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1.

Grundlagen: Logik & Mengenlehre

1.1 Einführende Bemerkungen


Mathematik:
– Wahrheit / Falschheit von Aussagen logisch korrekt beweisen
– Methoden zur Lösung von Problemklassen bereitstellen, deren Korrektheit beweisen
(Problemklassen: Nicht für jedes einzelne Problem eine Lösungsmethode, sondern möglichst viele
Probleme mit einer Methode lösen)
Analysis beschäftigt sich mit Grenzwerten/Limiten
Hier speziell: Integral- und  Differentialgleichung  („Calculus“),  Limiten  von  Folgen  &  Funktionen
→  Fast  alles  werden  Aussagen  über  Mengen  (und Zahlen) sein
→  Zu  Mengenlehre,  Logik,  Beweistheorie  gibt  es  eigene  Vorlesungen!

1.2 Aussagenlogik
Aussage: Zeichenreihe, der sich sinnvoll ein Wahrheitswert (WW), also wahr (W) oder falsch (F),
zuordnen lässt.
Beispiel:
1.1 (a) Aussagen:
→   𝐴 :Jeder Hund ist ein Tier (W)
→   𝐴 :Jedes Tier ist ein Hund (F)
→   𝐴 :4 ist ungerade (F)
→   𝐴 :2+3=5 (W)
→   𝐴 : √2 = 0(F)
→   𝐴 :x+1>0 gilt für jede natürliche Zahl (W)
(b) keine Aussagen:
→   Denk mal nach!
→   Wer bist du?
→   3*5+7
→   x+1>0 (keine Aussage über Wahrheitswert möglich, da über x keine Angaben gemacht
werden)
→   Alle natürlichen Zahlen sind grün (wird erst zur Aussage, wenn sie definiert, was es
bedeutet, dass eine nat. Zahl grün ist)

1.2.2 Logische Operatoren


Ziel: Aussagen manipulieren und kombinieren
Verneinung oder Negation: Operator ¬
– Ist anär, d.h. Anwendung auf eine Aussage
– ¬𝐴 :Nicht jeder Hund ist ein Tier (F)
Die Wirkung logischer Operatoren beschreibt man durch Wahrheitstafeln
Negation:
A ¬𝐴
W F
F W
(1.1)

Binäre logische Operatoren kombinieren zwei Aussagen.


Konjunktion: A und B, in Zeichen:𝐴 ∧ 𝐵
Disjunktion: A oder B, in Zeichen: 𝐴 ∨ 𝐵
Implikation:  „A  impliziert  B“,  auch  „aus  A  folgt  B“,  in  Zeichen:  𝐴 ⇒ 𝐵
Äquivalenz:  „A  ist  äquivalent  zu  B“,  „A  gilt  genau  dann,  wenn  B  gilt“,  in Zeichen: 𝐴 ⇔ 𝐵
A B 𝐴∧𝐵 𝐴∨𝐵 𝐴⇒𝐵 𝐴⇔𝐵
W W W W W W
W F F W F F
F W F W W F
F F F F W W
(1.2)

Beispiele:
𝐴 ∧ 𝐴 : 𝑊,
𝐴 ∧ 𝐴 : 𝐹, 𝑑𝑎𝐴 𝐹
𝐴 ∨ 𝐴 : 𝑊,
𝐴 ∨ 𝐴 : 𝑊, 𝑑𝑎𝐴 𝑊
𝐴 ∨ 𝐴 :𝐹
→  verknüpfte  Aussagen  müssen  keinen  inhaltlichen  Zusammenhang  haben.

𝐴 ⇒ 𝐵:  Man  sagt  auch  „B  notwendig  für  A“,  „A  hinreichend  für  B“

A F, B W, warum also A => B W?


=> Richtige Aussagen können logisch aus falschen Aussagen folgen können.
Quadration
z.B. -1=1 => 1=1
F W
𝐴 ⇒ 𝐴 :𝑊
𝐴 ⇒ 𝐴 :𝐹

In Anwendungen: Bekannt 𝐴 ⇒ 𝐵, aber Wahrheitswert von A und B unbekannt.


Man versucht, A zu beweisen, um B zu beweisen (versagt, wenn sich A als falsch herausstellt)
Beispiel 1.2: Sasha gehört zu einer Personenguppe
Wenn Sasha weiblich ist => mindestens eine weibliche Person in der Personengruppe
A B
=> A wahr, so auch B wahr;
A wahr, WW von B unbekannt.
Bsp zu <=>:
𝐴 ⇔ 𝐴 :𝑊
𝐴 ⇔ 𝐴 :𝑊
𝐴 ⇔ 𝐴 :𝐹
In Anwendungen wieder oft Wert von A & B unbekannt
=> Um WW von B zu bestimmen, reicht es, den von A zu bestimmen
Beispiel 1.3: Sasha ist am größten in der Gruppe
Sasha weiblich <=> die größte in der Gruppe ist weiblich
A B
Wenn A wahr, so auch B wahr; wenn A falsch, auch B falsch.
Bemerkung 1.4: In der Informatik wird W oft als 1 kodiert, F als 0.

1.2.3 Regeln
Ausdrücke wie 𝐴 ∧ 𝐵sind eigentlich keine Aussagen, wegen der Variablen (hier A und B), deren
WW unbekannt ist. Solche Ausdrücke heißen Aussageformen (AF). Werden zu Aussagen, wenn alle
Variablen durch Aussagen ersetzt werden. Der WW der AF lässt sich bestimmen, wenn alle WW der
Variablen bekannt sind.
Beispiel 1.5 (a):
A: W, B: F
(𝐴 ∧ 𝐵) ∨ (¬𝐵)
A B 𝐴∧𝐵 ¬𝐵 (𝐴 ∧ 𝐵) ∨ (¬𝐵)
W F F W W

(b): 𝐴 ∨ (¬𝐵): Gesetz vom ausgeschlossenen Dritten


A ¬𝐴 𝐴 ∨ (¬𝐴)
W F W
F W W

Def 1.6: AF, die für jede Belegung der Variablen mit WW immer W sind, heißen Tautologie.
Notation 1.7:𝛷(𝐴 , . . . , 𝐴 )heißt, dass AF Φ genau(𝐴 , . . . , 𝐴 )als Variable enthält.
Def. 1.8.𝛷(𝐴 , . . . , 𝐴 )und𝛹(𝐴 , . . . , 𝐴 )heißen äquivalent genau dann, wenn𝛷(𝐴 , . . . , 𝐴 ) ⇔
𝛹(𝐴 , . . . , 𝐴 )Tautologie ist.
Lemma 1.9:𝛷(𝐴 , . . . , 𝐴 )und𝛹(𝐴 , . . . , 𝐴 )sind äqu genau dann, wenn sie für jede Belegung
von(𝐴 , . . . , 𝐴 )mit WW, den selben WW haben.
Bew.: Sind𝛷(𝐴 , . . . , 𝐴 )und𝛹(𝐴 , . . . , 𝐴 )äquivalent und A_1 hat den WW𝑡 mit  i=1,…,n,  so  ist  der  
WW von𝛷(. . . )und𝛹(. . . )W, da die AF eine Tautologie ist (nach Def. 1.8)
Nach  (1.2)  müssen  Φ  und  Ψ  den  selben  WW  haben  (beide  F  oder  beide  W)
Gilt umgekehrt eine Belegung von(𝐴 , . . . , 𝐴 )mit WW so, dass𝛷(. . . )und𝛹(. . . )verschiedene WW
haben, so ist nach (1.2)𝛷(. . . ) ⇔ 𝛹(. . . )F und kann keine Tautologie sein.
q.e.d.
→  Hat man äquivalente Aussagen, kann man sich aussuchen, welche man in einem logischen
Argument verwendet.
- Theorem 1.11 stellt wichtige Äquivalenzen bereit.
Konvention 1.10 (zur Klammerreduktion):¬bindet stärker als∧,∨, welche stärker binden als⇒, ⇔
zB. 𝐴 ∨ ¬𝐵 ⇒ ¬𝐵 ∧ ¬𝐴 ⇔ ¬𝐶 ∧ (𝐴 ∨ ¬𝐷)ist das selbe wie:
𝐴 ∨ (¬𝐵) ⇒ (¬𝐵) ∧ (¬𝐴) ⇔ (¬𝐶) ∧ 𝐴 ∨ (¬𝐷)
Theorem 1.11
(a) (𝐴 ⇒ 𝐵) ⇔ ¬𝐴 ∨ 𝐵
Satz: Man könnte⇒durch¬und∨definieren
(b) (𝐴 ⇔ 𝐵) ⇔ (𝐴 ⇒ 𝐵) ∧ (𝐵 ⇒ 𝐴)
A notwendig & hinreichend für B
(c) Kommutativgesetz:𝐴 ∧ 𝐵 ⇔ 𝐵 ∧ 𝐴
(d) '' 𝐴∨𝐵 ⇔ 𝐵∨𝐴
(e) Assoziativgesetz:(𝐴 ∧ 𝐵) ∧ 𝐶 ⇔ 𝐴 ∧ (𝐵 ∧ 𝐶)
(f) '' (𝐴 ∨ 𝐵) ∨ 𝐶 ⇔ 𝐴 ∨ (𝐵 ∨ 𝐶)
(g) Distributivgesetz:𝐴 ∧ (𝐵 ∨ 𝐶) ⇔ (𝐴 ∧ 𝐵) ∨ (𝐴 ∧ 𝐶)
(h) '' ¬(𝐴 ∧ 𝐵) ⇔ ¬𝐴 ∧ ¬𝐵
(i) De Morgan-Gesetz I:¬(𝐴 ∧ 𝐵) ⇔ ¬𝐴 ∨ ¬𝐵
(j) '' II:¬(𝐴 ∨ 𝐵) ⇔ ¬𝐴 ∧ ¬𝐵
(k) ¬¬𝐴 ⇔ 𝐴
(l) Kontraposition: (𝐴 ⇒ 𝐵) ⇔ (¬𝐵 ⇒ ¬𝐴)
Bew: Jeweils Wahrheitstafel plus Lem. 1.9
(a)
A B ¬𝐴 𝐴⇒𝐵 ¬𝐴 ∨ 𝐵
W W F W W
W F F F F
F W W W W
F F W W W

(b) – (h): Übung


(i)
A B ¬𝐴 ¬𝐵 𝐴∧𝐵
W W F F W
W F F W F
F W W F F
F F W W F

(j) Übung
(k) im Kopf
(l)
A B ¬𝐴 ¬𝐵 𝐴⇒𝐵 ¬𝐵 ⇒ ¬𝐴
W W F F W W
W F F W F F
F W W F W W
F F W W W W

Def. 1.12 (Implikation für Aussageformen)


Wir sagen𝛷(𝐴 , . . . , 𝐴 )impliziert𝛹(𝐴 , . . . , 𝐴 )(Formel𝛷(. . . ) ⇒ 𝛹(. . . )) genau dann, wenn jede
Belegung,  die  Φ wahr  macht,  auch  Ψ  wahr  macht.
Th. 1.13 (a) Transitivität der Implikation:(𝐴 ⇒ 𝐵) ∧ (𝐵 ⇒ 𝐶) ⇒ (𝐴 ⇒ 𝐶)
(b) '' '' Äquivalenz:(𝐴 ⇔ 𝐵) ∧ (𝐵 ⇔ 𝐶) ⇒ (𝐴 ⇔ 𝐶)
A B C 𝐴⇒𝐵 𝐵⇒𝐶 (𝐴 ⇒ 𝐵) ∧ (𝐵 ⇒ 𝐶) 𝐴⇒𝐶
W W W W W W W
W F W F W F W
F W W W W W W
F F W W W W W
W W F W F F F
W F F F W F F
F W F W F F W
F F F W W W W
Die letzten beiden Spalten stimmen nicht überein, aber immer, wenn(𝐴 ⇒ 𝐵) ∧ (𝐵 ⇒ 𝐶)wahr ist,
ist auch𝐴 ⇒ 𝐶wahr.
(b) Übung oder siehe Skript
Def & Bem 1.14: Ein Beweis der  Aussage  B  ist  eine  Folge  von  Aussagen  A_1,  …,  A_n  so,  dass  A_1  
wahr ist A_i => A_{i+1} für 1<=i<n und A_n=>B gelten. Nach Th. 1.13(a) ist dann auch B wahr.

Korrektur zum Beweis von Lem. 1.9:


A:  „Φ(A_1  ,...,  A_n)  dlrarrow  Ψ(A_1  ,...,  A_n)
B:  „Für  jede  Belegung  mit  WW  der  A_1  ,...,  A_n  haben  Φ  und  Ψ  den  selben  WW.“
Lem 1.9.: A<=>B
Letztes  Mal  gezeigt:  „A=>B“,  „neg  A  => neg  B“  (letzteres  zeigt  wieder A=>B)
Es fehlt noch B=>A:
Dazu:  Es  gelte  B.  Ist  dann  eine  Belegung  von  A_1  ,...,  A_n  mit  WW  gegeben,  so  haben  Φ(...)  und  Ψ(...)  beide  W
Φ(...)<=>Ψ(...)  ist  Tautologie, d.h. E gilt A.

Bemerkung 1.15 nur im Skript.

1.3. Mengenlehre
Cantor  (1895):  „Eine  Menge  M  ist  die  Zusammenfassung  zu  einem  Ganzen  von  
wohlunterschiedenen  Objekten  m  unserer  Anschauung  oder  unseres  Denkens.“
→  Wir  nennen  m  die Elemente von M.
Notation 1.16:𝑚 ∈ 𝑀für  „m  ist  Element  von  M“
𝑚 ∉ 𝑀für  „m  ist  nicht  Element  von  M“
Definition 1.17: Mengen N, M sind gleich (M=N) g.d.w. M und N haben genau die selben
Elemente.
Definition 1.18.: Die Menge ohne Elemente heißt leere Menge, Symbol:∅
Bsp. 1.19: Mengen: A:={0}, B:={0,17.5}, C:={5,1,5,3}, D:={,5,1}, E:={2, sqrt 2, -2}
Es gilt C=D (Reihenfolge ändern, Element mehrfach schreiben ändert Menge nicht.)
F:={-4, -2,  …,  20,  22,  24}
Def. 1.20: Teilmenge/Inklusion: 𝐴 ⊆ 𝐵 ⇔ 𝑥 ∈ 𝐴 ⇒ 𝑥 ∈ 𝐵 ⇔ 𝐵 ⊇ 𝐴
Achtung: 𝐴 = 𝐵 ⇒ 𝐴 ⊆ 𝐵
=>  „echte  Teilmenge“,  wenn𝐴 ⊂ 𝐵, 𝐴 ≠ 𝐵
Ist P(x) Aussage über Element x von B, so def. 𝐴: = {𝑥 ∈ 𝐵 ∣ 𝑃(𝑥)}(1.6) Teilmenge von B,
bestehend aus allen𝑋 ∈ 𝐵, für die P(x) wahr ist.
Bsp. 1.21
a) Immer gilt:𝐴 ⊆ 𝐴, ∅ ⊆ 𝐴
b) 𝐴 ⊆ 𝐵 ⇒ 𝐴 = {𝑥 ∈ 𝐵 ∣ 𝑐 ∈ 𝐴}
c) Mit A:={-10,-8,...,8,10} gilt {−2,0,2} = {𝑥 ∈ 𝐴 ∣ 𝑥 ∈ 𝐴}, ∅ = {𝑥 ∈ 𝐴 ∣ 𝑥 + 21 ∈ 𝐴}
Bem. 1.22: 𝐴 = 𝐵 ⇔ 𝐴 ⊆ 𝐵 ∧ 𝐵 ⊆ 𝐴
→  Zum  Beweis  der  Gleichheit  von  Mengen  zeigt  man  of  zwei  Inklusionen.
Def. 1.23
a) Durschschnitt: 𝑥 ∈ 𝐴 ∧ 𝐵: ⇔ 𝑥 ∈ 𝐴 ∧ 𝑥 ∈ 𝐵(:<=> per Definition genau dann, wenn)
A, B disjunkt <=> 𝐴 ∧ 𝐵 = ∅
b) Vereinigung: 𝑥 ∈ 𝐴 ∨ 𝐵: ⇔ 𝑥 ∈ 𝐴 ∨ 𝑥 ∈ 𝐵
˙
Schreibe 𝐴 ∧ 𝐵, falls 𝐴 ∧ 𝐵 = ∅(disjunkte Vereinigung)
c) Differenz: 𝑥 ∈ 𝐴 ∖ 𝐵(„A  minus  B“,  „A  ohne  B“): ⇔ 𝑥 ∈ 𝐴 ∧ 𝑥 ∉ 𝐵, also 𝐴 ∖ 𝐵: = {𝑥 ∈ 𝐴 ∣ 𝑥 ∉
𝐵}
Ist 𝐵 ⊆ 𝐴, so heißt A Grundmenge und 𝐵 : = 𝐴 ∖ 𝐵das Komplement von B.
Bsp. 1.24
a) {1,2, } ∧ {3,4,5} = {3}(1.7a)
{√2} ∧ {1,2, . . . ,10} = ∅ (1.7b)
b) {1,2,3} ∨ {3,4,5} = {1,2,3,4,5}(1.8a)
˙
{1,2,3} ∨ {4,5} = {1,2,3,4,5} (1.8b)
c) {1,2,3} ∖ {3,4,5} = {1,2}(1.9a)
{1,2,3} ∖ {3,2,1, √5} = ∅ (1.9b)
{−10, −9, . . . ,9,10} ∖ {0} = {−10, −9, . . . , −1} ∨ {1,2, . . . ,10} (1.9c)
Sei {1,2,3,4,5} Grundmenge. Dann {1,2,3} = {4,5}(1.9d)

Brauchen auch Mengen von Mengen.


Bsp: {∅, {0}, {0,1}}, {{0,1}, {1,2}}
Def. 1.25: Potenzmenge P(A) (auch2 ) besteht genau aus allen Teilmengen von A.
Bsp 1.26: 𝑃(∅) = {∅}(1.10a)
𝑃({0}) = {∅, {0}} (1.10b)
𝑃𝑃({0}) = 𝑃{∅, {0}} = {∅, {∅}, 𝑃{∅}}(1.10c)
Die einfachste unendliche Menge:
Def. 1.27: ℕ: = {1,2,3, . . . }heißt Menge der natürlichen Zahlen.
˙
ℕ : = {0} ∨ ℕ
Bem. 1.28: Wer mag, kann Zahlen als Mengen auffassen:
0: = ∅, 1: = {0},2: = {0,1},3: = {0,1,2}, . ..
𝑛: = {0,1, . . . , 𝑛 − 1} = 𝑛 − 1 ∨ {𝑛 − 1}
Wieder Regeln:
Th. 1.29:
a) Kommutativgesetz: A and B = B and A
b) '' : A or B = B or A
c) Assoziativgesetz: (A and B) and C = A and (B and C)
d) '' : (A or B) or C = A or (B or C)
e) Distributivgesetz: A and (B or C) = (A and B) or (A and C)
f) '' : A or (B and C) = (A or B) and (A or C)
g) De Morgan-Gesetz I: U setminus (A and B) = (U setminus A) or (U setminus B)
h) '' '' '' II: U setminus (A or B) = (U setminus A) and (U setminus B)
i ) 𝐴 ⊆ 𝑈 ⇒ 𝑈 ∖ (𝑈 ∖ 𝐴) = 𝐴
Bew.: Anwendung der Regeln Th.1.11:
𝑥 ∈𝐴∧𝐵

𝑥 ∈𝐴∧𝑥 ∈𝐵
a) ⇔
𝑥 ∈𝐵∧𝑥 ∈𝐴

𝑥 ∈ 𝐵∧𝐴
g) Sei 𝑥 ∈ 𝑈. Dann gilt:
𝑥 ∈ 𝑈 ∖ (𝐴 ∧ 𝐵)

¬(𝑥 ∈ 𝐴 ∧ 𝐵)

¬(𝑥 ∈ 𝐴 ∧ 𝑥 ∈ 𝐵)

¬(𝑥 ∈ 𝐴) ∨ ¬(𝑥 ∈ 𝐵)


𝑥 ∈ 𝑈∖𝐴∨𝑥 ∈ 𝑈∖𝐵

𝑥 ∈ (𝑈 ∖ 𝐴) ∨ (𝑈 ∖ 𝐵)
(b)-(f),(h),(i): Übung.
Bemerkung 1.30: Kann allgemein Aussagenregeln in Mengenregeln übersetzen (siehe Skript).
Cantors Mengenlehre ist nicht frei von Widersprüchen (siehe Runchnhe Antinomie im Anhang A),
die in der areiomatischen Mengenlehre vermieden werden.

1.4 Prädikatenlogik
Betrachte folgende Aussagen:
x+1>0 gilt für jede natürliche Zahl x. (W) (1.11a)
Alle reellen Zahlen sind positiv. (F) (1.11b)
Es gibt eine natürliche Zahl > 10. (W) (1.11c)
Es gibt reelle Zahlen x mit x =-1 (F) (1.11d)
Für jede natürliche Zahl n gibt es eine natürliche Zahl größer n. (W) (1.11e)
Es  kommt  der  universelle  Quantor  „für  alle“  und  der  „ereistentielle  Quantor  „es  gibt“  vor.
Symbolisch:∀: für alle,∃: es gibt
Damit können wir (1.11) schreiben als:
∀ 𝑥 + 1 > 0(W) (1.12a)
∈ℕ

∀ 𝑥 > 0(F) (1.12b)


∈ℝ

∃ 𝑛 > 10(W) (1.12c)


∈ℕ

∃ 𝑥 = −18(F) (1.12d)
∈ℝ

∀ ∃ 𝑚 > 𝑛(W) (1.12e)


∈ℕ ∈ℕ

Definition 1.31: Universelle Aussage: ∀ 𝑃(𝑥) (1.13a)



Existentielle Aussage: ∃ 𝑃(𝑥) (1.13b)

P(x) ist in Prädikat von x, d.h. ein Ausdruck, der für jedes 𝑥 ∈ 𝐴eine Aussage darstellt (W oder F).
P(x)  darf  ach  Quantoren  enthalten,  aber  keine,  die  sich  auf  x  beziehen  (man  sagt  „die  Variable  x  in  
P(x) muss frei sein – nicht durch Quantoren gebunden).
Aussage (1.13a) ist W gdw P(x) W für alle x in A
Aussage (1.13b) ist W gdw P(x) W für mindestens ein x in A.
Bem. 1.32: In Literatur auch {` and `} csub{x in A} für forall csub{x in A} und {` or `} csub{x in
A} für exists csub{x in A}.
Bem. 1.33: Eindeutige Existenz: ∃ ! 𝑃(𝑥)steht  für  „es  gibt  genau  ein  x  in  A  so,  dass  P(x)  gilt“.  

Abkürzung für exists csub{x in A} (P(x) and forall csub {y in A} ( P(y) drarrow x = y) ) (1.15)
Bsp. 1.34:
∃ ! 𝑛 > 10(F) (1.16a)

∃ ! 12 > 𝑛 > 10(W) (1.16b)


Bem 1.35 Regeln:


a) Negation (Verallgemeinerung der De Morgan-Gesetze):
¬ ∀ 𝑃(𝑥) ⇔ ∃ ¬𝑃(𝑥) (1.17a)
∈ ∈
¬ ∃ 𝑃(𝑥) ⇔ ∀ ¬𝑃(𝑥) (1.17b)
( ∈ ) ∈
(1.18) nur im Skript.
Negation  allgemein:  Führende  Quantoren  „umdrehen“  (∀⇔ ∃) und Prädikat negieren (Bsp. In
(1.21e) unten.
b) Vertauschung gleicher Quantoren: ∀ ∀ 𝑃(𝑥, 𝑦) ⇔ ∀ ∀ 𝑃(𝑥, 𝑦)(1.19a)
∈ ∈ ∈ ∈
∃ ∃ 𝑃(𝑥, 𝑦) ⇔ ∃ ∃ 𝑃(𝑥, 𝑦) (1.19b)
∈ ∈ ∈ ∈

Für A = B schreibe auch: ∀ 𝑃(𝑥, 𝑦)𝑓ü𝑟 ∀ ∀ 𝑃(𝑥, 𝑦)(1.20a)


, ∈ ∈ ∈
∃ 𝑃(𝑥, 𝑦)𝑓ü𝑟 ∃ ∃ 𝑃(𝑥, 𝑦)(1.20b)
, ∈ ∈ ∈

Allgemein: Benachbarte gleiche Quantoren darf man vertauschen – verschiedene NICHT! (Bsp
1.36d)
Bsp 1.36:
a) Neg. von (1.12a): ∃ 𝑥 + 1 ≤ 0(F) (1.21a)
( ∈ℕ)
Negierung von c-d: selbst machen!
Neg. von (1.12e): exists (n in setN) forall (m in setN) m <= n (F) (1.21e)
b) ¬ ∃ ! 𝑃(𝑥) ⇔ ¬ ∃ (𝑃(𝑥) ∧ ∀ (𝑃(𝑦) ⇒ 𝑥 = 𝑦))
∈ ∈ ∈
⇔ ∀ ¬(𝑃(𝑥) ∧ ∀ (¬𝑃(𝑦) ∨ 𝑥 = 𝑦))
∈ ∈
⇔ ∀ (¬𝑃(𝑥) ∨ ¬ ∀ (¬𝑃(𝑦) ∨ 𝑥 = 𝑦))
∈ ∈
⇔ ∀ (¬𝑃(𝑥) ∨ ∃ ¬(¬𝑃(𝑦) ∨ 𝑥 = 𝑦))
∈ ∈
⇔ ∀ (¬𝑃(𝑥) ∨ ∃ (𝑃(𝑦) ∧ 𝑥 ≠ 𝑦)) (1.22)
∈ ∈
Der Ausdruck am Ende gilt gdw P(x) für alle x in A falsch ist oder es zwar𝑥 ∈ 𝐴gibt mit P(x) wahr,
aber es dann auch noch𝑥 ≠ 𝑦mit P(y) wahr gibt, also gerade die Negierung der eindeutigen
Existenz.
c) gleiche Quantoren vertauschen:
∀ ∀ 𝑥 ≥ 0 ⇔ ∀ ∀ 𝑥 ≥ 0 (13a)
∈ℝ ∈ℕ ∈ ∈ℝ
∀ ∃ ∃ 𝑛𝑦 > 𝑥 ⇔ ∀ ∃ ∃ 𝑛𝑦 > 𝑥
∈ℝ ∈ℝ ∈ℕ ∈ℝ ∈ℝ ∈ℕ
d) verschiedene Quantoren vertauschen im Allgemeinen nicht.
∀ ∃ 𝑦 > 𝑥 (W) (1.24a)
∈ℝ ∈ℝ
∃ ∀ 𝑦 > 𝑥 (F) (z.B. weil x>x F) (1.24b)
∈ℝ ∈ℝ

Bem 1.37 Beweisstrategien:


a) ∀ 𝑃(𝑥): Muss P(x) für jedes x in A beweisen, d.h. Beispiele reichen nicht!

b) ¬ ∀ 𝑃(𝑥): Finde ein x in A, dass P(x) falsch ist (ein Gegenbsp reicht)!

c) ∃ 𝑃(𝑥): Finde ein x in A so, dass P(x) wahr ist (ein Beispiel reicht)!

Def 1.38: Sei 𝐼 ≠ ∅eine Menge (genannt Indexmenge). Für jedes 𝑖 ∈ 𝐼sei 𝐴 Menge (identische 𝐴 )
zugelassen). ????????????????????????????????
a) ∧ 𝐴 : = {𝑥 ∣ ∀ 𝑥 ∈ 𝐴 }(1.25a)
∈ ∈
b) ∨ 𝐴 : = {𝑥 ∣ ∃ 𝑥 ∈ 𝐴 }(1.25b) (heißt disjunkt Ver. Gdw ∀ (𝑖 ≠ 𝐴 ∧ 𝐴 ≠ ∅))
∈ ∈ , ∈

Proposition 1.39: Sei𝐼 ≠ 0Indexmenge, M,𝐴 Mengen für jedes𝑖 ∈ 𝐼. Regeln:


a) ( ∧ 𝐴 ) ∧ 𝑀 = ∧ (𝐴 ∧ 𝑀)
∈ ∈
b) ( ∧ 𝐴 ) ∨ 𝑀 = ∨ (𝐴 ∨ 𝑀)
∈ ∈
c) ( ∧ 𝐴 ) ∧ 𝑀 = ∧ (𝐴 ∨ 𝑀)
∈ ∈
d) ( ∧ 𝐴 ) ∨ 𝑀 = ∨ (𝐴 ∧ 𝑀)
∈ ∈
e) 𝑀 ∖ ∧ 𝐴 = ∨ (𝐴 ∖ 𝑀)
∈ ∈
f) 𝑀 ∖ ∨ 𝐴 = ∧ (𝐴 ∖ 𝑀)
∈ ∈
Beweise:
a), b), d), f) Übung
c) Skript
e) 𝑥 ∈ 𝑀 ∖ ∧ 𝐴 ⇔ 𝑥 ∈ 𝑀 ∧ ¬ ∀ 𝑥 ∈ 𝐴
∈ ∈
⇔ 𝑥 ∈ 𝑀 ∧ ∃ 𝑥 ∉ 𝐴 ⇔ ∃ 𝑥 ∈ 𝑀 ∖ 𝐴 ⇔ 𝑥 ∈ (∨)(𝑀 ∖ 𝐴 )
∈ ∈ ∈
q.e.d
Bsp 1.40:
a) ∧ ℕ = ℕ(1.26a)
∈ℝ
b) ∧ {1,2, . . . , 𝑛} = {1}(1.26b)
∈ℕ
c) ∨ ℕ = ℕ(1.26c)
∈ℝ
d) ∨ {1,2, . . . , 𝑛} = ℕ(1.26d)
∈ℕ
e) ℕ ∖ ∨ {2n} = {1,3,5, . . . } = ∨ (ℕ ∖ {2n})(1.26e)
∈ℕ ∈ℕ
2. Funktionen & Relationen

2.1 Funktionen
Def. 2.1: Sei 𝑥 ∈ 𝐴, 𝑦 ∈ 𝐵. Dann heißt
(x,y) := {{x},{x,y}} (2.1)
das (geordnete) Paar aus x und y.
Kartesisches Produkt:
𝐴 × 𝑋: = {(𝑥, 𝑦) ∣ 𝑥 ∈ 𝐴 ∧ 𝑦 ∈ 𝐵} (2.2)
Bsp 2.2:
a) 𝐴 × ∅ = ∅ × 𝐴 = ∅(2.3a)
b) {1,2} × {1,2,3} = {(1,1), (1,2), (1,3), (2,1), (2,2), (2,3)}(2.3b)
c) {1,2,3} × {1,2} = {(1,1), (1,2), (2,1), (2,2), (3,1), (3,2)}(2.3c)
Def. 2.3: A,B seien Mengen. Eine Funktion/Abbildung ordnet jedem 𝑥 ∈ 𝐴genau ein 𝑦 ∈ 𝐵zu.
Schreibe f(x)=y
D(f):=A Definitionsbereich (domain) von f
R(f):=B Wertebereich (range) von f
Notation  f:  A→B,  x→f(x)  (2.5)
(Zuordnungsvorschrift)
f(x): Bild von x, x: ein Urbild von f(x)
𝑔𝑟𝑎𝑝ℎ(𝑓): = {(𝑥, 𝑦) ∈ 𝐴 × 𝐵; 𝑦 = 𝑓(𝑥)}(2.6)
Ganz genau: f ist das Tripel (A, B, graph(f))
𝐹(𝐴, 𝐵): = 𝐵 = {𝑓: (𝐴 → 𝐵) ∣ 𝐴 = 𝐷(𝑓) ∧ 𝐵 = 𝑅(𝑓)}(2.7)
^- Menge der Funktionen von A nach B
Bsp 2.4:
𝑓: {1,2,3,4,5} → {1,2,3,4,5}, 𝑓(𝑥): = −𝑥 + 6(2.8a)
(Koordinatensystem,  bei  dem  die  1  auf  die  5,  die  2  auf  die  4  …  abgebildet  wird)
𝑔: ℕ → ℕ, 𝑔(𝑛): = 2n (2.8b)
ℎ: ℕ → {2,4,6, . . . }, ℎ(𝑛): = 2n(2.8c)
𝑛𝑓ü𝑟𝑛𝑔𝑒𝑟𝑎𝑑𝑒
ℎ: ℕ → {2,4,6, . . . }, ℎ(𝑛): = (2.8d)
𝑛 + 1𝑓ü𝑟𝑛𝑢𝑛𝑔𝑒𝑟𝑎𝑑𝑒
𝐺: ℕ → ℝ, 𝐺(𝑛): = (2.8e)
𝐹: 𝑃(ℕ) → 𝑃(𝑃(ℕ)), 𝑓(𝐴): = 𝑃(𝐴)(2.8f)
𝑔 ≠ ℎ, da 𝑅(𝑔) ≠ 𝑅(ℎ), aber 𝑔(ℕ) = ℎ(ℕ)
Def  2.5:  Sei  f:  A→B  Funktion.
a) Für 𝑇 ⊆ 𝐴heißt 𝑓(𝑇): = {𝑓(𝑥) ∈ 𝐵 ∣ 𝑥 ∈ 𝑇}(2.9) das Bild von T unter f.
b) Für 𝑈 ⊆ 𝐵heißt 𝑓 (𝑈): = {𝑥 ∈ 𝐴 ∣ 𝑓(𝑥) ⊂ 𝑈}(2.10) Urbild von U unter f.
c) f ist injektiv (auch uneindeutig) gdw jedes𝑦 ∈ 𝐵höchstens ein Urbild hat, d.h.
𝑓𝑖𝑛𝑗𝑒𝑘𝑡𝑖𝑣 ⇔ ∀ (𝑓 {𝑦} = ∅ ∨ ∃ ! 𝑓(𝑥) = 𝑦) (2.11)
∈ ∈
⇔ ∀ (𝑥 ≠ 𝑥 ⇒ 𝑓(𝑥 ) ≠ 𝑓(𝑥 ))
, ∈
d) f ist surjektiv gdw jedes𝑦 ∈ 𝐵mindestens ein Urbild hat, d.h.
𝑓𝑠𝑢𝑟𝑗𝑒𝑘𝑡𝑖𝑣 ⇔ ∀ ∃ 𝑦 = 𝑓(𝑥) ⇔ ∀ 𝑓 {𝑦} ≠ ∅ (2.12)
∈ ∈ ∈
e) 𝑓𝑏𝑖𝑗𝑒𝑘𝑡𝑖𝑣 ⇔ 𝑓𝑖𝑛𝑗𝑒𝑘𝑡𝑖𝑣 ∧ 𝑓𝑠𝑢𝑟𝑗𝑒𝑘𝑡𝑖𝑣
Bsp 2.6: In Bsp 2.4 gilt:
𝑓{1,2,3} = {5,4,3} = 𝑓 {1,2,3}
ℎ {2,4,6} = {1,2,3,4,5,6} (2.13)
f bijektiv; g ist injektiv, nicht surjektiv;ℎist surjektiv, nicht injektiv
Bsp 2.7
a) Identität auf 𝐴 ≠ ∅
𝐼𝑑: 𝐴 → 𝐴 (auch: 𝐼𝑑 ), 𝐼𝑑(𝑥) = 𝑥ist bijektiv
b)  Konstante  Abbildung  f:A→B
∃ ∀ 𝑓(𝑥) = 𝑐
∈ ∈
Schreibe auch 𝑓 ≡ 𝑐(„f  ist  identisch  gleich  c“)
Sei 𝑓 ≡ 𝑐, ∅ ≠ 𝑇 ⊆ 𝐴und 𝑈 ⊆ 𝐵
𝐴𝑓ü𝑟𝑐 ∈ 𝑈
Dann: 𝑓(𝑇) = {𝑐}, 𝑓 (𝑈) = (2.14)
∅𝑓ü𝑟𝑐 ∉ 𝑈
𝑓𝑖𝑛𝑗𝑒𝑘𝑡𝑖𝑣 ⇔ 𝐴 = {𝑐}; 𝑓𝑠𝑢𝑟𝑗𝑒𝑘𝑡𝑖𝑣 ⇔ 𝐵 = {𝑐}
c) Für A subseteq X heißt
ι:  A  toward  X  ,  ι(x)  :=  X  (21.5)
Inklusion/Einbettung
Dann 𝜄𝑖𝑛𝑗𝑒𝑘𝑡𝑖𝑣, 𝑖𝑠𝑢𝑟𝑗𝑒𝑘𝑡𝑖𝑣 ⇔ 𝐴 = 𝑋 ⇔ 𝜄 = 𝐼𝑑
d) Für 𝐴 ⊆ 𝑋, 𝑓: 𝑋 → 𝐵, 𝑔: 𝐴 → 𝐵, ∀ 𝑔(𝑥) = 𝑓(𝑥)heißt g Einschränkung von f auf A, f

