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Berufliche Oberschule Cham

Staatliche Fachoberschule

Schuljahr 2010 / 2011

Seminararbeit

Thema: Analyse der Schattenwirtschaft in Deutschland,


insbesondere der Bekämpfungsmöglichkeiten.

Abgabetermin: 01. Oktober 2010

Seminarlehrerin: StRin Bettina Mühlbauer

Name / Vorname: Seidl Andreas

Anschrift: Oberdeschenried 6, 93482 Pemfling


Andreas Seidl

Schuljahr F13SWw

2010 / 2011 Oberdeschenried 6

93482 Pemfling

AndreasSeidl@gmx.de
3

Inhaltsverzeichnis

1. Abgrenzung des Themas und Definition des Begriffes ...................................................................4


2. Erscheinungsformen der Schattenwirtschaft in Deutschland ........................................................5
3. Ursachen der Schattenwirtschaft in Deutschland ..........................................................................6
4. Auswirkungen der Schattenwirtschaft in Deutschland ..................................................................9
5. Ausmaß und Entwicklung der Schattenwirtschaft .......................................................................11
5.1 Berechnungsmethode.......................................................................................................... 11
5.2 In Deutschland ..................................................................................................................... 11
5.3 Im internationalem Vergleich .............................................................................................. 13
6. Maßnahmen zur Bekämpfung der Schattenwirtschaft in Deutschland ......................................15
6.1 Bereits getroffene Maßnahmen .......................................................................................... 15
6.2 Maßnahmen im Gespräch ................................................................................................... 18
6.3 Handwerk hat rutschigen Boden ......................................................................................... 19
7. Die Schattenwirtschaft in Deutschland: Das Musterbeispiel für die freie Marktwirtschaft? .....21
8. Literaturverzeichnis ........................................................................................................................24
9. Anhang ...........................................................................................................................................25
10. Erklärung ........................................................................................................................................26
4

1. Abgrenzung des Themas und Definition des Begriffes

Um eine wissenschaftliche Arbeit über das in der Literatur unterschiedlich definierte Themenge-
biet der Schattenwirtschaft, das vorwiegend in volkswirtschaftlichen und finanzwirtschaftlichen
Instituten erforscht wird, zu schreiben, muss zunächst eine klare Abgrenzung des Themas und
eine verbindliche Definition für die Seminararbeit festgelegt werden.
Hierbei legt diese Arbeit eine Definition zu Grunde, die länderübergreifend aber umfassend genug
ist, um das Phänomen ausreichend zu beleuchten. Nach einer allgemeinen Kurzdefinition von
Schneider/Volkert/Caspar versteht man unter Schattenwirtschaft all jene Leistungen zusammen-
gefasst, die normalerweise zum Sozialprodukt gerechnet werden müssten, aber aus welchen
Gründen auch immer, nicht im offiziellem Sozialprodukt enthalten sind.1 Nach dieser Definition
wären sowohl völlig legale Tätigkeiten im Bereich der Selbstversorgungswirtschaft, als auch illega-
le Tätigkeiten in der Untergrundwirtschaft enthalten, wodurch Delikte wie Drogenhandel oder
Diebstahl auch mit erfasst würden.
Aus Gründen der Vereinfachung, sowie fehlenden, fundierten Literaturwissen in diesem Bereich,
werden in dieser Seminararbeit alle illegalen Aktivitäten, die illegal ausgeführt werden, nicht be-
achtet.

Die hier behandelte Schwarzarbeit stellt eine echte Teilmenge der Schattenwirtschaft dar, zu der
auch die „Begleiterscheinungen“ Steuer- und Abgabenhinterziehung sowie unerlaubte Gewerbe-
und Handwerksausübung zählt. Schwerpunktmäßig behandelt die Seminararbeit vor allem die
Bekämpfungsmöglichkeiten gegen die Schattenwirtschaft in Deutschland.

1
Vgl. Schneider/Volkert/Caspar S. 13
5

2. Erscheinungsformen der Schattenwirtschaft in Deutschland

Allgemein lässt sich die Schattenwirtschaft in zwei große (Teil-)Bereiche aufteilen (siehe Abb.1):

 legal ausgeübte Aktivitäten


 illegal ausgeübte Aktivitäten

Als legale Tätigkeiten, die legal ausgeübt werden, zählen alle Tätigkeiten der Selbstversorgungs-
wirtschaft (z.B. Nachbarschaftshilfe, Gefälligkeiten, Do-it-yourself, Hausarbeiten, etc.), die Auf-
grund ihrer nicht Erfassbarkeit zu den schattenwirtschaftlichen Aktivitäten zählen.

Illegal ausgeübte Aktivitäten sind alle Aktivitäten, die einer Genehmigung bedürfen, oder verbo-
ten sind. Deswegen lassen sich illegal ausgeübte Aktivitäten in zwei weitere Bereiche aufteilen:

 legale Aktivitäten, illegal ausgeübt


 Illegale Aktivitäten, illegal ausgeübt

Zu den legalen Aktivitäten, die illegal ausgeübt werden, zählen unter anderem die unerlaubte
Gewerbe- und Handwerksausübung, Steuer- und Abgabenhinterziehung, sowie illegale Beschäfti-
gung.
Illegale Aktivitäten, die illegal ausgeübt werden, sind vor allem Drogenhandel, Hehlerei oder Dieb-
stahl.2

Schattenwirtschaft
im weitesten Sinn

Legale und
Legale
illegale
Aktivitäten,
Aktivitäten,
legal ausgeübt
illegal ausgeübt

Legale Untergrundwirtschaft
Selbstversorgungs-
Aktivitäten, Illegale Aktivitäten,
wirtschaft
illegal ausgeübt illegal ausgeübt

Unerlaubte
Illegale Gewerbe- und
Steuerhinterziehung Diebstahl Drogenhandel
Beschäftigung Handwerkeraus-
übung

Abb.1: Unterscheidung der Schattenwirtschaft , Siehe Anhang 1


In Anlehnung an Schneider / Volkert / Caspar 2002, S. 5

2
Vgl. Schneider/Volkert/Caspar S. 14
6

3. Ursachen der Schattenwirtschaft in Deutschland

Jeder vierte Deutsche zählt nach einer Umfrage3 selbst zu denen, die regelmäßig „schwarz“ arbei-
ten. Fast jeder Zweite gab bei dieser Umfrage zu, selbst hin und wieder an Fiskus und Sozialkassen
vorbei arbeiten zu lassen.
Die Ursachen für die Schattenwirtschaft lassen sich in Deutschland vor allem auf eine Aussage der
Umfrage zurückführen, der 70 % der Befragten zustimmten: „Der Staat ist eigentlich selbst schuld,
dass es so viele Schwarzarbeiter gibt, die Steuern sind einfach zu hoch“.4

In der Theorie haben sich insgesamt acht Ursachen für die Größe und Entwicklung der Schatten-
wirtschaft feststellen lassen:5

