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Elektronische Bucher oder gedruckte Bucher?

1.

Das Smartphone wird immer mehr zum Allrounder und kann inzwischen eine ganze Reihe an
Gegenständen ersetzen. Dabei werden immer öfter Diskussionen laut, die die Sinnigkeit dessen
infrage stellen. Ein Beispiel hierfür ist die Frage, ob E-Books besser sind als Printbücher.

Der Mensch liebt es zu diskutieren. Während Auseinandersetzungen in der Tierwelt einen echten
Konflikt um Leben und Tod bedeuten, ist die zivilisierte Diskussion dem Menschen nicht
unbekannt. Zumindest sollte es so sein, wo doch das friedliche Miteinander für unsere Spezies so
wichtig ist. Ein großes Thema der Neuzeit ist die Grundsatzdiskussion über die zunehmende
Technisierung und die Erhaltung von Altbekanntem. Ein kleines Beispiel hierfür ist die Frage, ob
E-Books irgendwann das gedruckte Buch ablösen werden.

Nostalgie gegen Fortschritt

Nicht jeder Mensch, der die Technisierung gutheißt, liest nur E-Books. Allerdings ist zu erahnen,
dass der Verkauf von E-Books immer weiter zunehmen wird. Die Frage ist nur, ob das
elektronische Buch wirklich so viel „besser“ als das Printbuch ist. Hand aufs Herz: Wir alle neigen
dazu, zu kategorisieren: in alt und neu, in besser und schlechter, in effizienter und weniger
effizient.

Wir haben uns mit dem Thema „Gedrucktes Buch vs. E-Book“ auseinandergesetzt und uns
Gedanken darüber gemacht. Was dabei herauskam, seht ihr hier.

Lebensdauer und Vergänglichkeit

Bücher können Jahrhunderte überdauern, müssen aber nicht. Sicherlich haben alte Bücher ihren
ganz eigenen Charme, sind häufig allerdings kaum noch lesbar. Je stärker sie der Witterung
ausgesetzt wurden, umso kürzer ist ihre Lebensdauer. Klar – Papier ist ein Naturprodukt und will
irgendwann auch wieder dorthin zurück. Anders sieht es mit den elektronischen Varianten aus.
Grundsätzlich sind Smartphones und Tablets doch recht stabil. Allerdings hält eben auch
Elektronik nicht ewig.

Der Nachteil: Geht das Gerät kaputt und ihr habt keine Sicherheitskopie von euren E-Books
erstellt, sind die Bücher weg. Zudem sind die Bücher, je nach Software, nicht übertragbar und so
an das Gerät gebunden, auf dem sie heruntergeladen und gespeichert wurden. Ob technische
Geräte über die Jahrhunderte ihre Funktionalität bewahren, bleibt abzuwarten. Bislang gehen wir
aber eher nicht davon aus. Während Feuchtigkeit gedruckte Bücher beschädigt und womöglich für
Verwitterung sorgt, reicht sie aus, um einem Tablet, Handy oder E-Book-Reader gänzlich den
Garaus zu machen. Abgesehen davon hat der Lesespaß spätestens dann ein Ende, wenn der Akku
den Geist aufgibt. Definieren wir das also als unentschieden?

Leserfreundlich – Ein Text für jedes Alter?


In jungem Alter spielt die Schriftgröße für uns kaum eine Rolle – zumindest in der Regel nicht.
Um besonders leserfreundlich zu sein, muss jedoch nicht nur die Schriftgröße entsprechend sein.
Die Schriftart und der Zeilenabstand spielen ebenso eine Rolle wie die Hintergrund- und
Schriftfarbe.

Schlecht zu lesende Schriftart

Bücher sind Kunst – auf ihre ganz eigene Art und Weise. Wie gut das ein oder andere Buch zu
lesen ist, ist wiederum eine ganz andere Frage. Und ganz abgesehen von der Abstraktion mancher
Printbücher haben viele ältere Menschen häufig Schwierigkeiten, die Texte zu entziffern. Im Alter
verändert sich die Sehstärke, das ist ganz normal. Wusstet ihr, dass es Bücher gibt, die extra eine
größere Schriftart haben? Zugegeben, es ist mühselig, danach Ausschau zu halten. Und ebenda
kommt das E-Book ins Spiel.

Bei vielen Readern ist es nicht nur möglich, die Schriftgröße, sondern auch die Schriftart
einzustellen. Damit kann jeder den Text nach eigener Präferenz gestalten. Im Punkt der
Nutzerfreundlichkeit liegt das E-Book unseres Erachtens nach damit vorn. Oder was meint ihr?

Wenn Lesen zur Entspannung wird

Für viele ist das Lesen eine Tätigkeit, die ihnen hilft zur Ruhe zu kommen. Wir erholen uns beim
Lesen vom stressigen Alltag, werden in ganz eigene Welten entführt. Andere mögen Spannung,
Grusel und Abenteuer. Eines haben allerdings sicherlich alle Leser gemeinsam: Wir wollen nicht
gestört werden! Klammern wir nun die Möglichkeit aus, dass selbstverständlich jederzeit jemand
den Raum betreten könnte, birgt das E-Book hier sicher das ein oder andere Problem. Lest ihr auf
eurem Tablet oder Smartphone, kann es jederzeit sein, dass andere Funktionen des Geräts euch
ablenken. Seien es Facebook, WhatsApp oder Software-Updates. Die Anzahl der Störungsquellen
ist enorm hoch – es sei denn, wir sind konsequent genug, alles abzuschalten, während wir lesen.

Das Smartphone ist zum Allround-Begleiter geworden und wir haben uns damit arrangiert. Aber
ist es nicht schöner, in Ruhe in einem Buch zu lesen, das nichts anderes tut, als uns in seine Welt
zu entführen? Insbesondere wer von der digitalen Welt mal Abstand nehmen möchte, ist mit einem
gedruckten Buch vermutlich besser bedient.

