Sie sind auf Seite 1von 40

REGENSBURGER BISTUMSBLATT

86. Jg. 17./18. Juni 2017 / Nr. 24 www.katholische-sonntagszeitung.de Einzelverkaufspreis 1,95 Euro, 2063

Einer der letzten großen Ein Bauernmädchen am Leiter des „Directorium


Universalgelehrten „Wilden Kaiser“ Spirituale“
Seine Verdienste für die Bildungs- Im neuen Roman „Kein ande- Spiritual Matthias Effhauser (Foto:
politik in Deutschland wirken bis res Leben“ geht es um die Bau- pdr) ist neuer Redaktionsleiter des
heute nach. Wilhelm von Hum- erntochter Lore. Wird sie ihre „Directorium Spirituale“, des mo-
boldt (Foto: imago) würde am große Liebe heiraten und den natlich erscheinenden Werk-
Donnerstag, 22. Juni, 250 Hof im Schatten des „Wilden heftes mit geistlichem Wort für
Jahre alt werden. Seite 4 Kaisers“ retten? Seite XVI jeden Tag. Seite VIII

Vor allem …

Liebe Leserin, Eine Halle voller Heiliger


lieber Leser
E ine Maria mit ängstlich erhobenem Blick, eine an-
dere, die zärtlich auf ihr Kind blickt, daneben ein
I n dieser Ausgabe finden Sie ein
umfangreiches Interview mit
Bundeskanzlerin Angela Mer-
großformatiges Paket, das ein prachtvolles Gemälde
verbirgt – diese Kunstschätze mussten aus eingestürz-
kel (Seite 2/3). Ulrich Waschki, ten Kirchen und Kapellen geborgen werden, bevor
Chefredakteur des Osnabrücker sie in einem Kunstdepot in Mittelitalien Zuflucht
Kirchenboten, und Andreas fanden. Nach der Restauration sollen sie in ihre
Kaiser, Berlin-Korrespondent
der Verlagsgruppe Bistumspres- Heimat zurückkehren: das vom Erdbeben schwer
se, haben es im Namen einer getroffene Amatrice. Seite 6
Reihe deutscher Kirchenzeitun-
gen – darunter die Katholische
SonntagsZeitung und die Neue
Bildpost – geführt.
Es ist reizvoll, Angela Merkels
heutige Sicht zu einer Angelegen-
heit zu erfahren, die zwischen-
zeitlich fast wie ihr politisches
Ende aussah: die Flüchtlingskri-
se. Für unsere Zeitung und ihre
werteortientierten Leser war es
im Hinblick auf die Bundestags-
wahl am 24. September zudem
wichtig, herauszufinden, wie
es die Pastorentochter von der
CDU mit Glauben und christ-
licher Tradition hält und inwie-
weit beides ihr Handeln prägt.
Selbstverständlich haben wir
auch Merkel-Herausforderer
Martin Schulz von der SPD um
ein Interview gebeten – nach
eigener Aussage Klosterschüler
und „passiver Katholik“. Trotz
mehrfacher Nachfragen und
anderslautender Zusagen haben
wir bislang aber keinen Termin
bekommen.

Ihr
Johannes Müller,
Chefredakteur
ePaper
Foto: dpa
2 THEMA DER WOCHE 17./18. Juni 2017 / Nr. 24

ANGEL A MERKEL :

„Es geht um viel mehr“


Bundeskanzlerin steht zu Europa als Wertegemeinschaft, globaler Hilfe in der
Flüchtlingsfrage und einem offenen, doch traditionell geprägten Deutschland

Auch wenn im Büro der deutschen Flüchtlinge, die zu uns kommen, international weiter zu verbessern kerung haben mit über 30 Millionen
Bundeskanzlerin Angela Merkel verunsichern Menschen und sind und Fluchtursachen zu bekämpfen. Ehrenamtlichen und einen starken
das Bild von Vorvorgänger Konrad Nährboden für Populismus. Bei Dazu gehört aber auch, dass wir die sozialen Zusammenhalt im Lande.
Adenauer hängt: Längst steht Mer- der NRW-Wahl etwa haben in ganz alltäglichen Probleme bei uns, Dafür lohnt es sich weiter zu arbei-
kel nicht mehr in seinem Schatten. Gelsenkirchen 14 Prozent für die zum Beispiel in den ländlichen Re- ten, in der Politik wie jeder für sich.
Sollte die 63-Jährige am 24. Sep- AfD gestimmt. Warum wenden gionen, angehen. Immer dort, wo
tember für weitere vier Jahre im sich Menschen Populisten zu? soziale Probleme gebündelt auftre- Sie sind seit der Wende in der Po-
Amt bestätigt werden, hat sie beste Zunächst einmal sollten wir das ten, ist Handlungsbedarf für die Po- litik, seit 2005 Bundeskanzlerin.
Chancen, Adenauers Amtszeit von Thema Terrorismus nicht einfach litik. Indem wir die Probleme anpa- Woher nehmen Sie die Kraft?
14 Jahren zu übertreffen und so- mal so mit dem Thema Flüchtlinge cken, können wir das Vertrauen der Meine Aufgaben machen mir
gar mit Helmut Kohl (16 Jahre) vermengen. Die übergroße Mehr- Bürger gewinnen. Freude. Ich habe gute Mitarbeiterin-
gleichzuziehen. Im Exklusivinter- heit der Flüchtlinge hat mit dem nen und Mitarbeiter. Ich bekomme
view für eine Reihe deutscher Kir- Terrorismus nichts zu tun, im Ge- Wir haben den Eindruck, dass das jeden Tag ja nicht nur Kritik, son-
chenzeitungen äußert sich Mer- genteil, viele hat gerade der Terror gesellschaftliche Klima, der Ton dern auch Zuspruch vieler Bürgerin-
kel zum Thema Islam und Terror des IS aus ihrer Heimat vertrieben. in Deutschland rauer wird. Wie nen und Bürger. Das gibt mir Kraft.
ebenso wie zur Fluchtbewegung Es ist im Interesse dieser Menschen kann man diese auseinanderdrif-
und zur sogenannten deutschen wie auch von uns allen, dass wir die tende Gesellschaft wieder zusam- ...das allein? Sie machen keinen
Leitkultur. Aufgaben und Probleme lösen, die menführen? Hehl aus Ihrem christlichen Glau-
sich uns stellen. Dazu gehört zum Ich teile Ihren Befund so pauschal ben. Beten Sie für politische Ent-
Islamistischer Terror wie jüngst Beispiel, die Ordnung und Steue- nicht, denn wir sollten auch sehen, scheidungen oder für Kraft bei
in Manchester, auch die vielen rung von Migrationsbewegungen dass wir eine hochengagierte Bevöl- schwierigen Verhandlungen?
Gebete sind etwas sehr Persön-
liches, dabei möchte ich es auch
belassen. Aber ich bin überzeugt,
Angesichts von 30 Millionen dass alles nicht nur in menschlicher
Ehrenamtlichen und einem Hand liegt.
starken sozialen Zusammen-
halt im Lande zieht Angela Erst unlängst haben wir wieder ei-
Merkel den Schluss: „Dafür nen Terroranschlag in Europa er-
lohnt es sich weiter zu arbei- lebt. Müssen wir uns daran gewöh-
ten, in der Politik wie jeder nen, dass der Terror zu unserem
für sich.“ Alltag gehört?
Fotos: Walter Wetzler Gewöhnen werden wir uns an
den Terror nie. Die Bundesregie-
rung und die Sicherheitsbehörden
tun weiter alles Menschenmögliche,
um ihn zu besiegen, denn der best-
mögliche Schutz der Menschen in
unserem Land ist eine der obersten
Pflichten des Staates.

Paris, Brüssel, Berlin, jetzt Man-


chester. Hinter den Anschlägen
stecken islamistische Attentäter.
Wie gefährlich ist der Islam, wie
gefährlich sind die Muslime?
Das gefiele den Propagandisten
des IS, wenn wir Muslime unter ei-
nen Generalverdacht stellen würden.
Das wäre aber ganz falsch, denn der
Islam ist eine Religion, in der sich
Hunderte von Millionen von Men-
schen zum Frieden und zur Würde
anderer Menschen bekennen. Der
islamistische Terror im Namen die-
ser Religion ist eine Perversion die-
ser Religion. Er muss deshalb von
allen friedliebenden Menschen, egal
welchen Glaubens, verurteilt und
bekämpft werden.
17./18. Juni 2017 / Nr. 24 THEMA DER WOCHE 3

Tun die muslimischen Verbände Es geht uns hier nicht um Angst-


da genug? macherei. Diese Zahlen nennen
Sie sind bei verschiedenen Gele- Ihre eigenen Sicherheitsbehörden,
genheiten gegen den islamistischen die auch sagen, dass die Zahl der
Terror aufgetreten, auch mit Chris- Flüchtlinge, die aus Afrika kom-
ten und Juden gemeinsam, denken men, noch steigt.
Sie an die Veranstaltung am Bran- Auch die Sicherheitsbehörden des
denburger Tor nach den Anschlä- Bundes gehen äußerst vorsichtig mit
gen in Paris oder an die gemeinsa- Zahlen um. Noch einmal: Ich betei-
me Trauerfeier für die Opfer vom lige mich nicht an diesen Spekulati-
Breitscheidplatz. Die islamische onen. Das steht übrigens auch nicht
Geistlichkeit hat die große Verant- im Widerspruch dazu, dass wir tat-
wortung, klar gegen diese Perversion sächlich eine große Aufgabe zu be-
ihrer Religion aufzutreten. Das wältigen haben. Um der Flüchtlinge
fordere ich auch auf meinen Rei- und unserer selbst willen müssen
sen immer wieder ein, etwa als ich wir die illegalen Schlepper- und
jetzt in der Al-Azhar-Universität in Menschenhandelsstrukturen durch-
Kairo war, und ich begrüße es sehr, brechen. Ich will, dass das unerträg-
dass sich ihr Oberhaupt auf dem liche Sterben auf dem Mittelmeer
Kirchentag im Gespräch mit Bun- ein Ende findet. Wir müssen mit
desinnenminister de Maizière dazu anderen Staaten Abkommen schlie-
bekannt hat. ßen, in denen wir konkrete Hilfe für
Flüchtlinge außerhalb Europas, die
Europa ist in schwierigen Zeiten. Bekämpfung von Fluchtursachen
Kardinal Marx betonte kürzlich, und Schleuserstrukturen, die Rück-
in den nächsten Jahren entscheide führung nicht schutzbedürftiger
sich, ob Europa wieder eine ge- Menschen sowie den Schutz unserer
meinsame Vision findet oder ob es europäischen Außengrenzen verein- „Ich will, dass das unerträgliche Sterben auf dem Mittelmeer ein Ende findet“, sagt
zerfällt. Wie ist die EU zu retten? baren. Da haben wir erste Erfolge die Bundeskanzlerin. Sie fordert gemeinsame internationale Anstrengungen.
Ein Anfang wäre es, wenn wir alle mit dem EU-Türkei-Abkommen
gemeinsam Europa nicht für alles erzielt. Auch mit einigen afrikani- Politik. Es geht um Werte und Inte- unsere Kultur ist und ein aktives Be-
verantwortlich machen, was in Mit- schen Ländern arbeiten wir partner- ressen gleichermaßen. mühen um Integration. Gleichzeitig
gliedsstaaten zum Teil durch eigene schaftlich und viel enger zusammen wird alles nur gelingen, wenn auch
Fehler schiefgelaufen ist. In Europa als früher. So können wir das The- Um Entwicklungszusammenarbeit die Deutschen sich offen und interes-
geht es um viel mehr als um Geld. ma Schritt für Schritt voranbringen, geht es auf dem G20-Gipfel im Juli siert für andere Kulturen zeigen.
Europa ist eine Friedensgemein- wenngleich es keine einfache Auf- in Hamburg. Hilfsorganisationen
schaft, eine Schicksalsgemeinschaft. gabe ist. Aber wir haben schon eine beklagen, dass sich Staaten ihren Wenn sich Kirchenvertreter zu po-
Uns verbinden grundlegende Wer- Menge erreicht – viel mehr, als von internationalen Hilfsverpflichtun- litischen Themen äußern, stößt das
te, die wir an vielen Stellen der Erde einigen für möglich gehalten. gen entziehen, etwa Russland und nicht immer auf Gegenliebe. Gab
nicht verwirklicht finden – Mei- Japan. Die muss man quasi zur es Anlässe, wo Sie mit Blick auf
nungsfreiheit, Pressefreiheit, Reli- Manche Bischöfe sagen, dass wir Einhaltung der Zusagen zwingen. Kirchenvertreter gedacht haben,
gionsfreiheit, die Menschenwürde. zur Not in Deutschland den Gür- Zur Wahrheit gehört, dass auch hätten sie mal besser geschwiegen?
Sich dieser Überzeugungen immer tel auch enger schnallen sollen, Deutschland viele Jahre nicht 0,7 Nein. Wir sind ein Land der Mei-
wieder gegenseitig zu versichern, ist also mehr mit anderen teilen müss- Prozent des Bruttoinlandsprodukts nungsfreiheit, die selbstverständlich
sehr wichtig. Außerdem müssen die ten. Sehen Sie das auch so? für Entwicklungszusammenarbeit auch für Kirchenvertreter gilt. Was
Menschen Europa auch erleben kön- Nein, glücklicherweise haben wir ausgegeben hat. Wir haben kräftig sie sagen, fließt oft in meine Gedan-
nen, deswegen sind Austausche und eine sehr gute wirtschaftliche Lage, zugelegt, müssen aber immer noch ken ein. Die regelmäßigen Gesprä-
Begegnungsprogramme so wichtig. so dass wir die Aufgaben ohne sol- besser werden. Wir erinnern bei die- che mit der Bischofskonferenz und
che Maßnahmen sehr gut bewälti- sen internationalen Konferenzen in dem Zentralkomitee der deutschen
Nach aktuellen Berichten warten gen konnten. Wir konnten in dieser der Tat daran, dass alle nach ihren Katholiken sind mir sehr wichtig.
im Mittelmeerraum 6,6 Millionen Legislaturperiode soziale Leistun- unterschiedlichen Möglichkeiten ih- Im Rahmen unserer diesjährigen
Menschen auf die Weiterreise in gen, zum Beispiel in der Pflege, so- ren Beitrag leisten. Ich kenne viele G20-Präsidentschaft diskutieren wir
die EU. Was können Sie tun, da- gar ausweiten. In der Flüchtlingspo- Projekte, an denen sich zum Beispiel mit den Kirchen über Afrika und die
mit diese Fluchtbewegung aufhört? litik muss sich das Hauptaugenmerk auch Japan beteiligt. Beim G20-Gip- Entwicklungspolitik. Die kirchliche
Ich beteilige mich nicht an sol- weiter darauf richten, Fluchtursa- fel sprechen wir über die gesamte Sicht und die Erfahrungen aus der
chen Zahlenspekulationen. Das vo- chen vor Ort zu bekämpfen, also Entwicklungsagenda. Unser Schwer- praktischen Arbeit der Hilfswerke in
rausgesagt, weise ich zum Beispiel die Entwicklungszusammenarbeit punkt dabei wird Afrika sein. Afrika sind jedes Mal bereichernd.
nur allein auf die rund drei Millio- zu stärken. Auch damit leisten wir
nen syrischen Flüchtlinge hin, die einen wichtigen Beitrag, die Würde Ihr Innenminister hat eine De- Gibt es andererseits Punkte, bei
aus ihrer Heimat geflohen sind und jedes Menschen zu schützen, denn batte über Leitkultur angestoßen. denen sich Kirchen und Religions-
nun in der Türkei leben. Einige von niemand verlässt leichtfertig seine Was hält eine Gesellschaft zu- gemeinschaften stärker einmischen
ihnen habe ich besucht. Diese Men- Heimat, auch die nicht, die das aus sammen? Welchen Anteil hat das sollten?
schen sind froh, wenigstens in der wirtschaftlicher Not tun und des- christlich-jüdische Erbe? Ich möchte hier keine Ratschlä-
Nähe ihrer Heimat sein zu können halb nicht bei uns bleiben können. Die christlich-jüdische Tradition ge geben. Ich wünsche mir, dass die
und nicht weiter fliehen zu müssen, Hilfe vor Ort hilft auch diesen Men- ist natürlich prägend, wenngleich Kirchen offen sind für Menschen,
und sie sind auch mit europäischer schen. heute auch viele Menschen anderer die erst noch zum Glauben finden,
Hilfe, vor allem aber durch türkische Religionen bei uns leben. Für alle, dass die Barrieren niedrig sind und
Anstrengungen recht gut versorgt. Ist diese Betonung der Menschen- die zu uns kommen beziehungsweise die Kirchentüren offen. Ansonsten
Auch für die über zwei Millionen würde jetzt wertorientierte oder bei uns leben, ist es unerlässlich, das wünsche ich mir gerade in diesem
syrischen Flüchtlinge im Libanon pragmatische Politik, weil das ein- Grundgesetz und unsere Grundwerte Reformationsjahr eine gute Ökume-
und in Jordanien leisten wir erhebli- fach in unserem eigenen Interesse zu achten. Auch die Kenntnis unserer ne, die Christen wieder zusammen-
che Unterstützung, um ihnen men- liegt? Sprache ist von zentraler Bedeutung. führt.
schenwürdige Lebensbedingungen Ich unterscheide nicht zwischen Wir können erwarten, dass da eine Interview: Andreas Kaiser,
vor Ort zu gewährleisten. wertorientierter und pragmatischer Offenheit für unsere Art zu leben und Ulrich Waschki
4 DIE WOCHE 17./18. Juni 2017 / Nr. 24

Historisches & Namen der Woche

18. Juni 22. Juni


Marina, Roxana Thomas Morus, Paulinus

Ex-„Beatle“ Paul McCartney kann Sie war von 1951 an


es nicht lassen: Im August vorigen die zweite Frau des
Jahres gab seine Plattenfirma be- letzten Schahs von
kannt, dass er an einem neuen Stu- Persien: Soraya Es-
dioalbum arbeitet. Es wird sein 25. fandiary-Bakhtiary
als Solokünstler sein. Heute feiert (Foto: gem). Sie kam
die Musiklegende 75. Geburtstag. vor 85 Jahren zur
Welt. Ihr Vater war iranischer Bot-
schafter in Deutschland, ihre Mut-
Die Statue des Namensgebers vor der Berliner Humboldt-Universität. Foto: imago 19. Juni ter Berlinerin. Da die Ehe nicht den
Juliana, Romuald erhofften Thronerben hervorbrach-
Wer seinen Namen te, wurde sie 1958 aus Gründen der

250 Jahren
hört, denkt sofort an Staatsräson geschieden. Soraya starb

Vor
die „Schwarzwald- am 25. Oktober 2001 in Paris.
klinik“: Klausjürgen
Wussow (Foto: ima-
go) starb vor zehn 23. Juni
Gelehrter Staatsmann Jahren (* 30. April
1929). In der beliebten TV-Serie
Edeltraud, Ortrud
Vor 215 Jahren versuchten der deut-
Wilhelm von Humboldt prägte Bildungspolitik maßgeblich spielte er den Klinikleiter Professor sche Naturforscher Alexander von
Brinkmann. In seinen letzten Le- Humboldt und der französische
„Der wahre Zweck des Menschen sche Gymnasium, führte Lehrerexa- bensjahren litt Wussow an Demenz. Botaniker Aimé Bonpland die Erst-
[…] ist die höchste und proportio­ men und das einheitliche Abitur ein. besteigung des 6267 Meter hohen
nierlichste Bildung seiner Kräfte zu 1810 war er Mitbegründer jener Ber- Chimborazo in Ecuador. Sie erreich-
einem Ganzen. Zu dieser Bildung liner Universität, die später zu seinen 20. Juni ten eine Höhe von etwa 5600 Me-
ist Freiheit die erste und unerlässli­ Ehren in Humboldt-Universität umbe- Adalbert, Margarete tern. Humboldt beschrieb anschlie-
che Bedingung.“ So lautete das nannt wurde. Nach dem Tod ihres Onkels Wil- ßend zum ersten Mal Symptome der
zentrale Credo jenes preußischen Im gleichen Jahr ging er zurück aufs liam IV. bestieg Königin Victoria Höhenkrankheit.
Staatsmanns, Humanisten und diplomatische Parkett: Er wurde (1819 bis 1901) vor 180 Jahren den
Liberalen, der als einer der bedeu­ Gesandter in Österreich und agierte britischen Thron. Lange Zeit war sie
tendsten Gelehrten der deutschen beim Wiener Kongress als rechte Hand die am längsten regierende britische 24. Juni
Kulturgeschichte gilt: Wilhelm von des preußischen Staatskanzlers Karl Monarchin, bis sie 2015 von ihrer Johannes Baptist
Humboldt. August von Hardenberg. Die Kontakte Ur-Urenkelin Elisabeth II. überholt Lionel Messi hat mit dem FC Barce-
zu seinem Jugendfreund Friedrich wurde. lona alles gewonnen, was es auf Ver-
Am 22. Juni 1767 erblickte er in Gentz, Klemens Metternichs Vorden- einsebene zu gewinnen gibt. Fünf
Potsdam das Licht der Welt. Er war ker, hatten es Humboldt ermöglicht, Mal wurde er als Weltfußballer des
der ältere Bruder des Naturforschers Österreichs Beitritt zur Koalition ge- 21. Juni Jahres ausgezeichnet. Das einzige,
Alexander von Humboldt. Der Vater, gen Napoleon zu befördern. Alban, Alois, Ralf was in seiner Sammlung noch fehlt,
ein Offizier, ließ seine beiden Söhne Doch dann überwarf sich der liberale Während einer Weltumrundung ist ein großer Titel mit der argenti-
privat von führenden Vertretern der Geist mit Metternich und Hardenberg entdeckte der britische Seefahrer nischen Nationalmannschaft. Heute
Aufklärung erziehen. Wilhelm stu- und wurde auf den Gesandtenposten Samuel Wallis vor 250 Jahren die wird „La Pulga“ (der Floh) 30 Jahre
dierte Jura an den Universitäten in in London abgeschoben. 1819 arbei- Pazifikinsel Tahiti. Wallis‘ Expediti- alt.
Frankfurt an der Oder, Göttingen, Wei- tete Humboldt kurz als Minister, doch onsbericht führte zur ersten Südsee-
mar und Jena. Nach kurzer Anstellung seine vehemente Ablehnung der reise des Entdeckes James Cook von Zusammengestellt von Matthias Alt-
am Berliner Kammergericht 1790/91 Karlsbader Beschlüsse, die eine ver- 1768 bis 1771. mann
und Heirat mit Caroline von Dacherö- schärfte Überwachung der Universi-
den schlug er sein Domizil in Jena auf. täten und die Pressezensur vorsahen,
Er pflegte enge Freundschaften mit führte zu seiner Entlassung.
Schiller und Goethe sowie den Brü­ Zusammen mit seinem Bruder Alexan-
dern Schlegel. der kann Wilhelm von Humboldt als
1797 siedelte er mit seiner Familie einer der letzten Universalgelehrten
nach Paris über. Auch hier erfreute er gelten. Neben seinen staatstheoreti-
sich der Bekanntschaft vieler französi­ schen Werken und seinen Griechisch-
scher Intellektueller und Politiker. übersetzungen stechen vor allem
Nach Aufenthalten in Spanien zog seine ethnolinguistischen Studien
es ihn nach Italien. Humboldt hatte hervor: Er war mit semitischen Spra-
während seiner juristischen Ausbil- chen ebenso vertraut wie mit dem
dung auch die Qualifikationen für Chinesischen, dem Japanischen oder
den diplomatischen Dienst erworben mit Sanskrit, er legte eine Untersu­
und wirkte von 1802 bis 1808 als chung zum Baskischen vor, beschäf-
preußischer Ministerresident beim tigte sich mit Indianersprachen oder
Heiligen Stuhl. 1809 wurde Hum- mit Dialekten auf Java und betrachtete
boldt die Leitung des Kultus- und die Sprachen im anthropologischen
Unterrichtswesens in Preußen über- Kontext der jeweiligen Geschichte
tragen. Er konzipierte das dreistufige und Kultur. 1835 starb das Multitalent
Schulsystem und das neuhumanisti­ auf Schloss Tegel. Michael Schmid Paul McCartney und die Bassgitarre – seit über 60 Jahren eine perfekte Symbiose.
Foto: imago
17./18. Juni 2017 / Nr. 24 NACHRICHTEN 5

AUFRUF DES BUNDESP RÄ SIDEN T EN


In Kürze
Hungerkatastrophe droht
Dürre schuld an Elend in Ostafrika und Jemen – Kinder leiden Kanzlerin beim Papst
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)
BERLIN (KNA) – Bundesprä- Vor den Auswirkungen der stattet am 17. Juni Papst Franziskus
sident Frank-Walter Steinmeier Hungerkrisen in den afrikanischen einen Besuch im Vatikan ab. Es ist
ruft zu mehr Hilfe für die hun- Ländern und im Jemen warnte das die vierte Privataudienz der Kanzlerin
gerleidenden Menschen in Afrika UN-Kinderhilfswerk Unicef. Nach beim Heiligen Vater und die sechste
auf: „Die lange Dürreperiode hat Angaben des Deutschen Roten Begegnung insgesamt. Zuvor war
schon viel zu viele Opfer gefor- Kreuzes (DRK) steigt auch die Zahl Merkel im Mai 2013, im Februar 2015
dert. Ohne unsere Hilfe werden der Choleraverdachtsfälle im Jemen und vor der Karlspreisverleihung an
noch mehr Frauen, Männer und weiter. So habe der Cholera-Aus- Franziskus im Mai 2016 vom Papst
Kinder verhungern.“ bruch bis jetzt mindestens 789 Men- empfangen worden.
schen getötet, teilte das DRK mit.
Nach Auskunft Steinmeiers lei- Mehr als 100 000 Menschen wiesen Kein Gebet für Tote
den die Menschen am Horn von inzwischen die typischen Symptome
Afrika unbeschreibliche Not – vor der Durchfallerkrankung auf und Mehr als 130 Imame und muslimische
allem die Kinder. Er unterstützt mit gelten als Verdachtsfälle. Religionsführer in Großbritannien ver-
seinem Spendenaufruf die Initiati- weigern den Attentätern der jüngsten
Besuch in Mossul
ve von „Aktion Deutschland hilft“, „So schnell wie möglich“ Terroranschläge in London und Man-
dem Aktionsbündnis Katastrophen- chester das traditionelle Bestattungs- Drei Jahre nach der Eroberung von
hilfe, dem Bündnis „Entwicklung „Es ist ein Skandal, dass im 21. gebet. Man sei „geschockt und abge- Mossul durch die Terrormiliz „Isla-
hilft“, „Gemeinsam für Afrika“ Jahrhundert in unserer Welt noch stoßen“ vom Verhalten der Attentäter, mischer Staat“ hat der chaldäisch-ka-
und anderen Organisationen. Den Kinder den Hungertod fürchten deren „unhaltbares Handeln den ho- tholische Patriarch Louis Raphael
Bündnissen gehören zahlreiche auch müssen“, sagte der Geschäftsführer hen Lehren des Islam widerspricht“, Sako (Foto: KNA) die Stadt erstmals
kirchennahe Hilfsorganisationen an. von Unicef Deutschland, Christian heißt es in einer Erklärung des bri- wieder besucht. Gemeinsam mit wei-
Schneider. „Wir müssen so schnell tischen Muslimrats. Daher werde man teren Kirchenführern reiste er in die
Zerstörte Ernten wie möglich alle Kinder in Not er- das Totengebet Salat al-Janaaza, bei bereits befreiten Stadtteile am linken
reichen, bevor es für sie zu spät ist.“ dem um Vergebung für die Taten des Tigris-Ufer. Der Patriarch und seine
Die Lage in Ostafrika ist seit Nach neuesten Schätzungen von Verstorbenen und seinen Eintritt in Begleiter besuchten dort verschie-
Monaten verheerend. Mehr als 23 Unicef werden rund zwei Millionen das Paradies gebetet wird, für die At- dene Kirchen und Klöster, die von
Millionen Menschen am Horn von Kinder am Horn von Afrika, im tentäter nicht sprechen. IS-Terroristen verwüstet oder geplün-
Afrika hungern, viele sind vom Südsudan, in der Tschadsee-Region dert worden waren. Dort habe der
Hungertod bedroht. Die Dürre zer- und im Jemen bis Ende des Jahres Bischof verschwunden Patriarch jeweils ein Reinigungsgebet
stört die Ernte und tötet Nutztiere. lebensbedrohlich mangelernährt gesprochen.
Auch gewaltsame Konflikte sind für sein. Auch in Somalia sei eine Cho- Von dem verschwundenen chine-
die drohende Katastrophe verant- lera- und Masern-Epidemie ausge- sischen Bischof Peter Shao Zhumin
Mönche bilden Vorhut
wortlich. brochen. gibt es seit fast einem Monat keine
Nachricht. Shao Zhumin, im Septem- Die Wiederansiedlung von Zister-
ber 2016 von Papst Franziskus zum ziensermönchen im ehemaligen
Bischof der Millionenstadt Wenzhou brandenburgischen Kloster Neuzel-
ernannt, aber von der Regierung le kommt voran. „Rechtzeitig zur
nicht anerkannt, war nach Angaben Bistumswallfahrt“ am 3. September
des vatikanischen Pressedienstes werde sich „eine kleine Vorhut von
Asianews am Abend des 18. Mai zu vier Zisterziensermönchen aus dem
einem Termin beim Amt für Religions- österreichischen Stift Heiligenkreuz
angelegenheiten in Wenzhou gebe- im katholischen Pfarrhaus von Neu-
ten worden. Seither wisse man nichts zelle niederlassen“, kündigte das Bis-
über seinen Verbleib. Katholischen tum Görlitz an. Die Mönche sollen die
asiatischen Medien zufolge war Shao für Herbst 2018 geplante Errichtung
Zhumin bereits vier Mal in Haft, zu- eines vom Stift Heiligenkreuz abhän-
letzt Mitte April über die Ostertage. gigen Priorats vorbereiten.

Papst pilgert zu Dorfpfarrern


Privater Vormittag an Gräbern zweier verdienter Männer
ROM (KNA) – Papst Franziskus 1959) und Lorenzo Milani (1923
pilgert am 20. Juni zu den Grä- bis 1967) ehren.
Gottesdienst in 1730 Metern Höhe bern zweier Dorfpfarrer, die sich
um Friedens- und Bildungsarbeit
Mazzolari, seit 1932 Pfarrer von
Bozzolo bei Mantua, leistete 1925
MÜNCHEN – Die höchstgelegene Kirche Deutschlands auf dem Wendel- verdient gemacht haben. Widerstand gegen Italiens Faschis-
stein ist wiedereröffnet worden. Unter freiem Himmel feierte der Münchner ten und nahm ab 1943 am Partisa-
Kardinal Reinhard Marx am Sonntag einen Gottesdienst mit rund 500 Teil- Für die Reise in die norditalieni- nenkampf teil. In den 50er Jahren
nehmern. Die Kirche war seit 2015 aufwendig restauriert worden, weil vor schen Orte Bozzolo und Barbiana ist trat er für Rechte sozial Benachtei-
allem die Feuchtigkeit dem Gebäude zu schaffen machte. Für die Arbeiten ein Vormittag vorgesehen. Es han- ligter ein und wandte sich gegen das
musste sämtliches Material mit der Zahnradbahn, teilweise auch mit dem dele sich um einen „privaten und Konzept eines „gerechten Kriegs“.
Hubschrauber auf den Berg in den Bayerischen Alpen transportiert werden. nichtöffentlichen“ Besuch, teilte der Der aus Florenz stammende Mi-
Die Wendelsteinkirche, die der Gottesmutter Maria als Patrona Bavariae ge- Vatikan mit. Mit der Pilgerfahrt will lani trat besonders für die Bildung
weiht ist, wurde 1890 auf 1730 Metern Höhe errichtet. Foto: KNA der Papst Primo Mazzolari (1890 bis armer Schichten ein.
6 R O M U N D D I E W E LT 17./18. Juni 2017 / Nr. 24

NACH DEM ERDBEBEN IN AMATRICE

Aus den Trümmern ins Depot


In einer Lagerhalle warten Marienstatuen und Heiligenfiguren auf ihre Restaurierung
ROM (epd/red) – Bei den schwe-
ren Erdbeben 2016 in Mittelitali-
en wurden auch Kirchen und Ka-
pellen zerstört. Somit kamen Hei-
ligenfiguren, Kreuze und Bilder zu
Schaden. Die meisten lagern jetzt
im Depot und sollen bald restau-
riert werden. Den Einheimischen
bedeuten sie viel.