Fortsetzung von g auf X. Schreibe: 𝑔 = 𝑓 ∣ 𝐴
Th. 2.8: Regeln für 𝑓: 𝐴 → 𝐵, ∅ ≠ 𝐼, 𝑆, 𝑇, 𝑆 ⊆ 𝐴und 𝑈, 𝑉, 𝑈 ⊆ 𝐵(𝑖 ∈ 𝐼).
𝑓(𝑆 ∧ 𝑇) ⊆ 𝑓(𝑆) ∧ 𝑓(𝑇) (2.16a)
𝑓( ∧ 𝑆 ) ⊆ ∧ 𝑓(𝑆 ) (2.16b)
∈ ∈
𝑓(𝑆 ∨ 𝑇) ⊆ 𝑓(𝑆) ∨ 𝑓(𝑇) (2.16c)
𝑓( ∨ 𝑆 ) ⊆ ∨ 𝑓(𝑆 ) (2.16d)
∈ ∈
𝑓 (𝑆 ∧ 𝑇) ⊆ 𝑓 (𝑆) ∧ 𝑓 (𝑇) (2.16e)
𝑓 ( ∧ 𝑆 ) ⊆ ∧ 𝑓 (𝑆 )(2.16f)
∈ ∈
𝑓 (𝑆 ∨ 𝑇) ⊆ 𝑓 (𝑆) ∨ 𝑓 (𝑇) (2.16g)
𝑓 ( ∨ 𝑆 ) ⊆ ∨ 𝑓 (𝑆 ) (2.16h)
∈ ∈
𝑓(𝑓 (𝑈)) ⊆ 𝑈, 𝑓 𝑓(𝑆) ⊇ 𝑆 (2.16i)
𝑓 (𝑈 − 𝑉) = 𝑓 (𝑈) ∖ 𝑓 (𝑉) (2.16j)
Bew:
(2.16b):
𝑦 ∈ 𝑓( ∧ 𝑆 ) ⇔ ∃ ∀ (𝑥 ∈ 𝑆 ∧ 𝑦 = 𝑓(𝑐))
∈ ∈ ∈
⇒ ∀ 𝑦 ∈ 𝑓(𝑆 ) ⇔ 𝑦 ∈ ∧ 𝑓(𝑆 )
∈ ∈
(a) Spezialfall von (b)
Teil 2 von (2.16i):
⇔𝑥∈𝑓
𝑥 ∈ 𝑆 ⇒ 𝑓(𝑐) ∈ 𝑓(𝑆) (𝑓(𝑆))
( )

Andere Regeln als Übung.


Hinweis: Die⊆ist (2.16) düfen i.A. nicht durch = ersetzt werden!
Def. 2.9.: Komposition/Hintereinanderausführung  von  f:A→B,  g:C→D  mit  𝑓(𝐴) ⊆ 𝐶ist 𝑔°𝑓 : =
„ “
𝑔(𝑓(𝑥))(2.17)
Bsp 2.10:
𝑓: ℕ → ℝ, 𝑛 → 𝑛 (2.18a)
𝑔: ℕ → ℝ, 𝑛 → 2n(2.18b)
Dann𝑓(ℕ) = {1,4,9, . . . } ⊂ 𝐷(𝑔); 𝑔(ℕ) = {2,4,6, . . . } ⊆ 𝐷(𝑓)
(𝑔°𝑓): ℕ → ℝ, (𝑔°𝑓)(𝑛) = 𝑔(𝑛 ) = 2n (2.19a)
(𝑓°𝑔): ℕ → ℝ, (𝑓°𝑔)(𝑛) = 𝑓(2n) = 4n (2.19b)
Also i.A. 𝑔°𝑓 ≠ 𝑓°𝑔!
Prop 2.11:
𝑓: 𝐴 → 𝐵, 𝑔: → 𝐷, ℎ: 𝐸 → 𝐹, 𝑓(𝐴) ⊆ 𝐶, 𝑔(𝐶) ⊆ 𝐸
a) Assoziativgesetz: ℎ°(𝑔°𝑓) = (ℎ°𝑔)°𝑓(2.20)
b) ∀ (𝑔°𝑓) (𝑊) = 𝑓 (𝑔 (𝑊))(2.21)
∈ ( )

Bew:
a) ∀ (ℎ°(𝑔°𝑓))(𝑥) = ℎ((𝑔°𝑓)(𝑥)) = ℎ(𝑔(𝑓(𝑥)))

((ℎ°𝑔)°𝑓)(𝑥) = (ℎ°𝑔)(𝑓(𝑥)) = ℎ(𝑔(𝑓(𝑥))) q.e.d.
b) Übung
Def. 2.12
𝑔: 𝐵 → 𝐴 heißt rechts- (bzw links-) invers zu 𝑓: 𝐴 → 𝐵gdw 𝑓°𝑔 = 𝐼𝑑 (bzw𝑔°𝑓 = 𝐼𝑑 )
g heißt invers <=> g rechts- und linksinvers. Schreibe f^-1 für g (Umkehrabbildung).
f heißt (rechts-, links-) invertierbar gdw es eine (rechts-, links-) inversive Abbildung zu gibt.
Bsp 2.13:
a)𝑓: ℕ → ℕ, 𝑓(𝑛): = 2n (2.23a)
𝑓ü𝑟𝑛𝑔𝑒𝑟𝑎𝑑𝑒
𝑔 : ℕ → ℕ, 𝑔 (𝑛): = (2.23b)
1𝑓ü𝑟𝑛𝑢𝑛𝑔𝑒𝑟𝑎𝑑𝑒
𝑓ü𝑟𝑛𝑔𝑒𝑟𝑎𝑑𝑒
𝑔 : ℕ → ℕ, 𝑔 (𝑛): = (2.23c)
2𝑓ü𝑟𝑛𝑢𝑛𝑔𝑒𝑟𝑎𝑑𝑒
sind beide linksinversiv zu𝑓(𝑔 °𝑓 = 𝐼𝑑)
f hat keine rechtsinverse Abbildung (Th. 2.14(a))
𝑓ü𝑟𝑛𝑔𝑒𝑟𝑎𝑑𝑒
b) 𝑓: ℕ → ℕ, 𝑓(𝑛): = (2.24a)
𝑓ü𝑟𝑛𝑢𝑛𝑔𝑒𝑟𝑎𝑑𝑒
𝑔 : ℕ → ℕ, 𝑔 (𝑛): = 2n (2.24b)
𝑔 : ℕ → ℕ, 𝑔 (𝑛): = 2n − 1 (2.24c)
beide rechtsinvers zu f (𝑓°𝑔 = 𝐼𝑑)
f hat keine linksinverse Abbildung (Th. 2.14(b))
𝑛 − 1𝑓ü𝑟𝑛𝑔𝑒𝑟𝑎𝑑𝑒
c) 𝑓: ℕ → ℕ, 𝑓(𝑛): = (also werden 1 und 2 vertauscht, 3 und 4, usw) (2.25a)
𝑛 + 1𝑓ü𝑟𝑛𝑔𝑒𝑟𝑎𝑑𝑒
hat𝑓 = 𝑓
2𝑓ü𝑟𝑛 = 1
𝑔: ℕ → ℕ, 𝑔(𝑛) = 3𝑓ü𝑟𝑛 = 2
1𝑓ü𝑟𝑛 = 3
n für𝑛 ∉ 1,2,3
3𝑓ü𝑟𝑛 = 1
𝑔 : ℕ → ℕ, 𝑔 (𝑛) = 1𝑓ü𝑟𝑛 = 2𝑓 = 𝑛𝑓ü𝑟𝑛 ∉ {1,2,3} (2.25c)
2𝑓ü𝑟𝑛 = 3
Th. 2.14 Seien 𝐴, 𝐵 ≠ ∅.
a) hat rechtsinversive Abbildung <=> f surjektiv
b) hat linksinversive Abbildung <=> f injektiv
c) hat inversive Abbildung <=> f bijektiv
Dann: rechts- und linksinversive Abbildungen sind eindeutig und = f⁻
Bew:
a) Sei f surjektiv. Dann: ∀ ∃ 𝑓(𝑥 ) = 𝑦
∈ ∈

Def. 𝑔: 𝐵 → 𝐴, 𝑔(𝑦): = 𝑥 (2.26)


g ist rechtsinvers: ∀ (𝑓°𝑔)(𝑥) = 𝑓(𝑔(𝑦)) = 𝑦

Umgekehrt  sei  g:B→A  rechtsinvers  zu  f.


Dann ∀ 𝑦 = 𝑓(𝑔(𝑦)), s.h. 𝑔(𝑦) ∈ 𝑓 (𝑦), also f surjektiv.

b)  „<=“Sei  f  injektiv  und𝑎 ∈ 𝐴fest.
∀ (𝑓 {𝑦} ≠ ∅ ⇒ ∃! 𝑓(𝑥 ) = 𝑦)
∈ ∈
𝑥 𝑓ü𝑟𝑓 {𝑦} ≠ ∅
Def. 𝑔: 𝐵 → 𝐴, 𝑔(𝑦): = (2.27)
𝑎𝑓ü𝑟𝑓 {𝑦} ≠ ∅
g linksinversiv da ∀ 𝑔(𝑓(𝑥)) = 𝑥

„=>“Umgekehrt  sei  g:B→A  linksinversiv  zu  f.
Sind𝑥 , 𝑥 ∈ 𝐴mit 𝑓(𝑥 ) = 𝑓(𝑥 ) = 𝑦, so folgt
𝑥 = (𝑔°𝑓)(𝑥 ) = (𝑔°𝑓)(𝑥 ) = 𝑥 ⇒ 𝑓𝑖𝑛𝑗
( ( ))
( )
a), b) => c) Teil 1.
Bleibt Eindeutigkeit.
Zeige: ∀ 𝑔=𝑓
∀ 𝑔(𝑦) = (𝑔°(𝑓°𝑓 ))(𝑦) = (( 𝑔°𝑓 )°𝑓 )(𝑦) = 𝑓 (𝑦)(2.28a)

,
=> g = f⁻
Analog folgt ∀ ℎ=𝑓 q.e.d.

Th. 2.15: Sei 𝑓: 𝐴 → 𝐵, 𝑔: 𝐶 → 𝐷mit 𝑓(𝐴) ⊆ 𝐶.


𝑓, 𝑔𝑖𝑛𝑗 ⇒ 𝑔°𝑓𝑖𝑛𝑗
𝑓, 𝑔𝑠𝑢𝑟𝑗 ⇒ 𝑔°𝑓𝑠𝑢𝑟𝑗
𝑓, 𝑔𝑏𝑖𝑗 ⇒ 𝑔°𝑓𝑏𝑖𝑗und (𝑔°𝑓) = 𝑓 °𝑔 (2.29)
Bew: Übung
Def. 2.16
a)  Sei  I  Indexmenge.  f:I→A  heißt  dann  auch  Familie  (von  Elementen  in  A);;  man  schreibt  𝑓 =
(𝑎 ) ∈ (oft wird f und A auch weggelassen), oft sind die 𝑎 selbst wieder Mengen.
Familie 𝑓 = (𝑎 ) ∈ ist Fkt 𝑓: 𝐼 → 𝐴, 𝑎 = 𝑓(𝑖)
b) Folge in A: Familie in A mit𝐼 = ℕ. Schreibe:(𝑎 ) ∈ℕoder(𝑎 , 𝑎 , . . . )
Allgemeiner: Folge auch, wenn es bijektive Abbildungen 𝑓: 𝐼 → 𝐵 ⊆ ℕgibt.
c) Kartesisches Produkt für Familie von Mengen (𝐴 ) ∈
𝛱 𝐴 : = {(𝑓: 𝐼 → ∪ 𝐴 ) : ∀ 𝑓(𝑖) ∈ 𝐴 }(2.30)
∈ ∈ ∈
Hat I genau 𝑛 ∈ ℕElemente, so heißen die Elemente von 𝛱 𝐴 (geordnete) n-Tupel (n=3: Tripel)

Bsp 2.17:
a) Def. 1.38 def ∩und ∪der Familie(𝐴 ) ∈ . Z.B. in (1.26b):
(𝐴 ) ∈ℕ , 𝐴 : = {1,2, . . . , 𝑛}, ∩ 𝐴 = {1}
∈ℕ
b) Folgen: In {0,1}: (1,0,0,1,0,0,...) (2.32a)
Inℕ:(𝑛 ) ∈ℕ = (1,4,9, . . . )(2.32b)
Inℝ:((−1) √𝑛) ∈ℕ = (−1, √2, −√3, . . . )(2.32c)
Inℝ:( ) ∈ℕ = (1, , , . . . )(2.32d)
Endliche Folge in𝑃(ℕ): ({3,2,1}, {2,1}, {1}, ∅, {1})(2.32e)
c) Für ∀ 𝐴 = 𝐴gilt 𝛱 𝐴 = 𝐴 = 𝐹(𝐼, 𝐴).
∈ ∈
z.B. 𝛱 ℝ = ℝℕ : Menge der Folgen in ℝ
∈ℕ
Für 𝐼 = {1, . . . , 𝑛}, 𝑛 ∈ ℕ: 𝛱 𝐴 = 𝐴{ ,..., }
=: 𝛱 𝐴 =: 𝐴 „Menge  der  n-Tupel  in  A“  (2.33)

2.2 Relationen
Def. 2.18. Relation R ist eine Teilmenge R von𝐴 × 𝐵.
Für A=B heißt R Relation auf A.
Schreibe: 𝑎𝑅𝑏: ⇔ (𝑎, 𝐵) ∈ 𝑅
Bsp. 2.19
a)  Gleichheitsrelation  „=“  auf𝐴 ≠ ∅
𝑅: = 𝛥(𝐴) : = {(𝑥, 𝑥) ∈ 𝐴 × 𝐴 𝑥 ∈ 𝐴}(2.34)
„ “
𝑥 = 𝑦 ⇔ 𝑥𝑅𝑦 ⇔ (𝑥, 𝑦) ∈ 𝑅 = 𝛥(𝐴)(2.35)
b)  „≤" aufℝist 𝑅 : = {(𝑥, 𝑦) ∈ ℝ : 𝑥 ≤ 𝑦}(2.36)
c) Funktion als Relation:
Für f: A→B  gilt:  𝑅 = {(𝑥, 𝑦) ∈ 𝐴 × 𝐵: 𝑦 ∈ 𝑓(𝑥)} = 𝑔𝑟𝑎𝑝ℎ(𝑓)(2.37) ist Relation.
Relation als Funktion:𝑅 ⊆ 𝐴 × 𝐵, 𝐵 ≠ ∅lässt sich als die Funktion 𝑓 : 𝐴 → 𝑃(𝐵), 𝑓 (𝑥) = {𝑦 ∈
𝐵, 𝑥𝑅𝑦}(2.38) auffassen.
Def. 2.20: Sei R Relation auf A (𝐴 × 𝐴)
a) R reflexiv gdw ∀ 𝑥𝑅𝑥(2.39)

b) R symmetrisch gdw ∀ (𝑥𝑅𝑦 ⇔ 𝑦𝑅𝑥)(2.40)
, ∈
c) R antisymmetrisch gdw ∀ ((𝑥𝑅𝑦 ∧ 𝑦𝑅𝑥) ⇒ 𝑥 = 𝑦)(2.41)
, ∈
d) R transitiv gdw ∀ ((𝑥𝑅𝑦 ∧ 𝑦𝑅𝑧) ⇒ 𝑥𝑅𝑧)(2.42)
, , ∈

Bsp 2.21:
𝑅: = {(𝑥, 𝑦) ∈ ℕ : (𝑥, 𝑦𝑏𝑒𝑖𝑑𝑒𝑔𝑒𝑟𝑎𝑑𝑒) ∧ (𝑥, 𝑦𝑏𝑒𝑖𝑑𝑒𝑢𝑛𝑔𝑒𝑟𝑎𝑑𝑒)} (2.43)
𝑆: = {(𝑥, 𝑦) ∈ ℕ : 𝑦 ≤ 𝑥 } (2.44)
reflexiv symmetrisch antisymmetrisch tran
„=“  auf  𝐴 ≠ ∅ W W W W
„≤“  aufℝodℕ W F W W
„<“  aufℝodℕ F F W (da𝑥 < 𝑦 ∧ 𝑦 < 𝑥F) W
R W W F W
S F F W F

Def. 2.22:
Relation R auf A heißt Äquivalenzrelation <=> R reflexiv, symmetrisch, transitiv
Bei Äquivalenzrelation oft𝑥~𝑦statt xRy.
Bsp. 2.23:
a)  „=“  ist  Äquivalenzrelation  auf𝐴 ≠ ∅
b) R aus (2.43) ist Äquivalenzrelation aufℕ
˙
c) Sei 𝐴 = ∪ 𝐴 disjunkte Vereinigung, 𝐴 ≠ ∅(Zerlegung von A). Dann def. 𝑥~𝑦: ⇔ ∃ (𝑥 ∈ 𝐴 ∧
∈ ∈
𝑦 ∈ 𝐴 )(2.45) eine Äquivalenzrelation auf A.
˙
Ist umgekehrt ~ eine Äquivalenzrelation auf 𝐴 ≠ ∅, so gehört dazu eine Zerlegung𝐴 = ∪ 𝐴 so dass

(2.45) wieder gilt: ∀ [𝑥] : = {𝑦 ∈ 𝐴: 𝑥~𝑦}(2.46)

Ä
Die Elemente von [x] heißen Repräsentanten von [x].
Ä𝑞𝑢𝑖𝑣𝑎𝑙𝑒𝑛𝑧𝑟𝑒𝑙𝑎𝑡𝑖𝑜𝑛 ⇒ ([𝑥] = [𝑦] ⇔ 𝑥~𝑦) ∧ ([𝑥] ∩ [𝑦] = ∅ ⇔ ¬(𝑥~𝑦))(2.47)
Setze 𝐼: = 𝐴/~ : = {[𝑥]: 𝑥 ∈ 𝐴}
~
˙
Mit 𝐴 : = 𝑖gilt dann𝐴 = ∪ 𝐴

Def. 2.24: Relation R auf R heißt Partialordnung (PO) gdw R reflexiv, antisymmetrisch, transitiv.
Schreibweise für PO𝑥 ≤ 𝑦statt𝑥𝑅𝑦. Eine Partialordnung ≤  heißt  totale  (oder  lineare)  Ordnung  (TO)  
gdw ∀ (𝑥 ≤ 𝑦 ∨ 𝑦 ≤ 𝑥)
, ∈

Notation  2.25:  Sei  ≤  PO  auf  𝐴 ≠ ∅. Schreibe 𝑥<𝑦 : ⇔ 𝑥 ≤ 𝑦 ∧ 𝑥 ≠ 𝑦.

Achtung: < ist keine PO (nicht reflexiv)!


Def.  2.26:  ≤  sei  PO  auf  𝐴 ≠ ∅, ∅ ≠ 𝐵 ⊆ 𝐴
a) 𝑥 ∈ 𝐴untere Schranke von B gdw ∀ 𝑥 ≤ 𝑏

𝑥 ∈ 𝐴obere Schranke von B gdw ∀ 𝑏 ≤ 𝑥

B nach unten beschränkt gdw es gibt untere Schranke von B.
B nach oben beschränkt gdw es gibt obere Schranke von B.
B beschränkt gdw es gibt obere und untere Schranke von B.
b) 𝑥 ∈ 𝐵heißt Minimum von B (x = min B) gdw x untere Schranke von B.
𝑥 ∈ 𝐵heißt Maximum von B (x = max B) gdw x obere Schranke von B.
c) 𝑖𝑛𝑓𝐵 : = 𝑚𝑎𝑥{𝑥 ∈ 𝐴: 𝑥𝑢𝑛𝑡𝑒𝑟𝑒𝑆𝑐ℎ𝑟𝑎𝑛𝑘𝑒𝑓ü𝑟𝐵}

𝑠𝑢𝑝𝐵 : = 𝑚𝑖𝑛{𝑥 ∈ 𝐴: 𝑥𝑜𝑏𝑒𝑟𝑒𝑆𝑐ℎ𝑟𝑎𝑛𝑘𝑒𝑓ü𝑟𝐵}

Achtung: untere, obere Schranke, max B, min B, inf B, sup B müssen alle nicht unbedingt
existieren!
Bsp 2.27:
a)  Das  „übliche“  ≤  ist  Totalordnung  auf jedem 𝐴 ⊆ ℝ
𝐴: = ℝ
B ℕ {1,2,3} ℝ : = {𝑥
Obere Schranke - z.B. 3, 9.9 -
Untere Schranke z.B. 0, 1 z.B. ½, 1 z.B. -1, 0
Max B - 3 -
Min B 1 1 -
Sup B - 3 -
Inf B 1 1 0
b) 𝐴 = ℕ × ℕ. Def.(𝑚 , 𝑚 ) ≤ (𝑛 , 𝑛 ): ⇔ 𝑚 ≤ 𝑛 ∧ 𝑚 ≤ 𝑛 (2.48)
Ist  PO,  aber  nicht  TO  (z.B.  weder  (1,2)≤(2,1)  noch  (2,1)≤(1,2)
𝐵: = {(1,1), (2,1), (1,2)}(2.49)
(2,2)

(2,1) (1,2)

(1,1)

(Keine Verbindung zw (2,1) und (1,2), da die beiden nach obiger Definition nicht verglichen
werden können)
=> Es gibt kein Max von B.
Beh: (2,2) = sup B
Bew: ∀ (𝑚, 𝑛) ≤ (2,2)
( , )∈
Sei (m,n) obere Schranke von B. Dann:
(2,1) ≤ (𝑚, 𝑛) ⇒ 2 ≤ 𝑚
(1,2) ≤ (𝑚, 𝑛) ⇒ 2 ≤ 𝑛
⇒ (2,2) ≤ (𝑚, 𝑛)
⇒ (2,2) = 𝑠𝑢𝑝𝐵
Andere Ordnung auf (lexikographische Ordnung):
(𝑚 , 𝑚 ) ≤ (𝑛 , 𝑛 ): ⇔ 𝑚 < 𝑛 ∨ (𝑚 = 𝑛 ∧ 𝑀 ≤ 𝑛 )(2.50) (Übungsaufgabe dazu)
Dies ist TO auf A.
Lem.  2.28:  ≤  sei  PO  auf  𝐴 ≠ ∅, ∅ ≠ 𝐵 ⊆ 𝐴.  Die  Rel.  ≥  mit  𝑥 ≥ 𝑦: = 𝑦 ≤ 𝑥(2.51) ist auch PO auf A
und für alle x in A gilt:
𝑥 ≤ −𝑢𝑛𝑡𝑒𝑟𝑒𝑆𝑐ℎ𝑟𝑎𝑛𝑘𝑒𝑓ü𝑟𝐵 ⇔ 𝑥 ≥ −𝑜𝑏𝑒𝑟𝑒𝑆𝑐ℎ𝑟𝑎𝑛𝑘𝑒𝑓ü𝑟𝐵(2.52a)
𝑥 ≤ −𝑜𝑏𝑒𝑟𝑒𝑆𝑐ℎ𝑟𝑎𝑛𝑘𝑒𝑓ü𝑟𝐵 ⇔ 𝑥 ≥ −𝑢𝑛𝑡𝑒𝑟𝑒𝑆𝑐ℎ𝑟𝑎𝑛𝑘𝑒𝑓ü𝑟𝐵(2.52b)
𝑥 = 𝑚𝑖𝑛 𝐵 ⇔ 𝑥 = 𝑚𝑎𝑥 𝐵(2.52c)
𝑥 = 𝑚𝑎𝑥 𝐵 ⇔ 𝑥 = 𝑚𝑖𝑛 𝐵(2.52d)
𝑥 = 𝑖𝑛𝑓 𝐵 ⇔ 𝑥 = 𝑠𝑢𝑝 𝐵(2.52e)
𝑥 = 𝑠𝑢𝑝 𝐵 ⇔ 𝑥 = 𝑖𝑛𝑓 𝐵(2.52f)
Bew:  ≤  reflexiv,  antisymmetrisch,  transitiv
=>  ≥  reflexiv,  antisymmetrisch,  transitiv  (klar)
Weiterhin:
𝑥 ≤ −𝑢𝑛𝑡𝑒𝑟𝑒𝑆𝑐ℎ𝑟𝑎𝑛𝑘𝑒𝑣𝑜𝑛𝐵 ⇔ ∀ 𝑥 ≤ 𝑏 ⇔ ∀ 𝑏 ≥ 𝑥 ⇔ 𝑥 ≥ −𝑜𝑏𝑒𝑟𝑒𝑆𝑐ℎ𝑟𝑎𝑛𝑘𝑒𝑣𝑜𝑛𝐵, was
∈ ∈
(2.52a) beweist.
(2.52b): Analog
(2.52a) => (2.52c), (2.52b) => (2.52d)
(2.52e): 𝑥 = 𝑖𝑛𝑓 𝐵 ⇔ 𝑥 = 𝑚𝑎𝑥 {𝑦 ∈ 𝐴: 𝑦 ≤ −𝑢𝑛𝑡𝑒𝑟𝑒𝑆𝑐ℎ𝑟𝑎𝑛𝑘𝑒𝑣𝑜𝑛𝐵} ⇔ 𝑥 = 𝑚𝑖𝑛 {𝑦 ∈ 𝐴, 𝑦 ≥
−𝑜𝑏𝑒𝑟𝑒𝑆𝑐ℎ𝑟𝑎𝑛𝑘𝑒𝑣𝑜𝑛𝐵} ⇔ 𝑥 = 𝑠𝑢𝑝 𝐵q.e.d.
(2.52f): Analog
Prop 2.29: Die Elemente max B, min B, inf B, sup B sind eindeutig, sofern sie existieren. (Bei der
Übung: Def einsetzen bei Maximum und Minimum)
Bew: Übung
Def 2.30: 𝐴, 𝐵 ≠ ∅seien  mit  ≤
f:  A→B  heißt  (streng)  isoton/wachsend/ordnungserhaltend  gdw
∀ (𝑥 < 𝑦 ⇒ 𝑓(𝑥) ≤ 𝑓(𝑦)(𝑏𝑧𝑤𝑓(𝑥) < 𝑓(𝑦)))(2.53a)
, ∈
f:  A→B  heißt  (streng)  antiton/fallend/ordnungsumkehrend  gdw
∀ (𝑥 < 𝑦 ⇒ 𝑓(𝑥) ≥ 𝑓(𝑦)(𝑏𝑧𝑤𝑓(𝑥) > 𝑓(𝑦)))(2.53b)
, ∈
f heißt (streng) monoton gdw isoton oder antiton.
Prop  2.31:  A,B,≤  wie  vorher;;  f:  A→B.
a) f  streng  isoton  wird  (streng)  antiton,  wenn  ≤  entweder auf A oder auf  B  durch  ≥  ersetzt  wird  (und  
umgekehrt)
b)  Ist  ≤  Totalordnung  auf  A  und  f  streng  monoton,  so  ist  f  injektiv.
c)  Ist  ≤  Totalordnung  auf  A  und  f  invertierbar  und  streng  isoton  (bzw  antiton),  so  ist  auch  f⁻ streng
isoton (bzw antiton)
Bew:
a) liest man aus (2.53) ab.
b) Reicht f streng isoton zu betrachten (wegen (a))
Sei f streng isoton. 𝑥 ≠ 𝑦 ⇒ (𝑥 < 𝑦 ∨ 𝑦 < 𝑥, 𝑑𝑎 ≤ 𝑇𝑜𝑡𝑎𝑙𝑜𝑟𝑑𝑛𝑢𝑛𝑔𝑎𝑢𝑓𝐴)
Also 𝑓(𝑥) < 𝑓(𝑦)oder 𝑓(𝑦) < 𝑓(𝑥), d.h. f injektiv.
c) Nach a) reicht es, f streng isoton zu betrachten.
Sei f streng isoton. Für𝑢, 𝑣 ∈ 𝐵mit𝑢 < 𝑣folgt aus𝑢 = 𝑓(𝑓 (𝑢))und𝑣 = 𝑓(𝑓 (𝑣)),
dass𝑓 (𝑢) < 𝑓 (𝑣)(da  ≤  TO  auf  A)  und  f  isoton  => v<u
Bsp 2.32a)
Antiton Streng antiton Isoton S
𝑓: ℕ → ℕ, 𝑓(𝑛) = 2n F F W W
𝑓: ℕ → ℕ𝑘𝑜𝑛𝑠𝑡𝑎𝑛𝑡 W F W F
𝑓: ℕ → ℕ, F F F F
𝑛 − 1𝑓ü𝑟𝑛𝑔𝑒𝑟𝑎𝑑𝑒
𝑓(𝑛) =
𝑛 + 1𝑓ü𝑟𝑛𝑢𝑛𝑔𝑒𝑟𝑎𝑑𝑒
b)𝑓: ℝ → ℝ, 𝑓(𝑥): = −2xist invertierbar und streng fallend,𝑓 : ℝ → ℝ, 𝑓(𝑥) = ebenso.