Das hatten wir sicherlich alle schon einmal: Eine Stelle in einem Text hat uns besonders gut
gefallen. Dummerweise finden wir die Stelle im Buch einfach nicht wieder. Vermutlich war es
irgendwo zwischen Seite 100 und 150. Oder so. Vielleicht auch 173. Dass das schon mal ärgerlich
sein kann, müssen wir wohl kaum ausführen. Hier ist das E-Book dem Printbuch einen großen
Schritt voraus: In den meisten Apps kann das Buch nach Stichwörtern durchsucht werden. Das
macht es sehr viel einfacher und spart im hektischen Alltag zusätzlich Zeit.

Reader lassen sich durchsuchen

Wer hat schon Lust, stundenlang nach einem Zitat zu suchen, nur weil man es seinem besten
Freund zeigen möchte?
Anonymität vs. Personalisierung

Den dekorativen Charakter von gedruckten Büchern haben wir bereits angesprochen. E-Books
sind selten personalisiert, haben etwas Kaltes. Technik strahlt häufig Anonymität aus, an die wir
uns zwar gewöhnt haben, die aber selten als angenehm und heimisch empfunden wird.

Gedruckte Bücher hingegen sind leicht zu personalisieren. Markierungen, Notizen und


Unterstreichungen zeigen, wem das Buch gehört, und sagen häufig etwas über den Besitzer aus.
Nicht jeder Mensch mag es, in seine Bücher zu schreiben, während andere sie mit Aufklebern
versehen, abgebildeten Personen Schnurrbärte zeichnen und ihre liebsten Stellen unterstreichen –
eigentlich gar keine schlechte Alternative zur Stichwortsuche! Im Punkt Personalisierung
entscheidet das gedruckte Buch den Punkt für sich.

Schwer(e) verdauliche Lektüre?

Heutzutage ist es üblich, das Haus kaum noch ohne Handy zu verlassen. Lesen wir unsere E-Books
über unser Smartphone, haben wir jederzeit die Möglichkeit weiterzulesen. Das ist praktisch und
eröffnet uns die Option, Wartezeiten ohne Langeweile zu überbrücken. Bücher hingegen schleppt
vermutlich nicht jeder mit sich herum. Ein dicker Wälzer kann schon einmal beinahe ein
Kilogramm auf die Waage bringen und ist damit wirklich schwere Lektüre. Hier ist das E-Book
definitiv die bessere Wahl – besonders dann, wenn wir mehrere Bücher gespeichert haben.
Niemand würde so viele Bücher mit sich herumtragen, auch wenn das sicherlich ein gutes Training
wäre. Auch wahr: Es ist eher selten, dass wir mehrere Bücher gleichzeitig lesen, oder doch?

Der Umwelt zuliebe

Vertreter des E-Books neigen schnell dazu, zu behaupten, dass die elektronische Variante
umweltfreundlicher ist. Schließlich werden bei der Herstellung eines Buches viel Wasser und
Energie verbraucht. Zudem wird CO2 in nicht allzu geringen Mengen produziert. Das entspricht
selbstverständlich der Wahrheit, aber wie sieht es mit der Handy- oder Tabletproduktion aus?
Richtig, umweltfreundlicher ist sie in keinem Fall. Eines haben E-Books dem gedruckten Buch in
diesem Punkt dann aber doch voraus: Wer mehr als zehn Bücher im Jahr liest, tut mit dem Umstieg
auf E-Books dann doch etwas für die Umwelt.

Außerdem: Printbücher gibt es sehr häufig in einer Vielzahl an Auflagen, während im E-Book
einfach Korrekturen vorgenommen werden können. Eine Neuauflage führt zur Neuproduktion –
Korrekturen im elektronischen Buch werden hingegen beispielsweise am selben Gerät
durchgeführt oder hierauf übertragen. Wer dennoch bei gedruckten Büchern bleiben möchte, kann
seine eigenen gelesenen Werke verschenken oder sie sich selbst einfach ausleihen. Auch damit tut
ihr der Umwelt einen Gefallen.

Ein Smartphone vs. mehrere Auflagen?

Und wo wir beim Thema Umwelt wären: Smartphones und Tablets sind insofern
umgebungsfreundlicher, dass für sie keine gesonderte Taschenlampe benötigt wird. Im Flugzeug
oder neben dem Partner im Bett – die Beleuchtung des Geräts stört in der Regel weniger als
Nachttischlampen oder entsprechende Utensilien, die das Bücherlesen im Dunkeln erlauben.
Zusätzlich werden Partner nicht von Blättergeräuschen gestört. In diesem Aspekt hat das E-Book
das gedruckte Buch wohl überholt.

Ein Text mit Geschichte – subjektiver Wert

Bücher erzählen eine Geschichte. Und das nicht nur inhaltlich, sondern auch physisch. Je älter ein
Buch wird, umso mehr hat es erlebt und überdauert. Umzüge, Wasserschäden, vielleicht sogar
Brände und das ein oder andere neue Regal und Lesezeichen. Bücher stehen für Nostalgie. Viele
Menschen mögen den Geruch von Papier und fühlen sich in Bibliotheken aufgehoben. Wieder
andere sehen weniger den persönlichen und subjektiven Wert eines Buches und sind praktischer
orientiert.

Fakt ist allerdings, dass Bücher vermutlich immer eine wichtige Rolle in der Entwicklung von
Kleinkindern spielen werden. Durch das Anfassen der Seiten und das Umblättern können Kinder
ihre eigenen Sinne entdecken. Inwieweit das E-Book das irgendwann ermöglichen kann, ist
fraglich.

Ein Fazit?

Wir haben gesehen, dass sowohl gedruckte Bücher als auch E-Books ihre Vor- und Nachteile
haben. Einige davon gleichen sich aus, bei anderen entscheidet wohl die persönliche Präferenz
darüber, wie stark wir welchen Punkt werten. Für uns gibt es keinen klaren Gewinner und zum
Glück müssen wir uns bisher auch nicht für eines von beidem entscheiden.

2.