Die Madonna mit rosigen Wan-


gen und leuchtend rotem Mund hat
etwas Zerbrechliches. Ohne Arme
und dennoch scheinbar unbeküm-
mert liegt der Torso in einer Nische
des Kunstlagers von Cittaducale,
geschützt von luftgepolsterter Folie.
Daneben, ebenfalls sorgsam ver-
packt, lagern Kruzifixe, Holzstatuen
und weitere Kunstgegenstände. Es
sind die geretteten Bestände aus den
Kirchen der Erdbebenregion von
Amatrice, die in einem ehemaligen
Lkw-Depot der Forstpolizei aufbe-
wahrt werden: rund 16 000 Objekte.
Es riecht nach altem Holz wie
früher in den Kirchen der Region.
Beschädigte Gemälde stehen hoch-
kant in den Nischen der Halle. Wie
Patienten in Krankenhausbetten lie- An ihrem Arbeitsplatz ist Cristina Collettini von Heiligen und Engeln umgeben. Doch es ist keine Kirche: Collettini leitet das
gen die stärker zerstörten Bilder in Depot, in dem Marienfiguren, Heiligenstatuen und andere Kunstwerke aus Amatrice Zuflucht gefunden haben. Foto: dpa
großen Regalen.
Knapp eine Woche nach dem ers- ten halfen. Der Heilige Vater selbst holen. Sie unterstehen nicht den les, was die Identität der Bewohner
ten verheerenden Erdstoß vom 24. besuchte im Oktober Amatrice und gleichen Sicherheitsregeln wie an- repräsentiert“, beschreibt die Leiterin
August 2016 wurden in den mittel- lud die Dorbewohner zu sich in den dere Berufsgruppen. Die Feuerwehr des Depots von Cittaducale, Cristina
italienischen Städten Amatrice und Vatikan ein. In einer findigen Hilfs- kann auch aus der Luft Eisenringe Collettini, ihren Auftrag. Manche
Accumoli die ersten Kunstwerke aus initiative schickte er seinen Almosen- um Kirchtürme legen, um sie vor Dorfbewohner hätten die Werke nur
Kirchen geborgen. 80 Prozent der meister Konrad Krajewski, damit er dem Einsturz zu bewahren. schweren Herzens den Feuerwehr-
Werke sind nun in Lagern der betrof- Waren von den betroffenen Bauern Was nicht in den Kunstlagern der leutenbüberlassen. „Sie hatten Angst,
fenen Regionen untergebracht. In kauft. und ihnen finanziell unter die betroffenen Regionen untergebracht sie würden ihre Kunstwerke nie wie-
Amatrice selbst sind bis heute nur die Arme greift. Nicht zuletzt haben die sei, werde möglichst nah am Ur- dersehen. Es brauchte viel Überzeu-
Straßen von Trümmern geräumt, die Vatikanischen Museen ihre Unter- sprungsort eingelagert, etwa in Diö- gungsarbeit vom Dorfpfarrer, vom
eingestürzten Gebäude noch nicht. stütztung zugesagt, um Kunstwerke zesanmuseen, sagt Fabio Carapezza Polizeichef und von mir“, sagt die
Papst Franziskus ging das Schicksal zu restaurieren. Guttuso, der Leiter der Kriseneinheit Archäologin Federica Di Napoli.
der vom Unglück betroffenen Men- Bei der Bergung der Schätze aus des italienischen Kulturministeri- Wann die Kirchen wieder auf-
schen sehr zu Herzen – und der Pon- eingestürzten Kirchen tun sich al- ums: „Die Kunstwerke aus zerstörten gebaut sein werden, weiß niemand.
tifex half auf vielfache Weise. Gleich lerdings bürokratische Hindernisse Kirchen sind nicht nur Kulturerbe, Das Depot in Cittaducale wurde
nach dem Erdbeben schickte er Mit- auf. Nur Feuerwehrleute dürfen von sondern zugleich Kultobjekte.“ als zeitweilige Einrichtung geplant.
glieder der vatikanischen Feuerwehr, Hubschraubern aus oder mit Hil- Meist handelt es sich nicht um sehr „Manchmal ist nichts dauerhafter als
der Gendarmerie sowie der Schwei- fe von Kränen Madonnenstatuen bedeutende Kunst. Im Vordergrund Übergangslösungen“, warnt der Ar-
zer Garde, die bei den Rettungsarbei- und Altarbilder aus den Trümmern steht etwas anderes. „Wir retten al- chäologe Roberto Narducci.
17./18. Juni 2017 / Nr. 24 R O M U N D D I E W E LT 7

„Eifer und Leidenschaft“


Papst Franziskus kündigt Missions-Initiative an und
fordert dringend mehr Einsatz bei Evangelisierung
ROM – Papst Franziskus hat ei- auch heute mehr denn je grundle-
nen außerordentlichen Gebetsmo- gend für die Mission.“ Franziskus
nat für den Oktober 2019 ange- zitierte aus „Maximum illud“: „Wer
kündigt. Er soll weltweit in den Gott predigt, sei ein Mann Gottes.“
Anliegen der Mission begangen Benedikt XV. hatte unter anderem
werden. Mit dieser Initiative greift eine bessere Vorbereitung und Aus-
der Pontifex einen Vorschlag der bildung der Missionare verlangt und
Missionswerke und der Kongre- gefordert, diese müssten auf kultu-
gation für die Evangelisierung der relle und nationale Eigenheiten der
Völker auf. Völker eingehen.
Franziskus hält die Päpstlichen
Der Gebetsmonat für die Mission Missionswerke für „dringend“ re-
soll eine „besondere Zeit des Gebetes formbedürftig. Das ließ er im Rah-
und des Nachdenkens“ darstellen, men der jüngsten Audienz mit ihren
erklärte Papst Franziskus. Ziel sei Mitgliedern durchblicken. In seiner
es, „Eifer und Leidenschaft“ für die Ansprache gab er abermals seiner
Mission neu zu beleben. Der Heilige Sorge Ausdruck, dass sich die Mis-
Vater verwies auf das 100-Jahr-Jubi- sionswerke allein auf das Sammeln
läum des Apostolischen Schreibens
„Maximum illud“ von Papst Bene-
und Verteilen von Geldmitteln für
bedürftige Kirchen im Namen des
Papst in Sorge wegen Venezuela
dikt XV. (1914 bis 1922), das 2019 Papstes beschränkten. ROM – Eine hochrangige Kirchendelegation aus Venezuela hat Papst Fran-
begangen wird. „Ihr kennt diese meine Sorge ziskus persönlich über Todesopfer bei Protesten gegen die Regierung unter-
In dem programmatischen Text gut“, sprach er seine Zuhörer an. richtet. Bei einem Treffen im Vatikan übergaben die Spitzen der nationalen
vom 30. November 1919 habe Be- „Ich weiß, dass ihr neue Wege sucht, Bischofskonferenz eine entsprechende Dokumentation. Zudem habe man
nedikt XV. daran erinnert, dass geeignetere, kirchlichere Möglich- Franziskus Details zur humanitären Krise im Land dargelegt, teilte die Ve-
Missionare für den Erfolg ihres keiten, um euren Dienst an der nezolanische Bischofskonferenz mit. Ihr Vorsitzender Diego Padron sagte
Auftrages selbst wie Heilige leben universellen Mission der Kirche nach dem Treffen, Papst Franziskus sei „bewegt von der Situation“ in ihrem
und eine „immer stärkere Einheit auszuüben.“ Der Papst führte aus: Land. Er habe dem Volk und der Kirche in Venezuela seine Unterstützung
mit Christus“ anstreben müssten, „Erneuerung verlangt Bekehrung, zugesichert. Padron erklärte, in Venezuela herrsche eine „außergewöhnliche
fügte Franziskus an. „Dies scheint verlangt es, Mission als ständige und alarmierende Situation“. Die Repressionen der Regierung würden „je-
Gelegenheit für die Verkündigung den Tag brutaler“. Foto: KNA
Christi zu leben, für die Begegnung
mit ihm, indem man diese bezeugt
und die anderen an dieser persönli-
chen Begegnung mit ihm teilhaben
Die Gebetsmeinung Beilagenhinweis
lässt.“ Deshalb soll der außerordent- (außer Verantwortung der Redakti-
liche Gebetsmonat der Erneuerung ... des Papstes on). Dieser Ausgabe liegt bei: Pro-
des Glaubens dienen. im Monat Juni spekt „Erben und Vererben“ von
Deutsches Katholisches Blinden-
Kraft der Verkündigung werk e.V., Bonn. Wir bitten unsere
Für die Lenker der Staaten: Leser um freundliche Beachtung.
Evangelisierung beginne mit dass sie sich fest ver-
einer Evangelisierung der Kirche pflichten, jeglichen
selbst. Diese müsse ihre Kraft der Waffenhandel zu
Re is e / E r h o lu n g
Verkündigung stets erneuern und unterbinden,
läutern, sagte Franziskus. Er zitierte der so viele Kur an der Polnischen Ostseeküste in Bad Kolberg
14 Tage ab 399 €, Hausabholung inkl.
damit aus dem Schreiben „Evange- unschuldige Tel. 0048 947107166
lii nuntiandi“ von Papst Paul VI. Menschen
Die Päpstlichen Missionswerke leis- (1963 bis 1978). Der außerordent- zu Opfern K a u fg e s u c h e
ten Hilfe in den ärmsten Regionen der liche Gebetsmonat soll dem Gebet, macht.
Wir kaufen
Erde. Franziskus würdigte ihren Dienst, dem Bibelstudium, der Mission und Wohnmobile + Wohnwagen
mahnte aber auch, dass dieser sich nicht der Würdigung der „vielen Heiligen 03944-36160
zu sehr auf das Verteilen von Geldmit- und Märtyrer der Mission“ dienen. www.wm-aw.de Fa.
teln konzentrieren sollte. Foto: KNA Mario Galgano
8 MEINUNG 17./18. Juni 2017 / Nr. 24

Aus meiner Sicht ...

Matthias Altmann

Leichtfertig? Nicht die Kirche!


Man müsse nur eins und eins zusammenzäh- reitung durchlaufen. Während dieser Zeit nigen Fällen, einen gesicherten Aufenthalts-
len, sagte Ulf Küch, stellvertretender Vorsit- führen ihn Seelsorger in die Glaubenslehren status zu haben. Und nicht zu vergessen: Im
zender des Bundes Deutscher Kriminalbe- ein und bereiten ihn auf den Empfang des Fall einer Abschiebung ins Herkunftsland
Matthias Altmann ist amter: Der Afghane, der im oberpfälzischen Sakraments vor. Dabei prüfen sie auch die kann dies sogar lebensgefährlich sein.
Volontär unserer Arnschwang einen Fünfjährigen erstochen Ernsthaftigkeit des Vorhabens. Mit dieser in- Bayerns Innenminister Joachim Herr-
Zeitung. hat, habe sich nur deshalb taufen lassen, um tensiven Begleitung soll verhindert werden, mann (CSU) erklärte, er erwarte von den
der Abschiebung zu entgehen. Sofort hagelte dass sich ein Bewerber die Taufe „erschleicht“. Kirchen, dass sie sich sehr genau anschauen,
es Kritik an den Kirchen – vor allem an der Wenn für einen Konvertiten die Aussich- ob einer wirklich zum Christentum über-
katholischen, in die der Täter formell eintrat. ten, nicht mehr in sein muslimisches Hei- tritt. Dann sollten aber gleichzeitig auch die
Sie gehe zu leichtfertig mit ihren Taufbewer- matland abgeschoben zu werden, tatsächlich Bürger erwarten dürfen, dass den zustän-
bern um. Doch diese Kritik ist nicht nur un- besser sind – warum hat sich dieses „Erfolgs- digen Behörden mitgeteilt wird, wer in den
gerechtfertigt – sie ist schlichtweg falsch. modell“ unter Flüchtlingen noch nicht her- Asylunterkünften untergebracht ist. Dass der
Wer als Erwachsener beschließt, sich ka- umgesprochen? Denn nur ganz wenige Men- Afghane bereits 2014 von einem Gericht als
tholisch taufen zu lassen, muss – egal, wel- schen, die als Asylsuchende nach Deutschland gemeingefährlich eingestuft wurde, ist der Re-
chen kulturellen Hintergrund er hat – einen kommen, lassen sich taufen. Zum Christen- gierung der Oberpfalz laut Zeitungsberichten
ungefähr einjährigen Prozess der Vorbe- tum zu konvertieren heißt nur in ganz we- erst nach der Tat mitgeteilt worden.

Alfred Herrmann

Der Tod im Ausguss


Die Asche eines Embryos, verarbeitet zum die Chance, Kinder zu bekommen. Aller- Zeugung bis zum Tod. Sie ist gegen das
Schmuckstück? Für Claudia Wiesemann ist, dings bleiben jedesmal Embryonen übrig und Verwerfen befruchteter Eizellen und über-
was da aus Australien vermeldet wird, eine die Frage: Was wird aus ihnen? Einmal er- haupt gegen die künstliche Befruchtung.
Alfred Herrmann ist „nicht angemessene Haltung gegenüber dem gibt sich die Chance eines weiteren Versuchs. Allerdings muss auch überlegt werden, wie
Autor und Journalist menschlichen Leben“. Allerdings könne sie Außerdem besteht die Möglichkeit, sie zur man mit der Wirklichkeit umgeht, die aus
in Berlin. nachvollziehen, sagt die stellvertretende Vor- Adoption freizugeben. Theoretisch können dem eingangs geschilderten Dilemma er-
sitzende des Deutschen Ethikrates, dass die sie auch auf ewig tiefgefroren bleiben oder, wächst. Wiesemann stellt zurecht die Frage,
Mutter mit den Embryonen, die bei einer wie in anderen Ländern möglich, der For- was Würde und Schutz für Embryonen in
künstlichen Befruchtung nicht mehr implan- schung gespendet werden. Die meisten aller- solch einer Lebenswirklichkeit bedeutet. Ein
tiert werden sollen, etwas für sie Bedeutungs- dings werden verworfen. Um sie nicht einfach ewiges Leben im Tiefkühlfach? Ein Ende als
volles machen möchte, statt sie „verwerfen“ zu – drastisch ausgedrückt – „in den Ausguss zu Forschungsobjekt? Der Tod im Ausguss? Ein
lassen. Wiesemann fordert ein angemessenes schütten“, fordert Wiesemann ein angemes- Ritual könnte – nicht nur bei den Eltern –
Bestattungsritual für überzählige Embryonen. senes Bestattungsritual. Eine Forderung, die das Bewusstsein für die Würde des Menschen
Hier befinden wir uns im Kern eines auch die katholische Kirche unterstützen sollte. im Frühstadium des Lebens schärfen und
furchtbaren Dilemmas unserer Zeit: Kinder- Ja, die Kirche steht für die unantastba- zugleich Embryonen vor einem unwürdigen
lose Paare erhalten dank heutiger Medizin re Würde eines jeden Menschen von seiner Umgang bewahren.

Nathalie Zapf

May schafft Chaos statt Stabilität


Blaukraut bleibt Blaukraut … und Brexit Statt gestärkt aus der Wahl hervorzugehen, weil sie die politische Mehrheit grandios ver-
bleibt Brexit. So könnte man einen bekann- verlor ihre Partei die Mehrheit im Parla- zockte.
ten Zungenbrecher abwandeln. Denn die ment. Während Presse und politische Gegner Wie Hohn klingen die Worte Mays nach
Nathalie Zapf ist Position von Großbritanniens Premiermi- mit Häme und Rücktrittsforderungen reagie- Bekanntwerden der Wahlergebnisse: „Mehr
Redakteurin unserer nisterin Theresa May, die sie mit dem Slogan ren, will May den Brexit durchziehen. Doch als alles andere braucht dieses Land eine Pha-
Zeitung. „Brexit means Brexit“ deutlich machen woll- die Frage ist, wie. se der Stabilität.“ In diesem Punkt dürften
te, hat genauso wenig politische Substanz. May will mit Hilfe der nordirischen De- ihr sicher alle zustimmen, vor allem dieje-
Mit der Position „Brexit means Brexit“ warb mocratic Unionist Party eine Minderheitsre- nigen, die am 19. Juni mit den Brexit-Ver-
sie für eine vollständige Abkehr von der Euro- gierung bilden. Diese aber favorisiert einen handlungen beginnen wollen. So erfreulich
päischen Union. Um diese Position stark ver- „weichen Brexit“. Um ihnen entgegenzukom- es für die EU-Befürworter sein könnte, wenn
treten und mit offensichtlichem Rückhalt der men, wird May vermutlich von ihrem „Bre- die britische Delegation mit einer modera-
Bevölkerung in die Verhandlungen über den xit means Brexit“ abrücken. Das wiederum teren Position als „Brexit means Brexit“ in
Brexit gehen zu können, hat May Neuwah- werden Mays Parteikollegen nicht gutheißen. die Verhandlungen geht: Wie lange werden
len veranlasst. Das Ergebnis hat für sie aber Politikexperten vermuten, dass sie sich deswe- Ergebnisse Bestand haben, die mit einer Po-
nichts leichter gemacht – und für die EU erst gen auf lange Sicht nicht halten kann – weil litikerin in einer derart wackeligen Position
recht nichts. es nichts mit „Brexit means Brexit“ war und ausgehandelt wurden?
17./18. Juni 2017 / Nr. 24 MEINUNG 9

Leserbriefe
MAGAZIN

Ihr Geschenk zur Firmung!

„Bis der Tod uns scheidet“: Das katholische Eheversprechen gilt auch dann noch,
wenn die Ehe zerbrochen ist, meint unsere Leserin. Foto: KNA

An das Eheband gebunden


Zu „Rechtsempfinden“ selbst dann an das Eheband gebunden
(Leserbriefe) in Nr. 20: ist, wenn man verlassen wird.
Schließlich verspricht man, die
Der Verfasser fühlt sich in seinem Treue zu halten „in guten und bösen
Rechtsempfinden gestört, wenn ein Tagen, in Gesundheit und Krankheit,
verlassener Ehepartner bei Eingehen bis der Tod uns scheidet“. Und weiter:
einer neuen Beziehung als Ehebrecher „Ich will dich lieben, achten und eh- www.youmagazin.com
betrachtet wird. Nur der sei ein Ehe- ren alle Tage meines Lebens.“ Darauf
brecher, der durch sein Fehlverhalten bestätigt der Priester im Namen Got- Begeisterung wecken –
YOU! ist das katholische Magazin für Jugendliche zwischen 12 und 18
den „Bruch“ der Ehe vorsätzlich oder tes und seiner Kirche den Ehebund.
Jahren. YOU!Magazin spricht junge Menschen in ihrer Sprache an.
fahrlässig herbeigeführt hat. Wenn „Was Gott verbunden hat, das darf
man sich jedoch den Trauspruch an- der Mensch nicht trennen“ (Mt 19,6). Orientierung geben –
schaut, den beide Partner einzeln spre- Nirgends ist die Rede davon, dass man In der Zeit leben und sie mit den Augen des Glaubens sehen. YOU!Magazin
chen oder worauf sie dem fragenden im Fall des Verlassenwerdens nicht greift die Themen auf, die Jugendliche beschäftigen: Stars, Musik, Kino,
Priester mit einem Ja antworten, wird mehr an dieses Versprechen gebunden Liebe, aber auch Fragen zum Glauben und zur Kirche.
klar, dass das Heiraten eine sehr ernste ist.
Freude schenken –
Sache ist und dass die bösen Tage eben
Verschenken Sie YOU!Magazin zur Firmung! YOU! erscheint alle zwei
auch darin bestehen können, dass man Sofie Christoph, 86447 Aindling Monate und kann als Einzelheft oder als Abonnement bezogen werden.

Bestellcoupon
Totale Feigheit sind das für weichgewaschene Kir-
chenvertreter?
Ja, ich verschenke YOU!Magazin
YOU!Magazin wird mit der nächsten erreichbaren Nummer zugestellt.
Zu „Sprachlos gemacht“  Einzelheft 2,90 EUR  Schnupperabo* 7,00 EUR  Jahres-Abo* 14,70 EUR
(Leserbriefe) in Nr. 20: Karl Hofmann, 6 Monate, 3 Ausgaben 12 Monate, 6 Ausgaben
* nur für Neu-Abonnenten, *darüber hinaus bis auf Widerruf
95615 Marktredwitz verlängert sich nach Ablauf
automatisch auf das Jahresabo
Die Überschrift „Sprachlos gemacht“ zum Normalpreis
ist die schwächste Reaktion auf den Bitte schicken Sie YOU!Magazin an:
beschriebenen Sachverhalt. „Totale
Feigheit“ wäre angemessener für die So erreichen Sie uns: Name / Vorname Straße / Hausnummer

Kreuzabnahme-Geste eines evan- Katholische SonntagsZeitung


PLZ / Ort
gelischen Landesbischofs und eines bzw. Neue Bildpost
Vorsitzenden der Deutschen Bischofs- Postfach 11 19 20, 86044 Augsburg Bitte schicken Sie die Rechnung an:

konferenz, noch dazu an jenem reli- Telefax: 08 21 / 50 242 81 Name des Auftraggebers Straße / Hausnummer
gionsgeschichtlichen Ort, an dem Jesus E-Mail: redaktion@suv.de oder
selbst zur Geißel gegriffen hat. Was leser@bildpost.de PLZ / Ort E-Mail

IBAN BIC

Name des Geldinstituts

Leserbriefe sind keine Meinungsäußerungen der Redaktion. Die Redaktion be-  Zahlung per Bankeinzug  gegen Rechnung
hält sich das Recht auf Kürzungen vor. ✗
Leserbriefe müssen mit dem vollen Namen und der Adresse des Verfassers Datum Unterschrift

gekennzeichnet sein. Wir bitten um Verständnis, dass Leserbriefe unabhängig Bitte ausfüllen und einsenden an:
von ihrer Veröffentlichung nicht zurückgeschickt werden. Sankt Ulrich Verlag GmbH, Leserservice, Henisiusstraße 1, 86152 Augsburg,
Telefon 0821/50242-53, Telefax 0821/50242-80, E-Mail:info@youmagazin.com
10 LITURGIE 17./18. Juni 2017 / Nr. 24

Frohe Botschaft
Elfter Sonntag im Jahreskreis Lesejahr A

Erste Lesung Gerechten sterben; vielleicht wird den Herrn der Ernte, Arbeiter für
Ex 19,2–6a er jedoch für einen guten Menschen seine Ernte auszusenden.
sein Leben wagen. Gott aber hat sei- Dann rief er seine zwölf Jünger zu
In jenen Tagen kamen die Israeliten ne Liebe zu uns darin erwiesen, dass sich und gab ihnen die Vollmacht,
in die Wüste Sínai. Sie schlugen in Christus für uns gestorben ist, als die unreinen Geister auszutreiben
der Wüste das Lager auf. Dort lager- wir noch Sünder waren. und alle Krankheiten und Leiden zu
te Israel gegenüber dem Berg. Nachdem wir jetzt durch sein Blut heilen.
Mose stieg zu Gott hinauf. Da rief gerecht gemacht sind, werden wir Die Namen der zwölf Apostel sind:
ihm der Herr vom Berg her zu: Das durch ihn erst recht vor dem Ge- an erster Stelle Simon, genannt Pet-
sollst du dem Haus Jakob sagen und richt Gottes gerettet werden. rus, und sein Bruder Andreas, dann
den Israeliten verkünden: Ihr habt Da wir mit Gott versöhnt wurden Jakobus, der Sohn des Zebedäus,
gesehen, was ich den Ägyptern an- durch den Tod seines Sohnes, als wir und sein Bruder Johannes, Philíp-
getan habe, wie ich euch auf Adler- noch Gottes Feinde waren, werden pus und Bartholomäus, Thomas
flügeln getragen und hierher zu mir wir erst recht, nachdem wir versöhnt und Matthäus, der Zöllner, Jakobus,
gebracht habe. sind, gerettet werden durch sein Le- der Sohn des Alphäus, und Thad-
Jetzt aber, wenn ihr auf meine Stim- ben. däus, Simon Kananäus und Judas
me hört und meinen Bund haltet, Mehr noch, wir rühmen uns Got- Iskáriot, der ihn später verraten hat.
werdet ihr unter allen Völkern mein tes durch Jesus Christus, unseren Diese Zwölf sandte Jesus aus und ge-
besonderes Eigentum sein. Mir ge- Herrn, durch den wir jetzt schon die bot ihnen: Geht nicht zu den Hei-
hört die ganze Erde, ihr aber sollt Versöhnung empfangen haben. den, und betretet keine Stadt der
mir als ein Reich von Priestern und Samaríter, sondern geht zu den ver-
als ein heiliges Volk gehören. lorenen Schafen des Hauses Israel.
Geht und verkündet: Das Himmel-
Evangelium reich ist nahe. Heilt Kranke, weckt
Mt 9,36 – 10,8 Tote auf, macht Aussätzige rein,
Zweite Lesung treibt Dämonen aus!
Röm 5,6–11 In jener Zeit, als Jesus die vielen Umsonst habt ihr empfangen, um-
Menschen sah, hatte er Mitleid mit sonst sollt ihr geben.
Brüder und Schwestern! ihnen; denn sie waren müde und
Christus ist schon zu der Zeit, da erschöpft wie Schafe, die keinen Der thronende Christus lehrt die Apostel.
wir noch schwach und gottlos wa- Hirten haben. Da sagte er zu seinen Mosaik in der Basilika San Lorenzo Mag-
ren, für uns gestorben. Dabei wird Jüngern: Die Ernte ist groß, aber es giore, Mailand (4. Jahrhundert).
nur schwerlich jemand für einen gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also Foto: Giovanni Dall‘Orto/gem

Gedanken zum Sonntag

Die Ernte einholen


Zum Evangelium – von Gemeindereferentin Brigitte Wieder, Cabrini-Zentrum Abensberg-Offenstetten
Was ist eine terhin in die Kirche kommen; wenn sigkeit. Er will ihnen das Reich Gottes Ich darf dies ganz persönlich in
große Ernte? von der Bevölkerung großes Interesse sichtbar machen. Für Jesus geht es um meiner täglichen Arbeit mit Kindern,
Die Frage be- am kirchlichen Leben besteht. das Heil jedes Einzelnen. Jugendlichen und Erwachsenen mit
antwortet ein Was ist eine große Ernte? Jesus Und die Menschen spüren Jesu einer Behinderung erfahren. Hier
Landwirt ver- spricht im Zusammenhang mit Men- heilbringende Wirkung. Sie merken, erlebe ich Menschen, die sich von
mutlich so: schen, die „müde und erschöpft“ (Mt dass er die Kranken, die Ausgestoße- Herzen freuen, wenn wir ihnen zu-
Eine Ernte ist 9,36) sind, von einer großen Ernte nen, die innerlich Zerrissenen, die gewandt sind; die sich ansprechen
groß, wenn ein (vergleichen Sie Mt 9,37). Müde und Sünder nicht aussortiert und links lassen von religiösen Zeichen und
guter Ertrag Erschöpfte, das klingt nicht nach ei- liegen lässt. Im Gegenteil: Jesus geht liebevollen Gesten. Und ich weiß
herauskommt; ner Superernte. Brauchen wir nicht ganz bewusst auf sie zu, um ihnen aus der Arbeit meines Mannes als
wenn das, was Wache und Starke? Jesus denkt anders Hoffnung und Leben zu schenken. Krankenhausseelsorger, dass auch
ausgesät und angepflanzt wurde, rei- und erntet anders. Er will diejenigen Jesus zeigt ihnen, dass sie „erntens- Menschen mit einer körperlichen
che Frucht bringt. „ernten“, die seine – und somit die wert“ sind. oder psychischen Krankheit unsere
Was ist eine große Ernte? Die Fra- göttliche – Hilfe brauchen. Es geht Wenn wir als Kirche so manches christlich-hoffnungsvolle Zuwendung
ge ist für einen Pfarrer oder ein Pfarr- ihm nicht um eine eingebrachte Ern- Mal frustriert sind über rückgän- besonders ersehnen. Und da sind
gemeinderatsmitglied schon schwie- te der Vorzeige-Qualität 1A, sonst gige Zahlen und scheinbar kleiner dann noch die Menschen am Rand
riger zu beantworten: Eine große hätte er sich viel öfter mit Gelehrten werdende Ernten, dann können wir der Gesellschaft: Obdachlose, Ver-
Ernte ist es vielleicht, wenn am Sonn- und Reichen umgeben, sondern Jesus auf Jesus schauen: auf das, was ihm triebene, Menschen, die schuldig ge-
tag viele Gemeindemitglieder den „erntet“ die Menschen, indem er ih- wichtig war im Umgang mit den worden sind. Sie alle sind Ernte.
Gottesdienst mitfeiern; wenn von nen die frohe Botschaft von der Liebe Menschen. Dann sehen wir: Die gro- Also: Es gibt keinen Grund zu ha-
den Erstkommunionkindern nach Gottes bringt. Jesus will die Menschen ße Ernte ist Realität, auch in unserer dern. Es gibt genug zu tun: Holen
der Erstkommunion noch viele wei- herausholen aus ihrer Hoffnungslo- Welt heute. wir die Ernte ein – sie ist übergroß.
17./18. Juni 2017 / Nr. 24 LITURGIE 11

Gebet der Woche


Herr, ich bitte nicht um Wunder und Visionen, sondern um Kraft für den
Alltag. Mach mich erfinderisch, damit ich mich im täglichen Vielerlei
nicht verliere. Ich bitte dich um Zucht und Maß, dass ich nicht ziellos
durch das Leben rutsche, sondern auf Lichtblicke und Höhepunkte achte
und mir Zeit für Besinnung, Erholung und kulturelle Freude nehme.
Hilf mir, das Nächstliegende so gut wie möglich zu tun.
Schenke mir die nüchterne Erkenntnis, dass im Leben nicht alles glatt
gehen kann, dass Misserfolge und Rückschläge eine selbstverständliche
Zugabe zum Leben sind, durch die wir wachsen und reifen.
Schick mir bitte im rechten Augenblick jemand, der den Mut hat, mir die
Wahrheit in Liebe zu sagen. Mach aus mir einen Menschen, der einem
Schiff mit Tiefgang gleicht, um auch die zu erreichen, die „unten“ sind.
Bewahre mich vor der Angst, ich könnte das Leben versäumen.
Gib mir nicht das, was ich wünsche, sondern das, was ich brauche.
Herr, lehre mich die Kunst der kleinen Schritte. Amen.

Antoine de Saint-Exupéry

Glaube im Alltag

von Pater Cornelius Bohl

G
laube im Alltag“ heißt diese Klein-
Rubrik. Der Titel kann Inte- kram des
resse wecken: Glaube nicht in Zusam-
weltabgewandter Frömmigkeit oder menle-
im außergewöhnlichen Event. Kein bens nicht
Glaube für Fachleute und besonders zynisch werden, bei immer neuen
Fromme. Sondern eben Glauben im Widerständen im Engagement für
Alltag, im normalen Leben für nor- eine gute Sache nicht nachlassen, im
male Christen. Man kann diesen Ti- Älterwerden zwischen Gewohnheit
tel aber auch überflüssig finden: Wo, und Enttäuschung wachbleiben für
bitteschön, sollte denn mein Glaube den Anruf Gottes – in diesem Klein-
Woche der Kirche sich abspielen, wenn nicht in meinem klein zeigt sich die Größe eines Men-
Alltag? schen.
Schriftlesungen und liturgische Hinweise für die kommende Woche Die Heilige Schrift kennt durch- Wie gehe ich mit Enttäuschung
Psalterium: 3. Woche aus Gottesoffenbarungen an „heili- um, mit Schuld, Krankheit, Tod –
gen Orten“ und in außergewöhnli- diese großen Fragen stellen sich gera-
Sonntag – 18. Juni, und hl. Thomas Morus, Lordkanzler,
chen Situationen. So etwas hat bis de im Alltag. Und in diesem Alltag
11. Sonntag im Jahreskreis Märtyrer
heute seinen Reiz. Der Normalfall gedeihen große Tugenden: Treue,
Messe vom Sonntag, Gl, Cr, Prf So, Messe vom Tag (grün); Les: 2 Kor
aber ist das nicht. Elija muss lernen, Geduld, Hoffnung, Ehrlichkeit.
in den Hg I-III Einschub vom Sonn- 11,1-11, Ev: Mt 6,7-15; Messe vom
dass sich Gott nicht in spektakulären Glaube im Alltag ist nicht nur ein
tag, feierlicher Schlusssegen oder hl. Paulinus (weiß); Les und Ev vom
Erscheinungen zeigt, in Erdbeben Appell, sondern vor allem ein verlo-
Wettersegen (grün); 1. Les: Ex 19,2- Tag oder aus den AuswL; Messe von
und Sturm, sondern alltäglich in ei- ckendes Versprechen: Im Kleinen
6a, APs: Ps 100,1-3.4-5, 2. Les: Röm den Hll. John Fisher und Thomas
nem leichten Luftzug. Als Gott steckt ganz Großes! Das Normale
5,6-11, Ev: Mt 9,36-10,8 Morus (rot); Les und Ev vom Tag oder
Mensch wird, geschieht das in die- birgt das Besondere. Was vielen Men-
aus den AuswL
Montag – 19. Juni, sem Zimmermannssohn so alltäg- schen langweilig und flach erscheint,
hl. Romuald, Abt, Ordensgründer Freitag – 23. Juni, lich, dass es für viele Fromme zu ei- hat atemberaubende Tiefenschich-
Messe vom Tag (grün); Les: 2 Kor Heiligstes Herz Jesu nem Argument gegen ihn wird. Und ten. Von außen mag der Alltag grau
6,1-10, Ev: Mt 5,38-42; Messe vom Messe vom H, Gl, Cr, eig Prf, feierli- die Jünger werden im Alltag berufen, erscheinen – innen trägt er goldenen
hl. Romuald (weiß); Les und Ev vom cher Schlusssegen (weiß); Perikopen beim Fischfang und im Zollbüro. Glanz. In zerbrechlichen Gefäßen
Tag oder aus den AuswL (Messlektionar A/I 233-236): 1. Les: „Eine Krise kann jeder Idiot ha- steckt der Schatz Christi. Was vor-
Dienstag – 20. Juni
Dtn 7,6-11, APs: Ps 103,1-2.3-4.6- ben. Was uns zu schaffen macht, ist hersehbar und langweilig scheint,
Messe vom Tag (grün); Les: 2 Kor 8,1-
7.8 u. 10, 2. Les: 1 Joh 4,7-16, Ev: Mt der Alltag.“ Anton Tschechow hat wird plötzlich überraschend und
9, Ev: Mt 5,43-48
11,25-30 auch geistlich recht. Die große He- spannend.
Samstag – 24. Juni, rausforderung ist nicht das erste lei- Statt mich zu ermüden, macht der
Mittwoch – 21. Juni, denschaftliche Ja, sondern die Bereit- Alltag dann Lust, denn das Profane
Geburt des hl. Johannes des Täufers
hl. Aloisius Gonzaga, Ordensmann schaft, eine Beziehung ein Leben bekommt unerwartet eine sakramen-
Messe vom H: Am Tag: Gl, Cr, eig
Messe vom hl. Aloisius (weiß); Les: lang durchzutragen. tale Dimension: Ich muss Gott nicht
Prf, in den Hg I-III eig Einschub, fei-
2 Kor 9,6-11, Ev: Mt 6,1-6.16-18 oder Beruflich jenseits der 50 nicht ein- in meinen Alltag hineintragen – er ist
erlicher Schlusssegen (weiß); 1. Les:
aus den AuswL fach alles laufen lassen, Verantwor- schon da! Glaube im Alltag, das ist
Jes 49,1-6, APs: Ps 139,1-3.13-14.15-
Donnerstag – 22. Juni, 16, 2. Les: Apg 13,16.22-26, Ev: Lk tung für Kinder übernehmen, für die Erfahrung des müden Patriar-
hl. Paulinus, Bischof von Nola; hl. 1,57-66.80; Tag der Priesterweihe alte und kranke Eltern über Jahre da chen Jakob irgendwo am Wegrand:
John Fisher, Bischof von Rochester, (Fürbitten für die Neupriester) sein, in einer Gemeinde oder geistli- „Wirklich, der Herr ist an diesem
chen Gemeinschaft im nervigen Ort, und ich wusste es nicht.“
12 DIE SPIRITUELLE SEITE 17./18. Juni 2017 / Nr. 24

