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Vergewaltigt und kastriert !

Der Inn bei Pontlatz: zutode-vergewaltigt: Staumauer quer über den Inn und
Ableitung des ganzen Flusses durch den Berg.
Unterhalb: kaum noch den Anschein eines Fließgewässers !
Zutode kastriert: Einsparung einer Fischleiter = Durchtrennung des Samenleiters-
Kein Fisch gelangt von unterhalb nach oberhalb.

Der Inn bei Pradella und Martina: zutode- vergewaltigt: Wasserschwall—


entweder zuwenig Wasser, so daß Fischlaich und Futtertierchen verdorren oder der
meterhohe Wasserschwall, der alles mit sich fortreißt, sogar die Nistplätze der
Wasseramsel, die hier so überaus zahlreich daheim war !

Radurschl- und Sadererbach: zutode vergewaltigt und zutode kastriert: Wasser


oben und unten auf Null abgedreht . in den beiden einst überaus fischreichen
Bächen kein Fischlein mehr, wenn man es nicht vorher hineinwirft !

Bach- und Innufer „Enteignet „ ! Ohne ein Wort darüber zu verlieren oder gar
einen Schilling dafür zu bezahlen, hat man uns den Erholungsraum dem Bach und
dem Inn entlang einfach weggenommen.
Kein Kind kann am Bach- oder Innrufer spielen, kein Erwachsener kann im der
Sonne, im Sand ein Schläfchen riskieren und die Angler müssen höllisch aufpassen,
daß der meterhoch daherschießende Wasserschwall sie nicht mitfort reißt !
Mit dem Aufstellen der gelben Tafeln hat man sich aller Verantwortung entzogen !

Der Gipfel der hemmungslosen Rücksichtslossigkeit aber war wohl der


Vorschlag, den man uns vor Jahren unterbreitete :

6 Kubikmeter pro Sekunde verbleiben im Flußbett als Restwasser, 9o


Kubikmeter werden durch den Berg abgeleiet !
Im Gutachten, das die Verbund in Auftrag gegeben hatte, heißt es sinngemäß:
Der Inn wird immerhin noch den Anschein eines Fließgewässers haben !
Die Luftfeuchtigkeit wird verschwinden, weil dem Fluß die Masse fehlt und die
Fließgeschwindigkeit und die Lebendigkeit !
Die Ufergehölze als Speicher der Luftfeuchtigkeit werden absterben !
Der Inn wird im Winter zufrieren, die Fische verenden.
1o Jahre Bauzeit mit ihrem erhöhten Verkehrsaufkommen , mit ihrem Dreck,
Gestank und Lärm, werden dem Fremdenverkehr nicht dienlich sein !
Ich füge hinzu: das elende Bächlein im großen Flußbett, beiderseits die riesigen
nackten, toten Schotterhalden und Sandbänke, die des Hochwassers wegen - wie
Ing. Roittinger von der Verbund mir sagte, nie und nimmer mit Stauden oder Bäumen
verwachsen , werden sich bei Sonnenschein aufheizen und nachts die Hitze an die
Umgebung abgeben- und das in unserer trockensten und niederschlagsärmsten
Gegend der Republik! Die Gäste, die unser Tal kennen, werden beim Anblick der
Verwüstung erschrecken , das nunmehr zu heiße und zu trockene Klima wird das
seine dazutun, und sie werden unserem Tal den Rücken kehren !
Na dann, Gute Nacht !

Rudolf Permann, Pfunds, am 1.4.o5

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