≤≥ΔΠι
3. Natürliche Zahlen, Induktion, Größe von Mengen

3.1 Induktion & Rekursion


Induktion; Beweismethode für Aussagen der Form
∀ 𝛷(𝑛)(3.1)
∈ℕ
Grundlage:ℕerfült Peanoaxiome
P1: setN enthält ein ausgezeichnetes Element, genannt 1.
P2: Es gibt inj. Abb.𝑆: ℕ → ℕ ∖ {1}, genannt Nachfolgerfkt (S(n): Nachfolger von n, S für
Successor)
P3: ∀ (1 ∈ 𝐴 ∧ 𝑆(𝐴) ⊆ 𝐴 ⇒ 𝐴 = ℕ)
∈ (ℕ)
∀ ( )∈

Bem 3.1: Axiomatische Mengenlehre: Man zeigt, dass es Mengeℕgibt, die P1, P2, P3 erfüllt und
definiert  2:=S(1),  3:=S(2),  …  n+1:=S(n)
Th. 3.2 (Prinzip der Induktion): Gelten(𝑎) ∧ (𝑏)mit
a)  Φ(1)  ist  wahr
b) ∀ 𝛷(𝑛) ⇒ 𝛷(𝑛 + 1)
∈ℕ
so ist (3.1) wahr.
Bew: Sei 𝐴: = {𝑛 ∈ ℕ: 𝛷(𝑛)}
Zu zeigen:𝐴 = ℕ
( )
Es ist1 ∈ 𝐴nach a) und𝑛 ∈ 𝐴 ⇒ 𝛷(𝑛) ⇒ 𝛷(𝑛 + 1) ⇒ 𝑆(𝑛) = 𝑛 + 1 ∈ 𝐴(3.2)
also𝑆(𝐴) ⊆ 𝐴und dann𝐴 = ℕnach P3. q.e.d.
Bem 3.5: Induktionsbeweis erfolgt in 2 Schritten:
a)  Induktionsverankerung:  Zeige  Φ(1)  ist  wahr.
b) Induktionsschritt: Zeige𝛷(𝑛) ⇒ 𝛷(𝑛 + 1)
( )
Bsp 3.6 Zeige: ∀ (1 + 2+. . . +𝑛 = )(3.4)
∈ℕ

n=1 (Induktionsverankerung):1 = ,  d.h.  Φ(1)  ist  wahr.
Induktionsvoraussetzung:  Anahme:  Φ(n)  ist  wahr
( ) ( ) ( )
Induktionsschritt:1 + 2+. . . +𝑛 + (𝑛 + 1) = +𝑛+1= = =
( )( )
(3.5)
d.h.  Φ(n+1)  ist  wahr.
Korollar 3.3: In Th. 3.2 darf man (b) ersetzen durch ∀ (( ∀ 𝛷(𝑚)) ⇒ 𝛷(𝑛 + 1))(3.3.)
∈ℕ
( )

Bew: Zeige durch Induktion, dass ∀ 𝛹(𝑛)


∈ℕ
Induktionsverankerung  (n=1):  Ψ(1)  ist  gerade  Ψ(1)  und  Ψ(1)  gilt  nach  Th.  3.2a)
Induktionsschritt:  Ψ(n)  =>  Ψ(n+1)  gilt wegen (3.3)
Also gilt ∀ 𝛹(𝑛), also auch ∀ 𝛷(𝑛). q.e.d.
∈ℕ ∈ℕ

Kor. 3.4. ∀ 𝛷(𝑖)gilt, falls es 𝑓: ℕ → 𝐼bijektiv gibt mit



a)  Φ(f(1))  ist  wahr,  b) ∀ (𝛷(𝑓(𝑛)) ⇒ 𝛷(𝑓(𝑛 + 1)))
∈ℕ

Zusatz (endl. Induktion): Kor. 3.4 gilt auch für 𝑓: {1, . . . , 𝑚} → 𝐼bijektiv
Bew: Nach Th. 3.2 gilt𝛹(𝑛): = 𝛷(𝑓(𝑛))für alle𝑛 ∈ ℕ.
Für𝑖 ∈ 𝐼gilt für𝑛: = 𝑓 (𝑖),  dass  f(n)=i.  Also  ist  Φ(i)=Φ(f(n))=Ψ(n)  wahr.
Zusatz: Sei𝑓: {1, . . . , 𝑚} → 𝐼bijektiv. Zeige:
∀ (𝑛 ≤ 𝑚 ∧ 𝛷(𝑓(𝑛)) ∨ 𝑛 > 𝑚)
∈ℕ
( )
Induktionsverankerung  (n=1):  Ψ(1)  gilt,  da  1 ≤ 𝑚und  Φ(f(1))  gilt  nach  (a).
Induktionsschritt: Fall 1 ≤ 𝑛 < 𝑚
𝛹(𝑛) ⇒ 𝛹(𝑛 + 1)gilt wegen (b).
Fall 𝑛 ≥ 𝑚: 𝛹(𝑛 + 1)gilt, da𝑛 + 1 > 𝑚. Also gilt ∀ 𝛹(𝑛)
∈ℕ
Für 𝑖 ∈ 𝐼gilt für 𝑛: = 𝑓 (𝑖), dass 𝑛 ≤ 𝑚und f(n)=i
𝑛 ≤ 𝑚 ∧ 𝛹(𝑛) ⇒ 𝛷(𝑓(𝑛))(𝑖)

Insgesamt: ∀ 𝛷(𝑖). q.e.d.


Th. 3.7. (Rekursionssatz): Sei𝐴 ≠ ∅, 𝑥 ∈ 𝐴. Zu jeder Funktionsfolge(𝑓 ) ∈ℕ , 𝑓 : 𝐴 → 𝐴, gibt es


genau eine Folge(𝑥 ) ∈ℕ in A mit
i)𝑥 = 𝑥
ii) ∀ 𝑋 = 𝑓 (𝑥 , . . . , 𝑥 )
∈ℕ

Bem: Wie in Vor. 3.4 geht auch Indexmenge I stattℕ


Bew.: Eindeutigkeit: Sind(𝑥 ) ∈ℕ und (𝑦 ) ∈ℕ Folgen in A mit𝑥 = 𝑦 = 𝑥(3.6a)
und ∀ 𝑥 = 𝑓 (𝑥 , . . . , 𝑥 ) ∧ 𝑦 = 𝑓 (𝑦 , . . . , 𝑦 )(3.6b),
∈ℕ
so gilt ∀ 𝑥 = 𝑦 (3.7)
∈ℕ
( )
Induktionsverankerung  (n=1):  Φ(1)  gilt  nach  (3.6a).
Induktionsvoraussetzung: ∀ 𝑥 =𝑦
∈{ ,..., }
Induktionsschritt: 𝑥 = 𝑓 (𝑥 , . . . , 𝑥 ) = 𝑓(𝑦 , . . . , 𝑦 ) = 𝑦 (3.8),
d.h.  Φ(n+1)  gilt.
Existenz: Wurst. q.e.d.
Bsp. 3.8: In Rekursion oft𝑔 : 𝐴 → 𝐴und ∀ (𝑓 : 𝐴 → 𝐴, 𝑓 (𝑎 , . . . , 𝑎 ): = 𝑔 (𝑎 ))(3.9)
∈ℕ
a) Fakultätsfunktion:𝐹: ℕ → ℕ, 𝑛 → 𝑛!rekursiv
definiert durch0! = 1,1! = 1, ∀ (𝑛 + 1)!: = (𝑛 + 1)𝑛!(3.10a)
∈ℕ
(also𝐴 = ℕ, 𝑔 (𝑥): = (𝑛 + 1)𝑥)
Dann:(𝑛!) ∈ℕ = (1,1,2,6,24, . . . )(3.10b)
b) Sei 𝑎, 𝑑 ∈ ℝ. Arithmetische Folge:
𝑎 = 𝑎, ∀ 𝑎 : = 𝑎 + 𝑑(3.11d)
∈ℕ
(also𝐴 = ℝ, 𝑔 = 𝑔mit g(x) := x+d)
𝑎 = 2, 𝑑 = ⇒ (𝑎 ) ∈ℕ = (2,1.5,1,0.5, . . . )(3.11b)
c) Sei 𝑎 ∈ ℝ, 𝑞 ∈ ℝ ∖ {0}. Geometrische Folge:
𝑥 : = 𝑎, ∀ 𝑥 : = 𝑥 ⋅ 𝑞 (3.12a)
∈ℕ
(also 𝐴 = ℝ, 𝑔 = 𝑔𝑚𝑖𝑡𝑔(𝑥): = 𝑥 ⋅ 𝑞)
𝑎 = 3, 𝑞 = −2 ⇒ (𝑥 ) ∈ℕ = (3, −6,12, . . . ) (3.12b)
Bsp 3.9
a) Fibonaccizahlen:
𝐹 : = 0, 𝐹 = 1, ∀𝐹 := 𝐹 + 𝐹 (3.13a)
1𝑓ü𝑟𝑛 = 1
also 𝐴 = ℕ und𝑓 : 𝐴 → 𝐴, 𝑓 (𝑎 , . . . , 𝑎 ): = (3.13b)
𝑎 + 𝑎 𝑓ü𝑟𝑛 ≥ 2
Also (𝐹 ) ∈ℕ = (0,1,1,2,3,5,8, . . . )(3.13c)
b) Sei 𝐴: = ℕ, 𝑥: = 1, 𝑓 (𝑎 , . . . , 𝑎 ): = 𝑎 +. . . +𝑎 (3.14a)
Dann𝑥 = 1, 𝑥 = 𝑓 (1) = 1, 𝑥 = 𝑓 (1,1) = 2, 𝑥 = 𝑓 (1,1,2) = 4, 𝑥 = 𝑓 (1,1,2,4) =
8, . ..(3.14b)
Def 3.10
a) Summationssymbol: Sei (𝑎 , 𝑎 , . . . )Folge in A (z.B. 𝐴 = ℝ)
∑ 𝑎 : = 𝑎 . Für 𝑛 ≥ 1: ∑ 𝑎 : = 𝑎 + ∑ 𝑎 (3.15a)
also 𝑓 𝐴 → 𝐴, 𝑓 (𝑥 , . . . , 𝑥 ): = 𝑥 + 𝑎 (3.15b)
Ist 𝛷: {1, . . . , 𝑛} → 𝐼bijektiv, so definiert
∑𝑎 := ∑ 𝑎 () (3.15c), ∑ 𝑎 : = 0(3.15d)
∈ ∈∅
b) Produktsymbol:
∏ 𝑎 : = 𝑎 . Für 𝑛 ≥ 1: ∏ 𝑎 : = 𝑎 ⋅ ∏ 𝑎 (3.16a)
also 𝑓 (𝑥 , . . . , 𝑥 ): = 𝑥 ⋅ 𝑎 (3.16b)
Ist 𝛷: {1, . . . , 𝑛} → 𝐼bijektiv, so definiert
∏𝑎 : = ∏ 𝑎 () (3.16c). Auch ∏ 𝑎 : = 1(3.16d)
∈ ∈∅

Bsp 3.11
a) Für arithmetische Folge gilt:
∀ 𝑎 = 𝑎 + (𝑛 − 1)𝑑 (3.17a)
∈ℕ

∀ 𝑆 : = ∑ 𝑎 = (𝑎 + 𝑎 )„arithmetische  Summe“  (3.17b)


∈ℕ
Bew: Induktion (Übung)
b) Für geometrische Folge (𝑥 ) ∈ℕ gilt
∀ 𝑥 = 𝑎𝑞 (3.18a)
∈ℕ
( )
∀ 𝑆 : = ∑ 𝑥 = ∑ (𝑎𝑞) =𝑎∑𝑞 = „geometrische  Summen“  (3.18b)
∈ℕ
Bew v (3.18a): Induktion
Induktionsverankerung (𝑛 = 1): 𝑥 = 𝑎𝑞 = 𝑎stimmt.
Induktionsschritt: 𝑥 = 𝑥 𝑞 = 𝑎𝑞 ⋅ 𝑞 = 𝑎𝑞 (3.19)
Bew v (3.18b): Induktion
( )
Zeige: ∀ 𝑆 =
∈ℕ –
( )
( )
Induktionsverankerung (n=1): 𝑆 = = 𝑎,  d.h.  Φ(1)  stimmt.
( ) ( ) ( ) ( )
Induktionsschritt: 𝑆 := 𝑆 + 𝑥 = + 𝑎𝑞 = =𝑎 (3.20),
– –
d.h.  Φ(n+1)  gilt.

3.2 Kardinalität: Die Mächtigkeit (Größe) von Mengen


Def 3.12:
a) A,B heißen gleichmächtig gdw ∃ 𝜑bijektiv
: →
Bem: Def eine Äquivalenzrelation auf jeder Menge von Menge
b) A hat Kardinalität/Mächtigkeit 𝑛 ∈ ℕ(Notation: #A=n) gdw ∃ 𝜑bijektiv. Auch #∅: = 0. A
→{ ,..., }
endlich gdw ∃ #A = n, sonst: A unendlich (#A = ∞)
∈ℕ
Achtung: Unendliche Mengen sind im allgemeinen nicht gleichmächtig, z.B. ℕund 𝑃(ℕ)sind nicht
gleichmächtig. (siehe Th 3.20 unten)
c) A abzählbar gdw A endlich oder gleichmächtig zu ℕ
Th. 3.13: Sei 𝐴 ≠ ∅endl.
a) 𝐵 ⊆ 𝐴mit 𝐴 ≠ 𝐵=> B endlich mit #B<#A
b) 𝑎 ∈ 𝐴=> #(𝐴 ∖ {𝑎})= # A – 1
Th. 3.14: Für #A = #B =𝑛 ∈ ℕund  f:A→B  sind  äquivalent.
i) f injektiv
ii) f surjektiv
iii) f bijektiv
Lem. 3.15: Sei A endlich (d.h. #A =𝑛 ∈ ℕ ), 𝐵 ⊆ 𝐴. Dann: #(A \ B) = #A \ #B.
Bew: Fall𝐵 = ∅; #(A\B) = #A = #A – 0 = #A - #B
Fall𝐵 ≠ ∅: Endliche Induktion über {1,...,n}:
∀ (#B = m => #(A\B) = #A - #B)
∈{ ,..., }
Induktionsverankerung  (m=1):  Φ(1)  gilt  nach  Th.  3.13b
Induktionsvoraussetzung:  Es  gelte  Φ(m)  mit  1 ≤ 𝑚 < 𝑛.
Induktionsschritt: Sei 𝐵 ⊆ 𝐴mit #B = m+1, 𝑏 ∈ 𝐵
Setze 𝐵 : = 𝐵 ∖ {𝑏}. Th 3.13b) => #𝐵 = m
Wegen 𝐴 ∖ 𝐵 = (𝐴 ∖ 𝐵 ) ∖ {𝑏}folgt
#(A\B) = #((𝐴 ∖ 𝐵 ) ∖ {𝑏}) = # (𝐴 ∖ 𝐵 ) − 1
= #A - #𝐵 - 1 = #A - #B,  d.h.  Φ(m+1)  gilt.  q.e.d.
Th. 3.16: A,B endlich => lline A union B rline = lline A rline + lline B rline – lline A intersection B
rline
Th. 3.17: A_1 ,..., A_n endlich => lline prod from i=1 to n A_i := lline A_1 times...times A_n rline
prod from i=1 to n lline A_i rline (3.21)
Th. 3.18: lline A rline = n in setN_0 drarrow lline P(A) rline = 2^n
Bem. 3.19: Widerspruchsbeweis/indirekter Beweis basiert auf
A Neg A A and neg A
W F F
F W F
(3.22)
Um B zu beweisen, zeigt man negB drarrow A and neg A für eine beliebige Aussage A. Da A
intersection neg A falsch ist, muss auch neg B falsch sein, also B richtig.
Th  3.20:  Es  gibt  keine  surjektive  Abbildung  f:A→P(A)  (in diesem Sinn ist immer #P(A)>#A).
Bew: Klar für𝐴 = ∅(da∣ ∅ ∣= 0, ∣ 𝑃(∅) ∣=∣ {0} ∣= 1.
Für𝐴 ≠ ∅führen wir einen Widerspruchsbeweis
Ang𝑓: 𝐴 → 𝑃(𝐴)ist surjektiv. Dann definiert𝐵: = {𝑥 ∈ 𝐴: 𝑥 ∈ 𝑓(𝑥)}(3.23)

𝐵 ⊆ 𝐴 ⇒ ∃ 𝑓(𝑎) = 𝐵

Wenn a in B, so𝑎 ∉ 𝑓(𝑎) = 𝐵 ⇒ 𝑎 ∈ 𝐵 ∧ ¬(𝑎 ∈ 𝐵) ⇒ 𝑎 ∉ 𝐵
Aus𝑎 ∉ 𝐵folgt𝑎 ∈ 𝑓(𝑎) = 𝐵, also𝑓𝑠𝑢𝑟𝑗𝑒𝑘𝑡𝑖𝑣 ⇒ 𝑎 ∉ 𝐵 ∧ 𝑎 ∈ 𝐵
Insgesamt folgt, dass f nicht surjektiv sein kann. q.e.d.
Th 3.21
a) Ist ≤ TO auf A,∅ ≠ 𝐵 ⊆ 𝐴endl, so existieren max B und min B
b) Jedes∅ ≠ 𝐵 ⊆ ℕhat ein Minimum.
Prop 3.22:𝐴 ⊆ ℕ=> A abzählbar.
Prop 3.23: Für𝐴 ≠ ∅sind äquivalent:
i) A ist abzählbar
ii) Es gibt𝑓: 𝐴 → ℕinjektiv
iii) Es gilt𝑓: ℕ → 𝐴surjektiv

Th 3.24: Sind𝐴 , . . . , 𝐴 abzählbar, so ist ∏ 𝐴 abzählbar.


Th. 3.25 Ist(𝐴 ) ∈ eine abzählbare Familie abzählbarer Mengen (also I abzählbar und
alle𝐴 abzählbar), so ist ∪ 𝐴 abzählbar.

ΦΨφ
4. Reelle Zahlen

4.1ℝals vollständig angeordneter Körper


Def.  4.1:  Eine  Totalordnung  ≤  auf𝐴 ≠ ∅heißt vollständig gdw jede Teilmenge∅ ≠ 𝐵 ⊆ 𝐴, die nach
oben beschränkt ist, ein Supremum hat, d.h. gdw ∀ ∃ ∀ 𝑏 ≤ 𝑥 ⇒ ∃ 𝑠 = sup𝐵(4.1)
∈ ( )∖{∅} ∈ ∈ ∈

Lem.  4.2:  ≤  TO  auf  A  <>  emptyset  ist  vollständig  gdw  jede  nach  unten  beschränkte  Menge  emptyset  
<> B subseteq A ein Infimum hat.
Bew:  „=>“:  Setze
𝐶: = {𝑥 ∈ 𝐴: 𝑥𝑢𝑛𝑡𝑒𝑟𝑒𝑆𝑐ℎ𝑟𝑎𝑛𝑘𝑒𝑓ü𝑟𝐵}(4.2)
Jedes b in B ist obere Schranke für C und nach (4.1) gibt es s = sub C. Wenn s in C, so ist𝑠 =
𝑖𝑛𝑓𝐵. 𝐵 ∈ 𝐵 ⇒ 𝑏𝑜𝑏𝑒𝑟𝑒𝑆𝑐ℎ𝑟𝑎𝑛𝑘𝑒𝑓ü𝑟𝐶, also𝑠 ≤ 𝑏, da s die kleinste obere Schranke von C ist.
Also𝑠 ∈ 𝐶und damit𝑠 = 𝑖𝑛𝑓𝐵
„<=“  folgt  aus  Lemma  2.28.  q.e.d.
Def. 4.3𝐴 ≠ ∅mit Abbildung:
°:𝐴 × 𝐴 → 𝐴, (𝑥, 𝑦) → 𝑥°𝑦
^- Komposition  auf  A  (z.B.  „+“  oder  „*“  aufℝ)
heißt Gruppe bezüglich°gdw gelten:
i) Assoziativität: ∀ 𝑥°(𝑦°𝑧) = (𝑥°𝑦)°𝑧.
, , ∈
ii) Es gibt ein neutrales Element𝑒 ∈ 𝐴𝑚𝑖𝑡 ∀ 𝑥°𝑒 = 𝑥

iii) ∀ ∃ 𝑥° 𝑥̅ =𝑒
∈ ̅∈

Gruppe heißt kommutativ oder abelsch gdw


(iv) ∀ 𝑥°𝑦 = 𝑦°𝑥
, ∈

Def. 4.4:𝐴 ≠ ∅mit Abbildung:


+:𝐴 × 𝐴 → 𝐴, (𝑥, 𝑦) → 𝑥 + 𝑦←  Addition
*:𝐴 × 𝐴 → 𝐴, (𝑥, 𝑦) → 𝑥 ⋅ 𝑦←  Multiplikation  (4.4)
heißt Körper (engl field) gdw
i)  A  ist  kom.  Gruppe  bzgl  „+“  (das  neutrale  Element  bzgl  +  wird  mit  0  bez)
ii) A\{0}  ist  kom.  Gruppe  bzgl  „*“  (das  neutrale  Element  bzgl  „Ü“  wird  mit  1  bez.)
iii) Distributivgesetz: ∀ 𝑥(𝑦 + 𝑧) = 𝑥𝑦 + 𝑥𝑧(4.5)
, , ∈
Ein  Körper  A  mit  TO  ≤  heißt  total  geordneter  Körper  (TGK)  gdw
iv)  ≤  ist  mit  +  und  *  verträglich,  d.h.
∀ (𝑥 ≤ 𝑦 ⇒ 𝑥 + 𝑧 ≤ 𝑦 + 𝑧)(4.6a)
, , ∈
∀ (0 ≤ 𝑥 ∧ 0 ≤ 𝑦 ⇒ 0 ≤ 𝑥𝑦)(4.6b)
, ∈
A zusätzlich vollständig nach Def 4.1, so heiß A vollständig angeordneter Körper.
Th. 3.5: Es gibt einen vollständig angeordneten Körperℝ(genannt Menge der reellen Zahlen).ℝIst
eindeutig in folgendem Sinn: Ist A irgendein vollständig angenommener Körper, so gibt es genau
einen Isomorphismus𝛷: 𝐴 → ℝ,  d.h.  eine  bijektive  Φ,  für die gilt:
∀ 𝛷(𝑥 + 𝑦) = 𝛷(𝑥) + 𝛷(𝑦)(4.7a)
, ∈
∀ 𝛷(𝑥𝑦) = 𝛷(𝑥)𝛷(𝑦)(4.7b)
, ∈
∀ (𝑥 < 𝑦 ⇒ 𝑓(𝑥) < 𝑓(𝑦))(4.7c)
, ∈
Bew.: Skizze in Anhang, Teil C, genauer in Ebbinghaus et al: Zahlen, Kapitel 2. q.e.d.
Th.  4.6  /  Th.  4.7.  Es  gelten  alle  „üblichen“  Rechengesetze  inℝ, z.B.𝑥 ∈ ℝ=>x hat genau ein
Inverses bzgl +.
Bew.: Seien a,b invers zu x, so gilt𝑎 = 𝑎 + 0 = 𝑎 + 𝑥 + 𝑏 = 𝑎 + 𝑥 + 𝑏 = 0 + 𝑏 = 𝑏. 𝑥 +

𝑎 = 𝑦 + 𝑎 ⇒ 𝑥 = 𝑦(*)
𝑥+𝑎 =𝑦+𝑎 ⇒𝑥 =𝑦
Bew:𝑥 + 𝑎 = 𝑦 + 𝑎 ⇒ 𝑥 = 𝑥 + 𝑎 − 𝑎 = 𝑦 + 𝑎 − 𝑎 = 𝑦

𝑥⋅0= 0
Bew:𝑥 ⋅ 0 + 𝑥 ⋅ 1 = 𝑥(0 + 1) = 𝑥 ⋅ 1 = 0 + 𝑥 ⋅ 1 ∨ −𝑥 ⋅ 1nach (*)
⇒ 𝑥⋅0= 0
𝑥 < 𝑦 ∧ 0 < 𝜆 < 1 ⇒ 𝑥 < 𝜆𝑥 + 1 − 𝜆𝑦 < 𝑦
spezielle für𝜆 = : 𝑥 < <𝑦
0 < 𝜆 ⇒ 𝜆𝑥 < 𝜆𝑦
Bew: ⇒ 𝑥 = 𝜆𝑥 + (1 − 𝜆)𝑥 <: 𝜆𝑥 + (1 − 𝜆)𝑦 < 𝜆𝑦 +
1 − 𝜆 > 0 ⇒ (1 − 𝜆)𝑥 < (1 − 𝜆)𝑦
(1 ⋅ 𝜆)𝜆 = 𝜆
Th. 4.8: Sei∅ ≠ 𝐴, 𝐵 ⊆ ℝ, 𝜆 ∈ ℝ. Def.
𝐴 + 𝐵: = {𝑎 + 𝑏, 𝑎 ∈ 𝐴 ∧ 𝑏 ∈ 𝐵}(4.8a)
𝜆𝐴: = {𝜆𝑎: 𝑎 ∈ 𝐴}(4.8b)
Für A,B beschränkt gilt:
sup(𝐴 + 𝐵) = sup(𝐴) + sup(𝐵)(4.9a)
𝑖𝑛𝑓(𝐴 + 𝐵) = 𝑖𝑛𝑓(𝐴) + 𝑖𝑛𝑓(𝐵)(4.9b)
𝜆sup𝐴𝑓ü𝑟𝜆 ≥ 0
sup(𝜆𝐴) = (4.9c)
𝜆𝑖𝑛𝑓𝐴𝑓ü𝑟𝜆 < 0
𝜆𝑖𝑛𝑓𝐴𝑓ü𝑟𝜆 ≥ 0
𝑖𝑛𝑓(𝜆𝐴) = (4.9d)
𝜆sup𝐴𝑓ü𝑟𝜆 < 0
Bew: Übung

4.2 Wichtige Teilmengen vonℝ


Bem. 4.9:ℕals Teilmenge vonℝ:  1  neutrales  Element  bez  „*“  Def.2: = 1 + 1,3: = 2 + 1, . . . , ℕ =
{1,2, . . . } ⊂ ℝerfüllt die Peanoaxiome P1, P2, P3, Abschnitt 3.1.
Axiomatische Mengenlehre: Defℕzuerst (ähnlich wie in Bem. 1.28, Def 1.27),
konstruiertℝausℕ(siehe Anhang C)
ℕ: = {1,2, . . . }(4.10a)
ℕ : = ℕ ∪ {0}(4.10b)
ℤ : = {−𝑛: 𝑛 ∈ ℕ}(4.10c)
ℤ: = ℤ ∪ ℕ (4.10d) ganze Zahlen
ℚ := : 𝑚, 𝑛 ∈ ℕ (4.10e)
ℚ : = ℚ ∪ {0}(4.10f)
ℚ : = {−𝑞: 𝑞 ∈ ℚ }(4.10g)
ℚ : = ℚ ∪ {0}(4.10h)
ℚ: = ℚ ∪ ℚ (4.10i) rationale Zahlen
ℝ : = {𝑥 ∈ ℝ: 𝑥 > 0}(4.10j) positive Zahlen
ℝ : = {𝑥 ∈ ℝ: 𝑥 ≥ 0}(4.10k) nichtnegative Zahlen
ℝ : = {𝑥 ∈ ℝ: 𝑥 < 0}(4.10l) negative Zahlen
ℝ : = {𝑥 ∈ ℝ: 𝑥 ≤ 0}(4.10m) nichtpositive Zahlen
Intervalle für a<b:
[𝑎, 𝑏]: = {𝑥 ∈ ℝ: 𝑎 ≤ 𝑥 ≤ 𝑏}(beschränktes abgeschlossenes Intervall) (4.11a)
]𝑎, 𝑏[: = {𝑥 ∈ ℝ: 𝑎 < 𝑥 < 𝑏}(beschränktes offenes Intervall) (4.11b)
]𝑎, 𝑏]: = {𝑥 ∈ ℝ: 𝑎 < 𝑥 ≤ 𝑏}(beschränktes halboffenes Intervall) (4.11c)
[𝑎, 𝑏[: = {𝑥 ∈ ℝ: 𝑎 ≤ 𝑥 < 𝑏}(beschränktes halboffenes Intervall) (4.11d)
.

] − ∞, 𝑏]: = {𝑥 ∈ ℝ: 𝑥 ≤ 𝑏}(unbeschränktes abgeschlossenes Intervall) (4.11e)


] − ∞, 𝑏[: = {𝑥 ∈ ℝ: 𝑥 < 𝑏}(unbeschränktes offenes Intervall) (4.11f)
[𝑎, ∞[: = {𝑥 ∈ ℝ: 𝑥 ≥ 𝑎}(unbeschränktes abgeschlossenes Intervall) (4.11g)
]𝑎, ∞[: = {𝑥 ∈ ℝ: 𝑥 > 𝑎}(unbeschränktes offenes Intervall) (4.11h)
Th. 4.10: (archimedische Eigenschaft vonℝ): Seien𝜀, 𝑥 ∈ ℝ.
𝜀 > 0 ∧ 𝑥 > 0 ⇒ ∃ 𝑛𝜀 > 𝑥
∈ℕ
Bew: Widerspruchsbeweis: Ang es gibt obere Schranke𝑥 ∈ ℝvon𝐴: = {𝑛𝜀: 𝑛 ∈ ℕ}. Nach (4.1) gibt
es𝑠 ∈ ℝmit𝑠: = sup𝐴, d.h.𝑠 − 𝜀ist keine obere Schranke von A, d.h. ∃ 𝑛𝜀 > 𝑠 − 𝜀. Dann ist(𝑛 +
∈ℕ
1)𝜀 > 𝑠im Widerspruch zu𝑠 = sup𝐴. Also kann A keine obere Schranke haben.
Notation 4.11: Ganzzahlige Exponenten werden rekursiv definiert für alle𝑥 ∈ ℝund𝑛 ∈ ℕ :
𝑥 : = 1, ∀ 𝑥 : = 𝑥 ⋅ 𝑥 und für𝑥 ≠ 0:𝑥 : = (𝑥 ) (4.12)
∈ℕ

Theorem 4.12: Potenzgesetze (für𝑚, 𝑛 ∈ ℕ sei𝑥, 𝑦 ∈ ℝ, für𝑚, 𝑛 ∈ ℤsei𝑥, 𝑦 ≠ 0)


a)𝑥 =𝑥 ⋅𝑥
b)𝑥 𝑦 = (𝑥𝑦)
c)(𝑐 ) = 𝑐 ⋅
Bew: 3 einfache Induktionen für𝑛 ∈ ℕ , die Fälle𝑛, 𝑚 ∈ ℤfolgen dann auch leicht. q.e.d.

4.3 Vorzeichen und Betrag


Def 4.13: Def die Vorzeichenfunktion (auch Signumfunktion.):
1𝑓ü𝑟𝑥 > 0
𝑠𝑔𝑛: ℝ → ℝ, 𝑠𝑔𝑛(𝑥): = 0𝑓ü𝑟𝑥 = 0 (4.13)
−1𝑓ü𝑟𝑥 < 0
und Betragsfunkion:
𝑥𝑓ü𝑟𝑥 ≥ 0
abs: ℝ → ℝ, 𝑥 →∣ 𝑥 ∣: = 𝑥𝑠𝑔𝑛(𝑥) = (4.14)
−𝑥𝑓ü𝑟𝑥 < 0
Th. 4.14 Regeln für𝑥, 𝑦 ∈ ℝ
a)𝑥 ≠ 0 ⇒∣ 𝑥 ∣> 0
b)∣∣ 𝑥 ∣∣ =∣ 𝑥 ∣
c)𝑥 = 𝑦 ⇔∣ 𝑥 ∣=∣ 𝑦 ∣∧ 𝑠𝑔𝑛(𝑥) = 𝑠𝑔𝑛(𝑦)
d)𝑠𝑔𝑛(𝑥)𝑠𝑔𝑛(𝑦) = 𝑠𝑔𝑛(𝑥𝑦), ∣ 𝑥 ∣∣ 𝑦 ∣=∣ 𝑥𝑦 ∣
= 𝑠𝑔𝑛( ), ∣∣∣ ∣∣∣ =
∣ ∣
e)𝑦 ≠ 0 ⇒ ∣ ∣
f)  Dreiecksungleichung  (Δ-Ungleichung):∣ 𝑥 + 𝑦 ∣≤∣ 𝑥 ∣ +∣ 𝑦 ∣(4.15)
g)  Umgekehrte    Δ-Ungleichung:∣∣∣ 𝑥 ∣– ∣ 𝑦 ∣∣∣ ≤∣ 𝑥 − 𝑦 ∣(4.16)
Bew.: (a)-(e) folgen ganz leicht aus (4.13)&(4.14)
𝑥 ≤∣ 𝑥 ∣∧ 𝑦 ≤∣ 𝑦 ∣⇒ 𝑥 + 𝑦 ≤∣ 𝑥 ∣ +∣ 𝑦 ∣
(f) ⇒∣ 𝑥 + 𝑦 ∣≤∣ 𝑥 ∣ +∣ 𝑦 ∣
−𝑥 ≤∣ 𝑥 ∧ −𝑦 ∣≤∣ 𝑦 ∣⇒ −(𝑥 + 𝑦)𝑦 =∣ 𝑥 ∣ +∣ 𝑦 ∣
∣ 𝑥 ∣=∣ 𝑥 − 𝑦 + 𝑦 ∣≤∣ 𝑥 − 𝑦 ∣ +∣ 𝑦 ∣⇒∣ 𝑥 ∣– ∣ 𝑦 ∣≤∣ 𝑥 − 𝑦 ∣
(g) ⇒ ∣∣∣ 𝑥 ∣– ∣ 𝑦 ∣∣∣ ≤∣ 𝑥 −
∣ 𝑦 ∣=∣ 𝑦 − 𝑥 + 𝑥 ∣≤∣ 𝑥 − 𝑦 ∣ +∣ 𝑥 ∣⇒ −(∣ 𝑥 ∣– ∣ 𝑦 ∣) ≤∣ 𝑥 − 𝑦 ∣
𝑦 ∣q.e.d.

