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Die Demokratie braucht gegenwärtig uns und unser Engage-

ment für ihr Überleben so sehr wie selten zuvor. Es muss


auch wieder klar werden, wie unser Leben selbst durch sie
bereichert wird und wie unser Bewusstsein durch sie stetig
erweitert werden kann.
In vielen Ländern erodieren gerade lang gewachsene, diffe-
renzierte demokratische Strukturen, weil sie nicht mehr ge-
pflegt und entwickelt werden. Es ist bedrückend zu sehen,
wie dies zwar die Macht einzelner Despoten zementiert, wie
schnell jedoch diese Despoten die ihnen auch durch Wahlen
anvertrauten Länder kulturell, wirtschaftlich, moralisch und
auch in ihrem Wesen an den Abgrund manövrieren.
Deshalb wollen wir in regionalen und internationalen Koo-
perationen mit Städten und Schulen, dort Lernenden und
Lehrenden Interkultur praktizieren, und Musik, Tänze,
Spielszenen zu den Themen „Errungenschaften und Erfor-
dernisse der Demokratie“ entwickeln.
Die Früchte unserer Arbeit werden wir Ihnen heute im Rah-
men unserer Musiktheaterproduktion “Wir ALLE sind das
Volk, INTERKULTUR für Demokratie” mit einem großen
interkulturellen und generationenübergreifenden Ensemble
darbieten.
Gelebte INTERKULTUR ist zutiefst demokratisch, ein - wenn
nicht DAS - zeitgemäße und handfeste Werkzeug und bester
Transmitter für die Bewusstmachung und das Erleben all des-
sen, was unser Leben lebenswert macht.
INTERKULTUR zeigt auf und macht erlebbar, was wahrhaft
demokratische Länder so stark und attraktiv macht: die freie
Entfaltung der Persönlichkeit, Bildungschancen für Alle, freie
Künste, freie Wissenschaften, freie Meinung, Religionsfrei-
heit, Einander zuhören, wertschätzen und respektieren, um
nur einige liebgewonnene und keineswegs selbstverständ-
liche Gepflogenheiten in fortgeschrittenen Demokratien zu
nennen.
Unsere interkulturelle Kunst basiert in ihrem Wesen auf freier
Entfaltung, gemeinsamem Herzschlag, Hingabe, Hinhören,
kollektiver Intelligenz und Differenziertheit.
Interkultur fördert demokratisches Denken und nichts för-
dert modernes demokratisches Leben mehr als Interkultur.
Wir betrachten die Mitwirkenden des Programmes wie auch
alle Bewohner dieses wunderbaren Erdballs als ein großes,
demokratisches Volk, dessen Mitmenschen sich im Kleinen,
Alltäglichen gegenseitig zu demokratischer Kultur bewegen,
motivieren, ja erziehen können. Die daraus erwachsenen
Musik-, Theater- und Tanzszenen sind mehr als ein Spiel, denn
sie lassen Ihre Mitspieler und Ihr Publikum klar erkennen:
Die Demokratie braucht uns für ihr Überleben Jetzt ist es - im neuen Projekt - Zeit, zu erken-
so sehr, wie wir SIE zur Stärkung unseres in- nen, dass viele Errungenschaften, mit und von
terkulturellen Miteinanders. denen wir leben, die Früchte, die Errungen-
Wenn wir all ihre Lebensformen und Errun- schaften der Demokratie sind!
genschaften, die uns so lieb und wichtig sind, Es wird Zeit, interkulturelle Denkmäler zu set-
bewahren und weiterentwickeln wollen, müs- zen und zu bekennen, dass, wer diese Früchte
sen wir viel intensiver aktiv Verantwortung einheimst, sich auch in seinem Umfeld viel
für die Demokratie und deren Ausgestaltung mehr für die Demokratie stark machen sollte,
übernehmen. statt sich vor der Freiheit und den Verpflicht-
Nach einer Anfang des Jahres 2016 beim ungen ängstlich zurückzuziehen, zu nörgeln,
Weltwirtschaftsforum in Davos vorgestellten oder gar, wie manche Mitbürger hier in ihrer
Umfrage unter 16.000 Menschen aus aller zweiten Heimat, mit ihrer Stimme Präsidialher-
Welt, Meinungsführern in Wirtschaft, Wissen- rscher unterstützen, die über kurz oder lang aus
schaft und Verwaltung, galt Deutschland mit Gründen des Machterhalts in ihren Ländern all
