war es eine Minderheit, die die Irrlehre hielten. In der Gemeinde
von Thyatira wurde die Irrlehre von einer Frau gelehrt. Sie sagte, sie sei eine Prophetin, also von
Gott gesandt, Gottes Botschaft für die Gemeinde zu sagen. Der Herr Jesus nennt sie Isebel. Das war
wohl nicht ihr wirklicher Name. Jesus vergleicht sie mit der Frau des jüdischen Königs Ahab im
Alten Testament. Die heidnische Prinzessin Isebel verleitete ihren Mann, den falschen Gott Baal
anzubeten. Sie tötete Gottes Propheten und drohte dem Propheten Elia mit dem Tod. Sie stiftete
ihren Mann an, den Naboth umzubringen, weil er dem König seinen Weinberg nicht verkaufen
wollte.

„Es gab keinen wie Ahab, der so tat, was in Gottes Augen böse ist. Seine Frau Isebel hatte ihn dazu
verführt.“
1. Könige 2, 25

Die „Unzucht“ stand in Thyatira in Vordergrund.

In der Gemeinde von Thyatira nennt Jesus zuerst die Unzucht, die Hurerei. Das ist in der Sprache
der Propheten der Ehebruch gegen Gott durch Anbetung falscher Götter, oft war der Gottesdienst
der heidnischen Götter mit Orgien und Tempelprostitution verbunden.

Gibt es Prophetie auch heute in der Kirche? Wie kann man wahre von falscher Prophetie
unterscheiden? Man muss um das Charisma, die Gabe der Unterscheidung der Geister bitten. Diese
Gabe ist im geistlichen Krieg sehr wichtig.

Die falsche Prophetin wollte nicht Buße tun.

„Ich habe ihr Zeit gegeben, Buße zu tun, aber sie will ihre Unzucht nicht lassen.“
Offenbarung 2, 21

Der Herr nennt die Irrwege der Gemeinde „die Tiefen Satans“.

„Es gibt andere in Thyatira, die diese [falsche] Lehre nicht haben und nicht erkannt haben die
Tiefen Satans, wie sie sagen.“
Offenbarung 2, 24

Die falsche Prophetin Isebel und ihre Anhänger haben wahrscheinlich von den „Tiefen Gottes“
gesprochen und behauptet, eine tiefere und weisere Erkenntnis Gottes zu haben als sie der
Apostolische Glaube überlieferte. Es gibt also Menschen, die meinen, in die tiefsten Geheimnisse
Gottes eingedrungen zu sein, aber Jesus sagt, in Wahrheit sind sie in die Tiefen Satans
eingedrungen.

Das kann der islamische Fundamentalismus sein. Das kann Rudolf Steiners Anthroposophie oder
der New-Age-Christus sein. Das kann auch der „wahre historische Jesus“ moderner liberaler
Theologen sein.

Die Zeit der Strafe war schon gekommen.

„Ich werde sie aufs Krankenbett werfen. Die Leute, die mit ihr die Ehe gebrochen haben, werde ich
in große Not kommen lassen, wenn sie nicht von ihren Taten abkehren. Isebels Kinder werde ich
sterben lassen.“
Offenbarung 2, 22

Jesus kündigt der Gemeinde in Thyatira die Strafe an.

Die falsche Prophetin wird sterben. Auch ihre „Kinder“, das sind ihre Jünger, werden sterben.

„Ich werfe sie [die falsche Prophetin Isebel] aufs Krankenbett. Alle Gemeinden sollen erkennen: ich
untersuche das Herz der Menschen. Ich vergelte jedem, was er durch seine Taten verdient hat.“
Offenbarung 2, 22-23
Die Verheißung an die Überwinder

„Ich sage den übrigen in Thyatira: Ich lege keine weitere Last auf euch. Was ihr habt, das haltet fest,
bis ich komme! Wer überwindet und meine Werke bis ans Ende bewahrt, dem werde ich Macht
geben über die Völker, und er wird sie mit einem eisernen Stab weiden, wie man Töpfergefäße
zerschmettert, wie auch ich es von meinem Vater empfangen habe. Ich werde ihm den Morgenstern
geben. Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt!“
Offenbarung 2, 24-29

Ich lege euch keine weitere Last auf. Gott kennt unsre Kräfte und fordert von uns nicht mehr, als
wir können. Es ist eher das eigene Ich oder der Teufel, der uns zu Tode hetzen will.

Fühlt ihr euch manchmal von Gott überfordert, gehetzt? Kennt ihr den inneren Treiber, der einen
immer weiter peitscht und immer sagt: Das ist nicht genug, streng dich mehr an!?

Die treuen Christen werden Anteil haben an der Herrschaft Christi. Was ihnen verheißen ist, das ist
der Morgenstern, der letzte Stern, der den Tag ankündigt, ein Titel für Jesus, das heißt, wer treu ist,
dem wird sich Jesus selbst schenken.

Halte fest, was du hast. Was hast du von Gott schon für Gnadengaben bekommen? Halte am
Glauben, an der Gottes- und Nächstenliebe und an der Hoffnung und an der Gotteserkenntnis und
am Gebet fest.

Der Brief an die Gemeinde in Sardes

1 »Schreib an den Engel der Gemeinde in Sardes: Das sagt der, dem die sieben Geister Gottes
dienen und der die sieben Sterne in seiner Hand hält. Ich weiß alles, was du tust. Du giltst als
lebendige Gemeinde, aber in Wirklichkeit bist du tot. 2 Wach auf und stärke, was bei euch noch
lebendig ist, bevor auch das noch stirbt. Denn ich sehe, dass deine Taten vor Gott nicht bestehen
können. 3 Hast du denn ganz vergessen, wie du Gottes Botschaft gehört und aufgenommen hast?
Besinn dich wieder darauf und kehr um zu Gott. Wenn du nicht wach wirst, werde ich plötzlich da
sein, unerwartet wie ein Dieb. Und du wirst nicht wissen, wann ich komme. 4 Aber auch bei euch in
Sardes sind einige, denen der Schmutz dieser Welt nichts anhaben konnte. Sie werden immer bei
mir sein und weiße Kleider tragen; denn sie sind es wert. 5 Wer durchhält und den Sieg erringt, der
wird solch ein weißes Kleid tragen. Ich werde seinen Namen nicht aus dem Buch des Lebens
streichen, sondern mich vor meinem Vater und seinen Engeln zu ihm bekennen. 6 Wer Ohren hat,
soll hören, was Gottes Geist den Gemeinden sagt.«

Sardes war die Hauptstadt des Königreichs Lydien. Wie wir letzte Woche gehört haben über Lydia,
hieß sie einfach die Lydierin und war vielleicht eine Sklavin aus Lydien gewesen. Der letzte König
von Lydien war der sprichwörtliche Krösus. Der herrschte in kleinasiatischen Lydien im 5.
Jahrhundert vor Christus, bis er vom Perserkönig Kyris II. Militärische besiegt wurde. Sein
legendärer sagenhafter Reichtum und seine Freigebigkeit stammt wohl daher, dass er in Lydien
gemünztes Gold eingeführt hatte. Allerdings war er nicht so reich wie der Perserkönig. In Sardes
gab es ein großes Gewerbe der Wollverarbeitung. Darauf nimmt Jesus Bezug in dem Brief, wenn er
von den weißen Kleidern spricht.

1 Schreib an den Engel der Gemeinde in Sardes: Das sagt der, dem die sieben Geister Gottes dienen
und der die sieben Sterne in seiner Hand hält.
Jesus wendet sich an Sardes, die Gemeinde, und stellt sich vor als der, der die sieben Geister Gottes
hat, das heißt den Heiligen Geist in seiner ganzen Fülle. Im Propheten Jesaja ist die Rede von den
sieben Gaben des Heiligen Geistes: Weisheit, Einsicht, Rat, Erkenntnis, Stärke, Frömmigkeit,
Gottesfurcht. Was kann mit diesen Gaben gemeint sein? Die Fülle des Heiligen Geistes ist der
Gemeinde versprochen, aber haben wir wirklich die Fülle des Heiligen Geistes, oder ist vom Wehen
des Geistes bei uns wenig zu spüren?

Der Tadel

1 Ich weiß alles, was du tust. Du giltst als lebendige Gemeinde, aber in Wirklichkeit bist du tot. 2
Wach auf und stärke, was bei euch noch lebendig ist, bevor auch das noch stirbt. Denn ich sehe,
dass deine Taten vor Gott nicht bestehen können. 3 Hast du denn ganz vergessen, wie du Gottes
Botschaft gehört und aufgenommen hast? Besinn dich wieder darauf und kehr um zu Gott. Wenn du
nicht wach wirst, werde ich plötzlich da sein, unerwartet wie ein Dieb. Und du wirst nicht wissen,
wann ich komme.

Wir sehen hier die heutigen Volkskirchen in Deutschland, in großen Teilen Westeuropas. Es gibt
viele getaufte Atheisten, getaufte Neuheiden. Es gibt viele, die nur aus Gewohnheit in die Kirche
gehen, die den Anschein haben, dass sie Christen sind, dass sie lebendig sind, aber in Wirklichkeit
sind sie Atheisten oder Neuheiden, das heißt, sie sind geistlich tot. Jesus schmeichelt sich diesen
ungläubigen Christen nicht ein, Gott ist nicht immer lieb und nett, nein, er kann auch streng und
mahnend und aufrüttelnd sein. Wenn wir bei der Neuevangelisierung Deutschlands die toten
Scheinchristen zu Christus führen wollen, müssen wir vielleicht auch mal ein warnendes Wort
sagen. Aber da gibt es die Gefahr, dass wir lieblos, hartherzig und rechthaberisch reden. Was meint
ihr, wie kann man Scheinchristen, bloße Namenschristen erwecken und zu einer lebendigen
Beziehung zu Jesus führen? Die Neuevangelisierung Deutschlands bedeutet aucxh, die toten
eingeschlafenen Christen zu missionieren. Jesus sagt ihnen, dass er plötzlich da ist als ihr Richter,
und wenn sie nicht umkehren, dann kann es auch ein zu spät geben, und ihre Seelen gehen verloren.

Der heilige Rest

4 Aber auch bei euch in Sardes sind einige, denen der Schmutz dieser Welt nichts anhaben konnte.
Sie werden immer bei mir sein und weiße Kleider tragen; denn sie sind es wert.

Aber Jesus hat auch Lob für den heiligen Rest. In der eingeschlafenen, geistlosen, toten Christenheit
gibt es immer noch den heiligen Rest, das sind die wahren Jünger, geisterfüllte Christen, wahre
Apostel, überzeugt vom Evangelium, mit einer lebendigen persönlichen Beziehung zu Jesus. Solche
Jünger gibt es in der katholischen Kirche, in den evangelischen Kirchen und in den Freikirchen. Sie
sind in Deutschland eine kleine Herde geworden. Ihnen kann, wie Jesus sagt, der Schmutz der Welt
nichts anhaben. Das heißt, sie lassen sich nicht verführen vom Zeitgeist, von den Gewohnheiten
einer gottlolsen Welt. Was ist dieser Schmutz der Welt heute?
Sie tragen weiße Kleider. Die weißen Kleider stehen für Reinheit, Heiligkeit und die guten Werke
der Heiligen. Hier spielt Jesus auf den Tuchhandel von Sardes an.

Die Verheißung

5 Wer durchhält und den Sieg erringt, der wird solch ein weißes Kleid tragen. Ich werde seinen
Namen nicht aus dem Buch des Lebens streichen, sondern mich vor meinem Vater und seinen
Engeln zu ihm bekennen.

Wer Jesus treu bleibt bis zu seinem Tod, wird von Gott ein weißes Kleid bekommen. Das ist nicht
wörtlich zu verstehen, dass alle Männer und Frauen im Himmel lange weiße Kleider tragen,
sondern das weiße Kleid bezeichnet die Verklärung. Wir sehen das im Evangelium bei der
Verklärung Christi.

Über die Verklärung Christi

Am 6. August feiert die katholische Kirche die "Verklärung des Herrn". Das Fest bezieht sich auf
ein in den Evangelien beschriebenes Ereignis auf dem Berg Tabor. Dort passierte etwas
Überwältigendes...
Die Verklärung des Herrn – auch Verklärung Christi oder Transfiguration genannt – feiern neben
der katholischen, anglikanischen und altkatholischen Kirche auch die Kirchen des Ostens, wo das
Fest Metamorphosis heißt und eine hohe Bedeutung genießt.
Die Verklärung Jesu hat ihre Grundlage in den Evangelien. Petrus, Jakobus und Johannes steigen
mit Jesus auf den Berg Tabor östlich von Nazareth und dann passiert es: "Er wurde vor ihren Augen
verwandelt; sein Gesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden blendend weiß wie das
Licht", heißt es bei Matthäus 17,2. Daneben berichten auch Markus (9,2-10) und Lukas (9,28-36)
über dieses Ereignis. Zwei wichtige Figuren aus dem Alten Testament, Mose und Elija, erscheinen
neben Jesus und reden mit ihm.
Jesu Gestalt hat etwas Faszinierendes und deutet für einen kurzen Moment auf seine Göttlichkeit
hin. Die Jünger sehen seine göttliche Herrlichkeit, aus der Jesus in die Welt gekommen ist und in
die er wieder zurückkehren wird – durch Tod und Auferstehung hindurch. Auch den Jüngern soll die
Erfahrung helfen, den bevorstehenden Leidensweg Jesu als Weg in die Herrlichkeit zu verstehen.
Noch während Petrus davon spricht, auf dem Berg drei Hütten – je eine für Jesus, Elija und Mose –
zu bauen, wirft eine Wolke ihren Schatten auf ihn und eine Stimme erklingt. Sie verkündet Jesus als
Sohn Gottes – ähnlich wie bei seiner Taufe durch Johannes. Dann kommt als Zusatz noch folgender
Imperativ von Gott: "Das ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören".
Im Neuen Testament wird der Berg nicht näher bezeichnet, aber bereits seit dem 3. Jahrhundert wird
der Berg der Verklärung mit dem Taborberg in Galilä gleichgesetzt.
Seit dem 5. Jahrhundert feiert die Orthodoxie dieses Fest, und es verbreitete sich im Mittelalter auch
in den Westen. Erst 1457 nahm Papst Kallixtus III. das Fest im Jahr n den römischen Kalender auf.
Die orthodoxen Kirchen, die den alten, julianischen Kalender nutzen, feiern es am 19. August und
in den lutherischen Gemeinden ist es bereits am letzten Sonntag nach Epiphanias (Erscheinung des
Herrn, 6. Januar) Thema.
Der Papst benutzt für die Messe an diesem Tag erstmals neuen Wein und segnet Trauben; in der
orthodoxen Kirche werden Trauben und andere Früchte gesegnet. Überhaupt ist die Frömmigkeit
der Orthodoxie stark geprägt von der Verklärung. Die damit verbundene ausgeprägte Lichtsymbolik
wirkt in der Ostkirche in viele Bereiche mit hinein. So findet sie große Beachtung besonders in der
Liturgie und Ikonografie. Der Heiligenschein deutet unter anderem in der Kunst darauf hin.

Was ist die Verklärung der Geretteten im Himmel, das weiße Kleid?

Es heißt, dass wir, wie Petrus sagt, Anteil haben an dem Göttlichen Wesen, dass wir leben in der
Herrlichkeit Christi, das heißt einem Reich von Licht und Schönheit, und dass wir, wie die
Kirchenväter sagen, durch den Heiligen Geist gewissermaßen vergöttlicht werden.

Unser Name steht im Buch des Lebens.

Dieses Buch des Lebens wird im alten und neuen Testament erwähnt, es ist gewissermaßen die
Bürgerliste des Himmels. Jesus sagt zu den Jüngern: Freut euch nicht, dass ihr die Dämonen
austreiben könnt, sondern freut euch, dass eure Namen im Himmel geschrieben stehen. Wer im
Buch des Lebens mit seinem Namen eingetragen steht, der wird im ewigen Leben im Paradies des
Himmels leben.
Jesus bekennt sich zu uns vor Gott und seinen Engeln

Jesus sagt aber auch, wenn wir IHN vor den Gottlosen verleugnen, wird er uns auch vor Gottvater
verleugnen. Auch wenn Isis kommt und zu dir sagt: Sage dich von Jesus los oder wir kreuzigen
dich, dann möge Gott dir die Kraft geben zu sagen: Ich bekenne: Jesus ist Gott.

