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C1 Leserverstehen Olimpiada de limba germană modernă, faza judeţeană – 12.03.

2016

Teil 1

Lies zuerst den folgenden Text und löse dann die Aufgaben dazu:
Höhere Steuern für ungesunde Lebensmittel? ( Deutsch perfekt Nr. 11/2014)

Höhere Steuern für ungesunde Lebensmittel?

Trotz aller Aufklärungsbemühungen werden wir seit drei Jahrzenten Zeuge einer zunehmenden
Übergewichtsepidemie – nicht nur in Deutschland, sondern in vielen Teilen der Welt. Alle Appelle an die
Vernunft des Einzelnen, sich gesünder zu ernähren, haben keinen Erfolg gehabt. Als Konsequenz erleben wir
eine sehr schnelle Ausbreitung der neuen Lebensstilkrankheiten, wie Diabetes, Herz-Kreislauf- und
Krebsleiden, die inzwischen 80 Prozent der Todesursachen und auch unserer Gesundheitskosten ausmachen.

Deshalb haben einige Länder begonnen, ungesunde Lebensmittel mit einer Zucker-Fett-Steuer zu belegen
oder Vereinbarungen mit der Industrie zu treffen. Frankreich, Finnland, Mexiko und Ungarn haben
verschiedene Formen der Zucker-Fett-Steuer eingeführt. Weil höher Salzkonsum als Risikofaktor für Herz-
Kreislauf-Erkrankungen gilt, wurde in Argentinien mit der Brotindustrie verabredet, den Salzgehalt in vier
Jahren um 25 Prozent zu reduzieren.

Auch wir plädieren für eine Steuerveränderung in Deutschland: höhere Steuern auf Lebensmittel mit hohem
Fett-, Zucker- und Salzanteil bei gleichzeitiger Verbilligung gesunder Lebensmittel. Am Ende soll keiner
mehr Steuern zahlen als jetzt.

Dass Preissignale wirken, zeigen Beispiele. Die Tabaksteuererhöhungen haben den Zigarettenkonsum von
Jugendlichen in den vergangenen zehn Jahren halbiert. Alcopops sind nach Einführung einer Steuer fast vom
Markt verschwunden. Und das häufig von Politikern genannte Gegenargument, Dänemark habe seine
Fettsteuer wegen Erfolglosigkeit wieder abgeschafft, ist nicht korrekt. Richtig ist: Die Steuer wurde nach
einem Jahr zurückgenommen – weil ein neuer Koalitionspartner dies zur Bedingung für die
Regierungsbildung gemacht hatte.

Eine Strafsteuer auf Lebensmittel halte ich nicht für sinnvoll. Sie wird unsere sogenannte
Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht stoppen. Das
zeigen auch Erfahrungen aus unseren Nachbarländern. Die Fettsteuer in Dänemark gab es nach einem Jahr
schon nicht mehr – die Zahl der übergewichten Menschen aber war nicht gesunken, dafür der bürokratische
Aufwand höher. Die Menschen sollen selbst entscheiden, was bei ihnen auf den Tisch kommt. Das soll der
Staat nicht vorschreiben.

Statt Straftsteuern auf Lebensmittel einzuführen, setzt Bayern auf Prävention. Wir unterstützen die Menschen
mit Informationen dabei, für ihre Gesundheit selbst Verantwortung zu übernehmen. Die Volkskrankheit
Diabetes ist dieses Jahr das zentrale Thema des Bayerischen Gesundheitsministeriums. Mit Aktionstagen
klären wir über die Zuckerkrankheit auf und werben für mehr Prävention. Regelmäßige Bewegung und
gesunde Ernährung haben einen großen Effekt auf die Gesundheit. Steuern halte ich dabei für den falschen
Weg. Stattdessen unterstütze ich das Vorhaben der Europäischen Union, die Kennzeichnung von

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vorverpackten Lebensmitteln ab dem 13. Dezember 2016 europaweit zu harmonisieren. Diese informiert den
Käufer unter anderem darüber, wie viel Fett, Salz und Zucker in einem Produkt ist. Solche Informationen
helfen den Menschen, auf eine gesunde Ernährung zu achten.

Da kann auch mal ein Stück Schokolade mit dabei sein. Dagegen ist nichts einzuwenden, wenn
normalerweise regelmäßig frisches Obst, Gemüse, Vollkorn- und Milchprodukte auf den Tisch kommen.
Wichtig ist eine gute Balance. Darüber sollten wir die Menschen informieren. Die Entscheidung sollen sie
aber immer noch selbst treffen können.

Wähle nun die richtige Variante: A, B oder C

1. a. Es ist bekannt, dass viele Leute an Übergewicht sterben.


b. Es ist bekannt, dass die Übergewichtproblematik zunimmt.
c. Es ist bekannt, dass das Übergewicht nur in Deutschland ein großes Problem ist.

2. a. Viele Länder haben eine Zucker-Fett-Steuer eingeführt.


b. In einigen Ländern sind verschiedene Varianten der Zucker-Fett-Steuer in Kraft getreten.
c. In allen Ländern gibt es eine Zucker-Fett-Steuer auf Lebensmittel.

