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Technische Universität Braunschweig

Leichtweiß-Institut für Wasserbau

Abteilung Hydromechanik und Küsteningenieurwesen


Prof. Dr.-Ing. Hocine Oumeraci

SS 2012

Prüfungstermin: 18. September 2012


Musterlösung
K L A U S U R HYDROMECHANIK
- ohne Unterlagen -

- Dauer 120 Minuten -

N A M E:

V O R N A M E:

Matrikel-Nr.:

Klausurnummer:

Aufgabe 1 2 3 4 5 Summe
Zeitbedarf 17 23 42 24 14 120
erreichte
Punkte
Bachelorklausur Hydromechanik SS 2012 2

Aufgabe 1: Zeit: 17 min.

In Abb. 1.1 ist ein Sielbauwerk mit einem Kreissegmentverschluss dargestellt. Auf-
grund von starken Regenfällen ist die Wassertiefe im Fluss auf h3 = 8,0 m angestie-
gen. Der im Punkt O drehbare Verschluss zu der neben dem Fluss liegenden Über-
flutungsfläche soll bei diesem Wasserstand noch verschlossen bleiben.
Das Sielbauwerk ist im geschlossenen Zustand in den Punkten B und C wasserdicht.

a) Berechnen Sie jeweils den hydrostatischen Druck an den Punkten A, B, C


und O für das geschlossene Sielbauwerk.
b) Wie groß muss das Eigengewicht G des Kreissegmentverschlusses min-
destens sein, damit es bei den vorliegenden Verhältnissen gerade noch
geschlossen bleibt?
c) Zeichnen Sie in Abb. 1.1 die auf das geschlossene Sielbauwerk wirkenden
horizontalen und vertikalen Druckverteilungen ein.
d) Nennen Sie die vier wichtigsten physikalische Eigenschaften einer Flüs-
sigkeit aus der Sicht der Hydromechanik.
e) Erklären Sie warum in der Hydrostatik nur Druckkräfte und keine Zug- und
Schubkräfte auftreten können.

Gegeben:
g = 9,81 m/s2 ρW = 1000 kg/m³ r = 4,0 m
h1 = 5,0 m h2 = 4,5 m h3 = 8,0 m
b = 10,0 m xs = 2,4 m ys = 1,0 m
Regenrückhalte- Fluss
flächen

A Ansicht des Verschlusses


r h2
b
Drehlager O h3 B B´
h1 B
yS
S xS

Schwerpunkt
G
C
C C´
Abb. 1.1: Sielbauwerk mit Kreissegmentverschluss
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Aufgabe 2: Zeit: 23 min.

Das in Abb. 2.1 dargestellte Tankschiff (mit den Abmessungen lSchiff x bSchiff x
hSchiff = 350 m x 65 m x 30 m) wurde für den Transport von Rohöl entworfen. Die
Tanks 1 und 2 haben die gleichen Abmessungen (lTank x bTank x hTank = 145 m x 55 m
x 20 m). Im Rahmen der Zulassung sind verschiedene Nachweise zu erbringen.

a) Für die Berechnung der Auftriebskraft kann das hydrostatische Grundge-


setz verwendet werden. Es liefert die auf den Körper wirkenden Drücke.
Erklären Sie das Phänomen des Auftriebs anhand des hydrostatischen
Grundgesetzes für das dargestellte vollbeladene Tankschiff in Abb. 2.1
und geben Sie die Formel zur Berechnung der Auftriebskraft mit Hilfe des
hydrostatischen Grundgesetzes an.
b) Berechnen Sie jeweils den Tiefgang t des Tankschiffs mit leeren Tanks
(tleer) sowie bei vollständiger Füllung der beiden Tanks mit Rohöl (tvoll). Prü-
fen Sie, ob bei voller Beladung der geforderte Freibord von f = 10,00 m
eingehalten werden kann.
c) Berechnen Sie jeweils den Druck in Tank 2 an den Punkten P1, P2, P3 und
P4 (s. Abb. 2.1a) bei maximaler Beschleunigung amax auf gerader Strecke.
Zeichnen Sie jeweils die Druckverteilung auf die Tankinnenseiten der Sei-
tenansicht und Schnittansicht von Abb. 2.1a und Abb. 2.1b ein.

