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Ludwig XIV.

Ludwig XIV. (französisch Louis XIV, Louis le Grand; * Monarchen der Geschichte.
5. September 1638 in Saint-Germain-en-Laye; † 1. Sep-
tember 1715 in Versailles), genannt „der Sonnenkönig“
(frz. le Roi-Soleil) war von 1643 bis zu seinem Tod König
von Frankreich und Navarra sowie Kofürst Andorras.
1 Überblick

Ludwig XIV. 1667 auf einem Gemälde von Henri Testelin (Aus-
schnitt)

Die Geburt Ludwigs XIV. im Schloss Saint-Germain-


en-Laye erschien vielen als glückliches Ereignis, denn
dreiundzwanzig Jahre lang war die Ehe seiner Eltern
Ludwig XIII. und Anna von Österreich ohne Nachkom-
Ludwig XIV. im Krönungsornat (Porträt von Hyacinthe Rigaud,
1701)
men geblieben. Durch seine Geburt wurde die befürch-
tete Thronfolge von Gaston d'Orléans zurückgestellt.
Ludwig XIV. gilt als klassischer Vertreter des höfischen Aus Dankbarkeit erhielt der Neugeborene den Beina-
Absolutismus. Der Leitsatz des Absolutismus, « L’État, men Dieudonné (der Gottgegebene). Sein Bruder, Her-
c’est moi ! » (deutsch: „Der Staat bin ich!“) wird ihm je- zog Philipp I. d'Orléans, wurde 1640 geboren.
doch fälschlicherweise zugeschrieben.[1] Er festigte die Schon als Vierjähriger wurde Ludwig am 14. Mai 1643
Macht der Krone durch den Ausbau der Verwaltung, die als König inthronisiert. Er lebte aber bis zu seinem
Bekämpfung der Opposition in Kreisen des Adels sowie dreizehnten Lebensjahr (1651) unter der Regentschaft
durch die Förderung der französischen Wirtschaft. Die seiner Mutter Anna von Österreich. Die tatsächliche
Hofkultur wurde ganz auf die Person des Herrschers zu- Macht wurde in dieser Zeit vom „regierenden Minis-
geschnitten. Zum Symbol für dessen herausragende Stel- ter“ Kardinal Mazarin ausgeübt. Mazarin bereitete Lud-
lung wurde sein prunkvolles Auftreten. Der König för- wig zielgerichtet auf seine Rolle als absolutistischer Herr-
derte Künste und Wissenschaften, was eine Blütezeit der scher vor. Schritt für Schritt wurde der junge König an der
französischen Kultur zur Folge hatte. Durch Ludwigs ex- Macht beteiligt und teilte sich schließlich die Verantwor-
pansive und kriegerische Außenpolitik gewann Frank- tung mit Mazarin. Durch die außenpolitischen Erfolge
reich in Europa eine dominierende Stellung und etablier- der Minister-Kardinäle Richelieu und Mazarin politisch
te seine Großmachtstellung in der Neuzeit. Mit 72 Jahren gestärkt, entfaltete Ludwig das absolutistische Königtum
auf dem Thron war er einer der am längsten herrschenden hochbarocker Prägung in Frankreich, mit einem Hofle-

1
2 2 HERRSCHAFT

ben, das ganz auf die Person des Herrschers zugeschnit-


ten war. Nach dem Westfälischen Frieden am Ende des
Dreißigjährigen Krieges 1648 und dem Pyrenäenfrieden
mit Spanien 1659 war Frankreich die politische und mili-
tärische Vormacht in Europa. Unterstützt von Ministern
wie Colbert, Louvois, Lionne und dem Kanzler Séguier
konzentrierte er den staatlichen Machtapparat und er-
weiterte die militärischen, institutionellen und materiel-
len Machtgrundlagen der französischen Monarchie. Ne-
gativ auf seine Herrschaft wirkten sich die Hugenotten-
Verfolgung und der Spanische Erbfolgekrieg aus. Letz-
terer führte durch die Härte der Kämpfe 1713 fast zu ei-
nem Staatsbankrott, der nur durch eine Finanzreform und
massive Einsparungen abgewendet wurde.
1660 heiratete Ludwig Maria Theresia von Spani-
en. Nach deren Tod im Jahr 1683 heiratete er in
morganatischer Ehe insgeheim die Marquise de Main-
tenon. Ludwig überlebte seinen Sohn Louis, le Grand
Dauphin und seinen ältesten Enkel Louis de Bourgogne
und starb am 1. September 1715. Erst sein Urenkel folg-
te ihm als Ludwig XV. auf den Thron. Der Leichnam
Ludwigs XIV. wurde durch den Chirurgen Pierre Dionis
(† 1718) mittels Gerbsäure in Pulverform konserviert[2]
und in der von ihm geschaffenen Krypta der Bourbo- Ludwig als Kind
nen in der Kathedrale von Saint-Denis beigesetzt. Bei der
Plünderung der Königsgräber von Saint-Denis im Jahre
1793 wurde sein sehr gut erhaltener Körper mit denen an-
derer Könige durch Revolutionäre „profaniert“ und sogar
kurzzeitig in eine Grube geworfen. Sein einbalsamiertes
Herz wurde 1715 in der Jesuitenkirche in der Rue St. An-
toine in Paris bestattet, um neben dem Herzen seines Va-
ters zu ruhen. In der Restaurationszeit wurde es, wie alle
Herzbestattungen der Angehörigen des Königshauses, in
die Kathedrale von Saint-Denis überführt, wo es sich bis
heute in der wiederhergestellten Grablege der französi-
schen Könige in der Krypta befindet.

2 Herrschaft

2.1 Die frühen Jahre

Nachdem Ludwig XIV. als vierjähriger Junge 1643 den


Thron geerbt hatte, übernahm seine Mutter Anna von
Österreich die Regentschaft. Diese bestätigte umgehend
Kardinal Mazarin als Premierminister. Acht Jahre zu-
vor war Frankreich an der Seite Schwedens in den
Dreißigjährigen Krieg eingetreten, mit dem Hauptziel,
das Haus Habsburg zu schwächen. Frankreichs Armeen
kämpften nun sowohl gegen den römisch-deutschen Kai-
ser und dessen Verbündete im Reich als auch gegen den
spanischen König. Die französischen Armeen waren mi- Mazarin als regierender Minister
litärisch erfolgreich; gleichwohl belastete der Konflikt die
Staatsfinanzen erheblich. Innenpolitisch sah sich Anna ei-
ner heftigen Opposition gegenüber, denn die städtischen puppte sich jedoch als völlig anders als erwartet. Die Kö-
Gerichtshöfe und Prinzen misstrauten ihrer Regierung. nigin, als spanische Habsburgerin am französischen Hof
Dem stellte sich Kardinal Mazarin entgegen. Anna ent- zunächst verschmäht, wurde selbst zu einer überzeugten
2.2 Die Alleinherrschaft 3

