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AutoCAD Architecture Seminar Scriptum

Vorwort
Herzlich willkommen zu einer kleinen Einführung in das Programm AutoCAD Architecture.
Damit erhalten Sie einen Einstieg in die leistungsstärkste CAD-Anwendung, die den weltwei-
ten Standard für CAD begründet. Gegenüber manch anderem auf Architektur spezialisiertem
Program erscheint AutoCAD auf den ersten Blick etwas kompliziert. Der Aufwand die Pro-
grammphilosophie und die Funktionsweise zu verstehen macht sich aber mit unendlicher
Vielseitigkeit, was die Darstellung Ihrer Ideen als auch die Individualisierung und damit Effizi-
enzsteigerung Ihrer Arbeitsumgebung angeht. Es gibt (fast) keine Grenzen.

Ziel dieser Seiten ist es, Ihnen einen Überblick über das Programm und seine wichtigsten
Funktionen zu verschaffen. Sie sollen den Seminarstoff begleiten und ein paar Erinnerungs-
punkte setzen. Ein allumfassendes Handbuch kann es nicht sein. Das gibt es nämlich gar
nicht. Das, was dem vielleicht am nächsten kommt, haben Sie bei geöffneter Anwendung
mit dem „Magic Key“ F1 in der Hand - die Hilfe-Funktion von Architecture. Wollten Sie diese
vollständig ausdrucken, müssten Sie einige Pakete Papier in Ihren Drucker legen. Die Hilfe ist
nicht nur sehr umfangreich. Darüberhinaus verfügt Sie über Hyperlinks, Screenshots, Skizzen
und Video-Workshops. Und wenn das nicht reicht, führen viele Wege direkt zu Informationen
von Autodesk im Internet oder zu etlichen kompetenten Foren mit weltweit zigtausenden
von Usern, die auch für ganz spezielle Fälle noch immer eine Lösung gefunden haben. You‘ll
never walk alone...

Vor dem Sprechen in einer Fremden Sprache steht immer das Erlernen von Vokabeln und
Grammatik. Ihre Sprache als Architekt ist die Zeichnung. Ihre Ausdrucksfähigkeit hängt zu
einem guten Teil von Ihren Fähigkeiten in der Programmbedienung ab. Sie werden sehen,
um wieviel leichter es ist, Ihre Ideen darzustellen und unmissverständlich zu kommunizieren,
wenn Sie diese Sprache beherrschen.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß und Begeisterung bei Ihrer Arbeit mit dem Programm - der Er-
folg kommt dann ganz von allein.

Knut Meyer 2010

© Copyright 2010 HCU | HafenCity Universität Hamburg • Dipl.-Ing. Architekt Knut Meyer

Die Unterlagen sind ausschließlich zu Studienzwecken an der HafenCity Universität Hamburg vorgesehen. Druck und sonsti-
ge Vervielfältigung mit dem Ziel der Veröffentlichung - auch auszugsweise - nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Autors.
Alle verwendeten Marken- und Firmennamen sind eingetragene Warenzeichen der jeweiligen Firmen.

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AutoCAD Architecture Seminar Scriptum 1 Die Bedienungsumgebung
1 Die Bedienungsumgebung

Wir beginnen im ersten Semester mit dem Zeichen in zwei Dimensionen (2D).
AutoCAD Architecture verfügt über eine Reihe von unterschiedlichen Bedienungsoberflächen, die
eine logische Werkzeuganordnung für die jeweiligen Aufgaben mitbringen und darüber hinaus
individuell angepasst werden können. (GUI = Graphic User Interface)
So existiert auch für die reine 2D-Bearbeitung eine eigene Bedienungsoberfläche. Um uns den
Einstieg in das spätere objektorientierte Arbeiten zu erleichtern, „missbrauchen“ wir von Anfang an
die eigentlich für Architecture vorgesehene Oberfläche. Wir werden später sehen, dass auch in der
AutoCAD Klassic-Umgebung noch sehr mächtige Werkzeuge bereitstehen.