WORTE DER GLAUBENSZEUGEN: Glaubenszeuge der Woche


AUGUST FROEHLICH
August Froehlich

„Ich will geboren: 26. Januar 1891 in Königshütte (Ober-


schlesien)
gestorben: 22. Juni 1942 im KZ Dachau

lieber
Gedenktag: 22. Juni

1912 begann Froehlich das Theologiestudium in


Breslau, musste es aber nach Ausbruch des Ersten

sterben als
Weltkriegs unterbrechen, wurde als Soldat schwer
verwundet und kam in Kriegsgefangenschaft. Erst
1921 zum Priester geweiht, war er Kaplan in Berlin,
dann Pfarrer in Pommern und ab 1937 in Rathenow

sündigen“
in der Mark Brandenburg. Wegen seiner regimekri-
tischen Haltung wurde er 1941 verhaftet und vom
Potsdamer Gefängnis ins KZ Buchenwald überstellt.
Von dort gelangte er über das KZ Ravensbrück in den
Priesterblock des KZ Dachau, wo er schließlich der
unmenschlichen Behandlung zum Opfer fiel. red

Froehlich stellte den größten Teil seines Ich habe mindestens ebensoviel Mut, diese Mai 1941 verhaftet. In einem Brief aus dem
Einkommens und Erbes für Bedürftige zur Uniform und diesen Gruß zu zeigen, wie ich es Gefängnis schrieb er: „Drei Wochen habe
Verfügung, lehnte aber Spenden an das auch bei Ihnen voraussetze.“ ich ‚gesessen‘. Ich bin eigentlich nicht traurig
„Winterhilfswerk“ der NSDAP ab. Ebenso Und er fügte hinzu: „Diesen unseren Schrift- darüber. Als Soldat an der Front, im Kranken-
verweigerte er in Briefen den Hitlergruß und verkehr werde ich meiner Bischöflichen Behör- haus, in Gefangenschaft, im Konvikt, jetzt im
unterschrieb stets mit „Grüß Gott“. de zur Kenntnis geben, gleichzeitig anfragen, Gefängnis! Ich habe manches gelernt. Was habe
ob ich einen anderen Standpunkt einnehmen ich nun verbrochen? Ich habe der optischen

Z
ur Rede gestellt, schrieb er: „ ‚Grüß Gott‘ soll. Grüß Gott.“ Firma ... mitgeteilt, in deinem Betrieb werden
ist bei Christen und ,Gelobt sei Jesus Froehlich hielt für polnische Zwangsarbeiter die Polinnen misshandelt ... Als Priester habe
Christus‘ bei Katholiken ein alter deut- eigene Gottesdienste ab, weil ihnen verboten ich mich der leiblichen und seelischen Not aller
scher Gruß. Gott und Christus sollten im Drit- war, an deutschen Gottesdiensten teilzuneh- Mitmenschen nach Kräften anzunehmen. Das
ten Reich, das nach den Worten des Führers ein men. Dabei erfuhr er von der Misshandlung war mein Verbrechen.“
christliches ist, einen guten Klang haben ... Ich von Polinnen bei der ortsansässigen Optikfir- Aus dem Potsdamer Gefängnis schrieb er
habe auch ebenso meine Briefe an gleichwer- ma. Auf seine Proteste bei der Firma hin wurde an seinen Bischof Konrad Graf von Preysing:
tige und Ihnen vorgesetzte Behörden endigen er bei der Gestapo angezeigt. Er rechtfertigte „Ich freue mich, ein Märtyrer der Kirche und
lassen ... Seien Sie darum nicht gewissenhafter sich mit der Begründung: „Als Christ werde des Gebotes der Nächstenliebe zu sein, nur
als andere Behörden und Ihre Vorgesetzten und ich allen Gesetzen des Staates, gerechten wie schmerzt es mich unendlich, dass mein Vater-
polizeilicher als die Polizei. ... Laut Konkordat, ungerechten, den Gehorsam nicht versagen ... land der Richter sein muss. Priester verhaften,
das heißt auf das Wort des Führers hin, ist Nur unmoralischen Gesetzen werde ich mit weil sie das Gebot beachten: ,Du sollst Deinen
jedem Katholiken freie religiöse Betätigung zu- passivem Widerstand begegnen. Denn ich will Nächsten lieben wie Dich selbst‘, wird nie zur
gesagt. Ich bin darum stolz auf die Uniform des lieber sterben als sündigen.“ Ehre gereichen!“
Priesters und auf den katholischen Gruß, wie Nach weiteren Interventionen zugunsten Abt em. Emmeram Kränkl;
Sie es auch auf Ihre Uniform und Gruß sind. polnischer Zwangsarbeiter wurde er am 20. Fotos: Deutsches Martyrologium, oh

August Froehlich finde ich gut …

„ ... weil er den Mut hatte, sich der


Zitat von August Froehlich

Froehlich schrieb 1938 an die Gestapo Potsdam: „Meine Predigt, wurde


damaligen Mehrheitsmeinung, der mir bei der Vernehmung gesagt, sei komisch. Ich bemühe mich immer,
Nazi-Ideologie, entgegenzustellen, bei meinen Predigten nicht alte Klischees vorzutragen, sondern glut- und
unter anderem den Hitlergruß mit blutvoll zu sprechen. Dadurch kann man auf Andersgläubige oder beson-
‚Grüß Gott!‘ zu beantworten und den ders ,Gottgläubige‘ komisch wirken. Darüber beklagt sich schon der hl.
polnischen Zwangsarbeitern unter Paulus, wenn er sagt: Wir predigen Christus, den Gekreuzigten, den Juden
großem persönlichen Risiko seelsor- ein Ärgernis, den Heiden eine Torheit, uns höchste Wahrheit ... Bei meiner
gerisch beizustehen. Vernehmung wurde die Parallele [zwischen einer Sammlung einer NS-Or-
Getragen von einem tiefen Gottver- ganisation und dem Besuch des Gottesdienstes] beanstandet. Das Vaterland
trauen und großer Liebe zu Christus sei etwas Konkretes, Gott ein Abstraktes. Für uns nicht. Für uns ist Gott das
trug er lieber die Konsequenzen sei- Konkreteste, das Wesen, das alle anderen erschaffen hat. Er ist für uns nicht
nes Tuns mit Lagerhaft und schließlich der alte Mann mit dem langen Bart, der mit freundlich lieben Augen und
dem Tod, als seinen Glauben und goldenem Zepter die Sterne schiebt. Für uns ist Gott ein Geist, der Verstand
Jesus Christus zu verleugnen.“ und freien Willen, aber keinen Körper hat, der sich in seinen drei Perso-
nen greifbar offenbart hat; so in Christus, der ein Mensch, also etwas ganz
Vikar Markus Hartung, Konkretes war und ist. Er ist gleichzeitig ebenso Gott, Er ist der Gottmensch,
Pfarrei Sankt Georg in Rathenow, kein Abstraktum, sondern ein Konkretum. Wenn Er befiehlt, dann haben
der früheren Wirkungsstätte August wir zu hören und zu gehorchen.“
Froehlichs
17./18. Juni 2017 / Nr. 24 UNSER BISTUM I
Redaktion: 0941/5 86 76-0 Königsstraße 2, 93047 Regensburg
Anzeigen: 0941/5 86 76-30 sonntagszeitung-regensburg@suv.de
Vertrieb: 0821/5 02 42-13 Fax: 0941/5 86 76-66

R E G E N S B U R G E R B I S T U M S B L AT T
Bischof Rudolf erneuert Caritasdirektor erstmals Förderung für Menschen
Sportabzeichen beim Sonnenzug dabei mit Behinderung
Bischof Rudolf Voderholzer hat im Schwandorfer Diözesan-Caritasdirektor Michael Weißmann ist Bei der Vorstellung der Oberpfälzer Förderprojek-
Sepp-Simon-Stadion mit Armin Wolf, Sportchef zum ersten Mal beim „Sonnenzug“ dabei. Im In- te 2017 in Waldmünchen waren sich die beteilig-
vom Funkhaus Regensburg, sein silbernes Sport- terview mit der „Katholischen SonntagsZeitung/ ten Einrichtungen und die politischen Vertreter
abzeichen erneuert. Bischof Rudolf wählte dazu Regensburger Bistumsblatt“ sprach er über diese einig, dass sich die Menschen mit Behinderung in
die Disziplinen Schleuderball, Medizinball, Sprint- seit 45 Jahren bestehende Einrichtung des Cari- der Oberpfalz auf erhebliche Verbesserungen freu-
schwimmen und Ausdauerschwimmen. Seite II tasverbandes Regensburg. Seite VI en können. Seite IV

„Besonderen Glanz“ verliehen


Erzbischof em. Francis Kallarackal aus Indien feiert Festgottesdienst auf Eichlberg
EICHLBERG (mb/md) – Schon
viele hochrangige Geistliche waren
Hauptzelebranten beim Festgot-
tesdienst anlässlich des Hochfestes
zum Hauptfest der Bruderschaft
„Zur Heiligsten Dreifaltigkeit“
auf dem Eichlberg. Aber ein Erzbi-
schof – und aus dem fernen Indien
– war noch nicht bei der größten
Wallfahrt im westlichen Landkreis
Regensburg. Einen mehrtägigen
Besuch in den Ordensniederlas-
sungen der Unbeschuhten Karme-
liten im deutschsprachigen Raum
nutzte der emeritierte Erzbischof
von Verapoly (Bundesstaat Kerala),
Francis Kallarackal, auch zur Visite
auf dem Eichlberg.

Strahlender Sonnenschein sorgte Beim Dreifaltigkeitshochfest auf dem Eichlberg (von links): Benefiziat Sebastian Vazhapilly (Breitenbrunn), Diakon Georg Kohnen
dafür, dass sich – inklusive der Mari- aus Neuss (frühere Wirkungsstätte von Pater Jose Peter), Regionaldekan Johannes Hofmann (Neustadt/Donau), Erzbischof Francis
enfeier am Vorabend – Wallfahrer aus Kallarackal, Albert Eichenseher (Maierhofen), Pfarrer Jacek Machura (Breitenbrunn), Maria Schießl, Prior Pater Francis Lawrance OCD,
20 Orten zu Fuß aufmachten und Annemarie Dietrich und Franz Wendl. Fotos: M. Bauer
auf den Eichlberg pilgerten: nicht
nur aus den Nachbarorten, sondern besucher. „Es ist mir eine große Ehre sprach er aus für die wunderbare Na- Dreifaltigkeit weniger Worte, son-
auch aus weiter entfernten Ortschaf- und Freude, bei Ihnen sein zu dür- tur, die gute Luft, den fruchtbaren dern vielmehr ein stilles Verweilen,
ten wie Beilngries, Velburg oder fen und gemeinsam mit Ihnen die Boden und das schöne Gotteshaus. anbetendes Nähern und Schweigen
Duggendorf. Weit über 1500 Pilger heilige Messe am Fest der Heiligsten Wie sein indisches Bundesland sei angebracht seien.
kamen in den 20 Wallfahrergruppen, Dreifaltigkeit zu feiern.“ Sein Dank diese Region ein „glückliches Land“. Er sei glücklich, so der Erzbi-
ein Vielfaches dazu per Fahrrad und galt Pater Jose für die Einladung, Lob Das Hochfest der Dreifaltigkeit schof in seinen Schlussworten, „so
Auto zum liturgischen Angebot oder fasse, so der Erzbischof, die Feste viele Leute zu sehen, die den Berg
auch, um Bekannte zu treffen. Weihnachten (Gott Vater sendet erklommen haben und eine Stunde
Auf den Besuch von Erzbischof seinen Sohn), Ostern (Gott Sohn mit Gebet verbrachten“. Zusammen
Kallarackal wies auch der Ortsseel- besiegt den Tod) und Pfingsten mit Pater Jose Peter zeichnete er An-
sorger Pater Jose Peter in seiner Be- (Sendung des Heiligen Geistes) nemarie Dietrich (Duggendorf ),
grüßung beim Festgottesdienst hin. zusammen. Die Tatsache, dass alle Maria Schießl und Franz Wendl
„Ihre Anwesenheit ist uns eine gro- Christen auf den dreifaltigen Gott (beide Neuhof ) für jeweils 15 Wall-
ße Ehre, sie ist etwas Besonderes, getauft sind, zeuge von dessen Wir- fahrten aus. Albert Eichenseher aus
ein geistiger Besuch, und gibt dem ken in und für uns Menschen. Maierhofen erhielt eine Urkunde für
Fest einen besonderen Glanz“, führ- Die Predigt überließ der Erzbi- 20-malige Pilgerführerschaft.
te Pater Jose aus. Er hieß außerdem schof dem Prior der Unbeschuhten Am Nachmittag segnete der Erz-
Bürgermeister Hans Pollinger sowie Karmeliten auf dem Kreuzberg in bischof bei einer Andacht die Kin-
die Mitglieder der Bruderschaft will- Schwandorf, Pater Francis Lawrance der. Die musikalische Gestaltung
kommen und erinnerte an die ver- OCD. Dieser Niederlassung gehört des Festgottesdienstes oblag der
storbenen Bruderschaftsmitglieder. Erzbischof Francis Kallarackal und auch Pater Jose an. Pater Francis Stadtkapelle Hemau unter der Lei-
In gutem Deutsch begrüßte Erz- Pater Josef Peter (von links) beim Fest- machte deutlich, dass zum Ver- tung von Stadtkapellmeister Johan-
bischof Kallarackal die Gottesdienst- gottesdienst auf dem Eichlberg. stehen Gottes und der göttlichen nes Mittermaier.
II UNSER BISTUM 17./18. Juni 2017 / Nr. 24

50 Jahre Pfarrkirche St. Josef


Festgottesdienst zum Jubiläum mit Bischof Rudolf Voderholzer
NEUNBURG VORM WALD zer trug dabei das neue Jubiläums-
(pdr/md) – „Ein Haus voll Glorie Messgewand, das dank großzügiger
schauet weit über alle Land‘, aus Spenden für diesen Tag angeschafft
ew’gem Stein erbauet von Gottes werden konnte.
Meisterhand“, klang es am Drei- Pfarrer Wagner begrüßte den Bi-
faltigkeitssonntag in der Pfarrkir- schof, der zum ersten Mal in Neun-
che St. Josef in Neunburg vorm burg die Eucharistie feierte, mit
Wald aus vielen hundert Kehlen. herzlichen Worten: „Wir freuen uns,
Im Lied zum Einzug klang schon dass Sie gekommen sind, sich Zeit
an, was der Anlass des Festgottes- nehmen und mit uns gemeinsam
dienstes war: Die Pfarrgemeinde Gottesdienst feiern werden.“
konnte gemeinsam mit Bischof „Ich bin gerne gekommen, um
Rudolf Voderholzer den 50. Jah- mit Euch allen dieses Jubiläum, das
restag der Erweiterung und der eingebettet ist in die Feierlichkei-
Neuweihe der Pfarrkirche feiern. ten zum 1000-jährigen Bestehen
Neunburgs, zu begehen“, wandte Bischof Rudolf Voderholzer zieht mit (vorne, von rechts) Stadtpfarrer Stefan Wagner
Zuvor war Bischof Rudolf Voder- sich der Bischof an die Gläubigen und Pfarrvikar Benny Joseph in die Pfarrkirche ein. Foto: pdr
holzer von den Kindergartenkindern in der vollbesetzten Kirche. „Dieses
willkommen geheißen und mit ei- Gotteshaus ist nicht nur aus Ziegeln von Reinigungskräften bis zum Kir- unter der Leitung von Kirchenmu-
nem langen Kirchenzug, der von gebaut, sondern aus lebendigen Stei- chenchor, vom Mesner bis zu den sikerin Sonja Steinkirchner.
den Vereinen, Fahnenabordnungen nen, aus Menschen, die den Glauben Geistlichen. Ganz besonders dankte Beim anschließenden Pfarrfest er-
und vielen Gläubigen gebildet und leben und die Fackel des Glaubens er auch den „ersten Missionaren“, gab sich auch die Gelegenheit, mit
von der Stadtkapelle Neunburg mu- weitergeben“, betonte der Bischof. nämlich den Eltern und Großeltern, dem „Herrn Bischof“ ins Gespräch
sikalisch begleitet wurde, zur Kirche Und es gebe viele Menschen, die „die den Kindern das erste Gebet zu kommen, was von den Gläubigen
geleitet worden. diese Fackel weiterreichten. „Dazu lehren und mit ihrem Beispiel Halt gerne angenommen wurde. Auch die
Dort zelebrierte der Bischof zu- gehören auch alle, die irgendeinen und Orientierung geben“. Kinder kamen mit einem eigenen
sammen mit Stadtpfarrer Stefan Dienst in der Pfarrei leisten“, sagte Eine besondere Note erhielt der Kinderprogramm zu ihrem Recht.
Wagner und Pfarrvikar Benny Jo- der Bischof und spannte einen wei- Festgottesdienst durch die hervor- Sie fanden sich auch am Nachmittag
seph Kochumundammalayil den ten Bogen: von den 110 Minis-tran- ragende musikalische Gestaltung in großer Zahl zur Kindersegnung
Festgottesdienst. Bischof Voderhol- ten bis zu den kirchlichen Gremien, durch Kirchenchor und Orchester, durch den Bischof ein.

Sonntag, 18. Juni Deutschen Frauenbund (KDFB) mit


10 Uhr: Regensburg – St. Emmeram: anschließender Begegnung im Pfarr-
Pontifikalamt zur Eröffnung der Wolf- garten.
gangswoche mit Erhebung des Wolf-
gangsschreins und anschließender Donnerstag, 22. Juni
Begegnung im Pfarrgarten. 10 Uhr: Regensburg – St. Emmeram:
Pontifikalamt mit den Mitarbeiterin-
Montag, 19. Juni nen und Mitarbeitern des Bischöfli-
9.30 Uhr: Regensburg – St. Emmeram: chen Ordinariats und des Diözesan-
Pontifikalamt mit den Priestern und zentrums Obermünster.
Diakonen und Teilnahme an der Jah-
reshauptversammlung des Klerusver- Freitag, 23. Juni
bandes. 19 Uhr: Regensburg – St. Emmeram:
Pontifikalamt mit der Katholischen Ar-
Dienstag, 20. Juni beitnehmerbewegung (KAB) und aus-
10 Uhr: Regensburg – St. Emmeram: ländischen Mitbürgern mit anschlie-
Pontifikalamt mit der Gebetsgemein- ßender Begegnung im Pfarrgarten.
schaft für Berufe der Kirche mit an-
schließender Begegnung im Kolping- Samstag, 24. Juni

Bischof erneuert Sportabzeichen haus. 8.30 Uhr: Regensburg – Dom: Pontifi-


kalamt mit Erteilung der Priesterweihe.
SCHWANDORF (pdr/md) – Bischof Rudolf Voderholzer hat sein silbernes Mittwoch, 21. Juni
Sportabzeichen erneuert: Hierzu traf er sich mit Armin Wolf, Sportchef vom 11 Uhr: Regensburg – Bischöfliches Sonntag, 25. Juni
Funkhaus Regensburg, im Schwandorfer Sepp-Simon-Stadion. Zusammen Ordinariat: Begegnung mit Bischof Pastoralbesuch in der
mit dem Schwandorfer Oberbürgermeister Andreas Feller, der sich über die George Rajendran SDB (Diözese Pfarrei Kösching-Mariä
frisch begründete Sportkameradschaft mit dem Bischof freute, und dem Thuckalay/ Indien). Himmelfahrt zum
Ersten Vorsitzenden des Stadtverbandes für Sport in Schwandorf, Thomas 13.30 Uhr: Regensburg – St. Kassian: Abschluss der Kir-
Fink, legten die beiden in frühen Abendstunden das Sportabzeichen ab. Führung für den Weihekurs 1968 der chenrenovierung:
Bischof Rudolf wählte die Disziplinen Schleuderball, Medizinball, Sprint- Erzdiözese München-Freising. 10 Uhr: Pfarrkir-
Schwimmen und Ausdauerschwimmen. Die Brauerei „Bischofshof“ spen- 19 Uhr: Regensburg – St. Emmeram: che: Pontifikal-
dete zu diesem Anlass 1000 Euro für den Erfolg des Sportjournalisten und Pontifikalamt mit dem Katholischen amt.
des Bischofs. Bischof Rudolf entschied, seine Hälfte der Flüchtlingsinitiative
CampusAsyl e. V. zukommen zu lassen. Armin Wolf wählte die Initiative
Spielstube Schwandorf vom Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) aus. Das
Bild zeigt Bischof Rudolf Voderholzer beim Schleuderball. Foto: pdr
Dem Bischof begegnen
17./18. Juni 2017 / Nr. 24 UNSER BISTUM III

Neu: Galerie St. Klara der KJf


bei einer Vernissage oder bei Veran-
staltungen sowie in der Internet-Ga-
lerie unter www.galerie-st-klara.de zu
sehen. Jedes Werk ist mit einer Iden-
Werkschau von Wolfgang Bauer im Kloster-Refektorium und in Online-Galerie tifikationsnummer versehen, damit
es käuflich erworben werden kann.
REGENSBURG (ca/md) – „Die Zur Eröffnung der Galerie St. Kla-
Galerie St. Klara schließt eine Lü- ra stellte KJF-Direktor Michael Eibl
cke im Kunstmarkt, denn sie bietet einen Künstler vor, dessen Werdegang
Künstlerinnen und Künstlern eine er bereits seit einigen Jahren verfolgt.
Galerievertretung, gerade dann, Es ist der 18-jährige Wolfgang Bauer,
wenn sie noch nicht entdeckt sind der im Kunstatelier des Pater-Rupert-
und es ihnen an Bekanntheit und Mayer-Zentrums in Regensburg
finanziellen Mitteln fehlt“, erklärte künstlerisch arbeitet. Der junge Wei-
KJF-Direktor Michael Eibl bei der dener hat bereits erfolgreich an zahl-
Eröffnung der Galerie St. Klara. reichen Ausstellungen teilgenommen,
darunter bei „Wir beeinDrucken“,
Das ehemalige Kloster St. Klara veranstaltet von den Kulturformen
in Regensburg, dessen Eigentümer Hartheim/Linz, oder bei der Ersten
die Katholische Jugendfürsorge Regensburger Kunstmesse.
(KJF) seit 2015 ist, steht mit seinen „Ich bin mir sicher, dass wir von
Wohnangeboten und dem Mitein- Wolfgang Bauer künstlerisch noch
ander unterschiedlicher sozialer Ein- viel zu sehen bekommen werden“,
richtungen für Inklusion – und nun sagte Michael Eibl. Sein besonderer
auch, mit einem besonderen Raum, Bei der Vernissage zur Ausstellung „In Bewegung“ bei der Eröffnung der Galerie Dank galt Renate Höning, Künstlerin
für inklusive Kunst. St. Klara (von links): Atelierleiterin „Kunst inklusiv“ Renate Höning, Künstler Wolfgang und Leiterin des Ateliers „Kunst in-
Beheimatet ist die Galerie St. Bauer und KJF-Direktor Michael Eibl. Foto: Allgeyer klusiv“ der KJF im Andreasstadel. Sie
Klara im Refektorium des ehemali- begleitet und betreut die Ausstellung
gen Klarissenklosters in der Kapu- Auf dem Kunstmarkt spielen Ga- sische Kunst steht sie Künstlerinnen von Wolfgang Bauer in der Galerie
zinergasse 11 in Regensburg. Dieser lerien eine wichtige Rolle: Sie bie- und Künstlern aus Ostbayern zur St. Klara einfühlsam und mit großem
besondere Raum ist jetzt ein Ort ten Kunstschaffenden über Ausstel- Verfügung. Angesprochen sind ins- künstlerischem Sachverstand.
der Kunst, der Fantasie und Inspi- lungen eine größere Öffentlichkeit, besondere auch Kunstschaffende, die „In Bewegung“ – die Ausstellung
ration. Eine Online-Galerie ist das Präsenz und Vermarktungsmöglich- im Atelier einer sozialen Einrichtung von Wolfgang Bauer in der Galerie
Herzstück der Ausstellungen in St. keiten. Die Galerie St. Klara der Ka- ihre Künstlerpersönlichkeit entwi- St. Klara – präsentiert 17 Werke,
Klara, denn das Refektorium ist nur tholischen Jugendfürsorge der Diö- ckeln und festigen oder die in inklu- darunter Tape-Art-Arbeiten (Klebe-
zur Vernissage, bei Veranstaltungen zese Regensburg will hier eine Lücke siven Projekten zusammenarbeiten. bandtechnik) und Kaltnadelradie-
während des Ausstellungszeitraumes schließen helfen und Talente entde- Pro Jahr sind vier Ausstellungen rungen. Die Ausstellung wird ge-
und nach Vereinbarung zugänglich. cken. Als offener Raum für zeitgenös- geplant. Die Arbeiten sind vor Ort zeigt bis Montag, 31. Juli.

Patenbitten der Landjugend Ausstellung schlägt Brücken


PITTERSBERG/HASELBACH (mg/md) – Die Katholische Landjugend PŘIBRAM (mn/sm) – Die anlässlich des 99. Katholikentages 2014 in Regens-
von Pittersberg hat für ihr Fest anlässlich des 35-jährigen Bestehens nach „har- burg konzipierte Wander-Ausstellung „Von der Moldau an die Donau. Der
ter Arbeit“ einen tollen Paten gefunden. Es ist die Landjugend aus dem Nach- tschechisch-ostbayerische Jakobsweg“ ist bis 30. September im Bergbaumu-
barort Haselbach, die allerdings den Pittersbergern bei der offiziellen Bitte für seum im tschechischen Březové Hory (deutsch: Birkenberg), einem Stadtteil
die Übernahme der Patenschaft das Leben ganz schön schwer machte. Etliche der zwischen Pilsen und Prag gelegenen Stadt Přibram (deutsch: Freiberg), zu
schwierige Aufgaben waren durch die Pittersberger Jugend zu lösen, die Ha- sehen. In Anwesenheit von Museumsdirektor Josef Velfl und der Historikerin
selbacher Gruppe unter der Führung von Natalie Meier und Michael Schwab Lenka Blažkova hielt Pastoralreferent Michael Neuberger die Eröffnungsrede
war dabei ganz schön einfallsreich. Nach der umfangreichen und „demüti- und lud die interessierten Besucher ein zu den deutsch-tschechischen Jako-
gen“ Anfrage der Pittersberger Freunde unter der Leitung des Vorstandsduos bustagen vom 21. bis zum 23. Juli. Unter der Schirmherrschaft der Bischö-
Stefan Legl und Christof Scharf ließ sich aber die Haselbacher Jugend nicht fe Rudolf Voderholzer und Tomáš Holub hoffe man, mit möglichst vielen
lange „lumpen“ und erhörte nach gut erledigten Aufgaben die Bitte der Gäs- Tschechen auf dem Jakobsweg von der tschechischen Stadt Klatovy (deutsch:
te. Das Bild zeigt die Landjugend von Pittersberg am Ausgang der Kirche in Klattau) über die Grenze ins bayerische Eschlkam zu pilgern. Das Bild zeigt
Haselbach. Mit dabei Schirmherr und Erster Bürgermeister Josef Gilch (links bei der Ausstellungseröffnung (von links): Lenka Blažkova, Michael Neuber-
stehend) und (rechts) Zweiter Bürgermeister Michael Götz. Foto: privat ger, Jana Šimková (Dolmetscherin) und Josef Velfl. Foto: privat
IV UNSER BISTUM 17./18. Juni 2017 / Nr. 24

tig, für diese Menschen Beschäfti-


gungs- und auch Wohnmöglichkei-
ten zu schaffen. Besonderen Wert
lege man auf die Dezentralisierung
von Wohn- und Arbeitsplätzen für
behinderte Menschen. „Die Men-
schen mit Behinderung sollen mög-
lichst heimatnah betreut werden“,
gab Löffler aus. Hier sei man in der
Oberpfalz auf einem guten Weg.
Wie sehr sich die Lebenshilfe Re-
gensburg seit Jahren um Wohnraum
für Menschen mit Behinderung
in der Bezirkshauptstadt bemüht,
erläuterte Geschäftsführer Johann
Halbritter: „Mit dem ehemaligen
Nibelungenareal haben wir einen
passenden Platz gefunden, und wir
wachsen nun gemeinsam mit dem
Bei der Vorstellung der Förderprojekte (von links): Waldmünchens Bürgermeister Markus Ackermann, Michael Eibl (KJF; vorn), dort entstehenden neuen Wohn-
Alfred Stadler (Barmherzige Brüder Reichenbach; hinten), Bezirkstagspräsident Franz Löffler, Hans Horn (KJF Werkstätten gGmbH), viertel.“ In der Wohnstätte soll ein
Sozialministerin Emilia Müller, Josef Fick (KJF-Stiftlandwerkstätten), Frater Erhard Hillebrand (Barmherzige Brüder Reichenbach), Begegnungszentrum entstehen, das
Roland Böck (Barmherzige Brüder Reichenbach), Ursula Geier (Lebenshilfe Regensburg e. V.), Johann Halbritter (Lebenshilfe Re- Kontakte zwischen Menschen mit
gensburg e. V.) und Dr. Benedikt Schreiner (Bezirk Oberpfalz). Foto: Hirmer, Bezirk Oberpfalz und ohne Behinderung ermöglicht.
Michael Eibl, Direktor der Ka-
tholischen Jugendfürsorge (KJF)

Erhebliche Verbesserungen der Diözese Regensburg, freute sich


über das „klare Signal an Menschen
mit Schwerst- und Mehrfachbehin-
derungen“. Die Förderstätte der KJF
Oberpfälzer Förderprojekte 2017 für Menschen mit Behinderung in Mitterteich ist mit fast 50 Prozent
überbelegt, die zusätzlichen 18 Plät-
WALDMÜNCHEN (mh/md) – nisteriums für Arbeit und Soziales, tholischen Jugendfürsorge in Mit- ze werden dringend benötigt. Eibl
Die Vertreter der Barmherzigen Familie und Integration geschafft terteich (Kreis Tirschenreuth) um hob das stets „gute Miteinander“
Brüder Reichenbach, der Katholi- und erhalten somit die nötigen Fi- zusätzliche 18 Plätze, der Neubau mit dem Sozialministerium und
schen Jugendfürsorge der Diözese nanzmittel für ihre Neu- und Er- von 24 Wohnplätzen für Menschen dem Bezirk Oberpfalz hervor.
Regensburg (KJF) und der Le- weiterungsbauten. Das Ministerium mit Behinderung, die die Lebenshilfe Roland Böck, Geschäftsführer
benshilfe Regensburg e. V. waren investiert insgesamt 7,2 Millionen Regensburg auf dem ehemaligen Ni- der Barmherzigen Brüder, sieht im
sich mit Bayerns Sozialministerin Euro in die drei Projekte, der Bezirk belungenareal in Regensburg plant, neuen Wohnheim für Förderstät-
Emilia Müller und Bezirkstagsprä- Oberpfalz fördert sie mit über einer sowie der Bau von 24 Wohnplätzen tengänger in Waldmünchen „genau
sident Franz Löffler bei der Vorstel- Million Euro. „Ich bin überzeugt, in unmittelbarer Nachbarschaft der das, was perfekt passt“. Es bietet
lung der Oberpfälzer Förderpro- dass heute ein guter Tag für Men- Förderstätte in Waldmünchen der nach seiner Fertigstellung insgesamt
jekte 2017 in Waldmünchen einig: schen mit Behinderung in der Ober- Barmherzigen Brüder Reichenbach. 24 Wohnplätze für schwerbehinder-
Die Menschen mit Behinderung in pfalz ist. Wir kümmern uns um die Bezirkstagspräsident Franz Löff- te Menschen und für Menschen mit
der Oberpfalz können sich auf er- Menschen, die nicht auf der Sonnen- ler verwies auf stetig steigende Fall- Autismusspektrumsstörungen.
hebliche Verbesserungen freuen. seite des Lebens stehen“, erläuterte zahlen in der Eingliederungshilfe: Und für Waldmünchens Bürger-
Ministerin Müller bei der Vorstel- „Waren es 2008 insgesamt 7617 meister Markus Ackermann ist das
Drei Oberpfälzer Projekte von lung der drei Oberpfälzer Projekte in Menschen mit Behinderung, die zukünftige Wohnheim „ein weiterer
Behinderteneinrichtungen haben es Waldmünchen (Kreis Cham). Leistungen des Bezirks erhielten, Mosaikstein für das soziale Profil
in das diesjährige Jahresförderpro- Konkret gefördert werden die Er- so waren es 2016 schon 9233“, unserer Stadt: Hier wird Inklusion
gramm des Bayerischen Staatsmi- weiterung der Förderstätte der Ka- verdeutlichte Löffler. Es sei wich- gelebt“.