Vom Nutzen und Nachteil des E-Books für die Leser und ihre Geschichte

Die Vorteile

Das E-Book hat Einzug gehalten in die Haushalte vieler Familien, Paare und Singles und gehört
wie das iPhone und das Tablet bald zur Ausstattung jedes modernen Menschen. Aber worin liegen
eigentlich die Vor- bzw. Nachteile eines E-Books?

Zunächst einmal liegen ein paar Vorteile auf der Hand: der Verbraucher muss nicht mehr in den
Laden gehen, um sein Buch zu kaufen oder zu bestellen, er kann dies bequem von jedem Ort aus
tun, wo er einen Internetzugang hat, dort kann er es auch gleich drahtlos bezahlen und es wird ihm
innerhalb einiger Minuten zugeschickt bzw. heruntergeladen, sodass er das Buch in allerkürzester
Zeit zu seiner Verfügung hat.

Außerdem kann er sich eine Bibliothek anlegen, die keinen Platz in Anspruch nimmt, wenn man
von dem Platz, den das E-Book selbst braucht, einmal absieht. Es hat Platz in einer mittelgroßen
Handtasche und kann also überall hin mitgenommen werden, in den Zug, ins Flugzeug, in die
Straßenbahn, zum Doktor, aufs Gemeindehaus, ins Museum, in den Park usw. Viele Leute haben
Platzprobleme in ihren Wohnungen und Häusern und dies scheint wohl einer der Hauptvorteile
des E-Books zu sein, denn die gespeicherte Bibliothek braucht kaum mehr Platz als ein Handy.

Außerdem ist das E-Book zum Sprachenlernen geeignet, weil man die Wörterbücher der zu
lernenden Fremdsprache herunterladen kann und dann Wörter, die man nicht versteht, anklicken
kann und eine Erklärung in der Fremdsprache erhält dazu. Man kann die Schriftgröße des Textes,
den man liest, ändern und bei den neueren E-Books kann man sogar im Dunkeln lesen, da sie mit
einem leuchtenden Bildschirm versehen sind.

Ein E-Book ist zudem sehr leicht, oft leichter und weniger für Zerstörung anfällig als ein Buch,
das man mit sich herumträgt. Man kann auch Notizen zur Lektüre machen, diese sind jedoch
weniger direkt sichtbar, als wenn man diese mit einem Bleistift in ein gedrucktes Buch
hineinschreibt. Viele Bücher, vor allem ältere und auch diejenigen in Fremdsprachen sind billiger
als wenn man sie als Paperback über Amazon bestellt oder im Buchladen kauft. Außerdem gibt es
zu den angeklickten Büchern eine kurze Zusammenfassung und in vielen Fällen eine Leseprobe,
sodass man das Produkt erst einmal ausprobieren kann, bevor man es kauft. Klickt man einen
Autor an, so erscheinen nicht alle, aber alle auf E-Book erhältlichen Bücher des Autors auf dem
Bildschirm und man kann sich ein Bild von dem machen, was dieser Autor so alles geschrieben
hat. Serien werden als Serien ausgezeichnet, sodass man weiß, welches Buch zu welcher Serie
gehört. Vor allem für Ferienlektüre und Bücher, die man nur einmal liest, ist das E-Book die ideale
Lösung wegen des Platzsparens, man muss die Bücher auch nicht wieder loswerden nach der
Lektüre. Aber auch um sich in ein Wissensgebiet einzuarbeiten, kann das E-Book von Nutzen sein,
gerade wenn man sich eine Bibliothek zu einem bestimmten Thema aneignen will, ohne gleich
sein ganzes Haus vollzustellen.

Die Nachteile

Die Nachteile sind weniger offensichtlich, aber es gibt sie auch. In einem gedruckten Buch kann
man leichter von einem Ort zum anderen springen und hat auch leichter die Übersicht über das
Buch, das man liest. Außerdem ist es von einem Kindle aus manchmal schwer, die Bücher in der
Sprache herunterzuladen, in der man sie lesen will. Auch gibt es nicht alle Bücher auf E-Book,
viele Bücher gibt es bis anhin nur in gedruckter Form und nicht immer in den Übersetzungen, in
denen man sie gerne hätte. Der sinnliche Genuss, ein Buch in der Hand zu halten, ist auch nicht
da, wenn es auch einfacher und angenehmer ist, ein E-Book in der Hand zu halten, da man zum
Beispiel die Seiten nur mit einem Klick wenden kann und eigentlich nur eine Hand zum Lesen
braucht. Vielen Lesern ist es unangenehm, virtuell zu lesen, sie haben das Gefühl, dann eigentlich
nicht zu lesen, obwohl dieses Gefühl durchaus irrational ist. Manche denken auch, dass der
Umstand, dass man nur einen Teil des Textes sieht, der Gedächtnisleistung beim Lesen nicht
entgegen kommt.

Vieles bleibt noch zu beweisen. Wer wissenschaftlich arbeitet mit Büchern, wird vom E-Book
auch noch einige Verbesserungen erwarten, so das Springen im Text etwa, die Zugänglichkeit der
Anmerkungen, die Schwierigkeit mit Bildern umzugehen im E-Book, die Schwierigkeit,
Anmerkungen im Buch unmittelbar zu sehen, die manchmal fehlende Paginierung, der Umstand,
dass nicht alle Bücher, die man braucht, auch wirklich verfügbar sind und dass kaum Artikel auf
dem E-Book zu finden sind etc.
Für die Geschichte des Lesens ist das E-Book jedoch vor allem für den Bücherwurm und
Ferienleser ein Fortschritt wegen des Platzsparens und der leichten Transportierbarkeit. Nicht
jedes Buch, das man liest, will man auch körperlich in seiner Bibliothek haben und zur
Leihbücherei gehen auch nicht alle gerne. Mein Tipp: Versuchen Sies mal, leihen Sie sich ein E-
Book für die Ferien aus und probieren Sie es aus ! Nach den Ferien werden Sie wissen, ob Sie
eines kaufen möchten.

3.

