Sie sind auf Seite 1von 5

Prof. D. Salamon

Analysis I

MATH, PHYS, CHAB

HS 2014

Musterlösung Serie 3

(a)

1. Für x X gilt:

 

x

f 1 (A B) f(x) A B f(x) A f(x) B x f 1 (A) x f 1 (B)

 

x f 1 (A) f 1 (B)

und somit f 1 (A B) = f 1 (A) f 1 (B).

 

(b)

Die Aussage folgt mit

 

x

f 1 (A B) f(x) A B f(x) A f(x) B x f 1 (A) x f 1 (B)

 

x f 1 (A) f 1 (B).

(c)

Die Aussage folgt mit

 

x f 1 (A\B) f(x) A\B f(x) A f(x) / B x f 1 (A) x / f 1 (B)

 

x f 1 (A)\f 1 (B).

(a)

2. Sei z Z. Da g surjektiv ist, existiert y Y mit g(y) = z, und da f surjektiv ist, gibt es x X sodass f (x) = y gilt. Dann gilt aber (g f )(x) = g(y) = z und da z Z beliebig war ist g f surjektiv.

(b)

Seien x 1 = x 2 X. Da f injektiv ist folgt f (x 1 ) = f(x 2 ) und da g ebenfalls injektiv ist

folgt g(f (x 1 ))

in X und somit ist g f injektiv.

=

g(f (x 2 )). Insbesondere gilt (g f )(x 1 ) = (g f )(x 2 ) für alle x 1 = x 2

(c)

Sei z Z. Da g f surjektiv ist, gibt es ein x X sodass (g f )(x) = z. Insbesondere gilt g(f (x)) = z und folglich ist f (x) Y ein Urbild von z unter g. Da z beliebig war ist g surjektiv.

(d)

Wir beweisen die Behauptung indirekt und zeigen wenn f nicht injektiv ist, dann ist auch g f nicht injektiv. Dies ist formal äquivalent zu der Aussage aus der Aufgabe. Wenn f nicht injektiv ist, dann gibt es x 1 = x 2 sodass f (x 1 ) = f(x 2 ) gilt. Dann gilt

aber g(f (x 1 )) = g(f (x 2 )) ebenfalls nicht injektiv.

3. Bezeichnet mit

oder äquivalent (g f )(x 1 ) = (g f )(x 2 ). Also ist

(g f )

P 0 (N) := {M N | #M < ∞}

die Menge aller endlichen Teilmengen von N. Wir geben 3 verschiendene Beweise für die Behauptung, dass P 0 (N) gleich mächtig ist wie N.

Variante 1: Die Abbildung

φ : P 0 (N) N,

ist eine Bijektion (wobei φ() = 1).

φ({n 1 ,

1

, n k }) := 1 +

k

i=1

2 n i 1

Variante 2: Es gibt eine offensichtliche injektive Abbildung

N → P 0 (N),

n

{n}.

Umgekehrt können wir aber auch eine injektive Abbildung konstruieren via

P 0 (N) N,

{n 1 < n 2 <

< n k } →

k

i=1

p

n i

i

.) die Folge der Primzahlen in N bezeichnet. Wir haben also

injektive Abbildungen in beide Richtungen konstruiert und mit einem Satz aus der Vorlesung folgt dann, dass es auch eine bijektive Abbildung zwischen beiden Mengen. Insbesondere ist

also P 0 (N) gleich mächtig wie N.

wobei (p i ) iN = (2, 3, 5, 7, 11,

Variante 3: Bezeichne mit

P (k) (N) := {M N | #M = k}

die Menge der k-elementigen Teilmengen von N. Wir zeigen zunächst, dass P (k) (N) abzählbar unendlich ist.

Wir haben in der Vorlesung gesehen, dass die Produktmenge N k gleich mächtig ist wie N. Es gibt eine offensichtliche surjektive Abbildung

N k → P (k) (N),

(n 1 ,

, n k )

{n 1 ,

,

n k }

und mit einem Satz aus in der Vorlesung folgt, dass dann eine injektive Abbildung in die andere Richtung exisitiert, d.h. von P (k) (N) nach N k . Umgekehrt ist es aber leicht eine injektive N → P (k) (N) zu konstruieren, indem wir (k 1) Elemente fixieren und das letzte variieren lassen. Das liefert zum Beispiel die injektive Abbildung

N → P (k) ,

n

{1, 2,

, k 1, k + n}.

Da N k gleich mächtig ist wie N, folgt sofort, dass P (k) (N) abzählbar unendlich ist.

Nun gilt aber

P 0 (N) = P (k) (N).

k1

In der Vorlesung haben wir gesehen, dass eine abzählbare Vereinigung von abzählbaren Menge wieder abzählbar ist. Insbesondere ist also P 0 (N) abzählbar unendlich, d.h. gleich mächtig wie N.