 Steuer- und Sozialversicherungsabgabenbelastung


Durch die ständig steigende Belastung des Einkommens der Wirtschaftssubjekte verstärkt
sich deren Intention diese von den Abgaben zu befreien, wodurch die Bereitschaft, schat-
tenwirtschaftlich tätig zu werden, in Korrelation zu den Belastungen steigt. Schneider und
Enste6 kommen zu dem Ergebnis, dass selbst bei grundsätzlich unterschiedlicher Abga-
bencharakteristika (Steuern werden als Zwangsabgaben ohne Gegenleistungen angese-
hen; Sozialversicherungsbeiträge hingegen mit Versicherungsanspruch gleich gestellt) die
Steuerzahler den formalen Unterschied zunehmend verkennen. Durch die immer stärker
werdende Verschiebung der Wahrnehmung der Sozialabgaben von Versicherungsbeiträ-
gen hin zu Zwangsabgaben, die teilweise als „willkürliches Abkassieren“ des Staates ein-
geschätzt wird, steigt der Anreiz, seine finanzielle Situation durch Schwarzarbeit oder
Steuerhinterziehung zu verbessern. Diese Entwicklung lässt sich nach Schneider und Ens-
te7 vor allem durch die Umverteilungs- und Bemessungselemente begründen:
Entgegen des Versicherungsprinzips des größten Risikos, werden die Beiträge beispielhaft
an der Krankenversicherung dargestellt, auf Grundlage des Einkommens bemessen.

3
Vgl. Schneider, Wiesbaden 2004, S.63-68
4
Vgl. Schneider, Wiesbaden 2004, S.63-68
5
Vgl. Schneider, Wiesbaden 2004, S.24-26
6
Vgl. Schneider / Enste, München 2000, S. 119 - 121
7
Vgl. Schneider / Enste, München 2000, S. 119 - 121
7

 Umfang der staatlichen Regulierungen


Staatliche Eingriffe werden häufig als kostensteigernd und produktivitätshämmend emp-
funden. Aus diesem Grunde, und auch um der Bevormundung durch den Staat zu entge-
hen, wandern viele Wirtschaftssubjekte in die unregulierte Schattenwirtschaft ab.
Besonders im Bereich des Handwerks, wird aufgrund der Intervention des Staates häufig
in die Untergrundwirtschaft ausgewichen. Durch die Handwerksordnung (HwO) und de-
ren Regulierungen des Markteintritts zum offiziellen Markt sehen sich viele Facharbeiter
genötigt, in die Schattenwirtschaft auszuweichen. Dabei stellt vor allem der Meisterbrief,
der eine abgeschlossene Lehre, eine mehrjährige berufliche Tätigkeit als Faacharbeiter
und die Meisterprüfung voraussetzt, die größte Hürde für den Markteintritt dar.8

 Subjektive Einschätzung der Steuer- und Sozialversicherungsbelastung


Diese Ursache steht im direkten Zusammenhang zur Steuer- und Sozialversicherungsab-
gabenlast, die bereits weiter oben ausgeführt wurde. „Die Erhöhung der Fiskallast stellt
ab einem gewissen Punkt – wenn zum Beispiel „individuelle Schmerzgrenzen“ überschrit-
ten werden – für viele einen starken Anreiz dar, in die Schattenwirtschaft auszuweichen.“
(Schneider, Arbeit im Schatten - Wo Deutschlands Wirtschaft wirklich wächst, 2004, S. 25)

 Wertewandel in der Gesellschaft


Unter dem Begriff „Wertewandel“ sind Aspekte wie Steuermoral, Akzeptanz staatlicher
Normen und moralische Einstellungen zusammengefasst. Der Wertewandel ist dabei nicht
durch dramatische äußere Entwicklungen, mit dem sich der Einzelne konfrontiert sieht,
sondern vielmehr schleichend, als Funktion zur Abgabenlast oder dem Umfang staatlicher
Regulierungen zu verstehen. Je weniger Steuerzahler von den adäquaten Leistungen des
Staates in Relation zu der Abgabenlast überzeugt sind, desto größer wird die Bereitschaft,
sein Einkommen von Steuern und Abgaben zu bereinigen.9

8
Vgl. Schneider, Wiesbaden 2004, S.63-68
9
Vgl. Schneider, Wiesbaden 2004, S. 25
8

 Länge der offiziellen Arbeitszeit


Eine Verkürzung der Arbeitszeit kann prinzipiell zur Ausdehnung schattenwirtschaftlicher
Aktivitäten verwendet werden, wodurch auch diese Ursache genannt werden muss. Na-
türlich kann die neu hinzugewonnene Zeit, die aus der Verkürzung der Wochenarbeitszeit
resultiert, in Freizeit und somit (schatten-) wirtschaftlich neutral investiert werden. Doch
der Anreiz „sich etwas hinzuzuverdienen“, was aufgrund von Staatsregulierungen nicht
ohne weiteres möglich ist, kann durchaus vor allem bei steuerlich überproportional belas-
teten Subjekten gegeben sein.10

 Veränderung der Erwerbsquote


Durch die Veränderung der Erwerbsquote jedes Einzelnen, z. B. durch Verlust der Arbeits-
stelle oder Kürzung der Arbeitszeiten, ist es dem Wirtschafssubjekt leichter möglich, im
inoffiziellen Sektor tätig zu werden. Dabei spielen vor allem auch die Transferleistungen
des Staates eine Rolle: Obwohl der Staat mit dem Subsolidaritätssystem die Erwerbslosen
unterstützt, versuchen diese dennoch ihr Einkommen aufzubessern. Um auch bei Er-
werbstätigkeit weiterhin in den Genuss der Transferleistungen zu kommen, ist für Arbeits-
lose und Frührentner der Anreiz zur schattenwirtschaftlichen Aktivität groß.11

 Höhe des Einkommens


Die Höhe des Einkommens hat einen nicht zu verachtenden Einfluss auf die Schattenwirt-
schaft. Durch hohe Steuer– und Abgabenlasten sehen vor allem Bevölkerungsschichten
mit überproportional hoher Belastung einen Anreiz, sich eine Einkommensquelle zu schaf-
fen, die keine steuerlichen Belastungen mit sich zieht. Aber auch Wirtschaftssubjekte mit
geringem Einkommen finden sich sehr häufig als Schwarzarbeiter im inoffiziellem Wirt-
schaftszweig wieder, um das geringe Einkommen aus der offiziellen Wirtschaft aufzubes-
sern.7

 Wissen, dass dies die Nachbarn, Bekannten und Freunde auch tun.
Der psychologische Effekt spielt in diesem Zusammenhang eine etwas untergeordnete
Rolle, da dies mit dem Wertewandel in der Gesellschaft korreliert. Durch das Wissen,
dass die Nachbarn, Bekannten und Freunde dies auch tun, sinkt die Hemmschwelle, selbst
in die Schattenwirtschaft einzutreten, wodurch die gesellschaftliche Akzeptanz steigt und
ein „Schneeballeffekt“ hervorgerufen wird.