Kommunikationscenter.
1.1 Die Benutzeroberfläche

Subskriptionscenter
Durchsuchen
Abb. 01

Favouriten
Schnellzugriff- Register-
Anwendungsmenü Werkzeugkasten Karten Multifunktionsleiste Titelleiste Info-Center Hilfe (F1)

Fenstersteuerung
Gruppentitel

ViewCube (3D-Ansichten)
Eigenschaften-Palette (Kompass)

Koordinatensysten umschalten
WKS
Zeichenfläche (GUI)

Fadenkreuz mit Pickbox

Werkzeugregister
Werkzeugpalette(n)

Koordinatenkreuz Zeichnungsmaßstab Detailierungsgrad


(WKS/BKS [engl. = WCS/UCS]) dem Zeichnungs-
maßstab angepasst. Schraffuranzg. +/-

Statusleiste
Layerschlüssel
Befehlszeile(n): Kontrolle von Maus-Befehlen oder Texteingabe von (Kurz-)Befehlen und Optionen Objekte isolieren
Anwendungsstatusleiste

10.0000, 10.0000, 0.0000


Abhängigkeiten (nur AEC)

p. ... Werkzgk.-/Fenst.pos. freig.


d. ..................... Ortho-Modus

r. Z-Wert durch akt. Erh. ersetz.


e. .................. Spurverfolgung
f. ................ Objekt- (O-) Fang
3D-Objektfang (nur AEC)
g. .................. Objektfangspur
h. .............. Dynamisches BKS

j. ........... Linienstärke Ein - Aus


Transparenz Ein - Aus
i. ............ Dynamische Eingabe

k. ........... Schnelleigenschaften
Wechselnde Auswahl

Wechselnde Auswahl

Modellbereich
Papierbereich
m. ....... Schnellansicht Layouts
n. Schnellansicht Zeichnungen

o. ....... Arbeitsbereichswechsel

Hardwarebeschleunigung

q. .............. Erhebungsversatz

Anwendungsstat.lst.-Menü
Vollbild
b. .............................. Fang
c. ................... Rasteranzeige

Fadenkreuzposition
x-, y-, z- Wert
a. ................................

s. ..........................
l. ......

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AutoCAD Architecture Seminar Scriptum

1.2 Steuerelemente

Um die Anzeige dieser Steuerbefehle zu ändern, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf
einen beliebigen Befehl und wählen Symbole verwenden.
Um einen beliebigen Befehl in dieser Gruppe zu aktivieren oder zu deaktivieren, klicken Sie
auf das Symbol oder die Beschriftung. Ein aktives Steuerelement wird durch blaue Farbe
und ein inaktives Steuerelement durch graue Farbe gekennzeichnet. Zum Ändern der
Einstellungen für einen dieser Befehle klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das Symbol
oder die Beschriftung und wählen Einstellungen.

Die folgenden Befehle und Einstellungen sind über die Anwendungsstatusleiste verfügbar:

a. Zeichnungskoordinaten: Legt das Koordinatenformat fest (relativ oder absolut).

b. (Fangmodus): Beschränkt die Cursorbewegung auf das Zeichnungsraster.

c. (Rasteranzeige): Zeigt ein rechtwinkliges Raster als Zeichnungshilfe an.

d. (Ortho-Modus): Beschränkt die Cursorbewegung auf horizontale und vertikale Richtun-


gen beim Erstellen und Ändern von Objekten.

e. (Spurverfolgung): Beschränkt die Cursorbewegung auf bestimmte Winkel.

f. (Objektfang): Der Cursor wird an bestimmten Punkten von Objekten wie dem Mittelpunkt
oder einem Schnittpunkt gefangen.

g. (Objektfangspur): Ermöglicht Ihnen, auf anderen Objektfangpunkten basierende Ausrich-


tungspfade mit dem Cursor zu verfolgen, um Punkte für einen Befehl anzugeben. Diese
Funktion kann nur zusammen mit dem Objektfang verwendet werden.

h. (Dynamisches BKS zulassen/nicht zulassen): Sie können beim Erstellen von Objekten
vorübergehend und automatisch die XY-Ebene des BKS an einer Ebene eines Volumen-
körpermodells ausrichten.

i. (Dynamische Eingabe): Sie können Werte für Objekte direkt auf dem Bildschirm neben
dem Cursor eingeben. Die dynamische Eingabe kann während der Erstellung oder Bear-
beitung eines Objekts im Zeichnungsbereich aktiviert und deaktiviert werden.

j. (Linienstärke): Ermöglicht das Aktivieren oder Deaktivieren der Linienstärke-Darstellungs-


komponente für Objekte in der Zeichnung. Im Modellbereich werden Linienstärken in
Pixel angezeigt und verändern ihre Breite beim Zoomen nicht. Durch Anzeigen der Lini-
enstärke können einige Linien sehr breit dargestellt werden.

k. (Schnelleigenschaften): Diese Funktion ist für AutoCAD-Objekte optimiert und daher in


AutoCAD Architecture deaktiviert.

l. (Modellbereich) oder (Papierbereich): Wechselt zwischen Layouts.

m. (Schnellansicht-Layouts): Zeigt eine horizontale Reihe von Vorschaubildern für den Mo-
dellbereich und alle Layouts in einer Zeichnung an. Klicken Sie auf ein Vorschaubild, um
das Layout anzuzeigen.