Obwohl die Digitalisierung zunehmend voranschreitet, bevorzugen viele Menschen Menschen


Bücher, Filme oder Musik immer noch in Form von physisch greifbaren Objekten, die man sich
ins Regal stellen kann. So ist zum Beispiel der Anteil von E-Books am Gesamtumsatz des
Buchmarkts immer noch sehr gering. Aber warum ist das so? Dieser Frage sind nun Ozgun Atasoy
von der Universität

In einer ganzen Serie von Experimenten stellten die Wissenschaftler fest, dass ihre Probanden für
die physische Variante eines Produktes stets bereit waren mehr zu zahlen als für die digitale. So
erschien den Teilnehmern ein gemeinsames Foto mit einem Schauspieler beispielsweise
wertvoller, wenn sie es in gedruckter Form in die Hand bekamen, als wenn die Forscher es ihnen
per E-Mail zusandten, wie Atasoy und Morewedge im "Journal of Consumer Research"
schreiben. Ähnlich verhielt es sich bei bekannten Büchern oder Filmen, für welche die
Testpersonen eher tiefer in die Tasche griffen, wenn sie das Produkt auf Papier beziehungsweise
auf DVD erhielten.

Möglicherweise hängt dieser Effekt damit zusammen, dass wir die Produktionskosten für ein
gedrucktes Buch höher einschätzen als für ein E-Book. Oder es liegt schlicht daran, dass wir es
gewöhnt sind, für digitale Produkte manchmal ein kleines bisschen weniger zu bezahlen. Die
Autoren fanden aber noch eine andere Ursache, die sich viel deutlicher bemerkbar machte: Bei
einem E-Book, einer digitalen Bild- oder Filmdatei hatten die Probanden weniger stark das Gefühl,
das Produkt wirklich zu besitzen. Hielten sie dagegen beispielsweise eine gedruckte Ausgabe in
der Hand, waren sie eher der Ansicht: Das ist meins!

Weniger stark waren digitale Produkte entsprechend im Nachteil, wenn es nur darum ging, sie
auszuleihen und nicht zu kaufen, wie weitere Experimente der Forscher offenbarten. Und auch
wenn wir keine besondere Beziehung zu einem Produkt haben – wenn es also nicht gerade um
unser Lieblingsbuch oder um unseren Lieblingsfilm geht –, sind wir offenbar eher bereit, die
physisch greifbare und die digitale Version als gleichwertig zu betrachten. Auf besonders wenig
Gegenliebe stoßen rein digitale Produkte dagegen bei Menschen, die das starke Bedürfnis haben,
in jeder Situation die Kontrolle zu behalten: Sie wollen am wenigsten auf gedruckte Bücher, CDs
oder DVDs verzichten.
4.

S ind gedruckt e Bücher besser als eBooks?

Für eine St udi e der norwegischen S t avanger Universit ät m usst en 50 Leser eine
2 8 -s eit i ge Kurz geschi cht e l esen. Di e Häl ft e l as si e im Buchform at , di e andere
auf ei nem Ki ndl e, dem Am az on eBook -R eader. Anschließend soll t en di e
Teil nehm er di e Geschi cht e wi edergeben. Dabei schni tt en di e Kindl e -Les er
deutli ch schl echt er ab. Zwar konnt en bei de Gruppen di e Charakt ere und den
S chaupl atz in etwa gl ei ch gut wi edergeben. Bei der Darst ell ung der Handlung
hatt en di e Ki ndl e -Nutz er j edoch größere P robl em e di ese korrekt darz ust ell en

Di e St udi enl eit eri n Anne Mangen sieht ei ne mögli che Ursache darin, dass beim
kl as si s chen Bücherlesen der physi sche Akt des Um bl ät t erns den Leserproz es s
unt erst ütz t. Der Handlungsverl auf wi rd somit um ei ne hapti sch erfahrbare
Entwi cklung ergänzt. Dadurch wi rd das Erfassen des Inha l ts i nt ensi ver.

In ei ner anderen S tudi e gab Mangen 72 norwegi schen S chül ern ei nen Text
ent weder auf P api er oder als P DF am Com puter zu l esen. Di ej eni gen, di e den
Ausdruck gel esen hat t en, schni tt en beim Text verst ändnis besser ab, als di e
Bi l ds chi rm -Leser.

Nur noch P api er -Bücher l esen?

W as bedeut et das j etz t für das Lesen? Zurück zum gedruckt en Buch? S chwer
vorst el lbar, wenn m an eBook -R eader schätz en gel ernt hat . Dennoch bi et en
P api erbücher Vort eil e, bei denen ein eBook ni cht m it halt en kann.

M it ei nem gedruck t en Buch kann m an besser arbei t en

Ei n Fachbuch zu l esen, ist et was anderes als ei nen R om an z u schm ökern.


Fachli t erat ur m uss ich m ir erarbei t en. Hi er spi el en Notiz en und Marki erungen
ei ne große R ol l e. Ic h kann z war auch i n ei nem eBook Notiz en anl egen. Di es is t
j edoch um st ändli ch. Zudem kann i ch ni cht durch di e S ei t en bl ät t ern und meine
M arki erungen ei nsehen. Ei n kl arer Vortei l von gedruckt en Büchern.

Vort eil ebook: Bibliot hek für di e Hosentasche

Bes onders auf R eisen ist der eBook -R eader unschl agbar. Tausende Bücher si nd
i mm er dabei, j ederz ei t kann ei ngekauft werden, unabhängi g von Öffnungsz eit en
oder dem Angebot ei nes Buchl adens. Außerdem i st ein Reader l ei cht er und
kl ei ner als ei n Taschenbuch.
Les e-Ti pp: Di e Di nge ganz ei nfach geregel t kri egen

EBooks doch ni cht di e Zukunft?

