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Die Rekonstruktion der Lage des Drususkanals

(Fossa Drusiana)
Joannes Richter

Abstract
In order to localize the position of the Drusus' channel we may use the tombstone of the legionary
soldier Marcus Mallius, who had been buried in the Carvium castle at the dyke. According to
Wikipedia however the localisation of the Drusus' channel remains undetermined.
The Drusus' channel allowed the Roman soldiers to quickly transport people and goods to the
northern coastlines in hostile territories.
Using these boundary conditions I tried to reconstruct the position of the Drusus' channel and
started at the strange street-names Helstraat and Helhoek in the town Groessen.
In the published map the concept for Drusus' channel follows two small creeks Zevenaarsche
Wetering“ and „Zwalm“, which are marking the lowest locations for water drainage.
In fact the Romans may have chosen for the straight line connection between the old Rhine and the
ancient town Doesburg, where the canal is connected to the old IJssel.

Zusammenfassung
Zur Ortung des Drususkanals (Fossa Drusiana) benutzt man den Grabstein eines Legionairs Marcus
Mallius, der laut Inschrift in Carvium am Damm bestattet wurde.
Als genaue Lage „am Damm im Kohortenkastells Carvium“ wird das moderne Zevenaar-Herwen
genannt. Carvium ist ein römisches Kastell am Niedergermanischen Limes. In Wikipedia ist die
genaue Lage des Kanals jedoch nicht bekannt.
Der Kanal von Drusus erlaubte es die Römische Truppen im feindlichen Territorium durch den
Flevo-See in das Wattenmeer an der Nordküste zu transportieren. Diese Option wurde auch 20 Jahre
später noch vom Feldherrn Germanicus benutzt. Der Drususkanal bildet heute noch den Oberlauf
des Flusses Ijssel.
Ausgehend von dieses Angaben versuche ich die Lage des Drususkanals zu rekonstruieren. Dabei
fielen mir im Städtchen Groessen zwei Straßennamen auf: Helstraat und Helhoek.
Aus der Studie der Hellstraßen war mit klar dass der Name „Hell“ und „Heil“ in Straßennamen oft
mit besonders fruchtbaren Äckern und Lößböden zusammenhängt. An dieser Stelle wurden im
Mittelalter viele Deichdurchbrüche verzeichnet.
In einer Google Maps Karte “Konzept für den Drususkanal” vervollständige ich die ideale
Kanalführung entlang einer kleinen Wasserführung „Zevenaarsche Wetering“ und „Zwalm“, der
weiter nördlich in die neue IJssel mündet.
An der Nordostseite wechselte die eingedeichte Niederung1 in eine große, willkürlich umrissene
Fläche einer „Gemeinen Hütung“, wo sich bei einem Durchbruch des Uferrands ein sogenannter
Flussspaltenansatz2 gebildet hatte.
Es ist möglich und wahrscheinlich, dass die Römer eine schnurgerade Kanalstrecke zwischen der
Helstraat (Hellstraße) und der Mündung in die IJssel bei Doesburg gewählt haben.

1 Woerd - In de betekenis van ‘laaggelegen omdijkt land’ voor het eerst aangetroffen in het jaar 850 [2]
2 Crevasse – ein von einem Fluss gebildeter Ansatz zum Durchbruch, der nicht sich nicht durchgesetzt hat.
Der Grabstein des Legionairs Marcus Mallius
Zur Ortung des Drususkanals (Fossa Drusiana) benutzt man den Grabstein eines Legionairs Marcus
Mallius, der laut Inschrift in Carvium am Damm bestattet wurde:

„Marcus Mallius, Sohn des Marcus, aus der Tribus Galeria, aus Genua, Soldat der 1.
Legion, aus der Zenturie des Ruso, 35 Jahre alt, 16 Dienstjahre, ist in Carvium am
Damm bestattet. Gemäß seinem Testament haben seine beiden Erben diesen Grabstein
errichtet.“ 3.[2]