Auf dem Weg zum Zielhafen wird der vollbeladene Tanker durch starken Seegang
über die Länge des Schiffs lSchiff ausgelenkt.
Hinweis: Die Tanks sind symmetrisch in x- und y-Richtung angeordnet.

d) Ermitteln Sie rechnerisch, ob sich das Schiff unter diesen Bedingungen in


einer schwimmstabilen Lage befindet.
Falls Sie Aufgabenteil b) nicht gelöst haben, führen Sie die Berechnung
mit einem Tiefgang tvoll = h/2 durch.
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Gegeben:
g = 9,81 m/s2 ρWasser = 1025 kg/m³ ρRohöl = 970 kg/m³
lSchiff = 350 m bSchiff = 65 m hSchiff = 30 m
lTank = 145 m bTank = 55 m hTank = 20 m
mSchiff = 150000 t amax = 1,110-2 m/s² ferf. = 10 m

(a) Seitenansicht
Fahrtrichtung A

Tank 1 Tank 2
lTank/2
y lTank lTank
hSchiff
x
P1 P2
A
lSchiff /2 lSchiff /2
lSchiff

(b) Schnitt A - A
f=?

Tank 2
bTank
Rohöl hTank
P3 P4

bSchiff
Abb. 2.1: Idealisierter Schiffskörper mit Tanks zum Transport von Rohöl;
(a) Seitenansicht und (b) Schnitt A-A
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Aufgabe 3: Zeit: 42 min.

In der Schwergewichtsstaumauer Emmental befindet sich ein Wasserkraftwerk. Die


Turbine des Kraftwerks wird durch das Wasser des Stausees angetrieben.
Durch eine Rohrleitung fließt das Wasser bis zur Turbine und dann über einen freien
Auslass in einen Fluss. Die örtlichen Verhältnisse sind zusammenfassend in Abb. 3.1
dargestellt.

Gegeben:
ρW = 1000 kg/m³  = 10-6 m/s² g = 9,81 m/s²
h1 = 40,0 m h2 = 55,0 m h3 = 5,0 m
D1 = 2,0 m D2 = 1,2 m  = 0,74
L1 = 15,0 m L2 = 55,0 m L3 = 10,0m
k1 = 1,5 mm k2 = 1,0 mm  = 15°
E = 0,45 V = ? K = 0,3
A = 0,5 vA = 7,5 m/s

v=0

Schwergewichtsstaumauer

h1
Rohr1: h2
L1, k1, D1 Rohr2:
L2, D2, k2 Punkt P Widerlager Freier Auslass
E
V

Turbine  A, vA h3
Rohr3:
L3, D3, k3 K

Abb. 3.1: Wasserkraftwerk der Schwergewichtsstaumauer Emmental


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Im Punkt P vor der Turbine ist ein Prandtl‘sches Staugerät eingebaut, welches Ihnen
jeweils die Höhen hE,P = 25,0 m und hD,P = 11,0 m liefert.
a) Wie lautet die BERNOULLI-Energiegleichung und welche Annahmen müs-
sen bei der Anwendung erfüllt sein? Nennen Sie 3 Annahmen.
b) Erklären Sie anhand einer Skizze, woraus ein Prandtl‘sches Staugerät be-
steht, welche Funktion die einzelnen Bestandteile haben und welche Pa-
rameter diese liefern?
c) Bestimmen Sie jeweils die Fließgeschwindigkeiten v1, v2 und die Drücke
p1, p2 in den Rohren 1 und 2 ohne die Energieverluste zu berücksichtigen.

Nachdem die Ergebnisse für die Drücke und Fließgeschwindigkeiten vorliegen, müs-
sen nun die auf das Widerlager der Turbine wirkenden Kräfte berechnet werden.
d) Aus welchen Anteilen setzt sich die Stützkraft zusammen? Geben Sie die
Formeln und Maßeinheiten an.
e) Welche resultierende Kraft FWiderlager muss das Widerlager der Turbine auf-
nehmen?
Falls Sie den Aufgabenteil c) nicht gelöst haben, führen Sie die Berech-
nung mit einer Fließgeschwindigkeit von v1 = 6,5 m/s, v2 = 17,0 m/s und
den Drücken p1 = 380,0 kN/m², p2 = 110,0 kN/m² durch.