Den St udi en zufol ge ist es von Nacht ei l, Bücher in di gi t aler Form z u l es en.
Doch des wegen auf di e schöne neue Le sewelt verzi cht en? W ahrscheinli ch i st
das ni cht nöt i g. EBooks, wi e andere di gi t al e Form at e, si nd recht neu.
Innovat i onen, di e Bewährt es m aßgebli ch verändern, fordern uns heraus .
Bes t ehende Techni ken m üssen wei t erentwi ckelt und angepasst werden. Di es gil t
auch für das Lesen.

Das Les en ei nes eB ooks unt erschei det si ch auf den erst en Bli ck ni cht vom Les en
ei nes klassischen Buches. Dennoch gibt es doch Unt erschiede. W ir m üs s en
daher herausfinden, wi e wi r m it dem neuen Medium am Best en z urechtkom m en.
Dann werden di e Vort eil e di e Nacht eil e überwi egen oder wir werden festst ell en,
das s es kei ne Nacht ei l e gibt. Manches ist ei nfach etwas anders und entsprechend
m üs s en wi r unsere Herangehensweise anpassen.

Fachbücher nur noch in gedruckt er Form?

M eines Eracht ens ist di es ni cht nöt i g. Um einen Facht ext z u v erinnerl i chen und
z u vers t ehen, muss m an i hn si ch erarbeit en. Di es geht nur, indem m an
s i ch Notiz en m acht , m it denen der Inhal t i n ei genen Wort en zusamm engefass t
wi rd. M acht m an si ch Not iz en, spi el t das Form at kei ne R oll e m ehr. Di ese sol lt en
hands chri ft li c h gemacht werden. Zum ei nen i st es umst ändli ch, Notiz en im
eBook -R eader z u hint erl egen. Zudem l egen St udi en nahe, dass handschri ft li che
Notiz en effekti ver sind .

Bes s eres Leseverst ändni s d ank Anm erkungen im eBook

Dennoch kann di e Notiz funkt ion eines eBook -R eaders hil frei ch sei n. Indem wi r
kurz e Anm erkungen von ei ns bis drei W ört ern zu j edem längerem Abschni tt
hi nt erl egen. Di ese Anm erkungen können wi r uns get rennt vom Text anz ei gen
l ass en. D ann wi rd ei ne Art Inhal tsverz ei chni s daraus. Di es hil ft bei m
Les everst ändnis, da m an si ch so j ederz ei t ei nen Überbl i ck über das bi sher
gel es ene verschaffen kann.Vi ell ei cht rei cht di es schon aus, um di e Nacht t eil e
von eBooks bei m Le severst ändnis aufz uwi egen .

5.

