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Lektion 3: Kondensator, Spule, Transformator

Lektion 3:

Kondensator, Spule, Transformator

Transformator Lektion 3: Kondensator, Spule, Transformator In dieser Lektion werden Prüfungs- fragen aus oben
Transformator Lektion 3: Kondensator, Spule, Transformator In dieser Lektion werden Prüfungs- fragen aus oben

In dieser Lektion werden Prüfungs- fragen aus oben genannten Gebieten vorgestellt und ausführlich besprochen. Die Theorie dazu müsste aus dem Lehr- gang für Klasse 3 bekannt sein. Jedoch werden für Klasse 2 mehr Berechnun- gen verlangt.

Übersicht

Die Kapazität

Kondensator im Gleichstromkreis

Die e-Funktion

Wechselstromwiderstand

Bauformen von Kondensatoren

Kondensatorschaltungen

Die Induktivität

Der Transformator

Die Kapazität

Alle folgenden Aufgaben lassen sich mit den Theoriekenntnissen aus dem Amateur- funklehrgang für Klasse 3 beantworten. Deshalb werden zu den einzelnen Aufgaben

nur kurze Tipps gegeben, ohne den Stoff aus dem Buch Klasse 3 zu wiederholen.

Die Formel für die Kapazität eines Konden- sators steht in der Formelsammlung der RegTP mit

A C = ε 0 ⋅ε ⋅ r d
A
C = ε
0 ⋅ε
r d

Aus dieser Formel erkennt man, dass die Kapazität umgekehrt proportional ist zum Plattenabstand d.

Prüfungsaufgabe Bearbeiten Sie die Aufgabe TC201.

ε ist die elektrische Feldkonstante. Sie wird in der Formelsammlung der RegTP mit

0

ε

0

=

0,885

10 -11

As

Vm

angegeben.

Prüfungsaufgabe TC212 Ein HF-Abklatschkondensator am Anodenkreis einer Senderendstu- fe hat eine Plattenfläche von 60 cm 2 und eine 0,15 mm starke PTFE-Folie als Dielektrikum. Wie groß ist seine

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Lektion 3: Kondensator, Spule, Transformator
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Lektion 3: Kondensator, Spule, Transformator

Kapazität?

a)

354 pF

b) 708 pF

c)

3,5 nF

d) 7,1 nF

Lösung: Die Dielektrizitätszahl für PTFE (Teflon) wird in der Formelsammlung mit 2 angegeben.

C = ε

0

⋅ε

r

A

=

0,885 10

-11

As

2

60 cm

2

 

d

Vm

0 15 mm

,

C =

0,885 10

-11

As

1

V 10

3

mm

2 60 10mm 10mm

1

0 15 mm

,

Ich habe die Meter und auch die Zentimeter

in Millimeter umgewandelt. Millimeter

wegen Quadrat zweimal. Nun kann man alle

mm kürzen und es bleibt als Einheit As/V

übrig, was ja Farad ist. Nun bemühen wir

den Taschenrechner einschließlich der Ein-

gabe der Zehnerpotenz mit der EXP-Taste.

C =

7,08 10

-10

F

=

708 10

-12

F

=

708 pF

Wenn man die 10 -10 in eine sinnvolle Ein-

heit

umwandeln will, muss man entweder

auf

10 -9 oder 10 -12 gehen. Ich mache das

dann so: Wenn ich bei -10 noch zwei Stel- len „abziehe“, also auf -12 gehe, muss ich bei 7,08 dafür zwei Stellen zuzählen, also

das Komma um zwei Stellen nach rechts

setzen.

Der Kondensator im Gleich- stromkreis

Wird ein Kondensator an Gleichspannung angeschlossen, wird er aufgeladen. Hierzu soll ein Versuch gemacht werden.

er aufgeladen. Hierzu soll ein Versuch gemacht werden. 36 Bild 3-1: Schaltung zum Laden (I) und

36

Bild 3-1: Schaltung zum Laden (I) und Entladen (II) eines Kondensators

Zu Beginn des Ladevorgangs zeigt der Strommesser kurzzeitig einen großen Strom, der mit zunehmender Ladezeit abnimmt.

einen großen Strom, der mit zunehmender Ladezeit abnimmt. Bild 3-2: Strom (a) und Spannung (b) bei

Bild 3-2: Strom (a) und Spannung (b) bei der Ladung eines Kondensators

Die Ladezeit wird gekennzeichnet durch die sogenannte Zeitkonstante τ (sprich: tau). In dieser Zeit steigt die Spannung auf 63 % der angelegten Ladespannung. Der Strom geht von seinem Anfangswert auf 37 % zurück.

Die Zeitkonstante ist abhängig von der Kapazität des Kondensators und vom Wi- derstand im Ladestromkreis.

τ = R⋅C
τ = R⋅C

Ω ⋅ F =

V

A s

A

V

= s

τ ergibt sich in Sekunden, wenn man R in Ohm und C in Farad einsetzt.

Prüfungsaufgabe TD121 Ein Elektrolytkondensator wird auf seine Nennspannung aufge- laden und dann über ein Messgerät mit einem Innenwiderstand von 0,5 Mbis auf 37% der Nennspannung

entladen. Dabei dauert der Entlade- vorgang 60 Sekunden. Wie groß ist die Kapazität des Kondensators?

a)

6 µF

b) 12 µF

c)

60 µF

d) 120 µF.