10
Vgl. Schneider, Wiesbaden 2004, S. 25
11
Vgl. Schneider, Wiesbaden 2004, S. 26
9

4. Auswirkungen der Schattenwirtschaft in Deutschland

Welche Auswirkungen haben die schattenwirtschaftlichen Aktivitäten auf die Realwirtschaft?


Worin liegen die Gefahren, wenn zu viel „schwarzgearbeitet“ wird für die wirtschaftspolitische
Lenkung unseres Landes?

Durch die charakteristischen Eigenschaften der Schattenwirtschaft lassen sich Rückschlüsse auf
ihre Auswirkungen schließen12:

 Verlust von Steuer- und Sozialeinnahmen


Wer „schwarz“ Arbeitet, sich somit in der Schattenwirtschaft Geld verdient, macht dies in
aller Regel am Staat vorbei. Durch die Nichtkenntnis des Einkommens für den Staat, erlei-
det der Fiskus erhebliche Steuerverluste aufgrund der nicht Erfassbarkeit des zu versteu-
ernden Einkommens. Würden diese Ausfälle dem Staat nicht anfallen, so „könnten Haus-
haltsdefizite und Steuersätze verringert werden“ (Schneider/Enste 2002 S. 25), was zum
Beispiel durch Steuerentlastungen der Allgemeinheit zu Gute kommen würde.13

 Wachsende Staatsverschuldung
Die Gesamtverschuldung Deutschlands betrug Ende 2009 1.636,2 Mrd. €14, was einer
Bruttoverschuldung in Abgrenzung des Maastricht-Kriteriums von 73,2 % des BIP15 ent-
spricht. Für das Jahr 2010 errechnete der Bund der Steuerzahler16 (Siehe Abb. 2) eine
Verschuldung von 76,7 % des Bruttoinlandsprodukts, was einer Verschuldung von 1.745
Mrd. € entspricht. Durch die zusätzlichen Belastungen aufgrund der Verstöße gegen den
Vertrag von Maastricht und den damit verbundenen Sanktionen, entsteht eine Verschul-
dungsspirale, die sich unaufhörlich nach oben weiterdreht.
Würde die Schattenwirtschaft nicht existieren und man weiterhin annehmen, dass
dadurch alle schattenwirtschaftlich erbrachten Leistungen nun in den offiziellen Sektoren
getätigt würden, so ergebe sich für die Berechnung des Bruttonationalprodukts (und so-
mit des Bruttoinlandprodukts) eine völlig neue Berechnungsbasis aufgrund der gestiege-
nen Wirtschaftskraft. Dadurch entsteht ein komplett neuer Grundwert für die Berech-
nung des Neuverschuldungsanteils in Prozent des BIP.

12
Vgl. Schneider/Volkert/Caspar S.82-84
13
Vgl. Schneider/Enste 2002 S.25
14
Vgl. Statistisches Bundesamt: Entwicklung der öffentlichen Finanzen
15
Vgl. Statistisches Bundesamt: Schuldenstandsquoten der EU-Mitgliedsstaaten
16
Vgl. Bund der Steuerzahler: „Staatsausgaben: Verschuldung“
10

Abb.2: Entwicklung der Staatsverschuldung für Deutschland (Bund der Steuerzahler)


Quelle: Bund der Steuerzahler Deutschland e.V. Staatsverschuldung in Dtl.

 Kosten der Bekämpfung


Mit der Verabschiedung des am 10.08.2004 in Kraft getretenen Gesetzes zur Bekämpfung
der Schwarzarbeit und illegalen Beschäftigung (Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz -
SchwarzArbG) wurde eine Institution zur Verfolgung und Bekämpfung von Schwarzarbeit
geschaffen. Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) untersteht dem Zoll und beschäftigt
derzeit rund 6.500 Zöllner und Zöllnerinnen. Bei einer durchschnittlichen Besoldungsstufe
A9 ergeben sich Personalkosten von rund 195 Mrd. € pro Jahr. Im Gegensatz dazu stehen
Einnahmen aus Busgeldverfahren von rund 50 Mrd. €17.

 Fehlerhafte Wirtschaftspolitik aufgrund verzerrter Indikatoren


Die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung (VGR) , vor allem die von der Schattenwirt-
schaft berührten Teilbereiche der VGR, Bruttoinlandsprodukt und Bruttonationaleinkom-
men, stellen bei den wirtschaftspolitischen Entscheidungen eine tragende Rolle dar. „Das
BIP wird vor allem für die Beobachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ver-
wendet – insbesondere für die kurzfristige Wirtschaftsentwicklung. Außerdem wird es
zur Berechnung der sogenannten Defizitquote im Rahmen des Verfahrens zum über-
mäßigen Defizit nach dem Vertrag von Maastricht herangezogen. Das Bruttonational-
einkommen, das die Wirtschaftsleistung der Inländer misst, wird beispielweise seit
1989 für Zahlungen der Mitgliedstaaten an den Haushalt der Europäischen Union (EU)
verwendet.“ (Braakmann, 2004, S. 5)

17
Vgl. Jahresbilanz Zoll 2009
11

5. Ausmaß und Entwicklung der Schattenwirtschaft


5.1 Berechnungsmethode

Bisher wurden die Entstehungsursachen und die Auswirkungen betrachtet. Um die Problematik
aber in seiner Gesamtheit zu verstehen, ist es nötig, Zahlen zu erhalten, die die Größe der Schat-
tenwirtschaft wiederspiegeln. Hierfür wurden von den volkswirtschaftlichen Instituten mehrere
Berechnungsverfahren entwickelt, die im Laufe der Zeit weiter verbessert oder verworfen wur-
den. Die populärste Methode ist der Bargeldnachfrageansatz. Die Berechnungen, die hier erläu-
tert werden, basieren auf dieser Methode in Kombination mit dem DYMIMIC-Modell (= Dynamic
Multiple Indicator and Multiple Causes-Modell).

Der Bargeldnachfrageansatz, der die Grunddaten der Berechnungen bildet, nimmt an, dass schat-
tenwirtschaftliche Aktivitäten in bar entlohnt werden, um jeglichen bürokratischen Beleg zu ver-
meiden (Banküberweisung, Kreditkarten etc.). Daneben nimmt man an, und weiß man, dass
schattenwirtschaftliche Aktivitäten von bestimmten Faktoren beeinflusst werden. Um die Sum-
men, die „schwarz“ erwirtschaftet werden, mittels der Bargeldnachfragemethode zu ermitteln,
schaltet man zunächst diese Faktoren aus und errechnet in der entstandenen Simulation eine
„normale“ Bargeldnachfrage. Aus dem errechnetem Wert für eine Wirtschaft ohne Schatten und
der realen Bargeldnachfrage schließt man dann auf die Existenz einer Schattenwirtschaft. Im zwei-
ten Schritt multipliziert man die ermittelte Differenz mit der Geldumlaufgeschwindigkeit. Das
Ergebnis, das Wertschöpfungsvolumen, entspricht sodann der Geldmenge, die jenseits der Real-
wirtschaft entsteht. Das DYMIMIC-Modell wir verwendet, um die errechneten Werte zu bestäti-
gen und zu überprüfen. Dabei setzt diese Methode an den Ursachen der Schattenwirtschaft in
Kombination mit den Indikatoren in der offiziellen Ökonomie an.18