Schluss

6 Wer Ohren hat, soll hören, was Gottes Geist den Gemeinden sagt.

Wenn im Gottesdient aus der Bibel vorgelesen wird, oder wenn wir persönlich die Bibel lesen, dann
besteht die Gefahr, dass wir sagen: Ach das kenn ich schon, das hab ich schon tausendmal gehört;
und wir verschließen die Ohren des Herzens und hören nicht, was Gott uns sagen will. Damit das
Wort Gottes in der Bibel in unserm Herzen lebendig wird und wir Gottes Stimme an uns hören im
Herzen, müssen wir das Wort Gottes betend im Herzen betrachten. Und das ist christliche
Meditation, keine Gymnastik oder Atem-Methoden, um innerlich leer zu werden, wie im Fernen
Osten, sondern ein betendes Betrachten des Wortes Gottes, ein Meditieren über das Wort Gottes.
Die Wüstenväter nannten das: Wiederkäuen wie eine Kuh. Das heißt, im Geist das Wort von allen
Seiten betrachten und es mit Gott besprechen. Das Gegenteil davon ist dies: Man kommt aus der
Kirche und hat das Evangelium gleich wieder vergessen. Oder man liest am Morgen in der Bibel
und hat beim Mittagessen alles schon wieder vergessen.

Der Brief an die Gemeinde in Philadelphia

7 »Schreib an den Engel der Gemeinde in Philadelphia: Das sagt dir der eine, der heilig und
wahrhaftig ist. Er allein hat als Davids Nachkomme den Schlüssel zum Heil.1 Wo er aufschließt,
kann niemand mehr zuschließen; wo er aber zuschließt, kann niemand mehr öffnen. 8 Ich weiß, was
du getan und geleistet hast. Sieh, ich habe dir eine Tür geöffnet, die niemand verschließen kann.
Deine Kraft ist klein; doch du hast an dem, was ich gesagt habe, festgehalten und dich
unerschrocken zu mir bekannt. 9 Achte jetzt auf alles, was geschehen wird: Es werden Leute zu dir
kommen, die sich als Juden ausgeben. Aber sie lügen; in Wirklichkeit sind sie Anhänger des Satans.
Ich werde sie dazu bewegen, dass sie sich vor dir niederwerfen; denn sie sollen erkennen, dass ich
dich liebe. 10 Du hast meine Aufforderung befolgt, geduldig auszuhalten. Deshalb will ich dich
auch in der schweren Prüfung bewahren, die über die ganze Erde kommen wird, um alle Menschen
auf die Probe zu stellen. 11 Ich komme schnell und unerwartet. Halte fest, was du hast, damit dir
niemand deinen Siegespreis nehmen kann. 12 Wer durchhält und den Sieg erringt, den werde ich zu
einer Säule im Tempel meines Gottes machen; er wird dort immer bleiben. Und er soll den Namen
meines Gottes tragen und wird ein Bürger des neuen Jerusalem sein, der Stadt, die Gott vom
Himmel herabkommen lässt. Auch meinen eigenen neuen Namen wird er erhalten. 13 Wer Ohren
hat, soll hören, was Gottes Geist den Gemeinden sagt.«

Der Name „Philadelphia“ bedeutet „Bruderliebe“. Diese Stadt wurde ca. um das Jahr 150 v. Chr.
von Attalos II. gegründet. Sie wechselte mehrmals ihren Namen. Heute hat sie den türkischen
Namen Alashehir.
Philadelphia wurde als „Missionsstadt“ gegründet, um die griechische Kultur und Sprache in
diesem Gebiet Lydiens zu verbreiten, was ihr auch fast vollständig gelang. Philadelphia lag am
Anfang eines wunderschönen fruchtbaren Tales und bildete gleichsam das Eingangstor. Im Jahre 17
n. Chr. wurde die Stadt durch ein Erdbeben fast vollständig zerstört. Nur eine einsame Säule blieb
wie durch ein Wunder erhalten. Sie stand noch im 18. Jahrhundert.
Philadelphia war eine kleine unbedeutende Stadt mit einer großen jüdischen Gemeinde und einer
kleinen Christengemeinde. Philadelphia und Smyrna sind die einzigen Gemeinden, die nur Lob und
keinen Tadel von Jesus bekommen. Die christusfeindlichen Juden bedrängten die kleine
Christengemeinde, aber die wenigen Christen in Philadelphia blieben dem Namen Jesu und dem
Wort des Evangeliums treu.

„Dem Engel der Gemeinde Philadelphia schreibe: Das sagt der Heilige und der Wahrhaftige, der da
hat den Schlüssel Davids, der auftut, und niemand schließt zu, der zuschließt, und niemand tut auf.“
Offb 3,7

Jesus stellt sich hier der Gemeinde in Philadelphia als der Heilige und Wahrhaftige vor, der Er auch
für uns heute ist. Die weiteren Worte sind dem Propheten Jesaja entnommen. Dort werden dem
Hohepriester Eljakim die Schlüssel des Hauses Davids übergeben und damit symbolisch die
Verantwortung über Jerusalem auf seine Schultern gelegt.

Jesaja 22, 20-22

20 An jenem Tag werde ich meinen Knecht Eljakim, den Sohn Hilkijas, berufen. 21 Ich werde ihn
mit deinem Gewand bekleiden und ihm deine Schärpe fest umbinden. Deine Herrschaft gebe ich in
seine Hand und er wird zum Vater für die Einwohner Jerusalems und für das Haus Juda. 22 Ich
werde ihm den Schlüssel des Hauses David auf die Schulter legen. Er wird öffnen und niemand ist
da, der schließt; er wird schließen und niemand ist da, der öffnet.

Jesus trägt die Verantwortung für seine Gemeinde. Er öffnet ihr die Türen, um die Botschaft des
Evangeliums zu verbreiten. Er schließt sie auch wieder, wenn Er die Zeit für gekommen sieht.

Jesus öffnet in seiner göttlichen Barmherzigkeit die Türen des Himmels, aber in seiner richtenden
Gerechtigkeit kann er auch die Pforten des Paradieses verschließen. Jesus sagte einmal zu einer
polnischen Mystikerin im zwanzigsten Jahrhundert: Wer nicht durch das Tor meiner Barmherzigkeit
eintreten will, der muss durch das Tor meiner Gerechtigkeit.

„Ich weiß deine Werke. Siehe, ich habe vor dir gegeben eine offene Tür, und niemand kann sie
zuschließen; denn du hast eine kleine Kraft und hast mein Wort behalten und hast meinen Namen
nicht verleugnet.“ Offb 3,8

Jesus öffnet die Türen für die Neuevangelisierung oder Mission. Wir müssen nur Zeugnis ablegen,
unser Christsein mit Taten und Worten bezeugen, der Heilige Geist muss wirken in den Herzen,
dass bei den Menschen etwas ankommt, dass in ihnen ein Same des Glaubens aufgeht. Jesus weiß
von unserer kleinen Kraft. Wir müssen aber nicht aus eigener Kraft Großes für das Reich Gottes
tun, sondern Christus steht unserer Schwäche mit der Kraft des Heiligen Geistes bei. Der heilige
Franziskus betete:

GEBET DES HEILIGEN FRANZISKUS VON ASSISI

O Herr, mache mich zum Werkzeug deines Friedens,


daß ich Liebe übe, wo man haßt,
daß ich verzeihe, wo man mich beleidigt,
daß ich verbinde, wo Streit ist,
daß ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält,
daß ich Licht anzünde, wo die Finsternis regiert,
daß ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.
Herr, laß mich trachten,
nicht, daß ich getröstet werde,
sondern daß ich tröste,
nicht, daß ich verstanden werde,
sondern daß ich verstehe,
nicht daß ich geliebt werde,
sondern daß ich liebe.
Denn wer da hingibt, der empfängt,
wer sich selbst vergißt, der findet,
wer vergibt, dem wird verziehen,
und wer stirbt, erwacht zum ewigen Leben.

Und Mutter Teresa von Kalkutta sagte: Ich bin nur ein Stift in der Hand meines Gottes, der einen
Liebesbrief an die Welt schreiben will.

Die Engel stehen uns bei, das Evangelium und den Glauben an Jesus zu bezeugen:

„Ich sah einen anderen Engel mitten durch den Himmel fliegen, der hatte ein ewiges Evangelium zu
verkündigen denen, die auf der Erde wohnen, und allen Nationen und Geschlechtern und Sprachen
und Völkern.“ Offb 14,6

Wir müssen nur am Wort festhalten, das heißt an dem Gott, der in der Bibel bezeugt ist, an Jesus,
der das Wort Gottes ist. Wir dürfen den Namen Jesu nicht verleugnen.

Wo besteht auch bei uns in Deutschland im 21. Jahrhundert die Gefahr, Jesus zu verleugnen? Wo
wird es unangenehm, peinlich, wo werden wir verspottet oder ausgegrenzt, wenn wir uns zum
christlichen Glauben bekennen? Wo möchte man manchmal sein Christentum heimlich für sich
behalten, nur um der Harmonie und des lieben Friedens willen. Wo schweigen wir, wenn über das
Christentum gelogen und gelästert wird? Wo schweigen wir, wenn Jesus verflucht wird?

„Achte jetzt auf alles, was geschehen wird: Es werden Leute zu dir kommen, die sich als fromme
Juden ausgeben. Aber sie lügen; in Wirklichkeit sind sie Anhänger des Satans. Diese Männer werde
ich dazu bewegen, dass sie vor dir auf die Knie fallen; denn sie sollen erkennen, dass ich dich liebe.
Du hast meine Aufforderung befolgt, geduldig auszuhalten. Deshalb will ich dich auch in der
schweren Prüfung bewahren, die über die ganze Erde kommen wird, um alle Menschen auf die
Probe zu stellen.“ Offb 3,9.10

Wie schon der Prophet Jesaja erwähnt, werden diejenigen, die die Gemeinde zuerst verfolgt haben,
kommen und vor ihr auf die Knie fallen und ihre Schuld bekennen.

Jesaja 60

1 Steh auf, werde licht, denn es kommt dein Licht und die Herrlichkeit des HERRN geht strahlend
auf über dir.1 2 Denn siehe, Finsternis bedeckt die Erde und Dunkel die Völker, doch über dir geht
strahlend der HERR auf, seine Herrlichkeit erscheint über dir. 3 Nationen wandern zu deinem Licht
und Könige zu deinem strahlenden Glanz. 4 Erhebe deine Augen ringsum und sieh: Sie alle
versammeln sich, kommen zu dir. Deine Söhne kommen von fern, deine Töchter werden auf der
Hüfte sicher getragen. 5 Da wirst du schauen und strahlen, dein Herz wird erbeben und sich weiten.
Denn die Fülle des Meeres wendet sich dir zu, der Reichtum der Nationen kommt zu dir. 6 Eine
Menge von Kamelen bedeckt dich, Hengste aus Midian und Efa. Aus Saba kommen sie alle, Gold
und Weihrauch bringen sie und verkünden die Ruhmestaten des HERRN. 7 Alle Schafe von Kedar
sammeln sich bei dir, die Widder von Nebajot sind dir zu Diensten. Sie steigen zum Wohlgefallen
auf meinen Altar; so verherrliche ich das Haus meiner Herrlichkeit. 8 Wer sind, die heranfliegen wie
eine Wolke, wie Tauben zu ihrem Schlag? 9 Denn auf mich warten die Inseln, voran die Schiffe von
Tarschisch, um deine Söhne aus der Ferne zu bringen, ihr Silber und ihr Gold mit ihnen, zum Ruhm
des HERRN, deines Gottes, des Heiligen Israels, denn er macht dich herrlich. 10 Fremde bauen
deine Mauern, ihre Könige sind dir zu Diensten. Denn in meinem Zorn habe ich dich geschlagen,
aber in meinem Wohlwollen habe ich Erbarmen mit dir. 11 Deine Tore bleiben immer geöffnet, sie
werden bei Tag und bei Nacht nicht geschlossen, damit man den Reichtum der Nationen zu dir
bringen kann; auch ihre Könige werden zu dir geleitet. 12 Denn die Nation und das Königreich, die
dir nicht dienen, gehen zugrunde und die Nationen werden völlig vernichtet. 13 Die Pracht des
Libanon kommt zu dir, Zypressen, Ulmen und Wacholder allesamt, um den Ort meines Heiligtums
zu schmücken; den Ort meiner Füße will ich verherrlichen. 14 Gebückt kommen die Söhne deiner
Unterdrücker zu dir, alle, die dich verachtet haben, werfen sich dir zu Füßen. Man nennt dich Stadt
des HERRN und Zion des Heiligen Israels. 15 Dafür, dass du verlassen bist und verhasst und
niemand hindurchzieht, mache ich dich zum ewigen Stolz, zur Freude für alle Generationen. 16
Und du wirst die Milch der Nationen saugen und an der Brust von Königen trinken. Du wirst
erkennen, dass ich, der HERR, dein Retter bin und dein Erlöser, der Starke Jakobs.

Die nicht an Christus glauben, sollen durch das Zeugnis der Christen bewegt werden, umzukehren
und sich Christus anzuvertrauen. Auch das jüdische Volk, das in Jesus nicht ihren Messias erkennt,
wird eines Tages in Jesus den Davidssohn, den Menschensohn, den Messias erkennen. Davon
spricht auch Paulus, dass zu einer Gott bekannten Zeit vor der Wiederkunft Christi Israel Jesus als
den Messias annehmen wird.

Du hast meine Aufforderung befolgt, geduldig auszuhalten. Deshalb will ich dich auch in der
schweren Prüfung bewahren, die über die ganze Erde kommen wird, um alle Menschen auf die
Probe zu stellen.

Es wird eine große Prüfung für die Menschheit kommen. Viele werden dem Pseudo-Messias, dem
Antichrist folgen, weil sie ihn für die wahre Lichtgestalt halten, den kosmischen Christus, der der
Welt den Frieden bringt. Ein kleiner Haufen von Gläubigen aus allen Konfessionen wird dem Herrn
treu bleiben, wird verfolgt werden, vielleicht als Märtyrer sterben, aber der Sieg Jesu über den
Antichrist ist gewiss, und die Märtyrer werden im Himmel triumphieren.

„Siehe, ich komme bald. Halte, was du hast, dass niemand deine Krone nehme! Wer überwindet,
den will ich zum Pfeiler im Tempel meines Gottes machen. Er soll nicht mehr hinausgehen, und ich
will auf ihn den Namen meines Gottes und den Namen des neuen Jerusalem schreiben, der Stadt
meines Gottes, die vom Himmel hernieder kommt von meinem Gott, und meinen Namen, den
neuen.“ Offb 3,11.12

Die anfängliche erwähnte Säule, die nach dem furchtbaren Erdbeben des Jahres 17 n. Chr.
stehengeblieben war und die dann noch über ein Jahrtausend aus dem Ruinenfeld ragte,
symbolisiert jene Überwinder, von denen im abschließenden Vers gesprochen wird. So wie jene
standfest blieb, trotz der Erschütterungen, so sollten die treuen Bekenner standhaft bleiben. Sie
werden mit einem Pfeiler im Tempel Gottes verglichen und werden einen neuen Namen erhalten.
Als Nachfolger Christi tragen sie den Namen Gottes, dessen Eigentum sie sind, den Namen des
neuen Jerusalem, ihrer zukünftigen Heimat und den Namen des Sohnes Gottes. Denselben Namen
zu tragen heißt, zur selben Familie zu gehören. Den Namen Gottes zu tragen heißt, Kind Gottes zu
sein. Den Namen Christi zu tragen, heißt, ein Christ zu sein, ein zweiter Christus zu werden. Den
Namen des Neuen Jerusalem zu tragen, heißt, in der einen, alle umspannenden Kirche des Himmels
vereint zu sein, als kollektive Braut Jerusalem zur Hochzeit des Lammes geladen zu werden, das
heißt, ganz mit Jesus eins zu werden. Das hier vom n e u e n Namen die Rede ist, könnte bedeuten,
dass Gott sich jedem Erlösten auf eine ganz persönliche, einzigartige und intime Weise offenbart.
Die Kirche des Himmels ist keine graue Masse wie Maos Armee, sondern besteht in unendlich
bunter Vielfalt aus lauter einzigartigen Originalen, einzigartigen Abbildern Gottes.