Lösung: Aus τ = R C wird

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C =

τ

60 s

=

120 10

6

s 120 µ F

=

R

0,5 10

6

=

3: Kondensator, Spule, Transformator C = τ 60 s = 120 ⋅ 10 − 6 s
3: Kondensator, Spule, Transformator C = τ 60 s = 120 ⋅ 10 − 6 s

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Lektion 3: Kondensator, Spule, Transformator
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Lektion 3: Kondensator, Spule, Transformator

Lektion 3: Kondensator, Spule, Transformator

Nach einer Zeit von 5 τ ist die Spannung auf etwa 99 % angestiegen, der Strom hat nur noch etwa 1 % seines Anfangswertes. Man sagt, nach 5 τ ist der Kondensator praktisch voll aufgeladen.

Beispiel Berechnen Sie die Zeit, bis ein Kon- densator von 10 µF über einen Widerstand von 100 kvoll aufgeladen ist.

Lösung

τ =

5τ = 5s

Voll aufgeladen ist der Kondensator nach fünf Sekunden. Ähnlich verläuft der Vorgang beim Entla- den, wenn man den Schalter in Bild 3-1 umlegt.

R

C

=

100 10

3

10 10

6

s

=

1s

R ⋅ C = 100 ⋅ 10 3 ⋅ 10 ⋅ 10 − 6 s =

Bild 3-3: Strom (a) und Spannung (b) bei der Entla- dung eines Kondensators

Der auf U voll aufgeladene Kondensator entlädt sich über den Widerstand R. Es fließt ein Strom in entgegengesetzter Rich- tung (- I) durch das Messinstrument. Es dauert wieder eine Zeitkonstante τ bis der Strom von seinem Anfangswert auf 37 % abgesunken ist. Nach der gleichen Funktion verläuft die Spannung des Kondensators.

Prüfungsaufgabe Bearbeiten Sie die Aufgabe TC202.

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Die e-Funktion

Den Verlauf der Spannung beim Laden und Entladen kann man mit einer Funktion be- schreiben, die man e-Funktion nennt. Ich bin zwar der Meinung, dass dieses Thema nicht in einen Amateurfunklehrgang gehört, aber leider gibt es eine Prüfungsfrage dazu einschließlich der Formel in der Formel- sammlung der RegTP. Also werden wir einmal eine Beispielrechnung machen.

Prüfungsaufgabe

TD120 Ein Elektrolytkondensator

wird auf 20 V aufgeladen und dann über einen Widerstand mit 10 kauf 5,1 V entladen. Dabei dauert der Entladevorgang 30 Sekunden. Wie

groß ist die Kapazität des Kondensa- tors?

a)

219,5 µF

b) 505,5 µF

c)

2195 µF

d) 5055 µF

Lösung mit e-Funktion: Die Formel für die Entladung eines Kondensators steht in der Formelsammlung der RegTP.

t − U ⋅ e τ u C =
t
U
e
τ
u C =

Diese Formel muss nach Tau umgestellt werden. Mit Hilfe von Tau und R kann man dann C berechnen. Dies müssen Sie nicht verstehen, wenn Sie nicht so viele Vor- kenntnisse aus der Elektrotechnik haben. Bei dieser Aufgabe merken Sie sich einfach die Lösung. Für die Fachleute aber beginnt die Formelumstellung.

u

C

U

= e

t

τ

Beide Seiten logarithmieren!

ln

u

C

= − t

τ

U

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t 30s 30s Signale oder Hochfrequenz handelt. Merken τ = − = − = −
t
30s
30s
Signale oder Hochfrequenz handelt. Merken
τ = −
= −
= −
= 2196s
,
u
5,1 V
Sie sich also bitte
-1,366
C
ln
ln
U
20 V
ω = 2⋅π⋅ f
Prüfungsaufgabe
τ
21,96 s
Bearbeiten Sie TC209 und TC205
C =
=
=
2 196 mF
,
=
2196
µ
F
und TC204.
R
10 10
3 Ω

Der Wechselstromwiderstand

Ein Kondensator kann Wechselstrom leiten und zwar um so besser, je höher die Fre- quenz des Wechselstroms ist. Sie kennen dies bereits aus dem Amateurfunklehrgang Klasse 3 Lektion 10. Das Verhältnis aus Wechselspannung zu Wechselstrom nennt man kapazitiven Widerstand.

U C X = C I C
U
C
X
=
C
I
C

Ohne Berücksichtigung der meist sehr ge- ringen Verluste ist es der kapazitive Blind- widerstand. Diesen kann man aus der Kapa- zität und der Frequenz nach folgender Formel berechnen. Die Ableitung finden Sie im Buch für Klasse 3 in der Lektion 10 Kapitel „Der Wechselstromwiderstand des Kondensators“.

1 = X C ω⋅ C
1
=
X C
ω⋅ C

mit ω = 2 ⋅ π ⋅ f

ω (Omega) ist die Kreisfrequenz. Das ist die Umfangsgeschwindigkeit, mit der der Zei- ger im Zeigerdiagramm (siehe Lektion 11:

Signale) den Einheitskreis durchläuft. Diese auch "Winkelgeschwindigkeit" genannte Größe spielt in der Nachrichtentechnik eine große Rolle. Ich behaupte immer: Sie kommt in jeder "anständigen" Formel der Nachrichtentechnik vor, wo es sich um

Prüfungsaufgabe

TC207 Wie groß ist der kapazitive Blindwiderstand eines 10-pF- Kondensators bei 100 MHz?

a)

31,8

b) 159

c)

318

d) 1,59 k

Lösung:

X C

=

1

ω⋅ C

=

 

1

2

 

100 10

6

1

10 10

-12

As

⋅π⋅

s

V

Sekunde kürzt sich heraus, Volt kommt in den Zähler. Volt durch Ampere gibt Ohm. Berechnen Sie dann mit dem Taschenrech- ner das Produkt im Nenner einschließlich der Eingabe der Zehnerpotenzen mit der EXP-Taste und drücken Sie anschließend die 1/x-Taste.