5.2 In Deutschland

Betrachtet man sich zunächst die zeitliche Entwicklung der Schattenwirtschaft in Deutschland, so
war diese nach starken Anstiegen bis Anfang dieses Jahrzehnts seit dem Jahr 2003 von 370 Mrd. €
bis 2006 auf 345,5 Mrd. € rückläufig (Siehe Abb. 3). Als wesentlicher Grund für den Anstieg der
Schattenwirtschaft im Jahre 2007 um 3,5 Mrd. € auf 349 Mrd. € wird die Mehrwertsteuererhö-
hung auf 19 % genannt. Da aber gleichzeitig die offizielle Wirtschaft nominal um knapp 3% ge-
wachsen ist, verbessert sich aufgrund des moderateren Anstieges der Schattenwirtschaft die Rela-
tion aus offizieller- und Schattenwirtschaft weiter. Im Jahr 2008 ging die Schattenwirtschaft dank
der guten Wirtschaftslage wieder um 2,2 Mrd. € zurück. Im Jahr 2009 stieg die inoffizielle Wirt-
schaft erstmals wieder um 1,4 % aufgrund der Weltwirtschaftskrise. Für das Jahr 2010 prognosti-

18
Vgl. Schneider / Badekow 2006 S. 28-29
12

ziert Schneider aufgrund der eingetretenen Rezession eine Steigerung um 2,1 % (siehe Abb. 4).19

in % des BIP
18,00 17,10
16,59
16,0316,02 16,12
15,51 15,41
16,00 15,0014,80 15,0014,74
14,50 14,5714,65
13,90 14,22
14,00
12,20
12,00 11,20
10,80

10,00

8,00
5,75
6,00

4,00

2,00

0,00

Abb. 3: Größe der Schattenwirtschaft in Deutschland in %, siehe dazu auch Anhang 2


In Anlehnung an Schneider, 2010, Einfluss der Wirtschaftskrise auf die Schattenwirtschaft in Deutschland

In Mrd. €
400,0 370,0 359,2
350,4 356,1
346,2 349,0
345,5 351,8
346,8
329,8
322,3
350,0
301,8
280,7
274,7
300,0 257,6
241,1
250,0

200,0
147,9 In Mrd. €
150,0
102,3
80,2
100,0
29,6
50,0

0,0
1975
1980
1985
1990
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010

Abb. 4: Größe der Schattenwirtschaft in Deutschland in Mrd. €, siehe dazu auch Anhang 3
In Anlehnung an Schneider, 2010, Einfluss der Wirtschaftskrise auf die Schattenwirtschaft in Deutschland

19
Vgl. Schneider 2010; Einfluss der Wirtschaftskrise auf die Schattenwirtschaft in Deutschland, S. 2-4
13

In der nachfolgenden graphischen Auswertung, wird die Verteilung der Schattenwirtschaft auf die
einzelnen Wirtschaftssektoren betrachtet:

Gemäß den Prognosen für das Jahr 2010 entfallen auf das Baugewerbe und das Handwerk etwa
38 % des Schattenwirtschaftsvolumens. Die Bereiche „Andere Gewerbe und Industriebetriebe“
und Dienstleistungsbetriebe stellen je 17 % dar 20 (siehe Abb. 5).

Aufteilung der Schattenwirtschaft


in Wirtschafts- und Dienstleistungssektoren

Baugewerbe und
15% Handwerksbetriebe
(inkl. Reperaturen)
38%
13%
Andere Gewerbe- und
Industriebetriebe
17% (Kfz, Maschinen, etc.)
17%
Dienstleistungsbetriebe
(Hotels, Gaststätten, etc.)

Abb. 5: Anteil der Sektoren an der Schattenwirtschaft in %, siehe dazu auch Anhang 4
In Anlehnung an Schneider, 2010, Einfluss der Wirtschaftskrise auf die Schattenwirtschaft in Deutschland

5.3 Im internationalem Vergleich

Als Daten für den internationalen Vergleich, verwendet Schneider21 Daten, die von der OECD zur
Verfügung gestellt werden. Um die Übersichtlichkeit der Arbeit zu wahren, wurde die Auswertung
aller 21 OECD in den Anhang (Anhang 5 und Anhang 6) verschoben. Um dennoch einen internati-
onalen Vergleich zu erlangen, wird hier nur das Land mit der schwächsten und stärksten Schat-
tenwirtschaft zum Vergleich herangezogen (siehe Abb. 6). Deutschland liegt demnach innerhalb
des Durchschnittes, wobei auch darauf zu achten ist, dass aufgrund verschiedener Wirtschaftssys-
teme und wirtschaftspolitscher Eigenheiten nicht immer ein klarer Vergleich angestrebt werden
kann 22(siehe Abb.7).

20
Vgl. Schneider 2010, Einfluss der Wirtschaftskrise auf die Schattenwirtschaft in Deutschland, S. 6-7
21
Vgl. Schneider, 2010, Einfluss der Wirtschaftskrise auf die Schattenwirtschaft in Deutschland
22
Vgl. Schneider 2010, Einfluss der Wirtschaftskrise auf die Schattenwirtschaft in Deutschland, S. 6-7
14

30 25 25,2
25
20
14,6 14,7
15 2009

10 7,6 7,8 2010

5
0
USA Deutsch- Griechen-
land land

Abb. 6: Vergleich Deutschlands mit stärkstem und schwächstem Schattenwirtschaftsland in %


siehe auch Anhang 7
In Anlehnung an Schneider, 2010, Einfluss der Wirtschaftskrise auf die Schattenwirtschaft in Deutschland

OECD - Staaten
80,0 Griechen-
28,7
70,0
land
25,0
60,0
25,2 Deutsch-
50,0 16,0 land
14,6
40,0
30,0 16,8
13,8 14,7 Durch-
20,0 schnitt
8,7 7,6 14,0
10,0 OECD
0,0 7,8 USA
1994/95
1997/98
1999/00
2001/02
1989/90

2009
2003
2004
2005
2006
2007
2008

2010

Abb. 7: Vergleich Deutschlands mit stärkstem und schwächstem Schattenwirtschaftsland und OECD Durch-
schnitt in % siehe auch Anhang 8
In Anlehnung an Schneider, 2010, Einfluss der Wirtschaftskrise auf die Schattenwirtschaft in Deutschland
15