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AutoCAD Architecture Seminar Scriptum 1.1 Die Benutzeroberfläche
n. (Schnellansicht-Zeichnungen): Zeigt Vorschaubilder für den Modellbereich und die Lay-
outs aller derzeit geöffneten Zeichnungen an. Klicken Sie auf das Vorschaubild, um die
Zeichnung oder das Layout anzuzeigen.

o. (Arbeitsbereichwechsel): Wechselt zwischen den Arbeitsbereichen.

p. (Werkzeugkasten-/Fensterpositionen freigeben): Hier können Sie zwischen fixierten Fens-


tern und Werkzeugkästen sowie verschiebbaren Fenstern und Werkzeugkästen wechseln.

q. Erhebung: Ermöglicht das Festlegen der Erhebung des Gebäudemoduls relativ zum ge-
wählten Geschoss. Mit dieser Schaltfläche wird das Arbeitsblatt Erhebungsversatz geöff-
net, indem Sie den Ansichtsversatz eingeben.

r. (Z-Wert durch aktuelle Erhebung ersetzen): Kann aktiviert oder deaktiviert werden, um
den bestehenden Z-Wert durch die aktuelle Erhebung zu ersetzen.

s. (Vollbild): Klicken Sie hierauf, um von der Standardanzeige zu einer Vollbildanzeige zu


wechseln. In der Vollbildanzeige sind alle Werkzeugkästen und Paletten (mit Ausnahme
der Werkzeugpaletten) ausgeblendet. Ausgeblendete Paletten bleiben weiterhin ausge-
blendet.

1.3 Der Menü-Browser (A-plication Menu) Abb. 02

Der Menü-Browser, von mir kurz A-Menü genannt, enthält keine


Zeichen-Befehle sondern greift auf die dateibezogenen Ein-
stellungen zu, wie z.B. das Erstellen, Öffnen und Speichern von
Zeichnungsdateien. Im Druckmenü wird das Drucklayout gesteu-
ert. Für das Publizieren ganzer Zeichnungssätze stehen verschie-
dene Werkzeuge zur Verfügung. Eine wichtige Rolle spielen auch
die Dienstprogramme mit Grundeinstellungen der Einheiten
oder auch einer Wiederherstellungsfunktion.

1.4 Der Schnellzugriff-Werkzeugkasten

Der Schnellzugriff-Werkzeugkasten ist neben den bereits enthalte-


nen Befehlen individuell mit den von Ihnen oft benutzten Befeh-
len nach Bedarf anpassbar.
Z.B. der Befehl Abfrage ist zunächst nur im Register START vor-
handen, wird aber häufig auch bei der Arbeit innerhalb anderer
Register benötigt. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den
Befehl und wählen Sie aus dem Kontextmenü: Zum Schnellzugriff- Abb. 03
Werkzeugkasten hinzufügen. Nun wird er oberhalb der Register
dauerhaft verfügbar.

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1.5 Die Multifunktionsleiste (Ribbon)

Die Multifunktionsleiste stellt die Schaltzentrale für einen großen Teil der Befehle in AutoCAD
(Architecture) dar. Sie sind den logischen und chronologischen Abläufen beim Zeichnen
entsprechend in verschiedenen Registerkarten angeordnet. Jedes Register enthält wiederum
Gruppen mit den Werkzeugen die den jeweiligen Arbeitsschritten angepasst sind. In Abb. 03
sehen Sie die statische Registerkarte START.

Abb. 03
1.6 Die Befehlszeile

Sie können einen Befehl über die Tastatur eingeben. Für einige Befehle stehen Befehlskürzel
zur Verfügung. Z.B. Linie (engl. _Line) oder Kürzel L

1.6.1 Eingeben von Systemvariablen in der Befehlszeile.

Systemvariablen sind Einstellungen, welche die Funktionsweise bestimmter Befehle steuern.