Wussten Sie, dass die Entwicklung des Buches 60 Jahrhunderte gedauert hat und die Entwicklung
des eBooks im Vergleich nur 43 Jahre? Dass wir Deutschen die Nation sind, die am schnellsten
liest, jedoch nur wenige Bücher bis zum Ende? Kinder in Deutschland mehr lesen als Erwachsene?
Unsere neuen Infografiken geben Aufschluss!
Vom Papyrus zur eInk: Eine kurze Entwicklungsgeschichte
Die Ägypter lagerten schon vor 6000 Jahren wichtige Schriftstücke auf Papyrusrollen in
Bibliotheken. Später entwickelte man im griechischen Pergamon das Pergament. Auch Holz- und
Wachstafeln wurden für Aufzeichnungen zu "Notizbüchern" zusammengebunden. In
mittelalterlichen Klöstern kopierten Mönche die Texte per Hand und schmückten diese
Buchmanuskripte mit feinen Illustrationen aus.
Als Johannes Gutenberg den Buchdruck in Europa erfand, änderte sich alles: Bücher konnten
schneller vervielfältigt werden und waren daher der breiten Bevölkerung zugänglich. Immer mehr
Leute wollten lesen, die Zahl der Analphabeten sank. Plötzlich war auch der Bedarf nach
unterhaltenden Texten geweckt. Ende des 19. Jahrhunderts stieg man schließlich auf die
industrielle Großproduktion um.
1971, noch 20 Jahre vor der Entwicklung des World Wide Webs, erschien das erste eBook: eine
digitalisierte Form der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung. Im Vergleich zu den heutigen
eBooks war dies natürlich noch sehr einfach gehalten.
Von diesem Zeitpunkt an begannen sich allerdings die technischen Entwicklungen zu
überschlagen. Mit der Erfindung der CD kamen digitale Handbücher in Mode, das Internet
ermöglichte den schnellen Datenaustausch und Stephen King trieb es schließlich auf die digitale
Spitze: Seine Erzählung "Riding the Bullet" veröffentlichte er im Jahr 2000 ausschließlich als
digitalen Download! Damit bleibt seine Story auf jeden Fall exklusiv, da bis heute die meisten
eBooks auch immer als gedrucktes Buch erscheinen. Mit der Erfindung der eInk 2007 und neuen
eReadern (Tolino, Sony, Kindle) gibt es ein immer breiter gefächertes Angebot an digitalen
Büchern auf dem Markt.
Inder lesen Kama-Sutra, Spanier lieber Business
Inzwischen sagt unser Leseverhalten schon viel über uns aus, auch im internationalen Vergleich.
Wussten Sie, dass wir Deutschen die schnellsten Buchleser sind? Dafür lesen wir unsere Bücher
aber nicht immer ganz zu Ende. Zäher sind da die Kanadier und Finnen, die ihre Bücher wirklich
bis zum bitteren Ende lesen. Scheint wohl gegen den Winterblues zu helfen.
Bei den beliebtesten Themen erfüllen sich erwartete Klischees: Die Brasilianer lesen gerne über
supergesundes Essen und Inder lieben das vollständig illustrierte Kamasutra. In den USA mag man
schöne Bildbände, bevorzugt aus den Sparten Kunst und Architektur; Wolkenkratzer haben eben
ihren eigenen Sexappeal.
Apropos: Die Spanier werden jetzt vermutlich enttäuschen, die lesen nämlich keine heißen
Lovestorys – das tun eher die Latinos aus Uruguay – sondern wälzen lieber trockene Business-
Literatur. Ebenfalls an Weiterbildung interessiert sind die Nigerianer: Sie lesen gerne Bücher über
Innovationen und Unternehmergeist. Die Briten hingegen lesen lieber über Fische. Ihr beliebtestes
Buch war lange Zeit "The Story of Sushi". Genug Orte zum Angeln gibt es ja.
Was liest man wo? eBook-Liebe im Schlafzimmer
eBooks haben unser Leseverhalten im Vergleich zum gedruckten Buch stark verändert. Während
wir früher hauptsächlich zu Hause das Buch zur Hand nahmen, lesen wir heute viel mehr
unterwegs in Bus und Bahn, dabei vor allem im digitalen Format. Das digitale Lesen hat auch die
durchschnittliche Lesedauer pro Tag von 35 auf 47 Minuten erhöht. Für viele Leser bietet das
kompakte Format eines eReaders unterwegs mehr Vorteile.
Umfragen zeigten, dass die Bücheraffinen das gedruckte Buch vor allem zu Hause auf dem Sofa
und – sehr skurril – im Badezimmer bevorzugen. Im Schlafzimmer hingegen, wo man das
Papierbuch aus Nostalgiegründen vielleicht doch erwartet hätte, hat das eBook inzwischen die
Oberhand. Ob das nun aus Rücksicht gegenüber dem Partner geschieht, weil man abends oder
nachts weder mit der Leselampe noch mit einem Blättergeräusch nervt, oder weil man einfach
nicht unter einem schweren Buch aufwachen möchte – die Gründe dafür sind verschieden.
Apropos Schlafzimmerlektüre: Das meistverkaufte eBook war 2012/2013 die "Shades of Grey"-
Trilogie, während das meistverkaufte Papierbuch noch immer die Bibel ist.
Leserverhalten der Deutschen en détail: Romantik und Spannung
Und wie sieht es mit Deutschland aus? Etwa 75 % der deutschen Bevölkerung liest überhaupt
Bücher. Die liebsten Sparten sind Romane, Thriller, Ratgeber sowie Kinder- und Jugendbücher.
Das sind doch gute Nachrichten.
Vielleicht erklären sich diese Ergebnisse durch die vorherrschend weibliche Leserschaft. Die
deutschen Frauen lesen nämlich im Schnitt 4mal so viele Bücher pro Jahr wie ihre männlichen
Kollegen und bilden damit die wichtigste Zielgruppe des Buchhandels. Frauen lesen jedoch nicht
nur viel, sondern schreiben auch viele Bücher; die Mehrheit der deutschen Autoren ist weiblich.
Übrigens: Die Harry Potter-Reihe ist die meistverkaufte Kinderbuchreihe der Welt und von einer
Frau geschrieben. Dessen Held Harry Potter hat nicht nur Millionen Leser unterhalten, sondern
auch Kinder vor Verletzungen bewahrt. Ja, ehrlich, immer wenn ein neuer Band herauskam, gab
es viel weniger verletzte Kinder – weil sie alle zu Hause saßen und eifrig lasen.
eBook vs. Buch: Praktische Moderne vs. Nostalgische Liebe
Klar, unterwegs – auf Reisen, in Bus und Bahn, am Strand und im Wartezimmer – bevorzugen die
meisten ein eBook. Das liegt vor allem an dem im Vergleich zum Buch sehr geringen Gewicht
und der hohen Platzeinsparung.
Ein eReader passt in jede Handtasche, wiegt immer das Gleiche, etwa 180 Gramm, und bietet Platz
für bis zu 2.000 eBooks. Möchte man so viele Papierbücher mit in den Urlaub nehmen, bräuchte
man schon einen kleinen Laster.
Nur eines wird auf jeden Fall in gedruckter Form mit auf Reisen genommen: Der Reiseführer.
Vielleicht wird dadurch das Reiseerlebnis intensiver oder die meisten möchten einfach nicht mit
ihrem kostbaren Lesegerät zwischen den Pyramiden herumklettern.
Dabei sind die integrierten Wörterbücher der eReader auf Reisen oder für den neuesten
Liebesroman auf Englisch schon unheimlich praktisch. Neuerscheinungen sind als eBook viel
schneller verfügbar, nämlich innerhalb von Sekunden, auch sonntags oder nachts um drei.
Mit der Suchfunktion findet man schnell seine markierten Lieblingszitate in der Schmonzette
wieder und besonders peinliche Titel lassen sich als eBook wunderbar versteckt lesen. Ihr wisst,
welche gemeint sind. Mit solchen Features kann ein gedrucktes Buch nicht mithalten.
Dafür hat es im Vergleich mit dem eBook klar andere Vorteile: Bücher sind einfach toll anzufassen
und was gibt es schöneres, als den typischen Geruch eines neuen Buches? Über die Seiten zu
streichen und den Geruch des Papiers einzusaugen, ist eine Erfahrung, die ein eBook nicht bieten
kann.
Fantasievolle Cover und besondere Ausgaben sehen einfach sehr dekorativ aus im Regal. Gerade
bei Kinderbüchern mit Aufklapp- und Fühlelementen können Kinder im Kleinkindalter ihre Sinne
entdecken und schärfen.
Und nicht zuletzt steht ein gedrucktes Buch noch immer weit oben auf der Liste der beliebtesten
Geschenke. Ein schönes Buch kann man im Gegensatz zu einem eBook einpacken und lieben
Freunden als Geschenk überreichen.

6.