Nach den näherungsweisen Berechnungen mit verlustfreier Strömung sollen nun die
realen Bedingungen bei Berücksichtigung der Viskosität ermittelt werden:
f) Erklären Sie, was lokale Verluste sind und wie sie entstehen.
g) Bestimmen Sie den Zetabeiwert V für die Rohrverengung (von D1 auf D2)
nach BORDA.
h) Bestimmen Sie die Druckhöhe hTurbine, die dem System durch die Turbine
entnommen wird. Die gewählten Schnitte sind in Abb. 3.1 deutlich zu
kennzeichnen!
Falls Sie die Aufgabenteile c) und g) nicht gelöst haben, führen Sie die Be-
rechnung mit den Fließgeschwindigkeiten von v1 = 6,5 m/s, v2 = 17,0 m/s
und dem Zetabeiwert V = 3,16 durch.
i) Zeichnen Sie unter Berücksichtigung der Energieverluste die qualitative
Energie- und Drucklinie vom Einlass bis zur Turbine des Rohrsystems in
Abb. 3.1 ein.
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Abb. 3.2: Moody-Diagramm


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Aufgabe 4: Zeit: 24 min.

Der Profilquerschnitt des „Hosenbeinkanals“ entspricht einem Rechteckgerinne. Sie


werden beauftragt, die Abflussbedingungen des Gerinnes zu untersuchen.

Gegeben:
h0 = 1,50 m Q = 20,0 m³/s B0 = 8,0 m
g = 9,81 m/s²
a) Ausgangszustand b) Gründung Brückenpfeiler
Q = 20,0 m³/s Q = 20,0 m³/s
Bmax = ?
RWS
RWS

h0 h1

B0 B0

Abb. 4.1: „Hosenbeinkanal“ a) im Ausgangszustand, b) nach Gründung eines Brückenpfeilers

a) Unterscheiden Sie strömenden und schießenden Abfluss im Gerinne für


unterschiedliche Vergleichs- und Bezugsgrößen mit den Zeichen „<“ (klei-
ner) und „>“ (größer) in der folgenden Tabelle:
Vergleichsgröße Bezugsgröße Strömen Schießen
Fließgeschwindigkeit v0 Wellengeschwindigkeit c
Froude-Zahl Fr Froude-Zahl Fr = 1,0
Wassertiefe h Grenzwassertiefe hgr

b) Erläutern Sie kurz die Unterschiede für die Arten des Übergangs zwischen
den Fließzuständen, d.h. (i) von Strömen zu Schießen und (ii) von Schie-
ßen zu Strömen. Was verstehen Sie unter Wechselsprung und wann ent-
steht er?

c) Bestimmen Sie für den Rechteckquerschnitt im Ausgangszustand (siehe


Abb. 4.1 a) den spezifischen Abfluss q, die mittlere Fließgeschwindigkeit v0
sowie den Fließzustand des Gewässers.
d) Im Gerinne soll ein Brückenpfeiler gegründet werden (siehe Abb. 4.1 b).
Wie breit darf der Brückenpfeiler (Bmax) höchstens werden, damit es bei
gleichbleibendem Abfluss von Q = 20 m³/s zu keinem Aufstau im Ober-
wasser kommt?
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Bei Hochwasserabflüssen (HQ) kann die an den „Hosenbeinkanal“ angrenzende


Vorlandsfläche jeweils um 0,5 m überflutet werden (siehe Abb. 4.2).

Gegeben:
g = 9,81 m/s² h1 = 0,5 m h2 = 2,2 m
B1 = 9,0 m B2 = 8,0 m
kst,1 = 20 m1/3/s kst,2 = 30 m1/3/s
I = 1,1 ‰ für das gesamte gegliederte Gerinne

Hochwasserzustand
HQ = ? m³/s

RWS
h1
1:3
kst,1
h2

kst,2

B1 B2
Abb. 4.2: Gesamtquerschnitt des „Hosenbeinkanals“ mit Vorlandflächen

e) Berechnen Sie für den gegliederten Gesamtquerschnitt mit der Vorlandflä-


che (s. Abb. 4.2) den bei einem Wasserstand von h2 maximal möglichen
Gesamtabfluss HQ sowie die mittleren Fließgeschwindigkeiten im Haupt-
querschnitt und in dem Vorlandbereich mit unterschiedlichen Rauheiten,
die mit dem Strickler-Beiwert berücksichtigt werden (kst,1 = 20 m1/3/s im
Vorlandbereich und kst,2 = 30 m1/3/s im Hauptquerschnitt).
Führen Sie die Berechnung mit einem Gefälle I = 1,1 ‰ für den Fließquer-
schnitt des gesamten gegliederten Gerinnes durch.
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Aufgabe 5: Zeit: 14 min.