4. Wir folgen den Tipps in der Aufgabe

(a)

Wir zeigen die Aussage mit Induktion. Da X nicht leer ist, gibt es ein Element x X und folglich eine 1-elementige Teilmenge {x} ⊂ X. Sei nun A(n) X eine n-elementige Teilmenge von X. Es kann nicht X = A(n) gelten, da andernfalls X genau n Elemente enthält und somit X eine endliche Menge wäre. Folglich ist X\A(n) nicht leer und wir können ein Element x n+1 X\A(n) auswählen. Dann ist A(n + 1) := A(n) ∪ {x n+1 } eine (n + 1)-elementige Teilmenge von X.

(b)

Mit Teil (a) folgt, dass für jedes k die Menge

A(2 k ) := {A X | #A = 2 k }

der 2 k -elementigen Teilmengen nicht leer ist. Es folgt mit aus dem Auswahlaxiom, dass auch die (abzählbare) Produktmenge

kN

A(2 k ) = {A : N 2 X | A(k) ∈ A(2 k )}

nicht leer ist. Ein Element A dieser Produktmenge enspricht gerade der gesuchten Abbildung.

2

(c)

Betrachte

S(k) := A(k)\ (A(1) A(2)

Es ist leicht zu sehen, dass

# (A(1) A(2)

und somit

A(k 1))

k1

i=1

A(k 1)) .

#A(i) =

k1

i=1

2 i = 2 k 1.

#S(k)

#A(k) # (A(1) A(2)

A(k 1)) 2 k (2 k 1) 1.

Folgich ist S(k) eine nicht leere Teilmenge von X. Wie in Teil (b) folgt mit dem Aus- wahlaxiom, dass die (abzählbare) Produktmenge

kN

S(k) = {f : N X | f(k) S(k)}.

nicht leer ist. Ein Element f aus dieser Produktmenge entspricht der gewünschten Abbildung.

(d) Sei k < n. Dann gilt nach Konstruktion f (k) S(k) A(k), sowie f (n) S(n)

X\A(k). Insbesondere also f (n)

= f (k) und da k < n beliebig waren, ist f injektiv.

5. (a) Sei (a n ) nN ∈ {0, 1} N eine binäre Folge. Wir zeigen, dass die Intervalle

(b)

(c)

I n := I(a 1 ,

,

a n )

eine Intervallschachtelung bilden. Die Intervalle I n sind kompakt und I n+1 I n enst- spricht der linken bzw. rechten Hälfte des Intervalls I n , jenachdem ob a n+1 = 0 oder a n+1 = 1 ist. Des weiteren gilt |I n | = 2 n und nach einem Satz aus der Vorlesung gibt es für alle > 0 ein n 0 N , sodass |I n | = 2 n < für alle n > n 0 . Also bilden die Intervalle eine Intervallschachtelung. In der Vorlesung haben wir gesehen, dass jede Intervallschachtelung eine eindeutige reelle Zahl enthält. Diese Zahl ist nach Definition g((a n ) nN ) und folglich ist g wohlde- finiert.

Sei a [0, 1] gegeben. Definiere a 0 := 0 sowie

a n+1 := 0

1

falls a falls a >

n

j=0

n

j=0

a

2

a

2

j

j

j

j

+

+

1

2 n+1

1

2 n+1 .

dann gilt g((a n ) nN ) = a. Anschaulich passiert bei dieser Konstruktion folgendes: Sei I 0 = [0, 1], wenn a in der linken Hälfte liegt wählen wir a 1 = 0 und wenn a in der rechten Hälfte liegt wählen wir a 1 = 1. Das garantiert uns, dass a I 1 = I(a 1 ) gilt. Induktiv wählen wir dann a n+1 = 0, falls a in der linken Hälfte des Intervalls I n liegt und andernfalls a n+1 = 1. Dann liegt a n+1 I n+1 und wir können die Konstruktion iterieren.

Falls in der Konstruktion aus Teil (b) irgendwann a genau der Mittelpunkt von I n ist, dann ist unsere Konstruktion nicht mehr eindeutig. Wir haben uns in Teil (b) dafür entschieden in diesem Fall a n+1 = 0 zu wählen. Wir hätten statt dessen in solchen Fälle auch a n+1 = 1 wählen können. Das führt dann zu einer alternativen Darstellung. Konkret betrachte a = 1 2 . Dann gilt

g((0, 0, 1, 1, 1, 1, 1,

.)) = 1 2 = g((0, 1, 0, 0, 0, 0, 0,

.)).

Insbesondere ist g also surjektiv, aber nicht injektiv.

3

6.