Französin. Sie duldete weder Favoriten noch die Schmä- zahlt werden konnte. Dadurch blieb Maria Theresia äl-
lerung der königlichen Autorität im Staate. Ihre Generäle teste erbberechtigte Tochter des spanischen Königshau-
wies sie an, die Kämpfe mit unverminderter Härte voran- ses. Die Heirat zwischen Ludwig XIV. und Maria The-
zutreiben. Mazarin leitete die Staatsgeschäfte und führ- resia (einer Kusine ersten Grades) fand am 9. Juni 1660
te die absolutistische Politik Kardinal Richelieus fort, in- in Saint-Jean-de-Luz statt. Am 1. November 1661 wurde
dem er die Zentralisierung der Staatsgewalt in der Person Dauphin Louis geboren.
des Königs mit aller Macht betrieb.
Mit der Unterzeichnung der Friedensverträge zu Müns- 2.2 Die Alleinherrschaft
ter und Osnabrück 1648 war Frankreich der große Sie-
ger des Dreißigjährigen Krieges. Erhebliche Truppentei-
le konnten gegen Spanien eingesetzt werden. Doch nun
brach in Frankreich die Fronde (1648–1653) aus, ein of-
fener Bürgerkrieg des Pariser Parlaments und der Prin-
zen gegen die Politik des königlichen Absolutismus. Als
Möglichkeit zur Revolte diente die Minderjährigkeit Lud-
wigs. Die Frondeure gaben vor, gegen die negativen Ein-
flüsse des Leitenden Ministers Mazarin zu kämpfen. Die-
ser wurde als Italiener allgemein wenig geschätzt; insbe-
sondere die königlichen Prinzen nahmen ihm übel, dass
er sie konsequent von jeder politischen Macht ausschloss.
Die Parlamente (Oberste Gerichtshöfe) hingegen wurden
vom Englischen Bürgerkrieg beeinflusst und sahen eine
Chance, ihre Privilegien gegenüber der Krone auszubau-
en.
Die Fronde scheiterte 1652. Die Unruhen sollten jedoch
noch bis 1654 anhalten. Ludwig XIV. wurde 1651 für
volljährig erklärt, womit die Regentschaft seiner Mutter
offiziell endete. Der König – noch zu jung zur Regierung
– übertrug erwartungsgemäß die Macht an Mazarin und
nicht an einen Prinzen aus dem Königshaus. Am 7. Juni
1654[3] erfolgte die Krönung und Salbung des Königs in
der Kathedrale von Reims, womit die Ordnung im Kö- Ludwig XIV. 1661
nigreich, für jeden ersichtlich, wiederhergestellt war. Die
Krönung des Königs sollte für die Menschen bewusst als Seit Ludwigs Kindheit führte Kardinal Mazarin die Ge-
Symbol für Kontinuität und den Schutz Gottes über den schäfte für den König. Der Leitende Minister galt als ein
König stehen. außerordentliches Talent in der Politik und unterrichtete
Während des Bürgerkriegs kam der Kampf mit Spani- daher selbst den König in der Kunst der Staatsführung.
en zum Erliegen, die Frondeure bekamen überdies Un- Ludwig XIV. bekam so eine solide und sehr umfassende
terstützung von den Spaniern. Nachdem wieder inne- Ausbildung in Staatsangelegenheiten, Recht, Geschichte
rer Friede herrschte, konnte Frankreich seine Kräfte ge- und Militärstrategie, aber auch in diversen Sprachen und
gen Spanien bündeln und erzielte Erfolge durch Angrif- Wissenschaften.
fe auf die Spanische Niederlande und die Invasion Spa- Als Mazarin am 9. März 1661 starb, war der 22-jährige
niens, welche zur erneuten Besetzung Kataloniens führ- König gut auf sein Amt vorbereitet und verkündete dem
te. 1657 gelang es Mazarin, das republikanische Eng- Staatsrat, dass er keinen Leitenden Minister mehr einset-
land unter Oliver Cromwell in einem Geheimvertrag zum zen, sondern die Regierungsgeschäfte in eigener Regie
Bundesgenossen gegen die Spanier zu gewinnen. Spani- führen werde. Diese Regierungsgrundsätze, heute auch
en sah sich gezwungen den Frieden zu suchen. König als das absolutistische Kabinettsystem bezeichnet, hielt er
Philipp IV. bot Ludwig die Hand seiner ältesten Toch- 1670 in seinen „Memoiren“ für seinen Nachfolger fest.
ter, der Infantin Maria Theresia von Spanien, an. 1659 Der Hof und die Minister waren zunächst irritiert, doch
trafen beide Monarchen auf der Fasaneninsel, zwischen man meinte, es würde sich nur um eine kurze Phase han-
Frankreich und Spanien, zusammen und unterzeichneten deln. Dieser hingegen begann die Regierung umzubil-
den Pyrenäenfrieden. Frankreich erwarb das Roussillon den und entließ einen Großteil des Staatsrats, selbst sei-
in den Pyrenäen und bekam von den Spanischen Nie- ne Mutter schloss er aus, so dass nur noch die wichtigs-
derlanden das Artois und einige Nebenländer. Die Infan- ten drei Minister an den Ratssitzungen teilnahmen. Ei-
tin verzichtete auf ihr Erbrecht an der spanischen Kro- ner von diesen war Nicolas Fouquet, der Finanzminister.
ne gegen eine Mitgift von 500.000 Goldtalern, eine für Ludwig ließ ihn wegen Korruption und Hochverrat ver-
die Spanier unerschwingliche Summe, die nicht ausge- haften und durch den ihm treu ergebenen Jean-Baptiste
4 2 HERRSCHAFT

Colbert ersetzen. Fouquet hatte Staatsgelder veruntreut holländischen Generalstaaten verbündeten sich 1668 mit
und Befestigungen ohne Genehmigung des Königs bauen England und Schweden zur Tripelallianz gegen Ludwig
lassen. Letzteres interpretierte Ludwig als Vorbereitung XIV., um so die Friedensverhandlungen zu beschleuni-
einer Rebellion gegen seine Person. Mit der neuen Re- gen. Dieser sah sich nun gezwungen, bei den Verhand-
gierung wurde ein Reformprogramm beschlossen, dessen lungen in Aachen Abstriche von seinen Forderungen zu
Ziele die Förderung von Wirtschaft und Wissenschaft, machen. Durch den Frieden von Aachen behielt Frank-
der massive Ausbau von Flotte und Armee und eine tief- reich große Teile im Westen der Spanischen Niederlan-
greifende Reformierung der Bürokratie war. Der Flot- de, musste jedoch die Franche-Comté wieder herausge-
tenbau wurde maßgeblich von Colbert und seinem Sohn, ben. Ludwig XIV. konnte nicht verzeihen, dass ihm sein
dem Marquis de Seignelay, in Angriff genommen. Der ehemaliger Alliierter in den Rücken gefallen war, denn
Umbau der Armee wurde hingegen zum Hauptanliegen er war bisher immer größter Förderer der Niederlande
des Ministers Le Tellier und dessen Sohn, dem Marquis gewesen und hatte 1666 zu dessen Gunsten im Zweiten
de Louvois. Ludwig schrieb selbst an seine Mutter: „Ich Englisch-Niederländischen Seekrieg militärisch interve-
bin nicht der Gimpel, für den mich die Höflinge gehalten niert. Er warf den Generalstaaten offen Undankbarkeit
haben…“. und sogar Verrat vor. Dies hielt ihn aber nicht davon ab,
Der junge Ludwig XIV. versuchte Europa zu beeindru- noch im selben Jahr das Grand Divertissement Royal in
cken. Diese Gelegenheit bot sich ihm bereits 1661 beim Versailles zu feiern, als Zeichen seines Triumphes.
Londoner Kutschenstreit, in dessen Folge Spanien den
Vorrang des Königs von Frankreich in ganz Europa an- 2.3 Der Kampf gegen die Niederlande
erkennen musste. Den europäischen Höfen wurde klar,
dass Ludwig nicht die Absicht hatte ein schwacher König
zu sein. 1662 kam es zur Defensivallianz zwischen Frank-
reich und Holland; kurz darauf kaufte Ludwig XIV. vom
englischen König Karl II. die Stadt Dünkirchen. Doch der
König wollte alle Welt nicht nur politisch überraschen,
sondern auch seine Macht und Reichtum zur Schau stel-
len. Dies ging am besten durch prächtige, für den Barock
typische Hoffeste. Daher fand 1664 das Fest Die Freuden
der verzauberten Insel (Plaisirs de l’Île enchantée) statt.
Europas Fürsten waren verblüfft und erstaunt über den
Luxus dieser Vergnügungen und begannen zunehmend
den Lebensstil des französischen Monarchen nachzuah-
men. Die Legende des „Sonnenkönigs“ nahm hier ihren
Anfang.
Im Jahr 1665 starb sein Onkel und Schwiegervater Phil-
ipp IV. von Spanien. Ludwig machte zum ersten Mal das Ludwig XIV. überquert den Rhein bei Lobith am 12. Juni 1672;
Erbrecht seiner Gemahlin geltend. Er forderte auf Grund- Deutsches Historisches Museum Berlin
lage des brabantischen Devolutionsrechts einen Erbteil
für Frankreich, nach welchem Töchter aus erster Ehe ein
vorrangiges Erbrecht haben. In Spanien saß mit Karl II.
ein degeneriertes Kind auf dem Thron und dessen Mutter
Maria Anna von Österreich führte für diesen die Regent-
schaft. Die Regentin wies die französischen Forderungen
zurück und Ludwig bereitete einen Krieg vor. 1667 brach
der Devolutionskrieg (1667–1668) aus. Die Armeerefor-
men des Königs waren bereits weit vorangeschritten. Er
hatte mit einem stehenden Heer, wie zuvor der französi-
sche König Karl VII., ein Novum im neuzeitlichen Frank-
reich eingeführt: Berufssoldaten, welche ständig bereit-
standen, streng ausgebildet und diszipliniert, sowie regel-
mäßig bezahlt und versorgt wurden. Es marschierte eine
Armee von 70.000 Mann in die Spanischen Niederlande
ein und annektierte danach die Franche-Comté. Spanien
sah sich vor vollendete Tatsachen gestellt und hatte keine
Mittel zu Gegenwehr. Der Sieg schien uneingeschränkt Ludwig XIV. bei der Einnahme von Besançon im Jahr 1674
zu sein, doch fühlte sich nun Frankreichs Alliierter Hol-
land von der Präsenz französischer Truppen bedroht. Die Ludwig XIV. hatte nun zwei politische Ziele: Erstens
Holland zu bestrafen und zweitens die Grenzen zu be-
2.4 Der Machtzenit 5

