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An
die Dekaninnen und Dekane der FB 01-19
die Gf. Direktoren der wiss .Zentren 35390 Gießen, 02.10.1995
die Leiter der Techn. Betriebseinheiten Ludwigstraße 23
die Leiterin der Zentr. biotechn. Betriebseinheit
den Direktor der Universitätsbibliothek III/C
den Gf. Direktor des Hochschulrechenzentrums Wz/Kl
die Leiterin des Akademischen Auslandsamtes
die Referentinnen und Referenten der Präsidialabteilung
die Abteilungsleiter der Präsidialverwaltung
die zentralen Frauenbeauftragten den Personalrat

Rundschreiben Nr. 31/95


Verteiler I, soweit durch
Anschriftenfeld abgedeckt

I. Übertragung von höherwertigen Tätigkeiten an Angestellte, Arbeiterinnen


und Arbeiter
II. Begründung von Unterstellungsverhältnissen mit Auswirkung auf die
Eingruppierung
III. Allgemeines
Erlaß des Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst
vom 26.07.1988 - Az.: Z 1 3.1 - 050/80 - 1 -
Rundschreiben Nr. 18 vom 20.03.1973 - Az.: I/8
Rundschreiben Nr. 30/1988 vom 28.09.1988-Az.: III-30-be/wz/ord

Sehr geehrte Damen und Herren,

ein Urteil des Landesarbeitsgerichts Frankfurt in einer Eingruppierungsangele-


genheit (rechtsverbindliche Übertragung von höherwertigen Tätigkeiten) gab be-
reits 1988 Veranlassung, auf nachfolgende Erläuterung hinzuweisen. Nach nun-
mehr sieben Jahren habe ich dieses Rundschreiben, da nach wie vor aktuell, ge-
ringfügig redaktionell überarbeitet und gebe es hiermit - erneut bekannt:

I. Übertragung von höherwertigen Tätigkeiten an Angestellte, Arbeite-


rinnen und Arbeiter

Die Befugnis zur Vertretung des Landes Hessen bei Abschluß, Ände-
rung (z.B. Höhergruppierung) oder Beendigung von Arbeitsverträgen
ist durch den sog. Delegationserlaß geregelt.

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Die Vertretungsvollmacht ist, von wenigen Ausnahmen abgese-


hen, für den Bereich der Justus-Liebig-Universität Gießen dem
Präsidenten übertragen. Nur er und die von ihm ausdrücklich
beauftragten Personen (z.B. Kanzler, Leiter der Personalabtei-
lung) sind befugt, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern hö-
herwertige Tätigkeiten rechtsverbindlich zu übertragen.

Sonstige unmittelbare Vorgesetzte sind zur Übertragung von


höherwertigen Tätigkeiten nicht berechtigt

Überschreitet eine unmittelbare Vorgesetzte/ein unmittelbarer


Vorgesetzter ihre/seine Kompetenz, so braucht der Arbeitgeber
(Land Hessen) sich dieses Handeln nicht zu seinen Ungunsten
anrechnen zu lassen, wenn er klar und unmißverstandlich ge-
genüber den betroffenen Arbeitnehmern zum Ausdruck gebracht
hat, daß die Befugnis zur Übertragung von höherwertigen Tä-
tigkeiten ausschließlich dem Dienststellenleiter (Präsident)
sowie den von ihm beauftragten Personen obliegt.

II. Begründung von Unterstellungsverhältnissen mit Auswirkung


auf die Eingruppierung

In bestimmten Tätigkeitsmerkmalen der. Anlage Ia zum Bun-


desangestelltentarifvertrag (BAT) ist für die Eingruppierug von
Angestellten neben den dort aufgeführten sonstigen Tätig-
keitsmerkmalen die Begründung von Unterstellungsverhältnis-
sen ausschlaggebend.