Als genaue Lage „am Damm im Kohortenkastells Carvium“ wird das moderne Zevenaar-Herwen
genannt. Carvium ist ein römisches Kastell am Niedergermanischen Limes. In Wikipedia ist die
genaue Lage des Kanals jedoch nicht bekannt.
Es wird allgemein angenommen, dass der Kanal den Rhein bei Arnheim mit der IJssel bei
Doesburg verband und heute unter dem Namen Gelderse IJssel bekannt ist. Neuere
Forschung scheint aber nachzuweisen, dass der IJsselabschnitt zwischen Arnheim und
Doesburg erst im frühen Mittelalter entstanden ist. Auch die Utrechtsche Vecht zwischen
Utrecht und dem Lacum Flevo kommt als Teil der Fossa Drusiana in Frage. Nach einer
neueren Theorie wird von einem zweiten Kanal ausgegangen, der vom Lacum Flevo zum
Wattenmeer führte. Tatsächlich entstand rund um die Zeitenwende erstmals eine Verbindung
zwischen Lacum Flevo und dem Wattenmeer. Weiterhin wird heute in Betracht gezogen,
dass die Lange Renne ehemals ein Teil dieses Kanalsystems war. 4.
Im Dam (moles) en kanaal van Drusus (fossa Drusiana), cultuurwijzer.nl (2004) werden (in
Niederländisch) Details zum Damm (Latein: moles) und Kanal von Drusus (Latein: fossa Drusiana)
dokumentiert.
• Der Damm mit dem Zweck der Wasserdosierung soll sich an der Trennung vom damaligen
Rhein und Waal befunden haben. Die Römer haben jedoch mehr als einem Damm gebaut
und Flüsse wechselten regelmäßig ihren Lauf.
• Als Stiefsohn des römischen Kaisers Augustus (27 v. Chr. - 14 n. Chr) war Drusus zuständig
für die Militäroperationen im Rheinbereich.
• Der Kanal von Drusus erlaubte es die Römische Truppen im feindlichen Territorium durch
den Flevo-See in das Wattenmeer an der Nordküste zu transportieren. Diese Option wurde
auch 20 Jahre später noch vom Feldherrn Germanicus benutzt. Der Drususkanal bildet heute
noch den Oberlauf des Flusses IJssel.
• Um 12 v. Chr. bauten die Soldaten des Drusus einen Damm in der Nähe des modernen
Städtchen Tolkamer.
• Um 55 n. Chr. erweiterten die Römer die Grenzbefestigungen (Limes). Der Damm wurde
ebenso wie die Kastelle um 70 n. Chr. vom aufständischen Bataven Iulius Civilis verwüstet.
Kurz danach haben die Römer der Damm wieder aufgebaut.

3 Der Grabstein befindet sich lt. Deutscher Information (in Carvium) heute im Museum Het Valkhof in Nimwegen. In
der niederländischen Dokumentation (Dam (moles) en kanaal van Drusus (fossa Drusiana), cultuurwijzer.nl (2004)
wird dagegen (vielleicht als Kopie?) das Arnheimer Museum als Aufbewahrungsort erwähnt.
4 Moderne Forschung (Fossa Drusiana)
Hellstraßen
Ausgehend von dieses Angaben versuche ich die Lage des Drususkanals zu rekonstruieren. Dabei
fielen mir im Städtchen Groessen zwei Straßennamen auf: Helstraat und Helhoek.
Aus der Studie der Hellstraßen war mit klar dass der Name „Hell“ und „Heil“ in Straßennamen oft
mit besonders fruchtbaren Äckern und Lößböden zusammenhängt. An dieser Stelle wurden im
Mittelalter viele Deichdurchbrüche verzeichnet.
In einer Google Maps Karte “Konzept für den Drususkanal” vervollständige ich die ideale
Kanalführung entlang einer kleinen Wasserführung „Zevenaarsche Wetering“ und „Zwalm“, der
weiter nördlich in die neue IJssel mündet.

Der Durchbruch des Uferrands

1 Die14,5 km lange Strecke des Drususkanals (fossa Drusiana) mit der


Helstraat und Helhoek zwischen dem Alten Rhein und Alter Ijssel (Oude IJssel)
bei Doesburg (aus der Google Maps Karte)
Eingedeichte Niederung
An der Nordostseite (von Groessen) wechselte die eingedeichte Niederung 5 in eine
große, willkürlich umrissene Fläche einer „Gemeinen Hütung“, wo sich bei einem
Durchbruch des Uferrands ein sogenannter Flussspaltenansatz6 gebildet hatte. Diese
Fläche wurde an der Nordseite begrenzt von der Heiliglanderstraße und an der Südseite
von der Leuvenerstraße in Richtung des Dorfes Leuven7). Eine östliche Abzweigung –
später Kamerstraße genannt – führte vorbei am Rittergut Beereclauw (Bärenklaue) bis
zum Hellecke (Helhoek) wo sich der Weg in nördlicher Richtung umbog und zur
Hellstraße (Helstraat) überwechselte8.

Die schnurgerade Kanalstrecke


Es ist möglich und wahrscheinlich, dass die Römer eine schnurgerade Kanalstrecke zwischen der
Helstraat (Hellstraße) und der Mündung in die IJssel bei Doesburg gewählt haben. In meinem
Konzept führt die Linie die winzige Wasserstraße, die man heute noch in Google Maps als
„Zevenaarsche Wetering“ und „Zwalm“ ablesen kann. Diese Wasserstraßen markieren wohl auch
die tiefsten Rinnen, die für den Regenwasserabfluss benötigt werden.

Inhaltsverzeichnis
Abstract.......................................................................................................................................1
Zusammenfassung.......................................................................................................................1
Der Grabstein des Legionairs Marcus Mallius...........................................................................2
Hellstraßen..................................................................................................................................3
Der Durchbruch des Uferrands ..................................................................................................3
Eingedeichte Niederung..............................................................................................................4
Die schnurgerade Kanalstrecke...................................................................................................4

5 Woerd - In de betekenis van ‘laaggelegen omdijkt land’ voor het eerst aangetroffen in het jaar 850 [2]
6 Crevasse – ein von einem Fluss gebildeter Ansatz zum Durchbruch, der nicht sich nicht durchgesetzt hat.
7 In 1799 verschwindet das Dorf Leuven bei einem Deichdurchbruch fast vollständig.
8 'Zeldzaam goed' - Officiële bekendmakingen. Vielleicht bilden einige Namen analog an den Namen Heiligland und
Emaussteede einen Verweis zu den mittelalterlichen Templern.