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Erhebung der Wassergüte in Österreich – Jahresbericht 2004 195

D/6 HYDROGEOLOGISCHE KARTE ÖSTERREICHS


1:500.000

Im Jahr 2003 wurde an der Geologischen Bun- Vordergrund, sondern vielmehr Eigenschaften
desanstalt die „Hydrogeologische Karte von Ös- wie Lithologie, Ergiebigkeit des Grundwasserlei-
terreich 1:500.000“ mit finanzieller Unterstützung ters etc.
des Bundesministeriums für Land- und Forstwirt-
Der Inhalt der vorliegenden Karte lehnt sich stark
schaft, Umwelt und Wasserwirtschaft
an die für hydrogeologische Übersichtskarten
(http://geoinfo.lebensministerium.at/) fertig ge-
konzipierte „International Standard Legend“
stellt. Eine vereinfachte Version dieser hydrogeo-
(STRUCKMEIER & MARGAT 1995) an. Der geo-
logischen Karte im Maßstab 1:1,000.000 ist be-
logische Inhalt (Lithologie, tektonische Linien)
reits im „Digitalen Hydrologischen Atlas Öster-
wurde großteils von der geologischen Basiskarte
reichs – 1. Lieferung“ im März 2003 erschienen
der „Metallogenetischen Karte von Österreich
(erhältlich im Österreichischen Kunst- und Kultur-
1:500.000“ (WEBER et al. 1997) übernommen. In
verlag, office@kunstundkulturverlag.at).
einigen Gebieten war es jedoch notwendig, an
Der Vertrieb der Karte im Maßstab 1:500.000 – den geologischen Inhalten der Metallogeneti-
ihr sind auf umfangreiche Erläuterungen und eine schen Karte Ergänzungen vorzunehmen. Dies
CD beigelegt – erfolgt über den Verlag der Geo- betrifft vor allem Gebiete, in denen Karbonatge-
logischen Bundesanstalt (verlag@geolba.ac.at). steine auftreten, die aufgrund ihrer Verkarstungs-
fähigkeit für die Grundwasserführung von beson-
derer Bedeutung sind. So wurden beispielsweise
Ziel der „Hydrogeologischen Karte von Österreich die Nördlichen Kalkalpen, die Gailtaler Alpen und
1:500.000“ ist es, einen aktuellen Überblick über die Karawanken völlig überarbeitet und in diesen
die unterirdischen Wasserverhältnisse in unse- die größeren zusammenhängenden Kalk- und
rem Bundesgebiet zu vermitteln. Für die Was- Dolomitareale sowie die mächtigeren Stauhori-
sergüteerhebung kann die Karte wichtige Basis- zonte hervorgehoben. Die hydrologischen und
informationen zur Interpretation der erhobenen wasserwirtschaftlich relevanten Inhalte der Karte
hydrochemischen Daten liefern. sind das Ergebnis einer umfangreichen Literatur-
recherche.
Die Hydrogeologie kann als das Bindeglied zwi-
schen der Geologie und der Hydrologie bzw.
Wasserwirtschaft betrachtet werden. Hydrogeo-
Konkret weist die vorliegende Karte folgende In-
logische Karten reflektieren diesen Übergangs-
halte auf:
charakter, indem sie sowohl geologische als
auch hydrologische bzw. wasserwirtschaftliche 1) Aquifertypen und Lithologie
Informationen beinhalten. Dementsprechend ist
Basierend auf der Art des Grundwasserleiters
bei ihren geologischen Inhalten die Darstel-
(Poren-, Karst- oder Kluftgrundwasser), seiner
lungsweise auf eine rasche Erkennbarkeit der für
Ergiebigkeit und seiner Ausdehnung werden fünf
die Grundwasserführung relevanten Faktoren
Aquifertypen unterschieden: jeweils zwei
ausgerichtet. Es stehen also weniger stra-
tigraphische oder tektonische Gesichtspunkte im
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Abb. D/6-1: Ausschnitt aus der „Hydrogeologischen Karte von Österreich


1:500.000“. Der Inhalt wird im Textteil kurz erläutert.

Typen von ergiebigen Porengrundwasserleitern reichweite Darstellung von Karbonatgesteinsvor-


und verkarstungsfähigen Grundwasserleitern kommen und Hinweise auf Evaporitvorkommen
(Kluft- und Karstgrundwasser) und ein Typ mit (Sulfat, Halit).
unergiebigen Grundwasservorkommen (Poren-,
Kluft- oder Karstgrundwasser). Innerhalb der
Aquifertypen werden in Summe 18 Litholo- 2) Tektonische Linien
gieklassen durch unterschiedliche Farben aus-
gewiesen. Die ergiebigen Porengrundwässer Dargestellt werden Störungen im Allgemeinen
werden in Anlehnung an die Standardlegende und Deckengrenzen.
von STRUCKMEIER & MARGAT 1995 in blauen
Farben, die ergiebigen verkarstungsfähigen
Grundwasserleiter in diversen Grüntönen und 3) Spezielle Darstellungen
Gebiete mit gering ergiebigen Grundwasservor-
kommen in bräunlichen bis rötlichen Farbtönen Zu diesen zählen Quellen (in der Karte als blaue
gehalten. Für den Lösungsinhalt der Grundwäs- Kreise), Wasserwerke (rote Quadrate), artesi-
ser und damit auch für die Wassergüte von be- sche Brunnen (rote Punkte) und Vorkommen von
sonderem Interesse ist hier vor allem die öster- Mineral- und Thermalwasser (orange Symbole).
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Bei den Quellen und Wasserwerken wird die Er- braun die Schiefer und Phyllite der Schieferhülle
giebigkeit mittels der Symbolgröße unterschie- und in Rot der Zentralgneis des Ankogel–
den, sie fanden erst ab etwa 10 l/s mittlere Schüt- Hochalm- und Sonnblickkerns). Grünliche Farben
tung bzw. Leistung Aufnahme in die Karte. weisen die Vorkommen von Karbonatgesteinen
auf – aus dem Kartenausschnitt geht deutlich
Die vorangestellte Abbildung (Abb. D/6-1) zeigt
hervor, dass auch im Bereich der Schieferhülle
einen Kartenausschnitt im Bereich Hohe Tauern,
des Tauernfensters zahlreiche verkarstungsfähi-
Kreuzeck, Gailtaler Alpen und Karnische Alpen
ge Karbonatgesteinszüge auftreten. Die schotter-
soll einen Eindruck vom Inhalt der hydrogeologi-
führenden Talfüllungen sind hellblau.
schen Karte vermitteln. In bräunlichen und rötli-
chen Farben sind die gering wasserleitenden
Gesteinszüge gehalten (z. B. im Norden in Hell-

LITERATUR
STRUCKMEIER W. F. & MARGAT J. 1995: Hydrogeological Maps. A Guide and a Standard Legend.
– International Contributions to Hydrology, 17, Heise, Hannover.
WEBER L. (Red.) 1997: Metallogenetische Karte von Österreich 1:500.000 unter Einbeziehung der
Industrieminerale und Energierohstoffe. – Geologische Bundesanstalt, Wien.