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Intelligenz als Brücke

Von Marcus Schmieke

Der Physiker und Nobelpreisträger B.D. Josephson hat 1986 auf dem 1. Weltkongreß für eine Synthese von
Wissenschaft und Religion die folgende Geschichte erzählt, um diesen Punkt zu verdeutlichen:

Einige Menschen bauen auf unserem Planeten ein Haus und werden dabei von Wissenschaftlern vom Mars mit der Hilfe
machtvoller Teleskope beobachtet. Sie sehen, wie sich die Steine bewegen, sich zu Strukturen zusammenfügen und so
die äußere Form eines Hauses bilden usw. Sie mögen sagen, daß sie all dieses erklären können. Die Muskeln der Leute
auf der Baustelle werden kontrahiert, weil sie bestimmte Nervenimpulse vom Gehirn erreichen. Infolgedessen bewegen
die Arme die Steine und Werkzeuge. Sie können durch ihre Rechnungen hindurchgehen und werden feststellen, daß die
Bewegung eines jeden Steines durch die Gesetze der Mechanik, die Gesetze der Übertragung von Nervenimpulsen, der
Kontraktion von Muskeln usw. beschrieben wird. Auf diese Weise hat die Wissenschaft alles erklärt; sie hat den Bau des
Hauses erklärt. Alles folgt einfach den gewöhnlichen physikalischen Gesetzen, und wir müssen keine übergeordneten
Prinzipien zur Erklärung des Phänomens einführen.

In diesem Falle wissen wir jedoch, daß die Erklärung nicht vollständig und sogar irreführend ist: Die menschliche
Intelligenz und das Wissen, wie man Dinge bewegt, sind die Ursachen für den Bau des Hauses. Weiterhin ist die
Arrangierung der Steine eine direkte Konsequenz eines bereits vorher existierenden Bauplans, den jemand gezeichnet
hat, der weiß, wie ein Haus auszusehen hat, usw. In ähnlicher Weise mag die mechanistische Beschreibung
physikalischer Ereignisse, die zur Zeit in den Naturwissenschaften vorherrscht, tatsächlich für die Erklärung der
Entwicklung konkreter Formen in der wirklichen Welt unangemessen sein. Es mag sein, daß die uns zur Verfügung
stehenden mechanistischen Gesetze eine gute Näherung sind und daß die Natur in jedem Augenblick diesen
Gesetzmäßigkeiten folgt, doch da diese Gesetze nicht kausal abgeschlossen sind, mag die wirkliche Entwicklung der
dreidimensionalen Wirklichkeit von einer übergeordneten Ebene der Information, der Ordnung oder der Intelligenz
vorherbestimmt sein.
Kriterien für Intelligenz

Von Marcus Schmieke

Diese Überlegung verfolgte Josephson, um einen Hinweis darauf zu liefern, daß die herkömmlichen wissenschaftlichen
Beschreibungen, wie das Leben und der Mensch entstanden seien, unvollständig sind und auf eine zugrundeliegende
Intelligenz schließen lassen, die der Evolution die Richtung gibt.

Um diese Möglichkeit zu überprüfen, müßte ein Kriterium zur Verfügung stehen, das uns zu unterscheiden hilft, ob in
einem System Intelligenz durch die Gesetze hindurch wirkt, oder ob die Gesetze allein den Verlauf der Ereignisse
bestimmen. Wenn Intelligenz wirkt, entscheiden wir über deren Existenz oder Nichtexistenz nicht einfach, indem wir
schauen, ob die Gesetze der Natur erfüllt sind oder nicht. Intelligenz ist keine zusätzliche Komponente des physikalischen
Systems wie eine neue Energieform.

Intelligenz äußert sich dadurch, daß Zustände entstehen, die von vornherein extrem unwahrscheinlich sind (wie z.B. daß
sich Steine zu einem Haus zusammenfügen).

In einem spezifischen Fall bedeutet Intelligenz, daß dem Geschehen ein bestimmtes Maß an Information zugrunde liegt
und daß sich diese Information den gegebenen Umständen entsprechend zielgerichtet verändern kann. Weiterhin muß es
einen Mechanismus geben, der die zugrundeliegende Information im Einklang mit den Gesetzen der physikalischen Welt
in die Ereignisse dieser Welt umsetzt. Hieraus folgt, daß der spezifische Fall durchaus in Begriffen der
Informationsumsetzung und Informationsverarbeitung behandelt werden kann, während das zugrundeliegende generelle
Phänomen die Intelligenz ist. Intelligenz könnte somit als Brücke zwischen der mechanistischen Beschreibung einer
materiellen Wirklichkeit und der spirituellen Beschreibung der Wirklichkeit dienen, in der mit Bewußtsein und Intelligenz
ausgestattete Personen existieren und nicht auf mechanistische Funktionen reduziert werden.

Im folgenden soll eine knappe Darstellung der Hierarchie der Naturgesetze folgen, die in ihrem Spektrum die materielle
und die spirituelle Wirklichkeit umfaßt.
Das Spektrum der Naturgesetze

Von Marcus Schmieke

(1) Die Ebene der dreidimensionalen Welt in ihren drei Phasen: Raum, Zeit und Materie.

(2) Die Ebene der diskontinuierlichen Darstellung der grobstofflichen Materie, die über die Dreidimensionalität hinausgeht;
quantisierte Darstellung.

(3) Die ätherische Ebene der Information, die die grobstoffliche und feinstoffliche Ebene miteinander verbindet.

(4) Die feinstoffliche Ebene, die Geist, Intelligenz und Ego umfaßt.

(5) Die grob- und feinstoffliche Materie unterliegt aufgrund der Gegenwart der spirituellen Seelen und deren Geschichten
kausalen Einflüssen, das heißt kausalen Verhältnissen, die sie durch ihr Handeln in der materiellen Welt schaffen. Die
Gesetze dieser Ebene beschreiben nicht direkt die Wechselwirkung zwischen Materie und Bewußtsein, sondern die
Wechselwirkungen der grob- und feinstofflichen Materie unter der Berücksichtigung der Gegenwart der unbegrenzt vielen
spirituellen Seelen in der materiellen Energie. Diese Ebene der Naturgesetze wird im Sanskrit als karma bezeichnet.

(6) Die Verursachung und Kontrolle aller Ereignisse der materiellen Welt durch das Höchste Wesen.

Die Beschreibung der grobstofflichen Ebenen (1), (2) und (3) und ihrer Gesetze wird im 6. Kapitel erfolgen, während die
feinstofflichen Zusammenhänge durch den Vorgang der traditionellen Yoga-Wege zugänglich sind.