Kollekte für Hospizdienst


Über 1000 Gläubige bei Gottesdienst im Festzelt

NIEDERAICHBACH (hh/md) – eine Abordnung aus der Partnerge-


Über 1000 Gläubige waren kürz- meinde Niederbobritzsch mit Bürger-
lich dem Ruf der Kirche zu einem meister Volker Haupt an der Spitze,
Sonntagsgottesdienst der besonde- die lokale Politprominenz sowie zahl-
ren Art gefolgt, der im Festzelt des reiche Vereinsabordnungen begrüßen.
Aichbachtaler Volksfestes stattfand. Für die Kollekte war ein ganz be-
sonderer Empfänger des gesammelten
Zu diesem schon zur Tradition ge- Geldes auserkoren worden. Nachdem
wordenen Gottesdienst zum letzten Pfarrer Höllmüller den Kinder- und
Volksfesttag, den Pfarrer Hermann Jugendhospizdienst als Begünstigten
Höllmüller zusammen mit Pfarrvi- vorgestellt hatte, ließen es sich die
kar Arul Antonysamy zelebrierte und Gottesdienstbesucher nicht nehmen,
den die „PfundsKerle“ aus Tirol unter die Klingelbeutel reichlich zu befüllen.
dem Motto „An Gottes Segen ist alles Und so kamen am Ende über 1700
gelegen“ mit ihren passenden Liedern Euro zusammen, die demnächst an
musikalisch begleiteten, konnte der die Hilfsorganisation übergeben wer- Pfarrer Hermann Höllmüller (rechts) feierte mit vielen Gläubigen den zur Tradition
Geistliche neben den Besuchern auch den sollen. gewordenen Sonntagsgottesdienst im Festzelt. Foto: privat
17./18. Juni 2017 / Nr. 24 UNSER BISTUM V

Über 24 000 Euro erzielt Im Bistum unterwegs


Sehr erfolgreiche „Solibrot“-Aktion des KDFB
REGENSBURG (ma/md) – Der me an der Aktion ein wichtiges
Gotteshaus und Schloss
Katholische Deutsche Frauenbund Anliegen: „In einer Welt, in der Ent- Die katholische Kirche St. Ägidius in Aham
(KDFB), Diözesanverband Regens- fernungen immer kleiner werden
burg, hat symbolisch einen Scheck und unser Verhalten immer größere Die Ortschaft Aham liegt im Kreis
von 24 355,39 Euro an Misereor globale Auswirkungen hat, möchten Landshut. Hier befinden sich zwei
überreicht. Die Spendengelder wur- wir symbolisch Brot teilen mit Men- bemerkenswerte Bauten: die katho-
den im Rahmen der Fastenaktion schen, denen es nicht so gut geht“. lische Kirche St. Ägidius sowie das
„Solibrot“ durch die Ortsgruppen Monsignore Pirmin Spiegel, ehemalige Schloss. Bei der Kirche
des KDFB in Zusammenarbeit mit Hauptgeschäftsführer von Misereor, handelt es sich um einen spätgoti-
vielen örtlichen Bäckereien gesam- weiß den engagierten Einsatz der schen Bau aus dem 15. Jahrhundert.
melt. Der Erlös kommt nun Pro- vielen Beteiligten zu schätzen: „Wir Später erfolgten eine neugotische
jekten in Timor-Leste zugute, um sind stolz darauf, dass wir den KDFB Umgestaltung sowie eine Erweite-
Frauen mit Gewalterfahrungen ein zuverlässig dort an unserer Seite wis- rung um zwei Joche nach Westen.
besseres, sichereres und eigenstän- sen, wo Mädchen und Frauen unsere Der Turm, der an der Nordseite des
diges Leben zu ermöglichen. Unterstützung dringend benötigen.“ Chores steht, trägt einen barocken
Er bedankte sich bei allen Beteiligten, Achteckaufsatz und einen Spitzhelm
„Solibrot – schmeckt gut und tut Spenderinnen und Spendern. des 19. Jahrhunderts. Über den In-
gut!“ – unter diesem Motto arbeitet Der Erlös kommt nun Frauen nenraum der Kirche erstreckt sich
der Katholische Deutsche Frauen- in Timor-Leste, einem Inselstaat in ein erneuertes Netzgewölbe mit
bund (KDFB) inzwischen seit fünf Ostasien, zugute. Frauen haben in Rippen. Die Einrichtung von St.
Jahren erfolgreich mit dem Bischöf- der traditionellen Gesellschaft Ti- Ägidius ist neugotisch. Im Chor fin-
lichen Hilfswerk Misereor zusam- mor-Lestes einen sehr geringen So- den sich zwölf Leuchter mit Statuet-
men. In diesem Jahr unterstützte der zialstatus. Sie sind in vielen Lebens- ten der Apostel. Diese sind auf die
KDFB-Diözesanverband Regensburg bereichen benachteiligt und werden zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts Die Kirche St. Ägidius in Aham ist ein
die Aktion mit Hilfe von über 100 sehr häufig Opfer von Gewalt: datiert. In dem Gotteshaus gibt es spätgotischer Bau aus dem 15. Jahrhun-
KDFB-Ortsgruppen sowie zahlrei- Häusliche, gegen Frauen gerichtete eine Reihe von Grabdenkmälern: dert, der bei einer späteren Erweiterung
chen kleinen und großen Bäckereien Gewalt ist weit verbreitet und wird so etwa im Kirchenschiff Wappen- neugotisch umgestaltet wurde.
bistumsweit. Von Aschermittwoch von der Gesellschaft toleriert. Dabei steine des Ferdinand von Maxlrain Foto: Mohr
bis Ostern wurde dazu vielerorts ein sind gerade Frauen häufig der Motor (gestorben 1617) sowie der Maria
sogenanntes Solidaritätsbrot, kurz eines notwendigen gesellschaftlichen von Laiming (gestorben 1604). Im
Solibrot, mit einem kleinen Benefiz- Wandels in Timor-Leste. Misereor Turmuntergeschoss stehen die Grab-
Anteil zum Verkauf angeboten. fördert Projekte, die die Frauen darin steine der Kinder Wolf Karl, Karl
Wo sich keine örtliche Bäckerei unterstützen und befähigen, ihre Hans, Georg, Maria und Regina von
zur Kooperation fand, haben die Rechte gegenüber der Gesellschaft Aham aus dem 16. Jahrhundert. Die
Frauen einfach selbst Brot gebacken, einzufordern und durchzusetzen. fünf Kinder sind um das Familien- Aham
Osterlämmer gestaltet oder andere Die Spendenbeiträge werden bei- wappen versammelt. Das ehemalige
einfallsreiche Ideen zur Beteiligung spielsweise für die Errichtung von Schloss geht auf das Ministerialen-
entwickelt. Mancherorts arbeitete Frauenhäusern und Ausbildungs- und Rittergeschlecht der Ahamer
der Frauenbund mit Jugendgrup- stätten, für die handwerkliche und zurück. Die Wasserburg an der Gro-
pen zusammen und aktivierte damit betriebswirtschaftliche Ausbildung ßen Vils ist vielleicht eine Gründung
noch weitere fleißige Hände. von Frauen sowie als finanziel- des Rudeger von Aham. Seit 1833
Der KDFB-Diözesanvorsitzen- le Starthilfen zum Aufbau eigener ist der Komplex in Besitz der Grafen
den Karin Schlecht ist die Teilnah- Kleinstbetriebe eingesetzt. Montgelas. S. W. SUV-Grafik, Landesamt für Vermessung und Geoinformation

Tradition des Bittgangs gepflegt


DÜNZING (jb/md) – Einer alten Tradition folgend, sind am Pfingstmon-
tag morgens von der Kirche St. Nikolaus in Dünzing rund 60 Gläubige be-
tend zum Bittgang nach Oberhartheim aufgebrochen (unser Bild). In Ober-
hartheim zelebrierte Pfarrer Thomas Zinecker in der Kirche Unsere Liebe
Geistlicher Diözesanbeirat Pater Jakob Seitz, die Diözesanvorsitzenden Birgit Kainz, Frau eine heilige Messe. Nach dem Gottesdienst und einer Stärkung folgten
Karin Schlecht, Josefa Bauer, Luitgard Hartl, Luise Fischer und Monika Schmidpeter so- die Gläubigen der Flurprozession über vier Stationen zurück nach Dünzing.
wie die zuständige Bildungsreferentin Monika Anglhuber freuen sich über die große Dort wurde die Prozession in der Kirche St. Nikolaus mit dem „Te Deum“
Spendensumme für Misereor. Foto: KDFB und dem sakramentalen Segen abgeschlossen. Foto: Bauer
VI UNSER BISTUM 17./18. Juni 2017 / Nr. 24

49. „SONNENZUG“ FÄHRT NACH NÖRDLINGEN Vierte Klosternacht

Jung und Alt begegnen sich in Speinshart


SPEINSHART (pas/md) – Zum vier-
ten Mal findet heuer am Freitag, 23.
Diözesan-Caritasdirektor Michael Weißmann ist zum ersten Mal dabei Juni, die Speinsharter Klosternacht
statt. Neben Konzerten verschiedener
REGENSBURG (cn/md) – Am 1. schen Alt und Jung, zwischen Men- Ensembles erwarten die Besucher ab
Juli fährt wieder der „Sonnenzug“, schen mit und ohne Behinderung so- 19 Uhr Ausstellungen, Informations-
und zwar nach Nördlingen. Seit 45 wie zwischen Gesunden und Kranken. und Verkaufsstände sowie kulinari-
Jahren veranstaltet der Diözesan- Oft entstehen durch den „Sonnenzug“ sche Angebote aus aller Welt. Erstmals
Caritasverband Regensburg seinen Freundschaften fürs Leben. wird ein Eintritt von 5 Euro erhoben,
„Sonnenzug“. Die Katholische Fast 100 ehrenamtliche Helfer der Zugang zu allen Veranstaltungen
SonntagsZeitung sprach darüber und ein Ärzteteam sorgen für die gewährt. Für junge Leute unter 18
mit Diözesan-Caritasdirektor Mi- Sicherheit und Betreuung an diesem Jahren ist der Eintritt frei. Die Kloster-
chael Weißmann. Er ist seit dem 1. Tag. Dank der Helfer von Caritas nacht endet um Mitternacht.
Dezember 2016 im Amt, dieser 49. und Malteser Hilfsdienst können Das musikalische Programm des
„Sonnenzug“ in der Geschichte der Gäste mit eingeschränkter Mobilität Abends ist bunt und international.
Caritas Regensburg ist für ihn der und Pflegebedarf sorgenfrei mitfah- Erstmals bei einer Klosternacht ist die
erste. ren. Die komfortablen und klima- Big Band des Gymnasiums Eschen-
tisierten Wagen von Agilis machen bach unter der Leitung von Musik-
Herr Weißmann, der Diözesan- das Reisen außerdem zur Freude. lehrer Michael Horn zu hören. Der
Caritasverband Regensburg ruft Kreuzgang wird während der Kloster-
jedes Jahr zu Spenden für den Wo geht es in diesem Jahr hin? nacht zum Markt der Möglichkeiten.
„Sonnenzug“ auf. Was macht den Es geht diesmal in die ehemals In den drei Flügeln stellen Sozialein-
„Sonnenzug“ so lieb und teuer? Freie Reichsstadt Nördlingen, eine richtungen, regionale Anbieter und
Die Aktion „Sonnenzug“ gibt es beeindruckende mittelalterliche Stadt. Diözesan-Caritasdirektor Michael Weiß- Institutionen an Info- und Verkaufs-
in Regensburg bereits seit 45 Jahren. Nach der Ankunft feiern wir dort in mann fährt zum ersten Mal beim „Sonnen- ständen ihr Angebot vor.
1971 ging zum ersten Mal eine „Fahrt St. Salvator eine heilige Messe. Nach zug“ mit. Der Eintrittspreis von 5 Euro wird
in den Frühling“ mit 280 Teilnehmern einer kleinen Erklärung der Klos- an den drei Eingängen zum Kloster-
nach Viechtach. In den Jubiläumsjah- terkirche wartet im Stadtsaal auf die Wie kann man die Aktion unter- dorf erhoben. Einlass ist ab 18.30 Uhr.
ren (zehn und 25 Jahre) fuhr er sogar „Sonnenzug“-Gäste das Mittagessen. stützen? Es bestehen keine Parkmöglichkeiten
zweimal. Zum einen sind die Kosten Nach dem Essen gibt es noch Kaffee Zur Finanzierung des „Sonnenzu- im kleinen und großen Klosterhof.
für diese Aktion gestiegen. Zum an- und Kuchen, und um 14.15 Uhr geht ges“ hilft jede kleine und große Spende.
deren gibt es immer mehr ältere, pfle- es zur Stadtbesichtigung – mit oder Es würde mich freuen, wenn vielleicht Weitere Informationen unter www.
gebedürftige oder behinderte Men- ohne Führung, jeder wie er mag. einmal die ein oder andere Benefizak- kloster-speinshart.de.
schen, die eine kleine Rente haben tion in der Stadt oder in einer Pfarrge-
und deshalb den Eigenbeitrag häufig Was kostet der „Sonnenzug“ für meinde zugunsten des „Sonnenzuges“
nicht mehr aufbringen können. Viele den Teilnehmer? der Caritas durchgeführt würde. Beim Chorkonzert im
fahren schon seit Jahrzehnten mit. Der Eigenbeitrag staffelt sich nach „Sonnenzug“ gelingt Gemeinschaft
Ich selber werde in diesem Jahr zum der Höhe der Rente des Teilneh- und Integration. Die Aktion ist also Kloster-Innenhof
ersten Mal mitfahren und bin schon mers. Aus den genannten Gründen eine sehr gute und konkrete Sache, für
sehr gespannt auf den Ausflug. Ich wollen wir den Teilnehmerbetrag so die es sich einzusetzen lohnt. Und: Wir SPEINSHART (pas/md) – Am
habe mir sagen lassen, dass der „Son- niedrig wie möglich halten. Deshalb suchen Paten für den „Sonnenzug“. Sonntag, 25. Juni, um 16 Uhr ge-
nenzug“ durch die Jahre hindurch brauchen wir zur Finanzierung des Eine Patenschaft für einen älteren ben die Chöre der Sängergruppe
wie eine kleine Familie geworden ist. „Sonnenzuges“ Spenden, sonst kön- oder behinderten „Sonnenzug“-Teil- Weiden unter der Leitung von Ri-
Ich hoffe und denke, ich werde dort nen wir den „Sonnenzug“ nicht mehr nehmer kostet 100 Euro. chard Waldmann im Innenhof des
schnell aufgenommen. Ich finde gut, kostendeckend organisieren. Ich bin Klosters Speinshart ein Konzert. Die
dass es diese Benefizaktion für ältere sehr dankbar, dass wir die Mittelbay- Spendenkonto: Caritas Regensburg, Sängergruppe Weiden wurde 1928
und pflegebedürftige Menschen gibt. erische Zeitung und das Bistumsblatt IBAN DE89 7509 0300 0001 1611 in Weiden gegründet und umfasst
Nicht nur Kinder sind, auch das Alter als Medienpartner von Anfang an auf 64, BIC GENODEF1M05, Stich- die Mitgliedschöre des fränkischen
ist Zukunft für unsere Gesellschaft. unserer Seite haben. wort „Sonnenzug“. Sängerbundes von Luhe bis Win-
discheschenbach und Schirmitz bis
Wer kann und darf denn mit an zur Stadt Eschenbach. Die 20 Chöre
Bord gehen? der Sängergruppe setzen sich aus ei-
Wir schließen grundsätzlich nie- nem Frauenchor, sieben gemischten
manden aus. Aber der „Sonnenzug“ Chören, einem Jugendchor, einem
ist natürlich vorwiegend ein Angebot Kinderchor und zehn Männerchö-
für ältere, pflegebedürftige Menschen ren zusammen. Das Konzert möchte
mit oder ohne Behinderung. Es gibt nicht die Leistungen einzelner Chö-
auch bei uns viele Menschen, die das re hervorheben, sondern setzt auf
ganze Jahr oft allein in ihren Woh- das sängerische Gemeinschaftserleb-
nungen leben und nur wenig Besuch nis. Das Programm reicht vom eher
bekommen. Und: Menschen mit Be- schalkhaften Volkslied über Melo-
hinderung können zum Beispiel nicht dien aus Film und Musical bis hin
einfach in ein Reisebüro gehen und zum Schlager und Evergreen.
einen Urlaub buchen. Beim „Sonnen- Der Konzertbeginn wurde geän-
zug“ kommen diese wenigstens einmal dert auf 16 Uhr. Einlass ist um 15.30
im Jahr aus ihrer Umgebung raus und Uhr. Der Eintritt ist frei, es wird um
erleben einen abwechslungsreichen freiwillige Spenden gebeten. Im An-
Tag in der großen „Sonnenzug“-Fa- schluss Begegnung im Kreuzgang.
milie. Letztlich wollen wir durch diese Begegnung auf Augenhöhe zwischen Helfern und Gästen – auch das ist ein Teil des Bei schlechtem Wetter findet das
Aktion Begegnungen stiften – zwi- „Sonnenzuges“ der Caritas. Fotos: Caritas Regensburg Konzert in der Klosterkirche statt.
17./18. Juni 2017 / Nr. 24 ANZEIGEN: KIRCHLICHE UNTERNEHMEN VII

Kirchliche
Unternehmen Arbeiten in der Bio-Branche
BERLIN/EBERSWALDE (dpa/tmn) – Bio- sind vielfältig, ebenso die Anforderungen. Auf den ökologischen Landbau zuge-
Produkte werden immer beliebter. Von der Leitgedanke der ökologischen Landwirt- schnittene Studiengänge gibt es zum
Landwirtschaft bis zum Handel: Fachkräfte schaft ist das Wirtschaften im Einklang mit Beispiel von der Universität Kassel und
werden entlang der ganzen Wertschöp- der Natur. Zum Beispiel verwenden die der Hochschule für nachhaltige Entwick-
fungskette gesucht. Gute Voraussetzun- Bauern beim Pflanzenschutz keine che- lung Eberswalde. Häring ist Studien-
gen für alle, die in diesem Bereich arbei- misch-synthetischen Mittel. 2015 wirt- gangsleiterin in Eberswalde. Die Absol-
ten möchten. Doch welche Berufswege schafteten 8,7 Prozent aller Agrarbetriebe venten hätten viele Optionen, meint sie.
gibt es? Und wie kommt man dort hinein? in Deutschland nach den EU-Rechtsvor- Neben einem Job in der Landwirtschaft
In der Bio-Branche arbeiten hauptsäch- schriften für den ökologischen Landbau, komme der Handel, aber auch die Arbeit
lich Landwirte mit eigenem Bio-Hof? Ein acht Jahre zuvor waren es 1,3 Prozent. für Verbände und die politische Interes-
Klischee, das nicht mehr zeitgemäß ist. Der Bio-Boom am Markt hat aber nur senvertretung in Betracht.
Klöster oder auch Exerzitienhäuser „Deutschlandweit gibt es mehr als 35 000 langsam Auswirkungen auf das Ausbil- Auch der Handel profitiert vom Bio-Boom:
sind schon seit langem nicht mehr Unternehmen, die in der biologischen dungs- und Studienangebot. In den Be- 2015 kauften deutsche Haushalte für 8,62
nur Stätten der Ruhe und des Gebe- Land- und Lebensmittelwirtschaft arbei- rufsschulen ist der ökologische Landbau Milliarden Euro Bio-Lebensmittel und -Ge-
tes, sondern müssen auf vielfältige ten. Tendenz steigend“, sagt Felix Prinz zu zwar seit 1996 als Teil der Ausbildung tränke ein und gaben damit rund elf Pro-
Art und Weise ihre Existenz und ihr Löwenstein, Vorstandsvorsitzender beim vorgesehen, jedoch nicht verpflichtend. zent mehr für Bio-Produkte aus als noch
wirtschaftliches Überleben in der Ge- Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft „Spezifische Fachschulen, zur Weiterbil- im Vorjahr. „Mitarbeiter im Naturkostfach-
genwart und für die Zukunft sichern. (BÖLW). Das ist der Spitzenverband von dung nach einer Berufsausbildung, entwi- geschäft brauchen daher eine hohe Be-
Erzeugern, Verarbeitern und Händlern ckeln sich erst langsam“, sagt Professorin ratungskompetenz“, betont Harald Wurm
Foto: imago / Michael Westermann ökologischer Lebensmittel in Deutsch- Anna Maria Häring von der Hochschule für vom Bildungswerk des Bundesverbands
land. Die Berufsfelder in der Bio-Branche nachhaltige Entwicklung Eberswalde. Naturkost und Naturwaren (BNN).

Im franziskanischen Geist Ökomarkt erstmals als Hoffest


ALTÖTTING (sv) – Das Franziskushaus Alt- und regionalen Spezialitäten aus der PLANKSTETTEN (sv) – Am 24. und 25. Die Besucher erwartet ein buntes Pro-
ötting (84 Einzel- und 14 Doppelzimmer eigenen Küche verwöhnt. Besondere Juni jeweils von 10 bis 18 Uhr findet zum gramm für die ganze Familie mit interes-
mit WLAN) lädt in seinem Exerzitien- und Wünsche und Zubereitungsarten können vierten Mal ein Ökomarkt statt, der in santen Hofführungen auf dem Klostergut,
Tagungshaus seit über 120 Jahren zu Be- vom zertifizierten Küchenteam jeder Zeit diesem Jahr erstmalig im Rahmen eines bei denen sie ökologische Landwirtschaft
gegnungen im Glauben, zu Exerzitien, gerne berücksichtigt werden. Hoffestes im Klostergut Plankstetten in direkt erleben und verstehen. Seit mehr
aber auch zu Tagungen, Seminaren oder Das gesamte Haus ist geprägt von sei- Staudenhof veranstaltet wird. als 20 Jahren arbeiten die Mönche nach
Fortbildungen ein. Im Haus befinden sich nem Namenspatron, dem heiligen Fran- Anlässlich des Schöpfungstags wird am den Richtlinien des ökologischen Land-
fünf Seminarräume und ein Saal für bis ziskus. Franz von Assisi war der Gründer Sonntag, 25. Juni, um 10.15 Uhr ein Fest- baus. Es ist ihnen wichtig, den Besuchern
zu 150 Tagungsgäste. Ob Exerzitien, Ein- des Ordens der Franziskaner und wird als gottesdienst im Obstgarten auf dem Ge- die Erzeugung von hochwertigen gesun-
kehrtage, Tagungen, Freizeiten mit Aus- Heiliger verehrt. Die Kapuziner (OFMCap) lände des Klosterguts gefeiert. Der Got- den Lebensmitteln und nachhaltigen Kon-
flügen oder auch Chor- und Musikproben gehören zu den franziskanischen Orden tesdienst endet mit dem gemeinsamen sum näherzubringen.
– das Franziskushaus schafft durch seine und bilden heute – neben den Franziska- Pflanzen eines Jahresbaumes. Unter dem Das „Grüne Kloster“ Plankstetten ist mitt-
spirituelle Nähe zum Wallfahrtsgesche- nern (OFM) und den Minoriten (OFMConv) Motto „Ökologie, Regionalität, Umwelt- lerweile in ganz Bayern als Demonstra-
hen eine ideale Atmosphäre. Die haus- – einen der drei großen Zweige des ers- schutz und Nachhaltigkeit“ präsentieren tionsbetrieb für ökologischen Landbau
eigene Kapelle lädt ein zu Gebet und ten Ordens des heiligen Franziskus. verschiedene Aussteller eine Auswahl bekannt. Zu den Klosterbetrieben gehö-
Andacht. Der Garten bietet Gelegenheit Die Menschen, die im Franziskushaus an Bio-Lebensmitteln. Weitere Themen ren Landwirtschaft, Gärtnerei, Bäckerei,
zu Gesprächen bei einem Spaziergang. von Altötting wohnen und arbeiten, le- sind aktiver Umweltschutz, ökologisches Metzgerei, Brennerei und Imkerei, die
In den Gästezimmern finden die Gäste ben gemäß der Spiritualität des Heili- Bauen und Heizen sowie Fahrzeuge mit alle nach Bioland-Richtlinien bewirt-
Ruhe nach einem arbeitsreichen Semi- gen: einladen zum Dialog – nachhaltig neuesten und alternativen Antriebstech- schaftet werden. Die Bedeutung der re-
nar- oder erlebnisreichen Urlaubstag. Ressourcen nutzen – dem Glauben Raum niken. Das Gymnasium Burglengenfeld gionalen Kreislaufwirtschaft drückt sich
Das Franziskushaus Altötting pflegt die geben – solidarisch in der Gemeinschaft beispielsweise wird das Schulprojekt auch im diesjährigen Jubiläum „20 Jahre
Tradition der Gastfreundschaft der Kapu- leben – das eigene Leben reflektieren – „Eco Biking“ präsentieren und zeigen, wie bio-regionale Partnerschaft mit dem Rie-
ziner. Die Gäste werden mit saisonalen respektvoll miteinander umgehen. Fahrräder Strom erzeugen. denburger Brauhaus“ aus.

4. Ökomarkt
mit Hoffest
Klosterbetriebe
Plankstetten GmbH
Klosterplatz 1, 92334 Berching
www.kloster-plankstetten.de

und Schöpfungstag
Seit 120 Jahren

Exerzitien- und Tagungshaus


Das Franziskushaus
Das Franziskushaus Altötting
120 Jahren
Jahren zu
Altötting lädt
zu Begegnungen
Begegnungen im
lädt in
in seinem
seinem Exerzitienhaus
im Glauben,
Exerzitienhausseit
Glauben, aber
aber auch
auch zu
seitüber
über
zu Tagungen,
Tagungen,
Klostergut Staudenhof
120
Seminarenoder
Seminare oder Fortbildungen
Fortbildungen ein.ein. Am bekannten
Am bekannten Marien-Wall-
Marien-Wallfahrts- 24. und 25. Juni
ort Altötting heißen wir Pilger, Busgruppen und private GästeGäste
fahrtsort Altötting heißen wir Pilger, Busgruppen und private aufs
aufs Herzlichste
Herzlichste willkommen.
willkommen. 10 bis 18 Uhr
NEU www.franziskushaus-altoetting.de/exerzitienhaus  Rund um die Themen Ökologie,
Umweltschutz und Nachhaltigkeit
Franziskushaus Altötting Tel.: 08671 980-0
Glaube. Neuöttinger Str. 53 Fax: 08671 980-112
 Bio-Landwirtschaft erleben und verstehen
Gemeinschaft. 84503 Altötting info@franziskushaus-altoetting.de  Buntes Programm für die ganze Familie
Wohlbefinden.
VIII UNSER BISTUM 17./18. Juni 2017 / Nr. 24

(Kasing), Manfred Meier (Beiln-


gries), Josef Herrmann (Rennertsho-
fen), Kerstin Frahm (Altmannstein),
Martha Thumann (Hainsberg), Ga-
briel Kiermaier (Dünzlau), Silvia
Wolfsteiner (Regensburg), Centa
Rössler (Eichstätt) und Franz Obeth
(Albertshofen).
Zum 25. Wallfahrtsjubiläum gratu-
lierte Schlagbauer Willi Meier (Eich-
stätt), Manuela Meier (Zell), Sieg-
fried Gehrmann (Siegenburg), Alfred
Schmidtner (Buch), Theresa Halbig
(Deising), Matthias Lindner (Diet-
Insgesamt 41 Jubilare konnte Pilgerführer Hans Schlagbauer (rechts) für ihre langjährige Teilnahme an der Altötting-Wallfahrt furt) und Josef Scherübel (Thonlohe).
ehren. Karl Wibmer aus Thann war mit 45 Teilnahmen am häufigsten dabei. Foto: privat 30 Teilnahmen absolvierten Chris-
tine Volnhals (Sappenfeld), Anna
Sperber (Zell), Johann Pöppel (Ried),
„Segen sollst du sein“ Vor dem Pilgergottesdienst in der
Basilika St. Anna zeichnete Schlag-
bauer außerdem 41 langjährige
Max Biedermann (Thonlohe), Mar-
garetha Braun (Neukirchen) und
Franz Braun (Neukirchen).
655 Fußwallfahrer unterwegs nach Altötting Wallfahrer mit Urkunden aus. Für Schon 35 Mal nahmen Burgi
15 Teilnahmen wurden geehrt: Rosa Forster (Unterdolling) und Michael
RIEDENBURG (mby/md) – 655 den Vorbetern und Vorsängern, den Pfab (Schernfeld), Robert Reisinger Schlagbauer (Buch) an der Wallfahrt
Fußwallfahrer haben sich heu- Kreuz-, Standarten- und Lautspre- (Berngau), Hildegard Karg (Wolfs- teil. Ein „Urgestein“ der Riedenbur-
er von Riedenburg aus auf den cherträgern. Die medizinische Be- buch), Monika Mayer (Berghausen), ger Fußwallfahrt ist Karl Wibmer
Weg nach Altötting gemacht. Am treuung wurde vom Sanitätsteam Karin Stopfer (Offendorf), Franziska aus Thann. Er absolvierte heuer sei-
Donnerstag vor Pfingsten wurde um Karl Puschmann sichergestellt. Nusselt (Unteremmendorf), Claudia nen 45. Fußmarsch nach Altötting.
zunächst ein Gottesdienst in der Schlagbauer bedankte sich auch bei Bittlmayer (Enke-
Stadtpfarrkirche in Riedenburg den Fahrerinnen und Fahrern der ring), Anita Daub-
gefeiert. Pilgerführer Hans Schlag- Begleitfahrzeuge, dem Lautsprecher- ner (Töging), Gabi
bauer begrüßte anschließend die dienst und der gesamten Vorstand- Daller (Hagenhill),
Wallfahrer an der Lintlhofkapelle schaft der Fußwallfahrer. Dank der Erhard Fritz (Tö-
und sprach das Wallfahrergebet. perfekten Vorbereitung aller Beteilig- ging), Bernhard
Die 182. Riedenburger Fußwall- ten klappte die Wallfahrt reibungslos. Brandl (Rechen-
fahrt stand unter dem Leitwort: Als „wirklich super“ bezeichnete berg), Peter Feder-
„Ein Segen sollst du sein.“ Schlagbauer die Disziplin der Wallfah- hofer (Steinsdorf),
rer. Bei den Schweigemärschen sei das Marianne Schweiger
Mit den Priestern Werner Sulzer Schweigen strikt eingehalten worden. (Pettendorf), Moni-
(Schmidmühlen), Stefan Langer Ebenso attestierte der Pilgerführer den ka Grimm (Ober-
(Marktredwitz) und Josef Ubiton- Teilnehmern „eine gute Betmoral“. traubling) und
se (Ruanda) begleiteten heuer drei Nach dem feierlichen Einzug in Marianne Pröpster
Geistliche den Wallfahrertross. Altötting sprach Schlagbauer vor der (Vohburg).
Traditionsgemäß dankte Hans Gnadenkapelle das Wallfahrtsgebet. 20 Jahre nehmen
Schlagbauer zum Schluss der Wall- Wallfahrtsrektor und Stadtpfarrer an der Wallfahrt
fahrt allen Personen, die sich mit Günther Mandl begrüßte die Rieden- teil: Peter Buchner
einem Dienst eingebracht hatten. burger Gruppe und zeigte sich tief be- (Neuenhinzenhau- Pilgerführer Hans Schlagbauer (vorne) spricht das Wall-
Sein Dank galt dabei den Priestern, wegt von ihrem Gebet. sen), Ricky Hudi fahrergebet vor der Gnadenkapelle. Foto: privat

„Würdiger Nachfolger“ im Amt liche Vorbereitung, aber auch für


die Verkündigung ... und für einen
dritte Jahrtausend geben. Wir stehen
vor einer großen Chance, für die al-
Neuer Redaktionsleiter des „Directorium Spirituale“ vorgestellt Neuaufbruch des Volkes Gottes ins ler Einsatz notwendig ist.“

REGENSBURG (pdr/md) – Exakt ditative Element des priesterlichen


20 Jahre hat Prälat Josef Grab- Tagewerkes und damit die Seele
meier als Redaktionsleiter für das aller Arbeit nicht zu übersehen“, so
„Directorium Spirituale“ verant- der Bischof damals in seinem Geleit-
wortlich gezeichnet. Bischof Ru- wort für die erste Ausgabe.
dolf Voderholzer ernannte nun Heute zehren nicht nur Priester
Spiritual Matthias Effhauser als von den geistlichen Impulsen, die
„würdigen Nachfolger“ für die jeder Band bietet. Auch zahlreiche
verantwortungsvolle Aufgabe zur pastorale Mitarbeiter und Weltchris-
redaktionellen Erarbeitung des ten lassen sich von dem „geistlichen
monatlich erscheinenden Werkes. Wort für jeden Tag“ inspirieren und
begleiten.
1969 rief der damalige Regens- Bereits 1997 motivierte Prälat
burger Bischof Rudolf Graber das Josef Grabmeier anlässlich des An-
„Directorium Spirituale“ ins Leben: tritts seiner redaktionellen Tätigkeit
„Seit nahezu 15 Jahren beschäftigt die Leser des Werkheftes in seinem
mich der Gedanke eines Directo- einleitenden Grußwort: „Das Direc-
rium spirituale, eines geistlichen torium Spirituale wird in den ver- Bischof Rudolf Voderholzer (Mitte) mit Prälat Josef Grabmeier (links) und Spiritual
‚Werkheftes‘, das dem vielbeschäf- schiedenen Beiträgen Impulse und Matthias Effhauser (rechts), dessen Nachfolger als Redaktionsleiter des „Directorium
tigten Priester helfen will, das me- Anstöße für die persönliche geist- Spirituale“. Foto: pdr
17./18. Juni 2017 / Nr. 24 UNSER BISTUM IX

Monument für Dank und Bitte


AMBERG (cp/sm) – Die Wallfahrt
auf den Mariahilfberg in Amberg
zählt zu den größten in ganz Bay-
ern. Nicht nur in der sogenannten
Bergfestwoche rund um das Fest Die Wallfahrtskirche Maria Hilf in Amberg ist Ziel zahlreicher Pilger
Mariä Heimsuchung, das die Kir-
che am 2. Juli begeht, sondern das hilfberg die Franziskaner, die sich
ganze Jahr über pilgern Gläubige um die Wallfahrer kümmerten. Sie
auf den rund 530 Meter hohen hatten in der Stadt Amberg seit fast
Berg, um in der Wallfahrtskirche 200 Jahren ein Kloster. Ende des 17.
vor dem Gnadenbild der Gottes- Jahrhunderts wurde auf dem Berg
mutter zu beten. ein kleines Kloster errichtet, damit
die Mönche den ganzen Sommer
Der Ursprung der Wallfahrt ist über dort bleiben konnten. Mit der
eine verheerende Pestepidemie in Säkularisation 1804 wurden beide
Amberg, die während des Dreißig- Klöster aufgehoben. Nach der Re-
jährigen Krieges wütete. Auf Rat formationszeit mussten sie nun ein
von Pater Caspar Hell SJ, Rektor des zweites Mal ihr Kloster verlassen,
Amberger Jesuiten-Gymnasiums, kamen aber 1832 wieder, als König
gelobten die Bürger, der Gottesmut- Ludwig I. von Bayern die Errichtung
ter eine Kapelle zu stiften, wenn die eines Franziskanerklosters auf dem
furchtbare Seuche ein Ende nähme. Berg genehmigte. Aus Personalman-
Pater Hell stiftete selbst das Mari- gel zogen sich die Franziskaner der
enbild, eine Kopie des berühmten Bayerischen Provinz im Jahre 2007
Gnadenbildes Mariahilf aus dem aus Amberg und der Wallfahrtsseel-
Innsbrucker Dom, das ein Werk sorge zurück. Ihnen folgten jedoch
von Lucas Cranach dem Älteren Fassade der Wallfahrtskirche Mariahilf, die von 1696 bis 1702 erbaut wurde; der unmittelbar polnische Mitbrüder
ist. Am 3. September 1634 wurde Turm folgte erst 1726. der Ordensprovinz „Mutter Gottes
es in feierlicher Prozession auf den von den Engeln“ aus Krakau.
Amberg übertragen und in einem Amberg gestanden hatte. Die Pläne breiten Silberrahmen umgeben ist.
zur Kapelle umfunktionierten Turm stammten vom bekannten Baumeis- Auch er ist ein Dankgeschenk an die Die Wallfahrtswoche
aufgehängt. Wenige Wochen später ter Wolfgang Dientzenhofer, der zu Gottesmutter für die Abwendung
ließ die Pest nach. dieser Zeit auch das Jesuitenkolleg der Pest in Regensburg und der Beter finden das ganze Jahr über
in der Stadt umbaute. Die beeindru- südlichen Oberpfalz. Der Vater der den Weg auf den Mariahilfberg.
Wachsende Verehrung ckenden Fresken sind ein Werk von Gottesmutter, der heilige Joachim Jedoch um das Fest Mariä Heimsu-
Cosmas Damian Asam, der zahlrei- (links), und der Bräutigam, der hei- chung am 2. Juli ist es mit der Be-
Die 1641 errichtete Kapelle wur- che Kirchen und Schlösser im süd- lige Joseph mit Jesusknabe (rechts), schaulichkeit hoch über der Stadt
de bald zu klein für die große Zahl deutschen Raum mit seiner Kunst flankieren das Gnadenbild. Das vorbei. Tausende von Pilgern strö-
der Pilger, sodass ein neues Gottes- ausschmückte. Seine Deckenfresken Original von Lucas Cranach dem men dann auf den Berg, der neben
haus erbaut werden musste. Der schildern die Geschichte der Wall- Älteren wurde nach 1537 geschaf- einem reichen geistlichen Programm
Berg hieß von nun an Mariahilfberg. fahrt: Pest in Amberg 1634 – Über- fen und unzählige Male kopiert, mit mehreren Messen pro Tag und
Alleine in den Jahren 1659 bis 1694 tragung des Gnadenbildes auf den sodass es zu den meistverehrten Ma- Predigtreihen auch ein reichhalti-
wurden über 160 Gebetserhörungen Berg – Rettung des Gnadenbildes rienbildern in Süddeutschland und ges weltliches Programm zu bieten
verzeichnet. Auch die unterschied- während des Brandes 1646 – Weihe Österreich zählt. In Bayern wird hat. Die zehn Amberger Traditions-
lichsten politischen Entwicklungen der Wallfahrtskirche 1711 – Gläubi- es neben Amberg unter anderem brauereien sind dabei genauso ver-
in Bayern konnten in den folgenden ge pilgern zum Mariahilfberg. auch in Neumarkt und Schwandorf treten wie die unterschiedlichsten
Jahrhunderten der Verehrung des Die Stuckarbeiten fertigte Gio- (Oberpfalz) sowie in Vilsbiburg und Gaumenfreuden. Den Trubel hinter
Gnadenbildes keinen Abbruch tun. vanni Battista Carlone, der gemein- Passau (Niederbayern) verehrt. sich lassend, kann der Pilger dann in
In den Jahren 1696 bis 1702 sam mit Paolo Allio auch den Hoch- Ins Leben gerufen wurde die der Kirche vor dem Gnadenbild der
wurde die heutige Wallfahrtskir- altar schuf. In ihm ist in Marmor Wallfahrt 1634 zwar durch einen Gottesmutter seine Anliegen vor-
che im Stil des Barocks erbaut, an und Stuck das Gnadenbild einge- Jesuiten, doch waren es seit Beginn bringen, die fromme Bitte „Maria,
jener Stelle, an der einst die Burg fasst, das von einem 30 Zentimeter der Pilgerfahrten auf den Maria- hilf!“ auf den Lippen.

