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Stilistik-Lösungen (mit Angaben zu RHH, § 265 + Nr.

, und, wo RHH ausfällt, „Basiswissen Antike“ –


unbequem, aber vielleicht lehrreich. Vgl. a. Ovid-Textheft/Vergil-Textheft!)

1. ab igne ignem („Feuer aus dem Feuer“): 21.

2. just you, just me (vgl.: nur du und ich): 12. (19.)

3. nive candidior („weißer als Schnee“): Parádoxon (Adynaton?*) Vgl. in Basiswissen „luce clarior“ = Hyperbel
(RHH 265.3.)

4. Begin the Beguine (= karibischer Tanz, übersetzt „Flirt“): 14. (Fehlte in der Begriffsliste, Pardon!)

5. a capite ad calcem („von Kopf bis Fuß“): 20 + Assonanz (Gleichklang der Vokale)

6. Scrapple from the Apple („Panhas vom Apfel/aus New York“): 14. + Antonomasie (Ersetzung des
Eigennamens: Big Apple = N.Y., hier = Periphrase)

7. implentur Bacchi („sie füllen sich mit Bacchus“): 4.

8. Mein Haus, mein Auto, mein Boot! 12. + RHH 223.1. + Trikolon + 22. (Klimax der Statussymbole)

9. love me or leave me: 13. + 14.

10. montes aurei (a. Adj.: goldene Berge): Adynaton?* 5. (b. Subst. Berge aus = viel Gold): 3./5.

11. der Stagirít (= Mann aus Stagíra = Aristoteles): Antonomasie (Periphrase?)

12. Apparet id etiam caeco („Das sieht sogar ein Blinder“): Adynaton* (zur Not: 3.)

13. Kleine Taschenlampe brenn! 7. + 28.**

14. I‘ve got a feeling I‘m falling: 14.

15. Muschi (vgl. Vulva/lat. vulva, eigtl. = Gebärmutter): 5. (Tiername, nicht Antonomasie!) + 9.

16. Arare malim quam sic amare! („Ich würde lieber ackern als so zu lieben“): 14.

17. you and the night and the music: RHH 223.2. + Trikolon + 22. (Antiklimax? + Behagelsches Gesetz)

18. Vita brevis, longa ars („Das Leben ist kurz, dagegen lang die Kunst“): 23. + 25. + RHH 223.2.

19. dolphin dance: 5. + 20.

20. Bis dat, qui cito dat („Doppelt spendet, wer sofort spendet“): 13. + Parádoxon

21. alone together: 24.

22. Cantores amant humores („Sänger lieben Flüssigkeiten“ = Getränke, gemeint: Alkohol): 21. (+ Prägnanz:
humor bedeutet hier „bedeutungsschwanger“ mehr als gewöhnlich, hier = 9.)

23. I got plenty o‘ nuttin‘ (= of nothing): 24.

24. leonum arida nutrix („die vertrocknete Amme der Löwen“): 5. (= Wüste), arida nutrix: 24.

25. Sonne in der Nacht: Adynaton*, 5.

26. Amicus certus in re incerta cernitur („einen zuverlässigen Freund erkennt man in unsicherer Lage“): 23.
(certus/incertus) + 14. (-cert-, cern-)

27. Tritt unter mein Dach! 1. = 4.


*Adynaton („Unmöglichkeit“): Im strengen Sinne Vorgänge/Zustände, die wider die Naturgesetze sind: Flüsse
fließen bergauf, Fische schwimmen im Wald (vgl. Ovid, Sintflut), Flüsse führen Milch/ Nektar (vgl. Ovid,
Goldenes Zeitalter). Die Grenze zum Parádoxon ist unscharf, s. oben 3. und 25. (Sonne = nächtliches Neonlicht
o. ä. oder Sonne in der Nacht = Freude in der Trauer); Adynata erscheinen oft als Vergleich: eher fließen die
Flüsse bergauf, als dass ich IÜG II bestehe o. ä.

**Apostrophé wird in rhetorischen Texten (Reden) anders verwendet als in narrativen (z. B. Epen): in Reden
werden plötzlich andere als die eigentlichen, expliziten Adressaten angesprochen (iudices, Quirites, patres
conscripti, vgl. RHH 265. 28.), in Epen ebenfalls überraschend Figuren der Handlung: Medea war eine
Königstochter in Iolkos ... Medea, was tust du! (In modernen narrativen Texten ebenso überraschend der Leser.)
Doch können auch von Figuren der Handlung Dinge apostrophiert (= personifiziert) werden (vgl. oben 13.):
Schwert, steh mir bei!

Widmungen (in Proömien oder lyrischen Gedichten) gelten konventionell nicht als Apostrophaí!