6. Maßnahmen zur Bekämpfung der Schattenwirtschaft in Deutschland

Die Schattenwirtschaft schadet der deutschen Wirtschaft erheblich. Neben den Wirtschaftspoliti-
schen- und für die Staatsfinanzen existierenden Problemen, leidet vor allem die Wirtschaft und
ihre Wirtschaftssubjekte darunter. Vor allem die Schwarzarbeit stellt für Unternehmer eine erheb-
liche Bedrohung ihrer Existenz dar. Durch die größtenteils weit billigere Arbeit der schwarz arbei-
tenden Personen entsteht eine Nachfragelücke auf dem offiziellen Markt und es tritt bei den
Wirtschaftssubjekten ein Sättigungseffekt aufgrund der bereits befriedigten Bedürfnisse durch die
Schattenwirtschaft ein. Die Folge aus der sinkenden Nachfrage sind sinkende Verkaufs- und Be-
schäftigungszahlen, die zum Abbau von Arbeitsplätzen in der Realwirtschaft führen, wodurch die
Größe der Schattenwirtschaft aufgrund der angenommen Ursachen einen weiteren Zuwachs ver-
spüren würde, der zwangsläufig in der Rezession, wenn nicht sogar in einer wirtschaftlichen De-
pression enden würde. Deswegen muss die Bekämpfung der Schattenwirtschaft, insbesondere
der Schwarzarbeit, unerlaubter Gewerbe-, -Handwerksausübung sowie - Beschäftigung höchste
Priorität bei allen Behörden und Institutionen des Staates haben. Darum legt diese Seminararbeit
ihr Augenmerk auf die Möglichkeiten der Bekämpfung. Unter Bekämpfung wird hier aber nicht
nur die „klassische“ Bekämpfung durch Fahndungen und Kontrollen verstanden, sondern alle
wirtschaftspolitischen, gesetzlichen und durch Verbände getragenen Maßnahmen. Aufgrund der
unterschiedlichen Maßnahmen, wird an dieser Stelle nur nach bereits getroffenen Maßnahmen
und noch zu realisierenden unterschieden. 23

6.1 Bereits getroffene Maßnahmen

 Minijobs (400 € - Basis)


Die oft im alltäglichem Sprachgebrauch als „400-Euro-Jobber“ bezeichneten Minijobs
wurden von der Staatsregierung angesichts der immer reger wachsenden Schattenwirt-
schaft und Arbeitslosenzahlen eingeführt. Dabei wurde vor allem als Hauptintention die
Kostenersparnis für Arbeitgeber angeführt. Durch den Maximalverdienst von 400 € im
Monat wurde eine Grenze geschaffen, die in etwa dem Verdienst eines Wirtschaftssub-
jektes bei „schwarzer Arbeit“ entspricht. Die Regierung gestaltete dabei die Abgabenlast
für Arbeitnehmer und –geber so niedrig wie möglich. Bei Minijobs muss nur eine Pau-
schalabgabe an die Minijobzentrale abgegeben werden, die sich durchaus in Grenzen hält.

23
Vgl. Schneider / Volkert/ Caspar 2002, S.69-80
16

Dadurch so erhoffte man sich im Jahre 2002, würde der wichtigste Anreiz, Schwarzarbeit
zu leisten, wegfallen. Wenn Arbeitgeber zu fasst den gleichen Konditionen einen Arbeiter
offiziell anmelden können, wie zuvor in der Schattenwirtschaft, so hoffte man, würden die
Arbeitgeber lieber einen offiziell gemeldeten Arbeitnehmer mehr anstellen, als Gefahr zu
laufen, wegen illegaler Beschäftigung belangt zu werden. Man wollte dabei aber auch
dem Wirtschaftssubjekt einen Anreiz geben, um seine Schwarzarbeit aufzugeben und in
ein angemeldetes Beschäftigungsverhältnis zu treten. Deswegen war es von Nöten, den
Grenzwert für Minijobs auf etwa die gleiche Höhe zu legen, wie der „Durchschnitts-
schwarzarbeiter“ bei seinen Aktivitäten verdient. Die Statistiken über geringfügig Beschäf-
tigte, zu denen die Minijobber auch zählen, bestätigen den Trend zu immer mehr Mi-
nijobbern: Mit rund 7,1 Millionen Minijobbern im ersten Halbjahr 2009 und rund 11.350
Jobbern im Landkreis Cham24 würde man gern dem Glauben nachhängen, dass diese
Maßnahme erfolgreich ist. Leider ist auch die Kehrseite zu betrachten, wie Theo Pregler
im Interview deutlich machte: „Durch die sogenannten 400 €-Jobs sehe ich aber die Ge-
fahr, dass viele bisherigen Vollzeitstellen durch drei oder vier Minijobs ersetzt werden.“
(Vgl. Anhang 10, Interview: Schwarzarbeit- Auch ein Thema im Landkreis Cham?)

 Mindestlöhne
Die Mindestlöhne wurden angesichts der immer größer werdenden Anzahl an ausländi-
schen Firmen und deren Dumping-Löhnen sowie der erschreckenden Entwicklung der
deutschen Firmen in eben diese Richtung eingeführt. Der Hauptgedanke war dabei, den
Arbeitnehmern ein Grundeinkommen zu gewährleisten, wodurch sich „Arbeit wieder loh-
nen“ sollte. Unter dem Angesicht der (Wieder-)Rentabilität der offiziell nachgegangen Ar-
beit erhoffte man sich, dass auch einige Schwarzarbeiter wieder aus dem Schatten zu-
rückkehrten. „Mit Sicherheit lässt sich aber sagen, dass dadurch der Anreiz für Schwarzar-
beiter, mehr Geld zu verdienen, wegfällt.“ (Vgl. Anhang 10, Interview: Schwarzarbeit -
Auch ein Thema im Landkreis Cham?)

 Bekämpfung durch Kontrollen (Finanzkontrolle Schwarzarbeit)


„Stärkere Kontrollen, vor allem aber effektivere Kontrollen sind unbedingt nötig, um der
immer rascher steigenden Schwarzarbeit beizukommen.“ (Vgl. Anhang 10, Interview:
Schwarzarbeit- Auch ein Thema im Landkreis Cham?) Mit dem Schwarzarbeitergesetz
wurde die Zuständigkeit für die Kontrolle von Schwarzarbeit an den Zoll abgegeben.

24
Vgl. Agentur für Arbeit: Statistik geringfügig Beschäftigte Juli 2009
17

Dort wurde die „Finanzkontrolle Schwarzarbeit“, kurz FKS, eingeführt. Die FKS beschäftigt
rund 6.500 Zollbeamte in ganz Deutschland. Das Hauptzollamt Regensburg25 führte laut
des Jahresberichts 2009 rund 2.000 Kontrollen am Arbeitsplatz und circa 600 Arbeitgeber-
überprüfungen durch. „Es wurden 1.300 Ermittlungsverfahren wegen Straftaten abge-
schlossen, die zu Geldstrafen in Höhe von 400.000 Euro und Geldbußen in Höhe von
350.000 Euro führten. Insgesamt wurden 36 Jahre an Freiheitsstrafen erwirkt. Die straf-
und bußgeldrechtlich ermittelte Schadenssumme beläuft sich auf 11,7 Millionen Euro.“
(Hauptzollamt Regensburg, 2009: Erfolgreiches Jahr 2009 für das Hauptzollamt Regens-
burg)

 Stärkere Absetzbarkeit von Handwerksdienstleistungen


Mit dem Maßnahmenpaket zur Stärkung von Investitionen und Wachstum zum 1. Januar
2009 verabschiedete die Bundesregierung auch die Möglichkeit, „die Inanspruchnahme
von Handwerkerleistungen für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaß-
nahmen,“ (§ 35 a EStG) steuerlich mit maximal 1.200 € pro Kalenderjahr bei der Steuerer-
klärung geltend zu machen. „Das Gesetz zur Absetzbarkeit von Handwerkerleistungen ist
ein vernünftiger Ansatz, der aber noch stärker verfolgt werden sollte. *…+ Die Handwer-
kerschaft begrüßt diese Entwicklung und äußert sich sehr positiv dazu, weil ein spürbarer
Anstieg der Aufträge nach dem 1.1.09 zu verzeichnen war.“ (Vgl. Anhang 10, Interview:
Schwarzarbeit - Auch ein Thema im Landkreis Cham?)

