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DAS RHEINGOLD

DAS RHEINGOLD WOTAN – GEORGE LONDON FRICKA – KIRSTEN FLAGSTAD FREIA – CLAIRE WATSON LOGE –

WOTAN – GEORGE LONDON

FRICKA – KIRSTEN FLAGSTAD

FREIA – CLAIRE WATSON

LOGE – SET SVANHOLM MIME – PAUL KUEN

FROH – WALDEMAR KMENTT

DONNER – EBERHARD WÄCHTER

ERDA – JEAN MADEIRA

ALBERICH – GUSTAV NEIDLINGER

FASOLT – WALTER KREPPEL

FAFNER – KURT BÖHME

WOGLINDE – ODA BALSBORG

WELLGUNDE – HETTY PLÜMACHER

FLOSSHILDE – IRA MALANIUK

1. Bild · Scene 1

1. Bild · Scene 1
   
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Vorspiel · Prelude 4.13 Weia! Waga! Woge, du Welle! 2.24 Woglinde, Wellgunde, Flosshilde, Alberich

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Ein Runenzauber zwingt das Gold zum Reif 3.07 Loge, Donner, Wotan, Froh, Fricka Hör’, Wotan, der Harrenden Wort! 2.47 Fafner, Wotan, Fasolt, Freia, Froh, Donner, Loge

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Garstig glatter glitschriger Glimmer! 4.55 Alberich, Woglinde, Wellgunde, Flosshilde

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Was sinnt nun Wotan so wild? 5.09 Loge, Fricka, Donner, Froh

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Wallala! Lalaleia! Leialei! 2.23 Woglinde, Wellgunde, Flosshilde, Alberich

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Auf, Loge, hinab mit mir! (Abstieg nach Nibelheim · Descent into Nibelheim) Wotan, Loge, Donner, Froh, Fricka

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Lugt, Schwestern! Die Weckerin lacht in den Grund Woglinde, Wellgunde, Flosshilde, Alberich 5.49

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Der Welt Erbe gewänn’ ich zu eigen durch dich? 4.24 Alberich, Woglinde, Wellgunde, Flosshilde

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3. Bild · Scene 3

 

2. Bild · Scene 2

 

Hehe! Hehe! Hieher! Alberich, Mime

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Wotan! Gemahl! Erwache! 10.52 Fricka, Wotan, Freia

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Sanft schloß Schlaf dein Aug’ 7.27 Fasolt, Wotan, Fafner, Freia

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Zu mir, Freia! 1.40 Froh, Donner, Fafner, Fasolt, Wotan, Freia, Fricka

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Endlich Loge! 3.44 Wotan, Loge, Fricka, Donner, Fafner, Fasolt

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Immer ist Undank Loges Lohn! 7.01 Loge, Wotan, Fasolt, Fafner, Fricka

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DAS RHEINGOLD 3. Bild · Scene 3 4. Bild · Scene 4   16 Schau, du

3. Bild · Scene 3

3. Bild · Scene 3 4. Bild · Scene 4  

4. Bild · Scene 4

 
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Schau, du Schelm! 2.07 Alberich, Mime Nibelheim hier! 5.20 Loge, Mime, Wotan

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Da, Vetter, sitze du fest! 2.41 Loge, Alberich, Wotan Gezahlt hab’ ich: nun laßt mich ziehn! 5.35 Alberich, Loge, Wotan

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Nehmt euch in acht! Alberich, naht 7.32 Mime, Wotan, Alberich, Loge

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Bin ich nun frei? Wirklich frei? 4.09 Alberich, Loge, Wotan

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Vergeh, frevelder Gauch! 3.55

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Fasolt und Fafner nahen von fern 5.17 Loge, Froh, Donner, Fricka, Fasolt, Wotan

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Wotan, Loge, Alberich

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Ohe! Ohe! Schreckliche Schlange, verschlinge mich nicht!

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Gepflanzt sind die Pfähle nach Pfandes Maß 5.47 Fafner, Wotan, Loge, Froh, fricka, Donner, Fasolt, Freia

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Loge, Wotan, Alberich 6.29

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Aufstieg aus Nibelheim · Return from Nibelheim

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Weiche, Wotan! Weiche! 6.00 Erda, Wotan, Fricka, Froh

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Hört, ihr Riesen! Zurück und harret: das Gold wird euch gegeben 6.33 Donner, Freia, Wotan, Fasolt, Fafner, Loge, Fricka

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Schwüles Gedünst schwebt in der Luft 3.11 Donner

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Abendlich strahlt der Sonne Auge 4.50 Wotan, Fricka, Loge

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Rheingold! Rheingold! Reines Gold! 3.40 Woglinde, Wellgunde, Flosshilde, Wotan, Loge

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WAGNER: DAS RHEINGOLD Eine Einführung des Aufnahmeleiters

Im Rheingold bricht Wagner mit fast allen Konventionen der zeitgenössischen Oper. Ich glaube nicht, daß er dabei bewußt vorging: angesichts der Komplexität seines Plans stellte er sowohl an die musikalische Ausführung wie auch an die Bühnentechnik unerhörte Ansprüche. Er brach alle Regeln. Und als wir mit dieser Aufnahme des Rheingold begannen, haben wir, glaube ich, ebenfalls viele der Regeln gebrochen, die in der Schallplattenindustrie schon seit Jahren herrschten.Wir standen alle so völlig im Bann dieses Werks, daß wir selbst nicht bemerkten, daß wir mit dieser Aufnahme etwas geschaffen hatten, das viele Kritiker als neues Konzept für die Oper auf Schallplatte begrüßten.

Zu den angenehmen Vorbereitungen des Projekts gehörte die Lektüre von Ernest Newmans Wagner-Biographie, vor allem seiner Darstellung der Intrigen, von denen die immer wieder verschobene Uraufführung des Rheingold im Jahre 1869 beeinträchtigt wurde. Wagner selbst spielte eine eher unrühmliche Rolle bei seinen teils politischen, teils romantisch überspannten Kabalen, in die er zu dieser Zeit häufig verwickelt war. Man gewinnt jedoch einen Eindruck von der technischen Komplexität des Werkes selbst:

die größten Schwierigkeiten (was selbst bei Newman durch die Darstellung von Wagners Manipulationen überlagert wird) bereiteten die Bühnenbilder und Requisiten und die Bühnenmaschinerie. Aus zeitgenössischen Berichten erfahren wir, daß die technischen Probleme schließlich gelöst wurden, zumindest zur Befriedigung der bescheidenen Ansprüche des Münchner Publikums von 1869: trotz einiger unbedeutender Präzedenzfälle gab es in der Opernliteratur nur sehr wenig Vergleichsmöglichkeiten für diese Welt von Göttern, Riesen und Zwergen mit ihren Schauplätzen auf dem Grund eines Flußbettes oder auf Bergesgipfeln. Die ununterbrochene, etwa 140 Minuten lange Aufführung enthält drei außerordentlich komplizierte Verwandlungen, die während der Orchesterzwischenspiele ausgeführt werden müssen.

Die Schwierigkeiten bestehen noch heute. In den letzten Jahrzehnten gab es einige weitgehend erfolgreiche Inszenierungen des Rheingold, die aber den technischen Problemen eher auswichen als sie zu lösen. Heute wie wohl auch bei der Uraufführung von 1869 wird allgemein akzeptiert, daß man von den Rheintöchtern nicht erwarten kann, daß sie gleichzeitig singen und schwimmen, da sie nur entweder das eine oder das andere tun können. Daher sieht man auf der Bühne meist Sängerinnen, die zwischendurch mit den Armen Schwimmbewegungen machen, oder Tänzerinnen, die vom Schnürboden herab an Seilen hängen und die Parts zu den Stimmen der in den Kulissen aufgestellten Sängerinnen mimen. Man hat oft gesagt, daß sich bisher niemand den technischen Herausforderungen des Rheingold gestellt hat, aber selbst seine glühendsten Anhänger werden zugeben, daß Wagner, als er den Ring schrieb, in seiner Phantasie weit über die vernünftigen praktischen Grenzen des Theaters im 19. Jahrhundert hinausging und in bisher noch unrealisierte Bereiche wie den Breitwandfilm vorstieß.

Wir alle, die wir uns an die Aufgabe machten, das Rheingold einzuspielen, hatten eigentlich keinen Grund, uns wegen der Schwierigkeiten einer visuellen Umsetzung Sorgen zu machen: wir hatten das Glück, in einem Medium zu arbeiten, das es uns ermöglichte, dem größten aller Probleme einfach auszuweichen. Aber eben weil keiner von uns je eine zufriedenstellende Aufführung des Werkes gesehen hatte, schien es uns erforderlich, das Drama Szene für Szene vor unserem geistigen Auge zu realisieren, damit sich beim Zuhören die richtige dramatische Wirkung einstellen konnte. Es brauchte uns nicht zu kümmern, ob unsere Ideen auf der Bühne funktionieren würden oder nicht, aber wir mußten genau wissen, wie eine Szene aussah, bevor wir darüber entscheiden konnten, wie sie sich anhören sollte. Was geht vor sich, wenn Alberich unsichtbar ist und Mime mit der Geißel vor sich hertreibt? Wo steht Donner im Verhältnis zu den anderen Charakteren, wenn er seinen Hammer schwingt? Welches Bild ergibt sich am Ende, wenn man in der Ferne die Rheintöchter hört? Anderen Leuten mag es anders ergehen, aber ich persönlich fand es immer schwer, mir diese Klang-Perspektiven vorzustellen, wenn ich nicht eine klare Vorstellung davon hatte, wie diese Szene auf einer idealen Bühne aussehen sollte.

Beim Studium des Werkes gingen wir von der Musik aus, die uns zu den bildlichen Vorstellung führte, von denen ich sprach. Davon ausgehend beschäftigten wir uns wieder mit der Musik und ihren Details, wo wir die einzige Rechtfertigung für unser Vorhaben finden mußten. Das Rheingold muß ein befremdliches Erlebnis für das Publikum der Uraufführung gewesen sein, da es fast keine Stücke enthält, die im konventionellen Sinne als “Nummern” oder gar Arien bezeichnet werden könnten. Aber was auf den ersten Blick wie eine unzusammenhängende, expositionsartige Anhäufung musikalischer Fragmente aussieht, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als ein riesiger musikalischer

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Bogen, der sich ohne Unterbrechung von der einleitenden Pedalnote, dem tiefen Es, bis zum abschließenden Des-dur Akkord spannt. Ich habe an anderer Stelle beschrieben, wie wir versuchten, den Ausführenden dieses Konzept zu vermitteln, indem wir ganze Szenen in einem Durchgang aufnahmen, anstatt Ausschnitte von vier oder fünf Minuten Dauer einzuspielen, damals noch die übliche Methode, weil man davon ausging, die Künstler seien der Intensität von Einspielungen nicht länger als 20 Minuten ohne Pause gewachsen, und daß das Risiko von musikalischen Ausrutschern bei Sängern und Instrumentalisten zu groß sei. Unsere neue Methode funktionierte und ist heute zur allgemeinen Praxis geworden.

Unsere größte Sorge galt dem Klang, der unabhängig von der jeweiligen Zusammensetzung der Partitur immer schön, ausgeglichen und mit einem gewissen Etwas versehen sein mußte, das ich mangels eines besseren Ausdrucks als “unmittelbare Wirkungskraft” bezeichnen möchte. Es hat nicht allein mit der Lautstärke oder mit der Präsenz des Klangs zu tun, wenn man damit den trockenen, unangenehmen Klang meint, der sich einstellt,wenn man das Mikrophon zu nah an der Schallquelle aufstellt. Wir waren der Meinung, daß wir den Klang zu einem gewissen Grade variieren konnten, je nach der dramatischen Situation und ihrer musikalischen Stimmung. Das Rheingold läßt sich durchaus als eine Folge verschiedener Stimmungen auffassen, die nicht nur durch die instrumentale Kolorierung, sondern auch durch den Ausdruck und die Phrasierung der Singstimmen geschaffen werden. Das Vorspiel ist ein so beängstigend anspruchsvolles Stück, daß sein Zauber angesichts der Nervosität und des Lampenfiebers der Spieler oft verloren geht, wo es doch gerade auf die Stimmung und die düsteren Farben ankommt: hier wird, vom Ganzen herbetrachtet, der Grund- stein der Tetralogie gelegt, und von der Atmosphäre des Vorspiels muß sich Woglindes Einsatz deutlich abheben. Von da an ist eine Zeit lang alles hell, fast spielerisch heiter: der Klang, d.h. die Orchestrierung, bleibt weitgehend in dieser Stimmung, bis Alberich das Gold stiehlt. Ich kann hier keine Studie über die Stimmungswechsel in diesem Musikdrama schreiben, möchte aber darauf hinweisen, daß unsere Vorstellungen vom Klang der Aufnahme zu einem bestimmten Grade von der bildlichen Vor- stellung des Werkes und noch mehr von der die jeweilige Szene beherrschenden Stimmung abhingen. Daßei arbeiteten wir allerdings nicht allein: der Dirigent entscheidet über eine ausgewogene musikalische Struktur und verfeinert den Klang nach seinem eigenen Gutdünken und entsprechend seiner individuellen Vorstellung, aber man kann Mikrophone ebenso falsch oder richtig einsetzen wie Musikinstrumente, und wir haben versucht, mit ihnen musikalisch zu arbeiten, sie sozusagen auf sie Stimmung und Klangfarbe der Musik einzustellen.

Die Einzelheiten, an denen wir feilen mußten, lassen sich hier nicht alle aufzählen. Es war nicht ohne Komik, wie wir achtzehn Ambosse in der vonWagner vorgeschriebenen Größe zusammentrugen; rückblickend bin ich froh, daß wir der Versuchung widerstanden, die Instrumentierung des Komponisten etwa durch eine Baßtrommel oder Becken zu “verbessern”. Beim Aufeinanderschichten des “Horts” im 4. Bild haben wir, glaube ich, versagt, aber noch heute halte ich den Atem an, wenn Donners Hammer auf dem Felsen aufschlägt und Wagners Baß-Donner verklingt, um der Musik der Regenbogenbrücke den Weg freizugeben. Ich bezweifle, ob wir diesen Augenblick mit den heute so sehr viel komplizierteren technischen Anlagen wirkungsvoller gestalten könnten. Dieser kurze Moment sprengte übrigens alle Vorstellungen darüber, was man auf ein Magnetband bzw. eine kommerzielle, massenweise produzierte Schallplatte aufnehmen kann. Ja, wenn wir das Kopiersystem benutzt hätten, das von einigen anderen Firmen verwendet wird, wäre dieser Effekt überhaupt nicht möglich gewesen. Computer erlauben keine Verstöße gegen die Regeln, aber die Geschichte aller Technologie ist voll von solchen Verstößen.

Wir haben den Beifall, den die DECCA-Aufnahme des Rheingold überall gefunden hat, mit großer Freude aufgenommen, denn bei der ungeheuren Produktion einer führenden Schallplattenfirma kommt es nur gelegentlich zu einem anhaltenden Erfolg.

Wenn dies wirklich der Fall ist, so bin ich froh, daß es beim Rheingold eintraf, und zwar aus zwei Gründen: Der Erfolg hat alle Bedenken gegen eine komplette Ring- Einspielung beiseite geräumt, und die Zustimmung, die diese Aufnahme gefunden hat, dürfte viele Menschen (schon aus reiner Neugierde) dazu angeregt haben, sich mit einem Meisterwerk zu beschäftigen, das sie andernfalls nie zur Kenntnis genommen hätten.

JOHN CULSHAW Übersetzung DECCA 1984 Gerd Uekermann

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Inhaltsangabe

In der Kulturgeschichte gibt es nur wenige Beispiele für einen so konsequent verfolgten künstlerischen Plan wie Richard Wagners Tetralogie Der Ring des Nibelungen. Schon in den frühen 1840er Jahren suchte Wagner in der nordischen Mythologie nachdem Material für sein Werk, und erst 1874 instrumentierte er den letzten Takt der Götterdämmerung. Zunächst plante der Komponist nur eine einzige Oper, Siegfrieds Tod, für die er 1848 den Text schrieb (die Handlung entspricht bis auf den Schluß weitgehend der späteren Götterdämmerung). Wagner erkannte jedoch bald, daß dieses Drama beim Zuschauer die Kenntnis der Vorgeschichte voraussetzte, und er entwarf ein der Oper voraufgehendes Werk mit dem Titel Der junge Siegfried, aber die Handlung blähte sich noch weiter auf und erstreckte sich schließlich über die gigantische Ring-Tetralogie.