Links: Gnadenbild aus der Wallfahrtskirche Mariahilf in Amberg, eine Kopie des Originals aus dem Innsbrucker Dom. – Mitte: Blick auf den prächtigen Hochaltar in der Kirche
mit dem Gnadenbild. – Rechts: Bronzestatue des heiligen Franziskus vor der Wallfahrtskirche, errichtet 1976 zu dessen 750. Todestag. Fotos: Prämaßing
X UNSER BISTUM 17./18. Juni 2017 / Nr. 24

Nachruf

BGR Helmut Gröninger


Ein stiller, unaufgeregter Arbeiter
im Weinberg des Herrn

Am 8. Juni wurde in seiner Heimat Hier hatte er sich gut in die Pfarrseel-
Wasseralfingen (Diözese Rottenburg- sorge eingearbeitet und auch selber
Stuttgart) der dort am 3. Juni, einen für sich erkannt, dass der Dienst in
Tag nach seinem 88. Geburtstag, ver- einer Diözese sein Weg ist, sodass Bi-
storbene Priester BGR (Bischöflicher schof Rudolf Graber gerne zustimmte,
Geistlicher Rat) Helmut Gröninger bei- ihn nach Ablauf von drei Jahren zum
gesetzt. 43 Jahre stand er im seelsorg- 14. Mai 1965 dauerhaft in das Bistum
lichen Dienst der Diözese Regensburg. Regensburg zu inkardinieren.
Am 2. Juni 1929 in Wasseralfingen ge- 1974 wurde Helmut Gröninger schließ-
boren und dort, wie er selber sagte, lich die Pfarrei Hausen in der Nähe von
„ohne nennenswerte Ereignisse“ auf- Amberg anvertraut, wo er den Gläubi-
gewachsen, trat er im Frühjahr 1940 in
die Schubart-Oberschule in Aalen ein
gen 31 Jahre lang ein treuer Seelsor-
ger und Begleiter in allen Höhen und
„Pilger auf zwei Rädern“ in Rom
und begann nach deren Abschluss im Tiefen des Lebens war. Ausdruck der ROM/REGENSBURG (obx/md) – Zählt man die Streckenkilometer zu-
September 1949 das Noviziat in der Wertschätzung und des Vertrauens, sammen, so haben 40 ostbayerische Hobbysportler einmal die Erde umrun-
Kongregation „Missionare Söhne vom das er sich dort erworben hatte, war det. In voller „Mannschaftsstärke“ erreichten die 40 Radfahrer des Veloclubs
Heiligsten Herzen Jesu“ in Bamberg. die gemeinsame Bitte der pfarrlichen Ratisbona nach sechs Etappen, 1241 Kilometern und 7500 erklommenen
Nach Studien an der Philosophisch- und politischen Vertreter der Gemein- Höhenmetern die Ewige Stadt Rom (unser Bild). Dort begrüßte der frühere
Theologischen Hochschule in Bamberg de um die Ehrung mit dem Titel eines Regensburger Bischof und heutige Kardinal Gerhard Müller die „Pilger auf
und der Priesterweihe am 31. Juli 1955 Bischöflichen Geistlichen Rates, der zwei Rädern“ am Ziel ihrer Fernfahrt Regensburg - Rom auf dem Peters-
im Dom zu Bamberg wurde er von der Bischof Manfred Müller gerne im Juni platz. Zu den Höhepunkten entlang der Strecke gehörten neben dem Bren-
Ordensgemeinschaft als Präfekt zur Er- 1995 entsprach. ner und beeindruckenden Alpen-Panoramen auch drei Regensburger „Ex-
ziehung und Bildung junger Menschen Pfarrer Gröninger war ein stiller, un- klaven“: Etappenziele waren Trient/Trento, rund 100 Kilometer nördlich
zunächst in das Missionsseminar St. aufgeregter Arbeiter im Weinberg des von Verona, Riva del Garda und Grossetto in der Toskana, rund 150 Ki-
Josef in Ellwangen/Jagst geschickt, Herrn, der treu zu seinem Weihever- lometer südlich von Florenz. In alle Orte liefert die Regensburger Brauerei
zwei Jahre später in das neu errichtete sprechen stand und in selbstverständ- Bischofshof Bier an Gastwirtschaften, zu denen die Oberpfälzer intensive
Missionshaus St. Paulus in Neumarkt/ licher Pflichterfüllung und innerer Zu- Beziehungen pflegen. Foto: Veloclub Ratisbona / obx-news
Oberpfalz. gewandtheit als Priester für die ihm
Hier im Grenzgebiet zwischen den anvertrauten Menschen da war. Den
Diözesen Eichstätt und Regensburg Zuruf seines Primizpredigers: „Wer-
lernte er durch zahlreiche Aushilfen bei de nie müde im geistlichen Dienst“,
Gottesdiensten und nebenamtliche hatte er, wie er einmal bekannte, nie
Mithilfe in diversen Schulen die seel- mehr vergessen. Erst als ihm seine
sorgliche Arbeit in der Pfarrei näher gesundheitliche Situation zunehmend
kennen, was ihn schließlich bewog, zu schaffen machte, zog er sich 2005
im Sommer 1962 den Bischof von Re- mit 76 Lebensjahren aus dem aktiven
gensburg um Aufnahme in die Diözese Dienst zurück und kehrte in seine Hei-
Regensburg zu bitten. mat Wasseralfingen zurück.
Gerne wurde seinem Wunsch entspro- Die Diözese Regensburg sagt ihm in
chen und Helmut Gröninger zum 1. Au- dankbarer Verbundenheit ein herzli-
gust 1962 übergangsweise zunächst ches Vergelt’s Gott für die 43 Jahre,
die frei gewordene Stelle des zweiten die er als Priester bei uns gewirkt hat.
Kaplans in Windischeschenbach nörd- Möge er nun in unverhüllter Weise
lich von Weiden anvertraut. Ein knap- Gott schauen dürfen, dem er zeit sei-
pes Dreivierteljahr später wechselte er nes Lebens gedient und dessen Na-
zum 1. Mai 1953 als Seelsorger in die men er unermüdlich bekannt gemacht
Expositur Süßenbach nordöstlich von und durch sein priesterliches Wirken
Regensburg. verherrlicht hat. Franz Frühmorgen
Heim für jugendliche Flüchtlinge
AIGLSBACH (sr/md) – Ende Januar hieß es für zwölf unbegleitete junge
Ministranten-Wechsel Geldsegen erfreut Menschen Koffer packen: Es ging mit der Jugendeinrichtung des Caritasver-
bandes für den Landkreis Kelheim e. V. (Caritas Kelheim) nach Aiglsbach.
NEUKIRCHEN (sv) – In der Pfarrei BURGTRESWITZ (sv) – Über ins- Nach langer und intensiver Suche konnte die ehemalige Metzgerei und Dorf-
St. Martin zu Neukirchen sind von gesamt 7500 Euro an Spenden konn- wirtschaft vor Ort als Herberge gefunden werden. Am Tag der offenen Tür
Pfarrer Eugen Thumann acht Minis- ten sich Geistlicher Rat Josef Most wurde sie nun durch Pfarrer Georg Schwägerl offiziell gesegnet. Die Suche
tranten verabschiedet und drei neue und Kapellenpfleger Hans-Josef Völkl nach geeigneten Räumen für die Jugendlichen war nicht so einfach. Da ist es
Ministrantinnen in die Schar der aus Burgtreswitz freuen. 2500 Euro erfreulich, dass die jungen Männer aus Afghanistan, aus dem Irak, aus dem
Messdiener aufgenommen worden. bekamen sie aus Mitteln der Sparkasse Iran sowie aus Syrien sich mittlerweile bestens in der neuen Umgebung ein-
Außerdem wurden auch die langjäh- für die Renovierung der Sebastianska- gewöhnt haben. Auch Bürgermeister Josef Hillerbrand aus Aiglsbach lobt das
rigen Betreuerinnen der Ministran- pelle und 5000 aus Landkreismitteln Zusammenleben mit den neuen Mitbürgern und betont, dass es seit dem Ein-
ten, Claudia Rester aus Naabsiegen- für die Arbeiten an der Pfarrkirche in zug „null Probleme“ gibt. Caritas-Geschäftsführer Hubert König freut sich
hofen und Christine Trettenbach aus Moosbach. Most dankte mit einem über das neue Domizil der Jugendlichen. Zum Bild: Pfarrer Georg Schwägerl
Neukirchen, verabschiedet. herzlichen „Vergelt’s Gott“. (Fünfter von links) segnete das neue Heim der Jugendlichen. Foto: Caritas
17./18. Juni 2017 / Nr. 24 UNSER BISTUM XI

„Pfingsten 17“ gefeiert Die Bibel lesen


Auch Gruppe aus Amberg-Sulzbach bei Jugendfest
AMBERG-SULZBACH/SALZ- chen, Diskutieren und Zuhören ein,
BURG (mma/md) – Es nannte und alle waren bestens besucht.

Krankenbrief
sich lapidar „Pfingsten 17“, was Aus Los Angeles war Danielle
die Loretto-Gemeinschaft in Salz- Strickland, gebürtige Kanadierin und
burg als „18. Fest der Jugend“ an- Weltreisende in Sachen Missionie-
geboten hat. Effektiv aber war es rung, gekommen, um in zwei Ka-
Liebe Leserin, lieber Leser, ein „Geist-Erlebnis“ für über 7000 techesen den Jugendlichen Mut zur
Anwesende, bis zu 100 000 über eigenen Identität, zum gemeinschaft-
wer eine Schockdiagnose erhält, ist oft so „Livestream“ und rund 800 000 lichen Gebet und zu kleinen Schrit- Ökumenischer Bibelleseplan vom
verunsichert, dass alle Rollen und Mas- per Radio Mitfeiernde. ten in Richtung Gott zuzusprechen. 18. bis zum 24. Juni 2017
ken, die im Alltag helfen zu überleben, Dies verstärkte die „Lebensübergabe
plötzlich in sich zusammenbrechen. Mit Haltestellen in Auerbach, an Jesus“ von Tausenden von Jugend- 18.6., 11. So. i. Jkr.: Ps 13
Dann stehen wir da mit unseren Ängs- Edelsfeld und Amberg fuhr – pri- lichen im Altarraum der Kathedrale, 19.6., Montag: Apg 9,19b-31
ten und unserer Hilflosigkeit und fühlen mär mit Jugendlichen besetzt – ei- ein bewusster Schritt der Jugendli- 20.6., Dienstag: Apg 9,32-43
uns ganz klein. ner der zwei Oberpfälzer Busse gen chen, ihr Leben mit Jesus zu gehen. 21.6., Mittwoch: Apg 10,1-23a
In ihrem Buch „Hinreise“ schildert Süden. Ein weiterer Bus gesellte sich Loretto-Initiator und Modera- 22.6., Donnerstag: Apg 10,23b-33
Dorothee Sölle ein solch tiefes Unsicher- aus Schwarzenfeld/Regensburg hin- tor Georg Mayr-Melnhof zeigte im
23.6., Freitag: Apg 10,34-48
heitsgefühl, indem sie aus dem Brief zu, um vier Tage in Österreich dem „Gleichnis vom Fauch“ gekonnt
24.6., Samstag: Apg 11,1-18
einer jungen Frau zitiert, den diese an Pfingstereignis nachzuspüren. auf, wie „die Flamme des Geistes“
ihren Freund schreibt: Franz Lackner, Erzbischof von im Herzen am Brennen gehalten
„Lass dich nicht von mir narren. Lass Salzburg, und der Passauer Bischof werden kann. Auch bei der Firmung
dich nicht durch das Gesicht täuschen, Stefan Oster vertraten erfrischend die von über 100 Jugendlichen unter-
das ich mache. Denn ich trage tausend „Spitzen“ der österreichischen und stützte eine 14-köpfige Band die Kurs zur Meditation
Masken – Masken, die ich fürchte ab- der bayerischen Kirche. Ihren Predig- begeisterten Gesänge, welche den
zulegen. Und keine davon bin ich. So ten wurde im vollen Salzburger Dom Dom schier ins Wanken brachten. für mehr Achtsamkeit
zu tun als ob, ist eine Kunst, die mir begeistert applaudiert. Über 100 Nichts spürte man von einer lang-
zur zweiten Natur wurde. Ich mache Priester standen am Pfingstsamstag weiligen, schwerfälligen Kirche, son- LANDAU (sr/md) – Im Getriebe
den Eindruck, als sei ich umgänglich, für Beichtgespräche zur Verfügung, dern große Zuversicht für eine Er- des Alltags zur Ruhe finden, sich
als sei alles sonnig und heiter in mir, worauf unzählige Jugendliche bis zu neuerung durch den Heiligen Geist. selbst auf der Spur und offen blei-
innen wie außen, als sei mein Name zwei Stunden geduldig warteten. Als positiv und perfekt erwies sich ben für die Begegnung mit anderen
Vertrauen und mein Spiel Kühle, als sei Diese waren aus der Schweiz, Süd- auch die Logistik, welche sowohl bei Menschen oder mit Gott, das ist
ich ein stilles Wasser und als könnte ich tirol/Italien, Deutschland (bis aus der Anmeldung als auch bei der Ver- keine leichte Aufgabe. Herz- und
über alles bestimmen – so als brauchte Paderborn), der Ukraine und Polen köstigung der Tausenden reibungslos Mentalcoach Paul Georg Harlander
ich niemanden. Dieses Äußere mag si- angereist, darunter viele „Wiederho- und flott funktionierte. Auch die über aus Landau an der Isar leitet die Teil-
cher scheinen – aber es ist eine Maske. lungstäter“. Aber auch aus Syrien, 20 großen Flachbildschirme im und nehmer in seinen Kursen vor christ-
Darunter ist nichts Entsprechendes. dem Iran, dem Irak und aus Afgha- außerhalb des Doms, welche Band, lichem Glaubenshintergrund dazu
Darunter bin ich, wie ich wirklich bin. nistan waren Gäste beim Auftakt- Liedtexte und das Geschehen in „alle an, mehr Achtsamkeit zu üben für ei-
Verwirrt, in Furcht und alleine. Aber Musical, den Gottesdiensten, Lob- Winkel“ übertrugen, leisteten ihren nen heilsamen Umgang mit Körper,
ich verberge das, möchte nicht, dass es ir- preisen, Katechesen und Gebeten Beitrag zu einem rundum gelungenen Geist und Seele sowie mit dem eige-
gendjemand merkt. Deshalb erfinde ich dabei. Fast 70 Workshops luden am Pfingstwochenende, welches auch im nen Umfeld und anderen Menschen.
Masken, hinter denen ich mich verste- Samstagnachmittag zum Mitma- nächsten Jahr wieder angeboten wird. Die Katholische Erwachsenen-
cken kann. Eine lässige, kluge Fassade, bildung im Landkreis Dingolfing-
die mir hilft, etwas vorzutäuschen, die Landau lädt alle Interessierten herzlich
mich vor dem wissenden Blick sichert, ein zum neu startenden Kurs ab 28.
der mich erkennen würde. Dabei wäre Juni mit dem ausgebildeten Medita-
dieser Blick gerade meine Rettung, wenn tionsleiter Paul Georg Harlander im
er verbunden wäre mit Angenommen- Pfarrzentrum St. Johannes in Landau
sein, mit Liebe. Das ist das Einzige, das (Straubinger Straße 24). Es handelt
mir Sicherheit geben könnte, die ich mir sich um einen Kurs mit fünf Einhei-
selbst nicht geben kann: dass ich in dei- ten in wöchentlichem Rhythmus,
nen Augen wirklich etwas wert bin ...“ jeweils mittwochabends von 19 bis

20.30 Uhr. Jeder Termin beinhaltet
Mut, Wunden zu zeigen unter anderem einführende Vorträge
Wer sind wir noch, wenn wir uns mit biblischen Bezügen und Anlei-
nicht mehr selber helfen können? Wenn tung zu Bewusstseins- und Achtsam-
wir nicht mehr auf uns bauen können? keitsübungen.
Wer sind wir, wenn unsere Wunden Die Kursgebühr beträgt 80 Euro
und Verletzungen offenbar werden, weil und ist zu Beginn des Kurses beim
wir sie nicht mehr verbergen können? Leiter in bar zu begleichen. Eine
An diesen Schnittstellen in unserem Schnupperteilnahme zum Kennenler-
Leben zeigt sich, wie es wirklich um un- nen ist zum Preis von 8 Euro am ers-
seren Glauben steht. Es entscheidet sich, ten Termin (28. Juni) möglich.
ob wir ihn ernst nehmen, wie weit un-
ser Vertrauen reicht. Es erfordert Mut, Verbindliche Anmeldung:
seine Wunden zu zeigen. Aber nur wer Eine verbindliche Anmeldung für
seine Wunden zeigt – die Einsamkeit, Schnuppertreffen und/oder Kurs ist drin-
die Verwundung, das Ausgesetztsein –, gend erforderlich bei der KEB unter Tel.
kann Rettung, Wärme und Geborgen- Auch die Gruppe aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach erlebte viel Freude und 0 87 31/7 46 20 oder online unter www.
heit erfahren. Ihre Sonja Bachl stärkte ihren Glauben beim „Fest der Jugend“ in Salzburg. Foto: privat keb-dingolfing-landau.de.
XII TERMINE 17./18. Juni 2017 / Nr. 24

Exerzitien / Einkehrtage 15.30 Uhr besteht Gelegenheit zu Begeg- 09 91/91 08-1 13 oder per E-Mail an stifts- Für Pfarrhausfrauen
nung und Austausch für die Angehörigen, musik@kloster-metten.de möglich. Nähe-
Cham, parallel dazu besteht die Möglichkeit der res unter der Tel.-Nr.: 09 91/91 08-1 36. Region Amberg-Schwandorf,
Einzelexerzitien, Fr., 28.7., 18 Uhr, bis betreuten Aktivierung für die demenziell Verabschiedung der langjährigen Vor-
So., 6.8., im Exerzitienhaus Cham. Die von erkrankten Teilnehmer. Ende der Veran- Neusath-Perschen, sitzenden Elisabeth Kodalle mit ge-
Schwester Erika Wimmer und Pater Ja- staltung ist gegen 17 Uhr. Näheres und Abschlusskonzert im Rahmen des 1. mütlichem Abend, Mo., 26.6., 18.30
nusz Turek geleiteten Einzelexerzitien bie- Anmeldung (erbeten) beim Caritasverband Nordbayerischen Zithertags, So., 2.7., Uhr, im Gasthof „Zum Steinköppl“ in Ets-
ten einen intensiven Erfahrungsweg mit Regensburg, Tel.: 09 41/5 02-11 58. 14.30 Uhr, im Kleinen Vortragssaal des dorf. Die Pfarrhausfrauen der Region
durchgängigem Schweigen, persönlicher Freilandmuseums Neusath-Perschen. Zu Amberg-Schwandorf sind eingeladen,
Lebens- und Schriftmeditation, täglichem Windberg, diesem Konzert lädt das Zither-Orchester ihre langjährige Vorsitzende Elisabeth Ko-
Einzelgespräch und Eucharistiefeier. Näheres Segensgottesdienst für alle, die in den Ostbayern, ein überregionales Zither-Pro- dalle zu verabschieden und mit ihr einen
und Anmeldung unter Tel.: 0 99 71/20 00-0. letzten Monaten volljährig geworden jekt des Zitherklubs Regensburg 1884 e. V., gemütlichen Abend zu verbringen. Nähere
sind, So., 9.7., 20 Uhr, in der Jugendbil- ein. Die Leitung hat der Zither-Solist Johan- Informationen und Anmeldung (erforder-
Glaube dungsstätte Windberg (JBW). Die Teilneh- nes Schubert aus Künzell bei Fulda. Der lich bis Mi., 21.6.) bei Beate Huber, Tel.:
mer stellen sich unter Gottes Begleitung, Eintritt ist frei, Spenden sind erbeten. Nä- 0 96 21/49 35 53.
Mallersdorf, um selbst zu guten Wegbegleitern zu heres beim Zitherklub, Tel.: 09 41/9 11 21,
Sonntagsvesper, jeden Sonntag im Kloster werden. Der Gottesdienst findet in Zu- im Internet unter www.zitherklub.de. Für junge Leute
Mallersdorf, Treffpunkt jeweils spätestens sammenarbeit mit der Fachstelle Junge Er-
um 16.45 Uhr an der Klosterpforte. Die wachsene des Bistums Regensburg beim Regensburg, Cham,
regelmäßig stattfindende Sonntagsvesper Samariterbrunnen im Klosterhof statt. Die Konzert der Streicherklassen der HfKM, Scala-Treff, Fr., 28.7. bis So., 30.7., im
mit den Schwestern des Klosters lädt dazu musikalische Gestaltung übernimmt die Di., 20.6., 19 Uhr, in der Hochschule für Exerzitienhaus Cham. Wer eine Berufung
ein, der Hektik zu entkommen, Rast einzule- Band „Rythm Up!“. Näheres bei der JBW, katholische Kirchenmusik und Musikpä- zu einem geistlichen Weg spürt, auf der
gen und Ruhe im Gebet zu finden. Näheres Tel.: 0 94 22/8 24-2 00. dagogik (HfKM) im Regensburger Stadtteil Suche nach seinem Weg und seiner Beru-
bei Schwester Natale Stuiber und Schwester Stadtamhof. Die HfKM lädt alle Interessier- fung ist, der findet in der Berufungsgruppe
Manuela Hegenberger, Tel.: 0 87 72/69-8 59 Domspatzen ten herzlich zu einem Konzertabend der im Geistlichen Zentrum Kloster Cham beim
oder 0 87 72/69-00 (Vermittlung). Streicherklassen ein. Es werden Werke un- Scala-Treff mit Pater Peter Renju das rich-
Regensburg, ter anderem von Ludwig van Beethoven, tige Angebot. „Scala“ bedeutet „Stufen“
Marktredwitz, Kapitelsamt im Dom St. Peter, So., 18.6., Robert Schumann und Eugène Isaye erklin- oder „Treppe“ und erinnert an den Grün-
„Das Bild Christi – ein Spiegel der Zei- 10 Uhr. Das Kapitelsamt wird durch Kanto- gen. Der Eintritt ist frei, Spenden sind er- dungsort der Redemptoristen in Scala in
ten“, Mi., 21.6., 19.30 Uhr, im Katholischen ren- und Gemeindegesang mit Orgelbe- beten. Näheres beim Sekretariat der HfKM, Süditalien. Näheres und Anmeldung beim
Pfarrsaal St. Josef (Bahnhofstraße 11) in gleitung musikalisch mitgestaltet. Näheres Tel.: 09 41/8 30 09-12. Weitere Infos auch Exerzitienhaus, Tel.: 0 99 71/20 00-0.
Marktredwitz. Patricia Steinkirchner gestal- bei den Domspatzen, Tel.: 09 41/79 62-0. im Internet: www.hfkm-regensburg.de.
tet den Abend mit dem Thema „Das Bild Kösching,
Christi – ein Spiegel der Zeiten“ im Rahmen Regensburg, Regensburg, Zeltlager für Jungen im Alter von neun
eines Glaubensseminars. Näheres bei der Pontifikalamt zur Priesterweihe im Zitherkonzert zum Bürgerfest, Sa., 24.6., bis zu 14 Jahren, Sa., 29.7. bis So., 6.8.,
KEB Wunsiedel, Tel.: 0 92 32/88 07 50. Dom St. Peter, Sa., 24.6., 8.30 Uhr. Es sin- 16.30 Uhr, im Großen Saal der Pfarrei Herz beim Schönstattzentrum beim Canisiushof.
gen die Domspatzen unter der Leitung von Marien (Rilkestraße 17) in Regensburg. Die Schönstatt-Mannesjugend lädt Jungen
Nittenau, Domkapellmeister Roland Büchner „Ecce Mitwirkende des Konzerts des Zitherklubs von neun bis zu 14 Jahren, die Abenteuer
Bündnisfeier, So., 18.6., 14.30 Uhr, in der Sacerdos“ von Johann Singenberger, „Mis- Regensburg 1884 e. V. sind unter der Ge- lieben, zu einem Zeltlager mit vielen tollen
Schönstattkapelle des Schönstattzentrums sa de Angelis“ von Wolfram Menschick, samtleitung von Thomas Kessel das Zither- Angeboten ein. Nähere Informationen und
Nittenau (Eichendorffstraße 100). Im An- „Veni Creator“ von Josef Renner jun., „Iam Orchester Ostbayern (Leitung: J. Schubert), Anmeldung (bis Do., 29.6.) bei Jonathan
schluss an die Bündnisfeier gibt es Kaffee non dicam“ von Joseph Hanisch, „Laudate die Seniorengruppe (Leitung: B. Feuerer) Kohler, Espanstraße 59, 86643 Hütting, E-
und Kuchen im Schönstattzentrum. Nähe- Dominum“ von Giovanni Pierluigi da Pales- sowie der Solist Johannes Schubert aus Kün- Mail: jonathan.kohler@smj-ingolstadt.de,
res beim Zentrum, Tel.: 0 94 36/90 21 89. trina, „Tu es Petrus“ von Franz Liszt sowie zell bei Fulda. Karten zu 9 Euro (Aktivkarte 7 Tel.: 0 84 27/98 85 72; Näheres auch beim
„Christus vincit“ von Jules van Nuffel. Or- Euro) gibt es an der Tageskasse; Vorverkauf Schönstattzentrum, Tel.: 0 84 04/9 22-1 04
Nittenau, gelnachspiel: Improvisation. An der Orgel: bei der Tourist-Info Altes Rathaus; Karten- oder 0 84 04/93 87 07-0.
Bündnismesse mit anschließender Lich- Domorganist Professor Franz Josef Stoiber. reservierung unter Tel.: 09 41/9 11 21, im
terprozession, Mo., 19.6., 19 Uhr, in der Näheres unter Tel.: 09 41/79 62-0. Internet: www.zitherklub.de. Kösching,
Schönstattkapelle des Schönstattzentrums Ferienwoche für Mädchen im Alter von
Nittenau (Eichendorffstraße 100). Näheres Musik Schnaittenbach, neun bis zu zwölf Jahren und für Mäd-
beim Zentrum, Tel.: 0 94 36/90 21 89. Offenes Singen auf der Buchberg-Hütte chen im Alter von 13 bis zu 15 Jahren,
Metten, mit bekannten und unbekannten jah- Di., 1.8. bis Sa., 5.8., am Schönstattzen-
Regensburg, Kirchenkonzert, So., 25.6., 16 Uhr, in der reszeitlichen Mundartliedern aus der trum beim Canisiushof. Die Schönstatt-
Wortgottesdienst und Begegnung für Stiftskirche des Klosters Metten. Das Bach- Oberpfalz, So., 2.7., 17-19.20 Uhr, auf Mädchenjugend lädt unter dem Motto „Wir
Menschen mit Demenz und ihre Ange- Trompetenensemble München (Leitung: der Buchberg-Hütte (am Buchberg 1) in – und DU gehörst dazu!“ zu einer Ferienwo-
hörigen: „In deine Hand geschrieben!“, Arnold Mehl) und Edgar Krapp (Orgel) Schnaittenbach. Das offene Singen, zu dem che für Mädchen ein: Es gibt eine Gruppe
So., 9.7., ab 15 Uhr, im Krankenhaus der präsentieren beim Konzert Werke von keine Vorkenntnisse erforderlich sind, leitet für Mädchen von neun bis zu zwölf Jahren
Barmherzigen Brüder (Prüfeninger Straße Michel-Richard Delalande, Louis Marchand, Franz Schötz aus Mitterfels. Der Eintritt ist und eine Gruppe für 13- bis 15-Jährige. Nä-
86) in Regensburg. Um 15 Uhr wird ein Georg Philipp Telemann und Johann Se- frei, um Spenden wird gebeten. Näheres heres und Anmeldung (bis Sa., 15.7.) bei
Wortgottesdienst in der Johannes-von- bastian Bach. Der Eintritt beträgt 18 Euro, und Reservierung bei der Katholischen Er- Franziska Prüller, E-Mail: franziska.pruel-
Gott-Kapelle mit Diakon Ulrich Wabra ge- ermäßigt 15 Euro. Kartenvorverkauf an wachsenenbildung (KEB) Amberg-Sulzbach ler@gmx.de, Tel.: 01 76/70 72 78 36; Nä-
feiert, abgestimmt auf die Bedürfnisse der Pforte des Benediktinerstifts Metten. (Tel.: 0 96 21/47 55 20) oder bei der Stadt heres auch beim Schönstattzentrum, Tel.:
von demenziell erkrankten Menschen. Um Eine Reservierung ist telefonisch unter Schnaittenbach (Tel.: 0 96 22/70 25-0). 0 84 04/9 22-1 04 oder 0 84 04/93 87 07-0.
17./18. Juni 2017 / Nr. 24 TERMINE XIII

