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Pokale.

I. Renaissance-Pokale.

Pokale mi t mehrfach gegliederter, im oberenTeilhalbkugelförmigerSchale

391. Bistritz. Silber, vergoldet. Höhe 288 mm, Schalendurchmesser 95 mm,

Gewicht 620 gr. Das Stück weist die bekannte Form der deutschen Renaissance-Pokale auf. Fuß, Schale und Deckel sind mit getriebenen Ornamenten bedeckt. Den Mündungsrand der Cuppa umzieht eine fein gezeichnete gravierte Ranke. A m obersten Tei l des Fußes, dem Untersatz der Cuppa und dem Deckelknopf je drei gegossene Bügel. Au f dem Deckel- knauf die Statuette eines römischen Kriegers. Au f der Oberseite des Deckelrandes die Inschrift : SI DEVS PRO NOBIS QVIS CONTRA NOS. Au f der Innenseite des Deckels eine männliche Halbsigur mit den Buchstaben M G E und der Jahreszahl 1643. Au f dem Innenran d des Fußes ein nachträglich eingeschnittenes F. Gu t erhalten. Ent - stehungszeit: 16. Jahrhundert. Abbildung auf Tafel 138.

Literatur: L. Reissenberger, Kurzer Bericht, S. 5. — V. Roth, Mitteilungen, Derselbe, Bistritzer Goldschmiedewerke, S. 368, 373; Abbildung 20.

S.

19. —

392. Botsch. Silber, vergoldet. Höhe 155 mm , Schalendurchmesser 90 mm ,

Gewicht 370 gr. Das i m Sti l der Renaissance

eine dreifach gegliederte, aus einem profilierten Aufsatzrand, einem konvexen Mittelteil und einem glatten konkaven Zylinder bestehende kreisrunde Basis, die oben von einer mi t getriebenen Ornamenten besetzten Platt e bedeckt wird . Der Schaft des Fußes ist aus drei Stücken zusammengesetzt. Das untere Stück ist eine birnförmige getriebene Vase, die mit der auf ihr ruhenden Platte durch drei Bügel, die die Gestalt kauernder Faune haben, verbunden wird. Das mittlere Stück ist ein Konus mit drei Bügeln und das oberste

ein Zylinder mit getriebenen Ornamenten auf der Mantelstäche. Die Schale besteht aus einer mit Buckeln und drei Köpfen besetzten Halbkugel, die oben ein Ornamentband abschließt und auf der sich der obere Tei l der Schale erhebt; diesen stark ausladenden Tei l schmücken Ovalbuckel und drei geflügelte Engelsköpfchen, indes den senkrechten Mündungsrand eine gravierte Ranke umschließt. Auf der Oberseite der Basis i n latei- nischer Schreibschrift: In Mem:(oriam) b:(eati) Georgii Saal P:(astoris) B:,(ato- siensis) Sophia Vxor, Eccl(esi)ae Batos:(iensi) donat, A(nn) 1758. Auf der Unterseite der Basis eingraviert:T G K, B M, H F, H P. Der Mündungsrand ist etwas verbogen; sonst gut erhalten. Entstehungszeit: 16. Jahrhundert.

aufgebaute und geschmückte Stück hat

Abbildung auf Tafel 140, 4.

176 mm , Durchmesser der

Schale 87 mm , Gewicht 233 9 gr. Der Fuß des i n For m und Verzierung der Renaissance angehörigen Pokals setzt sich aus einer kreisrunden, mehrfach profilierten Basis und einem

gegossenen, vasenförmigen, mit drei Bügeln besetzten oberen Teil zusammen. Die Basis

schmücken zwei getriebene, von

Medaillons bestehende Ornamentstreifen. Aehnliche Ornamente bedecken den oberen Tei l des Fußes. Die Bügel haben die Gestalt antiker Tischfüße mit Löwenmasken und Pranken.

zart gepunktetem Grunde sich abhebende, aus Früchten und

393. Bußd

im Unterwald. Silber , vergoldet. Höhe

164

Pokale.

Auf diesem Tei l des Fußes erhebt sich ein 22 5 m m hohes rundes Zwischenglied, i n das die Schale eingeschraubt ist. Di e Schale selbst besteht aus einem zylindrischen Mittelteil , an den sich oben und unten verschiedene profilierte Erweiterungen anfügen. Die reiche getriebene Verzierung der Schale verwendet Früchte-Medaillons, Kartuschen, geflügelte Engelsköpfe, Delphine, Lorbeergirlanden. Au f der Unterseite der Basis ist viermal das Meisterzeichen M H eingeprägt. Da s zwischen Fu ß und Schale befindliche Zwischenglied ist losgelöst, das Schraubengewinde ist ausgewetzt, die Schale etwas verbogen, an zwei Bügeln des Fußes ist je ein Stückchen abgebrochen. Hinterlegt i m Brukenthalischen Museum. Entstehungszeit: 16. Jahrhundert. — Ausgestellt 1885 i n Nürnberg.

Literatur: Kirchliche Kunstdenkmäler aus Siebenbürgen, I . Tafel. 19. Text, S . 37 f. —

V. Roth. Kunstgewerbe, S, 127, 129. — Derselbe, Beiträge, S. 154, 224. — Derselbe, Entwicklungs-

Nürnberger Ausstellungskatalog,

S. 20, Nr. 467.

geschichte, S. 130. — Derselbe. Stilentwicklung, S. 18, 52 f. -

394. Deutschtekes. Silber, vergoldet. Höhe (ohne die modernen Zutaten) 145

mm, Schalendurchmesser 7 1 mm , Gewicht jetzt 515 5 gr, ursprünglich 270 gr. Kreis- runder, mehrfach gegliederter Fuß mi t getriebenen Blatt- und Pflanzen-Ornamenten. Der Nodus bildet mi t den Stil i ein Stück und ist mit vier Bügeln besetzt. Die i n drei

wagerechten Gliederungen aufgebaute Cuppa ist an dem unteren halbkugelförmigen und dem mittleren konvexen Tei l mi t getriebenen Renaissance-Verzierungen ausgestattet, während

den senkrechten Mündungsrand eine gravierte

Renaissanceranke bedeckt. Da s Stück ist und Einsetzung einer Cuppa i n die alte

16. Jahr-

hundert. — Ausgestellt 1913 i n Budapest. Abbildung auf Tafel 140, 1.

Schale falsch erneuert worden. Auch der obere Stilus ist neu. Entstehungszeit:

1913 durch Anfügung

einer Basiserweiterung

Literatur : N. Roth, Beiträge, S . 199. — Derselbe, Stilentwicklung, S . 66. — Katalog der Kelchausstellung, S. 48, Nr. 169.

395. Felmern.

Kupfer, vergoldet. Höhe 170 mm , Durchmesser der Schale 123

mm, Gewicht 525 gr. Kegelstumpffuß mit einem Halbstab-Aufsatzrand und senkrecht verlaufenden Rippen. Zylinderstili, flachgedrückter Kugelknauf. Die mehrfach gegliederte Schale geht nach oben i n eine Halbkugel über, ist mi t denselben Rippen, wie sie der Fu ß besitzt, versehen und unterhalb des Mündungsrandes mi t einem Halbstab gegürtet. Mehrere, zum Teil gelötete Bruchstellen. Entstehungszelt: 16. Jahrhundert.

396. Gießhübel.

Silber, vergoldet.

Abbildung auf Tafel 141, 2.

Höhe 152 mm , Schalendurchmesser 75 5

mm, Gewicht 212 gr. Die kreisrunde Basis ist verlorengegangen. Der i n eine Halb- kehle, einen Viertelstab und einen Zylinder gegliederte Fuß ist mi t getriebenen Renaissance- Ornamenten bedeckt. Zwischen dem Fu ß und dem mi t drei Bügeln, die unten i n Löwen- tatzen auslaufen, versehenen Konusnodus ein vasenförmiges, ebenfalls mit Renaissance- Ornamenten geschmücktes Zwischenglied. Die Schale hat die typische niedere Form der Renaissance-Pokale und ist mit getriebenen, teils glatten, teils mit Ornamenten geschmückten ovalen Buckeln ausgestattet. A n dem senkrechten Mündungsrand eine gravierte Pflanzen- ranke. Bi s auf die verlorene Basis gut erhalten. Entstehungszeit: 16. Jahrhundert. — Ausgestellt 1885 i n Nürnberg. Abbildung auf Tafel 140, 3.

Literatur: I m Nünberger Ausstellungskatalog nicht verzeichnet.

Höhe 199

mm, Schalendurchmesser 87 mm , Gewicht 393 gr. Glatter, mehrfach profilierter, kreis- runder Sockel, dessen obere Grundfläche mit getriebenen Ornamenten geschmückt ist. Der

397. Hermannstadt.

Brukenthalisches Museum.

Silber, vergoldet.