4.1 Summen & Produkte


Th. 4.15
a) Sei𝑛 ∈ ℕ; 𝜆, µμ, 𝑥 , 𝑦 ∈ ℝmit𝑖 = {1, . . . , 𝑛}. Dann gilt: ∑ (𝜆𝑥 + µμ𝑦 ) = 𝜆 ∑ 𝑥 + µμ ∑ 𝑦
b) ∀ ∀ (1 − 𝑥)(1 + 𝑥 + 𝑥 +. . . +𝑥 ) = (1 − 𝑥) ∑ 𝑥 = 1 − 𝑥
∈ℕ ∈ℝ

c) ∀ ∀ 𝑦 –𝑥 = (𝑦 − 𝑥) ∑ 𝑥 𝑦 = (𝑦 − 𝑥)(𝑦 + 𝑥𝑦 +. . . +𝑥 𝑦+𝑥 )
∈ℕ , ∈ℝ

d) Sei𝑛, 𝑥 , 𝑦 wie in (a). ∀ 𝑥 ≤ 𝑦 ⇒ ∑ 𝑥 ≤ ∑ 𝑦 („=“  gilt  nur,  wenn𝑥 = 𝑦 für alle i.)
{ ,..., }

e)∀0 < 𝑥 ≤ 𝑖 ⇒ ∏ 𝑥 ≤ ∏ 𝑦 („=“  gilt  nur,  wenn𝑥 = 𝑦 für alle i.)

f)    Δ-Ungleichung:∣ ∑ 𝑥 ∣≤ ∑ ∣ 𝑥 ∣

Bew: Alles einfache Induktionen.


Wir machen (c) gemeinsam:
Induktionsverankerung (n=0):
𝑥 −𝑥 = 𝑦 − 𝑥 = (𝑦 − 𝑥)𝑥 𝑦 stimmt.
=1
Induktionsschritt:
(𝑦 − 𝑥) ∑ 𝑥 𝑦 = (𝑦 − 𝑥)(𝑥 𝑦 + ∑𝑥 𝑦 )=

(𝑦 − 𝑥)𝑥 + (𝑦 − 𝑥)𝑦 ∑ 𝑥 𝑦 = (𝑦 − 𝑥)𝑥 + 𝑦(𝑦 −𝑥 )=


𝑦 −𝑥
q.e.d.

4.5 Binomialkoeffizienten & Binomischer Lehrsatz


Ziel: (x+y)^n als Summe schreiben. Für n=0,...,3:
(𝑥 + 𝑦) = 1, (𝑥 + 𝑦) = 𝑥 + 𝑦, (𝑥 + 𝑦) = 𝑥 + 2xy + 𝑦 , (𝑥 + 𝑦) = 𝑥 + 3𝑥 𝑦 + 3𝑥𝑦 + 𝑦 .
Die Koeffizienten ergeben sich aus dem Pascalschen Dreieck:
1
1 1
1 2 1
1 3
1 3
1 4 4 1 6
1 5 10 10 5 1
Einträge von Zeile n werden mit𝑛, 𝑛, . . . , 𝑛bezeichnet.
Beobachtung:
𝑛
∀ ∀ 𝑛 = 1, 𝑛 + 1 = + 𝑛(4.18)
∈ℕ ∈{ ,..., } 𝑘−1
Def. 4.16: Für𝛼 ∈ ℝ, 𝑘 ∈ ℕ def. den Binomialkoeffizienten𝛼 : = 1
( )…( )
𝛼: = ∏ = (4.19)
⋅ ⋅…⋅

Prop 4.17
𝛼
a) ∀ ∀ 𝛼 = 1 ∧ 𝛼 + 1 = + 𝛼 (4.20)
∈ℝ ∈ℕ 𝛼−1
b) ∀ 𝑛 = 1(4.21)
∈ℕ
(insbesondere gilt (4.18))
Bew:
a)𝛼 = 1gilt nach (4.19) weiter
𝛼+1−𝑖 𝛼+1−𝑘 𝛼+1−𝑖 𝛼 𝛼+1−𝑘
∀ 𝛼= ∏ = ∏ =
∈ℕ, ∈ℝ 𝑖 𝑘 𝑖 𝑘−1 𝑘
𝛼 𝛼 𝛼
also ∀ +𝛼 = 1+ = = ∏ = ∏ = 𝛼 + 1(4.23=
∈ℕ, 𝑘 − 1 𝑘−1 𝑘−1
∈ℝ
b)0 = 1nach (4.19). Bew. Für für𝑛 ∈ ℕdurch Induktion:
Induktionsverankerung (n=1):1 = = 1stimmt.
𝑛+1
Induktionsschritt: = ∏ = ∏ = 1 ⋅ 𝑛 = 1(4.24) q.e.d.
𝑛+1
Th. 4.18 (Binomischer Lehrsatz):
𝑛
∀ ∀ (𝑥 + 𝑦) = ∑ 𝑛𝑥 𝑦 = 𝑥 + 𝑛𝑥 𝑦+. . . + 𝑥𝑦 + 𝑦 (4.25)
, ∈ℝ ∈ℕ 𝑛−1
Bew: Zunächst Beweis für y=1 durch Induktion über𝑛 ∈ ℕ
Infuktionsverankerung (n=0):(𝑥 + 1) = 1 = 0𝑥 1 stimmt.
Induktionsschritt:(𝑥 + 1) =
. . ( )
(𝑥 + 1)(𝑥 + 1) = (𝑥 + 1) ∑ 𝑛𝑥 = ∑ 𝑛𝑥 + ∑ 𝑛𝑥
𝑛 . . ( ) 𝑛
= ∑ + ∑ 𝑛𝑥 + 𝑛𝑥 = 𝑛𝑥 + ∑ +𝑛𝑥 + 𝑛𝑥
𝑖−1 −1
Prop  4.17 𝑛+1
= 𝑛 + 1𝑥 + ∑ 𝑛 + 1𝑥 + 𝑥 = ∑ 𝑛 + 1𝑥 (4.26)
𝑛+1
Fall y=0: ∑ 𝑛𝑥 0 = 𝑥 ⋅ 1 = 𝑥 = (𝑥 + 0) (4.27)
Fall𝑦 ≠ 0: Ersetze im Spezialfall y=1 die Zahl x durch .

Dann: + 1 = ∑ 𝑛 (4.28)
(4.28) ⋅ 𝑦 ⇒ (4.25)

Kor. 4.19: ∀ ∑ 𝑛 = 𝑛 + 𝑛+. . . +𝑛 = 2 (4.29a)


∈ℕ
Bew: (4.25) mit x=y=1.
∀∈ ℕ ∑ 𝑛(−1) = 𝑛 − 𝑛 + 𝑛−. . . +(−1) 𝑛 = 0(4.29b)
Bew: (4.25) mit x=1, y=-1
Prop. 4.20:
a) ∀ ∑ 𝛼 + 𝑖 = 𝛼 + 𝛼 + 1+. . . +𝛼 + 𝑘 = 𝛼 + 𝑘 + 1(4.30)
∈ℝ,
∈ℕ
!
b) ∀ 𝑘≤𝑛⇒𝑛= (4.31)
, ∈ℕ !( )!
Für𝑛 ≥ 1ist𝑛 = #𝑃 ({1, . . . , 𝑛})mit𝑃 (𝑎): = {𝐵 ∈ 𝑃(𝐴):#𝐵 = 𝐾}(4.32)
d.h.𝑛ist die Anzahl der k-elementigen Teilmengen von {1,...,n}
𝑛+𝑘+1
c) ∀ ∑ 𝑛 + 𝑖 = 𝑛 + 𝑛 + 1+. . . +𝑛 + 𝑘 = (4.33)
, ∈ℕ 𝑛+1
Bew.: (a)&(b) durch Induktion (Übung).
( . ) ( )! ( . ) ( . )( )! 𝑛+𝑘+1
c) ∑ 𝑛 + 𝑖 = ∑ = ∑𝑛+1 = 𝑛+𝑘+1 = = q.e.d.
!( )! !( )! 𝑛+1
5. Polynome

5.1: Arithmetik ℝ-wertiger Fkt K-wertiger Funktionen, K = R oder C


Not 5.1: Sei𝐴 ≠ ∅Menge,𝑓, 𝑔: 𝐴 → ℝ
(𝑓 + 𝑔): 𝐴 → ℝ, (𝑓 + 𝑔)(𝑥): = 𝑓(𝑥) + 𝑔(𝑥)(5.1a)
∀ (𝜆𝑓): 𝐴 → ℝ, (𝜆𝑓)(𝑥): = 𝜆𝑓(𝑥)(5.1b)
∈ℝ
(𝑓𝑔): 𝐴 → ℝ, (𝑓𝑔)(𝑥)′: = 𝑓(𝑥)𝑔(𝑥)(5.1c)
sei g(x) =/ 0 für alle x€A: f/g A->K
(𝑓/𝑔): 𝐴 → ℝ, (𝑓/𝑔)(𝑥): = 𝑓(𝑥)/𝑔(𝑥)𝑓ü𝑟𝑔(𝑥) ≠ 0(5.1d) (f/g)(x)=f(x)/g(x),
𝑚𝑎𝑥(𝑓, 𝑔): 𝐴 → ℝ, 𝑚𝑎𝑥(𝑓, 𝑔)(𝑥) = 𝑚𝑎𝑥{𝑓(𝑥), 𝑔(𝑥)}(5.1e) Re f: A->K, (Re f)(x)=Re(f(x))
𝑚𝑖𝑛(𝑓, 𝑔): 𝐴 → ℝ, 𝑚𝑖𝑛(𝑓, 𝑔)(𝑥) = 𝑚𝑖𝑛{𝑓(𝑥), 𝑔(𝑥)}(5.1e) Im f: A->K, (Imf f)(x)=Im(f(x))
𝑓 : 𝐴 → ℝ, 𝑓 = 𝑚𝑎𝑥(𝑓, 0)(pos. Anteil von f) (5.1g)
𝑓 : 𝐴 → ℝ, 𝑓 = 𝑚𝑎𝑥(−𝑓, 0)(neg. Anteil von f) (5.1g)
∣ 𝑓 ∣: 𝐴 → ℝ, ∣ 𝑓 ∣= 𝑓 + 𝑓 (5.1i) für K=C: |f|: A—>R |f|(x)—>|f(x)|
5.2 1-dimensionale Polynome 1-dim da nur von 1ner Variable abhängig
Def. 5.2. Sei𝑛 ∈ ℕ. Jede Fkt µ:ℝ → ℝ, µμ(𝑥): = 𝑥 heißt Monom. Ein Polynom ist eine
0
Linearkombination von Monomen, also eine Fkt
𝑃: ℝ → ℝ, 𝑃(𝑥) = ∑ 𝑎 𝑥 = 𝑎 + 𝑎 𝑥+. . +𝑎 𝑥 (5.2)
mit𝑎 ∈ ℝ(Koeffizienten)
Grad von𝑃 ≠ 0:𝑑𝑒𝑔(𝑃): = 𝑚𝑎𝑥{𝑖 ∈ ℕ: 𝑎 ≠ 0}
Grad von 𝑃 ≡ 0 (alle𝑎 = 0):𝑑𝑒𝑔(𝑃): = −1

→  Ein  Polynom  vom  Grad𝑛 ∈ ℕ ist durch𝑎 , . . . , 𝑎 eindeutig bestimmt und umgekehrt (Beweis
später).
𝑑𝑒𝑔(𝑃) ≤ 0: konstante Fkt𝑃 ≡ 𝑎
𝑑𝑒𝑔(𝑃) ≤ 1:𝑃(𝑥) = 𝑎 + 𝑏𝑥, affine Fkt (auch lineare Fkt, was aber eigentlich nur für a=0 stimmt,
da lineare Fkt P(0)=0 sein muss).
Te
𝑑𝑒𝑔(𝑃) ≤ 2:𝑃(𝑥) = 𝑎 + 𝑏𝑥 + 𝑐𝑥 , quadratische Funktion
xt
Gilt𝑃(𝜉) = 0,  so  heißt  ξ  Nullstelle oder Wurzel von P. Rationale Fkt: P/Q mit Pol P, Q.
Bem.  5.3:  Sei  λ  in  setR  und  P,Q  Pol.  Dann  sind  auch  λP,  P+Q  und  PQ  Polynome.  Genauer:
𝜆 = 0 ∨ 𝑃 ≡ 0 ⇒ 𝜆𝑃 ≡ 0
𝑃≡0⇒𝑃+𝑄 ≡𝑄
𝑄 ≡ 0⇒𝑃+𝑄 ≡ 𝑃
𝑃 ≡ 0 ∨ 𝑄 ≡ 0 ⇒ 𝑃𝑄 = 0
e 𝑎 𝑥 , 𝑄(𝑥) = ∑ 𝑏 𝑥 mit𝑑𝑒𝑔(𝑃) = 𝑛 ≥ 0, 𝑑𝑒𝑔(𝑄) = 𝑚 ≥ 0, 𝑛 ≥ 𝑚 ≥ 0
Für𝜆 ≠ 0, 𝑃(𝑥) = ∑
x
Setze nun𝑏 = 0für𝑖 ∈ {𝑚, 𝑚 + 1, . . . , 𝑛}. Dann:
(𝜆𝑃)(𝑥) = ∑ (𝜆𝑎 = 𝑥 ), 𝑑𝑒𝑔(𝜆𝑃) = 𝑛(5.4a)

(𝑃 + 𝑄)(𝑥) = ∑ (𝑎 + 𝑏 )𝑥 , 𝑑𝑒𝑔(𝑃 + 𝑄) ≤ 𝑛 = 𝑚𝑎𝑥{𝑚, 𝑛}(5.4b)

(𝑃𝑄)(𝑥) = ∑ 𝑐 𝑥 , 𝑑𝑒𝑔(𝑃𝑄) = 𝑚 + 𝑛(5.4c)

mit ∀ 𝑐 = ∑𝑎 𝑏 (5.4d)
∈{ ,..., }
(auftretende und bisher nicht definierte Koeffizienten werden =0 gesetzt).
(5.4c) & (5.4d) folgt aus (5.3), da
𝑐 = ∑ 𝑎 𝑏 = ∑𝑎 𝑏
Idee𝑥 = 𝑥 𝑥
𝑑𝑒𝑔(𝑃𝑄) = 𝑚 + 𝑛, da𝑐 =𝑎 𝑏 ≠0

Th. 5.4:
a) Sei P wie in (5.3). Dann P=sum j=0 to n, ajx^i vom Grad n>=1
Für alle𝜉 ∈ ℝ:𝑃(𝑥) = ∑ 𝑏 (𝑥 − 𝜉) (5.7)

mit ∀ 𝑏 = ∑ 𝑎 𝑘𝜉 (𝑠𝑝𝑒𝑧𝑖𝑒𝑙𝑙: 𝑏 = 𝑃(𝜉), 𝑏 = 𝑎 )(5.8)


∈{ ,..., }
b) Zu P mit𝑑𝑒𝑔(𝑃) = 𝑛 ≥ 1und𝜉 ∈ ℝgibt es Q mit𝑑𝑒𝑔(𝑄) = 𝑛 − 1so, dass
𝑃(𝑥) = 𝑃(𝜉) + (𝑥 − 𝜉)𝑄(𝑥)(5.9)
Für  ξ  Nullstelle  von  P  gilt𝑃(𝑥) = (𝑥 − 𝜉)𝑄(𝑥).
Bew:
a) Hilfsvariable: η:=x-ξ. Dann  ist  x=ξ+η  und
( . )
𝑃(𝑥) = ∑ 𝑎 (𝜉 + 𝜂) = ∑ ∑ 𝑎 𝑘𝜉 𝑛 =

= ∑ ∑ 𝑎 𝑘𝜉 𝜂 = ∑ ∑ 𝑎 𝑘𝜉 𝜂 =

= ∑ ∑ 𝑎 𝑘𝜉 𝜂 = ∑𝑏 𝜂
( )

b) nach (a) gilt𝑃(𝑥) = 𝑃(𝜉) + (𝑥 − 𝜉)𝑄(𝑥)mit𝑄(𝑥) = ∑ 𝑏 (𝑥 − 𝜉) = ∑𝑏 (𝑥 −

𝜉) und𝑑𝑒𝑔(𝑄) = 𝑛 − 1, da𝑑𝑒𝑔((𝑥 − 𝜉)𝑄(𝑥)) = 𝑑𝑒𝑔(𝑃) = 𝑛und𝑑𝑒𝑔(𝑥 − 𝜉) = 1. q.e.d.


Th. 5.5.
a) P mit𝑛: = 𝑑𝑒𝑔(𝑃) ≥ 0hat höchstens n Nullstellen.
b) Seien P,Q wie in (5.3) mit𝑛 = 𝑚, 𝑑𝑒𝑔(𝑃) ≤ 𝑛, 𝑑𝑒𝑔(𝑄) ≤ 𝑛. Gilt𝑃(𝑥 ) = 𝑄(𝑥 )an n+1
verschiedenen Stellen𝑥 , 𝑥 , . . . , 𝑥 ∈ ℝ, so folgt ∀ 𝑎 = 𝑏 .
∈{ ,.., }
Folgerung 1: Stimmen Pol P, Q vom Grad ≤ 𝑛an n+1 verschiedenen Stellen überein, so ist P=Q.
Folgerung 2:𝑃 = 𝑄 ⇒ ∀ 𝑃(𝑥) = 𝑄(𝑥) ⇒ ∀ 𝑎 = 𝑏
∈ℝ ∈{ ,..., }

Bew:
a)𝑛 = 0 ⇒ 𝑃 ≡ 𝑎 ≠ 0ohne Nullst.
Induktion für𝑛 ∈ ℕ
Induktionsverankerung (n=1):𝑃(𝑥) = 𝑎 + 𝑎 mit𝑎 ≠ 0hat genau eine Nullstelle bei𝜉 =
Induktionsschritt: Sei𝑑𝑒𝑔(𝑃) = 𝑛 + 1. Falls P keine Nullstellen hat => fertig.
Hat P Nullstellen𝜉 ∈ ℝ, so𝑃(𝑥) = (𝑥 − 𝜉)𝑄(𝑥)(5.12)
mit deg(Q)=n nach Th. 5.4(b). Induktionsvoraussetzung: => Q hat≤ 𝑛Nullstellen.
=> P hat≤ 𝑛 + 1Nullstellen.
b) Gilt𝑃(𝑥 ) = 𝑄(𝑥 )für n+1 verschiedene𝑥 , so hat P-Q n+1 verschiedene Nullstellen und𝑑𝑒𝑔(𝑃 −
( )
𝑄) ≤ 𝑛 ⇒ 𝑑𝑒𝑔(𝑃 − 𝑄) = −1 ⇒ ∀ 𝑎 – 𝑏 = 0 ⇒ 𝑃 − 𝑄 ≡ 0q.e.d.
∈{ ,..., }

Bem. 5.6: Sei n:= deg(P) >=0


Th. 5.5(a) => P hat≤ 𝑛Nullstellen.
Th. 5.4(b) + Ind => ∃ 𝑃(𝑥) = 𝑄(𝑥) ∏ (𝑥 − 𝜉 ) = (𝑥 − 𝜉 )(𝑥 − 𝜉 ). . . (𝑥 − 𝜉 )𝑄(𝑥)(5.13a)
∈{ ,..., }
mit deg(Q)=n-k und Q hat keine Nullstelle inℝ.
Dabei ist P=Q möglich und auch𝜉 = 𝜉 =. . . = 𝜉 .
Umformulierung:𝑃(𝑥) = 𝑄(𝑥) ∏ (𝑥 − 𝜆 ) = (𝑥 − 𝜆 ) . . . (𝑥 − 𝜆 ) 𝑄(𝑥)(5.13b)

mit 𝜆 , . . . , 𝜆 , 𝑒 ∈ {0, . . . , 𝑘}sind die verschiedenen Nullstellen von P,𝑚 ∈ ℕ, ∑ 𝑚 = 𝑘;𝑚 heißt
Vielfachheit der Nullstelle𝜆 .

5.3 n-dimensionale Polynome


Polynome jetzt𝑃: ℝ → ℝmit𝑛 ∈ ℕ.
Bsp 5.8:

𝑃(𝑥, 𝑦, 𝑧) = 𝑥𝑦 𝑧 5 𝑃(𝑥, 𝑦) = 5𝑥 𝑦– 3𝑥 + 𝑦 − 1
𝑃(𝑥, 𝑦, 𝑧) = 𝑥 𝑦 4 𝑄(𝑥, 𝑦, 𝑧) = 𝑥𝑦 𝑧– 2𝑥 𝑦 + 1
𝑃(𝑥, 𝑦, 𝑧) = 𝑥 𝑦 3 Polynome
𝑃(𝑥, 𝑦, 𝑧) = 𝑥 2
𝑃(𝑥, 𝑦, 𝑧) = 𝑦 1
𝑃(𝑥, 𝑦, 𝑧) = 1 0
Monome

Def 5.7: Sei𝑛 ∈ ℕ, 𝑝 = (𝑝 , . . . , 𝑝 ) ∈ ℕ heißt Multiindex,∣ 𝑝 ∣= 𝑝 +. . . +𝑝 heißt Grad von p.


Für𝑥 = (𝑥 , . . . , 𝑥 ) ∈ ℝ setze𝑥 𝑥 𝑥 . . . 𝑥 (5.14)
Fkt𝑥 → 𝑥 heißt Monom von Grad p.
Linearkombination von Monomen heißt Polynom P, d.h.𝑃: ℝ → ℝ, 𝑃(𝑥) = ∑𝑓𝑟𝑚 ∣ 𝑝 ∣≤
𝑘𝑎 𝑥 , 𝑎 ∈ ℝ, 𝑘 ∈ ℕ (5.15)
𝑑𝑒𝑔(𝑃): = 𝑚𝑎𝑥{𝑑 ∈ {0, . . . , 𝑘}: ∃ ∣ 𝑝 ∣= 𝑑 ∧ 𝑎 ≠ 0}für𝑃 ≠ 0.
∈ℕ
𝑑𝑒𝑔(𝑃) = −1für 𝑃≡0
.
P/Q mit ol P,Q heißt rationale Fkt.
6. Grenzwerte & Konvergenz inℝ

6.1 Folgen
Nach Def 2.16(b) ist Folge inℝist Fkt𝑓: ℕ → ℝ, 𝑓(𝑥 ) ∈ℕ = (𝑥 , 𝑥 ,... )mit𝑥 = 𝑓(𝑛).
(𝑥 ) ∈ mit∅ ≠ 𝐼abzählbar ist auch erlaubt (z.B.𝐼 = ℕ )
→  Beobachtung𝑥 : = 1 − „kommt  1  beliebig  nahe“.
Ziel: Präzisierung solcher Beobachtungen.
Def 6.1: Folge(𝑥 ) ∈ℕinℝheißt konvergent mit Grenzwert/Limes𝑥 ∈ ℝgdw für jedes𝜀 > 0ein𝑁 ∈
ℕexistiert, sodass∣ 𝑥 − 𝑥 ∣< 𝜀für alle n > N.
Notation: lim 𝑥 = 𝑥oder𝑥 → 𝑥für𝑛 → ∞.

Also: lim 𝑥 = 𝑥 ⇔ ∀ ∃ ∀ ∣ 𝑥 − 𝑥 ∣< 𝜀(6.1)
→ ∈ℝ ∈ℕ
𝑥 ∈ℕ heißt divergent gdw(𝑥 ) ∈ℕ nicht konvergent.
Bsp. 6.2:
a) Konstante Folge(𝑥 ) ∈ℕ = (𝑎) ∈ℕ hat lim 𝑥 = lim 𝑎 = 𝑎, denn ∀ ∀ ∣ 𝑥 − 𝑎 ∣=∣ 𝑎 − 𝑎 ∣=
→ → ∈ℕ
0 < 𝜀.
𝑓ü𝑟𝑛 ≠ −𝑎
b) ∀ lim = 0(hier gilt𝑥 = )
∈ℝ → 𝑦 ∈ ℝ𝑓ü𝑟𝑛 = −𝑎
Sei𝜀 > 0. Für𝑛 > 𝑁 ≥ 𝜀 − 𝑎gilt𝑛𝜀 > 1 − 𝑎𝜀 ⇒∣ 𝑥 − 0 ∣=
𝑛𝜀 + 𝑎𝜀 > 1
(NR: ⇒ 𝜀 > )
c) ((−1) ) ∈ℕist nicht konvergent.
1𝑓ü𝑟𝑛𝑔𝑒𝑟𝑎𝑑𝑒
𝑥 =
−1𝑓ü𝑟𝑛𝑢𝑛𝑔𝑒𝑟𝑎𝑑𝑒
Beh:𝑥 ≠ 1ist nicht Limes;
∣ ∣
Setze𝜀: = >0
Dann: ∀ ∣ 𝑥 − 𝑥 ∣=∣ 1 − 𝑥 ∣> 𝜀
x=1 ist auch nicht Limes
Setze  ε=1.  Dann:
∀ ∣ 𝑥 − 1 ∣=∣ −1 − 1 ∣= 2 > 𝜀
Also hat(𝑥 )keinen Limes.
Prop 6.3 (Bernoullische Ungleichung): ∀ ∀ (1 + 𝑥) ≥ 1 + 𝑛𝑥(6.2)
∈ℕ ∈[ , [
mit  „>“  für  (𝑛 > 1 ∧ 𝑥 ≠ 0)
Bew.: n=0:1 ≥ 1
n=1:1 + 𝑥 ≥ 1 + 𝑥
n=2 :(1 + 𝑥) = 1 + 2x + 𝑥 ≥ 1 + 2xmit  „>“  für𝑥 ≠ 0
Induktionsschritt für𝑛 ≥ 2:(1 + 𝑥) = (1 + 𝑥) (1 + 𝑥) ≥ (1 + 𝑛𝑥)(1 + 𝑥) = 1 + (𝑛 + 1)𝑥 +
𝑛𝑥 ≥ 1 + (𝑛 + 1)𝑥mit  „>“  für𝑥 ≠ 0. q.e.d.
Bsp 6.4:∣ 𝑞 ∣< 1 ⇒ lim 𝑞 = 0; (6.4)

𝑞=0
0 <∣ 𝑞 ∣< 1 ⇒∣ 𝑞 ∣ > 1 ⇒ ℎ: =∣ 𝑞 ∣ − 1 > 0.
Für  ε>0  und𝑁 ≥ gilt dann:
𝑛 > 𝑁 ⇒∣ 𝑞 ∣ = (1 + ℎ) ≥ 1 + 𝑛ℎ > 𝑛ℎ > 𝜀 ⇒∣ 𝑞 ∣=∣ 𝑞 ∣ < 𝜀(6.5)
Def. 6.5:
a) Sei𝑥 ∈ ℝ, 𝜀 > 0. 𝐵 (𝑥): = ]𝑥 − 𝜀, 𝑥 + 𝜀[heißt  ε-Umgebung  oder  ε-Kugel um x.
𝑈 ⊆ ℝheißt Umgebung von x gdw ∃ 𝐵 (𝑥) ⊆ 𝑈.
(Beispiele:𝐵 (𝑥),ℝ,[𝑥 − 𝜀, ∞[sind Umgebung von x;
{x},[𝑥, ∞[sind keine Umgebung von x)
b)  Wir  sagen  die  Aussage  Ф(n)  gilt  für  fast alle𝑛 ∈ ℕgdw ∃ (𝐴𝑒𝑛𝑑𝑙𝑖𝑐ℎ ∧ ∀ Ф(𝑛))wahr.
⊆ℕ ∈ℕ∖

Bem 6.6: lim 𝑥 = 𝑥 ⇔jede Umgebung von x enthält fast alle𝑥 .


Def 6.7: Folge(𝑥 ) ∈ℕinℝheißt beschränkt gdw die Menge{𝑥 : 𝑛 ∈ ℕ}beschränkt ist (siehe Def
2.26(a)).
Prop 6.8:
a) Grenzwerte sind eindeutig, d.h. ∀ (lim𝑥 = 𝑥 ∧ lim𝑥 = 𝑦 ⇒ 𝑥 = 𝑦).
, ∈ℝ
b)(𝑥 ) ∈ℕ konvergent⇒ (𝑥 ) ∈ℕbeschränkt.
Bew: (a) Übung
(b)lim𝑥 = 𝑥 ⇒ 𝐴: = {𝑥 : ∣ 𝑥 − 𝑥 ∣≥ 1} ∪ {𝑥 } ≠ ∅
und #𝐴 < ∞. Nach Th. 3.21(a) hat A untere Schranke𝑚 ∈ ℝund obere Schranke𝑀 ∈ ℝ.
Also ∀ 𝑚𝑖𝑛{𝑚, 𝑥 − 1} ≤ 𝑥 ≤ 𝑚𝑎𝑥{1 + 𝑥, 𝑀}, d.h.(𝑥 )ist beschränkt.
∈ℕ

Prop 6.9: Geltelim𝑥 = 0.


a)(𝑏 ) ∈ℕ Folge mit ∃ ∣ 𝑏 ∣≤ 𝑐 ∣ 𝑥 ∣für fast alle n, so giltlim𝑏 = 0.
b)(𝑐 ) ∈ℕ beschränkt⇒ lim(𝑐 𝑥 ) = 0.
Bew.:
a) ∀ ∃ ∀ ∣ 𝑥 ∣< ∧∣ 𝑏 ∣≤ 𝑐 ∣ 𝑥 ∣ ⇒ ∀ ∣ 𝑏 ∣≤ 𝐶 ∣ 𝑥 ∣< 𝑐 ⋅ = 𝜀 ⇒ 𝑏 = 0
∈ℕ
( )
b)(𝑐 )beschr. ⇒ ∃ ∀ ∣ 𝑐 ∣≤ 𝐶,also ∀ ∣ 𝑐 𝑥 ∣≤ 𝑐 ∣ 𝑥 ∣⇒ lim(𝑐 𝑥 ) = 0
∈ℕ ∈ℕ

Bsp 6.10:((−1) ) ∈ℕ , (𝑏) ∈ℕ Folgen:


( )
Also lim = 0 ⇒ lim = lim = 0(6.6)
→ → →

Th. 6.11: Geltelim𝑥 = 𝑥, lim𝑦 = 𝑦mit𝑥, 𝑦 ∈ ℝ.


a) Grenzwertsätze:
∀ lim(𝜆𝑥 ) = 𝜆𝑥(6.7a)
∈ℝ
lim(𝑥 + 𝑦 ) = 𝑥 + 𝑦(6.7b)
lim(𝑥 𝑦 ) = 𝑥𝑦(6.7c)
lim(𝑥 /𝑦 ) = 𝑥/𝑦für𝑦 ≠ 0 ∧ 𝑦 ≠ 0(6.7d)
lim ∣ 𝑥 ∣=∣ 𝑥 ∣(6.7e)
∀ lim 𝑥 = 𝑥 (6.7f)
∈ℕ →
lim𝑚𝑎𝑥{𝑥 , 𝑦 } = 𝑚𝑎𝑥{𝑥, 𝑦}(6.7g)
lim𝑚𝑖𝑛{𝑥 , 𝑦 } = 𝑚𝑖𝑛{𝑥, 𝑦}(6.7h)
b)𝑥 ≤ 𝑦 für  fast  alle𝑛 ⇒ 𝑥 ≤ 𝑦(speziell:𝑥 ≥ 0𝑓ü𝑟𝑓𝑎𝑠𝑡𝑎𝑙𝑙𝑒𝑛 ⇒ 𝑥 ≥ 0)
Bew:
a) 6.7a: λ=0
𝜆 ≠ 0: Sei ε > 0.
lim𝑥 = 𝑥 ⇒ ∃ ∀ ∣ 𝑥 − 𝑥 ∣< ⇒ ∀ ∣ 𝜆𝑥 – 𝜆𝑥 ∣=∣ 𝜆 ∣∣ 𝑥 − 𝑥 ∣<∣ 𝜆 ∣⋅ = 𝜀(6.8a)
∈ℕ ∣ ∣ ∣ ∣
6.7b:  ε/2-Argument:
Sei  ε>0.lim𝑥 = 𝑥, lim𝑦 = 𝑦 ⇒ ∃ ∀ (∣ 𝑥 − 𝑥 ∣< ∧∣ 𝑦 − 𝑦 ∣< ) ⇒ ∀ ∣ 𝑥 +
∈ℕ ∈ℕ
𝑦 – (𝑥 + 𝑦) ∣≤∣ 𝑥 − 𝑥 ∣ +∣ 𝑦 − 𝑦 ∣< + 𝜀 (6.8b)
6.7c: Setze𝑀 : = 𝑚𝑎𝑥{∣ 𝑥 ∣ ,1}, 𝑀 : = 𝑜𝑏𝑆𝑐ℎ𝑟𝑓ü𝑟{∣ 𝑦 ∣: 𝑛 ∈ ℕ} > 0(ex nach Prop. 6.8(b)).
Sei  ε>0.