 Urteil des BGH: Gewährleistungspflicht von schwarz erbrachten Handwerksdienstlei-


tungen
Mit den beiden Urteilen zur Gewährleistungspflicht von Handwerkern, auch bei Nicht-
rechnungsstellung, vom 24.04.2008 (AZ: VII ZR 42/07 sowie VII ZR 140/07) hat der Bun-
desgerichtshof einen Anreiz für Handwerker, Schattenwirtschaft zu betreiben, beseitigt.
Die Politik begrüßte dieses Urteil als weiteren Schritt zur Bekämpfung der Schwarzarbeit.
Leider wird aber „Einen schwarz arbeitenden Handwerker [wird] die Gewährleistung nicht
viel interessieren, weil meist ohne Rechnung gearbeitet wird und der Kunde dadurch bei
eventuellen Reklamationen keine Beweise für die Tätigkeit des entsprechenden Hand-
werkers vorzuweisen hat.“ (Vgl. Anhang 10, Interview: Schwarzarbeit - Auch ein Thema im
Landkreis Cham?)

25
Hauptzollamt Regensburg, 2009, Erfolgreiches Jahr 2009 für das Hauptzollamt Regensburg
18

6.2 Maßnahmen im Gespräch

 Schattenwirtschaftspauschale
„Die Idee dieser Pauschale ist, dass jeder regulär Vollzeit-Erwerbstätige, der die Sozialver-
sicherungs- und Steuerlast komplett trägt, in einem bestimmten Ausmaß pro Monat (zum
Beispiel im Volumen von 400 bis 600 Euro zusätzlich) Kleinaufträge ausführen kann oder
in diesem Rahmen dazuverdienen darf und hierfür nur mit einem Pauschalsteuersatz von
beispielsweise zehn Prozent belastet wird.“ (Schneider, Arbeit im Schatten - Wo
Deutschlands Wirtschaft wirklich wächst, 2004, S. 97) Viele Bürger, die in dem entspre-
chendem Umfang dazuverdienen, würden höchstwahrscheinlich einen deutlich geringe-
ren Anreiz haben, sich das zusätzlich verdiente Geld weiterhin schwarz zu erwirtschaften.
Sie könnten fasst die gleiche Summe in der offiziellen Wirtschaft ganz legal verdienen.
Dabei würde „Die Beschränkung dieses „Angebotes“ auf Vollzeit-Erwerbstätige [würde]
den unerwünschten Effekt einer Veränderung regulärer Arbeit ausschließen“ (Schneider,
Arbeit im Schatten - Wo Deutschlands Wirtschaft wirklich wächst, 2004, S. 97)

 Senkung der Einkommenssteuer


Vor allem die subjektive Wahrnehmung der Steuerlast stellt den am häufigsten angege-
benen Faktor dar, warum Wirtschaftssubjekte schwarzarbeiten.26 Deswegen ist es nötig,
eine Senkung der Einkommens-, aber auch der Sozialversicherungsabgaben zu beschlie-
ßen. Würde wieder mehr „Netto vom Brutto“ übrigbleiben, wären viele Arbeitnehmer
nicht mehr dem Anreiz ausgesetzt, sich zusätzlich am Fiskus vorbei, Geld zu verdienen.

 Senkung der Umsatzsteuer bei arbeitsintensiven Dienstleistungen


Das Friseurhandwerk fordert nun schon seit 2009 unter der Kampagne „Mehrwertsteuer
runter – Beschäftigung rauf!“ die Senkung der Mehrwertsteuer auf den vergünstigten
Umsatzsteuersatz (Siehe Anhang 9). Nach dem die Europäische Union die Voraussetzun-
gen dafür geschaffen hat, um eben die Schwarzarbeit einzudämmen und positive Be-
schäftigungseffekte zu erzielen, ist es möglich, auf alle arbeitsintensiven, direkt am End-
verbraucher erbrachten und ausschließlich lokal angebotenen Dienstleistungen den ver-
günstigten Mehrwertsteuersatz einzuführen. So fordert der Zentralverband des deut-
schen Friseurhandwerks 7 % MwSt., um gegenüber den schwarz arbeitenden Kolleginnen
und Kollegen wieder ein wenig Konkurrenzfähiger zu sein.

26
Vgl. Schneider, Wiesbaden 2004, S.63-68
19

 Deregulierung von Arbeits-, Kündigungs-, Vertragsvorschriften


Viele Arbeitgeber scheuen die Einstellung von neuen Arbeitnehmern auch bei boomender
Wirtschaft. Dies liegt nicht etwa am Unwillen der Unternehmer, sondern viel mehr an den
staatlichen Vorschriften für Beschäftigungsverhältnisse. Betriebsrat, Sozialpläne, Renten-
vorsorgepläne, Kündigungsvorschriften und so weiter, sind alles Faktoren, warum sich der
Unternehmer gegen offizielle Arbeit und für illegale Beschäftigung entscheidet.
Viele Arbeitnehmer hingegen sehen die Deregulierungen für nötig, um flexibel zu bleiben,
oder aber Markteintrittshürden zu umschiffen, eben all das, was es in der Schattenwirt-
schaft nicht gibt.

6.3 Handwerk hat rutschigen Boden

„Handwerk hat goldenen Boden“ – Zumindest behauptet das der Volksmund. Wie sieht
aber die Realität aus? Lohnt es sich überhaupt noch, als kleinunternehmerischer Hand-
werker tätig zu werden? Eine Analyse anhand des Landkreises Cham soll hier die Proble-
me, Risiken und speziellen Bekämpfungsmöglichkeiten der Schwarzarbeit im Handwerk
behandeln:
Zunächst muss dafür aber geklärt werden, was Schwarzarbeit im Handwerk konkret be-
deutet. „ Schwarzarbeit leistet, “ heißt es im SchwarzArbG, „wer Dienst- oder Werkleis-
tungen erbringt oder ausführen lässt und dabei als Erbringer von Dienst- oder Werkleis-
tungen ein zulassungspflichtiges Handwerk als stehendes Gewerbe selbstständig betreibt,
ohne in der Handwerksrolle eingetragen zu sein (§ 1 der Handwerksordnung).“ (§ 1 ‚
Abs. 2 Satz 5, SchwarzArbG) Das bedeutet, dass jeder schwarz arbeitet, abgesehen von
den vorangegangen Kriterien wie z.B. „Nichterfüllung seiner steuerlichen Pflichten“
(SchwarzArbG), der Arbeiten ausführt, die einen Handwerksmeister erfordern. Somit ob-
liegt die Entscheidung, ob man nun Schwarz arbeitet, nicht dem SchwarzArbG, sondern
der Handwerksordnung, da diese zulassungspflichtige Handwerke definiert.
Gewerbe, die als zulassungspflichtige Handwerke betrieben werden können, werden in
dem gleichlautenden Anhang A der Handwerksordnung (HwO) definiert (Siehe dazu auch
Anhang 11).
Die Bekämpfung der Schwarzarbeit im Handwerk wird dabei hauptsächlich von den Kreis-
handwerkerschaften und Handwerkskammern getragen. Im Interview mit Theo Pregler,
dem Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft im Landkreis Cham, wurde dieses Thema
ausführlich diskutiert. (Vgl. Anhang 10: Interview mit Theo Pregler)
20