SENDSCHREIBEN AN DIE GEMEINDE IN LAODIZEA

14 »An den Engel der Gemeinde in Laodizea schreibe: Dies sagt dir der eine, der die Erfüllung aller
Zusagen Gottes ist, sein treuer und wahrhaftiger Zeuge. Er ist der Ursprung von allem, was Gott
geschaffen hat. 15 Ich kenne dich genau und weiß alles, was du tust. Du bist weder kalt noch heiß.
Ach, wärst du doch das eine oder das andere! 16 Aber du bist lau, und deshalb werde ich dich
ausspucken. 17 Du bildest dir ein: ›Ich bin reich und habe alles, was ich brauche. Mir fehlt es an
nichts!‹ Da machst du dir selbst etwas vor! Du merkst gar nicht, wie jämmerlich du in Wirklichkeit
dran bist: arm, blind und nackt. 18 Darum solltest du dich endlich um den wahren Reichtum
bemühen, um das reine Gold, das im Feuer geläutert wurde. Nur dieses Gold macht dich reich, und
nur von mir kannst du es bekommen. Lass dir auch die weißen Kleider von mir geben, damit du
nicht länger nackt dastehst und dich schämen musst. Kauf dir Augensalbe, die deine blinden Augen
heilt. 19 Bei allen, die ich liebe, decke ich die Schuld auf und erziehe sie mit Strenge. Nimm dir das
zu Herzen und kehr um zu Gott! 20 Merkst du es denn nicht? Noch stehe ich vor deiner Tür und
klopfe an. Wer jetzt auf meine Stimme hört und mir die Tür öffnet, zu dem werde ich hineingehen
und Gemeinschaft mit ihm haben. 21 Wer durchhält und den Sieg erringt, wird mit mir auf meinem
Thron sitzen, so wie auch ich mich als Sieger auf den Thron meines Vaters gesetzt habe. 22 Wer
Ohren hat, soll hören, was Gottes Geist den Gemeinden sagt.«

Zu Laodizea

Lasodizea lag in Phrygien, in Kleinasien, der heutigen Türkei. Sie war ein bedeutendes
Handelszentrum. Hauptzweige der Wirtschaft waren die Leinenweberei und die erfolgreichen
Banken. Es gab auch ein pharmazeutisch-medizinische Hochschule. Die Banken von Laodizea
waren in Rom berühmt. Nach einem Erdbeben im Jahr 60 n. Chr. Baute Laodizea ihre Stadt aus
eigenen Mitteln wieder auf, so reich war sie. Auch die Christen hatten Anteil an dem Reichtum der
Stadt. Die reichen Banken führten sie in Versuchung.

Wo wird heute die weltweite Kirche von den reichen Banken verführt? Ist Laodizea vielleicht die
deutsche Christenheit? Inwieweit müssen wir auch uns selbst prüfen, ob wir vom verführerischen,
betrügerischen Reichtum in Deutschland infiziert sind. Es nützt nichts, sich hier selbstgerecht selbst
zu loben und mit dem Finger auf die anderen Christen zu zeigen. Haben wir vielleicht ein
Wohlstandsevangelium angenommen?

Die Titel Jesu

Wörtlich: „So spricht er, der Amen heißt, der treue und zuverlässige Zeuge, der Anfang der
Schöpfung Gottes.“ Jesus nennt sich das Amen, Jesus ist das Ja und Amen zu allen Versprechen
Gottes. Jesus ist das Ja zu uns, in ihm ist kein Nein. Er sagt Ja zu dir und hofft, dass du auch Ja zu
ihm sagst. Sag es wie Maria: Siehe, ich bin die Dienerin Gottes, mir geschehe nach Gottes Wort.
Das ist Marias Ja-Wort zu Gott, das kann auch dein Ja-Wort zu Gott sein. Das Jesus das Amen ist,
heißt auch, das alles, was er sagt und tut so sicher und gewiss und zuverlässig ist, wie das Amen in
der Kirche. Oft beginnt Jesus seine Rede so: Amen, Amen, ich sage euch… In Jesus ist alles
Wahrheit. Luther übersetzt das immer mit: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch… Auf Jesus kann man
sich verlassen, und was er über Gott sagt, ist die absolute Wahrheit.

Kennen wir die Wahrheit über Gott? Es gibt so viele Religionen und Weltanschauungen. Der Islam
bezeichnet sich als die wahre Religion Gottes. Der Sozialismus nennt sich die wahre
wissenschaftliche Weltanschauung. Heute ist es modern zu sagen: Ich habe meine Wahrheit, und du
hast deine Wahrheit. Es gibt scheinbar mehrere Wahrheiten. Man sagt: Alle Religionen sind gleich,
es sind nur verschiedene Wege zu Gott. Der Hebräer sagt Jahwe, der Moslem Allah, der Christ
Jesus, der Hindu Brahma, der Buddhist Buddha und der Apatsche Manitou, es sind alles nur
verschiedene Namen für den selben Gott. So sagt man im New Age. Woher können wir wissen, was
die Wahrheit ist, oder besser, wer der wahre Gott ist und welcher der wahre Glaube ist?

Jesus, der Anfang der Schöpfung.

Kann man Jesus den Schöpfer der Welt nennen? Hat Jesus dich und mich geschaffen? Was hat die
Schöpfung mit Gott zu tun? Ist Gott außerhalb der Schöpfung oder ist Gott auch in der Schöpfung
gegenwärtig? Was sagt die Schönheit der Schöpfung über Gott aus? Aber wir leben auch in einer
gefallenen Schöpfung, die nach Erlösung seufzt, wie Paulus sagt. Wird die Schöpfung auch von
Jesus erlöst? Gibt es im Himmel auch eine erlöste Schöpfung? Was sagen uns die
Naturkatastrophen über Gott, Mensch, Schöpfung? Rebelliert die Schöpfung gegen eine gottlose
Menschheit?

„15 Ich kenne dich genau und weiß alles, was du tust. Du bist weder kalt noch heiß. Ach, wärst du
doch das eine oder das andere! 16 Aber du bist lau, und deshalb werde ich dich ausspucken.“

Heiß sind die Menschen, die ein brennendes Herz für Jesus haben. Hast du ein brennendes Herz für
Jesus, dann hüte dein brennendes Herz, dass es brennend bleibt. Denn wer mehr und mehr
Kompromisse mit der Welt und dem Zeitgeist eingeht und die Unmoral der Welt lieber hat als die
strengen Gebote Gottes, dessen brennendes Herz kann nach und nach erkalten. Die Kalten, das sind
die Menschen, die die Offenbarung Gottes in Christus noch nicht erkennen, aber irgendwie doch
das Göttliche suchen. Diese Heiden sind Jesus lieber als die lauwarmen Christen. Das sind die, die
Sonntags oder auch nur Weihnachten zur Kirche gehen, meinen, dass sie christlich sind, aber von
Bekehrung und Jüngerschaft nichts wissen wollen. Die meinen, sie hätten Glauben an den lieben
Gott, beweisen aber durch ihr Leben, dass sie praktisch Atheisten sind. Und von diesen lauwarmen
Christen wimmelt es noch in der deutschen Christenheit. Aber es werden immer weniger. Solche
lauwarmen Christen treten gerne aus der Kirche aus, um keine Kirchensteuer mehr bezahlen zu
müssen. Mehr und mehr wird Deutschland zu einem Land der vielen Kalten und der wenigen
Heißen. Was aber ist die Gefahr für die Heißen? Wie nährt man das Feuer? Was droht, das Feuer zu
erlöschen? Und wenn man Gott feurig liebt, ja, wie kann man dann Gott noch feuriger Lieben?
Meinst du, zu den Heißen zu gehören, aber strebst nicht nach noch heißerer Liebe zu Gott?
Selbstzufriedenheit ist für die Heißen eine Gefahr. Im Christenleben gilt der Grundsatz: Stillstand
ist Rückgang. Paulus sagt: Jagt der Heiligung nach! Johannes Paul II. sagte zu den Jugendlichen:
Scheut euch nicht, die Heiligen des dritten Jahrtausends zu werden!

„17 Du bildest dir ein: ›Ich bin reich und habe alles, was ich brauche. Mir fehlt es an nichts!‹ Da
machst du dir selbst etwas vor! Du merkst gar nicht, wie jämmerlich du in Wirklichkeit dran bist:
arm, blind und nackt.“

Wir brauchen keinen Schöpfer mehr, die Wissenschaft erklärt uns die Selbsterschaffung der Natur.
Wir brauchen kein Gebet ums tägliche Brot, die Supermärkte sind zum Brechen voll. Wir brauchen
keinen Schöpfer des Menschen mehr, denn wir können den Menschen nach unseren eigenen
Wünschen im Reagenzglas zeugen.

Laodizea hatte Super-Banken, aber Jesus sagt, sie sind arm vor Gott, sie haben keine Liebe im
Herzen, keine Liebe zu den Armen und Kleinen. Laodizea hatte eine Leinenweberei, aber Jesus
sagt, sie sind nackt, denn sie tragen nicht das weiße Kleid der Gnade und der guten Werke.
Laodizea hatte eine medizinische Hochschule, aber Jesus sagt, sie sind blind, krank an den Augen,
ihnen fehlt sowohl die Gotteserkenntnis als auch die rechte Selbsterkenntnis. Deutschland ist eins
der reichsten Länder der Welt, aber der Osten Deutschlands ist eine der an Gottesliebe ärmsten
Regionen der Welt. Afrika ist arm an materiellen Gütern, aber reich an feurigem Glauben. In
Deutschland ist die Kirche reich, aber absterbend. In Afrika ist die Kirche arm, aber rasant
wachsend.

„18 Darum solltest du dich endlich um den wahren Reichtum bemühen, um das reine Gold, das im
Feuer geläutert wurde. Nur dieses Gold macht dich reich, und nur von mir kannst du es
bekommen.3 Lass dir auch die weißen Kleider von mir geben, damit du nicht länger nackt dastehst
und dich schämen musst. Kauf dir Augensalbe, die deine blinden Augen heilt.“

Jesus ist der wahre Banker, er hat eine himmlische Bank, da gibt es reines Gold, das im Feuer
geläutert wurde, das heißt, ewige Werte, die das Feuer des Todes nicht vernichtet. Wir kommen
nackt in die Welt und gehen nackt aus der Welt, das Totenhemd hat keine Taschen, alles, was wir
mitnehmen können in die Ewigkeit, ist die Gottes- und Nächstenliebe allein. Diese Liebe des
Herzens soll rein sein wie Gold, geläutert im Feuer der Prüfungen, das sollen wir von Jesus erbitten.
So heißt es im Lobpreislied: Reinige mein Herz, mach es rein wie Gold, Feuer des Herrn! - Jesus ist
auch der Besitzer einer Leinenweberei, da gibt es himmlische weiße Kleider, das ist die Gnade, in
die er uns einhüllen will. Bitten wir immer um Gnade, ob nun mit dem alten Ruf Kyrie eleison,
Herr, erbarme dich, oder mit dem Stoßgebet: Mein Jesus, Barmherzigkeit, oder mit dem
Lobpreislied: Allein deine Gnade genügt. Jesus ist auch ein Arzt und ein Apotheker und hat die
besten Augentropfen, um unsere kranken Augen zu heilen. Jesus erleuchtet uns, dass wir Gott und
uns selbst erkennen. Wir müssen von Jesus auch die Gnade der Selbsterkenntnis erbitten. Nur Jesus
kann uns erkennen lassen, dass wir Sünder sind, die vom barmherzigen Gott liebevoll angeschaut
werden. Das Sprichwort sagt: Es gibt Sünder, die sich für Heilige halten, und Heilige, die wissen,
dass sie Sünder sind. - Erforschen wir regelmäßig unser Gewissen. Denken wir nicht: Ich bin ein
Christ, ich bin gut, aber mein Nächster ist ein Gottloser, der ist böse. Befreien wir uns von Hass auf
Feindbilder, ob es nun Donald Trump oder die Muslime sind, befreien wir uns vom Hass und
aggressiver Feindseligkeit!

„20 Merkst du es denn nicht? Noch stehe ich vor deiner Tür und klopfe an. Wer jetzt auf meine
Stimme hört und mir die Tür öffnet, zu dem werde ich hineingehen und Gemeinschaft mit ihm
haben.“

Wörtlich heißt es nicht nur: Ich werde Gemeinschaft mit ihm haben, sondern: Ich werde Mahl mit
ihm halten. Das ist sicher ein Hinweis auf das Mahl des Herrn, da wir Gemeinschaft mit Jesus
haben.

Es war einmal eine Frau, die wohnte allein in einem Haus. Da klingelte es an der Tür. Der Fremde
trat nicht einfach ungebeten ein, sondern wartete als ein Kavalier, dass die Frau von innen
aufmachte. Er musste warten, und klingelte noch mal. Die Frau im Haus war in Panik geraten, ihr
Wohnzimmer war sehr unaufgeräumt, da lagen überall Papiere und schmutzige Kleider. In
panischer Hast griff sie das ganze Chaos und versteckte es im Schlafzimmer, schloss das
Schlafzimmer ab und eilte zur Haustür und machte auf. Der Kavalier ward hereingebeten, aber nur
ins Wohnzimmer. Die Frau hatte beständig Angst, dass der Gast auch ihr Schlafzimmer sehen
wollte, denn da war ein einziges Chaos.

So kopft Jesus bei uns an. Er betritt nur die Räume in unserem Herzen, die wir ihm freiwillig von
innen opfern. Wenn wir aber den Raum unserer Sexualität oder den Raum unsrer Finanzen oder den
Raum unsrer Kinder- und Gatten-Liebe nicht öffnen, dann bleibt er als ein Gentleman davor stehen
und drängt sich nicht auf. Aber dann kann er diese Bereiche auch nicht heilen und heiligen.
Ich las einmal das Buch einer amerikanischen Feministin über die Große Kosmische Muttergöttin,
darin griff sie das Christentum an mit den Worten, bei der Verkündigung habe der Heilige Geist die
Jungfrau Maria vergewaltigt. Gott habe Maria die Gnade und den Sohn aufgezwungen, ohne auf
ihre Einwilligung zu warten. Aber das ist nicht biblisch. Der Engel eröffnet Maria die Pläne, dass
sie Mutter des Messias werden solle, aber er erwartet ihre Zustimmung. Sie gibt ihre Einwilligung
in den Plan Gottes mit ihrem Ja-Wort: Ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe nach deinem Wort.
- Und da erst schuf der Heilige Geist den Menschen Jesus in ihrem Schoß. Und das ist ein
allgemeingültiges Prinzip: Gott zwingt uns seine Gnade nicht auf, sondern er bietet sie an und lädt
uns freundlich ein, sie anzunehmen, wartet aber immer auf unser Ja-Wort. Und dieses Ja zu Gott
müssen wir nicht nur einmal in einer einzigen Bekehrung sprechen, sondern immer wieder, auch
wenn Gott unsre Gebete nicht zu erhören scheint, wenn uns Krankheit befällt, wenn die Kinder
nicht so fromm sind, wie wir wollen, wenn wir ein Kreuz zu tragen haben, gilt es immer wieder, Ja
zum Willen Gottes zu sagen, wie es im Vaterunser heißt: Dein Wille geschehe. Das Ja Gottes zu uns
und unser Ja zu Gott ist vergleichbar mit dem gemeinsamen Ja-Wort einer Eheschließung. Und Gott
nimmt sein Ja-Wort nie zurück. Es ist nur an uns, unser Ja zu Gott immer wieder zu erneuern.

Die Verheißung für die Treuen

„21 Wer durchhält und den Sieg erringt, wird mit mir auf meinem Thron sitzen, so wie auch ich
mich als Sieger auf den Thron meines Vaters gesetzt habe.“

Wir sollen nicht im Himmel auf einem Stuhl sitzen. Das Königreich Gottes des Vaters ist das Reich
der ewigen Herrlichkeit. In diese ewige Herrlichkeit, in dieses Reich der Liebe und Schönheit, ist
Jesus uns vorausgegangen, und wir sollen auch dahin kommen, wenn wir Jesus auf seinem Weg
folgen. Wie Jesus eins ist in Denken und Wollen mit dem Vater, so sollen wir mit Jesus eins werden
in Denken und Wollen. Wie Jesus von Natur aus Gottes Sohn ist, so werden wir durch Gnade Gottes
Söhne und Töchter Gottes. Wie Jesus von Natur aus Gottmensch ist, so sollen wir aus Gnade im
Himmel sozusagen Menschengötter und Menschengöttinnen werden. Wir sollen vergöttlicht
werden, Anteil haben an Gottes Leben und Glückseligkeit.