gradigen, was nichts anderes hieß, als weitere Teile Beispiel für diese Festungsstädte dar.
Spaniens zu erobern. Zuerst wurde die Tripelallianz Nach dem erfolgreichen Krieg löste Frankreich seine Ar-
von ihm zerstört, indem er 1670 mit seinem Cousin meen nicht auf, sondern behielt die volle Kampfstärke
Karl II. von England, durch den Vertrag von Dover, weiter unter Waffen. Ludwig benutzte sie zur Durchset-
ein Offensivbündnis einging und dann Schweden ho- zung der Reunionen, wodurch er seine Eroberungen wei-
he Subsidien für eine Allianz zahlte. Danach annektier- ter ausbauen konnte. Zunächst annektierte er die restli-
te Frankreich das Herzogtum Lothringen und schloss chen Teile des Elsass, hier war insbesondere Straßburg
zahlreiche Bündnis- und Neutralitätsabkommen mit be- sein Hauptziel, welches als Einfallstor für kaiserliche
nachbarten Fürsten. Schließlich war Holland außenpoli-
Truppen gedient hatte; es wurde 1681 eingenommen. Im
tisch und militärisch vollständig isoliert. 1672 erklärten Jahr 1683 besetzte Ludwig XIV. die östlichen Teile der
Frankreich und England den Krieg gegen Holland, der
Spanischen Niederlande, namentlich Luxemburg, 1684
Holländische Krieg (1672–1678) begann. Ludwig ließ das Kurfürstentum Pfalz; dieses wurde in die französi-
120.000 Mann die Grenzen zu den Vereinigten Provin-
sche Saarprovinz umgewandelt. Daneben erfolgte noch
zen der Niederlande überschreiten. Sein Ziel war nicht die Besetzung der unteren Schelde, wodurch große Teile
Holland zu annektieren, sondern er wollte nur ein Ex- Flanderns in französischen Besitz gerieten. Gegen diese
empel statuieren und Handelsvorteile erzwingen. Eigent- offenen Aggressionen mitten im Frieden protestierte Spa-
liches Ziel war die Bedrohung Spaniens. Französische nien heftig und erklärte noch 1683 den Krieg. Doch kein
Truppen nahmen immer mehr Gebiete ein, die Hollän- anderer Staat war bereit, die Waffen gegen Frankreich
der verloren den Kampf und nur die Öffnung der Deiche zu richten, insbesondere Kaiser Leopold I. war durch die
und die völlige Überflutung breiter Landschaften rette- Zweite Wiener Türkenbelagerung gebunden. So musste
te sie vor der totalen militärischen Niederlage. In die- Spanien umgehend um Frieden bitten. Ludwig handelte
ser Situation wurde Johan de Witt durch Wilhelm III. 1684 zu Regensburg mit Spanien, Kaiser und Reich ei-
Prinz von Oranien als Generalstatthalter der Provinzen nen zwanzigjährigen Waffenstillstand aus und erreichte so
abgelöst. Dieser ging unverzüglich ein Bündnis mit Spa- die vorläufige Anerkennung sämtlicher Reunionen. Da-
nien und dem römisch-deutschen Kaiser Leopold I. ein. durch hatte Ludwig XIV. mit keinerlei Gegenwehr mehr
Damit hatte Ludwig XIV. auch sein zweites politisches zu rechnen.
Ziel erreicht: Spanien und der römisch-deutsche Kaiser
erklärten freiwillig den Krieg. Im Jahr 1673 führte er
persönlich die französischen Truppen bei der Belagerung 2.4 Der Machtzenit
von Maastricht. Nach dem Abzug seiner Truppen aus
Holland konnte Ludwig seine Armeen nun gegen Spa-
nier und Kaiserliche verwenden. 1674 annektierte er er-
neut die Franche-Comté, England schied jedoch aus dem
Krieg aus. Zur Feier der Siege veranstaltete der König
sein drittes berühmtes Fest, das Fest von Versailles. Die
Kämpfe zogen sich noch bis 1678 hin, verliefen jedoch
höchst erfolgreich für Frankreich. Ludwig hielt während
des Krieges 280.000 Mann unter Waffen. Dieser Über-
macht und der Kampfstärke der französischen Truppen
waren die alliierten Streitkräfte nicht gewachsen, wes-
wegen Frankreich den Holländischen Krieg schließlich
gewann. 1678/79 wurde der Friede von Nimwegen ge- Der Empfang des Dogen von Genua in Versailles 1685
schlossen. Frankreich behielt dabei fast vollständig sei-
ne Eroberungen gegen Spanien und im Heiligen Römi- Ludwigs politische und militärische Übermacht war nach
schen Reich. Der Einfluss und die Dominanz Ludwigs dem Frieden von Nimwegen erdrückend. Frankreichs Di-
XIV. in Europa verstärkten sich weiter. Trotzdem war plomaten beherrschten das politische Parkett. Es war
der König unzufrieden, da die beabsichtigten Grenzbe- die dominierende Seemacht geworden, während es noch
gradigungen nicht vollständig erreicht wurden. So entließ 1660 über kaum mehr als zwei Kriegsschiffe verfügt hat-
er 1679 seinen Außenminister, den Marquis de Pompon- te. An Stärke und Kriegstechnik war die französische Ar-
ne, und ersetzte ihn durch Colberts talentierten Bruder mee jeder anderen überlegen, die Wirtschaft florierte und
Charles Colbert de Croissy. Zur Sicherung der Grenzen ganz Europa imitierte Frankreichs Kultur. Aufgrund der
begann Ludwig mit dem Ausbau des französischen Fes- großen Erfolge verlieh Paris Ludwig im Jahr 1680 den
tungsgürtels. Der Festungsbaumeister Sébastien le Prest- Titel „der Große“ (Ludovicus Magnus).
re de Vauban umgab das Königreich mit über 160 neuge-
In den Jahren zuvor war Ludwig XIV. neben der Ex-
schaffenen oder umgebauten Befestigungsanlagen, wel-
pansion in Europa auch noch mit der Erweiterung des
che Frankreichs Territorien abriegeln sollten. Dazu ge-
französischen Kolonialreiches beschäftigt. Neben den
hörten Stadtgründungen wie Saarlouis und Neuf-Brisach,
im frühen 17. Jahrhundert gegründeten Neufrankreich-
letzteres stellt noch heute ein besonders anschauliches
Kolonien in Kanada gründete er die ersten Koloni-
6 2 HERRSCHAFT

en von Französisch-Indien: 1673 Chandannagar, 1674 nach und konvertierte, auch aufgrund der Steuerbegüns-
Pondichéry. In Westindien wurde die Insel Martinique tigungen und den Sonderrechten für Konvertierte sowie
französisch. 1682 gründete La Salle am unteren Mis- der lebenslangen Befreiung vom Dienst in der Miliz. Auf-
sissippi eine neue Kolonie und nannte sie zu Eh- grund der einsetzenden Flüchtlingswellen 1669 verhäng-
ren des Königs Louisiana. Daneben erwarb der Kö- te Ludwig ein Emigrationsverbot. Nach den Bekehrungs-
nig noch 1660 Haiti, 1664 Französisch-Guayana, sowie und Missionierungsaktionen gipfelten die Verfolgungen
mit dem Senegal Teile der westafrikanischen Küste und 1681 in den Dragonaden und der Zerstörung hunderter
Madagaskar. protestantischer Dörfer. Letztlich war für Ludwig XIV.,
seine Minister und Kardinäle nur ein katholisches Frank-
Innenpolitisch begann Ludwig XIV. seine Kontrolle über
die französische Staatskirche auszubauen. Im November reich ein einheitliches und stabiles Frankreich.
1681 ließ er eine Klerikerversammlung abhalten, wel-
che die Gallikanischen Artikel verabschiedete, wodurch
die Macht des Papstes praktisch aufgelöst wurde. Der
Einfluss der französischen Könige auf die eigene Kir-
che war ohnehin sehr stark, nun jedoch durfte der Papst
auch keine Legaten mehr ohne des Königs Zustimmung
nach Frankreich senden. Bischöfe durften ohne königli-
che Erlaubnis das Land nicht verlassen, kein Staatsbeam-
ter exkommuniziert werden für Taten, die seinen Dienst
betrafen. Alle kirchlichen Privilegien wurden dem Mon-
archen übertragen, sämtliche Einflussmöglichkeiten des
Papstes durch die Billigung des Königs reguliert. Der
Papst verweigerte schließlich seine Zustimmung zu die-
sen Artikeln und erst Jahre später sollte Ludwig einen
Kompromiss mit dem Heiligen Stuhl finden.
Außerdem ging Ludwig davon aus, dass er, um die Ein-
heit der Nation zu stärken, die durch die Reformation
verursachte Spaltung des Christentums überwinden müs-
se. In dieser Sichtweise folgte er konsequent der Reli-
gionspolitik seiner Vorgänger, darin besonders der Vor-
gabe Kardinal Richelieus, die stets eine Wiederholung
der Hugenottenkriege fürchteten. Des Weiteren wurde
er in dem tiefen Glauben erzogen, dass die Seele ei-
nes Protestanten den Qualen der Hölle ausgeliefert sei,
weshalb er es als seine Pflicht ansah, die Seelen seiner
Sinnbild des Pfälzischen Erbfolgekrieges, Darstellung von 1693,
hugenottischen Untertanen zu retten. Er setzte deshalb
Sprengung des Schlosses und brennende Stadt Heidelberg
die protestantische Bevölkerung unter Druck, vor allem
durch das Edikt von Fontainebleau (1685). Dadurch wur-
de das 1598 von Heinrich IV. ausgerufene tolerante Edikt
von Nantes widerrufen. Hugenottische Kirchen wurden
daraufhin zerstört, protestantische Schulen geschlossen.
Durch Ludwigs Maßnahmen flohen von 1685 bis 1730
etwa 200.000 (von 730.000) Hugenotten ins Ausland, vor
allem in die Niederlande, nach Preußen, England und
Nordamerika, wo sie, als zumeist gut ausgebildete Fach-
kräfte, zur Steigerung der Produktivität beitrugen. Diese
französischen Flüchtlinge beeinflussten etwa die protes-
tantische Arbeitsethik der Niederlande, wodurch später
der bereits erhebliche Reichtum in dieser Region noch
gesteigert wurde. Die neuere Forschung hat allerdings ge-
zeigt, dass die Zahl der Geflohenen bei weitem zu ge-
ring war, um einen spürbaren Schaden an der französi-
schen Wirtschaft herbeizuführen.[4] Jedoch erschütterte Ludwig XIV. bei seinem Lieblingsspiel, dem Billard, Versailles
das Edikt von Fontainebleau Frankreichs Ansehen bei 1694
den protestantischen Staaten Europas und ein harter Kern
von 20.000 Hugenotten entfachte Aufstände in Zentral- Ab 1686 formierte sich die Liga von Augsburg, ein Zu-
frankreich. Die große Mehrheit gab dem Druck jedoch sammenschluss protestantischer und katholischer Staaten
gegen Frankreichs Eroberungspolitik. Mitglieder waren
2.5 Die letzten Jahre 7