Nittenau, 30.6. ist das Büro der KEB Regensburg-Stadt Vermischtes Regensburg,
Zeltlager für Jungen im Alter von neun nicht erreichbar), Tel.: 09 41/5 97-22 31. Führung: „Das vergessene Kleinod –
bis zu 14 Jahren, Sa., 29.7. bis Sa., 5.8., Amberg, die Kirche des ehemaligen Augustiner
beim Schönstattzentrum Nittenau. Das Teisbach, Meditativer Spaziergang: Spaziergang Chorherrenstifts St. Mang“, Fr., 23.6., 14
Team der Schönstatt-Mannesjugend Re- Vortrag mit Diskussion: „Wer war Martin auf dem Franziskusweg „Der Sonnen- Uhr, Treffpunkt am Kirchenportal St. Mang
gensburg schlägt sein Lager wieder in der Luther? Ein katholischer Blick auf Luther“, gesang“ am Mariahilfberg im Sommer, im Regensburger Stadtteil Stadtamhof. Bei
Wildnis auf, um eine Woche Natur pur zu Di., 27.6., 19 Uhr, im Gasthaus Geislinger Mi., 28.6., 18-19.30 Uhr; Treffpunkt am der Führung mit Wilhelm Weber erfahren
genießen. Gemeinsam am Lagerfeuer sit- (Oberer Markt 7) in Teisbach bei Dingolfing. Bergparkplatz (Ecke Forsthaus) auf dem die Teilnehmer vieles über die Geschichte
zen, einen Hajk (Orientierungslauf) bewäl- Im Rahmen der Pfarrforums-Reihe „Ökume- Mariahilfberg in Amberg. Den meditativen der ehemals selbstständigen Stadt Stadt-
tigen, um den Lagerpokal kämpfen, einfach nische Vortrags- und Austauschabende zum Spaziergang begleitet Diplom-Theologe amhof und der Pfarrei St. Andreas/St.
Gaudi machen und sich von der Lagerküche Jahr des Reformationsgedenkens 2017“ Johann Bauer. Der Spaziergang findet bei Magn. Der Referent gibt auch Einblicke in
verwöhnen lassen – das erwartet die Teil- lädt die Katholische Erwachsenenbildung jeder Witterung statt. Es wird keine Teil- die Baugeschichte und Renovierungen der
nehmer des Zeltlagers unter anderem. Der (KEB) Dingolfing-Landau zusammen mit nahmegebühr erhoben. Anschließend Kirche im Wandel der Zeit und gibt einen
Preis für Übernachtung, Vollpension und den Pfarrgemeinden Teisbach-St. Vitus, (nach Vereinbarung) Einkehr in der Berg- Überblick über die verschiedenen kirchli-
Eintritte beträgt 110 Euro, für Brüder je 100 Dingolfing-St. Johannes und Dingolfing-St. wirtschaft. Nähere Informationen und chen Orden. Näheres bei der KEB Regens-
Euro. Anmeldung (bis Ende Juni) an: Bene- Josef sowie Gottfrieding-St. Stephanus zu Anmeldung bei der Katholischen Erwach- burg-Stadt, Tel.: 09 41/5 97-22 31.
dikt Traidl, Frankenthal 2, 93179 Brennberg; diesem Vortrags- und Diskussionsabend mit senenbildung (KEB) Amberg-Sulzbach, Tel.:
weitere Infos bei Josef Hetzenecker, Tel.: dem Referenten Dr. Stephan Mokry (Refe- 0 96 21/47 55 20. Regensburg,
01 51/26 51 79 16, oder Pfarrer Adolf Schöls, rent für Theologie und Ethik aus München) Führung: „Achtsamkeit ‚to go‘ – XL“, Sa.,
Tel.: 0 94 36/90 32 79; Näheres auch beim ein. Näheres bei der KEB Dingolfing-Landau, Dingolfing-Landau, 1.7., 10 Uhr, Treffpunkt am Pylonentor in
Schönstattzentrum, Tel.: 0 94 36/90 21 89. Tel.: 0 87 31/7 46 20. Geführte Pilgerwanderung auf dem Pil- Stadtamhof (Am Protzenweiher 1). Einen
gerweg „Stille Wege. Starke Menschen“ Tag lang alles hinter sich zu lassen und Fra-
Nittenau, Kurse / Seminare von Oberdingolfing nach Mamming, Sa., gen nachzugehen wie zum Beispiel: Was
Ferienwoche für Mädchen im Alter von 24.6., Treffpunkt zum Abmarsch um 9 Uhr trage ich mit mir? Wonach sehne ich mich?,
acht bis zu zwölf Jahren, Mo., 31.7., 17 Johannisthal, an der Kirche in Oberdingolfing. Angeleitet dazu lädt die Führung mit Nicole Balej und
Uhr, bis Fr., 4.8., 13 Uhr, im Schönstattzen- Meditative Fotografie: „Im Alltäglichen von der ausgebildeten Pilgerbegleiterin Christian Heitzer bei achtsamem Gehen,
trum Nittenau. Unter dem Motto „Simsa- das Besondere entdecken“, Fr., 28.7., 18 Martina Dorfmeister werden die Teilneh- Stille, Muße, Zeit für sich allein sowie auch
la Grimm“ erwartet die teilnehmenden Uhr, bis So., 30.7., 13 Uhr, im Diözesan- menden in Impulsen und Übungen von der beim Genießen der Momente in der Natur
Mädchen bei der Ferienwoche eine Zeit Exerzitienhaus Johannisthal bei Windisch- Pilgerstrecke auf den eigenen Lebensweg im Hier und Jetzt ein. Näheres und Anmel-
voller Abenteuer und Spaß. Zum Ende der eschenbach. Meditative Fotografie ist hingeführt, erhalten Informationen und dung bei der KEB Regensburg-Stadt (von
Woche sind die Eltern, Geschwister und nicht nur eine der effektivsten Methoden, Anregungen zu den am Weg befindlichen Mo., 26.6. bis Fr., 30.6. ist das Büro der KEB
Verwandte der Teilnehmerinnen herzlich um fotografisch sehen zu lernen. Durch Kultur-, Natur- und Glaubensschätzen. Die Regensburg-Stadt nicht erreichbar), Tel.:
zu einer heiligen Messe in der Schönstatt- Konzentration und ein bewusstes inneres Route von etwa 14 Kilometern führt über 09 41/5 97-22 31.
kapelle eingeladen. Anschließend ist fro- Fokussieren kann die oder der Fotografie- Wander- und Feldwege sowie Nebenstra-
her Ausklang bei Kaffee und Kuchen. Der rende auch einen neuen Zugang zu den ßen von Oberdingolfing bis nach Mam- Spindlhof,
Teilnahmebeitrag beträgt 95 Euro. Nähere Wundern der Schöpfung finden. Elemente ming, wo am Nachmittag gegen 15 Uhr Einführungsveranstaltung zur Ausstel-
Informationen und Anmeldung (bis spä- des Kurses mit Georg Schraml sind eine eine Einkehr in einem Gasthaus die Tour lung „Gott liebt die Fremden. Biblische
testens Mo., 24.7.) bei Franziska Sporer, Einführung in die meditative Fotografie, abrunden wird. Für ausreichend Getränke, Herausforderungen“ (Ausstellungsdau-
Tel.: 01 70/9 71 62 05, E-Mail: schoenstatt- eine Fototour, Naturerlebnisse, Bildbespre- Wegzehrung und der Witterung angepass- er: Mo., 19.6. bis Sa., 8.7.), Mo., 26.6.,
mjfregensburg@freenet.de, oder beim chung und Bildbearbeitung. Näheres und te Wanderkleidung ist zu sorgen. Nähere 19 Uhr, im Diözesan-Bildungshaus Schloss
Schönstattzentrum, Tel.: 0 94 36/90 21 89. Anmeldung unter Tel.: 0 96 81/4 00 15-0. Informationen und Anmeldung bei der Spindlhof in Regenstauf. Die Einführungs-
Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) veranstaltung leitet Diplom-Theologin Bea-
Vorträge Weltenburg, Dingolfing-Landau, Tel.: 0 87 31/7 46 20. te Eichinger. Die Ausstellung, die während
Kurs: Kalkmalerei/Fresko, Mi., 12.7., 18 der Ausstellungsdauer (19.6. bis 8.7.) tags-
Amberg, Uhr, bis Fr., 14.7., etwa 13.30 Uhr, in der Johannisthal, über im Foyer von Schloss Spindlhof öffent-
Vortrag zum Reformationsjubiläum: „Die Benediktinerabtei Weltenburg bei Kel- Sanftes Fasten und Wandern nach Hil- lich zugänglich ist, erinnert in zwölf Tafeln
Reformation und das Buch“, Mo., 26.6., heim. Die Wandmalerei gehört zu den degard von Bingen – Entschlacken und an prominente biblische Fremde, von Abra-
19.30 Uhr, im Gemeindehaus der Erlöserkir- frühesten Kulturleistungen der Mensch- Entgiften auf natürliche Weise, So., ham bis hin zu Maria, Josef und Jesus als
che in Amberg. Referent des Abends ist Dr. heit. Im Laufe ihrer jahrtausendealten 30.7., 18 Uhr, bis Fr., 4.8., 9.30 Uhr, im Flüchtlingsfamilie. Sie stellt die biblischen
Bernhard Lübbers. Näheres bei der Katho- Geschichte hat sich diese Malkunst nicht Diözesan-Exerzitienhaus Johannisthal bei Schutzgebote für Ausländer zusammen
lischen Erwachsenenbildung (KEB) Amberg- nur stilistisch, sondern auch in ihren Tech- Windischeschenbach. Die heilige Hildegard und schlägt die Brücke zu konkreten Hand-
Sulzbach, Tel.: 0 96 21/47 55 20. niken in großer Vielfalt entwickelt. Unter empfiehlt das Fasten als Universalmittel lungsorientierungen heutiger Tage. Näheres
den verschiedenen Verfahren gewann gegen vielerlei Beschwerden. Beim Fasten beim Bildungshaus, Tel.: 0 94 02/93 54-0.
Regensburg, das Fresko besondere Bedeutung. Im Kurs nach Hildegard von Bingen unter naturheil-
Vortrag in der Reihe „Bibel im Café“: mit Pfarrer Yordan Pashev können sich In- kundlicher Betreuung werden Wanderun- Thiersheim,
„Alles Luther, oder was?“, Fr., 30.6., 9.30 teressierte diese Technik aneignen, mit in gen, Meditation, Entspannung, Schweigen Ökumenische Studienfahrt in die Lu-
Uhr, im Café Pernsteiner in Regensburg. Der Wasser angerührten Farbpigmenten auf und heilsame Körperübungen Körper, Geist therstadt Coburg, Sa., 24.6., 7.30 Uhr,
Vortragsvormittag mit den Referenten Max noch feuchtem Kalkputz ihr Bild malen und und Seele stärken; dabei wird das Wohl- Abfahrt in Thiersheim. Zur Bildungsfahrt
Lehnert und Pfarrer Wolfgang Lahoda lädt anschließend die selbst geschaffene Tafel befinden steigen, und es werden überflüs- zum Reformationsgedenken laden die Ka-
Interessierte ein, in Fragen und Antworten mit nach Hause nehmen. Material kann sige Pfunde ganz nebenbei schwinden. tholische Pfarreiengemeinschaft und die
Martin Luther näherzukommen. Näheres beim Kursleiter bezogen werden. Näheres Referentin ist Angelika Seidl. Nähere Infor- Evangelische Kirchengemeinde Thiersheim
bei der Katholischen Erwachsenenbildung und Anmeldung beim Gästehaus der Abtei, mationen und Anmeldung beim Exerziti- ein. Näheres bei der KEB Wunsiedel, Tel.:
Regensburg-Stadt (von Mo., 26.6. bis Fr., Tel.: 0 94 41/67 57-5 00. enhaus, Tel.: 0 96 81/4 00 15-0. 0 92 32/88 07 50.
XIV UNSER BISTUM 17./18. Juni 2017 / Nr. 24

Schwerpunkt Umweltbildung
Neue Prämien Sommer-Ferienprogramm in Jugendbildungsstätte Windberg

für Ihre Empfehlung! WINDBERG (esch/md) – Es sind


zwar noch einige Wochen hin bis
die jeweils einwöchigen Freizeiten für
Mädchen (30. Juli bis 5. August) und
zu Beginn der Sommerferien. daran anschließend für Buben (6. bis
Überzeugen Sie Freunde, Verwandte
Doch überlegen sich schon jetzt 12. August), die bei den Älteren als
oder Bekannte von einem Abo manche Kinder und Jugendliche „Mäfrei“ und „Bufrei“ bekannt sind.
der Katholischen SonntagsZeitung oder deren Eltern, wie die Ferien Sie werden nach Auskunft von Barba-
und Sie erhalten eines unserer sinnvoll gestaltet werden können. ra Kagerer bewusst getrennt durchge-
attraktiven Geschenke. Mitten in den Vorbereitungsar- führt, „weil es sich herausgestellt hat,
beiten für die Gestaltung und den dass die Kinder und Jugendlichen in
Ablauf des Sommerprogramms der Altersgruppe von 9 bis zu 15 Jah-
WESCO Flötenwasserkessel befindet sich auch das Betreuer- ren auch gerne einmal unter sich sind

„Cookware Retro“ team der Jugendbildungsstätte und sich dabei ungeniert ohne Beob-
Windberg (JBW). „Nichts“, so ihr achtung des anderen Geschlechts be-
Für alle Herdarten geeignet, auch
für Induktion, 2 l Fassungsvermögen. Leiter, Franz Xaver Geiger, „soll wegen wollen“.
Material: Edelstahl, pulverbeschichtetes dem Zufall überlassen werden.“ Für Mädchen, die noch nicht län-
Stahlblech. Farbe: weiß. gere Zeit alleine unterwegs waren oder
Die hauptamtlich in der JBW tä- sogar zum ersten Mal ohne Eltern von
tige Mannschaft mit ihrem Stellver- daheim weg sind, besteht die Mög-
treter Pater Felix Biebl, der Diplom- lichkeit, vom 23. bis zum 25. Juni ein
Media Markt Geschenkkarte Sozialpädagogin Katrin Hanwalter, Schnupperwochenende, eine Art klei-
der Diplom-Biologin Barbara Kage- ne Mäfrei, im Kreise Gleichaltriger (8

im Wert von 50 Euro


Bundesweit einlösbar in allen Media
rer, dem Diplom-Theologen Sebas- bis 10 Jahre) mitzumachen.
Markt Filialen und im Media Markt tian Knipper und der Praktikantin Als „Naturdetektive unterwegs“
Online Shop. im Freiwilligen Ökologischen Jahr, können sich am Wochenende vom
Johanna Weigl, sind voll damit be- 14. bis zum 16. Juli junge Forsche-
schäftigt, alles zu tun, damit sie rinnen und Forscher auf Spurensuche
ihre verantwortungsvolle Aufgabe begeben. Das Schärfen der Sinne für
gegenüber den Teilnehmern an Se- die Umwelt, das Forschen, Spielen
Trolley- und Taschenset, minaren, Freizeiten und Workshops und Basteln stehen im Mittelpunkt

4-teilig gerecht werden können. dieses Angebotes für junge Leute


2 Trolleys (ca. B 42 x H 63 x T 24 cm Dabei haben sie sowohl die eigenen von 9 bis zu 13 Jahren. Sie werden
und ca. B 36 x H 54 x T 21 cm),
1 Tasche zum Aufstecken auf das
Angebote im Blick als auch die vielen, dazu ein Labor aufbauen und dabei
Trolleygestänge und 1 Kosmetiktasche. die in Zusammenarbeit mit Schulen, die neu angeschafften Binokulare mit
Aus strapazierfähigem Polyester. Betrieben oder Vereinen durchge- ergänzendem Equipment einsetzen.
Farbe: schwarz. führt werden, wie die „Tage der Ori- Zum gleichen Termin findet das
entierung“, „Naturerlebnistage“ oder Bienenseminar „Coole Typen und
das neue Modellprojekt „Bildung für tolle Bienen“ für Kinder und Ju-
Weitere attraktive Geschenke finden Sie auf unserer Homepage:

www.katholische-sonntagszeitung.de
nachhaltige Entwicklung in Bildungs- gendliche von 10 bis zu 15 Jahren
einrichtungen in Ostbayern“. statt. Hautnah wird ein Einblick in
Prämienauslieferung spätestens 8 Wochen nach Eingang der Abonnementgebühr.
Für Geschenk-Abonnements und Werbung von im gleichen Haushalt lebenden Personen Seit jeher ist einer der Schwerpunk- das Leben und Arbeiten mit Bienen
dürfen keine Prämien gewährt werden. ✂ te in Windberg die Umweltbildung. vermittelt. Das Seminar wird in Zu-
Bitte ausfüllen und einsenden an:
Sie zieht sich wie ein roter Faden durch sammenarbeit mit dem staatlichen
Katholische SonntagsZeitung · Leserservice · Postfach 11 19 20 · 86044 Augsburg die Angebote. Die konsequente Arbeit Bienenfachberater der Regierung von
in diesem Bereich wurde zuletzt mit Niederbayern durchgeführt.
Ich habe den neuen Leser vermittelt.
Bitte senden Sie mir das angekreuzte Geschenk: der Vergabe des Umweltsiegels und
Flötenwasserkessel Media Markt Geschenkkarte Trolley- und Taschenset der Berechtigung zur Führung der Be- Hinweis:
9003168 6418805 2731071 zeichnung Umweltstation durch die Weitere Informationen und Anmel-
bayerische Umweltministerin Ulrike dungen zu den verschiedenen Angebo-
Vorname / Name
Scharf gewürdigt. ten unter Tel.: 0 94 22/8 24-2 00 oder
Straße / Hausnummer PLZ / Ort
Ein weiteres Markenzeichen der per E-Mail an: kontakt@jugendbil-
Windberger Bildungseinrichtung sind dungsstaette-windberg.de.
Ich bin der neue Leser.
Schicken Sie mir die „Katholische SonntagsZeitung“ für mindestens ein Jahr und darüber hinaus
bis auf Widerruf. Die Kündigungsfrist beträgt 6 Wochen zum Quartalsende.
Verschwundene Dörfer in Böhmen
Vorname / Name
SPEINSHART (pas/md) – Unter der sen). Infolge des Zweiten Weltkriegs
Straße / Hausnummer PLZ / Ort
Leitung von Alexej Kokorev, Lehrer musste die deutsche Bevölkerung
am Gymnasium in Cheb (deutsch: Böhmen verlassen. Nur noch Mau-
Ich wähle folgende Zahlungsweise:
Bequem und bargeldlos durch 1/4-jährliche Bankabbuchung von EUR 24,45.
Eger), führt die Internationale Be- erreste und Friedhöfe erinnern an
gegnungsstätte Kloster Speinshart zahlreiche Ortschaften, die einst auf
IBAN BIC
am Samstag, 1. Juli, von 9 bis etwa böhmischer Seite standen.
16 Uhr eine Tagesfahrt nach Böh- Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist,
Gegen Rechnung zum Jahrespreis von EUR 97,80.
men durch. Die Exkursion beginnt ist eine Anmeldung bis 26. Juni erfor-
✗ am Parkplatz Gereon-Motyka-Sied- derlich per E-Mail: info@kloster-speins-
Datum / Unterschrift lung und führt zu sogenannten „ver- hart.de oder Tel.: 0 96 45/601 39 601.
schwundenen Dörfern“ im Grenzge- Die Teilnahmegebühr von 50 Euro
Ja, ich möchte den Newsletter der „Katholischen SonntagsZeitung“ kostenlos per E-Mail beziehen.
biet. Die Orte, die besichtigt werden, schließt das Mittagessen in Tschechien
heißen Dubina (Eichelberg), Rybáře mit ein und ist in bar zu entrichten. Fes-
SZR

E-Mail
(Fischern) und Pomezná (Markhau- tes Schuhwerk ist erforderlich.
17./18. Juni 2017 / Nr. 24 UNSER BISTUM XV

Ein Leben für die Kinder Neue Messdiener


PÖNNING (sv) – Neun neue Mess-
Für Brunnen und Ofen
AITERHOFEN (sv) – Die stolze
Caritas veranstaltet „Dialogabend Janusz Korczak“ diener verstärken nun die Ministran- Summe von 1100 Euro haben Pfarr-
tenschar der Expositur St. Martin in gemeinderatssprecher Manfred Sag-
REGENSBURG (ca/md) – Der Äußerte für deren Rechte, schrieb Pönning. Pfarrer Markus Daschner stetter, weitere Pfarrgemeinderatsmit-
Caritasverband Regensburg hat Kinderbücher und Fachliteratur, und die beiden Oberministrantin- glieder und Pfarrer Johann Christian
am Internationalen Kindertag den leitete Waisenhäuser. Kneip zeigte nen Janike Riedl und Sophia Satt- Rahm in Aiterhofen an die General-
„Dialogabend Janusz Korczak“ auch den Schwarz-Weiß-Kurzfilm ler hießen Ben Heinrich, Johannes oberin des Franziskanerinnen-Klos-
veranstaltet. Der bedeutende pol- „Die Steine weinten: Über Leben Schneider, Leonie Lazarus, Katharina ters, Anita Heimerl, übergeben. Das
nische Pädagoge und Kinderarzt und Tod des Janusz Korczak“, getra- Schwanzer, Emily Wimmer, Han- Geld soll deren brasilianische Mit-
formulierte als Erster die Rechte gen von Zitaten des Pädagogen aus nah Wimmer, Thomke Riedl, Jonas schwester Neuza bekommen, damit
für Kinder – und starb für seine seinen Veröffentlichungen, unter- Huber und Lukas Schneider herz- sie in ihrer Gemeinde in Mosambik
Überzeugungen. In diesem Jahr malt von leiser Klaviermusik. lich willkommen. Pfarrer Daschner einen Brunnen für sauberes Trink-
ist sein 75. Todestag. Danach referierte Ursula Lutz, dankte auch den Eltern für ihre Be- wasser bauen und einen Holzofen
Caritas-Fachberaterin für Kinderta- reitschaft, die Kinder Gottes Liebe anschaffen kann, um die Kinder dort
Wie soll man ein Kind lieben? geseinrichtungen, über Korczaks pä- und Nähe erfahren zu lassen. besser versorgen zu können.
Diese Frage zieht sich wie ein roter dagogisches Werk. Eines seiner be-
Faden durch das Leben des polni- deutendsten Bücher trägt den Titel
schen Kinderarztes und Pädagogen „Wie man ein Kind lieben soll“. Der

�ir
Janusz Korczak. Anfang der 1920er- Pädagoge rät darin, die Individuali-
Jahre schrieb er in seiner „Magna tät sowohl des Kindes als auch des

�ratulieren
Charta Libertatis“ über die Grund- Erziehers zu achten. Wer im Sinne
rechte von Kindern beispielweise Korcaks erziehen möchte, dem emp-
das uneingeschränkte Achten ihrer fahl die Caritasexpertin: „Lassen Sie
Persönlichkeit auf. Jahrzehnte spä- sich auf eine achtsame Begegnung

von �e��en
ter entwickelte sich daraus die UN- mit Kindern ein. Hören Sie zu, was
Kinderrechtskonvention. sie erzählen, beobachten Sie, was sie
In diesem Jahr ist der 75. Todes- tun, reagieren Sie besonnen.“
tag von Janusz Korczak, der zu den Der Kinderarzt Korczak betrach-
einflussreichsten Pädagogen des 20. tete Musik als wichtigen Bestandteil
Jahrhunderts zählt. Beim Dialog- pädagogischer Arbeit, und so ge-
abend im Uni-Kindergarten „Augus- staltete Monja Markard den Abend
tinushaus“ erinnerten die Referenten musikalisch. Die Sängerin und Stu- Zum Geburtstag Hausmann (Hirschau), Edgar Mai-
an das Leben und Wirken des Man- dierende an der Caritas-Fachakade- er (Mühlhausen) am 20.6., Karin
nes und fragten: „Was können wir mie für Sozialpädagogik präsentierte Anna Bäumler (Kreith) am 23.6. zum Pröls (Hirschau), Maria Putzer
heute noch von ihm lernen?“ Diö- Lieder aus der Lebenszeit Korczaks, 88., Josef Bayer (Kadlitz) am 11.6. (Moosbach/Opf.) am 22.6.
zesan-Caritasdirektor Michael Weiß- beispielsweise von den Comedian zum 99., Gerhard Brandl (Hausen)
mann gab in seinen Begrüßungswor- Harmonists. am 21.6. zum 74., Anna-Maria Gerl 70.
ten bereits eine erste Antwort, indem Zurück zur Frage: Wie soll man (Mitterschneidhart) am 23.6. zum 71.,
er Korczak mit folgenden Worten ein Kind lieben? Die Teilnehmer der Lothar Böppler (Hirschau), Man-
Adolf Graf (Pottenstetten) am 18.6.
zitierte: „Kinder werden nicht erst zu Veranstaltung erfuhren, wie Korczak zum 86., Gabriele Haberl (Mühl- fred Hellbach (Hirschau), Thea
Menschen, sie sind es heute schon.“  selbst sie beantwortete – nicht nur hausen) am 19.6. zum 73., Theres Kreitinger (Hirschau), Barbara
Matthias Kneip, Schriftsteller in seinen Schriften, sondern auch in Hammer (Pittersberg) am 21.6. zum Reindl (Hirschau), Helmut Spor-
und bekannter Polen-Experte, stellte seinem Handeln: Am 5. August 1942 88., Johann Hofmeier (Neumarkt/ rer (Hirschau)
die Biografie und die Persönlichkeit transportierte die Schutzstaffel (SS) Opf.) am 15.6. zum 92., Friedrich
Janusz Korczaks vor, der vermutlich „seine“ Kinder aus dem Waisenhaus Krichbaum (Herrnwahlthann) am 60.
1879 in Warschau geboren wurde. ins Vernichtungslager Treblinka ab. 19.6. zum 81., Helmut Obernber-
Sein Leben widmete Korczak den Er begleitete sie, obwohl er wusste, Reiner Hartmann (Moosbach/
ger (Herrnwahlthann) am 22.6. zum
Kindern: Er engagierte sich bis aufs dass dies seinen Tod bedeutete. 73., Johann Pröls (Leuchtenberg) am Opf.) am 20.6.
24.6. zum 82., Rosa Schnell (Mühl-
hausen) am 24.6. zum 91., Alfons Hochzeitsjubiläum
Schorf (Niederhornbach) am 23.6.
zum 87., Dietmar Schulz (Unter- 50.
schneidhart) am 22.6. zum 76., An-
Agnes und Johann Uschold (Moos-
gela Späth (Kreith) am 18.6. zum 81.
bach/Opf.) am 23.6.
85.
Anna-Maria Bennerl (Moos-
bach/Opf.) am 24.6., Anna Maria Ve r s c h ie d e n e s
Schmid (Hirschau), Betty Schwarz Devotionalien, Kunst und Bücher!
www.st-peter-buchhandlung.de
(Hirschau)
80. Tel.: 09631 / 7200

Albert Fink (Hirschau), Andreas Ste l le n g e s u c h


Gast (Hirschau), Edeltraud Lang
Ich suche eine Anstellung als Küster/
(Hirschau), Betti Peteratzinger Mesner an einer Wallfahrts- oder Pfarr-
(Hirschau), Johann Stubenvoll kirche ab 2018 auf 450-Euro-Basis. Ich
kenne mich in der katholischen Liturgie,
(Hirschau) in Kirchenraum und Sakristei recht gut
aus, allerdings könnten mir regionale

Die Akteure des Abends (von links): Monja Markard, Caritas-Abteilungsleiter


75. Besonderheiten unbekannt sein.
Eine kleine Wohnung in der Nähe ist
notwendig. Wenn Sie weitere Angaben
Robert Seitz, Augustinushaus-Leiterin Brunhild Hering, Dr. Matthias Kneip, Diözesan- Albertine Forster (Hirschau), Anna wünschen, schreiben Sie mir bitte an
E-Mail: ma-in-ka@web.de
Caritasdirektor Michael Weißmann und Ursula Lutz. Foto: Caritas Regensburg Gebhard (Hirschau), Waldtraud
XVI FORTSETZUNGSROMAN 17./18. Juni 2017 / Nr. 24

1
Der Buchbergerhof lag mir?“, musste sie wieder einmal
etwas außerhalb des denken. „Du könntest ein Italie-
Dorfes in einem son- ner sein“, bemerkte sie plötzlich.
nigen Tal. Im Süden Lore war ein zurückhaltender Typ,
konnte man bei schö- und Liebesschwüre kamen ihr nur
nem Wetter von seinen drei über- schwer über die Lippen.
einanderliegenden Balkonen die „Sie ist nicht leicht zu erobern ge-
blaue Silhouette des „Wilden Kai- wesen“, dachte Stefan hingegen, als
sers“ erkennen, im Osten erhob sich er ihren Blick erwiderte. „Aber mei-
der Hochgern und im Westen der ne Ausdauer hat sich gelohnt.“ End-
Geigelstein. Ging man um den Hof lich gehörte ihm ihr Herz, und dies
herum zur Tenne hin, vorbei an der machte ihn glücklich und gelöst,
Fassade, die bis zum Giebel hinauf gab ihm Kraft für sein Studium.
mit wildem Wein bewachsen war, so „Deine braune Haut, das schwar-
erblickte man von hier aus die hü- ze Haar, die dunklen Augen, dein
geligen Ausläufer der Hochplatte. schmales Gesicht“, sprach sie in
Der Hof war einer der stattlichs- leicht neckendem Tonfall weiter,
ten und größten in Hinterbrand. ihn ungeniert betrachtend. „Italie-
Ein dichter Laubwaldgürtel schütz- ner sind meistens klein“, erwiderte
te das Anwesen vor kalten Herbst- er ein wenig ernüchtert. „Eher ein
und Schneestürmen, und eine sanft Römer als ein Sizilianer“, scherzte
abfallende Wiese führte zu einem sie übermütig weiter. „Du hast auch
kleinen See. Kirschbäume säumten eine so kühn geschwungene Nase.“
die schmale Zufahrtsstraße. Sie fuhr mit ihrem Zeigefinger sei-
Es war ein warmer Juniabend, nen leicht gebogenen Nasenrücken
als Lore Buchberger die Straße Lore lebt mit ihren Eltern und ihrem Bruder Markus auf einem entlang.
entlangradelte. „Bald sind die Kir- stattlichen Hof etwas außerhalb des Dorfes. Die junge Bauern- Stefan schüttelte den Kopf. „Du
schen reif, wenn das sonnige Wetter tochter ist glücklich: Das Wochenende steht vor der Tür, die Sonne bist ein seltsames Mädel“, meinte
anhält“, dachte Lore gut gelaunt. scheint und Lore ist verliebt. er nachdenklich. „So eine wie dich
Die junge Bauerstochter freute sich hab ich noch nie kennengelernt.
schon auf die süßen Herzkirschen, Nichts mehr war übrig von der gu- und schlüpfte dabei aus Hemd und Aber gerade deshalb mag ich dich so
die sie so gerne aß. Dann blickte ten Laune, die sie gerade noch emp- Hose, um sich gleichfalls in das fri- gern.“ Er sah sie verliebt an. „Nur
sie zum See hin, der wie ein blau- funden hatte. sche Wasser zu stürzen. „Huch, ist ein wenig abwesend bist du manch-
er Spiegel, von keinem Windhauch Trotzdem oder gerade weil da- das kalt!“, prustete er. „Wie hältst mal. Da möchte ich gern wissen,
getrübt, hinter der blühenden Wie- heim wieder einmal dicke Luft du das nur aus?“ Er gab ihr einen was du gerade denkst. So ganz und
se lag. Unbedingt wollte sie heute, herrschte, wollte sie zum See hi- flüchtigen Kuss, als er sie erreicht gar werde ich dich wohl nie ergrün-
nach der für die Jahreszeit unge- nunter. Sie würde sich gar nicht hatte, kraulte noch ein paar Meter den“, fuhr er sinnierend fort. „Da
wöhnlichen Hitze des Tages, noch bei ihrer Familie blicken lassen. So in den See hinaus, machte dann gibt es nichts zu ergründen“, erwi-
ein erfrischendes Bad nehmen. schlich sie leise die steile Treppe zu aber schnell wieder kehrt. „Ich hab derte sie lächelnd. „Ich habe keine
„Wer hat schon das Glück, dass ihrem Zimmer hinauf, um sich ih- dich erst morgen erwartet“, sagte Geheimnisse.“ „Wirklich nicht?“
das eigene Grundstück bis zum See ren Badeanzug zu holen und dann Lore, als sie beide am Ufer standen. Er zog sie wieder an sich, küsste sie
reicht“, dachte sie schmunzelnd. unbemerkt das Haus wieder zu ver- Der Glanz in ihren klaren, blauen behutsam auf die Lippen. Er freute
Schon in der Schulzeit hatten ihre lassen. Sie hatte keine Lust, sich in Augen drückte dabei aber deutlich sich auf das Wochenende mit ihr.
Freundinnen sie um den Badesee die ständigen Auseinandersetzun- ihre Freude aus, ihn schon einen Lore entzog sich ihm nun lä-
beneidet. gen zwischen Bruder und Eltern hi- Tag früher zu sehen. chelnd. „Mir ist ein wenig kalt“, be-
Beim Haus angekommen, lehn- neinziehen zu lassen. „Ich hab’s in München nicht merkte sie. „Die Sonne geht gleich
te sie ihr Fahrrad an die noch son- Niemand bemerkte sie, und so mehr ausgehalten“, flüsterte er ihr unter.“ Lore zog sich ihren Pulli
nenwarme Hausmauer. Bello, der radelte sie fünf Minuten später über zärtlich zu. „Ich hatte solche Sehn- über, denn es wurde wirklich ein
alte Hofhund, der schläfrig auf den Wiesenpfad zum See hinunter. sucht nach dir.“ Lore versuchte, ihn wenig kühl. Ein Schatten legte sich
dem Pflaster lag, hob nur müde Sofort stürzte sie sich in das klare, nicht ernst zu nehmen. „Ach, dir war über ihr Gesicht.
den Kopf, als er sie bemerkte. Von blaue Wasser, das von einem Ge- es in der Stadt doch bloß zu heiß“, „Was hast du denn plötzlich?“,
draußen hörte sie durch die offen birgsbach gespeist wurde und des- erwiderte sie scherzend, „sonst fragte Stefan besorgt. „Ist es, weil
stehende Haustür lautes Stimmen- halb auch im Hochsommer nie wär- kommst du doch auch immer erst mich deine Eltern immer noch nicht
gewirr, und ihre hohe, runde Stirn mer als zwanzig Grad wurde. Lore am Samstag.“ Stefan trocknete sich so ganz als zukünftigen Schwieger-
kräuselte sich dabei besorgt. „Strei- machte das nichts aus. Sie liebte das ab. „Nein, im Ernst“, erwiderte er sohn akzeptieren?“ Lore lächelte
ten sich die Eltern denn schon wie- kalte Wasser, es erfrischte und be- und legte drei Finger an seine Brust. schwach und winkte ab. „Das ist
der mit Markus?“, fuhr es ihr durch lebte sie. Als sie nach einigen Minu- „Dieses Mal war die Sehnsucht nach nicht der Grund. Sie mögen dich
den Kopf, und ihre gute Laune trüb- ten zurückschwamm, bemerkte sie dir nicht mehr auszuhalten.“ schon. Aber über eine Hochzeit
te sich dabei zusehends. „Warum ist in der Ferne einen Radler zwischen „Und warum auf einmal?“, fuhr sollten wir jetzt noch nicht reden.
der Markus nur so unzuverlässig den Kirschbäumen. Die Gestalt sie fort, ihn zu necken, obwohl ihr Wir kennen uns doch erst ein halbes
und leichtfertig?“, dachte sie weiter, kam rasch näher, und bald erkannte Herz immer noch schneller klopfte. Jahr“, antwortete sie ausweichend.
als sie den kühlen, feuchten Flur be- Lore darin ihren Freund Stefan. „Bisher hast du es doch auch immer
trat, in dem es nach frisch gemolke- Ihr Herz schlug schneller bei sei- ohne mich ausgehalten.“ Sie setzten
ner Milch und auch ein klein wenig nem Anblick, zumal sie völlig über- sich auf den Baumstamm, der letz- Fortsetzung folgt
nach Stall und Heu roch. rascht war, dass er heute schon kam. ten Sommer an einem verregneten,
„Das kannst du doch nicht ma- Sie hatte ihn erst morgen erwartet. stürmischen Tag angeschwemmt
chen!“, hörte sie nun den Vater „Sicher hat Stefan den Streit zwi- worden war und den Lore an Land Kein anderes Leben,
durch die gleichfalls offen stehende schen den Eltern und dem Bruder gezogen hatte. „Wir wachsen eben Angelika Oberauer,
Küchentür schreien. „Gehst jede mitbekommen, als er mich abho- immer mehr zusammen“, bemerk- © Rosenheimer
Woche zwei, drei Mal auf ein ande- len wollte“, musste sie dann jedoch te er leise und drückte dabei ihre Verlagshaus
res Fest und lässt die Sabine in ih- mit einem unangenehmen Gefühl Hand. Lore glaubte ihm nur zu ger- GmbH & Co. KG
rem Zustand allein daheim sitzen!“ denken. „Ich hab dich schon von ne. Sie warf ihm von der Seite her Rosenheim 2013,
Darum geht es also wieder einmal. der Straße aus gesehen“, rief er ihr einen glücklichen Blick zu. „Gehört ISBN:
Lores Gesicht verfinsterte sich. eine Minute später vom Ufer aus zu, dieser schöne, kluge Mann wirklich 978-3-475-54196-4
17./18. Juni 2017 / Nr. 24 PROGRAMMTIPPS 13

SAMSTAG 17.6. Für Sie ausgewählt


▼ Fernsehen
15.10 BR: Glockenläuten aus der Basilika Sankt Peter in Dillingen.
 23.35 ARD: Das Wort zum Sonntag. Pastorin Elisabeth Rabe-Winnen, Lengede.
▼ Radio
6.20 Deutschlandfunk Kultur: Wort zum Tage. Pastoralreferentin Maria-
Anna Immerz, Augsburg (kath.).
10.00 Radio Horeb: Heilige Messe zum Hörertreffen in Balderschwang.
Zelebrant: Bischof Konrad Zdarsa, Augsburg.