2

⋅π⋅

100 10

6

10 10

-12

=

6 28 10

,

3

Probleme? Geben Sie auf Ihrem Taschen- rechner nacheinander folgende Werte ein (× steht für Multiplikationstaste). Hinweis: Bei EXP -12 müssen Sie das „kleine“ Minus eingeben, nicht das Subtrak- tionszeichen!

Eingabe

K = K Ergebnis: 159,1

π 10 EXP -12

2

K K K K

×

×

π 10 EXP -12 2 K K K K × × 100 EXP 06 1 x

100 EXP 06 1 x

100 EXP 06 1 x

×

K K

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Lösung:

X C = 159,1

Prüfungsaufgabe TC208 An einem unbekannten Kon- densator liegt eine Wechselspan- nung mit 16 V und 50 Hz. Es wird

ein Strom von 32 mA gemessen. Welche Kapazität hat der Kondensa- tor?

a)

0,45 µF

b) 0,637 µF

c)

4,5 µF

d) 6,37 µF

Tipp zum Lösungsweg: Aus der Angabe U und I können Sie X C berechnen. Dann stel- len Sie die Formel für X C nach C um. Ver- suchen Sie es zunächst allein!

16 V

32 mA

1

Lösung:

X

C

=

1

X

C

=

=

C

=

2 ⋅π⋅

f

X

C

= 0 , 5 k

ω⋅ C

1

2 ⋅π⋅

=

f

C

1

2

50

1

3

V

s

A

0 5 10

,

As =

F

.

π⋅

Ampere und Sekunde kommen nach oben in

den Zähler. Dann ist die Einheit

V

Mit dem Taschenrechner:

Beginnen Sie wiederum mit der Mul- tiplikation im Nenner 2 mal pi mal 50 usw. und drücken Sie zum Schluss die 1/x-Taste. Also: 2 ⋅ π ⋅ 50 0,5 EXP03 = 157079.6 1/x-Taste: 6,37 EXP-06 bedeutet C = 6,37 µF

Der Wechselstromwiderstand des Konden- sators ist frequenzabhängig, was man aus

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der Formel schon erkennen kann, weil dort die Frequenz im Nenner vorkommt. Damit Sie die Frequenzabhängigkeit besser erken- nen können als nur durch die Formel, sollen Sie nun folgende Übungsaufgabe lösen.

Übungsaufgabe

Berechnen Sie den Wechselstromwi- derstand eines Kondensators von 10 nF für folgende drei Frequenzen

a) 15,9 kHz,

kHz und tragen Sie die Ergebnisse in fol-

gendes Diagramm ein.

b) 100 kHz,

c) 159

in fol- gendes Diagramm ein. b) 100 kHz, c) 159 Bild 3-4: Diagramm zum Eintragen der

Bild 3-4: Diagramm zum Eintragen der Werte aus der

Übungsaufgabe

Merke: Mit steigender Frequenz sinkt der Wechselstromwiderstand

des Kondensators.

Prüfungsaufgabe Bearbeiten Sie die Aufgabe TC210.

Ein Kondensator stellt also für Wechsel- strom einen Widerstand dar, während er Gleichstrom sperrt. Deshalb wird ein Kon- densator (Übertragungskondensator C Ü ) zur Kopplung von Verstärkerstufen eingesetzt.

Lektion 3: Kondensator, Spule, Transformator

Liegt eine Wechselspannung am Konden- sator, wird ein kleiner Teil der zur Elektro- nenverschiebung im Dielektrikum geleiste- ten Arbeit in Verlustwärme umgesetzt. Die Stärke der Wärmeentwicklung ist vom Ma-

umgesetzt. Die Stärke der Wärmeentwicklung ist vom Ma- Bild 3-5: Koppelkondensatoren (C ü ) in einem
umgesetzt. Die Stärke der Wärmeentwicklung ist vom Ma- Bild 3-5: Koppelkondensatoren (C ü ) in einem
umgesetzt. Die Stärke der Wärmeentwicklung ist vom Ma- Bild 3-5: Koppelkondensatoren (C ü ) in einem

Bild 3-5: Koppelkondensatoren (Cü) in einem zweistu- figen Transistorverstärker

terial und von der Frequenz der angelegten Wechselspannung abhängig.

von der Frequenz der angelegten Wechselspannung abhängig. Zwischen Strom und Spannung herrscht bei einem idealen

Zwischen Strom und Spannung herrscht bei einem idealen Kondensator an Wechsel- spannung eine Phasenverschiebung von 90° (Bild 3-6). Und zwar eilt der Strom der angelegten Spannung vor. Dieses ist folgen- dermaßen erklärbar. Legt man an einen ungeladenen Kondensator (U C = 0) eine Spannung an, fließt zunächst ein großer Ladestrom, dann steigt die Spannung am Kondensator und der Strom nimmt ab.

Bild 3-7: Der Verlustwiderstand beim Kondensator

Man stellt sich vor, dass die Verlustwärme durch den Strom eines parallelgeschalteten Widerstandes hervorgerufen wird. Das Verhältnis des Wechselstroms I R durch diesen Widerstand zum Strom I C durch den Kondensator bezeichnet man als Verlust- faktor tan δ (sprich: tangens delta).

man als Verlust- faktor tan δ (sprich: tangens delta). tan δ = I X = I

tan δ =

I X

=

I R

R

C

C

Für einige typische Kondensatoren finden Sie den Verlustfaktor in folgendem Dia- gramm aufgetragen.

