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Yoshizawa-Randlett-System

Das Yoshizawa-Randlett-System ist ein vereinheitlichtes Notationssystem zum grafischen Darstellen von Faltschritten bei
Origamimodellen. Diese standardisierten Diagramme finden sich in nahezu allen heute weltweit vertriebenen Origamibüchern, was
auch mit einer Einteilung der Modelle in verschiedene Schwierigkeitsstufen einher
geht.

Inhaltsverzeichnis
Entstehung
Origami-Symbole
Basisfaltungen
Erweiterte Faltungen
Zusammengesetzte Faltungen
Einzelnachweise

Entstehung
Frühe Origamibücher bedienten sich verschiedenster Systeme zur Veranschaulichung von Faltprozessen, ob per Zeichnung oder
Fotografie. Sie alle hatten meist gemein, dass sie nur das Ende des Faltprozesses zeigten und keine Angaben zum genauen Weg
machten. Erst nach und nach begannen einige Bücher, auch die Faltungsbewegung zu visualisieren. Oft ließen sich diese
Darstellungen aber nicht auf andere Modelle übertragen.

1954 veröffentlichte Akira Yoshizawa eine Monografie mit dem Titel Atarashi Origami Geijutsu (Neue Origamikunst), in der er ein
System vorschlug, das mit gestrichelten und gepunkteten Linien zur Darstellung von Talfalten sowie einigen weiteren Symbolen
arbeitete. Dieses System erregte die Aufmerksamkeit von Samuel Randlett und Robert Harbin, die es um weitere Symbole
erweiterten und damit zu einem Standard entwickelten. Das Yoshizawa-Randlett-System wurde dann erstmals 1961 in Samuel
Randletts Art of Origami veröffentlicht.[1] Schnell wurde das System von der internationalen Origami-Gemeinschaft angenommen
und ist noch heute in Verwendung.

Origami-Symbole

Basisfaltungen
Es werden zwei Arten von Origami-Symbolen verwendet: Pfeile, die anzeigen, wie das Papier bewegt und in welche Richtung
[2]
gefaltet wird, sowie Linien, die wie folgt unterschieden werden:

Dicke Linien zeigen Ecken und Kanten.


Dünne Linien zeigen einen bereits gefaltenen Falz.
Gestrichelte Linien zeigen Talfalten.
Eine Strichpunktlinie zeigt eine Bergfalte an.
Eine gepunktete Linie zeigt eine nicht sichtbare Ecke bzw
. Kante oder das Ziel des Faltschrittes.
Talfalte mit Richtung der Faltung Bergfalte mit Richtung der Faltung

Die Punkte aufeinanderfalten Talfalte falten und wieder entfalten. Übrig bleibt
ein Mittelfalz.

Das Blatt wenden. Auf der nun sichtbaren Drehen


Rückseite ist die Ecke der Vorderseite
angedeutet.

Vergrößerte Darstellung

Erweiterte Faltungen
Die folgenden Faltungen erfordern in der Regel mehrere Handgrif
fe:
Mehrfaches Falten (Rollen) Öffnen des Papiers; hier: Quetschfaltung

Ziehen; hier: komplett entfalten Wiederholen des Faltschrittes entsprechend der


Anzahl der gezeichneten Querstriche; hier: auf
der Rückseite wiederholen

Abstände beachten Winkel beachten

Zickzackfaltung (Kombination aus Tal- und Zickzackfalte (hier: zweilagiges Papier) nach
Bergfalte) innen.

Zickzackfalte nach außen Gegenbruchfalte nach innen (Papier wird


versenkt)
Gegenbruchfalte nach außen (Papier wird nach Pusten/Aufblasen
außen gestülpt)

Versenken

Zusammengesetzte Faltungen
Zusammengesetzte Faltungen sind nur schwer mit einfachen Diagrammen darzustellen, so dass sie oft mit (räumlich visualisierten)
Zwischenschritten dargestellt werden. Die wichtigsten, oft wiederkehrenden zusammengesetzten Faltungen sind:

Quetschfaltung Hasenohrfaltung

Blütenblattfaltung

Einzelnachweise
1. Nick Robinson: The Origami Bible. Chrysalis Books, 2004,ISBN 1-84340-105-3, S. 18 (englisch).
2. Peter Engel: Origami from Anglefish to Zen. Dover, 1989, ISBN 0-486-28138-8, S. 8 (englisch).

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Diese Seite wurde zuletzt am 17. November 2017 um 15:06 Uhr bearbeitet.
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