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ROM

Romulus 753-715 v. Chr.


Nach römischer Sage wurde die Stadt Rom am 21 April 753 v. Chr. von Romulus gegründet: Während seiner Herrschaft er-
hielten Flüchtlinge in Rom Asyl. Die neuen Siedler hatten jedoch unter Frauenmangel zu leiden. Das Problem wurde gelöst,
indem man die benachbarten Stämme einschließlich der Sabiner zu einem Fest einlud.
Mitten im Spiel jedoch stürzten die römischen Krieger sich auf ihre Gäste, sprengten sie auseinander und ergriffen alle jungen
Mädchen, deren sie habhaft werden konnten. Da ihre Väter und Brüder waffenlos gekommen waren, blieb ihnen nichts übrig,
als zu fliehen. Sie schworen furchtbare Rache, aber die geraubten Mädchen beruhigten sich bald und ließen sich eine nach der
anderen zur Ehe bestimmen.
Als die Sabiner später mit einem starken Heer zurückkehrten und den Römern eine verzweifelte Schlacht lieferten, warfen die
geraubten Frauen sich mit ihren Kindern unter die Kämpfenden und flehten sie an, das Blutvergießen zu beenden: "Um unse-
retwillen wird der Krieg geführt, um unseretwillen werden hier unsere Männer und dort unsere Väter und Brüder verwundet
und erschlagen. Weit besser, wir sterben, als wir leben ohne euch als Witwen und Waisen!" Eine allgemeine Verbrüderung
folgte, und um ihren Bund zu besiegeln, verschmolzen Römer und Sabiner zu einem Staat.
Zwischen 12. und 7.Jhdt: Einwanderung der Latiner, Samniten, Griechen und Etrusker (unter den Etr. wird Rom
zur Stadt); Römer übernehmen Orakel [Vogelschau (Flug / Nahrungsaufnahme) Ö Auguren und Eingeweide-
schauer (Lebermissbildung) Ö Haruspices] und gesellschaftliche Schichtung:
Ö Patrizier (Adel) Plebejer (polit. rechtlose Volksmasse)
polit. ENTWICKLUNG: Königszeit: 753-510 - Republik: 510-27 - Kaiserzeit: 27-476 –Prinzipat, Dominat

I. KÖNIGSZEIT:
Sieben Könige: oberster Heerführer, Richter, Priester (pontifex maximus).
In dieser Funktion Hilfe von den FETIALEN (Diplomaten, erkl. dch. Schleudern der Lanze Ö Krieg (Fehdehand-
schuh!) und VESTALINNEN (jungfr. Priesterinnen) und SEHER (Auguren und Haruspices, die neben der Ein-
geweideschau auch aus Blitz und Donner vorhersagen).
GESELLSCHAFT: Patrizier (Adel, polit. einflussreich)
Plebejer (plebs – Menge) frei, polit. rechtlos
Klienten (Pächter, Tagelöhner, … Teile der Hausgemeinschaft, des Patrons)
Sklaven
WIRTSCHAFT: va Ackerbau und Viehzucht; Handel und Gewerbe vernachlässigt.

II. REPUBLIK

PATRIZIER
SENAT MAGISTRATE (Beamte)
300 gewesene Beamte * zwei Konsuln führen Heer [oberste Richter (Priester?); in diesem Jahr niemand
(=Gesamtheit der Erfahrungen verantwortlich; Recht, Senat und Comitien einzuberufen]
und der Kriegsführung; bleiben * Prätor: Richter
auf Lebenszeti Senatoren); eigentl. * Ädil: Polizei
beratendes Oragn, in der Realität * Quästor: Staatskasse
aber Stadtregierung! Jedes Amt wird von zwei Männern geführt (Kollegialität)
* Diktator – in Zeiten der Gefahr (halbes Jahr)
* Zensor - Finanzbeamter
* jährl. Wahl (Annuität)

PLEBEJER
va Kleinbauern, einige auch Händler und Handwerker; von jedem Amt ausgeschlossen; Stimme nur in der Volks-
versammlung (=Comitien). Ö Wahl der Beamten (wählen so, wie der Patron verlangt), Abstimmung über Gesetze
und über Kriegserklärung.

Innenpolitik:
Aufgrund vieler Kriege Ö Verarmung der Plebejer Ö konnten im Gegensatz zu Patriziern (Sklaven, Hörige) ihre
Felder nicht bestellen, entscheiden aber andererseits Kriege Ö wollen Mitspracherechte Ö
494- 287: STÄNDEKÄMPFE
490-494: Einführung des Volkstribunats (darf - außer in Kriegszeiten –Gesetze vorschlagen, Veto gegen Beamte
einlegen, ist immun ('sakrosankt'), gibt einzelnen Bürgern Hilfe
471: Einführung der Tributkomitien. Kern des Heeres Ö weiterhin Bauern, von röm. Bürgern abstam-
mend Ö PROLETARIER ('proles' – Nachkommen) = Ersatzleute. Dienstpflicht: 17-60 (17-45 Feldarmee, 46-60
Stadtverteidigung)
451: Zwölftafelgesetze Ö systemat. Sammlung bisheriger Rechtsgewohnheiten; Grundlage der
röm. Rechtssprechung, auf dem Forum öffentlich aufgestellt.
445: Aufhebung des Eheverbots zw. Patriziern und Plebejern. Patrizier und Plebejer ver-
schmelzen zum Amtsadel = NOBILITÄT; im Gegensatz dazu bildet sich der Geldadel = RITTER
(‚Waffenhändler‘); Nobilität und Ritter schanzen sich gegenseitig Ämter zu.
ab 367 können auch Plebejer KONSUL werden, ab ca 300: Zulassung der Plebe-
jer zu allen Ämtern und Priesterkollegien
287: Ende der Ständekämpfe ERGEBNIS: Innerer Frieden, der wesentl.
zu Machtsteigerung Roms beiträgt.