der römisch-deutsche Kaiser Leopold I., Bayern (Kur-


fürst Maximilian II. Emanuel), Brandenburg (Friedrich
Wilhelm), die Vereinigten Provinzen, Spanien (Karl II.
von Spanien) und Schweden (Karl XI. von Schweden).
Ludwig entsandte 1688 erneut Truppen in die Pfalz, um
seine Ansprüche auf dieses Land zu demonstrieren und
einem Angriff der Liga an dieser Stelle zuvorzukommen.
Durch diese Maßnahme, die später sogar zur Verwüstung
der Pfalz führte, eskalierte der Konflikt zwischen König
und Liga. Letztere formierte sich zu einer Offensivalli-
anz und erklärte Frankreich den Krieg, dem sich England
nach der Glorreichen Revolution von 1688 ebenso an-
schloss. Die Konfrontation mündete in den Pfälzer Erb-
folgekrieg (1688–1697).
Frankreich hatte sich zwar zuvor nicht auf diesen Krieg Ludwig XIV. und seine Erben im Jahr 1711
vorbereiten können, war aber sehr erfolgreich. Franzö-
sische Armeen besetzten die Spanischen Niederlande,
marschierten ins Reich ein und eroberten zahlreiche feste
Plätze. Ludwig selbst beteiligte sich an einigen Belage- en geheiratet und war zudem der Meinung, dass Spanien
rungen so in Mons und in Namur. Die Truppen der Al- im Besitz der Habsburger bleiben müsste.
liierten waren weniger gut ausgebildet und zahlenmäßig Nun fürchteten andere Staaten wiederum, dass die Mäch-
unterlegen. Zudem waren umfangreiche Truppenverbän- tekonstellation in Europa erheblich erschüttert werden
de des Kaisers im 5. Türkenkrieg gebunden. Die Allianz würde, sollten sich Frankreich oder Kaiser Leopold Spa-
konnte kaum Siege verbuchen, doch auch Ludwigs Flotte nien gänzlich einverleiben. Unter diesen Bedenken han-
erlitt eine Niederlage vor La Hougue (1692). Es gelang delte Ludwig XIV. mit Wilhelm III. von England den
keiner der beiden Seiten, den Gegner endgültig niederzu- 1. Teilungsvertrag aus. Der bayerische Prinz Joseph-
ringen. Frankreich konnte nicht aus dem Reich verdrängt Ferdinand sollte Spanien bekommen und die restli-
werden. Als Ludwig XIV. einsah, dass er trotz mehre- chen europäischen Besitzungen Spaniens zwischen Lud-
rer strategisch vorteilhafter Siege, wie der Schlacht bei wig und Leopold aufgeteilt werden. Kaiser Leopold ak-
Neerwinden am 29. Juli 1693, militärisch keinen Frieden zeptierte diese vertragliche Regelung. Spanien hinge-
erzwingen konnte, begann er, seine Diplomaten als po- gen lehnte jede Teilung seines Reiches ab. Karl II. ent-
litische Waffe einzusetzen. Die erschöpften Kontrahen- schloss sich stattdessen, den bayerischen Prinzen Joseph-
ten begannen den Frieden von Rijswijk zu vereinbaren, Ferdinand als Universalerben für alle Ländereien einzu-
der 1697 unterzeichnet wurde. Ludwig suchte hier einen setzen, in der Hoffnung, dass sowohl Ludwig, als auch
maßvollen und stabilen Frieden auszuhandeln, der auch Leopold auf ihre vertraglichen Rechte verzichten wür-
seine Gegner befriedigen konnte. Daher gab er Luxem- den.
burg und die Pfalz wieder heraus und bekam dafür die
restlichen Reunionen endgültig bestätigt. Darüber hinaus Mit dem Tod des bayerischen Prinzen Joseph-Ferdinand
erkannte Ludwig XIV. den Prinzen von Oranien als Kö- war dieser Plan hinfällig geworden. Karl II. wollte aber
nig von England an. Frankreich sollte so die Möglichkeit die Einheit seines Reiches wahren und entschied sich vor-
bekommen, sich langfristig von den Kriegsanstrengungen erst für den Erzherzog Karl – den jüngeren Sohn des Kai-
zu erholen. sers – als seinen Erben. Dessen Ansprüche wurden je-
doch durch den 2. Teilungsvertrag zwischen Frankreich
und England geschmälert. Nach diesem sollte Erzherzog
2.5 Die letzten Jahre Karl zwar Spanien erben, aber die italienischen Besit-
zungen an Frankreich fallen. Woraufhin Kaiser Leopold
Nach 1697 begann die spanische Thronfolge zunehmend I. seine Zustimmung zum 2. Teilungsvertrag verweiger-
zum Hauptthema an den Höfen Europas zu werden. Der te und das gesamte spanische Erbe ungeteilt für seinen
spanische König Karl II. war unfähig, einen Erben zu Sohn Karl beanspruchte, womit er Frankreich, Holland
zeugen. Daher war seine Nachfolge unklar. Sowohl die und England brüskierte.
Bourbonen, als auch die Habsburger der deutschen Li- Kurz vor seinem Tod im Jahr 1700 entschied sich Karl
nie machten Erbansprüche geltend. Denn König Ludwig II. jedoch um. Er setzte den zweiten Sohn des franzö-
XIV. und auch der Kaiser des heiligen römischen Rei- sischen Kronprinzen Louis, den Herzog von Anjou, als
ches, Leopold I. hatten Töchter Philipps IV. von Spanien Universalerben ein. Sollte dieser unerwartet den franzö-
geheiratet. Ludwig hatte jedoch mit Maria Theresia von sischen Thron erben, so würde dessen jüngerer Bruder,
Spanien die ältere von beiden geehelicht und diese hat- der Herzog von Berry, Spaniens neuer König. Sollte auch
te nie mit Gültigkeit auf ihr Erbrecht verzichtet. Leopold dieser nicht mehr zu Verfügung stehen, so würde dann
hingegen hatte die jüngere Tochter Margarita von Spani- erst Erzherzog Karl sein Erbe werden. Damit erkannte
8 2 HERRSCHAFT

Karl II. von Spanien die legitimen Thronrechte der Bour- 1708 sah die militärische Lage für Frankreich zunächst
bonen an, welche sich von Maria Theresia von Spanien so schlecht aus, dass Ludwig XIV. um Frieden ersuch-
herleiteten. te. Da die Alliierten jedoch unannehmbare Forderungen
Als Ludwig XIV. die Nachricht vom Tod des spanischen stellten, wurden Gespräche unverzüglich abgebrochen. In
Königs und dessen neuem Testament erfuhr, sah er sich in der Folge wendete sich das Blatt wieder leicht zu Guns-
einer schwierigen Lage: Sollte er das Testament für sei- ten Frankreichs, eine Entscheidung brachte dies jedoch
nen Enkel annehmen oder auf dem 2. Teilungsvertrag mit nicht. Alle Parteien waren zermürbt und auch die kai-
England bestehen, den Kaiser Leopold jedoch nie aner- serlichen Alliierten standen vor einem finanziellen und
wirtschaftlichen Kollaps. Frankreich war klar, dass es die
kannt hatte? Nach intensivem Abwägen mit seinen Minis-
tern, entschloss er sich, das spanische Erbe zu akzeptie- feindliche Koalition nicht mehr endgültig besiegen konn-
te und die Koalition musste erkennen, dass es ihnen un-
ren, da ein Krieg mit dem Kaiser nun ohnehin unvermeid-
lich war und Frankreich so die bessere Position gegen den möglich war, Frankreich zu überwältigen oder Philipp V.
aus Spanien zu vertreiben.
Kaiser einnehmen konnte. Es gilt als gesichert, dass eine
Ablehnung des Testaments den Krieg nicht hätte verhin- Als 1711 Kaiser Joseph I. starb und Erzherzog Karl da-
dern können, da Kaiser Leopold den Waffengang plante, mit neuer Kaiser wurde, erkannte England zunehmend
wenn Frankreich auf dem 2. Teilungsvertrag bestanden die Gefahr, dass Karl sowohl Spanien als auch das Reich
hätte. So proklamierte Ludwig XIV. seinen Enkel Phil- unter seiner Herrschaft vereinen könnte, und begann
ippe d’Anjou zu Philipp V. und damit zum neuen König Friedensgespräche mit Frankreich. 1713 unterzeichne-
von Spanien. Ludwig befahl die sofortige Besetzung der te England den Separatfrieden von Utrecht mit Lud-
spanischen Nebenländer, noch bevor sich Leopold ihrer wig und Philipp und schwächte so die Kaiserlichen wei-
bemächtigen konnte. ter. Durch die Besetzung Freiburgs im November 1713
durch Frankreichs Truppen, sah sich Kaiser Karl VI. ge-
zwungen, ebenfalls den Frieden zu suchen und 1714 den
Frieden von Rastatt zu akzeptieren. Danach erfolgte der
Friede von Baden zwischen Frankreich und dem Reich.
Philipp V. blieb König von Spanien und behielt ebenso
dessen Kolonien. Die Reste der Spanischen Niederlan-
de und die italienischen Besitzungen fielen an den Kai-
ser. Damit hatte Frankreich sein politisches Hauptziel er-
reicht und die Bourbonen auf Spaniens Thron etabliert,
musste jedoch auf fast jede militärische Eroberung ver-
zichten. Dennoch war die habsburgische Umklammerung
Frankreichs endgültig zerschlagen worden. In seinen letz-
ten Jahren kümmerte sich Ludwig XIV. hauptsächlich um
die Erholung der Staatsfinanzen durch Einsparungen und
Ludwig XIV. empfängt den späteren König von Polen und Kur-
Finanzreformen sowie die Förderung der Wirtschaft. Da
fürsten von Sachsen, August III., im Schloss Fontainebleau 1714
sein Urenkel Ludwig XV. noch ein Kleinkind war, über-
trug Ludwig XIV. die Regierungsgewalt testamentarisch
Durch die Sorge, dass Frankreichs Übermacht dadurch auf seinen Neffen, Philipp II. d'Orléans, der dann als Re-
noch zunehmen könnte, vereinigten sich England, Hol- gent fungieren sollte.
land und das Reich mit dem Kaiser zum Kampf gegen
Ludwig, wodurch die Große Allianz geschaffen wurde.
Die französisch-spanische Allianz wurde durch Savoyen, 2.6 Tod und Grabschändung
Kurköln und Bayern unterstützt, wodurch der Spanische
Erbfolgekrieg (1702–1713) ausgelöst wurde. Frankreich Ludwig XIV. starb am 1. September 1715 durch
verfolgte nun zwei Ziele: Das wichtigste war die Durch- Wundbrand an seinem linken Bein und wurde später in
setzung Philipps V. als spanischen König, außerdem be- der Kathedrale von Saint-Denis begraben, der traditio-
absichtigte Ludwig XIV. weitere Eroberungen gegen das nellen Grablege der französischen Könige. Der Sonnen-
Reich zu machen. Der Krieg verlief jedoch wenig ge- könig hatte das französische Territorium wie keiner sei-
radlinig. Frankreichs Armeen dominierten zu Beginn das ner Vorgänger vergrößert. Frankreich war zum mächtigs-
Feld. Die kaiserlichen Alliierten hatten jedoch alle ver- ten Staat und kulturellem Zentrum Europas avanciert.
fügbaren Kräfte gegen Frankreich mobilisiert und ihre Französisch diente im Folgenden im 17. und 18. Jahr-
Armeen modernisiert und ausgebaut. Frankreich war ge- hundert als Sprache des guten Geschmacks, ähnlich wie
zwungen, während des Krieges 680.000 Soldaten zu un- später Englisch zur globalen Wirtschaftssprache werden
terhalten, um ein schlagkräftiges Gegengewicht zu bil- sollte. Im 18. Jahrhundert übernahm zum Beispiel der
den und die feindlichen Armeen im Heiligen Römi- russische Adel französische Sitten und sprach eher Fran-
schen Reich zu beschäftigen. Frankreichs Staatsfinanzen zösisch als Russisch. Das französische Volk war nach
wurden überbeansprucht, leere Kassen waren die Folge. den Holländern das wohlhabendste Europas geworden,
9