Das größte Problem für die Bekämpfung der Schwarzarbeit durch die Kreishandwerkerschaft ist,
laut Aussage von Herrn Pregler, dass die Kreishandwerkerschaft keine Behörde darstellt und sie
deswegen, genau so wenig wie die Handwerkskammer, Bußgeldbescheide ausstellen kann. Hier
sind sie auf die zuständigen Behörden, in diesem Fall dem Landratsamt, angewiesen. Es bedeutet
aber nicht, dass sie deswegen keine Strafverfahren in die Wege leiten können. Der Geschäftsfüh-
rer plädiert deswegen dafür, den Handwerkskammern die Befugnisse zu geben, hier selbst Buß-
geldbescheide ausstellen zu können.
Ein ganz anderes und weitaus gravierenderes Problem stellt aber die Gesetzgebung zum Bußgeld-
verfahren dar: So heißt es in § 8 Abs. 4 SchwarzArbG: „Absatz 1 findet keine Anwendung für nicht
nachhaltig auf Gewinn gerichtete Dienst- oder Werkleistungen, die

1. von Angehörigen im Sinne des § 15 der Abgabenordnung oder Lebenspartnern,


2. aus Gefälligkeit,
3. im Wege der Nachbarschaftshilfe oder
4. im Wege der Selbsthilfe im Sinne des § 36 Abs. 2 und 4 des Zweiten Wohnungsbaugeset-
zes in der Fassung der Bekanntmachung vom 19. August 1994 (BGBl. I S. 2137) oder als
Selbsthilfe im Sinne des § 12 Abs. 1 Satz 2 des Wohnraumförderungsgesetzes vom 13.
September 2001 (BGBl. I S. 2376), zuletzt geändert durch Artikel 7 des Gesetzes vom 29.
Dezember 2003 (BGBl. I S. 3076),
erbracht werden.
Als nicht nachhaltig auf Gewinn gerichtet gilt insbesondere eine Tätigkeit, die gegen geringes Ent-
gelt erbracht wird.“
Durch die Ausnahmen wird es schwierig, eine nachhaltig auf Gewinn gerichtet Tätigkeit nachzu-
weisen, zumal dann auch noch nachgewiesen werden muss, dass die Tätigkeit nicht gegen gerin-
ges Entgelt erfolgte.
21

7. Die Schattenwirtschaft in Deutschland: Das Musterbeispiel für die freie Marktwirtschaft?

Bisher wurden die Auswirkungen der Schattenwirtschaft nur einzelwirtschaftlich betrachtet, was
bedeutet dies aber Gesamtwirtschaftlich gesehen?
Gehen man davon aus, dass in der Schattenwirtschaft genauso wie in der offiziellen Wirtschaft,
Güter und Vorleistungen nötig sind und man weiterhin die Prämisse aufstellt, dass diese Güter
und Vorleistungen aus der offiziellen Wirtschaft kommen (z.B. aus dem Baumarkt bei schwarzen
Handwerksdienstleistungen), so ergibt sich durch die steigende Größe der Schattenwirtschaft ein
Vorteil für die offiziellen Sektoren in Form von größeren Absatzmengen. Zunächst klingt es Para-
dox, wenn man davon ausgeht, dass durch die Schattenwirtschaft Arbeitsplätze in der offiziellen
Wirtschaft vernichtet werden, andererseits aber durch die steigende Schattenwirtschaft neue
Arbeitsplätze bei den Produzenten der vorangehenden Güter entstehen. Ein wesentlicher Grund,
warum Wirtschaftssubjekte in die Schattenwirtschaft abwandern, ist die faktisch nicht vorhande-
ne Regulierung und Kontrolle durch den Staat. Die Prämisse des freien Marktes ist, dass keine
Regulierungen durch den Staat getroffen werden, daneben aber auch, dass nur die Gesetze von
Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen. Weniger abstrakt bedeutet dies, dass ein Schwarz-
arbeiter ein gewisses Einkommen erwartet und der Konsument hingegen so wenig wie möglich
ausgeben will, das würde bedeuten, dass mindestens einer der beiden Interessenspartner einlen-
ken und von seinem vorgesetztem Ziel abweichen muss, was in der Schattenwirtschaft zweifels-
ohne der Fall ist. Daneben ist aber auch zu beachten, dass manche Güter nicht, oder nur sehr
unwirtschaftlich produziert werden können (z.B. Kleinstaufträge). Die aufgrund der Regulierungen
eingetretene Starrheit des Preises auf dem „offiziellen“ Markt wird in der Schattenwirtschaft,
durch völliges Fehlen von Regulierungen, flexibel und somit kostengünstiger gehalten. Geht man
vom Minimalprinzip des Nachfragers aus, so sucht er sich den billigsten Preis. Wenn das Wirt-
schaftssubjekt dieses Gut nun in der Schattenwirtschaft fertigen lässt und man dabei von einer
Kostenersparnis ausgeht, so würde das bedeuten, dass es beim Nachfrager zu einer Aufhebung
der Budgetbeschränkung kommt. Zusätzliches Einkommen würde nach den volkswirtschaftlichem
Prämissen entweder gespart, oder aber verkonsumiert werden. Eine steigende Sparquote bedeu-
tet, einen positiven Effekt auf die gesamtwirtschaftliche Kapitalbildung, was sich zinssenkend und
damit investitionssteigernd auswirken würde. Investitionen bedeuten bessere Beschäftigungs-
möglichkeiten, bessere Beschäftigungsmöglichkeiten erfordern neue Arbeitnehmer, neue Arbeit-
nehmer tragen wiederum zur Verbesserung des Bruttonationaleinkommens und somit der gesam-
ten VGR bei. Bei Verkonsumieren des zusätzlichen Einkommens, würde das für die gesamtwirt-
schaftliche Erfolgsrechnung eine Steigerung des Bruttoinlandprodukts bedeuten, da die privaten
Konsumausgaben steigen würden. Steigende Konsumausgaben bedeuten größere Nachfrage,
größere Nachfrage schafft neue Arbeitsplätze, neue Arbeitsplätze bedeuten mehr Beschäftigung,
mehr Beschäftigung bedeutet eine Verbesserung des Volkseinkommens, was in konsequenter
Weiterführung zur Steigerung des BIP führt.
22