Wagner arbeitete während der mehr als 30jährigen Entstehungszeit des Zyklus natürlich nicht ohne Unterbrechungen an diesem Werk. Die vier Textbücher wurden in den späten 1840er und frühen 1850er Jahren geschrieben, die Musik für das Rheingold entstand 1853/54, die Partitur der Walküre von 1854 bis 1856, und die ersten beiden Akte des Siegfried wurden 1856/57 komponiert; von da an ruhte die Arbeit am Ring für etwa zwölf Jahre, während Wagner Tristan und Isolde sowie Die Meistersinger von Nürnberg vollendete. 1869 nahm er die Komposition des Ring wieder auf und schrieb mit ununterbrochener, begeisterter Inspiration von 1869 bis 1874 den Schluß des Siegfried und das grandiose Finale der Tetralogie, Götterdämmerung. Das Rheingold wurde am 22. September 1869 in München uraufgeführt; die erste Aufführung im Rahmen des kompletten Zyklus fand am 13. August 1876 bei den ersten Bayreuther Festspielen statt. Dieser “Vorabend” des vierteiligen “Bühnenfestspiels” ist sehr viel kurzer als die folgenden drei Dramen und besteht aus vier ohne Unterbrechung gespielten Bildern. Die monumentalen Dimensionen des ganzen Werkes finden sich bereits im Rheingold-Vorspiel: eine erstaunliche, 136 Takte lange Passage, die lediglich aus Figurationen über dem ununterbrochen ausgehaltenen tiefen Es besteht und das Wogen des Rheins beschreibt. Das Fließen der Musik wird intensiver, während die halben Noten sich in Viertel, dann Achtel und schließlich Sechzehntel auflösen, und als der Vorhang sich öffnet, sehen wir die drei Rheintöchter Woglinde, Wellgunde und Floßhilde auf dem Grunde des Rheins umherschwimmen. Mit Woglindes unschuldig-kindlichem Gesang, dessen Melodie später in der Tetralogie häufig mit den Rheintöchtern assoziiert wird, wechselt die Tonart nach As-dur über.

Aus einer dunklen Kluft unter dem Flußbett kriecht plötzlich der Nibelung Alberich hervor. Er schaut dem Reigen der Mädchen entzückt zu und möchte an ihren Spielen teilnehmen. Die Rheintöchter fühlen sich von dem häßlichen Zwerg abgestoßen, und Floßhilde warnt ihre Schwestern, das Rheingold, dessen Hüter sie sind, vor dem Eindringling zu bewachen. Dann erkennen sie, daß der “lüsterne Kauz” es nicht auf das Gold, sondern auf sie selber abgesehen hat, und sie beginnen ein grausames Spiel:

sie nähern sich ihm mit geheucheltem lnteresse und schwimmen dann schnell davon, wenn er sie berühren will. Als zuerst Woglinde, dann Wellgunde und schließlich (mit einer besonders verführerischen Melodie) Floßhilde ihn geneckt haben, ist Alberich fast außer sich vor Wut und Enttäuschung. Da wird er von einem erstaunlichen Anblick gefesselt.

Die Sonne bricht über der Wasseroberfläche durch die Wolken, und ihre Strahlen beleuchten in der Tiefe das Rheingold, dessen fanfarengleiches Leitmotiv in den Hörnern und dann in den Trompeten erklingt. Die Mädchen scheinen Alberich zu vergessen und umkreisen ihren Schatz mit jubelndem Gesang. Der Zwerg hört aufmerksam zu, als die Rheintöchter von der wunderbaren Macht des Goldes erzählen und Wellgunde leichtfertig sein Geheimnis preisgibt (hier erklingt im Orchester zum erstenmal bedeutsam das Ring-Motiv): wer daraus einen Ring schmiedet, gewinnt “der Welt Erbe” und “maßlose Macht”. Floßhilde tadelt ihre Schwester wegen ihrer Geschwätzigkeit, aber Woglinde weist darauf hin, begleitet vom düsteren Entsagungs-Motiv, daß nur derjenige den Ring schmieden kann, welcher “der Minne Macht entsagt” und “der Liebe Lust verjagt” hat, und daß bisher noch kein lebendes Wesen bereit war, dieses Opfer zu bringen. Doch die Mädchen vergessen, daß sie selbst Alberich zu diesem Schritt vorbereitet haben, als sie ihm Liebe versagten: mit unheimlicher Geschwindigkeit und Kraft klettert der Nibelung auf den Felsen mit dem Gold, verflucht die Liebe, ergreift den Schatz und verschwindet damit in der Tiefe. Die Rheintöchter rufen verzweifelt um Hilfe, und von unten hört man Alberichs Höhngelächter, während sich die Szene verwandelt. Während des Orchesterzwischenspiels lösen sich die Wellen des Rheins nach und nach in Wolken auf, die sich vor einer offenen Berggegend teilen. Im Orchester weicht das Ring-Motiv langsam dem Walhall-Motiv mit seinen verwandten Konturen und festeren Harmonien, das die Blechbläser intonieren, als die Burg in der Ferne auf dem Gipfel eines Felsens sichtbar wird, vom Vordergrund durch ein tiefes Tal getrennt, durch das der Rhein fließt. Wotan, der oberste Gott, liegt schlafend auf einem Blumenhügel im Vordergrund, neben ihm seine Gemahlin Fricka.

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Die Riesen Fasolt und Fafner haben ihm seine Burg gebaut, wofür Wotan ihnen als Lohn Frickas Schwester Freia, die Göttin der Jugend, versprochen hat – die tiefen Streicher spielen die absteigenden Oktaven des Vertrags-Motivs. Fricka hat davon erfahren und ist außer sich, und zwischen den beiden Gatten entbrennt ein heftiger Streit. Wotan verteidigt seine Abmachung und weist darauf hin, daß Fricka selbst ihn um den Bau dieser Burg gebeten hat; sie entgegnet, daß sie lediglich versuchen wollte, ihren unsoliden Ehemann durch eine “herrliche Wohnung” und “wonnigen Hausrat” an ihrer Seite festzuhalten. Wotan besteht auf seinem Recht auf “Wandel und Wechsel”: er ehre die Frauen mehr als Fricka lieb sei und habe schließlich sein eines Auge aufs Spiel gesetzt, als er um seine Gattin freite (in der “Götterdämmerung” erfahren wir später, daß er sein anderes Auge als “Zoll” erlegen mußte, als er aus der Weltesche seinen Speer schnitt, in den er die Verträge einritzte die seine Herrschaft begründen). Und er verspricht Freia auf keinen Fall den Riesen zu überlassen

Da stürzt Freia herein, die auf der Flucht vor den Riesen bei ihrem Schwager Schutz sucht. Wotan fragt unbekümmert, ob sie Loge gesehen habe, den Gott des Feuers, auf dessen Rat er sich offenbar verläßt, um die Abmachung mit den Riesen umgehen zu können. Fricka, die Loge immer mißtraut hat, ist bestürzt und weist darauf hin, daß der schlaue Gott Wotan im entscheidenden Moment im Stich läßt.

Die Riesen, die Brüder Fasolt und Fafner, treten auf und fordern ihren Lohn. Sie sind empört, als Wotan ihnen kurzerhand erklärt, sie müßten sich statt Freia eine andere Belohnung aussuchen. Fasolt erinnert ihn an den Vertrag und warnt den obersten Gott: “Was du bist, bist du nur durch Verträge”. Der realistischere Fafner macht seinen Bruder darauf aufmerksam, daß die Götter auf Freia angewiesen sind, weil sie allein über die goldenen Äpfel der ewigen Jugend verfügt, ohne welche die Götter altern und sterben würden. Er schlägt vor, Freia mit Gewalt zu entführen, da stürzen Donner und Froh herein, um ihre Schwester zu beschützen. Als es fast zu Handgreiflichkeiten zwischen den Göttern und Riesen kommt, schreitet Wotan dazwischen, da er zu seiner Erleichterung Loge in der Ferne kommen sieht.

Loges Auftritt wird vom charakteristischen Feuer-Motiv begleitet. Seine ersten Worte sind nicht eben vertrauenerweckend: er habe, sagt er, das Bauwerk sorgfältig geprüft und keinen Fehler entdecken können, der den Vertrag nichtig machen wiirde. Wotan behauptet, Loge habe versprochen, einen Ausweg zu finden, was der Feuergott jedoch abstreitet: er habe vielmehr gelobt, sorgfältig über einen Ausweg nachzudenken, den es aber offenbar nicht gebe. Er sei durch die Welt gestreift und habe im Wasser, auf der Erde und in der Luft einen Ersatz für Freia gesucht, aber niemand sei bereit gewesen, “Weibes Wonne und Wert” zu entsagen. Nur von den Rheintöchtern habe er gehört, wie der Nibelung Alberich, nachdem er von den Mädchen abgewiesen wurde, die Liebe verfluchte und das Rheingold stahl, das ihm nun mehr gelte als die Liebe einer Frau. Die Rheintöchter, setzt Loge hinzu, hofften, daß Wotan ihnen helfen werde, das Gold zurückzugewinnen.

Wotan fragt unwillig, wie er anderen helfen könne, wenn er selbst in Bedrängnis sei. Die Riesen sind bei Loges Erzählung vom Gold, das Herrschaft über die Welt verleiht, wenn man der Liebe entsagt, aufmerksam geworden, und auch die Götter sind am Schatz interessiert. Fricka erfährt von Loge, daß eine Frau, die sich mit dem Rheingold schmückt, damit die Treue ihres Gatten erringen kann. Der Feuergott erzählt, wie der Nibelung nach seinem Fluch auf die Liebe den Ring schmiedete, und Donner weist darauf hin, daß Alberich sie zu seinen Sklaven machen werde, wenn man ihm das Gold nicht entreißen könne; schließlich wird auch Wotan von Verlangen nach der Macht des Rings ergriffen. Froh wirft ein, daß man ihn nun “ohne Liebesfluch” gewinnen könne, und Loge rät als Mittel: “Durch Raub!”. Der goldgierige Fafner überredet seinen widerstrebenden Bruder, zu Gunsten des Rheingolds auf Freia zu verzichten, und die Riesen erklären den Göttern, daß sie Alberichs Schatz als Bezahlung für den Bau der Burg annehmen wollen.

Wotan wendet ein, daß der Schatz ihm nicht gehört, da ergreift Fasolt Freia und schleppt sie davon. Fafner verspricht, sie zurückzugeben, wenn bei Sonnenuntergang das Rheingold für sie bereit liegt, andernfalls wollen sie die Göttin für immer behalten. Sie verschwinden mit ihr in der Ferne, und die Götter, die an diesem Tag noch nicht von den goldenen Äpfeln der Jugend gegessen haben, beginnen sofort zu altern, während sich auf der Bühne ein trüber Nebel verbreitet. Nur Loge ist nicht betroffen, da Freia ihm, dem Halbgott, schon immer weniger von den Früchten zugestand als den anderen. Wotan rafft sich auf und befiehlt Loge, ihm nach Nibelheim zu folgen, wo er Alberich den Ring entwenden will. Er weigert sich, durch den Rhein hinunterzusteigen, da er die rechtmäßigen Besitzer des Goldes nicht treffen will, und die beiden klettern stattdessen durch eine Schwefelkluft in das unterirdische Reich der Nibelungen. Das Orchesterzwischenspiel beschreibt die Reise nach Nibelheim. Hier ist Alberich der

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absolute Herrscher: er nutzt die magische Kraft des Rings, um das Zwergenvolk dazu zu zwingen, ihm in ununterbrochener Fronarbeit Schätze anzuhäufen. Im Orchester wächst der hammernde Rhythmus des mit den Nibelungen assoziierten Schmiede-Motivs immer stärker an, bis es auf 18 gestimmte Ambosse hinter der Szene übertragen wird. Während die beiden Götter an den Schmiedewerkstätten der Zwerge vorbeigehen, schwillt der Lärm der Ambosse an und nimmt dann langsam ab. Die Dunkelheit lichtet sich über einer unterirdischen, höhlenartigen Halle, die sich nach allen Seiten in enge Gänge öffnet.

Alberich zerrt seinen Bruder Mime herein, der ihm einen magischen Tarnhelm schmieden mußte, mit dem man sich unsichtbar machen oder eine andere Gestalt annehmen kann. Mime hat seine Aufgabe erfüllt, will aber die Herausgabe des Tarnhelms, dessen Zauber er kennt, verhindern, doch Alberich entreißt ihm den Helm durch Schläge und Drohungen. Während das Tarnhelm-Motiv in den Hörnern erklingt, setzt er sich die Kappe auf und macht sich unsichtbar. Er peitscht seinen Bruder und stürmt davon, berauscht von seinem neuen Machtinstrument.

Wotan und Loge treten auf und finden den winselnden Mime am Boden liegend. Der Zwerg klagt iiber Alberichs grausame Tyrannei, aber die Götter sind bei seinem Bericht eher amüsiert als zu Mitleid bewegt. Alberich, nun wieder sichtbar, kehrt zurück und treibt eine Gruppe von Nibelungen mit einer Geißel vor sich her. Unter seiner Aufsicht legen sie das abgebaute Gold auf einen Haufen. Als er die beiden Fremdlinge erblickt, wird er mißtrauisch und schickt die Zwerge davon. Als sie zögern, streckt Alberich den Ring gegen sie aus, und zu einem durchdringenden Crescendo des Orchesters stürzen die Nibelungen heulend und kreischend hinaus.

Alberich fragt die Eindringlinge, was sie hier wollen. Wotan beginnt mit vorsichtigen Schmeicheleien: sie hätten von Alberichs Wundern gehört, behauptet er, und wollten seine Werke bestaunen. Der Zwerg bleibt argwöhnisch und erklärt, der Neid habe die Fremden hierhergeführt. Er prahlt mit seinem Reichtum, und in den Fagotten und der Baßklarinette klingt erstmals das in dreitönigen Stufen aufsteigende Hort-Motiv an. Durch diesen Schatz, sagt Alberich, wolle er sich die ganze Welt untertan machen, und er führt mit fanatischer Begeisterung aus, wie er die Götter, Männer und Frauen gleichermaßen, versklaven und dazu zwingen will, wie er der Liebe zu entsagen. Wotan ist empört und angewidert; Loge hält ihn zurück und beginnt dann, Alberich zu überlisten: seine Lage sei nicht ungefährlich, gibt er zu bedenken, da man ihm den Ring doch leicht im Schlaf stehlen könne. Alberich zeigt ihm den Tarnhelm und rühmt sich seiner Zauberkraft; Loge überredet ihn dazu, eine Probe von seiner Macht abzulegen. Der Zwerg setzt sich den Helm auf und wünscht sich in die Gestalt eines Drachens: zu den Klängen des Wurm-Motivs in den Tuben erscheint eine riesige Schlange. Loge stellt sich erschrocken, erklärt aber dem wieder in seine natürliche Gestalt zurückverwandelten Alberich, daß er immer noch Zweifel hege: könnte der Tarnhelm ihn nicht auch in ein winzig kleines Wesen verzaubern, damit er schneller der Gefahr entkommen könne? Der Nibelung verwandelt sich daraufhin in eine Kröte, die Wotan schnell mit dem Fuß festhält, während Loge den Tarnhelm an sich nimmt. Die Götter fesseln Alberich mit einem Seil und nehmen ihn mit sich zur Erdoberfläche.

Das Orchesterzwischenspiel schildert den Aufstieg aus Nibelheim und folgt weitgehend dem gleichen Plan wie beim Abstieg zwischen dem 2. und 3. Bild; der Weg führt wiederum vorbei an den Schmieden, aber der thematische Gehalt der Musik ist diesmal, den neuen Verhältnissen des Dramas entsprechend, sehr viel reicher. Die Szene verwandelt sich wieder zu der Bergeshöhe des 2. Bildes. Die Götter treten mit ihrem Gefangenen auf, dessen Welteroberungspläne Loge spottet. Wotan nennt Alberich den Preis seiner Freilassung: “Den Hort und dein helles Gold.” Alberich ist ergrimmt, beruhigt sich aber mit dem Gedanken, daß er alles ersetzen kann, solange er nur den Ring behält. Loge muß ihm die rechte Hand lösen, und indem er den Ring küßt, ruft der Nibelung die Zwerge mit dem Schatz aus Nibelheim herauf. Die Götter weigern sich, ihn laufen zu lassen, bevor das Lösegeld erlegt ist, und Alberich muß erleben, daß seine Knechte ihn in Gefangenschaft sehen. Nachdem sie den Schatz aufgeschichtet haben, schickt Alberich sie zum gleichen Orchestercrescendo wie in der vorhergehenden Szene in ihr unterirdisches Reich zurück, und die Zwerge verschwinden ängstlich in der Bergkluft.

Alberich möchte den Tarnhelm behalten, aber Loge wirft auch diesen auf den Goldhaufen und fragt Wotan dann, ob der Nibelung jetzt gehen dürfe. Wotan fordert noch mehr – den Ring an Alberichs Finger. Der Zwerg ist entsetzt und erklärt, daß ihm der Ring mehr wert sei als sein eigenes Leben. In dem folgenden Streitgespräch klagt Wotan den Zwerg an, das Gold den Rheintöchtern gestohlen zu haben, aber Alberich gibt schlagfertig zurück, daß Wotan, der das Rheingold selbst gern an sich gebracht hätte, “an allem, was war, ist und wird” freveln wurde, wenn er den Ring nun seinerseits raubte. Der Gott reißt ihn daraufhin gewaltsam von Alberichs Finger, und Loge bindet den vor Wut und Enttäuschung gebrochenen Zwerg los, der den Ring mit einem fürchterlichen Fluch belegt: bis der Nibelung ihn wieder in seiner Hand hält, soll der Reif

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jedem, der ihn besitzt, Unheil und den Tod bringen. In Alberichs letztem Solo spielt das Nibelungenhaß-Motiv (eine synkopierte Passage für Celli, Horn und Klarinetten) eine bedeutsame Rolle, und zu seinen Worten “Wie durch Fluch er mir geriet, verflucht sei dieser Ring!” ertönt erstmals das bedeutsame Fluch-Motiv. Alberich verschwindet, und während sich die noch immer die Bühne erfüllenden Nebel langsam teilen, erblickt Loge in der Ferne Fasolt und Fafner die mit Freia zurückkehren, um das Lösegeld zu holen. Fricka, Donner und Froh treten auf und sehen mit Erleichterung, daß der Schatz gewonnen ist. Fricka eilt ihrer Schwester freudig entgegen, aber Fasolt erlaubt ihr nicht, Freia zu berühren, bis der Lohn ausgezahlt ist, und erklärt, daß er, um die schöne Göttin aufgeben zu können, ihre Gestalt mit dem Gold verdeckt haben will. Er und Fafner stoßen zu beiden Seiten Freias ihre Keulen in die Erde, um die Höhe und Breite anzudeuten, und Loge und Froh schichten das Gold dazwischen auf. Fafner treibt sie dazu an, den Schatz dichter zusammenzufügen und sucht eifrig nach Ritzen und Lücken.