Für zwei Bodenproben sollen im Labor Durchlässigkeitsversuche zur Bestimmung


des Durchlässigkeitskoeffizienten kf jeweils im Versuchsaufbau I (Abb. 5.1a) und
Versuchsaufbau II (Abb. 5.1b) durchgeführt werden.
Hinweis: Es ist eine verlustfreie Strömung in der Zuleitung, konstante Druckhöhe
und eine gleichmäßige Durchströmung der Bodenproben anzunehmen.

Gegeben:
a = 4cm b = 5cm c = 6cm d = 1cm
e = 3cm Δh = 10cm d50 = 1mm vf,1 = 0,00045m/s
kf,2 = 3∙10-6m/s  = 10-6m2/s p = 10%

Versuchsaufbau I Versuchsaufbau II
Q Q

Q Q
△h △h

kf,1 d kf,1 kf,2


a e
c c

b b

Abb. 5.1: Versuchsaufbauten zur Bestimmung des Durchlässigkeitskoeffizienten von zwei ho-
mogenen Bodenproben: a) Versuchsaufbau I Boden 1 und b) Versuchsaufbau II mit
Boden 1 und Boden 2 (jeweils mit Durchlässigkeitskoeffizienten kf1 und kf2) in Reihen-
schaltung

a) Berechnen Sie den Durchfluss Q in ml/min für Versuchsaufbau I, wobei die


Filtergeschwindigkeit mit vf,1= 0,00045m/s gegeben ist.
b) Berechnen Sie die mittlere Fließgeschwindigkeit vm in den Poren bei einem
Porenanteil von p = 10% für Versuchsaufbau I. Erklären Sie den Unter-
schied zwischen der mittleren und der fiktiven Filtergeschwindigkeit.
c) Bestimmen Sie unter Berücksichtigung der Randbedingungen den Durch-
lässigkeitskoeffizienten kf,1 für Versuchsaufbau I. Überprüfen Sie, ob das
Filtergesetz von DARCY anwendbar ist.
d) Bestimmen Sie den äquivalenten Durchlässigkeitskoeffizienten kf,äq für
Versuchsaufbau II. Die Anwendbarkeit des Filtergesetzes von DARCY
muss nicht überprüft werden. Wenn Sie Aufgabenteil c) nicht bearbeitet
haben, nehmen Sie für den Durchlässigkeitskoeffizienten kf,1=2∙10-4m/s an.
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Musterlösung Aufgabe 1

a)

Berechnung den hydrostatischen Druck:


p    g h

Gegeben:
ρw=1000 kg/m3
g=9,81 m/s2
h1=5,0 m
h2=4,5 m
h3=8,0 m
Gesucht:
pA, pB, pC, pO =? [N/m2]

- Druck im Punkt A:
h0m

p A  9,81 1000  0  0 N m 2 ( Pa )

- Druck im Punkt B:

h  h1   h3  h2   5, 0  (8, 0  4, 5)  1, 5 m

p B  9,81 1000 1, 5  14715 N m 2 ( Pa )  14, 715 kN m 2 ( kPa )

- Druck im Punkt C:

Da das Kreissegment im Punkt C dicht ist, muss man den hydraulischen Druck auf
der rechten und linken Seite des Punktes C bestimmen.

Druck auf der rechten Seite:

h  h3  8, 0 m

pC , r  9,81 1000  8, 0  78480 N m 2 ( Pa )  78, 48 kN m 2 ( kPa )

Druck auf der linken Seite:

h  h1  5, 0 m
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pC ,l  9,81 1000  5, 0  49050 N m 2 ( Pa )  49, 05 kN m 2 ( kPa )

- Druck im Punkt O:

h  h2  4, 5 m

pO  9,81 1000  4, 5  44145 N m 2 ( Pa )  44,145 kN m 2 ( kPa )

b)

Berechnung des Gewichtes G:

Gegeben:
ρw=1000 kg/m3
g=9,81 m/s2
h1=5,0 m
h2=4,5 m
h3=8,0 m
b=10 m
α=45°
Gesucht:
G =? [N]

Berechnung der auf der rechten Seite des Verschlusses wirkenden Kräfte:

Druck am Punkt O:

h  h2  4, 5 m

pO  9,81 1000  4, 5  44145 N m 2 ( Pa )  44,145 kN m 2 ( kPa )

Druck am Punkt C auf der rechten Seite:

h  h3  8, 0 m

pC , r  9,81 1000  8, 0  78480 N m 2 ( Pa )  78, 48 kN m 2 ( kPa )