Obwohl es positive Effekte auf die wirtschaftliche Lage einer Volkswirtschaft durch die Schatten-
wirtschaft gibt, sind mindestens genauso viele negative Effekte zu verzeichnen.
Durch die Steuer- und Abgabenhinterziehung, die zwangsläufig mit Schwarzarbeit aber auch be-
wusst entsteht, entgehen dem Staat jährlich millionen Euro von Steuern, den Sozialkassen Millio-
nen von Sozialabgeben und der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung Prozentpunkte. Das Ziel
hinter den Bekämpfungsmaßnahmen sollte aber nicht sein, die Schattenwirtschaft zu vernichten,
sondern das Potenzial dieser Untergrundwirtschaft für die Realwirtschaft zu nutzen. Das Ziel soll-
te sein, Bedingungen zu schaffen, die denen der Schattenwirtschaft in Teilen ähneln. Aus diesem
Grund wurde von Schneider und Bradekow ein „7-Punkte-Programm“ geschaffen, das die Grund-
forderungen an die Politik und Wirtschaft zusammenfassend, anschaulich und für diese Seminar-
arbeit abrundend, zusammenfasst27:

1) Runter mit den Arbeitssteuern!


Die offizielle Arbeit muss sich wieder rentieren, es muss wieder mehr Netto vom Brutto
übrigbleiben, dann wäre die am meisten genannte Ursache für Schwarzarbeit ausgehe-
belt.

2) Mehrwertsteuer auf arbeitsintensive Dienstleistungen ermäßigen!


Bei sinkendem Preis, der durch die von der europäischen Union ermöglichten ermäßigten
MwSt.- Satz für arbeitsintensive Dienstleistungen entstehen würde, steigt die Nachfrage,
was mehr Beschäftigung in der Realwirtschaft bedeuten würde.

3) Runter mit den Lohnnebenkosten!


Wenn die „ehrliche“ Arbeit gegenüber der Schwarzarbeit wieder Boden wettmachen soll,
müssen nicht nur die Lohnsteuern sinken, sondern auch die Lohnnebenkosten. Eben auch
diese Kosten machen die Arbeit zu teuer.

27
Vgl. Schneider, Badekow, 2006 S. 159 - 168
23

4) Steuersystem radikal reformieren!


Die Steuerprogression macht für die meisten Arbeitnehmer den Hinzuverdienst in der of-
fiziellen Wirtschaft unrentabel. Von 100 Euro Mehrverdienst würde ein Arbeitnehmer ge-
rade die Hälfte ausbezahlt bekommen. Die oft proklamierte „Steuererklärung auf einem
Bierdeckel“ sollte hier zum Vorbild genommen werden.

5) Mini-Nebenjobs einführen!
Eine Nebentätigkeitspauschale, ähnlich wie bei Minijobs, würde einen Weg aus der Schat-
tenwirtschaft zurück in die offizielle Wirtschaft bewirken. Wie einst die Minijobs würden
dadurch viele Schwarzarbeiter den Weg zurück in die offizielle Arbeit finden.

6) Weniger reglementieren!
Würden einige Restriktionen bei der (Arbeits-) Vertragsgestalten wegfallen, die Marktzu-
trittsbeschränkungen gelockert werden, die Bedingungen für Beschäftigung gelockert und
Bürokratie abgebaut werden, so ergäbe sich ein soziales Marktwirtschaftssystem, das
dem der Schattenwirtschaft ähnlich ist, indem die Wirtschaftssubjekte aber nicht mehr
den Zwang zur Schattenwirtschaft aufgrund von Regulierungen verspüren würden.

7) Mehr Arbeitserlaubnisse für Ausländer!


„ Eine wirksame Strategie gegen die Schattenwirtschaft muss auch dafür sorgen, dass die
Arbeitsverbote für Ausländer aufgehoben oder zumindest gelockert werden.“ (Schneider
& Badekow, Ein Herz für Schwarzarbeiter - Warum Schattenwirtschaft unseren Wohlstand
steigert, 2006, S. 167)
24

8. Literaturverzeichnis

Argentur für Arbeit. Statistik der BA. Abgerufen am 20. 09 2010 von Geringfügig entlohnte
Beschäftigte - nach Gemeinden, Kreisen (jeweils zum Stichtag 30.06. des Jahres):
http://www.pub.arbeitsagentur.de/hst/services/statistik/detail/b.html

Braakmann, A. (2004). Thünen-Reihe Angewandter Volkswirtschaftstheorie Working-Paper No. 43.


Rostock: Universität Rostock.

Bund der Steuerzahler Deutschland e.V. Bund der Steuerzahler - Der Steuerzahler - Verschuldung.
Abgerufen am 24. 09 2010 von
http://www.steuerzahler.de/Verschuldung/7688c8973i1p477/index.html

Hauptzollamt Regensburg. (23. 04 2010). Erfolgreiches Jahr 2009 für das Hauptzollamt
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http://www.zoll.de/f0_veroeffentlichungen/f0_jahresbilanzen/u0_2010/a86_jahresbilanz
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Schneider, F. (2004). Arbeit im Schatten - Wo Deutschlands Wirtschaft wirklich wächst.


Wiesbaden: Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler.

Schneider, F. (23. 02 2010). Der Einfluss der Wirtschaftskrise auf die Schattenwirtschaft in
Deutschland. Linz: Institut für Volkswirtschaftslehre der Johannes Keppler Universität Linz.

Schneider, F., & Badekow, H. (2006). Ein Herz für Schwarzarbeiter - Warum Schattenwirtschaft
unseren Wohlstand steigert. Berlin: Econ ( Ullstein Buchverlage GmbH).

Schneider, F., & Enste, D. (2000). Schattenwirtschaft und Schwarzarbeit - Umfang, Ursachen,
Wirkungen und wirtschaftspolitische Empfehlungen. München [u.a.]: Oldenburg.

Schneider, F., Volkert, J., & Caspar, S. (2002). Schattenwirtschaft und Schwarzarbeit: Beliebt bei
Vielen - Problem für alle. Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft.

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http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statisti
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Stabilitaetspakt/Tabellen/Content50/DefizitSchuldenEU,templateId=renderPrint.psml

Statistisches Bundesamt. Öffentliche Finanzen. Abgerufen am 15. 08 2010 von


http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Navigation/Stati
stiken/FinanzenSteuern/OeffentlicheHaushalte/OeffentlicheFinanzen.psml

Zoll. Finanzkontrolle Schwarzarbeit. Abgerufen am 15. 09 2010 von


http://www.zoll.de/d0_zoll_im_einsatz/b0_finanzkontrolle/index.html
25

9. Anhang
26

10. Erklärung

Erklärung
Ich erkläre hiermit, dass ich diese Seminararbeit selbstständig und nur mit den angegeben
Hilfsmitteln angefertigt habe.

Oberdeschenried, 01.10.2010 __________________________________