Blick auf politische Stabilität, wirtschaftliche das abschaffen werden, was wahren Demokra-
Prosperität, soziale Sicherheit, Bildung, Wis- tinnen und Demokraten lieb und teuer ist.
senschaft und Infrastruktur noch als „bestes „Wir sind das Volk!“ – der entschieden skandier-
Land“ auf dieser Erde! te Satz der friedlichen Demonstranten jagte
“Offensichtlich ist unserem Land und seinen mir 1989 einen Schauer über den Rücken, als ich
Bewohnern nach dem 2. Weltkrieg bis heute als einundzwanzig-jähriger Musikstudent der
vieles gelungen, manches offenbar besser Universität der Künste am Abend des Mauer-
als anderen; doch im Vergleich mit anderen falls durch Berlin streifend die Stimmung hau-
Ländern zeichnen wir uns gerade nicht durch tnah miterlebte.
ausgeprägte Zufriedenheit aus…” „Wir sind das Volk!“ – der entschieden skan-
(Horst Lammert, Rede zum Tag der Deutschen dierte Satz der friedlichen Demonstranten
Einheit 2016) jagte mir 1989 einen Schauer über den Rücken,
Es ist Zeit zu erkennen, dass Wir ALLE EIN inter- als ich als einundzwanzigjähriger Musikstudent
kulturelles Volk sind - um GEMEINSAM mit der Universität der Künste am Abend des
interkulturellem Engagement zur Bewahrung, Mauerfalls durch Berlin streifend die große
ja Verfeinerung der Demokratie beizutragen. Sehnsucht nach Freiheit, Selbstbestimmung
und unantastbarer Würde hautnah miterlebte.
So bahnen wir für die Fortführung des Projek-
tes mit immer mehr Schulen eine Kooperation Die uralte Sehnsucht nach Freiheit und einem
an. Wir sind überzeugt, dass man gar nicht früh Leben in Würde lebt fort, wenn es heute
genug mit der Erziehung zur Verantwortungsü- Abend heißt: „Wir ALLE sind das Volk!“
bernahme für unsere Demokratie für eine WIR gestalten das Leben auf diesem Plane-
freiheitliche, pluralistische und vielfältige Welt ten und wir sind und bleiben für einander da,
beginnen kann. komme was da wolle. Somit ist die Arbeit an
Alle (!) 126 Mitwirkenden aus 26 Ländern der unserem demokratischen Musiktheater als
vorangegangenen Produktion “Leben und le- Wärmeort eine konkret gelebte Alternative
ben lassen” wollten sich nach den mit Standing zu aktuellen Tendenzen zerbrechender Soli-
Ovations gefeierten Aufführungen - zuletzt im darität und destruktivem Populismus, der fern
Theater Ulm - in Form eines komplett neuen von freiheitlich, demokratischer Motivation
Projekts weiterengagieren! das Motto für seine Zwecke missbraucht.
In dem abgeschlossenen Projekt lag das Haup- Ich wünsche Ihnen
taugenmerk auf der Zusammenarbeit mit Men- einen erlebnisreichen Abend,
schen nach der Flucht. Ihr Markus Romes, Projektleiter
Viel ist in unserer Zeit von Völkerverständigung die Rede, oder auch vom
notwendigen Dialog der Kulturen. Doch in unserer immer stärker individu-
alisierten Welt fällt es uns zunehmend schwer, miteinander in Kontakt zu
treten. Dabei ist ein Verstehen des Anderen für eine funktionierende Ge-
sellschaft unerlässlich. Aber es gibt sie, die Momente, in denen Unterschiede
verschwimmen, Sprachbarrieren verschwinden und das Gemeinsame Erle-
ben in den Vordergrund rückt. Es gibt sie im Sport, aber eben auch in der Kul-
tur. Deshalb möchte ich mich an dieser Stelle bei allen Beteiligten des Pro-
jekts „Interkultur für Demokratie“ für ihr Engagement herzlich bedanken.
Für viele ist die Demokratie eine Selbstverständlichkeit. Das ist sie aber für
viele Millionen Menschen auf unserer Erde beileibe nicht. Auch in Deutsch-
land gilt es, sich allen Tendenzen entgegen zu stellen, die wichtige demo-
kratische Grundwerte in Frage stellen. Auch dazu kann der heutige Abend,
dem ich auf diesem Weg einen guten Verlauf wünsche, einen Beitrag leisten.
Gunter Czisch, Oberbürgermeister von Ulm