Berechnung der Fläche des Verschlusses:

A  r  b  4, 0 10, 0  40, 0 m²

die aus einem Viereck resultierende Kraft (siehe Abb. 1.2):


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Fr ,1  pO  A  44145  40, 0  1765800 N  1765,8 kN

die aus einem Dreieck resultierende Kraft (siehe Abb. 1.2):

Fr ,2  0.5  pC ,r  pO   A  0.5  78480  44145  40, 0  686700 N  686, 7 kN

Berechnung der auf der linken Seite des Verschlusses wirkenden Kräfte:

Es ist nicht nötig diese Kraft zu berechnen, da sie kein Drehmoment um Punkt O
ausübt (siehe Abb. 1.2).

Regenrückhalte- Fluss
flächen
O
pO
A
r h2
r
Drehlager O h3
h1 B pO
yS
S xS
Fr,1 0,5r
Fl
G
C Fr,2
C
pC,r Fr pC,r
1/3r

Berechnung des Gewichtes G aus der Gleichung für das Drehmoment um Punkt O:

M O 0

Fr ,1  0,5  r  Fr ,2  2 3  r  G  xS  0

1 1
G
xS
 Fr ,1  0,5  r  Fr ,2  2 3  r  
2, 4
1765800  0,5  4, 0  686700  2 3  4, 0 
G  223450 N  2234,5 kN

G 2234,5 kN
mGewicht    227, 77t
g 9,81 m s 2
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c)

Horizontale und vertikale Druckverteilung

B O

d)

Physikalische Eigenschaften einer Flüssigkeit:

Dichte, Viskosität, Oberflächenspannung (Kapillarität), Kompressibilität (Volu-


menelastizität).

e)

Eine hydrostatische Flüssigkeit ist eine ruhende, inkompressible Flüssigkeit, auf die
nur Pressung-, Schwer- und Trägheitskräfte wirken.

Somit können in der Hydrostatik nur Druckkräfte auftreten, weil Flüssigkeiten keine
Zugkräfte übertragen können und da Reibung (Schubkräfte) bei ruhenden Flüssigkei-
ten nicht vorhanden ist.
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Musterlösung Aufgabe 2

a) Erläuterungen zum Auftrieb nach dem hydrostatischen Grundgesetz

Wenn der Auftrieb über das hydrostatische Grundgesetz berechnet werden soll,
müssen die auf den Schiff wirkenden Drücke berücksichtigt werden. Hierbei sind die
vertikalen Drücke maßgebend. Die horizontalen Drücke sind für den Auftrieb irrele-
vant.

FA    g  t voll  lSchiff  bSchiff


FA    g  t voll  A Schiff

b) Berechnung des Tiefgangs

Fall 1 (leeres Schiff)

mSchiff 150000000kg
t1    6, 43m
  bSchiff  lSchiff 1025 kg  350m  65m

Fall 2 (vollständig beladenes Schiff)

m Öl  2  (lTank  b Tank  h Tank Öl )  2  (55m 145m  20m  970 kg


)  309430000kg

m Gesamt  mSchiff  m Öl  150000000kg  309430000kg  459430000kg

m Gesamt 459430000kg
t2    19, 70m
  bSchiff  lSchiff 1025 kg  350m  65m

f  h Schiff  t 2  30, 00m  19, 70m  10,30m

Der erforderliche Freibord bei maximaler Beladung wird eingehalten.

c) Berechnung der Drücke

a resultierend  a max ²  g²  (1,1102 m )²  (9,81 m )  9,81 m


s² s² s²

Im Tank ergibt sich eine theoretische Auslenkung e1 von:

amax e
tan    1
g l/2
2 m
amax  lTank 1,1 10 s²
145m
e1    0, 081m
2g 2  9,81 m

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Druck im Punkt 1

p1  Öl  g  (h Tank  e1 )  970 kg  9,81 m  (20, 00m  0, 081m)


m³ s²
 189540N  189,5kN

Druck im Punkt 2

p 2  Öl  g  (h Tank  e1 )  970 kg  9,81 m  (20, 00m  0, 081m)


m³ s²
 191087N  191,1kN

Druck in den Punkten 3 und 4 ist gleich, weil es keine Kurvenbeschleunigung gibt.

p3  p 4  Rohöl  g  h Tank  970 kg  9,81 m  20, 00m


m³ s²
 190314N  190,3kN

(a) Seitenansicht
Fahrtrichtung A

Tank 1 Tank 2
lTank/2
y lTank lTank
hSchiff
x
P1 P2
A
lSchiff /2 lSchiff /2
lSchiff

(b) Schnitt A - A
f=?