Z.B. Befehl Kreis (K), wählen Sie anschließend die z.B. die Variable 3P um den Kreis nicht
über den Mittelpunkt und Radius (oder Durchmesser, ebenfalls Variablen [D od. R]) son-
dern durch 3 Punkte zu definieren. Sie können den Cursor direkt im Befehlsfenster absetzen
um die Eingabe zu korrigieren oder ergänzen.

1.6.2 Fixieren, Ausblenden und Ändern der Größe des Befehlsfensters

Mit dem Tastaturkürzel Strg + 9 blenden Sie die Befehlszeile aus bzw. ein.
Die Befehlszeile lässt sich an ihrem grauen Rand frei positionieren. Das ist allerdings nicht zu
empfehlen. Passen Sie die Größe des Befehlsfensters an Ihre Anforderungen an indem Sie
den Cursor am oberen Rand der Befehlsleiste positionieren bis sich ein Doppelpfeil zeigt. Kli-
cken und ziehen Sie das Fenster wie eine Tabellenzeile in Excel in die gewünschte Höhe. Emp-
fehlenswert sind 3 - 4 Zeilen, um einen gesamten Befehlsablauf nachvollziehen zu können.

Abb. 04

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2 Koordinatensysteme

Fläche und Raum werden zur Identifizierung aller (Konstruktions-) Punkte von AutoCAD in
Koordinatensystemen verwaltet. Man unterscheidet das cartesische (René Descartes ) 2D-
und 3D-, sowie das polare Koordinatensystem. Die Dimensionen sind mathematisch unend-
lich. So sind Sie in der Lage, theoretisch das gesamte Universum aber auch Molekularberei-
che im CAD-System abzubilden. Glücklicherweise stellt uns Architecture einige Hilfsmittel zur
Verfügung mit denen wir uns leichter in greifbareren Dimensionen und architekturüblichen
Zeichnungsmaßstäben bewegen können.

2.1 Das absolute cartesische Koordinatensystem

Um einen Punkt im absoluten cartesischen Koordinatensystem zu bestimmen, muss sein


X-Abstand (+ = rechts; - = links) und sein Y-Abstand (+ = oben, - = unten) zum absoluten
Nullpunkt (x=0, Y=0) im Koordinatenkreuz ausgelesen werden. Das sind zunächst einfache
Zahlenwerte. Will ich ein Reckteck mit CAD zeichnen, muss ich dem Programm alle Konstruk-
tionskoordinaten mitteilen und zusätzlich bestimmen, was zwischen diesen Punkten gezeich-
net werden soll (z.B. eine Linie) Das Rechteck besteht geometrisch aus den 4 Eckpunkten und
den 4 Geraden (Linien), die rechtwinklig und parallel die kürzeste Verbindung zwischen den
Eckpunkten bilden. Neben den Koordinaten benötige ich also den Befehl Linie, um diese
zu einem Rechteck zu verbinden. Der Eingabe der Werte für X und Y, durch Komma getrennt,
geht also der Befehl Linie voraus. Der Befehlsablauf zur Erzeugung eines Rechtecks mit den
Abmessungen 3 mal 4 Einheiten* mit AutoCAD lautet folgendermaßen:

Befehl: Linie Enter 0,0 Enter 3,0 Enter 3,4 Enter 0,4 Enter 0,0 Enter

Denkt man nun an wesentlich komplexere geometrische Gebilde, von 3D ganz zu schwei-
gen, erkennt man schnell, dass dies kein geeignetes Verfahren darstellt, da Sie die Koordina-
ten aller Konstruktionpunkte kennen müssten.

2.2 Das relative Koordinatensystem

Etwas einfacher wäre es, wenn man nur den relativen X- und Y-Abstand zur Koordinate des
jeweils zuletzt definierten Punktes berechnen müsste. Mit Voranstellung des Zeichens „@“
wird der nächste Punkt mit Bezug auf den letzten wie zu X=0 und Y=0 bestimmt. Dann sieht
der Befehl folgendermaßen aus: (Achten Sie auf die negativen Vorzeichen für die Zeichenrich-
tung nach links bzw. unten.