Die Huldigung vor dem Thron Gottes

Offenbarung 4

1 Danach sah ich und siehe, eine Tür war geöffnet am Himmel; und die erste Stimme, die ich gleich
einer Posaune mit mir reden gehört hatte, sagte: Komm herauf und ich werde dir zeigen, was dann
geschehen muss. 2 Sogleich wurde ich vom Geist ergriffen. Und siehe, ein Thron stand im Himmel;
auf dem Thron saß einer, 3 der wie ein Jaspis und ein Karneol aussah. Und über dem Thron wölbte
sich ein Regenbogen, der wie ein Smaragd aussah. 4 Und rings um den Thron standen
vierundzwanzig Throne und auf den Thronen saßen vierundzwanzig Älteste, in weiße Gewänder
gekleidet und mit goldenen Kränzen auf dem Haupt. 5 Von dem Thron gingen Blitze, Stimmen und
Donner aus. Und sieben lodernde Fackeln brannten vor dem Thron; das sind die sieben Geister
Gottes. 6 Und vor dem Thron war etwas wie ein gläsernes Meer, gleich Kristall. Und in der Mitte
des Thrones und rings um den Thron waren vier Lebewesen voller Augen, vorn und hinten. 7 Das
erste Lebewesen glich einem Löwen, das zweite einem Stier, das dritte sah aus wie ein Mensch, das
vierte glich einem fliegenden Adler. 8 Und jedes der vier Lebewesen hatte sechs Flügel, außen und
innen voller Augen. Sie ruhen nicht, bei Tag und Nacht, und rufen: Heilig, heilig, heilig ist der Herr,
der Gott, der Herrscher über die ganze Schöpfung; er war und er ist und er kommt. 9 Und wenn die
Lebewesen dem, der auf dem Thron sitzt und in alle Ewigkeit lebt, Herrlichkeit und Ehre und Dank
erweisen, 10 dann werfen sich die vierundzwanzig Ältesten vor dem, der auf dem Thron sitzt,
nieder und beten ihn an, der in alle Ewigkeit lebt. Und sie legen ihre goldenen Kränze vor seinem
Thron nieder und sprechen: 11 Würdig bist du, Herr, unser Gott, Herrlichkeit zu empfangen und
Ehre und Macht. Denn du bist es, der die Welt erschaffen hat, durch deinen Willen war sie und
wurde sie erschaffen.

Daniel 7

Ich sah immer noch hin; da wurden Throne aufgestellt, und ein Hochbetagter nahm Platz. Sein
Gewand war weiß wie Schnee, sein Haar wie reine Wolle. Feuerflammen waren sein Thron, und
dessen Räder waren loderndes Feuer. Ein Strom von Feuer ging von ihm aus. Tausendmal Tausende
dienten ihm, zehntausendmal Zehntausende standen vor ihm. Das Gericht nahm Platz, und es
wurden Bücher aufgeschlagen.
Ich sah immer noch hin, bis das Tier - wegen der anmaßenden Worte, die das Horn redete - getötet
wurde. Sein Körper wurde dem Feuer übergeben und vernichtet. Auch den anderen Tieren wurde
die Herrschaft genommen. Doch ließ man ihnen das Leben bis zu einer bestimmten Frist. (Dan 7,9-
12)

Hesekiel 1

22 Und über den Häuptern des lebendigen Wesens befand sich etwas, das einer [Himmels-
Ausdehnung glich, wie der Anblick eines Kristalls, ehrfurchterregend, ausgebreitet oben über ihren
Häuptern. 23 Und unter der Himmels-Ausdehnung waren ihre Flügel ausgestreckt, einer zum
anderen hin: jedes hatte zwei Flügel, womit sie ihre Leiber auf der einen Seite, und zwei, womit sie
sie auf der anderen Seite bedeckten. 24 Und ich hörte das Rauschen ihrer Flügel wie das Rauschen
großer Wasser und wie die Stimme des Allmächtigen; wenn sie gingen, so gab es ein Geräusch wie
das Getümmel eines Heerlagers; wenn sie aber still standen, ließen sie ihre Flügel sinken.
25 Und es kam eine Stimme oben von der Himmels-Ausdehnung her, die über ihren Häuptern war;
wenn sie still standen, ließen sie ihre Flügel sinken. 26 Und oberhalb der Himmels-Ausdehnung, die
über ihren Häuptern war, war das Gebilde eines Thrones, anzusehen wie ein Saphirstein. Oben auf
dem Gebilde des Thrones aber saß eine Gestalt, anzusehen wie ein Mensch. 27 Ich sah auch etwas
wie Goldschimmer, wie das Aussehen eines Feuers inwendig ringsum; von der Erscheinung seiner
Lenden nach oben hin und von der Erscheinung seiner Lenden nach unten hin sah ich wie das
Aussehen eines Feuers, und ein Glanz war rings um ihn her. 28 Wie der Bogen aussieht, der an
einem Regentag in den Wolken erscheint, so war auch der Glanz ringsum anzusehen. So war das
Aussehen der Erscheinung der Herrlichkeit des Herrn. Als ich sie sah, fiel ich auf mein Angesicht;
und ich hörte die Stimme von einem, der redete.

Kommentar zu Offenbarung, I

Johannes, der Seher, wechselt seine Position: von der Erde zum Himmel. Von dem Thron Satans
(Off 2,13) zu dem Thron Gottes (Off 4,2). Dieser Thron ist das Thema von Offenbarung 4. Wir
bekommen sieben wichtige Dinge im Blick auf diesen Thron mitgeteilt:

Auf dem Thron sitzt einer, der eine beeindruckende Herrlichkeit hat (Off 4,3), der angebetet wird,
der würdig ist, Macht auszuüben, und der der Schöpfer ist (Off 4,8–11). (Vers 2 und 3.)

Rings um den Thron (vertikal) ist ein Regenbogen wie ein Smaragd. Das spricht davon, dass Gott
im Gericht der Barmherzigkeit gedenkt und schließlich Segen auf der Erde herbeiführen wird. (Vers
3.)

Rings um den Thron (horizontal) sind vierundzwanzig Throne, auf denen 24 Älteste mit weißen
Kleidern und goldenen Kronen sitzen. Die Ältesten sind ein Bild der verherrlichten Gläubigen Sie
stellen die 12 Stämme Israels und die 12 Apostel vor, also das versammelte Volk Gottes am Thron
Gottes. (Vers 4.)

Aus dem Thron gehen hervor Blitze, Stimmen und Donner. Das spricht von Gericht, das von oben
herabkommt.Donner war im Alten Testament oft ein Bild für die Stimme Gottes und bezeichnet
Gottes Macht und Kraft.(Vers 5.)

Vor dem Thron (unmittelbar) brennen sieben feurige Fackeln, die die sieben Geister Gottes sind. Es
geht um den Geist Gottes, der in Vollkommenheit – wovon die Zahl Sieben spricht – alles erleuchtet
und alles nach göttlichem Maßstab beurteilt. (Vers 5.)

Vor dem Thron ist etwas wie ein gläsernes Meer, gleich Kristall. Das ist ein Hinweis auf eine
unveränderliche Reinheit, die im Gegensatz zu irdischen Befleckungen steht. (Vers 6.)

Mitten und um den Thron sind vier lebendige Wesen (Tiere). Sie zeigen Gottes
Regierungsprinzipien: Stärke (Löwe), Beharrlichkeit (Stier), Weisheit (Mensch) und Schnelligkeit
(Adler) Andere meinen, dass die vier Tiere die vier Elemente (Erde, Wasser, Luft und Feuer)
darstellen, das heißt, die gesamte Schöpfung ist am Thron gegenwärtig. Die vier Tiere stehen auch
für die vier Evangelisten, der Löwe ist Markus, der Mensch Matthäus, der Ochse Lukas und der
Adler Johannes. (Vers 6–7.)

Kommentar zu Offenbarung, II

„1 Danach sah ich, und siehe, eine Tür war aufgetan im Himmel, und die erste Stimme, die ich mit
mir hatte reden hören wie eine Posaune, die sprach: Steig herauf, ich will dir zeigen, was nach
diesem geschehen soll.“

Warum sollte Johannes nach dem Empfang der sieben Sendschreiben in den Himmel hinaufsteigen?

Jesus bittet Johannes herauf in den Himmel, um ihm Gott, den Vater, zu zeigen. Da Johannes
aufgeschrieben hat, was er gesehen und gehört hat, erhalten auch wir durch Offenbarung 4 die
Vorstellung von Gott, die der Wirklichkeit entspricht.

Was wir hier sehen, ist praktisch, daß das, was Jesus vormals gepredigt hatte (über sich selbst und
den Vater), vor den Augen und Ohren des Johannes in Erfüllung geht. Johannes durfte noch als
lebender Mensch vom Glauben zum Schauen gelangen, aber nicht um seiner selbst willen, sondern
um der Kirche und um unsertwillen. Gott weiß, wie schwer wir uns tun, zu glauben. Durch
Offenbarung 4 will er es für uns noch leichter machen, zu glauben, daß Jesus Christus und der Vater
eins sind (in der Gottheit).

Joh 10,30 Ich und der Vater sind eins.

Joh 14,9 Jesus spricht zu ihm: So lange bin ich (der Vater; R. B.) bei euch und du kennst mich nicht,
Philippus? Wer mich sieht, der sieht den Vater! Wie sprichst du dann: Zeige uns den Vater?

Die Einheit von Vater und Sohn in der Gottheit sah Johannes nun mit seinen eigenen Augen.

Der Geist ergriff Johannes, genauso wie er vormals Elia ergriffen und in den Himmel gebracht
hatte. Nur mit dem Unterschied, daß Elia sicherlich verwandelt wurde, denn er kehrte nicht mehr
zurück; Johannes aber seinen sterblichen Leib behielt, denn er musste ja zurückkehren, die
Offenbarung noch aufschreiben und an die Gemeinden senden.

2Kön 2,11 Und als sie miteinander gingen und redeten, siehe, da kam ein feuriger Wagen mit
feurigen Rossen, die schieden die beiden voneinander. Und Elia fuhr im Wetter gen Himmel.

Joh 1,18 Niemand hat Gott je gesehen; der Eingeborene, der Gott ist und in des Vaters Schoß ist,
der hat ihn uns verkündigt.

Joh 6,46 Nicht als ob jemand den Vater gesehen hätte außer dem, der von Gott gekommen ist; der
hat den Vater gesehen.

1Tim 6,16 der allein Unsterblichkeit hat, der da wohnt in einem Licht, zu dem niemand kommen
kann, den kein Mensch gesehen hat noch sehen kann. Dem sei Ehre und ewige Macht! Amen.

2Mo 24,10 und sahen den Gott Israels. Unter seinen Füßen war es wie eine Fläche von Saphir und
wie der Himmel, wenn es klar ist.

Joh 4,24 Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.

3 Und der da saß, war anzusehen wie der Stein Jaspis und Sarder; und ein Regenbogen war um den
Thron, anzusehen wie ein Smaragd.“

Der rohe Stein Jaspis sieht aus wie ein Stück Fleisch.

Im Himmel nimmt Gott, der Ewige, der Vater, die Erscheinung (Gestalt) eines geschlachteten
Menschen aus Fleisch und Blut an.

Er erscheint uns dort nicht als ein Licht oder was immer wir uns vorstellen mögen, sondern als ein
geschlachteter Mensch (allerdings in feierlicher, verherrlichter Form: Jaspis und Sarder sind
schmückende Edelsteine, auch der Smaragd).

Dies heißt nichts anderes, als daß Gott, der Vater, sich völlig mit Gott, dem Sohn, Jesus,
identifiziert, dem Lamm, das für uns geschlachtet wurde. Jesus Christus hat seinen Leib für uns
gegeben und sein kostbares Blut für uns vergossen.

Das hebräische Wort für Smaragd beinhaltet den Wortstamm für „Segen“ oder „gesegnet“. Dieses
Bild des göttlichen Geschlachteten muss also im Zusammenhang gesehen werden mit dem
Evangelium, denn nur dann ist es segensreich. Denn ein geschlachteter Mensch in sich selbst ist ein
äußerst grausamer Anblick und mehr Anlass zu Trauer und Entsetzen als zu Freude.

Wie kann der Anblick eines göttlichen geschlachteten Menschen für uns Anlass zur Freude werden?

Als Jesus Christus am Kreuz für uns starb, für die Menschheit, da trug er unser sündiges Fleisch in
den Tod, die degenerierte Natur, die wir vom gefallenen Adam geerbt haben.

Dies ist der Mittelpunkt des Universums und der Gedanken Gottes.

DIE APOKALYPTISCHE FRAU


Offenbarung 11

19 Die Türen am Tempel Gottes im Himmel wurden geöffnet, sodass die Lade mit den Zeichen des
Bundes zu sehen war. Zugleich blitzte es und donnerte und dröhnte; die Erde bebte und schwerer
Hagel fiel nieder.

Offenbarung 12,1-5

1 Darauf zeigte sich am Himmel eine gewaltige Erscheinung: Es war eine Frau, die war mit der
Sonne bekleidet und hatte den Mond unter ihren Füßen und trug auf dem Kopf eine Krone von
zwölf Sternen. 2 Sie stand kurz vor der Geburt und die Wehen ließen sie vor Schmerz aufschreien. 3
Dann zeigte sich am Himmel eine andere Erscheinung: ein großer, feuerroter Drache mit sieben
Köpfen und zehn Hörnern. Jeder Kopf trug eine Krone. 4 Mit seinem Schwanz fegte der Drache ein
Drittel der Sterne vom Himmel und schleuderte sie auf die Erde. Er stand vor der Frau, die ihr Kind
gebären sollte, und wollte es verschlingen, sobald es geboren wäre. 5 Die Frau brachte einen Sohn
zur Welt, der alle Völker der Erde mit eisernem Zepter regieren wird. Das Kind wurde sofort nach
der Geburt weggenommen und zu Gott, zum Thron Gottes, gebracht.

Problem: Wir müssen hier über die Mutter des Messias reden und dürfen doch den Protestanten
nicht die katholische, orthodoxe, koptische Marienverehrung aufdrängen. Vorschlag zur Güte: Die
Protestanten sind bereit, zu hören, was das Evangelium über Maria sagt, und der Katholik zitiert
(was Maria betrifft) weder Dogmen, noch Päpste oder Heilige, sondern, wie Luther es wollte: Die
Heilige Schrift allein – sola scriptura.

„19 Die Türen am Tempel Gottes im Himmel wurden geöffnet, sodass die Lade mit den Zeichen des
Bundes zu sehen war.“

Die Bundeslade im Himmel erscheint und gleich darauf die apokalyptische Frau, die Mutter des
Messias. Die Bundeslade im Alten Testament war von Gott nach der Weisung Gottes hergestellt
worden, eine Akazientruhe, das Heiligtum der Kinder Israel. In der Bundeslade befanden sich die
beiden steinernen Tafeln mit den 10 Geboten Gottes. Die Bundeslade war also gewissermaßen ein
Gefäß, in dem sich das Wort Gottes befand. Zur Zeit des babylonischen Exils versteckte der Prophet
Jeremia die Bundeslade, und sie ward nie wieder gefunden. Hier erscheint sie nun, aber im Himmel,
im Tempel Gottes. Die apokalyptische Frau als Mutter des Messias ist das Gefäß, das das Wort
Gottes, nämlich Jesus, in sich trägt, nämlich neun Monate in ihrer Schwangerschaft bei der
Fleischwerdung des Wortes Gottes (Inkarnation des Logos). Das Wort Gottes im Alten Bund waren
zwei steinerne Tafeln, das Wort Gottes im neuen und ewigen Bund ist der menschgewordene
Christus. Die Bundeslade im alten Bund war eine Akazientruhe, im neuen und ewigen Bund ist sie
der Schoß der Mutter des Messias.

1 Darauf zeigte sich am Himmel eine gewaltige Erscheinung: Es war eine Frau, die war mit der
Sonne bekleidet und hatte den Mond unter ihren Füßen und trug auf dem Kopf eine Krone von
zwölf Sternen.

„Frau“ ist hier der Titel. Es geht nun um die „Frau der Offenbarung“. Zuerst erscheint sie im Buch
Genesis oder 1 Mose, gleich nach dem Sündenfall wird sie angekündigt:

Genesis 3

14 Da sagte Gott, der Herr, zu der Schlange: »Verflucht sollst du sein wegen dieser Tat! Auf dem
Bauch wirst du kriechen und Staub fressen dein Leben lang – du allein von allen Tieren. 15 Und
Feindschaft soll herrschen zwischen dir und der FRAU, zwischen deinen Nachkommen und ihrem
Nachkommen. Er wird dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse beißen.«

Es besteht Feindschaft zwischen der Frau und Satan. Die Nachkommen Satans sind die Dämonen
und die Feinde Christi unter den Menschen. Der Nachkomme der Frau (Maria) ist Jesus, der
„gekommen ist, um die Werke des Teufels zu vernichten“, wie Paulus sagt. Diese Feindschaft
zwischen der Frau und der Satansschlange finden wir auch in unserm Offenbarungstext.