Tank 2
bTank
Rohöl hTank
P3 P4

bSchiff
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d) Berechnung der Schwimmstabilität

Berechnung von Körper- und Verdrängungsschwerpunkt auf der z-Achse

h Schiff
s k,z   15m
2

t2
s v,z   9,85m
2

Abstand Körper- und Verdrängungsschwerpunkt

h k  s k,z  s v,z  15m  9,85m  5,15m

Flächenträgheitsmoment:
3
lSchiff  bSchiff (350m)³  65m
I0    232239583,3m 4
12 12

Verdrängtes Wasservolumen

VV  bSchiff  lSchiff  t 2  65m  350m 19, 7m  448175m3

Metazentrische Höhe

I0 232239583,3m 4
hm   hk   5,15m  513, 04m
Vv 448175m³

da hm > 0, befindet sich der Körper in einer stabilen Schwimmlage.


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Musterlösung Aufgabe 3

a)

Bernoulli-Gleichung:

v0 ² p
 0  z 0  h E  konst.
2  g w  g

Folgende Annahmen müssen für die Bernoulli-Gl. Erfüllt sein:


Reibungsfreie Strömung, stationäre Strömung, inkompressible Flüssigkeit und ein-
dimensionale Strömung

b)

Kombination aus Piezo- und Pitotrohr zur Messung der Fließgeschwindigkeit. Das
Piezorohr liefert die Druckhöhe und das Pitorohr die Energiehöhe.

c)

Bestimmung der Fließgeschwindigkeit in Rohr 2 mit dem Prandtl’schen Staugerät


von Punkt P:

v2 ²
h  h E,P  h D,P  25, 0  11, 0  14, 0m 
2g
 v 2  2  9,81 14, 0  16, 57m / s
 Q 2  v 2  A 2  16,57 1,13  18, 74m 3 / s

Bestimmung der Fließgeschwindigkeit in Rohr 1 mit der Kontinuitätsgleichung:


 Q1  Q 2  18, 74m 3 / s

16,57 m   1, 2m 
2
v A s 4
 v1  2 2   5,97 m
A1  s
  2, 0m 
2

4
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Bestimmung des Drucks in Rohr 2 mit dem Prandtl’schen Staugerät:

p2
h D  11, 0m 
w  g
 p 2  11, 0 1000  9,81  107910N / m 2

Bestimmung des Drucks in Rohr 1 mit der Bernoulligleichung:

v=0 Schnitt 0

Schwergewichtsstaumauer

h1
Rohr1: h2
L1, k1, D1 Rohr2:
L2, D2, k2 Punkt P Widerlager Freier Auslass
E
V Schnitt 2

Schnitt 1 Turbine  A, vA h3 z=0
Rohr3:
L3, D3, k3
K

v0 ² p v² p
 0  z 0  1  1  z1
2  g w  g 2  g w  g
5,97² p
0  0  60   1  20
2  9,81  w  g
 p1  374600, 74N / m 2

d)

Die Stützkraft setzt sich aus der Druck- und Impulskraft zusammen.

S  Fp  I
S  pA  Q v

e)

kN t m³ m
S1  S2  p 2  A  Q    v 2  107,91 2
 1,13m 2  1,0  18,74  16,57  432,7kN
m m³ s s
S1,H  S1  cos   300, 49kN  cos15  418,0kN
S1,V  S1  sin   300, 49kN  sin15  112,0kN
S2,H  0
S2,V  432,7kN

S1,H  S2,H   S1,V  S2,V 


2 2
FWiderlager    418,0kN 2  112,0kN  432,7kN 2  526,8kN
Bachelorklausur Hydromechanik SS 2012 20

f)

Am Beispiel eines Schieberverlustes wollen wir zeigen, dass alle lokalen Energiever-
luste dem Wesen nach Stoßverluste (wie BORDA-Verlust)* sind, weil sie lokal infolge
einer Kontraktion (Fließquerschnittsverengung) entstehen.

