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Lesebiografie

Seitdem ich mich erinnern kann spielten Bücher einem grossen Teil in meinem
Leben. Als Kleinkind wurde mir jeden Abend vorgelesen. Die Kinder Bücher waren
wie ein Erbstück und wurden von Generation zu Generation weitergegeben. Vor mir
hat meine Grossmutter sie noch meiner Mutter vorgelesen und heute erfreuen sie
jeden Abend meine kleine Schwester. Ich bin meinen Eltern sehr dankbar. Wer weiss
ob ich sonst heute eine solche Hingabe zum Lesen hätte.

Als kleines Kind war ich stehts wild und voller Energie. Jedoch jeden Abend, wenn
mir meine Mutter was aus meinen Lieblingsbüchern vorlas wurde ich zur Ruhe in
Person und kaum wieder zu erkennen. Von Disney bekanntesten Geschichten bis zu
alten serbischen Sagen wie vuk samotnjak (Der einsame Wolf aus dem Jahr 1974)
wurde mir alles vorgelesen. Doch am meisten mochte ich die Bilderbücher von dem
Feuerwehrmann Sam. Die Bilderbücher waren interaktiv sodass man zum Beispiel
den Feuerwehrmann selber die Stange runterrutschten lassen konnte. Heute findet
man das nicht spezielles, doch als Kind war das ein Highlight. Mein Vater investiert
nach der Arbeit sehr viel Zeit mir das Lesen beizubringen. Das Lesen fiel mir nicht
schwer sodass ich im Nu zu einer richten Leseratte entwickelte. An einem Moment in
der Primarschule kann ich mich noch sehr gut erinnern. Der Lehrer rief jeden
Zwischenraum und man musste dem Lehrer aus einem Buch lesen. Der Lehrer war
sehr überrascht wie gut ich lesen konnte, dass er mich vor der ganze Klasse
vorlesen lies. Nachdem vorlesen sagte er zur ganzen Klassen, dass sie sich ein
Beispiel an meiner Aussprache nehmen sollen. Ab diesem Moment hatte ich ein sehr
starkes Selbstbewusstsein, wenn es um meine Lesefähigkeiten ging. Ich lass immer
mehr und mehr sodass es keinen Tag gab an dem ich am Abend nicht Minimum eine
Stunde gelesen habe. Es kam sogar soweit das nachdem mir meine Mutter gute
Nacht gesagt hat, ich unter Bettdecke weiter lies. Der Hauptgrund für das war die
Bücherreihe «Gregs Tagebuch». Ihn diesem Buch geht es um einen Jungen der über
sein Leben spricht. Aber das macht er mit ganz viel Kreativität. Ich liebte dieses
Buch, da ich mich so gut mit diesem Jungen identifizieren konnte und er mir in so
vielen Sachen gleich war. Irgendwann hatte ich jedes Buch der Bücherreihe bereits
zwei Mal durchgelesen und dachte mir was nun? Jedes Buch das mir vorgeschlagen
wurde habe ich abgelehnt. Für mich gab es nur Gregs Tagebücher und der Rest war
Müll. Ich lass kaum noch Bücher und entdeckte die Freude am Computer. Zu
meinem zwölften Geburtstag bekam ich von meinem Onkel zum Geburtstag das
Buch: Ihr kriegt mich nicht! von Mikeal Engström. Als zwölf Jähriger wünschte ich mir
alles andere als Bücher und war sehr wütend das ich nicht was «cooleres»
bekommen habe. In der Schule mussten wir wegen einem Leseprojekt ein Buch
auswählen und darüber eine Präsentation machen. Um kein Geld für ein neues Buch
auszugeben lass ich einfach das. Im Buch geht es um einen Jungen der von
Zuhause fort muss, aber eigentlich nur ein normales Leben will. Bis heute ist das
mein Lieblingsbuch. Bei keinem anderen Buch haben sich beim Lesen so die Bilder
in meinem Kopf abgespielt wie bei dem. Aber auch hier, nachdem ich das Buch
durchgelesen habe wollte ich kein anderes mehr lesen. Wegen meinen Lehre als
Informatiker lese ich heute nur noch Bücher über Programmiersprachen oder Artikel
und Blogs um ich auf dem neusten Stand der Branche zu halten.
In der heutigen Zeit des Internets könnte ich mir kein Leben ohne Bücher vorstellen.
Die Tatsache etwas in der Hand zu halten ist für mich in jedem Punkt besser anstatt
alles von einem Bildschirm zu lesen. Ich hoffe ich finde noch ein Buch wie die Bücher
«Gregs Tagebuch» oder «Ihr kriegt mich nicht!» welches den Platz meines
Lieblingsbuches übernimmt und welches ich zu meiner Lesebiografie hinzufügen
kann.