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Mythos (Textsorte) Bedeutung, Merkm…

In Dropbox gespeichert • 26.09.2018, 07F55


Mythos

Der Mythos ist eine anonyme,


zuerst mündliche
Überlieferung, welche von
Göttern, Dämonen, Heroen
und Begebenheiten der
Vorzeit und vornehmlich der
Erschaffung des Menschen
oder der Welt erzählt. Solche
Mythen lassen sich in allen
Kulturen nachweisen, wobei
sie eine Möglichkeit der
Menschheit sind, ihr Welt-
und Selbstverständnis zum
Ausdruck zu bringen. Der
Mythos ist somit eine Form
der (religiösen) Weltdeutung
der (religiösen) Weltdeutung
Inhaltsverzeichnis
und gibt 
Antworten auf die
Urgeschichte der Menschheit.
Die Gesamtheit aller Mythen
eines Volkes oder einer Kultur
ist deren Mythologie. Mythen
haben dabei stets einen
Wahrheitsanspruch, erheben
also den Anspruch, wahr zu
sein. Ähnlich sind Sage und
Legende
Legende..

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Begriff
Der Begriff leitet sich vom
altgriechischen μῦθος ab,
welches sich mit Erzählung, Rede,
Wort, Laut oder auch sagenhafte
Geschichte (vgl. Mär) übersetzen
lässt. Aus diesem Nomen leitet
sich auch das lateinische mythus
ab, welches gleichbedeutend ist.
Demnach gibt bereits die
Übersetzung eindeutige Hinweise,
worum es beim Begriff geht:
nämlich um eine (sagenhafte)
Erzählung, die mündlich
weitergegeben wurde [mit der
Menschen sowie Kulturen ihr
Weltverständnis zum Ausdruck
bringen]. Eine einheitliche
Definition ist jedoch schwierig.

Das liegt darin begründet,


dass der Begriff in den
vergangenen Jahrhunderten auf
ganz verschiedene Arten
verwendet wurde und sich
aufgrund der unterschiedlichen
Inhalte in den einzelnen Kulturen
und Völkern nur schwer fassen
lässt. Befragt man
unterschiedliche Lexika definieren
diese den Mythos nicht
einheitlich und geben
verschiedene, sich teils
widersprechende, Auskünfte zu
diesem Begriff.

Dennoch gibt es einige


Merkmale, die in den meisten
Fällen identisch sind und einige
Hinweise, die auf die
unterschiedlichen Mythen
zutreffen sowie weiterhin
Beispiele, welche die
verschiedenen Ausformungen des
Begriffs greifbar machen sowie
einzelne Oberbegriffe für die
diversen Ausprägungen des
Mythos.

Übersicht: Merkmale
des Mythos
Der Mythos ist eine
Erzählung, welche in
unterschiedlichen anonymen
Varianten überliefert und
vorerst mündlich
weitergegeben wurde. Er
gibt Antworten zum Selbst-
und Weltverständnis der
Kulturen und Menschen. Er
ist demnach eine religiös
gefärbte Darstellung von
Vorgängen aus Natur- und
Weltleben, wobei diese mit
dem menschlichen Tun
verknüpft werden. Die
Mythen können die Welt um
uns herum erklären und sind
demzufolge als kindliche,
also anfängliche,
Philosophien der Menschen
zu werten. Die Gesamtheit
kultureller Mythen ist die
Mythologie.
Mythen erklären also in
irgendeiner Art die Welt und
bestehen zu großen Teilen
aus Götter- und
Heldensagen. Vor allem ist
uns heutzutage die
griechische oder römische
Mythologie vertraut. Hierbei
werden Sachverhalte sowie
Zusammenhänge durch
Götter, Helden oder
Fabelwesen erklärt, wie
beispielsweise die
Erschaffung der Welt oder
das Leben nach dem Tod.

Im Kern gilt der Mythos stets


als wahr, da er zumeist
versucht, eine tatsächliche
Begebenheit zu erklären.
Ganz ähnlich ist es auch bei
den Erzählformen Sage,
Legende, Fabel sowie
Märchen. Allerdings gelten
Mythen darüber hinaus als
sinnstiftend. Das bedeutet,
dass sie so gestaltet sind,
dass sie (Ereignissen oder
Dingen) einen Sinn (er-
)geben.

Im Mythos herrscht eine


anschauliche, also bildhafte
Sprache vor, welche für die
meisten leicht verständlich
ist, wobei er ein
frühzeitliches Ereignis
schildert, das einen
Sachverhalt aus der heutigen
Zeit erklärt oder zumindest
Hinweise zu dessen
Hintergründen liefert.

Mythen können häufig als


praktische Anleitungen
verstanden werden, um eine
Sicht auf die Welt zu
erlangen. Da der Mythos
nicht nur einzelne Punkte
herausgreift, sondern ein
umfassendes Weltbild
vermittelt, kann er eine Form
des ganzheitlichen
Welterkennens darstellen.