die Wirtschaft erholte sich nach der Stagnation im Spa-


nischen Erbfolgekrieg schnell, sie wuchs in erheblichen
Maße weiter, auch wenn die Steuern vergleichsweise hoch
waren.

„Mit seinem Tod verlor Frankreich einen


seiner größten, fähigsten und bedeutendsten
Herrscher, dessen Regierung die französische Ludwig XIV
Monarchie nach innen und außen nachhaltig
geprägt und dessen Leistung weit über die fran-
zösischen Grenzen hinaus vielfältige Nachah-
mung gefunden hat.“

– Klaus Malettke[5]

Andererseits jedoch war die Bevölkerung nach 72 Jah-


ren Herrschaft ihres alten Königs überdrüssig. Die enor-
men finanziellen Belastungen des letzten Krieges lasteten
die Menschen ebenfalls Ludwig XIV. an. Der alte König
gestand selbst, dass „nichts mein Herz und meine See-
le tiefer gerührt hat als die Erkenntnis des völligen Aus-
blutens der Völker meines Reichs durch die unermeßli-
che Steuerlast“, welche der Spanische Erbfolgekrieg nö-
tig gemacht hatte. Als sein Körper in die Gruft überführt
wurde, berichtete der Polizeikommissar Pierre Narbon-
ne: „Viele Menschen freuten sich über den Tod des Fürs-
ten, und überall hörte man Geigen spielen.“ Und Voltaire
sah neben dem Trauerzug „…kleine Zelte, wo das Volk
trank, sang und lachte.“ Man freute sich auf die Herr-
schaft des neuen Königs und wollte die letzten harten Jah-
re des Kampfes um den spanischen Thron vergessen. Ludwig XIV. und Colbert besichtigen die Pariser Gobelin-
Manufaktur, 1667
Ludwig XIV. ruhte nur 78 Jahre lang in seinem königli-
chen Grab, bis die Stürme der Französischen Revolution
auch den toten Sonnenkönig erfassten. Die provisorische 3 Wirtschaft
Regierung hatte nämlich am 31. Juli 1793 die Öffnung
und Zerstörung aller Königsgräber in Saint-Denis an-
geordnet. Das Grab Ludwigs XIV. wurde am 15. Ok- Als Ludwig XIV. 1661 die Herrschaft antrat, war
tober 1793 geöffnet und der darin liegende Leichnam Frankreichs Staatshaushalt durch den letzten Krieg mit
exhumiert. Da der einbalsamierte Tote noch sehr gut er- Spanien stark angespannt. Ludwig förderte enorm den
halten war, wurde Ludwig XIV. zusammen mit einigen Geldkreislauf, indem er große Summen für seine Krie-
anderen verstorbenen Königen z. B. König Heinrich IV. ge, für das Hofleben, Kunst und Kultur ausgab. Große
von Navarra († 1610)- für einige Zeit den Passanten vor Geldmengen verschwanden durch Korruption in der fran-
der Kathedrale zur Schau gestellt und anschließend in zösischen Bürokratie. Ludwig selbst schreibt: „Als Maza-
eine von zwei außerhalb der Kirche ausgehobene Gru- rin starb, da herrschte viel Unordnung in der Verwaltung
ben geworfen, mit Löschkalk bestreut und wieder ver- meines Königreiches.“ Ludwig XIV. setzte sich zum Ziel
graben. Während der bourbonischen Restauration wur- dieses Chaos auszurotten und klare Ordnung in den staat-
den die beiden Gruben wieder geöffnet und die darin be- lichen Strukturen Frankreichs herzustellen. Als erstes ließ
findlichen Gebeine aller hier verscharrten Könige, auch er 1661 seinen Finanzminister (Oberintendanten der Fi-
die Ludwigs XIV., in einer feierlichen Zeremonie am 21. nanzen) Nicolas Fouquet verhaften, weil sich dieser an
Januar 1815 nach Saint-Denis rücküberführt[6] und dort den Einnahmen des Staates bereichert hatte, um das lu-
in einem gemeinsamen Ossarium in der Krypta der Ka- xuriöse Schloss Vaux-le-Vicomte erbauen zu können. Ein
thedrale beigesetzt, da die Überreste nicht mehr einzelnen deutliches Zeichen an dessen Nachahmer.
Individuen zugeordnet werden konnten. Ludwig XIV. ernannte daraufhin Jean-Baptiste Colbert,
10 4 KUNST MACHT POLITIK