Bild 3-6: Phasenverschiebung zwischen Strom und Spannung beim Kondensator

Eselsbrücke:

Kondensator – Strom eilt vor.

Prüfungsaufgabe Bearbeiten Sie die Aufgabe TC203.

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Lektion 3: Kondensator, Spule, Transformator
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Lektion 3: Kondensator, Spule, Transformator
Lektion 3: Kondensator, Spule, Transformator Bild 3-8: Abhängigkeit des Verlustfaktors von der Frequenz für

Bild 3-8: Abhängigkeit des Verlustfaktors von der Frequenz für verschiedene Kondensatortypen

Für die Anwendung im Hochfrequenzbe- reich muss ein Kondensator nach diesem Verlustfaktor ausgewählt werden. Ein klei- ner Wert steht für einen geringen Verlust- faktor. Aus dem Diagramm erkennt man:

Keramik- und Styroflexkondensatoren sind die besten Kondensatoren für den MHz- Bereich.

Prüfungsaufgaben Bearbeiten Sie TC211 und TD230 aus dem Fragenkatalog.

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Lektion 3: Kondensator, Spule, Transformator

Lektion 3: Kondensator, Spule, Transformator Bild 3-11: Bei Styroflexkondensatoren wird der An- Bild 3-9: Drehkondensator

Bild 3-11: Bei Styroflexkondensatoren wird der An-

Bild 3-11: Bei Styroflexkondensatoren wird der An- Bild 3-9: Drehkondensator Die Bauformen von Kondensatoren

Bild 3-9: Drehkondensator

Die Bauformen von Kondensatoren sind mannigfaltig. Immer ist es dasselbe Prinzip:

Gegenüberstehende Leiterplatten zwischen denen sich ein Dielektrikum (Isolator) be- findet. Es gibt mechanisch veränderbare Kondensatoren: Drehkondensatoren oder Lufttrimmer.

Kondensatoren: Drehkondensatoren oder Lufttrimmer. schluss für den Außenbelag mit einem Strich ge-
Kondensatoren: Drehkondensatoren oder Lufttrimmer. schluss für den Außenbelag mit einem Strich ge-

schluss für den Außenbelag mit einem Strich ge- kennzeichnet. Die Angabe ist in pF. J bedeutet 5% Toleranz.

Zusammenschaltungen von Kondensatoren

Im Lehrbuch zur Klasse 3 wurde bereits die Parallelschaltung und die Reihenschaltung von Kondensatoren behandelt. Bei der Pa- rallelschaltung werden die Kapazitäten der einzelnen Kondensatoren einfach addiert. Allerdings muss man bei der Prüfung auf- passen, ob denn die zu addierenden Kon- densatoren die gleiche Einheit haben.

zu addierenden Kon- densatoren die gleiche Einheit haben. Bild 3-10: Lufttrimmer Andere Kondensatoren unterscheidet

Bild 3-10: Lufttrimmer

Andere Kondensatoren unterscheidet man nach ihrem Dielektrikum. Es gibt Papier- kondensatoren (metallisiertes Papier), Kunststofffolienkondensatoren, Keramik- kondensatoren, Glimmerkondensatoren und Elektrolytkondensatoren. Styroflexkonden- satoren haben als einzige relativ geringe Verluste bei Hochfrequenz und einen leicht negativen Temperaturkoeffizienten. Damit wird der positive Temperaturkoeffizient der Spulen gern ausgeglichen.

Prüfungsaufgaben Bearbeiten Sie die Aufgaben TD105, TD122 und TD131.

Tipp: Wandeln Sie die gegebenen Kapazi- tätswerte alle in Nanofarad um!

Bei der Reihenschaltung von Kondensato- ren gilt eine Formel, die wie die Formel der Parallelschaltung von Widerständen aus- sieht. Sie finden folgende Formel auch in der Formelsammlung der RegTP.

1

1

1

1

 

=

 

+

 

+

 

+

 

C

C

1

C

2

C

3

Für zwei Kondensatoren in Reihenschaltung kann man die Formel natürlich einfach nach C 2 abbrechen, aber es gibt auch eine umge- stellte Formel.

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Lektion 3: Kondensator, Spule, Transformator
Lektion 3: Kondensator, Spule, Transformator
Lektion 3: Kondensator, Spule, Transformator

Lektion 3: Kondensator, Spule, Transformator

Lektion 3: Kondensator, Spule, Transformator
C ⋅ C 1 2 C = C + C 1 2
C
⋅ C
1
2
C =
C
+ C
1
2

Auch für drei Kondensatoren lässt sich die Formel nach C umstellen und man erhält eine ziemlich kompliziert aussehende For- mel zur Berechnung der Gesamtkapazität von drei in Reihe geschalteten Kondensato- ren. Dennoch: Merken Sie sich diese Formel „irgendwie“, denn sie wird als Formel bei der Prüfung abgefragt und steht nicht in der Formelsammlung. Sie lautet.

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Lektion 3: Kondensator, Spule, Transformator

C =

C

1

C

2

C

3

 

C

1

C

2

+

C

1

C

3

+

C

2

C

3

Um sich die Formel einzuprägen, merken Sie sich, dass im Zähler das Produkt aller

Werden zwei gleiche Kondensatoren in Reihe geschaltet, ist die Kapazität der Rei- henschaltung halb so groß wie die Kapazität eines einzelnen Kondensators. Entsprechen- des gilt für mehrere Kondensatoren.

Entsprechen- des gilt für mehrere Kondensatoren. drei Kondensatoren steht wie bei zwei Kon- densatoren, aber
Entsprechen- des gilt für mehrere Kondensatoren. drei Kondensatoren steht wie bei zwei Kon- densatoren, aber

drei Kondensatoren steht wie bei zwei Kon- densatoren, aber im Nenner die Summe von immer zwei Kondensatoren und zwar so, dass jeder mit jedem einmal multipliziert wird.