Loge erklärt, daß der Hort aufgebraucht ist, aber Fafner kann hinter dem Goldhaufen noch Freias Haar sehen und verlangt, daß auch der Tarnhelm dazugegeben wird. Dann findet Fasolt eine Ritze, durch die er Freias Augen sieht, und Fafner fordert den Ring an Wotans Finger, um die Lücke damit zu füllen. Loge wirft ein, daß der Ring den Rheintöchtern als den rechtmäßigen Besitzern zurückgegeben werden soll. Wotan lehnt das ab, weigert sich aber auch, den Riesen den Ring zu überlassen, obwohl Fasolt droht, Freia wieder mitzunehmen.

Aus einer Schlucht an der Seite der Bühne bricht ein blauliches Licht hervor, und Erda, die Erdgöttin und Mutter der drei Nornen, der Schicksalsgöttinen, steigt herauf. Sie warnt Wotan vor dem Fluch und rät ihm, den Ring aufzugeben. Ihr Leitmotiv, das ihr Solo durchzieht, ist eine langsamere Variante in Moll des Rheinmotivs aus dem Vorspiel. Als Erda Wotan den “düsteren Tag” prophezeiht, der den Göttern bevorsteht, wird das Thema in seiner Umkehrung zum Götterdämmerungs-Motiv, und im mittleren Abschnitt ihrer Warnung klingt das Nibelungenhaß-Motiv an. Wotan, der mehr erfahren will, versucht, sie zurückzuhalten, aber Erda versinkt wieder in der Erde. Nach kurzem Nachsinnen rafft Wotan sich auf und wirft den Ring auf den Hort.

Die Götter begrüßen die zurückgekehrte Freia freudig in ihrer Mitte, während die beiden Riesen ihre Beute teilen. Schon bald beginnen sie zu streiten, da Fafner einen größeren Teil des Schatzes für sich beansprucht, weil er es war, der diesen Lohn forderte, während Fasolt “mehr an der Maid als am Gold” gelegen war. Loge rät Fasolt, sich an den Ring zu halten, den dieser daraufhin seinem Bruder entreißt. Fafner erschlägt Fasolt mit seinem Stab, nimmt den Ring wieder an sich und geht mit dem gesamten Hort davon, während die Götter entsetzt zusehen. Alberichs Fluch, wie das Orchester bestätigt, hat sein erstes Opfer gefordert.

Wotan möchte zu Erda hinab, um sie um Rat zu fragen, aber Fricka fordert ihn auf, stattdessen die Götterburg in Besitz zu nehmen. Donner beschwört mit seinem Hammer ein Gewitter herauf, um die Luft von dem “schwülen Gedünst” zu reinigen, das die Burg einhüllt, und die Bühne füllt sich mit finsteren Wolken. Man hört Donners Hammer auf einen Fels aufschlagen, gefolgt von einem Blitzschlag und rollendem Donner, dann teilen sich die Wolken und geben den Blick auf eine Regenbogenbrücke frei, die sich über das Rheintal bis zur Burg erstreckt, die im Licht des Sonnenuntergangs erglänzt. Froh fordert die Götter auf, den “schrecklosen Pfad” zu betreten. Alle sind staunend in den Anblick versunken, und Wotan grüßt seine “in Müh’ und Angst” gewonnene Festung: in den Trompeten erklingt hier erstmals das bedeutende Schwert-Motiv, das in den folgenden Teilen des Ring eine so wichtige Rolle spielt. Wotan wendet sich an Fricka und fordert sie feierlich auf, ihm in die Burg zu folgen, der er den Namen “Walhall” gibt. Freia, Donner und Froh schließen sich ihnen an, nur Loge bleibt zögernd zurück: “Ihrem Ende eilen sie zu, die so stark im Bestehen sich wähnen”, erklärt er, und obwohl er sich lieber wieder in sein feuriges Element verwandeln möchte, um “sie aufzuzehren, die einst mich gezühmt, statt mit den Blinden blöd zu vergeh’n”, folgt er ihnen schließlich.

Aus dem Tal klingen die Stimmen der Rheintöchter herauf, die um ihren geraubten Schatz klagen. Wotan ist gereizt durch diese unbequeme Erinnerung an seine Pflicht und seinen eigenen Verlust und befiehlt Loge, die Mädchen zum Schweigen zu bringen. Dieser empfiehlt ihnen, sich statt im Schimmer des Rheingolds nun “in der Götter neuem Glanze” zu sonnen. Die Mädchen klagen weiter, und nach den Worten “Traulich und treu ist’s nur in der Tiefe: falsch und feig ist, was dort oben sich freut” werden ihre Stimmen von dem pompösen Orchesternachspiel übertönt, während die Götter auf der Regenbogenbrücke in Walhall einziehen. Auf das mächtig anschwellende Schwert- Motiv folgt eine Wiederholung von Frohs dröhnenden Rhythmus in den Trompeten und Regenbogen-Musik, untermalt von einem Posaunen.

Übersetzung DECCA 1984 Gerd Uekermann

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WAGNER: DAS RHEINGOLD An introduction by the producer

In writing Rheingold Wagner managed to break just about every operatic tradition prevailing at that time. I do not think that he consciously set out to do so; what happened was that his imaginative conception led him to make unprecedented demands both in terms of musical performance and in sheer stagecraft. He broke the rules. And when we set out on the recording of Rheingold, I fear that we too broke many of the rules which had prevailed for a long time in the world of professional recording. We were, all of us, so much under the spell of the piece itself that without ever quite realising what we were doing we made something which many critics hailed as a new conception of opera on records.

Among the pleasurable tasks we had set ourselves in preparing Rheingold was that of reading Ernest Newman’s account of the intrigues surrounding its much- postponed first performance in 1869. Wagner himself emerges discreditably from the affair, and the intrigues themselves are neither more nor less interesting than all the other semi-political and semi-romantic manoeuvrings in which he indulged at that time in his life. What does emerge strongly is the technical complexity of the work itself. The real crisis, which even in Newman’s account becomes obscured by Wagner’s manipulation of people and events, concerned the scenery and the props, and how to make them work. It seems from contemporary accounts that in the end they did work, at least from the limited standpoint of the Munich audience in 1869 — for despite a few arguable precedents, there was really very little in operatic literature against which to judge the presentation of this world of gods, giants,dwarfs, river beds and mountain tops. It was all over in about one hundred and forty minutes of continuous music, and embodied some extremely tricky changes of scene, three of which had to be effected while the work was in performance. The problems are still with us. There have been some very nearly successful stagings of Das Rheingold in the past few decades, but most of them have seemed to overcome the difficulties simply by avoiding them. It is generally accepted today, (as indeed it had to be accepted at that first performance in 1869), that you cannot have Rhinemaidens who sing and swim: they can do one or the other, not both; so you either have singers on stage who between phrases make vague swimming motions with their arms, or you have suspended ballet dancers on the stage who mime the words to singers hidden in the wings. There are some of us who think that the technical challenges of Das Rheingold have never really been faced; but even the most committed of such advocates will usually admit that by the time he was writing the Ring, Wagner’s visual imagination had taken him beyond the sensibly practicable bounds of the nineteenth-century theatre, and into something like the uninvented realm of the wide or multi-screen cinema.

None of us who faced the task of recording Rheingold had, on the face of it, any cause at all to worry about visual considerations; we were lucky, in that the medium we were working in enabled us to dodge the trickiest problems of all. Yet precisely because none of us had ever seen a really convincing stage production of the work, we found that in order to bring aural imagination to work it was first necessary to visualise the piece scene by scene. We did not have to worry about whether what we visualised would work or not on the stage; but we had to know exactly what it would look like before we were able to decide how it should sound. What happens when Alberich becomes invisible and chases Mime with a whip? Where exactly does Donner stand in relation to the others when he wields the hammer? What is the picture at the end,when the Rhinemaidens are heard in the distance? It may be different for other people, but I have always found it impossible in the studio to judge any such perspectives in sound unless I have a clear image in my mind of how the scene, ideally speaking, should look.

In studying the work, we therefore started with the music, which led us to the visualisations I have mentioned, which in turn led us back to the music and its detail, wherein lay the justification or denial of what we proposed to do. Rheingold must have seemed a very baffling piece to its first audiences, for it has almost nothing which, in the conventional sense, emerges as a “set piece”, let alone an aria. Yet what at first may seem to be a disjointed, expository accumulation of musical fragments becomes with familiarity a huge unbroken musical span from the opening E flat pedal to the final D flat chord. I have described elsewhere how we sought to help the artists towards this kind of conception by recording whole scenes at a time, instead of breaking the music into four or five minute chunks which was still the traditional recording method at that time (because it was felt, erroneously, that artists could not stand the intensity of recording for up to twenty minutes without a break, and because the risk of vocal or instrumental accidents was too great). The method worked, and is common practice nowadays.

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Our basic concern was the sound which, whatever its texture at any given moment, was required always to be beautiful, balanced and yet endowed with an indefinable something which I will call, for want of a better word, impact. It has nothing to do with loudness, as such, nor with presence, at least if the latter is taken to mean the dry, disagreeable sound which is created by placing microphones too close to the source of sound. And we did not see why this basic sound should not be to some minor extent variable, according to the scene and the scoring and the prevailing dramatic mood. Rheingold is very much a sequence of moods, which are conveyed just as much through orchestral colourings as through vocal expression and phrasing. The Prelude itself is such a frighteningly dangerous piece to play that it can often lose its magic through tension and anxiety: yet the mood and dark colour is everything. It must be established, not only in the long view to provide a foundation for the Ring cycle, but in the short view to prepare for the complete change of mood when Woglinde sings her opening line. From then on, for a while, everything is bright and even playful, (and the sound, by which I mean the scoring, changes accordingly), and remains so until Alberich steals the gold. I do not propose to write a commentary on all the changes of mood in the drama, but only to draw attention to the fact that our approach to the sound on the recording was governed to some extent by our visualisation of the work, and to a larger extent by a consideration of the prevailing mood. You cannot, of course, do this alone or create it in a vacuum; it is the conductor who establishes the basic musical balance and refines the sound according to his own ears and imagination; but microphones, like musical instruments, can be used or abused, and we tried to make them work musically — to put them, as it were, in phase with the mood and tone colour of the music. Then we came to the details, which are too many to enumerate here. It was something of a comic exercise to round up eighteen anvils of the sizes exactly detailed by Wagner, but I am glad we resisted the temptation to improve on the composer: we did not add a bass drum and cymbals to his scoring. We failed, I think, with the piling of the gold; but I can still respond to the moment when Donner’s hammer strikes the rock, and Wagner’s bass thunder falls away to let in the music of the Rainbow Bridge. Even with the immensely more sophisticated equipment now available, I doubt if we could bring off that moment any more effectively. All by itself, incidentally, it broke the rule concerning what you can safely record on magnetic tape, and absolutely shattered the rule about what you can put on a commercial, mass-produced disc. Indeed, had we been working under the dubbing system installed by some other companies the effect would never have appeared on the record. Computers, by definition, do not allow you to break the rules: but the history of craftsmanship is the history of many such breakages.

It has been immensely gratifying to read the acclaim which has greeted the Decca Rheingold, for the output of any major recording company is enormous and it is only occasionally that something seems likely to assume a genuine permanence. If this is the case, I am glad it happened to Das Rheingold, and for two reasons. First, its success removed any basic doubts about the wisdom of completing the first recorded Ring; and second, the acclaim it received must have attracted many people through sheer curiosity to give at least a partial hearing to a masterpiece they would otherwise have ignored.

JOHN CULSHAW

Synopsis

History provides few examples of artistic purpose so consistently followed as that which produced Wagner’s tetralogy Der Ring des Nibelungen (The Nibelung’s Ring). As early as the 1840s Wagner began to search Teutonic and Norse mythology for material for his epic, and it was not until the end of 1874 that the last bar of Götterdämmerung (The Twilight of the Gods) was scored. Wagner’s first plan was to compose one opera only, to be called “Siegfried’s Death”, and for this he wrote the poem, which follows roughly the same course as that of the present Götterdämmerung, in 1848. It soon became obvious, however, that so much preliminary explanation would be necessary if the events of “Siegfried’s Death” were to be clear to the spectator that some kind of introductory drama was desirable. Thus Wagner planned a second work, to precede “Siegfried’s Death” and to be called “Young Siegfried”, and then he added two others, so that the project eventually embraced the whole gigantic tetralogy of the Ring.

Wagner did not, of course, work exclusively on the Ring during the thirty-odd years between its original conception and its completion. The poems of the four operas were written in the late 1840s and early 1850s; the music for Das Rheingold was composed in 1853-4, that for Die Walküre in 1854-6; and in 1856-7 Wagner composed, though he did not score, the first two acts of Siegfried; but at this point he laid down his pen, as far as the Ring was concerned, for twelve years, producing in the meantime Tristan und Isolde and Die Meistersinger. In 1869, however, he took up work on the Ring again, his enthusiasm and inspiration unimpaired, and in

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the years 1869-74 completed Siegfried and created the mighty finale to the tetralogy, Götterdämmerung. Das Rheingold was first performed at Munich on September 22 1869. Its first performance as part of the complete Ring cycle took place at Bayreuth on August 13 1876.

Das Rheingold, then, is the first opera of the Ring tetralogy. It is considerably shorter than its three successors, and consists of four scenes which are performed without a break. But the scale of the work of which it forms a part is at once established in the prelude to the opera which portrays the motions of the river Rhine in an astonishing passage extending over 136 bars consisting simply of figurations of the chord of E flat. The opening stillness gives way to a rippling effect which increases to a music of surging power, until the curtain rises to show the three Rhinemaidens, Woglinde, Wellgunde and Flosshilde swimming in the depths of the river. The key shifts to A flat, as Woglinde begins an innocent song whose melody is frequently used to characterise the Rhinemaidens later in the cycle.

Suddenly Alberich, the dwarf or Nibelung, appears from a dark chasm on the river bed. He watches the Rhinemaidens with pleasure, and asks if he may join in their play. Not surprisingly they are repelled by the sight of the ugly dwarf, and Flosshilde warns her sisters to guard the Rhinegold, of which they are custodians, in case Alberich has designs upon it.

Soon, however, the sisters realise that it is not the gold but themselves that Alberich desires, and they thereupon begin to tease him cruelly, approaching him with mock endearments and then darting away when he tries to embrace them. When first Woglinde, then Wellgunde, and finally Flosshilde have teased him in this fashion (the latter to music of real seductiveness) the dwarf is almost beside himself with rage and frustration. In a fury he shakes his fist at his tormentors, but while looking upwards is attracted by a remarkable sight. The rays of the sun break through the darkness of the waters, illuminating the Rhinegold among the rocks, while the horns, and then the trumpet give out the fanfare-like theme of the Gold. The maidens, quite forgetful of Alberich, rejoice in the beauty of their charge and sing a radiant tribute to it. Alberich pricks up his ears when they enlarge on the wonders of the gold and when Wellgunde rashly reveals (to the first appearance of the important Ring motive) that he who could fashion a ring from it would make himself master of the world. Flosshilde chides her for this indiscretion, but Woglinde points out, to the pathetic Renunciation of love motive, that only one who has forsworn love may fashion such a ring and that no living being has ever been found willing to make this sacrifice. But the maidens forget that by denying love to Alberich, they have themselves impelled him towards taking such a step. With amazing speed and agility he clambers up the rock where the gold rests, and having called down a curse upon love, seizes the treasure and disappears with it into the Water’s depths. The maidens call wildly for help but in vain, and Alberich’s mocking laughter is heard dying away as the scene begins to change. In the course of the transformation the waters of the Rhine are gradually replaced by clouds, which in turn disperse to show an open space on a mountain-top. The Ring motive in the orchestra yields to the similar contours but solider harmonies of the Valhalla music, which is given out by the brass as the castle of Valhalla becomes visible in the distance on a cliff, separated from the foreground by a deep valley through which the Rhine flows. Wotan, the chief of the gods, lies sleeping on a flowery bank in the foreground, with his consort Fricka beside him.