den bekanntesten Förderer des Merkantilismus, zu sei- zielen. Frankreich war ein strukturell stabiles und res-
nem Generalkontrolleur der Finanzen. Das Amt des sourcenstarkes Land, das mit über 20 Millionen Einwoh-
Finanzministers wurde abgeschafft und durch einen Fi- nern das mit Abstand bevölkerungsreichste Land Europas
nanzrat ersetzt, dem der König und Colbert persönlich war.
vorstanden. Etwas Unerhörtes zu dieser Zeit, denn ein
König hatte sich damals eigentlich nicht um etwas so
Unschickliches wie Geld zu kümmern. Indem Colbert 4 Kunst macht Politik
die Korruption bekämpfte und die Bürokratie neu or-
ganisierte, konnte er die Steuereinnahmen mehr als ver-
doppeln, ohne neue Steuern erheben zu müssen. So war
es Ludwig möglich, bereits am Anfang seiner persönli-
chen Regierung eine Steuersenkung zu erlassen und so
ein schnelleres Wachstum der französischen Wirtschaft
zu erreichen. Die Wirtschaft wurde durch die Einrich-
tung von Handelskompanien und Manufakturen geför-
dert. Besonders die französische Luxusindustrie wurde
bald führend in Europa und darüber hinaus. Mit Waren
wie Gobelinteppichen, Spiegeln, Spitzen, Goldschmiede-
arbeiten und Möbeln, die in ganz Europa begehrt wa-
ren, erzielte die Krone Spitzenprofite. Nach innen wurde
Nordfrankreich einer Zollunion unterworfen, um so in-
nerfranzösische Handelshemmnisse abzubauen. Colberts Die „Vergnügungen der verzauberten Insel“ in Versailles 1664
Versuche eine einheitliche Zollbarriere für das ganze Kö-
nigreich zu erwirken, scheiterten jedoch an lokalen Han- Die Herrschaft Ludwig XIV. nennt man zu Recht das
delsprivilegien. „Grand Siècle“. Der König hatte die Absicht, die bes-
Das französische Steuersystem enthielt Handelssteu- ten Künstler, Architekten, Maler, Poeten, Musiker und
ern (aides, douanes), Salzsteuer (gabelle) und Land- Schriftsteller für Frankreich arbeiten zu lassen. Er ent-
steuer (taille). Durch veraltete Regelungen aus dem faltete ein noch nie zuvor gesehenes Mäzenatentum mit
Feudalismus waren der Adel und der Klerus von diesen der Absicht, die gesamte Kunstlandschaft Frankreichs
direkten Steuern befreit, die von der Landbevölkerung zu beeinflussen, zu prägen und zu lenken, um sie im
und der aufstrebenden Mittelklasse (der Bourgeoisie) Interesse königlicher Politik zu instrumentalisieren. Die
aufgebracht werden mussten. Vermutlich wurde die Kunst stand im Dienste der Verherrlichung des Königs
Französische Revolution auch vom Ärger über dieses alte und seiner Ziele, ganz nach barocker Manier. Das Anse-
Steuersystem genährt. Allerdings ist unter Ludwig XIV. hen des Königs und des Staates sollte gesteigert werden;
die Tendenz festzustellen, den Adel und Klerus der di- dazu wurde Ludwigs Minister Colbert damit beauftragt
rekten Steuer zu unterwerfen. Zur Zahlung der indirek- Literatur, Kunst und Wissenschaft zu fördern. Dem Mi-
ten Steuern waren diese ohnehin verpflichtet. Der König nister wurde die Organisation der Gloire des Königs über-
führte die „capitation“ – eine Kopfsteuer – ein, von der lassen. Zahlreiche Königliche Akademien wurden auf al-
die unteren Schichten kaum erfasst wurden, aber von der len Gebieten der Kunst und Wissenschaft gegründet:
die beiden oberen Stände in vollem Umfang betroffen
waren. Selbst die Prinzen von Geblüt und der Dauphin • 1648 die Akademie für Malerei und Bildhauerei
mussten den höchsten Steuersatz zahlen. Auf diese Wei-
se wurde der Hochadel zum ersten Mal unvermittelt an • 1663 die Akademie der Inschriften
der Finanzierung des Staates beteiligt.
• 1666 die Akademie der Wissenschaften
Beim Tode Ludwig XIV. war Frankreich das reichste
Königreich Europas mit überdurchschnittlichen Staats- • 1671 die Akademie der Architektur
einnahmen, welche die Finanzen anderer Staaten bei
• 1672 die Akademie der Musik (Académie royale de
weitem übertraf. Allerdings betrugen die Staatsschulden
Musique heute Opéra National de Paris)
durch die harten Anforderungen des Spanischen Erb-
folgekrieges 3,5 Milliarden Livres; als Ludwig im Jahr
1715 starb betrugen die Steuereinnahmen 69 Millio- Im Sinne der Selbstdarstellung des Monarchen sind auch
nen und die Staatsausgaben 132 Millionen Livres.[7] die Feste in Versailles zu verstehen. Die Repräsentation
Dies änderte aber nichts an der enormen Leistungs- des Königs diente dem Ansehen des Staates in aller Welt.
fähigkeit der Wirtschaft. Frankreich verfügte über das Einige Künstler erklommen im Dienste des Königs un-
zweitgrößte Handelsvolumen und eine deutlich positive geahnte Höhen; hier wären besonders Jean-Baptiste Lul-
Handelsbilanz; nur die Holländer vermochten höhere Ge- ly auf dem Gebiet der Musik und des Tanzes zu nen-
winne mit ihren internationalen Handelskompanien zu er- nen, aber auch Jean-Baptiste Molière, der für Ludwig
XIV. zahllose Bühnenstücke verfasste. Beide Künstler
4.2 Paris 11

zusammen zeigten sich für die Organisation der könig- um solche trivialen Ehren wie die, dem König beim An-
lichen Spektakel verantwortlich. Daneben förderte Lud- kleiden helfen zu dürfen. Dadurch konnte Ludwig den
wig XIV. noch zahlreiche berühmte Künstler: Darunter niederen Amtsadel fördern und Bürgerliche in Positionen
auf dem Gebiet der Literatur Nicolas Boileau, Jean de einsetzen, die früher von der traditionellen Aristokratie
La Fontaine und Jean Racine, in der Malerei Charles Le- beansprucht wurden. So ruhte die politische Macht fest
brun, Hyacinthe Rigaud und Pierre Mignard, im Bereich in der Hand des Königs.
der Musik – die Ludwig besonders wichtig war – unter an- Man kann nicht stark genug herausstellen, dass Versailles
derem Charpentier, François Couperin, Michel-Richard hauptsächlich nicht als Ort für das persönliche Vergnügen
Delalande und Marin Marais, in der Architektur Louis
des Königs diente, sondern ein politisches Machtinstru-
Le Vau, Claude Perrault, Robert de Cotte, als auch Jules ment war. Durch die Bindung des Hochadels an den Hof
Hardouin-Mansart, die im Auftrag des Königs den fran-
geriet dieser nicht nur zunehmend in persönliche Abhän-
zösischen klassizistischen Barock prägten, und im Kunst- gigkeit vom König, sondern wurde ebenso von Rebellio-
handwerk Antoine Coysevox sowie insbesondere André-
nen und Machtkompetenzen ferngehalten. Das Schloss
Charles Boulle. Auf dem Gebiet der Wissenschaft konn- war mit einer Fülle von politischen Aussagen gefüllt, die
te Ludwig XIV. einige bekannte Forscher für Paris ge- jedem Besucher in der Anordnung der Räume, den Ge-
winnen, darunter Giovanni Domenico Cassini, Christiaan mälden und Skulpturen, in den Gärten und Alleen begeg-
Huygens und Vincenzo Maria Coronelli, deren Arbeiten nete. Die Sinnaussage war folgende: Der König ist der
er mit hohen Pensionen unterstützte. Garant für Ruhe, Ordnung und Wohlstand des Staates,
der einzige Stellvertreter Gottes auf Erden und niemand
4.1 Versailles kommt seiner Macht gleich.

„Das tägliche Leben Ludwigs XIV. vollzog


sich weitestgehend in der Öffentlichkeit inmit-
ten eines großen Hofstaates, der alles in allem
rund 20.000 Personen umfasste. Unter die vor-
nehme, adelige Hofgesellschaft mischten sich
in den weiträumigen Schlossanlagen Besucher,
Schaulustige und zumeist eine beträchtliche
Zahl von Bittstellern. Im Prinzip stand jedem
Untertan das traditionelle Recht zu, dem Kö-
nig Bittgesuche (placets) zu überreichen. Seit
1661 hat Ludwig XIV. jene Praxis reglemen-
tiert, zugleich aber auch gefördert. Der Mon-
arch sah darin eine willkommene Möglichkeit,
sich mit den unmittelbaren Sorgen und Nöten
seiner Untertanen vertraut zu machen. Später
Versailles zum Ende von Ludwigs Herrschaft wurde in Versailles jeden Montag im Raum der
Garde des Königs ein großer Tisch aufgestellt,
Der Bau des Schlosses von Versailles war Teil von Lud- auf dem die Bittgesuche von ihren Überbrin-
wigs Strategie zur Zentralisierung der Macht. Ludwig gern deponiert wurden. Bis 1683 war der Mar-
XIV. vollendete die Bestrebungen der Kardinäle Riche- quis de Louvois, Staatssekretär für das Kriegs-
lieu und Mazarin und schuf einen zentralisierten, absolu- wesen und Minister, für die Weiterleitung die-
tistischen Territorialstaat. Er schwächte den Adel, indem ser Gesuche verantwortlich. Sie wurden da-
er die Adeligen lieber zu Mitgliedern seines Hofes als zu nach von den zuständigen Staatssekretären be-
regionalen Provinzherrschern machte. Zu diesem Zweck arbeitet und alsbald – mit einem entsprechen-
baute er Versailles, einen gewaltigen Palast vor den Toren den Bericht versehen – dem König vorgelegt,
von Paris, den der Hof am 6. Mai 1682 bezog. Die höfi- der dann jeden Fall persönlich entschied. …
sche Etikette nötigte die Adeligen dazu, immense Geld- Am Hof gab es neben großen Festveranstal-
summen für ihre Kleidung auszugeben, und ihre Zeit vor tungen, Theater- und Musikaufführungen auch
allem auf Bällen, Diners und anderen Festlichkeiten zu vielfältige andere Möglichkeiten der Zerstreu-
verbringen, die die alltägliche Routine des Hoflebens dar- ung bis hin zum Glücksspiel und zu Vergnü-
stellten. Ludwig XIV. soll ein fotografisches Gedächtnis gungen einfachster Art.[8] “
gehabt haben, so dass er beim Betreten eines Saales auf
einen Blick feststellen konnte, wer anwesend war. Des-
halb konnte kein Aristokrat, der auf die Gunst des Kö- 4.2 Paris
nigs angewiesen war, seine Abwesenheit riskieren. An-
statt seine regionalen Angelegenheiten zu regeln und sei- Paris erlebte unter der Aufsicht Colberts einen Bauboom,
ne dortige Macht zu behalten, wetteiferte der Adel nun wie kaum wieder in der Geschichte. Ludwig fügte dem
12 5 PERSÖNLICHKEIT