Wo taucht die FRAU noch auf? Jesus redet die Mutter Jesu im Evangelium nicht mit Mutter oder
Mama an, sondern mit FRAU:

Johannes-Evangelium 2

1 Am dritten Tag1 wurde in Kana in Galiläa eine Hochzeit gefeiert. Die Mutter von Jesus war dabei,
2 und auch Jesus war mit seinen Jüngern dazu eingeladen. 3 Als der Weinvorrat zu Ende war, sagte
seine Mutter zu ihm: »Sie haben keinen Wein mehr!« 4 Jesus erwiderte ihr: »Frau, was geht das
dich und mich an! Meine Stunde ist noch nicht gekommen.« 5 Da wandte sich seine Mutter an die
Diener und sagte: »Tut alles, was er euch befiehlt!«

Luther übersetzte: Weib, was hab ich mit dir zu schaffen! Das klingt sehr verächtlich. Manche
sagen, so solle man einmal mit seiner Mutter reden. Die Stelle wird fast in allen Bibeln falsch
übersetzt. Die katholische Einheitsübersetzung übersetzt: Frau, was willst du von mir? Wörtlich
heißt es: FRAU, was ist das dir und mir? Oder: FRAU, was ist das zwischen dir und mir. Jesus
nennt sie FRAU, denn das ist die Frau aus Genesis 3 und Offenbarung 12, die FRAU der
Offenbarung.

Kreuzigung Jesu nach Johannes, letztes Wort Jesu vor seinem Tod, sein Testament

19, 25 Nahe bei dem Kreuz, an dem Jesus hing, standen seine Mutter und deren Schwester sowie
Maria, die Frau von Klopas, und Maria aus Magdala. 26 Jesus sah seine Mutter dort stehen und
neben ihr den Jünger, den er besonders lieb hatte. Da sagte er zu seiner Mutter: »Frau, er ist jetzt
dein Sohn!« 27 Und zu dem Jünger sagte er: »Sie ist jetzt deine Mutter!« Von da an nahm der
Jünger sie in sein Eigenes auf. 28 Jesus wusste, dass nun alles zu Ende gebracht war.

Hier nennt Jesus die Mutter des Messias wieder FRAU (der Offenbarung) und übergibt ihr den
„Jünger, den er lieb hatte“ (namentlich nicht genannt‘) als ihren geistigen Sohn, und der Jünger, den
Jesus lieb hatte, nimmt die Mutter des Messias in sein Haus auf oder wie es im Griechischen heißt:
in sein Inneres. Man bedenke, dass das das letzte Wort Jesu am Kreuz war. Gilt das nicht auch für
uns? Katholiken sehen das jedenfalls so. Ein Katholik sagt: Ich bin der Jünger, den Jesus lieb hat,
und Jesus hat mir bei seiner Kreuzigung seine Mutter zur geistigen Mutter gegeben. Protestanten
meinen meistens, dieses Wort war nur eine Privatangelegenheit für Maria und Johannes und hat
weiter keine Bedeutung.

„...Frau, die war mit der Sonne bekleidet und hatte den Mond unter ihren Füßen und trug auf dem
Kopf eine Krone von zwölf Sternen.“

Die Sonne ist ein Bild für Christus, der im Prophetenbuch Maleachi „Sonne der Gerechtigkeit“
genannt wird. Dass die apokalyptische Frau mit der Christus-Sonne bekleidet ist, heißt, sie hat ihre
Würde nicht aus sich, sondern weil Gott sie auserwählt hat, Mutter CHRISTI zu sein. Der Mond
unter ihren Füßen steht für die Welt. Der Mond ist launisch (Luna) und wechselhaft, so gibt es in
der Welt auch Licht und Finsternis, Gut und Böse, auch ein Werden und Vergehen, die Welt ist ein
Reich der Vergänglichkeit. Die Frau der Offenbarung herrscht darüber. Die zwölf Sterne sind die 12
Apostel, das ist die Kirche der Apostel, das ist das Gottesvolk, in deren Mitte die Mutter des
Messias lebt und wirkt.

„2 Sie stand kurz vor der Geburt und die Wehen ließen sie vor Schmerz aufschreien. 3 Dann zeigte
sich am Himmel eine andere Erscheinung: ein großer, feuerroter Drache mit sieben Köpfen und
zehn Hörnern. Jeder Kopf trug eine Krone. 4 Mit seinem Schwanz fegte der Drache ein Drittel der
Sterne vom Himmel und schleuderte sie auf die Erde. Er stand vor der Frau, die ihr Kind gebären
sollte, und wollte es verschlingen, sobald es geboren wäre. 5 Die Frau brachte einen Sohn zur Welt,
der alle Völker der Erde mit eisernem Zepter regieren wird. Das Kind wurde sofort nach der Geburt
weggenommen und zu Gott, zum Thron Gottes, gebracht.“

Die Frau ist Maria, die Mutter Jesu, die Jesus gebiert (Weihnachten). Der Drache ist der Satan, der
den Christus vernichten wollte (Kindermord des Herodes, Versuchung Christi, Verrat des Judas).
Der Sohn der Frau wird alle Völker beherrschen. Jesus ist der König der Juden und der König aller
Völker. Das Kind wird zu Gottes Thron entrückt (Auferstehung und Himmelfahrt). Das ist also
eine Zusammenfassung des Evangeliums: Geburt, Kampf mit Satan, Kreuzigung, Auferstehung und
Himmelfahrt.

„4 Mit seinem Schwanz fegte der Drache ein Drittel der Sterne vom Himmel und schleuderte sie auf
die Erde.“

Das bezieht sich wohl auf den Fall der Engel. Über den Fall Satans spricht der Prophet Hesekiel. Es
richtet sich wörtlich an den König von Tyrus, aber wurde von den Kirchenvätern immer auf den Fall
Satans ausgelegt.

Hesekiel 28

1 Das Wort des Herrn erging an mich, er sagte: 2 »Du Mensch, sag zum Herrscher von Tyrus: ›So
spricht der Herr, der mächtige Gott: Du bildest dir etwas ein auf deine große Macht. Du behauptest:
Ein Gott bin ich; wie ein Gott throne ich auf meiner Insel mitten im Meer!1 Du hast dich zum Gott
erklärt, obwohl du doch nur ein Mensch bist. 3 Du bist zwar weiser als der berühmte Daniel,2 kein
Geheimnis ist dir zu tief. 4-5 Durch deine Klugheit blühte dein Handel, du bist reich geworden und
hast deine Schatzkammern mit Gold und Silber gefüllt. Aber dein Reichtum ist dir zu Kopf
gestiegen; du überhebst dich 6 und stellst dich Gott gleich. Deshalb sage ich, der Herr: 7 Ich führe
Feinde gegen dich heran, die erbarmungslosesten der Völker; dann hilft dir deine ganze Weisheit
nichts mehr und deine Pracht wird in den Schmutz getreten. 8 Du selbst musst hinunter zu den
Toten; in deiner Festung mitten im Meer wirst du erschlagen. 9 Wenn deine Mörder auf dich
eindringen, wirst du dann auch noch sagen: Ein Gott bin ich? Du wirst ihnen so hilflos ausgeliefert
sein wie irgendein Mensch. 10 Fremde erschlagen dich, du erleidest einen schändlichen Tod. Ich
habe es gesagt, der Herr, der mächtige Gott.‹«
11 Das Wort des Herrn erging an mich, er sagte: 12 »Du Mensch, stimme die Totenklage an über
den König von Tyrus! Sag zu ihm: ›So spricht der Herr, der mächtige Gott: Du warst die
Vollkommenheit selbst, voll Weisheit und erlesener Schönheit. 13 In Eden, dem Gottesgarten,
lebtest du. Dein Gewand war mit Edelsteinen aller Art besetzt, mit Rubin, Topas, Jaspis, Chrysolith,
Karneol, Onyx, Smaragd, Karfunkel und Lapislazuli. Mit Gold warst du geschmückt an dem Tag,
an dem ich dich erschuf. 14 Ich gab dich dem Wächter des Gartens, dem Kerub mit den
ausgebreiteten Flügeln, zum Gefährten;3 du wohntest auf dem heiligen Götterberg mitten unter
feurigen Steinen. 15 Vollkommen hatte ich dich geschaffen und du bliebst es, bis du in Sünde fielst.
16 Deine ausgedehnten Handelsgeschäfte verführten dich zu Erpressung und Unterdrückung; so
wurdest du schuldig. Da verstieß ich dich vom Götterberg und der Wächter, der Kerub, schaffte
dich aus der Mitte der feurigen Steine weg.4 17 Deine Schönheit hatte dich überheblich gemacht;
aus lauter Eitelkeit hattest du deine Weisheit preisgegeben und warst zum Narren geworden.
Deshalb stürzte ich dich auf die Erde hinunter und gab dich dem Spott der Könige preis. 18 Durch
das Unrecht, das du bei deinen Handelsgeschäften begingst, bist du schuldig geworden und hast
deine Tempel entweiht. Darum habe ich Feuer in deiner Stadt ausbrechen lassen und sie
niedergebrannt; wer jetzt vorbeikommt, findet nur noch Schutt und Asche.5 19 Alle Völker ringsum
sind starr vor Entsetzen. Ein Bild des Schreckens bist du geworden, für alle Zeiten ist es um dich
geschehen.‹«

Satan war als Luzifer ein von Gott geschaffener Engel der höchsten Ordnung. Satan und sein
Gefolge unter den Engeln („ein Drittel“) wollte „sein wie Gott“. Dagegen der Erzengel Michael
heißt: „Wer ist wie Gott?“ Michael ist der Führer der treuen Engel. Satan sagte: „Ich will Gott nicht
dienen!“ Dagegen Maria sagt: „Siehe, ich bin die Dienerin des HERRN.“

EVANGELIKALE ANFRAGEN

1. Die apokalptische Frau ist nicht Maria, sondern das Volk Israel.

Die Vision ist in Wahrheit eine prophetische Zusammenschau. Das Gottesvolk des ersten Bundes
wird im alten Testament als Frau dargestellt: Tochter Zion oder Jungfrau Jerusalem oder die beiden
Huren Juda und Israel oder Jerusalem die Ehefrau des Herrn. Diese Tochter Zion hat den Messias
hervorgebracht, sie ist gekrönt mit den 12 Sternen als den 12 Stämmen Israels. Aber auch hier:
Maria, die Mutter Jesu, ist Jüdin vom Stamm Juda, vom Haus Davids, sie ist die vollendete Tochter
Zion, die den Messias geboren hat, den König der Juden.

2. Die apokalyptische Frau ist die Gemeinde.

Auch das ist wahr. Die Frau ist die Tochter Zion, die Mutter Jesu und die apostolische Kirche. Als
Kirche ist sie Jungfrau, nämlich Christi Braut, und ist Mutter, denn sie gebiert ihre Kinder in der
Taufe, ernährt sie mit dem Mahl des Herrn, erzieht sie im Glauben, bringt Christus in ihren Kindern
hervor. Als Kirche ist die Frau mit der Sonne der Gnade Christi bekleidet, steht über dem Mond, das
heißt der Welt, und ist gekrönt mit den 12 Sternen der 12 Apostel.

3. Der Drache ist der Papst.

Sprüche Salomos: „Antworte dem Toren gemäß seiner Torheit, damit er sich nicht weise dünkt.“ In
der Apokalypse heißt es: „Der Drache, das ist die alte Schlange, der Teufel, der Satan.“ Ich habe die
Päpste des 20. Jahrhunderts gelesen, Pius XII. Über die Frau, Paul VI. Über das Leben Jesu,
Johannes Paul I. Briefe, Johannes Paul II. Sehr viel, Benedikt XVI. Ansprachen zur
Kirchengeschichte, Franziskus, Apostolische Lehrschreiben, und ich versichere euch, das alles hat
nicht der Satan diktiert, sondern alles ist getragen von einer großen Liebe zu Christus. - Wann
merken die rechten Evangelikalen, dass der 30jährige Krieg vorüber ist und dass Christen sich nicht
gegenseitig verteufeln sollen, sondern gemeinsam den Einen Herrn Jesus verkünden.

Frage: Wo seht ihr heute den Kampf Satans? Was sind heute seine Strategien? Wo kämpft Satan
gegen die Frauen (Prostitution, Pornographie, Abtreibung…)? Wo kämpft Satan gegen die Kirche,
gegen die Christen? (Christenverfolgung, Hohn und Spott, falsche Theologie…) Wie kämpfen wir
gegen die Werke des Teufels?

DER ANTICHRIST
Offenbarung 13

Das Tier aus dem Meer

1 Und ich sah: Ein Tier stieg aus dem Meer, mit zehn Hörnern und sieben Köpfen. Auf seinen
Hörnern trug es zehn Diademe und auf seinen Köpfen Namen, die eine Gotteslästerung waren. 2
Das Tier, das ich sah, glich einem Panther; seine Füße waren wie die Tatzen eines Bären und sein
Maul wie das Maul eines Löwen. Und der Drache hatte ihm seine Gewalt übergeben, seinen Thron
und seine große Macht. 3 Einer seiner Köpfe sah aus wie tödlich verwundet; aber die tödliche
Wunde wurde geheilt. Und die ganze Erde sah dem Tier staunend nach. 4 Die Menschen warfen
sich vor dem Drachen nieder, weil er seine Macht dem Tier gegeben hatte; und sie beteten das Tier
an und sagten: Wer ist dem Tier gleich und wer kann den Kampf mit ihm aufnehmen? 5 Und es
wurde ermächtigt, mit seinem Maul anmaßende Worte und Lästerungen auszusprechen; es wurde
ihm Macht gegeben, dies zweiundvierzig Monate zu tun. 6 Das Tier öffnete sein Maul, um Gott und
seinen Namen zu lästern, seine Wohnung und alle, die im Himmel wohnen. 7 Und es wurde ihm
erlaubt, mit den Heiligen zu kämpfen und sie zu besiegen. Es wurde ihm auch Macht gegeben über
alle Stämme, Völker, Sprachen und Nationen. 8 Alle Bewohner der Erde fallen nieder vor ihm: alle,
deren Name nicht seit der Erschaffung der Welt geschrieben steht im Lebensbuch des Lammes, das
geschlachtet wurde. 9 Wer Ohren hat, der höre! 10 Wer zur Gefangenschaft bestimmt ist, geht in die
Gefangenschaft. Wer mit dem Schwert getötet werden soll, wird mit dem Schwert getötet. Hier
muss sich die Standhaftigkeit und die Glaubenstreue der Heiligen bewähren.

Das Tier vom Land

11 Und ich sah: Ein anderes Tier stieg aus der Erde herauf. Es hatte zwei Hörner wie ein Lamm und
redete wie ein Drache. 12 Die ganze Macht des ersten Tieres übte es vor dessen Augen aus. Es
brachte die Erde und ihre Bewohner dazu, das erste Tier anzubeten, dessen tödliche Wunde geheilt
war. 13 Es tat große Zeichen; sogar Feuer ließ es vor den Augen der Menschen vom Himmel auf die
Erde fallen. 14 Es verwirrte die Bewohner der Erde durch die Zeichen, die vor den Augen des
Tieres zu tun ihm gegeben war; es befahl den Bewohnern der Erde, ein Standbild zu errichten zu
Ehren des Tieres, das die Schwertwunde trug und doch wieder zum Leben kam. 15 Es wurde ihm
Macht gegeben, dem Standbild des Tieres Lebensgeist zu verleihen, sodass es auch sprechen konnte
und bewirkte, dass alle getötet wurden, die das Standbild des Tieres nicht anbeteten. 16 Die Kleinen
und die Großen, die Reichen und die Armen, die Freien und die Sklaven, alle zwang es, auf ihrer
rechten Hand oder ihrer Stirn ein Kennzeichen anbringen zu lassen. 17 Kaufen oder verkaufen
konnte nur, wer das Kennzeichen trug: den Namen des Tieres oder die Zahl seines Namens. 18 Hier
ist die Weisheit. Wer Verstand hat, berechne den Zahlenwert des Tieres. Denn es ist die Zahl eines
Menschennamens; seine Zahl ist sechshundertsechsundsechzig (666).