SONNTAG 18.6.
▼ Fernsehen
 9.30 ZDF: Katholischer Gottesdienst aus der Gemeinde Sankt Maximilian
in München. Mit Pfarrer Rainer Schießler.
 16.30 ARD: Gott und die Welt. Wir machen weiter. Wie geht es nach zwei
Jahren Flüchtlingsarbeit den Helfern? Reportage.
▼ Radio
8.35 Deutschlandfunk: Am Sonntagmorgen. Religiöses Wort. Strafrecht in
einer Kirche der Liebe? Von Sabine Demel (kath.).
10.00 Radio Horeb: Abschlussmesse zum Hörertreffen in Balderschwang.
Zelebrant: Pfarrer Richard Kocher.
10.05 BR1: Katholische Morgenfeier. Domvikar Reinhard Kürzinger, Eichstätt.

MONTAG 19.6. Familiendrama in Südafrika


▼ Fernsehen Auf einer Farm in Südafrika führen Hanna (Anneke Kim Sarnau) und Hel-
20.15 3sat: Capri. Sehnsuchtsziel im blauen Meer. Doku, D 2016. mut (Hannes Jaenicke) mit ihren Kindern ein scheinbar glückliches Leben.
22.15 ZDF: All is lost. Ein älterer Skipper treibt mit seiner havarierten Yacht Doch seit dem Unfalltod des ältesten Sohnes liegt ein Schatten über dem
auf dem Indischen Ozean. Drama mit Robert Redford, USA 2012. Idyll. Durch die Mitarbeit an einem Resozialisierungsprojekt für straffällige
▼ Radio Jugendliche will Hanna ihrem Leben eine neue Perspektive geben: Die Familie
6.35 Deutschlandfunk: Morgenandacht. Pfarrer Winfried Haunerland, nimmt den 17-jährigen Kai bei sich auf, der aus einer deutschen Jugendhaft-
München (kath.). Täglich bis einschließlich Samstag, 24. Juni. anstalt nach Südafrika geschickt wurde. Helmut glaubt, dass Hanna nur einen
10.00 Radio Horeb: Lebenshilfe. Diagnose Demenz – eine Herausforderung Ersatz für ihren toten Sohn sucht. Da kommt es zu einer dramatischen Eska-
für Angehörige. Von Dr. med. Elke Rieger, Leiterin der Malteser Tages- lation: „Weit hinter dem Horizont“ (ARD, 23.6., 20.15 Uhr). Foto: ARD
stätte für Demenzkranke in München.

DIENSTAG 20.6.
▼ Fernsehen Medien lokal
14.50 3sat: Mike und die Wege der Elefanten. Unterwegs im Norden
Botswanas. Dokumentation.
20.15 ZDF: Königliche Dynastien. Doku über die deutschen Wurzeln des ▼ Radio Charivari Regensburg:
Hauses Oranien und Wendepunkte in der niederländischen Geschichte. Sonntagssendung 7 – 9 Uhr.
▼ Radio „Gedanken zum Tag“
10.10 Deutschlandfunk: Sprechstunde. Kinderkrankheiten – keine Frage des werktags 5.15 Uhr.
Alters. Am Mikrofon: Martin Winkelheide. Hörertelefon: 00800/44 64 44 64. ▼ Radio RAMASURI Weiden:
14.00 Radio Horeb: Spiritualität. Die sieben Freuden Mariens. Von Wall- Sonntagssendung 7 – 9 Uhr.
fahrtsrektor Norbert Traub, Maria Brünnlein. „Gedanken zum Tag“,
Montag bis Samstag 5.58 Uhr.
MITTWOCH 21.6. ▼ Radio TRAUSNITZ Landshut:
▼ Fernsehen Sonntagssendung 8 – 9 Uhr.
12.05 3sat: Die Flussfrau. Liliane Waldner leidet an einer unheilbaren Krank- „Gedanken zum Tag“,
heit. Doch sie läuft dem Rollstuhl davon – mit Rucksack und Landkarte. Sonntag 8.30 Uhr.
 19.00 BR: Stationen. Kraftorte: Tankstellen für die Seele. Bäume, Burgen, ▼ Radio AWN Straubing:
Berge oder eine Bank im Wald – wo Menschen zur Ruhe kommen. Sonntagssendung 8 – 9 Uhr.
▼ Radio „Gedanken zum Tag“, Montag bis
15.00 Deutschlandfunk Kultur: Kakadu. Musiktag. „Barock the house!“ Freitag 6.57 und 7.57 Uhr.
Das Bachfest in Leipzig auch für Kinder. ▼ UNSER RADIO Deggendorf:
An den Sonn- und Feiertagen:

▼ Fernsehen
DONNERSTAG 22.6. Gefangen im Netz 8 – 10 Uhr.

13.35 Arte: Charade. Krimikomödie mit Cary Grant, Audrey Hepburn und der Männer „Worte zum Tag“, Montag bis
Samstag 6.57 und 19.57 Uhr.
Walter Matthau, USA 1963.
Im Jahr des 100. Todestags der le- ▼ RADIO GALAXY
22.40 WDR: Menschen hautnah. Tjorben ist zehn Jahre alt und leidet wie sein
gendären Agentin erzählt das Do- (digitales Jugendprogramm):
Bruder an Muskeldystrophie. Sein größter Traum: Wellenreiten lernen.
ku-Drama „Mata Hari – Tanz mit Sonntagssendung 10 – 12 Uhr.
▼ Radio dem Tod“ (ARD, 18.6., 21.45 Uhr) ▼ TVA Fernsehen für Ostbayern
9.05 Deutschlandfunk: Kalenderblatt. Vor 250 Jahren: Der Gelehrte und
ihr Schicksal aus der Sicht des deut- „Horizonte ... unterwegs in Kirche
Staatsmann Wilhelm von Humboldt geboren.
schen Geheimdienstes. Um Mar- und Gesellschaft“, jeden 1. Sonntag
FREITAG 23.6. garetha Geertruida Zelle, bekannt im Monat um 18.30 Uhr, 21.30 Uhr,
▼ Fernsehen unter ihrem Künstlernamen Mata 22.30 Uhr.
20.15 RBB: Die größten Musik-Legenden. Von John Lennon bis Roy Black: Hari (Natalia Wörner; Foto: ARD), Auf Satellit TVA-OTV von 18-19,
Prominente erinnern an früh verstorbene Musiker. ranken sich Legenden. Als Dop- 21-22 und 23-0 Uhr und dann alle
 23.35 BR: Bis zum letzten Mann. Western mit John Wayne, USA 1948. pelspionin entlarvt, wurde die Nie- 2 Stunden.
▼ Radio derländerin 1917 hingerichtet. Der 24 Std. im analogen und digitalen
16.30 Radio Horeb: Höre, Israel! Von Schwester M. Petra Grünert OSF. Film zeichnet ihr Leben zwischen Kabel.
20.03 Deutschlandfunk Kultur: Konzert. Musikfestspiele Potsdam Sanssouci. 1916 und 1917 nach – streng chro- Livestream: www.tvaktuell.com.
: Videotext mit Untertiteln nologisch und semidokumentarisch.
14 ANZEIGEN: ERBEN UND VERERBEN 17./18. Juni 2017 / Nr. 24

Erben und Vererben


Mit dem Erbe Gutes tun
Erbe – das ist für die meisten Menschen Ob man anspricht, dass man den nächs­ würde ich das auch sagen.“ Und Willich
ein schwieriges Thema. Schließlich be­ ten Angehörigen nur den Pflichtteil ver­ ergänzt: „Das ist häufig eine Lösung,
deutet es eine Auseinandersetzung erben möchte, hängt von der Beziehung mit der auch die Kinder einverstanden
mit dem Tod. Trotzdem sollte man sich und der eigenen Motivation ab. Grund­ sind.“
rechtzeitig damit befassen. Das gilt auch sätzlich ist Offenheit in Bezug auf das
für Menschen, die keine Familie haben Erbe innerhalb der Familie hilfreich. Sich beraten lassen
oder ihren Angehörigen nicht alles hin­ Nicht immer muss ein Streit der Grund
terlassen wollen. Grundsätzlich gilt: dafür sein, dass manche Menschen ih­ Wichtig ist, ein inneres Gespräch mit
Foto: Rainer Sturm/pixelio.de „Jeder Mensch ist frei, in seinem Tes­ ren nächsten Angehörigen Anteile statt sich selbst zu führen, wie Lenz es nennt.
tament denjenigen zu bedenken, den des gesamten Hab und Guts zuwenden „Was möchte ich? Wem möchte ich et­
Gemeinnützige Organisationen er bedenken möchte“, betont Monika möchten. „Viele möchten mit ihrem Ver­ was zukommen lassen?“ Hilfreich sei si­
leisten jeden Tag einen wichtigen Willich. Sie ist beim Malteser Hilfsdienst mögen Gutes tun“, sagt Willich. Das sei­ cher auch ein Gespräch mit einem Ver­
Beitrag für eine lebenswerte für Nachlässe verantwortlich. Aber: Den en zum Beispiel Menschen, die im Krieg trauten – ein Freund, ein Pfarrer oder die
Gesellschaft. Ohne Spenden und nächsten Angehörigen steht ein Pflicht­ und in der Nachkriegszeit Leid erfahren Leiterin der Senioren­Gruppe zum Bei­
Zuwendungen wäre das nicht teil zu. haben: „Die wissen, wie es ist, nichts zu spiel. „Gemeinnützige Organisationen
möglich. Auch ein Testament kann Damit der eigene Wille nach dem Tod Essen zu haben.“ bieten Beratungsgespräche und Infor­
helfen – und macht damit die Welt berücksichtigt wird, muss man ein Tes­ Hinzu kommt: „Kinder, die erben, ste­ mationen für diejenigen an, die sich mit
ein bisschen besser. tament aufsetzen. Sonst wird alles unter hen meist mitten im Leben“, sagt Willich. dem Gedanken tragen, ihr Testament
den Erbberechtigten – Ehepartner, Kinder Dann überlege sich manch einer, einen zugunsten dieser Verbände zu machen“,
oder Eltern – aufgeteilt. Wenn jemand Teil des Vermögens an die gut gestellten sagt Lenz. Auch ein Fachanwalt für Erb­
keine Eltern, Kinder oder Ehepartner Kinder zu geben, und einen anderen Teil recht kann helfen – eine solche Bera­
mehr hat, bekommt das Geld der nächs­ einer gemeinnützigen Organisation zu tung muss man allerdings bezahlen.
te Blutsverwandte, zum Beispiel Ge­ spenden. „Man sollte sich unbedingt vorher über
schwister, Tanten oder Neffen. Wer we­ Für einen solchen Fall rät Lenz: „Möchte die Kosten informieren“, sagt Herzog.
der Angehörige hat noch ein Testament man der Familie nicht alles zukommen „Da muss sich auch niemand genieren.
aufgesetzt hat, hinterlässt sein Vermö­ lassen, sondern auch zum Beispiel einer Beim Bäcker fragt man ja auch, was die
gen dem Staat. sozialen Organisation oder Freunden, Brötchen kosten.“ dpa

Begleitung in der schwersten Zeit


Jedes Jahr erkranken über 4000 Kinder Familien ab der Diagnose bis über den gleitung der Familien langfristig ab, denn Betreuung der sterbenskranken Kinder
in Deutschland unheilbar. Für die Fami­ Tod des Kindes hinaus begleitet. Die allein durch Spenden und Zustiftungen und Jugendlichen zugute.
lien bricht alles zusammen, nichts ist Familien finden im Balthasar Zeit, den wird die unverzichtbare Arbeit jeden Im Testamentsratgeber der Kinder­ und Ju­
mehr, wie es war. Damit sie auf diesem Augenblick zu genießen, sich von der Tag aufs Neue ermöglicht. Zustiftungen gendhospizstiftung Balthasar gibt es viele
schweren Weg nicht alleine sind, wurde anstrengenden Pflege zu erholen oder werden im Gegensatz zu Spenden nicht nützliche Informationen und hilfreiche Ant­
1998 das erste Kinderhospiz in Deutsch­ miteinander die schönen Momente des ausgegeben, sondern sie mehren das si­ worten auf viele Fragen zum Thema Testa­
land eröffnet: das Kinderhospiz Baltha­ Lebens zu teilen. cher angelegte Stiftungsvermögen. Die ment – von den gesetzlichen Grundlagen
sar in Olpe. Hier werden unheilbar er­ Die gleichnamige Kinder­ und Jugend­ daraus ausgeschütteten Erträge kom­ bis hin zu einer Checkliste, die beim Regeln
krankte Kinder und Jugendliche und ihre hospizstiftung Balthasar sichert die Be­ men zu 100 Prozent und dauerhaft der der persönlichen Situation hilft.
Bei Interesse kann der Ratgeber per
E­Mail (kontakt@balthasarstiftung.de)
oder telefonisch unter 0 27 61/92 65­40
bestellt werden.

Testamentratgeber Information:
www.balthasarstiftung.de
Informationen und Antworten auf Ihre
Fragen zum Thema Testament

Es ist wichtig und beruhigend, rechtzeitig an die


Regelung seines Nachlasses zu denken – für Sie
selbst, für ihre Lieben, die Sie bedenken oder für
soziale Einrichtungen, die Sie auch über den Tod
hinaus unterstützen möchten.
In unserem Ratgeber finden Sie viele Informatio-
nen zu rechtlichen Fragen und hilfreiche Check-
listen.
Sprechen Sie uns an, gerne helfen wir Ihnen
weiter!

Kinder- und Jugendhospizstiftung Balthasar


Telefon: 0 27 61 92 65 -40
www.balthasarstiftung.de
kontakt@balthasarstiftung.de
Im Kinder- und Jugendhospiz erfährt
die ganze Familie Hilfe und Unterstüt-
Ja zur Menschenwürde.

zung. Foto: Balthasar


17./18. Juni 2017 / Nr. 24 ANZEIGEN: ERBEN UND VERERBEN 15

Den letzten Willen gestalten


Natürlich ist es nicht unbedingt notwen- derung unserer Zeit. Rund 800 Millionen
dig, ein Testament zu machen. Im Zwei- Menschen haben nicht genügend zu es-
fel regelt die gesetzliche Erbfolge, wer sen. Millionen Familien leben unter ka-
Ihr Erbe wird. Wenn Sie Ihr Vermögen tastrophalen hygienischen und gesund-
aber individuell verteilen wollen, sollten heitlichen Bedingungen, vor allem auf
Sie unbedingt ein Testament verfassen. dem Land.
So können Sie geliebte Menschen be- In Nothilfesituationen, wie dem Erdbe-
denken, aber auch über den Tod hinaus ben in Nepal, der Flut in Pakistan oder
etwas Gutes tun, indem Sie eine gemein- der aktuellen Dürre in Ostafrika, vereint
nützige Organisation berücksichtigen. die Welthungerhilfe schnelle Hilfe mit
Ein Motiv, das Menschen dazu veran- Wiederaufbau und langfristiger Entwick-
lasst, zum Beispiel die Welthungerhilfe lung bis hin zur Katastrophenvorsorge.
in ihrem Testament zu berücksichtigen, Gearbeitet wird immer nach dem Prinzip
kann sein, seine Werte auch nach dem „Hilfe zur Selbsthilfe“, so dass die Men-
Tod weiterleben zu lassen. Viele setzen schen langfristig und aus eigener Kraft
ihre Familie als Erben ein, bedenken für sich sorgen können.
aber zusätzlich die Welthungerhilfe in Eine testamentarische Zuwendung an
Form eines Vermächtnisses. Natürlich die Welthungerhilfe ermöglicht vielen
kümmert sich die Welthungerhilfe auch Menschen in den Entwicklungsländern
gewissenhaft um die Abwicklung des eine selbstbestimmte und hoffnungs-
Nachlasses, wenn Menschen dies wün- Wie hier in Sierra Leone unterstützt die Welthungerhilfe überall auf der Welt Men- volle Zukunft und so die Chance, ein
schen und sie als Erben vorsehen. Be- schen durch Hilfe zur Selbsthilfe. Foto: Welthungerhilfe/Boethling Leben in Würde und Gerechtigkeit zu
sonders wirksam ist es allerdings, wenn führen – frei von Hunger und Armut. Und
die Menschen zu Lebzeiten mit Ihrer letzten Willen? Wer löst meinen Haushalt Seit über 50 Jahren engagiert sich die dabei hilft jeder Beitrag – zum Beispiel
Familie, aber auch mit den gemeinnüt- auf und wer übernimmt die Grabpflege? Welthungerhilfe gegen den weltweiten schon ein Prozent des Nachlasses.
zigen Organisationen über ihre Wünsche Der Testamentsratgeber der Welthun- Hunger und für eine bessere und aus-
sprechen. gerhilfe informiert zu den Details eines gewogene Ernährung der Menschen. Sie Testamentratgeber und weitere Infos
Neben den inhaltlichen Überlegungen eigenhändigen oder notariellen Testa- ist eine der größten privaten Hilfsorgani- martina.rauwolf@welthungerhilfe.de
im Rahmen der Planung seines Nach- ments und auch darüber, wie Menschen sationen in Deutschland – politisch und Telefon 02 28/22 88 268
lasses gibt es auch weitere Details zu in Not bedacht werden können. Er dient konfessionell ungebunden. Den Hunger Internet
bedenken. Wo hinterlege ich meinen als Leitfaden und Einstieg in den Dialog. zu bekämpfen ist die größte Herausfor- www.stiftung-welthungerhilfe.de

170505_anzeige_werte_230x153.indd 1 05.05.17 12:09


16 ANZEIGEN: ERBEN UND VERERBEN 17./18. Juni 2017 / Nr. 24

Testament sicher verwahren Hilfe für krebskranke Kinder


Wer sein Erbe regeln will, macht ein Tes- terlegungskosten für die Aufbewahrung 1979 wurde in Mannheim die Deutsche gepersonal nach jedem Behandlungs-
tament. Doch wo wird das Dokument beim Amtsgericht. Der Registereintrag Leukämie-Forschungs-Hilfe – Aktion für schritt an die kleinen Patienten ausge-
eigentlich hinterlegt? Für die amtliche schlägt mit 15 Euro zu Buche. krebskranke Kinder – Ortsverband Mann- geben werden.
Verwahrung gibt es zwei Wege. Der zweite Weg ist, das Testament selbst heim e. V. gegründet. Der Verein hat es Zur Bewältigung all dieser Aufgaben be-
Einer führt über einen Notar. Der berät zu verfassen. Auch in diesem Fall kann sich zur Aufgabe gemacht, darf es großer Anstrengungen, auch in fi-
zur Ausgestaltung des Testaments, er- es bei einem Amtsgericht hinterlegt • die Forschung auf dem Gebiet der Leu- nanzieller Hinsicht. Eine große Hilfe sind
stellt den Entwurf und beurkundet dann werden. Die Hinterlegungskosten fallen kämie und des Krebses im Kindesalter zu dem Verein dabei seine Mitglieder und
den letzten Willen, wie Dominik Hüren in dem Fall in gleicher Höhe wie beim fördern, regelmäßige Spender. Immer mehr Men-
von der Bundesnotarkammer erläutert. Notar an, der Registereintrag ist mit 18 • Eltern leukämie- und krebskranker Kin- schen nutzen auch ihr Testament dazu,
Vom Notar wird das Testament automa- Euro etwas teurer. Dafür fallen die Kos- der zu betreuen, zu beraten und im Falle um gemeinnützige Vereine zu bedenken
tisch zur Verwahrung an das zuständige ten für die Dienste des Notars weg. besonderer Bedürftigkeit finanziell zu und so über den eigenen Tod hinaus die
Amtsgericht übergeben und außerdem Wer sein Testament selbst verfasst und unterstützen, sowie Zukunft mit ihrem letzten Willen zu ge-
im Zentralen Testamentsregister einge- dem Nachlassgericht gibt, sollte beden- • das Kinderklinikum beim Ausbau der stalten und im Rahmen einer Nachlass-
tragen. ken: Die Behörde prüft es nicht auf for- personellen, finanziellen sowie tech- verfügung für diejenigen zu sorgen, die
Die Notarkosten sind abhängig vom Net- melle oder inhaltliche Fehler. nisch-diagnostischen Ausstattung in je- ihnen am Herzen liegen. Die Deutsche
tovermögen des Testierenden. Darunter Grundsätzlich darf ein Testament über- der Hinsicht zu unterstützen. Leukämie-Forschungs-Hilfe – Aktion für
fallen Geldwerte oder auch Immobilien. all aufbewahrt werden – sogar unter Insgesamt haben sich in den vergange- krebskranke Kinder – OV Mannheim e. V.
Verbindlichkeiten werden aber bis zu dem Kopfkissen zum Beispiel. Vor Ver- nen Jahren neun Projekte entwickelt, um verwendet alle ihr anvertrauten Mittel
einem gewissen Grad abgezogen. Für lust und Unterdrückung, wenn also ein diese Ziele zu erreichen: So werden auf mit größtmöglicher Sorgfalt.
50 000 Euro Nettovermögen fallen zum Nachkomme das Testament zurückhält, den Kinderonkologie Musik- und Kunst-
Beispiel 165 Euro Notarkosten an, er- schützt aber nur eine amtliche Verwah- therapie sowie ein Clown finanziert, es Info und Kontakt:
klärt Hüren. Dazu kommen 75 Euro Hin- rung. dpa gibt ein Elternhaus, eine Wunschbox, Telefon 06 21/87 19 68
eine Ü-18-Gruppe, eine ambulante Fa- E-Mail: info@krebskranke-kinder.de
milienbetreuung, das Projekt „Rosys Kids Internet:
Corner“ sowie Mutperlen, die vom Pfle- www.krebskranke-kinder.de
Mit Ihrem Vermächtnis helfen
Sie krebskranken Kindern in einer
kritischen Zeit ihres Lebens. Krebskranke
Kinder und ihre
Ihre Spende macht den UnterSchIed! Familien brau-
chen neben einer
guten Therapie
auch emotionale
Begleitung,
Unterstützung
und Beratung.

Deutsche Leukämie-Forschungs-Hilfe – Aktion für krebskranke Kinder – Foto: Frantab –


OV Mannheim e.V. · Im Wirbel 62 · 68219 Mannheim · Telefon: (06 21) 87 19 68 fotolia.com
info@krebskranke–kinder.de · www.krebskranke–kinder.de · Sparkasse Rhein-
Neckar-Nord · IBAN: DE93 6705 0505 0038 0038 01 · BIC: MANSDE66XXX

Das „Prinzip Apfelbaum“


Was wäre Ihr Verantwortungsvoll zu leben und die gemeinnützigen Organisation bekannt

letztes Geschenk Welt nach den eigenen Werten mitzuge-


stalten, ist für viele Menschen mehr als
zu machen und potentiellen Erblassern
Unterstützung anzubieten – das ist das
eine Herzenssache. Es ist ein Grundsatz Ziel der Initiative „Mein Erbe tut Gutes.
an die Welt? für das Denken und Handeln zu Lebzei-
ten, ein Wert, der über den Tod hinaus
Das Prinzip Apfelbaum“. Sie ist ein Zu-
sammenschluss von 23 gemeinnützigen
Bestand hat. Immer mehr Menschen Organisationen und Stiftungen.
fragen sich: „Was wäre mein letztes Der Apfelbaum ist ein treffen-
Geschenk an die Welt?“ des Symbol dafür, über den
Sie möchten mit ihrem Erbe Tod hinaus Bleibendes zu
nicht nur diejenigen versor- schaffen, das immer wie-
gen, die ihnen naheste- der Früchte trägt: Man
hen, sondern können sich pflanzt ihn im Herbst, er
vorstellen, einen Teil gefriert im Winter, um
ihres Nachlasses auch im Frühling mit neu-
einem guten Zweck zu- er Kraft aufzublühen
gutekommen zu lassen. und erneut Früchte zu
Dass sie aber mit ihrem Tes- tragen. Er versinnbildlicht
tament – auch bereits mit klei- damit den Zyklus von Leben,
neren Beträgen – gemeinnützige Orga- Tod, neuem Leben und Wachstum.
nisationen bedenken können, wissen Auch mit einem Testament lässt sich
längst nicht alle. über das Leben hinaus Gutes
Mehr Informationen unter: (030 ) 29 77 24 36 Das Erbe für den guten Zweck bewirken und Zukunft gestal-
stärker ins Bewusstsein der ten. Das Erbe trägt Früchte. oh
www.mein-erbe-tut-gutes.de Öffentlichkeit zu rücken, die
Eine Initiative gemeinnütziger Organisationen in Deutschland. Möglichkeiten der aktiven Testa- Internet:
mentsgestaltung zugunsten einer www.mein-erbe-tut-gutes.de
17./18. Juni 2017 / Nr. 24 ANZEIGEN: ERBEN UND VERERBEN 17

Glückliche Momente schenken


Seit 25 Jahren erfüllt der Verein Her- die Klimakuren für die an Mukoviszido- lassen unsere Finanzen seit 1995 vom
zenswünsche e. V. Träume von schwer se erkrankten Kinder und Jugendlichen Deutschen Institut für soziale Fragen
kranken Kindern und Jugendlichen. zu realisieren. In Zusammenarbeit mit (DZI) prüfen und verpflichten uns, ethi-
Vereinsgründerin Wera Röttgering er- unserer damaligen First Lady, Christiane sche und rechtliche Standards einzu-
zählt, wie alles begann und wie sich Herzog, konnten wir dieses Projekt fest halten. Dabei geht es vor allem um die
ihr eigenes Leben durch ihr Engage- etablieren – bis heute. satzungsgemäße Verwendung der Spen-
ment verändert hat. dengelder. Das DZI-Spendensiegel ist ein
Wie erfüllt man Herzenswünsche? Zeichen des Vertrauens und auch eine
Frau Röttgering, wie wird aus einer Wir haben ein gutes Netzwerk, welches Anerkennung unserer Arbeit.
Idee eine Erfolgsgeschichte? wir pflegen. Viele Menschen öffnen uns
Niemand hätte sich vorstellen können, ihre Türen und helfen uns, Wünsche zu Wie geht es nun weiter?
was Anfang 1992 aus einer eher zarten erfüllen. Mittlerweile gehören zum eh- Für die Zukunft wünschen wir uns, dass
Idee entstehen würde. Wir wussten nicht, renamtlichen Team 60 wunderbare Men- viele Kinder wieder ganz gesund wer-
was Ärzte von unseren Ideen halten. Auch schen, die mit viel Feingefühl agieren den. Wir bleiben an der Seite der Kin-
war völlig offen, ob auch wir den Umgang und vom Büroteam in Münster toll unter- der, der Jugendlichen und ihrer Familien.
mit kranken Kindern und Jugendlichen stützt werden. Dazu benötigt der Verein weiterhin Un-
„aushalten“ können. Denn etwas zu ver- terstützung und Förderung.
sprechen, was man nicht halten kann, das Und wenn der Wunsch erfüllt ist?
sollte uns bitte nicht passieren. Wir halten Kontakt, wir bleiben am Ball. Wie ist Ihr ganz persönlicher Blick auf
Das Kind darf nach der Wunscherfüllung Vereinsgründerin Wera Röttgering 25 Jahre „Herzenswünsche“?
Und dann ging es richtig los? nicht in ein dunkles Loch fallen. Erst freut sich über die vielen tausend Her- Meine Einstellung zum Leben hat sich ex-
Zuerst waren wir nur für die Kinder in einmal tauschen wir Fotos und Erinne- zenswünsche, die in den vergangenen 25 trem verändert: Gesundheit, Familie und
und um Münster aktiv. Aber schon bald rungen aus. Wir besuchen „unsere“ Kin- Jahren erfüllt werden konnten. Foto: oh Freunde machen ein Leben so wertvoll.
engagierten wir uns bundesweit. Wir der auch weiterhin in der Klinik, treffen Die wichtigen Dinge kann man sich mit
hatten von Anfang an tolle Mitstreiter sie zum Eisessen oder laden sie gemein- keinem Geld der Welt kaufen. Das Leben
in den Kliniken. Vor allem fanden wir sam mit anderen Kindern zu besonderen ben und geben uns die Kraft und die ist so schön, man muss es nur sehen!
schnell Unterstützung durch das Unter- Aktivitäten ein. Möglichkeit, seit 25 Jahren viele tausend Diese sinngebende Lektion erteilen uns
nehmen Ernsting´s family, das uns viel Herzenswünsche zu erfüllen. Dafür sind auch die vielen betroffenen Kinder. Sie
Mut machte. Nur so war es möglich, Wie finanzieren Sie Ihr Engagement? wir von ganzem Herzen dankbar. Mit geben uns die Kraft für die Erfüllung von
viele Herzenswünsche zu erfüllen und Viele treue Spender und Sponsoren ga- Transparenz schafft man Vertrauen. Wir lang ersehnten Träumen.
18 ANZEIGEN: ERBEN UND VERERBEN 17./18. Juni 2017 / Nr. 24

Neue Perspektiven schenken


Zukunft stiften. Ihr Am Ende eines Lebens ziehen viele Men-
schen Bilanz und stellen sich die Fragen:
Ernte fiel gut aus, und Rosalie war über-
glücklich.

Vermächtnis an die Welt. „Hatte ich ein gutes Leben, habe ich et-
was bewegen können, und was wird von
mir bleiben, wenn ich einmal nicht mehr
So wie ihr erging es vielen anderen in
ihrer Kolpingsfamilie, die ebenfalls ihre
kleinbäuerliche Existenz dank einer klei-
auf dieser Erde bin?“ All diese Fragen nen Starthilfe verbessern konnten. Bei
muss jeder einzelne für sich selbst und Kolping lernte Rosalie auch, aus Soja
vor Gott beantworten, und hoffentlich eine Art Käse herzustellen. Mit dem Ver-
fallen diese Antworten gut aus. kauf dieses Produktes erwirtschaftet sie
Mit einer Testamentsspende kann man inzwischen ein regelmäßiges Einkom-
weit über das Leben hinaus etwas be- men. Voller Optimismus blickt sie in die
wegen und der Welt seinen Fußabdruck Zukunft.
hinterlassen. Denn damit lässt sich die Die Dürre, die in vielen Ländern Afrikas
Zukunft vieler Menschen positiv und zurzeit vorherrscht, kann die Familie gut
dauerhaft verändern. Das zeigt das Bei- überstehen, auch wenn sie mit ihren
spiel von Rosalie Ahinon aus Benin. Sie Vorräten sorgsam umgehen muss. Doch
ist Mutter von vier Kindern und bewirt- Rosalie hat durch Kolping gelernt, nicht
schaftet zusammen mit ihrem Mann ein nur an den nächsten Tag zu denken, son-
Stück Land, das die Existenz der Familie dern langfristig auf eine bessere Zukunft
sichert. Früher reichten die Erträge kaum, zu setzen. Mit einer Testamentsspende
um die Familie zu ernähren. Besonders in sind solche Erfolgsgeschichten möglich.
Zeiten der Dürre hatte die Familie kaum
mehr als eine einzige Mahlzeit am Tag. Nachhaltige Hilfe
Mit 35 Euro viel erreicht Kolping International arbeitet derzeit in
mehr als 60 Ländern. Besonders mit Pro-
Die Wende zum Positiven brachten Ro- jekten der ländlichen Entwicklung, der
salie ein Kleinkredit von Kolping sowie beruflichen Bildung und mit Kleinkre-
begleitende landwirtschaftliche Schu- ditprogrammen erhalten Menschen die
lungen. Der Agrarfachmann von Kolping notwendige Unterstützung, um sich ein
erläuterte in den Workshops, wie man Leben aus eigener Kraft aufzubauen und
mit Hülsenfrüchten als Bodendecker die Armut dauerhaft zu besiegen. Doch
die Feuchtigkeit im Boden hält und wie es geht um mehr als materielle Hilfe. Die
wichtig es ist, möglichst viele unter- Kolpingsfamilien sind Orte der Gemein-
schiedliche Feldfrüchte anzubauen, um schaft, der Glaubenserfahrung, sie ver-
damit unabhängiger zu werden. Auch mitteln Werte und bieten vielfältige Mög-
der Anbau von Soja schien eine gute lichkeiten der persönlichen Entfaltung.
Alternative, weil Sojaprodukte auf dem Und nicht zuletzt geben sie die Chance,
Armut dauerhaft Markt einen guten Preis erzielen. Für durch gemeinsames Handeln am Aufbau
besiegen: Rosalie die Finanzierung des Saatgutes erhielt von Zivilgesellschaft aktiv mitzuwirken
Ahinon hat sich mit Rosalie von Kolping einen Kredit von und einen Beitrag für den Aufbau einer
einem Kleinkredit umgerechnet 35 Euro. Schon die erste gerechten Gesellschaft zu leisten. oh
eine Existenz auf-
gebaut. Ihre Zukunft
ist gesichert.