Prüfungsaufgabe TD123 Welche Gesamtkapazität er-

gibt sich bei einer Reihenschaltung der Kondensatoren 0,1 µF, 150 nF und 50000 pF?

a)

0,255 µF

b) 0,027 µF

c)

0,3 µF

d) 2,73 nF.

Prüfungsaufgaben Bearbeiten Sie die Aufgaben TD104 und TD128

Bei gemischten Schaltungen von parallel und in Reihe geschalteten Kondensatoren gehen Sie so vor, wie Sie es bei den Wider- ständen gelernt haben. Schauen Sie zu- nächst, welche Kondensatoren eindeutig parallel oder in Reihe geschaltet sind, be- rechnen die Ersatzkapazität und vereinfa- chen die Schaltung so lange, bis nur noch eine einzige Ersatzkapazität übrig bleibt.

Lösung: Wandeln Sie vor dem Einsetzen der Werte die Größen in eine gleiche Ein- heit um. Hier ist Nanofarad zu empfehlen. Dann ergeben sich folgende Werte.

C 1 = 100 nF, C 2 = 150 nF, C 3 = 50 nF

1 1 1 1  1  = + +   C 100 150
1
1
1
1
1
=
+
+
C
100
150
50
nF
Mit dem Taschenrechner tippen Sie
ein:
100
K
1
x
K K
+
150
K
1
x
K K K
+
50
x
Ergebnis: 27,27, also 27,3 nF oder
0,027 µF.
1
x
K = K
nochmals
1
also 27,3 nF oder 0,027 µF. 1 x K = K nochmals 1 Prüfungsaufgaben Bearbeiten Sie

Prüfungsaufgaben Bearbeiten Sie die Aufgaben TD124 und TD125.

Tipp zu TD124: Wandeln Sie zunächst alle Werte in Nanofarad um. Dann kann man die

Aufgabe „im Kopf“ lösen. Denn die beiden

Kondensatoren C 2 und C 3 haben zusammen 10 nF. Mit dem 10 nF in Reihe ergeben sich insgesamt 5 nF.

Tipp: Ähnlich ist es mit der Prüfungsaufga- be TD125. Die beiden 1 µF parallel ergeben

2 µF und mit 2,2 µF ergeben sich ungefähr

1 µF. Da es keine ähnliche Lösung gibt,

kann man die Lösung mit 1,048 µF ankreu-

zen.

Prüfungsaufgaben Bearbeiten Sie die Aufgaben TD108 und TD119.

Prüfungsaufgabe Bearbeiten Sie die Frage TD208, in- dem Sie hier nur die Gesamtkapazi- tät errechnen. Sie brauchen diesen

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Lektion 3: Kondensator, Spule, Transformator
Lektion 3: Kondensator, Spule, Transformator
Lektion 3: Kondensator, Spule, Transformator

Lektion 3: Kondensator, Spule, Transformator

Lektion 3: Kondensator, Spule, Transformator

Wert später (Lektion 4), um die Re- sonanzfrequenz des Schwingkreises berechnen zu können. Siehe auch

TD131!

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Lektion 3: Kondensator, Spule, Transformator

Die Induktivität

In der Lektion 12 des Amateurfunklehr- gangs für Klasse 3 wird bereits erläutert,

An dieser Formel erkennt man, dass die Induktivität von der Querschnittsfläche A proportional, von der Windungszahl N quadratisch proportional und von der Länge der Zylinderspule l m umgekehrt proportional

der Länge der Zylinderspule l m umgekehrt proportional dass eine Spule im Prinzip aus aufgewickel- tem
der Länge der Zylinderspule l m umgekehrt proportional dass eine Spule im Prinzip aus aufgewickel- tem

dass eine Spule im Prinzip aus aufgewickel- tem Draht besteht. Wenn man einen Strom durch eine Spule schickt, erzeugt man da- durch ein Magnetfeld. Die magnetische Feldstärke im Innern der Spule kann man mit folgender Formel berechnen.

I ⋅ N H = . l m
I
N
H =
.
l
m

Prüfungsaufgabe Lösen Sie dazu die Aufgabe TB401. Den Lösungsweg finden Sie in der Lektion 4 unter „Magnetisches Feld“.

abhängig ist. Wickelt man eine „dickere“ Spule, wird die Fläche größer und damit gleichzeitig die Induktivität. Verdoppelt man die Windungszahl, wird die Induktivi- tät viermal (2 2 = 4) größer. Erhöht man die Länge der Spule bei gleicher Windungszahl,

indem man die Windungen spreizt, wird die

Induktivität kleiner. Umgekehrt: Staucht

man die Spule, so dass die Länge der Spule geringer wird, erhöht sich die Induktivität.

Prüfungsaufgabe Bearbeiten Sie die Aufgabe TC301.

Ebenfalls im Buch für Klasse 3 wird der Begriff Induktivität und die Entstehung der Formel zur Berechnung der Größe der In- duktivität aus den Abmessungen einer Spule erläutert. Die Formel steht ebenfalls in der Formelsammlung der RegTP (siehe An- hang).

2 µ 0 ⋅µ ⋅ A ⋅ N r L = l m Vs −
2
µ
0 ⋅µ
A
N
r
L =
l
m
Vs
− 6
µ
1 , 2566 ⋅ 10
0 =
Am

mit

N r L = l m Vs − 6 µ 1 , 2566 ⋅ 10 0

Bild 3-12: Einlagige Zylinderspule

Für Kerne mit bekannten Abmessungen oder auch für Wickelkörper geben die Her- steller direkt einen Kernfaktor an, den man A L -Wert nennt. Der A L -Wert ist ein Teil aus obiger Formel, nämlich der Faktor des Bru- ches ohne die Windungszahl.