165

Pokale

Schaft setzt sich aus einem Zylinder, einer Vase und einem Doppelkonus zusammen, an welch letzterem drei Faunstatuetten angebracht sind. De r Schaft ist ebenso wie der untere und mittlere, mi t Buckeln versehene Teil der Schale mi t getriebenem Renaissance- Schmuckmerk bedeckt. Unterhalb des Mündungsrandes der Cuppa ein graviertes Pflanzen- zierband. Zwischen Stiel und Schale eine Scheibe aus Bein. Au f der Oberseite des Aufsatzrandes das unleserlich abgedrückte Meisterzeichen. Gut erhalten. Entstehungszeit::

16. Jahrhundert.

Abbildung auf Tafel 139.

Literatur: V. Roth, Kunstgewerbe, S. 127; Tafel XV, 2. — Derselbe, Mitteilungen, S. 19, Tafel XXlV.

398. Hundertbücheln. Silber, vergoldet. Höhe 130 mm, Schalendurchmesser

77 mm , Gewicht 168 gr. Das i m Sti l der Renaissance aufgebaute Stück hat einen Kegel-

stumpffuß mit wagerechtem Aufsatzrand, gekehltem Verbindungsstreifen und einem in der Mitte etwas eingezogenen Fußschaft. Ein am oberen und am unteren Rande mit einem gekerbten Halbstab besetzter Kegelstumpf bildet das Trennungsstück. Der stachgedrückte

Kugelnodus ist oben und unten mit je zwölf getriebenen Langbuckeln bedeckt und von einem aus zwei gedrehten Drähten gebildeten Band umgürtet. Die Cuppa besteht aus einer Halb- kugel, die auf einem mehrgliederigen Unterbau aufruht. Einfache und dop- pelte gekerbte Drähte umschließen die Schale an drei Stellen . Au f dem Haupt - teil der Cuppa eine Renaissance.Pflan- zenwerkgravierung, in die drei Me- daillons mit der Darstellung von Männerköpfen eingefügt sind. Unterhalb des Mündungsranbes eine gravierte Pflanzenranke. Auf der Basis ober- halb des Verbindungsstreifens i n großen THOMASLOMESCH1 5 6 9 . Au f dem

Abbildung 88.

Abb. 87. Kleinschelken . 88. Hundertbücheln.

lateinischen Buchstaben die Inschrift:

Grunde der Cuppa i n einem Kreis die ausgegründeten und schwarz emaillierten Buchstaben

T.

399. Kleinschelken. Kupfer, vergoldet. Höhe 128 mm , Durchmesser der Schale

80 mm, Gewicht 180 gr. Glatter Kegelstumpffuß mit einem Doppelstab-Aufsatzrand.

ist. Der aus

mi t gekerbtem und

au s einem unteren

flachhalbkugeligen, von einem gedrehten Draht begrenzten, und einem mittleren zylindrischen

Teil. der sich zu einer mit graviertem Renaissance-Blumenzierwerk geschmückten Halbkugel erweitert. Unterhalb des Mündungslandes ein Halbstab. Ei n Dritte l des Schalenrandes ist ausgebrochen; der Fuß ist an einer Stelle eingerissen, an mehreren verbeult. Ent-

stehungszeit: 16. Jahrhundert.

Zylinderstili, von denen der untere mit zwei gekerbten Drähten gesockelt

einem Doppelkegelstumpf bestehende Knauf ist an den Durchbruchstellen an dem Aequator mi t gedrehtem Drah t gegürtet. Di e Schale besteht

L.

Gu t erhalten.

Entstehungszeit: 16. Jahrhundert.

Abbildung 87.

400. Meschendorf. Silber, vergoldet. Höhe 129 mm. Schalendurchmesser 85 mm, Gewicht 212 gr. Mehrfach gegliederter glatter Kegelstumpffuß Blättermanfchette.

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Pokale.

Radial enggebuckelte, hervorstehende Trennungsscheibe. Glatte Zylinderstili, die oben und unten ein gekerbter Draht umsäumt. Flacher Kugelnodus mit getriebenen Ornamenten und einer glatten Gürtelleiste. Tragescheibe von der For m des Trennungsstückes. Di e Schale besteht aus einem niederen, mit einem schräg gekerbten kräftigen Doppeldraht begrenzten Kugelsegment, das in einen Zylinder übergeht und sich oben zu einer breit- ausladenden Halbkugel erweitert, die mit sechs gleichen gravierten Renaissance-Ornamenten geschmückt ist. Unterhalb des mit senkrechten Kerben versehenen Mündungsrandes ein mehrfach prosilierter Stab . Au f der Unterseite des Fußes eingekratzt: MAtIA(s). Gu t

erhalten. Entstehungszeit:

16. Jahrhundert.

Abbildung auf Tafel 137, 3.

401. Probstdorf. Silber, vergoldet. Höhe 113 mm, Schalendurchmesser 77 mm,

Gewicht 170 gr. Zylinderfuß auf kreisrunder Basis mit konkavem Aufsatzrand. Auf dem breiten wagerechten Tei l der Basis ein graviertes Pflanzenranken-Ornament im Sti l der Renaissance. Trennungskonus mit einem gekerbten Draht am unteren Rande. Zylinder- stili mit gekerbten Drähten am oberen und am unteren Rande. Flacher Kugelnodus mit getriebenen Blätter n auf den beiden Hälften und einem doppelt gewundenen Drahtgurt . Die Schale, im Hauptteil aus einer Halbkugel bestehend, erhebt sich aus einem niederen Zylinder, der auf einer unter ihm befindlichen halbkugeligen Schale aufruht. Unterhalb des Mündungsrandes und an der Stelle, wo die untere Halbkugel mi t dem zylindrischen Mittelstück der Schale zusammenstößt, befindet sich ein doppelter gedrehter Draht. Am Mündungsrand eine gravierte Pflanzenranke und an der großen Halbkugel ein graviertes Pflanzenornament. Fuß gelötet; sonst gut erhalten. Entstehungszeit: 16. Jahrhundert.

402. Seiden . Silber, vergoldet. Höhe 190 mm , Schalendurchmesser 103 mm ,

Gewicht 530 gr. Runder, am oberen Teil gebuckelter Fuß mit schmalem Auffatzrand. Hoher, mehrfach gegliederter Stilu s mit kugelförmigem Knauf, der mit Blattornamenten geschmückt ist. Der untere und mittlere Tei l der Schale sind gebuckelt, der Trinkrand ist glatt . Di e drei getriebenen Medaillons des mittleren, stark ausladenden Teiles stellen dar :

den gefangenen Cimon mi t der ihn stillenden Tochter, Sisyphus, den Mühlstein den Berg hinaufrollend, und einen Hirsch mit einem nackten Man n mit wirren Haaren, der sich wie i m Schrecken mi t der linken Hand an den Kopf greift. Da s Nürnberger Beschauzeichen, ein N, ist i n die Außenseite des Trinkrandes und des Aufsatzstreifens eingepunzt; daneben die aus einem scchsftrahligen Ster n bestehende Meistermarke, die wahrscheinlich dem Nürn - berger Goldschmied Heinrich Straub (1608—1636) zugehört. Gut erhalten. Entstehungs- zeit: Erste Hälfte des 17 . Jahrhunderts. — Ausgestellt 1913 i n Budapest.

Abbildung der Zeichen auf Tafel 199, Nr . 115 und 116. Abbildung auf Tafel 137, 4. Literatur: M. Rosenberg, Merkzeichen, T. 239, Nr, 1191, S. 288, Nr. 1311. - V. Roth, Kunstgewerbe, S 110. 128 — Derselbe. Beiträge. S , 154. 159: Tafel LIII , 1. — Derselbe. Entwick- lungsgeschichte, S. 130, Abbildung 28. — Derselbe, Stilenlwicklung. S. 18. — Nürnberger Aus- stellungskatalog, S . 20, Nr. 466. — I m Katalog der Kelchausstellung nur auf S . 6 verzeichnet.

403. Zied. Silber, vergoldet. Höhe 167 mm , Schalendurchmesser 93 rnm,

Gewicht 375 gr. Das i m Sti l der Renaissance aufgebaute und geschmückte Gefäß ruht auf einer kreisrunden Basis mi t einem konvex-konkaven Aufsaßrand, der vier gravierte Zeichnungen ausweist. Darauf folgt ein senkrechter Streifen mit nichtdurchbrochenen ein- fachen Ornamenten. Der obere Teil ist gebuckelt. Auf vier Buckeln getriebene, stark hervortretende Ornamente. Auf diefer Basis erhebt sich der Stiel , der fünffach gegliedert ist, an seinem oberen glatten Tei l drei Delphine besitzt und an dem unteren dritten Glied

167

Pokale.

getriebenes Renaissancewerk

breit aus und ist mi t Buckeln, Frauen- und Widderkopfen, Ornamenten und Gesimsen i n

Au f der

Unterseite des Fußrandes die ein geschnittenen Buchstaben M G. Au f dem Aufsatzrand das Meistcrzeichen I S. Di e Vergoldung abgewetzt; eine kleine Bruchstelle 191 3 gelötet. Ent -

stehungszeit: 16. Jahrhundert. — Ausgestellt 1885 i n Nürn< berg und 1913 i n Budapest.