The giants Fasolt and Fafner have just built the stronghold of Valhalla for Wotan who, without consulting Fricka, has offered them Freia, the goddess of Youth and Fricka’s sister, in payment for the work (the compact is characterised by the Treaty motive, descending in octaves on the lower strings). Fricka is greatly disturbed by this bargain and a long wrangle takes place between husband and wife. Wotan defends his compact with the giants by reminding Fricka how she begged him for the castle, but she counters this with the argument that she chiefly desired Valhalla as a means of persuading her husband to stay at home instead of philandering through the world. Wotan, in reply, asserts his right as a man to go forth in search of adventure. He respects woman, he declares, even more than Fricka would like - did he not pledge his single remaining eye when he wooed her? (We later learn that the loss of his other eye was the price he paid for breaking off a branch of the World Ash-tree, from which he fashioned the shaft of his spear, on which treaties are engraved). Wotan promises never to surrender Freia to the giants. His resolve is challenged sooner than he expects, for at this moment Freia enters, in flight from the giants and begging protection. Wotan asks her whether she has seen Loge, the god of fire, on whom he is apparently relying to find some means of evading his bargain. Fricka, who has always distrusted Loge, is even more disturbed by this new revelation and points out that the slippery god has left Wotan in the lurch at the very moment when the giants are coming to claim Freia.

Fasolt and Fafner, two brothers of gigantic stature, now enter to demand their wage, and are naturally astonished and indignant when Wotan tells them bluntly they must choose some other reward than Freia. Fasolt insists that Wotan’s power is based on honouring laws and treaties, but Fafner, the more realistic of the pair, points out that the gods cannot give up Freia, since she alone provides the golden apples of eternal youth without which they would wither and perish. He counsels

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bearing off Freia by force, and the giants are just about to do so when Donner and Froh, the thunder and rainbow gods, enter and protect their sister. The violent altercation which follows between gods and giants is checked by Wotan, who now, to his relief, sees Loge approaching in the distance.

Loge enters to characteristic music, suggesting his magic fire. His first words are not reassuring. He says he has tested the workmanship of Valhalla carefully, but can find no flaw in it to justify Wotan’s withdrawing from his bargain. Wotan protests that Loge promised to find him some way of escape from the agreement, but the fire god denies this. He only promised to find a way of escape if one existed, and there appears to be none at all. He roamed through the world, in water, earth and air, seeking a substitute for Freia, but could discover no one who valued anything higher than the love of woman. Yet he heard of one possible exception, for the Rhinemaidens have told him how Alberich, whose love they spurned, stole their gold in revenge and now rates it above woman’s love. The Rhinemaidens, Loge adds, have asked him to tell Wotan of their loss in the hope that he will regain their treasure for them. Wotan impatiently asks how he can help others when he is himself in such trouble, but the giants prick up their ears at the mention of the gold. Loge tells of the gold’s power: whoever forges a ring from it could gain mastery of the world. Fricka is struck with the idea that any woman adorned with the ring could retain her husband’s fidelity for ever; Donner points out that unless it is taken from Alberich all of them will soon be slaves of the Nibelung; and Wotan himself finally decides that he must get the treasure into his hands. At this, Loge advises that it should be taken from Alberich by theft.

Meanwhile the avaricious Fafner prevails over Fasolt, and the two giants agree to accept the gold as payment for Valhalla instead of Freia. Ignoring Wotan’s protest that the treasure is not his to give them, they suddenly seize Freia and carry her off, promising to return her at sundown if the gold is ready by then. If it is not forthcoming, however, the goddess will be theirs for ever. They disappear with Freia into the distance, and the gods, deprived of her youth-giving properties begin to wither and grow aged. A pale mist covers the scene. Loge alone is little changed, since Freia always allowed him a lesser share of the apples of youth than the others. At length Wotan rouses himself and calls upon Loge to accompany him to Nibelheim, the abode of Alberich, to secure the Nibelung’s gold. He refuses to travel there by the Rhine, being unwilling to meet the treasure’s rightful owners, and instead the two gods descend to the lower regions through a sulphurous cleft in the mountain.

The orchestral interlude suggests the journey down to Nibelheim. Here Alberich reigns supreme, having forged the dreaded ring from the Rhinegold and used the power inherent in it to enslave his brother Nibelungs and force them to spend their days piling up treasure for him. During the interlude the hammering rhythm of the motive associated with the toiling Nibelungs grows more and more insistent, and finally passes out of the orchestra altogether to eighteen tuned anvils heard behind the scenes. In this striking sonority the theme grows louder and then fainter again, as the journey takes us past the forges where the dwarfs work, and eventually the darkness clears to reveal a subterranean cavern, which seems to open into narrow clefts on all sides.

Alberich drags his brother Mime out of one of the clefts. To the latter has fallen the task of forging a Tarnhelm, a cap forged with the magic of the ring which renders its wearer invisible or changes him into any shape he desires. Mime, having completed the Tarnhelm and knowing its powe r, is reluctant to surrender it, but Alberich forces him to do so, and eagerly seizes it. Four horns give out the mysterious Tarnhelm motive, and Alberich, placing the cap on his head, promptly becomes invisible and gives Mime a sound beating for his guile. He then rejoices in the increased power his invisibility gives him over his slaves and departs. Wotan and Loge enter to find the unfortunate Mime lying on the ground, moaning with pain. The dwarf complains to them of Alberich’s tyranny, but gets little sympathy from the two gods, who are inclined to be amused at the description of his drubbing. Alberich now returns, restored to visibility and driving a crowd of Nibelungs before him with a whip. They set to work under his supervision, heaping up gold and silver, until Alberich suddenly catches sight of the two strangers. Filled with suspicion, he at once orders his workers back into the clefts. His command culminates in a terrifying crescendo of orchestral sound, and the Nibelungs flee in all directions, howling and shrieking. Alberich now asks the strangers what they want.

Wotan begins in a conciliatory vein, replying that they have come to see the wonders wrought by Alberich, of which they have heard so much. The dwarf is not to be taken in by fair words, however, and suggests that it is really envy that has brought the newcomers to his realm. He goes on to boast of his treasure, and we hear the first statement of the motive of the Hoard, with its rising three-note sequences on bassoons and bass clarinet. By means of this treasure, Alberich declares, he will win power over the whole world, and he elaborates his aims in a speech full of evil exultation, describing how he will enslave the godly race, its menfolk and womenfolk alike, and compel all to forswear love under his yoke.

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Wotan, revolted by what he has heard, makes an exclamation of disgust, but Loge restrains him and begins to question the dwarf about his powers. His situation is not without danger, the fire god points out, for the ring may be stolen from him while he is asleep. Alberich scornfully replies by showing the Tarnhelm which he boasts can make him invisible whether sleeping or waking. Loge professes to be astonished at the wonders of the magic cap and leads Alberich on to give a demonstration of its powers. The dwarf declares that the Tarnhelm can change him into any shape desired and, placing the cap on his head, commands to be transformed into a dragon. As the appropriate motive is heard low in the tubas, a huge serpent appears in Alberich’s place. Loge pretends to be terror- stricken, but when Alberich resumes his true shape nevertheless continues to express doubts about the Tarnhelm’s powers. Could it for instance, he asks, change Alberich into some small creature which could escape easily from danger? The dwarf cautiously turns himself into a toad; Wotan promptly places his foot on him, while Loge seizes the Tarnhelm. As Alberich again resumes his own form, Loge binds his hands and feet with a rope, and the two gods, dragging their prisoner with them, begin the journey back to the earth’s surface.

The orchestral interlude depicting the ascent from Nibelheim follows much the same plan as the previous descent, taking us once more past the forges where the dwarfs are at work, but the range of thematic reference in the music is now even wider, in accordance with the more advanced state of the drama. The scene returns to the open space on a mountain top, still shrouded in a pale mist. The two gods enter with their prisoner, whom Loge mocks, pointing to the world the dwarf has boasted of winning and asking what corner of it Alberich will grant to him. The dwarf is told the price of his freedom – the Rhinegold and the hoard. He abuses his captors roundly at this, but consoles himself with the thought that by retaining the ring he can replace all his lost wealth. He asks Loge to untie his right hand, and by kissing the ring summons his workers to bring up the treasure from Nibelheim. The gods refuse to release him until delivery is complete, and the humiliated dwarf laments that his slaves should see him in bonds. When the treasure has all been piled up, Alberich orders the workers back to Nibelheim to the same orchestral crescendo that dispersed them in the previous scene, and they rush terrified into the cleft of the mountain and disappear.

Alberich demands to keep the Tarnhelm, but this too is thrown upon the pile of treasure by Loge, who asks whether the dwarf may now go free. Wotan, however, requires one thing more - the ring on Alberich’s finger. The horrified dwarf protests that life itself is not more precious to him than the ring, and a bitter exchange follows, Wotan accusing Alberich of having stolen the ring from the Rhinemaidens, only to provoke the inevitable rejoinder that he himself is equally bent on stealing it now: “If I sinned, I sinned only against myself but you, immortal one, sin against all that was, is and shall be if recklessly you seize my ring!” Alberich’s reproaches are abruptly cut short when Wotan seizes him and tears the ring from his finger. The dwarf is then released, beside himself with rage and despair. He sings a last, bitter solo, in which an important new motive is prominent representing the Nibelung’s Hate (a syncopated phrase for cellos, horn and clarinets), and he places his deadly curse on the ring and on all who come to possess it. His words “Wie durch Fluch er mir gerieth, verflucht sei dieser Ring!” (“Since by curse it came to me, accursed be this ring!”) are sung to the notes of the Curse motive, which now appears for the first time. Alberich departs. The mists in the foreground gradually begin to clear; the time is approaching for the giants to return with Freia to collect her ransom, and sure enough Loge now sees them approaching in the distance. Fricka, Donner and Froh enter and notice with relief that the gold has been secured. As Fasolt and Fafner enter with Freia, Fricka hastens towards her sister joyfully but Fasolt will not let her touch Freia until payment has been made, and declares, besides, that he cannot bear to relinquish the goddess unless the treasure hides her entirely from his sight. He and Fafner accordingly place their staves on either side of Freia to give the measure of her height and breadth, and Loge and Froh proceed to pile up the treasure between them.

Fafner commands them to press the hoard tightly together and searches eagerly for crevices in the pile. At length Loge says that the treasure is exhausted, but Fafner points out that he can still see Freia’s hair and orders the Tarnhelm to be added to the top of the pile. Next Fasolt finds a chink through which Freia’s eyes are still visible, and Fafner demands the ring on Wotan’s finger to close it up. Loge objects that the ring at least should go back to the Rhinemaidens, the rightful owners of the gold. Wotan scorns this suggestion and insists on keeping the ring even when the giants threaten to take Freia away with them.

As the confrontation between the gods and the giants reaches this impasse, it grows dark and a bluish light becomes visible from a cleft in the rocks. Erda, the earth goddess and mother of the three Norns, weavers of the world’s destiny, emerges. She warns Wotan of the ruin that possession of the ring will bring and counsels him to give it up. Her theme, first heard in the minor, is a slower version of the river Rhine motive which dominated the prelude. When she warns Wotan “All that is shall come to an end. A dark day dawns for the gods”, this theme is inverted, becoming the motive of the Twilight of the Gods; when she speaks of the danger threatening Wotan, the music recalls the motive of the Nibelung’s Hate. The bluish light fades, and Erda sinks back into the earth, though Wotan tries to detain her to learn more. For a moment the god remains deep in thought, then he rouses himself and, declaring that he will liberate Freia, throws the ring onto the pile of treasure.

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Freia joyfully returns to the other gods, while the two giants set about dividing their spoil. Almost immediately they begin to quarrel, Fafner maintaining that since it was he who insisted on a monetary payment instead of Freia, he is entitled to the greater share of it. Fasolt is outraged. Loge advises Fasolt not to worry about the treasure but to make sure of the ring, and he thereupon snatches it from his brother. A fight follows between the two giants, and Fafner clubs Fasolt to death with his staff. He tears the ring from the body, quietly finishes packing up the treasure and leaves, while the gods stand horrified. Alberich’s curse, as its motive in the orchestra confirms, has claimed its first victim.

Wotan wishes to seek out Erda for further counsel, but Fricka urges him rather to enter Valhalla, which is now truly their own. The castle is enveloped in mist in the background, and Donner calls upon his thunder and lightning to clear the sky (“Heda! Heda! Hedo!”). At the conclusion of his solo, he disappears in a gathering thunder-cloud and soon afterwards his hammer is heard falling heavily on a rock. Lightning and thunder follow, and the clouds suddenly disperse to reveal a rainbow-bridge stretching across the Rhine valley to the castle, now splendidly lit up in the sunset. To the glistening rainbow music, Froh invites the other gods to cross over the Rhine to the castle by his bridge (“Zur Burg führt die Brücke”).

The gods gaze admiringly at the prospect of the castle and Wotan sings a tribute to the noble edifice (“Abendlich strahlt der Sonne Auge”). At the climax Wotan stands “as though seized by a great thought”, and the Sword motive, so important in the later Ring operas, sounds out for the first time in the trumpet. Then, turning solemnly to Fricka, Wotan calls upon her to accompany him to Valhalla. Freia, Donner and Froh prepare to follow, and only Loge hangs back. He does not share the gods’ sense of confidence at entering the castle, and opines that they are hastening to their end, but though he would prefer to transform himself once more into fire, he at last nonchalantly joins the others.

As the gods prepare to cross the bridge, the voices of the Rhinemaidens are heard in the valley, bewailing the gold. Wotan, irritated at being reminded of their loss, orders Loge to silence them, and the fire god tells them that the light of Valhalla shining upon the waters will amply compensate them for their vanished brightness. The maidens continue to lament, however, and as their voices die away the gods cross the rainbow-bridge and move towards the castle. Their entry into Valhalla proceeds to an orchestral postlude of overpowering grandeur, in which a final statement of the Sword motive is followed by a return of Froh’s rainbow music accompanied by a characteristic Valhalla rhythm in trumpets and trombones.

DECCA

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The Libretti

DAS RHEINGOLD

1 VORSPIEL ERSTE SZENE AUF DEM GRUNDE DES RHEINES 1 PRELUDE SCENE ONE ON THE
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VORSPIEL ERSTE SZENE AUF DEM GRUNDE DES RHEINES

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PRELUDE SCENE ONE ON THE BED OF THE RHINE

Alberich dem Abgrunde entstiegen und schaut dem Spiele der Rheintöchter mit steigendem Wohlgefallen zu.)

dark gully below and with increasing delight watches the Rhinedaughters playing.)

a

WOGLINDE

WOGLINDE

ALBERICH Hehe! Ihr Nicker! Wie seid ihr niedlich, neidliches Volk! Aus Nibelheims Nacht naht’ ich mich gern, neigtet ihr euch zu mir!

ALBERICH Ha ha! You nixies! How dainty you are,

you delectable creatures! From Nibelheim’s night I’d gladly draw near

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Weia! Waga! Woge, du Welle, walle zur Wiege! Wagalaweia! Wallala weiala weia!

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2

Weia! Waga! Welter, you wave, swirl round the cradle! Wagalaweia! Wallala weiala weia!

if

only you’d look on me kindly.

WELLGUNDE Woglinde, wachst du allein?

WELLGUNDE Woglinde, watching alone?

WOGLINDE Hei! Wer ist dort?

WOGLINDE Hey! Who is there?

WOGLINDE Mit Wellgunde wär’ ich zu zwei

WOGLINDE With Wellgunde we would be two!

WELLGUNDE Es dämmert und ruft!

WELLGUNDE Darkness descends and a voice cries out!

WELLGUNDE Laß sehn, wie du wachst!

WELLGUNDE Let’s see how you watch!

FLOSSHILDE Lugt, wer uns lauscht!

FLOSSHILDE See who the spy is.

WOGLINDE Sicher vor dir!

WOGLINDE Safe from your reach!

WOGLINDE UND WELLGUNDE Pfui! Der Garstige!

WOGLINDE AND WELLGUNDE Ugh! The foul creature!

FLOSSHILDE

FLOSSHILDE

Heiaha weia!

Heiaha weia!

FLOSSHILDE Hütet das Gold! Vater warnte vor solchem Feind.

FLOSSHILDE Look to the gold! Father warned us against such a foe.

Wildes Geschwister!

WELLGUNDE Floßhilde, schwimm! Woglinde flieht:

High-spirited sisters!

WELLGUNDE Floßhilde, swim! Woglinde’s fleeing:

hilf mir die Fließende fangen!

help me to catch your sleek sister!

ALBERICH Ihr, da oben!

ALBERICH Hey, you up there!

FLOSSHILDE Des Goldes Schlaf hütet ihr schlecht! Besser bewacht des Schlummernden Bett, sonst büßt ihr beide das Spiel! (Aus einer finstern Schluft ist währenddem

FLOSSHILDE The sleeping gold you guard badly; pay better heed to the slumberer’s bed or you’ll both atone for your sport. (Meanwhile Alberich has emerged from

DIE RHEINTÖCHTER Was willst du dort unten?

THE RHINEDAUGHTERS What is it, down there, that you want?

ALBERICH Stör’ ich eu’r Spiel, wenn staunend ich still hier steh’? Tauchtet ihr nieder, mit euch tollte

ALBERICH

Would it spoil your sport

if

I stood here in silent amazement?

If

you dived down here, how gladly the Niblung

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The Libretti

DAS RHEINGOLD

und neckte der Niblung sich gern! would romp and would tease you! füllt mir die

und neckte der Niblung sich gern!

would romp and would tease you!

füllt mir die Nase:

fills my nose – accursed sneezing!

verfluchtes Niesen!

WOGLINDE Mit uns will er spielen?

WOGLINDE Would he join in our games?

WOGLINDE Prustend naht meines Freiers Pracht!

WOGLINDE Spluttering comes my suitor in splendour!

WELLGUNDE Ist ihm das Spott?

WELLGUNDE Do you think he’s in jest?