(a)

(b)

(c)

(d)

(4 + 3i)(2 i) = 8 4i + 6i + 3 =

11 + 2i

(2 i) 3 = (4 4i 1)(2 i) = (3 4i)(2 i)

= 6 3i 8i 4 = 2 11i

4 + 3i

= (4 + 3i)(2 + i)

= 5 + 10i

2 i

(2 i)(2 + i)

5

= 1 + 2i

2 i 4 +

(2 i)(4 3i)

3i) = 5 10i

25

1

5 2

(4 + 3i)(4

3i =

=

5 i

(e) Wir berechnen zunächst allgemein für a, b R mit der binomischen Formel (oder alternativ durch explizites ausmultiplizieren):

(a + ib) 3 = (a 3 3ab 2 ) + (3a 2 b b 3 )i

Also erfüllt z = a + bi die Gleichung z 3 = i genau dann, wenn

a 3 3ab 2 = 0

und

3a 2 b b 3 = 1.

Die erste Gleichung is äquivalent zu a(a 2 3b 2 ) = 0 und ist erfüllt falls a = 0 oder a 2 3b 2 = 0. Im Fall a = 0 vereinfacht sich die zweite Gleichung zu b 3 = 1 und wir erhalten als Lösung z = i. Im zweiten Fall liefert die zweite Gleichung

1 = b(3a 2 b 2 ) = b(9b 2 b 2 ) = 8b 3

. 2
.
2

und somit b = 1 2 . Aus der Bedingung a 2 = 3b 2 folgt dann a = ± 3

a 2 = 3 b 2 folgt dann a = ± √ 3 Die Gleichung hat

Die Gleichung hat also die drei Lösungen: z = i, z = 2 3 + 2 i, z = 1 2 3 + 1 2 i.

1

1

(f) Wir berechnen für allgemeine a, b R und z = a + bi:

z 2 + 3 + 4i

= (a 2 b 2 + 3) + (2ab + 4)i

Also erfüllt z die Gleichung z 2 + 3 + 4i = 0 genau dann, wenn

a 2 b 2 + 3 = 0,

2ab + 4 = 0

Die zweite Gleichung kann nur gelten wenn a = 0 = b und b = 2/a gilt. Dann liefert die erste Gleichung

a 2 4 1 2 + 3 = 0 (a 2 ) 2 + 3a 2 4 = 0

a

a 2 = 3 ± 9 + 16

2

= 3 ± 5

2

Da a reell ist, haben wir a 2 0 und somit liefert die obere Rechnung a 2 = 1, bzw. a = ±1. Einsetzen in die Gleichung b = 2/a liefert dann b = 2 und somit die Lösungen z = a + ib = ±(1 2i).

7. Wir schreiben komplexe Zahlen als z = x + iy.

(a)

Der senkrechte Streifen zwischen x = 0 und x = 1.

(b)

Die Parabel y 2 = 2x + 1

4

(c)

Wir berechnen explizit die linke Seite als Ausdruck in x und y:

(d)

(e)

(f)

z

z + 1

2 =

|z| 2 1| 2 = |z +

x 2 + y 2 x 2 + 2x + 1 + y 2

Die Gleichung ist damit äquivalent zu

4(x 2 + 2x + 1 + y 2 ) = x 2 + y 2

3x 2 + 8x + 4 + 3y 2 = 0

3 x + 4 2 4 + 3y 2 = 0

3

3

x + 4 2 + y 2 = 4

9

3

=

2 3 2

Die Lösungsmenge ist also der Kreis mit Radius 2/3 um den Punkt 4/3 + 0i in der komplexen Zahlenebene.

Wenn wir die Gleichung explizit in x und y ausdrücken, erhalten wir:

(x 2) 2 + y 2 + (x + 2) 2 + y 2 = 5

durch zweimaliges quadrieren erhalten wir

(x 2) 2 + y 2 = 25 10 (x + 2) 2 + y 2 + (x + 2) 2 + y 2

8x + 25 = 10 (x + 2) 2 + y 2

64x 2 + 400x + 625 = 100(x 2 + 4x + 4 + y 2 )

(6x) 2 + (10y) 2 = 15 2 .

Die Lösungsmenge liegt also auf der Ellipse (6x) 2 + (10y) 2 = 15 2 . Umgekehrt gilt, wenn (x, y) die ursprüngliche Gleichung erfüllt, dann erfüllen alle 4 Punkte (±x, ±y) ebenfalls die Gleichung. Wir können also x 0 annehmen und dann gilt in obiger Rechnung auch die Rückrichtung. Somit liefert jeder Punkt auf dieser Ellipse auch eine Lösung der ursprünglichen Gleichung. Geometrisch sind 2 und +2 die Brennpunkte der Ellipse und die Summe der beiden Abstände eines Punktes auf der Ellipse zu den beiden Brennpunkten ist jeweils 5.

Da der Betrag einer komplexen Zahl reell ist gilt trivialer weise für alle z C\{−1}

z

z

i

+ 1

R

Im

z

i

z

+ 1

= 0.

Die Lösungsmenge ist somit die gesammte komplexe Ebene.

Die Gleichung ist äquivalent zu:

|z i| 2 = |z + 1| 2 x 2 + (y 1) 2 = (x + 1) 2 + y 2 ⇔ −2y = 2x

Die Lösungsmenge ist also die Gerade y = x.

5