∃ ∀ ∣ 𝑥 − 𝑥 ∣< ∧∣ 𝑦 − 𝑦 ∣< ⇒
∈ℕ
∀ ∣ 𝑥 𝑦 − 𝑥𝑦 ∣=∣ (𝑥 − 𝑥)𝑦 + 𝑥(𝑦 − 𝑦) ∣≤∣ 𝑦 ∣∣ 𝑥 − 𝑥 ∣ +∣ 𝑥 ∣∣ 𝑦 − 𝑦 ∣< 𝑀 ⋅ +𝑀 ⋅ =𝜀
6.7d: Zunächst für ∀ 𝑥 = 1.  Sei  ε  >  0.
∈ℕ
∣ ∣
∃ ∀ ∣ 𝑦 − 𝑦 ∣< ∧∣ 𝑦 − 𝑦 ∣<
∈ℕ
∣ ∣ ∣ ∣ ∣ ∣
(NR:∣ 𝑦 − 𝑦 ∣< ⇒∣ 𝑦 ∣≤∣ 𝑦 − 𝑦 ∣ +∣ 𝑦 ∣< +∣ 𝑦 ∣⇒∣ 𝑦 ∣> )
⇒ ∀ ∣∣∣ – ∣∣∣ = ∣∣∣ ∣∣ ≤ ∣ ∣
∣ < = 𝜀(6.8d)
6.7e:  Benutze  umgekehrte  Δ-Ungl  (4.16):  Sei  ε  >  0.
∃ ∀ ∣ 𝑥 − 𝑥 ∣< 𝜀 ⇒ ∀ ∣∣∣ 𝑥 ∣– ∣ 𝑥 ∣∣∣ ≤∣ 𝑥 − 𝑥 ∣< 𝜀(6.8e)
∈ℕ
6.7f: folgt mit Induktion aus (6.7c)
6.7g, 6.7h: Übung -.-
b)𝑥 ≤ 𝑦 für fast alle𝑛 ∈ ℕ ⇒ 𝑥 ≤ 𝑦.
Bew: Kontraposition: Sei x>y.
Setze𝑠: = . Dann𝑦 < 𝑠 < 𝑦 ∧ lim𝑥 = 𝑥 ∧ lim𝑦 = 𝑦 ⇒ 𝑦 < 𝑠 < 𝑥 für fast alle
n⇒ 𝑥 ≤ 𝑦 gilt nicht für fast alle n (sondern höchstens für endlich viele). q.e.d.
Bsp 6.12:
𝑓ü𝑟𝑛 ≠ −𝑏
a) ∀ lim = 1 (hier mit𝑥 = )
, ∈ℝ 𝑦 ∈ ℝ𝑏𝑒𝑙𝑖𝑒𝑏𝑖𝑔(𝑧. 𝐵. 𝑦 = −3)𝑓ü𝑟𝑛 = −𝑏
(6.7b)&(6.7d)
⇒ lim = lim = = = 1(6.9)

b) Aus (6.7b), (6.7d), (6.7f) folgt:
lim = lim = =

( ) ( ) ()
Kor 6.13: Sind(𝑥 ) ∈ℕ , . . . , (𝑥 ) ∈ℕFolgen inℝ, 𝑘 ∈ ℕmit ∀ lim 𝑥 = 𝑥 ( ) ∈ ℝ, so gilt
∈{ ,..., } →
()
lim ∑ 𝑥 = ∑ 𝑥 ( ) (6.11a)

()
lim ∏ 𝑥 = ∏ 𝑥 ( ) (6.11b)

Bew: Folgt durch eine Induktion aus (6.7b) bzw (6.7c). q.e.d.
Th. 6.14 (Einschachtelungssatz): Seien(𝑥 ), (𝑦 ), (𝑧 )Folgen inℝ.
Gilt𝑥 ≤ 𝑧 ≤ 𝑦 für fast alle n, solim𝑥 = 𝑥 = lim𝑦 ⇒ lim𝑧 = 𝑥(6.12)
Bew.: Sei ε  >  0.
∃ ∀ (∣ 𝑥 − 𝑥 ∣< 𝜀 ∧∣ 𝑦 − 𝑥 ∣< 𝜀) ⇒ ∀ 𝑥 − 𝜀 < 𝑥 ≤ 𝑧 ≤ 𝑦 < 𝑥 + 𝜀(6.13)
∈ℕ
⇒∣ 𝑧 − 𝑥 ∣< 𝜀
Def 6.15: Folge(𝑥 )inℝheißt bestimmt divergent gdw einer der beiden folgenden Fälle eintritt:
lim 𝑥 = ∞: ⇔ ∀ ∃ ∀ 𝑥 > 𝑘(6.14a)
→ ∈ℝ ∈ℕ
lim 𝑥 = −∞: ⇔ ∀ ∃ ∀ 𝑥 < 𝑘(6.14a)
→ ∈ℝ ∈ℕ

Th 6.16: Sei𝑆: = (𝑥 )monotone Folge inℝ(steigend oder fallend). Mit𝐴: = {𝑥 : 𝑛 ∈ ℕ}gilt dann:
sup𝐴,wenn𝑆steigend  &  beschränkt
∞,wenn𝑆steigend  &  unbeschränkt
lim𝑥 = (6.15)
inf𝐴,wenn𝑆fallend  &  beschränkt
−∞,wenn𝑆fallend  &  unbeschränkt
Bew: Sei S steigend (fallend geht analog):
S beschränkt. Zu𝜀 > 0setze𝐾: = sup𝐴– 𝜀.
K ist keine ob Schr von A
⇒ ∃ 𝑥 >𝑘 ⇒ ∀ 𝑥 ≥ 𝑥 > 𝑘 q.e.d.
∈ℕ
⇒∣sup ∣

Bsp 6.17: Th. 6.16


⇒ ∀ ( lim 𝑛 = ∞ ∧ lim (−𝑛 ) = −∞)(6.16)
∈ℕ → →

Def. 6.18: Sei 𝐴 ≠ ∅und𝜎: ℕ → 𝐴Folge in A. Ist𝛷: ℕ → ℕ(also𝛷(𝑛) ∈ℕ ist Folge von Indizes), so
heißt(𝜎°𝛷): ℕ → 𝐴.
a)  Teilfolge  von  σ  gdw  Φ  streng  steigend.
b)  Umordnung  von  σ  gdw  Φ  bijektiv.
Schreibweisen: Für𝜎 = (𝑥 ) ∈ℕ mit𝑥 = 𝛷(𝑛)kann man schreiben𝜎°𝛷 = (𝑦 ) ∈ℕmit𝑦 =
(𝜎°𝛷)(𝑛) = 𝑥 ( )
Teilfolge von(𝑥 ) ∈ℕ wird auch mit(𝑥 ) ∈ℕ bezeichnet; hier ist also𝑛 : = 𝛷(𝑘).
Bsp  6.19:  Sei  σ  =  (1,2,3,...). Dann ist (2,4,6,...,) Teilfolge= 𝜎°𝛷 𝑚𝑖𝑡𝛷 : ℕ → ℕ, 𝛷 (𝑛) = 2n,
(2,1,4,3,6,5,...) ist Umordnung= 𝜎°𝛷𝑚𝑖𝑡𝛷 : ℕ → ℕ, 𝛷 (𝑛): =
𝑛 + 1𝑓ü𝑟𝑛𝑢𝑛𝑔𝑒𝑟𝑎𝑑𝑒
.
𝑛 − 1𝑓ü𝑟𝑛𝑔𝑒𝑟𝑎𝑑𝑒
Prop 6.20: Giltlim𝑥 = 𝑥, so hat jede Teilfolge und jede Umordnung von(𝑥 )auch lim x.
Bew: Sei(𝑦 )Teilfolge von(𝑥 ). Dann gibt es𝛷: ℕ → ℕstreng steigend mit𝑦 = 𝑥 (𝑛).
Sei  ε  >  0.
lim𝑥 = 𝑥 ⇒ ∃ ∀ ∣ 𝑥 − 𝑥 ∣< 𝜀
∈ℕ
Wähle𝑁 ∈ 𝛷(ℕ)mit𝑁 ≥ 𝑁(geht,  da  Φ  str.  steigend)
Setze𝑀: = 𝛷 (𝑁)mit (𝛷 : 𝛷(ℕ) → ℕ)
Dann: ∀ 𝛷(𝑛) > 𝑁 ≥ 𝑁 ⇒∣ 𝑦 − 𝑥 ∣=∣ 𝑥 ( ) − 𝑥 ∣< 𝜀
Sei(𝑦 )Umordnung von(𝑥 ), also𝑦 = 𝑥 ( ) mit𝛷: ℕ → ℕbij.  Zu  ε  >  0  gibt  es  N  wie  oben.
Setze𝑀: = 𝑚𝑎𝑥{𝛷 (𝑛): 𝑛 ≤ 𝑁}(6.17)
𝑛 > 𝑀 ⇒ 𝛷(𝑛) > 𝑁. Also
∀ ∣ 𝑦 − 𝑥 ∣=∣ 𝑥 ( ) − 𝑥 ∣< 𝜀, alsolim𝑦 = 𝑥q.e.d.

Def 6.21:
𝑥 ∈ ℝheißt Häufungspunkt der Folge(𝑥 )inℝgdw ∀ #{𝑛 ∈ ℕ: 𝑥 ∈ 𝐵 (𝑥)} = ∞, dh gdw jede
Umgebung von x unendlich viele Folgenglieder enthält.
Bsp 6.22:((−1) ) ∈ℕhat die HP 1 und -1.
Prop 6.23:𝑥 ∈ ℝist HP von(𝑥 )gdw(𝑥 )hat Teilfolge (TF)(𝑦 )mitlim𝑦 = 𝑥.
Bew.:(𝑦 )TF von(𝑥 )mitlim𝑦 = 𝑥
⇒ ∀ #{𝑛 ∈ ℕ: 𝑦 ∈ 𝐵 (𝑥)} = ∞
⇒ ∀ #{𝑛 ∈ ℕ: 𝑥 ∈ 𝐵 (𝑥)} = ∞
=> x HP von(𝑥 )
Sei umgekehrt x ein HP von(𝑥 ).
Def:𝛷: ℕ → ℕrekursiv wie folgt:
𝛷(1): = 𝑥 ∈ 𝐵 (𝑥)beliebig (geht, da x HP).
Nun sei𝑛 > 1und𝛷(𝑚)für𝑚 < 𝑛bereits definiert.
Setze𝑀: = 𝑚𝑎𝑥{𝛷(𝑚): 𝑚 < 𝑛}
Wähle𝑥 ∈ 𝐵
(𝑥)mit𝑘 > 𝑀(geht, da x HP), setze𝛷(𝑛): = 𝑘
Dann  ist  Φ  streng  steigend, dh(𝑦 )mit𝑦 : = 𝑥 ( ) ist TF von(𝑥 ). Sei𝜀 > 0. Wähle N in setN
mit < 𝜀. Dann ∀ 𝑦 = 𝑥 ( ) ∈ 𝐵 (𝑥) ⊆ 𝐵 (𝑥) ⊆ 𝐵 (𝑥), alsolim𝑦 = 𝑥.

Th. 6.24 (Bolzano-Weierstrass): Jede beschr Folge𝑆 = (𝑥 )inℝhat mindestens einen HP. Genauer:
Zu𝐴: = {𝑥 ∈ ℝ: 𝑥𝑖𝑠𝑡𝐻𝑃𝑣𝑜𝑛𝑆}ex𝑥* : = 𝑚𝑖𝑛𝐴und 𝑥 *: = 𝑚𝑎𝑥𝐴, d.h. S hat einen kleinsten und einen
größten HP.
Weiterhin: ∀ (𝑥* − 𝜀 ≤ 𝑥 ≤ 𝑥 * + 𝜀gilt  für  fast  alle𝑛)
𝑥* − 𝜀 𝑥* 𝑥*𝑥* + 𝜀
| |__________________| |
*
endl viele 𝐴 ⊆ [𝑥* , 𝑥 ] endl viele
𝑥 𝑥
] − ∞______ ______[∞
𝐴* 𝐴*
Bew: Setze𝐴*: = {𝑥 ∈ ℝ: 𝑥 ≤ 𝑥𝑓ü𝑟𝑓𝑎𝑠𝑡𝑎𝑙𝑙𝑒𝑛}(6.18a)
𝐴* : = {𝑥 ∈ ℝ: 𝑥 ≥ 𝑥𝑓ü𝑟𝑓𝑎𝑠𝑡𝑎𝑙𝑙𝑒𝑛}(6.18b)
Dann gilt:
a)𝐴* ≠ ∅ist nach unten beschränkt mit𝑥 * = 𝑚𝑎𝑥𝐴 = 𝑖𝑛𝑓𝐴*
b)𝐴* ≠ ∅ist nach oben beschränkt mit𝑥* = 𝑚𝑖𝑛𝐴 = sup𝐴*
Wir beweisen (a) ((b) geht analog): Sei m untere und M obere Schranke für S. Dann𝑀 ∈ 𝐴*, dh
𝐴* ≠ ∅, m ist untere Schranke für 𝐴*. Also gibt es𝐴: = 𝑖𝑛𝑓𝐴* ∈ ℝ.
=> ∀ 𝑎 − 𝜀 ∉ 𝐴*, d.h.#{𝑛 ∈ ℕ: 𝑥 > 𝑎 − 𝜀} = ∞.
𝑎 = 𝑖𝑛𝑓𝐴* ⇒ 𝑎 + ∈ 𝐴* ⇒ # 𝑛 ∈ ℕ: 𝑥 > 𝑎 + < ∞(1)
Insbesondere gilt𝑥 ≤ 𝑎 + 𝜀für fast alle n, also #{𝑛 ∈ ℕ: 𝑎 − 𝜀 < 𝑥 < 𝑎 + 𝜀} = ∞, d.h. a ist HP
(also𝑎 ∈ 𝐴).
Noch zu zeigen:𝑎 = 𝑚𝑎𝑥𝐴. Sei dazu𝑥 > 𝑎und𝜀: = 𝑥 − 𝑎 > 0.
Dann gilt (1), also auch#{𝑛 ∈ ℕ: 𝑥 ∈ 𝐵 (𝑥)} < ∞, dh x ist nicht HP und𝑎 = 𝑚𝑎𝑥𝐴 = 𝑥 * .

Def 6.25:(𝑥 )Folge inℝ heißt Cauchyfolge gdw ∀ ∃ ∀ ∣ 𝑥 − 𝑥 ∣< 𝜀(6.19)


∈ℕ ,

Th 6.26:(𝑥 )inℝist Cauchyfolge gdw(𝑥 )ist konvergent.


Bew:
„<=“:lim𝑥 = 𝑥 ⇒ ∀ ∃ ∀ 𝑥 ∈ 𝐵 (𝑥), also ∀ ∣ 𝑥 − 𝑥 ∣≤∣ 𝑥 − 𝑥 ∣ +∣ 𝑥 − 𝑥 ∣< + =
∈ℕ ,
𝜀, dh(𝑥 )ist Cauchyfolge.
„=>“:  Ang(𝑥 )ist Cauchy. Dann ist(𝑥 )beschränkt: ∃ ∀ ∣ 𝑥 − 𝑥 ∣< 1, d.h.𝐴: = {𝑥 : ∣ 𝑥 −
∈ℕ ,
𝑥 ∣≥ 1} ∪ {𝑥 } ≠ ∅und A endlich. Setze𝑚: = 𝑚𝑖𝑛𝐴, 𝑀: = 𝑚𝑎𝑥𝐴. Dann: ∀ 𝑚𝑖𝑛{𝑚, 𝑥 −
∈ℕ
1} ≤ 𝑥 ≤ 𝑚𝑎𝑥{𝑀, 𝑥 + 1}, dh(𝑥 )beschr.
.

Aus Th 6.24 =>(𝑥 )hat HP𝑥 ∈ ℝ.


Noch zu zeigen:lim𝑥 = 𝑥. Sei𝜀 > 0.
(𝑥 )Cauchy => ∃ ∀ ∣ 𝑥 − 𝑥 ∣<
∈ℕ ,
x HP => ∃ ∣ 𝑥 − 𝑥 ∣< . Also ∀ ∣ 𝑥 − 𝑥 ∣≤∣ 𝑥 − 𝑥 ∣ +∣ 𝑥 − 𝑥 ∣< + = 𝜀(6.20)
dhlim𝑥 = 𝑥q.e.d.

Bsp 6.27: Betrachte𝑆: = (𝑆 ) ∈ℕ mit𝑆 := ∑ = 1 + +. . . +


Beh: S ist keine Cauchyfolge (also nicht konvergent nach Th. 6.26)
∀ ∃ ∣ 𝑆 − 𝑆 ∣> , nämlich𝑚: = 𝑁 + 1,𝑛: = 2(𝑁 + 1);
∈ℕ ,
(1 )1 1 1 1 1
𝑆 ( !) −𝑆 = ∑+ = +. . . + > (𝑁 + 1) ⋅ =
𝑘 𝑁+2 𝑁+3 2(𝑁 + 1) 2(𝑁 + 1) 2
Da S nicht konvergiert und steigend ist, folgt lim 𝑆 = ∞nach Th. 6.16.

6.2 Stetigkeit
6.2.1 Definitionen & erste Beispiele
Idee: stetig heißt keine Sprünge/Lücken im Graph.
Def. 6.28: Sei𝑀 ⊆ ℝ, 𝜉 ∈ 𝑀. Fkt𝑓: 𝑀 → ℝ heißt stetig in  ξ  gdw ∀ ∃ ∀ ∣ 𝑥 − 𝜉 ∣< 𝛿 ⇒∣ 𝑓(𝑥) −

𝑓(𝜉) ∣< 𝜀(6.24)
Anschaulich:  Kleine  Umgebung  von  ξ  werden  auf  kleine  Umgebung  von  f(ξ)  abgebildet.
𝑓stetig: ⇔ ∀ 𝑓stetig  in𝜉

c(M): Menge der st. Fkt𝑓: 𝑀 → ℝ
Bsp 6.29:
a)𝑓: 𝑀 → ℝkonstant => f stetig: Zu𝜀 > 0wähle𝛿 > 0beliebig. (z.B.𝛿: = 1)
∀ ∣ 𝑓(𝑥)– 𝑓(𝜉) ∣= 0 < 𝜀 (gilt also auch für𝑥, 𝜉 ∈ 𝑀mit∣ 𝑥 − 𝜉 ∣< 𝛿).
, ∈
b) Jede affine Fkt𝑓: ℝ → ℝ, 𝑓(𝑥) = 𝑎𝑥 + 𝑏ist stetig:
Fall𝑎 = 0: Siehe (a)
Fall𝑎 ≠ 0:
Zu  ε>0  wähle𝛿: = ∣ ∣
Dann: ∀ ∣ 𝑥 − 𝜉 ∣< 𝛿 = ⇒∣ 𝑓(𝑥) − 𝑓(𝜉) ∣=∣ 𝑎𝑥 + 𝑏 − 𝑎𝜉 − 𝑏 ∣=∣ 𝑎 ∣⋅∣ 𝑐 − 𝜉 ∣<∣ 𝑎 ∣⋅ =
, ∈ℝ ∣ ∣ ∣ ∣
𝜀(6.25)
1𝑓ü𝑟𝑥 > 0
c)𝑠𝑔𝑛: ℝ → ℝ, 𝑠𝑔𝑛(𝑥) = 0𝑓ü𝑟𝑥 = 0 ist nicht stetig.
−1𝑓ü𝑟𝑥 < 0
∣ ∣
sgn ist stetig in jedem𝜉 ≠ 0, da für alle x mit∣ 𝑥 − 𝜉 ∣< gilt𝑠𝑔𝑛(𝜉) = 𝑠𝑔𝑛(𝑥),
also∣ 𝑠𝑔𝑛(𝑥)– 𝑠𝑔𝑛(𝜉) ∣= 0 < 𝜀für alle𝜀 > 0.
sgn  ist  nicht  stetig  in  ξ=0:  (𝑓nicht  stetig  in𝜉 ⇔ ∃ ∀ ∃ ∣ 𝑥 − 𝜉 ∣< 𝛿 ∧∣ 𝑓(𝑥) − 𝑓(𝜉) ∣≥ 𝜀)

Wähle𝜀 = . Dann:
∀ ∣ 𝑠𝑔𝑛(0)– 𝑠𝑔𝑛(±𝛿) ∣=∣ 0 − (±1) ∣= 1 > = 𝜀(6.26)

Def. 6.30: Sei𝑀 ⊆ ℝ.


a)𝑥 ∈ ℝheißt Häufungspunkt (HP) von M gdw
.

∀ #(𝑀 ∩ 𝐵 (𝑥)) = ∞(6.27)


→  HP  von  M  braucht  nicht  in  M  zu  sein.
M=[0,1[
1 mit HP von M
b)𝑥 ∈ ℝheißt isolierter Pkt von M gdw ∃ 𝐵 (𝑥) ∩ 𝑀 = {𝑥} ⇒ 𝑥𝑖𝑠𝑜𝑙𝑖𝑒𝑟𝑡𝑒𝑟𝑃𝑘𝑡 ⇒ 𝑥 ∈ 𝑀

Prop 6.31: Für𝑀 ⊆ ℝgilt



𝑀 = {𝑥 ∈ 𝑀: 𝑥𝐻𝑃𝑣𝑜𝑛𝑀} ∪ {𝑥 ∈ 𝑀: 𝑥isolierter  Punkt  von𝑀}(6.28)
Bew: Zeige:𝑥 ∈ 𝑀nicht  HP  von𝑀 ⇒ 𝑥isolierter  Punkt  von𝑀
𝑥nicht  HP ⇒ ∃ #𝑀 ∩ 𝐵 (𝑥) < ∞
Die Teilmengen𝐴: = 𝑀 ∩ ]𝑥 − 𝜀̃, 𝑥[und𝐵: = 𝑀 ∩ ]𝑥, 𝑥 + 𝜀̃[sind dann auch endlich.
𝑚𝑎𝑥𝐴𝑓ü𝑟𝐴 ≠ ∅
𝑦: =
𝑥 − 𝜀̃𝑓ü𝑟𝐴 = ∅
Setze (6.29)
𝑚𝑖𝑛𝐵𝑓ü𝑟𝐵 ≠ ∅
𝑧: =
𝑥 + 𝜀̃ 𝑓ü𝑟𝐵 = ∅
𝜀: = 𝑚𝑖𝑛{𝑥 − 𝑦, 𝑧 − 𝑦} > 0 ⇒ 𝐵 (𝑥) ∩ 𝑀 = {𝑥}q.e.d.
Lem. 6.32:𝑀 ⊆ ℝ, ∀ (𝜉𝑖𝑠𝑜𝑙𝑖𝑒𝑟𝑡𝑒𝑟𝑃𝑢𝑛𝑘𝑡 ⇒ 𝑓𝑠𝑡𝑒𝑡𝑖𝑔 ∈ 𝜉)

Bew: Wähle𝛿 > 0so, dass𝐵 (𝜉) ∩ 𝑀 = {𝜉}.
Dann: ∀ ∀ ∣ 𝑥 − 𝜉 ∣< 𝛿 ⇒ 𝑥 = 𝜉 ⇒∣ 𝑓(𝑥) − 𝑓(𝜉) ∣= 0 < 𝜀q.e.d.

Bsp 6.33:
a) Sei𝑀: = ] − ∞, −1] ∪ {0} ∪ [1, ∞[
𝑓: = 𝑠𝑔𝑛1 ist stetig (eingeschränkt auf M) (1 umgedreht!)
f stetig in𝜉 ∈ 𝑀 ∖ {0}wie in Bsp 6.29(c).
f  stetig  in  ξ=0,  da  0  isolierter  Punkt  von  M
→  merke:  Stetigkeit  hängt  von  Definitionsmenge  von  f  ab!
b) Jede Fkt𝑓: ℕ → ℝist stetig, da ∀ 𝑛isolierter  Punkt  vonℕ(da{𝑛} = ℕ ∩ 𝐵 (𝑛)).
∈ℕ

6.2.2 Stetigkeit, Folgen und Funktionsarithmetik


→  Th  6.34  erlaubt  Stetigkeit  durch Folgenkonvergenz zu überprüfen.
Th 6.34 (Folgenkriterium):𝑀 ⊆ ℝ, 𝑓: 𝑀 → ℝ, 𝜉 ∈ 𝑀
𝑓stetig  in𝜉 ⇔ ∀ lim 𝑥 = 𝜉 ⇒ lim 𝑓(𝑥 ) = 𝑓(𝜉)(6.31)
( )Folge  in → →
Bew:
Fall  1:  ξ  isolierter  Punkt:  Jede  Funktion  f  ist  stetig  in  ξ.
∀ (lim𝑥 = 𝜉 ⇒ 𝑥 = 𝜉𝑓ü𝑟𝑓𝑎𝑠𝑡𝑎𝑙𝑙𝑒𝑛 ⇒ lim𝑓(𝑥 ) = 𝑓(𝜉))
( )Folge  in

da ∃ 𝐵 (𝜉) ∩ 𝑀 = {𝜉}
Fall  2:  ξ  ist  HP  von  M:
Sei  f  stetig  in  ξ  und(𝑥 )Folge in M mitlim𝑥 = 𝜉
∃ ∀ ∣ 𝑥 − 𝜉 ∣< 𝛿 ⇒∣ 𝑓(𝑥) − 𝑓(𝜉) ∣< 𝜀


∧ ∃ ∀ ∣ 𝑥 − 𝜉 ∣< 𝛿
∈ℕ
⇒ ∀ ∣ 𝑓(𝑥 ) − 𝑓(𝜉) ∣< 𝜀, dhlim𝑓(𝑥 ) = 𝑓(𝜉).
Sei nun f  nicht  stetig  in  ξ.  Ziel:  Finde  Folge(𝑥 )in M mitlim𝑥 = 𝜉und¬(lim𝑓(𝑥 ) = 𝑓(𝜉))
1
𝑓nicht  stetig  in𝜉 ⇒ ∃ ∀ ∃ ∣ 𝑥 − 𝜉 ∣< ∧∣ 𝑓(𝑥 ) − 𝑓(𝜉) ∣≥ 𝜀
∈ℕ ∈ 𝑛
Alsolim𝑥 = 𝜉und nichtlim𝑓(𝑥 ) = 𝑓(𝜉). q.e.d.
Th. 6.35:𝑀 ⊆ ℝ; 𝑓, 𝑔: 𝑀 → ℝ; 𝜆 ∈ ℝ, 𝜉 ∈ 𝑀. Sind  f,  g  stetig  in  ξ,  so  auch𝜆𝑓,𝑓 + 𝑔,𝑓 ⋅
𝑔,𝑓/𝑔𝑓ü𝑟𝑔(𝜉) ≠ 0,𝑚𝑎𝑥(𝑓, 𝑔),𝑚𝑖𝑛(𝑓, 𝑔),𝑓 ,𝑓 ,∣ 𝑓 ∣.
Bew: Sein(𝑥 )Folge in M mitlim𝑥 = 𝜉 ⇒ (lim𝑓(𝑥 ) = 𝑓(𝜉) ∧ lim𝑔(𝑥 ) = 𝑔(𝜉)).
Also: (6.7a) =>lim(𝜆𝑓)(𝑥) = (𝜆𝑓)(𝜉)
(6.7b) =>lim(𝑓 + 𝑔)(𝑥 ) = (𝑓 + 𝑔)(𝜉)
(6.7c) =>lim(𝑓𝑔)(𝑥 ) = (𝑓𝑔)(𝜉)
(6.7d) =>lim(𝑓/𝑔)(𝑥 ) = (𝑓/𝑔)(𝜉)für𝑔(𝜉) ≠ 0
(6.7g) =>lim𝑚𝑎𝑥(𝑓, 𝑔)(𝑥 ) = 𝑚𝑎𝑥(𝑓, 𝑔)(𝜉)
(6.7h) =>lim𝑚𝑖𝑛(𝑓, 𝑔)(𝑥 ) = 𝑚𝑖𝑛(𝑓, 𝑔)(𝜉)
𝑚𝑎𝑥(𝑓, 𝑔)stetig  in𝜉 ⇒ 𝑓 , 𝑓 , ∣ 𝑓 ∣ stetig  in𝜉
Bsp 6.36:
a)abs: ℝ → ℝ, 𝑥 →∣ 𝑥 ∣stetig folgt aus (6.7e) oder aus𝑥 → 𝑥stetig (Bsp 6.29(b)) plus∣ 𝑓 ∣stetig nach
Th. 6.35.
b) Jedes Polynom𝑃: ℝ → ℝ, 𝑃(𝑥) = ∑ 𝑎 𝑥 , 𝑎 ∈ ℝist stetig: Jedes Monom𝑥 → 𝑥 stetig nach
(6.7f).
P st folgt aus (6.11a) oder auch durch Induktion aus (f+g)-Fall von Th. 6.35.
c) Seien𝑃, 𝑄: ℝ → ℝPolynome,𝐴: = 𝑄 ({0})Menge der Nullstellen von Q. Dann ist(𝑃/𝑄): ℝ ∖
𝐴 → ℝstetig nach (b) und dem (f/g)-Fall von Th. 6.35.
Th. 6.37: Sei𝐷 , 𝐷 , 𝑓: 𝐷 → ℝ, 𝑔: 𝐷 → ℝ, 𝑓(𝐷 ) ⊆ 𝐷 .𝑓stetig  in𝜉 ∈ 𝐷 ∧ 𝑔stetig  in𝑓(𝜉) ∈ 𝐷 ⇒
(𝑔°𝑓): 𝐷 → ℝstetig  in𝜉.
Speziell: f,g stetig =>(𝑔°𝑓)stetig.
Bew: Sei𝜉 ∈ 𝐷 ,  f  stetig  in  ξ,  g  stetig  in  f(ξ).
∀ lim𝑥 = 𝜉 ⇒ lim𝑓(𝑥 ) = 𝑓(𝜉) ⇒ lim𝑔(𝑓(𝑥 )) = 𝑓(𝑔(𝜉)) ⇒ 𝑔°𝑓𝑠𝑡𝑒𝑡𝑖𝑔
Folge  in stetig  in stetig  in ( )
( ° )( ) ( ° )( )
∈𝜉

6.2.4 Maxima und Minima auf kompakten Intervallen


Def: Sei𝑀 ⊆ ℝ, 𝑓: 𝑀 → ℝ
a) f hat (strenges) globales Minimum in𝑥 ∈ 𝑀gdw ∀ 𝑓(𝑥) ≤ 𝑓(𝑦)(bzw𝑓(𝑥) < 𝑓(𝑦))
∈ ∖{ }
f hat (strenges) globales Maximum in𝑥 ∈ 𝑀gdw ∀ 𝑓(𝑥) ≥ 𝑓(𝑥)(bzw𝑓(𝑥) > 𝑓(𝑦))
∈ ∖{ }
b) f hat (strenges) lokales Minimum in𝑥 ∈ 𝑀gdw ∃ ∀ 𝑓(𝑥) ≤ 𝑓(𝑦)(bzw𝑓(𝑥) < 𝑓(𝑦))
∈( ( )∩ )∖{ }
(Anm: \{x} nur für streng)
f hat (strenges) lokales Maximum in𝑥 ∈ 𝑀gdw ∃ ∀ 𝑓(𝑥) ≥ 𝑓(𝑦)(bzw𝑓(𝑥) > 𝑓(𝑦))
∈( ( )∩ )∖{ }
f hat in𝑥 ∈ 𝑀lokales/globales Extremum gdw f in x ein (strenges) lokales/globales Maximum oder
Minimum hat.
𝑓hat  (strenges)  globales/lokales  Minimum  in𝑥 ⇔
Bem. 6.39: .
−𝑓hat  (strenges)  globales/lokales  Maximum  in𝑥
Jedes (str) globale Minimum/Maximum ist auch ein lokales (str) Minimum/Maximum.
Def 6.40: Ein abgeschlossenes und beschränktes Intervall [a,b] heißt kompaktes Intervall.
Th. 6.41: Ist𝐼: = [𝑎, 𝑏] ⊆ ℝ, 𝑎 < 𝑏kompaktes Intervall und𝑓: 𝐼 → ℝstetig, so nimmt f in I sein Max
und Min an, dh ∃ 𝑓hat  gl  Min  in𝑥 und  gl  Max  in𝑥
, ∈
Bew: Zeigen Existenz vom𝑥 (𝑥 geht analog).
Def Folge(𝑎 )durch
sup𝑓(𝐼) − für𝑓(𝐼)nach  oben  beschr
𝑎 := (6.32)
𝑛für𝑓(𝐼)nicht  nach  oben  beschr
∀ 𝑎 nichtob  Schr  von𝑓(𝐼), d.h. ∃ 𝑓(𝑥 ) > 𝑎
∈ℕ ̲ ∈
sup𝑓(𝐼)für𝑓(𝐼)nach  ob  beschr
Dann:lim𝑓(𝑥 ) = (6.33)
∞für𝑓(𝐼)nicht  nach  ob  beschr
(𝑥 )ist Folge in I, dh besch, dh nach Th 6.24 und Prop 6.33 hat(𝑥 )konvergente TF(𝑦 ).
Setze𝑥 : = lim𝑦 .
𝑓𝑠𝑡𝑒𝑡𝑖𝑔 ⇒ lim𝑓(𝑦 ) = 𝑓(𝑥 ) ∈ 𝑓(𝐼)
Da(𝑦 )TF von(𝑥 )ist, folgt aus (6.33):𝑓(𝑥 ) = lim 𝑓(𝑥 ) = sup𝑓(𝐼) = 𝑚𝑎𝑥𝑓(𝐼). q.e.d.