Man muss nicht Goethe oder Beethoven sein, um der


Nachwelt etwas Bleibendes zu hinterlassen. Auch mit
Ihrem Testament können Sie viel bewegen. Für eine
gerechte Welt.
Fordern Sie unsere kostenlose Erbschaftsbroschüre
und weiteres Infomaterial an.

Tel.: 02 21 - 77 88 038
www.kolping.net
spenden@kolping.net
Gerne informiert Sie Elisabeth Schech

Kolpingplatz 5 - 11
50667 Köln
Rosalie ist glücklich: Durch einen Kleinkredit von Kolping und begleitende Schulun-
gen kann sie heute optimistisch in die Zukunft schauen. Foto: KNA
17./18. Juni 2017 / Nr. 24 ANZEIGEN: ERBEN UND VERERBEN 19

Ein liebevolles Zuhause für Kinder


Kindern ein liebevolles Zuhause geben, dem Hauptsitz von SOS-Kinderdorf. Im-
sie in einer vertrauten Umgebung auf- mer stärker verfestigte sich dabei ihre
wachsen lassen, mit Menschen um sich, Idee, benachteiligten Kindern zu helfen:
auf die sie bauen können: Als Hermann mit einem Testament!
Gmeiner 1949 das erste SOS-Kinder- Voller Tatendrang nahm Elise Lehmann
dorf in Imst in Tirol gründete, wollte er Kontakt zu SOS-Kinderdorf auf, um sich
Kriegswaisen ein Leben innerhalb einer zu informieren. Dann sprach sie mit ih-
fürsorglichen Familie ermöglichen. rem Ehemann über diese Idee: „Eine net-
1955 entstand der deutsche SOS-Kin- te Dame hat mir erklärt, wie man das or-
derdorf e.V., der bis heute wächst und ganisieren müsste, damit unser Erbe den
so immer mehr benachteiligte Kinder, Kindern dort zugute kommt. Das geht
Jugendliche und Familien in sämtlichen ganz einfach und wir müssen uns um
Bereichen des Lebens unterstützt. In all nichts kümmern. Was meinst Du, sollten
den Jahren hat sich viel verändert. Die wir nicht denen unser Geld geben, für
Grundidee jedoch – Kindern die besten die Kinder, die es brauchen?“ Ihr Mann
Chancen und Perspektiven für ein eigen- Franz war begeistert: „Abgemacht, Elise.
ständiges Leben zu geben – lebt in allen So bleiben wir auch ein bisschen hier, so-
SOS-Kinderdorf-Einrichtungen weiter. gar wenn wir nicht mehr sind.“
Zu den SOS-Kinderdorf-Einrichtungen in Wenige Tage nach diesem Gespräch starb
Deutschland gehören heute Kinderdör- Kindern eine gute Zukunft schenken: Das geht auch mit dem eigenen Testament. Franz Lehmann. Elise Lehmann über-
fer, Kinder- und Jugendhilfen, Mütterzen- Foto: SOS/Panda Pictures lebte ihn um sechs Jahre, in denen sie
tren, Berufsausbildungs- und Beratungs- Kontakt mit einer Mitarbeiterin des Re-
zentren, in denen Kinder, Jugendliche, in Süd- und Mittelamerika, Afrika und heit und Sicherheit aufwachsen dürfen, ferats Nachlass und Vermögensübertra-
junge Erwachsene und Eltern betreut, Asien. Für dieses Engagement werden Zeit zum Spielen sowie einen Zugang zu gungen­des­SOS-Kinderdorf­e.V.­pflegte.­
beraten oder ausgebildet werden. Darü- finan­zielle­Mittel­benötigt.­Der­Verein­ist­ Bildung und gesunder Ernährung haben. Der Nachlass konnte so ganz nach den
ber hinaus leben und arbeiten erwachse- deshalb auf Unterstützung und Spenden Auch in Elise Lehmann reifte der Gedan- Wünschen der Eheleute Lehmann ab-
ne Menschen mit Behinderung in Dorf- angewiesen. Neben Patenschaften, ein- ke, SOS-Kinderdorf testamentarisch zu gewickelt und für benachteiligte Kinder
gemeinschaften. maligen oder regelmäßigen Spenden, bedenken. Jeden Tag besuchte sie ihren verwendet werden. oh
SOS-Kinderdorf ist auch weltweit ak- tragen auch letztwillige Zuwendungen Mann Franz im Krankenhaus und jeden
tiv. Der deutsche SOS-Kinderdorf-Verein dazu bei, dass Kinder ein verlässliches Tag fuhr sie dabei mit der Trambahn an Informationen
unterstützt vor allem ärmere Länder Zuhause haben, dass sie in Geborgen- der „Haltestelle Renatastraße“ vorbei, www.sos-kinderdorf.de/testament

Hinterlassen Sie
Zukunft
Ihr letzter Wille zugunsten hilfe-
bedürftiger junger Menschen kann
ein neuer Anfang sein! Und Ihre Hilfe
kommt ungeschmälert an. Denn als
gemeinnütziger Verein zahlt
der SOS-Kinderdorf e.V. keine
Erbschaftssteuer. Gerne informieren
wir Sie bei Rückfragen!

Dr. Daniela Späth und KollegInnen


Renatastraße 77
80639 München
Tel. 089 12606-123
erbehilft@sos-kinderdorf.de
www.sos-kinderdorf.de/testament
20 G U T E U N T E R H A LT U N G 17./18. Juni 2017 / Nr. 24

west- ge-
Ihr Gewinn ein
Fest Fabeltier
sibiri- körntes Aschen-
früherer
Name
Schlag-
spur am
Frage-
scher Stärke- gefäß wort
begehen Strom mehl Tokios Körper

ein aus der H


Konti- Not
nent helfen
U
franzö-
ver-
sischer
steckt
12 Polizist
F
amerika- Ge-
Reise englisch:
nach nische liebter
Klein- der reser- nach,
unten
katze Julia vieren zu 1 A
rotes
U
Schilf Wurzel-
8 gemüse 9 A
furcht-
sam,
resigniert V
chem. Teil
Edel-
Enttäu- Heiter-
Ruhm für die metall-
schung
Zeichen
für keit
schwim-
mender
gewicht Arsen 11 Brücken
Baumeister leicht Strom
schwin- ehe durch
delig Italien
Um das größte je gebaute
Amphitheater der Welt dreht „Was heißt hier, die Flut kommt? Der
sich das neue Spiel von Platz ist noch für zwei Stunden bezahlt!“
„Carcasonne“-Erfinder Klaus- 6
ägypti-
Jürgen Wrede. Bei „Die Bau- Minus- Ab- auf der
scher
ein
tempe- schlags- derzeit anderen Wappen-
meister des Colosseum“ Sonnen-
agieren zwei bis vier Spieler
ratur 10 zahlung Seite gott tier
Gebirgs-
ab zehn Jahren rund um die Figur
zug in Arbeits-
der
Errichtung des imposanten Nord- automat
Bauwerks. Basierend auf der afrika 13 Quadrille

Standposition der beilie- Kurort


Staats-
auf der
genden Konsul-Figur können volk
Krim
die Spieler verschiedene Ak-
US- franz.:
tionen ausführen. Für den Düsen- US-TV-
Raum- Berg (bei
frei hellblau flug- Sender
Bau eines Colosseum-Ab- fahrt- geogr.

schnitts winken die be-


behörde zeuge (Abk.) 7 Namen)
franzö-
gehrten Ruhmespunkte. alba-
sisch:
ein nische
Dem Sieger winken die
Gunst des Imperators und
3 wenig Währung
nordi- tiefe Unter-
Ball-
der Titel „Bester Baumeister sches Frauen- neh-
Götterge- stimm- mens- spiel zu
des Imperiums“!
Wir verlosen zwei Exemplare.
schlecht lage 5 form Pferd 2
Wer gewinnen will, der geplant
handeln
schicke das Lösungswort des
4
Kreuzworträtsels mit seiner
Adresse auf einer Karte ver- Grund-
lage
merkt an:
DEIKE-PRESS-201724

Katholische SonntagsZeitung 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13
bzw. Neue Bildpost
Rätselredaktion
Henisiusstraße 1
86152 Augsburg Lösung aus den Buchstaben 1 bis 13:
Chemiefreier Schutz für Felder und Gärten
Einsendeschluss: 21. Juni Auflösung aus Heft 23: HEUSCHNUPFEN
s tropi-
Laub-
Inhalt sches
baum
Über „Fang den Hut“ aus B F I G
s Getreide
G A L L E A A S G E I E R
Heft Nr. 22 freuen sich:
T R I A S G A L O S C H E
Jonas und Moritz Demel, U S T O A A R C A I
87600 Kaufbeuren, BO E S H A L S
Rosemarie Niebauer, MAM B A D E U T
93189 Reichenbach, A A F A
Klaus Ritter, F A L L N A N D U
1
26169 Markhausen. I NG R A S
Herzlichen Glückwunsch! LW P G A G A N S
kurz für:
Die Gewinner aus Heft Nr. 23 F E U E R E N G L L E
auf den
5 geben wir in der nächsten
S T R A E H N E P O K E R „… und bei Ebbe haben Sie
S F M E TWA S R natürlich schönste Sicht übers
- Ausgabe bekannt. M I K R O R S H E
Meer!“
D A N A E E D A E MON
L G R I L L E B A L D
mit B U N D E S L A N D X T E Illustrationen: Jakoby
Aus-
nahme HEUSCHNUPFEN
3 von
Sohn
. gut-
- Jakobs
gläubig
(A.T.)
17./18. Juni 2017 / Nr. 24 G U T E U N T E R H A LT U N G 21

���ä�lung Der ferne Horizont


Tief unter mir dröhnten möglich gewesen, auf die Kugelge- Ich war unterwegs auf hoher See. sinkt die Linie nach rechts wieder
die Motoren. Über mir stalt der Erde zu schließen. Gestern war ich in Ajaccio auf Kor- ein Stückchen ab.“
strahlte die mediterrane In einem „Hätten-Sie‘s-ge- sika gewesen. Ich hatte Napoleons Mein Bekannter schaute in die
Sonne, der Himmel um wusst?“-Artikel habe ich gelesen, Geburtshaus gesehen und zwei Ferne. Er kniff die Augen zusammen
mich herum war blau. Drei, vier Physiker und Piloten seien sich ei- schwarzwollige französische Pudel und äugte hinüber. Er starrte ange-
weiße Schäfchenwolken segelten nig, dass man von keinem Punkt der gestreichelt. Morgen würde ich in strengt geradeaus. Schließlich ent-
von Ost nach West. Die Luft war Erde den gekrümmten Horizont er- Catania auf Sizilien sein und einen spannte er sich. „Ich sehe das nicht“,
mild, ein leichter Wind strich mir kennen könne. Erst aus 18 000 Me- Blick auf den Ätna mit seiner mar- sagte er. „Für mich ist das nur ein
um die Ohren, und leise schaukel- tern Höhe hätten Passagiere einer kanten Rauchsäule werfen. glatter Strich.“
ten die blauen Wellen. Concorde die Krümmung deutlich Ein Herr postierte sich neben „Ach ja“, sagte ich. „Sie sind also
Ich stand an der Reling der Alba gesehen. Ein glatter Irrtum. mich und lehnte sich auf die Reling. auch so einer, der früher in den Or-
Lena und schaute hinaus aufs Meer. Aber in diesem schlauen Artikel „Hallo, Herr Nachbar“, sagte er. kus des Vergessens geplumpst wäre.“
Wenn ich auf einer Seereise bin, stel- heißt es auch, dass man einen Urlau- „Ich grüße Sie“, sagte ich und nickte „Wie bitte?“ Er musterte mich ver-
le ich mich gerne an die Reling und ber, der die Krümmung des Hori- ihm zu. Er saß bei den Mahlzeiten blüfft und kratzte sich am Ohr. „Wir
schaue hinaus aufs Meer. In der Fer- zonts von seinem Strand aus sehe, an unserem Nachbartisch. sehen uns später“, sagte er und ging
ne, am Horizont, traf das dunkle schlecht widerlegen könne. Na also. „Schön ist es hier draußen“, sagte weiter.
Blau des Meeres auf das helle Blau Ich konnte jetzt vom Deck 7 der er. „Wir haben Glück mit dem Wet- Ich lehnte an der Reling und
des Himmels. Früher glaubten die Alba Lena eindeutig die Rundung ter, und das Schiff macht ruhige schaute zum Horizont. Deutlich sah
Seefahrer, dass sie hinter dem Hori- des Horizonts ausmachen, und nie- Fahrt. Alles im Lot auf unserem ich die Wölbung. Da bin ich mir
zont in den dunklen Orkus des Ver- mand kann mir etwas anderes be- Boot.“ ganz sicher. Peter Biqué
gessens stürzen könnten. weisen. Ich stand an der Reling und „Ich schaue mir den Horizont Foto: w.r.wagner/pixelio.de
Ich erkannte eine leichte Wöl- bewunderte den Horizont in der an“, sagte ich. „Sehen Sie die Krüm-
bung am Horizont, die ferne Sichtli- Ferne und die sanft schaukelnden mung? Von links bis zur Mitte hin
nie stieg von links außen ganz sachte Wellen unter mir und vor mir. Es geht es sanft aufwärts, und dann
bis zur Mitte hin an und wölbte sich war schön, den Fahrtwind auf der
rechts wieder diskret nach unten. Haut zu spüren und den drei, vier
Wenn die alten Seebären diese Wöl- Schäfchenwolken, die gen Westen
bung bemerkt hätten, wäre es ihnen segelten, hinterherzuträumen.

4 3 9 5 1 8 2 7 6
Sudoku 8 7 5 6 2 9 1 3 4
6 2 1 7 3 4 5 8 9
3 4 8 1 7 6 9 5 2
Zahlen von 1 1 9 2 3 8 5 6 4 7
bis 9 sind so 7 5 6 9 4 2 3 1 8
einzutragen, 5 8 4 2 9 1 7 6 3
dass sich je- 9 1 7 8 6 3 4 2 5
2 6 3 4 5 7 8 9 1
de dieser
neun Zahlen nur einmal in einem
Neunerblock, nur einmal auf der Ho-
rizontalen und nur einmal auf der
Vertikalen befindet.
Oben: Lösung von Heft Nummer 23.

2 4 5
7 1 9 4
9 7 1 8
9 2 6 7
6 9 1
1 5 9 2
8 4 7
1 4 9 5 3 7
3 7 8
22 GLAUBEN WISSEN 17./18. Juni 2017 / Nr. 24

Hingesehen
Zum 50. Jubiläum der Charismatischen Erneuerung hat Papst Franzis-
kus ein ökumenisches Abendgebet mit Zehntausenden Christen ge-
feiert. Die Art des charismatischen Gebets gefalle nicht jedem, sagte
Franziskus, aber sie füge sich „voll in die biblische Tradition ein“. Nie-
mand solle sich schämen, Gott zu preisen. Taufe, Gotteslob und Dienst
für andere gehörten zusammen, betonte Franziskus. Auch er selbst
stimmte bei der abendlichen Feier immer wieder in die eingängigen
Lieder ein. red/Foto: imago

Wirklich wahr Zahl der Woche Impressum

8282
Katholische SonntagsZeitung Mediaberatung
Das süditalienische Bistum ‘Ndrangheta besonders ak- Regensburger Bistumsblatt
Locri-Gerace führt als erstes tiv. Die Idee zu dem Anti- Tel. 09 41/5 86 76-10;
Herausgeber: Fax: 09 41/5 86 76-39
in Italien einen Anti-Mafia- Mafia-Gebetstag kam Bi- für den Bistumsteil (Seiten I-XVI):
Gebetstag ein. Der Bischof schof Oliva, nachdem Papst Mail: sonntagszeitung-
S.E. Dr. Rudolf Voderholzer, mediaberatung@suv.de
von Locri-Gerace, Francesco Franziskus dazu aufgerufen Pilger aus Luxemburg und Bischof von Regensburg
Oliva, kündigte an, künf- hatte, für die Bekehrung den Nachbarländern sind für den Mantelteil: Gültig ist zur Zeit die Anzeigen-
preisliste Nr. 32 vom 1.1.2017.
tig werde in seinem Bistum von Mafiosi zu beten. dieses Jahr bei der Echter- Sankt Ulrich Verlag GmbH
jeweils am ers- Oliva be- nacher Springprozession Anzeigenschluss: 10 Tage vor
Redaktion Regensburg Erscheinen.
ten Samstag im zeichnete seine mitgehüpft. Auch zahlrei-
Stefan Mohr (Redaktionsleiter) Mediendesign und Marketing:
Oktober für die Initiative als che Bischöfe waren zu dem Markus Detter, Gudrun Wittmann Cornelia Harreiß-Kraft
„Bekehrung von Hinweis darauf, jährlich am Pfingstdiens- Telefon: 08 21/5 02 42-39
Tel. 09 41/5 86 76-0;
Mafiosi“ und dass die mafiö- tag stattfindenden Umzug Druck:
Fax 09 41/5 86 76-66
für Versöhnung se Gesinnungen gekommen, darunter der Königsstraße 2, 93047 Regensburg (zugleich Anschrift für Beilagen-
gebetet. „Ausdruck ei- Erzbischof von Luxemburg, Lieferungen) Neue Presse
E-Mail: sonntagszeitung-regens-
In der Re- ner Kultur des Jean-Claude Hollerich, der burg@suv.de
Verlags-GmbH,
gion Kalabrien, Todes sind, die Münchner Kardinal Rein- Druckzentrum Passau,
Medienstraße 5a, 94036 Passau
wo das Bistum Ein Junge aus Locri de- dem christli- hard Marx sowie die Bischöfe Verlag und
liegt, ist die monstriert gegen die Ma- chen Glauben Stephan Ackermann (Trier), Mantelredaktion Leserservice und Vertrieb
kriminelle Ver- chenschaften der Mafia. radikal entgegen- Felix Genn (Münster) und Sankt Ulrich Verlag GmbH Katholische SonntagsZeitung
einigung der Foto: imago stehen“. KNA Helmut Dieser (Aachen). Henisiusstraße 1, 86152 Augsburg
Regensburger Bistumsblatt
Bei der Prozession sprin- Telefon: 08 21/5 02 42 - 0 Postfach 11 19 20, 86044 Augsburg
gen die Teilnehmer von ei- Telefon 08 21/5 02 42-13 oder -53;
Wieder was gelernt nem Bein auf das andere und
www.katholische-sonntagszeitung.de Fax 08 21/5 02 42-80
Geschäftsführer: Johann Buchart E-Mail: vertrieb@suv.de
bewegen sich so langsam
Bezugspreis:
1. Welche Vereinigung wird zur italienischen Mafia gezählt? vorwärts. Die Veranstaltung Chefredakteur: Johannes Müller
Vierteljährlich EUR 24,45
A. Vera famiglia B. Dragona findet zu Ehren des heili- Chefin vom Dienst: Victoria Fels
Einzelnummer EUR 1,95
Stellv. Chef v. Dienst: Thorsten Fels
C. Camorra D. Unione gen Missionsbischofs Willi- Abbestellungen sind sechs Wochen
brord (658 bis 739) statt, bei Nachrichten: Katholische Nach- vor Quartalsende schriftlich an den
2. Der Journalist Roberto Saviano prangert in seinem dessen Grab der Zug endet. richtenagentur (KNA), Evange- Verlag zu richten.
Bestseller „Gomorrha“ von 2006 die Machenschaften der 2010 hat die Unesco die lischer Pressedienst (epd), Deut-
sche Presse-Agentur (dpa), eigene Bankverbindung:
Mafia in Neapel an. Welche Folgen hatte das für ihn? Echternacher Springprozes- Korrespondenten.
LIGA Bank eG
A. Er musste Italien verlassen. sion als „Immaterielles Welt- Konto-Nr. 115800, BLZ 75090300
Der Verlag haftet nicht für unver- IBAN DE51750903000000115800
B. Er bekam eine Haftstrafe. kulturerbe“ anerkannt, da BIC GENODEF1M05
langt eingesandte Manuskripte,
C. Er lebt seitdem unter Polizeischutz. sie wichtiger Bestandteil der Fotos und Ähnliches. Die Zeitung Im Falle höherer Gewalt und bei
D. Er musste aufhören, zu publizieren. nationalen, religiösen und und alle in ihr enthaltenen Beiträge Arbeitskampf besteht kein
Lösung: 1 C, 2 C kulturellen Identität Luxem- und Abbildungen sind urheberrecht- Belieferungs- oder Entschädigungs-
burgs ist. KNA/red lich geschützt. anspruch.
17./18. Juni 2017 / Nr. 24 GLAUBEN LEBEN 23

Hilfe zum wahren Menschsein


Konkreter Glaube trifft auf virtuelle Welten: So hilft die Caritas bei Computersucht
aus, die dieses Glücksgefühl bewir- stürzten und nachfragten, was denn
ken. Indem man immer wieder neu passiert sei. Es hatte sich ein klei-
spielt, weil man dieses Gefühl wie- nes Wunder ereignet: Nach vielen
der spüren möchte, verschalten sich Gesprächen ließ ein junger Mann
die Synapsen in unserem Gehirn zu seine künstliche Identität im Com-
einer „Suchtstraße“, die zu verlassen puterspiel „sterben“. Gemeinsam
zumeist nicht ohne professionelle mit unserem Berater für Compu-
Hilfe gelingt. terspielsucht löschte er sein falsches,
Die Caritas als Wohlfahrtsorga- wirklichkeitsfernes Profil. Er befreite
nisation fordert von ihren Mitarbei- sich von dem „Dämon“ des künstli-
terinnen und Mitarbeitern deshalb chen Ichs.
weitaus mehr als Empathie. Sie for- In der Caritas kommen wir im-
dert ein Höchstmaß an Professiona- mer zum Gottesdienst zusammen.
lität. Nur dann können sie die rich- Wir suchen die Nähe Gottes, weil
tigen Fragen stellen, die Fälle richtig wir seine Zuwendung brauchen. Wir
analysieren und dann den richtigen beten für uns und unsere Mitarbei-
Anstoß dafür geben, dass jemand terinnen und Mitarbeiter, damit wir
sein Leben ändert. das tun, was Gott von uns will: Seid
Gebannter Blick: Bestimmt der Computer das Leben? Foto: imago/Sven Simon wahrhaft Mensch für Menschen.

D
Ein kleines Wunder
as Neue Testament erzählt Familie „zurückmeldet“, am Fami-
von vielen Wundern, die Je- lienleben teilnimmt, nicht den ge- Es kann für Computerspiel- Kontakt:
sus und seine Jünger in sei- meinsamen Mahlzeiten fernbleibt, süchtige sehr schmerzhaft sein, Domkapitular Dr. Andreas Magg ist Diö-
nem Namen bewirkt haben. Alle mal mit einkaufen geht usw. ihre virtuelle, nicht reale Compu- zesan-Caritasdirektor und Vorstand des
Erzählungen enthalten einen ge- terspiel-Identität abzulegen. Ein Caritasverbands im Bistum Augsburg.
meinsamen Kern. Sie berichten von Unwirkliche Identität junger Mann klagte und weinte so Seine Kontaktdaten:
dem, was jeder Mensch braucht. laut, dass Kollegen in das Büro ei- Auf dem Kreuz 41
Zuwendung von Gott, Zuwendung Die Anzahl der Stunden vor dem nes Beraters für Computerspielsucht 86152 Augsburg
im Gebet, Zuwendung durch Mit- Computer allein ist also noch kein
menschen. Hinweis auf eine Medienabhängig-
Zu den vielen Hilfsangeboten keit. Abhängig ist man dann, wenn

© KNA
des Caritasverbands für die Diözese der Spieler nicht mehr auf die vir-
Augsburg gehört auch die Beratung tuelle Parallelwelt verzichten kann
für Computerspiel- und Medien- und diese sein Leben komplett be-
süchtige. Ein Angebot, das nicht nur stimmt. Wenn der Spieler aus seiner
stark angefragt ist, sondern auch im- eigenen Wirklichkeit und seinem
mer wieder das Interesse der Medien sozialen Umfeld wegtaucht und in
findet. Computerspiele stoßen be- einer neuen, anderen, unwirklichen
kanntlich bei Jugendlichen auf ein Identität aufgeht, die ihm das Com-
großes Interesse. Der Markt dafür puterspiel ermöglicht. Hier wird er
boomt. Wer kennt keine Eltern, die „gebraucht“, weil man nur mit ande-
darüber klagen, dass ihr Kind viel ren das Spiel „gewinnen“ kann. Hier
zu viele Stunden am Tag vor dem ist er der „Macher“, der „Held“, der Ein Streifzug durch die Kirchengeschichte
Computer verbringt?
Unsere Berater und Beraterinnen
sein Leben bestens meistert und der
nicht von anderen in der Schule be- Das große Lesergewinnspiel
der Suchtfachambulanzen kennen lächelt wird. der Katholischen SonntagsZeitung und der Neuen Bildpost
selbst viele Computerspiele. Sie ver- Anerkannt zu sein, auch mal ein
stehen die Begeisterung für diese Held zu sein, wer will das nicht? Gewinnen Sie 2 x 500 Euro
durch Programmierung geschaffene Doch gibt es im Leben der Betrof- und 50 attraktive Buchpreise!
Visualisierung von Szenerien, Ak- fenen auch echte Freunde? Oder So können Sie gewinnen:
teuren und den unendlich erschei- kapseln sie sich von ihrem sozialen
15 Wochen raten Sie bei unserem neuen Rätsel mit. Tragen Sie die Buchstaben
nenden Handlungsmöglichkeiten. Umfeld völlig ab und haben eigent-
der jeweils richtigen Lösung der Reihe nach in die vorgegebenen Kästchen ein.
lich gar keinen Bezug mehr dazu?
Bestimmt man selbst das Leben, Schneiden Sie den fertig ausgefüllten Original-Gewinnspielcoupon
Klare Regeln – für alle (von Heft Nr. 23) aus und senden Sie ihn bis spätestens 29. September 2017 an:
oder bestimmt das Computerspiel
Mancher Streit zwischen Eltern das Leben? Mediengruppe Sankt Ulrich Verlag GmbH,
und dem spielenden Kind entsteht Leserservice, Postfach 11 19 20, 86044 Augsburg
dadurch, dass Eltern nicht verste- Leben in der Nebenwelt Bitte senden Sie keine Einzellösungen!
hen, was es da tut. Sie meinen, es Wir wünschen Ihnen viel Glück!
ständig kritisieren zu müssen. Und Das Gefühl, gefangen zu sein in
das Kind ist dann genervt, weil es seiner Sucht, basiert immer auf ei-
nie in Ruhe spielen kann. Unsere ner neurobiologischen Veränderung 2. Rätselfrage
Beraterinnen und Berater vereinba- im Gehirn. Das heißt: Gebet allein, Wie heißen die 1929 abgeschlossenen Verträge, in denen der italienische Staat die
ren dann mit allen Beteiligten klare eine willentliche Entscheidung al- politische und territoriale Souveränität des Vatikans garantiert?
Regeln: Wie lange das Kind spielen lein bewirken noch keine Heilung.
E Vatikanverträge A Lateranverträge I Verträge von Rom
darf, und zwar ungestört, und dass Das Spiel schenkt Erfolgserlebnisse.
das Kind sich dann wieder in der Das Gehirn schüttet Botenstoffe
Sankt Ulrich Verlag, 86152 Augsburg
PVst, DPAG, „Entgelt bezahlt“
© SUV/Harreiß-Kraft

Es ist wichtig, dass jeder Christ in Be-


rührung und in persönlichem Dialog mit
dem Wort Gottes lebt. Benedikt XVI.

Sonntag, 18. Juni hinsichtlich verschiedener Bedürfnisse gerade während der Säkularisierung und
Als Jesus die vielen Menschen sah, hatte lieber etwas mehr zukommen lässt als zu der Schrecken des 20. Jahrhunderts einen
er Mitleid mit ihnen; denn sie waren wenig. Das gilt analog für die Gottesbe- Aufschwung erfahren hat. Wenn alles aus-
müde und erschöpft wie Schafe, die ziehung. Wer großzügig in eine lebendige sichtslos erscheint, dann leidet doch das
keinen Hirten haben. (Mt 9,36) Beziehung zu Gott investiert, der darf Herz des Menschen mit dem Herzen des
heraus tun kann, sondern nur, wenn er sicher sein, in irgendeiner – wenn auch am Kreuz gestorbenen Gottessohnes. Es
In den kommenden Wochen werden in den Vater etwas tun sieht. unerwarteten – Weise reichlich zu ernten. macht die Worte Franz von Sales‘ wahr:
vielen Diözesen Priester geweiht. Beten Das Herz spricht zum Herzen.
wir um Priester, die es verstehen, ihre Her- Dienstag, 20. Juni Donnerstag, 22. Juni
den frisch und gesund zu erhalten. Beten Ihr sollt also vollkommen sein, wie es Euer Vater weiß, was ihr braucht, noch Samstag, 24. Juni
wir um Priester mit offenen Ohren und auch euer himmlischer Vater ist. (Mt 5,48) ehe ihr ihn bittet. (Mt 6,8) Als ich noch im Schoß meiner Mutter war,
weiten Herzen. Beten wir für sie auch um hat er meinen Namen genannt. ( Jes 49,1)
die nötige Kraft, damit sie den Dienst an Das beständige Streben nach Vollkom- Bin ich mir im Klaren darüber, was ich not-
ihren Gemeinden treu ausüben können. menheit, das ständige In-Bewegung-Blei- wendig brauche und auf was ich verzich- Jeder Mensch hat seinen einmaligen Ruf
ben sollte ein wesentliches Merkmal von ten kann? Oder anders gesagt: Was kann von Gott erhalten, und Gott sorgt dafür,
Montag, 19. Juni Christen sein. Christen sind eben die, die ich oder sollte ich getrost weglassen, um dass er dieser Berufung nachkommt.
Als Mitarbeiter Gottes ermahnen wir sich ständig nach Christus ausrichten und meine Not wenden zu können? Psalm 139 formuliert dies ähnlich und fügt
euch, dass ihr seine Gnade nicht verge- sich an seinem Handeln orientieren. hinzu: „Nehme ich die Flügel des Morgen-
bens empfangt. (2 Kor 6,1) Freitag, 23. Juni – Herz-Jesu-Fest rots und lasse mich nieder am äußersten
Mittwoch, 21. Juni Nehmt mein Joch auf euch und Meer, auch dort wird deine Hand mich
Kann das Wirken Gottes vergeblich blei- Wer reichlich sät, wird reichlich ernten. lernt von mir; denn ich bin gü- ergreifen und deine Rechte mich fassen.“
ben? Es ist vielleicht wichtig zu beden- (2 Kor 9,6) tig und von Herzen demütig;
ken, dass Gott Gott ist und Gott bleibt. so werdet ihr Ruhe finden für Frater Gregor Schuller ist Bene-
Nur wenn wir ihn Gott sein lassen, kann Vielfach wird Mönchtum mit strenger eure Seele. (Mt 11,29) diktiner der Abtei Metten (Bistum
er durch uns wirken. Das Johannesevan- Askese verbunden. Bei einem Blick in die Regensburg). Er ist dort Kantor und
gelium führt diesen Gedanken aus. Dort Benediktsregel ist jedoch festzustellen, Es ist bemerkenswert, dass Organist und studiert Theologie in
bekennt der Sohn, dass er nichts aus sich dass der Mönchsvater seinen Mönchen die Herz-Jesu-Verehrung Regensburg.

Ja, schicken Sie mir die mit 6 Ausgaben jährlich erscheinende


Zeitschrift Der Katholische Mesner für mindestens 1 Jahr
zum günstigen Jahresbezugspreis von EUR 6,75 (incl. Zustellgebühr).

Die Zeitschrift für den Zustellungsbeginn

katholischen Mesner Name / Vorname

Straße / Hausnummer

● Nachrichten, Bilder und Termine PLZ / Ort

aus den Berufsverbänden Ich bin damit einverstanden, dass die zu entrichtende Abonnement-
gebühr jährlich von meinem Konto abgebucht wird.
● Anregungen, Gebete und Impulse
IBAN

BIC Name des Geldinstituts


Datum, Unterschrift

6 x im Jahr
Bitte ausfüllen und einsenden an: Mediengruppe Sankt Ulrich Verlag GmbH,
bestens Leserservice Der Katholische Mesner, Henisiusstraße 1, 86152 Augsburg.

informiert! Vertrauensgarantie: Diese Bestellung kann innerhalb zwei Wochen schriftlich


widerrufen werden. Zur Wahrung der Frist genügt die rechtzeitige Absendung
des Widerrufs.