Außenpolitik:
498-265 Krieg mit sämtlichen Nachbarn + Unterwerfung Mittel- und Süditalens. Röm. Bundesgebiet: ca 3 Mill.
Ew. 700.000 Waffenfähige
264 v. Chr. - 146 v. Chr. DIE PUNISCHEN KRIEGE
KARTHAGO hatte sich zur bedeutendsten Handelsmacht des westl. Mittelmeeres entwickelt. Rom und Karthago gut
nachbarliche Beziehungen - Konflikt entzündet sich in SIZILIEN.
1. PUNISCHER KRIEG(264-241)
Nach jahrelangen Kämpfen in und um Sizilien erringt Rom schließlich mit aus privaten Mitteln gebauter Flotte den Sieg
über Karthago. Ö 1. PROVINZ, kurz darauf Einverleibung Korsikas und Sardiniens und Landnahme auf der Balkan-
halbinsel. Die Gallier (N-Italien / Kelten) fühlen sich durch die aggressive Politik bedroht Ö Krieg Ö Rom sichert sich
N-Italien bis zu den Alpen und legt 'Festungsstädte' an (Aquileia).
2. PUNISCHER KRIEG (218v.Chr.-201v.Chr.)
Karthago weicht nach nach Spanien aus. Römer Ö schließen "EBROVERTRAG", brechen diesen jedoch. HANNI-
BAL unterwirft die Stadt, fällt, vom Norden kommend, in N-Italien ein. Römer tragen den Krieg nach Karthago:
*) Katharg. Flotte wird verbrannt
*) riesige Kriegsentschädigungen sind zu zahlen
*) Karthage darf in Afrika ohne Zustimmung der Römer keinen Krieg
3. PUNISCHER KRIEG (149v.Chr.-146v.Chr.)
Karthago erholt sich wider Erwarten schnell Ö Rom provoziert Ö Karthago vollständig zerstört, die Überleben-
den' als Sklaven verkauft. AFRICA wird neue Provinz Roms.

Innenpolitik:
Proletarierproblem – Reformversuche der Gracchen
Diese krieger. Außenpolitik führt zum Anwachsen des römischen Staatslandes und gleichzeitig zur Dezimierung
der bäuerl. Bevölkerung. Kriegsgefangene Sklaven arbeiten auf den Latifundien der Großgrundbesitzer Ö diese
produzieren billiger, können daher auch mehr Staatsland dazupachten, während die Kleinbauern immer mehr ver-
schulden Ö LANDFLUCHT Ö starker Anstieg des Prolet. in den Städten Ö verkaufen ihre Stimmrechte an
Meistbietenden Ö Senat bezahlt 'Bestechungsgelder' (Getreidespenden, Zirkusspiele – panem et circenses) Ö
belastet die Staatsfinanzen und wird von polit. ehrgeizigen Männern schnell missbraucht Ö anstelle der Stände-
kämpfe zw. Patriziern und Plebejern um polit. Rechte tritt nun der Kampf zw. ARM und REICH.
Die Brüder Tiberius und Gaius GRACCHUS versuchen mit einer Bodenreform die Neuschaffung des italischen
Bauerntums und gleichzeitig die Wiedererneuerung der Wehrkraft. Als Volkstribunen (beide entstammen der No-
bilität) greifen sie auf Ideen aus den Ständekämpfen zurück, werden jedoch bei diesen Auseindersetzungen in
Straßenkämpfen erschlagen. Die Gruppe, die ihr Werk fortsetzt, nennt sich die POPULARES ('Volkspartei') – im
Gegensatz zur Senatspartei, den OPTIMATES (die 'Besten')
Sklavenaufstände
73 fliehen Gladiatoren aus der Gladiatorenschule von Capua und dem Thraker Spartakus und den gallischen Kel-
ten Crixus und Oenomaus. Nach verlorenen Feldschlachten ziehen sich die Römer zurück, Spartakus will in Sizili-
en eigenen Staat gründen. Nach vergeblichen Versuchen, ihn im Süden einzuschließen – Spartakus durchbricht 6-
Legionen-Wall (= rund 36.000 Mann), zerbricht seine Schlagkraft an inneren Zwistigkeiten der Sklaven, 71 wer-
den sie vernichtend geschlagen, 6000 entlang der via appia gekreuzigt.
PRINZIPAT / DOMINAT
Augustus verschleierte sein Kaisertum durch den Titel PRINZEPS, er ist gleichzeitig Konsul, Volkstribun,
Zensor und Pontifex Max. Beamte verwalten den Staat, Die Prätorianer werden seine Leibwache.
Die drei öster. Provinzen (Raetium Noricum Pannonien vergrößern das Reich, die Ausdehnung Richtung "Ger-
mania" wird im Teutob.Wald durch 9.Chr. den Cherusker Arminus gestoppt
Das jul.-claud. Ks.haus {Tiberius, Caligula [Schreckensherrschaft, von Leibgarde ermordet], Claudius [erster von den
Soldaten gewählter Ks. – Eroberung Britanniens] und Nero: 14-68} ist für Rom segensreich, in den letzten Lebensjahren
packt NERO jedoch der Cäsarenwahn, er lässt die Verwandtschaft ausrotten, fühlt sich als musischer Olympionike, nutzt den
Brand Roms um Staatsfeinde (v.a. Christen - Paulus; Petrus stirbt den Märtyrertod im Circus) zu erledigen und lässt ihr Ver-
mögen einziehen. Von Provinzarmee gestürzt und zu Selbstmord gezwungen.