Invalidendom in Paris

Tuilerien-Palast das Théâtre des Tuileries hinzu, ließ den


Louvre umbauen, die Stadtmauern von Paris schleifen
und durch breite Boulevards ersetzen, zahlreiche neue
Plätze (darunter die Place des Victoires und Place Ven-
dôme) erbauen, des Weiteren Kirchen (wie Saint-Roch
und Val-de-Grâce), Brücken (den Pont Royal), Parkanla- Schloss Marly
gen (wie der Tuileriengarten und die Champs-Élysées),
Triumphbögen (z. B. die Porte Saint-Denis) und neue
Stadtviertel (darunter die Faubourgs St. Antoine und St. in ganz Europa berühmt.
Honoré) errichten. Aber auch so praktische Maßnah-
men, wie eine durchgehende Straßenpflasterung, die ers- Im Schlosspark von Versailles ließ er sich mit dem Grand
ten Straßenlaternen und frühe Formen der Kanalisation Trianon zudem ein Lustschloss errichten, welches wie
durchführen. Unter diesen Baumaßnahmen ist auch das Marly-le-Roi als Privatresidenz des Monarchen gedacht
Hôtel des Invalides mit dem Invalidendom zu nennen, wo war. In Marly entstand ab 1678 eine imposante Anlage,
die Kriegsversehrten kostenlos versorgt wurden, sowie die als einzige nicht der Öffentlichkeit zugänglich war.
das Hôpital Salpêtrière. Auch das Pariser Observatorium Hierher zog sich Ludwig XIV. vom geschäftigen und stets
für wissenschaftliche Studien und das Collège des Quat- öffentlichen Leben in Versailles zurück. Erscheinen durf-
re Nations, das bis heute als Sitz der Académie française te man nur auf ausdrückliche Einladung und eine solche
dient, zählen dazu, als auch die Gründung der Comédie- galt als eine der höchsten Ehren im Leben eines Höf-
Française. Paris wuchs sprunghaft und war mit 700.000 lings. In der Umgebung, der nunmehr zur Stadt erhobe-
Einwohnern eine der größten Städte der Welt, in der nen Anlagen von Versailles, entstanden zahllose Schlös-
durch Ludwigs Förderung schließlich 20 % der intellek- ser und Gärten, die von Angehörigen des Königshauses
tuellen Elite Europas wohnten. Die französische Haupt- und vom Hofadel errichtet wurden. Hier suchte man Ru-
stadt wurde zum städtebaulichen und kulturellen Vorbild he vom Hof und ging der Jagd nach, oder lud den König
für den ganzen Kontinent. für ein Fest zu seinen Ehren ein. All dies verschlang un-
geheure Mengen Geld und der Adel war bald gezwungen
Pensionen vom König zu erbitten, um den Lebensstan-
4.3 Andere Residenzen dard zu halten. So vergrößerte sich die Abhängigkeit der
Adeligen weiter.
Der französische Hof wechselte des Öfteren den Auf-
enthaltsort, verließ aber nur höchst selten die Nähe von
Paris. Es gab einige Hauptresidenzen in der Umgebung
der Hauptstadt, welche seit langem als Sitz der Könige 5 Persönlichkeit
dienten. Diese suchte Ludwig XIV. auszubauen und zu
verschönern. In Fontainebleau ließ er in den Gärten ein Ludwig XIV. war ein komplexer Charakter. Er war
neues Barockparterre, einen großen Kanal und einen neu- für seinen Charme bekannt und brachte jedem die
en Park anlegen. In Saint-Germain-en-Laye wurde die Höflichkeit entgegen, die ihm gebührte. Selbst vor Mäg-
Große Achse geschaffen und ebenfalls die Gärten neu den soll er den Hut gezogen haben. Seine wichtigsten
gestaltet. Durch die Gartenarchitektur wurde André Le Eigenschaften waren wohl eine unerschütterliche Men-
Nôtre – der Schöpfer des französischen Barockgartens – schenkenntnis und der ihm nachgesagte scharfe Verstand.
13

war von durchschnittlicher Körpergröße und trug hohe


Absätze, um noch größer zu wirken. Zeitgenossen berich-
ten sogar, dass er auf viele Menschen durch seine äußere
Erscheinung recht einschüchternd wirkte. Als Liebhaber
und Förderer des Hofballetts tanzte er bis zu seinem 30.
Lebensjahr ausgesprochen gern in öffentlichen Auffüh-
rungen.
Der Liebe zum Ballett verdankt Ludwig XIV. auch seinen
heute noch geläufigsten Beinamen „Roi Soleil“ (deutsch:
„Sonnenkönig“), denn als noch nicht Vierzehnjähriger
hatte er im „Ballet Royal de la Nuit“ im Februar und März
1653 die Rolle der aufsteigenden Sonne getanzt.
Er war auch ein guter Reiter, liebte die Jagd, das Schau-
Ludwig XIV. in der Pose eines römischen Imperators in Lyon spiel und besonders die Musik. Mit zahlreichen Künstlern
unterhielt er freundschaftliche Beziehungen, unter denen
sich Molière, Lully und Le Nôtre einer besonders tiefen
Zuneigung sicher sein durften. Einige Historiker sagen
Ludwig XIV. nach, er hätte von den Bourbonen die Le-
bensfreude, von den Medici die Kunstliebe und von den
spanischen Habsburgern die majestätische Würde geerbt.
In der später sogenannten Kleidermode zur Zeit Ludwigs
XIV., war er durch seinen persönlichen Geschmack im-
mer wieder stilbildendes Vorbild, so bei der Einführung
der Allongeperücke und des Justaucorps.

6 Bedeutung
Ludwig XIV. 1665, Büste von Bernini

Als Monarch legte er einen großen Arbeitseifer an den


Tag. Das Regieren fiel ihm leicht, denn er hatte eine
geradezu professionelle Einstellung zu seiner Arbeit. Es
wird berichtet, dass er in Sitzungen niemals ermüdete
und jedem aufmerksam zuhörte, der das Wort an ihn
richtete. Ludwig XIV. schätzte hohe Bildung und seine
Kenntnisse in Politik und Geschichte waren gefürchtet.
Auch zeichnete ihn enorme Willenskraft aus; so begeg-
nete er Schmerzen und Situationen der Todesgefahr mit
völliger Gelassenheit und Selbstbeherrschung. Beispiel-
haft dafür steht, dass er schon wenige Wochen nach einer
ohne Narkose durchgeführten Operation wieder ausritt.
Dennoch war er auch in hohem Maße von Egozentrik be-
herrscht, verbunden mit einem hohen Selbstwertgefühl.
Er wurde von einem starken Drang nach Ruhm und
Reputation geleitet, aber auch vom Gefühl der Pflichter-
füllung gegenüber dem Staat und seinen Untertanen.
Als Kavalier war Ludwig XIV. vorbildlich. Frauen spiel-
ten in seinem Leben eine große Rolle, besonders als
Mätressen. Seine Familie war ihm wichtig, besonders sei-
nen Kindern schenkte er daher große Aufmerksamkeit.
Als Vater und Großvater war er fürsorglich und liebe-
voll, er konnte aber auch hart und unnachgiebig sein. Sei- Frankreich unter Ludwig XIV.
ne unehelichen Kinder legitimierte er ausnahmslos, er-
hob sie in den Prinzenrang und verheiratete sie mit Prin- Ludwig XIV. steht für den monarchischen Absolutismus
zen und Prinzessinnen von Geblüt. Ludwig XIV. selbst schlechthin, er hat diesen zwar nicht begründet, aber
14 6 BEDEUTUNG

in Frankreich ausgebaut und verfestigt. Auf dem Feld


der Innenpolitik zeichneten ihn insbesondere die effek-
tive Stärkung der königlichen Zentralverwaltung aus,
um so traditionelle Machtrivalen, wie Schwertadel und
Provinzialstände, zu schwächen. Dazu baute Ludwig kon-
sequent ein straffes Netz aus dreißig Intendanten auf, die
als Funktionsträger des Königs fungierten und so erfolg-
reich den Willen der Krone in den Provinzen durchset-
zen konnten.[5] Dies war sicherlich einer der wichtigs-
ten Fortschritte seiner Herrschaft. Aber es wären ebenso
die Gesetzgebungswerke des Königs auf dem Gebiet der
Rechtspflege (Code Louis), des Handels, der Schifffahrt
und des Sklavenhandels (Code Noir) zu nennen, die zu
den großen innen- und wirtschaftspolitischen Leistungen
seiner Regierung gezählt werden. Der Code Noir ist ei-
nes der vielen Gesetze, die auf Jean-Baptiste Colbert zu-
rückgehen, und ist laut Louis Sala-Molins, Professor für
politische Philosophie an der Sorbonne, der monströseste
juristische Text der Moderne.[9][10]
Zu den Schattenseiten seiner Herrschaft gehören zweifel-
los auch die Repressionen gegenüber den Hugenotten, die
beispielhaft für die religiöse Intoleranz der Epoche stehen
und in fast ganz Europa auf ähnliche Weise stattgefun-
den haben. Damals war die 1685 erfolgte Aufhebung des
Ediktes von Nantes in Frankreich aber eine der populärs-
ten Entscheidungen seiner Amtszeit.[11]
Der Vorwurf hingegen, Ludwig XIV. hätte sein Land in
den Ruin geführt, ist angesichts der historischen Reali-
tät unplausibel.[12] Eine wirtschaftliche Stagnation ließ Louis XIV., Kupferstich: Frieden zwischen Frankreich und Savoy
sich in Frankreich nur während des Spanischen Erbfol- (1714)
gekriegs beobachten, als auch die Steuern für Gewer-
be, Grundherrn und Kirche[13] ungewöhnlich hoch wa-
ren sowie durch diverse Missernten Hungersnöte hinzu-
kamen. Nach dem kräftezehrenden Erbfolgekrieg zeigte
sich das Reich der Bourbonen zwar als hoch verschuldet,
aber noch immer prosperierend.[14] Die Staatsverschul- gern behauptet – ruinös für die Untertanen.[17] Eine be-
dung von 1715 resultierte auch nicht aus einem übertrie- achtliche Leistung nach innen und außen war ebenso die
benen Hang zu höfischen Luxus und Großbauten, son- Kunst- und Repräsentationspolitik. Mit deren Hilfe hatte
dern war überwiegend die Folge des Spanischen Erbfol- Ludwig quasi eine Hegemonie der französischen Kultur
gekriegs, der ungeheure finanzielle Anstrengungen nö- über Europa etablieren können, die sich sogar bis in das
tig gemacht hatte. Zweimal ließ er alles Silber im Land 19. Jahrhundert erhalten sollte.[17]
konfiszieren, einschmelzen und prägte daraus Münzen,
um seine Armeen bezahlen zu können. Erst mit dem Der Sonnenkönig wurde immer wieder, je nach Epoche
Lawschen Finanzsystem – zwei Jahre nach Ludwigs Tod und politischer Ausrichtung, höchst unterschiedlich be-
und ab 1716 – konnte durch die Mississippi-Spekulation wertet. So galt er den Republikanern als ein Scheusal
mit dem anschließenden Zusammenbruch der Bank ein der Autokratie und die nationalistischen Deutschen stili-
Großteil der Staatsschulden abgeschrieben werden.[15] sierten ihn zum Raubkönig, der Deutschland im Würge-
griff gehalten habe. Tatsächlich lieferte Ludwig durch sei-
Die größten Erfolge kann Ludwig im Bereich der ne aggressive Expansionspolitik den Deutschnationalen
Außenpolitik vorweisen. Er hinterließ ein mächtigeres, ein Argument für die deutsch-französische Erbfeind-
größeres und auch strategisch abgesichertes Frankreich, schaft. Andere hingegen sehen in ihm einen pflichtbe-
das nun endgültig als eine der führenden Seemächte aner- wussten und umsichtigen Monarchen, der bereits Prinzi-
kannt war. Abgesichert nicht zuletzt deshalb, weil es ihm pien der Aufklärung vorwegnahm.[18] In Frankreich wird
in den letzten Jahren seiner Herrschaft gelungen war, die er bis heute für seine tatkräftige Steigerung der nationa-
habsburgische Einkreisung für immer zu beenden.[16] Al- len Größe auch verehrt und zu den mit Abstand bedeu-
lerdings musste Ludwig dafür lange Kriege führen, deren tendsten Persönlichkeiten der französischen Geschichte
Kosten die große Masse der Bevölkerung zu tragen hatte. gezählt. Der erste Autor, der ihm eine umfangreiche his-
Dennoch waren die Steuern seiner Zeit sicher nicht – wie torische Analyse widmete, war der Philosoph Voltaire.
8.1 Legitime Kinder mit Königin Maria Theresia 15