Abbildung des Meisterzeichens auf Tafe l 200. Nr . 2l0 . Abbildung auf Tafel 140, 2. Literatur: Kirchliche Kunstdenkmäler aus Siebenbürgen, I. S . 27 ff.; Tafe l 18. — V . Roth, Kunstgewerbe. S . 127 f, - Derselbe, Beiträge, S. 154, 224 — Derselbe, Entwicklungsgeschichte, S. 130. — Derselbe, Stilentwicklung, S. 18, 53. - Nürnberger Ausstellungs- katalog, S. 20. Nr. 465. - Katalog der Kelchausstellung, S . 20, N r 465.

Treibarbeit und an dem Mündungsrand mi t einem gravierten Band geschmückt.

zeigt.

Die Schale weitet sich aus einem kleinen

Unterteil

Pokale mit zylindrischer, mehrfach gegliedertrer Schale

404. Hermannstädter Kapitel. Silber, blank und vergoldet. Höhe 540 mm , Schalendurchmefscr 120 mm , Ge- wicht 898 gr. Mehrfach gegliederter Kegelstumpffuß. Der Schaft besteht aus zwei Zylindern, zwischen denen sich der mit drei Widderköpfen und Bügeln versehene Knauf befindet. Die Silhouette der überaus hohen Schale gliedert sich i n reicher Weise. Den mit einem überragenden gezackten Rande ausgestatteten Deckel krönt ein hoher nichtvergoldeter Blumen- strauß. Mi t Ausnahme einiger wagerechten Streifen ist der ganze Pokal mit getriebenen Blattern, Früchten, geflügelten Engelsköpfchen und spätem Renaissance-Zierwerk bedeckt. I m Inner n des Deckels eine Platt e mi t der Umschrift: Ruff Got t

H.J. In der Mitte der Platte: Las kein vntal verdrissen dir wan das Glük wohnet nicht bey dir Anfang vnd Ende sein nicht wie denn solches offt findet sich.

Am Ende der Inschrift die Jahreszahl 1635. Gut erhalten. Der Pokal wird im Brukenthalischen Museum aufbewahrt. Entstehungszeit: um 1600. Abbildung 89.

Abb. 89.

Hermannstädter

Kapitel

Literatur : Kirchliche

Kunstdenkmäler

aus Siebenbürgen, II .

S. 8 f., Tafel 6. - V. Roth, Kunstgewerbe, S. 128 f., 138.

Pokale mit flachkugeligem Schalnekorb und glockenförmiger Schale.

405. Gürteln.

Silber, vergoldet.

Höhe 162 mm, Schalendurchmesser 86 mm ,

Gewicht 186 gr. Glatter Kegelstumpffuß auf kreisrunder, mehrfach gegliederter Basis. Wagerechter Aufsatzrand. A n dem oberen Tei l des Kegelschaftes ein schräg gekerbter Stab. Glatte Zylinderstili. Flacher Kugelnodus mit einem schmalen Rundstabgurt. Der Schalenkorb ist konkav ausgebaucht und mit getriebenen Ornamenten besetzt. Die hohe Schale ist unterhalb des Mündungsrandes mi t einem gravierten Renaissance-Ornament- band verziert. Au f der Oberseite des Fußschaftes das Meisterzeichen, von dem jedoch nu r der erste Buchstabe P zu erkennen ist. Die Vergoldung hat gelitten; sonst gut erhalten.

Entstehungszeit: 16. Jahrhundert .

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Abbildung des Meisterzeichens auf Tafe l 199, Nr . 42 . Abbildung 58. S. 131.

Pokale.

Pokale mit Emailschmuck

406. Großprobstdorf. Silber, vergoldet. Höhe 243 mm , Schalendurchmesser

80 mm , Gewicht 41 0 gr. Aus der kreisrunden, mi t glattem wagerechtem Aufsatzrand,

konvexem Wulst und kugeligem Knauf versehenen Basis erhebt sich der schlanke, mehrfach

gegliederte, keulenförmige

an ihrem konvexen Teil mit drei Emailfeldern bedeckt, zwischen denen sich getriebenes Renaissancewerk befindet. Au f den mit Zartem getriebenem Blattwerk geschmückten Basis- knauf legt sich eine Emailblätterrosette. Aehnlichen, jedoch nach aufwärts gerichteten Blättern begegnen wi r auch an dem unteren Teil der Stielkugel und auf dem genannten Trage- körper. Den Schalenkorb bildet ein Gewinde von durchbrochenem Renaissance-Blumenwerk, das ebenfalls emailliert ist. Ebenso behandelt ist der Akanthusblattfries oberhalb des Schalenkorbes. Au f der Unterseite des Mündungsrandes die Inschrift:Promemoria calicem dono misit a Constantinop(o)l:(i) Joh:(annes) Reihsner natus Cibin (iensis)in Ec(c)lesiam Proszdorffensem ubi D(omi)na Mater ejus sepulta jacet (1)775 d(ie) 18x(Decem)br.(is). Der Deckel greift mit feinem wagerechten Rande über die Schale hinaus und ist i n ähnlicher Weise geschmückt wie die Basis. A n dem Deckel- knauf sind übereinander drei Emailrosetten befestigt, über deren oberste eine kleine Kugel hinausragt. Da s i n der Technik des Maleremails ausgeführte Emai l weist die Farben:

weiß, blau, violett,

Stiels sind nur fünf erhalten, die übrigen find abgebrochen. Das Email ist stellenweise beschädigt. Entstehungszeit: 17. Jahrhundert. — Ausgestellt 1885 in Nürnberg. 1900

Stilus, auf dem ein Tragekörper aufgesetzt ist. Di e Basis ist

rosa, gelb, orange, grün und schwarz auf. Vo n den Blättern des

in Pari s Und 1913 i n Budapest.

Literatur : K. Csányi. Lehren der Kelchausstellung, S , 131. Abbildung 13, - V , Roth, Kunstgewerbe. S. 137. — Derselbe, Beiträge, S. 151, 157, 180. 217; Tafel LII, 2 — Derselbe, Ent- wicklungsgeschichte, S . 128 ff., Abbildung 27. — Derselbe, Stilentwicklung, S , 13, 27, 54. - Anzeiger für Archäologie. XVI . (1896), S . 78. — Korrespondenzblatt des Vereins fü r siebenbürgische Landes- kunde, XXXVI . (1913). S . 110. — Nürnberger Ausstellungskatalog, S . 20, Nr . 468. — Katalog der Kelchausstellung, S. 13, Nr. 24.

407. Scharosch im Mediascher Bezirk. Silber, vergoldet. Höhe 293 mm ,

Schalendurchmesser 105 mm, Gewicht 672 5 gr. Runder Fuß mit durchbrochener

Abbildung auf Tafel 149.

oberen

Stilus drei Bügel und drei Hirschköpfe. Der Schmuck der hochgezogenen Cuppa besteht aus getriebenen und Zum größten Tei l aus emaillierten Ornamenten. Oberhalb des schmalen Aufsatzrandes sind drei getriebene Reliefs mit der Darstellung gegenständiger Hunde, i n den oberen Tei l des Fußes, i n den Knauf und i n den Streifen unterhalb

wagerechter Platte. Niederer runder Stilus . Birnförmiger Knauf. Um den

der

Cuppaöffnung barocke Ornamente und Masken eingefügt. Di e wagerechten Zierstücke

des

Fußes und der Stil i sind gegossen. Da s Maleremai l dieses Pokals ist auf geriffelten

Silbergrund aufgelegt und zeigt die Farben: weiß, rot, rosa, gelb, grün, blau und hauptsächlich ein leuchtendes orange. I n dieser Technik sind ausgeführt: die drei Ovale des unteren Teiles des Fußes, die einen Hirsch und eine Hirschkuh, ein Schwein vor einer Stadt und einen Hasen vor einer Stadt darstellen, die drei Ovale des oberen Teiles des Fußes mi t jagenden Hunden, die Rundmedaillons des Nodus mi t den Brustbilder n helm- tragender bärtiger Männer, der Lorbeerkranz und das Rankenwerk mit Blüten und Vögeln des Schalenkorbes, der wagerechte Wulst mi t einem Blumengewinde und den darauf sitzenden Schnörkeln, die drei Ovale mit alttestamentlichen Szenen: Simsons Kampf mit dem Löwen, Abfalons Tod, Daniel i n der Löwengrube, und den Inschriften: IVD:(ices ) XIIII, Sam.(uel) XVIII, DaN.(iel) VI, unterhalb des Trinkrandes eine Anzahl kleiner

22

169

Pokale.