Bsp  6.42:  „abgeschlosen  &  beschränkt“  ist wichtig in Th. 6.41:
𝐼𝑑: ℝ → ℝ, 𝑥 → 𝑥hat kein Min/Max.
1
𝑓:]0,1] → ℝ, 𝑓(𝑥) =
𝑥
6.2.4 Zwischenwertsatz
Th. 6.43: (Nullstellensatz von Bolzano): Ist𝑓: [𝑎, 𝑏] → ℝstetig, 𝑓(𝑎) > 0 ∧ 𝑓(𝑏) < 0, so hat f
mindestens eine Nullstelle in ]a,b[. Für𝐴: = 𝑓 ({0})gibt es𝜉 : = 𝑚𝑖𝑛𝐴, 𝜉 : = 𝑚𝑎𝑥𝐴mit𝑎 < 𝜉 ≤
𝜉 < 𝑏, f>0 auf [𝑎, 𝜉 [und f<0 auf]𝜉 , 𝑏].
Bew: Setze𝜉 = 𝑖𝑛𝑓𝑓 ℝ
a) Es gilt𝑓(𝜉 ) ≤ 0
Klar, falls𝜉 = 𝑏.
Für𝜉 < 𝑏gilt für𝑛 ∈ ℕgroß genug, dass ∃ 𝑓(𝑥 ) ≤ 0.
∈] , [
Dannlim𝑥 = 𝜉 ⇒ lim𝑓(𝑥 ) = 𝑓(𝜉 ) ≤ 0
st Th  6.11(b)
(𝑎) ⇒ 𝜉 > 𝑎und𝑓 > 0auf[𝑎, 𝜉 [
b)𝑓(𝜉 ) ≥ 0:𝑓st ⇒ lim𝑓(𝜉 − ) = 𝑓(𝜉 )
Da𝑓(𝜉 − ) > 0nach (a), folgt𝑓(𝜉 ) ≥ 0nach Th 6.11(b)
(𝑏) ⇒ 𝜉 < 𝑏
(𝑎) ∧ (𝑏) ⇒ 𝑓(𝜉 ) = 0 ∧ 𝑎 < 𝜉 < 𝑏.
Für𝜉 : = sup𝑓 (ℝ )folgt𝑓(𝜉 ) = 0und𝑎 < 𝜉 < 𝑏ganz analog.
Dann ist aber auch𝑓 < 0auf]𝜉 , 𝑏]und𝜉 < 𝜉 ist auch klar. q.e.d.
Th 6.44 (Zwischenwertsatz):𝑓[𝑎, 𝑏] → ℝst nimmt alle Werte zwischen f(a) und f(b) an,
d.h.[𝑚𝑖𝑛{𝑓(𝑎), 𝑓(𝑏)}, 𝑚𝑎𝑥{𝑓(𝑎), 𝑓(𝑏)}] ⊆ 𝑓([𝑎, 𝑏])(6.34)
Bew: Fall𝑓(𝑎) = 𝑓(𝑏)„klar“  (Häkchen)
Fall𝑓(𝑎) < 𝑓(𝑏): Zu𝜂 ∈ ]𝑓(𝑎), 𝑓(𝑏)[def𝑔:]𝑎, 𝑏[ → ℝ, 𝑔(𝑥): = 𝜂 − 𝑓(𝑥). Dann ist g st
mit𝑔(𝑎) = 𝜂 − 𝑓(𝑎) > 0𝑔(𝑏) = 𝜂 − 𝑓(𝑏) < 0
Th  6.43 ⇒ ∃ 𝑔(𝜉)𝜂 − 𝑓(𝜉) = 0 ⇒ 𝑓(𝜉) = 𝜂.
∈] , [
Fall𝑓(𝑏) < 𝑓(𝑎)geht analog mit𝑔(𝑥): = 𝑓(𝑥) − 𝜂. q.e.d.
Th 6.45: Ist𝐼 ⊆ ℝIntervall und𝑓: 𝐼 → ℝstetig, so ist auch𝑓(𝐼)Intervall,
genauer:𝐼 = [𝑎, 𝑏] ⇒ 𝑓(𝐼) = [𝑚𝑖𝑛𝑓(𝐼), 𝑚𝑎𝑥𝑓(𝐼)]
Th  6.41  &  Th  6.44
Sonst gibt es 9 Möglichkeiten;
𝑓(𝐼) = ℝ
𝑓(𝐼) = ] − ∞,sup𝑓(𝐼)]
𝑓(𝐼) = ] − ∞,sup𝑓(𝐼)[
𝑓(𝐼) = [𝑖𝑛𝑓𝑓(𝐼), ∞[
𝑓(𝐼) = ]𝑖𝑛𝑓𝑓(𝐼), ∞[ (6.35a-i)
𝑓(𝐼) = [𝑖𝑛𝑓𝑓(𝐼),sup𝑓(𝐼)]
𝑓(𝐼) = [𝑖𝑛𝑓𝑓(𝐼),sup𝑓(𝐼)[
𝑓(𝐼) = ]𝑖𝑛𝑓𝑓(𝐼),sup𝑓(𝐼)]
𝑓(𝐼) = ]𝑖𝑛𝑓𝑓(𝐼),sup𝑓(𝐼)[
Bew: Folgt aus Th 6.44 (siehe Skript) q.e.d.
Bsp 6.46: Finde𝑓:]0,1] → ℝstetig mit𝑓(]0,1]) = ℝ.
Formel in (6.36)

6.2.5: Umkehrfkt, Existenz von Wurzeln, Exponentialfkt, Logarithmus


Th 6.47: Sei𝐼 ⊆ ℝIntervall und𝑓: 𝐼 → ℝst und str steigend (bzw str fallend). Dann hat f auf dem
Intervall𝐽: = 𝑓(𝐼)eine Umkehrfunktion𝑓 : 𝐽 → 𝐼, 𝐽 = 𝑓 (𝐼), und𝑓 ist stetig und streng steigend
(bzw str fallend).
Bew:Prop  2.31(b) ⇒ 𝑓: 𝐼 → ℝ𝑖𝑛𝑗𝑒𝑘𝑡𝑖𝑣
Also𝑓: 𝐼 → 𝑓(𝐼)𝑏𝑖𝑗und𝑓 str steigend (bzw fallend) nach Prop 2.31(c).
Th  6.45 ⇒ 𝐽 = 𝑓(𝐼)ist  Int
Noch zu zeigen:𝑓 : 𝐽 → 𝐼st.
Sei𝜂 ∈ 𝐽,𝜀 > 0und𝜉 ∈ 𝐽mit𝑓(𝜉) = 𝜂.
𝐽 : = 𝐵 (𝜉) ∩ 𝐼Ist Intervall, also auch𝐽 : = 𝑓(𝐼 )mit𝜂 ∈ 𝐽
Wähle𝛿 > 0so, dass𝐵 (𝜂) ∩ 𝐽 ⊆ 𝐽 . Dann:
∀ ∣ 𝑦 − 𝜂 ∣< 𝛿 ⇒ 𝑦 ∈ 𝐵 (𝜂) ∩ 𝐽 ⇒ 𝑦 ∈ 𝐽 ⇒ 𝑓 (𝑦) ∈ 𝐽

⇒∣ 𝑓 (𝑦) − 𝑓 (𝜂) ∣=∣ 𝑓 (𝑦) − 𝜉 ∣< 𝜀, dh.𝑓 ist  st  in  η
Bem & Def 6.48 (Wurzeln):
∀ 𝑓: ℝ → ℝ, 𝑓(𝑥) = 𝑥 stetig  und  str  steigend  mit𝐽: = 𝑓(ℝ ) = ℝ
∈ℕ
Th  6.47
⇒ 𝑓 : ℝ → ℝ stetig  und  streng  steigend
Schreibe √𝑥 : = 𝑥 : = 𝑓 (𝑥),  „n-te  Wurzel  von  x“
Dann:( √𝑥 ) = 𝑥
√𝑥: = √𝑥 heißt Quadratwurzel oder einfach Wurzel von x.
Bem & Def 6.49:√2 ∉ ℚ
Ang.√2 = mit𝑚, 𝑛 ∈ ℕ,nicht  beide  gerade  (sonst  kürzen)
Dann:𝑚 = 2n => m und m gerade, also m=2p mit𝑝 ∈ ℕ. Dann:2n = 𝑚 = (2p) =
4p =>𝑛 = 2p => n^2 und n gerade. => Widerspruch!
Die Elemente vonℝ ∖ ℚheißen irrationale Zahlen. Es gilt:ℚabzählbar,ℝ ∖ ℚnicht abzählbar
(Beweis im neuen Jahr im Appendix).
...
Th. 6.50 (AGM-Ungleichung): ∀ ∀ 𝑥 ⋅. . .⋅ 𝑥 ≤ (6.37)
∈ℕ ,..., ∈ℝ
geometr arithmet
„=“  gilt  gdw𝑥 =. . . = 𝑥
Bew: Klar, falls ein𝑥 = 0
Auch klar, falls𝑥 =. . . = 𝑥
Bleibt der Fall, dass alle𝑥 > 0und nicht alle gleich.
...
Zunächst Fall =1
Dann:∃𝑥 ≠ 1. Beweis von (6.37) durch Induktion für𝑛 = 2,3, . ..in der Form

(∑𝑥 =𝑛∧ ∃ 𝑥 ≠ 1) ⇒ ∏ 𝑥 < 1(6.38)


∈{ ,..., }
Induktionsverankerung (n=2): Es gilt𝑥 + 𝑥 = 2und ∃ 𝑥 = 1 + 𝜀, 𝑥 = 1 − 𝜀 ⇒ 𝑥 𝑥 = 1 −
𝜀 <1
Induktionsschritt: Es ist𝑛 ≥ 2und0 < 𝑥 , . . . , 𝑥 mit ∑ 𝑥 = 𝑛 + 1und ∃ ∃ 𝑥 = 1 + 𝛼, 𝑥 =
, ,

1 − 𝛽. Setze𝑦: = 𝑥 + 𝑥 − 1 = 1 + 𝛼 − 𝛽 > 0, da0 < 𝛽 < 1. 𝑦 + ∑ 𝑥 = −1 ∑ 𝑥 =


,
,
Ind.vor.
𝑛 ⇒ 𝑦 ∏ 𝑥 ≤1
,
(Gleichheit lässt sich noch nicht ausschließen, da alle𝑦, 𝑥 gleich 1 sein könnten.)
Wegen𝑥 𝑥 = (1 + 𝛼)(1 − 𝛽) = 1 + 𝛼 − 𝛽 − 𝛼𝛽 = 𝑦 − 𝛼𝛽 < 𝑦, also (6.39) => ∏ 𝑥 < 1und
Induktion ist fertig.
...
Bleibt der Fall = 𝜆 > 0, nicht alle𝑥 gleich:
Spezialfall
... ...
𝑥 ⋅. . .⋅ 𝑥 = 𝜆 ... < 𝜆 = (6.40) q.e.d.

Kor. 6.51: Für𝑎 ∈ ℝ ∖ {1}, 𝑛 ∈ {2,3, . . . }, 𝑝 ∈ {1, . . . , 𝑛 − 1}gilt:


√𝑎 < 1 + (𝑎 − 1); 𝑝 = 1liefert √𝑎 < 1 + (6.41)
Th  6.50
Bew: √𝑎 = 𝑎 ∏1 < = 1 + (𝑎 )(6.42) q.e.d.

Bsp 6.52: Es gibt lim √𝑛 = 1(6.43)



Wegen0 < 𝑥 < 1 ⇒ 0 < 𝑥 < 1folgt ∀ ( √𝑛) = 𝑛 > 1 ⇒ √𝑛 > 1
Th  6.50 √
Also ∀ √𝑛 = √𝑛√𝑛 ∏ 1 < <1+ (6.44)

Wegenlim = 0(6.45)

folgt (6.43) aus1 ≤ √𝑛 ≤ 1 + und Th 6.14. q.e.d.

Bsp 6.53 (Eulersche Zahl e):


𝑒: = lim 1 + (6.46)

Es gilt𝑒 ∈ ℝ ∖ ℚ, 𝑒 = 2,71828. ..
Wir zeigen nur, dass der Grenzwert existiert:
Th  6.50
∀ ∀ 1+ = 1⋅1+ < 1+ (6.47)
∈ℕ ∈[ , [,
( )Faktoren
nicht  alle  gleich,

𝑎 := 1 + ,𝑏 := 1 − ,
Def: ∀ (6.48)
∈ℕ
𝑥 := 𝑏 = 1− 1𝑛 + 1 = 1 +
(6.47) mit𝑥 = 1=>(𝑎 )str steigend
(6.47) mit𝑥 = −1=>(𝑏 )str steigend =>(𝑐 )str fallend
𝑐 ist  ob  Schr  für(𝑎 ) Th  6.16
∀ 𝑎 <𝑐 ⇒ ⇒ (𝑎 ), (𝑐 )konvergent
∈ℕ 𝑎 ist  unt  Schr  für(𝑐 )
Aus𝑐 = lim 𝑎 𝑎 + = 𝑒 ⋅ 1 = 𝑒und ∀ 𝑎 < 𝑒 < 𝑐 lässt sich e beliebig genau berechnen.
∈ℕ

Def 6.54:𝐴 ⊆ ℝheißt dicht inℝgdw ∀ ∀ 𝐴 ∩ 𝐵 (𝑥) ≠ ∅(6.49)


∈ℝ

Th 6.55
a)ℚist dicht inℝ
b)ℝ ∖ ℚist dicht inℝ
c) ∀ ∃ (𝑟 )str  steigend ∧ (𝑠 )str  fallend ∧ 𝑥 = lim𝑟 = lim𝑠
∈ℝ ( ),( )
Folgen  inℚ
Bew im Skript mit (6.50) und (6.51).
Def & Bem (Potenzen): Ziel:𝑎 für𝑎 > 0und𝑥 ∈ ℝzu definieren.
a)𝑥 ∈ ℚ
b)𝑥 ∈ ℝ ∖ ℚ
a) Sei𝑥 = mit𝑘 ∈ ℤund𝑛 ∈ ℕ. Def𝑎 : = 𝑎 = √𝑎 (6.52)
Zeige: Def hängt nicht von Darstellung von x ab, dh𝑥 = = ⇒𝑎 =𝑎

Dazu:𝑎 =𝑎 und𝑎 = √𝑎 =𝑎 ⇒𝑎 =𝑎 , da𝜆 → 𝜆 injektiv.


Potenzregeln für𝑎, 𝑏 > 0und𝑥, 𝑦 ∈ ℚ
𝑎 =𝑎 𝑎
𝑎 𝑏 = (𝑎𝑏)
(𝑎 ) = 𝑎
z.B. für (6.54a): ∃ ∃ 𝑥 = , 𝑦 = und(𝑎 ) =𝑎 =𝑎 = 𝑎 𝑎 = (𝑎 ) (𝑎 ) =
, ∈ℝ ∈ℕ
(𝑎 𝑎 ) ⇒ 𝑎 =𝑎 𝑎
Monotonie: Für𝑎, 𝑏 > 0und𝑥, 𝑦 ∈ ℚ
∀ (𝑎 < 𝑏 ⇒ 𝑎 < 𝑏 )(6.55a)
∀ (𝑎 < 𝑏 ⇒ 𝑎 > 𝑏 )(6.55b)
∀ (𝑥 < 𝑦 ⇒ 𝑎 < 𝑎 )(6.55c)
∀ (𝑥 < 𝑦 ⇒ 𝑎 > 𝑎 )(6.55d)
Abschätzungen: Für𝑎 > 0und𝑥, 𝑦 ∈ ℚ:
∀ ∀ 𝑎 − 1 < 𝑥 ⋅ 𝑎 (6.56)
∈] , [ ∈ℚ

∀ ∀ ∣ 𝑎 − 𝑎 ∣≤ 𝐿 ∣ 𝑥 − 𝑦 ∣mit𝐿: = 𝑚𝑎𝑥 𝑎 , (6.57)


∈ℝ , ∈[ , ]

Bew v (6.56.):
𝑥 ≥ 1:𝑎 < 𝑎 < 𝑥𝑎 +1
(6.41)
𝑥 < 1:𝑥 = mit𝑝 < 𝑛 ⇒ 𝑎 < 1 + 𝑥(𝑎 − 1) < 1 + 𝑥𝑎 < 1 + 𝑥𝑎 q.e.d.
Bew v (6.57):
𝑥 = 𝑦✔
Bleibt𝑥 < 𝑦(bei𝑥 > 𝑦ggf x,y umbenennen)
𝑎 = 1: ✔
(6.56)
𝑎 > 1: Setze𝑧: = 𝑦 − 𝑥 > 0 ⇒ 𝑎 − 1 < 𝑧𝑎
⇒ 𝑎 𝑎 − 𝑎 = 𝑎 − 𝑎 < 𝑧𝑎 𝑎 = (𝑦 − 𝑥)𝑎 ≤ (𝑦 − 𝑥)𝑎

𝑎 < 1:𝑎 > 1 ⇒∣ 𝑎 − 𝑎 ∣= (𝑎 ) − (𝑎 ) ∣ ≤∣ 𝑥 − 𝑦 ∣ (𝑎 ) q.e.d.
Def & Bem 6.56 (b) (irrationale Exponenten):
Für𝑥 ∈ ℝ ∖ ℚdef.𝑎 : = lim 𝑎 , wobei(𝑞 )Folge inℚmitlim𝑞 = 𝑥(6.58)

^- zu zeigen: lim existiert und hängt nicht von Folge ab
Für die Existenz wählt man monotone Folge𝑞 nach Th. 6.55(c) und zeigt, dass(𝑎 ) ∈ℕmonoton &
beschränkt ist.
Sei nun(𝑟 )inℚbeliebig mit𝑥 = lim𝑟 . Dann giltlim(𝑞 – 𝑟 ) = 0(6.59)
⇒ lim𝑎 = lim(𝑎 − 𝑎 + 𝑎 ) = 0 + 𝑎 = 𝑎 (6.60)
Prop 6.57 : (6.54)-(6.57) gelten auch für𝑥, 𝑦 ∈ ℝ. Außerdem:
∀ ∀ (lim𝑥 = 𝑥 ∈ ℝ ⇒ lim𝑎 = 𝑎 )(6.61)
∈ℝ ( )Folge  inℝ

Bew: (exemplarisch): (6.57): Seien(𝑝 ), (𝑞 )monotone Folgen inℚ ∩ [−𝑚, 𝑚], 𝑚 ∈ ℕmitlim𝑝 =
𝑥, lim𝑞 = 𝑦.
(6.57)  fürℚ Th  6.11(b)
Dann: ∀ ∣ 𝑎 −𝑎 ∣ ≤ 𝐿∣𝑝 −𝑞 ∣ ⇒ ∣ 𝑎 − 𝑎 ∣≤ 𝐿 ∣ 𝑥 − 𝑦 ∣
∈ℕ
(6.61) folgt aus (6.57) wegen0 <∣ 𝑎 − 𝑎 ∣≤ 𝐿 ∣ 𝑥 − 𝑥 ∣→ 0
(6.54a)  fürℚ
(6.54a) (𝑎 = 𝑎 𝑎 ):𝑎 = lim𝑎 = lim(𝑎 𝑎 ) = 𝑎 𝑎 q.e.d.
Def. 6.58:
a) Jede Fkt der Form
𝑓: ℝ → ℝ, 𝑓(𝑥): = 𝑥 , 𝑎 ∈ ℝ(6.62)
heißt Potenzfunktion. Für𝛼 > 0setze auch0 = 0; für𝛼 ∈ ℤist f aufℝ ∖ {0}definiert; für𝛼 ∈
ℕ aufℝ.
b) Jede Fkt der Form
𝑓: ℝ → ℝ , 𝑓(𝑥): = 𝑎 , 𝑎 > 0(6.63)
heißt (allgemeine) Exponentialfunktion. Oft ist mit Expfkt der Fall a=e gemeint. Schreibe
auchexp(𝑥): = 𝑒 .
Th. 6.59:
a) Jede Potenzfunktion ist auf ihrem Definitionsbereich stetig.
𝑎 > 0: str steigend auf[0, ∞[;
𝑎 > 0: str fallend auf]0, ∞[
b) Jede Exponentialfunktion ist stetig.
0 > 1: streng steigend,
0 < 𝑎 < 1: str fallend
Bew:
a) (6.55a) & (6.55b) => Monotonie
𝑎 ∈ ℕ ⇒ Polynom(st nach Bsp 6.36(b))
𝑎 ∈ ℤ ⇒ rat  Fkt(st nach sp 6.36(c))
𝑎 ∈ ℝ, 𝑥 ∈ ℝ : siehe Bs 6.63(a) unten
Stetigkeit in𝑥 = 0für𝑎 > 0:
Sei(𝑥 )Folge inℝ mitlim𝑥 = 0sowie𝑘 ∈ ℕmit ≤ 𝑎
/
∃ ∀ 𝑥 ≤1⇒0<𝑥 ≤𝑥
∈ℕ
/ Th  6.14
/
𝑥→𝑥 stetig𝑑𝑟𝑎𝑟𝑜𝑤 lim 𝑥 ⇒ lim𝑥 = 0 ⇒ 𝑥 → 𝑥 stetig  in0

b) (6.61) => Stetigkeit
(6.55c) & (6.55d) => Monotonie. q.e.d.
Bem & Def 6.60 (Logarithmus): Sei𝑎 ∈ ℝ ∖ {1}
Nach Th. 6.59 (b) ist𝑓: ℝ → ℝ , 𝑓(𝑥) = 𝑎 stetig und str monoton. Auch𝑓(ℝ) = ℝ (Übung)
Th 6.47 =>𝑓 : ℝ → ℝexistiert, ist stetig und str monoton.
log 𝑥: = 𝑓 (𝑥)heißt Logarithmus von x zur Basis a.
Spezialfälle:
ln𝑥: = log 𝑥(natürlicher Log)
lb𝑥: = log 𝑥
lg𝑥: = log 𝑥(6.64)
Kor 6.61: Für alle𝑎 ∈ ℝ ∖ {1}ist𝑓: ℝ → ℝ, 𝑓(𝑥) = log 𝑥stetig, für a>1 streng steigend, für0 <
𝑎 < 1streng fallend. q.e.d.
Th. 6.62 (Logarithmengesetze): Sei immer𝑎 ∈ ℝ ∖ {1}:
log 1 = 0(6.65a)
log 𝑎 = 1(6.65b)
∀ 𝑎 = 𝑥(6.65c)
∈ℝ
∀ log 𝑎 = 𝑥(6.65d)
∈ℝ
∀ log (𝑥𝑦) = log 𝑥 + log 𝑦(6.65e)
, ∈ℝ
∀ ∀ log (𝑥 ) = 𝑦log 𝑥(6.65f)
∈ℝ ∈ℝ
∀ log = log 𝑥 − log 𝑦(6.65g)
∖ ∈ℝ
∀ ∀ log √𝑥 = log 𝑥(6.65h)
∈ℝ ∈ℕ
∀ ∀ log 𝑥 = (log 𝑎)log 𝑥(6.65i)
∈ℝ ∈ℝ ∖{ }

Bew (exemplarisch): Benutzelog 𝑥 = 𝑓 (𝑥)mit𝑓: ℝ → ℝ , 𝑓(𝑥) = 𝑎 .


(6.65c):𝑎 = 𝑓(𝑓 (𝑥)) = 𝑥
( . )
(6.65e): Wegen𝑓(log 𝑥 + log 𝑦) = 𝑎 =𝑎 𝑎 = 𝑥𝑦folgtlog (𝑥𝑦) =
𝑓 (𝑥𝑦) = log 𝑥 + log 𝑦
Bsp 6.63:
a) Für alle𝑎 ∈ ℝist𝑓: ℝ → ℝ, 𝑓(𝑥): = 𝑥 = 𝑎 (6.66)
stetig:𝑓 = exp °(𝑎 ln ) → 𝑓stetig  nach  Th  6.37
st  nach  Kor  6.61 st  nach  Th  5.59b
b) Nach Th 6.37 sind auch stetig (für alle𝑎 ∈ ℝ, 𝜆 ∈ ℝ ):
𝑓 : ℝ → ℝ, 𝑓 (𝑥) = (exp(𝜆 + 𝑥 )) (6.67a)
𝑓 : ℝ → ℝ, 𝑓 (𝑥) = (6.67b)
𝑓 : ℝ → ℝ, 𝑓 (𝑥) = ∣ ∣
(6.68c)

6.3 Reihen
6.3.1 Definition & Konvergenz
Def. 6.64: Sei(𝑎 )Folge inℝ(oder in anderer Menge A, wo Addition definiert ist). Die
Folge(𝑠 )mit ∀ 𝑠 : = ∑ 𝑎 (6.68)
∈ℕ
heißt (unendliche) Reihe. Notation:
∑ 𝑎 = ∑ 𝑎 : = (𝑠 ) ∈ℕ (6.69)
∈ℕ
^- Summanden
^- Partialsummen
Die Reihen ∑ 𝑎 heißen Reste von(𝑠 ).
Für(𝑎 ) ∈ mit𝛷: ℕ → 𝐼bijektiv def.
∑𝑎 = ∑ 𝑎 ( ) (6.70)

Achtung: ∑ 𝑎 hängt im Allgemeinen von Φ  ab!

→  Reihen  sind  spezielle  Folgen.

Def 6.65: Reihe(𝑠 )aus Def 6.64 heißt konvergent gdw lim 𝑠 = 𝑠 ∈ ℝ. Schreibe dann ∑ 𝑎 =

𝑠(6.71)
und nenne s Summe der Reihe.
(𝑠 )divergent: ⇔ (𝑠 )nicht  konvergent
Auch: ∑ 𝑎 = ±∞: ⇔ lim𝑠 = ±∞

Warnung 6.66: Notation ∑ 𝑎 wird mit zwei verschiedenen Bedeutungen benutzt, die man aus dem
Zusammenhang erkennen muss:
a)  als  Folge  (z.B.  in  „ ∑ 2 konvergiert“)

b)  als  Zahl  (z.B.  in  „ ∑ 2 = 1“)

Bsp 6.67:
(3.18b)
a) ∑ 𝑞 für∣ 𝑞 ∣< 1heißt geometrische Reihe. Es gibt𝑠 : = ∑ 𝑞 =

∀ ∑ 𝑞 = lim𝑠 = lim = (6.72)


∈] , [ → ↑

b) Harmonische Reihe: ∑ = ∞(6.73)



Bsp  6.27

Kor. 6.68: Seien ∑ 𝑎 , ∑ 𝑏 konv.

a) ∀ ∑ (𝜆𝑎 + µμ𝑏 ) = 𝜆 ∑ 𝑎 + µμ ∑ 𝑏 (6.74)


, ∈ℝ

b) Monotonie: ∀ 𝑎 ≤ 𝑏 ⇒ ∑ 𝑎 ≤ ∑ 𝑏 (6.75)
∈ℕ

c)lim𝑎 = 0; ∀ ∑ 𝑎 konvergiert. Mit𝑠: = ∑ 𝑎 , 𝑟 : = ∑ 𝑎 gilt: ∀ 𝑠 = 𝑠 + 𝑟 undlim𝑟 =


ℕ ∈ℕ
0(6.76)
Bew: Th 6.11 a), b) q.e.d.

6.3.2 Konvergenzkriterien
Kor 6.69: Seien𝑎 , 𝑐 , 𝑑 ≥ 0.
sup{𝑠 : 𝑛 ∈ ℕ},wenn(𝑠 )beschr
a)𝑠 : = ∑ 𝑎 ⇒ lim 𝑠 =
→ ∞,wenn(𝑠 )nicht  beschr
b)( ∀ 0 ≤ 𝑎 ≤ 𝑐 ) ∧ ∑ 𝑐 konv ⇒ ∑ 𝑎 konv
∈ℕ

c)( ∀ 0 ≤ 𝑑 ≤ 𝑎 ) ∧ ∑ 𝑑 div ⇒ ∑ 𝑎 div


∈ℕ

Bew: Folgt aus (6.15). q.e.d.

Def. 6.70: ∑ 𝑎 heißt alternierend gdw ∀ 𝑠𝑖𝑔𝑛(𝑎 ) = −𝑠𝑖𝑔𝑛(𝑎 ) ≠ 0


∈ℕ

Th. 6.71 (Leibnizkriterium): Sei ∑ 𝑎 alt,(∣ 𝑎 ∣) ∈ℕstreng fallend undlim𝑎 = 0. Dann ist ∑ 𝑎 konv
und ∀ ∃ 𝑟 := ∑ 𝑎 =𝜃 𝑎 .. (6.78)
∈ℕ

∑ "Abbruchfehler"

Bsp 6.72:
a) Nach Th 6.71 sind konv:
( )
∑ = 1 − + − +. . .(6.79a)
( )
∑ = 1 − + − +. . .(6.79b)
( )
∑ = − + − +. . .(6.79c)
( )
b) Im Skript: Ohne Monotonievoraussetzung ist Th. 6.71 i.A. falsch.

Def. 6.73: ∑ 𝑎 heißt  absolut  konvergent ⇔ ∑ ∣ 𝑎 ∣ konvergiert.

∣ ∣
Th. 6.74: ∑ 𝑎 abs  konv ⇒ ∑ 𝑎 konvund  es  glt  die  Δ-Ungleichung, d.h.∣ ∑ 𝑎 ∣ ≤ ∑ ∣ 𝑎 ∣(6.80)
∣ ∣

Bew: Sei𝑠 : = ∑ 𝑎 , 𝑡 : = ∑ ∣ 𝑎 ∣
(𝑡 )konv ⇒ (𝑡 )Cauchy  nach  Th.  6.26 ⇒ ∀ ∃ ∀ ∣ 𝑡 − 𝑡 ∣=∣ 𝑎 ∣ +. . . +∣ 𝑎 ∣< 𝜀(6.81)
∈ℕ
also ∀ ∃𝑁 ∈ ℕ ∀ ∣ 𝑠 − 𝑠 ∣=∣ 𝑎 +. . . +𝑎 ∣≤∣ 𝑎 ∣ +. . . +∣ 𝑎 ∣< 𝜀(6.82)

Δ-Ungl  für  endl  Summen
⇒ (𝑠 )ist  Cauchy ⇒ (𝑠 )konv  nach  Th  6.26
∀ 𝑠 ≤𝑡 ⇒ (6.80)
∈ℕ Th  6.11(b)

Th.6.75:
a) ∑ 𝑐 konv ∧ ∀ ∣ 𝑎 ∣≤ 𝑐 ⇒ ∑ 𝑎 abs  konv.
∈ℕ
b) Wurzelkriterium:
∃ ∣ 𝑎 ∣≤ 𝑞 < 1für  fast  alle𝑛 ∈ ℕ ⇒ ∑ 𝑎 ist  absolut  konvergent(6.83a)

#{𝑛 ∈ ℕ: ∣ 𝑎 ∣≥ 1} = ∞ ⇒ ∑ 𝑎 ist  divergent(6.83b)


c) Quotientenkriterium:
∃ ∣∣∣ ∣∣ ≤ 𝑞 < 1für  fast  alle  n ⇒ ∑ 𝑎 ist  absolut  konvergent(6.84a)

∣∣ ∣∣ ≥ 1für  fast  alle𝑛 ⇒ ∑ 𝑎 ist  divergent(6.84b).
∣ ∣
Bew.skizze:
(a) ist Th 6.69(a)
(6.83a) & (6.84a) aus (a) durch vergleich mit geometr. Reihe.
In (6.83b) und (6.84b) folgt sogar¬(lim𝑎 = 0)q.e.d.
/( )
Warnung 6.76: Für ∑ = ∞ist ∀ < 1,
/
= < 1,  d.h.  „<1“  reicht  nicht in (6.83a)
oder (6.84a).
Bsp. 6.77:
a)Wurzelkrit ⇒ ∀ ∀ ∑ 𝑛 𝑥 abs  konv:
∣ ∣ ∈ℕ
lim ∣ 𝑎 ∣= lim 𝑛 ∣ 𝑥 ∣ =∣ 𝑥 ∣< 1
→ → ↑
√ nach  Bsp  6.52

!
∑ abs  konv  für  alle ∣ 𝑥 ∣< 𝑒
b)Quot.krit. ⇒ :
!
∧ ∑ div  für  alle ∣ 𝑥 ∣≥ 𝑒
( ) (6.46)
= = → für𝑛 → ∞(6.85)
( )

Also ∣ 𝑥 ∣< 𝑒 ⇒ konv  mit  (6.84a)


∣ 𝑥 ∣> 𝑒 ⇒ div  mit  (6.84b)
∣ 𝑥 ∣= 𝑒 ⇒ div  mit  (6.84b),  da ∀ 1 + < 𝑒nach  Bsp  6.53
∈ℕ

6.3.3 Absolute Konvergenz & Umordnungen


Th 6.78: Ist(𝑏 ) ∈ℕeine Umordnung von(𝑎 ) ∈ℕ(siehe Def. 6.18) und ∑ 𝑎 abs konv, so ist

auch ∑ 𝑏 abs konv, und es gilt ∑ 𝑎 = ∑ 𝑏 .


·
Th 6.79 (Großer Umordnungssatz): Sei I abzählbar mit #I = #N und𝐼 = ∪ 𝐼 (6.86)
∈ℕ
eine disjunkte Zerlegung von I (die𝐼 sind völlig beliebig, also dürfen leer, endlich oder unendlich
sein).
∑ ( ) für  Bij :ℕ→

a) Ist ∑ 𝑎 abs. konv, so gilt ∑𝑎 = ∑ ∑ 𝑎 (6.87)


∈ ∈ ∈
b) Es sind äquivalent:
i) ∑ 𝑎 ist abs konv.
ii) Es gibt𝑐 > 0so, dass ∑ ∣ 𝑎 ∣≤ 𝑐für jede endl Teilmenge𝐽 ⊆ 𝐼.

iii) ∑ ∑ ∣ 𝑎 ∣< ∞

Bsp 6.80: Anwendung von Th. 6.79 auf Reihen mit𝐼: = ℕ × ℕ(sogenannte Doppelreihen)
Notation: ∑ 𝑎 : = ∑ 𝑎( , ) (6.88)
, ( , )∈ℕ×ℕ
Nach Th. 3.24 istℕ × ℕabzählbar und es gibt𝛷: ℕ → ℕ × ℕbij.
Nach (6.70) ist ∑ 𝑎 , = ∑ 𝑎 ( ) und das Konvergenzverhalten und (falls existent) die Summe der
Reihe hängt i.A.  von  Φ  ab.
Ist die Reihe jedoch absolut konvergent, so hängt der Wert nach Th. 6.78 nicht von  Φ  ab  und  wir  
können Th 6.79 anwenden. Die Zerlegungen
˙
ℕ × ℕ =∪ {(𝑖, 𝑗): 𝑗 ∈ ℕ}(6.89a)
˙
ℕ × ℕ =∪ {(𝑖, 𝑗): 𝑖 ∈ ℕ}(6.89b)
˙
ℕ × ℕ =∪ {(𝑖, 𝑗) ∈ ℕ × ℕ: 𝑖 + 𝑗 = 𝑘}(6.89c)
liefern
(6.89a) (6.89b) (6.89c)
∑ 𝑎( , ) = ∑ ∑𝑎 = ∑ ∑𝑎 = ∑ ∑ 𝑎 := ∑ ∑ 𝑎 , (6.90)
( , )∈ℕ×ℕ
Th. 6.81: Sind ∑ 𝑎 und ∑ 𝑏 abs konv, so lässt sich ihr Produkt als Doppelreihe berechnen:

∑𝑎 ∑𝑏 = ∑ 𝑎𝑏 = ∑ ∑ 𝑎𝑏
,
Man bezeichnet dies auch als Cauchyprodukt der Reihen.
Bew: Setze𝐴: = ∑ ∣ 𝑎 ∣, 𝐵: = ∑ ∣ 𝑏 ∣. Dann:

∑ ∑ ∣ 𝑎 𝑏 ∣= ∑ ∣ 𝑎 ∣ 𝐵 = 𝐴𝐵 < ∞,

d.h. ∑ 𝑎 𝑏 ist abs konv nach Th 6.79(b)(iii). Dann folgt (6.91) aus (6.90):
,

∑ 𝑎 𝑏 = ∑ ∑ 𝑎 𝑏 = ∑ 𝑎 ∑ 𝑏 = ∑ 𝑎 ∑ 𝑏 q.e.d.
,
→  Brauchen  Th  6.81  in  Abschnitt  7.2  unten.