L =

L =

A

L

µ

0

⋅µ

r

A

l

m

N

=

µ

0

⋅µ

r

A

l

m

2

Dann vereinfacht sich die Formel erheblich zu

L

=

A

L

N

2

.

Diese Formel steht ebenfalls in der Formel- sammlung der RegTP. Es steht dort dabei, dass ein A L -Wert immer in nH (Nanohenry) angegeben wird.

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Lektion 3: Kondensator, Spule, Transformator
Lektion 3: Kondensator, Spule, Transformator
Lektion 3: Kondensator, Spule, Transformator

Lektion 3: Kondensator, Spule, Transformator

Lektion 3: Kondensator, Spule, Transformator
Lektion 3: Kondensator, Spule, Transformator Bild 3-13: Schalenkern mit A L -Wert 250 nH Prüfungsaufgabe TC308

Bild 3-13: Schalenkern mit AL-Wert 250 nH

Prüfungsaufgabe TC308 Mit einem Schalenkern, des-

sen A L -Wert mit 250 angegeben ist, soll eine Spule mit einer Induktivität von 2 mH hergestellt werden. Wie groß ist die erforderliche Windungs- zahl?

a) 3

b) 53

c) 89

d) 2828

Lösung: Diese Aufgabe ist identisch mit der Prüfungsaufgabe TC515 aus dem Fragenkatalog für Klasse 3. N wird gesucht. Dazu muss die Formel umgestellt werden.

2 L N = A L − 3 6 L 2 10 ⋅ H 2
2 L
N
=
A
L
− 3
6
L
2 10
H
2 10
N =
=
=
= 89 4
,
-9
A
250 10
H
250
L
Prüfungsaufgaben
Bearbeiten Sie die Aufgaben TC309,
TC310 und TC311.

Im Amateurfunklehrgang für die Klasse 3 wurde unter der Überschrift „Induktivität“ erklärt, dass beim Anlegen einer Gleich- spannung über einen Schalter der Strom durch die Spule verzögert wird. Es wurde dort ein Versuch zur Demonstration der Selbstinduktion gezeigt. Zusammengefasst:

Es bildet sich eine Gegenspannung, die dem Strom entgegen wirkt. Die Spannung ist also sofort da, fällt dann aber zügig (nach einer e-Funktion) ab.

48

Prüfungsaufgabe Bearbeiten Sie dazu die Frage

TC318.

Ebenfalls im Buch für Klasse 3 wurde der Wechselstromwiderstand der Spule oder ohne Berücksichtigung der Verluste der Blindwiderstand erklärt. Ähnlich wie beim Kondensator gilt

X

L

=

U

L

I

L

oder X

L = ω⋅

L

U geteilt durch I ist wie R beim Ohmschen Gesetz. Allerdings muss für Zusammen- schaltungen bei der Berechnung ein Pha- senwinkel berücksichtigt werden.

Prüfungsaufgabe Bearbeiten Sie dazu die Fragen TC317 und TC320.

Prüfungsaufgabe TC312 Wie groß ist der Wechsel-

stromwiderstand einer Spule mit

3 µH Induktivität bei einer Frequenz

von 100 MHz?

a)

1,9

b) 942

c)

1885

d) 1885 k

Lösung:

X

L

= ω⋅ L =

2

π⋅

100 10

6

1

6

Vs

3 10

s

A

Sekunde kürzt sich heraus. Volt durch Am- pere ist Ohm, 10 -6 und 10 6 heben sich auf,

bleibt 2π ⋅100 3 .

Achtung! In der Prüfung zur Klasse 3 gibt es unter TC513 eine ähnliche Aufgabe, wobei 3 mH anstatt 3 µH gegeben sind. Verwechseln Sie die Ergebnisse nicht.

X

L

= π ⋅ 600 Ω = 1885

Um die Frequenzabhängigkeit zu verdeutli- chen, lösen Sie folgende Übungsaufgabe.

Lektion 3: Kondensator, Spule, Transformator

Übungsaufgabe Berechnen Sie den Wechselstromwi- derstand einer Drosselspule von 1 Henry bei den Frequenzen 50 Hz, 100 Hz, 500 Hz und 1000 Hz. Die

Gegenspannung erzeugt, die den Stromfluss verhindert. Erst nach einer gewissen Zeit beginnt der Strom zu fließen (siehe auch Versuch zur Induktivität im Amateurfunk- lehrgang Klasse 3).

zur Induktivität im Amateurfunk- lehrgang Klasse 3). Verluste werden nicht berücksichtigt. Tragen Sie
zur Induktivität im Amateurfunk- lehrgang Klasse 3). Verluste werden nicht berücksichtigt. Tragen Sie

Verluste werden nicht berücksichtigt. Tragen Sie anschließend die Ergeb- nisse in folgendes Diagramm ein und verbinden Sie die Punkte.

in folgendes Diagramm ein und verbinden Sie die Punkte. Eselsbrücken im Vergleich: Induktivi tät – Strom

Eselsbrücken im Vergleich:

Induktivität – Strom zu spät. Kondensator – Strom eilt vor.

– Strom zu spät . Kondensa tor – Strom eilt vor . Bild 3-14: Abhängigkeit d

Bild 3-14: Abhängigkeit des Wechselstromwiderstan- des einer Spule von der Frequenz.

Prüfungsaufgaben Bearbeiten Sie dazu die Fragen TC304 und TC305.