„Weltweit sprechen wir zwar verschiedene Sprachen, doch in allen kann


man lachen“. – heißt es so schön in einem Songtext der Sportfreunde Stil-
ler. Wenn wir miteinander lachen, diskutieren, tanzen, Musik machen oder
uns sportlich betätigen, können wir voneinander lernen und Grenzen über-
winden. Diese einfache Wahrheit wird durch das Projekt „Interkultur für
Demokratie“ wunderbar umgesetzt. Ich freue mich über das Engagement
und die Hingabe der vielen Ehrenamtlichen aus unserer Region und anderen
Ländern, die Demokratie erlebbar machen“.
Hilde Mattheis, MdB, SPD

Das diesjährige Konzept des musikalischen Abends, das der Ulmer Verein für
interkulturelle Begegnung in Musik & Gesang e.V. veranstaltet, steht unter dem
Motto „Interkultur für Demokratie – Wir ALLE sind das Volk“.
Zu diesem mutigen Motto beglückwünsche ich Sie. Mit der Zunahme des
Rechtspopulismus in unserer Gesellschaft bemerken wir zunehmend, wie
hinter dem Vorwand „Man wird ja wohl noch sagen dürfen“ oder des „Quer-
denkens“ Tabus fallen, die zu Recht als Tabus in unserer Gesellschaft gelten.
Es ist ein mittlerweile bekanntes Muster: man gibt sich unkonventionell,
greift aber nicht Konventionen an, sondern konkrete Personen(gruppen)
oder Sachverhalte, die einem einfach nicht passen. Das Ganze dann mög-
lichst rücksichtslos und das Ergebnis ist oft genug: Menschenverachtung,
Rassismus, Ausländerfeindlichkeit, Frauenfeindlichkeit.
Es wird uns Demokraten viel Kraft und Mut kosten, sich dem zu widersetzen,
was wir eigentlich für überwunden gehalten haben. Menschlichkeit, Toleranz
und Zivilcourage lassen sich nicht verordnen. Wir können aber glaubhaft
dafür werben, mit gutem Beispiel vorangehen und diejenigen unterstützen,
die im Alltag und vor Ort für Demokratie und Menschenrechte streiten. Das
tun auch Sie mit Ihrem musikalischen Projekt, zusammen mit vielen Bürge-
rinnen und Bürgern, die sich nicht einschüchtern lassen und ihren Beitrag
zu einem gesellschaftlichen Klima ohne Angst leisten. Deshalb gebührt Ih-
nen mein großer Respekt. Mein Dank und meine Unterstützung sind Ihnen
gewiss. Mit herzlichen Grüßen
Ekin Deligöz, MdB, Die Grünen