Kurze Erzählung vom Antichrist

Die Offenbarung (Die „Apokalypse“, das letzte Buch der biblischen Sammlung) des Johannes ist
sicherlich das geheimnisvollste und am schwersten zu deutende Buch der Bibel. Wie sich die
Geschichte der Endzeit gestalten wird, hat von jeher die Menschen beschäftigt und viele haben eine
Deutung gewagt. Die literarisch bedeutendste stammt von dem russischen Philosophen und
Schriftsteller Wladimir Solowjew.

Wenige Monate vor seinem Tod erschien die „Kurze Erzählung vom Antichrist“. Solowjew versucht
hier eine Interpretation der Endzeit, die sich stark an der Bibel orientiert und außerdem die Schriften
des heiligen Irenäus von Lyon mit einbezieht. Sie handelt vom Erscheinen des Antichrist, seinem
Sieg und seinem Untergang. Es ist das Jahr 2077; Europa hat gerade eine fünfzigjährige islamische
Vorherrschaft überwunden, in der sich auch die religiösen Auffassungen durchmischten. Die
Menschen sehnen sich nach Frieden, nach Spiritualität und nach religiöser Versöhnung. Zu diesem
Zeitpunkt tritt ein Mann auf, der das weiterführen möchte, was Jesus Christus begonnen hatte.
Schon Joseph Kardinal Ratzinger wies in seinem Buch „Schriftauslegung im Widerstreit“ darauf
hin, dass Solowjews Antichrist in Tübingen den Ehrendoktor der Theologie erhalten hat. Er ist von
großen humanitären Idealen beseelt und will der Menschheit Glück und Wohlergehen schenken.
Aber „er liebte nur sich allein“.

Schon bald wird er aufgrund seines Einsatzes für das Volk zum lebenslänglichen Präsidenten der
Vereinigten Staaten von Europa gewählt und kurz darauf zum Kaiser des wiedererrichteten
Römischen Reiches ernannt. Von den Christen wird der neue Weltenherrscher nach den langen
Kriegsjahren zunächst mit großer Sympathie aufgenommen. Erst langsam regt sich Skepsis in
glaubenstreuen Kreisen. Daraufhin beruft der Kaiser ein Konzil ein, durch das er die getrennte
Christenheit wieder vereinen möchte. Es zeigt sich immer deutlicher, dass der Kaiser sich selbst
anstelle von Jesus Christus zum Zentrum des Glaubens macht. Während viele Christen zu ihm
überlaufen, sammeln sich die glaubenstreuen Katholiken um Papst Petrus II., die treuen Orthodoxen
um den Starez Johannes und die Protestanten, die dem Kaiser widerstehen, um den deutschen
Theologen Dr. Ernst Pauli. Orthodoxe und Protestanten suchen die Nähe zum Papst. Als der Starez
Johannes den Antichristen enttarnt, spricht Papst Petrus die Exkommunikation aus. Beide werden
getötet. Dr. Pauli erklärt, dass die Endzeit nun begonnen habe, und führt die Christenheit ins Exil in
die arabische Wüste, wo sie den wiederkommenden Christus erwarten. Dieser trifft bei seinem
Kommen nicht nur eine geeinte Christenheit an, sondern auch die Juden, die sich den Christen bald
darauf angeschlossen haben.

1 Und ich sah: Ein Tier stieg aus dem Meer, mit zehn Hörnern und sieben Köpfen. Auf seinen
Hörnern trug es zehn Diademe und auf seinen Köpfen Namen, die eine Gotteslästerung waren. 2
Das Tier, das ich sah, glich einem Panther; seine Füße waren wie die Tatzen eines Bären und sein
Maul wie das Maul eines Löwen. Und der Drache hatte ihm seine Gewalt übergeben, seinen Thron
und seine große Macht.

Diese Vision eines großen Weltherrschers stammt schon vom Propheten Daniel, da Bär, Panther und
Löwe für die antiken Weltreiche Persien, Assyrien und Rom standen. Der Antichrist wird also
Weltmonarch einer Weltmonarchie oder Präsident der Vereinigten Staaten der globalisierten
Menschheit sein. Seine Macht hat er vom Drachen,m von Satan.

Die Christen zur Zeit Hitlers glaubten wie Papst Pius XII an eine dämonische Besessenheit Hitlers,
die jüdisch-christliche Märtyrerin Edith Stein nannte ihn den Antichrist, der katholische Dichter
Reinhold Schneiden nannte ihn den Dämon, Bonhoeffer sprach vom Schutz Satans für Hitler, der
alle Attentate wunderbar überlebt hatte.

3 Einer seiner Köpfe sah aus wie tödlich verwundet; aber die tödliche Wunde wurde geheilt. Und
die ganze Erde sah dem Tier staunend nach. 4 Die Menschen warfen sich vor dem Drachen nieder,
weil er seine Macht dem Tier gegeben hatte; und sie beteten das Tier an und sagten: Wer ist dem
Tier gleich und wer kann den Kampf mit ihm aufnehmen?

Der Antichrist ahmt Christus nach. Christus ward getötet und ist auferstanden. Der Antichrist ist der
Nachahmer Christi, ein Pseudo-Messias. Luther nannte Satan den Affen Gottes, der nur nachäffen
kann.
Vielleicht kommt ein Pseudo-Christus in der Zukunft. Die Buddhisten Asien und die Esoteriker
erwarten den wiederkommenden Buddha nahmens Lord Maitreya. New Age Leute warten auf das
Zeitalter des kosmischen Christus. Muslime warten auf die Wiederkunft des reinen Menschen Isa
oder Jesus, der in einem Endkrieg mit den muslimischen Armeen zusammen die „Ungläubigen“
vernichten wird und die Herrschaft des Islam auf der ganzen Erde verrichten wird Das sind alles
solche Pseudo-Christusse..

5 Und es wurde ermächtigt, mit seinem Maul anmaßende Worte und Lästerungen auszusprechen; es
wurde ihm Macht gegeben, dies zweiundvierzig Monate zu tun. 6 Das Tier öffnete sein Maul, um
Gott und seinen Namen zu lästern, seine Wohnung und alle, die im Himmel wohnen.

Der Antichrist wird zwar als Pseudo-Christus kommen, aber man wird merken, es Geistes Kind er
ist, denn er, das Werkzeug Satans, wird alles Hedilige, Gott und Christus lästern. Wo gibt es heute
schon Lästerungen des heiligen Gottes? Wo ist darin schon der Geist des Antichrist am Wirken?

7 Und es wurde ihm erlaubt, mit den Heiligen zu kämpfen und sie zu besiegen. Es wurde ihm auch
Macht gegeben über alle Stämme, Völker, Sprachen und Nationen. 8 Alle Bewohner der Erde fallen
nieder vor ihm: alle, deren Name nicht seit der Erschaffung der Welt geschrieben steht im
Lebensbuch des Lammes, das geschlachtet wurde. 9 Wer Ohren hat, der höre! 10 Wer zur
Gefangenschaft bestimmt ist, geht in die Gefangenschaft. Wer mit dem Schwert getötet werden soll,
wird mit dem Schwert getötet. Hier muss sich die Standhaftigkeit und die Glaubenstreue der
Heiligen bewähren.

Die Völker werden ihm mehrheitlich zujubeln, wie die Russen damals Lenin und die Deutschen
Hitler zugejubelt haben, darunter auch große Teile der Christen. Aber er wird Krieg führen gegen
die Heiligen, das bedeutet, er wird die wahrhaftigen Jünger Jesu mit Propaganda und Militanz
verfolgen. Diesen Geist des Antichrist sehen wir heute schon wirksam in der grausamen
Christenverfolgungen durch Kommunisten und islamistische Terroristen. Hier ist Mut gefordert,
Bereitschaft zum Martyrium. In Europa braucht es den Mut, zu einer verspotteten Minderheit zu
gehören und gegen den Strom des Zeitgeists zu schwimmen.

11 Und ich sah: Ein anderes Tier stieg aus der Erde herauf. Es hatte zwei Hörner wie ein Lamm und
redete wie ein Drache. 12 Die ganze Macht des ersten Tieres übte es vor dessen Augen aus. Es
brachte die Erde und ihre Bewohner dazu, das erste Tier anzubeten, dessen tödliche Wunde geheilt
war. 13 Es tat große Zeichen; sogar Feuer ließ es vor den Augen der Menschen vom Himmel auf die
Erde fallen. 14 Es verwirrte die Bewohner der Erde durch die Zeichen, die vor den Augen des
Tieres zu tun ihm gegeben war; es befahl den Bewohnern der Erde, ein Standbild zu errichten zu
Ehren des Tieres, das die Schwertwunde trug und doch wieder zum Leben kam. 15 Es wurde ihm
Macht gegeben, dem Standbild des Tieres Lebensgeist zu verleihen, sodass es auch sprechen konnte
und bewirkte, dass alle getötet wurden, die das Standbild des Tieres nicht anbeteten.

Diese Gestalt nennt man auch den falschen Propheten oder den Lügenpropheten des Antichrist.
Beide stehen im Dienst Satans. Der Lügenprophet ist eine charismatische Persönlichkeit von
hinreißender Beredsamkeit. Er ist sozusagen der Propagandaminister des Antichristen, wie
Goebbels bei Hitler. Er ist der Cef-Ideologe. Dem Lügenpropheten und dem Antichrist werden vom
Drachen Satan Macht gegeben, sogar Wunder zu tun, um die blinden Massen zu überzeugen. Auch
viele nicht gefestigte Christen lassen sich von der Beredsamkeit und den Wundern bewegen, den
Antichrist als Menschheitserlöser zu verehren.
Wo gibt es heute Propaganda, Ideologie und dämonische Beredsamkeit bei uns in Deutschland. In
George Orwells -roman Big Brother übernimmt der allgegenwärtige Fernseher die Aufgabe des
Propagandainstruments.

16 Die Kleinen und die Großen, die Reichen und die Armen, die Freien und die Sklaven, alle zwang
es, auf ihrer rechten Hand oder ihrer Stirn ein Kennzeichen anbringen zu lassen. 17 Kaufen oder
verkaufen konnte nur, wer das Kennzeichen trug: den Namen des Tieres oder die Zahl seines
Namens. 18 Hier ist die Weisheit. Wer Verstand hat, berechne den Zahlenwert des Tieres. Denn es
ist die Zahl eines Menschennamens; seine Zahl ist sechshundertsechsundsechzig (666).

Man könnte sich vorstellen, dass der Antichrist jedem Menschen einen Mikrochip einpflanzen lässt
mit der Zahl 666, und nur mit dem Mikrochip kann man dann noch bezahlen und steht gleichzeitig
unter totaler staatlicher Überwachung. Der Staat des Antichrist ist ein totalitärer
Überwachungsstaat, vor allem ohne Religionsfreiheit. Vielleicht gibt es eine synkretistische,
esoterische W4elteinheitsreligion, eine Mischung aus allen Religionen, aber das Bekenntnis zu
Jesus dem Herrn wird verboten sein.

Das Urbild des antichristlichen Werltherrschers war der römische Kaiser Nero, sein Name Neron
hat in der jüdischen Zahlenmystik der Zahlenwert 666. In der satanischen Rockmusik der 68er
Kulturrevolution gab es eine Gruppe namens Aphrodite‘s Child, deren Album hieß 666. Bei
Rockkonzerten werden die besoffenen Fans angeleiet, Sex-Sex-Sex zu brüllen, also insgeheim 666.
Einige weidsen darauf hin, dass der Buchstabe w der sechste des jüdischen Alphabets sei, also hieße
666 dann www, world-wide-web, aber das ist Spekulation. Man sagt, die Zahl 6 steht für die Welt,
also dreimal die sechs ist totale Vergötzung der Welt, rein innerweltliches Denken, eine Erlösung
ohne Gott.

DIE HURE BABYLON


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Kapitel 17

Die große Hure Babylon

1 Und es kam einer von den sieben Engeln, die die sieben Schalen hatten, redete mit mir und sprach
zu mir: Komm, ich will dir zeigen das Urteil der großen Hure, die da an vielen Wassern sitzt;
(Offenbarung 15.1) 2 mit welcher gehurt haben die Könige auf Erden; und die da wohnen auf
Erden, sind trunken geworden von dem Wein ihrer Hurerei.
3 Und er brachte mich im Geist in die Wüste. Und ich sah ein Weib sitzen auf einem
scharlachfarbenen Tier, das war voll Namen der Lästerung und hatte sieben Häupter und zehn
Hörner. 4 Und das Weib war bekleidet mit Purpur und Scharlach und übergoldet mit Gold und edlen
Steinen und Perlen und hatte einen goldenen Becher in der Hand, voll Greuel und Unsauberkeit
ihrer Hurerei, (Jeremia 51.7) 5 und an ihrer Stirn geschrieben einen Namen, ein Geheimnis: Die
große Babylon, die Mutter der Hurerei und aller Greuel auf Erden. 6 Und ich sah das Weib trunken
von dem Blut der Heiligen und von dem Blute der Zeugen Jesu. Und ich verwunderte mich sehr, da
ich sie sah. (Offenbarung 18.24)
7 Und der Engel spricht zu mir: Warum verwunderst du dich? Ich will dir sagen das Geheimnis
von dem Weibe und von dem Tier, das sie trägt und hat sieben Häupter und zehn Hörner. 8 Das Tier,
das du gesehen hast, ist gewesen und ist nicht und wird wiederkommen aus dem Abgrund und wird
fahren in die Verdammnis, und es werden sich verwundern, die auf Erden wohnen, deren Namen
nicht geschrieben stehen in dem Buch des Lebens von Anfang der Welt, wenn sie sehen das Tier,
daß es gewesen ist und nicht ist und dasein wird. 9 Hier ist der Sinn, der zur Weisheit gehört! Die
sieben Häupter sind sieben Berge, auf welchen das Weib sitzt, und sind sieben Könige.
(Offenbarung 13.18) 10 Fünf sind gefallen, und einer ist, und der andere ist noch nicht gekommen;
und wenn er kommt, muß er eine kleine Zeit bleiben. 11 Und das Tier, das gewesen und ist nicht,
das ist der achte und ist von den sieben und fährt in die Verdammnis. 12 Und die zehn Hörner, die
du gesehen hast, das sind zehn Könige, die das Reich noch nicht empfangen haben; aber wie
Könige werden sie eine Zeit Macht empfangen mit dem Tier. (Offenbarung 13.1) 13 Die haben eine
Meinung und werden ihre Kraft und Macht geben dem Tier. 14 Diese werden streiten mit dem
Lamm, und das Lamm wird sie überwinden (denn es ist der HERR aller Herren und der König aller
Könige) und mit ihm die Berufenen und Auserwählten und Gläubigen. (Offenbarung 19.14)
(Offenbarung 19.16)
15 Und er sprach zu mir: Die Wasser, die du gesehen hast, da die Hure sitzt, sind Völker und
Scharen und Heiden und Sprachen. (Jesaja 8.7) (Jeremia 47.2) 16 Und die zehn Hörner, die du
gesehen hast, und das Tier, die werden die Hure hassen und werden sie einsam machen und bloß
und werden ihr Fleisch essen und werden sie mit Feuer verbrennen. 17 Denn Gott hat's ihnen
gegeben in ihr Herz, zu tun seine Meinung und zu tun einerlei Meinung und zu geben ihr Reich dem
Tier, bis daß vollendet werden die Worte Gottes. 18 Und das Weib, das du gesehen hast, ist die
große Stadt, die das Reich hat über die Könige auf Erden. (Offenbarung 18.10)