Zwischen Strom und Spannung herrscht bei einer idealen Spule an Wechselspannung eine Phasenverschiebung von 90°.

Spule an Wechselspannung eine Phasenverschiebung von 90°. Bild 3-15: Strom und Spannung an der Spule Und

Bild 3-15: Strom und Spannung an der Spule

Und zwar eilt der Strom der Spannung nach. Dies ist folgendermaßen erklärbar. Nach dem Anlegen einer Spannung an eine Spule wird zunächst durch Selbstinduktion eine

Prüfungsaufgabe Bearbeiten Sie dazu die Frage

TC303.

Die Verluste einer Spule äußern sich wie ein Serienwiderstand. Bei der Berechnung des Blindwiderstandes tun wir so, als ob die Spule aus Draht mit null Ohm besteht. Aber jede Kupferwicklung stellt natürlich einen Drahtwiderstand dar, wenn er auch klein ist gegenüber dem Wechselstromwiderstand der Spule. Eine Spule hat eine um so höhere Güte Q, je geringer der Gleichstromwider- stand R s im Verhältnis zum Wechselstrom- widerstand ist. Dies kann man in einer For- mel ausdrücken.

X R L s Q = tan δ = R X s L
X
R
L
s
Q =
tan δ =
R
X
s
L

Manchmal wird die Güte Q wie beim Kon- densator auch als Verlustfaktor tan δ ange- geben. Dies ist der Kehrwert der Güte. Die Formel finden Sie in der Formelsammlung der RegTP unter Schwingkreis.

Prüfungsaufgaben Bearbeiten Sie die Fragen TC319 und TC322.

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Lektion 3: Kondensator, Spule, Transformator
Lektion 3: Kondensator, Spule, Transformator
Lektion 3: Kondensator, Spule, Transformator

Lektion 3: Kondensator, Spule, Transformator

Lektion 3: Kondensator, Spule, Transformator

Für die Spule gibt es vielfältige Anwendun- gen im Amateurfunk. Für die Hochfre- quenzentstörung benutzt man Ringkerne aus Ferritmaterial, durch die das Netzkabel mehrfach durchgezogen wird. Zur Anten- nenanpassung verwendet man solche Ring- kerne, um Wicklungen für ein Sym- metrierglied (Balun, siehe Lektion 10) herzustellen.

50

Lektion 3: Kondensator, Spule, Transformator

Prüfungsaufgaben Bearbeiten Sie die Fragen TC321 und TC316.

Jedes Stückchen Draht, jeder Leiter, ob er

und TC316 . Jedes Stückchen Draht, jeder Leiter, ob er Bild 3-16: Balun gerade oder kreisförmig
und TC316 . Jedes Stückchen Draht, jeder Leiter, ob er Bild 3-16: Balun gerade oder kreisförmig
und TC316 . Jedes Stückchen Draht, jeder Leiter, ob er Bild 3-16: Balun gerade oder kreisförmig

Bild 3-16: Balun

gerade oder kreisförmig verläuft, erzeugt beim Stromfluss ein magnetisches Feld. Umgekehrt schließt man daraus. Jeder Lei- ter hat eine gewisse Induktivität. Deshalb muss man besonders bei elektronischen Geräten für ultra hohe Frequenzen (UHF) die Leitungsverbindungen sehr kurz halten.

Für die Unterdrückung von „parasitären“ Schwingungen kann man eine Breitband- anodendrossel dadurch herstellen, dass man etwas Kupferdraht auf einen niederohmigen Widerstand wickelt. Zur Anpassung von Antennen verwendet man L-C-Schaltungen mit riesigen Luftspulen.

verwendet man L-C-Schaltungen mit riesigen Luftspulen. Bild 3-17: Luftspule mit Motorantrieb Prüfungsaufgabe

Bild 3-17: Luftspule mit Motorantrieb

Prüfungsaufgabe Bearbeiten Sie die Frage TC302.

Die Berechnung der Reihen- und Parallel- schaltung bei Spulen erfolgt genau wie beim Widerstand. Bei der Reihenschaltung wer- den die Induktivitäten addiert und bei der Parallelschaltung erfolgt die Berechnung nach folgender Formel.

1

L

=

1

L

1

+

1

L

2

+

1

L

3

+K

Prüfungsaufgabe Bearbeiten Sie die Aufgaben TD106, und TD107.

Prüfungsaufgaben Bearbeiten Sie die Fragen TC314, TC315 und TC313.

Das in der Spule erzeugte Magnetfeld kann gelegentlich störend wirken. Denn durch Gegeninduktion kann in einer benachbarten Spule eine Spannung erzeugt werden. Des- halb werden solche Spulen durch Ab- schirmbecher aus Metall abgedeckt.

Der Transformator

Werden zwei elektrisch getrennte Spulen von einem gemeinsamen Magnetfeld durch- drungen, zum Beispiel wenn sie auf einen gemeinsamen Kern gewickelt sind, verhal- ten sich die induzierten Spannungen in den Wicklungen wie deren Windungszahlen. Siehe auch Amateurfunklehrgang Klasse 3 Lektion 12!

51

Lektion 3: Kondensator, Spule, Transformator
Lektion 3: Kondensator, Spule, Transformator
Lektion 3: Kondensator, Spule, Transformator

Lektion 3: Kondensator, Spule, Transformator

Lektion 3: Kondensator, Spule, Transformator
U N 1 1 = = ü U N 2 2
U
N
1
1
=
= ü
U
N
2
2

Prüfungsaufgaben Lösen Sie dazu die Aufgaben TC401 und TC402.