ALBERICH Mein Friedel sei, du fräuliches Kind!

ALBERICH My lover be, you winsome child!

ALBERICH Wie scheint im Schimmer ihr hell und schön! Wie gern umschlänge der Schlanken eine mein Arm, schlüpfte hold sie herab!

ALBERICH How bright and comely you shine in the shimmering light! How I long to embrace

WOGLINDE Willst du mich frei’n, so freie mich hier!

WOGLINDE If you want to woo me, then woo me here!

just one of those slender creatures,

ALBERICH O weh! Du entweichst? Komm doch wieder! Schwer ward mir, was so leicht du erschwingst.

ALBERICH Alas! You evade me? Come back here again! What you scaled with such ease was much harder for me.

if

only she’d deign to slip down here!

FLOSSHILDE Nun lach’ ich der Furcht: der Feind ist verliebt!

FLOSSHILDE Now I laugh at my fear: the fiend is in love.

WELLGUNDE Der lüsterne Kauz!

WELLGUNDE The lecherous rogue!

 

WOGLINDE Steig nur zu Grund, da greifst du mich sicher!

WOGLINDE Come down to the depths, where you’ll surely be able to catch me!

WOGLINDE Laßt ihn uns kennen!

WOGLINDE Let’s teach him a lesson!

ALBERICH Wohl besser da unten!

ALBERICH It’s certainly better down there.

ALBERICH Die neigt sich herab.

ALBERICH She’s drawing down here!

WOGLINDE Nun aber nach oben!

WOGLINDE Now up once again!

WOGLINDE Nun nahe dich mir!

WOGLINDE Come close to me now!

 

WELLGUNDE UND FLOSSHILDE Hahahahaha!

WELLGUNDE AND FLOSSHILDE Hahahahahaha!

ALBERICH

ALBERICH

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Garstig Glatter glitschiger Glimmer! Wie gleit’ ich aus! Mit Händen und Füßen nicht fasse noch halt’ ich das schlecke Geschlüpfer! Feuchtes Naß

Slimily Smooth And slippery slate!

3
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ALBERICH Wie fang’ ich im Sprung den spröden Fisch? Warte, du Falsche!

ALBERICH How can I catch this cold fish in flight? Wait, you false creature!

I

can’t stop sliding!

With my hands and my feet

   

I

can’t capture or hold

WELLGUNDE Heia, du Holder! Hörst du mich nicht?

WELLGUNDE Hey, my sweetheart! Can you not hear me?

those delightfully slippery creatures! Dank water

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DAS RHEINGOLD

ALBERICH Rufst du nach mir? ALBERICH Are you calling to me? ALBERICH Falsches Kind! Kalter,

ALBERICH Rufst du nach mir?

ALBERICH Are you calling to me?

ALBERICH Falsches Kind! Kalter, grätiger Fisch! Schein’ ich nicht schön dir, niedlich und neckisch, glatt und glau – hei, so buhle mit Aalen, ist dir eklig mein Balg!

ALBERICH

False-hearted child!

   

Cold-blooded, bony fish!

WELLGUNDE Ich rate dir wohl: zu mir wende dich, Woglinde meide!

WELLGUNDE I counsel you well: come over to me and avoid Woglinde!

If

I seem unsightly, not pretty or playful,

sleek and sharp-sighted – have your way, then, with eels, if my skin is so foul!

ALBERICH Viel schöner bist du als jene Scheue, die minder gleißend und gar zu glatt. Nur tiefer tauche, willst du mir taugen

ALBERICH You’re fairer by far than that faint-hearted child, who glitters less and is far too glib. Only dive deeper if you’d avail me!

FLOSSHILDE Was zankst du, Alp? Schon so verzagt? Du freitest um zwei:

FLOSSHILDE Why scold, you elf? Already downhearted? Two you have wooed:

WELLGUNDE Bin nun ich dir nah?

WELLGUNDE Am I near to you now?

frügst du die dritte, süßen Trost schüfe die Traute dir!

if you asked but the third, sweet solace your true love would bring you!

ALBERICH Noch nicht genug! Die schlanken Arme schlinge um mich, daß ich den Nacken dir neckend betaste, mit schmeichelnder Brunst an die schwellende Brust mich dir schmiege

ALBERICH Not near enough yet! Your slender arms entwine around me that, teasing, I may touch your neck and with fawning fervour nestle up to your heaving breast.

ALBERICH Holder Sang singt zu mir her! Wie gut, daß ihr eine nicht seid! Von vielen gefall’ ich wohl einer:

bei einer kieste mich keine! Soll ich dir glauben, so gleite herab!

ALBERICH What lovely singing wafts this way.

How good there’s not just one of you:

with many, one might like me, with one, no one would choose me!

If

I’m to believe you, glide down here!

WELLGUNDE Bist du verliebt und lüstern nach Minne, laß sehn, du Schöner, wie bist du zu schaun? Pfui! Du haariger, höckriger Geck! Schwarzes, schwieliges Schwefelgezwerg! Such dir ein Friedel, dem du gefällst!

WELLGUNDE If you’re in love and lusting for love’s delights, let’s see, my beauty, just what you are like! Ugh! You hairy, hunchbacked fool! Brimstone-black and blistered dwarf! Look for a lover who looks like yourself!

FLOSSHILDE Wie törig seid ihr, dumme Schwestern, dünkt euch dieser nicht schön!

FLOSSHILDE How foolish you are, you dull-witted sisters, not to find him good-looking!

ALBERICH Für dumm und häßlich darf ich sie halten, seit ich dich Holdeste seh’.

ALBERICH Dim-witted and ugly they seem to me now I see you, the fairest of all.

ALBERICH Gefall’ ich dir nicht, dich fass’ ich doch fest!

ALBERICH Although you don’t like me, I still hold you tight.

FLOSSHILDE O singe fort so süß und fein, wie hehr verführt es mein Ohr!

FLOSSHILDE

O

go on singing so sweetly and gently;

   

how much it bewitches my ear!

WELLGUNDE Nur fest, sonst fließ ich dir fort!

WELLGUNDE Hold tight, or I’ll slip through your hands!

ALBERICH Mir zagt, zuckt und zehrt sich das Herz, lacht mir so zierliches Lob.

ALBERICH My heart quakes and quivers and burns with desire, when such flattering praise smiles upon me.

WOGLINDE UND FLOSSHILDE Hahahahaha!

WOGLINDE AND FLOSSHILDE Hahahahahaha!

FLOSSHILDE Wie deine Anmut mein Aug’ erfreut,

FLOSSHILDE How your charm cheers my eye,

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DAS RHEINGOLD

deines Lächelns Milde den Mut mir labt! Seligster Mann! how your mellowing smile makes my

deines Lächelns Milde den Mut mir labt! Seligster Mann!

how your mellowing smile makes my spirits rise up! Most blissful of men!

Nährt ihr nur Trug, ihr treuloses Nickergezücht?

So, deceit is all you foment, you faithless brood of nixies!

 

ALBERICH

 

DIE DREI RHEINTÖCHTER

THE THREE RHINEDAUGHTERS

Süßeste Maid!

FLOSSHILDE Wärst du mir hold!

ALBERICH Sweetest of maids!

FLOSSHILDE Would you were mine!

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Wallala! Lalaleia! Leialalei! Heia! Heia! Haha! Schäme dich, Albe! Schilt nicht dort unten! Höre, was wir dich heißen! Warum, du Banger, bandest du nicht das Mädchen, das du minnst? Treu sind wir und ohne Trug dem Freier, der uns fängt. Greife nur zu, und grause dich nicht! In der Flut entfliehn wir nicht leicht! Wallala! Lalaleia! Leialalei! Heia! Heia! Haha!

ALBERICH Wie in den Gliedern brünstige Glut mir brennt und glüht! Wut und Minne, wild und mächtig, wühlt mir den Mut auf! Wie ihr auch lacht und lügt, lüstern lechz’ ich nach euch, und eine muß mir erliegen! Fing’ eine diese Faust! (Durch die Flut ist von oben her ein immer lichterer Schein gedrungen, der sich an einer hohen Stelle des mittelsten Riffes allmählich zu einem blendend hell strahlenden Goldglanze entzündet: Ein zauberisch goldenes Licht bricht von hier durch das Wasser.)

Wallala! Lalaleia! Leialalei! Heia! Heia! Haha! Shame on you, elf! Don’t insult us down there! Hear what we bid you do! Why, faint-hearted dwarf, did you fail to bind fast the maiden that you love? We are trusty and true to the wooer who traps us. – Grab what you can and don’t be afraid:

in the flood we’ll not lightly flee. Wallala! Lalalei! Leialalei! Heia! Heia! Haha!

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ALBERICH In every limb a blazing fire burns and glows! Rage and desire, wild and all-powerful, throw my thoughts into turmoil! Though you may laugh and tell lies, lusting, I long for you, and one of you must yield to me! Might this fist catch even one! (An increasingly bright glow penetrates the floodwaters from above, flaring up as it strikes a point high up on the central rock and gradu- ally becoming a blinding and brightly beaming gleam of gold; a magical golden light streams through the water from this point.)

ALBERICH Hielt dich immer!

ALBERICH Might I hold you forever!

FLOSSHILDE Deinen stechenden Blick, deinen struppigen Bart, o säh ich ihn, faßt’ ich ihn stets! Deines stachligen Haares strammes Gelock, umflöss’ es Floßhilde ewig! Deine Krötengestalt, deiner Stimme Gekrächz, o dürft’ ich staunend und stumm sie nur hören und sehn!

FLOSSHILDE Your piercing eyes, your bristling beard, might I always see and hold them! May your prickly hair’s unruly locks flow around Floßhilde for ever! Your toad-like build, the croak of your voice, could I stand here in silent amazement and hear and see only them!

WOGLINDE UND WELLGUNDE Hahahahaha!

WOGLINDE AND WELLGUNDE Hahahahahaha!

ALBERICH Lacht ihr Bösen mich aus?

ALBERICH You’re laughing at me, you wicked women?

FLOSSHILDE Wie billig am Ende vom Lied!

FLOSSHILDE

As

befits the end of the song!

WOGLINDE UND WELLGUNDE Hahahahaha!

WOGLINDE AND WELLGUNDE Hahahahahaha!

ALBERICH Wehe! Ach wehe! O Schmerz! O Schmerz! Die dritte, so traut, betrog sie mich auch? Ihr schmählich schlaues, lüderlich schlechtes Gelichter!

ALBERICH

Woe! Woe is me!

 

WOGLINDE

WOGLINDE

O

Has the third one, so true, betrayed me as well? You contemptibly cunning, lewdly iniquitous creatures!

grief! O grief!

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Lugt, Schwestern! Die Weckerin lacht in den Grund.

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Look, sisters! The wakening sun smiles into the deep.

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The Libretti

DAS RHEINGOLD

WELLGUNDE Durch den grünen Schwall den wonnigen Schläfer sie grüßt. WELLGUNDE Through the green billows

WELLGUNDE Durch den grünen Schwall den wonnigen Schläfer sie grüßt.

WELLGUNDE Through the green billows she greets the glad sleeper.

ALBERICH Was ist’s, ihr Glatten, das dort so glänzt und gleißt?

ALBERICH What is it, sleek creatures, that glints and glitters there so?

FLOSSHILDE Jetzt küßt sie sein Auge, daß er es öffne

FLOSSHILDE Now she kisses his eyelid that it may open

DIE RHEINTÖCHTER Wo bist du Rauher denn heim, daß vom Rheingold nie du gehört?

THE RHINEDAUGHTERS Where is your home, you ruffian, that you’ve never heard of the Rhinegold?

WELLGUNDE Schaut, er lächelt in lichtem Schein.

WELLGUNDE See how he smiles in the gleaming light

WELLGUNDE Nichts weiß der Alp von des Goldes Auge, das wechselnd wacht und schläft?

WELLGUNDE The elf knows naught of the eye of the gold that wakes and sleeps by turns?

WOGLINDE Durch die Fluten hin fließt sein strahlender Stern!

WOGLINDE Through the floodtide flows its glittering ray.

DIE RHEINTÖCHTER Heiajaheia! Heiajaheia! Wallalalalala leiajahei! Rheingold! Rheingold! Leuchtende Lust, wie lachst du so hell und hehr! Glühender Glanz entgleißet dir weihlich im Wag’! Heiajaheia! Heiajaheia! ache, Freund, Wache froh! Wonnige Spiele spenden wir dir:

flimmert der Fluß, flammet die Flut, umfließen wir tauchend, tanzend und singend im seligem Bade dein Bett! Rheingold! Rheingold! Heiajaheia! Wallalalalala leiajahei!

THE RHINEDAUGHTERS Heiajaheia! Heiajaheia! Wallalalalala leiajahei! Rhinegold! Rhinegold!

Light-bringing joy, how bright and sublime your laughter!

WOGLINDE Von der Wassertiefe wonnigem Stern, der hehr die Wogen durchhellt?

WOGLINDE Of the joy-giving star in the watery deep that illumines the waves with its noble light?

DIE RHEINTÖCHTER Sieh, wie selig im Glanze wir gleiten! Willst du Banger in ihm dich baden, so schwimm und schwelge mit uns! Wallalalala leialalai! Wallalalala leiajahei!

THE RHINEDAUGHTERS See how blithely we glide in its glow. Faint-hearted dwarf, if you’d fain bathe within it, then swim and make merry with us! Wallalalala leialalai! Wallalalala leiajahei!

A

from the gold in the seething waves! Heiajaheia! Heiajaheia! Awaken, friend, awake to joy! Gladdening games we’ll play for you now:

when the river glows and the flood is aflame, your bed we encircle, diving and dancing and singing

in

glowing gleam breaks awesomely forth

blithely blissful abandon.

ALBERICH Eurem Taucherspiele nur taugte das Gold? Mir gält’ es dann wenig!

WOGLINDE Des Goldes Schmuck schmähte er nicht, wüßte er all seine Wunder!

ALBERICH Is the gold only good for your diving games? Then it would serve me but little!

WOGLINDE The golden jewel he’d not despise if only he knew all its wonders.

WELLGUNDE

WELLGUNDE

Der Welt Erbe gewänne zu eigen, wer aus dem Rheingold schüfe den Ring, der maßlose Macht ihm verlieh’.

The world’s wealth would be won by him who forged from the Rhinegold the ring that would grant him limitless power.

Rhinegold!

Rhinegold!

   

Heiajaheia!

FLOSSHILDE Der Vater sagt’ es, und uns befahl er, klug zu hüten den klaren Hort,

FLOSSHILDE Father told us and bound us over to guard the bright hoard wisely

Wallalalalala leiajahei!

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DAS RHEINGOLD

daß kein Falscher der Flut ihn entführe: that no foe from the flood should filch

daß kein Falscher der Flut ihn entführe:

that no foe from the flood should filch it:

Wallalalala leiajahei!

Wallalalala leiajahei!

drum schweigt, ihr schwatzendes Heer!

be silent, then, you babbling brood!

ALBERICH

ALBERICH

WELLGUNDE Du klügste Schwester, verklagst du uns wohl?

Weißt du denn nicht, wem nur allein das Gold zu schmieden vergönnt?

WOGLINDE Nur wer der Minne Macht entsagt, nur wer der Liebe Lust verjagt, nur der erzielt sich den Zauber, zum Reif zu zwingen das Gold.

WELLGUNDE

Wisest of sisters, whyever complain? Do you not know to whom alone

it

is given to forge the gold?

WOGLINDE Only the man who forswears love’s sway, only he who disdains love’s delights can master the magic spell that rounds a ring from the gold.

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Der Welt Erbe gewänn’ ich zu eigen durch dich? Erzwäng’ ich nicht Liebe, doch listig erzwäng’ ich mir Lust? Spottet nur zu! Der Niblung naht eurem Spiel!

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The world’s wealth might I win through you? Though love can’t be gained by force, I might force its delights through cunning? Scoff if you like! The Niblung draws near your gold!

DIE DREI RHEINTÖCHTER Heia! Heia! Heiajahei! Rettet euch! Es raset der Alb! In den Wassern sprüht’s, wohin er springt:

ALL THREE Heia! Heia! Heiajahei! Flee for your lives! The elf is raving! The water sprays wherever he springs:

WELLGUNDE Wohl sicher sind wir und sorgenfrei:

WELLGUNDE We’re safe enough and free from care since all that lives must love; no one wants to forgo its delights.

die Minne macht ihn verrückt!

love has driven him mad!

denn was nur lebt, will lieben, meiden will keiner die Minne.

ALBERICH Bangt euch noch nicht? So buhlt nun im Finstern, feuchtes Gezücht! Das Licht lösch’ ich euch aus, entreiße dem Riff das Gold, schmiede den rächenden Ring; denn hör’ es die Flut:

ALBERICH Still not afraid? Then whore in the dark, you watery brood! Your light I’ll put out, wrench the gold from the rock and forge the avenging ring:

WOGLINDE Am wenigsten er, der lüsterne Alb; vor Liebesgier möcht’ er vergehn!

WOGLINDE Least of all he, the lecherous elf:

he’s almost dying of lustful desire!

 

so hear me, you waters:

FLOSSHILDE Nicht fürcht’ ich den, wie ich ihn erfand:

FLOSSHILDE

so verfluch’ ich die Liebe! (Er reißt mit furchtbarer Gewalt das Gold aus dem Riffe und stürzt damit hastig in die Tiefe, wo er schnell verschwindet. Die Mädchen tauchen dem Räuber in die Tiefe nach.)

thus lay I a curse on love! (He tears the gold from the rock with terrible force and plunges swiftly into the depths, where he quickly disappears. The girls dive down abruptly into the depths in pursuit of the robber.)