3. Eine Strafsteuer auf Lebensmittel könnte bewirken,


a. dass die Zivilisationskrankheiten verschwinden.
b. es keine Menschen mit Übergewicht mehr gibt.
c. dass die Bürokratie ansteigt.

4. a. Statt Strafsteuer möchte Bayern durch Information vor Krankheiten schützen.


b. Kampf gegen die Volkskrankheit Diabetes ist ein zentrales Thema in Bayern.
c. In Bayern übernimmt das Gesundheitsministerium die Verantwortung für die Gesundheit seiner
Bürger.

5. a. Die Europäische Union plant eine weltweite Kennzeichnung von Lebensmitteln.


b. Die von der EU geplante Kennzeichnung informiert über Fett-, Salz- und Zuckergehalt der
Produkte.
c. Dank dieser Kennzeichnung wird die europäische Bevölkerung immer gesünder.

6. a. Wenn man regelmäßig Obst isst, soll man regelmäßig viel Schokolade essen.
b. Man soll die Menschen über ausgewogene Ernährung informieren.
c. Wenn man sich regelmäßig bewegt, muss man auf die gesunde Ernährung nicht achten.

6 x 1 Punkt = 6 Punkte

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Teil 2

Lies zuerst den folgenden Text und löse dann die Aufgaben dazu:
Wie sich die Deutschen stylen? (Deutsch perfekt, Mai/2014)

Wie sich die Deutschen stylen?

(...) Bei der Mode und dem Aussehen ist Deutschland zweigeteilt: Die Castingshows und die Werbung
zeigen, was als schick und sexy gilt. Und dann gibt es die Realität auf der Straße, im Büro und im Alltag:
„Die deutsche Frau möchte nicht unbedingt auffallen“, sagt Laura-Bianca Teodorescu. Die 34-Jährige
arbeitet als Visagistin in Hamburg, ist aber auch in anderen Ländern beruflich unterwegs. Beim Styling
machen deutsche Frauen im internationalen Vergleich einiges anderes, sagt sie: „Die deutsche Frau ist die
einzige, die sich im Badezimmer schminkt. Alle anderen Frauen weltweit, ob in Südamerika, in Asien oder in
Amerika, die schminken sich alle im Schlafzimmer. Die verbinden das mit sehr viel Intimität und
Weiblichkeit, während deutsche Frauen das eher praktisch sehen.“

In Deutschland können Frauen zwar alle möglichen Markenprodukte kaufen. Aber beim Styling ist den
meisten eher ein gepflegtes Aussehen und Hygiene wichtig: „In Asien ist das Make-up-Konzept viel mehr
darauf ausgerichtet, lolitahaft süß und niedlich zu wirken. In Südamerika dreht sich alles um Sexyness, und
in Osteuropa sieht man kaum eine Frau ungeschminkt und ohne Hackenschuhe auf der Straße“, sagt
Teodorescu. „Nicht mal, um den Müll herauszubringen.“

In Deutschland sieht das etwas anders aus: „Der Look der deutschen Frau besteht aus Jeans, einer netten
Bluse, einem Thomas-Szabo-Anhänger, am besten noch ein Halstuch und dazu ein paar Perlenohringe“, sagt
Teodorescu. Praktisch, locker und leger muss es sein.

Bei den Männern ist es eine Frage des Alters, wie sehr sie ihr Aussehen und ihre Kleidung interessiert. „Bei
der Generation ab 50 plus kaufen die wenigsten Männer für sich selbst ein“, sagt Petra Waldminghaus, die als
Farb- und Stilberaterin in Ratingen bei Düsseldorf arbeitet. Bei den jüngeren Männern sei das inzwischen
schon anders. „Die achten mehr auf ihr Äußeres und sehen in der Wahl der Kleidung auch eine Chance, einen
guten Eindruck zu machen.“

Zwar haben Männer den Vorteil, dass es in vielen Firmen einen Dresscode gibt, der den Angestellten sagt,
wie sie sich zu kleiden haben. Aber trotzdem sind Männer doch zum Teil noch sehr unordentlich gekleidet,
findet Waldminghaus. „Natürlich kann man das nicht verallgemeinern, aber es gibt durchaus Männer in
hohen Positionen, die mit total schmuddeligen Anzügen rumlaufen und ihr Äußeres als nicht so wichtig
ansehen. Die sagen sich: „Ach, ich habe es ja auch so geschafft, da kann ich mir das erlauben.““

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Welche Aussagen sind richtig oder falsch?

RICHTIG FALSCH

1 Die Mode in Deutschland hat zwei Gesichter: einerseits schick und


sexy, andererseits unauffällig.

2 Laut der Visagistin schminken sich deutsche Frauen im


Badezimmer, Schlafzimmer oder unterwegs.

3 In Osteuropa sind die Frauen sehr gepflegt, nie ungeschminkt und


tragen Schuhe mit hohen Absätzen.

4 Bei Männern ist der Keidungsstil abhängig vom Alter.

5 Für die meisten älteren Männer ist die Kleidung eine gute
Möglichkeit, die anderen zu beeindrucken.

6 Erfolgreiche Männer legen keinen Wert auf ihr Out-Fit, weil sie
keine Anerkennung brauchen.

6 x 1 Punkt= 6 Punkte

Schreibe bitte die Lösungen auf das Antwortblatt.