Muscheln und auf der Innenseite ein Bil d mit den Symbolen des Todes und der Inschrift: MEMENTO MORI. Da s Meisterzeichen ist auf der Oberseite des Fußes eingepreßt, besteht aus den Buchstaben D F G und gehört vielleicht dem 1669 bezeugten

Mediascher Goldschmied Daniel Fabri oder dessen gleichnamigem, 1689 urkundlich erwähnten

Emails und einen abgebrochenen Tei l des

Schnörkelfrieses ist der Pokal gut erhalten. Entstehungszeit: 17. Jahrhundert. — Aus -

gestell t 188 5 i n Nürnberg . Abbildun g des Meisterzeichens auf Tafe l 199, Nr . 118. Abbildung auf Tafel 148, Literatur: Kirchliche Kunstdenkmäler. I. S. 28. Tafel 17. — V. Roth. Kunstgewerbe. S, 137. — Derselbe, Beiträge. S . 180. — Derselbe, Entwicklungsgeschichte. S . 130. — Korrespondenzblatt des Vereins für siebenbürgische Landeskunde, VII, (1884), S, 34; XXXVI. (1913), S. 110. - Vereins- Archiv, III. , S. 80. — Nürnberger Ausstellungskatalog, S. 20, Nr. 468.

Sohne. Bi s auf kleine Partien abgesprungenen

Polkale mit halbkugelförmiger Schale

Schalendurchmesser 86 mm ,

Gewicht 365 gr. Kreisrunde Basis mit schmalem Aufsatzrand und konvexem Verbindungs- streifen, der mit getriebenen Renaissance-Ornamenten geschmückt ist. Der glatte Kegelschaft- Zylinder wird oben von einer breiten, mit getriebenen Ornamenten bedeckten Scheibe abgeschlossen. Der gegossene, mi t Verzierungen bedeckte Nodus bildet mi t den Zylinderstil i ein Stück und breitet sich nach oben i n eine runde Tragscheibe aus, die mi t dem Nodus- körper durch drei Faunstatuetten darstellende Bügel verbunden ist. Auf der Schale getrie- benes Renaissance-Ornament in symmetrischer Anordnung. Den Mündungsrand schließt nach unten ein gewellter Stab ab. Au f dem Mündungsrand i n großen griechischen Buchstaben der Name des Stifters: ΝΗΚΟΛΑΟΣ ΓΕΟΡΓΙ und getriebenes Ornament zwischen zwei Linien. Gu t erhalten. Entstehungszeit: Ende des 16. Jahrhunderts.

408. Felmern. Silber, vergoldet.

Höhe 153 mm ,

Abbildung auf Tafel 141, 2.

409. Großlogdes. Silber, vergoldet. Höhe 114 mm , Durchmesser der Schale

72 mm . Gewicht 133 5

Der Fuß besteht aus einer kreisrunden Basis, deren aus einem Viertelstabe bestehender mittlerer Teil mit einem getriebenen Ornament verziert ist. Der vasenförmige gegossene Stilus zeigt sechs senkrechte, oben runde, unten spitze, von glatten Bändern umsäumte Buckel. Zwischen den Bandumrahmungen befindet sich ein Schuppenstreifen. Di e Schale

hat die Gestalt einer Halbkugel und ist mi t getriebenen Ornamenten geschmückt, die aus Masken, Pflanzen, Früchten und Bändern zusammengesetzt sind. Unterhalb des mi t einer gravierten Pflanzenranke versehenen Mündungsrandes ein stark gewundener Doppeldraht. Auf der Unterseite des Fußrandes das Meisterzeichen C M, das dem 1602 urkundlich bezeugten Hermannstädter Meister Crestel Meißner zugehört. Ebendort ist eingekratzt:

N. Ludu: Eklesie Eccl

aus der Ansatzstelle der Cuppa ist ein Stückchen ausgebrochen. Der Pokal wird i m Brukenthalischen Museum aufbewahrt. Entstehungszeit: Ende des 16. Jahrhunderts.

gr.

For m und Ornamente

gehören dem Sti l der Renaissance.

Wohners 1643. Die Schale ist vom Stilus losgelöst;

triebenemmbeneornamentiert170 n FrüchteGewichn Literatur410Bane.tndTrennungsplatte36Gießhübelungroße: 1dT.dregr.Gyárfásr iLilienKegelstumpffuKdpfe.

HermannstädtenDeAunnrdNoduvergoldetdeauß msmiseineRandrtbestehMeisterzeichentafel.OrnamentenmeHöhmit gelappteetaueine17s eine3m mmFruchtbüschelGesimsr gegossenelänglicheS. Schalendurchmesse410e gegürteteNrnaunKuge53fundenlundrKonusmideineOberseitStr.getriem87414ge-a.5ne-

Silber

Abbildung des Meisterzeichens aus Tafe l 199, 37.

Pokale.

dem drei Bügel angebracht sind. Di e Kelchschale bedeckt getriebenes Barock-Ornament, i n

das drei Köpfe. Früchte und drei Medaillons

poniert sind.

mit je einer

männlichen Gestalt einkom-

Gut erhalten.

Entstehungszeit: 17. Jahrhundert.

Abbildung auf Tafel 144, 3.

411. Großaltsch. Silber, vergoldet. Höhe 131 mm, Schalendurchmesser 69 mm ,

Gewicht 144 gr. Die kreisrunde schalenförmige Basis ist mit getriebenen barocken Frucht- ornamenten und mit Kartuschen bedeckt. Die ähnliche, jedoch flach gehaltene Verzierung zeigt der Vasenknauf, der unten auf einem glatten Kegelstumpffuß aufruht und oben i n einen gegürteten Doppelkonusstilus übergeht. Die Schale hat die Gestalt einer hoch- gezogenen Halbkugel und ist mit kreisrunden, von zarten Punkten umrandeten Vertiefungen bedeckt. Unterhalb des Mündungsrandes eine gravierte Girlande. Auf der unteren Seite des Fußes das vielleicht dem Kronstädter Goldschmied Fellten Schoppel (1690—?) gehörige Meisterzeichen F S. Gut erhalten. Entstehungszeit: 17. Jahrhundert.

Abbildung des Meisterzeichens auf Tafe l 200, Nr. 230. Abbildung auf Tafel 141, 3. Literatur: A, Reich, Kronstädter Gold- und Silberarbeiter, S . 22. — T . Gyárfás, Ge- schichte der Kronstädter Goldschmiedekunst, S . 52, 124 f., 145.

412. Martinsberg. Silber, ver>

goldet. Höhe 147 mm, Schalendurchmesser

75 mm , Gewicht 190 gr. Kreisrunde

Basis, schmaler, profilierter Aufsatzrand, konvexer Verbindungsstreifen mit einge- punztem, aus großen und kleinen Punkten bestehendem Rautenmuster. A n den Rän - dern des sechsseitigen Schaftes gravierte Linien. Gerippte runde Trennungsplatte. Vasennodus, der mit den Zylinderstil i zu einem Ganzen verschmolzen ist. Die untere Hälfte der eiförmigen Cuppa ist mi t einem getriebenen Ornament, die obere mit der- selben eingepunzten Rautenverzierung ge- schmückt, die der Verbindungsstreifen zeigt.

Unterhalb des Mündungsrandes ein gewellter Stab . Au f der Oberseite des Fußes das Meisterzeichen I K, das vielleicht dem Kronstädter Goldschmied Johannes Kreitzer (1646 bis 1657) oder Johannes Klettner (1648—1686) gehört. Der Mündungsrand zum Tei l ausgebrochen; drei Löcher i n dem Fußkegel deuten auf ehemalige dort befestigte Verzie- rungen. Entstehungszeit: 17. Jahrhundert.

Abb. 90. Kleinschenk: Gravierung auf der Cuppa.

Abbildun g des Meisterzeichens auf Tafe l 199, Nr . 80. Abbildung auf Tafel 141, 4.

Literatur: A. Resch, Kronstädter Gold- und Silberarbeiter, S. 21. — S. Gyárfás, Geschichte

110 f., 147, 156.

der Kionstädter Goldschmdedekunst, S . 59,

413. Kleinschenk. Kupfer, vergoldet. Höhe 127 mm , Schalendurchmesser 79

mm, Gewicht 120 gr. Runder Kegelstumpffuß mit schmalem Aufsatzrand. Zylinderstili. Flacher Kugelknauf mit einem glatten Doppelstabgürtel. Halbkugelformige Cuppa mit einer Gravierung, die i n einem Lorbeerkranz Mond und Sonne, die Buchstaben I S (= Jesus), Gras und Blumen und die Jahreszahl 1595 zeigt. Am Cupparand i n großen lateinischen

171

Pokale.

Buchstaben die zweizeilige Inschrift: WER GOT FERTRAWT DER HOT WOL GEBAWT WER DEN FROMEN WNREC(h)T THWT DER WIRDS FIR- WOR NICHT HOBEN GWT ESWIRDS GOT IM NICHT ALSO(?) SCHEN- KEN DVNDER SOLCHER BOSHEIT WOL GEDECKEN.

Ein Stück des Schalenrandes ist samt den durch eckige Klammern als Ergänzung bezeichneten Teilen der Inschrift ausgebrochen. Vergoldung teilweise abgeblättert. Entstehungszeit: 1595 .

— Ausgestellt 1913 i n Budapest.

Abbildung auf Tafel 141. 1. Literatur: V . Roth, Beiträge, S . 212. — Derselbe, Stilentwicklung. S . 52. — Katalog der Kelchausstellung, S . 33, Nr. 108.