Im Bewusstsein der Verantwortung vor Gott und den Menschen haben


unsere Mütter und Väter des Grundgesetzes die Demokratie für unser
Land festgeschrieben. Kern der Demokratie ist, dass alle Staatsgewalt vom
Volk ausgeht und in Wahlen und Abstimmungen ausgeübt wird. Bildung
und Kultur sind für mich dabei gleichzeitig Motor und Grundlage unserer
Demokratie. Der Aufgabe, sie zu schützen, widmet sich der Verein zur in-
terkulturellen Begegnung in Musik und Gesang Ulm e.V., den ich in diesem
Projekt gerne unterstütze. Allen Mitwirkenden einen herzlichen Dank und
dem Publikum einen fröhlichen Abend!
Ronja Kemmer, MdB, CDU

Kultur, Musik und Glaube sind die wohl herausragendsten Formen des
Ausdruckes von Menschsein – sie drücken Vielfalt, Kreativität und Lebens-
freude aus. Kultur ist im Menschsein nicht wegzudenken, doch braucht sie
gewisse Rahmenbedingungen, um Kulturschaffenden den individuellen
Ausdruck ihres Menschseins zu ermöglichen. Dass dies keine Selbstver-
ständlichkeit ist, mussten wir in der Geschichte leider schon vielfach spü-
ren. Genannt seien nur die Bücherverbrennungen durch die Nationalsozi-
alisten 1933 oder die Zensuren in kommunistischen Regimen. Auch heute
kämpfen Menschen in wieder wachsenden illiberalen und autokratischen
politischen Systemen um das Recht, ihrem Menschsein Ausdruck geben
zu dürfen. Genannt sei hier beispielhaft die Inhaftierung des Künstlers Ai
Weiwei in der Volksrepublik China.
Diese Freiheit ist eine nicht zu unterschätzende Errungenschaft unserer
Vorfahren, welche wir unter allen Umständen bewahren müssen! In unserer
Zeit wird die Freiheit nicht nur angezweifelt, sondern offen angegriffen.
Der Angriff auf unsere Freiheit und Demokratie erfolgt aus dem In- und
Ausland. In Deutschland kämpfen wir mit einer Demokratiemüdigkeit, die
zwischenzeitlich in anti-demokratische Frustbewegungen mündet.
Diese Initiative hat Wege gefunden, für Demokratie und die Entfaltungs-
freiheit des Einzelnen zu werben – indem sie dem Ausdruck des Mensch-
seins, egal welcher Herkunft und Ethnie, eine Plattform gibt und darstellt,
dass diese Plattform nur gemeinsam im Rahmen unseres demokratisch ge-
fundenen Konsenses eines rechtstaatlichen Zusammenlebens möglich ist.
Ich möchte meinen herzlichsten Dank den Initiatoren für diese gelungene
Initiative ausdrücken und wünsche der Veranstaltungsreihe und allen Mit-
wirkenden nicht nur guten Erfolg, sondern eine nachhaltige Auswirkung
auf die „Re-demokratisierung“ unserer Gesellschaft. Mit den herzlichsten
Wünschen und Grüßen,
Alexander Kulitz, MdB, FDP
MANAI DZIMTENEI – „Meine Heimat“ oder Die Macht des Liedes Lettland
Text: J. Peters / Musik: Raimonds Pauls / Chorensemble
Die Revolution in den baltischen Staaten wird auch als „singende Revolution“ bezeichnet, auch
wenn sie, wie der gesamte Umformungsprozess im Osten, schwere Auseinandersetzungen mit
sich brachte. Am 23. August 1989 bildeten über zwei Millionen Menschen eine 600 Kilometer
lange Menschenkette durch Litauen, Lettland und Estland. Das Lied beschwört die Düna, den
Fluss, der diese Region prägte und verbindet und die Lichtburg in Riga (Nationalbibliothek).

DIE DÄMMERUNG DES FRÜHLINGS China


Yueling Li China, Erhu
Wir erlebten viele Formen politischer Veränderungen, die als „Frühling“ gedeutet wur-
den – und auf die oft der Hagel politischer Gewalt folgte. Doch der Samen der Freiheit wird
am Ende stärker sein – und einen blühenden Frühling über die Menschen dieser Welt bringen.
Die Erhu ist eine zweisaitige, mit dem Bogen gestrichene Röhrenspießlaute, die in der chinesi-
schen Musik seit über 1000 Jahren sehr populär ist.