Bis zu 1.400 Bücher kann man auf einem herkömmlichen E-Book-Reader speichern. fudder-
Autorin Laura Maria Drzymalla, die neben dem Studium als Buchhändlerin arbeitet, reist trotzdem
lieber mit echten Büchern im Gepäck in den Urlaub. Ihre zehn Gründe, warum sie Bücher mehr
liebt als E-Books:
In neun Tagen ist es soweit – ich kann endlich an meine heißgebliebte süditalienische Küste.
Salzgeruch auf der Haut, von Wassermelonen verklebte Gesichter, jede Menge Pasta und lesen am
Strand. Zeit, mir langsam eine Liste mit den Büchern zu machen, die da unbedingt mit müssen.
Aber – oh weh und Günstigfluglinie sei Dank - wir fliegen da mit dem Rucksack hin.
Ich müsste mich meinem Geldbeutel und Rücken zuliebe wohl auf Reclamhefte beschränken,
wenn ich das alles tragen soll. Mist. Unaufhaltsame Gedanken schießen mir leise und nicht zum
ersten Mal in den Kopf... Vielleicht jetzt doch mal....? Soll ich etwa....? Muss ich mir jetzt
tatsächlich... so einen E-Book-Reader holen?
"Ist ja ehrlich nicht unpraktisch," denk' ich mir da manchmal, und bezahlbar sind sie mittlerweile
auch geworden. Akku, Display und Umblätterfunktion lassen einen Lesefluss quasi genauso zu
wie eine Druckversion und das leichte Gewicht besticht ja in diesem speziellen Fall durchaus.
Aber – ich kann mir nicht helfen – das sind keine Argumente für mich. Dafür habe ich zehn sehr
gute Argumente für das gedruckte Buch.
1. Der Geruch
Es ist wahrscheinlich meinem Beruf als Buchhändlerin zu verdanken, aber es ist das erste was ich
tue, wenn ich morgens in den Laden komme: Ganz tief einatmen. Mhhhh, Bücher duften
tatsächlich einfach wunderbar - nach frisch geschnittenem Holz und Druckerschwärze. Und E-
Books nicht. Sehr einfach eigentlich.
2. Das Aussuchen
„Sie, Fräulein, ich such' ein Buch.“ Oha und jawoll. Mein Einsatz. Immer schön für beide Parteien,
da sowohl die Beratung für das richtige Buch als auch dessen Kauf im Anschluss eine meist tolle
Begegnung sind. Der Download online ist menschlich wohl nur halb so spannend.
3. Das Bücherregal
Oh, was ist das für ein schönes Gefühl ein neues Buch in das Bücherregal zu stellen. Anhimmeln
kann man es, umsortieren nach Verlag oder Autor und sich beim nächsten Umzug über die Masse
beschweren – aber wie man sich freut, wenn man es dann wieder im neuen Zimmer einräumen
darf!
4. Das Gefühl
Meine Bücher sehen grundsätzlich gelesen aus. Ein Eselsohr auf Seite 151, ein Kaffeefleck auf
der Rückseite, eine geschriebene Postkarte meiner besten Freundin als Lesezeichen. Das Gefühl
eines leichten Buches mit schwerem Inhalt, einer dicken Enzyklopädie oder eines ergrauten
Leinencovers von 1960 – wie soll ein E-Book da mithalten?
5. Die Optik
Ja, ich verurteile manche Bücher nach ihrem Cover – manche Gestaltungen werden dem Inhalt
leider nicht gerecht. Aber einige Verlage wiederum erschaffen reine Kunstwerke, mit aufwendig
gestalteten Postern als Buchumschlag, Illustrationen, haptischer Schrift, hochwertigen Stoff-
Einbänden oder farbigen Schnitten an den Buchseiten. Wo findet man die App dafür auf dem E-
Book?
6. Das Ausleihen
Ich warte seit ein paar Wochen freudig auf den neuen tausenseitigen Donna Tartt - Roman, den
meine Mitbewohnerin bei sich auf dem Nachttisch liegen hat. Ich bekomme ihn ausgeliehen,
sobald sie damit fertig ist und – Hurra! - es ist die gedruckte Version. Ein E-Book würde sie mir
wahrscheinlich und bei aller Liebe nicht leihen können.
7. Das Geschenk
„Sie, Fräulein, verpacken Sie mir das Buch nett?“ Mit Vergnügen mach ich das, ein Buch ist als
Geschenk nämlich auch oft meine erste Wahl. Einen Download nett einpacken kann ich allerdings
nicht.
8. Der Flohmarkt
Das fluchende aber stolze Heimschleppen der Bücher, um die man gerade am Stand gefeilscht hat
oder das Verkaufen der Bücher, die das Regal nicht mehr stemmen kann – beides eigentlich toll,
oder? Günstiger bekommt man sie nirgendwo und im besten Fall kriegt man als Verkäufer noch
ein paar Euro für die „alten Schinken“.
9. Das Arbeiten
Vor meinem Urlaub steht leider eine bis jetzt noch unfertige Hausarbeit an – Foucault und die
Sprache des Wahnsinns. Meine panisch eingeklebten Post-its, neongelb gemarkerten Stellen,
Ausrufe- und Fragezeichen an den Seitenrändern verleihen mir jedoch ein Gefühl des harten
Arbeitens. Und das kann mir kein E-Book vorgaukeln.

10. Das Beeindrucken


Ich. Lese. Foucault. Oh ja! Zu guter Letzt gebe ich zu, dass ich nicht ungerne seine gesammelten
Werke gelegentlich so auf dem Schreibtisch platziere, dass es jeder in meinem Zimmer sehen kann.
In den beeindruckten Blicken sonne ich mich gerne solange, bis mir innerlich weinend klar wird,
dass ich ihn tatsächlich lesen MUSS.

7.

Also früher dachte ich auch immer, so ein ereader ist nichts für mich. Aber nun habe ich einen seit
ca 2 Jahren und wenn man sich mal dran gewöhnt hat möchte man ihn nicht mehr missen. Die
Vorteile sind: Du kannst im Finsteren damit lesen, da er beleuchtet ist. Ich lese immer spät abends
und meinen Mann hat es früher gestört, wenn die Nachttischlampe so lange brannte. Dann kannst
du immer ein Buch mit dir herumtragen, ohne großes Gewicht schleppen zu müssen. Du kannst
auf Urlaub fahren und hast durch deinen e-Reader die Möglichleit soviele Bücher du willst
mitzunehmen, für Leseratten ein Riesenvorteil. Nur ein kleines Gerät, das im Koffer keinen Platz
wegnimmt und trotzdem einen Koffer voll Bücher mit.
Wenn man den e-Reader aufschlägt, ist man sofort wieder an der Stelle, an der man zu lesen
aufgehört hat. Man muss nicht ins Buchgeschäft gehen, ein Buch zu kaufen, sondern kann bequem
im Internet stöbern, Rezensionen nachlesen, sich das Buch das einen interessiert herunterladen und
sofort lesen, auch am Wochenende.
Der Nachteil ist natürlich die Haptik. Aber die Vorteile wiegen es auf.