Abbildung der Gravierung auf der Cuppa 90.

414. Nieder-Neudorf.

Silber,

vergoldet.

Durchmesser

der Schale 7 8 mm , verlorengegangen.

Gewicht 134 gr. Der Fu ß des Kelches ist bi s au f die oberste Platte

Runde Trennungsscheibe.

Konische, i n der Mitte mi t einem einfach profilierten Gesimse

gegürtete Zylinderstili. Kleiner Kugel- nodus mit getriebenen Ornamenten. Die

Kelchschale zeigt am Mündungsrand ein graviertes Schuppenband, darunter einen ornamentierten Rundstab, a n den sich getriebenes Renaissance-Ornament an - schließt. Au f der Platte des Fußes das Meisterzeichen M A und über demselben

derselben

Stelle: M. P. A. R — A S f l i q 1629.

die Jahreszahl (1)591. A n

Der Pokal wird i m Brukenthalischen Museum aufbewahrt. Entstehungszeit:

Abb.

91.

Nieder-Neudorf.

1591.

Abbildung

91.

Pokal e mi t

gebuckeltem

Schalenkorb.

415. Mediasch.

Silber, vergoldet. Höhe 150 mm , Schalendurchmesser 86 mm ,

Gewicht 236 gr. Runder niederer Kegelstumpffutz mi t einem Buckelkranz anf dem obern

Blätter-

Teil.

Nichtdurchbrochener

Verbindungsstreifen.

Konvex-konkaver

Aufsatzranb.

manschette.

Balusterstengel mit Akanthusblättern und Blättermanfchette.

Schale wie eine

Kelchcuppa

der späteren Gotik

geformt.

Gebuckelter Schalenkorb mi t Abschlußgesimse,

doch ohne Fries.

Putten und Delphinen.

Die Schale bedeckt ein graviertes Renaissance-Ornament aus Blättern,

Au f der Unterfeite des Auffatzrandes die gravierten Buchstaben

L

B;

außerdem noch eingeritzt:

M:S

1609 . Gu t erhalten. Entstehungszeit: 16 . Jahr -

hundert.

 

Abbildung auf Tafel 150, 1.

Pokale

ml t

kegelförmiger

Schale

416. Kleinpold. Silber, blank und vergoldet. Höhe 160 mm . Schalendurch-

messer 99 mm , Gewicht 219 gr. Kreisförmige

blätter senkrecht aufgelegt sind.

Eine zart gravierte Pftanzenranke schmückt als ringförmiges Band den Fu ß unterhalb des

Kegelstumpfteiles. A m oberen Ende des Schaftes eine große, nach unten gewölbte, aus

Kegelstumpfbasis, aus die drei Akanthus-

Der Aufsatzrand ist an seinem äußersten Umfang gestrichelt.

Pokale.

drei Akanthusblättern bestehende Manschette. Darüber eine Blätterscheibe. Den Stilus umschließen zwei flachgedrückte Kugelknäufe, vo n denen der untere größere mi t einem glatten, der obere mi t einem gekerbten Doppeldraht gegürtet ist. Zwischen die beiden Knäufe ist eine Blättermanschette gelegt. Akanthusblätter und Manschetten sind nicht vergoldet. Di e hohe Schale hat die Gestalt eines Kegels und ist auf der Außenseite mi t einem gravierten Renaissance-Pflanzenornament geschmückt. Au f der Oberseite des Fuß - schaftes das Meisterzeichen H S, das dem Hermannstädter Goldschmied Hans Sommer (1592—?) zugehört. Au f der Unterseite des Fußes ist i n lateinischen Schreibbuchstaben

eingekratzt:Kisch APPold K(—) R (?) Eccl

im Brukenthalischen Museum aufbewahrt.

K

M

W

Gu t erhalten.

Wird

Entstehungszeit: Ende des 16 . Jahrhunderts.

Abbildung des Meisterzeichens auf Tafe l 200, Nr . 196. Literatur: T. Gyárfás, Hernmansttädter Meisterzeichentafel, S. 410, Nr. 52, S, 414.

II.

Barocke Pokals.

Pokal e

mit

Kokosnußschale

417. Bistritz. Silber, vergoldet. Höhe 342 mm , Durchmesser am Mündungs-

rand 70 mm, Gewicht 490 gr. Das Gefäß besteht aus einer Kokosnuß, die i n vergoldetes Silber gefaßt ist, auf einem runden Fuß ruht und von einem mehrfach gegliederten Deckel bedeckt ist. Di e Ornamente des Fußes, des Deckels, der unteren Fassung sind getrieben und die der vier senkrechten, über den Gefäßleib gelegten durchbrochenen Verbindungs- bügel sind gegossen und i m Sti l des Barock gehalten. Di e obere Fassung dagegen ver- wendet i n ihrem Lilienkranz gotische Motive. Der hohe Deckel endigt i n einen Blumen-

strauß aus geschnittenem Blech. Da s Meisterzeichen G G, von Kößeghy au f den Bistritzer

Goldschmied

gewesen sein kann, ist

zeit: l7 . Jahrhundert. — Ausgestellt 1913 i n Budapest. Abbildung auf Tafel 142.

Georgius Gunesch (1728—1757) bezogen, der jedoch nu r der Ausbesserer

auf der Oberseite des Aufsatzrandes.

Gu t erhalten.

Entstehungs-

Literatur:

K, Csányi, Lehren der Kelchausstellung, S . 130, Abbildung 11. -

E. Kößeghy,

-

Goldschmiedzeichen, S . 32. — V . Roth, Beiträge, S, 199. — Derselbe, Stilentwicklung, S . 66. Katalog der Kelchausstellung, S . 40, Nr . 138.

Pokale mi ttraubenförmigerSchale

Silber, vergoldet. Höhe 450 mm, Schalendurchmefser 90 mm ,

Gewicht 480 gr. Die Basis besteht aus einem mit getriebenen Buckeln besetzten, mehrfach gegliederten Kegelstumpf. Au f der Trennungsscheibe steht ein nackter Knabe, der auf der linken Schulter eine Vase trägt. Au f dieser Vase ruht, an der Ansatzstelle von geschnittenen Blätter n umgeben, die Cuppa, die mi t dem dazu gehörigen Deckel die Gestalt einer Traube hat. Au f dem Deckel geschnittene Blätter, auf denen sich eine Vase mi t einem Blumen-

strauß aus geschnittenen

berger Beschauzeichen N und das dem Nürnberger Goldschmied Leonhard Vorch(h)amer (Meister seit 1623, gestorben zwischen 1640 und 1660) gehörige Meisterzeichen L V und auf dem Stengel des Blumensträutzchens die Marke J R,. Gu t erhalten. Entstehungszeit:

418. Karlsburg.

Blumen erhebt. Au f der Oberseite des Aufsatzrandes das Nürn -

17. Jahrhundert.

Abbildung der Zeichen auf Tafel

199, Nr . 115, und 200. Nr ,220 , 221.

Abbildung auf Tafel 143. Literatur: M. Rosenberg, Merkzeichen, S. 239, Nr. 1186; S. 296, Nr. 1330; S. 314, Nr, 1366.

419. Rothbach.

Silber, blank und vergoldet.

messer 85 mm , Gewicht 380

gr. Auf kreisrunder Basis

Höhe 247 mm , Schalendurch- erhebt sich der Fuß, der aus

einem profilierten

schmalen Aufsatzrand, einem konvexen, mit getriebenen

Halbovalen

 

173

Pokale.

besetzten Verbindungsstreifen, dann aus einem zylindrischen Mittelstück besteht, das sich nach oben in eine flache, mit getriebenen Schnörkelornamenten besetzte Kugel ausweitet. Um den hohen Zylinderschaft ein aus drei Bogen bestehender, mit Schnörkeln besetzter Bügelnodus. Eine aus geschnittenen Blättern gebildete Manschette trägt die hohe Trauben- schale. Auf der Oberseite der Cuppa das Meisterzeichen M S. Der Bügelnodus und die Blättermanschette sind nicht vergoldet. Der Deckel ist verlorengegangen; sonst gut erhalten.

Entstehungszeit: 17. Jahrhundert .

Abbildung des Meisterzeichens auf Tafe l 199, Nr . Abbildung auf Tafel 144, 1.

T . Gyárfás, Geschichte der Kronstädter

111.

Literatur: Das sächsische Burzenland, S . 109. - Goldschmiedekunst, S. 255, Abbildung 31.

Pokale

mi tglockenförmnigerSchale

Höhe 154 mm, Schalendurch-

messer 72 mm , Gewicht 160 gr. Kegelstumpffuß mit konvexem Aufsatzrand und getrie- benen Pflanzenornamenten. Den langen Stilus umgibt ein aus barocken Bügeln und Blumen zusammengesetzter Nodus. Au f dem Stilu s ein niederer Zylinder, der die Schale trägt. Diese ist am oberen Rande mit einem gravierten Akanthusblattfries geschmückt. Die Ornamente sind vergoldet. Au f der Oberseite des Aufsatzrandes die Punze M G, die vielleicht das Zeichen des Hermannstädter Goldschmiedes Martinu s Grell (1656—?) ist. Der Fuß an einer Stelle gebrochen, die Schale an einer Stelle geknickt; sonst ist

der Pokal gut erhalten. Entstehungszeit: 17. Jahrhundert.