ERSEHNTE FREIHEIT
Weltweit sehen sich Menschen nach Freiheit und Demokratie. Sie kämpfen dafür und bezahlen
einen hohen Preis. Ungezählte Frauen und Männer verlieren ihre Freiheit und werden in Lager
und Gefängnisse gebracht, wo ihnen nicht selten Folter droht. Auch die Ermordung und Hin-
richtung von Menschen ist ein häufiges Mittel, um den Wunsch nach Freiheit, Selbstbestimmung
und Demokratie zu unterdrücken. SCHWEIGEMINUTE

DIE GEDANKEN SIND FREI Deutschland


Volkslied / A. Werum / Chorensemble
Dieses Lied ist älter als vermutet, seit 1780 ist es zwar veröffentlicht, um 1820 entstand
die Melodie – doch die Wurzeln gehen weiter zurück. Es wirkte in den Freiheitsbewe-
gungen unserer Region und inspirierte Menschen zum freien Denken und Widerstand.

SIND SO KLEINE HÄNDE Deutsche Demokratische Republik


Text und Musik: Bettina Wegener / Chorensemble
Das Lied war auch ein Akt gegen das Regime in der DDR. Menschen wurden zum Schweigen und
Denunzieren erzogen; politische Haft und Gesinnungsterror prägten die Stimmung. Die Bürger-
rechtsbewegung formierte sich immer stärker werdend - bis am Ende die Mauer fiel.

ELAH Afrika
Chorensemble
Lebensfreude und der gemeinsame Alltag, das Ernten der Früchte und die Freude am Tanz ver-
weben sich in eine kleine Hymne an das Dasein.

TIS DIKAOSINIS ILIE NOITE – „Du Sonne der Gerechtigkeit!“ Griechenland


Text und Musik: Mikis Theodorakis / Chorensemble
Der Komponist Mikis Theodorakis steht für eine aufgeklärte, mutige Politik; seine Lieder stärk-
ten die Menschen gerade in den Tagen der Militärdiktatur. Er beschreibt hier die Schönheit
des Landes und ruft die Sonne an, dass sie das Land nicht vergisst. Er ruft aus dem Exil seine
Freund*innen zum Kampf und flutet Griechenland mit seinen Liedern. Der Preis für die Freiheit
war Theodorakis bekannt, Folter und politische Gewalt zeichneten sein Leben – bis zu seinen
letzten öffentlichen Auftritten.
KALIMERA ILLIE – „Guten Morgen, Sonne!“ Griechenland
Text und Musik: Manos Loizos
Ein flehentliches Anrufen, ein Lied, das bei aller vordergründigen Heiterkeit Dramatik spüren
lässt, selbst wenn man den Text nicht kennt. Es ist das Lied derer in der Welt, die um ihre wegen
Verrats getöteten Lieben weinen. Leftéris Papadopoulos verstand das Lied als klare Anspielung
gegen die Junta in seinem Land.

PAUSE

EIN INTERRELIGIÖSER DREIKLANG


Religionen werfen tiefe Gräben auf und sind wesentlich an den Konflikten der Welt beteiligt;
sie tradieren Diskriminierung und Entwertung. Und dennoch haben sie auf der anderen Seite
heilende Kräfte, schaffen Brücken und verfolgen gemeinsame Ziele; sie haben Mensch und Welt
im Blick. Und wenn sie den „Dreiklang“ schaffen, dann entsteht ein Weg in die Zukunft.

a. RA MA DA SA SA SE SOHONG Indien
Snamtan Kaur, New Mexico
Das Lied ist eine Meditation der Sikh auf Ra (Sonne), Ma (Mond), Da (Erde), Sa (Unendlichkeit),
Sa (Unendlichkeit), Se (Gott ist Unendlichkeit), sohong (Gott und ich sind eins). Die einzige Vor-
schrift ist Deine Wahrheit, Deine Identität zu leben. Es stammt aus der Gebetskultur der Sikhs,
dem Kirtan.