Gedruckte Bücher geben dir natürlich das alte schöne Papier-Gefühl in deinen Händen. Es
verbraucht keinen Strom und man kann es sich in seine Regale stellen.
E-Books sind da ein ganz anderes Kaliber. Sie verbrauchen nicht mehr Platz, als der E-Reader an
sich. Bleichen nicht aus, wie normale Bücher mit der Zeit.
Werden nicht schmutzig, man kann ganz einfach Lesezeichen setzen, ohne etwas zu beschädigen.
Die Augen ermüden nicht so stark, so ist es zumindest beim Kindle Paperwhite.
Du kannst 5000 E-Books dabei haben und auf jedes davon zugreifen, denn sie wiegen nichts. Du
musst im Laden nicht noch nach dem Buch suchen, es wird auch nicht vergriffen sein, denn du
kannst es dir ganz einfach überall runterladen.
Ich benutze dennoch beides, sowohl normale Bücher - da ich mir dieses Gefühl nicht nehmen
lassen möchte..
Als auch E-Books, denn sie sind handlicher und transportabler.

ebook-Reader sind von außen neutral.


Also nur, um es deutlicher zu machen, hier ein persönliches Erlebnis. Ich saß bei der Arbeit in der
Pause im Pausenraum und laß ein Harry Potter Buch (im Papierformat). Ein Kollege sah daß,
lachte, und meinte, Harry Potter wäre doch ein Kinderbuch (er hat die Bücher natürlich nie
gelesen).
Seit ich einen ebook-Reader nutze kommen solche Kommentare nicht mehr.
Jetzt stell dir mal vor, du siehst einen Hells Angels Rocker, der ein Buch wie "Bambi" oder "Biene
Maja" liest. Oder ein Pfarrer, der "50 Shades of Grey" liest. Oder eine Kindergärtnerin die "Mein
Kampf" liest.
Würden diese Personen aber einen ebook-Reader nutzen, würde keiner erkennen, was sie lesen.
Natürlich kann man Papierbücher auch in neutrales Papier einschlagen, aber wer macht das
heutzutage noch? (Ich hab allerdings noch ein paare alte Kinderbücher meiner Mutter aus den
50ern, die noch so eingebunden sind).
Ein anderer Vorteil von ebook-Readern: man kann dadurch Papierbücher schonen. Ich sammle
alte Bücher (aus der Zeit von ca. 1900-1945. Manche sind in einem so schlechten Zustand, daß
man sie kaum anfassen will, damit sie nicht noch mehr leiden. Wenn es diese Bücher aber als
ebooks gibt (gerade solche alte Büchern kann man oft kostenlos, legal herunterladen).
Ein anderer wichtiger Punkt für mich: beim ebook-Reader kann man problemlos Textstelle
markieren. Wenn man sie wieder entfernt sieht man nichts mehr davon. Beim Papierbuch kann
man zwar auch markieren, aber selbst ein Bleistift hinterläßt oft Spuren, wenn man ihn entfernt.
Was mir da auch noch einfällt: Ich löse gerne Sudoku. Ich hab auf dem Handy eine App dafür,
aber wenn ich da länger drauf starre und nachdenke tun mir irgendwann die Augen weh. Bei vielen
ebook-Readern sind aber einfache Spiele wie Sudoku oder Schach installiert. Dank e-ink kann ich
da lange draufstarren, ohne Augenschmerzen.
Ach so, und vielleicht hilft dir das auch: der wichtigste Grund für mich, warum ich mir vor ca. 7
Jahren einen der ersten ebook-Reader gekauft habe:
meine Frau und ich unternahmen vor 8 Jahren eine Flugreise in die USA. Im Flugzeug lief zwar
ein Film, aber 9 Stunden fernsehen ist doof und schlafen konnte ich auch nicht. Dazu kamen noch
2 Inlandsflüge mit jeweils ca. 2 Stunden. Dazu noch die Wartezeit am Flughafen vor jedem Flug.
Und am Strand hab ich auch gerne was zum lesen dabei. Insgesamt waren wir etwa 10 Tage dort.
Ich hatte 3 Bücher dabei - die hatte ich schnell durch. Meine Frau hatte auch 3 Bücher dabei - zum
Glück waren es welche, die mich auch interessierten. Aber irgendwann hatte ich die auch durch.
Ich hab mir dann in den USA sogar noch ein englisches Buch gekauft, das ich auch fast durch
hatte, bevor wir heimkamen. Das war natürlich ein riesiges Gewicht.
Ein ebook-Reader dagegen ...
Ich kannte auch mal ne Frau, bei der bogen sich die Regalböden im Bücherschrank, so viel Bücher
standen schon drin.
Und stell dir mal vor, du sitzt beim Arzt im Wartezimmer. Bei manchen Ärzten kann man schon
mal 1-2 Stunden warten. Du hast jetzt ein 600 Seiten Buch dabei, mit dem du aber fast fertig bist.
Also nimmst du vorsorglich Band 2 von dem Buch mit - das hat aber über 800 Seiten. Du müßtest
also 2 riesige Wälzer mit dir rumschleppen ...
Seit ich einen ebook-Reader nutze, lese ich mehr als voher. Für ne Zugfahrt von 10 Minuten will
ich keinen riesigen Wälzer mit mir rumtragen. Aber einen leichten ebook-Reader ... Und auch
"was" ich lese hat sich geändert, durch die große Auswahl an kostenlosen Klassikern, wie von Karl
May, Jules Verne, etc.