Es sind dies z.B die Tätigkeitsmerkmale der Vergütungsgrup-


pen:
a) Ib/1b Teil I der Anlage la zum BAT (wissenschaftliche An-
gestellte, denen mindestens drei Angestellte mindestens der
Vergütungsgruppe IIa BAT durch ausdrückliche Anordnung
ständig unterstellt sind)

b) Vb/24 Teil II Abschn. D der Anlage la zum BAT (Medizi-


nisch-technische Assistentinnen/Assistenten, denen mindes-
tens zwei MTA's durch ausdrückliche Anordnung ständig un-
terstellt sind)

Ausdrückliche Anordnungen, mit denen Unterstellungsverhältnisse


begründet werden, müssen zwar nicht unbedingt schriftlich erfol-
gen, obwohl dies aus Gründen der Rechtsklarheit wünschenswert
wäre; derartige Anordnungen müssen jedoch stets von der für Or-
ganisation und Haushalt zuständigen Stelle, dies ist immer der
Präsident oder eine/ein von ihm ausdrücklich Beauftrag-
te/Beauftragter (vgl. Ziffer I), aktenkundig begründet werden. Die
Begründung ohne Beteiligung des Präsidenten oder der von ihm
b e a u f t r a g t e n P e r s o n e n v e r m a g k e i n e n A n s p r u c h a u f . H ö h e r g r u p pi e -
r u n g zu be g ründ en.

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-3-

III. Allgemeines
Es ist erkennbare Absicht der Tarifvertragsparteien, in
diesem schwer kontrollierbaren :Bereich nur rechtsver-
bindlich übertragene höherwertige Tätigkeiten oder Be-
gründungen von Unterstellungsverhältnissen als Grundlage
für höhere Vergütungen zu akzeptieren.
Grundsätzlich gehe ich davon aus, daß die Tätigkeit, die
der/dem Beschäftigten im Rahmen Ihres/seines Arbeitsver-
trages zugewiesen ist, auch die von ihr/ihm auszuübende
Tätigkeit ist und die laut Arbeitsvorgangsbeschrei-
bung auch tarifgerecht vergütet wird. Höherwertige Tätig-
keiten, durch die tarifliche Ansprüche auf Höhergruppie-
rung entstehen können, dürfen ferner nur übertragen wer-
den, wenn hierfür entsprechende Stellen zur Verfügung
stehen (vgl. Nr. 4.1 der Verwaltungsvorschriften zu §49
Landeshaushaltsordnmng - LHO -).
Ich muß wegen aktueller Vorkommnisse erneut darauf
h i n w e i s e n , d a ß im F a l l e u n z u l ä s s i g e r Ü b e r s c h r e i t u n g v o n
Befugnissen die Geltendmachung von Regressansprüchen
nicht ausgeschlossen werden kann.
Ferner möchte ich noch darauf hinweisen, daß allen neueinzu-
stellenden Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern die für sie ge-
fertigte Tätigkeitsbeschreibung (Arbeitsvorgangsbeschreibung)
zur Unterschrift ausgehändigt wird, so daß sie darüber infor-
miert sind, welche Aufgaben ihnen laut Arbeitsvorgangsbe-
schreibung übertragen werden.
Ich bitte Sie, dieses Rundschreiben allen Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern sowie den in Vorgesetztenfunktion tätigen Perso-
n e n a u s z u h ä n d i g e n u n d b e s t ä t i g e n z u l a s s e n , d a ß s i e v o m Inhalt
dies e s R u n d s c h r e i b e n s u n t e r r i c h t e t w u r d e n . E i n e B e s t ä t i g u n g s -
liste ist in Ihrem Bereich aufzubewahren.
Neueingestellte Arbeiterinnen/Arbeiter und Angestellte erhalten
anläßlich ihrer Einstellung dieses Rundschreiben gegen Emp-
fangsbescheinigung ,durch die Zentralverwaltung.
Zu Rückfragen steht Ihnen meine Personalabteilung, Tel.:
2090/2091. (Angestellte) und 2095 (Arbeiter) gerne zur Verfü-
gung. Mehrausfertigungen dieses Rundschreibens können bei
meiner Personalabteilung (Tel.: 2093) angefordert werden.
Dieses Rundschreiben, dessen Neuauflage tarif- und haushalts-
rechtlich aus Gründen der Rechtssicherheit erforderlich wurde,
ergeht im Einvernehmen mit dem Personalrat.

In Vertretung

Dr. M. Breitbach
Kanzler