420. Großlasseln. Silber, blank und vergoldet.

Abbildung des Meisterzeichens auf Tafel 199, Nr . 37. Abbildung aus Tafel 125. 3.

421. Hermannstadt. Silber, zum Teil vergoldet. Höhe 150 mm , Schalendurch-

messer 74 mm, Gewicht 140 gr. Sechspaß-Pyramidenstumpffuß mit schmalem Aufsatz- rand, mi t getriebenen Blumen und Blätter n auf dem konvexen Basisteil und auf dem Schaft. Die Konusstili bilden mi t dem birnförmigen, mi t Langbuckeln versehenen Knauf ein Stück. Die Schale ist oben und unten mit einer flachgetriebenen Blätterbordüre geschmückt. Zwischen den Bordüren in großen lateinischen Buchstaben: DIESES BECHER LEIN UEREHREN VIR BEIDE GESCHVISTER IOH:(annes) PFENNIGGEBER

erhalten.

U.(nd) AGNETA SEIVERDIN ZUR EHREN GOTTES IN DIE SPITALSKIR UND ZU EINEM GEDECHTNIS IHRES LIEBEN UATTERS GEORGIO (!) PFENNIGGEBERANNO171 1 DE N 2 4 MAI. Am Fuß ein Entstehungszeit: 18. Jahrhundert. — Ausgestellt 1913 in Budapest.

Literatur:

V . Rotb, Beiträge, S , 198 f. — Derselbe, Stilentwicklung, S . 66. — Katalog

der Kelchausstellung, S . 16, Nr , 38.

422. Karlsburg. Silber, vergoldet. Höhe 195 mm, Schalendurchmesser 70 mm ,

Gewicht 140 gr. Wagerechter glatter Sechspaß-Aufsatzrand, mehrfach gegliederter und

dem Aufsatzrand entsprechend geteilter, gebuckelter und mi t getriebenen Ornamenten besetzter

ein nackter Knabe. Au f dem Kopf

desselben ein zylindrischer Tragekörper, auf dem die i m unteren Tei l gebuckelte, i m oberen in sechs Felder geteilte Cuppa ruht. Auf diesen sechs Feldern sind Rosen, Tulpen und Lilie n eingraviert. De r Rand der Schale hat die For m des Sechspasses. Gu t erhalten. Entstehungszeit: 17. Jahrhundert. Abbildung auf Tafel 144, 2.

Kegelstumpffuß. Stat t der Stil i und des Nodus

423. Kronstadt, Blumenau. Silber, vergoldet. Höhe 166 mm , Schalendurch-

messer 73 mm, Gewicht 173 gr. Kegelstumpffuß auf kreisrunder Basis mit prosiliertem Aufsatzrand und getriebenen Barock-Ornamenten auf dem konvexen Verbindungsstreifen.

174

Pokale Glatter Schaft mi t profiliertem Trennungsgesimse. Vasenförmiger Nodus, der mi t den Konusstili zu einem Stück verschmolzen ist. Au s dem oberen Tei l des Vasenkörpers ragen vier getriebene Köpfchen hervor. Die hohe Cuppa bedeckt getriebenes Schnörkelornament mi t Pflanzenwerk. Glatter Rand. I m Inner n des Fußschaftes unterhalb des Stilusansatzes die Iahresmarke R, un d das Meisterzeichen H R unter der Krone; das letzte dem Kron - städter Goldschmied Hans Retsch I. (1618—1645) oder Hans Retsch II . (1652-1708) gehörig. Der Fußschaft ist von der Basis teilweise abgelöst; sonst gut erhalten. Ent-

stehungszeit: 17. Jahrhundert. Abbildung bei Zeichen auf Tafel 199, Nr. 71 und 72. Abbildung auf Tafel 146, 1. Literatur: A. Resch, Kronstadter Gold- und Silberarbeiter, S. 21. — T. Gyárfás, Geschichte der Kronstädter Goldschmiedekunst, S 49 f., 103, 131. 147. 155, 320. — Sächsischer Hausfreund. 1867, S . 44 — Korrespondenzblatt des Vereins fü r siebenbürgische Landeskunde. VII . (1884), S . 33.

424. Kronstadt, Martinsberg, Silber, vergoldet. Höhe 194 mm , Schalen-

durchmesfer 76 mm , Gewicht 225 gr. Kegelstumpffuß mit zwei übereinander stehenden

Blättermanschetten a m oberen Ende des Schaftes. De r vasenförmige Nodus ist gebuckelt

und mi t drei Hirschtöpfen besetzt. Au f dem konusförmigen Sockel des Vasennodus

hocken

drei Eichhörnchen. Di e schlanke Cuppa ruht i n zehn gezackten, von gravierten

Orna-

menten eingefaßten Rippen, die den Schalenkorb vertreten, und ist unterhalb des Trink- randes mit drei getriebenen Engelsköpfchen versehen, zwischen denen Rankenwerk mi t

Vögeln eingraviert ist. Au f dem Fu ß die Inschrift: RENOVATUM 1807, die Silber- punze 12 und das Meisterzeichen L R, das dem Kronstädter Goldschmied Laurentius

Römer (1779—1834) gehört. Der Fu ß ist sein Werk, die übrigen Teile stammen aus dem Ende des 17. Jahrhunderts.

Abbildung des Meisterzeichens auf Tafe l 199, Nr . 66. Abbildung auf Tafel 150, 4. Literatur: N. Resch, Kronstädter Gold- und Silberarbeiter, S, 23. — T . Gyárfás, Alte Kronstädter Goldschmiedewerke, S 55 f., Abbildung VI . — Derselbe, Gefchichte der Kronstüdter Gold- schmiedekunst, S. 56, 138, 157, 256 f., 322; Abbildung 33.

des Pokales

425. Kronstadt,

Obere

Vorstadt. Silber, vergoldet. Höhe 206 mm , Schalen-

durchmcffer 82 mm, Gewicht 393 gr. Glatte, mehrfach gegliederte, kreisrunde Basis. Au f dem rechtwinkeligen Absatz des konkaven Aufsatzrandes eine von Drahtklammern

festgehaltene Schnur silberner Perlen. De r obere Tei l des Fußes, von dem unteren durch ein Wellenband abgeschlossen, ist mit einem Fries sich jagender Tiere und mit Orna- menten in Treibarbeit geschmückt. Gebuckeltes und gekehltes Trennungsstück, Niederer, nach oben sich stark erweiternder Zylinderstilus. Diesen oberen Teil bedecken getriebene

starken, i n der unteren

Hälfte ornamentierten Doppelkonus mit drei Faunstatuetten-Bügeln. Der obere Stilus zeigt jetzt eine glatte Kugel unter einer aus Muscheln und geschnittenen Ranken zusammen- gesetzten Manschette. Der nichtdurchbrochene Schalenkorb enthält in Treibarbeit einen Fries von adligen Herren und Damen, Jägern, Reitern und Bauern auf landschaftlichem Hintergrund und wird von einem Wellenband und von einem oben gelappten, gerauhten Band abgeschlossen. Au f der Oberfeite des Aufsatzrandes i n lateinischer Schreibschrift eingepunktet: Diesen Kelch verehren wir Georg Keller und Barbara Keller zur Ehr Gottes in die obervorstädter Kirche D:(en) 4 August 1794. Bi s auf den

Muscheln und Fruchtbüschel. Der Nodus besteht aus einem

verlorengegangenen oberen Stilus gut erhalten. Entstehungszeit: 17. Jahrhundert.

Abbildung auf Tafel 14517.5

426.

Nimesch. Silber, vergoldet. Höhe 185 mm , Schalendurchmesser 6 9 mm ,

Gewicht 150

gr. Kreisrunde Basis. Da s konvexe Stück des Fußkegels, das sich über

dem glatten wagerechten Aufsatzrand erhebt, ist mi t getriebenen Ornamenten bedeckt. Au s der Aufsatzscheibe erhebt sich ein glatter niederer Zylinder mi t einer runden, au f der Oberseite ornamentierten Trennungsscheibe. A n dem unteren Tei l des mi t barocken Bügeln umgebenen Fußstengels ein durchbrochenes Band und an dem oberen eine große Rosettenmanschette i n Schnittechnik. Die getriebene Kelchschale schmücken Ornamente, die drei Medaillons mi t den Darstellungen eines Hundes, eines Hirsches un d eines Einhorns umgeben. Um den oberen Kelchrand zieht sich eine gepunktete Ranke; darüber ein simse mit einem zarten Wellenband.

Auf

dem Fußrank das Meisterzeichen, von dem

sich jedoch nur der zweite Buchstabe G entziffern

läßt. Ei n Bügel des Nodus ist zum Teil abge- brochen, ebenso fehlt ein Stück der Manschette; sonst gut erhalten. Entftehungszeit: 17. Jahr- hundert. — Ausgestellt 1913 i n Budapest.