Die Prüfungsaufgabe TC403 entspricht der Prüfungsaufgabe TC511 aus dem Ama- teurfunklehrgang Klasse 3. Dort in der Lek- tion 1 unter Stromdichte wurde die Aufgabe komplett vorgerechnet.

unter Stromdichte wurde die Aufgabe komplett vorgerechnet. Bild 3-18: Schaltbild Übertrager / Transformator Die

Bild 3-18: Schaltbild Übertrager / Transformator

Die Eingangswicklung eines Übertragers nennt man Primärseite, die Ausgangswick- lung Sekundärseite. Einen verlustlosen Transformator nennt man Übertrager. Mit einem Übertrager lassen sich Widerstände (zum Beispiel Hochfrequenzwechselstrom- widerstände) übersetzen, was im Folgenden gezeigt werden soll.

Bei einem verlustlosen Übertrager gilt

P = P . 1 2 2 U Setzt man für P = , erhält
P
= P .
1
2
2
U
Setzt man für
P =
, erhält man
R
2
2
2
U U
U
R
2
1
1
1 →
=
=
2
R 1 R
U
R
2
2
2
2
 U
R
R
2
1
1
1
=
ü
=
U
R
R
2
2
2
R
1
ü =
R
2

52

Das Übersetzungsverhältnis berechnet sich

als Wurzel aus den Widerständen. Wenn

man beispielsweise auf der Sekundärseite einen Widerstand von 400 Ohm anschließt und die Windungszahlen verhalten sich wie 1 zu 2 (primär zu sekundär), verhält sich der Übertrager so, dass man am Eingang einen Widerstand von einem Viertel feststellt, also 100 Ohm.

Prüfungsaufgabe TC407 Für die Anpassung einer 50- -Übertragungsleitung an eine 600-

-Antenne wird ein Übertrager ver- wendet. Welches Windungszahlver- hältnis sollte er aufweisen?

a)

1

:

1

b) 1: 3,5

c)

1 : 5,5

c) 1 : 12

N R 600 2 2 Lösung: = = = 12 = 3 46 , N
N
R
600
2
2
Lösung:
=
=
=
12
=
3 46
,
N
R
50
1
1

Tipp: Rechnen Sie immer den größeren Wert durch den kleineren. dann bekommen Sie immer eine Zahl größer eins. Meine Lösung besagt: N 2 verhält sich zu N 1 wie 3,5 zu 1. Umgekehrt kann man auch sagen:

N 1 verhält sich zu N 2 wie 1 zu 3,5.

Prüfungsaufgaben Lösen Sie die Aufgaben TC404, TC405 und TC406.

Balun-Transformator

In der Hochfrequenztechnik wird folgendes

Transformatorprinzip gern eingesetzt. Der

„Transformator“ besteht aus nur einer einzi-

gen Wicklung mit Mittelanzapfung. Auch

hier gilt: Die Spannungen verhalten sich wie die Windungszahlen und dies ist gleich dem

Übersetzungsverhältnis.

Lektion 3: Kondensator, Spule, Transformator

Lektion 3: Kondensator, Spule, Transformator Bild 3-19: Balun-Transformator 53
Lektion 3: Kondensator, Spule, Transformator Bild 3-19: Balun-Transformator 53

Bild 3-19: Balun-Transformator

Lektion 3: Kondensator, Spule, Transformator Bild 3-19: Balun-Transformator 53

53

Lektion 3: Kondensator, Spule, Transformator
Lektion 3: Kondensator, Spule, Transformator
Lektion 3: Kondensator, Spule, Transformator

Lektion 3: Kondensator, Spule, Transformator

Lektion 3: Kondensator, Spule, Transformator

Anhand einer Formelumstellung will ich Ihnen zeigen, dass dieser Transformator Widerstände (Impedanzen) im Verhältnis 4 :

1 transformiert.

Anhang zur Lektion 3

In dieser Lektion wurden folgende Prüfungsfragen bearbeitet.

N R 1 1 = N R 2 2
N
R
1
1
=
N
R
2
2

Diese Formel soll nach R 2 /R 1 umgestellt werden. Zunächst wird quadriert.

N

N

1

2

=

R

1

2

R

2

und dann „über Kreuz“ multipliziert.

mit

R 2

R 1

N

2

 

2

N

1

 

 

1

=   N

= 2N

2

wird

=   2 N

R

2

R

1

1

N

1

TB401

TC201

TC202

TC203

TC204

TC205

TC207 b

TC208 d

TC209

TC210

TC211

TC212 b

TC301

TC302

TC303

TC304

TC305

TC308 c

TC309

TC310

TC311

TC312 c

TC313

TC314

TC315

TC316

TC317

TC318

TC319

TC320

TC321

TC322

TC401

TC402

 

TC404

TC405

TC406

TC407 b

 
 

TD104

TD105

TD106

TD107

TD108

TD119

TD120 c

 

TD122

TD123 b

TD124

 

TD128

TD131

TD208

2 TD121 d

  TD125

TH419 c

N 1 kürzt sich heraus und 2 2 = 4.

R 2

R

1

= 4

oder

R = 4⋅ R 2 1
R
= 4⋅ R
2
1

Notizen:

Warum dieser Transformator „Balun“ (balanced - unbalanced) heißt, wird in der Lektion 10 unter „Symmetrierung“ erläutert.

Übungsaufgabe TH419 Folgender Balun-Transfor- mator aus zweimal 8 Windungen ist gegeben.

Balun-Transfor- mator aus zweimal 8 Windungen ist gegeben. Für welche Antennenimpedanz wur- de er optimiert? a)

Für welche Antennenimpedanz wur- de er optimiert?

a) 50

b) 100

c) 200

d) 400

54