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Offenbarung 18

Der Untergang Babylons

1 Nach diesem sah ich einen anderen Engel aus dem Himmel herabkommen, der große Macht1
hatte; und die Erde wurde von seiner Herrlichkeit erleuchtet. 2 Und er rief mit starker Stimme und
sprach: Gefallen, gefallen ist Babylon2, die Große, und ist eine Behausung von Dämonen geworden
und ein Gefängnis jedes unreinen Geistes und ein Gefängnis jedes unreinen und gehassten Vogels3.
3 Denn von dem Wein der Wut ihrer Unzucht4 haben alle Nationen getrunken, und die Könige der
Erde haben Unzucht mit ihr getrieben, und die Kaufleute der Erde sind durch die Kraft5 ihrer
Üppigkeit reich geworden. 4 Und ich hörte eine andere Stimme aus dem Himmel sagen: Geht aus
ihr hinaus, mein Volk, damit ihr nicht an ihren Sünden teilhabt und damit ihr nicht von ihren Plagen
empfangt! 5 Denn ihre Sünden sind aufgehäuft bis zum Himmel, und Gott hat ihrer
Ungerechtigkeiten gedacht. 6 Vergeltet ihr, wie auch sie vergolten hat, und verdoppelt es ihr doppelt
nach ihren Werken; mischt ihr den Kelch, den sie gemischt hat, doppelt! 7 Wie viel sie sich
verherrlicht hat und üppig gewesen ist, so viel Qual und Trauer gebt ihr! Denn sie spricht in ihrem
Herzen: Ich sitze als Königin, und Witwe bin ich nicht, und Traurigkeit werde ich nicht sehen. 8
Darum werden ihre Plagen an einem Tag kommen: Tod und Trauer und Hunger, und mit Feuer wird
sie verbrannt werden; denn stark ist der Herr, Gott, der sie gerichtet hat. 9 Und es werden um sie
weinen und wehklagen die Könige der Erde, die mit ihr Unzucht getrieben haben und üppig
gewesen sind, wenn sie den Rauch ihres Brandes sehen; 10 und sie werden aus Furcht vor ihrer
Qual weitab stehen und sagen: Wehe, wehe! Die große Stadt, Babylon, die starke Stadt! Denn in
einer Stunde6 ist dein Gericht gekommen. 11 Und die Kaufleute der Erde weinen und trauern um
sie, weil niemand mehr ihre Ware7 kauft: 12 Ware von Gold und Silber und Edelgestein und Perlen
und feiner Leinwand und Purpur und Seide und Scharlachstoff und alles Thujaholz und jedes Gerät
von Elfenbein und jedes Gerät von kostbarstem Holz und von Erz und Eisen und Marmor 13 und
Zimt und Haarbalsam und Räucherwerk und Salböl und Weihrauch und Wein und Öl und Feinmehl
und Weizen und Rinder und Schafe und von Pferden und von Wagen und von Leibeigenen8 und
Menschenseelen. 14 Und die Früchte, nach denen deine Seele begehrte, sind9 von dir gewichen,
und alle Pracht und Glanz sind dir verloren10, und man wird sie nie mehr finden. 15 Die Kaufleute
dieser Dinge, die an ihr reich geworden sind, werden aus Furcht vor ihrer Qual weitab stehen,
weinend und trauernd, 16 und werden sagen: Wehe, wehe! Die große Stadt, die bekleidet war mit
feiner Leinwand und Purpur und Scharlachstoff und übergoldet mit Gold und Edelgestein und
Perlen! 17 Denn in einer Stunde11 ist der so große Reichtum verwüstet worden. Und jeder
Steuermann und jeder Küstenfahrer und Schiffsleute und alle, die auf dem Meere beschäftigt sind,
standen weitab 18 und riefen, als sie den Rauch ihres Brandes sahen, und sprachen: Wer war der
großen Stadt gleich? 19 Und sie warfen Staub auf ihre Häupter und riefen weinend und trauernd
und sprachen: Wehe, wehe! Die große Stadt, in der alle, die Schiffe auf dem Meere hatten, reich
wurden von ihrer Kostbarkeit! Denn in einer Stunde12 ist sie verwüstet worden. 20 Sei fröhlich
über sie, du Himmel, und ihr Heiligen und Apostel und Propheten! Denn Gott hat für euch das
Urteil13 an ihr vollzogen. 21 Und ein starker Engel hob einen Stein auf wie einen großen Mühlstein
und warf ihn ins Meer und sprach: So wird Babylon, die große Stadt, mit Gewalt niedergeworfen
und nie mehr gefunden werden. 22 Und die Stimme der Harfensänger und Musiker und
Flötenspieler und Trompeter wird nie mehr in dir gehört und nie mehr ein Künstler irgendeiner
Kunst in dir gefunden und das Geräusch des Mühlsteins nie mehr in dir gehört werden, 23 und das
Licht einer Lampe wird nie mehr in dir scheinen und die Stimme von Bräutigam und Braut nie
mehr in dir gehört werden; denn deine Kaufleute waren die Großen der Erde; denn durch deine
Zauberei sind alle Nationen verführt worden. 24 Und in ihr wurde das Blut von Propheten und
Heiligen gefunden und von allen denen, die auf der Erde hingeschlachtet worden sind.

KOMMENTAR

1 Und es kam einer von den sieben Engeln, die die sieben Schalen hatten, redete mit mir und sprach
zu mir: Komm, ich will dir zeigen das Urteil der großen Hure, die da an vielen Wassern sitzt;
(Offenbarung 15.1) 2 mit welcher gehurt haben die Könige auf Erden; und die da wohnen auf
Erden, sind trunken geworden von dem Wein ihrer Hurerei.

Die Jungfrau Jerusalem ist das Bild der Kirche Christi. Ihr Gegenbild ist die Hure Babylon,
sozusagen die Gegen-Kirche des Antichrist. Ihr Sitz wird hier ‚Babylon genannt. Babylon war der
große Gegner Israels. Aber Babylon meint auch das heidnische Rom mit seinem Götzendient, der
Tempelprostitution der Venus und dem vergöttlichten Kaiser. Wie Jerusalem die Stadt und Kirche
Jesu ist, so ist Babylon die Stadt und Anti-Kirche des Antichrist. Das ist natürlich nicht das
christliche Rom oder die katholische Kirche, da diese den dreifaltigen Gott anbetet und den Herrn
Jesus, also keinen Götzendienst betreibt. Die Hure verführt die ganze Welt zum Götzendienst. Die
Anbetung falscher Götter wird universal sein, global.

3 Und er brachte mich im Geist in die Wüste. Und ich sah ein Weib sitzen auf einem
scharlachfarbenen Tier, das war voll Namen der Lästerung und hatte sieben Häupter und zehn
Hörner. 4 Und das Weib war bekleidet mit Purpur und Scharlach und übergoldet mit Gold und edlen
Steinen und Perlen und hatte einen goldenen Becher in der Hand, voll Greuel und Unsauberkeit
ihrer Hurerei, (Jeremia 51.7) 5 und an ihrer Stirn geschrieben einen Namen, ein Geheimnis: Die
große Babylon, die Mutter der Hurerei und aller Greuel auf Erden. 6 Und ich sah das Weib trunken
von dem Blut der Heiligen und von dem Blute der Zeugen Jesu. Und ich verwunderte mich sehr, da
ich sie sah. (Offenbarung 18.24)

Die Hure ist das Gegenbild zur Brautkirche, zur Jungfrau Maria (der apokalyptischen Frau) und der
himmlischen Jungfrau Jerusalem. Hure heißt sie, weil sie nicht Gott dem Herrn vermählt ist,
sondern Ehebruch mit falschen Göttern feiert. Jerusalem betet Jesus an, die Hure Babylon betet den
Satan an. Papst Franziskus sagte in seiner Antrittsrede: „Wer nicht den HERRN anbetet, der betet
den Teufel an.“ Die Hure ist geschmückt mit dem Reichtum der Errde. Dagegen die apokalyptische
Frau ist geschmückt mit dem himmlischen Licht Christi. Die Hure hat einen Becher mit dem Wein
der Unzucht in ihrer Hand. Gottlosigkeit und Sittenlosigkeit gehen immer Hand in Hand. Die Huren
von Rom trugen ein Stirnband mit ihrem Namen darauf. Johannes sieht die Hure und liest auf ihrer
Stirn den Namen Babylon. Damit war damals das kaiserlich-heidnische Rom gemeint. Aber es hilft
nicht weiter, an dem Wort Rom kleben zu bleiben und so zum Papsttum zu kommen. Heute kann
der Sitz des Antichristen auch New York oder Bangok sein. Es geht darum, zu erkennen, wo heute
sozusagen die Hauptstadt des Götzendienstes ist. Berlin nennt man die Hauptstadt des Atheismus.
Oder ist das die Hauptstadt von Nordkorea? Oder ist das Tokyo? Wo ist heute das Zentrum der
Gottlosigkeit und Sittenlosigkeit?

6 Und ich sah das Weib trunken von dem Blut der Heiligen und von dem Blute der Zeugen Jesu.
Und ich verwunderte mich sehr, da ich sie sah. (Offenbarung 18.24)
7 Und der Engel spricht zu mir: Warum verwunderst du dich? Ich will dir sagen das Geheimnis
von dem Weibe und von dem Tier, das sie trägt und hat sieben Häupter und zehn Hörner. 8 Das Tier,
das du gesehen hast, ist gewesen und ist nicht und wird wiederkommen aus dem Abgrund und wird
fahren in die Verdammnis, und es werden sich verwundern, die auf Erden wohnen, deren Namen
nicht geschrieben stehen in dem Buch des Lebens von Anfang der Welt, wenn sie sehen das Tier,
daß es gewesen ist und nicht ist und dasein wird.

Die Hure, das ist die Kirche Satans, ist besoffen vom Blut der Heiligen. Es gibt im 21. Jahrhundert
eine Ökumene des Blutes, wie Papst Franziskus sagt, es gibt nämlich katholische, orthodoxe,
evangelische und freikirchliche Märtyrer auf der ganzen Erde, besonders in kommunistischen und
islamischen Staaten. Der Antichrist, das Tier, ist der Affe Gottes, der Christus nachäfft, er war und
war nicht und kommt wieder, das äfft Christi Kreuz und Auferstehung nach. Da braucht es Weisheit
und Unterscheidungsgabe, den Pseudo-Messias vom wahrten Herrn Jesus zu unterscheiden. Das
heidnisch-kaiserliche Rom war eine Stadt der Unsittlichkeit und des Götzendienstes und der
Verfolgung der Kirche. Heute sehen wir im Abendland einen Abfall von Christus und der Kirche,
stattdessen werden falsche Götter wie Buddha oder Allah oder Luzifer angebetet und mit dem
Glaubensabfall ist auch die Sittenlosigkeit gekommen, millionenfache Abtreibung,
Kindesmissbrauch, Ehescheidung, freie Liebe, „nackte Mode“, Prostitution, Pornographie, Handel
mit Sexsklavinnen usw.

9 Hier ist der Sinn, der zur Weisheit gehört! Die sieben Häupter sind sieben Berge, auf welchen das
Weib sitzt, und sind sieben Könige. (Offenbarung 13.18) 10 Fünf sind gefallen, und einer ist, und
der andere ist noch nicht gekommen; und wenn er kommt, muß er eine kleine Zeit bleiben. 11 Und
das Tier, das gewesen und ist nicht, das ist der achte und ist von den sieben und fährt in die
Verdammnis. 12 Und die zehn Hörner, die du gesehen hast, das sind zehn Könige, die das Reich
noch nicht empfangen haben; aber wie Könige werden sie eine Zeit Macht empfangen mit dem Tier.
(Offenbarung 13.1) 13 Die haben eine Meinung und werden ihre Kraft und Macht geben dem Tier.
14 Diese werden streiten mit dem Lamm, und das Lamm wird sie überwinden (denn es ist der
HERR aller Herren und der König aller Könige) und mit ihm die Berufenen und Auserwählten und
Gläubigen. (Offenbarung 19.14) (Offenbarung 19.16)
15 Und er sprach zu mir: Die Wasser, die du gesehen hast, da die Hure sitzt, sind Völker und
Scharen und Heiden und Sprachen. (Jesaja 8.7) (Jeremia 47.2) 16 Und die zehn Hörner, die du
gesehen hast, und das Tier, die werden die Hure hassen und werden sie einsam machen und bloß
und werden ihr Fleisch essen und werden sie mit Feuer verbrennen. 17 Denn Gott hat's ihnen
gegeben in ihr Herz, zu tun seine Meinung und zu tun einerlei Meinung und zu geben ihr Reich dem
Tier, bis daß vollendet werden die Worte Gottes. 18 Und das Weib, das du gesehen hast, ist die
große Stadt, die das Reich hat über die Könige auf Erden. (Offenbarung 18.10)

Es gibt eine Art, den Text auf die damaligen Kaiser Roms zurück zu führen. Aber das hilft uns heute
nicht weiter. Nach verschiedenen antichristlichen Herrschern (sieben, also die Gesamtheit) kommt
der achte, DER Antichrist selbst. Das Prinzip des Antichrist ist, die Menschwerdung Gottes in Jesus
von Nazareth, dessen Kreuz und Auferstehung zu leugnen. Das finden wir im Koran, da Jesus
Gottessohnschaft und Kreuzigung geleugnet wird. Das finden wir auch bei modernen Theologen,
für die Jesus nichts mehr als ein guter Mensch ist. Das finden wir in der Esoterik, wo von dem
Christusgeist gesprochen wird, aber von seiner häufigen Wiedergeburt die Rede ist, nicht vom Sohn
Gottes und Mariens, nicht vom Gekreuzigten. Das sind alles antichristliche Jesusbilder.
Gefallen, gefallen ist Babylon2, die Große, und ist eine Behausung von Dämonen geworden und ein
Gefängnis jedes unreinen Geistes und ein Gefängnis jedes unreinen und gehassten Vogels3. 3 Denn
von dem Wein der Wut ihrer Unzucht4 haben alle Nationen getrunken, und die Könige der Erde
haben Unzucht mit ihr getrieben, und die Kaufleute der Erde sind durch die Kraft5 ihrer Üppigkeit
reich geworden.

Babylon, die Hure, wird zur Ruine, zu Trümmern, in denen nur noch Dämonen hausen. Und heute?
Woher kommt der große Glaubensabfall? Welche Propaganda hat dazu geführt? Und wo sehen wir
heute antichristliche und antikirchliche Propaganda. Man denke etwa an den Kommunismus oder
die 68er Kulturrevolution. Oder im Nationalismus, der die weltweite Christenheit ersetzen will
durch einen germanischen Nationalgott.

4 Und ich hörte eine andere Stimme aus dem Himmel sagen: Geht aus ihr hinaus, mein Volk, damit
ihr nicht an ihren Sünden teilhabt und damit ihr nicht von ihren Plagen empfangt! 5 Denn ihre
Sünden sind aufgehäuft bis zum Himmel, und Gott hat ihrer Ungerechtigkeiten gedacht. 6 Vergeltet
ihr, wie auch sie vergolten hat, und verdoppelt es ihr doppelt nach ihren Werken; mischt ihr den
Kelch, den sie gemischt hat, doppelt! 7 Wie viel sie sich verherrlicht hat und üppig gewesen ist, so
viel Qual und Trauer gebt ihr! Denn sie spricht in ihrem Herzen: Ich sitze als Königin, und Witwe
bin ich nicht, und Traurigkeit werde ich nicht sehen. 8 Darum werden ihre Plagen an einem Tag
kommen: Tod und Trauer und Hunger, und mit Feuer wird sie verbrannt werden; denn stark ist der
Herr, Gott, der sie gerichtet hat.

Die Christen sollen sich trennen von der Hure Babylon. Das heißt nicht, aus der katholischen oder
evangelischen Kirche auszutreten, sondern Christus und seiner Kirche treu zu sein und nicht
mitzumachen beim modernen Zeitgeist, beim Ungeist dieser Welt. Christen sollen kein Yoga
praktizieren oder Horoskope lesen. Christen sollen in heiliger Ehe oder keuscher Ehelosigkeit leben,
aber nicht bei der freien Liebe mitmachen. Christen sollen sich sittsam kleiden und nicht halbnackt
herumlaufen. Dafür werden die Christen dann (manchmal von der eigenen Familie) als
mittelalterlich, fundamentalistisch oder päpstlicher als der Papst bezeichnet. Aber es gilt Christus
und seiner Moral treu zu sein, auch wenn man dafür verspottet oder verfolgt wird.

Aber Babylon wird stürzen. Die Welt des Geldgottes stürzt ein in globalen Wirtschaftskrisen.
Machtzentren des Mammon werden vom Terrorismus zum Einsturz gebracht. Man redet von
Menschenrechten, aber tritt das Menschenrecht auf Leben im Fall von Millionen ungeborenen
Kindern mit Füßen. Die Strafe Gottes über die Welt wird kommen.

Der Untergang Babylons wird betrauert, erstens von den Königen, also den politischen
Machthabern, zweitens den Kaufleuten, also den Bankern und den Unternehmern, die den
Konsumismus und Materialismus förderten, und drittens von den Kapitänen. Alle, die von diesem
Götzendienst des Geldes, des Konsum, des Materialismus und der sexuellen Freizügigkeit profitiert
haben, werden trauern, denn sie sehen ihre Felle davon schwimmen.