Abbildung des Meisterzeichens auf Tafe l 199, Nr . 94. Abbildung auf Tafel 146, 2. Literatur: V. Roth, Kunstgewerbe, S. 138. — Derselbe. Beiträge, S. 151. 153, 185, 235 f,, Tafel LIl , 1 . — Dellelbe. Entwicklungsgeschichte, S. 127 f., Abbildung 25. — Derselbe, Stilentwicklung, S . 13. 44. — Katalog der Kelchausstellung, S . 11, Nr . 16.

Silber, blank und ver-

goldet. Höhe 196 mm,Schalendurchmesfer 86 mm , Gewicht 275 gr. Runder Glockenfuß mit schmalem

wagerechtem Aufsatzrand. Oberhalb des Aufsatz, randes an dem konvexen Teil ein getriebener

Blätterfries. Der mittlere Teil des Fußes ist glatt, darauf folgt wieder ein getriebenes Blätter- Ornament . Da s obere abgerundete Ende des Fußes schmückt dasselbe getriebene Pflanzenmotiv. Der Nodus besteht aus vier gegossenen barocken Bügeln,

einem zylin-

die i n Löwenköpfe auskaufen.

drischen Stück ruht die Cuppa, die i n ihrer unteren

Hälfte acht getriebene Buckel ausweist. Eine Stelle

des Fußes ist durchlöchert; sonst ist der Pokal gu t erhalten. Entstehungszeit: 17. Jahrhundert. — Ausgestellt 1913 i n Budapest. Abbildung 92.

Literatur: V. Roth, Kunstgewerbe, S. 138, — Derselbe, Beiträge, S. 151. 236. — Derselbe. Stilentwicklung. S . 66. — Katalog der Kelchausstellung, S . 25, Nr. 70.

427. Peschendorf.

Au f

Abb.

92. Peschendorf.

428. Zendersch.

Silber, vergoldet. Höhe 160 mm, Schalendurchmesser 73 mm ,

Gewicht 122 gr. Runde konvexe Basis mit getriebenen Blumen. Darauf der zylindrische Schaft mit einer gezackten Trennungsplatte. Glatter Balusternodus. Die hohe, mit gravierten Pflanzen und Ornamenten verzierte Cuppa wird von fechs Rippen getragen. Auf der Unterseite des Fußrandes eingraviert: A.(ndreas) M.(artini) P.(astor) Sz.(ena- vörösiensis) rep:(aravit) G: A: 1793. Ei n 3 0 m m langes Stück des Schalenkorbes ist ausgebrochen. Entstehungszeit: 17. Jahrhundert. Abbildung auf Tafel 150, 3.

Literalur: V . Roth, Beiträge, S . 237.

176

Pokale

Pokale mit zylindrischer Schale

Höhe 226 mm. Schalendurchmesser 80 mm ,

Gewicht 217 gr. Der Kegelstumpffuß besteht aus einem schmalen Aufsatzrand, auf dem sich ein konvexer Teil erhebt, der i n einen glatten Zylinder übergeht und sich dann kugelig erweitert. Glatte Zylmderstili mit einem kleinen flachen Kugelnodus. Die nach oben sich erweiternde Schale hat die Gestalt eines Zylinders. Der niedere Deckel ist mit einem gewellten Rand versehen. Fuß, Schale und Deckel sind mit getriebenen Blättern und Blüten bedeckt. Oberhalb des unteren Randes und unterhalb des oberen Randes der Cuppa ein gepunzter schmaler Lorbeerkranz. Au f der Oberseite des Aufsatzrandes die nicht klar abgedrückte Marke S P oder P S unter der Krone, die dem Kronstädter Goldschmied Stefan Piep alias Zimmermann (1662—1689) oder Piter Sigerus (1685—1715) zuge-

hört. Der sonft auf den Deckeln der Pokale dieser Ar t übliche Knopf oder Blumenstrauß ist verlorengegangen; sonst gut erhalten. Entstehungszeit: 17, Jahrhundert.

Abbildung des Meifterzeichens auf Tafe l 199, Nr . 17. Abbildung auf Tafel 146, 3. Literatur: A. Resch. Kronstädter Gold- und Silberarbeiter, S, 22. - T. Gyárfás, Geschichte der Kronstädter Goldschmiedekunst, S . 51 f., 115, 123, 156, 324, Nr . 105. — Korrespondenzblatt des Vereins für siebenbürgische Landeskunde, VII . (1884), S . 34. — Sächsischer Hausfreund, 1872, S. 19. — Zeidner Denkwürdigkeiten, S. 24.

429.

Braller.

Silber, vergoldet.

430. Holzmengen.

Silber, vergoldet.

Höhe 340 mm , Schalendurchmesser 90

inm, Gewicht 460 gr. Kreisrunder Aufsatzrand. Der nach oben sich erweiternde und am Ende von einem runden, gotischen, durchbrochenen Band umschlossene Kegelstumpffuß ist oberhalb des Aufsatzrandes, in der Mitt e und am oberen Ende mi t getriebenen barocken Ornamenten geschmückt. Dreiarmiger Bügelnodus. Die zylinderförmige Cuppa ist mit barocken Ornamenten in Treibarbeit bedeckt, ebenso der Deckel, der mit einem in Schnitt- technik gearbeiteten Blumenstrauß gekrönt wird. Da s auf der Oberseite des Aufsatz- randes befindliche Meisterzeichen besteht aus den beiden im Schildchen übereinander gestellten Buchstaben E V . Gut erhalten. Entstehungszeit: 17. Jahrhundert.

Abbildung des Meisterzeichens auf Tafe l 200, Nr . 154. Abbildung auf Tafel 147, 4. Literatur: V. Roth, Beiträge, S. 151, 153, 199, 217; Tafel LII, 3. — Derselbe, Entwick- lungsgeschichte, S . 128, Abbildung 2S. — Derselbe, Stilentwicklung. S . 13, 67.

431. Kleinprobstdorf. Silber, blank und vergoldet. Höhe 388 mm , Schalen-

durchmesser 75 mm, Gewicht 380 gr. Kegelstumpffuß mit wagerechtem schmalem Aufsatz-

rand und getriebenem Blumenkranz auf dem untern und auf dem obern Teil . Schlanker Stiel mit einem Dreibügelknauf. Die hohe zylindrische Schale ist mit getriebenen

großblütigen Blumen und Blättern geschmückt, ebenso der am Rande geschweifte Deckel,

177

der i n eine Kugel und i n einen nichtvergoldeten

Blumenstrauß ausläuft.

Au f dem Fuß -

biranOL(c)HONESISxPASTORx1690.zeicheAusgestell(Nr153s d.1705199n288)Katalogi nI

217)LiteraturCtgroßezugehört.

.191SDederdan3Derselber:KelchausstellungsilateinischePokan.Kde. BudapestVoCsányiml nEnlwicklungsqeschichtewurdHermannftädtedemselben Lehree. Buchstaben191nS.nde4Meiste28rausgebessertrKelchausstellungf.AbbildunGoldschmie:NrrAuVALENTINUSSdi86.fe 128deKelchg . der. EntstehungszeitOberseitd—seMeisterzeichenSJohanDerselbei .n 131HamlesceKISZLINGn. deChristopStilentwicklungs VFußrandesh.:(NrauRoth17f h.Tafe. 287xJahrhundertSchwartBeiträgeslECCI(esi)AE.)da199S.uns d13zMeisterNrSHelta(16867 . 45151.—7u.-

Pokale.

432. Magarei. Silber, vergoldet. Höhe 330 mm , Schalendurchmefser 110 mm

Gewicht 460 gr. Kreisrunde Basis mi t glattem schmalem Aufsatzrand, aus dem sich der konvexe Tei l erhebt, der sich i n einem glatten Zylinder fortsetzt und i n einer flachen Kugel

endet. Der konvexe und kugelige Tei l des Basiskörpers ist mit getriebenen barocken Ornamenten geschmückt. Au s dem Fuß steigt ein dünner Stengel empor, um den der aus drei Bügeln bestehende drehbare Nodus befestigt ist. Die Cuppa ist zylinderförmig, nach oben etwas erweitert. Grundfläche, unterer und oberer Rand sind glatt, die übrige Fläche ist mit barockem Schnörkelwerk und Frucht- gehängen i n Treibarbeit bedeckt. A n dem oberen Rand die Inschrift: Mun,(us) G.(eorgi) Wenck: Diac.(oni) Magar.(iensis) A(nn)o 1746. Ein Deckel ist nicht vor- handen. Entstehungszeit: 17. Jahrhundert.

Abbildung 93.

Pokalemitkegelstumfförmiger,unten abge rundeterodergebuckelter Schale.

433. Baaßen. Silber, blank und vergoldet. Höhe

363 mm, Schalendurchmefser 85 mm, Gewicht 531 gr. Dreifach gegliederter Fuß. Vasenförmiger Stilus mit drei Bügeln. Langgezogene Cuppa. Der Deckel wird

von einer Vafe und einem Blumenstrauß gekrönt. Den Stilus umgeben an beiden Enden geschnittene Blumen.