7 Werke 8.1 Legitime Kinder mit Königin Maria


Theresia
• Mémoires pour l’instruction du Dauphin Die poli- 1. Louis von Frankreich „Grand Dauphin“ (* 1. No-
tische Autobiografie Ludwigs XIV. Eigentlich ge- vember 1661; † 14. April 1711)
schaffen um den Kronprinzen in die Geheimnisse
der Politik einzuführen, indem der König Rechen- 2. Anne Élisabeth von Frankreich (* 18. November
schaft über seine ersten Regierungsjahre ablegt. Ab 1662; † 30. Dezember 1662)
1670 geschrieben, umfassen die Memoiren die Jah-
3. Marie Anne von Frankreich (* 16. November 1664;
re 1661, 1662, 1666, 1667 und 1668, sowie die Be-
† 26. Dezember 1664)
trachtungen über den Herrscherberuf von 1679 und
die politischen Ratschläge an seinen Enkel Philipp 4. Marie Thérèse von Frankreich (* 2. Januar 1667; †
V. von Spanien aus dem Jahr 1700. Sie stellen nicht 1. März 1672)
nur einen Tatenbericht dar, sondern geben auch ei-
nen lebendigen Eindruck von der Weltanschauung 5. Philippe Charles von Frankreich (* 11. August
und dem Realismus des Monarchen. Am Ende sei- 1668; † 10. Juli 1671), Herzog von Anjou (1668–
ner Herrschaft wollte Ludwig XIV. die geheimen 1671)
Manuskripte im Kamin vernichten, nur das beherzte
Eingreifen des Herzogs de Noailles und sein Talent 6. Louis François von Frankreich (* 14. Juni 1672; †
ihm diese „abzuschwatzen“ retteten sie. 1749 über- 4. November 1672), Herzog von Anjou (1672)
gab der Herzog die Manuskripte der königlichen Bi-
bliothek.
8.2 Illegitime Kinder
Vier Kinder mit „Mademoiselle de La Vallière“:
• Manière de montrer les jardins de Versailles: Die Art
und Weise die Gärten von Versailles zu besichtigen.
Dieser Führer stellt einen sehr intimen Einblick in 1. Charles de Bourbon (* 19. November 1663; † 1665)
das Wesen des Königs dar. Die königlichen Gärten,
2. Philippe de Bourbon (* 7. Januar 1665; † 1666)
geschaffen von André Le Nôtre, hatten eine politi-
sche Funktion zu erfüllen, ihre Aussage als Instru- 3. Marie Anne de Bourbon, mademoiselle de Blois
ment des Staates war eindeutig. Ludwig XIV. lieb- (1666–1739); ∞ Louis Armand, prince de Conti
te seine Gärten sehr, weshalb er eigenhändig diese
Anweisungen verfasste, mit deren Hilfe es möglich 4. Louis de Bourbon, comte de Vermandois (* 3. Ok-
war, die Gärten in ihrer logischen Abfolge zu be- tober 1667; † 18. November 1683)
gehen und so den Kunstgenuss auf das höchste zu
steigern. Es sind sechs Versionen bekannt. Sechs Kinder mit Madame de Montespan:

1. Louis Auguste de Bourbon, duc du Maine (1670–


1736)
8 Kinder
2. Louis César de Bourbon, comte de Vexin (1672 – 10.
Januar 1683)

3. Louise Françoise de Bourbon, mademoiselle de


Nantes (1673–1743); ∞ Louis de Bourbon, prince
de Condé

4. Louise Marie (12. November 1674 – 15. September


1681)

5. Françoise Marie de Bourbon, mademoiselle de Blois


(1677–1749); ∞ Philippe d'Orléans, duc d'Orléans

6. Louis Alexandre de Bourbon, comte de Toulouse


(1678–1737)

Ein Kind mit „Mademoiselle de Fontanges“:


Die königliche Familie 1670
• 1 Sohn (*/† 1679)
16 11 LITERATUR

9 Vorfahren • Uwe Schultz: Der Herrscher von Versailles. Ludwig


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[11] Klaus Malettke: Ludwig XIV. von Frankreich. Leben, Po-


litik und Leistung. 1994, S. 116ff.
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[12] Olivier Bernier: Ludwig XIV. Die Biographie. 1989, S.
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Wiktionary: Sonnenkönig – Bedeutungserklärun-
gen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen [13] Manfred Kossok: Am Hofe Ludwigs XIV. 1990, S. 167.
Commons: Ludwig XIV. – Album mit Bildern,
[14] François Bluche: Im Schatten des Sonnenkönigs. Alltagsle-
Videos und Audiodateien ben im Zeitalter Ludwigs XIV. 1986, S. 2ff.
Wikiquote: Ludwig XIV. von Frankreich – Zitate
[15] Betier de Sauvigny: Geschichte der Franzosen. S. 213 und
Wikisource: Ludwig XIV. – Quellen und Volltexte
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• Literatur von und über Ludwig XIV. im Katalog der litik und Leistung. 1994, S. 122ff.
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[17] Olivier Bernier: Ludwig XIV. Die Biographie. 1989, S.
• Werke von und über Ludwig XIV. in der Deutschen 370.
Digitalen Bibliothek [18] François Bluche: Im Schatten des Sonnenkönigs. Alltagsle-
ben im Zeitalter Ludwigs XIV. 1986, S. 5.
• Druckschriften von und über Ludwig XIV. im VD
17
Normdaten (Person): GND: 118816829 | LCCN:
• Louis XIV – Infoseite n80051801 | VIAF: 268675767 |
• Die Onlineausgabe von Voltaires Le siècle de Louis
XIV

13 Anmerkungen
[1] Vgl. hierzu: Manfred Kossok: Am Hofe Ludwigs XIV.
1990, S. 25, sowie Olivier Bernier: Ludwig XIV. Die Bio-
graphie. 1989, S. 110; für das tatsächliche Selbstverständ-
nis von Ludwig XIV. in Bezug auf Politik und Staatswe-
sen siehe: Klaus Malettke: Ludwig XIV. von Frankreich.
Leben, Politik und Leistung. 1994, S. 67ff.

[2] Magdalena Hawlik-van de Water: Der schöne Tod. Zere-


monialstrukturen des Wiener Hofes bei Tod und Begräbnis
zwischen 1640 und 1740. Freiburg/ Wien 1989, S. 203–
211.

[3] Chronologie der in Reims gekrönten französischen Könige


zwischen 1027 und 1825. auf: reims-kathedrale.culture.fr,
abgefragt am 2. Juni 2011.

[4] Klaus Malettke: Ludwig XIV. von Frankreich. Leben, Po-


litik und Leistung. 1994, S. 120.

[5] Klaus Malettke: Ludwig XIV. von Frankreich. Leben, Po-


litik und Leistung. 1994, S. 156.

[6] Félix Faure, Dictionnaire historique des rues et monuments


de Paris, 2003, S. 265
18 14 TEXT- UND BILDQUELLEN, AUTOREN UND LIZENZEN

14 Text- und Bildquellen, Autoren und Lizenzen


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