6.3.4 b-adische Darstellung reeller Zahlen


Beispiel im Dezimalsystem:
395
𝑥= = 131, 6: = 131,6666666. . .
3
: = 1 ⋅ 10 + 3 ⋅ 10 + 1 ⋅ 10 + ∑ 6 ⋅ 10 (6.92a)
(6.72) ⋅
wobei ∑ 6 ⋅ 10 = 6⋅ −1= =
Im Dualsystem:
( )
𝑥 = 10000011. 10 = 2 + 2 + 2 + ∑ 2 (6.92b)
( )
wobei ∑ 2 = (Übung)

Def 6.82: Sei𝑏 ∈ ℕ, 𝑏 ≥ 2.


a) Ist𝑁 ∈ ℤund(𝑑 , 𝑑 ,𝑑 , … )Folge in{0, . . . , 𝑏 − 1}, so heißt
∑𝑑 𝑏 (6.93)
b-adische Reihe.
b) Ist𝑥 ∈ ℝ die Summe der Reihe in (6.93), so heißt die Reihe b-adische Darstellung oder b-
adische Entwicklung von x.
Th 6.83. Sei𝑏 ∈ ℕ, 𝑏 ≥ 2. Jedes𝑥 ∈ ℝ hat eine b-adische Darstellung, d.h.
∀ ∃ ∃ 𝑥= ∑𝑑 𝑣 (6.94)
∈ℝ ∈ℤFolge( , ,...)
in{ ,..., }
Für𝑥 > 0und𝑑 ≠ 0gibt es genau eine oder genau zwei solche Darstellungen. Genauer sind
äquivalent:
i) Die b-ad Darstellung von x ist ist nicht eindeutig.
ii) Es gibt genau 2 b-ad Darstellungen von x.
iii) Es gibt eine b-ad Darstellung von x so, dass gilt: ∃ ∀ 𝑑 = 0
iv) Es gibt eine b-ad Darstellung von x so, dass gilt: ∀ ∀ 𝑑 = 𝑏 − 1
Bew: Siehe Appendix D.
Bsp 5.84: Jedes𝑛 ∈ ℕhat genau 2 dezimale (d.h. 10-adische) Darstellungen: Z.B.:
(6.72)
2 = 2. 0 = 1. 9 = 1 + ∑ 9 ⋅ 10 = 1+9⋅ − 1 = 1 ⋅ 9 ⋅ = 2(6.95)
r

7. Konvergenz vonℝ-wertigen Funktionen

7.1 Punktweise & gleichmäßige Konvergenz


→  Ziel:  Konvergenz  von  Folgen(𝑓 ) ∈ℕ mit𝑓 : 𝑀 → ℝ, 𝑀 ⊆ ℝstudieren.
→  Dabei  sind  verschiedene  Konvergenzbegriffe  nützlich.
Def. 7.1:(𝑓 )sei Funktionsfolge,𝑓 : 𝑀 → ℝ, ∅ ≠ 𝑀 ⊆ ℝ
a)(𝑓 )konvergiert punktweise (pw) gegen𝑓: 𝑀 → ℝgdw
∀ lim𝑓 (𝑥) = 𝑓(𝑥), also gdw

∀ ∀ ∃ ∀ ∣ 𝑓 (𝑥) − 𝑓(𝑥) ∣< 𝜀(7.1)
∈ ∈ℕ
(N hängt i.A von x und ε  ab).
b)(𝑓 )konvergiert gleichmäßig gegen𝑓: 𝑀 → ℝgdw
∀ ∃ ∀ ∀ ∣ 𝑓 (𝑥) − 𝑓(𝑥) ∣< 𝜀(7.2)
∈ℕ ∈
(N  hängt  nicht  von  x  ab,  von  ε  schon  noch.)
(in der Wiederholung der nächsten Stunde:
pw
(𝑠 ) → 𝑓 ⇔ ∀ ∀ ∃ ∀ ∣ 𝑠 (𝑥) − 𝑓(𝑥) ∣< 𝜀
∈ ∈ℕ
glm )
(𝑠 ) → 𝑓 ⇔ ∀ ∃ ∀ ∀ ∣ 𝑠 (𝑥) − 𝑓(𝑥) ∣< 𝜀
∈ℕ ∈
Bem 7.2: gleichmäßige Konvergenz => punktweise Konvergenz (klar)
punktweise Konvergenz =/> gleichmäßige Konvergenz (Bsp 7.3(b)).
Bsp 7.3:
a)𝑓 : ℝ → ℝ, 𝑓 (𝑥): = . Dann:(𝑓 )konvergiert gleichmäßig gegen𝑓 ≡ 0.
(bei gleichmäßiger Konvergenz liegen für𝑛 > 𝑁alle Funktionsgraphen von𝑓 in  ε-Schlauch
um f)
b) Beh:(𝑓 )mit𝑓 : [0,1] → ℝ, 𝑓 (𝑥): = 𝑥 konvergiert punktweise aber nicht gleichmäßig gegen
0für0 ≤ 𝑥 < 1,(7.3)
𝑓: [0,1] → ℝ, 𝑓(𝑥): =
1für𝑥 = 1
pw:lim𝑓 (1) = lim1 = 1
∀ lim 𝑥 = 0(Bsp 6.4)

nicht glm: Für𝜀 = gilt nach Th. 6.44
∀ ∃ 𝑓 (𝜉 ) = 𝜉 = , also
∈ℕ ∈] , [
∀ ∣ 𝑓 (𝜉 ) − 𝑓(𝜉 ) ∣= 𝜉 = = 𝜀(7.4)
∈ℕ

Th 7.4: Sind alle𝑓 stetig in𝜉 ∈ 𝑀und(𝑓 )konv  glm  gegen  f,  so  ist  f  stetig  in  ξ  (speziell:  sind  alle𝑓 st
auf M, so auch f).
Bew: Sei𝜀 > 0.
glm
(𝑓 ) → 𝑓 ⇒ ∃ ∀ ∣ 𝑓 (𝑥) − 𝑓(𝑥) ∣< (7.5)
∈ℕ ∈
𝑓 st  in𝜉 ⇒ ∃ ∀ ∣ 𝑓 (𝑥) − 𝑓 (𝜉) ∣< (7.6)
∈ ∩ ( )
Also ∀ ∣ 𝑓(𝑥) − 𝑓(𝜉) ∣≤∣ 𝑓(𝑥) − 𝑓 (𝑥) ∣ +∣ 𝑓 (𝑥) − 𝑓 (𝜉) ∣ +∣ 𝑓 (𝜉) − 𝑓(𝜉) ∣< 3 ⋅ =
∈ ∩ ( )
𝜀(7.7)
also  ist  f  stetig  in  ξ.  q.e.d.

7.2 Potenzreihen
Def 7.5
a): Sei(𝑓 )Funktionenfolge wie vorher.
Def Fkt.reihe ∑ 𝑓 : = (𝑠 ) ∈ℕ(7.8)

mit ∀ 𝑠 : = ∑ 𝑓 .
∈ℕ

b) Ist𝑓 : ℝ → ℝ, 𝑓 (𝑥): = 𝑎 𝑥 , 𝑎 ∈ ℝ, so heißt ∑ 𝑎 𝑥 : = ∑ 𝑓 (7.9)


Potenzreihe mit Koeffizienten𝑎
Warnung: In (7.9) schreibt man links𝑎 − 𝑥 = 𝑓 (𝑥), obwohl man eigentlich𝑓 meint. Bei
Potenzreihen muss man oft aus dem Zusammenhang erschließen, ob Zahlen oder Funktionen
gemeint sind.
Def 7.6:
a) Seien𝑓 , 𝑠 wie oben. Schreibe𝑓 = ∑ 𝑓 (7.10) gdw(𝑠 )punktweise gegen𝑓: 𝑀 → ℝkonvergiert.

∑ 𝑓 heißen Reihenentwicklung von f,

Potenzreihenentwicklung, wenn ∑ 𝑓 Potenzreihe ist.

Achtung: ∑ 𝑓 kann Fkt oder Fkt.folge bedeuten (vgl Warnung 6.66)

b) ∑ 𝑓 konvergiert gleichmäßig gegen f gdw(𝑠 )glm gegen f konvergiert gemäß Def 7.1(b).

Kor 7.7:
a) ∑ 𝑓 → 𝑓gdw ∑ 𝑓 (𝑥)konvergiert gegen𝑟 (𝑥) ∈ ℝund ∀ ∃ ∀ ∀ ∣ 𝑟 (𝑥) ∣< 𝜀(7.11)
∈ℕ ∈

b) Sind𝑎 ∈ ℝ, ∑ 𝑎 konv inℝund ∀ ∀ ∣ 𝑓 (𝑥) ∣≤ 𝑎 (7.12)


∈ ∈ℕ

so konv ∑ 𝑓 glm.
glm
c) Sind alle𝑓 stetig (in𝜉 ∈ 𝑀) und ∑ 𝑓 → 𝑓,  so  ist  auch  f  stetig  (in  ξ).

Bem 7.8: Problem für𝑓 : 𝑀 → ℝ: Für welche𝑥 ∈ 𝑀konvergiert ∑ 𝑓 (𝑥)? Oft schwer zu lösen: Bei
Potenzreihen hilft Th 7.9.

Th 7.9: Für jede Potenzreihe ∑ 𝑎 𝑥 gibt es𝑟 ∈ [0, ∞]: = ℝ ∪ {∞}, genannt Konvergenzradius
(KR) der Reihe, so, dass
∣ 𝑥 ∣< 𝑟 ⇒ ∑ 𝑎 𝑥 konvergiert absolut inℝ(7.13a)

∣ 𝑥 ∣> 𝑟 ⇒ ∑ 𝑎 𝑥 divergiert inℝ(7.13b)

Insbesondere: ∑ 𝑎 𝑥 konvergiert punktweise auf𝐵 (0) = ] − 𝑟, +𝑟[

Weiter: ∀ ∑ 𝑎 𝑥 konv  glm  auf[−𝑟 , 𝑟 ](7.14)

Es gilt𝑟 = mit𝐿: = lim  sup ∣ 𝑎 ∣(7.15)


(hier: : = ∞, : = 0) (^-lim  sup: = größter  Häufungspunkt,  falls( ∣ 𝑎 ∣)beschr )


→ ∞sonst
Einfacher gilt:𝑟 = lim ∣∣∣ ∣∣(7.16)


falls alle𝑎 ≠ 0und𝑟 = lim ∣∣∣ ∣∣existiert inℝ ∪ {∞}


Bew.idee: Wurzelkriterium aus Th 6.75(b) liefert (7.15), bzw Quotientenkriterium aus Th 6.75(c)
liefert (7.16). q.e.d.

Kor 7.10: Hat ∑ 𝑎 𝑥 KR𝑟 > 0, so ist𝑓:] − 𝑟, 𝑟[ → ℝ, 𝑓(𝑥) = ∑ 𝑎 𝑥 (7.17)


stetig (stetig aufℝfür𝑟 = ∞).
Bew: Folgt aus (7.14) und Th 7.4. q.e.d.
Bsp 7.11:
a) ∀ ∑ 𝑛 𝑥 hat KR𝑟 = 1da ∀ lim  sup ∣ 𝑎 ∣= lim ∣ 𝑎 ∣= lim √𝑛 = 1(7.18)
∈ℝ ∈ℝ → → →
(folgt für𝛼 ∈ ℤaus (6.43) & Th 6.11(a) und daraus für alle𝛼 ∈ ℝmit Th 6.14.)
∑ 𝑥 (Fall𝛼 = 0) div für𝑥 = ±1

∑ (Fall𝛼 = −1) div für𝑥 = 1(harmonische Reihe), konv. für x=-1 (Bsp 6.72(a))

b) Konv.rad von ∑ und ∑ ist𝑟 = ∞.


!

lim ∣∣∣ ∣∣ = lim ( )!


∣ = lim(𝑛 + 1) = ∞(7.19a)
!

lim  sup ∣ 𝑎 ∣= lim = lim = 0(7.19b)

c) ∑ 𝑛! 𝑥 hat KR𝑟 = 0, dalim ∣∣∣ ∣∣ = lim !


∣ = lim = 0(7.20)
( )!

Warnung 7.12: ∑ 𝑎 𝑥 konv i.A. nicht glm auf] − 𝑟, 𝑟[(r: KR).

Für∣ 𝑥 ∣= 𝑟kann ∑ 𝑎 𝑥 div oder konv (siehe Bsp 7.11(a)).

Def & Bem 7.13:


Das Cauchyprodukt von𝑝: = ∑ 𝑎 𝑥 und𝑞: = ∑ 𝑏 𝑥 ist𝑝 ∗ 𝑞: = ∑ 𝑐 𝑥 mit𝑐 : = ∑𝑎 𝑏

...
Achtung: p*q ist Funktionenfolge und muss nicht konv. Aber: Wenn𝑟 KR von p,𝑟 KR von q
𝑓: 𝐵 (0) → ℝ, 𝑓(𝑥): = ∑ 𝑎 𝑥
und𝑟 , 𝑟 > 0, so sind: (7.22)
𝑔: 𝐵 (0) → ℝ, 𝑔(𝑥): = ∑ 𝑏 𝑥
wohldefiniert auf𝐵 (0)mit𝑟 = 𝑚𝑖𝑛{𝑟 , 𝑟 }
(6.91) ⇒ ∀ 𝑓(𝑥)𝑔(𝑥) = ∑ 𝑐 𝑥 mit𝑐 aus  (7.21)
∈ ( )
(7.23)

Prop 7.14: Ist𝐸: ℝ → ℝstetig und gilt


𝑎: = 𝐸(1) > 0(7.24a)
und ∀ 𝐸(𝑥 + 𝑦) = 𝐸(𝑥)𝐸(𝑦)(7.24b)
, ∈ℝ
so folgt ∀ 𝐸(𝑥) = 𝑎 (7.25)
∈ℝ
Bew: 𝑎 = 𝐸(1) = 𝐸(0 + 1) = 𝐸(0)𝐸(1) = 𝐸(0)𝑎 ⇒ 𝐸(0) = 1
∀ 1 = 𝐸(0) = 𝐸(𝑥 − 𝑥) = 𝐸(𝑥)𝐸(−𝑥) ⇒ 𝐸(−𝑥) = 𝐸(𝑥) ⇒ ∀ 𝐸(𝑥) ≠ 0
∈ℝ ∈ℝ
𝐸(1) > 0 ∧ Th  6.44 ⇒ ∀ 𝐸(𝑥) > 0
∈ℝ
Induktion liefert ∀ 𝑛 ∈ ℕ𝐸(𝑛𝑥) = (𝐸(𝑥)) (7.26)
.

∈ℝ
𝑥 = 1=> ∀ 𝐸(𝑛) = 𝑎 , 𝑥 = ⇒ 𝑎 = 𝐸(1) = 𝐸 ⇒𝐸 =𝑎
∈ℕ
(7.26)
⇒ ∀ 𝐸 = 𝐸 =𝑎 = 𝑎 , d.h. (7.25) gilt für𝑥 ∈ ℚ
, ∈ℕ
E  stetig
∀ lim 𝑞 = 𝑥 ⇒ 𝑎 = lim 𝑎 = lim𝐸(𝑞 ) = 𝐸(𝑥)
∈ℝ → ∈ℚ →
∀ 𝑎 = (𝑎 ) = (𝐸(−𝑥)) = 𝐸(𝑥)q.e.d.
∈ℝ

Def. 7.15: Sei𝑀 ⊆ ℝund  ξ  HP  von  M.  Def.


lim 𝑓(𝑥) = 𝜂 ∈ ℝ ⇒ ∀ (lim𝑥 = 𝜉 ⇒ lim𝑓(𝑥 ) = 𝜂)(7.27)
→ Folge( )in ∖{ }
hat  Limes für →
→  f  braucht  in  ξ  nicht  def.  sein!
Bsp 7.16: Beh: Für die Expfkt gilt:
∀ 𝑒 = ∑ =1+𝑥+ +. ..(7.28)
∈ℝ ! !

Bew: Bsp 7.11(b) => ∑ !


hat KR𝑟 = ∞

Def𝐸: ℝ → ℝ, 𝐸(𝑥): = ∑ !
. Nach (6.91) gilt
(4.25) ( )
∀ 𝐸(𝑥)𝐸(𝑦) = ∑ 𝑐 mit𝑐 = ∑ = ∑ 𝑛𝑥 𝑦 = (7.29)
, ∈ℝ !( )! ! !
aber ∀ 𝐸(𝑥)𝐸(𝑦) = 𝐸(𝑥 + 𝑦). Da auch𝐸(1) > 1 > 0und E stetig nach Kor 7.10, folgt aus Prop
, ∈ℝ

7.14 ∀ 𝑒 = 𝐸(𝑥)mit𝑒: = 𝐸(1)(„neue“  Def  von  e,  aber  wir  werden𝑒 = lim 1 + zeigen, siehe
∈ℝ →
(7.33) unten.)
(7.28) => ∀ = ∑ ( )!
=1+
!
+ !
+. . . ⇒ lim = 1(7.30)

da ∑ ( )!
nach Kor 7.10 stetig ist.
( )
Mitln: = log ( )gilt dannlim = 1(7.31)
→ß
Betr𝑓:] − 1, ∞[ → ℝ, 𝑓(𝑥): = ln(𝑥 + 1)mit𝑓 (𝑥) = 𝑒 − 1. Dann:
( ) ( ( ( )))
∀ lim𝑥 = 0 ⇒ lim = lim =
( )in] , [∖{ } ( ( ))
( ( ) ) ( )
= lim ( ) = lim𝑓 ( ) =1
(7.30') undlim𝑓(𝑥 ) = ln1 = 0, da f stetig.
Ähnlich wie (7.31), aber einfacher flgt
∀ lim ln(1 + 𝜉𝑥) = 𝜉(7.32a)
∈ℝ →

∀ lim (1 + 𝜉𝑥) = 𝑒 (7.32b)


∈ℝ →
(Übung)
Mit𝑥 = (für  x)  und  x  für  ξ  folgt  aus  (7.32b):
∀ lim 1 + = 𝑒 = (𝐸(1)) = ∑ (7.33)
∈ℝ → !

7.3 Trigonometrische Funktionen


„Schuldefinition“  von  sin  &  cos  am  Einheitskreis.
sin x, cos x mit x Winkel im Bogenmaß
Def ist nicht mathematisch rigoros – wie soll man z.B. sin 1 berechnen?
( )
sin: ℝ → ℝ, sin𝑥: = ∑ =𝑥− + − +. . .
( )! ! !
Def & Bem 7.17:
( )
cos: ℝ → ℝ, cos𝑥: = ∑ =1− + − +. . .
( )! ! !
∣ ∣
a) In beiden Fällen gilt∣ 𝑎 ∣≤ , also
!
∣ ∣
∀ sin ∣ 𝑥 ∣, cos ∣ 𝑥 ∣≤ 𝑒 < ∞, d.h. beide Reihen konv. Abs., haben also als Potenzreihen
∈ℝ
Konvergenzradius (KR)𝑟 = ∞.
Kor. 7.10 => sin, cos stetig.
b)𝜋: = 2 ⋅ min{𝑥 ∈ ℝ : cos𝑥 = 0}
zu zeigen: Das Minimum existiert. Dazu:
𝑥 𝑥 𝑥
∀ ∀ > ⇔1> ⇔𝑘+1>𝑥
∈ℝ ∈ℕ 𝑘! (𝑘 + 1)! 𝑥+1
gilt  also  für ,

d.h. → 0monoton für𝑘 ≥ 2.


Aus Th. 6.71 und (6.78) folgt dann
𝑓(𝑥): = 1 − < cos𝑥 < 1 − + =: 𝑔(𝑥)
∀ (7.35)
𝑥− < sin𝑥 < 𝑥 − +
f hat kleinste pos Nullstelle√2
g hat kleinste positive Nullstelle 6 − 2√3
𝑓(0) = 𝑔(0) = 1,cos(0) = 1
Zwischenwertsatz => Min. ex. Und
1,4 < √2 < < 6 − 2√3 < 1,6(7.36)
Mann kann zeigen, dass𝜋 ∉ ℚ, 𝜋 = 3,14159
Th 7.18 (Trigonometrische Identitäten):
sin(0) = 0, cos(0) = 1(7.37a)
∀ sin𝑥 = −sin(−𝑥), cos𝑥 = −cos(−𝑥)(7.37b)
∈ℝ
∀ sin(𝑥 + 𝑦) = sin𝑥cos𝑦 + cos𝑥sin𝑦(7.37c)
, ∈ℝ
Additionstheoreme
∀ cos(𝑥 + 𝑦) = cos𝑥cos𝑦 − sin𝑥sin𝑦(7.37d)
, ∈ℝ
∀ sin 𝑥 + cos 𝑥 = 1(7.37e)
∈ℝ
cos = 0, sin = 1, ∀ cos𝑥 > 0(7.37f)

∀ sin 𝑥 + = cos𝑥, cos 𝑥 + = −sin𝑥(7.37g)


∈ℝ
∀ sin(𝑥 + 𝜋) = −sin𝑥, cos(𝑥 + 𝜋) = −cos𝑥(7.37h)
∈ℝ
∀ sin(𝑥 + 2π) = sin𝑥, cos(𝑥 + 2π) = cos𝑥(7.37i)
∈ℝ
(d.h.  sin,  cos  sind  2π-periodisch)
lim sin = 1, lim = − (7.37j)
→ →
Bew.skizze:
(a),(b) direkt aus (7.34)
(c),(d): Mit Cauchyprodukt (6.91) ähnlich wie in (7.29)
( ) ( )
(e)1 = cos0 = cos(𝑥 − 𝑥) = cos𝑥cos(−𝑥) − sin𝑥sin(−𝑥) = cos 𝑥 + sin 𝑥
(f)-(i) folgen im Wesentlichen aus den Additionstheoremen
(j) =1− + − +. ..
! !

f(x): Es folgt wie in Def & Bem 7.17, dass die Reihe KR𝑟 = ∞hat, d.h. f ist überall stetig, also
auch in𝜉 = 0. Also
sin𝑥
lim = lim 𝑓(𝑥) = 𝑓(0) = 1
→ 𝑥 →

Th 7.19:sin(ℝ) = cos(ℝ) = [−1,1]


Monotonie:
𝜋 𝜋
∀ sinist  str  steigend  auf[− + 2kπ, + 2𝑘𝜋](7.38a)
∈ℤ 2 2
𝜋 3π
∀ sinist  str  fallend  auf[ + 2kπ, + 2𝑘𝜋](7.38b)
∈ℤ 2 2
∀ cosist  str  steigend  auf[(2k − 1)𝜋, 2kπ](7.38c)
∈ℤ
∀ cosist  str  fallend  auf[2kπ, 2(𝑘 + 1)𝜋](7.38d)
∈ℤ
d.h. für𝑥 ∈ [𝑘 − 2π, (𝑘 + 1)2π]durchläuft, so durchläuft(sin𝑥, cos𝑥)den Einheitskreis gegen den
Uhrzeigersinn.
Bew.: Für cos:sin + cos = 1 ⇒ cos(ℝ) ⊆ [−1,1]
Zwischenwertsatz =>[−1,1] ⊆ cos(ℝ)
∀ cos(𝑥 + 𝑦) = cos𝑥cos𝑦 − sin𝑥sin𝑦 ≤ cos𝑥cos𝑦 < cos𝑥

⇒0<𝑥− < sin𝑥für𝑥 ∈ 0,

⇒ cos𝑥 < 1 − + < 1für𝑥 ∈ 0,


Dann (7.37 b,g-i) => Monotonie auf den anderen Intervallen.
Def & Bem 7.20: Def:
tan: ℝ ∖ cos {0} → ℝ, tan𝑥 = (7.39a)
{ : ∈ℤ}
cot: ℝ ∖ sin {0} → ℝ, cot𝑥 = (7.39b)
{ : ∈ℤ}
tan,  cot  sind  π-periodisch:
( ) (7.37g)
tan(𝑥 + 𝜋) = = = tan𝑥(7.40) (cot analog)
( )
Auch folgttan(ℝ ∖ cos {0}) = cot(ℝ ∖ sin {0}) = ℝ
𝜋 𝜋
∀ tanstr  steigend  auf  ] − + 𝑘𝜋, + 𝑘𝜋[(7.41a)
∈ℤ 2 2
∀ cotstr  fallend  auf  ]𝑘𝜋, (𝑘 + 1)𝜋[(7.41b)
∈ℤ
Def & Bem 7.21: Die strenge Monotonie von sin, cos, tan, cot liefert Umkehrfkt.
𝜋 𝜋
arcsin: [−1,1] → − , (7.42a)
2 2
arccos: [−1,1] → [0, 𝜋](7.42b)
𝜋 𝜋
arctan: ℝ → ] − , [(7.42c)
2 2
arccot: ℝ → ]0, 𝜋[(7.42d)
nach Th 6.47 alle stetig,
arcsin, arctan str steigend
arccos, arccot str fallend.
Achtung: In der Literatur werden mitarcsin, . ..auch Umkehrfkt vonsin, . ..auf anderen
Monotonieintervallen vonsin, . ..bezeichnet, und unsere Fkt aus (7.42) als Hauptwerte.
Nebenzweig:
3π 5π
arcsin: [−1,1] → ,
2 2

αεδξηζπ
8. Differentialrechnung

8.1 Definition der Ableitung und Regeln


Idee: Fkt f lokal durch lineare Fkt approximieren
( ) ( )
Idee: („Differentialquotient“)  bei𝑥 ≠ 𝜉(8.1)
sollte Steigung𝑓′(𝜉)der Tangente an den  Graphen  von  f  in  ξ  approximieren.
Def 8.1: Sei𝑎 < 𝑏, 𝑓: ]𝑎, 𝑏[→ ℝ(𝑎 = −∞, 𝑏 = ∞erlaubt), 𝜉 ∈]𝑎, 𝑏[.  f  heißt  differenzierbar  in  ξ  gdw  
folgender Limes im Sinne von Def 7.15 existiert:
( ) ( ) ( ) ( ) ( )
𝑓′(𝜉): = 𝛿 𝑓(𝜉) = : = lim = lim (8.2)
→ →
lim𝑥 = 𝜉
Ableitung von  f  in  ξ ^-da
⇔ limℎ = 0, ℎ = 𝜉 − 𝑥
f heißt differenzierbar gdw𝑓′(𝜉)für alle𝜉 ∈]𝑎, 𝑏[existiert. Dann heißt die Fkt𝑓′: ]𝑎, 𝑏[→ ℝ, 𝑥 →
𝑓′(𝑥)(8.3) die Ableitung von f.
Def  8.2:  Ist  f  differenzierbar  in  ξ  gemäß  Def  8.1,  so  heißt  der  Graph  von𝐿: ℝ → ℝ, 𝐿(𝑥): = 𝑓(𝜉) +
𝑓′(𝜉)(𝑥 − 𝜉)(8.4), also die Gerade durch(𝜉, 𝑓(𝜉))mit Steigung𝑓′(𝜉), die Tangente an den Graphen
von  f  in  ξ.
Th  8.3:  Ist  f  dif.bar  in  ξ,  so  ist  f  stetig  in  ξ.
( )( ( ) ( ))
Bew: Ist(𝑥 )Folge in]𝑎, 𝑏[∖ {𝜉}mitlim𝑥 = 𝜉, so gilt lim (𝑓(𝑥 ) − 𝑓(𝜉)) = lim =

0 ⋅ 𝑓′(𝜉) = 0(8.5) q.e.d.
Bsp 8.4:
a) Für𝑓: ℝ → ℝ, 𝑓(𝑥) = 𝑎𝑥 + 𝑏, gilt𝑓′: ℝ → ℝ, 𝑓′(𝑥) = 𝑎:
( ) ( ) ( )
lim = lim =
limℎ = 0 ⇒ → (8.6)
alle lim =𝑎
Speziell:𝑓 ≡ 𝑏 ⇒ 𝑓′ ≡ 0
b)𝑓: ℝ → ℝ, 𝑓(𝑥) = 𝑒 ⇒ 𝑓′: ℝ → ℝ, 𝑓′(𝑥) = 𝑒 :
( ) ( )
lim = lim =

limℎ = 0 ⇒ (7.30) (8.7)
alle 𝑒 lim = 𝑒 ⋅1=𝑒
c)𝑓, 𝑔: ℝ → ℝ, 𝑓(𝑥) = sin𝑥, 𝑔(𝑥) = cos𝑥
⇒ 𝑓′, 𝑔′: ℝ → ℝ, 𝑓′(𝑥) = cos𝑥, 𝑔′(𝑥) = −sin𝑥
( ) (7.27c)
lim = lim =

limℎ = 0 ⇒ ( )
(8.8)
alle sin𝑥lim + cos𝑥lim = (sin𝑥) ⋅ 0 ⋅ (− ) + (cos𝑥) ⋅ 1 = cos𝑥
ℎ′(𝑥) = −sin𝑥als Übung
d)𝑓: ℝ → ℝ, 𝑓(𝑥) =∣ 𝑥 ∣ist nicht dif.bar in𝜉 = 0:
( )
lim = lim = lim1 = 1(8.9a)

( )
lim = lim = lim(−1) = −1(8.9b)
∣ ∣
also existiertlim nicht!

Th. 8.5: Seien𝑓, 𝑔: ]𝑎, 𝑏[→ ℝdif.bar in𝜉 ∈]𝑎, 𝑏[.


a) ∀ (𝜆𝑓)dif.bar  in𝜉und(𝜆𝑓)′(𝜉) = 𝜆𝑓′(𝜉)
.