Di e Oberfläche des Pokals ist teils geperlt, teils glatt .

mit getrie-

benen, vertikalen, schmalen Buckeln und Kreisen versehen. Auf der Schale befindet sich ein graviertes, von einem Lorbeerkranz umrahmtes Wappen mi t den Buchstaben CHR VRF und die Jahreszahl 1688. Gut erhalten. Entstehungszeit: 17. Jahrhundert. — Ausgestellt 1913

Der untere abgerundete Tei l der Schale ist

in Budapest.

Kurzer Bericht, S. 3. —

V . Roth, Kunstgewerbe, S . 90. — Katalog der Kelchausftellung,

S. 39, Nr.

Abbildung auf Tafel 146, 4.

Literatur: L. Reissenberger,

131.

434. Großlasseln. Silber, vergoldet. Höhe 282 mm. Schalendurchmesfer 111 mm, Gewicht 470 gr. Kegelfuß mit schmalem wagerechtem Aufsatzrand, Buckeln und gravierten Ornamenten. Der Nodus besteht aus vier gegossenen Bügeln. Den untern Tei l der sehr hohen Pokalschale umgürtet ein getriebener Lorbeerkranz, Ge-

Abb. 93. Magarei

triebene Buckel und gravierte Ornamente

knopf bildet ein antiker Krieger, der auf einer Kugel steht. Diese Kugel ruht auf einer Muschel. Gut erhalten. Entstehungszeit: 17. Jahrhundert. — Ausgestellt 1913 in Budapest.

Abbildung auf Tafel 147, 1. Literatur: V. Roth. Kunstgewerbe, S. 138. — Derselbe, Beiträge, S. 151. — Derselbe, Stilentwicklung, S, 13. — Katalog der Kelchausstellung, S . 21 , Nr . 55.

435. Haschagen. Silber, vergoldet. Hühe samt Deckel 365 mm, Schalendurch-

messer 95 mm , Gewicht 485 gr. Kegelstumpffuß von einfacher Gliederung mit barocken

bedecken die Schale und den Deckel. Den Deckel-

173

Pokale.

Ornamenten i n Treibarbeit. Am oberen Ende eine meridianal gerippte Kugel, auf der

sich an Stelle des Nodus eine sich ringelnde, auf dem Rücken mi t blauen Steinen besetzte Schlange erhebt. Au f dem Haupte träg t sie eine Krone und i m Mund e einen roten Stein . Au f dem Nacken der Schlange ein aus einer stachen Kugel und einer Scheibe bestehender Tragekürper, auf dem die hohe, schlanke, mi t getriebenem barockem Ornament geschmückte Cuppa ruht . Glatter Mündungsrand. Der Rand des i n der Weife der Cuppa dekorierten Deckels ist gewellt. Als Deckelknauf ein von drei Bügeln umgebener Doppel- konus, auf dem sich die Statuette eines Jüngling s i m Kostüm des 17 . Jahrhunderts befindet. Auf der Innenseite des Deckels ist eine Platte angebracht, die eine gravierte Darstellung des heiligen Georg mi t dem Drachen zeigt. Di e Umschrift dieser Gravierung lautet:»TANDE M BONA CAVSA TRIVMPHAT.= 1651.« Vo r dem Kopf des Pferdes ein S und über dem Sattelran d ein Z, wahrscheinlich die Anfangsbuchstaben des Stifternamens. Gut erhalten. Entstehungszeit: 17. Jahrhundert. — Ausgestellt 1885

in Nürnberg und 1913 in Budapest.

Abbildung auf Tafel 147. 2.

2, Reissenberger, Kurzer Bericht, S. 3. — Kirchliche Kunstdenkmäler aus Sieben-

bürgen, II. , S . 8, Tafel 5. — V . Roth, Kunftgewerbe, S . 128. — Verselbe, Beiträge, S . 198 f. — Derselbe, Stilentwicklung, S. 66. — Anzeiger für Archäologie, XVI . (1896), S. 78. — Nürnberger Ausftellungskatalog, S . 20, Nr. 469. — Katalog der Kelchausstellung, T . 20, Nr. 54.

Literatur:

436. Hermannstadt. Brukenthalisches Museum. Silber, blank und vergoldet.

Höhe 544 mm, Schalendurchmesser 99 mm, Gewicht 544 gr. Kegelstumpffuß mit sechsfach geteiltem Auffatzrand und einem Buckelkranz auf dem untern Teil . Den hohen schlanken Stiel umfchließt reiches, nichtvergoldetes, barockes Schnörkel- und Blattwerk. Die Schale ist in ihrem unteren und in ihrem oberen ausgebauchten Teil mit getriebenen, von Orna- menten umgebenen Buckeln versehen. Der mit feinem geschweiften Rande übergreifende, ebenfalls gebuckelte Deckel trägt die nichtvergoldete Statuette eines römischen Kriegers. Au f dem Rand des Aufsatzes, der Mündun g und des Deckels das Augsburger Beschau- zeichen, eine gestrichelte Linie und ein Blatt : das Meisterzeichen der Augsburger Gold- schmiedfamilie Gelb. Gut erhalten. Entstehungszeit: 17. Jahrhundert.

Abbildung auf Tafel 147, 3. Literatur: M. Rosenberg. Merkzeichen. S. 8, Nr. 40, S. 42, Nr. 190.

437. Obereidisch. Silber, blank und vergoldet. Höhe 236 mm , Schalendurch-

messer 83 mm, Gewicht 194 gr. Kreisrunder Fußsockel mit profiliertem Auffatzrand

Oberhalb des Aufsatzrandes ein getriebener konvexer Streifen mi t barocken Ornamenten. Nach oben geht der Fuß i n einen glatten Zylinder über, der sich zu einer plattgedrückten Kugel mit getriebenen Barock-Ornamenten ausweitet. Der hohe Schaft ruht unten auf

einem

ein vierarmiger gegossener Bügelnodus. Die hohe schlanke Cuppa ist im unteren, unge- fähr ein Dritte l der Schalenhöhe einnehmenden Tei l mit getriebenen Langovalen bedeckt, die ein Halbstab mi t Linienornamenten abschließt. Auf dem oberen Tei l der Schale barockes getriebenes Schnörkelornament. Glatter Rand. Der Kugelnodus ist nicht ver- goldet. Au f der Oberseite des Auffatzrandes das Meisterzeichen I M E mi t der Krone.

Gut erhalten. Entftehungszeit: 17. Jahrhundert.

niederen Zylinder mi t ornamentiertem durchbrochenem Mantel . A n dem Schaft

Abbildung des Meisterzeichens auf Tafe l 199, Nr . 98.

Abbildung auf Tafel 144, 4.

Literatur: V. Roth, Beiträge, S. 151.

179

Pokale

Pokale

mi t zylindrischer, nac h obensicherweiternderSchale

438. Zuckmantel. Silber, vergoldet. Höhe 171 mm, Schalendurchmesser 100

mm, Gewicht 174 5 gr. Flacher, kreisrunder Schalenfuß mit getriebenem barockem

Zierwerk. Die Zylinderstili sind ebenso wie der an den

gekerbtem Draht gesäumte und mit getriebenen Ornamenten bedeckte flache Kugelknauf mit einem gewellten Band gegürtet. Die zylindrische, nach oben sich ausweitende, am unteren Rande mit zwei parallelen gewellten Bändern gesockelte Schale ist oben und unten mit getriebenen Ornamenten geschmückt. Unterhalb des Mündungsrandes eine gravierte Blättergirlande. Auf dem Bechergrund ebenfalls getriebenes Schmuckwerk. Das Meister- zeichen P K ist auf die Unterseite des Fußes eingepreßt und gehört wahrscheinlich dem Kronstädter Goldschmied Paul Klosch (1686—1695) oder Paul Kreitzer II . (1649—1660). Die Vergoldung ist an der äußeren Kelchschale abgewetzt; sonst gut erhalten. Entstehungs

Durchbruchsöffnungen mi t

zeit: 17 . Jahrhundert.

Abbildung ans Tafel 150, 2. Literatur: A. Resch, Kronstädter Gold- und Silberarbeiter. S. 22. — T. Gyárfás, Geschichte der Kronstädter Goldschmiedekunst, S. 48, 52, 109, 123, 324.

Abbildung des Meisterzeichens auf Tafel 200, Nr . 232.

Glaspokale

439. Hermannstadt. Glas und Silber. Ganze Höhe 224 mm , Durchmesser

der Schale 8 3 mm . Gewicht 308 gr. Stengelglas mit Glasdeckel. Die einzelnen Teile sind mit eingeschliffenen Ornamenten geschmückt. Der Fuß ist mit einem Ring aus ver- goldetem Silber und mit Ornamenten in eingelegtem schwarzem, grünem, weißem und rotem Email gefaßt. Solche Ringe auch oberhalb und unterhalb des Kugelknaufes. Auf dem Deckel ein Knopf i n derfelben Technik. Ausgezeichnet erhalten. Entstehungszeit:

19. Jahrhundert.

180