b. SRZEM SBORI – „Das Herz spricht“ Bosnien


Bosnisch-muslimischer Jugendchor / Chorensemble
Das Lied erzählt, wie Derwische meditieren und über die geistige Arbeit Gott näher
kommen und Weisheit gewinnen. Der bosnische Erzähltext ist mit Gebeten und Anru-
fungen Gottes verwoben und ein berührend gutes Beispiel aktueller islamischer Musik.
Demokratie lebt vom Teilen und Mitteilen, vom Verstehen und Auseinandersetzen. Der Weg der
Derwische ist eine Möglichkeit, sich komplexen Themen auf eine ganz eigene, tiefe Weise anzu-
nähern.

c. EL HADERECH – „Auf dem Weg“ Israel


Musik: Nurit HirschText: Shimrit Or / Chorensemble
Das Lied feiert den Zusammenhalt und das Überleben einer Glaubensgemeinschaft über
Generationen hinweg, auch unter schwierigsten Bedingungen und die Gewissheit, am Ende
gemeinsam das Ziel zu erreichen.

FINA ESTAMPA – „Schöne Gestalt“ Peru


Musik und Text: Chabuca Granda / Solo: Debora Vilchez
Chabuca war eine der bekanntesten Komponistinnen und Musikerinnen Perus; ihre Lieder ge-
hören zum Kulturgut des Landes. Neben „La Flor de la Canella“ dürfte „Fina Estampa“ eines der
bekanntesten Lieder dieser Frau sein, die vollkommen unspektakulär in ihren Bands schwarze
Musiker aufnahm und so still, aber nachhaltig Rassismus entgegentrat, der in Peru doch stark
ausgeprägt war.
WHAT A WONDERFUL WORLD / I LOVE YOU – „Was für eine wundervolle Welt!“ USA
Musik: George David Weiss / Text: Bob Thiele / Interpret: Louis Armstrong
Soli: Mona Schmid und Leolo Vukic
Chorensemble
Der Song wurde nicht nur gezielt für Louis Armstrong geschrieben, er entstand auch in und für
die Bürgerrechtsbewegung in den USA. Die Proteste gegen den Vietnamkrieg ergriffen viele
Menschen - und es ist kein Zufall, dass dieses Lied im Kontext des Krieges in dem Film „Good
Morning Vietnam“ in einer bewegenden Montage auftaucht. Er gilt als eine Liebeserklärung an
das Leben und die Freiheit.

HOMELESS – „Heimatlos“ Südafrika


Musik und Text: Lady Smith Mombaza
Chorensemble
Viele Menschen sind heimatlos. Naturgewalten zerstören die mit viel Arbeit geschaffenen Exis-
tenzen und fordern Opfer an Menschenleben. Hilflos stehen wir den Gewalten gegenüber. Es
trifft so viele - erzählt das Lied - es könntest auch Du sein! Wir vergessen in dieses Tagen sozialer
Kälte oft die globalen Zusammenhänge - sowohl bei der Armut, wie bei den klimatischen Verän-
derungen. Und der Hilferuf Vieler verklingt!

RINASCERÒ – „Ich werde wiedergeboren werden!“ Argentinien


Musik: Astor Piazolla / Text: Horacio Ferrer
Solo: Margarete Lamprecht
Wiedergeburt ist oft ein rein spirituelles Thema. Wir erleben aber auch die Wiedergeburt von
Staaten und die Neubelebung von demokratischen Ideen. Die Träume von Freiheit, Gleichheit
und Geschwisterlichkeit haben ein langes Leben.

JA HERRIJE – „Oh Freiheit!“ Syrien


Musik: Nuhad Haddad „Fairuz“ / Solo: Mohammad Alouf
Chorensemble
Die Freiheit ist ein kostbares Gut. In Syrien träumten und träumen Viele davon, dass die Diktatur
endet, dass der Krieg vorbeigeht. Und Menschen, die um die Freiheit kämpften, bezahlten mit
Not, Haft, Folter oder Tod. Weil es in Syrien so ist, fliehen viele. Dennoch bleibt dieser Wunsch
bestehen.