∈ℝ
b)(𝑓 + 𝑔)dif.bar  in𝜉und(𝑓 + 𝑔)′(𝜉) = 𝑓′(𝜉) + 𝑔′(𝜉)
c) Produktregel:𝑓𝑔dif.bar  in𝜉und(𝑓𝑔)′(𝜉) = 𝑓′(𝜉)𝑔(𝜉) + 𝑓(𝜉)𝑔′(𝜉)
( ) ( ) ( ) ( )
d) Quotientenregel:𝑔(𝜉) ≠ 0 ⇒ dif.bar  in𝜉und (𝜉) =
( ( ))
Bew:
(a),(b) sehr einfach
(c),(d): Seilimℎ = 0, alleℎ ≠ 0
( )( ) ( )( ) ( ) ( ) ( ) ( ) ( ) ( ) ( ) ( )
lim = lim =

c) ( ) ( ) ( ) ( )
lim𝑔(𝜉 + ℎ )lim + 𝑓(𝜉)lim = 𝑔(𝜉)𝑓′(𝜉) + 𝑓(𝜉)𝑔′(𝜉)
g  st  in  ξ
d) Fall𝑓 ≡ 1:
( ) ( ) ( ) ( ) ( )
lim = lim = − Allg. Fall folgt mit = 𝑓 ⋅ aus (c).
( ) ( ) g  st  in  ξ ( ( ))

Bsp 8.6:
a)𝑃: ℝ → ℝ, 𝑃(𝑥) = ∑ 𝑎 𝑥 ⇒ ℝ → ℝ, 𝑃′(𝑥) = ∑ 𝑖𝑎 𝑥
Bew mit Induktion über n: Fall n=0,1 gilt nach Bsp 8.4(a).
Ind.schritt:𝑃(𝑥) = ∑ 𝑎 𝑥 + 𝑎 𝑥𝑥
Ind.vor.  Th  8.5
⇒ 𝑃′(𝑥) = ∑ 𝑖𝑎 𝑥 +𝑎 (1 ⋅ 𝑥 𝑥 ⋅ 𝑛𝑥 )= ∑ 𝑖𝑎 𝑥
b) Ableitungen von rat Fkt𝑃/𝑄berechnet man mit (8.10) und Quotientenregel Th 8.5(d).
c)tan′: ℝ ∖ cos {0} → ℝ, tan′(𝑥) = = 1 + tan 𝑥(8.11a)
cot′: ℝ ∖ sin {0} → ℝ, cot′(𝑥) = − = −(1 + cot 𝑥)(8.11b)
Bsp 8.4(c) & Th 8.5(d)
( )
⇒ tan′𝑥 = = = 1 + tan 𝑥(cot' analog)
Th. 8.7 (Abl der Umkehrfkt): Sei𝐼 =]𝑎, 𝑏[, 𝑓: 𝐼 → ℝdif.bar und str. steigend (bzw str.
fallend),𝐽: 𝑓(𝐼). Dann ex𝑓 𝐽 → 𝐼st und str steigend (bzw str fallend) und
∀ 𝑓′(𝜉) ≠ 0 ⇒ 𝑓 dif.bar  in𝜂: = 𝑓(𝜉)und(𝑓 )′(𝜂) = = ( ))
(8.12)
( ) (

Bew: Wegen Th 8.3 & Th 6.47 ist nur noch (8.12) zu zeigen. Sei(𝑦 )Folge in𝐽 ∖ {𝜂}mitlim𝑦 = 𝜂.
Dann ist(𝑓 (𝑦 ))Folge in𝐼 ∖ {𝜉}mitlim𝑓 (𝑦 ) = 𝜉, da𝑓 bij. Und stetig. Also
( ) ( ) ( ) ( )
lim = lim = (8.13) q.e.d.
( ( )) ( ( )) ( ( ))

Bsp 8.8:
a) Für𝑓: ℝ → ℝ , 𝑓(𝑥) = 𝑒 ist𝑓 : ℝ → ℝ, 𝑓 (𝑥) = ln𝑥, 𝑓′(𝑥) = 𝑒 ≠ 0, also ∀ ln′(𝑥) =
∈ℝ
= = .
( )
b) Für𝑓: ] − , [→] − 1,1[, 𝑓(𝑥) = sin𝑥ist𝑓′(𝑥) = cos𝑥 ≠ 0, 𝑓 : ] − 1,1[→] − , [, 𝑓 (𝑥) =
arcsin𝑥, also ∀ arcsin′𝑥 = = = = (dacos = 1 −
∈] , [ ( ) ( ) ( ) √
sin 𝑢𝑛𝑑cos𝑡 > 0𝑓ü𝑟𝑡 ∈] − , [)
c) ∀ arccos′𝑥 =
∈] , [ √

d) ∀ arctan′𝑥 =
∈ℝ
e) ∀ arccot′𝑥 = −
∈ℝ
Th. 8.9 (Kettenregel)
𝑓: ]𝑎, 𝑏[→ ℝ, 𝑔: ]𝑐, 𝑑[→ ℝ, 𝑓(]𝑎, 𝑏[) ⊆]𝑐, 𝑑[, f dif.bar in𝜉 ∈]𝑎, 𝑏[, g dif.bar in𝑓(𝜉) ∈]𝑐, 𝑑[, g dif.bar
in𝑓(𝜉) ∈]𝑐, 𝑑[.
Dann ist(𝑔°𝑓): ]𝑎, 𝑏[→ ℝdif.bar  in  ξ,  und  es  gilt(𝑔°𝑓)′(𝜉) = 𝑓′(𝜉)𝑔′(𝑓(𝜉))(8.14)
Bsp 8.10:
a) Seiℎ: ℝ → ℝ, ℎ(𝑥) = sin(−𝑥 )
Kettenregel (8.14)⇒ ∀ ℎ′(𝑥) = −3𝑥 cos(−𝑥 )
∈ℝ
b) Seiℎ: ℝ → ℝ, ℎ(𝑥) = 𝑥 = 𝑒 ,𝛼 ∈ ℝ
𝛼
(8.14) ⇒ ∀ ℎ′(𝑥) = 𝑒 = 𝛼𝑥
∈ℝ 𝑥
Bew Th 8.9:
( ) ( )
für𝑥 ≠ 𝜂
𝑔: ]𝑐, 𝑑[→ ℝ𝑔(𝑥) = (8.15)
𝑔′(𝑥)für𝑥 = 𝜂
Dann: ∀ 𝑔(𝑥)– 𝑔(𝜂) = 𝑔(𝑥)(𝑥 − 𝜂)(8.16)
∈] , [
Sei nun(𝑥 )Folge in \]a,b\[  setminus  lbrace  ξ  rbrace  mit  lim  x_k  =  ξ.  Dann:
( ( ))– ( ( )) ( . ) ( ( )) ( ) ( )
lim = =
→ –
( ) ( )
(8.17) q.e.d.
= lim𝑔(𝑓(𝑥 ))lim = 𝑔′(𝑓(𝜉))𝑓′(𝜉)

Bsp 8.10: (a,b: voriges Mal)


c) Seiℎ: ℝ → ℝ , ℎ(𝑥) = 𝑎 = 𝑒 ,𝑎 ∈ ℝ
(8.15) ⇒ ∀ ℎ′(𝑥) = (ln𝑎)𝑒 = (ln𝑎)𝑎
∈ℝ

8.2 Mehrfache Ableitungen


Def 8.11:𝑓 ( ) : = 𝑓Ang. Für𝑘 ∈ ℕ ex𝑓 ( ) (𝑥)für alle𝑥 ∈ 𝐼. Def dann, falls𝑓 ( ) ∈ 𝜉 ∈]𝑎, 𝑏[difbar ist
𝑓 ( ) (𝜉): = (𝑓 ( ) )′(𝜉)(8.18)
( )
Ex𝑓 (𝜉)für alle𝜉 ∈ 𝐼, so heißt f (k+1)-mal difbar und𝑓 ( ) : 𝐼 → ℝdie (k+1)-te Ableitung von f.
Notation:
𝑓′: = 𝑓 ( ) , 𝑓′′ = 𝑓 ( ) , 𝑓′′′ = 𝑓 ( ) , 𝑓 ( ) für𝑘 ≥ 4.
( )
𝑓 kann stetig oder unstetig sein (vgl Bsp 8.12(c))
Def ∀ 𝐶 (𝐼): = {𝑓 ∈ 𝐹(𝐼, ℝ): 𝑓 ( ) ex  und  ist  stetig}(8.19)
∈ℕ
𝐶 (𝐼): = ∩ 𝐶 (𝐼)(8.20)
∈ℕ
(also𝐶 (𝐼) = 𝐶(𝐼) ⊇ 𝐶 (𝐼) ⊇ 𝐶 (𝐼) ⊇ ⋯ ⊇ 𝐶 (𝐼))
Bsp 8.12:
a)sin ∈ 𝐶 (ℝ)mitsin′ = cos, sin′′ = −sin, sin′′′ = −cos, sin( )
= sin
b) Sei𝑃: ℝ → ℝ, 𝑃(𝑥) = ∑ 𝑎 𝑥 . Dann:
𝑃 ( ) (𝑥) = 𝑛! 𝑎 (einfache Induktion)
Also𝑃 ∈ 𝐶 (ℝ)
𝑥 sin für𝑥 ≠ 0
c)𝑓: ℝ → ℝ, 𝑓(𝑥): = ist difbar, aber f' ist unstetig: ∀ 𝑓′(𝑥) = 2xsin − cos
0für𝑥 = 0
𝑓′(0) = 0, da fürlim ℎ = 0

1
𝑓(0 + ℎ ) − 𝑓(0) ℎ sin

lim = lim =0
→ ℎ ℎ
8.3 Mittelwertsatz, Monotonie und Extreme
Th. 8.13: Sei𝑓: ]𝑎, 𝑏[→ ℝdifbar in𝜉 ∈]𝑎, 𝑏[und  f  habe  lok.  Min  oder  Max  in  ξ.  Dann  gilt𝑓′(𝜉) = 0.
Bew:  f  hat  lok.  Max  in  ξ      => ∃ ∣ ℎ ∣< 𝜀 ⇒ 𝑓(𝜉 + ℎ) − 𝑓(𝜉) ≤ 0
Sei(ℎ )Folge in]0, 𝜀[mitlimℎ = 0. Dann:
( ) ( ) ( ) ( )
𝑓′(𝜉) = lim ≤ 0, 𝑓′(𝜉) = lim ≥ 0(8.21)
→ →
=>𝑓′(𝜉) = 0q.e.d.
Bem 8.14: Für𝑓: ℝ → ℝ, 𝑓(𝑥) = 𝑥 gilt𝑓′(0) = 0, aber f hat weder lok Min noch Max in 0.𝑓′(𝜉) =
0=/>  f  hat  lok  Extremum  in  ξ!
Pkte  ξ  it  f'(ξ)  =  0  heißen  auch  kritische oder stationare Pkte von f.
Th 8.15 (Satz von Rolle):
Ist𝑓: [𝑎, 𝑏] → ℝstetig und difbar auf]𝑎, 𝑏[sowie𝑓(𝑎) = 𝑓(𝑏), dann gibt es𝜉 ∈]𝑎, 𝑏[mit𝑓′(𝜉) = 0.
Bew: Klar, wenn f konstant. Sonst: ∃ 𝑓(𝑥) ≠ 𝑓(𝑎)
∈] , [
Th  6.41
Fall𝑓(𝑥) > 𝑓(𝑎) ⇒ ∃ 𝑓hat  lok  Max  in𝜉=>𝑓′(𝜉) = 0
∈] , [
𝑓(𝑥) < 𝑓(𝑎): analog. q.e.d.
Th 8.16 (Mittelwertsatz der Differentialrechnung):
Ist𝑓: [𝑎, 𝑏] → ℝstetig und difbar auf]𝑎, 𝑏[(𝑎 < 𝑏), so gibt es𝜉 ∈]𝑎, 𝑏[mit
( ) ( )
= 𝑓′(𝜉)(8.22)
( )– ( )
Bew: Betrachte𝛷: [𝑎, 𝑏] → ℝ, 𝛷(𝑥): = 𝑓(𝑥) − 𝛼(𝑥 − 𝑎)mit𝛼: = (8.23)
Th  8.15
𝛷(𝑎) = 𝛷(𝑏) = 𝑓(𝑎) ⇒ ∃ 0 = 𝛷′(𝜉) = 𝑓′(𝜉) − 𝛼=> (8.22) q.e.d.
∈] , [

→  mögliche  Klausuraufgabe:  Formulieren  Sie den Mittelwertsatz der Differentialrechnung.


Kor 8.17: Sei𝑓: ]𝑐, 𝑑[→ ℝdifbar.
a)𝑓′ ≥ 0(bzw𝑓′ ≤ 0) => f steigend (bzw fallend)
𝑓′ > 0(bzw𝑓′ < 0) => f str steigend (bzw str fallend)
b)𝑓′ ≡ 0 ⇒ 𝑓konstant
Bew: Einfach aus (8.22). q.e.d.
Lem 8.18: Sei𝑓: ]𝑎, 𝑏[→ ℝdifbar in𝜉 ∈]𝑎, 𝑏[
𝑓′(𝜉) > 0 ⇒ ∃ 𝑓str  steigend  auf]𝜉 − 𝜀, 𝜉 + 𝜀[
𝑓′(𝜉) < 0 ⇒ ∃ 𝑓str  fallend  auf]𝜉 − 𝜀, 𝜉 + 𝜀[
Bew: Ang ∀ 𝑓nicht  str  steigend  auf𝐵 (𝜉) =]𝜉 − 𝜀, 𝜉 + 𝜀[.
( ) ( )
Dann gibt es Folge(𝑥 ) ∈]𝑎, 𝑏[∖ {𝜉}mitlim𝑥 = 𝜉und ∀ ≤ 0 ⇒ 𝑓′(𝜉) ≤ 0
∈ℕ
Der andere Fall geht analog. q.e.d.
Th 8.19 (Hinreichende Bedingungen für Extrema): Sei𝑓: ]𝑐, 𝑑[→ ℝdifbar und𝑓′(𝜉) = 0für𝜉 ∈]𝑐, 𝑑[.
a) ∀ 𝑓′(𝑥) > 0 ∧ ∀ 𝑓′(𝑥) < 0 ⇒ 𝑓hat  str  Max  in𝜉
∈] , [ ∈] , [
𝑓′′(𝜉)ex  und𝑓′′(𝜉) < 0 ⇒ 𝑓hat  str  Max  in𝜉
b) ∀ 𝑓′(𝑥) < 0 ∧ ∀ 𝑓′(𝑥) > 0 ⇒ 𝑓hat  str  Min  in𝜉
∈] , [ ∈] , [
𝑓′′(𝜉)ex  und𝑓′′(𝜉) > 0 ⇒ 𝑓hat  str  Min  in𝜉
Bew:
( . )
⎧𝑓′(𝑥) > 0für𝑥 ∈]𝑐, 𝜉[ ⇒ ∀ 𝑓(𝜉) − 𝑓(𝑎) > 0 ⎫
∈] , [
( . )
𝑓hat  str  Max  in𝜉
a)⎨𝑓′(𝑥) < 0für𝑥 ∈]𝜉, 𝑑[ ⇒ ∀ 𝑓(𝜉) − 𝑓(𝜉) > 0⎬
⎩ ∈] , [ ⎭
Lem  8.18
𝑓′′(𝜉) < 0 ⇒ ∃ 𝑓′str  fallend  auf  B_ε(ξ)
Anwendung des obigen Arguments mit𝑐: = 𝜉 − 𝜀, 𝑑 = 𝜉 + 𝜀=>  f  hat  str  Max  in  ξ
b) analog. q.e.d.
Bsp 8.20: Betrachte𝑓: ℝ → ℝ, 𝑓(𝑥) = 𝑥𝑒 (8.24a)
Mögliche Klausuraufgabe:
a) Finden Sie ein offenes Intervall I so, dass I str steigend ist, und beweisen Sie Ihr Ergebnis.
b) Finden Sie alle lok. Extrema von f und beweisen Sie Ihr Ergebnis.
Lösung: Es ist𝑓′: ℝ → ℝ, 𝑓′(𝑥) = 𝑒 + 𝑥𝑒 (8.24b)
𝑓′(𝑥) < 0für  alle𝑥 < −1(*),
Es folgt 𝑓′(−1) = 0,
𝑓′(𝑥) > 0für  alle𝑥 > −1(**)
Also ist𝐼 =]0,1[ein off Intervall, wo f str steigend ist (wegen𝑓′ > 0auf I).
Da𝜉 = −1die einzige Nullstelle von𝑓′ist, kann f nur in−1ein Extremum haben. Wegen (*) und (**)
hat  f  str  Min  in  ξ.

8.4 Regel von de l'Hôpital


Th 8.21:𝑓, 𝑔: [𝑎, 𝑏] → ℝseien stetig und auf]𝑎, 𝑏[difbar.
∀ 𝑓′(𝑥) ≠ 0. Dann:
∈] , [
( ) ( ) ( )
∃ = (8.25)
∈] , [ ( ) ( ) ( )
Bew:𝑔′ ≠ 0 ∧ Th  8.16 ⇒ 𝑔(𝑏) − 𝑔(𝑎) ≠ 0. Sei
( ) ( )
ℎ: [𝑎, 𝑏] → ℝ, ℎ(𝑥): = 𝑓(𝑥) − (𝑔(𝑥) − 𝑔(𝑎)) ( ) ( )
(8.26)
ℎ(𝑎) = 𝑓(𝑎) = ℎ(𝑏) ⇒ ∃ ℎ′(𝜉) = 0 ⇒ (8.25)q.e.d.
Satz  von  Rolle ∈] , [

8.22 (Regel von de l'Hôpital): Sei𝑎 < 𝜉 < 𝑏, 𝐼 =]𝑎, 𝜉[oder𝐼 =]𝜉, 𝑏[.
Seien𝑓, 𝑔: 𝐼 → ℝdifbar, ∀ 𝑔′(𝑥) ≠ 0, und es gelte (a) oder (b) mit

(a)lim 𝑓(𝑥) = lim 𝑔(𝑥) = 0oder
→ →
(b)lim 𝑔(𝑥) = ∞oderlim 𝑔(𝑥) = −∞(Def 7.15) sei dafür auf den Fall𝜂 = ±∞erweitert.
→ →
( ) ( )
Dann giltlim = 𝜂 ⇒ lim = 𝜂(8.27)
→ ( ) → ( )
(gilt auch für𝜉 ∈ {∞, −∞}und/oder𝜂 ∈ {−∞, ∞}.)
Bew: Wir beweisen nur (a) für𝜉 ∈ ℝ.
Def𝑓(𝜉) = 𝑔(𝜉) = 0. Wegen (a) sind dann𝑓, 𝑔: 𝐼 ∪ {𝜉}stetig. Sei(𝑥 )Folge in I mitlim𝑥 = 𝜉
( ) ( ) ( ) ( )
(8.25) ⇒ ∀ ∃ = = (8.28)
∈ℕ ∈] , [ ( ) ( ) ( ) ( )

( ) ( )
Th  6.14 ⇒ lim𝜉 = 𝜉, also lim ( )
= 𝜂 = lim
( )
q.e.d.
→ →

Bsp 8.23:
a) Mögliche Klausuraufgabe: Zeigen Sielim = 1durch Anwendung der Rege von de l'Hôpital

(überprüfen Sie, dass sich die Regel anwenden lässt!)
Für𝑓, 𝑔: ] − , [→ ℝ, 𝑓(𝑥) = tan𝑥, 𝑔(𝑥) = 𝑒 − 1gilt𝑔′(𝑥) = 𝑒 ≠ 0,
lim tan𝑥 = 0 = lim (𝑒 − 1), 𝑓′(𝑥) = 1 + tan 𝑥. Also ässt sich die Regel anwenden, und es
→ →
istlim = lim = = 1(8.29)
→ →
b) Manchmal führt mehrfache Anwendung von de l'Hôpital zum Ziel: Sei𝑎 ∈ ℝ , 𝑛 ∈ ℕ, 𝑓, 𝑔: ℝ →
ℝ, 𝑓(𝑥) = 𝑒 , 𝑔(𝑥) = 𝑥 , 𝜉 = ∞. Es ist𝑔( ) (𝑥) = 𝑛 ⋅ (𝑛 − 1) ⋅. . .⋅ (𝑛 − 𝑖 + 1)𝑥 ≠ 0für𝑥 ∈
ℝ und n-malige Anwendung von de l'Hôpital liefert ∀ ∀ lim = lim !
= ∞(8.30)
∈ℝ ∈ℕ → →
c) De l'Hôp führt nicht immer zum Ziel. Z.B:
𝑓, 𝑔: ℝ → ℝ, 𝑓(𝑥) = 𝑒 , 𝑔(𝑥) = 2𝑒 , 𝜉 = −∞
( )
Es ist lim = , aber
→ ( )
( )
∀ lim 𝑓 = lim 𝑔( ) (𝑥) = 0
∈ℕ → →

δλπαξηεΦ
9. Das Riemannsintegral auf reellen Intervallen

9.1  Definition  und  „einfache“  Eigenschaften


Ziel: Für𝑓: 𝑀 → ℝ , 𝑀 ⊆ ℝsei ∫ 𝑓 = Flächeninhalt  von{(𝑥, 𝑦) ∈ ℝ : 𝑥 ∈ 𝑀, 0 ≤ 𝑥 ≤ 𝑓(𝑥)}
Für𝑓: 𝑀 → ℝ:∫ 𝑓 = ∫ 𝑓 − ∫ 𝑓
(𝑓 = 𝑓 − 𝑓 )
Wir betrachten nur𝑀 = [𝑎, 𝑏]und f beschränkt.
Def 9.1: Sei∅ ≠ 𝑀 ⊆ ℝ, 𝑓: 𝑀 → ℝ. F heißt beschränkt gdw{∣ 𝑓(𝑥) ∣: 𝑥 ∈ 𝑀} ⊆ ℝ ist beschränkt,
dh gdw∥ 𝑓 ∥sup : = sup{∣ 𝑓(𝑥) ∣: 𝑥 ∈ 𝑀} ∈ ℝ (9.3)
Def 9.2: Für𝐼 = [𝑎, 𝑏], 𝑎 ≤ 𝑏def∣ 𝐼 ∣: = 𝑏 − 𝑎 =∣ 𝑎 − 𝑏 ∣(9.4) als die Länge von I (heißt auch 1-dim
Volumen oder Maß von I).
n
Idee: Zerlege𝐼 = ∪ 𝐼 und def∫ 𝑓: = lim ∑ 𝑓(𝑡 ) ∣ 𝐼 ∣mit𝑡 ∈ 𝐼 , falls der Limes existiert.
∣ ∣→

Def 9.3:𝛥 = (𝑥 , . . . , 𝑥 ) ∈ ℝ , 𝑁 ∈ ℕheißt Zerlegung von𝐼 = [𝑎, 𝑏]gdw𝑎 = 𝑥 < 𝑥 <. . . <
𝑥 =𝑏
𝑥 : Knoten
∪ (𝛥): = {𝑥 , . . . , 𝑥 }: Knotenmenge
(𝑡 , . . . , 𝑡 ) ∈ ℝ heißen  Zwischenpkte  zu  Δ gdw
∀ 𝑡 ∈ [𝑥 , 𝑥 ] =: 𝐼
∈{ ,..., }
∣ 𝛥 ∣: = 𝑚𝑎𝑥{∣ 𝐼 ∣: 𝑖 ∈ {1, . . . , 𝑁}}
heißt  Feinheitsmaß  der  Zerlegung  Δ
Def  9.4:  Sei  Δ  Zerlegung  von𝐼 = [𝑎, 𝑏], 𝑓: 𝐼 → ℝbeschr, def.
𝑚 : = 𝑚 (𝑓): = 𝑖𝑛𝑓{𝑓(𝑥): 𝑥 ∈ 𝐼 },
(9.6)
𝑀 : = sup{𝑓(𝑥): 𝑥 ∈ 𝐼 }
𝑟(𝛥, 𝑓): = ∑ 𝑚 ∣ 𝐼 ∣= ∑ 𝑚 (𝑥 − 𝑥 )(9.7a) Riemannsche Untersumme

𝑅(𝛥, 𝑓): = ∑ 𝑀 ∣ 𝐼 ∣= ∑ 𝑀 (𝑥 − 𝑥 )(9.7b) Riemannsche Obersumme.

𝜌(𝛥, 𝑓): = ∑ 𝑓(𝑡 ) ∣ 𝐼 ∣Riemannsche Zwischensumme

Def. 9.5:
a) Def𝐽* (𝑓, 𝐼): = sup{𝑟(𝛥, 𝑓): 𝛥Zerlegung  von𝐼}unteres Riemannintegral
𝐽* (𝑓, 𝐼): = inf{𝑅(𝛥, 𝑓): 𝛥Zerlegung  von𝐼}oberes Riemannintegral
b) f heißt Riemann-integrierbar gdw𝐽* (𝑓, 𝐼) = 𝐽* (𝑓, 𝐼).
In diesem Fall heißt
∫ 𝑓(𝑥)𝑑𝑥 = ∫ 𝑓(𝑥)𝑑𝑥 = ∫ 𝑓: = 𝐽* (𝑓, 𝐼) = 𝐽* (𝑓, 𝐽)
das Riemannsintegral von f über I.
R(I) sei die Menge aller R—int.b. Fkt𝑓: 𝐼 → ℝ.
Bem 9.6:
(4.9c) (4.9d)
𝑚 (𝑓) = − 𝑀 (−𝑓), 𝑚 (−𝑓) = − 𝑀 (𝑓)
⇒ 𝑟(𝛥, 𝑓) = −𝑅(𝛥 − 𝑓), 𝑟(𝛥, −𝑓) = −𝑅(𝛥, 𝑓)
⇒ 𝐽* (𝑓, 𝐼) = −𝐽* (−𝑓, 𝐼), 𝐼* (−𝑓, 𝐼) = −𝐽*(𝑓, 𝐼)
Bsp 9.7:
a) Ist𝑓: 𝐼 → ℝkonstant,𝑓 ≡ 𝑐 ∈ ℝ, so ist𝑓 ∈ 𝑅(𝐼)und∫ 𝑓 = 𝑐(𝑏 − 𝑎) = 𝑐 ∣ 𝐼 ∣
Für  jede  Zerlegung  Δ  von  I  gilt
𝑟(𝛥, 𝑓) = ∑ 𝑚 ∣ 𝐼 ∣= 𝑐 ∑ ∣ 𝐼 ∣= 𝑐 ∣ 𝐼 ∣= 𝑐(𝑏 − 𝑎)

= ∑ 𝑀 ∣ 𝐼 ∣= 𝑅(𝛥, 𝑓)
also𝐽* (𝑓, 𝐼) = 𝑐(𝑏 − 𝑎) = 𝐽* (𝑓, 𝐼).
b) Die Dirichletfunbktion: Sei a<b
0für𝑥 ∉ ℚ
𝑓: [𝑎, 𝑏] → ℝ, 𝑓(𝑥): =
1für𝑥 ∈ ℚ
ist nicht in  R(I):  Für  jede  Zerlegung  Δ  von  I  gilt
𝑟(𝛥, 𝑓) = 0
𝑅(𝛥, 𝑓) = ∑ 1 ⋅∣ 𝐼 ∣= 𝑏 − 𝑎, also𝐽* (𝑓, 𝐼) = 0 ≠ (𝑏 − 𝑎) = 𝐽*(𝑓, 𝐼), also𝑓 ∉ 𝑅(𝐼).

Th 9.10
a) Verfeinerungen
b)  Sind  Δ,  Δ'  Zerlegungen  von  I,  so  gilt𝑟(𝛥, 𝑓) ≤ 𝑅(𝛥′, 𝑓)
c)𝐽* (𝑓, 𝐼) ≤ 𝐽*(𝑓, 𝐼)
d) Sei(𝛥 )Folge von Zerlegungen von I mit lim ∣ 𝛥 ∣= 0

Dann: lim 𝑟(𝛥 , 𝑓) = 𝐽* (𝑓, 𝐼), lim𝑅(𝛥 , 𝑓) = 𝐽* (𝑓, 𝐼)

Für𝑓 ∈ 𝑅(𝐼): lim𝑟(𝛥 , 𝑓) = lim𝑅(𝛥 , 𝑓) = ∫ 𝑓
sowielim𝜌(𝛥 , 𝑓) = ∫ 𝑓.

Th 9.11:
a) Integral ist linear, d.h.
∀ ∀ (𝜆𝑓 + µμ𝑔 ∈ 𝑅(𝐼) ∧ ∫ (𝜆𝑓 + µμ𝑔) = 𝜆∫ 𝑓 + µμ∫ 𝑔)
, ∈ ( ) , ∈ℝ
b) Integration über Teilintervalle: Sei𝛥 = (𝑦 , . . . , 𝑦 )Zerlegung von I,𝐽 : = [𝑦 ,𝑦 ]
Dann𝑓 ∈ 𝑅(𝐼) ⇔ ∀ 𝑓 ∈ 𝑅(𝐽 )
∈{ ,..., }
Für𝑓 ∈ 𝑅(𝐼)gilt

∫ 𝑓 = ∫ 𝑓 = ∑ ∫ 𝑓 = ∑ ∫ 𝑓.
c) Monotonie des Integrals: f,g beschränkt unf
𝐽* (𝑓, 𝐼) ≤ 𝐽* (𝑔, 𝐼)
𝑓≤𝑔⇒ *
𝐽 (𝑓, 𝐼) ≤ 𝐽*(𝑔, 𝐼)
𝑓, 𝑔 ∈ 𝑅(𝐼) ⇒ ∫ 𝑓 ≤ ∫ 𝑔
d)  Δ-Ungleichung:𝑓 ∈ 𝑅(𝐼) ⇒∣ ∫ 𝑓 ∣≤ ∫ ∣ 𝑓 ∣
e) Mittelwertsatz der Integralrechnung:
𝑓 ∈ 𝑅(𝐼)und𝑚 ≤ 𝑓 ≤ 𝑀
⇒ 𝑚(𝑏 − 𝑎) = 𝑚 ∣ 𝐼 ∣≤ ∫ 𝑓 = ∫ 𝑓 ≤ 𝑀(𝐼) = 𝑀(𝑏 − 𝑎)

(für a<b heißt der Mittelwert von f auf I)
Th 9.12: Sei𝑓: 𝐼 → ℝbeschr. Dann:
𝑓 ∈ 𝑅(𝐼) ⇔ ∀ ∃ 𝑅(𝛥, 𝑓) − 𝑟(𝛥, 𝑓) < 𝜀
Zerl von
Th. 9.15:
a) f stetig =>𝑓 ∈ 𝑅(𝐼)
b) f steigend oder fallend =>𝑓 ∈ 𝑅(𝐼)
Def & Bem 9.16:
𝑓: 𝑀 ⊆ ℝ → ℝheißt lipschitzstetig gdw ∃ ∀ ∣ 𝑓(𝑥) − 𝑓(𝑦) ∣≤ 𝐿 ∣ 𝑥 ∣, L: Lipschitzkonstante,
∈ , ∈
f lip.st. => f st: Ist (y_n) Folge in M mitlim𝑦 = 𝜉 ∈ 𝑀.
=> ∀ ∣ 𝑓(𝑦 ) − 𝑓(𝜉) ∣≤ 𝐿 ∣ 𝑦 − 𝜉 ∣→ 0für𝑛 → ∞

=> lim 𝑓(𝑦 ) = 𝑓(𝜉),  also  f  st  in  ξ.

𝑓: ℝ → ℝ, 𝑓(𝑥) = √𝑥ist stetig, aber nicht lip.st.
Th 9.17:
a)𝑓 ∈ 𝑅(𝐼) ∧ 𝛷: 𝑓(𝐼) → ℝlip.st. ⇒ 𝛷°𝑓 ∈ 𝑅(𝐼)
b)𝑓 ∈ 𝑅(𝐼) ⇒∣ 𝑓 ∣, 𝑓 , 𝑓 , 𝑓 ∈ 𝑅(𝐼), ( ∃ ∀ 𝑓(𝑥) ≥ 𝛿 > 0) ⇒ ∈ 𝑅(𝐼)

c)𝑓, 𝑔 ∈ 𝑅(𝐼) ⇒ 𝑓𝑔 ∈ 𝑅(𝐼), 𝑚𝑖𝑛(𝑓, 𝑔), 𝑚𝑎𝑥(𝑓, 𝑔) ∈ 𝑅(𝐼)
𝑓, 𝑔 ∈ 𝑅(𝐼) ∧ ∃ ∀ 𝑔(𝑥) ≥ 𝛿 > 0 ⇒ ∈ 𝑅(𝐼)

9.2 Wichtige Sätze

9.2.1 Hauptsatz der Differential- und Integralrechnung


Notation 9.18:
∫ 𝑓: = −∫ 𝑓
[𝑓(𝑡)] : = [𝑓] : = 𝑓(𝑏) − 𝑓(𝑎)
Th 4.17 (Hauptsatz)
a) Sei𝜉 ∈ 𝐼 ⊆ ℝ, 𝑓 ∈ 𝑅(𝐼),  f  st  in  ξ.  Dann  gilt: ∀ 𝐹 : 𝐼 → ℝ, 𝐹 (𝑥): = ∫ 𝑓(𝑡)𝑑𝑡ist  difbar  in  ξ  

mit𝐹′(𝜉) = 𝑓(𝜉).
b) F dif.bar mit𝐹′ ∈ 𝑅(𝐼)(𝐹 ∈ 𝐶 (𝐼)reicht dafür)
=>𝐹(𝑏)– 𝐹(𝑎) = [𝐹(𝑡)] = ∫ 𝐹′(𝑡)𝑑𝑡und ∀ 𝐹(𝑥) = 𝐹(𝑐) + ∫ 𝐹′(𝑡)𝑑𝑡
, ∈

Def 9.20:𝐹: 𝐼 → ℝheißt Stammfkt zu𝑓: 𝐼 → ℝgdw F difbar mit𝐹′ = 𝑓.


Bsp 9.21
a)∫ (𝑥 − 3x)𝑑𝑥 = − = − =−

b)∫ 𝑑𝑥 = [ln𝑥] = ln𝑒 − ln1 = 1

9.2.2 Partielle Integration

Th 9.22: Sind𝑓, 𝑔: 𝐼 → ℝst dif.bar, so gilt∫ 𝑓𝑔′ = [𝑓𝑔] − ∫ 𝑓′𝑔

Bsp 9.23:
∫ sin 𝑡𝑑𝑡 = [−sin𝑡cos𝑡] + ∫ cos 𝑡𝑑𝑡 + ∫ sin 𝑡𝑑𝑡

⇒ ∫ sin 𝑡𝑑𝑡 = ∫ 1𝑑𝑡 = 𝜋


9.2.3 Substitutionsformel
Th. 9.24:
Sei𝛷 ∈ 𝐶 (𝐼)(st. dif.bar) ,𝑓: 𝐽 → ℝstetig,𝛷(𝐽) ⊆ 𝐽.
( ) ( )
Dann gilt ∀ ∫ 𝑓 = ∫ 𝑓(𝑥)𝑑𝑥 = ∫ 𝑓(𝛷(𝑡))𝛷′(𝑡)𝑑𝑡 = ∫ (𝑓°𝛷)𝛷′
, ∈ ( ) ( )

Bsp 9.25: Berechne∫ 𝑡 √1 − 𝑡𝑑𝑡


Substituiere𝑥: = 𝛷(𝑡): = 1 − 𝑡mit𝛷′(𝑡) = −1
Dann:𝑡 = 1 − 𝑥
( )
∫ 𝑡 √1 − 𝑡 𝑑𝑡 = − ∫ (1 − 𝑥) √𝑥𝑑𝑥 = ∫ (√𝑥 − 2x√𝑥 + 𝑥 √𝑥)𝑑𝑥 =
()
( ( )) ( )

2x 4x 2x 16
= − + =
3 5 7 105

ΔρλεξΦδπ