Den meisten Mythen ist eine


strenge Zeiteinteilung zu
eigen. So gibt es zumeist
einen Anfang – also einen
Punkt, der als Ursprung der
Entstehung zu betrachten ist
und weitere Eckpunkte,
wodurch sich die einzelnen
Geschichten des Mythos auf
einem Zeitstrahl sortieren
lassen. Beispielsweise steht
in der Griechischen
Mythologie am Anfang das
Chaos.

Wiederkehrende Abläufe in
der Natur – Jahreszeiten,
Sonnenauf-,
Sonnenuntergang, Gezeiten
– oder der menschlichen
Welt (bspw. Tod, Geburt)
werden im Mythos oftmals
durch göttliches Eingreifen
erklärt. Gleiches gilt für
Wetterphänomene oder
Naturkatastrophen.

In der Frühzeit waren


Mythen eng mit Kult sowie
Ritual verwoben. Das
bedeutet, dass sich aus dem
Mythos bestimmte Riten,
Bräuche und Traditionen
ableiteten, welche durch
Feste gefeiert oder durch
Opfergaben und Ähnliches
zelebriert wurden. Folglich
wurden Mythen durch einen
ausgewählten Personenkreis
wie Priester, Sänger oder
Älteste mündlich
weitergegeben.
Beispiel: Theseus und
der Minotaurus

Um das Geschriebene anhand


eines Beispiels zu
verdeutlichen, soll
nachfolgend ein Mythos aus
der griechischen Mythologie
vorgestellt werden: der
Mythos um Theseus und den
menschenfressenden
Minotaurus sowie König
Minos, die eng mit dem
antiken Ort Knossos auf Kreta
verbunden ist.

Knossos war ein antiker Ort


auf der griechischen Insel
Kreta. Bekannt ist er vor allem
für den Palast von Knossos,
einem der größten Paläste auf der
Insel, der außerdem zum
Kulturerbe erklärt wurde. Der
Palast ist verwinkelt, was
vermutlich für den nachfolgenden
Mythos um den Minotaurus eine
entscheidende Rolle spielt.

Laut Homer, einem der ersten


großen Dichter des Abendlandes,
herrschte um 1600 v. Chr. König
Minos über Knossos. Minos war
ein Sohn des Göttervaters Zeus
und der Europa. Er war der
Gemahl der Pasiphae und Vater
der Ariadne und des Androgeos.
Eines Tages schenkte Poseidon
dem König einen herrlichen
weißen Stier, den dieser Zeus
opfern sollte. Der schöne Stier
gefiel dem König aber so gut,
dass er ihn behielt.
Zeus, der Minos dafür bestrafte,
belegte seine Frau, Pasiphae, mit
einem Fluch, der in ihr ein
Verlangen nach dem Stier
entfachte. Daraufhin bat Pasiphae
ihren Baumeister Daidalos darum,
ihr ein hözernes Kuhkostüm zu
bauen, um sich mit dem Stier zu
vereinigen. Der kretische Stier
schwängerte die Gattin des König
Minos‘, woraufhin sie einen
menschenfressenden
Stiermenschen, den Minotaurus,
gebar.

Minos, der außer sich vor Wut


über den Fehltritt seiner Frau war,
wollte den Minotaurus töten, ließ
sich aber von seiner Tochter
Ariadne überzeugen, diesen am
Leben zu lassen. Allerdings
suchte er nun auch Daidalos auf,
um ihn zu beauftragen, ein
Labyrinth zu konstruieren, um
den Stier auf alle Zeit zu
verbannen.

Kurze Zeit später verstarb der


Sohn des Minos‘, Androgeos, was
der König zum Anlass nahm, die
Bewohner Athens, welche er für
den Tod des Sohnes
verantwortlich machte, zu
strafen. Er forderte von ihnen,
alle neun Jahre einen Tribut von 7
Jungfrauen und 7 Jünglingen, die
dem Minotaurus geopfert wurden.
Theseus, ein Held der
griechischen Antike meldete sich
freiwillig, um gegen den
Minotaurus zu kämpfen.

Als er nach seiner Ankunft auf


Kreta Minos‘ Tochter Ariadne
kennenlernte, verliebten sich
beide ineinander. Theseus
vertraute ihr seine Absicht an. Als
er einwilligte sie zu heiraten und
mit nach Athen zu nehmen,
schenkte sie ihm einen
magischen Faden, mit dem er aus
dem Labyrinth jederzeit wieder
herausfand. Theseus gelang es
mit Hilfe der Götter, den
Minotauros zu erlegen, den er
dem Poseidon opferte.

Kurzübersicht: Merkmale am
Mythos erklärt

Diese Erzählung rund um


das Labyrinth ist nur ein
sehr kleiner Teil der
gesamten griechischen
Mythologie und zeigt somit
nur einen knappen
Ausschnitt, der sich aber
chronologisch in den Kontext
aller griechischen Mythen
einbetten lässt, wobei er in
sich geschlossen ist.

Er erklärt allerdings einen


Teil der griechischen Welt.
So gibt er Hinweise zur
Geschichte Kretas, deren
antike Kultur heutzutage als
Minoische Kultur bezeichnet
wird und so auf den
mythischen König verweist.
Er erklärt auch, warum der
Palast von Knossos so
verwinkelt ist (Labyrinth)

Weiterhin verdeutlicht er die


Sonderstellung des Stieres
in der minoischen Religion.
Dieser wird nämlich
einerseits verehrt, weil er
mächtig und heilig ist, aber
andererseits ist er aufgrund
seiner Unberechenbarkeit
ein gefährlicher Dämon, der
häufig in antiken Ritualen
geopfert wurde.