EIN LIED FÜR DIESES LAND Deutschland


Text: Chris Werneke / Musik: Adrian Werum / Idee: Markus Romes
Chorensemble
Die Diskussion um die Nationalhymne machte auf eine ganze Reihe von Fragen aufmerksam.
Wo steht denn dieses Land? Woher bezieht es seine Kraft? Welche Werte gelten? Wohin wird
das Land gehen? Für das Projekt schrieb Chris Werneke einen Text und entwarf eine mögliche
Melodie. Die vorliegende, und im Konzert gesungene Version wurde von Adrian Werum kompo-
niert und arrangiert. Es ist durchaus lohnenswert, sich diesem Land zu widmen und auch in die
Geschichte der Hymnen zu schauen. Das Werk feiert mit diesem Konzert seine Premiere. Gezielt
wurde im Text auf Landesnamen und nationale Terminologie verzichtet - denn am Ende geht es
eben darum, dass „unser Volk“ immer auch ein Teil des Volks der Erde ist – und das mit „diesem
Land“ immer auch unsere Erde gemeint ist.
Wunsch bestehen.
Yueliang Li, CHINA, Erhu
Margarete Lamprecht, DEUTSCHLAND, Schauspiel
Mohammed Alouf, SYRIEN, Sänger
Mona Schmid, DEUTSCHLAND, Sängerin
Dalma Lima, BRASILIEN, Percussion
Leolo Vukic DEUTSCHLAND, Sänger
Ermina Suleimanovic, BOSNIEN, Sängerin
Alexandros Nikola, GRIECHENLAND, Bouzouki
Gunter Nickles, DEUTSCHLAND, Schauspiel
Debora Vilchez, PERU, Percussion
Gérman Realini, ARGENTINIEN, Kontrabass
Steffen Dix, DEUTSCHLAND, Reeds
Athanassia Theliou, GRIECHENLAND, Cello
Can Demirel, TÜRKEI, Saz
Christian Mejia, ECUADOR, Arrangement
Jan und Bastian Jäger, DEUTSCHLAND, Tuba
Rebekka Antoniadu, GRIECHENLAND, Tanz
Oleg Nehls, RUSSLAND, Bajan
Adrian Werum, DEUTSCHLAND, Arrangement
Tanja Conrad, SCHWEIZ, Violine
Yasan Nakdali, SYRIEN, Schauspiel
Chris Werneke, DEUTSCHLAND, Text
Ratislava Huba, SLOWAKEI, Cello
Carsten Netz, DEUTSCHLAND, Reeds
und VIELE mehr…

Es singen Sänger*Innen der Chöre:


Internationaler Kinderchor, Ulm / Neu-Ulm
Jugend- und Hochschulchor, Ulm/Neu-Ulm
Bosnisch-muslimischer Jugendchor, Ulm
Projektchor der Waldorfschule am Illerblick, Ulm
Kammerchor D´accord Ulm e.V.
Kinderchor der Meinloh-Grundschule, Ulm

es tanzen:
die Mainades Ulm

Eine Veranstaltung des


Vereins zur interkulturellen Begegnung in Musik und Gesang e.V.
Begeistern
ist einfach.
Unsere Kulturförderung.

Mit unserem Engagement für Kunst und


Kultur leisten wir einen wertvollen Beitrag
zur Entwicklung und Entfaltung des kultu-
rellen Lebens in unserem Geschäftsgebiet.

Wenn´s um Geld geht

sparkasse-ulm.de
Ihre Treue ist unsere
wertvollste Auszeichnung!
„Auch 2018 haben Sie uns zu Deutschlands Schmierstoffmarke Nr. 1 gewählt.
Dafür danke ich Ihnen im Namen meiner 835 Kolleginnen und Kollegen
recht herzlich.“

Ihr Ernst Prost

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www.liqui-moly.de

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