I

do not fear him as I found him:

seiner Minne Brunst brannte fast mich.

the flames of his lust fairly scorched me.

WELLGUNDE Ein Schwefelbrand in der Wogen Schwall:

WELLGUNDE

A

brimstone brand in the surging swell,

   

vor Zorn der Liebe zischt er laut!

with the frenzy of love he sizzles aloud.

FLOSSHILDE Haltet den Räuber!

FLOSSHILDE Stop, you thief!

DIE RHEINTÖCHTER Wallala! Wallaleialala! Lieblichster Albe! Lachst du nicht auch? In des Goldes Scheine wie leuchtest du schön! O komm’, Lieblicher, lache mit uns! Heiajaheia! Heiajaheia!

THE RHINEDAUGHTERS Wallala! Wallaleialala! Loveliest elf, why won’t you laugh too?

WELLGUNDE Rettet das Gold!

WELLGUNDE Rescue the gold!

In the gold’s gleaming light how handsome you look!

WOGLINDE UND WELLGUNDE Hilfe! Hilfe!

WOGLINDE AND WELLGUNDE Help! Help!

O

come, my love, and laugh with us!

Heiajaheia! Heiajaheia!

 
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DAS RHEINGOLD

  DIE RHEINTÖCHTER Weh! Weh! THE RHINEDAUGHTERS Alas! Alas! WOTAN Wohl dünkt mich’s, was sie
 

DIE RHEINTÖCHTER Weh! Weh!

THE RHINEDAUGHTERS Alas! Alas!

WOTAN Wohl dünkt mich’s, was sie bedangen, die dort die Burg mir gebaut; durch Vertrag zähmt’ ich ihr trotzig Gezücht, daß sie die hehreHalle mir schüfen; die steht nun, dank den Starken:

WOTAN

I

well remember what they demanded

   

who built the stronghold there for me;

VERWANDLUNGSMUSIK ZWEITE SZENE

TRANSFORMATION MUSIC SCENE TWO

through a contract I tamed their froward breed, bidding them build the lordly hall;

it

stands there – thanks to the giants:

Freie Gegend auf Bergeshöhen

An open space on a mountain summit

um den Sold sorge dich nicht.

as

for the payment, give it no thought.

 

FRICKA

FRICKA

FRICKA

FRICKA

7
7

Wotan, Gemahl, erwache!

Wotan, husband! Awake!

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7

O lachend frevelnder Leichtsinn! Liebelosester Frohmut! Wußt’ ich um euren Vertrag, dem Truge hätt’ ich gewehrt; doch mutig entferntet ihr Männer die Frauen, um taub und ruhig vor uns, allein mit den Riesen zu tagen:

O

laughingly wanton folly!

WOTAN (fortträumend) Der Wonne seligen Saal bewachen mir Tür und Tor:

WOTAN (still dreaming) The happy hall of delight is guarded by door and gate:

Most loveless frivolity! Had I known about your contract, I’d have thwarted such deceit; but you mettlesome menfolk kept us women well out of the way

Mannes Ehre, ewige Macht, ragen zu endlosem Ruhm!

manhood’s honour, boundless might redound to endless renown!

so

calmly deal with the giants alone. So without shame you brazenly bargained with Freia, my lovely sibling, well pleased with your shabby deal! What is still sacred and precious to hard hearts such as yours when you menfolk lust after power?

that, deaf to all entreaty, you could

FRICKA Auf, aus der Träume wonnigem Trug! Erwache, Mann, und erwäge!

FRICKA Awake from the blissful deception of dreams! Husband, wake up and reflect!

so ohne Scham verschenktet ihr Frechen Freia, mein holdes Geschwister, froh des Schächergewerbs! Was ist euch Harten doch heilig und wert, giert ihr Männer nach Macht!

WOTAN Vollendet das ewige Werk! Auf Berges Gipfel die Götterburg; prächtig prahlt der prangende Bau! Wie im Traum ich ihn trug, wie mein Wille ihn wies, stark und schön steht er zur Schau; hehrer, herrlicher Bau!

WOTAN The everlasting work is ended! On mountain peak the gods’ abode:

WOTAN Gleiche Gier war Fricka wohl fremd, als selbst um den Bau sie mich bat?

WOTAN Was such lust unknown to Fricka when she begged me for the building?

FRICKA

resplendent shines the proud-standing hall! As in my dream I conceived it, just as my will decreed it, sturdy and fair it stands on show, august and glorious building!

FRICKA Um des Gatten Treue besorgt, muß traurig ich wohl sinnen, wie an mich er zu fesseln, zieht’s in die Ferne ihn fort:

Concerned for my husband’s fidelity,

   

I

am bound in my sadness to brood

FRICKA Nur Wonne schafft dir, was mich erschreckt? Dich freut die Burg, mir bangt es um Freia! Achtloser, laß mich erinnern des ausbedungenen Lohns! Die Burg ist fertig, verfallen das Pfand:

FRICKA You feel only joy at what fills me with dread? The stronghold delights you, but I fear for Freia. Heedless husband, don’t you recall the payment that was agreed? The fortress is finished, the forfeit is due:

on ways of binding him fast whenever he feels drawn away:

herrliche Wohnung, wonniger Hausrat sollten dich binden zu säumender Rast. Doch du bei dem Wohnbau sannst auf Wehr und Wall allein; Herrschaft und Macht soll er dir mehren; nur rastlosern Sturm zu erregen, erstand dir die ragende Burg.

a

glorious dwelling, domestic bliss

were meant to entice you to tarry and rest. But, in having it built, you thought only of bulwark and berm:

is meant to enhance your dominion and power;

it

yet only to whip up greater unrest has the towering stronghold arisen.

vergaßest du, was du vergabst?

have you forgot what you’ve given away?

   
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DAS RHEINGOLD

WOTAN Wolltest du Frau in der Feste mich fangen, mir Gotte mußt du schon gönnen,

WOTAN Wolltest du Frau in der Feste mich fangen, mir Gotte mußt du schon gönnen, daß, in der Burg gebunden, ich mir von außen gewinne die Welt. Wandel und Wechsel liebt, wer lebt; das Spiel drum kann ich nicht sparen!

FRICKA Liebeloser, leidigster Mann! Um der Macht und Herrschaft müßigen Tand verspielst du in lästerndem Spott Liebe und Weibes Wert?

WOTAN Um dich zum Weib zu gewinnen, mein eines Auge setzt’ ich werbend daran; wie törig tadelst du jetzt! Ehr’ ich die Frauen doch mehr als dich freut; und Freia, die gute, geb’ ich nicht auf; nie sann dies ernstlich mein Sinn.

FRICKA So schirme sie jetzt: in schutzloser Angst läuft sie nach Hilfe dort her!

FREIA (tritt wie in hastiger Flucht auf) Hilf Mir, Schwester! Schütze mich, Schwäher! Vom Felsen drüben drohte mir Fasolt, mich Holde käm’ er zu holen.

WOTAN Laß ihn drohn! Sahst du nicht Loge?

WOTAN If your aim, as my wife, was to hold me fast in the fortress, you must grant that I, as a god, while confined to the stronghold, might win for myself the world outside it. All who live love renewal and change:

that pleasure I cannot forgo!

FRICKA Loveless husband, most heartless of men! For the barren bauble of might and dominion you’d gamble away, with ungodly contempt, both love and womanhood’s worth?

WOTAN In order to win you as wife, my one remaining eye

I staked that I might woo you:

how foolish you are to blame me now!

I worship women more than you like!

And Freia the good I’ll not give up:

it never entered my mind.

FRICKA Then shield her now: in defenceless fear she’s running hither for help!

FREIA (entering, as if in headlong flight) Help Me, Sister! Protect me, kinsman! Fasolt has threatened from yonder fell, saying he’s coming to fetch fair Freia.

WOTAN Let him threaten! Did you see Loge?

fetch fair Freia. WOTAN Let him threaten! Did you see Loge? FRICKA Daß am liebsten du

FRICKA Daß am liebsten du immer dem Listigen traust! Viel Schlimmes schuf er uns schon, doch stets bestrickt er dich wieder.

WOTAN Wo freier Mut frommt, allein frag’ ich nach keinem. Doch des Feindes Neid zum Nutz sich fügen, lehrt nur Schlauheit und List, wie Loge verschlagen sie übt. Der zum Vertrage mir riet, versprach mir, Freia zu lösen:

auf ihn verlass’ ich mich nun.

FRICKA Und er läßt dich allein! Dort schreiten rasch die Riesen heran:

wo harrt dein schlauer Gehilf ’?

FREIA Wo harren meine Brüder, daß Hilfe sie brächten, da mein Schwäher die Schwache verschenkt? Zu Hilfe, Donner! Hieher, hieher! Rette Freia, mein Froh!

FRICKA Die in bösem Bund dich verrieten, sie alle bergen sich nun! (Fasolt und Fafner treten auf.)

FASOLT

Sanft Schloß Schlaf dein Aug’; wir beide bauten Schlummers bar die Burg. Mächt’ger Müh müde nie, stauten starke

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The Libretti

DAS RHEINGOLD

FRICKA So you still prefer to trust in that cunning trickster? Much ill he has caused us already, yet ever again he ensnares you

WOTAN Where freedom of mind is called for, I ask for help from no one; but to turn to advantage an enemy’s grudge is a lesson taught only by cunning and craft of the kind that wily Loge employs. He who counselled me on the contract promised to ransom Freia:

on him I now rely.

FRICKA And he leaves you in the lurch! Here come the giants, striding swiftly along:

where’s your crafty accomplice now?

FREIA Where are my brothers, who ought to bring help when my kinsman abandons the weak? Help me, Donner! This way, this way! Rescue Freia, my Froh!

FRICKA All those who betrayed you in evil alliance have fled to save their skins. (Enter Fasolt and Fafner.)

FASOLT

Gentle Slumber sealed your eyes: we both, unsleeping, built the stronghold. Never tiring of mighty toil, we stowed the heavy

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Stein’ wir auf; steiler Turm, Tür und Tor deckt und schließt im schlanken Schloß den

Stein’ wir auf; steiler Turm, Tür und Tor deckt und schließt im schlanken Schloß den Saal. Dort steht’s, was wir stemmten, schimmernd hell, bescheint’s der Tag:

zieh nun ein, uns zahl den Lohn!

WOTAN Nennt, Leute, den Lohn:

was dünkt euch zu bedingen?

FASOLT Bedungen ist, was tauglich uns dünkt:

gemahnt es dich so matt? Freia, die Holde, Holda, die Freie, vertragen ist’s, sie tragen wir heim.

WOTAN Seid ihr bei Trost mit eurem Vertrag? Denkt auf andern Dank:

Freia ist mir nicht feil.

FASOLT Was Sagst Du? Ha! Sinnst du Verrat? Verrat am Vertrag? Die dein Speer birgt, sind sie dir Spiel, des berat’nen Bundes Runen?

FAFNER Getreuster Bruder, merkst du Tropf nun Betrug?

FASOLT Lichtsohn du, leicht gefügter! Hör und hüte dich: Verträgen halte Treu’!

stones away; steep-sided tower, door and gate cover and close the hall in the lofty keep. There it stands, what we raised; shimmering brightly the day shines upon it:

move in now, to us pay our due!

WOTAN Name your due, good people; what are you minded to ask?

FASOLT We’ve already asked for what seems to us fitting; is your memory of it so faint? Freia the fair, Holda the free – it’s already agreed: we carry her home.

WOTAN Are you out of your minds with this contract of yours? Think of some other thanks:

Freia isn’t for sale.

FASOLT What’s That You Say? Ha! You’re plotting betrayal? Betrayal of our agreement? The runes of well-considered contract, safeguarded by your spear, are they no more than sport to you?

FAFNER Most trusting brother, you see their deception now, you fool?

FASOLT Son of light, lightly swayed, listen and beware: keep your faith with contracts!

swayed, listen and beware: keep your faith with contracts! Was du bist, bist du nur durch

Was du bist, bist du nur durch Verträge; bedungen ist, wohl bedacht deine Macht. Bist weiser du, als witzig wir sind, bandest uns Freie zum Frieden du: all deinem Wissen fluch’ ich, fliehe weit deinen Frieden, weißt du nicht offen, ehrlich und frei Verträgen zu wahren die Treu’! Ein dummer Riese rät dir das:

Du Weiser, wiss’ es von ihm.

WOTAN Wie schlau für Ernst du achtest, was wir zum Scherz nur beschlossen! Die liebliche Göttin, licht und leicht, was taugt euch Tölpeln ihr Reiz?

FASOLT Höhnst du uns? Ha, wie unrecht! Die ihr durch Schönheit herrscht, schimmernd hehres Geschlecht, wir törig strebt ihr nach Türmen von Stein, setzt um Burg und Saal Weibes Wonne zum Pfand! Wir Plumpen plagen uns schwitzend mit schwieliger Hand, ein Weib zu gewinnen, das wonnig und mild bei uns Armen wohne; und verkehrt nennst du den Kauf?

FAFNER Schweig dein faules Schwatzen, Gewinn werben wir nicht:

Freias Haft hilft wenig, doch viel gilt’s den Göttern sie zu entreißen. Goldene Äpfel wachsen in ihrem Garten; sie allein weiß die Äpfel zu pflegen! Der Frucht Genuß frommt ihren Sippen

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The Libretti

DAS RHEINGOLD

What you are you are through contracts alone:

your power, mark me well,

is bound by sworn agreements.

Although you are wiser than we in our wits and bound us freemen to keep the peace:

I’ll curse all your wisdom, put an end to your peace, if, openly, fairly and

freely, you cannot keep faith with your contracts!

A dull-witted giant enjoins you thus:

you witling, learn it from him!

WOTAN How cunning to take in earnest what was decided in jest! The lovely goddess, radiant and light, what use are her charms to you churls?

FASOLT You jeer at us? Ha, how unjust! You who rule through beauty, augustly glittering race, how foolish to strive

after towers of stone, placing woman’s delights in pawn for the sake of castle and hall! We blunderheads toil away, sweating with blistered hand,

to win a wife who, fair and meek,

would dwell with us poor creatures:

and you say that the deal is invalid?

FAFNER Stop your idle chatter! We’ll gain no good from this:

holding Freia helps us little; but much will be gained

if we wrest her away from the gods.

Golden apples grow in her garden; she alone knows how to tend them; the taste of the fruit confers on her kinsfolk

zu ewig nie alternder Jugend: eternally never- ageing youth; but, sick and wan, their bloom

zu ewig nie alternder Jugend:

eternally never- ageing youth; but, sick and wan, their bloom will wither, old and weak they’ll waste away, if Freia they have to forgo:

so let her be plucked from their midst!

Kampf kiesten wir nicht, verlangen nur unsern Lohn.

Strife was not what we sought, we only want our reward.

siech und bleich doch sinkt ihre Blüte, alt und schwach schwinden sie hin, müssen Freia sie missen. Ihrer Mitte drum sei sie entführt!

DONNER Schon oft zahlt’ ich Riesen den Zoll. Kommt her, des Lohnes Last wäg’ ich mit gutem Gewicht!

DONNER Often before I’ve paid giants their due; come here, the debt’s discharge I’ll weigh out in plentiful measure.

WOTAN Loge säumt zu lang!

WOTAN Loge delays too long!

FASOLT Schlicht gib nun Bescheid!

FASOLT Give us a straightforward answer!

WOTAN Halt, du Wilder! Nichts durch Gewalt! Verträge schützt meines Speeres Schaft:

WOTAN Stop, you firebrand! Nothing by force! My spearshaft safeguards contracts:

WOTAN Fordert andern Sold!

WOTAN Demand some other payment!

spar’ deines Hammers Heft!

spare your hammer’s haft.

FASOLT Kein andrer: Freia allein!

FASOLT No other: Freia alone!

FREIA Wehe! Wehe! Wotan verläßt mich!

FREIA Alas! Alas! Wotan forsakes me!

FAFNER Du da! Folg uns!

FAFNER You there! Come with us!

FRICKA Begreif ’ ich dich noch, grausamer Mann?

FRICKA Have I heard you aright, merciless man?

FREIA Helft! Helft, vor den Harten! (Froh und Donner kommen eilig.)

FREIA Help! Save me from these brutes! (Froh and Donner come running in.)

WOTAN (sieht Loge kommen)

WOTAN (seeing Loge coming)

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Endlich Loge!

Loge At Last!

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FROH

FROH

Eiltest du so, den du geschlossen, den schlimmen Handel zu schlichten?

Have you come in such haste to resolve the bad bargain you struck?

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Zu Mir, Freia! Meide sie, Frecher! Froh schützt die Schöne.

DONNER Fasolt und Fafner, fühltet ihr schon meines Hammers harten Schlag?

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To Me, Freia! Get back, you bully! Froh protects fair Freia.

DONNER Fasolt and Fafner, you’ve felt my hammer’s heavy blow before?

LOGE Wie? Welchen Handel hätt’ ich geschlossen? Wohl was mit den Riesen dort im Rate du dangst? In Tiefen und Höhen treibt mich mein Hang; Haus und Herd behagt mir nicht. Donner und Froh, die denken an Dach und Fach, wollen sie frei’n, ein Haus muß sie erfreu’n.