Vier-Kaiser-Jahr

Unter den Flaviern (Vespasian, Titus (Vollendeung des Colosseums), Domitian; 69-96) kommt es zur Vertreibung
der Juden aus Palästina - Diaspora und zur Zerstörung der Städte Pompeji und Herculaneum durch den Vesuvaus-
bruch. Ab Domitian (Gewaltherrscher – ermordet!) beginnt das Reich sich durch den Bau des LIMES einzuigeln.

Adoptivkaiser (96-193) Unter Trajan erlangt das Reich zu Beginn des 2. Jhdts die größte Ausdehnung bis tief
hinein ins ehemalige Persische Reich. Unter seinem Nachfolger Hadrian: Abschottung in England
(Hadrianswall); aufgrund der Reichssicherheit noch einmal kulturelle Blüte.
Marc Aurel – ein Humanist auf dem Kaiserthron – muss die Parther abwehren und erlebt eine immense Reichs-
schwächung durch die eingeschleppte Pest (Ösiedelt Germanen an!), sein Sohn sieht bereits ein zerfallendes Reich,
das sich immerhin noch dreihundert Jahre dahinschleppt.

Auf die Dynastie der Severer (die Frauen spielen hier eine immer größere Rolle; zum ersten Mal nun Afrikaner als Kai-
ser!) folgt für rd. 70 Jahre die unruhige Zeit der Soldatenkaiser, die geprägt ist von innerer Instabilität aufgrund
von Bürgerkrieg und Bedrohung durch germanischen Stämme. Am Ende der Soldatenkaiser führen diese Kriege in
der zweiten Hälfte des 3. Jhdts. zu einer veritablen Wirtschaftskrise (Inflation, Mangel an Sklaven).

Innerhalb von 270 Jahren entwickelte sich so aus der Monarchie eine streng absolute, die des DOMINATS
[Diocles, Sohn eines dalmatin. Freigelassenen, lässt sich 284 zum Ks. ausrufen; er romanisiert seinen Namen
DIOKLETIAN und lässt sich als 'Herr und Gott' anreden; er fordert die Adoratio (Kniefall, 'Anbetung' – orientali-
scher Despotismus)]. Unter ihm die größte Christenverfolgung
Er dezentralisiert die Regierung, teilt die Herrschaft [zwei Augusti ernennen jeweils einen Caesar, der ihnen nach
20 Jahren nachfolgt,…. Die Hauptstädte werden im Westen MAILAND bzw. Aquilea, im Osten NICODEMIA
(Türkei). Später stellte er jedem Augustus noch einen Caesar zur Seite, "Herrschaft der Vier" - TETRARCHIE.
Das Reich wird in Diözesen und Provinzen aufgeteilt und schließlich 395 unter KONSTANTIN (der aus den
Thronstreitigkeiten nach seinem Tod als Sieger hervorgeht) endgültig zweigeteilt – und christlich. Er gewährt 313 nach
der Schlacht gegen Maxentius das Toleranzedikt.
Der Wirtschaftskrise versucht er mit der Pflicht des Bauern an den Hof und die Pflicht, beruflich in die Fußstap-
fen des Vaters zu treten Herr zu werden. Die Inflation konnte jedoch auch das Höchstpreisedikt nicht stoppen, es
führte zum Schwarzmarkt, Korruption und Unzufriedenheit. Konstantin ließ Byzanz (Ende des OSTRÖM. Reiches
1453!)zur neuen Hauptstadt ausbauen, einer seiner Nachfolger, THEODOSIUS, erklärte das Christentum zur
Staatsreligion. Gleichzeitig verbot er alle heidnischen Kulte, so auch die olymp. Spiele.
476 stürzt der german. Heerführer Odoaker den letzten röm. Ks. Ö Beginn der

VÖLKERWANDERUNG