Befehl: Linie Enter 0,0 Enter @3,0 Enter @0,4 Enter @-3,0 Enter @0,-4 Enter

2.3 Das polare Koordinatensystem

Für nicht orthogonale Linien wären die Koordinaten allerdings immer noch aufwändig über
Winkelsätze zu ermitteln. Das polare Koordinatensystem nimmt uns dies ab, indem einerseits
die Strecke und andererseits der Winkel angegeben werden kann. Das @-Zeichen gibt wieder
den Bezug zum „relativen Nullpunkt“ an, das >-Zeichen bedeutet dem Programm, dass auf
die Angabe einer Strecke nun ein Winkel folgt. Zu bedenken ist dabei, dass der Winkel 0° in
positiver Richtung der X-Achse liegt (im „Osten“ oder „auf 3 Uhr“). Der positive Drehsinn um
den absoluten Nullpunkt der polaren Koordinaten verläuft gegen den Uhrzeigersinn.

Befehl: Linie Enter 0,0 Enter 3<0 Enter 4<90 Enter 3<180 Enter 4<270 Enter

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AutoCAD Architecture Seminar Scriptum

3 Befehle

Hinter jedem Knopf, jedem Menüpunkt oder der Eingabe in der Befehlszeile steckt ein klei-
ner Programmablauf. Befehle beinhalten mathematische „Anweisungen“ zum Zeichnen von
Vektoren. Die Werte in diesen Anweisungen lassen sich editieren und ändern. Auf diese Weise
können Zeichnungsobjekte auch nachträglich einfach verformt werden. Die Befehle, die
nicht der Steuerung der Programmumgebung dienen, sondern dem eigentlichen Zeichnen,
lassen sich in die Gruppen Zeichen- und Änderungsbefehle unterscheiden.

3.1 Zeichenbefehle

Koordinaten lassen sich ohne vorherigen Zeichnungsbefehl weder definieren noch fangen.
Zunächst muss also der Zeichenbefehl gewählt werden. Dies geschieht auf verschiedene Wei-
se.

- Befehl in der Befehlszeile eintippen zB. Linie (engl. _line) oder Tastaturkürzel „l“
- Werkzeug in der Multifunktionsleiste (Ribbon) anklicken.
- Befehl wiederholen mit Return oder Rechtsklick aus dem Kontextmenü.

Grundsätzlicher Befehlsablauf am Beispiel Linie:

1. User: Befehl auswählen Linie


2. Programm: Befehl: _line Ersten Punkt angeben:
3. User: Angabe einer Koordinate (klicken [Ofang] oder mit x-, y-, (z-) Wert eintippen [Be-
fehlszeile oder dynamische Eingabe am Fadenkreuz])
4. Programm: Nächsten Punkt angeben oder [Zurück]:
5. User: Koordinate oder zurück zum letzten Punkt
6. Programm: Nächsten Punkt angeben oder [Zurück]:
7. User: Koordinate oder zurück zum letzten Punkt oder abschließen mit Enter

Die Art des Befehles bestimmt die Logik der notwendigen Eingaben, also des Ablaufs.
Beim Kreis werden für des Erstellung verschiedene Optionen angeboten. Es muss also zu-
nächst ausgewählt werden nach welcher Methode der Kreis erstellt werden soll.

1. User: Befehl Kreis


2. Programm: Befehl: _circle Zentrum für Kreis angeben oder [3P/2P/
Ttr (Tangente Tangente Radius)]:
3. User: Koordinate für Zentrum des Kreises angeben oder Option auswählen: Angabe per
Tastatur (Groß geschriebene Zeichen und Ziffern der Option eintippen (ttr od. 3p, ...) oder
nach Rechtsklick aus dem Kontextmenü auswählen.
4. Programm (wenn Zentrum als Standard-Option gewählt und eine Koordinate bestimmt
wurde): Radius für Kreis angeben oder [Durchmesser]:
5. User: Koordinate für Radius angeben (Durchmesser, wenn diese Option gewählt wurde.
6. Der Befehl ist nicht mit Enter abzuschließen, da keine weitere Eingabe mehr sinnvoll ist.

Tipp: Solange die Befehlsabläufe nicht in Fleisch und Blut übergegangen sind, ist es äußerst
empfehlenswert, den Dialog in der Befehlszeile genau zu verfolgen. Bei manchen Befehlen
findet man die Information nicht nur in der letzten Zeile. Bei dem Befehl Stutzen oder
Dehnen, heißt es z.B.: Objekte wählen... Welche Objekte zuerst zu wählen sind, steht in
der vorletzten Zeile! Schnittkanten wählen ...