LOGE What? Which bargain is that that I’m said to have struck? The one you discussed with the giants in council? To hollow and height my hankering drives me; house and hearth delight me not. Donner and Froh think only of house and home; if they’d go awooing,

FAFNER Was soll das Drohn?

FAFNER What use are your threats?

FASOLT Was dringst du her?

FASOLT What use is your meddling?

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DAS RHEINGOLD

Ein stolzer Saal, ein starkes Schloß, danach stand Wotans Wunsch. Haus und Hof, Saal und

Ein stolzer Saal, ein starkes Schloß, danach stand Wotans Wunsch. Haus und Hof, Saal und Schloß, die selige Burg, sie steht nun fest gebaut. Das Prachtgemäuer prüft’ ich selbst, ob alles fest, forscht’ ich genau:

a

home must make them happy:

FRICKA Sieh, welch trugvollem Schelm du getraut!

FRICKA See what a treacherous rogue you’ve trusted!

stately hall, a sturdy keep, such was Wotan’s wish. House and court, hall and keep, your blissful abode

a

FROH Loge heißt du, doch nenn’ ich dich Lüge!

FROH Loge’s your name, but I call you Liar!

now stands there, solidly built; the proud-standing walls

DONNER Verfluchte Lohe, dich lösch’ ich aus!

DONNER Accursed flame, I’ll snuff you out!

I tested myself;

I looked to see

LOGE Ihre Schmach zu decken, schmähen mich Dumme!

LOGE To hide their shame the fools defame me.

if

all was firm:

Fasolt und Fafner fand ich bewährt:

Fasolt and Fafner have done their work well; no stone stirs in the studwork. I’ve not been idle, like many here:

he lies who calls me lazy!

WOTAN In Frieden laßt mir den Freund! Nicht kennt ihr Loges Kunst:

reicher wiegt seines Rates Wert, zahlt er zögernd ihn aus.

WOTAN Leave my friend in peace! You don’t know Loge’s art:

greater the value of his advice when he delays in paying it out.

kein Stein wankt in Gestemm’. Nicht müßig war ich, wie mancher hier; der lügt, wer lässig mich schilt!

WOTAN Arglistig weichst du mir aus:

WOTAN Slyly you seek to elude me; take care, in truth, that you don’t deceive me. Of all the gods your only friend,

FAFNER

FAFNER No more delays! Pay up quickly!

Nichts gezögert!

mich zu betrügen hüte in Treuen dich wohl! Von allen Göttern dein einz’ger Freund, nahm ich dich auf in der übel trauenden Troß. Nun red und rate klug! Da einst die Bauer der Burg zum Dank Freia bedangen, du weißt, nicht anders willigt’ ich ein, als weil auf Pflicht du gelobtest, zu lösen das hehre Pfand.

Rasch gezahlt!

FASOLT Lang währt’s mit dem Lohn!

FASOLT The wage is long overdue.

took you into the ill-trusting tribe. Now speak and counsel wisely! When the stronghold’s builders demanded Freia as thanks, you know that I only agreed because you had promised on oath to redeem the noble pledge.

I

WOTAN Jetzt hör, Störrischer! Halte Stich! Wo schweiftest du hin und her?

WOTAN Now listen, you stubborn creature! Keep your promised word! Where have you been roaming?

LOGE

LOGE

LOGE Mit höchster Sorge drauf zu sinnen, wie es zu lösen, das hab’ ich gelobt. Doch, daß ich fände, was nie sich fügt, was nie gelingt, wie ließ sich das wohl geloben?

LOGE With utmost care to ponder on ways by which to redeem it – that I did indeed promise:

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Immer ist Undank Loges Lohn! Für dich nur besorgt, sah ich mich um, durchstöbert’ im Sturm alle Winkel der Welt, Ersatz für Freia zu suchen, wie er den Riesen wohl recht. Umsonst sucht’ ich, und sehe nun wohl:

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Ingratitude Ever is Loge’s wage. For your sake alone, I looked all around me, stormily scouring the ends of the earth, seeking a ransom for Freia that the giants might approve:

but that I would find what never befell and what’s bound to fail, how could that promise be made?

 

I sought in vain and see full well:

in der Welten Ring nichts ist so reich,

in the whole wide world there’s naught so rare

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DAS RHEINGOLD

als Ersatz zu muten dem Mann für Weibes Wonne und Wert! So weit Leben und

als Ersatz zu muten dem Mann für Weibes Wonne und Wert! So weit Leben und Weben, In Wasser, Erd’ und Luft, viel frug’ ich, forschte bei allen, wo Kraft nur sich rührt, und Keime sich regen: was wohl dem Manne mächt’ger dünk’, als Weibes Wonne und Wert? Doch so weit Leben und Weben, verlacht nur ward meine fragende List:

as to strike mankind as a worthy ransom for women’s delights and worth. Wherever there’s life and breath in water, earth and air, I asked a good deal, enquired of all where the lifeforce moves and seedbuds stir: what might man deem mightier than woman’s delights and worth? But wherever there’s life and breath, my inquisitive cunning was laughed to scorn:

doch schlau entschlüpfte unserm Zwange immer der Zwerg.

but the dwarf has always slyly slipped from our clutches.

FAFNER Neue Neidtat sinnt uns der Niblung, gibt das Gold ihm Macht. (zu Loge) Du da, Loge! Sag ohne Lug: was Großes gilt denn das Gold, daß dem Niblung es genügt?

FAFNER

The Niblung will think up new ways to harm us

as

long as the gold gives him power. (to Loge)

You there, Loge! Say without lying: what is the gold’s great virtue that the Niblung wants nothing more?

in Wasser, Erd’ und Luft, lassen will nichts von Lieb’ und Weib. Nur Einen Sah Ich, der sagte der Liebe ab:

in water, earth and air none will relinquish love and women. Only One Man I Saw who forswore love’s delights:

LOGE Ein Tand ist’s in des Wassers Tiefe, lachenden Kindern zur Lust:

LOGE

A

toy it is in the watery deep,

delighting laughing children:

um rotes Gold entriet er des Weibes Gunst. Des Rheines klare Kinder klagten mir ihre Not: der Nibelung, Nacht-Alberich, buhlte vergebens um der Badenden Gunst; das Rheingold da raubte sich rächend der Dieb: das dünkt ihn nun das teuerste Gut, hehrer als Weibes Huld. Um den gleißenden Tand, der Tiefe entwandt, erklang mir der Töchter Klage:

for the sake of red gold he forwent women’s favours. The Rhine’s fair children complained to me of their plight: the Nibelung, Night-Alberich, wooed in vain for the nixies’ favours; the thief then stole the Rhinegold in his revenge: it seems to him now the rarest jewel, greater than woman’s grace. For the glittering toy that was torn from the deep the daughters’ lament rang out:

doch ward es zum runden Reife geschmiedet, hilft es zur höchsten Macht, gewinnt dem Manne die Welt.

but once it is forged

to

a rounded hoop it helps to achieve supreme power

and wins the world for its master.

WOTAN Von des Rheines Gold hört’ ich raunen:

WOTAN Of the gold in the Rhine I’ve heard it whispered that booty-runes lie hid in its fiery glow; power and riches beyond measure may accrue from a ring.

Beute-Runen berge sein roter Glanz; Macht und Schätze schüf ’ ohne Maß ein Reif.

an dich, Wotan, wenden sie sich, daß zu Recht du zögest den Räuber, das Gold dem Wasser wieder gebest, und ewig es bliebe ihr Eigen. Dir’s zu melden, gelobt’ ich den Mädchen:

to you, Wotan, they now appeal, that you call the thief to account and give back the gold to the waters, to remain their own forever. To tell you this I promised the maidens:

FRICKA Taugte Wohl des goldnen Tandes gleißend Geschmeid auch Frauen zu schönem Schmuck?

FRICKA Might The Golden Trinket’s glittering gem be worn by women and serve as a fair adornment?

nun löste Loge sein Wort.

now Loge has kept his word.

LOGE Des Gatten Treu’ ertrotzte die Frau, trüge sie hold den hellen Schmuck, den schimmernd Zwerge schmieden, rührig im Zwange des Reifs.

LOGE

WOTAN Törig bist du, wenn nicht gar tückisch! Mich selbst siehst du in Not:

WOTAN You’re foolish, not to say spiteful! You see me in need myself:

A

wife might force her spouse to be true

she lovingly wore the bright-shining jewel,

if

which, shimmering, dwarfs have forged, bestirred by the spell on the ring.

wie hülf ’ ich andern zum Heil?

how, then, might I help others?

FASOLT (zu Fafner) Nicht gönn’ ich das Gold dem Alben; viel Not schon schuf uns der Niblung,

FASOLT (to Fafner) The gold I begrudge the elf; the Nibelung’s caused us much distress,

FRICKA Gewänne mein Gatte sich wohl das Gold?

FRICKA Might my husband win the gold for himself?

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DAS RHEINGOLD

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WOTAN Des Reifes zu walten, rätlich will es mich dünken. Doch wie, Loge, lernt’ ich die Kunst? Wie schüf ’ ich mir das Geschmeid’?

WOTAN To wield the ring seems wise to me. But, Loge, how might I learn the art? How could I make me the trinket?

 

ziehst den Räuber du zu Recht, um des Rheines Töchtern, den roten Tand, das Gold wiederzugeben; denn darum flehen sie dich.

when you call the thief to account and make him give back the red trinket, the gold, to the River Rhine’s daughters:

for that is what they beg of you.

LOGE

LOGE

WOTAN Des Rheines Töchtern?

WOTAN The River Rhine’s daughters? What boots such advice?

 

Ein Runenzauber zwingt das Gold zum Reif; keiner kennt ihn; doch einer übt ihn leicht, der sel’ger Lieb’ entsagt. Das sparst du wohl; zu spät auch kämst du:

A

rune-spell makes a ring from the gold:

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Was taugt mir der Rat?

no one knows what it is, yet the spell is easily cast by him who forswears love’s delights. You’d rather not; but you’d be too late:

FRICKA Von dem Wassergezücht mag ich nichts wissen:

FRICKA Of the watery brood I’d rather not know; for many a man – to my grief! – they have lewdly lured to their watery lair.

Alberich zauderte nicht. Zaglos gewann er des Zaubers Macht:

Alberich did not flinch; undaunted, he gained the magic power and managed to make the ring.

 

schon manchen Mann – mir zum Leid – verlockten sie buhlend im Bad.

geraten ist ihm der Ring!

FAFNER (zu Fasolt)

FAFNER (zu Fasolt)

DONNER Zwang uns allen

DONNER The dwarf would

schüfe der Zwerg, würd’ ihm der Reif nicht entrissen.

WOTAN Den Ring muß ich haben!

enslave us all were the ring not wrested from him.

WOTAN I must have the ring!

Glaub’ mir, mehr als Freia frommt das gleißende Gold:

auch ew’ge Jugend erjagt, wer durch Goldes Zauber sie zwingt. (zu Wotan)

Hör, Wotan, der Harrenden Wort! Freia bleib’ euch in Frieden; leicht’ren Lohn fand ich zur Lösung:

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Believe me, the glittering gold is worth far more than Freia:

eternal youth may also be gained by him who obtains it by force through the gold’s magic spell. (zu Wotan)

Hear, Wotan, the word of us who have waited! Freia may live in peace with you; an easier payment I’ve found as ransom:

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FROH Leicht erringt ohne Liebesfluch er sich jetzt.

FROH Now it’s easily won, there’s no need to curse love

uns rauhen Riesen genügt des Niblungen rotes Gold.

we uncouth giants will content ourselves with the Nibelung’s bright red gold.

LOGE Spottleicht, ohne Kunst, wie im Kinderspiel!

LOGE

 

Absurdly easy, no skill

WOTAN Seid ihr bei Sinn? Was nicht ich besitze, soll ich euch Schamlosen schenken?

WOTAN Are you out of your minds? What I myself do not own I’m to give to you shameless creatures?

 

is

required, it’s child’s play indeed!

WOTAN So rate, wie?

WOTAN Then tell us, how?

 

LOGE Durch Raub! Was ein Dieb stahl, das stiehlst du dem Dieb; ward leichter ein Eigen erlangt? Doch mit arger Wehr wahrt sich Alberich; klug und fein mußt du verfahren,

LOGE By theft! What a thief stole you steal from the thief:

FAFNER Schwer baute dort sich die Burg; leicht wird dir’s mit list’ger Gewalt, was im Neidspiel nie uns gelang, den Niblungen fest zu fah’n.

FAFNER The stronghold here was hard to build; it’s easy for you with your cunning and force to bind the Nibelung fast – which we’ve never achieved in war.

could what one owns be more easily won? But with cunning defence is Alberich armed; shrewd and subtle must be your approach

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DAS RHEINGOLD

WOTAN Für euch müht’ ich mich um den Alben? Für euch fing’ ich den Feind?

WOTAN Für euch müht’ ich mich um den Alben? Für euch fing’ ich den Feind? Unverschämt und überbegehrlich, macht euch Dumme mein Dank!

WOTAN For you should I trouble myself with the dwarf? For you should I capture your foe? Unabashed and over-demanding my thanks have made you, you fools.

 

DONNER Breche denn alles!

DONNER May everything perish!

 

FREIA

FREIA Save me! Help!

Rettet! Helft!

FASOLT (ergreift plötzlich Freia) Hieher, Maid! In unsre Macht! Als Pfand folgst du uns jetzt, bis wir Lösung empfah’n!

FASOLT (suddenly seizing Freia) Come here, child! You’re in our power! As hostage you’ll follow us now, until we receive a ransom.

LOGE Über Stock und Stein zu Tal stapfen sie hin:

durch des Rheines Wasserfurt waten die Riesen. Fröhlich nicht hängt Freia den Rauhen über dem Rücken! Heia! Hei! Wie taumeln die Tölpel dahin! Durch das Tal talpen sie schon. Wohl an Riesen- heims Mark erst halten sie Rast.

LOGE Over hedge and ditch they trudge down into the valley; through the ford on the Rhine the giants are wading:

far from happy, Freia is hanging over the ruffians’ backs! Heia! Hey! How the louts are lurching along! Already they’re lumbering down through the valley; only at Riesenheim’s border will they stop for rest!

FREIA Wehe! Wehe! Wehe!

FREIA Alas! Woe’s me! Alas!

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Was Sinnt Nun Wotan

Why’s Wotan So Strangely

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FAFNER Fort von hier sei sie entführt! Bis Abend, achtet’s wohl, pflegen wir sie als Pfand; wir kehren wieder; doch kommen wir, und bereit liegt nicht als Lösung das Rheingold licht und rot

FAFNER Away from here let her be led! Till evening – mark me well – we’ll take good care of our hostage:

so Wild? Den sel’gen Göttern wie geht’s? Trügt mich ein Nebel? Neckt mich ein Traum? Wie bang und bleich verblüht ihr so bald! Euch erlischt der Wangen Licht; der Blick eures Auges verblitzt! Frisch, mein Froh, noch ist’s ja früh! Deiner Hand, Donner, entsinkt ja der Hammer! Was ist’s mit Fricka? Freut sie sich wenig ob Wotans grämlichem Grau, das schier zum Greisen ihn schafft?

Thoughtful? What ails the blessed immortals? Is some mist playing tricks? Does a dream delude me? How fearful and wan you wither away so soon! The bloom in your cheeks is fading; the light has gone from your eyes! Take heart, my Froh! It’s early yet! From your hand, Donner, your hammer is sinking! What ails Fricka? Is she little pleased at Wotan’s sullen greyness, that suddenly makes him old?

we’ll then return; but if we come back and the Rhinegold, bright and red, is not lying ready as ransom

FASOLT zu End’ ist die Frist dann, Freia verfallen:

FASOLT your term will be up then, Freia forfeit:

für immer folge sie uns!

she’ll then follow us for ever!

FREIA Schwester! Brüder! Rettet! Helft! (Sie wird von den hastig enteilenden Riesen fortgetragen.)

FREIA Sister! Brothers! Save me! Help! (Freia is carried off by the giants as they hurry away.)

 

FRICKA Wehe! Wehe! Was ist geschehen?

FRICKA Woe! Ah woe! Whatever has happened?

FROH Auf, ihnen nach!

FROH Come on, let’s pursue them!

DONNER Mir sinkt die Hand!

DONNER My hand is sinking!

FROH Mir stockt das Herz!

FROH My heartbeat falters!

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DAS RHEINGOLD

LOGE Jetzt Fand Ich’s: Hört, Was Euch Fehlt! Von Freias Frucht genosset ihr heute noch

LOGE Jetzt Fand Ich’s: Hört, Was Euch Fehlt! Von Freias Frucht genosset ihr heute noch nicht. Die goldnen Äpfel in ihrem Garten, sie machten euch tüchtig und jung, aßt ihr sie jeden Tag. Des Gartens Pflegerin ist nun verpfändet; an den Ästen darbt und dorrt das Obst, bald fällt faul es herab. Mich kümmert’s minder; an mir ja kargte Freia von je knausernd die köstliche Frucht:

LOGE I Have It! Hear What You Lack! Of Freia’s fruit you’ve not yet tasted today:

 

Freia gilt es zu lösen!

Freia must be redeemed.