Der Mythos trägt darüber


hinaus noch ein weiteres
Element in sich, das nur für
einen wissenden Empfänger
(Leser, Hörer) deutlich ist. So
könnte der Minotaurus auch
für den obersten Priester als
Vertreter der kretischen
Stiergottheit stehen, wobei
der Sieg des Theseus als
Sieg der Feinde Kretas, die
vom Festland kamen,
gedeutet werden könnte.

Tipp: Auf fabelwesen.net


lässt sich der Mythos rund
um Theseus und den
Minotaurus nochmals
ausführlicher nachlesen. Hier
finden sich außerdem
Unterseiten zu Pasiphae,
dem magischen
Ariadnefaden und weitere
Geschichten und
Übersichten zur griechischen
Mythologie.
Arten des Mythos‘

Es gibt verschiedene Arten


des Mythos. Dabei lassen sich
allgemein drei Typen in den
vergangenen Jahrtausenden
nachweisen. So gibt es
Mythen, welche die
Entstehung der Welt und der
Schöpfung beinhalten,
welche, die sich um
vorzeitliche Heroen und
Kriege ranken sowie Mythen,
die aus einer Fantasiefreude
entsprungen sind.
Nachfolgend eine Übersicht
dieser Typen:

Schöpfungs- und Erklärungs- halbg


Mythen M

stim
ist die
Hist
hauptsächliche
Form im
steh
meint
Hel
Erklärungsmodelle
ode
rund um die
Schöpfung des sind
Menschen, die mit
Götterentstehung vers
oder Erklärungen wes
von hist
Naturerscheinungen Beg
dur
daraus leiten sich
Aus
häufig Riten und
gek
Bräuche ab
sind

Unterschied: Legende,
Märchen, Sage, Fabel,
Mythos
Eine der größten
Schwierigkeiten in Bezug auf
die Mythen bereitet sehr
häufig die Unterscheidung zu
ähnlichen, verwandten
Textsorten. Der Mythos ähnelt
vor allem dem Märchen, der
Legende, der Fabel und
weiterhin der Sage. Wir
möchten nachfolgend die
Unterschiede der Gattungen
aufzeigen.

Fabel
Fabel:: Fabeln sind erfunden
und wurden von einem Autor
geschrieben, wobei es keine
konkreten Angaben zu Zeit
und Raum gibt. In der Fabel
agieren Tiere und vertreten
gewissermaßen den
Menschen. Die Fabel endet
mit einer Pointe und ist
meist belehrend. Die
Protagonisten sind meist
keine eindeutigen
Charaktere, sondern
Stereotype, die bestimmte
Eigenschaften verkörpern
(vgl. Fabeltiere).

Märchen
Märchen:: Sind auch frei
erfunden, unterscheiden
sich in Volksmärchen
(weitererzählt) und
Kunstmärchen (von einem
Autoren). Märchen spielen
außerhalb von Raum und
Zeit, weshalb ebenso keine
konkreten Orts- und
Zeitangaben gemacht
werden. Das Personal des
Märchens ist eher typisiert,
es gibt selten konkrete
Personen (Die Prinzessin, der
Wolf, die böse Hexe).
Legende
Legende:: Der Unterschied
zwischen Sage und Legende
ist gering. Prinzipiell gelten
die gleichen Merkmale.
Wesentlich ist allerdings,
dass Legenden stets von
Heiligen erzählen. Dabei
beziehen sie sich natürlich
auch immer auf eine
bestimmte Person oder ein
eindeutiges Ereignis,
weshalb der
Realitätsanspruch
gleichermaßen hoch ist. Sie
basieren also meist auf der
Biografie einer Person.

Sage
Sage:: Wird mündlich
überliefert und handelt von
konkreten Personen, Zeiten
oder Schauplätzen. Die Sage
hat demnach einen sehr
hohen Realitätsanspruch,
weshalb die handelnden
Personen auch ganz genau
benannt werden. Zwar
kommen durchaus
Fabelwesen vor, sind aber
als solche zu erkennen.

Mythos: Ein Mythos erklärt


gewissermaßen die Welt. Vor
allem ist uns heute die
griechische oder römische
Mythologie vertraut. Hierbei
werden Sachverhalte sowie
Zusammenhänge durch
Götter, Helden oder
Fabelwesen erklärt, wie
beispielsweise die
Erschaffung der Welt oder
das Leben nach dem Tod.

Stichwortverzeichnis →
Sage Legende Mär Märchen
Fabel Textanalyse

Inhaltsverzeichnis

1 Begriff
2 Übersicht: Merkmale des Mythos
3 Beispiel: Theseus und der
Minotaurus
4 Arten des Mythos‘
5 Unterschied: Legende, Märchen,
Sage, Fabel, Mythos

Stichwortverzeichnis

A B C D E F G H

I J K L M N O P

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