20 Sei fröhlich über sie, du Himmel, und ihr Heiligen und Apostel und Propheten! Denn Gott hat
für euch das Urteil13 an ihr vollzogen. 21 Und ein starker Engel hob einen Stein auf wie einen
großen Mühlstein und warf ihn ins Meer und sprach: So wird Babylon, die große Stadt, mit Gewalt
niedergeworfen und nie mehr gefunden werden. 22 Und die Stimme der Harfensänger und Musiker
und Flötenspieler und Trompeter wird nie mehr in dir gehört und nie mehr ein Künstler irgendeiner
Kunst in dir gefunden und das Geräusch des Mühlsteins nie mehr in dir gehört werden, 23 und das
Licht einer Lampe wird nie mehr in dir scheinen und die Stimme von Bräutigam und Braut nie
mehr in dir gehört werden; denn deine Kaufleute waren die Großen der Erde; denn durch deine
Zauberei sind alle Nationen verführt worden. 24 Und in ihr wurde das Blut von Propheten und
Heiligen gefunden und von allen denen, die auf der Erde hingeschlachtet worden sind.
Babylon geht zugrunde, mit seiner politischen Macht, mit seinem Reichtum, mit seiner
Unsittlichkeit, mit seiner schlechten Kunst und allem Prunk. Dann jubeln die Heiligen der Kirche
Christi. Lasst uns dazu gehören! Lasst uns einstimmen in den Triumphgesang der Heiligen der
Kirche Christi: Am Ende wird siegen das Herz Jesu!

DIE HIMMLISCHE JERUSALEM

Offenbarung 21

Das Wohnen Gottes unter den Menschen

1 Dann sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde
sind vergangen, auch das Meer ist nicht mehr. 2 Ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von
Gott her aus dem Himmel herabkommen; sie war bereit wie eine Braut, die sich für ihren Mann
geschmückt hat. 3 Da hörte ich eine laute Stimme vom Thron her rufen: Seht, die Wohnung Gottes
unter den Menschen! Er wird in ihrer Mitte wohnen und sie werden sein Volk sein; und er, Gott,
wird bei ihnen sein.1 4 Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen: Der Tod wird nicht mehr
sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen. 5 Er, der auf
dem Thron saß, sprach: Seht, ich mache alles neu. Und er sagte: Schreib es auf, denn diese Worte
sind zuverlässig und wahr! 6 Er sagte zu mir: Sie sind geschehen. Ich bin das Alpha und das
Omega, der Anfang und das Ende. Wer durstig ist, den werde ich unentgeltlich aus der Quelle
trinken lassen, aus der das Wasser des Lebens strömt. 7 Wer siegt, wird dies als Anteil erhalten: Ich
werde sein Gott sein und er wird mein Sohn sein. 8 Aber die Feiglinge und Treulosen, die
Befleckten, die Mörder und Unzüchtigen, die Zauberer, Götzendiener und alle Lügner - ihr Los
wird der See von brennendem Schwefel sein. Dies ist der zweite Tod.

Das neue Jerusalem

9 Und es kam einer von den sieben Engeln, welche die sieben Schalen voll mit den sieben letzten
Plagen getragen hatten. Er sagte zu mir: Komm, ich will dir die Braut zeigen, die Frau des Lammes.
10 Da entrückte er mich im Geist auf einen großen, hohen Berg und zeigte mir die heilige Stadt
Jerusalem, wie sie von Gott her aus dem Himmel herabkam, 11 erfüllt von der Herrlichkeit Gottes.
Sie glänzte wie ein kostbarer Edelstein, wie ein kristallklarer Jaspis. 12 Die Stadt hat eine große und
hohe Mauer mit zwölf Toren und zwölf Engeln darauf. Auf die Tore sind Namen geschrieben: die
Namen der zwölf Stämme der Söhne Israels. 13 Im Osten hat die Stadt drei Tore und im Norden
drei Tore und im Süden drei Tore und im Westen drei Tore. 14 Die Mauer der Stadt hat zwölf
Grundsteine; auf ihnen stehen die zwölf Namen der zwölf Apostel des Lammes. 15 Und der Engel,
der zu mir sprach, hatte einen goldenen Messstab, um die Stadt, ihre Tore und ihre Mauer zu
messen. 16 Die Stadt war viereckig angelegt und ebenso lang wie breit. Er maß die Stadt mit dem
Messstab; ihre Länge, Breite und Höhe sind gleich: zwölftausend Stadien. 17 Und er maß ihre
Mauer; sie ist hundertvierundvierzig Ellen hoch nach Menschenmaß, das der Engel benutzt hatte.
18 Ihre Mauer ist aus Jaspis gebaut und die Stadt ist aus reinem Gold, wie aus reinem Glas. 19 Die
Grundsteine der Stadtmauer sind mit edlen Steinen aller Art geschmückt; der erste Grundstein ist
ein Jaspis, der zweite ein Saphir, der dritte ein Chalzedon, der vierte ein Smaragd, 20 der fünfte ein
Sardonyx, der sechste ein Sardion, der siebte ein Chrysolith, der achte ein Beryll, der neunte ein
Topas, der zehnte ein Chrysopras, der elfte ein Hyazinth, der zwölfte ein Amethyst. 21 Die zwölf
Tore sind zwölf Perlen; jedes der Tore besteht aus einer einzigen Perle. Die Straße der Stadt ist aus
reinem Gold, wie aus klarem Glas. 22 Einen Tempel sah ich nicht in der Stadt. Denn der Herr, ihr
Gott, der Herrscher über die ganze Schöpfung, ist ihr Tempel, er und das Lamm. 23 Die Stadt
braucht weder Sonne noch Mond, die ihr leuchten. Denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie und
ihre Leuchte ist das Lamm. 24 Die Völker werden in diesem Licht einhergehen und die Könige der
Erde werden ihre Pracht in die Stadt bringen. 25 Ihre Tore werden den ganzen Tag nicht
geschlossen - Nacht wird es dort nicht mehr geben. 26 Und man wird die Pracht und die
Kostbarkeiten der Völker in die Stadt bringen. 27 Aber nichts Unreines wird hineinkommen, keiner,
der Gräuel verübt und lügt. Nur die im Lebensbuch des Lammes eingetragen sind, werden
eingelassen.

Offenbarung 22

1 Und er zeigte mir einen Strom, das Wasser des Lebens, klar wie Kristall; er geht vom Thron
Gottes und des Lammes aus. 2 Zwischen der Straße der Stadt und dem Strom, hüben und drüben,
steht ein Baum des Lebens. Zwölfmal trägt er Früchte, jeden Monat gibt er seine Frucht; und die
Blätter des Baumes dienen zur Heilung der Völker. 3 Es wird nichts mehr geben, was der Fluch
Gottes trifft. Der Thron Gottes und des Lammes wird in der Stadt stehen und seine Knechte werden
ihm dienen. 4 Sie werden sein Angesicht schauen und sein Name ist auf ihre Stirn geschrieben. 5 Es
wird keine Nacht mehr geben und sie brauchen weder das Licht einer Lampe noch das Licht der
Sonne. Denn der Herr, ihr Gott, wird über ihnen leuchten und sie werden herrschen in alle Ewigkeit.

1 Dann sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde
sind vergangen, auch das Meer ist nicht mehr. 2 Ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von
Gott her aus dem Himmel herabkommen; sie war bereit wie eine Braut, die sich für ihren Mann
geschmückt hat. 3 Da hörte ich eine laute Stimme vom Thron her rufen: Seht, die Wohnung Gottes
unter den Menschen!

Wenn Jesus wiederkommt, gibt es eine neue Schöpfung, Himmel und Erde werden erfüllt sein von
der Gegenwart Gottes. Die himmlische Frau Jerusalem ist die Braut Jesu, die himmlische Kirche.
Gott wohnt mitten unter den Menschen.

Er wird in ihrer Mitte wohnen und sie werden sein Volk sein; und er, Gott, wird bei ihnen sein.1 4
Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen: Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine
Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen.

Es gibt kein Leid und keinen Tod mehr. Das ist, wie Petrus sagt, das Ziel unsres Glaubens: die
Glückseligkeit der Seelen.

9 Und es kam einer von den sieben Engeln, welche die sieben Schalen voll mit den sieben letzten
Plagen getragen hatten. Er sagte zu mir: Komm, ich will dir die Braut zeigen, die Frau des Lammes.
10 Da entrückte er mich im Geist auf einen großen, hohen Berg und zeigte mir die heilige Stadt
Jerusalem, wie sie von Gott her aus dem Himmel herabkam, 11 erfüllt von der Herrlichkeit Gottes.
Sie glänzte wie ein kostbarer Edelstein, wie ein kristallklarer Jaspis.

Jerusalem ist die Stadt Gottes, nicht eine irdische Stadt aus Steinen. Stadt bedeutet hier:
Gemeinschaft von vielen Menschen. Es ist die himmlische Kirche, bereit zur Hochzeit mit Jesus.
Hochzeit heißt Vereinigung. Die Seelen der himmlischen Kirche werden sich mit Gott vereinigen,
nicht in einer irdisch-fleischlichen Ehevereinigung vpon Mann und Frau, aber die Erlösten werden
ganz eins sein mit Gott.

22 Einen Tempel sah ich nicht in der Stadt. Denn der Herr, ihr Gott, der Herrscher über die ganze
Schöpfung, ist ihr Tempel, er und das Lamm. 23 Die Stadt braucht weder Sonne noch Mond, die ihr
leuchten. Denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie und ihre Leuchte ist das Lamm. 24 Die Völker
werden in diesem Licht einhergehen und die Könige der Erde werden ihre Pracht in die Stadt
bringen. 25 Ihre Tore werden den ganzen Tag nicht geschlossen - Nacht wird es dort nicht mehr
geben. 26 Und man wird die Pracht und die Kostbarkeiten der Völker in die Stadt bringen.

Auf Erden gibt es oft Krieg zwischen den Völkern. In der neuen Welt wewrden alle Völker in
Frieden mit einander leben. Alle bringen ihre geistigen und kulturellen Schätze zur Ehre Gottes und
zum Wohl aller ein. Nichts Gutes, Schönes und Wahres, was es auf Erden gab, geht im Himmel
verloren. In dieser neuen Welt ist alles Licht, nicht vergängliches Sonnen- und Mondlich, sondern
Gott selbst wird alles erleuchten.

1 Und er zeigte mir einen Strom, das Wasser des Lebens, klar wie Kristall; er geht vom Thron
Gottes und des Lammes aus. 2 Zwischen der Straße der Stadt und dem Strom, hüben und drüben,
steht ein Baum des Lebens. Zwölfmal trägt er Früchte, jeden Monat gibt er seine Frucht; und die
Blätter des Baumes dienen zur Heilung der Völker.

Gott und Christus sind uns nicht mehr verborgen, wie auf Erden, sondern sie leben mitten unter uns.
Gott mitten unter uns, Jahwe, Ich bin da, Immanuel, Gott ist mit uns, Jesus, siehe, ich bin beu euch
alle Tage. Wasser ist dem Orientalen ein Sinnbild von Leben und Fruchtbarkeit. Der Baum des
Lebens stand auch im Garten Eden. In der neuen Welt wird es wahres Leben geben, nicht nur ein
bloßes Existieren wie auf Erden, sondern, wie Jesus sagt: -fülle des Lebens, pralles Leben! Dort
sind alle Krankheiten geheilt, es gibt himmlische Gesundheit. Keiner hat Brustkrebs, keiner ist
schizophren, alle sind lebendig und gesund und glücklich und leben in der Gegenwart Gottes.

Der Thron Gottes und des Lammes wird in der Stadt stehen und seine Knechte werden ihm dienen.
4 Sie werden sein Angesicht schauen und sein Name ist auf ihre Stirn geschrieben. 5 Es wird keine
Nacht mehr geben und sie brauchen weder das Licht einer Lampe noch das Licht der Sonne. Denn
der Herr, ihr Gott, wird über ihnen leuchten und sie werden herrschen in alle Ewigkeit.

Gegenwart Gottes im Himmel heißt: Gott ist in uns, und wir sind in Gott. Gott ist alles in allen.
Paulus sagt: In Gott leben wir uns bewegen wir uns und sind wir. Alle Seelen und Völker sind
vereinigt in Gott. Jede einzelne Seele ist ganz erfüllt von Gottes Liebe und lebt sozusagen im Ozean
der göttlichen Liebe.

DER HIMMEL IN DEN ANDEREN RELIGIONEN

GERMANEN
Wer den friedlichen Tod im Bett, den Strohtod stirbt, gelangt ins Reich der Hel (Hölle). Wer den
Heldentod im Krieg stirbt, wird von den Walkyren, den himmlischen Schwanenjungfraun, nach
Walhalla gebracht, der himmlischen Burg Odins und Thors. Dort reiten sie am Tag und spielen
Krieg, und am Abend saufen sie Met zusammen.

BUDDHISMUS
Dass der Mensch ein ‚Individuum, eine Persönlichkeit ist, ist die Ursache seiner Leiden. Erlösung
ist das Erlöschen der Persönlichkeit, das Aufhören des Ich. Das ist das Nirvana, das Ziel der
Erlösung. Wie ein Tropfen sich im Meer auflöst, so löst sich das Ich auf im Zustand des Nichts. Um
diesen Zustand zu erreichen, sind viele Wiedergeburten möglich, wobei man auch als Pflanze oder
Tier wiedergeboren werden kann.

HINDUISMUS
Der Mensch wird nach dem Tod wiedergeboren als Pflanze, Tier oder Mensch. Wer aber endgültig
erlöst wird, der erkennt, dass der Geist des Menschen eins ist mit dem Geist Gottes. Das Paradies
stellen die Hindus sich sinnlich vor, mit männlichen Engelsliebhabern, den Gandharven, und
weiblichen Engelsnymphen, den Apsaras. Es wird ein Paradies der sinnlichen Liebe vorgestellt.

INDIANER
Die Indianer glaubten an eine Jenseitswelt, da ihre toten Ahnen lebten, eine Gegen-Erde, die
Ewigen Jagdgründe.

CHINESEN
Die alten Chinesen wie Konfuzius und Lao Tse sprachen nicht übers Jenseits. Allerdings glaubten
sie an die Unsterblichkeit der Seelen. Die Toten der Familie, die Ahnen, wurden im privaten
Ahnenkult verehrt, damit sie die Lebenden segnen. In der taoistischen Volksreligion stellt man sich
den Himmel vor wie eine sakrale Monarchie. Oberster Gott ist der Jadekaiser, dem viele Götter und
Geister als Beamte, als Mandarine dienen.

GRIECHEN
Der Philosoph Pytagoras, aus der Mathematik bekannt, glaubte an die Wiedergeburt. Sokrates
glaubte an die Unsterblichkeit der Seele. Platon glaubte an ein Totengericht, danach kommen die
Bösen in den Hades, die Mittelmäßigen werden zur Buße wiedergeboren und die Guten kommen
ins Elysium, wo sie die Ideen und die Gottheit schauen. Die meisten Griechen kannten nur den
Hades. Hades war der Gott der Unterwelt, in seinem Reich lebten die Toten als armselige Schatten
weiter. Die Griechen kannten eigentlich keine Erlösung vom Tode.

ISLAM
Wer Allah und Mohammed nicht gehorcht, kommt in die Hölle, ins ewige Feuer, an den Ort der
Qualen. Wer Allah und Mohammed gehorcht, darf hoffen, ins Paradies zu kommen, den Garten
Eden. Dort warten auf die männlichen Muslime die Huris, Paradiesjungfrauen, weibliche Engel,
zum ewigen Liebesakt. Himmlische Knaben bringen Wein (auf Erden verboten), der keinen
Kopfschmerz verursacht. Dazu gibt es gebratenes Geflügel und Limonensaft. Allah ist nicht
gegenwärtig im Paradies. Es gibt keine Begegnung oder gar Vereinigung der Seele mit Allah.

JUDENTUM
Im Alten Testament ging man überwiegend davon aus, dass die Toten im Scheol, dem Totenreich
leben, was kein erstrebenswerter Ort war. Allerdings sprachen einige Propheten auch von der
Auferstehung der Toten am Jüngsten Tag. Zur Zeit Jesu glaubten die Sadduzäer (die Priester) nicht
an die Auferstehung, die Pharisäer (die strengen Gesetzesfrommen) glaubten an eine Auferstehung
der Toten am Ende der Welt.