LOGE Wie du befiehlst führ’ ich dich gern:

 

LOGE

As

you command, I’ll gladly guide you:

the golden apples within her garden kept you hale and young when you ate them every day. She who tends the garden has now been placed in pawn; on the branches the fruit dries out and withers:

steil hinab steigen wir denn durch den Rhein?

shall we descend straight down through the Rhine?

WOTAN Nicht durch den Rhein!

WOTAN Not through the Rhine!

soon it will rot and fall. – It troubles me less: in her niggardly fashion Freia would always begrudge me the luscious fruit:

LOGE So schwingen wir uns durch die Schwefelkluft. Dort schlüpfe mit mir hinein! (Er geht voran und verschwindet seitwärts in einer Kluft.)

LOGE Then let’s swing ourselves down through the sulphurous cleft:

denn halb so echt nur bin ich wie, Selige, ihr! Doch ihr setztet alles auf das jüngende Obst:

for I’m only half as godlike as you, you immortals! But you staked all on the youth-giving fruit, as the giants knew full well; your very lives they’ve threatened: now look to ways of saving yourselves. Without the apples, old and grey, grizzled and grim, withered and scorned by the world, the race of gods will perish.

come, slip with me through there! (He leads the way and disappears sideways into a crevice.)

WOTAN

das wußten die Riesen wohl; auf eurer Leben legten sie’s an: nun sorgt, wie ihr das wahrt! Ohne die Äpfel, alt und grau, greis und grämlich, welkend zum Spott aller Welt, erstirbt der Götter Stamm.

WOTAN Ihr andern harrt bis Abend hier:

You others wait here till evening:

verlorner Jugend erjag’ ich erlösendes Gold! (Er steigt Loge nach in die Kluft hinab.)

I go in search of redeeming gold

to

ransom our lost youth!

FRICKA Wotan, Gemahl, unsel’ger Mann! Sieh, wie dein Leichtsinn lachend uns allen Schimpf und Schmach erschuf!

FRICKA Wotan, My Husband, unhappy man! See how your folly has laughingly brought you naught but shame and disgrace!

(He climbs down into the crevice after Loge.)

DONNER Fahre wohl, Wotan!

DONNER Fare well, Wotan!

FROH Glück auf! Glück auf!

FROH Good luck! Good luck!

 

WOTAN

WOTAN

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Auf, Loge, hinab mit mir!

Get up, Loge! Come down with me! To Nibelheim let’s descend:

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FRICKA O kehre bald zur bangenden Frau!

FRICKA

Nach Nibelheim fahren wir nieder:

O

come back soon to your careworn wife!

 

gewinnen will ich das Gold.

the gold I mean to win.

   

LOGE Die Rheintöchter riefen dich an:

LOGE The Rhinedaughters cried out for your help:

VERWANDLUNGSMUSIK DRITTE SZENE NIBELHEIM

TRANSFORMATION MUSIC SCENE THREE NIBELHEIM

so dürfen Erhörung sie hoffen?

so may they hope to be heard?

ALBERICH

ALBERICH Hihi! Hihi! This way! This way! You shifty dwarf!

 

WOTAN Schweige, Schwätzer! Freia, die Gute,

WOTAN Silence, babbler! Freia the good,

 

Hehe! Hehe!

Hieher! Hieher!

Tückischer Zwerg!

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The Libretti

DAS RHEINGOLD

    16 Schau, Du Schelm! Look, You Knave! 16 Tapfer gezwickt sollst du mir
   
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Schau, Du Schelm!

Look, You Knave!

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Tapfer gezwickt sollst du mir sein, schaffst du nicht fertig, wie ich’s bestellt, zur Stund’ das feine Geschmeid’!

MIME Ohe! Ohe! Au! Au! Laß mich nur los! Fertig ist’s, wie du befahlst, mit Fleiß und Schweiß ist es gefügt nimm nur die Nägel vom Ohr!

You’ll be properly pinched if you don’t finish making the delicate jewel on time, as I ordered.

MIME Oh! Oh! Ow! Ow! Just let me go! It’s already finished, just as you asked; with toil and sweat it was fitted together:

Alles geschmiedet und fertig gefügt, wie ich’s befahl! So wollte der Tropf schlau mich betrügen? Für sich behalten das hehre Geschmeid’, das meine List ihn zu schmieden gelehrt? Kenn’ ich dich dummen Dieb? (Er setzt das Gewirk als Tarnhelm auf den Kopf.) Dem Haupt fügt sich der Helm:

Everything forged and fitted together, just as I asked! So the simpleton slyly wanted to trick me, keep for himself the costly jewel that my cunning alone had taught him to craft? Have I caught you out, you dim-witted thief? (He places the metalwork on his head as a “tarnhelm”.) The helm fits tightly over my head:

only let go of my ear!

ob sich der Zauber auch zeigt? »Nacht und Nebel, niemand gleich!« (Seine Gestalt verschwindet; statt ihrer gewahrt man eine Nebelsäule.) Siehst du mich, Bruder?

will the magic spell also work? “Night and mist, like to none!” (He disappears and in his place can be seen a column of mist.) Can you see me, brother?

ALBERICH Was zögerst du dann und zeigst es nicht?

ALBERICH So why are you waiting? Why don’t you show it me?

MIME Ich Armer zagte, daß noch was fehle.

MIME Poor wretch that I am, I feared something was missing

MIME Wo bist du? Ich sehe dich nicht.

MIME Where are you? I can’t see you.

ALBERICH Was wär’ noch nicht fertig?

ALBERICH What’s not yet ready?

ALBERICH So fühle mich doch, du fauler Schuft! Nimm das für dein Diebesgelüst!

ALBERICH Then feel me, you idle wretch! Take that for your thieving greed!

MIME Hier… und da…

MIME Here… and there…

ALBERICH Was hier und da? Her das Geschmeid’!

ALBERICH What here and there? Give me the trinket!

MIME Ohe, Ohe! Au! Au! Au!

ALBERICH Hab Dank, du Dummer! Dein Werk bewährt sich gut! Hoho! Hoho! Niblungen all’, neigt euch nun Alberich! Überall weilt er nun, euch zu bewachen; Ruh’ und Rast ist euch zerronnen; ihm müßt ihr schaffen wo nicht ihr ihn schaut; wo nicht ihr ihn gewahrt, seid seiner gewärtig! Untertan seid ihr ihm immer! Hoho! Hoho! Hört ihn, er naht: der Niblungen Herr!

MIME Oh! Oh! Ow! Ow! Ow!

ALBERICH My thanks, you dimwit! Your work has proved its worth! Hoho! Hoho! Nibelungs all, bow down to Alberich! Everywhere now he lies in wait to keep you under surveillance; rest and repose have melted away; for him you must toil where you cannot see him; where you don’t expect him, there you shall find him:

you’re subject to him for ever! Hoho! Hoho! Hear him, he nears: the Nibelungs’ lord!

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The Libretti

DAS RHEINGOLD

(Die Nebelsäule verschwindet dem Hinter- grunde zu: man hört in immer weiterer Ferne Alberichs Toben

(Die Nebelsäule verschwindet dem Hinter- grunde zu: man hört in immer weiterer Ferne Alberichs Toben und Zanken. Wotan und Loge lassen sich aus einer Schlucht von oben herab.)

(The column of mist disappears towards the back of the stage: Alberich’s voice can be heard receding into the distance. Wotan and Loge descend through a crevice.)

LOGE Dich, Mime, zu binden, was gab ihm die Macht?

LOGE What gave him the power to bind you, Mime?

MIME Mit arger List schuf sich Alberich aus Rheines Gold einen gelben Reif:

MIME

   

With cunning artifice Alberich crafted

 

LOGE

LOGE

a

yellow ring of gold from the Rhine:

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Nibelheim Hier:

Nibelheim’s Here:

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seinem starken Zauber zittern wir staunend; mit ihm zwingt er uns alle, der Niblungen nächt’ges Heer. Sorglose Schmiede, schufen wir sonst wohl Schmuck unsern Weibern, wonnig Geschmeid’, niedlichen Niblungentand; wir lachten lustig der Müh’. Nun zwingt uns der Schlimme, in Klüfte zu schlüpfen, für ihn allein uns immer zu mühn. Durch des Ringes Gold errät seine Gier, wo neuer Schimmer in Schachten sich birgt:

da müssen wir spähen, spüren und graben, die Beute schmelzen und schmieden den Guß, ohne Ruh’ und Rast dem Herrn zu häufen den Hort.

at its powerful spell we tremble in awe; for with it he bends us all to his will, the Nibelungs’ army of night. Carefree smiths, we used to fashion trinkets for our womenfolk, delightful gems and delicate Nibelung toys:

we cheerfully laughed at our pains. But now the criminal makes us crawl into crevices, ever toiling for him alone. Through the ring’s red gold his greed can divine where more gleaming veins lie buried in shafts:

there we must seek and search and dig, smelting the spoils and working the cast without rest or repose, to heap up the hoard for our lord.

durch bleiche Nebel was blitzen dort feurige Funken?

through leaden mists what fiery sparks are flashing there!

 

MIME Au! Au! Au!

MIME Ow! Ow! Ow!

WOTAN Hier stöhnt es laut:

WOTAN Something’s groaning loudly here:

was liegt im Gestein?

what’s lying among the stones?

LOGE Was Wunder wimmerst du hier?

LOGE Why are you whimpering, you wondrous thing?

 

MIME

MIME

Ohe! Ohe!

Oh! Oh!

Au! Au!

Ow! Ow!

LOGE Hei, Mime! Muntrer Zwerg! Was zwickt und zwackt dich denn so?

LOGE Hey, Mime! You merry dwarf! What plagues and pinches you so?

LOGE Dich Trägen so eben traf wohl sein Zorn?

LOGE You idler roused his wrath just now?

MIME Mich Ärmsten, ach, mich zwang er zum Ärg- sten:

MIME

MIME Laß mich in Frieden!

MIME Leave me in peace!

 

On me, the most wretched, he forced the worst

 

task:

   

ein Helmgeschmeid’ hieß er mich schweißen; genau befahl er, wie es zu fügen. Wohl merkt’ ich klug, welch mächtige Kraft zu eigen dem Werk, das aus Erz ich wob; für mich drum hüten wollt’ ich den Helm; durch seinen Zauber Alberichs Zwang mich entziehn:

ja vielleicht

vielleicht

a

metal helm he bade me weld;

LOGE Das will ich freilich, und mehr noch, hör:

LOGE Of course I’ll do so, and even more! Listen:

he told me exactly how to craft it.

I

cleverly noted what magic power

helfen will ich dir, Mime!

I want to help you, Mime!

lay in the piece that I forged from the ore:

MIME Wer Hälfe Mir? Gehorchen muß ich dem leiblichen Bruder, der mich in Bande gelegt.

MIME Who’d Ever Help Me? I’m bound to obey my own bloodbrother who’s bound me in fetters fast.

so I wanted to keep the helm for myself, by means of its magic free me from Alberich’s sway – perhaps – yes, perhaps outwit my tormentor

den Lästigen selbst überlisten,

     
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The Libretti

DAS RHEINGOLD

in meine Gewalt ihn zu werfen, den Ring ihm zu entreißen, daß, wie ich Knecht

in meine Gewalt ihn zu werfen, den Ring ihm zu entreißen, daß, wie ich Knecht jetzt dem Kühnen, mir Freien er selber dann fröhn’!

and, placing him in my power, wrest the ring from his grasp, so that, just as I’m now a slave to that bully, he’d serve me, a free man, in turn!

WOTAN Sein’ harren wir hier. (Alberich, der den Tarnhelm vom Haupte genommen hat, treibt mit geschwungener Geißel eine Schar Nibelungen vor sich her.)

WOTAN We’ll wait for him here. (Alberich, who has removed the tarnhelm from his head, enters brandishing a whip, with which he drives a group of Nibelungs before him.)

LOGE Warum, du Kluger, glückte dir’s nicht?

LOGE If you’re so clever, why did you fail?

ALBERICH Hieher! Dorthin! Hehe! Hoho! Träges Heer, dort zu Hauf schichtet den Hort! Du da, hinauf! Willst du voran? Schmähliches Volk, ab das Geschmeide! Soll ich euch helfen? Alle hieher! He! Wer ist dort? Wer drang hier ein? Mime, zu mir, schäbiger Schuft! Schwatztest du gar mit dem schweifenden Paar? Fort, du Fauler! Willst du gleich schmieden und schaffen? He! An die Arbeit! Alle von hinnen! Hurtig hinab! Aus den neuen Schachten schafft mir das Gold! Euch grüßt die Geißel, grabt ihr nicht rasch! Daß keiner mir müßig, bürge mir Mime, sonst birgt er sich schwer meiner Geißel Schwunge! Daß ich überall weile, wo keiner mich wähnt, das weiß er, dünkt mich, genau! Zögert ihr noch? Zaudert wohl gar? (Er zieht seinen Ring vom Finger, küßt ihn und streckt ihn drohend aus.) Zittre und zage, gezähmtes Heer! Rasch gehorcht des Ringes Herrn! (Unter Geheul und Gekreisch stieben die Ni-

ALBERICH This way! This way! Hihi! Hoho! You idle herd, there in a heap pile up the hoard! You there, get up! Move to the front! Contemptible creatures, put down the trinkets! Do you want me to help you? Everything here! Hey! Who’s that there? Who’s broken in here? – Mime! To me, you scurvy wretch! Have you blabbed all to this pair of vagrants? Away, you idler! Back to your smelting and smithying! Hey! Get to work! Away with you all! Get down there at once! Gather the gold from the newly-sunk shafts! You’ll taste my whip if you don’t dig quickly! That none shall be idle Mime shall answer, or else he’ll not scape the swing of my scourge:

MIME Ach, der das Werk ich wirkte, den Zauber, der ihm entzuckt, den Zauber erriet ich nicht recht! Der das Werk mir riet und mir’s entriß, der lehrte mich nun, doch leider zu spät, welche List läg’ in dem Helm:

MIME Alas, I who wrought the work failed to guess the spell aright, the spell that stirs within it! He who ordered the work and snatched it away has taught me now – too late, alas! – what artifice lies in the helmet:

Meinem Blick entschwand er, doch Schwielen dem Blinden schlug unschaubar sein Arm. Das schuf ich mir Dummen schön zu Dank!

he vanished from sight, but his arm, unseen, dealt weals to one who was blind. Fool that I am, that’s the thanks that I earned for myself.

LOGE (zu Wotan) Gesteh, nicht leicht gelingt der Fang

LOGE (to Wotan) Admit it, his capture will not be easy.

WOTAN Doch erliegt der Feind, hilft deine List!

WOTAN But our foe will fall with the help of your cunning

MIME Mit eurem Gefrage, wer seid denn ihr Fremde?

MIME Who are you strangers, with all your questions?

LOGE Freunde dir; von ihrer Not befrein wir der Niblungen Volk!

LOGE Friends of yours; from their plight we shall free the Nibelung folk.

that I’m lying in wait where no one expects me – he know, I think, well enough. – You’re lingering still? You dare to delay? (He draws the ring from his finger, kisses it and holds it out threateningly. Tremble and quail, downtrodden herd:

 

MIME

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Nehmt Euch In Acht! Alberich naht.

Be On Your Guard! Alberich’s coming.

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be quick and obey the lord of the ring! (Amidst howling and shrieking the Nibelungs –

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DAS RHEINGOLD

belungen, unter ihnen Mime, auseinander und schlüpfen in die Schächte hinab.) ALBERICH (zu Wotan und

belungen, unter ihnen Mime, auseinander und schlüpfen in die Schächte hinab.)

ALBERICH (zu Wotan und Loge) Was wollt ihr hier?

WOTAN Von Nibelheims nächt’gem Land vernahmen wir neue Mär’:

mächtige Wunder wirke hier Alberich; daran uns zu weiden, trieb uns Gäste die Gier.

ALBERICH Nach Nibelheim führt euch der Neid:

so kühne Gäste, glaubt, kenn’ ich gut!

LOGE Kennst du mich gut, kindischer Alp? Nun sag, wer bin ich, daß du so bellst? Im kalten Loch, da kauernd du lagst, wer gab dir Licht und wärmende Lohe, wenn Loge nie dir gelacht? Was hülf ’ dir dein Schmieden, heizt’ ich die Schmiede dir nicht? Dir bin ich Vetter, und war dir Freund:

nicht fein drum dünkt mich dein Dank!

ALBERICH Den Lichtalben lacht jetzt Loge, der list’ge Schelm:

bist du Falscher ihr Freund, wie mir Freund du einst warst:

haha! Mich freut’s! Von ihnen fürcht’ ich dann nichts.

Mime among them – scatter and slip away into the shafts all around them.)

ALBERICH (to Wotan and Loge) What Do You Want Here?

WOTAN Of Nibelheim’s night-shrouded land new tidings we’ve heard tell:

it’s said that here Alberich works mighty wonders; the urge to feast our eyes on them has brought us here as your guests.

ALBERICH Envy brings you to Nibelheim:

such dauntless guests, believe me, I know well

LOGE You know me well, you childish elf? Then say who I am that you yelp like that. In a frozen hole, where you coweringly lay,

who’d have given you light and a warming fire

if Loge hadn’t smiled on you?

What use would your forgework have been if I hadn’t heated your forge?

I am your kinsman and once was your friend:

so your thanks seem far from fitting!

ALBERICH So Loge now smiles on the light-elves, cunning rogue that he is? If, false traitor, you’re now their friend, as you once were a friend to me, haha! – I’m glad – from them I have nothing to fear.