Sie sind auf Seite 1von 4

Bunzlauer Geschichte

Bunzlau im Jahre 1745

Die Töpferei erlangte in Bunzlau schon früh an Bedeutung, bereits 1511 wurde die städtische Töpferzunft
erstmals erwähnt. Bunzlauer Keramik wurde zum einen für Küchengeräte und Essgeschirr verwendet, so unter
anderem für Kochtöpfe, Backformen, Kannen, Schüsseln und Tischgeschirr. Zu Letzterem zählten als typisch
schlesische Produkte die großen Tassen („Tippel“) und kleinere henkellose Töpfe („Krausen“), zum Beispiel für
Honig oder Marmelade. Bekannt sind auch die Bunzlauer Senfgefäße und Ingwertöpfe. Zum anderen entstand in
Bunzlau Zierkeramik. Schon im 17. Jahrhundert wurden repräsentative Gefäße mit Zinnmontur und aufwändigen
Applikationen gefertigt. Später waren es Blumenvasen, Schalen, Aschenbecher und Leuchter.

Bunzlauer Keramik hatte bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges eine große wirtschaftliche Bedeutung und war
darüber hinaus mit ihrem typischen Dekor stilbildend. Ein besonderer Vorzug dieser Tonwaren war ehedem ihre
Feuerfestigkeit. Damit konnten aus diesem fast weiß bis leicht ocker brennenden Scherben Koch- und
Schmortöpfe sowie Kannen zum Warmhalten der Getränke auf der Herdplatte hergestellt werden. Bunzlauer
Keramik, vor allem das Braunzeug – auch Bunzeltippel oder Bunzelzeug genannt, fand weite Verbreitung, nicht
nur in Deutschland, sondern wurde auch nach Skandinavien, England, Holland, die Schweiz, selbst nach
Übersee exportiert. Herausragende Eigenschaften der Bunzlauer Keramik waren die
Temperaturwechselbeständigkeit und ihre Freiheit von Haarrissen.

Bunzlauer Werkstatt 1915

Der Vorzug der Feuerfestigkeit verlor allerdings mit der Einführung von emaillierten Gusseisen- und
Stahlblechtöpfen und schließlich von solchen Gerätschaften aus Aluminium zum Beginn des 20. Jahrhunderts
weitgehend an Bedeutung. Auch manches andere wurde durch neue Formen der Lebensmittelversorgung
überflüssig: Vorratsgefäße verloren ihre Bedeutung durch bessere Versorgungswege, insbesondere in den
Städten. Neuerungen im Töpferhandwerk förderte die 1898 in Bunzlau nach österreichischem Vorbild gegründete
Königliche, später Staatliche Keramische Fachschule. Bis zuletzt gab es neben der industriellen Fertigung in
Bunzlau und Umgebung eine Vielzahl von Handtöpfereien in Familienbesitz, die auf der Scheibe drehten oder in
Gipsformen gossen. In unmittelbarer Konkurrenz zu den Töpfereien in der Stadt Bunzlau standen die Werkstätten
in der Nachbarschaft, die durch abgewanderte Töpfer gegründet wurden, zum Beispiel in Naumburg am Queis,
Tillendorf und Ullersdorf.

Bunzlau | Bergstrasse

Der Erfolg der Bunzlauer Keramik führte zu Nachahmungen in anderen Töpferorten, die dann auch unter diesem
Gattungsnamen verkauft wurden. Die Töpfer in Bunzlau und Umgebung versuchten sich deshalb mit dem
Markenstempel „Original Bunzlau“ zu schützen. Herstellermarken findet man vorzugsweise auf den mehr
industriell gefertigten Produkten; auf älteren, insbesondere auf der Töpferscheibe gedrehten Tonwaren fehlen sie.
Mit der Vertreibung der deutschsprachigen Bevölkerung Niederschlesiens nach dem Zweiten Weltkrieg fand die
Produktion ein jähes Ende. Altes Bunzlauer Geschirr ist heute noch in vielen Haushalten und auf Flohmärkten
und Auktionen zu finden. Bekannte Töpfereien waren Julius Paul und Sohn, Hugo Reinhold & Co, Edwin Werner,
August Hude und weitere.

Im Januar 1945 durchbrachen sowjetische Truppen die deutsche Ostfront und drangen u. a. nach Schesien ein.
In Trecks flohen die Menschen durch Bunzlau in Richtung Westen. Am Ende des Zweiten Weltkrieges waren ca.
60% der Häuser in Bunzlau zerstört. Im Juli 1945 wurde Bunzlau unter polnischer Verwaltung gestellt. Ende Juni
1945 begann die Ausweisung der restlichen deutschen Einwohner aus Bunzlau.

Einige Bunzlauer Töpfer, insbesondere kleinere Familienbetriebe, haben nach der Vertreibung 1945 ihre Tätigkeit
wieder aufgenommen. In solchen Fällen ließen sich die Töpfer in Orten nieder, in denen das Töpfergewerbe
aufgrund von geeigneten Tonvorkommen bereits ansässig war. Viele führten den Bunzlauer Schwämmeldekor
weiter; allerdings fehlte es in den Jahren nach dem Krieg an geeigneten Schwämmen. Schwämmeldekor oder
Spritzdekor wurden oder werden hergestellt in Fredelsloh im Solling, Höhr-Grenzhausen und Siershahn im
Westerwald, in Ludwigsburg, Marktheidenfeld und Leutershausen.

Auch polnische Manufakturen führen diese Töpferkunst des vorigen Jahrhunderts wieder fort. Bunzlauer Keramik
wird zwar nicht mehr auf der Töpferscheibe gedreht, aber die Keramik wird nach alten Formen und in Handarbeit
hergestellt. Gefertigt werden die alten bekannten Dekore wie das Pfauenauge, aber auch neue Dekore.
Mittlerweile gibt es im heutigen Bolesławiec mehrere Manufakturen, die auf die Herstellung von Bunzlauer
Keramik spezialisiert sind. Aufgrund der hohen Qualität erlebt die Bunzlauer Keramik eine neue Blüte: Sie ist für
Geschirrspüler und Mikrowelle geeignet und feuerfest.
SCHALE ASCHER REINHOLD & CO BUNZLAU SPRITZDEKOR ART DECO SELTEN KERAMIK

EUR 35,00 (0 Gebote)

26CM FRIEDRICH FESTERSEN VASE BERLIN PFAUENAUGE JUGENDSTIL BUNZLAU GESCHWÄMMELT

EUR 284,45

ALTER BUNZLAU DURCHSCHLAG

EUR 45,00

BUNZLAUER VASE,ALT NOSTALGIE!

EUR 39,95

VASE BUNZLAU BRAUN GRÜN KERAMIK BOLESŁAWIEC

EUR 28,00 (0 Gebote)


FESTERSEN BERLIN/BUNZLAU PFAUENAUGENDEKOR GROßE VASE JUGENDSTIL GLASIERT H 28CM

EUR 299,90 (0 Gebote)

GROßER TONTOPF STEINTOPF BUNZLAU BUNZLAUER KERAMIK UM 1900

EUR 49,00

BUNZLAU | GESCHWÄMMELTE VASE | SPONGEWARE | PEACOCK´S EYE | 1900

EUR 60,00