Alle lokalen Verluste entstehen durch die Kontraktion des Fließquerschnitts infolge
Strömungsablösung, die zu einem Totraum (Wirbelwalze) führt. Diese Walze entzieht
der Hauptströmung Energie, die infolge Reibung unwiederbringlich verloren geht.

g)
2 2
  D  2    2, 0m  2 
 V  1   1    1     3,16
  D 2     1, 2m  
   

h)

v=0 Schnitt 0

Schwergewichtsstaumauer

h1
Rohr1: h2
L1, k1, D1 Rohr2:
L2, D2, k2 Punkt P Widerlager Freier Auslass
E
V Schnitt 2

Schnitt 1 Turbine  A, vA h3 z=0
Rohr3:
L3, D3, k3
K

Bestimmung von hTurbine


v0 ² p v ² p
 0  z 0  2  2  z 2  h Turbine  h i  h r
2  g w  g 2  g w  g
Gewählte Schnitte:
v0 ² p v ² p n
L v2 m
v2
 0  z 0  2  2  z 2  h Turbine   i  i  i    i  i
2  g w  g 2  g w  g i 1 Di 2  g i 1 2g

Schnitt 2 liegt im Auslass A.


v0  0 v A  7,5m / s
p0  0 p A  0m
z 0  60, 0m zA  0
Bachelorklausur Hydromechanik SS 2012 21

Reibungsverluste:

5,97 m  2, 0m
v1  D1 
Re  s   1,19  10 7

 k  106 m² 
1  f  Re, : s   1  0, 0191
 D k1 0, 0015m 
  7,5 104 
D1 2, 0m 

16,57 m 1, 20m


v2  D2 
Re  s  1,99  10 7

 k  106 m² 
2  f  Re,  : s   2  0, 0195
 D  k 0, 001m 
  8,33 104 
D 1, 20m 

L v12 L v2
h r  1    2   2
D 2g D 2g

 
2

15, 0m 5,97 m
h r  0, 0191   s
2, 0m 2  9,81 m
s2

55, 0m 16,57 s  10, 0m 16,57 s 


2 2
m m
 0, 0195    0, 0195    15, 05mWS
1, 20m 2  9,81 m 2
1, 20m 2  9,81 m 2
s s
Lokale Verluste:
Beim Übergang von Rohrleitung 1 zur Rohrleitung 2 wird die Geschwindigkeit v2 an-
gesetzt, um den ungünstigeren Fall zu berücksichtigen!
v12 v2
hi   E  V  2
2g 2g

 5,97 m  16,57 m  16,57 m   7,5 m 


2 2 2 2

h  0, 45  s  3,16  s  0,3  s  0,5  s


i
2  9,81 m 2  9,81 m 2  9,81 m 2  9,81 m
s2 s2 s2 s2
h i  50, 67 mWS
Lösen der BERNOULLI-Gleichung nach hTurbine:
v0 ² p v ² p n
L v2 m
v2
 0  z 0  A  A  z A  h Turbine   i  i  i    i  i
2  g w  g 2  g w  g i 1 Di 2  g i 1 2g
 0m  0m  60, 0m  2,87m  0m  0m  h Turbine  15, 05m  50, 67m
 h Turbine  8,59 mWS
Bachelorklausur Hydromechanik SS 2012 22

i)

v=0

ELideal

h1 EL
h2
L1, k1, D1 DLideal

L2 Widerlager Freier Auslass


E=0 DL
E
V

Turbine A, vA h3
D2, k2
L3
K
Bachelorklausur Hydromechanik SS 2012 23

Musterlösung Aufgabe 4
a) Unterschiede Strömen & Schießen
Vergleichsgröße Bezugsgröße Strömen Schießen
Fließgeschwindigkeit v0 Wellengeschwindigkeit c < >
Froude-Zahl Fr Froude-Zahl Fr = 1,0 < >
Wassertiefe h Grenzwassertiefe hgr > <

b) Unterschiede für die Arten des Übergangs zwischen den Fließzuständen


(i) Übergang strömen zu schießen:
kontinuierlich, Energieverlust vernachlässigbar
(ii) Übergang schießen zu strömen
diskontinuierlich, starker Energieverlust, Wasserwalzen entstehen
 wird als Wechselsprung bezeichnet

c) Vor dem Einbau des Brückenpfeilers:


Spezifischen Abfluss q
Q 20 m³ / s
q   2, 50 m³ / (s  m)
Bm 8m
Fließgeschwindigkeit v0
Q 20 m³ / s
v0    1, 67 m / s
A  8 m 1,5 m 
Fließzustand des Gewässers
v0 1, 67
Fr    0, 43  1 strömender Abfluss
g  h0 9,811,50
d) Berechnung der vorhandenen Energiehöhe hE,vorh:
v2 1, 67 2
h E,vorh  konst.  0  h 0   1,5  1, 64 m
2g 2  9,81
Berechnung der erforderlichen Energiehöhe ohne Aufstau hE,erf:
v2
h E,erf  h E,gr  gr  h gr  1,5  h gr  h E,vorh  1, 64 m  konst.  h E,gr  1,5  h gr  h gr  1, 09 m
2g
Bestimmung der minimalen Breite:

q2 (Q / b3 ) 2 Q 20, 0
h gr  3 3  Bmin    5,58 m
g g  h 3gr  g  1, 093  9,81
Bestimmung der maximal möglichen Reduzierung der Breite Bmax durch die
Gründung eines Brückenpfeilers:
Bmax  8, 0  5,58  2, 42 m
Bachelorklausur Hydromechanik SS 2012 24

e) Leistungsfähigkeit des erweiterten Querschnitts mit Vorlandfläche Gesamtab-


fluss Q, Fließgeschwindigkeiten v im Hauptquerschnitt und Vorlandbereich
HQ:
A 2  B2  h 2  8, 0  2, 2  17, 6 m²

U 2  B  h 2   m  h   B 2  2  h 2  8, 0  2  2, 2  12, 4 m
2

A 2 17, 6
R2    1, 42m
U 2 12, 4

v 2  k st ,2  I1/ 2  R 2 / 3  30  0, 00111/ 2 1, 42 2 / 3  1, 26 m / s

Vorland:
A1  B1  h1  0,5  m  h12  9, 0  0,5  0,5  3, 0  0,52  4,125 m²

 m  h1   3, 0  0,5
2 2
U1  B1  m  h1   h12  9, 0  3, 0  0,5   0,52  9, 08 m

A1 4,125
R1    0, 45 m
U1 9, 08

v1  k st ,1  I1/ 2  R 2 / 3  20  0, 00111/ 2  0, 45 2 / 3  0, 39 m / s

Gesamtabfluss
Q ges  A 2  v 2  A1  v1  17, 6 1, 26  4,125  0, 39  23, 73 m³ / s
Bachelorklausur Hydromechanik SS 2012 25

Musterlösung Aufgabe 5

a) Berechnung des Durchflusses Q:


Q  v f  A ges  0, 00045m / s  0, 05m  0, 06m  1, 35  106 m 3 /s= 0,00135l/s ( 81ml/min)

b) Berechnung der fiktiven Fließgeschwindigkeit:

A i  A ges  p  0, 05m  0, 06m  0,1  3, 0  10 4 m 2

A ges 3  10 3 m 2
v m  vf   0, 00045m/s   0, 0045m/s=4, 5  103 m/s
A i
4
3, 0  10 m 2

Fiktive Fließgeschwindigkeit: Die fiktive Strömungsgeschwindigkeit wird auf


den gesamten Querschnitt Ages der Bodenprobe bezogen und nicht nur auf
den Fließquerschnitt der Porenkanäle.
Mittlere Fließgeschwindigkeit in den Poren: tatsächliche mittlere Fließge-
schwindigkeit durch den tatsächlichen Fließquerschnitt ΣAi.
Die DARCYsche fiktive Filtergeschwindigkeit vf ist kleiner als die tatsächliche
Geschwindigkeit vm in den Porenkanälen.
c) Überprüfung der Anwendbarkeit von DARCY:
v f  d 50 0, 00045m /s  0, 001m
Re    0, 45  1  5
 10 6 m 2 /s
 laminare Strömung  DARCY ist anwendbar

Berechnung des Durchlässigkeitskoeffizienten kf für Versuchsaufbau I:


Q L 0, 04m
kf   vf   0, 00045m / s   1,8 104 m / s
A ges  I h 0,1m

d) Berechnung des äquivalenten Durchlässigkeitskoeffizienten kf,äq für Ver-


suchsaufbau II  Böden in Reihenschaltung
h m 0,1m
k f ,2  3 106 
L 2 s 0, 01m
h1    0, 0048m
k f ,1 k f ,2 4 m 6 m
 1,8 10 3 10
L1 L 2 s  s
0, 03m 0, 01m
h m 0, 0048m
v f ,2  vf ,1  k f ,1  1  1,8 104   2,88 105 m / s
L1 s 0, 03m
Lges 0, 01m  0, 03m
k f .äq  vf   2,88 105 m / s   1,152 105 m / s
h 0,1m